Viterra Rostock GmbH
Zum Tanklager 5, 18147 Rostock, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Etienne Jean Francois Aubailly seit 6.12.2013 | Geschäftsführer |
Robertus Theodorus Sebastiaan Groeliker seit 17.10.2013 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (2)
| Name | Anteil |
|---|---|
Koninklijke Bunge BV | 75.00% |
Koninklijke Bunge BV | 25.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Viterra Rostock GmbHRostockJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023Geschäftsmodell und RahmenbedingungenDie Viterra Rostock GmbH, Rostock, wurde am 18. November 1999 unter der Firma BIODIESEL ROSTOCK GmbH gegründet. Am 29. Dezember 2017 wurden 75 % der Anteile an der Gesellschaft von der Viterra Magdeburg GmbH erworben. Die restlichen 25 % der Anteile verbleiben bei der Viterra Industries The Netherlands B.V., Rotterdam/Niederlande. Die Gesellschafterversammlung vom 13. November 2020 hat die Änderung des Gesellschaftervertrages in § 1 Abs. 1 (Firma) beschlossen. Fortan firmiert die Gesellschaft unter dem Namen Viterra Rostock GmbH. Gegenstand des Unternehmens Viterra Rostock GmbH ist die Errichtung und der Betrieb einer Anlage zur Erzeugung von Biodiesel am Standort Rostock/Mecklenburg-Vorpommern. Die Jahreskapazität beträgt 200.000 t Biodiesel. Mit Wirkung zum 1. Februar 2014 hat die Gesellschaft mit der Viterra B.V., Rotterdam/Niederlande (vormals firmierend unter GLENCORE AGRICULTURE B.V.) ein Lohnverarbeitungsvertrag geschlossen, durch den die Gesellschaft die Lohnverarbeitung im Auftrag der Viterra B.V. übernimmt. Der Viterra Rostock GmbH werden dabei die entstehenden Verarbeitungskosten zuzüglich eines Aufschlags von 3,6 % erstattet. Der Vertrag ist auf unbestimmte Zeit geschlossen und beinhaltet ein Kündigungsrecht von sechs Monaten. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische RahmenbedingungenGesamtwirtschaftliche EntwicklungIm Jahr 2023 ging das kalenderbereinigte BIP Deutschlands um 0,1 % zurück, womit die Erholung nach dem Einbruch im Corona-Jahr 2020 stoppte. Trotz eines preisbereinigten Anstiegs von 0,7 % gegenüber 2019 stagnierte die wirtschaftliche Entwicklung. Gründe dafür waren die Energiekrise, geopolitische Spannungen, ein schwächerer Welthandel, steigende Zinsen und eine gedämpfte Bauwirtschaft. Insgesamt führten diese Faktoren dazu, dass die deutsche Wirtschaft ins Minus rutschte. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland sanken im Jahr 2023 preisbereinigt um 1,1 % im Vergleich zum Vorjahr und lagen damit weiter unter dem Vorkrisenniveau von 2019 (-2,1 %). Dies ist hauptsächlich auf hohe Verbraucherpreise zurückzuführen. Die Inflationsrate betrug im Jahresdurchschnitt 2023 etwa 5,9 %, was unter dem historischen Höchststand von 2022 (+6,9 %) liegt. Besonders die Preise für Nahrungsmittel und Energie waren höher als im Vorjahr. Trotz leicht niedrigerer Inflationsrate und Lohnerhöhungen gingen die Konsumausgaben zurück, insbesondere für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (-4,5 %), langlebige Güter wie Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,2 %), sowie kurzlebige Güter wie Bekleidung und Schuhe (-0,8 %). Im Jahr 2023 fand der Beschäftigungszuwachs fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt. Die größten Zuwächse gab es im Bereich Information und Kommunikation (+2,6 %) und im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %). Auch in Handel, Verkehr und Gastgewerbe stieg die Beschäftigung (+0,9 %), jedoch konnten die Verluste der Pandemie-Jahre nicht vollständig ausgeglichen werden. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl der Beschäftigten nur leicht (+0,1 %), während das Baugewerbe trotz Fachkräftemangels einen Zuwachs von +0,6 % verzeichnete. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2023 von 45,9 Mio. Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 0,7 % mehr Erwerbstätige als im Vorjahr. Die staatlichen Haushalte Deutschlands schlossen das Jahr 2023 mit einem Finanzierungsdefizit von 82,7 Milliarden Euro ab, etwa 14 Milliarden Euro weniger als 2022. Die Defizitquote betrug 2,0 % des BIP, was unter dem europäischen Referenzwert von 3 % liegt. Der Bund verringerte sein Defizit erheblich im Vergleich zum Vorjahr, trotz umfangreicher Zahlungen für die Gas- und Strompreisbremse. Die Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie entfielen größtenteils. Allerdings stiegen die Ausgaben der Gemeinden aufgrund der hohen Zahl an Geflüchteten. Die Haushaltssperre für den Bund ab dem 15. November 2023 hatte kaum Einfluss auf die Ausgaben (Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2024/bip2023/statement-bip.html). Der Rapsmarkt hat sich im Jahr 2022/23 mengenseitig überraschend positiv entwickelt, trotz anfänglicher Befürchtungen aufgrund des Krieges in Osteuropa und ungünstiger Bedingungen. Die weltweite Rapsernte erreichte einen Rekordwert von 88,1 Mio. Tonnen, was 18 % mehr als im Vorjahr und 17 % mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017/18 ist. Dieser Anstieg ist vor allem auf höhere Erträge in Kanada, der EU, Australien und Russland zurückzuführen. Der globale Rapsbedarf von 84,8 Mio. Tonnen wurde damit mehr als gedeckt, was seit 2018/19 nicht mehr der Fall war. In der EU wurde 2022 eine der größten Rapsernten der letzten zehn Jahre eingefahren, mit einem Erntevolumen von 19,5 Mio. Tonnen. Auch die deutschen Rapsbauern erzielten überdurchschnittliche Erträge und erweiterten ihre Anbauflächen. Dank der guten Ernte reduzierte sich der Importbedarf, obwohl die Importe aus der Ukraine und Australien weiterhin bedeutend blieben. (Quelle: UFOP - Geschäftsbericht 2022/2023) Preisseitig war im Geschäftsjahr nach den kriegsbedingten Spitzen in 2022 im aktuellen Geschäftsjahr jedoch ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen: Die Preise für Raps fielen bis zu einem Tiefststand von 383 EUR/t im Juni 2023 und erholten sich bis Januar 2024 nur geringfügig auf 403 EUR/t. Das niedrige Preisniveau führte zu geringem Kaufinteresse der Ölmühlen und wenig Verkaufsanreiz für Erzeuger. Hauptursachen für den Preisverfall waren die Marktentspannung nach den anfänglich befürchteten Versorgungsengpässen aufgrund des Ukraine-Kriegs, ein größeres globales Rapsangebot und die Fortsetzung der ukrainischen Exporte über alternative Routen. (Quelle: Keine Erholung bei Rapspreisen zum Jahreswechsel | proplanta.de) Entwicklung des BiodieselmarktesAbsatz und VerwendungBiodiesel blieb der wichtigste Biokraftstoff in Deutschland mit einem Inlandsabsatz von etwa 2,6 Millionen Tonnen. Er wird vor allem durch die Beimischung von circa 7 % zu normalem Diesel (B7) genutzt, während der Einsatz als Reinkraftstoff nur geringfügig erfolgt. Marktanteil und VerbrauchDer Anteil biogener Kraftstoffe am Gesamtverbrauch von Kraftstoffen in Deutschland betrug 6,3 % bezogen auf den Energiegehalt. Dies verdeutlicht die Bedeutung von Biodiesel als Alternative zu fossilen Brennstoffen. CO-2-EinsparungBiokraftstoffe wie Biodiesel trugen maßgeblich zur CO 2-Einsparung im Verkehrssektor bei. Im Jahr 2022 wurden durch ihre Nutzung insgesamt 11,6 Millionen Tonnen CO 2 -Äquivalente eingespart, was einer Reduktion von 87 % im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen entspricht. Technologische EntwicklungenNeben Biodiesel aus Rapsöl gewinnen auch synthetische Biokraftstoffe wie BtL (Biomass to Liquid) und strombasierte Kraftstoffe an Bedeutung. Diese werden aus verschiedenen Reststoffen und Biomassen hergestellt, um die Nachhaltigkeit weiter zu fördern und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. ZukunftsaussichtenDie Weiterentwicklung und Nutzung von fortgeschrittenen Biokraftstoffen sind entscheidend für die Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor. Die Forschung konzentriert sich auf die Effizienzsteigerung der Herstellungsprozesse und die Erweiterung der Rohstoffbasis für Biokraftstoffe. (Quelle: https://biokraftstoffe.fnr.de/kraftstoffe/aktuelle-marktsituation) Wirtschaftsbericht: Geschäftsverlauf und Lage der GesellschaftProduktionDie Produktionsmenge stieg im Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr deutlich, was zu einer verbesserten Auslastung der Anlage führte. Weiterhin wurden durch verschiedene, kontinuierliche Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Engpassbeseitigung die Kapazität der Anlage auf 220.000 t Biodiesel pro Jahr gesteigert. Im Hinblick auf einen geringen Marktrückgang hat das Unternehmen seinen Marktanteil behalten. AbsatzDer Absatz des Biodiesels findet nicht in Regie der Gesellschaft, sondern aufgrund der ausschließlichen Durchführung von Lohnverarbeitung für die Viterra B.V. in deren Verantwortung statt. Sämtliche Erzeugnisse gehören zum Eigentum der Viterra B.V., die diese als Einkaufs- und Vertriebsorganisation des Viterra-Konzerns in Rotterdam verkauft. BeschaffungDie Viterra Rostock GmbH beschafft in ihrer Funktion als Lohnverarbeiterin keine wesentlichen Rohstoffe auf eigene Rechnung. Die logistische und kaufmännische Abwicklung der Anlieferungen von Rapsöl wird durch die Viterra B.V. vorgenommen. Hilfs- und Betriebsstoffe werden durch die Viterra Rostock GmbH bezogen. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Chemikalien für die Herstellungsprozesse, wie Methanol, Natrium-Methylat und Natronlauge. Energie in Form von Strom, Wasser und Gas wird ebenfalls durch die Gesellschaft eingekauft. VermögenslageDie Bilanzsumme erhöhte sich um TEUR 700 von TEUR 16.886 im Vorjahr auf TEUR 17.586 zum 31. Dezember 2023. Das Anlagevermögen verringerte sich insgesamt um TEUR 751 auf TEUR 3.367 zum 31. Dezember 2023, überwiegend infolge planmäßiger Abschreibungen. Den Abschreibungen in Höhe von insgesamt TEUR 928 standen im Geschäftsjahr keine umfangreichen Investitionen gegenüber. Die Erhöhung des Umlaufvermögens um TEUR 1.455 von TEUR 12.749 im Vorjahr auf TEUR 14.204 zum Geschäftsjahresende 2023 ist im Wesentlichen auf die um TEUR 1.739 höheren Forderungen gegen verbundene Unternehmen zurückzuführen. Dem gegenüber stehen die um TEUR 162 gesunkenen Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten. Die Vorräte für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe haben sich stichtagsbedingt um TEUR 204 verringert. Das Eigenkapital bleibt aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit der Muttergesellschaft unverändert TEUR 11.500 (Vj.: TEUR 11.500). Die Eigenkapitalquote verringerte sich in Folge der gestiegenen Bilanzsumme von 68,1 % auf 65,4 % (Eigenkapital/Bilanzsumme). Der Sonderposten für Investitionszulagen und Investitionszuschüsse verringerte sich in 2023 um TEUR 198 auf TEUR 591. Ursächlich hierfür waren die planmäßigen Auflösungen. Die sonstigen Rückstellungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 894. Die Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten gegenüber Dritten verringerte sich stichtagsbedingt im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 266 auf TEUR 152. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um TEUR 2.045 auf TEUR 3.851 im Geschäftsjahr 2023. ErtragslageDie erwirtschafteten Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 28.024 im Geschäftsjahr 2023 resultieren überwiegend aus dem bestehenden Lohnfertigungsvertrag mit der Viterra B.V., Rotterdam/Niederlande. Im Geschäftsjahr wurden mit fremden Dritten Umsatzerlöse von TEUR 818 (Vj.: TEUR 555) aus dem Verkauf von Neben- und Abfallprodukten generiert. Trotz der gestiegenen Produktionsmenge sind die Umsatzerlöse in 2023 leicht gesunken. Dieser Rückgang ist auf geringere Materialaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen (2023: TEUR 19.137; Vj.: TEUR 20.136). Die Umsatzrentabilität im Geschäftsjahr betrug 13,7 % (Vj.: 6,1 %). Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Berichtsjahr 2023 von TEUR 358 auf TEUR 2.173. Während sich die Materialaufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren im Geschäftsjahr 2023 um TEUR 2.467 (+22,0 %) auf TEUR 13.687 erhöhten haben, sind die Aufwendungen für die bezogenen Leistungen im Geschäftsjahr um TEUR 3.467 (-38,9 %) auf TEUR 5.450 gesunken. Ursächlich für diese Entwicklungen waren die gesunkenen Preise. Weiterhin sind die Personalaufwendungen im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 2.104 (Vj.: TEUR 1.794) angestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus einer Gehaltssteigerung in Höhe von 5 %. Die Anzahl der Mitarbeiter ist im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Die Abschreibungen in Höhe von TEUR 928 sind auf dem Vorjahresniveau (TEUR 928). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Geschäftsjahr um 6,2 % auf TEUR 4.790 erhöht. Im Geschäftsjahr sind keine Zinsaufwendungen angefallen. Der Jahresüberschuss vor Gewinnabführung im Geschäftsjahr 2023, als wesentlicher finanzieller Leistungsindikator, hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.111 von TEUR 1.736 auf TEUR 3.847 erhöht. Finanzlage/Grundsätze und Ziele des FinanzmanagementsDie Guthaben bei Kreditinstituten betrugen zum 31. Dezember 2023 TEUR 11 (Vj.: TEUR 173). Die Gesellschaft finanziert sich im Wesentlichen von Innen auf Basis der monatlichen Einnahmen im Rahmen der Lohnverarbeitung mit der Viterra B.V., wodurch auch ein regelmäßiger Liquiditätszufluss gesichert ist. Änderungen der Finanzierung sind nicht geplant. SonstigesAm Bilanzstichtag waren in der Gesellschaft ohne Geschäftsführer 34 (Vj: 28) Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren in der Verwaltung zwei Mitarbeiter und in der Produktion 32 Mitarbeiter tätig. Nicht finanzielle LeistungsindikatorenDas Ziel der Gesellschaft ist die vollständige Vermeidung von Arbeitsunfällen. Im Geschäftsjahr wurden ein Arbeitsunfall verzeichnet, der zum einen Verlust von Arbeitszeit geführt haben. Weiterhin arbeitet die Gesellschaft an der Reduzierung des CO 2 -Fußabdruckes. Prognosebericht: wesentliche Chancen und RisikenAufgrund der gestiegenen Produktionsmenge fiel das Ergebnis im Geschäftsjahr 2023 besser als im Vorjahr aus (2023: TEUR 3.847; Vj.: TEUR 1.736) und übertraf somit auch die Prognose des Vorjahres. Hierzu beigetragen haben auch die gestiegenen sonstigen betrieblichen Erträge sowie die Steigerung der sonstigen Zinserträge. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet für das Jahr 2024 damit, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 0,2 % wachsen wird. Im folgenden Jahr 2024 soll das BIP um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr steigen. Auch andere Institute und Einrichtungen rechnen mit einer ähnlichen Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes in den nächsten ein bis zwei Jahren. Durch die weltweite geldpolitische Straffung und die unerwartet schleppende Erholung der Weltwirtschaft ist die Lage für die deutsche Wirtschaft weiterhin schwierig. (Quelle: Kräftige Konjunkturerholung lässt weiter auf sich warten (sachverstaendigenrat-wirtschaft.de). Die Viterra Rostock GmbH geht daher davon aus, dass sich die Biokraftstoffunternehmen auch weiterhin in einem herausfordernden Marktumfeld bewegen werden. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa verfolgt die Viterra-Gruppe konsequent eine internationale Ausdehnung des Biodieselabsatzes. Durch die Einbindung des Viterra-Konzerns hat die Viterra Rostock GmbH direkten Zugriff auf den europäischen Markt. Die Viterra Rostock GmbH erwartet trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und damit verbundener Planungsunsicherheit im Geschäftsjahr 2024 aufgrund des geschlossenen Lohnverarbeitungsvertrags spürbar höhere Umsatzerlöse somit ebenfalls ein deutlich verbessertes Jahresergebnis gegenüber 2023. Die Geschäftsführung geht aufgrund des stabilen Geschäftsmodells ungeachtet des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes von der Aufrechterhaltung der Going Concern-Annahme aus und sieht keine Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Risikomanagement Die Gesellschaft unterliegt im Rahmen ihres Geschäftsbetriebs neben den operativen Produktions- und technologischen Risiken indirekten Risiken, denen die Muttergesellschaft Viterra Industries The Netherlands B.V., Rotterdam/Niederlande, (VIBV) ausgesetzt ist:
Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese verschiedenen Arten von Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Die Viterra Rostock GmbH ist aufgrund des mit der Viterra B.V. geschlossenen Lohnverarbeitungsvertrages nicht unmittelbar durch Beschaffungs- und Vermarktungsrisiken gefährdet. Jedoch hängt sie von den Beschäftigungsmöglichkeiten ab, die sich der Viterra B.V. bei wesentlichen Änderungen, denen der Biodieselmarkt unterliegt, eröffnen. Durch die Übernahme konzernweiter Vorgaben hat das Management den Rahmen für ein systematisches und effizientes Risikomanagement geschaffen, das Risikopositionen frühzeitig aufdeckt und ihrer Bedeutung entsprechend Handlungsoptionen vorgibt. Es unterstützt die Beurteilung und Steuerung der Risiken und fördert gleichzeitig die Wahrnehmung von Chancen. Vorgegebene Verhaltensregeln sowie Schulungs- und Kontrollmaßnahmen unterstützen die Mitarbeiter bei der Risikobeurteilung. Die Viterra Rostock GmbH ist hinsichtlich der Planung und des Reportings von Geschäftszahlen in den entsprechenden Controlling- und KPI-Systemen des Viterra-Konzerns eingebunden. Dazu gehören u.a.:
Die Zusammenarbeit von Verwaltungsrat der Muttergesellschaft und Geschäftsleitung der Viterra Rostock GmbH auf der Überwachungs- und Kontrollebene ist Bestandteil dieses Systems. Von 2012 und 2013 ab wurde die Viterra Rostock GmbH nach ISO 9001 Qualitätsmanagement und nach ISO 14001 Umweltmanagement rezertifiziert. Die Einhaltung des damit geschaffenen Regelwerkes bedeutet Risikovorbeugung und hilft bei der Optimierung der Geschäftsprozesse. Durch fortlaufende Eigen- und Fremdaudits wird das Regelwerk ständig verbessert. Seit 2016 ist die Viterra Rostock GmbH auch ISO 50001 zertifiziert. RisikenKreditrisikenDas Risiko der Gesellschaft liegt in der Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Viterra B.V. begründet. Sollten derartige Verschlechterungen eintreten, resultieren daraus die Gefahren des teilweisen oder sogar vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen oder Dienstleistungen und/oder bonitätsbedingte Wertminderungen bei Finanzinstrumenten. Dabei bestehen Ausfallrisiken im Hinblick auf alle in der Bilanz zum 31. Dezember 2023 aktivierten Forderungen. Das maximale Ausfallrisiko wird bestimmt durch den Buchwert dieser Forderungen. Soweit Einzelrisiken ersichtlich sind, wird diesen Risiken durch bilanziell erfasste Wertminderungen Rechnung getragen. Marktrisiken (Risiken der Rohstoffbeschaffung und auf der Absatzseite)Die Viterra Rostock GmbH unterliegt aufgrund des mit der Viterra B.V. geschlossenen Lohnverarbeitungsvertrages nur Volumen- nicht aber Preisrisiken für Einkauf und Verkauf der Waren, da hierdurch im Zusammenhang mit der Produktion stehende Aufwendungen zzgl. eines Aufschlags erstattet werden. Die Preisentwicklung der für die Produktion eingesetzten Energieträger stellt jedoch insoweit ein unmittelbares Risiko für die Gesellschaft dar, als diese direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach Biodiesel haben. Die Viterra Rostock GmbH ist hierbei aufgrund des Lohnverarbeitungsvertrags von der Viterra B.V. abhängig und unterstützt deren Vermarktungschancen im Rahmen eigener Steuerungsmöglichkeiten durch den Abschluss langfristiger Verträge und einer stetigen Verbesserung der Anlagentechnik. LiquiditätsrisikenDie Lohnverarbeitungsvereinbarung zwischen Viterra Rostock und Viterra B.V. sieht vor, dass die Lohnverarbeitungsgebühren so gestaltet sind, dass variable und fixe Kosten der Gesellschaft zuzüglich eines Gewinnaufschlags gedeckt werden. Der Viterra Rostock GmbH werden aufgrund des Tolling Agreements die entstehenden Verarbeitungskosten zuzüglich eines Aufschlags von 3,6 % erstattet. Dies hat zur Folge, dass die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen erheblich angestiegen sind. Der erzeugte Cashflow führte im Berichtszeitraum zu keinen Liquiditätsengpässen. Vorausgesetzt, dass diese Praxis beibehalten wird, ist das Finanz- und Liquiditätsrisiko als gering einzustufen. Ein Risiko besteht für die Gesellschaft nur in dem Fall, dass die Viterra B.V. den Zahlungen nicht nachkommen könnte. Produktions- und technologische RisikenFür die erfolgreiche Entwicklung der Viterra Rostock GmbH ist es ausschlaggebend, dass die Produktion von Biokraftstoffen auf Basis des aktuellen technologischen Know-hows erfolgt. Um den technologischen Stand der Anlage aufrechtzuerhalten bzw. zu verbessern, sind ständige Wartungen und Investitionen erforderlich. Zudem können sich Risiken in diesem Zusammenhang aus einer unerwarteten Veränderung der Effizienz und Andersartigkeit von Produktions- und Verfahrenstechniken ergeben. Sonstige RisikenRisiken der weiteren Entwicklung können sich insgesamt aus der unsicheren konjunkturellen Entwicklung sowie der möglichen Eskalation geopolitscher Konflikte ergeben. Die weitere künftige Entwicklung dieser Sachverhalte ist aus momentaner Sicht jedoch nicht vollständig einschätzbar. Gesamtbewertung der RisikolageBasierend auf den uns zur Verfügung stehenden Informationen kann momentan kein Risiko aufgeführt werden, das geeignet wäre, den Fortbestand der Viterra Rostock GmbH zu gefährden. Wir sind überzeugt, dass die Viterra Rostock GmbH mit ihrem Risikomanagementsystem über ein geeignetes System zur Beherrschung der relevanten Risiken verfügt. Im Berichtszeitraum sind keine wesentlichen Risiken eingetreten. Es haben sich keine besonderen strukturellen Veränderungen in den Risiken ergeben. ChancenAufgrund des Konzepts der Lohnverarbeitung ist die Viterra Rostock GmbH nicht unmittelbar externer Konkurrenz und direkten Marktrisiken ausgesetzt. Dadurch ergibt sich die Chance, künftig jährlich und nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften.
Rostock, den 18. Oktober 2024 Viterra Rostock GmbH Geschäftsführung Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023A. Allgemeine AngabenDie Viterra Rostock GmbH mit Sitz in Rostock wird am Handelsregister B des Amtsgerichts Rostock, mit der Handelsregisternummer 12738, geführt. Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuches, sowie des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gesellschaft ist gemäß § 267 Abs. 2 HGB eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Von gesetzlichen Vereinfachungsvorschriften wurde Gebrauch gemacht. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt. Der Abschluss ist in Euro aufgestellt. Die Gesellschaft betreibt in Rostock eine Produktionsanlage zur Herstellung von biogenen Kraftstoffen sowie diverser Nebenprodukte (Glycerin und Fettsäure) durch Umesterung von Pflanzenölen. Die Kapazität der Anlage wurde durch verschiedene, kontinuierliche Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Engpaßbeseitigung auf etwa 220.000 t Biodiesel pro Jahr gesteigert. Die Viterra Rostock GmbH führt eine Lohnverarbeitung im Auftrag der Viterra B.V., Rotterdam/Niederlande, durch. Auf der Grundlage dieses Vertrages werden der Viterra Rostock GmbH die entstehenden Verarbeitungskosten zuzüglich eines Aufschlages von 3,6 % erstattet. Am 29. Dezember 2017 wurden 75 % der Anteile an der Gesellschaft von der Viterra Magdeburg GmbH erworben. Die restlichen 25 % der Anteile verbleiben bei der Viterra Industries The Netherlands B.V., Rotterdam/Niederlande. B. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenBei der Bewertung wurde von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (going concern) ausgegangen. Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind, berücksichtigt. Von dem Wahlrecht zum Ansatz des aktiven latenten Steuerüberhangs aufgrund sich ergebender Steuerentlastungen nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht. Die Immateriellen Vermögensgegenstände sowie das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Soweit notwendig erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert. Dabei wurden folgende Nutzungsdauern angenommen:
Im Laufe des Jahres angeschaffte Anlagegegenstände werden zeitanteilig abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis EUR 250,00 wurden im Jahr des Zugangs voll aufwandswirksam erfasst. Geleistete Anzahlungen im Sachanlagevermögen werden zu Auszahlungsbeträgen angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beilzulegenden Wert am Bilanzstichtag bilanziert. Erkennbare Verwertungsrisiken werden durch entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt. Die in der Biodiesel-Produktionsanlage befindlichen Anlagenfüllbestände werden zum Festwert bilanziert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten werden zu Nennwerten angesetzt. Erkennbare Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Rechnungsabgrenzungsposten wurden auf der Aktivseite der Bilanz gebildet für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die in Vorjahren erhaltenen Investitionszuschüsse und -zulagen werden unter dem Sonderposten für Investitionszulagen und Investitionszuschüsse ausgewiesen. Die ertragswirksame Auflösung erfolgte nach Inbetriebnahme des begünstigten Sachanlagevermögens über dessen Nutzungsdauer. Der Auflösungsbetrag im Geschäftsjahr ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Die Rückstellungen sind für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung notwendig ist. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Forderungen in Fremdwährung, deren Restlaufzeiten nicht mehr als ein Jahr betragen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen werden zu dem Zeitpunkt der Transaktion geltenden Fremdwährungskurs oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeiten nicht mehr als ein Jahr betragen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zu dem Zeitpunkt der Transaktion geltenden Fremdwährungskurs oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. C. Erläuterung zur Bilanz(1) AnlagevermögenDas Sachanlagevermögen umfasst im Wesentlichen die Produktionsanlagen zur Erzeugung von Biodiesel und Glycerin und die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Entwicklung des Anlagevermögens und die Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel dargestellt. (2) Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen beinhalten TEUR 101 (Vj.: TEUR 104) aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 12.934 (Vj.: TEUR 11.195) betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen die Viterra B.V, Rotterdam/Niederlande, im Rahmen des bestehenden Lohnverarbeitungsvertrag. Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 909 (Vj.: TEUR 823) enthalten Forderungen gegen das Hauptzollamt Stralsund aus Energiesteuer (TEUR 287). Alle Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. (3) Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.329 (Vj.: TEUR 2.223) enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 1.133), Rückbauverpflichtungen (TEUR 160) sowie Verpflichtungen aus Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 20). (4) VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen TEUR 3.851 (Vj.: TEUR 1.806). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 152 (Vj.: TEUR 419). Offene Vergütungsansprüche gegenüber Arbeitnehmern in Höhe von TEUR 162 wurden im Geschäftsjahr unter entsprechender Anpassung des Vorjahresausweises (TEUR 149) unter den sonstigen Verbindlichkeiten (Vorjahr: Sonstige Rückstellungen) ausgewiesen. Alle Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. (5) Latente SteuernVon dem Wahlrecht zum Ansatz des aktiven latenten Steuerüberhangs aufgrund sich ergebender Steuerentlastungen nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht. D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung(1) UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 28.024 (Vj.: TEUR 28.426) betreffen nahezu vollständig die Erlöse auf Grundlage des Lohnfertigungsvertrages mit der Viterra B.V., Rotterdam/Niederlande, welcher auf Basis eines Cost-Plus-Verfahrens geschlossen wurde. Im Geschäftsjahr 2023 wurden Erlöse mit Dritten (anderen Kunden) aus Nebenprodukten in Höhe von TEUR 818 erzielt. (2) Sonstige betriebliche Erträge und AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 1.958 (Vj.: TEUR 159). Diese betreffen im Wesentlichen nachträgliche Erstattungen aus der Regel- und Ausgleichsenergie. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 364 (Vj.: TEUR 190). Diese beinhalten im Wesentlichem nachträgliche Aufwendungen für Geschäftsvorfälle aus dem Vorjahr. (3) MaterialaufwandDer Materialaufwand in Höhe von TEUR 19.137 (Vj.: TEUR 20.136) enthält Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe TEUR 13.687 (Vj.: TEUR 11.220) sowie für bezogene Leistungen TEUR 5.450 (Vj.: TEUR 8.917). E. Sonstige Angaben(1) Nicht in der Bilanz enthaltene GeschäfteDa die Produktionsstätte in Rostock auf einem gepachteten Gelände im Verarbeitungs- und Industriezentrum der GÖR GmbH betrieben wird, ging die Gesellschaft mit der GÖR GmbH folgende Pacht- und Mietverträge ein: Pachtvertrag Grundstück Biodiesel-Anlage, Pacht BWA, Miete Büroräume sowie Dienstleistungsverträge im Zusammenhang über dem Umschlag von Biodiesel und Raps-Rohöl in Großtanklagern. Die Pachtverträge hatten eine ursprüngliche Laufzeit bis zum 30. September 2013. Für die Pachtverträge für das Betriebsgelände besteht die Möglichkeit zur Nutzung einer Vertragsverlängerungsoption von dreimal fünf Jahren. Unter Ausnutzung der Verlängerungsoption beläuft sich die maximale Laufzeit der Pachtverträge auf den 31. August 2028. Weiterhin ist die Gesellschaft verschiedene Miet- und Leasingverträge für Büroräume, Büroeinrichtungen, Kraftfahrzeuge und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung zum Zwecke der Liquiditätsschonung eingegangen. Die Verträge haben Laufzeiten von ein bis zu fünf Jahren. Daraus resultieren nachfolgende Verpflichtungen:
(2) HaftungsverhältnisseMit dem "Globalzessionsvertrag" zwischen der Viterra Rostock GmbH und der Viterra B.V. (vormals als GLENCORE AGRICULTURE B.V. firmierend) vom 1. Februar 2014 (im Folgenden "Vertrag") hat unsere Gesellschaft als Sicherungsgeber der Viterra B.V., Blaak 31, 3011 GA Rotterdam, Niederlande, die gesamten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber fremden Dritten insoweit als Sicherungsgut übereignet, wie dies der Sicherung aller bestehenden, künftigen und/oder bedingten Ansprüche, die der Viterra B.V. gegen den Sicherungsgeber aus der darlehensgebenden Geschäftsverbindung zustehen, dient. Die zum 31. Dezember 2023 bestehenden abgetretenen Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen betragen TEUR 101 (Vorjahr: TEUR 104). Zudem und insbesondere dient der Vertrag der Sicherung der Ansprüche, die der Viterra B.V. gegen unsere Muttergesellschaft Viterra Industries The Netherlands B.V., Rotterdam/Niederlande, aus dem im Vertrag aufgeführten Darlehensvertrag zustehen. Aufgrund der stabilen Finanzlage im Viterra-Konzern ist mit einer Inanspruchnahme der Gesellschaft derzeit nicht zu rechnen. (3) ArbeitnehmerDie Gesellschaft verpflichtete am 31.12.2023 (ohne Auszubildende und ohne Geschäftsführer) 32 Arbeitnehmer (Vj.: 28). Diese teilen sich wie folgt auf:
Im Geschäftsjahr 2023 waren im Durchschnitt 32 Arbeitsnehmer (Vj.: 28) im Unternehmen beschäftigt. (4) GeschäftsführungAls Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2023 bestellt:
Den Mitgliedern der Geschäftsführung wurden weder Vorschüsse noch Darlehen gewährt. Das Unternehmen ist keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieser Mitglieder eingegangen. Die Geschäftsführer erhielten für ihre Tätigkeit keine Bezüge von der Gesellschaft. (5) Honorar des AbschlussprüfersDie Gesellschaft wird zum 31. Dezember 2023 in den Konzernabschluss der Viterra Industries The Netherlands B.V., Rotterdam/Niederlande einbezogen. Im Konzernanhang der Viterra Industries The Netherlands B.V., Rotterdam/Niederlande erfolgt die Angabe zum Honorar des Abschlussprüfers. Daher nimmt die Viterra Rostock GmbH die Befreiungsmöglichkeit des § 285 Nr. 17 HGB in Anspruch. (6) KonzernverhältnisseDie Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Viterra Industries The Netherlands B.V., Rotterdam/ Niederlande (Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen) und der GLENCORE PLC (Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen) einbezogen. Die Konzernabschlüsse sind am Sitz der Gesellschaften erhältlich und werden elektronisch auf der entsprechenden Unternehmensinternetseite veröffentlicht. (7) NachtragsberichtNoch im Laufe des Geschäftsjahres 2023 hat die Bunge Global S.A. ("Bunge"), Schweiz, bekannt gegeben, dass mit den bisherigen Gesellschaftern der Viterra Limited ("Viterra"), Jersey, eine Vereinbarung getroffen wurde, welche die Fusion beider Unternehmen vorsieht. Im August 2024 erfolgt die wettbewerbsrechtliche Genehmigung der Transaktion durch die europäische Kommission unter Auflagen. Der vollständige Vollzug der Transaktion ist abhängig von der Erfüllung der Auflagen sowie die wettbewerbsrechtliche Genehmigung weiterer Behörden im außereuropäischen Ausland. Zum momentanen Zeitpunkt sind jedoch keine wesentlichen Auswirkungen der Transaktion auf die Viterra Rostock GmbH absehbar. Im Übrigen liegen Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, nicht vor. (8) ErgebnisverwendungDurch den Ergebnisabführungsvertrag ist das Jahresergebnis vollständig an die Viterra Magdeburg GmbH abzuführen.
Rostock, den 18. Oktober 2024 Viterra Rostock GmbH Geschäftsführung Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Viterra Rostock GmbH, Rostock PrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Viterra Rostock GmbH, Rostock, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Viterra Rostock GmbH, Rostock, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Leipzig, den 18. Oktober 2024 Deloitte
GmbH
Thomas Sauer, Wirtschaftsprüfer Max Dietrich, Wirtschaftsprüfer Feststellung des JahresabschlussesDer Jahresabschluss für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 wurde am 29. November 2024 festgestellt. |
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