Volksbank Chemnitz eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Chemnitz GnR 18
Vorher
Volksbank Chemnitz eingetragene Genossenschaft
Eingetragen
23.5.1991
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute des GenossenschaftssektorsKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Zweck der Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder sowie die Förderung ihrer Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet. Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Einlagen; b) die Gewährung von Krediten aller Art; c) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften; d) die Durchführung des Zahlungsverkehrs; e) die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An-und Verkaufs von Devisen und Sorten; f) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; g) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; h) die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen, Immobilien und Reisen; i) der Erwerb, die Erschließung, Bebauung und Veräußerung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten sowie deren Vermietung zur wohnwirtschaftlichen und/oder gewerblichen Nutzung; dies umfasst auch die Dienstleistungen als Projektbetreuer bzw. Projektsteuerer. (3) Die Genossenschaft kann Zweigniederlassungen errichten und sich an Unternehmen beteiligen. (4) Die Ausdehnung des Geschäftsbetriebs auf Nichtmitglieder ist zugelassen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sascha Lindner
seit 10.2.2025
Prokura
Stefan Uhlmann
seit 10.2.2025
Prokura
Annika Hamann
seit 10.2.2025
Prokura
Tom Richter
seit 16.3.2022
Prokura
Patrick Schwarze
seit 7.2.2020
Prokura
Stefan Uhlmann
seit 13.11.2018
Prokura
Katja Cindy Fritze
seit 13.11.2018
Prokura
Kerstin Meyer
seit 9.5.2017
Prokura
Tommy Grabner
seit 10.12.2012
Prokura
Kay Burkhardt
seit 10.12.2012
Prokura
Prokura
Steffi Martin
seit 10.12.2012
Prokura
Tobias Krohn
seit 10.12.2012
Prokura
Gerd Koschmieder
seit 8.8.2012
Vorstandsmitglied
Olaf Rolf Ziebuhr
seit 6.9.2010
Prokura
André Beyer
seit 26.2.2007
Prokura
Jörg Hahn
seit 19.12.2005
Prokura
Carsten Börner
seit 19.9.2003
Prokura
Gunnar Bertram
seit 19.9.2003
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Volksbank Chemnitz eG

Chemnitz

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Volksbank Chemnitz eG, Chemnitz

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Als Genossenschaftsbank besteht unsere Kernaufgabe darin, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Mitglieder und Kunden zu fördern. Daraus resultiert auch die enge regionale Bindung an das Geschäftsgebiet.

Die Bank hat als zentrale Geschäftsfelder das Privat- und das Firmenkundengeschäft sowie, als Ergänzung zum Kundengeschäft und zur Liquiditäts, Ertrags- und Risikosteuerung, das Eigengeschäft. Das Institut nutzt darüber hinaus das Leistungsangebot innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe der Volksbanken Raiffeisenbanken.

Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit unterhalten wir Zweigniederlassungen in Zwickau und im Erzgebirge.

Zur Erfüllung von § 1 EinSiG i. V. m. § 1 Abs. 3d Satz 1 KWG gehört die Bank dem BVR Institutssicherungssystem (BVR-ISG-Sicherungssystem) an. Das BVR-ISG-Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR-ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt. Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR-ISG-Sicherungssystem tätig.

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Konjunktur in Deutschland

Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch.

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauerndem Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen.

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (6,3 %) sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (4,5 %) erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,5 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von 0,7 % wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei.

Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+3,0 % nach +4,0 %). Hier stützen die abnehmenden Lieferengpässe die Entwicklung, die eine sukzessive Abarbeitung der aufgestauten Auftragsbestände ermöglichten. Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Sie wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich, trotz eines witterungsbedingt günstigen Jahresauftakts, um 2,7 %. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen ein leicht negativer Impuls (0,1 Prozentpunkte) für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus.

Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 2,2 % beziehungsweise 3,4 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang des Exportgeschäfts war die im Jahresverlauf schwächer werdende weltwirtschaftliche Gangart. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten die deutschen Exportunternehmen, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen wie der chemischen Industrie. Dämpfend auf die Importe wirkte wiederum die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Da die Importe jedoch stärker sanken als die Exporte, wirkte der Außenhandel als Ganzes rechnerisch mit einem Wachstumsbeitrag von +0,6 Prozentpunkten dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts entgegen.

Die staatlichen Einnahmen expandierten 2023 mehr als die Ausgaben. Befördert wurde das Einnahmenwachstum nicht zuletzt durch steigende Sozialbeiträge und höhere Verkaufserlöse, unter anderem weil die Umsätze der meisten Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs mit der Einführung des 49 Euro Tickets dem Sektor Staat zugerechnet wurden. Stärkste Treiber des Ausgabenwachstums waren Anpassungen bei den Renten und Pensionen sowie höhere Zinsaufwendungen. Hinzu kamen umfangreiche Mehrausgaben zur Abmilderung der Energiekrise, wie die Zahlungen für die Gas-, Fernwärme- und Strompreisbremsen der Bundesregierung. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit gab in Relation zum nominal kräftig gestiegenen Bruttoinlandsprodukt leicht von 2,5 % im Vorjahr auf 2,1 % nach. Die staatliche Schuldenquote, die 2022 noch bei 66,1 % lag, dürfte auf rund 65 % gesunken sein. Erste amtliche Angaben zur Schuldenquote im Jahr 2023 werden voraussichtlich Ende April 2024 veröffentlicht.

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Millionen Menschen im Vorjahr auf 2,6 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (+5,3 %). Zudem hielt der Beschäftigungsaufbau an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um gut 300.000 auf einen neuen Rekordwert von rund 45,9 Millionen Menschen.

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr.

Konjunktur in Sachsen

Die sächsische Wirtschaft geht ohne Rückenwind in das Jahr 2024. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine haben sich die Rahmenbedingungen für die Unternehmen erheblich verschlechtert. Das sächsische Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2023 voraussichtlich um 0,3 % geschrumpft. Aktuell belasten weiterhin die enorm gestiegenen Kosten sowie die damit in engem Zusammenhang stehende Nachfrageflaute die Unternehmen. Die Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung sehen aber positiver aus: angesichts sinkender Inflationsraten, gestiegener Löhne und historisch hohem Beschäftigungsstand ist für die sächsische Wirtschaft ein leichtes Wachstum von 0,9 % möglich. Es besteht also Aussicht auf Besserung, wenngleich die Geschäftserwartungen der sächsischen Unternehmen dies bisher nicht widerspiegeln.

Der IHK Geschäftsklimaindex sinkt zum dritten Mal in Folge. Zum Jahresbeginn 2023 hatte sich ein neuerlicher Aufschwung abgezeichnet. Dieser konnte sich aber aufgrund von Kostenbelastungen und Nachfrageeinbruch nicht über das Frühjahr hinweg fortsetzen. Sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Geschäftserwartungen geben erneut nach. Dadurch sinkt der Index von 97 Punkten im Herbst 2023 auf aktuell 94 Punkte und steht damit 12 Punkte unter dem Wert vom Jahresbeginn 2023. An der Befragung beteiligten sich 1.690 Unternehmen aller Branchen mit mehr als 91.000 Beschäftigten.

Die Geschäftslage der Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten leicht verschlechtert. Der Lagesaldo sinkt um zwei auf 15 Punkte. Angesichts sinkender Nachfrage und anhaltend hoher Kosten hat sich die Ertragslage in den Unternehmen erneut negativ entwickelt. Mit Blick auf die Wirtschaftsbereiche kann im Jahresvergleich nur das Gast- und Tourismusgewerbe eine leichte Lageverbesserung melden, da der Anteil der schlechten Bewertungen leicht sank. Die Lageurteile der Dienstleistungsunternehmen stagnieren. In allen anderen Wirtschaftsbereichen liegen die Lageeinschätzungen unter den Ergebnissen vom Jahresbeginn 2023. Die größten Rückgänge gibt es in der Industrie, im Einzelhandel und bei den Baubetrieben.

Nur jedes fünfte Unternehmen konnte in diesem Jahr seine Ertragsentwicklung verbessern. Im Baugewerbe (12 %) und im Verkehrsgewerbe (15 %) waren diese Einschätzungen am schlechtesten. Die Ertragslage der Unternehmen verbessert sich im Vergleich zur Vorumfrage im Herbst 2023 zwar leicht um einen Punkt, im Vorjahresvergleich zeigt sich aber eine Verschlechterung um vier Punkte. Obwohl viele Unternehmen ihre Preise erhöht haben, belasten weiterhin hohe Energie-, Rohstoff- und Arbeitskosten die Erträge. Knapp die Hälfte der Unternehmen arbeitet mit Gewinn, was leicht unter dem Wert des Vorjahres liegt, welches ebenfalls von starken Kostenbelastungen geprägt war. Knapp 17 % arbeiten mit Verlusten.

Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate nehmen eine ähnliche Entwicklung wie die Lagebewertungen. Der Saldo sinkt leicht auf nunmehr 23 Punkte. Während der Anteil der positiven Stimmen zum dritten Mal in Folge sinkt, steigt spiegelbildlich der Anteil der negativen Prognosen. Damit liegt der Saldo zwar 19 Punkte über dem Tiefpunkt vom Herbst 2022, sinkt aber ebenfalls zum dritten Mal in Folge. Bei unverändert schwierigen Rahmenbedingungen lässt dieses Ergebnis kein Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr erwarten. Hohe Energiekosten werden die Unternehmen auch weiterhin stark belasten. Die Inflation hingegen sollte 2024 deutlich sinken, sodass die real verfügbaren Einkommen und damit der private Konsum der Haushalte zunehmen könnten.

Finanzmärkte

Das langsame, noch andauernde Abklingen des Inflationsschocks des Jahres 2022 dominierte das vergangene Jahre 2023 an den Finanzmärkten. Die Notenbanken setzten ihre geldpolitischen Straffungen aus dem Vorjahr fort und erhöhten ihre Leitzinsen weiter. Die größten westlichen Notenbanken, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve der USA (Fed), erreichten damit 2023 und binnen unter achtzehn Monaten Erhöhungsphase die höchsten Leitzinsniveaus seit der globalen Finanzkrise von 2008; im Falle der EZB die höchsten seit Einführung des Euro. Im Zuge dieser Zinspolitik sanken die konjunkturellen Aussichten der Weltwirtschaft aufgrund der steigenden Finanzierungskosten. Auch die Entwicklung in China trug zur einsetzenden Konjunkturbremsung bei, da das dortige Wachstum durch eine Immobilienkrise und Nachwirkungen der strengen Nullcovidpolitik geschwächt wurde. Geopolitische Unsicherheiten wie der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel intensivierte Nahostkonflikt oder die Rivalität zwischen China und den USA belasteten die Konjunkturaussichten ebenfalls.

Die Finanzmärkte entwickelten sich trotz dieser Belastungen positiv und bewerteten die rückläufigen Inflationsraten des Jahres 2023 als Zeichen für schneller als zu Jahresbeginn erwartet folgende Zinssenkungen im Jahr 2024. So fiel die Verbraucherpreisinflation in den USA zum Jahresende auf 3,4 %, nachdem sie im Januar 2023 noch bei fast doppelt so hohen 6,4 % gelegen hatte. Im Euroraum war sie im selben Zeitraum von 8,6 % auf 2,9 % gefallen. Zwar entwickelte sich die für die Geldpolitik maßgebliche Kernrate, die um die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrung bereinigt ist, weniger dynamisch. Sie fiel in den USA von 5,6 auf 3,9 % und im Euroraum von 7,1 auf ebenfalls 3,9 %. Doch die Finanzmärkte reagierten stark auf die Rückgänge, wodurch Aktien- und Anleihekurse vor allem zum Jahresende deutlich zulegten.

Die US Notenbank Fed beendete am 27. Juli 2023 ihren geldpolitischen Straffungskurs bei einem Leitzinskorridor von 5,25 bis 5,5 %. Damit erhöhte die Fed ihre Zinsen 2023 noch um 100 Basispunkte, nachdem sie 2022 mit 425 Basispunkten das Gros ihrer geldpolitischen Reaktion auf den Inflationsschock bereits vollzogen hatte. Den Abbau ihrer Bestände an Staatsanleihen und Mortgage backed securities (hypothekarisch besicherten Wertpapiere) setzte die US Notenbank in dem von ihr 2022 festgelegten Tempo fort. Von August bis Dezember 2023 hielt die Fed ihre Leitzinsen schließlich stabil und kündigte an, diesen Kurs bis ins Jahr 2024 beibehalten zu wollen. Senkungen der Leitzinsen schloss die Fed in ihrer Außenkommunikation auch für 2024 bis zu jenem, noch zu erreichenden Zeitpunkt aus, an dem die Inflation gesichert zum Zielwert von 2 % zurückkehrt. Weitere Zinserhöhungen hielt sie sich für den Fall wieder steigender Inflation hingegen explizit offen, trotz zum Jahresende rückläufiger Kerninflationsraten.

Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um insgesamt 200 Basispunkte. Am 20. September 2023 erreichten die Leitzinsen ihren vorläufigen Höhepunkt mit 4 % für die Einlagefazilität und 4,5 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität sowie 4,75 % für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Damit überschritt die EZB erstmals ihr vor der Finanzkrise erreichtes Leitzinsniveau, als die Einlagefazilität im Maximum bei 3,25 % gelegen hatte. Auf den nachfolgenden Sitzungen bis zum Jahresende bestätigte die EZB dieses Zinsniveau und kündigte ähnlich der Fed an, es so lange aufrecht halten zu wollen, bis die Inflation das mittelfristige EZB Ziel von 2 % wieder erreiche.

Parallel zu ihren Leitzinserhöhungen fuhr die EZB auch ihre Anleihekaufprogramme weiter zurück, um dadurch ihre restriktive Geldpolitik zu verstärken. Dadurch ging die zusätzliche Nachfrage der Notenbank an den Anleihemärkten deutlich zurück, die in der Niedrigzinsphase dazu gedient hatte, die langfristigen Zinsen zu senken. Indem sie diese Nachfrage entzog, wollte die EZB diese langfristigeren Zinsen wieder steigen lassen und damit die Wirkung ihrer zuerst die kurzen Fristen beeinflussenden Leitzinsen unterstützen. Ab Juli 2023 wurden fällig werdende Anleihen im Portfolio des 2014 eingeführten Programms APP nicht wieder reinvestiert, nachdem sie zuvor noch teilweise reinvestiert worden waren. Im Schnitt wurden 2023 monatlich ungefähr 27,6 Milliarden Euro APP Volumen nicht wieder reinvestiert. Auf der letzten geldpolitischen Sitzung am 14. Dezember 2023 entschied die Notenbank zudem, fällig werdende Anleihen des 2020 aufgelegten Pandemiekaufprogramms PEPP ab Juli 2024 nur noch teilweise zu reinvestieren. Damit möchte sie ihre geldpolitische Straffung verstärken. Das Portfolio soll im Schnitt monatlich um 7,5 Milliarden Euro schrumpfen. Zum Jahresende 2024 sollen, laut Erklärung des EZB Präsidiums, die Reinvestitionen dann komplett eingestellt werden. Das PEPP Portfolio belief sich zum Jahresende 2023 auf rund 1,7 Billionen Euro, das APP Portfolio auf rund 3 Billionen Euro.

Inflations- und Zinserwartungen sowie die tatsächlichen Entscheidungen der Notenbanken prägten die Anleihemärkte 2023 in Form hoher Volatilität. Das Jahr begann, nach den starken Kursverlusten durch Kriegs-, Inflations- und Zinsschocks 2022, mit einer Kurserholung von Staatsanleihen. In der Folge fielen ihre Renditen. So belief sich die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe am 2. Februar 2023 auf 2,07 %, nach noch 2,56 % an Neujahr. Aufgrund der weiterhin restriktiven Politik der Notenbanken stiegen die Renditen danach jedoch wieder an. In der Spitze erreichte die zehnjährige Bundesanleihe am 2. März 2023 eine Rendite von 2,75 %. Im Zuge der US-Regionalbankenkrise und der Schieflage der Credit Suisse, die zu einer von den Schweizer Behörden organisierten Zusammenlegung mit dem Schweizer Konkurrenten UBS führte, fiel diese Rendite jedoch bis zum 20. März auf 2,1 % zurück. Dieses Auf und Ab setzte sich im weiteren Jahresverlauf fort. Im Vorfeld der geldpolitischen Sitzungen der Notenbanken, vor allem der Fed und der EZB, stiegen oder fielen die Renditen teils deutlich. Im Nachgang der Sitzungen setzte in der Regel eine zum Vorfeld gegenläufige Korrektur ein. Gleiches galt für neue Inflationszahlen aus den USA oder Europa. Bis Ende September tendierten die Renditen dabei aufwärts und die Kurse abwärts. Die zehnjährige Bundesanleihe erreichte ihre maximale Rendite von 2,97 % am 28. September 2023.

Im vierten Quartal und insbesondere zum Jahresende erholten sich die Kurse der Anleihen jedoch deutlich, wodurch die zugehörigen Renditen sanken. Die zehnjährige Bundesanleihe erbrachte zum Jahresende mit 2,03 % ein Fünftel weniger Rendite als zum Jahresanfang. Ähnlich entwickelten sich andere Anleihen des Euroraumes, während amerikanische und britische Anleihen zwar ebenfalls Kursgewinne zum Jahresende verzeichneten, wegen der unterschiedlichen Zinszyklen damit aber nur auf die Niveaus des Jahresauftakts zurückfielen. Die Anleihen folgten hierbei den Erwartungen der Märkte an eine 2024 deutlich sinkende Inflation mit entsprechenden Leitzinssenkungen der Notenbanken.

Die europäische Gemeinschaftswährung wertete im Verlauf des Jahres 2023 leicht von 1,07 US Dollar auf 1,10 US Dollar auf. Dabei profitierte die Gemeinschaftswährung von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die ihre Leitzinsen um 200 Basispunkte erhöhte, während die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen um niedrigere 100 Basispunkte anhob. Dies verringerte den Zinsabstand der großen Währungsräume und ließ den Euro als Devise nach einem schwachen 2022 attraktiver werden.

Die Aktienmärkte setzten zum Jahresauftakt die Erholung von Ende 2022 fort. Der DAX stieg vom 1. Januar bis zum 9. März 2023 um 12,3 % auf 15.633,21 Punkte. Anschließend erschütterte jedoch die Krise der US-Regionalbanken die Finanzmärkte, insbesondere die plötzliche Zahlungsunfähigkeit der Silicon Valley Bank. Dies löste einen Schock auf den Aktienmärkten aus. Der DAX etwa verlor bis zum 17. März 5,5 % seines Kurswertes. Die Verluste konzentrierten sich dabei auf Finanzwerte. Zugleich führte die Unsicherheit in den USA, aber auch global zu größeren Bewegungen von Bankeinlagen, insbesondere von solchen oberhalb der Einlagensicherungsgrenzen. Die Krise kulminierte mit der Fusion der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS am 19. März, die die Schweizer Behörden zur Abwicklung der erstgenannten Bank organisiert hatte. Dieser Akt konnte die Märkte beruhigen und ermöglichte die Erholung der Aktien und Finanzmärkte von dem kurzzeitigen Einbruch. Diese Erholung flachte zum Sommer hin ab, setzte sich aber trotz wiederkehrender Volatilität insbesondere um die Leitzinsentscheide der Notenbanken fort. Ende Juli notierte der DAX bei 16.446,83 Punkten und damit 18,1 % über seinem Jahreseinstandswert. Über den Spätsommer und beginnenden Herbst gingen die Kurse wieder leicht zurück, nachdem sich optimistische Einschätzungen des ersten Halbjahres nicht oder nur teilweise bewahrheitet hatten. Diese Korrektur erreichte ihren Tiefpunkt mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Der DAX verlor im Oktober 4,3 % und fiel damit auf 14.716,54 Punkte zurück. Da der Konflikt bis zum Jahresende weitgehend auf den Gazastreifen begrenzt blieb, setzte im November bereits eine neuerliche, vorsichtige Erholung an den Aktienmärkten ein. Zum Jahresende verstärkte sich die Erholung aufgrund sinkender Inflationszahlen und damit verbundener Hoffnungen auf Leitzinssenkungen der Notenbanken, womit eine Belebung der Konjunktur im Jahr 2024 verbunden wurde. Der DAX legte von Anfang November bis Jahresende um 13,1 % zu. Dadurch schloss er das Jahr mit 16.751,64 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 % im Plus ab. Im globalen Vergleich entwickelte sich der deutsche Leitindex damit ähnlich zum Euro Stoxx 50, der 19,2 % zulegen konnte, aber schwächer als der S&P 500 und der Nasdaq Composite. Letztere konnten 24,2 beziehungsweise 43,4 % zulegen.

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

In unserer Unternehmenskonzeption haben wir uns auf die Bedarfssituation unserer Kunden und Mitglieder ausgerichtet und daraus eine langfristige Unternehmensplanung entwickelt, die entsprechend den in unserer Satzung genannten Dienstleistungen eine Begleitung unserer Mitglieder in relevanten Finanzierungs- und Vermögensanlagefragen vorsieht.

Unsere Strategie und alle darauf beruhenden Rahmenbedingungen, Steuerungsansätze und organisatorische Ausrichtung sind geprägt von unserem strategischen Profil "Wir sind die Bank für Mittelstand und Familie". Unsere grundsätzlichen Entwicklungsziele haben wir wie folgt definiert:

"Wir wachsen spürbar im Kundengeschäft! Wir sind wirtschaftlich dauerhaft stark! Wir sind eine Marke! Unsere Kultur ist geprägt von kraftvollem Agieren, Achtsamkeit im Umgang untereinander und mit Kunden und Vertrauen in die Zukunft!"

Aus dieser Grundsatzausrichtung haben wir die strategischen Geschäftsfelder Privatkundengeschäft, Firmenkundengeschäft und Treasury abgeleitet.

Ergänzend zu den Kerngeschäftsfeldern gehen wir neue Wege und stützen unser Kerngeschäft durch neue Geschäftsfelder. Hierzu zählen wir:

- Dienstleistungen rund um die Immobilie und nachhaltige Nutzung von Ressourcen in Zusammenarbeit mit der Volksbank Chemnitz Immobiliengesellschaft mbH sowie der Energiegenossenschaft Chemnitz Zwickau eG

- das Engagement und die Angebote der potential.akademie eG im Bereich der "Talenteschmiede bewegt" und der stärkenorientierten Personal- und Persönlichkeitsentwicklung

- die Fachkompetenz im Bereich der gewerblichen Fördermittelberatung durch Kooperation und Beteiligung an der consulting haus chemnitz GmbH

Zur Umsetzung unserer Strategie haben wir für die folgenden Perspektiven wesentliche Leistungsfaktoren definiert, anhand derer wir den Erfolg messen. Dabei kommen finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren zur Anwendung. Bei den Ertragsgrößen verwenden wir betriebswirtschaftliche Größen, die anders als im Jahresabschluss um periodenfremde und außerordentliche Beträge bereinigt wurden.

Unsere Kernaufgabe sehen wir in der Förderung unserer Kunden und Mitglieder. Insbesondere die Kreditvergabe aber auch die Verwahrung von Kundengeldern zu für beide Seiten akzeptablen Konditionen führen zu stark wachsenden Volumen bei tendenziell geringeren Neugeschäftsmargen. Daher liegt in unserer strategischen Ausrichtung der betriebswirtschaftliche Fokus auf auskömmlichen absoluten Betriebsergebnissen und einem den Anforderungen entsprechenden Wachstum der Eigenmittel und nicht auf einer Maximierung relativer Ergebnisquoten.

In der Finanz Perspektive sind ein durchschnittliches jährliches Betriebsergebnis vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE vor Bewertung/ dBS") von 20 Mio. Euro bei einer Kernkapitalquote von 12 % als strategischen Zielwerte definiert. Diese Werte wollen wir mit einer gleichbleibenden Portfolioqualität unseres Kundenkreditportfolios und des Eigenanlageportfolios hinsichtlich der enthaltenen Adressrisiken erreichen. Dazu haben wir eine Verlustquote von 1,1 % und eine Risikoquote von 1,1 % im Kundenkreditgeschäft und eine Risikoquote von 5,0 % im Eigenanlagenportfolio als Zielwert mit einer Bandbreite von +/- 30 % für mögliche Schwankungen festgelegt. Darüber hinaus streben wir eine NPL-Quote von unter 5 % an.

In der Mitglieder- und Kundenperspektive wollen wir ein durchschnittliches jährliches Wachstum des betreuten Kundenvolumens zwischen 5 % bis 7 % pro Jahr durch Neu- und Bestandskundengeschäfte erreichen. Die Anzahl der Mitglieder soll um 2 % jährlich steigen.

Hinsichtlich der Prozess-Kosten-Perspektive streben wir eine Cost Income Ratio (nachfolgend: "CIR") von 65 % an. Die Betriebsergebnisproduktivität als Verhältnis von Betriebsergebnis vor Bewertung zur Anzahl der Mitarbeiter soll auf über TEUR 70 pro Mitarbeiter steigen.

Bei der Mitarbeiterperspektive soll die kulturelle Entropie aus der Werteanalyse kleiner als 20 % sein. Bei der durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit unserer Mitarbeiter streben wir Werte über 10 Jahre an. Das Durchschnittsalter unserer Mitarbeiter soll dabei kleiner als 45 Jahre sein.

Daraus abgeleitet gingen wir in unserer Eckwertplanung/ Kapitalplanung 2023 bis 2025 von einem jährlichen Anstieg der bilanziellen Kundenkredite von 4 % aus. Bei den Kundeneinlagen rechneten wir nach den kräftigen Anstiegen der vergangenen Jahre mit einem Anstieg von 3 % beim bilanziellen Geschäft.

Daraus resultierend waren jährliche Betriebsergebnisse vor Bewertung möglich, die der strategischen Zielsetzung entsprechen. Durch die Eigenmittelzuführungen aus den jeweiligen Ergebnissen sowie weiteren geplanten Zuwächsen bei den Eigenmitteln konnten unter Berücksichtigung der Veränderungen bei den Eigenmittelanforderungen alle aufsichtsrechtlich vorgegeben Mindestanforderungen und Pufferanforderungen erfüllt werden. In unserem Ambitionsniveau für die Gesamtkapitalquote von 14 % sind neben den Mindestanforderungen auch die bekannten zusätzlichen Anforderungen (Kapitalerhaltungspuffer, antizyklischen Kapitalpuffer sowie Eigenmittelzielkennziffer) enthalten. Dabei haben wir die Erhebung des inländischen antizyklischen Kapitalpuffers von 0,75 % sowie die Anordnung eines Kapitalpuffers für systemische Risiken in Höhe von 2,0 % auf im Inland belegene Risikopositionen, die durch Grundpfandrechte auf Wohnimmobilien besichert sind, berücksichtigt.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgen in den nächsten Abschnitten.

Zum 31.12.2023 waren in der Bank 341 aktive Mitarbeiter, darunter 2 hauptamtliche Vorstände und 15 Prokuristen beschäftigt. Daneben waren 12 Auszubildende tätig. Nach Beendigung der Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau konnten 3 Auszubildende in ein befristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Gleichzeitig begannen 5 neue Auszubildende die Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau.

Bei den Übernahmen und Neueinstellungen handelte es sich vorwiegend um vorausschauende planmäßige Nachfolgebesetzungen und den Ersatz für ausgeschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Unser Betriebsergebnis vor Bewertung verbesserte sich von TEUR 16.120 auf TEUR 18.625. Basis dafür war eine gleichbleibende Qualität des Kreditportfolios sowie des Eigenanlagenportfolios. Dazu definieren wir Verlust- bzw. Risikoquoten für die Teilportfolien Kundengeschäft und Eigenanlagen. Wegen des Wechsels der Risikotragfähigkeitsermittlung auf Basis des ICAAP zu einer barwertnahen Betrachtung sind die ausgewiesenen Portfoliowerte nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Neben dem Anstieg des Konfidenzniveaus von 95 % auf 99,9 % setzen wir im Kundengeschäft ein neues barwertiges Kreditrisikomodell ein. Die Berechnung der Risikoquote hat sich daher modifiziert und wird jetzt als Verhältnis der Kreditrisikoprämie EL KM zum Exposure at Default (barwertig) dargestellt und liegt zum 31.12.2023 mit 0,96 % auf einem Vergleichbaren Niveau zum Vorjahr. Die Risikoquote für die Portfoliorisiken definieren wir jetzt als Verhältnis des expected Loss (barwertig) zuzüglich des Credit Value at Risk (CVaR barwertig) zum Exposure at Default (barwertig). Auch hier liegt der Wert mit 0,98 % auf einem stabilen Niveau. Im Eigenanlagenportfolio ging die Risikoquote von 4,87 % im Vorjahr auf 4,33 % zum Jahresende 2023 zurück. Mit diesem Wert liegt diese innerhalb der definierten Bandbreite. Wir halten an unserer konservativen Eigenanlagenpolitik fest, nur Wertpapiere im Investmentgrade zu erwerben.

Die Kernkapitalquote stieg von 12,5 % auf 12,6 % leicht an, obwohl das Kreditwachstum leicht höher ausfiel als geplant. Die NPL-Quote stieg von 1,47 % Ende 2022 auf 1,55 % an und liegt damit jedoch deutlich unter dem strategischen Maximalwert von 5,0 %.

Das Wachstum des betreuten Kundenvolumens setzte sich auch im Geschäftsjahr 2023 fort und betrug 4,0 %. Damit lag es leicht unter dem angestrebten Bereich von 5 bis 7 %. Dabei stiegen das betreute Kundenkreditvolumen um 6,6 % und das betreute Kundeneinlagenvolumen um 2,5 % an. Im Mittel der letzten 5 Jahre beträgt der Zuwachs des betreuten Kundenvolumens 8 %.

Die Anzahl der Mitglieder ging im Jahr 2023 um 0,5 % zurück. Damit erreichten wir den Zielwert von +2,0 % nicht.

Bedingt durch den Anstieg der Bruttoerträge ging die CIR trotz gestiegener Verwaltungsaufwendungen von 68,0 % im Vorjahr auf 66,1 % zurück. Der strategische Zielwert liegt hier bei 65 % und wird nach unserer Planung im Zeitraum der Eckwertplanung bis 2026 erreicht. Notwendige Kostenanstiege bei den Personalkosten, der Kosten für Rechenzentrumsleistungen sowie der Beiträge zu den Sicherungseinrichtungen sind in unserer strategischen Planung vorgesehen. Im Geschäftsjahr 2023 kam es ebenfalls zu inflationsbedingt gestiegenen Kosten. Dabei blieben insbesondere die Kosten für Energie jedoch hinter den geplanten Werten zurück.

Da die Kostensteigerungen insgesamt mit höher gestiegenen Erträgen einhergingen, konnte insgesamt ein um TEUR 2.505 höheres Betriebsergebnis vor Bewertung als im Vorjahr ausgewiesen werden.

Der Zielwert für die Betriebsproduktivität, das Betriebsergebnis vor Bewertung je Mitarbeiter lag im Geschäftsjahr bei TEUR 62 und damit TEUR 6 bzw. 10 % über dem Vorjahr. Der Zielwert für den Zeitraum der Eckwertplanung beträgt TEUR 70.

Hinsichtlich der Mitarbeiterperspektive betrugen die Werte für die kulturelle Entropie aus der Werteanalyse 10 %. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 17 Jahre und das Durchschnittsalter 45 Jahre.

Die Erreichung/ Einhaltung der strategischen Zielwerte wird für den Planungshorizont der Eckwertplanung erwartet.

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 2.196.639 2.353.895 -157.257 -6,7
Außerbilanzielle Geschäfte *) 148.601 182.398 -33.797 -18,5

*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten) und 2 (Andere Verpflichtungen).

Ursächlich für den Rückgang der Bilanzsumme waren Abflüsse von Kundeneinlagen hin zu unseren Verbundpartnern.

Der Ausweis der außerbilanziellen Geschäfte hat sich nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2022 wieder deutlich reduziert. Insbesondere ist diese Entwicklung auf die Reduzierung unwiderruflicher Kreditzusagen zurückzuführen.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 1.396.168 1.287.396 108.772 8,4
Wertpapieranlagen 553.047 700.052 -147.005 -21,0
Forderungen an Kreditinstitute 158.591 203.831 -45.240 -22,2

Im Geschäftsjahr konnte das bilanzielle Kundenkreditgeschäft nach dem bereits kräftigen Wachstum im Vorjahr erneut um TEUR 108.772 erhöht werden. Der Schwerpunkt unseres Kreditgeschäftes liegt im Bereich der gewerblichen Finanzierungen, die rund 85 % des Risikovolumens ausmachen.

Die Kreditvergabe an Firmenkunden betraf schwerpunktmäßig Unternehmensfinanzierungen des regionalen Mittelstands. Größte Branche ist nach wie vor das Grundstücks- und Wohnungswesen.

Die Veränderung der Wertpapieranlagen ist als ausgleichende Größe für das Kundengeschäft maßgeblich davon geprägt, dass neben dem Anstieg der Kundenforderungen auch die abgeflossene Liquidität aus den Kundengeldern durch Reduzierung der Eigenanlagen ausgeglichen wurde. Darüber hinaus erfolgte die vollständige Rückzahlung des längerfristigen Refinanzierungsgeschäftes bei der Deutschen Bundesbank.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 177.536 161.508 16.027 9,9
Spareinlagen 293.365 361.401 -68.036 -18,8
andere Einlagen 1.497.417 1.613.862 -116.445 -7,2
Nachrangige Verbindlichkeiten 31.090 30.881 209 0,7

In der Struktur des Passivgeschäfts waren aufgrund von Verschiebungen von bilanziellen Einlagen hin zu außerbilanziellen Einlagen bei den Verbundpartnern deutliche Einlagenrückgänge zu verzeichnen. Insbesondere bei den Spareinlagen summierte sich der Effekt auf 18,8 % bzw. TEUR 68.036. Die anderen Einlagen reduzierten sich nominell um TEUR 116.445 bzw. 7,2 %.

Insgesamt ist das betreuten Kundenanlagevolumen um TEUR 69.892 bzw. 2,5 % angestiegen.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 7.743 6.322 1.421 22,5
Vermittlungserträge 3.198 3.113 85 2,7
Erträge aus Zahlungsverkehr 8.621 7.858 763 9,7

Das Dienstleistungsgeschäft und die damit verbundenen Provisionserträge nehmen nach wie vor einen besonders hohen Stellenwert ein. Insbesondere das Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft konnte mit einem Zuwachs der Erträge um TEUR 1.421 zum Ergebnis beitragen. Das entspricht einem Anstieg gegenüber 2022 von 22,5 %. Auch die Erträge aus dem Zahlungsverkehr stiegen um TEUR 763 bzw. +9,7 % gegenüber dem Vorjahr an.

Die bedarfsgerechte Beratung steht dabei jederzeit im Vordergrund. Als mittelständische Genossenschaftsbank bieten wir dafür gemeinsam mit unseren Verbundpartnern das gesamte Spektrum der Finanzdienstleistungen wie Bausparen, Sach- und Lebensversicherungen, Fondsanlagen, easyCredit-Ratenkredite, Hypothekenfinanzierungen und Leasing an.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 35.467 32.953 2.515 7,6
Provisionsüberschuss 2) 19.345 17.175 2.170 12,6
Verwaltungsaufwendungen 34.394 31.994 2.400 7,5
a) Personalaufwendungen 21.174 19.402 1.772 9,1
b) andere Verwaltungsaufwendungen 13.221 12.592 628 5,0
Betriebsergebnis vor Bewertung 18.625 16.120 2.505 15,5
Bewertungsergebnis -3.471 -8.778 5.307 -60,5
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 15.296 8.030 7.266 90,5
Steueraufwand 4.140 4.103 37 0,9
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 9.500 2.800 6.700 239,3
Jahresüberschuss 1.656 1.127 529 46,9

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

Die in unserer Strategie definierten wesentlichen Leistungsindikatoren zur Beurteilung der Erreichung der strategischen Zielwerte aus dem Bereich der Ertragslage werden anhand betriebswirtschaftlicher Kennzahlen ermittelt, die um periodenfremde und außerordentliche Faktoren bereinigt sind. In der oben dargestellten Übersicht ist das Betriebsergebnis vor Bewertung sowie das Bewertungsergebnis ebenfalls auf dieser Basis ausgewiesen. Die anderen Komponenten stellen die aus dem Jahresabschluss abgeleiteten Werte dar, die von den wesentlichen Leistungsindikatoren abweichen.

Das deutlich gestiegene Zinsniveau führte zu höheren Zinsaufwendungen bei gleichzeitig gestiegenen Zinserträgen. In Verbindung mit dem gestiegenen Geschäftsvolumen im Kundengeschäft konnte der Zinsüberschuss gegenüber dem Vorjahresniveau um 2,5 Mio. Euro gesteigert werden.

Im Provisionsergebnis gelang es, im Geschäftsjahr 2023 an die guten Ergebnisse der Vorjahre anzuknüpfen. Mit 19,3 Mio. Euro liegt der Provisionsüberschuss deutlich über dem Niveau des Jahres 2022. Schwerpunkte bildeten das Wertpapier- und Depotgeschäft, die Vermittlungsprovisionen sowie die Erträge aus dem Zahlungsverkehr.

Durch inflationsbedingte sowie tarifliche Kostensteigerungen haben sich die gesamten Verwaltungsaufwendungen um 2,4 Mio. Euro erhöht. Im Bereich der Personalaufwendungen liegen die Kosten 1,8 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sind mit 0,6 Mio. Euro nur leicht angewachsen. Darin sind gestiegene Kosten für Beiträge zu den Sicherungseinrichtungen, die sich aus den höheren Geschäftsvolumen ergeben sowie höhere Prüfungskosten enthalten. Inflationsbedingte Kostensteigerungen ergaben sich auch bei den Energiekosten, deren Anstieg jedoch geringer ausfiel als bei der Planung angenommen. Auch die Aufwendungen für Rechenzentrumsleistungen haben sich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Diese Kostensteigerungen konnten wir durch aktive Einsparungen nicht vollständig ausgleichen. Die Abschreibungen für Abnutzung von Sachanlagen bewegten sich in der betriebswirtschaftlichen Betrachtung leicht unter dem Vorjahresniveau.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte sich um 2,5 Mio. Euro auf 18,6 Mio. Euro bzw. 15,5 %.

Durch den massiven Zinsanstieg und die Verwerfungen an den Kapitalmärkten infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine waren im Geschäftsjahr 2022 deutliche Kursverluste zu verzeichnen, in deren Folge Abschreibungen auf Wertpapiere vorgenommen wurden. Der überwiegende Teil dieser Wertänderungen resultieren aus dem gestiegenen Zinsniveau. Aufgrund der überdurchschnittlich guten Bonität der Wertpapieremittenten ist mit der Einlösung dieser Wertpapiere bei Fälligkeit zu rechnen. Bonitätsbedingte Ausfallrisiken sind nicht zu verzeichnen. Bei den festverzinslichen Wertpapieren des Anlagevermögens gehen wir daher weiterhin nicht von einer dauernden Wertminderung aus und haben diese zum gemilderten Niederstwert bewertet. Beim DEVIF-Spezialfonds haben wir nach der Transparenzmethode die im Fondsvermögen gehaltenen Einzelwerte untersucht und für eine Haltedauer von 4 Jahren die Wertentwicklung aus dem Vergleich von Fondsrendite und geplanter Ausschüttungserwartung die Wertaufholung bestimmt. Insgesamt haben sich die stillen Lasten gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert.

Die Wesentlichkeit der verbleibenden stillen Lasten beurteilen wir im Rahmen der Prüfung der Nettoreserven des Zinsbuches entsprechend den Vorschriften des IDW RS BFA 3. Danach verbleiben auch nach den Kursrückgängen ausreichend stille Reserven, so dass eine Rückstellungsbildung nicht notwendig ist.

Die Werthaltigkeit unserer Kundenforderungen haben wir auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine umfangreichen Prüfungshandlungen unterzogen und nach Einzelbewertungsgrundsätzen entsprechend vorsichtig bewertet. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Branchen gelegt, welchen durch Sanktionen in der Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt wurde. Für nicht erkennbare Risiken haben wir die Pauschalwertberichtigungen anhand der Vorschriften des IDW RS BFA 7 nach dem Alternativverfahren vollständig berücksichtigt. Darüber hinaus bestehen für weitere Risiken freie Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB in Höhe von 5,7 Mio. Euro, die nicht im Rahmen der bankaufsichtlichen Eigenmittelberechnung Berücksichtigung finden.

Im Ergebnis wird im Vergleich zum Vorjahr ein um 7,3 Mio. Euro höheres, mit insgesamt 15,3 Mio. Euro positives Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Dadurch konnte im Geschäftsjahr das Kernkapital durch Dotierung des Sonderpostens für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB aus dem Jahresergebnis um 9,5 Mio. Euro erhöht werden.

Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2023 beträgt 1,7 Mio. Euro und liegt 0,5 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau.

b) Finanzlage

Kapitalstruktur

Im Wesentlichen erfolgt die Refinanzierung der Aktivgeschäfte neben dem Eigenkapital über die Hereinnahme von Kundengeldern sowie Refinanzierungen für Programmkredite. In geringfügigem Umfang haben wir zur Liquiditätssteuerung die Aufnahme von aktiven Tagesgeldern sowie längerfristigen Refinanzierungen bei der DZ Bank vorgenommen.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäften der EZB ("GLRG") haben wir im Geschäftsjahr vollständig zurückgeführt.

Investitionen

Zur stetigen Modernisierung unseres Filialnetzes, des Betriebsbereiches und der Marktfolgebereiche werden permanent geeignete Investitionen getätigt. Unsere flächendeckende Marktpräsenz wird dadurch weiter gestärkt. Im Geschäftsjahr 2023 lag der Schwerpunkt der Investitionen in der turnusmäßigen Erneuerung unserer EDV-Ausstattung, bei Erneuerungen von Einrichtungen im Filialnetz und dem Neubau einer Filiale am Standort Aue.

Liquidität

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung. Dadurch besteht eine weitgehende Unabhängigkeit von Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt.

Die Zahlungsfähigkeit unseres Instituts war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit gegeben. Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wiesen im Berichtszeitraum Werte von 136 % bis 198 % aus. Zum Bilanzstichtag lag die Stresskennzahl bei 198 %.

Bei Liquiditätsschwankungen kann die Bank auf hochliquide Aktiva sowie ausreichende Liquiditätsreserven auch in Form von Bankguthaben zurückgreifen. Durch die Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund bestehen weitere Refinanzierungsmöglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit der Kreditgenossenschaft zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen sowie der Einhaltung aller aufsichtsrechtlicher Anforderungen an die Liquidität inkl. der Mindestreservehaltung jederzeit gesichert.

Liquiditätsbelastungen aus außerbilanziellen Verpflichtungen haben sich nicht ergeben.

c) Vermögenslage

Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von Geschäftsguthaben der Mitglieder und erwirtschafteten Rücklagen. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gestärkt. Der Anteil des bilanziellen Eigenkapitals bestehend aus Nachrangige Verbindlichkeiten, Fonds für allgemeine Bankrisiken und der Passiva 12 Eigenkapital an der Bilanzsumme hat sich von 8,5 % auf 9,7 % erhöht.

Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital.

Die relevanten Vorgaben des KWG sowie der CRR wurden eingehalten.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich auf 0,08 %.

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 212.836 200.912 11.924 5,9
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 187.501 186.263 1.238 0,7
Harte Kernkapitalquote 12,6 % 12,5 %
Kernkapitalquote 12,6 % 12,5 %
Gesamtkapitalquote 14,1 % 14,2 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 9 (Nachrangige Verbindlichkeiten), 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 545.468 663.654 -118.186 -17,8
Liquiditätsreserve 7.579 36.398 -28.819 -79,2

Von den Wertpapieranlagen entfällt ein Anteil von 62 % auf Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 5) bzw. von 38 % auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 6).

Bei den Wertpapiergeschäften stand entsprechend der strategischen Ausrichtung in erster Linie die Anlage freier Liquidität in Adressen mit einem Rating von mindestens A im Vordergrund. Aufgrund der Liquiditätsabflüsse von bilanziellen Kundeneinlagen zu außerbilanziellen Anlagen im Verbund reduzierten sich die Wertpapiereinlagen. Neuanlagen erfolgten nur in untergeordneten Volumen als Ersatzinvestitionen für fällige hochliquide Aktiva zur Steuerung der LCR. Der Schwerpunkt der Investitionen lag bei gedeckten Anleihen. Die neu erworbenen Wertpapiere erstrecken sich über den Laufzeitenbereich 2026 bis 2030.

Einen Teil der Eigenanlagen haben wir in einem Wertpapierspezialfonds angelegt. Das Fondskonzept folgt unserer Anlagestrategie, was in den Anlagerestriktionen verankert ist. Das Durchschnittsrating aller Anleihen im Fonds beträgt A+. Eine Beschränkung für Neukäufe auf Titel mit einem Mindestrating von A besteht hier allerdings nicht. Durch entsprechende Anlagerestriktionen wie zum Beispiel eine Beschränkung der Investitionen auf eine Höchstgrenze je Konzern im fremdverwalteten Teilsegment versuchen wir, eine hohe Diversifizierung zu erreichen.

Die in unserer Strategie festgelegte Risikoquote für Adressrisiken von Anleihen der direkt gehaltenen Positionen sowie der Anleihen im DEVIF Spezialfonds betrug zum 31. Dezember 2023 4,33 % und hat sich gegenüber dem Vorjahr bei Verwendung des gleichen Konfidenzniveaus von 99,9 % leicht reduziert.

Das Gesamtportfolio Depot A inklusive der Schuldscheindarlehen setzt sich nach Marktwerten maßgeblich aus den Anlageklassen Bankschuldverschreibungen 38 %, Staatsanleihen 23 %, gedeckte Anleihen 22 % zusammen. Alle anderen Anlageklassen haben einen Anteil von unter 10 %. Der Anteil von Aktien und Aktienprodukten liegt bei unter 2 %.

Das Rating (schlechtestes Rating) der Anleihen und Schuldscheindarlehen im Direktbestand und innerhalb des Spezialfonds insgesamt beträgt bei 91 % des Nominalvolumens AAA bis A und bei 9 % BBB+ bis BBB.

Im Direktbestand der festverzinslichen Wertpapiere sowie im selbstverwalteten Teilsegment des DEVIF- Spezialfonds sind Anleihen mit einem Rating von BBB bis BBB+ in einem Volumen von 23,8 Mio. Euro (Vorjahr 30,0 Mio. Euro) enthalten.

Durch die Zinsentwicklung kam es im Vorjahr zu deutlichen Kursverlusten bei den festverzinslichen Wertpapieren im Direktbestand als auch in der Fondshülle. Der Gesamtbestand der Wertpapieranlagen der Liquiditätsreserve wurde nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Bei den nach dem gemilderten Niederstwert bewerteten Wertpapieren des Anlagevermögens bestehende stille Lasten beurteilen wir im Rahmen der Gesamtbetrachtung des Zinsbuches nach IDW RS BFA 3. Hier sind insgesamt deutliche stille Reserven zu verzeichnen. Mit den Fälligkeiten verzinslicher Wertpapiere im kommenden Jahr wird sich unser Zinsertrag aus Wertpapieranlagen durch den gestiegenen Wiederanlagezins verbessern.

Vom gesamten Wertpapierbestand wurde ein Teilbetrag in Höhe von TEUR 532.174 (Vorjahr TEUR 650.897) wie Anlagevermögen bewertet. Abschreibungen auf diesen Teilbestand wurden in Höhe von TEUR 32.951 (Vorjahr TEUR 58.173) vermieden.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Insgesamt beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage unseres Hauses im Vergleich zum Vorjahr und zur ursprünglichen Planung als gut, weil wir trotz der widrigen Rahmenbedingungen wesentliche Teile unserer strategischen Ziele bereits erreichen konnten. Das Wachstum des für die Bank wichtigsten Geschäftsbereichs, dem Geschäft mit Kunden überwiegend aus der Region, bewegt sich weiter auf einem stabilen Pfad. Beim Zinsüberschuss wurden die Erwartungen aus der Eckwertplanung nicht erreicht, da der Zinsaufwand auf Basis des höheren Zinsniveaus stärker angestiegen ist als zum Planungszeitpunkt angenommen. Die Zinserträge sind zwar auch angestiegen, jedoch in einem geringeren Umfang als im Plan vorgesehen. Das Provisionsergebnis übertraf das erwartete Niveau leicht. Damit konnten wir erneut ein kräftiges Wachstum des Betriebsergebnisses vor Bewertung erreichen.

Die Vermögenslage der Bank zeichnet sich unverändert durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung aus, da die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowohl im Vorjahr als auch im Geschäftsjahr übererfüllt wurden. Für erkennbare und latente Risiken in den Kundenforderungen sind Wertberichtigungen gebildet. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch Abzug von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen worden. Daneben bestehen freie Vorsorgereserven nach § 340f HGB.

Insgesamt konnten wir eine Stärkung der Eigenmittel erreichen, die mit dem Wachstum mithalten konnte.

Finanzlage und Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen.

Vor dem Hintergrund eines gestiegenen Zins- und Provisionsüberschusses bei gleichzeitig niedrigeren Bewertungsaufwendungen hat sich die Ertragslage der Bank deutlich verbessert. Aus dem Jahresergebnis konnte eine Zuführung zum Sonderposten für allgemeine Bankrisiken erreicht werden, die sowohl über dem Vorjahreswert und auch über dem geplanten Zuführungsbetrag liegt.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

Unsere im Risikohandbuch dokumentierte Geschäfts- und Risikostrategie basiert auf einem Strategieprozess und ist ausgerichtet auf das Kundengeschäft mit Mitgliedern und Kunden aus unserer Region. Wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie sind die aus der Risikotragfähigkeit der Bank abgeleiteten Teilstrategien für die wesentlichen Geschäftsaktivitäten.

Konsistent zu unserer Geschäfts- und Risikostrategie wurde eine Unternehmensplanung entwickelt, die eine langfristige und umfassende Begleitung unserer Mitglieder und Kunden im Hinblick auf Finanzierungswünsche, Vermögensanlagen und Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr sicherstellt.

Mit Hilfe einer strategischen Eckwert- und Kapitalplanung für einen Zeitraum von 3 Jahren, steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch Experten auf Basis von Marktprognosen. Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR-Control ermittelt.

Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie die Teilstrategien werden im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig und ggf. anlassbezogen überprüft. Das von uns verwendete Strategiemodell zeigt den organisatorischen Rahmen für die Strategie(über)prüfung und für die Vernetzung der strategischen und operativen Gesamtbanksteuerung auf.

Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die vollständige Vermeidung von Risiken, sondern die Wahrung eines angemessenen Chancen-Risiko-Profils unserer Risikopräferenz entsprechend.

Wir haben ein System zur Früherkennung von Risiken implementiert. Vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft sehen wir dies als eine zentrale Aufgabe an. Die zuständigen Organisationseinheiten berichten unmittelbar an den Vorstand. In diesem Rahmen ist ein Risikocontrolling-und Managementsystem mit entsprechenden Instrumenten eingerichtet, um bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einleiten zu können.

Unsere Entscheidungsträger werden durch das interne Berichtsystem über die Geschäfts- und Risikoentwicklung frühzeitig informiert, um Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen zu können.

Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risikotragfähigkeit. Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgt auf Basis der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit der Bank unter Berücksichtigung der Geschäfts- und Risikostrategie.

Zur Bestimmung unserer Risikotragfähigkeit haben wir zum 1. Januar 2023 auf die normative und ökonomische Perspektive als komplementäre, sich ergänzende Ansätze umgestellt. Unsere zur Risikotragfähigkeitssteuerung eingesetzten Methoden und Verfahren berücksichtigen somit das Ziel der Fortführung unseres Instituts (normative Perspektive), als auch den Schutz unserer Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (ökonomische Perspektive).

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und die sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden.

Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von 3 Jahren ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive, die in unserem Institut barwertnah ermittelt wird, werden das Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Ausgangspunkt bei der barwertnahen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist eine indirekte Berechnung, die auf Bilanzgrößen bzw. aufsichtlichen Kapitalgrößen aufsetzt und diese Werte um stille Lasten und Reserven aus ökonomischer Sicht korrigiert.

Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen aufzufangen.

Die Risikomessung für die in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit berücksichtigten Risikoklassen erfolgt mithilfe geeigneter Value at Risk (VaR) Modelle mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % mit einem Risikobetrachtungshorizont von einem Jahr. Bei den Risikoklassen, für die kein statistisches Verlustverteilungsmodell verwendet wird, erfolgt eine expertenbasierte Risikoeinschätzung, die dem Ausmaß nach dem 99,9 % Quantil entspricht. Die Risikoaggregation erfolgt ohne Berücksichtigung von Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoarten additiv.

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR).

Das bankintern festgelegte Mindestniveau der LCR beträgt 130 %. Die LCR betrug zum Berichtsstichtag 198 %.

Zusätzlich wird die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung auf.

Die NSFR betrug zum Berichtsstichtag 110 %.

In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz Stress-Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus. Wir haben einen Mindest-Überlebenshorizont von 6 Monaten für die Plan-Liquiditätsablaufbilanz sowie die Stress-Liquiditätsablaufbilanzen definiert, dieser wurde im Berichtszeitraum nicht unterschritten.

Die Offenlegung der Risikomanagementziele und -politik entspricht den Anforderungen des Artikels 435 CRR.

Die Risikomanagementziele und -strategien werden dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

Die eingerichteten Systeme und Verfahren des Risikomanagements sind dem Profil und der Geschäfts- und Risikostrategie der Bank sowie ihrer Größe angemessen und entsprechen den Anforderungen der MaRisk.

Risiken

Als Risiko definieren wir die negative Abweichung vom erwarteten Ergebnis bzw. Planwert aufgrund von Unsicherheit. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit von möglichen Risiken verschafft sich unsere Geschäftsleitung, einmal im Jahr im Rahmen der Risikoinventur sowie anlassbezogen, einen Überblick über die Risiken unserer Bank auf Gesamtinstitutsebene. Dabei werden auch übergreifende Risiken wie das Modell, Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiko sowie Risikokonzentrationen in der Wesentlichkeitsbewertung der einzelnen Risikoklassen berücksichtigt.

Zum Abschlussstichtag werden das Kreditrisiko, beim Marktrisiko das Zinsrisiko, das operationelle Risiko sowie das Zahlungsunfähigkeitsrisiko beim Liquiditätsrisiko als wesentliche Risiken bewertet.

Für unsere Risikobeurteilung zum Abschlussstichtag legen wir konsistent zum Prognosezeitraum einen Zeitraum von einem Jahr in der ökonomischen Perspektive und 3 Jahre in der normativen Perspektive zu Grunde, in dem auch das Vorliegen von bestandsgefährdenden Risiken beurteilt wird.

Bestandsgefährdende Risiken (wesentliche Risiken mit hohen Auswirkungen) liegen für den hier zugrunde gelegten Beurteilungszeitraum nicht vor.

Adressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiko

Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Ratingmigration und/ oder der adressbezogenen Spreadveränderung entstehen. Es umfasst das Kreditrisiko im Kundengeschäft sowie im Eigengeschäft.

Das Kreditrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Auf Grundlage der Risikoinventur unseres Instituts kann das Risiko mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten und hat ein hohes Schadenspotenzial mit entsprechend wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Zur Steuerung des Kreditrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein (im wesentlichen VR Rating). Zur Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeiten verwendet die Bank vorrangig die Verfahren der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Um die Spezifika der einzelnen Kundensegmente abbilden zu können, sind für unterschiedliche Kundensegmente separate Ratingverfahren im Einsatz.

Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ BANK AG auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen der Fondsgesellschaft Union Investment. Auch hier werden die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Portfoliomodell überwacht. Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen, Diversifikation in viele Anlageklassen und Beschränkung auf gute Bonitäten.

Gemäß unseren Grundsätzen zur Risikosteuerung nehmen wir zur Absicherung von Kreditrisiken werthaltige Sicherheiten herein. Ratingnoten und Sicherheiten fließen in alle relevanten Kreditprozesse ein von der Kreditvergabe bis zur Kreditüberwachung.

Neben der Steuerung von Kreditrisiken auf Kundenebene, nehmen wir die Steuerung auch auf Portfolioebene vor. Zu diesem Zweck ist ein Kennzahlensystem, unter anderem bezogen auf mögliche Risikokonzentration bei Branchen und Blankoanteilen implementiert. Im Rahmen der Kreditrisikosteuerung wird das Portfolio sowohl nach Bonitätsklassen, Größenklassen, Branchen, Sicherheiten und weiteren Risikotreibern sowie deren Entwicklung analysiert und die Einhaltung des Limitsystems überwacht. Zur Begrenzung der Einzelemittentenrisiken werden vom Vorstand kombinierte Kontrahenten- und Emittentenlimite ("Geschäftspartnerlimite") beschlossen. Vorstand und Aufsichtsrat werden quartalsweise über die Entwicklung des Portfolios sowie über die Auslastung der Einzel- und Strukturlimite informiert.

Daneben stellen die Mindestanforderungen an die Kreditvergabe risikobegrenzende Maßnahmen beim Einzelgeschäft dar. Kreditentscheidungen werden in Abhängigkeit vom Risikogehalt über unterschiedliche Kompetenzstufen getroffen. Die Bewertung der Kreditengagements und gegebenenfalls die Bildung einer Risikovorsorge erfolgen in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Vorschriften. Als zentrales Kriterium für die Prüfung der akuten Ausfallrisiken wird die Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit herangezogen. Die Bank prüft die Bildung von Risikovorsorge bei Vorliegen von Frühwarnsignalen und Ausfallkriterien. Sanierungsbedürftige und notleidende Engagements werden in einem marktunabhängigen Bereich betreut bzw. überwacht.

Wir ermitteln vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Kundengeschäfte (KPM KG) barwertig unter VR-Control einen unerwarteten Verlust (Credit Value at Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Kreditrisikoprämien in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die modellierten Verluste auf Basis des LGD Modells als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Sektorparameter zugrunde liegen.

Auf dieser Basis ergibt sich zum 31. Dezember 2023 ein Credit-Value-at-Risk (CVaR) für die nächsten 12 Monate in Höhe von 13,7 Mio. Euro. Das entspricht einer Limitauslastung von 92 %.

Das Kreditrisiko bei Eigenanlagen wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption der Bank vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM EG) ermittelt. Grundlage der Berechnungen sind verschiedene Marktpartnersegmente, die differenzierte Spread- und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatrizen aufweisen. Die Ermittlung des in der Risikomessung angesetzten unerwarteten Verlustes (Risikoszenario) basiert auf einer Haltedauer von 250 Tagen. Adressenausfallrisiken aus Fonds werden dabei anhand des Risikoklassenkonzeptes mitberücksichtigt.

Für das Eigengeschäft ergibt sich auf dieser Basis zum 31. Dezember 2023 ein CVaR für die nächsten 12 Monate in Höhe von 29,1 Mio. Euro. Dies entspricht einer Limitauslastung von 66 %.

Marktrisiken

Das Marktrisiko beschreibt die Gefahr, dass aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern Verluste entstehen können. Marktrisiken umfassen Zins-, Aktien- und Währungsrisiken sowie sonstige Marktrisiken.

Das Zinsrisiko als Teil des Marktrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein, mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen potenziellen Schaden, der sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken kann.

Weitere Teilrisiken wie das Aktienrisiko oder das Fremdwährungsrisiko werden als unwesentlich eingestuft und in Form eines Risikopuffers für unwesentliche Risiken bei der Ermittlung der Risikodeckungsmasse berücksichtigt.

Im Rahmen der ökonomischen Risikomessung des Zinsrisikos berechnen wir vierteljährlich einen Value at Risk, der auf einem historischen Zeitraum basiert. Als Szenariotechnik verwenden wir eine Skalierung über eintägige Verbarwertungen mittels Resampling. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control. Zinsrisiken aus Fonds werden dabei anhand des Risikoklassenkonzeptes mitberücksichtigt.

Ergänzend werden weitere barwertige Berichtsgrößen als zusätzliche Informationen bei geschäftspolitischen Entscheidungen berücksichtigt.

Der damit zum 31. Dezember 2023 ermittelte Value-at-Risk beläuft sich auf 26,9 Mio. Euro mit einer Limitauslastung von 77 %.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos und des Refinanzierungskostenrisikos auftreten.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Die Bank erachtet das Zahlungsunfähigkeitsrisiko als Teil des Liquiditätsrisikos insgesamt als wesentliches Risiko im Sinne des Aufsichtsrechts. Zwar tritt das Risiko nach unserer Einschätzung mit lediglich geringer Wahrscheinlichkeit ein, zeichnet sich in Bezug auf die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage jedoch durch ein hohes Schadenspotenzial aus.

Das Refinanzierungskostenrisiko stufen wir auf Basis unserer strategischen Ausrichtung und der individuellen Refinanzierungsstruktur als unwesentlich ein und berücksichtigen dieses in Form eines Puffers bei der Ermittlung der Risikodeckungsmasse.

Liquiditätsablaufbilanzen dienen als Frühwarnindikator für eine mögliche Zahlungsunfähigkeit und stellen dabei insbesondere den Überlebenshorizont dar. Stresstests führen wir anhand institutseigener und marktweiter Szenarien für Liquiditätsrisiken durch. Durch die Anrechnung auf die Liquiditätspuffer wird auf dieser Grundlage der Überlebenshorizont ermittelt. Dabei werden auch adverse Entwicklungen außerhalb unseres Erwartungshorizontes reflektiert.

Das kurzfristige Liquiditätsrisiko wird anhand der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahl Liquidity Coverage Ratio (kurz: LCR) und das mittelfristige Liquiditätsrisiko anhand der NSFR überwacht. Unsere Risikotoleranz haben wir über die Festlegung einer Warngrenze für die Mindest LCR Quote von 130 % und einer Mindest NSFR Quote von 105 % definiert.

Zur Begrenzung von Abrufrisiken sind Strukturlimite insbesondere für Großeinleger implementiert.

Operationelles Risiko

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein.

Anhand der Risikoinventur stufen wir das operationelle Risiko als aufsichtsrechtlich wesentlich ein.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese im Risikohandbuch fixiert und kommuniziert. Die Abgrenzung umfasst auch den Umgang mit nicht eindeutig zuordenbaren Schadensfällen, Beinaheverlusten und damit zusammenhängenden Ereignissen.

Wesentliche operationelle Risiken werden jährlich identifiziert und analysiert. Hierzu wird auf eine Schadensfalldatenbank zurückgegriffen, in die eingetretene Schäden eingestellt werden.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen. Über die Beseitigung der im Rahmen von Sonderprüfungen durch die Finanzaufsicht ermittelten Mängel beim IT-Dienstleister wurde zeitnah an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Die vereinbarte Meilensteinplanung wurde eingehalten.

Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem lT-Bereich abgestimmt.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare, die Inanspruchnahme juristischer Beratung im Fall von Rechtsstreitigkeiten.

Im Rahmen der ökonomischen Perspektive werden die operationellen Risiken anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Schadenhöhen der betrachteten Risikokategorien berücksichtigt. Der ermittelte Risikobetrag wird mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % vergleichbarer Eintrittswahrscheinlichkeit berechnet.

Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte gesamte operationelle Risiko beläuft sich auf 4,5 Mio. Euro (Limitauslastung 75 %).

Weitere Risiken

Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei potenziellen Beteiligungsrisiken und dem Immobilienrisiko. Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen. Aktuell stufen wir alle sonstigen Risiken als unwesentlich ein.

In der Risikotragfähigkeit berücksichtigen wir die sonstigen unwesentlichen Risiken in Form eines Risikopuffers als Abzugsposten von der Risikodeckungsmasse.

Querschnittlich zu betrachtende Risiken

Das Modellrisiko bezeichnet die Gefahr potenzieller Verluste aufgrund mangelhafter Geschäftsentscheidungen sowie Reputationsverlusten, die als Folge der Verwendung interner Modelle entstehen, die Fehler bei der Konzeption, Ausführung oder Nutzung aufweisen. In der Risikotragfähigkeit berücksichtigen wir das Modellrisiko für das barwertige Marktrisikomodell aus der nicht vollständig nachgewiesenen Validität im Zusammenhang mit dem extremen Zinsanstieg in Form eines Risikopuffers als Abzugsposten von der Risikodeckungsmasse.

Das Reputationsrisiko bezeichnet das Risiko einer möglichen Schädigung des Rufes des Institutes in der Öffentlichkeit mit Auswirkungen auf Ergebnis- sowie Substanzgrößen. Das Risiko materialisiert sich häufig in anderen Risikoklassen (z. B. Liquiditäts-, Strategisches- oder Geschäftsrisiko).

Nachhaltigkeitsrisiken im Sinne des BaFin-Merkblatts sind Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines beaufsichtigten Unternehmens haben können.

Risikokonzentrationen entstehen aus einer Häufung von Risikopositionen, die bei Eintreten von bestimmten Ereignissen oder Entwicklungen gleich oder ähnlich reagieren.

Gesamtbild der Risikolage

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ), in den von uns simulierten Risiko- bzw. Plan- und Stressszenarien gegeben. Die internen Simulationen kommen darüber hinaus zum Ergebnis, dass die Liquidität sichergestellt und die Eigenmittelanforderungen erfüllt werden.

Das zum 31. Dezember 2023 ist das Gesamtrisikolimit der Bank zu 74 % ausgelastet, der Anteil des Gesamtrisikos am verfügbaren Risikodeckungspotenzial nach Abzug von Risikopuffern beträgt 37 %.

Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar.

Nach dem derzeitigen Planungsstand ist die Risikotragfähigkeit angesichts der laufenden Ertragskraft und der Vermögens-/ Substanzsituation des Instituts auch im Berichtszeitraum gegeben. Die dargestellten Risiken werden die künftige Entwicklung unserer Bank nicht wesentlich beeinträchtigen.

Insgesamt ist die Risikolage durch die Einflüsse der Ukraine-Krise nach wie vor erhöht, hat sich gegenüber dem Vorjahr jedoch nicht wesentlich verändert.

Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat zu weltweiten Auswirkungen geführt. Dazu zählen Kurseinbrüche auf den Finanzmärkten, gestörte Lieferketten, steigende Energiepreise und deren wirtschaftliche Auswirkungen auf Unternehmen in der Region infolge von Produktionseinschränkungen. Ebenso trägt der Konflikt im Nahen Osten und die mittelbaren Auswirkungen wie gestörte Seewege durch den Suezkanal zur weiteren Verunsicherung bei. Wir beobachten und analysieren die Risikofaktoren bzw. -treiber laufend auf eine etwaige Beeinflussung durch die aktuelle Situation. Auch wenn aktuell eine Stabilisierung zu verzeichnen ist, sind die künftigen Auswirkungen der Krisen sowie die Auswirkungen auf die Risikobeurteilung nach wie vor noch nicht abschließend abschätzbar und müssen weiter beobachtet werden. Dazu setzen wir folgende Instrumente ein:

Zur Beobachtung der adressrisikobehafteten Kursveränderungen, vor allem in den Segmenten ungedeckte Bankschuldverschreibungen und Unternehmensanleihen aufgrund der Vernetzung weltweit tätiger Branchen und Unternehmen, analysieren wir die Auswirkungen des Spreadrisikos auf die Eigengeschäfte.

Nach unserer Einschätzung gibt es bezogen auf die Kreditrisiken im Kundengeschäft einen unmittelbaren sowie einen mittelbaren Zusammenhang. Ein unmittelbarer Zusammenhang besteht bei Engagements, deren Kapitaldienstfähigkeit aufgrund steigender Energie- und Finanzierungskosten beeinflusst ist. Um diesen Risiken zu begegnen, gehen wir frühzeitig aktiv auf die Kunden zu, bei denen aufgrund der aktuellen Bedrohung negative Zukunftsaussichten erwartet werden, um Auswirkungen auf unser Bewertungsergebnis zu lindern oder zu vermeiden.

D. Prognosebericht

Die Ukraine-Krise setzte der deutschen Wirtschaft zu und hat die Inflation in die Höhe getrieben. Aktuell sehen wir jedoch eine Stabilisierung der Lage und sinkende Inflationsraten. Wie lang diese anhält, ist gegenwärtig noch nicht belastbar abzuschätzen. Akute Risiken wie Kreditausfälle oder Risiken bei den Eigenanlagen sind derzeit nicht zu erkennen. Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung muss aber mit relevanten Auswirkungen gerechnet werden. Die deutsche Wirtschaft wird möglicherweise auf der Angebotsseite durch deutlich gestiegene Kosten und geringere Exportnachfrage betroffen sein.

Das gestiegene Zinsniveau beeinflusst die Ertragslage der Bank erheblich. Zum einen erhöhen die gestiegenen Zinssätze die Erträge aus dem Neugeschäft bei den Kundenkrediten sowie im Bereich der Eigenanlagen. Gleichzeitig verteuert sich die Refinanzierung auf der Passivseite der Bilanz. Dabei ist die Wirkung im Kundeneinlagengeschäft nach wie vor nur schwer vorherzusagen, da es sich im Wesentlichen um variable Positionen handelt. Insbesondere bei den Sichteinlagen ist die Ermittlung des Bodensatzes bzw. der hier geparkten, eigentlich verzinslichen Einlagen nur schwer abzugrenzen und die Prognosen damit mit Unsicherheiten verbunden. Gleiches trifft für die Vorhersage der künftigen Zinsentwicklung zu, die durch die Entscheidungen der Notenbanken zur Bekämpfung der Inflation bestimmt wird. In unserer Planung gehen wir im Prognosezeitraum bis 2026 von sinkenden Zinssätzen vor allem am kurzen Ende aus. Die langfristigen Zinsen sollten vom aktuellen Stand tendenziell wieder ansteigen.

Trotz der aktuellen Situation verfolgen wir weiter konsequent unsere seit 2013 eingeschlagene Wachstums- und Kostenkonsolidierungsstrategie. Diese hat zum Ziel, Erträge durch qualitatives Wachstum zu steigern. Gleichzeitig erfolgt gelebtes Kostenmanagement mit dem Ziel, Kosten einzusparen bzw. das inflationsbedingte Kostenwachstum einzugrenzen.

Die aktuelle Krise hat Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kunden. Dies kann dazu führen, dass sich die Annahmen, die unserer Prognoseberechnung zu Grunde liegen, als nicht zutreffend erweisen. Im Zusammenhang mit der entstandenen Ausnahmesituation sind weitere Prognosen mit erheblichen Unwägbarkeiten verbunden. Wie bereits im Abschnitt Risikobericht dargestellt, sind die konkreten Auswirkungen derzeit noch nicht abschätzbar. Wir analysieren laufend mögliche Auswirkungen auf die Bank und passen die Prognosen ständig an die aktuelle Situation an.

Für 2024 und auch das Folgejahr rechnen wir mit einem im Vergleich zu den Vorjahren moderaten Anstieg der Kundenforderungen in Höhe von 5 % im Jahr 2024 und 4 % im Jahr 2025 bei den Firmenkunden und 3 % bzw. 3,5 % bei den Privatkunden. Hinsichtlich der bilanziellen Kundeneinlagen erwarten wir ebenfalls nur einen moderaten Anstieg um 3 % bzw. 3,25 % bei den Firmenkunden und 2 % bzw. 2,5 % bei den Privatkunden. Der Ausgleich dieser Zu- und Abflüsse erfolgt über unsere Eigenanlagen, die bei Eintritt unserer Erwartungen im Planungszeitraum bis 2025 leicht zurückgehen.

Das Zinsergebnis prognostizieren wir wachstumsbedingt auf einem leicht steigenden Niveau bei 37,5 Mio. Euro im Jahr 2024 und 40,5 Mio. Euro im Jahr 2025. Beim Provisionsergebnis erwarten wir im Jahr 2024 Erträge von 18,4 Mio. Euro, welche bis 2025 auf 19,0 Mio. Euro ansteigen sollen.

Insgesamt sollten sich die ordentlichen Erträge auf einem Niveau von 55,9 Mio. Euro im Jahr 2024 bis 59,5 Mio. Euro im Jahr 2025 einstellen.

Bei den Verwaltungsaufwendungen insgesamt erwarten wir für 2024 mit 37,4 Mio. Euro höhere Aufwendungen als im Jahr 2023 und mit 39,8 Mio. Euro einen erneuten Anstieg bis zum Jahr 2024. Der Schwerpunkt dieses Anstieges resultiert aus Investitionen in unsere Geschäftsstellen sowie tariflichen Anpassungen im Bereich der Personalkosten. Die anderen Verwaltungsaufwendungen erwarten wir inflations- und wachstumsbedingt ebenfalls leicht über dem Niveau von 2023. Geringere Kosten erwarten wir im Bereich der Bankenabgabe zur europäischen Einlagensicherung.

Für 2024 gehen wir von einem ordentlichen Betriebsergebnis vor Bewertung von 18,9 Mio. Euro aus und im Jahr 2025 erwarten wir 20,1 Mio. Euro.

Im kommenden Jahr erwarten wir ein Bewertungsergebnis im Kundengeschäft in Höhe von 6,7 Mio. Euro bis 7,0 Mio. Euro im Jahr 2025.

Trotz der aktuellen Situation an den Finanzmärkten erwarten wir in den kommenden Jahren keine besonderen Belastungen in Form von Wertpapierabschreibungen. Die bestehenden stillen Lasten sollten durch den Restlaufzeiteffekt bis zur Endfälligkeit kontinuierlich sinken. Die zu erwartende Höhe ist jedoch stark abhängig von der weiteren Zinsentwicklung und deren Auswirkung auf die Finanzmärkte. Für 2024 sehen wir derzeit ein Bewertungsergebnis im Bereich der Eigenanlagen in Höhe von +0,1 Mio. Euro und im Jahr 2025 von +0,2 Mio. Euro.

Nach derzeitigen Erkenntnissen gehen wir aufgrund der Bonitätsstruktur nicht von Belastungen aus Ausfällen im Eigenanlagenbereich aus.

Auf Basis des geplanten Betriebsergebnisses nach Bewertung kann die Dotierung des Eigenkapitals in Höhe von 6,3 Mio. Euro im Jahr 2024 erreicht werden. Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen können nach den aktuellen Erkenntnissen hinsichtlich ihrer möglichen zukünftigen Ausgestaltung über den gesamten Planungszeitraum eingehalten werden. Für die nachfolgenden Geschäftsjahre erwarten wir entsprechend unserer Eckwertplanung bis 2025 eine weiterhin geordnete Finanz-, Vermögens- und Ertragslage. Die notwendige Stärkung der Eigenmittel aufgrund steigender Anforderungen lassen sich aus den erwarteten Ergebnissen und durch die Einwerbung von weiteren Kapitalbestandteilen darstellen. In unserer Kapitalplanung weisen wir eine stabile Gesamtkapitalquote von 14,2 % im Jahr 2024 und unter Berücksichtigung der Belastungen aus der CRR III 14,0 % für 2025 aus. Die Kernkapitalquote und die harte Kernkapitalquote werden sich bei 12,9 % im Jahr 2024 und 12,7 % im Jahr 2025 bewegen. Bei der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) rechnen wir mit Werten von 8,7 % bis 9 %. Bei der Liquiditätskennziffer LCR streben wir für den gesamten Planungszeitraum einen Mindestwert von 130 % und bei der NSFR einen Wert von über 105 % an.

Mit den Erkenntnissen bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Risikotragfähigkeit im Berichtszeitraum 2024/2025 in den Risikoszenarien angesichts der Eigenkapitalsituation, laufenden Ertragskraft und der Vermögens- bzw. Substanzsituation der Bank gegeben. Bestandsgefährdende Risiken sind auch vor dem Hintergrund der Zugehörigkeit zur kreditgenossenschaftlichen Sicherungseinrichtung nicht erkennbar.

Die weitere Entwicklung bleibt ungewiss und muss intensiv beobachtet werden. Die bestehenden Unsicherheiten haben wir im Rahmen der Kapitalplanung mit Hilfe adverser Szenarien untersucht. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist auch im Ergebnis dieser adversen Szenarien eine Einhaltung aller aufsichtlichen Mindestkennziffern und somit eine Tragfähigkeit des Geschäftsmodells gegeben.

Weitere Risiken sehen wir vor allem in einem verschärften Wettbewerb und den damit verbundenen Rückgängen der Margen im Kundengeschäft. Die Ertragslage der Bank (Zinsspanne) könnte durch die möglicherweise stärker als erwartet steigenden Zinsen für Kundeneinlagen belastet werden. Auch eine länger anhaltende Inversität der Zinsstrukturkurve wirkt sich nachteilig aus.

Nachteilig könnten sich auch ein stärkerer konjunktureller Abschwung infolge der Ukraine-Krise sowie eine Verschlechterung der Finanzsituation der Staaten in Europa auswirken.

Bei einer schnellen Erholung der Konjunkturlage bestehen Chancen, die in der Planung vorgesehenen Risikokosten für Adressrisiken nicht in Form von Wertberichtigungen verwenden zu müssen, sondern diese zusätzlich zur Stärkung des Eigenkapitals einzusetzen.

Auch eine schnellere Überwindung des Inversität der Zinsstrukturkurve bietet Chancen künftig höhere Erträge aus der eingegangenen Fristentransformation zu generieren. Das gesamte Umfeld und die Entwicklung unserer Bank werden nach unserer Einschätzung auch in den kommenden Jahren von einem verstärkten Wettbewerb und den sich weiter entwickelnden Kundenansprüchen geprägt sein.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahrs haben sich nicht ergeben.

 

Chemnitz, 21. März 2024

Volksbank Chemnitz eG

Der Vorstand

Gunnar Bertram

Gerd Koschmieder

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Volksbank Chemnitz eG, Chemnitz

Genossenschaftsregisternummer 18 beim Amtsgericht Chemnitz

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 22.861.374,27 25.779
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 18.718.176,97 90.504
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 18.718.176,97 (90.504)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 41.579.551,24 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 41.239.165,55 78.163
b) andere Forderungen 117.351.858,37 158.591.023,92 125.668
4. Forderungen an Kunden 1.396.168.339,36 1.287.396
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 453.415.626,02 (407.694)
Kommunalkredite 57.706.322,22 (64.038)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 64.180.386,61 91.271
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 64.180.386,61 (91.271)
bb) von anderen Emittenten 278.000.688,21 342.181.074,82 398.481
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 202.674.779,51 (295.609)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 342.181.074,82 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 210.865.896,23 210.301
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 6.424.702,31 6.394
darunter:
an Kreditinstituten 321.196,37 (321)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 3.148.772,00 9.573.474,31 3.136
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 2.800.000,00 (2.800)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 556.242,10 556
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 4.096.936,03 5.331
darunter: Treuhandkredite 4.096.936,03 (5.331)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 51.164,00 64
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 51.164,00 0
12. Sachanlagen 25.808.146,04 25.268
13. Sonstige Vermögensgegenstände 7.000.575,38 5.403
14. Rechnungsabgrenzungsposten 166.109,88 181
Summe der Aktiva 2.196.638.533,31 2.353.895

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 434.803,64 157
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 177.100.827,67 177.535.631,31 161.351
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 293.364.752,38 361.401
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 0,00 293.364.752,38 0
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 1.197.383.302,47 1.486.492
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 300.033.253,21 1.497.416.555,68 1.790.781.308,06 127.370
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 4.096.936,03 5.331
darunter: Treuhandkredite 4.096.936,03 (5.331)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 2.571.004,85 1.458
6. Rechnungsabgrenzungsposten 44.589,65 60
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 5.441.376,00 5.681
b) Steuerrückstellungen 30.856,23 151
c) andere Rückstellungen 3.301.251,44 8.773.483,67 3.531
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 31.090.367,57 30.881
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 102.800.000,00 93.300
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 44.336.511,34 42.957
b) Kapitalrücklage 1.790.109,57 1.790
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 22.070.000,00 21.940
cb) andere Ergebnisrücklagen 9.084.000,00 31.154.000,00 8.914
d) Bilanzgewinn 1.664.591,26 78.945.212,17 1.130
Summe der Passiva 2.196.638.533,31 2.353.895
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 18.138.591,46 20.889
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 18.138.591,46 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 130.462.293,28 130.462.293,28 161.509
darunter: Lieferverpflichtungen aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 38.615.152,30 28.459
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 2.382.896,82 40.998.049,12 2.671
darunter: in a) und b) angefallene negative Zinsen 0,00 (38)
2. Zinsaufwendungen 7.688.493,19 33.309.555,93 208
darunter: erhaltene negative Zinsen 0,00 (1.395)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 1.846.250,50 1.699
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 311.548,78 332
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 2.157.799,28 0
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 21.082.668,67 18.757
6. Provisionsaufwendungen 1.737.587,86 19.345.080,81 1.582
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 1.634.814,46 1.831
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 17.399.173,11 15.722
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.774.439,21 21.173.612,32 3.680
darunter: für Altersversorgung 593.541,83 (685)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 13.220.773,77 34.394.386,09 12.592
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 2.539.127,13 2.189
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 746.840,72 966
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 1.612.160,63 5.231
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 -1.612.160,63 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 1.859.006,27 3.548
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 -1.859.006,27 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 15.295.729,64 8.030
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.088.772,28 4.050
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 50.957,11 4.139.729,39 53
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 9.500.000,00 2.800
25. Jahresüberschuss 1.656.000,25 1.127
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 8.591,01 3
1.664.591,26 1.130
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
1.664.591,26 1.130
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 0,00 0
b) in andere Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
29. Bilanzgewinn 1.664.591,26 1.130

3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Volksbank Chemnitz eG, Chemnitz

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Volksbank Chemnitz eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden mit dem Nennwert angesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag einer Forderung - sofern Zinscharakter vorliegt - wurde in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten aufgenommen. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst. Unverzinsliche bzw. minderverzinsliche Forderungen wurden entsprechend abgezinst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen abgedeckt.

Den latenten Risiken im Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen.

Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung erfolgt zum 31. Dezember 2023 über den zu erwarteten Verlust und über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten.

Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt für alle unter den Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden ausgewiesenen Geschäften sowie für unter der Bilanz auszuweisende Eventualverpflichtungen und anderen Verpflichtungen (einschließlich unwiderruflicher Kreditzusagen). Widerrufliche Kreditzusagen wurden hinsichtlich ihrer erwarteten Inanspruchnahme berücksichtigt. Im Hinblick auf widerrufliche und unwiderrufliche Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen erfolgt die bilanzielle Erfassung in Form einer Rückstellung.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Wertpapiere

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen.

Anschaffungskosten über pari der erworbenen Wertpapiere bzw. umgewidmeten Wertpapiere des Anlagevermögens werden linear über die Restlaufzeit bis zum niedrigeren Einlösungskurs abgeschrieben.

Die im Anlagevermögen der Bank befindlichen Wertpapiere werden darüber hinaus nur bei einer voraussichtlichen dauernden Wertminderung auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben.

Bei nicht dauernder Wertminderung erfolgte eine Bewertung zu den fortgeführten Anschaffungskosten (gemildertes Niederstwertprinzip). Zu den dadurch vermiedenen Abschreibungen vgl. Erläuterungen in Abschnitt D.

Für den im Anlagevermögen gehaltenen Spezialfonds wurde der beizulegende Wert anhand einer Fondsdurchschau unter Berücksichtigung von erwarteten Ausgleichseffekten ermittelt. Die erwarteten Ausgleichseffekte werden im Rahmen einer fondsspezifischen Prognoserechnung aus dem Wertaufholungspotenzial der im Fonds gehaltenen Vermögensgenstände sowie aus Gewinnthesaurierungen unter Berücksichtigung der geplanten Ausschüttungen und Kosten abgeleitet.

Zum Bilanzstichtag bestehen Wertpapierleihegeschäfte in Form einer Anlegerleihe in Höhe von nominal 25,1 Mio. EUR, bei der festverzinsliche Wertpapiere von unserem Haus aus unserem Spezialfonds DEVIF-Nr. 389 der Union Investment für einen Grundmietzeitraum von 31 Tagen entliehen werden. Das Wertpapierdarlehen ist unbesichert ausgestaltet. Das wirtschaftliche Eigentum der verliehenen Wertpapiere verbleibt beim Verleiher, der Ausweis der Wertpapiere erfolgt weiterhin in der Bilanz des Verleihers. Die Wertpapierleiheprovision wird in den "Provisionsaufwendungen G6" der Bank ausgewiesen.

Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken oder Chancen aufweisen, wurden als einheitlicher Vermögensgegenstand bzw. einheitliche Verbindlichkeit nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert im Kundenkreditgeschäft sowie Eigengeschäft und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert.

Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten bewertet. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung werden Abschreibungen vorgenommen.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen wurden zu den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert, vorgenommen.

Aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderungen wurden bei Sachanlagen außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 250 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Sie wurden in voller Höhe abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut über EUR 250, aber nicht über EUR 800 lagen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die Unterschiedsbeträge zwischen dem Erfüllungsbetrag und dem niedrigeren Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten wurden in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Die Unterschiedsbeträge wurden planmäßig auf die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt.

Aktive latente Steuern

Zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen bestehen zeitliche oder quasi-permanente Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen.

Die sich daraus ergebenden Steuerbelastungen (passive latente Steuern) und Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) werden verrechnet.

Passive Steuerlatenzen bestehen in den Bilanzpositionen A7 Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften, A8 Verbundene Unternehmen und A12 Sachanlagen. Denen stehen aktive latente Steuern in den Bilanzpositionen A3 Forderungen an Kreditinstitute, A4 Forderungen an Kunden, A5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, A6 Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, A14 Rechnungsabgrenzungsposten und P7 Rückstellungen gegenüber.

Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde.

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Disagiobeträge enthalten, die bei Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden. Die Unterschiedsbeträge werden planmäßig auf die Laufzeit der Forderungen verteilt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst.

Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde. Verpflichtungen aus Pensionsanwartschaften wurden mittels Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Laufende Rentenverpflichtungen und Altersversorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern sind mit dem Barwert bilanziert.

Für die Pensionsrückstellungen wurde eine Rentendynamik in Höhe von 2,00 % bis 2,50 % zugrunde gelegt.

Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,82 % wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (im Vorjahr 1,80 %) festgelegt. Dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV).

Die Altersteilzeitrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Rechnungsgrundlage sind die "Heubeck-Richttafeln 2018 G". Der bei der Abzinsung der Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen angewandte Zinssatz von 0,99 % (Vorjahr 0,43 %) wurde gemäß IDW RS HFA 30 (Rz. 57) abhängig von der durchschnittlichen Restlaufzeit des Personenbestandes ermittelt.

Für Pensionsrückstellungen und Ansprüche aus den zu ihrer Finanzierung abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen wurde eine teilweise kongruente Bewertung auf Basis eines faktorbasierten Bewertungsverfahren (Deckungskapitalverfahren) vorgenommen. Nach Maßgabe des IDW RH FAB 1.021 werden für die kongruente Bewertung nach dem Primat der Passivseite die Rückdeckungsversicherungsansprüche in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags der teilweise korrespondierenden Pensionsrückstellung angesetzt. Die teilweise kongruente Bewertung führt zu einer Abstockung des Aktivierungswerts der Rückdeckungsversicherung.

Die handelsrechtliche Bewertung wurde mit dem Rechnungszinssatz 1,82 % durchgeführt.

Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Die Bank hat ein Lebensarbeitszeitmodell für die Mitarbeiter in Form eines versicherungsgebundenen Zeitwertkontos eingeführt. Die Einbringungen in das Wertguthaben werden in eine Rückdeckungsversicherung eingezahlt. Entnahmen aus dem Wertguthaben werden durch Rückkäufe der Rückdeckungsversicherung finanziert. Das verpfändete Vermögen wird dabei als Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB qualifiziert und mit den entsprechenden Verpflichtungen verrechnet. Die Anschaffungskosten, der beizulegende Wert sowie der Erfüllungsbetrag zum 31. Dezember 2023 belaufen sich auf TEUR 240. Die unter Beachtung des Niederstwertprinzips fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsvertrages. Für die im Zusammenhang mit der Ansparung der Zeitwertkonten zusätzlichen Leistungen besteht eine Rückstellung in Höhe von TEUR 48.

Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages umgerechnet.

Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Aufwendungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Soweit die Restlaufzeit der auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr betrug oder die Anforderungen an eine besondere Deckung vorlagen, wurden Erträge aus der Währungsumrechnung in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt.

Als besonders gedeckt wurden gegenläufige Fremdwährungspositionen angesehen, soweit sie sich betragsmäßig und hinsichtlich ihrer Fristigkeit entsprechen.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Herstellungskosten zu Beginn des Zugänge (a) Zuschreibungen (b) Umbuchungen (a) Abgänge (b) Anschaffungs- / Herstellungskosten am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 609.790 7.559 (a) 0 (a) 617.349
0 (b) 0 (b)
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
d) geleistete Anzahlungen 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 45.208.858 2.671.577 (a) 0 (a) 47.697.206
0 (b) 183.228 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.963.432 423.575 (a) 0 (a) 10.605.028
0 (b) 781.979 (b)
Summe a 56.782.080 3.102.711 (a) 0 (a) 58.919.583
0 (b) 965.207 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
EUR
Zugängen (a) Zuschreibungen (b)
EUR
Umbuchungen (a) Abgängen (b)
EUR
Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Buchwerte Bilanzstichtag
EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 546.098 20.087 (a) 0 (a) 0 (a) 566.185 51.164
0 (b) 0 (b) 0 (b)
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete Anzahlungen 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 22.609.013 1.599.010 (a) 0 (a) 0 (a) 24.049.869 23.647.337
0 (b) 0 (b) 158.154 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.295.533 920.030 (a) 0 (a) 0 (a) 8.444.219 2.160.809
0 (b) 0 (b) 771.344 (b)
Summe a 31.450.644 2.539.127 (a) 0 (a) 0 (a) 33.060.273 25.859.310
0 (b) 0 (b) 929.498 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
EUR
Veränderungen (saldiert)
EUR
Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR
Schuldscheindarlehen/Namensschuldverschreibungen des Anlagevermögens 15.000.000 -4.000.000 11.000.000
Wertpapiere des Anlagevermögens 667.806.626 -123.398.297 544.408.329
Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 9.529.871 43.603 9.573.474
Anteile an verbundenen Unternehmen 556.242 0 556.242
Summe b 692.892.739 -127.354.694 565.538.045
Summe a und b 749.674.819 591.397.355

D. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 155.562.217 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 48.099.581 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 38.726.860 fällig.

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig davon:
EUR börsennotiert
EUR
nicht börsennotiert
EUR
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 342.181.075 338.204.438 3.976.637 325.964.351
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 13.294.582 0 13.294.582 0

Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet.

Zu den Finanzanlagen gehörende Finanzinstrumente, die über ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, bestehen in folgendem Umfang (§ 285 Nr. 18 HGB):

Der Bilanzwert für A5 Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere beläuft sich auf EUR 325.964.351, der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf EUR 302.041.452. Durch den Ausweis der betreffenden Wertpapiere über den beizulegenden Zeitwert wird eine Abschreibung in Höhe von EUR 23.922.899 vermieden.

In der Bilanzposition A6 Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere beläuft sich der Bilanzwert auf EUR 197.067.891 und der beizulegende Zeitwert auf EUR 188.039.951. Durch den Ausweis über den beizulegenden Zeitwert wird eine Abschreibung in Höhe von EUR 9.027.940 vermieden.

Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB sind unterblieben, da es sich bei den Finanzanlagen in A5 Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere, die über den Zeitwert ausgewiesen werden, ausschließlich um Schuldverschreibungen und Wertpapiere des Anlagevermögens handelt, bei denen keine voraussichtlich dauernde Wertminderung besteht. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sollen dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zur Anlage von nicht im Kundengeschäft verwendeten Geldern aus Einlagen unserer Kunden dienen. Wir beabsichtigen die Wertpapiere, deren Rückzahlung dann zum Nennwert erfolgt, bis zur Endfälligkeit zu halten.

Bei der Bewertung des DEVIF Fonds Nr. 389 im Anlagevermögen in A6 Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere der Bank erfolgte die Untersuchung der Wertentwicklung der im Fondsvermögen gehaltenen Einzelwerte nach der Transparenzmethode für eine Haltedauer von 5 Jahren und die Bestimmung der Wertaufholung aus dem Vergleich von Fondsrendite und geplanter Ausschüttungserwartung. Daraus ergaben sich keine stillen Lasten und somit keine voraussichtlich dauernde Wertminderung.

Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen bei den betreffenden Finanzanlagen in den Bilanzpositionen A5 und A6 sind nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten und bisher auch nicht aufgetreten.

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0 0 155.551.523 196.714.381
Forderungen an Kunden (A 4) 5.656.759 5.821.596 18 0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 0 0 42.742.211 42.777.772

Investmentvermögen mit einem Anteil von mehr als 10 Prozent

Im Bilanzposten "Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere" (A 6) sind folgende Anteile an Sondervermögen im Sinn des § 1 Abs. 10 KAGB oder Anlageaktien an Investmentaktiengesellschaften mit veränderlichem Kapital im Sinn der §§ 108 bis 123 KAGB oder vergleichbaren EU- bzw. sonstigen ausländischen Investmentvermögen mit Anteilsquoten von mehr als 10 % enthalten:

Anlageziel Wert der Anteile (Zeitwert)
EUR
Differenz zum Buchwert (Reserve)
EUR
Erfolgte Ausschüttung für das Geschäftsjahr
EUR
1. DEVIF-Fonds Nr. 389, Deutschland, Spezialfonds als Mischfonds mit überwiegendem Rentenanteil von weltweiten Emittenten in Euro, wobei diversifizierende Anlagen in Fonds möglich sind (Aktien, Aktienfonds und Fremdwährungen max. 10 %, Rohstoff- und Wandel-/ Optionsanleihefonds bis 5 %), absolute Renditevorgabe von 1,5 % (feste Benchmark-Vorgabe) 188.039.951 -9.027.940 1.610.059

Beschränkungen in der täglichen Rückgabemöglichkeit bestehen in folgendem Umfang:

Der Kapitalverwaltungsgesellschaft bleibt vorbehalten, die Rücknahme der Anteile auszusetzen, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine Aussetzung unter Berücksichtigung der Interessen der Anleger erforderlich scheinen lassen.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2023 wie folgt:

Anteil am Gesellschafts- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz kapital
%
Jahr TEUR Jahr TEUR
a) Beteiligungsgesellschaft der Volksbank Chemnitz mbH, Chemnitz 100,00 2023 33 2023 0
b) Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs- und Verwaltungs GbR, Chemnitz 100,00 2023 -2.638 2023 212
c) Volksbank Chemnitz Immobiliengesellschaft mbH, Chemnitz 100,00 2023 772 2023 -168

Mit den unter Buchstaben a) bis c) genannten Unternehmen besteht ein Konzernverhältnis.

Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, weil aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 296 Abs. 2 HGB) auf die Aufstellung verzichtet werden konnte.

Bei dem unter Buchstabe b) genannten Unternehmen ist die Bank persönlich haftende Gesellschafterin.

Weitere Beteiligungen werden nicht angegeben, da diese für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind (§ 286 Abs. 3 HGB).

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um Forderungen an Kunden.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 17.621.627 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 2.160.809 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2023
EUR
Steuerforderungen (ohne Umsatzsteuer) 2.425.597

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Soweit bei Kreditgewährungen der Nennbetrag der gewährten Kredite unter dem Auszahlungsbetrag lag, wurde der Unterschiedsbetrag in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (A 14) eingestellt. Der Unterschiedsbetrag belief sich am Bilanzstichtag auf EUR 76.265 (Vorjahr EUR 100.171).

Nachrangige Vermögensgegenstände

In den folgenden Posten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten/Unterposten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
4 13.874.927 15.056.869
5 800.000 800.000

Bei den nachrangigen Forderungen in A4 handelt es sich in Höhe von EUR 8.212.525 um refinanzierte Programmkredite, bei denen die Bank durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau in Höhe von jeweils 100 % von der Haftung aus dem Refinanzierungsverhältnis freigestellt wurde.

Die übrigen Beträge entfallen in Höhe von EUR 5.662.401 auf Forderungen an Kunden, darunter EUR 5.656.749 an verbundene Unternehmen.

Fremdwährungsposten

In den Vermögensgegenständen sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 5.866.196 enthalten.

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 0 0 80.998.700 36.000.000
Forderungen an Kunden (A 4) 94.028.543 117.179.058 414.998.769 721.839.617

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 4.522.312 12.734.089 81.833.035 76.636.990
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 253.719.250 38.025.526 7.922.250 362.287

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 166.750.167 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel für Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Sonstige Verbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Sonstige Verbindlichkeiten" (P 5) sind keine wesentlichen Einzelbeträge enthalten.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 33.095 (Vorjahr EUR 44.409) enthalten.

Passive latente Steuern

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde. Die passiven Steuerlatenzen beruhen auf Differenzen zwischen handelsrechtlichem und steuerrechtlichem Wertansatz in den Bilanzpositionen A7 Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften, A8 Verbundene Unternehmen und A12 Sachanlagen. Die aktiven Steuerlatenzen in den Bilanzpositionen A3 Forderungen an Kreditinstitute, A4 Forderungen an Kunden, A5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, A6 Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, A14 Rechnungsabgrenzungsposten und P7 Rückstellungen übersteigen die passiven Latenzen.

Rückstellungen

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 (n.F.) verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebene positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträgen erhöht und um den Risikokostenbarwert und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31.12.2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten (P 9) in Höhe von EUR 585.847 an.

Mittelaufnahmen, die 10 % des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigen, erfolgen zu folgenden Bedingungen:

Betrag Währung Zinssatz
in %
Fälligkeit
5.928.313 EUR 1,25 Dezember 2024
6.833.090 EUR 2,00 September 2025
4.997.300 EUR 1,20 Dezember 2027

Eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung ist ausgeschlossen. Die Verbindlichkeiten sind im Falle des Insolvenzverfahrens oder der Liquidation der Bank erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückzuzahlen. Eine Umwandlung in andere Eigenkapitalformen ist nicht möglich.

Die mit den Gläubigern der nachrangigen Verbindlichkeiten getroffenen Nachrangabreden erfüllen die Voraussetzungen für die Anerkennung als Eigenmittel gemäß Art. 63 CRR. Mit den Gläubigern wurden feste Laufzeiten von 7, 10 und 15 Jahren vereinbart. Die Restlaufzeit der nachrangigen Verbindlichkeiten beträgt bis zu 12,5 Jahren. Die nachrangigen Verbindlichkeiten sind mit einem Zinssatz von 1,20 % bis 3,50 % ausgestattet.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 0 0 166.759.059 121.549.784
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (P 2) 804.169 905.671 74.628 0

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 43.224.441
b) der ausscheidenden Mitglieder 1.048.271
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 63.800
Rückständige fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile EUR 3.789

Die Kapital- und Ergebnisrücklagen (P 12b) und c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Kapitalrücklage
EUR
Gesetzliche Rücklage
EUR
andere Ergebnisrücklagen
EUR
Stand 01.01.2023 1.790.110 21.940.000 8.914.000
Einstellungen 0
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 130.000 170.000
Stand 31.12.2023 1.790.110 22.070.000 9.084.000

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute und latente Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind durch Rückstellungen gedeckt.

Die in den Posten 1b) und 2c) der unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen ausschließlich breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden.

Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt.

Die unter Posten 1b) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Beträge zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 125.728.628

Fremdwährungsposten

In den Schulden sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 7.184.697 enthalten.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Die für das Geschäftsjahr ermittelten Auf- und Abzinsungseffekte für Zinsrückstellungen aus Zinsprodukten wurden unter den Zinserträgen und den Zinsaufwendungen erfasst. Dadurch hat sich der Zinsüberschuss per Saldo um EUR 1.578 (Vorjahr EUR -1.000) erhöht.

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung, insbesondere für die Depotverwaltung, Vermittlung von Bausparverträgen, Vermittlung von Versicherungen und Kreditvermittlungen nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein. Diese machen 0,5 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen (GuV 8) sind folgende nicht unwesentliche Einzelbeträge enthalten:

Art EUR
Mieteinnahmen 811.560
Erträge aus Auflösung von Rückstellungen 252.735

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit EUR 28.700 (Vorjahr EUR 0) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 108.271 (Vorjahr EUR 348.117) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 469.796 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 111.221 enthalten.

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden Gesamtbezüge gewährt in Höhe von EUR 75.429.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Die früheren Mitglieder des Vorstands bzw. deren Hinterbliebenen erhielten EUR 198.497.

Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31. Dezember 2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 3.862.776.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 352.829 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 617.615.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 62.764. Diesem stehen ausreichend frei verfügbare Rücklagen gegenüber.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Form von Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von TEUR 4.608.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Darüber hinaus bestehen weitere nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen aus begonnenen Bauvorhaben in Höhe von TEUR 6.188.

Personalstatistik

Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 15 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 189 133
Gewerbliche Mitarbeiter 3 0
207 133

Außerdem wurden durchschnittlich 11 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile Haftsummen
EUR
Anfang 2023 28.196 839.629 0
Zugang 2023 820 52.806 0
Abgang 2023 967 27.871 0
Ende 2023 28.049 864.564 0
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 1.243.237
Höhe des Geschäftsanteils EUR 50

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Das vom Prüfungsverband für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich in folgende Honorare auf:

- Abschlussprüfungsleistungen EUR 279.510
- Andere Bestätigungsleistungen EUR 41.003
- Steuerberatungsleistungen EUR 24.024
- Sonstige Leistungen EUR 3.300

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:

Genoverband e.V.

Wilhelm-Haas-Platz

63263 Neu-Isenburg

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf

Bertram, Gunnar, Vorstandsvorsitzender, Marktbereich, Diplom-Kaufmann

Koschmieder, Gerd, Bankvorstand, Betriebsbereich, Diplom-Kaufmann

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf

Müller, Jens, - Vorsitzender - , Beigeordneter, 1. Bürgermeister der Stadt Aue-Bad Schlema

Kramer, Andreas Dr., - stellvertretender Vorsitzender - , Berater

Lang, André, - stellvertretender Vorsitzender - , Geschäftsführer der Norafin Industries (Germany) GmbH, Geschäftsführer der Norafin Verwaltungs GmbH, Geschäftsführer der Norafin Technologies GmbH, Präsident Norafin Americas Inc.

Adamietz, Norbert, selbständiger Rechtsanwalt

Dorroch, Thomas, Vorstandsvorsitzender der Zwönitzer Agrargenossenschaft eG, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Spiegelwald eG, Geschäftsführer der Agrar GmbH Zwönitz-Spiegelwald

Hartmann, Ben, Geschäftsführender Vorstand der BÄKO Mitteldeutschland Bäcker- und Konditorengenossenschaft eG, (bis 20.6.2023)

Sander, Ronald, Geschäftsführer der Sander Fördertechnik GmbH

Siegel, Stephan, Geschäftsführer der Dresdner Venture Partner GmbH, Geschäftsführer der DVP Verwaltungs GmbH, Geschäftsführer der DVP Immobilien UG, Prokurist der Holzwaren Simundt GmbH, Geschäftsführer THE1GROUP Holding GmbH, Geschäftsführer der IBG Sachsen GmbH, Geschäftsführer der Freiberger EuroMetall GmbH, Geschäftsführer der DVP Steuerberatungsgesellschaft mbH, (seit 20.6.2023)

Spranger, Kathleen, Geschäftsführerin Service bei der Industrie- und Handelskammer Chemnitz

Uhlig, Kathleen, Vorstandsmitglied WEWOBAU, Westsächsische Wohn- und Baugenossenschaft eG

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 1.656.000,25 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 8.591,01 (Bilanzgewinn von EUR 1.664.591,26) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 3,00 % 1.279.337,13
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 200.000,00
b) Andere Ergebnisrücklagen 185.254,13
1.664.591,26

 

Chemnitz, 21. März 2024

Volksbank Chemnitz eG

Der Vorstand

Gunnar Bertram

Gerd Koschmieder

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Volksbank Chemnitz eG, Chemnitz

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Volksbank Chemnitz eG, Chemnitz (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1. Bewertung der Kundenforderungen:

2. Bewertung der Wertpapiere:

Unsere Darstellung der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

a) Sachverhalt und Problemstellung

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

c) Verweis auf weitergehende Informationen

zu 1.a) Die Genossenschaft ist hauptsächlich im Kundenkreditgeschäft tätig. Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 1.396,2 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anteil von 63,6 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 18,1 Millionen Euro sowie unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 130,5 Millionen Euro.

Eine mögliche Verschlechterung der Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern kann Auswirkungen auf die Höhe der zu bildenden Einzelwertberichtigungen bzw. Abschreibungen auf Kundenforderungen haben. Hieraus können sich erhebliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss und insbesondere auf die Ertragslage der Genossenschaft ergeben. Im Rahmen der Rechnungslegung ist zur Bewertung der Forderungen neben der Bonitätsbeurteilung in der Regel die Nutzung geschätzter Werte für gestellte Sicherheiten erforderlich.

Da die hiermit verbundenen Einschätzungen einen bedeutsamen Einfluss auf die Bildung bzw. die Höhe gegebenenfalls erforderlicher Einzelwertberichtigungen, Einzelrückstellungen und Abschreibungen auf Kundenforderungen haben und diese insofern mit Unsicherheiten behaftet sind, haben wir die Bewertung der Kundenforderungen als einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt eingestuft.

zu 1.b) Wir haben zunächst beurteilt, ob die für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Systeme bzw. Prozesse der Genossenschaft derart ausgestaltet sind, dass akute Risiken mit hinreichender Sicherheit rechtzeitig erkannt werden und gegebenenfalls eine Risikovorsorge in ausreichendem Umfang gebildet wird.

Wir haben uns von der Funktionsfähigkeit der Regelungen bzw. Prozesse insbesondere in den Bereichen Risikofrüherkennung und Risikovorsorge überzeugt. Hierbei stellten wir auf die eingerichteten relevanten Kontrollen der Genossenschaft ab.

Im Rahmen von analytischen Prüfungshandlungen haben wir den Datenbestand der Genossenschaft im Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. Hierauf aufbauend unterzogen wir ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung. Wir haben risikobasiert neben den Ratingeinstufungen insbesondere die Gesamtzusage und die Höhe der ungesicherten Kreditteile berücksichtigt. Dabei haben wir auch die Angemessenheit der Bewertung der vorhandenen Kreditsicherheiten nebst der Berechnung und Verbuchung der gegebenenfalls erforderlichen Einzelwertberichtigungen bzw. Forderungsabschreibungen nachvollzogen. Wir haben auch gewürdigt, inwieweit Einflüsse von den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs, von den rückläufigen Konjunkturaussichten, der Inflations- und Zinsentwicklung und dem damit veränderten Konsumverhalten bewertungsrelevant waren.

zu 1.c) Bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Forderungen an Kunden verweisen wir auf den Abschnitt B. des Anhangs der Genossenschaft.

zu 2.a) Die Genossenschaft hält zum Bilanzstichtag Wertpapiere im Volumen von 553,0 Millionen Euro bzw. 25,2 % der Bilanzsumme, die unter den Posten "Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere" und "Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere" ausgewiesen werden. Die Bestände werden teilweise nach dem für das Umlaufvermögen geltenden strengen Niederstwertprinzip und teilweise in einem Umfang von 532,2 Millionen Euro nach dem für das Anlagevermögen zulässigen gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Durch die Bewertung wie Anlagevermögen wurden außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich nicht dauernden Wertminderungen in Höhe von 33,0 Millionen Euro vermieden. Die Bewertung erfolgt nach § 253 Abs. 4 Handelsgesetzbuch hierarchisch zum Börsen- oder Marktpreis bzw. - wenn diese nicht festzustellen sind - zum beizulegenden Wert jeweils zum Bilanzstichtag.

Bei der Bewertung der Eigenanlagen können sich im Falle einer Verschlechterung der Bonität der Emittenten bzw. bei Änderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Höhe der Kurse bedeutsame Auswirkungen auf die Ertragslage der Genossenschaft ergeben.

Aufgrund der Veränderung des allgemeinen Zinsniveaus ist die Bewertung aus unserer Sicht ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

zu 2.b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Bestände an Wertpapieren analysiert, deren Bewertungen mit erhöhter Ermessensentscheidung behaftet sind. Anhand ausgewählter Einzelfälle haben wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Ermessensentscheidungen und genutzten Bewertungswahlrechte risikoorientiert im Hinblick auf erhöhte Bewertungsunsicherheiten nachvollzogen. Bei Verzicht auf Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei Wertpapieren des Anlagevermögens haben wir beurteilt, ob die Wertminderung lediglich von vorübergehender Natur ist.

zu 2.c) Bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Eigenanlagen verweisen wir auf den Abschnitt B. des Anhangs sowie auf Abschnitt B.4.c des Lageberichts der Genossenschaft.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen:

- die übrigen Teile des Vertreterdialogs - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen - mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Davon werden uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt:

- die übrigen Teile des Vertreterdialogs - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen - mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht:

- Prüfung des Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäftes (§ 89 Abs. 1 WpHG)

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Holger König.

 

Hannover, 16. Mai 2024

Genoverband e.V.

Mario Kiesling, Wirtschaftsprüfer

Holger König, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Vertreterversammlung vom 18.06.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 1.656.000,25 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 8.591,01 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Bericht des Aufsichtsrates

Volksbank Chemnitz eG, Chemnitz

Der Aufsichtsrat hat im Berichtszeitraum die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben vollumfänglich erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und fasste die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Im Geschäftsjahr 2023 fanden zwölf planmäßige Aufsichtsratssitzungen statt. In den turnusmäßigen Beratungen hat sich der Aufsichtsrat mit den führungsrelevanten Informationen des Vorstandes zur Beurteilung der jetzigen und voraussichtlichen künftigen wirtschaftlichen Entwicklung der Bank sowie den Tochterunternehmen beschäftigt. Die möglichen Auswirkungen der geopolitischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten auf unsere Kunden und die Bank bildeten einen Schwerpunkt in den regelmäßigen Beratungen. Darüber hinaus haben wir intensiv über den Einfluss des Zinsanstieges und der Konjunkturabschwächung in Deutschland und deren Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bank beraten.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Genoverband e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Durch Ablauf der Wahlzeit scheiden Herr Thomas Dorroch, Herr Jens Müller und Frau Kathleen Spranger gemäß § 24 Abs. 3 der Satzung aus dem Aufsichtsrat aus. Die Wiederwahl von Thomas Dorroch, Herr Jens Müller und Frau Kathleen Spranger in den Aufsichtsrat ist zulässig. Frau Kathleen Spranger hat jedoch erklärt, aufgrund compliancerechtlicher Vorgaben der IHK Chemnitz nicht wieder für eine Wahl in den Aufsichtsrat zur Verfügung stehen zu können.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und den Mitarbeitern für die geleistete Arbeit.

 

Chemnitz, im Mai 2024

Der Aufsichtsrat

Jens Müller, Vorsitzender

Volksbank Chemnitz eG, Chemnitz

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Volksbank Chemnitz eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Volksbank Chemnitz eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Volksbank Chemnitz eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 56.447.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 292,7.

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 15.296.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 4.089 und betreffen laufende Steuern.

Die Volksbank Chemnitz eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

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