Stammdaten

Register
Amtsgericht Darmstadt HRB 33524
Vorher
sauer injection GmbH
Eingetragen
24.7.2006
Branche
Bearbeitung und Veredlung von KunststoffwarenHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus Kunststoffen
Gegenstand
ist die Entwicklung und Fertigung von technischen Bauteilen aus Kunststoff und Metall samt allen damit in Zusammenhang stehenden Tätigkeiten und Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Helmut Surges
seit 28.11.2023
Geschäftsführer
Martin Sauer
seit 29.1.2013
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Identifizierte Personen (6)

NameAnteil
34.69%
H*** J****** M****
12.00%
M***** S****
4.85%

Ungelöste Beteiligungen (3)

Gesellschafter

9 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 9 angezeigt

Dieburg
32.354 €
34.69%
H*** J****** M****
11.188 €
12.00%
M***** S****
4.527 €
4.85%
Gründergeist GbR - Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Germany
2.286 €
2.45%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sauer Product GmbH

Dieburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht

Grundlagen der Gesellschaft

Geschäftstätigkeit

Die sauer product GmbH in Dieburg ist ein ganzheitlicher Systemlieferant für Kunststoffbaugruppen mit Fokus auf 2K-Bauteile und Funktionsintegrations-Komponenten. Die Gesellschaft deckt die gesamte Wertschöpfungskette mit Schwerpunkt Nischenvarianten ab. Zum Kundenstamm der Gesellschaft gehören u.a. die Porsche AG, Mercedes-AMG GmbH, Mercedes-Benz AG, Rolls Royce Motor Cars Limited und BMW AG, aber z.B. auch die Pharma-/Medizin-Industrie. In diesem Bereich produziert und vertreibt die Gesellschaft auch eigenentwickelte Produkte, sowohl B2B als auch B2C.

Die Tiefe der Wertschöpfung und die damit verbundene Verzahnung zu den Kunden ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Gesellschaft. Die Gesellschaft verfügt im Jahre 2022 über fünf Geschäftsbereiche, die als eigenständige Profit-Center geführt werden:

1. Projektmanagement

• Zusammenarbeit mit den Kunden bei der Entwicklung von der Idee bis zur Serienreife:

o Entwicklung von Bauteilen und Betriebsmitteln

o Betriebsmittelmanagement mit Inbetriebnahme und Validierung.

2. Produktion

• Erstellung von thermoplastischen Vor- und/oder Endprodukten über alle Fertigungsstufen

• Fertigung mit Spritzguss-Maschinen mit einer Zuhaltekraft von 100t bis 2.700t.

3. Rapid Prototyping

• Anwendung modernster Produktionsverfahren auf Basis digitalen Dateninputs.

4. Business Development

• Entwicklungspartner der Kunden für komplette Baugruppen.

5. Sauer med

• Eigenprodukte im Bereich persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Medical Devices.

Vertrieb

Die Gesellschaft verfügt zum einen über eine langjährige Marktpräsenz, im Automobilsektor erfahrenes Management und zum anderen über weitreichende Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit OEM- und TIER-1Kunden.

Forschung und Entwicklung (FuE)

FuE bedeuten hier eine mit dem Kunden gemeinsam initiierte Weiterentwicklung von bestehenden oder neuen Produkten bzw. Anwendungen. Als kunststoffverarbeitendes Unternehmen ist die Gesellschaft nicht im Bereich der Grundlagenforschung tätig.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Wirtschaftsjahr 2022 war gekennzeichnete durch die sich abschwächende Corona Krise, Inflation und den Ukraine-Krieg. Folgen waren Versorgungsengpässe, Inflation und regionale Lockdowns, welche die Wirtschaft auf die Probe gestellt haben. Neue Risiken für die Weltwirtschaft waren u.a. der Krieg in der Ukraine und die strengen Geldpolitiken der Zentralbanken. Die Wirtschaft in Deutschland verzeichnete im Jahr 2022 laut IWF einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem Vorjahr um lediglich 1,9%.1

Branchenentwicklung

Für Deutschland wurde auf der Jahrespressekonferenz des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. ein Anstieg des Branchenumsatzes im Jahr 2022 um 12,6% auf über 78,9 Mrd. EUR verkündet.

Neben der allgemeinen Entwicklung der kunststoffverarbeitenden Industrie ist für die Gesellschaft die Entwicklung der Automobilindustrie von besonderer Bedeutung.

Die Automobilindustrie hat im Jahr 2022 eine Reihe von Herausforderungen und Veränderungen erlebt. Die Branche war mitten in einer beispiellosen Transformation, die durch die Pandemie und den Krieg noch verstärkt wurde. Trotz des Drucks hat die deutsche Automobilindustrie, die Heimat hochinnovativer Unternehmen ist, erhebliche Investitionen und Innovationen getätigt, um eine klimaneutrale Mobilität bis 2050 zu erreichen.2

Insbesondere der auch durch die E-Mobilität getriebene rasante Anstieg der Modellvielfalt führt bei den OEMs zu stark wachsendem Bedarf an Bauteil-Neuentwicklungen für Kleinserien. Diese Entwicklung ist im für die Gesellschaft wichtigen Markt der Premiumanbieter nochmals verstärkt zu beobachten.

Wesentliche Ereignisse

Für 2022 plante die Geschäftsführung Umsatzerlöse von 34,7 Mio. EUR und eine Gesamtleistung von 37,2 Mio. EUR bei einem Jahresüberschuss i. H. v. 0,2 Mio. EUR. Erreicht wurden Umsatzerlöse in Höhe von 35,4 Mio. EUR und es wurde ein Jahresfehlbetrag von 3,0 Mio. EUR erzielt. Im Wesentlichen resultiert der Fehlbetrag durch Preissteigerungen der Faktorkosten, Verschiebung von Projektabrechnungen und Sonderabschreibungen.

Umweltschutz und Sicherheit

Die Gesellschaft beschäftige im Jahre 2022 durchschnittlich 190 Mitarbeiter (Vorjahr: 171).

Die Gesellschaft stellt den Mitarbeitern Arbeitsplätze zur Verfügung, die ein sicheres und unfallfreies Arbeiten ermöglichen, um Beeinträchtigungen der Umwelt gering zu halten. Die Gesellschaft arbeitet im Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement entsprechend den international anerkannten Standards. Die Arbeitsabläufe werden ständig auf mögliche Gefahren für die Mitarbeiter überwacht.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2022 hat die Gesellschaft einen Umsatz von 35,4 Mio. EUR (Vorjahr: 27,4 Mio. EUR) erzielt. Im Bereich Produktion konnte ein deutlicher Umsatzzuwachs auf 21,7 Mio. EUR (Vorjahr: 18,7 Mio. EUR) erwirtschaftet werden, was einerseits in einem höheren Produktionsvolumen, als auch in einem höherwertigeren Produktmix begründet liegt. Im Geschäftsbereich Projektmanagement wurde ein Umsatz i. H. v. 11,9 Mio. EUR erzielt, der um 5,0 Mio. EUR über dem des Vorjahres lag. Der Bereich Rapid Prototyping konnte einen Umsatz auf Vorjahresniveau erzielen (1,0 Mio. EUR). Hingegen konnte im Bereich sauer med nach der Corona-Sonderkonjunktur im Jahr 2020 in diesem Jahr nur noch ein Umsatz von 0,6 Mio. EUR erreicht werden (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR).

Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2022 wurde mit einem Verlust i. H. v. -3,0 Mio. EUR abgeschlossen (Vorjahr: Gewinn 0,5 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Geschäftsjahr 2022 betrug 0,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2,3 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei -3,0 Mio. EUR (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR). Im Wesentlichen resultiert der Fehlbetrag durch Preissteigerungen der Faktorkosten, Verschiebung von Projektabrechnungen und Sonderabschreibungen.

Das Rohergebnis stieg aufgrund der deutlich höheren Umsatzerlöse von 14,6 Mio. EUR auf 15,1 Mio. EUR. Die Rohergebnismarge betrug somit im abgelaufenen Geschäftsjahr 42,7 % und hat sich somit gegenüber dem Vorjahr (53,4 %) deutlich verschlechtert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind aufgrund von Sondereffekten im Vorjahr um 0,5 Mio. EUR gesunken.

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahr 2022 durchschnittlich 190 Mitarbeiter (Vorjahr:171). Durch den Personalaufbau sowie die regelmäßigen Gehaltserhöhungen sind die Personalaufwendungen um 17% bzw. 1,3 Mio. EUR angestiegen.

Die Abschreibungen sind um 1,0 Mio. EUR angestiegen. Diese enthalten außerordentliche Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 0,3 Mio. EUR sowie das übliche Maß überschreitende Abschreibungen des Vorratsvermögens von 0,5 Mio. EUR. Aufgrund der hohen Investitionen sind auch die regelmäßigen Abschreibungen um ́0,2 Mio. EUR angestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 1,3 Mio. EUR angestiegen. Dies resultiert insbesondere aus um 0,4 Mio. EUR angestiegene Aufwendungen aus der Qualitätssicherung, um 0,4 Mio. EUR angestiegene Kosten für Leih- und Fremdarbeiter und um 0,2 Mio. EUR angestiegene Verpackungs- und Vertriebskosten. Weiter enthalten diese Aufwendungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 0,2 Mio. EUR.

Die Zinsaufwendungen sind insbesondere aufgrund des Auslaufens der sanierungsbedingten Zinsminderung zum 31. Dezember 2021 um 0,3 Mio. EUR angestiegen.

Vermögenslage

Zum 31. Dezember 2022 hat sich die Bilanzsumme der Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Mio. EUR erhöht und beläuft sich nun auf 18,9 Mio. EUR (Vorjahr: 17,5 Mio. EUR).

Grund für den Anstieg ist im Wesentlichen das durch Investitionen um 1,5 Mio. EUR angestiegene Sachanlagevermögen, sowie der neue nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 1,8 Mio. EUR. Gegenläufig ist insbesondere der Bestand an liquiden Mitteln um 0,7 Mio. EUR zurückgegangen.

Kapitalstruktur

Für das Geschäftsjahr 2022 beträgt der nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1,8 Mio. EUR. Das Eigenkapital wird somit um 1,1 Mio. EUR auf 0 EUR reduziert. Dies ist eine Folge des negativen Unternehmensergebnis. Die Gesellschaft verfügt weiterhin wie im Vorjahr über nachrangige Einlagen stiller Gesellschafter i. H. v. 1,9 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich von 4,3 Mio. EUR auf 3,9 Mio. EUR. Genläufig haben die Gesellschafter neue Darlehen an die Gesellschaft gegeben, um die Liquiditätslage zu verbessern.

Der Anstieg der Rückstellungen ist insbesondere auf höhere Personalrückstellungen im Zuge der gestiegenen Anzahl an Mitarbeitern, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen sowie Gewährleistungsaufwendungen zurückzuführen. Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten ist insbesondere auf die als Mietkauf erworbenen Maschinen zurückzuführen.

Liquiditätsanalyse

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich auf -0,6 Mio. EUR (Vorjahr: -0,2 Mio. EUR). Ausgehend von einem bereinigten Jahresergebnis3 in Höhe von 0,0 Mio. EUR (Vorjahr: 1,7 Mio. EUR) berechnet.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von -2,9 Mio. EUR (Vorjahr: -1,0 Mio. EUR) spiegelt weitere Investitionen in die Produktionsanlagen und Produktionsstruktur wider.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt durch den Zufluss von weiteren Gesellschafterdarlehen sowie sonstigen Darlehen (wie z. B. Mietkaufdarlehen) 1,9 Mio. EUR (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR).

Der aus in Anspruch genommenen Kreditlinien und liquiden Mitteln bestehende Finanzmittelfonds ist von EUR -3,3 Mio. im Vorjahr auf EUR -3,7 Mio. gesunken.

Zur nachhaltigen Finanzierung des operativen Geschäfts, vorzufinanzierender Kundenaufträge sowie der Vorbereitung des weiteren Wachstums der Gesellschaft war die Gesellschaft auch im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die Bereitstellung von Fremdkapital in Form von Kreditlinien und langfristigen Darlehen angewiesen. Die durch externe Bankenfinanzierung bereitgestellten Betriebsmittel- und Projektkreditlinien beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf 5,7 Mio. EUR. Insgesamt ist die Finanz,- Vermögens- und Ertragslage sowie der Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres 2022 der sauer product GmbH durch die Geschäftsleitung als angespannt eingestuft worden.

Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagement

Die Gesellschaft nutzt Instrumentarien zur Früherkennung, Steuerung und Überwachung von Risiken. Zusammen mit Organisations- und Führungsstrukturen sowie effizienten Informations- und Kontrollsystemen existiert ein strukturiertes Vorgehen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und diese zu mindern bzw. zu verhindern.

Entwicklungsbeeinträchtigende Risiken/bestandsgefährdende Tatsachen (Liquiditätsrisiken)

Ende 2021 konnte die mit den Finanzierern Anfang 2019 vereinbarte Sanierungsphase abgeschlossen. Mit Reduktion der finanzierenden Banken wurde auch die zur Verfügung gestellten Finanzierungslinien erweitert. Auf Basis der vorgestellten Planung hatten die sonstigen Finanzierer einer weiteren Verlängerung Ihrer Darlehen bis mindestens zum 31. März 2023 zugestimmt. Um die bilanzielle Überschuldung zu bereinigen hat die Gesellschaft im März 2023 einen Debt-Equity Swap durchgeführt. Kreditforderungen der Darlehensgeber gegenüber der sauer product GmbH wurden hierbei in Eigenkapital bzw. Anteilsrechte umgewandelt. Die ursprünglichen Darlehensgeber wurden somit mit ihrer Zustimmung zu Gesellschaftern der Gesellschaft. Die Darlehensforderungen der beteiligten Darlehensgeber sind in diesem Prozess erloschen. Weiterhin wurde mit Datum vom 1. April 2023, ein Sale and Lease Back mit einem Leasing-Unternehmen über vier Spritzgießmaschinen abgeschlossen, um die verfügbaren liquiden Mittel zu erhöhen.

Auf Basis des im November 2024 durch das Beratungsunternehmen Bachert & Partner fertiggestellten Gutachten (IBR) zur finanziellen Lage der Gesellschaft sowie durch Gesellschafter und weitere Darlehensgeber geleistet Maßnahmen haben die Geschäftsbanken sogenannte Waiver zur Heilung nicht eingehaltener finanzielle Kennzahlen (Covenants) erteilt. Die Waiver haben eine Gültigkeit bis zum 31.05.2025. Im Anschluss gelten die mit den Banken neu verhandelten Covenants. Im Rahmen des IBR und der Unternehmensplanung wurden die neuen Covenants in der Planung 2025 berücksichtig.

Weiterhin hat das insolvenzrechtliche Gutachten der Kanzlei GT Restrucutring PartmbB, Berlin, vom 25.10.2024 mit Aktualisierung vom 19.02.2025 keine Zahlungsunfähigkeit im Sinne des § 17 InsO und keine Überschulung nach § 19 InsO zum Zeitpunkt der Erteilung ergeben.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse, sowie der aktuellen Geschäftssituation und Planung des Unternehmens kommt die Geschäftsführung trotz bestehender Risiken zu der Annahme das eine Fortführung des Unternehmens (going concern) gegeben ist. Die Planungstreue ist im Geschäftsjahr 2025 ist von hoher Bedeutung, um die mit den Geschäftsbanken neu vereinbarten Covenants zu halten und gleichsam keine Liquiditätsrisiken einzugehen. Ein erneuter Verstoß gegen die vereinbarten Covenants könnte den Bestand der Gesellschaft gefährden.

Bestandsgefährdende Risiken im Rahmen von kurzfristigen Liquiditätsengpässen begegnet die Gesellschaft weiterhin durch ein engmaschiges Controlling des Cashflows, damit potenzielle Liquiditätslücken rechtzeitig identifiziert und stabilisierende Maßnahmen ergriffen werden können. So konnten zum Beispiel die durch Werksschließungen eines Automobilkunden entstandenen Umsatzrückgänge durch Kompensationszahlungen des Kunden ausgeglichen werden. Des Weiteren konnte die Liquidität, durch vorgezogenen Projektabrechnungen bei mehreren Kunden, stabilisiert werden. Mit Lieferanten vereinbarte Stundungen haben zusätzlich die Liquidität gestützt.

Ein im Jahr 2023 gestartetes Restrukturierungsprojekt „AGILITY24“ das unter Führung des neuen Geschäftsführers aufgesetzt wurde hat zudem positive Effekte erzielt. AGILITY24 beinhaltet Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit in den Geschäftsbereichen und entlang der gesamten Prozesskette. Dazu gehören bereits durchgeführte Preiserhöhungen bei Kunden, die rückwirkend zum 01.01.2023 bis zum Ende des Lebenszyklus der jeweiligen Produkte durchgesetzt wurden.

Sonstige Risiken

Änderungen in den Finanzierungsbedingungen der Kreditgeber und Preissteigerungen (Inflation) von Seiten der Lieferanten zeigen dagegen nicht unerhebliche Risikopotentiale. Die operativen Aktivitäten unterliegen rechtlichen Rahmenbedingungen und dem generellen Risiko von Rechtsstreitigkeiten. Der Versicherungsumfang wird in regelmäßigen Abständen geprüft und bei Bedarf an die neuen Erfordernisse angepasst. Hierunter zu subsumieren sind auch Gewährleistungsrisiken aus den gefertigten Serienprodukten. Diese Risiken werden durch ein entsprechendes Qualitätsmanagement überwacht und minimiert.

Chancen aus der Geschäftstätigkeit

Kunststoffe und deren Einsatzmöglichkeiten sind noch nicht ausgeschöpft, sondern werden sich in den nächsten Jahren noch entwickeln. Somit ergeben sich auch für sauer product GmbH diverse Wachstumschancen. Der Einsatz von leichten Kunststoffen leistet für die Automobilindustrie einen wichtigen Beitrag, um Fahrzeuge effizienter zu gestalten und zu betreiben. Da robuste und temperaturstabile technische Kunststoffe zunehmend Metalle und Aluminium im Fahrzeug ersetzen, bestehen in diesem Bereich große Potenziale. Neben dem Schließen der Lücken in den Modellpaletten der OEMs durch Nischenfahrzeuge mit kleinen Stückzahlen und der weiter voranschreitenden Entwicklung der Elektrifizierung im Automobilsektor bieten sich für die Gesellschaft große Chancen weitere Kundenaufträge zu gewinnen.

Der neue Geschäftsbereich sauer concept basiert auf dem bisherigen Bereich Rapid-Prototyping (RP). Dieser Bereich wurde im 3. Quartal 2022 eingehend analysiert und seit dem 4. Quartal 2022 restrukturiert. Der Bereich RP bleibt ein integraler Bestandteil, jedoch erweitert um Kompetenzen & Dienstleistungen zu Beratung, Engineering, schnellem Werkzeugbau (Rapid Tooling) und Vorrichtungsbau mit dem Schwerpunkt Automation. Mit diesem erweiterten Portfolio und dazugehörigen verstärkten Ressourcen im Vertrieb, Engineering und Werkstatt soll die Gesamtleistung im Jahr 2024 steigen, was bereits in Ansätzen erreicht wurde. Zielkunden liegen u.a. in den Bereichen Medizintechnik & Konsumgüterindustrie. Mittelfristig wird sauer concept als Innovationstreiber Eigenprodukte entwickeln, vermarkten und neue, innovative Geschäftsfelder bearbeiten, um ein außerordentliches Wachstum neben dem Automotive Geschäft zu etablieren.

Bewertung der Gesamtrisikolage und Chancen

Nachdem sich die Gesellschaft in den letzten Jahren aus Sicht der Geschäftsführung immer weiter als strategischer Partner der OEM etablieren konnte, basiert das heutige Geschäft auf langjährigen, vertrauensvollen und stetig wachsenden Geschäftsbeziehungen. Die Entwicklung des Auftragseingangs hängt von der weiterhin stabilen Entwicklung des Premium Segments der Automobilindustrie und den jeweiligen Vergaben der OEM ab.

Prognosebericht

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt sank gemäß Statistischen Bundesamt in 2023 Jahr um 0,6 %. Im Jahr 2024 um weitere 0.2%. In der aktuellen Frühjahrsprognose aus Mai 2025 wird von einem Nullwachstum für das Jahr 2025 ausgegangen.

Die Gesellschaft hat das Geschäftsjahr 2023 mit einem vorläufigen Jahresfehlbetrag von 278.000 EUR abgeschlossen. Im Jahr 2024 wurde ein vorläufiger Jahresüberschuss von 12.700 € erwirtschaftet.

Für das Jahr 2025 plant die Gesellschaft eine Gesamtleistung von 42,3 Mio EUR und geht davon aus, dass ein geplanter Jahresüberschuss in Höhe von 888.000 Euro erreicht wird. Per 31.05.2025 ist der Geschäftsverlauf positiv zu beurteilen. Auf dieser Basis sowie der weiteren Planzahlen für das Geschäftsjahr 2025 geht die Geschäftsführung von einer Einhaltung der mit den Banken neu vereinbarten Covenants aus.

 

Dieburg, den 20.06.2025

Martin Sauer

Helmut Surges

1 Inflation erreicht Höchststand bei niedrigem Wachstum (imf.org)

2 Jahresbericht 2022, Verband der Automobilindustrie

3 Das bereinigte Jahresergebnis ist ein um cash neutrale Effekte (z.B. Abschreibungen und Rückstellungen) korrigiertes handelsrechtliches Jahresergebnis.

Bilanz

Aktiva

scroll
31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 7.943.917,93 6.669.671,42
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 124.518,70 251.661,85
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 155.037,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 124.518,70 96.624,85
II. Sachanlagen 7.548.746,49 6.302.393,83
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 332.319,82 262.730,30
2. technische Anlagen und Maschinen 5.613.913,61 4.231.478,63
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.602.513,06 1.780.484,63
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 27.700,27
III. Finanzanlagen 270.652,74 115.615,74
1. Beteiligungen 167.787,00 12.750,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 16.352,74 16.352,74
3. sonstige Ausleihungen 86.513,00 86.513,00
B. Umlaufvermögen 9.137.615,96 10.760.228,83
I. Vorräte 6.447.627,79 6.894.043,63
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.084.004,52 1.569.809,85
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 4.431.645,21 6.089.158,23
3. fertige Erzeugnisse und Waren 1.460.651,38 1.316.650,55
4. geleistete Anzahlungen 192.326,68 0,00
5. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.721.000,00 2.081.575,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.525.360,21 3.029.545,28
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.036.369,51 2.094.093,08
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 96.882,25
3. sonstige Vermögensgegenstände 488.990,70 838.569,95
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 164.627,96 836.639,92
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.217,73 33.327,51
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.840.335,67
Aktiva 18.927.087,29 17.463.227,76

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 0,00 1.121.045,83
I. Gezeichnetes Kapital 92.719,00 92.719,00
II. Kapitalrücklage 5.159.908,47 5.159.908,47
III. Verlustvortrag 4.131.581,60 4.668.124,87
IV. Jahresfehlbetrag 2.961.381,54 -536.543,23
V. nicht gedeckter Fehlbetrag 1.840.335,67
B. Rückstellungen 1.113.784,31 374.006,91
1. sonstige Rückstellungen 1.113.784,31 374.006,91
C. Verbindlichkeiten 17.813.302,98 15.968.175,02
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.917.213,60 4.285.216,65
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.491.869,51 5.015.842,22
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 2.627.682,14 1.598.671,62
4. sonstige Verbindlichkeiten 6.776.537,73 5.068.444,53
davon aus Steuern 296.814,97 883.252,73
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 6.335,00
Passiva 18.927.087,29 17.463.227,76

Gewinn- und Verlustrechnung

scroll
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Umsatzerlöse 35.401.937,31 27.444.224,91
2. Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 971.521,19 -4.162.704,29
3. andere aktivierte Eigenleistungen 155.037,00
4. sonstige betriebliche Erträge 194.105,95 679.158,46
5. Materialaufwand 19.506.061,77 17.795.002,53
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 16.907.518,08 15.193.072,12
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.598.543,69 2.601.930,41
6. Personalaufwand 9.077.723,10 7.783.198,20
a) Löhne und Gehälter 7.426.181,10 6.363.253,00
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.651.542,00 1.419.945,20
davon für Altersversorgung 23.152,43 19.358,89
7. Abschreibungen 2.166.406,10 1.136.201,66
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.624.415,10 1.136.201,66
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 541.991,00
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 5.897.279,52 4.584.501,31
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 932.378,61 599.245,09
10. Ergebnis nach Steuern -2.955.327,03 542.975,87
11. sonstige Steuern 6.054,51 6.432,64
12. Jahresfehlbetrag 2.961.381,54 -536.543,23

Anhang

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Sitz der Gesellschaft lautet wie folgt:

sauer product GmbH

Frankfurter Str. 73

64807 Dieburg

Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Darmstadt, HRB Nummer 33524, eingetragen.

Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 (2) HGB aufgestellt.

Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen (bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer zwischen 3 und 21 Jahren) angesetzt. Bei den Anschaffungskosten werden Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungskostenminderungen berücksichtigt.

Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sind die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung weggefallen, erfolgt eine Wertaufholung.

Bewegliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, bis zu einem Anschaffungswert von € 800,00, werden aus Vereinfachungsgründen in Anwendung der steuerlichen Vorschriften im Jahr des Zuganges voll abgeschrieben.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert bewertet. Für Finanzanlagen, deren Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgte grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Der Ansatz der geleisteten Anzahlungen erfolgte mit dem Nennbetrag (ohne Umsatzsteuer), die erhaltenen Anzahlungen auf Vorräte wurden mit dem Rückzahlungsbetrag (ohne Umsatzsteuer) offen von dem Posten „Vorräte“ abgesetzt, soweit den Anzahlungen Vorräte zugeordnet werden konnten. Das Wahlrecht die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen gemäß § 265 Abs. 5 HGB offen von den Vorräten abzusetzen wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr genauso wie im Vorjahr ausgeübt.

Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse erfolgte zu den je nach Fertigungsgrad angefallenen Herstellungskosten. Die angesetzten Herstellungskosten enthalten Fertigungs- und Materialeinzelkosten, die Sonderkosten der Fertigung, ferner angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie die Kosten des Wertverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Die Gesellschaft hat in Ausübung des Wahlrechtes gemäß § 255 Abs. 2 S. 3 HGB bei der Berechnung der Herstellungskosten auch angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Zinsen für Fremdkapitalkosten einbezogen, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wurde durch angemessene prozentuale Abschläge Rechnung getragen.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert bilanziert.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nominalwert angesetzt und in voller Höhe eingezahlt.

Die Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen.

Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Die Einlagen der stillen Gesellschafter belaufen sich auf insgesamt € 1.850.000,00 und wurden in Anlehnung an die Stellungnahme des HFA 1/1994 (Zur Behandlung von Genussrechten im Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften) des Institutes der Wirtschaftsprüfer als Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Gesellschaft ist Trägerunternehmen einer Unterstützungskasse. Der Barwert der mittelbaren Versorgungsanwartschaften beträgt am Bilanzstichtag € 497.778,89; das Kassenvermögen lautet auf € 272.820,98. Somit ergibt sich am Bilanzstichtag eine Unterdeckung in Höhe von € 224.957,91. Dabei wurden 1,78 % als Rechnungszinssatz entsprechend einem 10-Jahresdurchschnitt gemäß RückabzinsV, Stand 12/2022 zugrunde gelegt. Unter Berücksichtigung eines 7-Jahresdurchschnitts ergibt sich ein Unterschiedsbetrag in Höhe von € 14.269,56 analog § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB.

III. Angaben zur Bilanz

Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen. Auf die Darstellung im Anlagenspiegel, der dem Anhang als Anlage beigefügt ist, wird verwiesen.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von € 16.352,74 sowie Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von € 44.133,29 wurden zur Sicherung von Ansprüchen aus einer mittelbaren Versorgungszusage an den Versorgungsberechtigten verpfändet. Die Sonstigen Ausleihungen in Höhe von € 86.513,00 wurden ebenfalls zur Sicherung abgetreten. Im Rahmen der Projektfinanzierung sind weiter übliche Forderungsabtretungen vorgenommen worden.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden im Wesentlichen Debitorische Kreditoren, Kautionen, Forderungen gegen Personal und Vorsteuern ausgewiesen. Es besteht eine Forderung in Höhe von € 96.861,05 (Mietkaution) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (Vorjahr: € 82.885,65). Die übrigen sonstigen Vermögensgegenstände, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurde u.a. für gezahltes Leistungsentgelt in Verbindung mit der Einrichtung einer Finanzierungslinie, Software- und Wartungsverträge und Kfz-Steuern für Folgejahre gebildet.

Die Darstellung des Eigenkapitals erfolgte gemäß § 272 HGB. Die Bilanz wurde ohne Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Urlaub- und Überstunden, Gewährleistungsfälle, ausstehende Rechnungen, Bonus/Incentives, Ausgleichsabgaben des Schwerbehindertengesetzes sowie Kosten der Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses.

Nach den Posten der Bilanz gliedern sich die Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung der jeweiligen Restlaufzeiten und der Art ihrer Besicherung wie folgt:

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Bilanzposition Stand 31.12.2022
TEUR
Restlaufzeit <= 1 Jahr
TEUR
Restlaufzeit > 1 Jahre
TEUR
davon mit Restlaufzeit mehr als 5 Jahren
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten * 3.917,21 3.917,21 0,00 0,00
Einlage stiller Gesellschafter 1.850,00 850,00 1.000,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen 4.491,87 4.491,87 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 2.627,68 2.627,68 0,00 0,00
sonstige Verbindlichkeiten ** 4.926,54 3.263,38 0,00 1.663,16

* Grundschuld, Bürgschaft /** Risikolebensversicherung, Eigentumsvorbehalte

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr beinhalten im Wesentlichen in Anspruch genommene Kontokorrentlinien.

Am Ende des Geschäftsjahres bestanden mehrere Beteiligungsverträge mit stillen Gesellschaftern. Die Einlagen der typisch still beteiligten Gesellschafter, betragen insgesamt € 1.850.000,00 (Vj.: € 1.850.000,00).

Ein Teil der Einlagen der stillen Gesellschafter in Höhe von € 1,0 Mio. ist mit einer festen Laufzeit bis längstens zum 30. Juni 2025 vereinbart. Die übrigen Einlagen in Höhe von insgesamt € 850.000,00 konnten bis zum 31. März 2023 gekündigt werden. Die stillen Gesellschafter erhalten eine gewinnunabhängige Verzinsung ihrer Einlage sowie eine Gewinnbeteiligung; eine Teilnahme am Verlust erfolgt nicht. Im August 2022 wurde ein Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt in Höhe von € 506.000 gewährt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern belaufen sich auf € 2.627.682,14 (Vj.: € 1.598.671,62).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen die üblichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen. Im Einzelfall beinhalten diese Verpflichtungen Miet- und Pachtverträge, Leasingverträge für die geschäftlich genutzten Firmenfahrzeuge und Software-Mietverträge. Insgesamt betragen diese € 2.434.817,43, wovon € 809.368,22 innerhalb von 12 Monaten und der Rest innerhalb der darauffolgenden 3 Jahre fällig ist.

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Periodenfremde Aufwendungen und Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von € 59.187,12. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von € 70.777,71.

Außergewöhnliche Aufwendungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen enthält außerplanmäßige Abschreibungen nach § 253 Abs. 2 S. 5 HGB in Höhe von € 294.620,00. Hierbei handelt es sich um die Abschreibung von sauer med Werkzeugen, deren Werte voraussichtlich dauerhaft gemindert ist.

Innerhalb der Position „Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten“ sind die Abschreibung von Vorräten der sauer med in Höhe von € 541.991,00 enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten € 178.298,00 für die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

V. Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer

Die Gesamtzahl der beschäftigten Arbeitnehmer gemäß § 285 Nr. 7 HGB beträgt:

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2022 2021
Produktionsmitarbeiter 116 81
Angestellte 74 90
Gesamt 190 171

Die Angaben wurden kaufmännisch gerundet.

Organe der Gesellschaft:

Als Geschäftsführer sind bestellt:

Martin Sauer, Dieburg

Helmut Surges, Düren (seit 2. Oktober 2023)

Johann Georg Traugott von Hülsen, Icking (bis 15. Juni 2023)

Die Angaben zu den Gesamtbezügen der gesetzlichen Vertreter wurden unter Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB unterlassen.

Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung werden der Gesellschafterversammlung vorschlagen, den Jahresfehlbetrag unter Einbeziehung des Verlustvortrages auf neue Rechnung vorzutragen.

Besondere Vorgänge nach Geschäftsjahresschluss (Nachtragsbericht)

Um die bilanzielle Überschuldung zu bereinigen hat die Gesellschaft im März 2023 einen Debt-Equity Swap durchgeführt. Kreditforderungen der Darlehensgeber gegenüber der sauer product GmbH wurden hierbei in Eigenkapital bzw. Anteilsrechte umgewandelt. Die Darlehensgeber wurden somit mit ihrer Zustimmung zu Gesellschaftern der Gesellschaft. Die Darlehensgeber waren bereits zuvor Gesellschafter der Gesellschaft Die Darlehensforderungen der beteiligten Darlehensgeber sind in diesem Prozess erloschen. Weiterhin wurde mit Datum vom 1. April 2023, ein Sale and Lease Back mit einem Leasing-Unternehmen über vier Spritzgußmaschinen abgeschlossen, um die verfügbaren liquiden Mittel zu erhöhen.

Auf Basis des im November 2024 durch Bachert & Partner fertiggestellten Gutachten (IBR) zur finanziellen Lage der Gesellschaft sowie durch Gesellschafter und weitere Darlehensgeber geleistet Maßnahmen haben die Geschäftsbanken entsprechende Waiver zur Heilung nicht eingehaltener finanzielle Kennzahlen (Covenants) erteilt. Die Waiver haben eine Gültigkeit bis zum 31.05.2025. Im Anschluss gelten die mit den Banken neu verhandelten Covenants. Im Rahmen des IBR und der Unternehmensplanung wurden die neuen Covenants in der Planung 2025 berücksichtig.

Weiterhin hat das insolvenzrechtliche Gutachten der Kanzlei GT Restructuring PartmbB, Berlin, vom 25.10.2024 mit Aktualisierung vom 19.02.2025 keine Zahlungsunfähigkeit im Sinne des § 17 InsO und keine Überschulung nach § 19 InsO zum Zeitpunkt der Erteilung ergeben. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse, sowie der aktuellen Geschäftssituation und Planung des Unternehmens kommt die Geschäftsführung trotz bestehender Risiken zu der Annahme das eine Fortführung des Unternehmens (going concern) gegeben ist.

Entwicklungsbeeinträchtigende Risiken/ Bestandsgefährdende Tatsachen

Die aktuelle weltpolitische und wirtschaftliche Lage ist insgesamt angespannt. Hiervon ist die deutsche Automobilbranche besonders betroffen. Dies gilt vor allem für Volumenfahrzeuge, die sich einer starken Konkurrenz aus Fernost behaupten müssen. Auch wenn die Gesellschaft aufgrund ihrer Nischenpositionierung für Kleinserien nicht unmittelbar betroffen ist, gilt es dieses Marktrisiko zu benennen.

Ebenso können sich geopolitische Spannungen weiterhin negativ auf die Lieferketten auswirken.

Die Planungstreue ist im Geschäftsjahr 2025 ist von hoher Bedeutung, um die mit den Geschäftsbanken neu vereinbarten Covenants zu halten und gleichsam keine Liquiditätsrisiken einzugehen. Ein erneuter Verstoß gegen die vereinbarten Covenants könnte den Bestand der Gesellschaft gefährden.

 

Dieburg, den 20.06.2025

Martin Sauer

Helmut Surges

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Anschaffungskosten/Herstellungskosten
Stand 01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 155.037,00 155.037,00 0,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 523.496,68 74.500,60 0,00 0,00 597.997,28
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 678.533,68 74.500,60 155.037,00 0,00 597.997,28
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 448.254,92 121.169,20 0,00 0,00 569.424,12
2. technische Anlagen und Maschinen 7.191.585,34 2.365.181,68 0,00 27.700,27 9.584.467,29
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.499.060,08 337.810,13 0,00 0,00 3.836.870,21
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 27.700,27 0,00 0,00 -27.700,27 0,00
Summe Sachanlagen 11.166.600,61 2.824.161,01 0,00 0,00 13.990.761,62
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 12.750,00 155.037,00 0,00 0,00 167.787,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 16.352,74 0,00 0,00 0,00 16.352,74
3. Sonstige Ausleihungen 86.513,00 0,00 0,00 0,00 86.513,00
Summe Finanzanlagen 115.615,74 155.037,00 0,00 0,00 270.652,74
Summe Anlagevermögen 11.960.750,03 3.053.698,61 155.037,00 0,00 14.859.411,64
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Abschreibungen
Stand 01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 426.871,42 46.607,16 0,00 0,00 473.478,58
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 426.871,42 46.607,16 0,00 0,00 473.478,58
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 185.524,62 51.579,68 0,00 0,00 237.104,30
2. technische Anlagen und Maschinen 2.960.106,71 1.010.446,97 0,00 0,00 3.970.553,68
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.718.575,86 515.781,29 0,00 0,00 2.234.357,15
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 4.864.207,19 1.577.807,94 0,00 0,00 6.442.015,13
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 5.291.078,61 1.624.415,10 0,00 0,00 6.915.493,71
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Buchwerte
Stand 31.12.2022 Stand 31.12.2021
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 155.037,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 124.518,70 96.625,26
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 124.518,70 251.662,26
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 332.319,82 262.730,30
2. technische Anlagen und Maschinen 5.613.913,61 4.231.478,63
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.602.513,06 1.780.484,22
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 27.700,27
Summe Sachanlagen 7.548.746,49 6.302.393,42
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 167.787,00 12.750,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 16.352,74 16.352,74
3. Sonstige Ausleihungen 86.513,00 86.513,00
Summe Finanzanlagen 270.652,74 115.615,74
Summe Anlagevermögen 7.943.917,93 6.669.671,42

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 20.06.2025 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die sauer product GmbH, Dieburg

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der sauer product GmbH, Dieburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der sauer product GmbH, Dieburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum31. Dezember 2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf das Kapitel “Entwicklungsbeeinträchtigende Risiken/ Bestandsgefährdende Tatsachen” im Anhang sowie auf das Kapitel “Entwicklungsbeeinträchtigende Risiken/ Bestandsgefährdende Tatsachen” des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass sich die Gesellschaft in einer angespannten Liquiditätssituation befindet. Wie in den Kapiteln “Entwicklungsbeeinträchtigende Risiken/ Bestandsgefährdende Tatsachen” dargelegt, deuten die Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. Das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Kronberg, 20. Juni 2025

Spall & Kölsch GmbH
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Spall, Wirtschaftsprüfer

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