Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 741359
Eingetragen
24.5.2012
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von MöbelnTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Bekleidung und BekleidungszubehörGroßhandel mit Sportartikeln und -zubehör
Gegenstand
der Versandhandel (über Internet, Katalog, Mailings o.ä.) und der stationäre Handel mit Waren aller Art, insbesondere mit Sport-, Freizeit- und Trendartikeln, mit Bekleidung sowie mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen. Gegenstand des Unternehmens ist ferner die Erbringung und Vermittlung von Dienstleistungen und von Geschäftsbeziehungen, insbesondere die Tätigkeit als Werbeagentur.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stefanie Kniepen
seit 15.11.2023
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
SIGNA Sports United N.V.
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Internetstores Holding GmbH
Germany
297.619 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

internetstores GmbH

Stuttgart

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2019 bis zum 30.09.2020

Bilanz zum 30.09.2020

AKTIVA

Vorjahr
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.526.974,00 5.445.463,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.855.563,21 2.045.592,21
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
4. Geleistete Anzahlungen 4.330.478,54 3.927.529,36
13.713.015,75 11.418.584,57
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.615.622,00 1.098.505,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.426.583,00 1.280.501,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.384.680,00 8.927.877,78
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 306.654,32
16.426.885,00 11.613.538,10
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 1.023,00 1.023,00
1.023,00 1.023,00
30.140.923,75 23.033.145,67
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 309.252,75 268.346,97
2. Waren 73.192.991,50 74.345.624,66
3. Geleistete Anzahlungen 664.721,38 270.867,57
74.166.965,63 74.884.839,20
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.027.414,34 6.496.039,35
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 16.183.197,43 9.686.672,30
3. Sonstige Vermögensgegenstände 5.913.525,45 6.987.002,95
27.124.137,22 23.169.714,60
III. Schecks, Kassenbestand, Bundesbank- und Postbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten 28.569.438,31 4.939.562,92
129.860.541,16 102.994.116,72
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.112.470,45 356.042,21
161.113.935,36 126.383.304,60

PASSIVA

Vorjahr
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 297.619,00 297.619,00
II. Kapitalrücklage 8.785.391,85 8.785.391,85
III. Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 29.761,90 29.761,90
IV. Verlustvortrag (i. Vj. Gewinnvortrag) -5.855.279,22 2.192.093,63
V. Jahresüberschuss (i. Vj. Jahresfehlbetrag) 755.510,48 -8.047.372,85
4.013.004,01 3.257.493,53
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 237.236,00 0,00
2. Sonstige Rückstellungen 3.638.859,11 3.944.220,99
3.876.095,11 3.944.220,99
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.008.555,55 0,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 336.732,19 269.728,75
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36.833.305,15 43.070.958,38
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 75.044.662,57 69.362.073,25
5. Sonstige Verbindlichkeiten 10.999.210,05 6.462.847,69
153.222.465,51 119.165.608,07
D. Rechnungsabgrenzungsposten 2.370,73 15.982,01
161.113.935,36 126.383.304,60

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.10.2019 bis 30.09.2020

Vorjahr
1. Umsatzerlöse 391.077.701,88 278.577.249,42
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 2.057.968,40 2.781.600,00
3. Sonstige betriebliche Erträge 3.905.599,07 3.724.943,16
397.041.269,35 285.083.792,58
4. Materialaufwand Aufwendungen für bezogene Waren 258.269.975,55 187.183.033,60
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 21.890.253,57 19.578.521,59
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorung und für Unterstützung 4.215.247,68 3.746.834,81
davon für Altersversorgung EUR 18.240,00 (Vj.: TEUR 51)
26.105.501,25
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 4.473.279,30 3.407.603,27
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 102.188.980,61 75.616.820,95
106.662.259,91 79.024.424,22
6.003.532,64 -4.449.021,64
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 53.864,29 38.209,08
davon aus verb. UN EUR 36.163,06 (Vj.: TEUR 27)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.106.148,45 3.768.134,60
davon an verb. UN EUR 3.141.269,39 (Vj.: TEUR 2.170)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 195.738,00 -131.574,31
11. Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss (i. Vj. Jahresfehlbetrag) 755.510,48 -8.047.372,85

Amtsgericht Stuttgart, HRB 741359

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020

A. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Die Bilanz wurde gemäß den Gliederungsvorschriften des § 266 HGB für große Kapitalgesellschaften und dem GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 HGB aufgestellt.

Für die Gliederung des Anhangs wurden die geltenden Vorschriften des HGB beachtet.

B. ANGABEN ZU DEN BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Nachstehend geben wir, soweit dies für die Beurteilung des Jahresabschlusses wesentlich ist, eine Übersicht über die Wertansätze, die Bilanzierungs- sowie Bewertungsmethoden und die Ausübung von Bilanzierungs- sowie Bewertungswahlrechten.

Die Vermögens- und Schuldpositionen sind unter Beachtung der Vorschriften des HGB für Kapitalgesellschaften und der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung bewertet.

Die immateriellen Vermögensgegenstände umfassen gewerbliche Schutzrechte, Software, Lizenzen und ähnliche Rechte sowie selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände. Sie werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die projektbezogen angefallenen Personalkosten. Abschreibungen erfolgen linear und bemessen sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Hierbei werden Nutzungsdauern von 3 bis 5 Jahren angenommen.

Auf Basis des Wahlrechts nach § 248 Abs. 2 HGB wurden Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 2.058 (Vj.: TEUR 2.782) in den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen aktiviert. Die Bewertung erfolgte zu Herstellungskosten nach den §§ 253 Abs. 1 S. 1, 255 Abs. 2a HGB unter Inanspruchnahme des Wahlrechts bezüglich des Einbezugs der angemessenen Teile der allgemeinen Verwaltungskosten. Die Nutzungsdauer dieser Vermögensgegenstände wurde mit drei bis fünf Jahren angesetzt. Insgesamt sind zum Bilanzstichtag Entwicklungskosten mit einem Restbuchwert von TEUR 10.857 (Vj.: TEUR 9.373) aktiviert und unterliegen gemäß § 268 Abs. 8 HGB einer Ausschüttungssperre.

Der Gesamtbetrag der im Geschäftsjahr angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten beträgt TEUR 2.058.

Erworbene Domains unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung und werden jährlich auf Wertminderungsbedarf überprüft.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um die planmäßige Abschreibung bilanziert. Die Anschaffungskosten umfassen auch die einzeln zuordenbaren Anschaffungsneben kosten. Abgänge werden zu Anschaffungskosten abzüglich angefallener Abschreibungen zum Zeitpunkt ihres Ausscheidens ausgebucht. Die Abschreibungen erfolgen linear und bemessen sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Hierbei werden Nutzungsdauern von 3 bis 15 Jahren angenommen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von EUR 150,00 bis EUR 1.000,00, und ab Januar 2018 von EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 werden entsprechend den steuerlichen Vorschriften zusammengefasst aktiviert und über 5 Jahre linear abgeschrieben.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert.

Die Bewertung der Handelswaren erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Anschaffungsnebenkosten sowie Preisnachlässen und ggf. Wechselkurseffekten. Eine Abwertung nicht gängiger Artikel der Handelswaren wurde gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bilanziert. Bei Forderungen, deren Eindringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Für das allgemeine Ausfallrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung vorgenommen worden.

Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nennwerten bilanziert.

Die sonstigen Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestanden zum Abschlussstichtag nicht.

Sämtliche Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Beachtung des Imparitätsprinzips mit dem Kurs zum Entstehungszeitpunkt oder dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag angesetzt. Für kurzfristige Fremdwährungspositionen wurde gemäß § 256a Satz 2 HGB auf die Beachtung des Anschaffungskosten- und des Realisationsprinzips verzichtet.

Darüber hinaus sichert die internetstores GmbH die Risiken aus Kursverlusten und künftigen Wechselkursschwankungen durch Devisentermingeschäfte. Dies wird zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken aus zukünftigen, erwarteten US-Dollar-Zahlungen aus dem Import von Produkten im Segment "Private Label" angewendet. Als Grundgeschäft werden Auszahlungen aus dem Import für Produkte im Segment "Private Label" designiert, welche im Geschäftsjahr 2020/2021 erwartet werden. Zudem werden Einzahlungen von Kunden aus den schweizerischen Online-Shops in CHF über Devisentermingeschäfte abgesichert. Als Sicherungsgeschäfte dienen Devisentermingeschäfte in USD und CHF mit Laufzeitoption. Des Weiteren bestehen Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken eines Darlehens von der schwedischen Schwestergesellschaft Add Nature AB.

Sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, werden Grundgeschäfte und Sicherungsgeschäfte zu Bewertungseinheiten nach § 254 HGB zusammengefasst. Bei der Bildung von Bewertungseinheiten werden die Wertänderungen oder Zahlungsströme aus den Grund- und Sicherungsgeschäften gegenübergestellt. Die unrealisierten Gewinne und Verluste aus den effektiven Teilen gleichen sich vollständig aus und werden weder bilanziell noch ergebniswirksam berücksichtigt (Erläuterungen zu Bewertungseinheiten siehe E.2).

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. Anlagevermögen

Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anlagespiegel zu entnehmen, der als Anlage zum Anhang beigefügt ist.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen gegen die Gesellschafterin Internetstores Holding GmbH in Höhe von TEUR 12.104 (Vj.: TEUR 5.253). Die Forderungen gegen die Gesellschafterin Internetstores Holding GmbH resultieren aus dem Verrechnungskonto.

Die weiteren Forderungen gegen verbundene Unternehmen stellen, wie im Vorjahr, ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar.

Die Forderungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

3. Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 298.

Der Jahresüberschuss und Verlustvortrag sollen voraussichtlich auf neue Rechnung vorgetragen werden.

4. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Retouren und Gewährleistung i.H.v. TEUR 2.090 sowie Personalrückstellungen i.H.v. TEUR 1.423.

5. Verbindlichkeiten

Im nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel sind die Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten gegliedert.

Gesamt Restlaufzeit bis 1 Restlaufzeit 1 - 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 30.009 9 30.000 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 337 337 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36.833 36.833 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 75.045 9.912 65.132 0
Sonstige Verbindlichkeiten 1) 10.999 10.999 0
Gesamt 153.222 58.090 95.132 0

1) davon aus Steuern: TEUR 9.114 (Vj.: TEUR 4.666)

Im Vorjahr hat die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit einem Betrag von TEUR 69.362 eine Restlaufzeit von 1 - 5 Jahre betragen. Bei den weiteren Verbindlichkeiten hat es sich im Vorjahr um kurzfristige Verbindlichkeiten gehandelt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen mit TEUR 5.000 (Vj.: TEUR 5.000) ein Gesellschafterdarlehen, das die Internetstores Holding GmbH der Gesellschaft gewährt hat. Verbindlichkeiten gegenüber Add Nature AB bestehen in Höhe von TEUR 148 (Vj.: TEUR 436), die aus erbrachten Leistungen resultieren, sowie einem im November 2015 in Anspruch genommenen Darlehen in Höhe von TEUR 3.223. Zudem besteht eine Verbindlichkeit gegenüber der Publikat GmbH, resultierend aus Logistikdienstleistungen in Höhe von TEUR 280 (Vj.: TEUR 351).

Gegenüber der SIGNA Sports United bestehen Darlehen in Gesamthöhe von TEUR 56.739 (Vj.: TEUR 32.809) sowie zusätzliche Zinsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.909 (Vj.: TEUR 19). Zudem bestehen Verbindlichkeiten aus Weiterbelastungen in Höhe von insgesamt TEUR 3.101, wovon TEUR 554 im Anlagevermögen aktiviert wurden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 4.687 (Vj.: TEUR 9.999), welche aus Zentralregulierung eines Kreditinstituts resultieren.

Zudem verfügt die internetstores GmbH seit diesem Geschäftsjahr über eine langfristige Konsortialfinanzierung, aus welcher sich eine Verbindlichkeit ggü. Kreditinstituten zum Stichtag über TEUR 30.009 ergibt.

Innerhalb der Laufzeit des Darlehensvertrages von drei Jahren können zur Rückzahlung fällige Darlehensbeträge revolvierend abgerufen werden, sodass die Darlehensverbindlichkeit nicht zur Rückzahlung fällig wird. Die tatsächliche Rückzahlungsverpflichtung tritt somit erst nach Ende der gesamten Laufzeit im Geschäftsjahr 2022/2023 ein.

Die Konsortialfinanzierung ist nachfolgend besichert:

Sicherungsübereignung Warenlager

Globale Sicherungszession (Forderungen LuL, Versicherungsforderungen, Lizenzvereinbarungen)

Sicherungsabtretung IP Rechte

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

Warenverkäufe Inland: TEUR 166.176 (Vj.: TEUR 133.150)
Warenverkäufe Ausland: TEUR 224.901 (Vj.: TEUR 145.427)

Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen handelt es sich überwiegend um Erträge aus intercompany Leistungen in Höhe von TEUR 2.245 sowie Erträge aus Marketingleistungen in Höhe von TEUR 833.

Die periodenfremden Aufwendungen des Berichtsjahres betrugen EUR 2,1 Mio. (Vj.: TEUR 21) und betreffen im Wesentlichen periodenfremden Warenrechnungen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind, wie im Vorjahr, keine Aufwendungen aus der Währungsumrechnung enthalten.

E. Sonstige Angaben

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Miet- und Leasingverpflichtungen in folgender Höhe:

Bis 1 Jahr: TEUR 2.760
1 bis 4 Jahre: TEUR 5.188

2. Devisentermingeschäfte

Wie im Vorjahr wurden Sicherungsgeschäfte für den Bezug von Waren in USD, ein aufgenommenes Fremdwährungsdarlehen in SEK sowie Fremdwährungssicherungen für CHF und SEK abgeschlossen.

Zur Absicherung der Risiken aus Währungskursschwankungen für den geplanten USD-Warenbezug im Segment "Private Label" hat die Gesellschaft Devisentermingeschäfte (Forward-Kontrakte) mit Laufzeitoption abgeschlossen. Die Gesellschaft hat zum Stichtag schwebende Terminkäufe von TUSD 10.800 im Bestand. Der Marktwert der Termingeschäfte ist am Abschlussstichtag mit TEUR 385 negativ.

Zudem wurden (Forward-Kontrakte) für CHF abgeschlossen. Diese dienen der Absicherung der Umsätze, welche in den Schweizer Shops in CHF gemacht werden. Die schwebenden Terminkäufe belaufen sich zum 30. September 2020 auf TCHF 15.000. Der Marktwert der Termingeschäfte ist am Abschlussstichtag mit TEUR 169 positiv.

Des Weiteren wurden (Forward-Kontrakte) für SEK abgeschlossen. Diese dienen der Absicherung der Umsätze, welche in den schwedischen Shops in SEK gemacht werden. Die schwebenden Terminkäufe belaufen sich zum 30. September 2020 auf TSEK 90.000. Der Marktwert der Termingeschäfte ist am Abschlussstichtag mit TEUR 11 positiv.

Bilanziell werden die Wertänderungen der Devisentermingeschäfte nicht erfasst, da die USD-Terminkäufe mit Wareneinkaufsverträgen und die Terminverkäufe in CHF und SEK mit Warenverkaufsverträgen, deren Abschluss im Geschäftsjahr 2020/2021 mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wird ("höchstwahrscheinliche Geschäfte"), im Rahmen von Micro-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst worden sind.

Die Gesellschaft hat außerdem eine Bewertungseinheit aus einem langfristigen SEK-Darlehen von SEK 30.000.000 und drei EUR/SEK-Termingeschäften gebildet. Die Sicherungsbeziehung wird unter Anwendung der Einfrierungsmethode abgebildet. Daher werden die Verbindlichkeiten seit dem Zeitpunkt der Zuordnung der Sicherungsbeziehung zum Sicherungskurs umgerechnet und um TEUR 382 unter dem zum Stichtagskurs umgerechneten Wert ausgewiesen, da es insoweit effektiv gegen das Währungskursänderungsrisiko gesichert ist.

3. Organe der Gesellschaft

Geschäftsführer der Gesellschaft sind:

Hans Dohrmann (Zuständigkeit übergreifend als CEO)

Thomas Spengler (zuständig für CRM, Customer Service, Performance Marketing, Internationalization)

Bernd Humke (zuständig für Finanzen, Operations, Personal, B2B) (abbestellt am 28. Juli 2019, Austragung aus dem Handelsregister erfolgte am 20. Februar 2020)

Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, vertritt er allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, vertreten zwei gemeinsam oder ein Geschäftsführer mit einem Prokuristen

Die Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des § 181 BGB insoweit befreit, als sie ermächtigt sind, Rechtsgeschäfte für die Gesellschaft namens der Gesellschaft und zugleich als Vertreter eines Dritten abzuschließen (§ 181 Alt. 2 BGB).

Die Geschäftsführer haben für ihre Tätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Vergütung von der Gesellschaft bezogen.

4. Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2019/2020 waren durchschnittlich 529 Mitarbeiter beschäftigt. Dabei waren im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittlich 183 gewerbliche Mitarbeiter und 267 angestellte Mitarbeiter beschäftigt.

5. Mutterunternehmen bei Konzernzugehörigkeit

Die Internetstores Holding GmbH mit Sitz in Stuttgart ist alleinige Anteilseignerin der internetstores GmbH. Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Signa Retail Selection AG, Zürich, Schweiz, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Konsolidierungskreis aufstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Muttergesellschaft erhältlich.

6. Abschlussprüferhonorar

Für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 wurde vom Abschlussprüfer ein Gesamthonorar für Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von TEUR 75 berechnet.

 

Stuttgart, den 31. Januar 2021

Hans Dohrmann, CEO

Thomas Spengler, CCO

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. Oktober 2019 BIS 30. September 2020

Anschaffungs-/ Herstellungskosten
01.10.2019 Zugänge Umbuchung Abgänge 30.09.2020
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 8.199.953,08 1.315.556,99 1.787.942,26 0,00 11.303.452,33
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.231.584,51 1.057.111,15 311.931,11 -151.035,46 6.449.591,31
3. Geschäfts- oder Firmenwert 173.055,00 € 0,00 0,00 0,00 173.055,00
4. geleistete Anzahlungen 3.927.529,36 2.502.822,55 -2.099.873,37 0,00 4.330.478,54
17.532.121,95 4.875.490,69 0,00 -151.035,46 22.256.577,18
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.488.144,37 659.621,44 0,00 0,00 2.147.765,81
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.624.114,59 4.408.482,99 0,00 0,00 7.032.597,58
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.085.795,98 1.677.105,26 306.654,32 -158.291,68 16.911.263,88
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 306.654,32 0,00 -306.654,32 0,00 0,00
19.504.709,26 6.745.209,69 0,00 -158.291,68 26.091.627,27
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 1.023,00 0,00 0,00 0,00 1.023,00
1.023,00 0,00 0,00 0,00 1.023,00
37.037.854,21 11.620.700,38 0,00 -309.327,14 48.349.227,45
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2019 Zugänge Abgänge 30.09.2020
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.754.490,08 2.021.988,25 0,00 4.776.478,33
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.185.992,30 556.507,26 -148.471,46 3.594.028,10
3. Geschäfts- oder Firmenwert 173.055,00 0,00 0,00 173.055,00
4. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
6.113.537,38 2.578.495,51 -148.471,46 8.543.561,43
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 389.639,37 142.504,44 0,00 532.143,81
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.343.613,59 262.400,99 0,00 1.606.014,58
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.157.918,20 1.489.878,36 -121.212,68 7.526.583,88
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
7.891.171,16 1.894.783,79 -121.212,68 9.664.742,27
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
14.004.708,54 4.473.279,30 -269.684,14 18.208.303,70
Restbuchwerte Restbuchwerte
30.09.2020 01.10.2019
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.526.974,00 5.445.463,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.855.563,21 2.045.592,21
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
4. geleistete Anzahlungen 4.330.478,54 3.927.529,36
13.713.015,75 11.418.584,57
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.615.622,00 1.098.505,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.426.583,00 1.280.501,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.384.680,00 8.927.877,78
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 306.654,32
16.426.885,00 11.613.538,10
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 1.023,00 1.023,00
1.023,00 1.023,00
30.140.923,75 23.033.145,67

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. OKTOBER 2019 BIS 30. SEPTEMBER 2020

1. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS

Überblick zur Geschäftstätigkeit des Unternehmens

Die internetstores GmbH ist ein europaweit agierender Sportversandhändler, insbesondere für Bike- und Outdoor-Produkte. In mehreren europäischen Ländern betreibt das Unternehmen zahlreiche Onlineshops, die den Kunden ein sehr gezieltes Sortiment in den Bereichen Fahrräder, Fahrradteile und Accessoires sowie Outdoor-Bekleidung und -Ausrüstung anbieten.

Entsprechende Brands wie Bikester, addnature, CAMPZ und fahrrad.de zählen zum Portfolio des Unternehmens, dessen regionaler Fokus auf Mittel- und Nordeuropa liegt. Im Geschäftsbereich "Bike" werden zudem auch spezielle Zielgruppenshops betrieben: z.B. Brügelmann für den sportiven Rennradfahrer oder Mountainbiker.

Das Unternehmen führt ferner im "Fullbike"-Bereich mit den unterschiedlich positionierten Marken Votec, Serious, Fixie Inc., Ortler und Vermont ein breites Eigenmarken Portfolio. Im Bereich von Zubehör und Bekleidung, sowohl für Bike als auch für Outdoor, wurden in den letzten Jahren die Eigenmarken RCP, Axant und CAMPZ eingeführt und haben sich im Markt etabliert.

Die internetstores GmbH betreibt zudem auch stationäre Fahrrad-Geschäfte in Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Dortmund. Durch die stationären Kontaktpunkte wurde der Ausbau des Kundenservice mithilfe großer Werkstattbereiche sowie professioneller Beratung vor Ort weiter ausgebaut. Zusätzlich zu den eigenen physischen Stores betreibt die internetstores GmbH ein wachsendes Service-Partner-Netzwerk mit etwa 200 Partnern in Deutschland sowie einen mobilen Ausliefer- und Reparatur-Service gemeinsam mit einem externen Partner.

Neben dem Vertrieb über eigene Onlineshops trägt auch der Verkauf der Sortimente über sog. Vertriebsplattformen (= Marktplätze) von Universalversandhändlern wie Amazon, Ebay oder Otto zum Umsatz der Gesellschaft bei.

Das fahrrad.de Fahrrad-Leasing Angebot, das die internetstores GmbH in Zusammenarbeit mit einer Leasingbank anbietet, wurde weiter ausgebaut: Alle Leasingkunden profitieren vom Komplettservice "Ready-to-Ride" und erhalten ihr Rad komplett montiert und individuell angepasst zu sich nach Hause geliefert. Ein Zweiradmechaniker übernimmt dabei die Einstellungen und die Übergabe des Fahrrads vor Ort beim Kunden. Mitbestelltes Zubehör wird montiert und zum individuell vereinbarten Termin mit ausgeliefert. Somit wird die Wahrscheinlichkeit einer Retoure reduziert und gleichzeitig die Zufriedenheit der Kunden mit der gelieferten Produktqualität gesteigert.

Durch diese Vernetzung von On- und Offline-Kanälen soll ein noch breiteres Spektrum an Kundensegmenten angesprochen werden.

Forschung und Entwicklung

Im Rahmen eines Innovationsmanagements verfolgt internetstores das Ziel, sowohl den technischen als auch den kundengetriebenen Entwicklungen, Trends und Nachfrageveränderungen durch stetige Weiterentwicklung des Marktauftrittes Rechnung zu tragen, um so ein bestmögliches Einkaufserlebnis für den Endkunden zu ermöglichen.

Konkret werden die Onlineshops in ihrer Funktionalität im Rahmen von definierten IT-Projekten laufend entsprechend der Kundenbedürfnisse weiterentwickelt und entsprechen dem technisch neuesten Stand. Die aktivierten Eigenleistungen (IT-Entwicklungen) betragen 1.588 TEUR (Aktivierungsquote: 42% im Verhältnis zum Personalaufwand des IT-Bereiches). Im Geschäftsjahr 2018/2019 betrugen die aktivierte Eigenleistungen 2.243 TEUR (Aktivierungsquote: 72%).

Darüber hinaus werden auch die produktseitigen Trends durch detaillierte Markt- und Kundenbeobachtung im Rahmen der Sortimentsentwicklung kontinuierlich berücksichtigt. Im Bereich der Eigenmarken kommt es laufend zu Neu- und Weiterentwicklungen einzelner Produkte, insbesondere bei Fahrrädern, aufgrund von geänderten Markt- und Sortimentsanforderungen. Im Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 wurde das Sortiment so um eine ganze Reihe weiterer Fahrradmodelle ergänzt. Das Engagement im E-Bike Bereich wurde wie im Vorjahr weiter verstärkt. Daneben wurde im Bereich Outdoor die Marke CAMPZ im Geschäftsjahr weiter ausgebaut.

Der nachhaltige Erfolg der Eigenmarkenstrategie wurde durch eine Vielzahl an hervorragenden Testergebnissen in der Fachpresse wiederholt bestätigt. Durch das fundierte Bike- und Outdoor-Know-how der Mitarbeiter und Führungskräfte ist das Unternehmen weiterhin bestens gerüstet, um die Produktneu- und Weiterentwicklungen im Bereich der Eigenmarken kontinuierlich voranzutreiben.

Die zunehmende Bedeutung von Eigenmarken, welche von Herstellern in unterschiedlichen Regionen und Währungsräumen direkt bezogen werden, stellt einen wichtigen Treiber für die Verbesserung der Rohertragsmargen dar. Die aktivierten Eigenleistungen in diesem Bereich betragen im Geschäftsjahr 2019/2020 274 TEUR (Aktivierungsquote: 67%). Im Vorjahr wurden Eigenleistungen bei Eigenmarken in Höhe von 490 TEUR (Aktivierungsquote: 81%) aktiviert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 waren durchschnittlich 55 Mitarbeiter (Geschäftsjahr 2018/2019: 43 Mitarbeiter) im Bereich Entwicklung angestellt. Die Geschäftsleitung der internetstores GmbH wurde im Dezember 2019 um die Position des CDO (Chief Digital Officer) erweitert, um die strategische Entwicklung des Bereiches Forschung und Entwicklung auf höchster Managementebene zu integrieren.

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Situation und Entwicklung der Branche

Nach den aktuellen Zahlen des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh), konnte der E-Commerce-Umsatz von 56,0 Mrd. EUR in den ersten 9 Monaten 2020 um 10,6% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 gesteigert werden. Nach einem Einbruch im 1. Quartal ist die E-Commerce Branche gerade im 2. Quartal 2020 überdurchschnittlich gewachsen und das überdurchschnittliche Wachstum konnte auch im 3. Quartal fortgesetzt werden. Der bevh gibt an, dass sich gerade in der aktuellen COVID-19-Pandemie die Verbraucher auf die belastbaren Lieferstrukturen des Online- und Versandhandels verlassen können. Darüber hinaus zeigen bevh-Umfragen, dass Verbraucher aufgrund der Erfahrungen in der Corona-Krise auch künftig mehr online bestellen wollen.

In den Medien, in der Gesellschaft und bei den Verbrauchern nehmen die Themen Fahrrad und E- Bike heute einen hohen Stellenwert ein. Innovationskraft und Qualität der Erzeugnisse der deutschen und internationalen Fahrradindustrie begeistern und sorgen dafür, dass der Markt für Fahrräder, E-Bikes, Komponenten und Zubehör seit Jahren immer wieder Umsatzrekorde verzeichnet. Insbesondere seit der Corona-Pandemie hat sich das Mobilitätsverhalten in Deutschland stark verändert. Profitiert davon hat nach Untersuchungen des allgemeinen deutschen Fahrrad-Club (ADFC) insbesondere das Fahrrad. Im Jahr 2020 hat sich der Mobilitätsradius der Deutschen deutlich verringert, während weniger Reisen unternommen wurden, nahm die Fahrradnutzung im Alltag deutlich zu. Umfrageergebnisse des ADFC zeigen, dass das Fahrrad viele Menschen überzeugt hat und auch nach der Krise wollen Menschen weiterhin öfter mit dem Fahrrad fahren.

Nach Angaben des deutschen Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden im Jahr 2019 in Deutschland 4,31 Mio. Stück Fahrräder und E-Bikes verkauft. Dies entspricht einer Steigerung von 3,1% gegenüber 2018. Auffällig ist dabei der erneut starke Anstieg von verkauften E-Bikes im Jahr 2019 von + 39,0%, während bei Fahrrädern ein Rückgang von -7,8% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen ist. Im Jahr 2019 wurden 1,36 Mio. E-Bikes abgesetzt und der Marktanteil von E-Bikes am Gesamtfahrradmarkt steigerte sich auf nunmehr 31,5%. Der Gesamtumsatz im deutschen Fahrrad und E-Bike Markt lag im Jahr 2019 bei 4,23 Mrd. Euro und konnte um rund 34% gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Der Umsatzanstieg ist dabei auf den hohen Absatz von E-Bikes mit einem signifikant höheren Verkaufspreis pro Fahrrad (inkl. E-Bikes) zurückzuführen. In Deutschland lag der durchschnittliche Verkaufspreis für Fahrräder im Jahr 2019 bei 982 € und damit um rund 30% höher als im Jahr 2018. Nach Einschätzungen des ZIV konnte ebenfalls ein Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises bei klassischen Fahrrädern festgestellt werden. Das spricht für eine Fortsetzung des Trends zu Markenprodukten und Fahrzeugen mit hoher Qualität. Für die Marktentwicklung in Europa rechnete der ZIV mit einem Anstieg der verkauften E-Bikes von im Jahr 2018 2,9 Mio. Stück auf 3,6 Mio. Stück im Jahr 2019.

Im Bericht für das 1. Halbjahr 2020 geht der ZIV davon aus, dass rund 3,2 Mio. Fahrräder und E-Bikes verkauft wurden und so der Absatz um 9,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden konnte. Als Gründe für das weitere Absatzwachstum nennt der ZIV den überdurchschnittlich guten Start in das Jahr 2020 durch einen milden Januar. Zu Beginn der Corona Pandemie kam es zunächst zur Unterbrechung der Lieferketten durch den Shutdown in China. Während des Lockdowns in Deutschland mussten die Fahrradgeschäfte von Mitte März bis Mitte April schließen, gleichzeitig vermeldeten Onlineanbieter in diesem Zeitraum hohe Absätze. Seit Öffnung der Fahrradgeschäfte erlebte die gesamte Branche im zweiten Quartal einen regelrechten Run auf Fahrräder, E-Bikes, Komponenten und Zubehör. Als Gründe werden hierbei vom ZIV die Meldung des ÖPNV und Umstieg auf alternative Verkehrsmittel, Drang nach Bewegung an der frischen Luft mit ausreichend Abstand und geänderte Urlaubspläne zugunsten vermehrter Radreisen im eigenen Land genannt.

Überblick zur Geschäftsentwicklung

Geschäftsjahr 2019/2020 Geschäftsjahr 2018/2019 Veränderung zum Vorjahr
in TEUR in TEUR
Umsatzerlöse 391.078 100,0% 278.577 100,0% 112.500 40,4%
Aktivierte Eigenleistungen 2.058 0,5% 2.782 1,0% -724 -26,0%
Sonstige Erlöse 3.906 1,0% 3.725 1,3% 181 4,8%
Materialkosten -258.270 -66,0% -187.183 -67,2% -71.087 -38,0%
Personalkosten -26.106 -6,7% -23.325 -8,4% -2.781 -11,9%
Sonstige Kosten -102.189 -26,1% -75.617 -27,1% -26.572 -35,1%
EBITDA 10.477 2,7% -1.041 -0,4% 11.518 >100,0%
Anpassungen 3.119 0,8% 3.030 1,1% 89 3,0%
angepasstes EBITDA 13.596 3,5% 1.988 0,7% 11.608 > 100,0 %

Zur Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung wurde die Gewinn- und Verlustrechnung um Sondereffekte sowie Dienstleistungsverrechnungen der Muttergesellschaft angepasst. Die Anpassungen des EBITDA enthalten im Geschäftsjahr 2019/2020 u. a. im Zusammenhang mit Dienstleistungsverrechnungen der Muttergesellschaft (2,3 Mio. EUR), dem Set-up der neuen Multi-Channel Strategie (0,6 Mio. EUR) sowie Restrukturierungsaufwendungen (0,1 Mio. EUR). Im Vorjahr resultierten die Anpassungen des EBITDA im Wesentlichen aus dem Set-up der neuen Multi-Channel Strategie (2,0 Mio. EUR), Aufwendungen für den Umzug des Outdoor-Warenbestands vom Warenlager in Esslingen an den Standort Großostheim (0,4 Mio. EUR) sowie Beratungsaufwendungen (0,3 Mio. EUR).

Im Geschäftsjahr 2019/2020 wurde gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum eine Umsatzsteigerung von 278,6 Mio. EUR auf 391,1 Mio. EUR (+40,4%) erzielt. Zur Umsatzsteigerung trugen insbesondere die beiden Bike-Segmente DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz) mit 35,0% sowie Rest of Europe (RoE) mit 97,6%, gemeint ist damit Europa ohne die DACH und Nordics (Skandinavien) Region, erheblich bei. Speziell auf den für das Unternehmen neuen Märkten konnte hier seit Frühling 2020 ein außergewöhnliches Umsatzwachstum festgestellt werden, bei gleichzeitig geringen Marketingaufwendungen.

Auch das Outdoor-Geschäft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem Umsatzwachstum von +39,5% sehr erfolgreich. Trotz eines wiederholt sehr milden Winters 2019/2020, profitierte das Outdoorsegment ebenfalls durch einen deutlichen Nachfrageanstieg seit März 2020. Im "Outdoor"-Segment DACH betrug das Wachstum dabei +42,0% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2019/2020 von seiner Beschaffungsstrategie profitiert und konnte durch den frühzeitigen Einkauf von Bike- und Outdoorwaren, bereits im Frühjahr 2020 ein sehr breites Sortiment vorweisen. Auf die enorm gestiegene Nachfrage seit März 2020 im Bereich Bike und Outdoor konnte daher jederzeit sehr gut reagiert werden. Das starke Umsatzwachstum im Bereich Fullbikes und E-Bikes führte zu einem signifikanten Anstieg des AOV (Average Order Value) und damit auch zu einer höheren absoluten Rohertragsmarge im Geschäftsjahr 2019/2020. Speziell der strategisch starke E-Bike Fokus konnte wie geplant weiter forciert werden.

Zum einen konnte in Ländern mit stärkeren Lockdown-Einschränkungen, insbesondere seit Frühjahr 2020, eine hohe Anzahl an Neukunden, bei gleichzeitig geringen Marketingaufwendungen, hinzugewonnen werden. Andererseits konnte auch die Anzahl der Bestandskunden im Geschäftsjahr 2019/2020 erneut deutlich gesteigert werden. Erfreulich entwickelten sich aber auch andere relevante Kennzahlen, wie etwa der Anteil der Kunden, die die Onlineshops des Unternehmens mit ihren mobilen Endgeräten nutzen. Die Retourenquote konnte durch verschiedene Optimierungen im Bereich der Produktdaten sowie durch den insgesamt weiter verbesserten Service erneut auf einem sehr niedrigen Niveau von 17,4% gehalten werden.

Insgesamt war das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 der internetstores GmbH ein erfolgreiches, primär durch starkes Wachstum geprägtes Geschäftsjahr. An 163 Tagen des Jahres konnte ein Tagesumsatz von mehr als 1 Mio. EUR und an 48 Tagen von mehr als 2 Mio. EUR erzielt werden. Der Spitzentagesumsatz lag im Geschäftsjahr 2019/2020 bei 3 Mio. EUR.

Garant für das Wachstum im Geschäftsjahr waren unterschiedliche Faktoren: Neben der zum Ziel gesetzten Wachstumsstrategie des Unternehmens wurde die Umsatzsteigerung durch den starken Nachfrageanstieg in der derzeitigen COVID-19 Situation begleitet. Gründe für die gesteigerte Nachfrage waren dabei zum einen, die sichtbar gestiegene Nachfrage nach Individualsportaktivitäten (u. a. für die Bereiche Bike und Outdoor) in Europa seit März 2020. Zum anderen konnte durch die Lockdown-Maßnahmen in Europa und die anschließende Wiedereröffnung der Einzelhandelsgeschäfte nur unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen ein starker Nachfragewechsel von Offline zu Online festgestellt werden. Auch mit Lockerung der Lockdown Maßnahmen in den einzelnen Ländern im Sommer 2020, ist die Nachfrage für Bike und Outdoor-Artikel auf einem sehr hohen Niveau geblieben und führte zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten im Geschäftsjahr 2019/2020.

Im Zuge der hohen Bestelleingänge seit März 2020 kam es zunächst zu verlängerten Lieferzeiten, was sich zunächst negativ auf die Kundenzufriedenheit ausgewirkt hat, welche über den Net Promoter Score (NPS) gemessen wird. Hier hat die Geschäftsführung schnell gehandelt und einen variablen Zweischichtbetrieb an den Bike-Standorten eingeführt und somit die Logistikkapazität in der Fahrradsaison 2020 weiter maßgeblich erhöht. Im Ergebnis konnte der Net Promoter Score im Jahresverlauf wieder kontinuierlich verbessert werden. Darüber hinaus profitierten Kunden unter anderem von modernen Mobil-Versionen der Onlineshops und dem professionellen Kundenservice in der jeweiligen Landessprache.

Darüber hinaus hebt sich das Unternehmen mit den seit 2018 eröffneten stationären Fahrrad-Geschäften in inzwischen fünf strategisch gewählten deutschen Großstädten sowie mit seinem Service-Partner Konzept und der dadurch entstandenen Vernetzung von Online- und Offline-Kanälen deutlich vom Wettbewerb ab. Im Geschäftsjahr 2019/2020 konnte das Netzwerk an Service Partner deutlich auf etwa 200 Partner in Deutschland gesteigert werden. An dieser erfolgreichen Strategie hält die Unternehmensgruppe weiterhin fest und baut diese in den kommenden Jahren weiter aus. Damit soll die Anzahl der stationären Kontaktpunkte für die Kunden weiter erhöht werden. Ebenfalls kann der Kundenservice durch eine professionelle Beratung durch den Mitarbeiter vor Ort und einen Reparatur-Service weiter ausgebaut werden.

3. DARSTELLUNG DER VERMÖGENS-, ERTRAGS- UND FINANZLAGE

Vermögenslage

Die Bilanzsumme zum 30. September 2020 beträgt 161.114 TEUR (Vj.: 126.383 TEUR).

Das Anlagevermögen in Höhe von 30.141 TEUR (Vj.: 23.033 TEUR) enthält im Wesentlichen selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte, die Investitionen in die Lagerlogistik Esslingen (im Wesentlichen Versand-Anlage), Holdorf (Bike-Montage Anlage) und Untertürkheim (Retouren Anlage) sowie Investitionen in die stationären Stores in Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Dortmund.

Das Umlaufvermögen in Höhe von 129.861 TEUR (Vj.: 102.994 TEUR) entfällt mit 74.167 TEUR (Vj.: 74.885 TEUR) im Wesentlichen auf den aktuellen Warenbestand mit europaweit angebotenen Markenprodukten. Der Rückgang der Warenbestände zum 30. September 2020 im Vergleich zum Vorjahr ist zum einen Ergebnis des sehr erfolgreichen Saisonverlaufs, insbesondere im Fahrrad / E-Bike Segment und zum anderen auf die kontinuierlich verbesserten Planungs- und Steuerungsprozesse, welche im Geschäftsjahr 2019/2020 zum Einsatz kamen, zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Bilanzstichtag um 1.469 TEUR auf 5.027 TEUR (Vj.: 6.496 TEUR) leicht gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf Cut-Off Effekte und eine Verbesserung der DSO (days sales outstanding) zurückzuführen. Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind von 9.687 TEUR im Vorjahr auf 16.183 TEUR gestiegen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen gegen die Gesellschafterin Internetstores Holding GmbH in Höhe von TEUR 12.104 (Vj.: TEUR 5.253). Die Forderungen gegen die Gesellschafterin Internetstores Holding GmbH resultieren aus dem Verrechnungskonto. Es dient der Abwicklung des laufenden Zahlungsverkehr mit der Gesellschafterin, da die Internetstores Holding GmbH selbst keine Einnahmen erzielt. Die Forderungen bestehen gegenüber der Gesellschafterin sowie gegen andere verbundene Unternehmen und stellen hier, wie im Vorjahr, ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar. Die sonstigen Vermögenswerte, bestehen im Wesentlichen aus Umsatzsteuerforderungen und Lieferantenboni, diese betragen zum 30. September 2020 5.914 TEUR (Vj.: 6.987 TEUR).

Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote, unter Berücksichtigung der langfristigen Darlehen von Gesellschaftern und verbundenen Unternehmen und der endfälligen Darlehen des Gesellschafters inkl. aufgelaufener und ebenfalls endfälliger Zinsen in Höhe von insgesamt 65,1 Mio. EUR (Vj.: 62,0 Mio. EUR), beträgt zum Bilanzstichtag 42,9% (Vj.: 51,6%). Das absolute wirtschaftliche Eigenkapital erhöhte sich von 65,3 Mio. EUR auf 69,1 Mio. EUR. Die Gesellschafterdarlehen haben eine Laufzeit bis Ende 2021 oder länger. Die rechtliche Eigenkapitalquote beträgt zum 30. September 2020 2,5% und das absolute rechtliche Eigenkapital erhöhte sich von 3,3 Mio. EUR auf 4,0 Mio. EUR.

Das Fremdkapital (ohne Berücksichtigung der Gesellschafterdarlehen) beläuft sich auf 92,0 Mio. EUR (Vj.: 61,1 Mio. EUR). Der Anstieg des Fremdkapitals betrifft insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die Bankverbindlichkeiten von 30,0 Mio. EUR (Vj.: 0,0 Mio. EUR) bestehen zum Stichtag gegenüber einem aus drei Banken bestehenden Bankenkonsortium in Deutschland. Im Februar 2020 wurde der Kreditvertrag über drei Jahre mit drei sehr renommierten deutschen Banken abgeschlossen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen dagegen haben sich, aufgrund von geringeren gewählten Zahlungszielen im Geschäftsjahr 2019/2020, um 6,2 Mio. EUR verringert. Durch die solide Liquiditätsausstattung konnten seit Frühjahr 2020 nicht unbedeutende Skonto-Erträge aus den Lieferantengeschäften geltend gemacht werden.

Ertragslage

Insgesamt erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2019/2020 Umsatzerlöse in Höhe von 391.078 TEUR (Vj.: 278.577 TEUR). Dies entspricht einem Wachstum von. 112,5 Mio. EUR bzw. 40,4%.

Ebenfalls hat sich die Rohertragsmarge des Unternehmens im Geschäftsjahr 2019/2020 deutlich im Vergleich zum Vorjahr um 120 Basispunkte auf 34,0% (Vj.: 32,8%) erhöht. Dies konnte aufgrund weiterer Verbesserungen im Bereich der Preissteuerung sowie durch gesteigerte Versanderlöse erzielt werden.

Im Geschäftsjahr 2019/2020 war im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018/19 aufgrund des starken Umsatzwachstums ein Rückgang der Personalkostenquote auf 6,7% (Vj.: 8,4%) zu verzeichnen. Im Jahresdurchschnitt waren in 2019/2020 529 FTE (Geschäftsjahr 2018/2019: 430 FTE) beschäftigt. Investiert wurde vor allem in Kapazitäten in den Funktionen Marketing & Brand, CRM und IT. Unterproportional verlief der Aufbau in der Logistik und den Retail Stores. Im Customer Service wurden zusätzliche Kapazitäten für eine bessere Produktberatung und ein höheres Servicelevel geschaffen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018/2019 um 26.572 TEUR auf 102.189 TEUR angestiegen. Bezogen auf die Umsatzerlöse verminderte sich die Quote der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 100 Basispunkte auf 26,1%. Einerseits wurden Marketingkosten im Geschäftsjahr 2019/2020 bewusst eingespart, um den enormen Nachfrageanstieg seit März 2020 im Logistikbereich bearbeiten zu können. Andererseits haben die Logistikdienstleister in dieser Zeit auch erhöhte Corona-Zuschläge erhoben, was zu einer höheren Logistikkostenquote im Vergleich zum Vorjahr resultierte. Zusätzlich sind weitere wesentliche Aufwendungen im Geschäftsjahr 2019/2020 auf die Einführung eines neuen Front-Ends für die Online-Shops zurückzuführen.

Das um Sondereffekte sowie Dienstleistungsverrechnungen der Muttergesellschaft bereinigte EBITDA ("EBITDA angepasst") beträgt im Geschäftsjahr 2019/2020 13.596 TEUR (Vj.: 1.988 TEUR). Dies entspricht einer Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge um 280 Basispunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die EBITDA-Marge (nach Anpassungen) beträgt 3,5%.

Unter Berücksichtigung der Abschreibungen (4.473 TEUR), EBITDA Anpassungen (3.119 TEUR) sowie des Finanzergebnisses (- 5.052 TEUR), Steuern (196 TEUR) wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 ein Jahresüberschuss von 756 TEUR erzielt. Das Jahresergebnis liegt trotz der verfolgten Wachstumsstrategie und der damit zusammenhängenden Kosten mit einem Betrag von 8.803 TEUR über dem Vorjahr. Die EBITDA Anpassungen von 3.119 TEUR enthalten Sondereffekte sowie Dienstleistungsverrechnungen der Muttergesellschaft. Unter anderem im Zusammenhang mit Dienstleistungsverrechnungen der Muttergesellschaft (2.321 TEUR), dem Set-up der neuen Multi-Channel Strategie (646 TEUR) sowie Restrukturierungsaufwendungen (114 TEUR).

Finanzlage

Für den Finanzbedarf stehen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 65,1 Mio. EUR zur Verfügung. Seit Februar 2020 stehen zusätzlich Kreditlinien bei Banken für einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung. Es wird dabei in zwei Tranchen unterschieden, wovon 30 Mio. EUR ganzjährig und weitere 20 Mio. EUR im Zeitraum zwischen Oktober und April abgerufen werden dürfen. Zum Bilanzstichtag wurden Bankdarlehen von 30,0 Mio. EUR in Anspruch genommen. Das Unternehmen verfügte zum Bilanzstichtag über eine frei verfügbare Liquidität in Höhe von 28,6 Mio. EUR (Vj.: 4,9 Mio. EUR).

Das weitere Wachstum der Gesellschaft wird durch den operativen Cashflow der Gesellschaft, die Möglichkeit der Inanspruchnahme von verfügbaren Kreditlinien bei den Kreditinstituten sowie durch die Gesellschafterin in Form von neuen Gesellschafterdarlehen finanziert.

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hat sich insgesamt im Geschäftsjahr 2019/2020 im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich positiv entwickelt.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Bezüglich der Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren wird auf die vorstehenden Ausführungen zur Umsatzentwicklung, Rohertrags- und der EBITDA-Margenentwicklung Bezug genommen sowie ferner auf den Prognosebericht.

4. CHANCEN-, RISIKO- UND PROGNOSEBERICHT

Risiko- und Chancenbericht

Aufgrund des breit aufgestellten Geschäftsmodells im Handel mit zwei sehr gezielt ausgewählten Branchensortimenten, einer Vielzahl eigener Shops und angeschlossener Vertriebspartner/Marktplätze sowie der Aktivität im In- und Ausland, unterliegt das Unternehmen keiner besonderen Konzentration von Risiken. Wird ein wesentliches Risiko identifiziert, so wird eine Strategie zur Vermeidung oder Kompensation entwickelt.

Der Bestand an Handelswaren führt im Zusammenhang mit der Strategie kurzfristiger Verfügbarkeit zum Risiko der Überalterung des Vorratsbestandes. Diesem Risiko wird durch eine systematische Bestandsanalyse und -steuerung entgegengewirkt. Zudem fokussiert sich das Unternehmen auf funktionale Produkte mit im Vergleich zu Fashion und Mode deutlich längeren Produktlebenszyklen. Des Weiteren werden die Stabilität und Effizienz der internen Prozesse und Abläufe auch weiterhin verbessert und somit dem Wachstum des Unternehmens angepasst, um zukünftig profitables Wachstum zu gewährleisten.

Auf der Grundlage der Ausführung der Chancen und Risiken des Lageberichtes 2018/2019 fließen im aktuellen Geschäftsjahr 2019/2020 die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zusätzlich mit ein. Neben den gesundheitlichen Risiken und der Verpflichtung zum Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter haben die strikten Reglementierungen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Länder massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Das Unternehmen hat sich daher entschlossen, das neue Risiko "COVID-19-Pandemie" zu etablieren und Ausführungen aufgrund der derzeitigen COVID-19-Situation bei den weiteren Risiken zu ergänzen.

Geringes COVID-19-Pandemierisiko: Bis zum Ende der COVID-19-Pandemie können weitere Infektionswellen folgen und als Gegenmaßnahmen hierfür erneut regionale oder bundesweite Lockdown Maßnahmen folgen. Infolge sind kam es hier im Herbst 2020 und Winter 2020/2021 erneut zu Schließungen des Einzelhandels und Freizeiteinrichtungen in den europäischen Ländern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) glaubt, dass die COVID-19-Pandemie umso schneller enden wird, je mehr Menschen möglichst bald gegen das Virus geimpft werden. Das Ende der Corona-Pandemie werde erreicht, wenn rund 60 bis 70 Prozent Bevölkerung gegen das Virus geimpft sind, prognostiziert die WHO. Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass in Deutschland die Pandemie zum Ende des Jahres 2021 kontrolliert werden kann.

Das Unternehmen sieht sich trotz der gegebenen Pandemiesituation sehr gut aufgestellt. Bereits in der ersten Welle im Frühjahr 2020 mussten auch die fahrrad.de-Stores des Unternehmens schließen, umsatzseitig wurde dies in diesem Zeitraum durch einen erheblichen Nachfragenstieg im Onlinesegment jedoch mehr als überkompensiert. Das Fahrrad hat sich in der COVID-19-Pandemie auch als infektionssicheres Verkehrsmittel etabliert, sodass nach Lockerung der Lockdown Maßnahmen die entgangenen Offline-Umsätze mehr als nachgeholt werden konnten.

Ebenfalls konnte festgestellt werden, dass durch die Schließung von Fitnessstudios und das Verbot von Mannschaftssportarten eine erhöhte Nachfrage nach Individualsportarten, insbesondere im Bereich Bike und Outdoor, in vielen Ländern Europas besteht und neue Kundenzielgruppen langfristig hinzugewonnen werden konnten.

Auch in der gegenwärtigen zweiten Infektionswelle ist aufgrund der Einzelhandelsschließungen ein starker Nachfrageanstieg im Onlinehandel erkennbar. Das Unternehmen kann dadurch die Umsatzeinbußen aus dem Offline-Geschäft durch den Umsatzanstieg im Online-Geschäft erneut mehr als ausgleichen.

Geringes Personalrisiko: Durch die COVID-19-Pandemie ergeben sich auch erhöhte Infektionsrisiken für die Mitarbeiter des Unternehmens welche zu hohen Krankenständen und Ausfällen von Fachkräften führen können. Im Verwaltungsbereich konnte das Unternehmen schnell eingreifen und schützt die Mitarbeiter davor sich auf dem Weg zur oder an der Arbeitsstätte zu infizieren, durch das Angebot weitgehend mobil zu arbeiten. Die Erkenntnisse nach den ersten Monaten zeigen, dass die Zusammenarbeit in dieser Arbeitsform problemlos möglich ist.

Im operativen Bereich an den Logistikstandorten wurden hierbei die staatlichen Abstands- und Hygieneregeln umgesetzt, um so das Risiko der Erkrankung der Mitarbeiter zu vermindern. Nichtsdestotrotz besteht bis zum Ende der Pandemie ein erhöhtes Risiko, dass einzelne Logistikstandorte bei nachgewiesenen Corona-Infektionen temporär teilweise oder ganz schließen müssen und es so zu Verzögerungen im Wareneingang und beim Versand der Ware zum Kunden kommen kann. Um das Risiko möglicher Umsatzeinbußen zu minimieren, hat das Unternehmen proaktiv gehandelt und ausreichende Testkapazitäten eingekauft. Damit soll das Risiko der Schließung von Logistikstandorten auf wenige Tage verringert werden.

Weitere Risiken bestehen v. a. in folgenden Bereichen:

Geringes Ausfallrisiko: Der wesentliche Teil der Umsatzerlöse des Unternehmens wird mit vielen verschiedenen privaten Endkunden getätigt.

Ein signifikantes Forderungsausfallrisiko besteht im Geschäft mit privaten Endkunden grundsätzlich nicht. Kundenzahlungen erfolgen entweder in Vorleistung (Vorkasse, Sofortüberweisung) oder sind durch Dienstleister abgesichert (Kreditkarte, PayPal). Die effektiven Ausfälle sind, bezogen auf die erzielten Umsatzerlöse, unwesentlich.

Die Außenstände von Großabnehmern werden soweit wie möglich über Forderungsausfall-versicherungen abgesichert sowie deren Bonität überwacht. Auch auf die Vertriebspartner-plattformen/Marktplätze konzentriert sich jeweils in keinem Fall ein derart bedeutender Umsatzanteil, dass ein Ausfall eines Partners existenzbedrohend für das Unternehmen wäre.

Geringes Produktrisiko: Das Unternehmen handelt mit Produkten aus zwei Branchen und kann in beiden Segmenten ein sehr gezieltes Sortiment vorweisen. Die bearbeiteten Branchen sind aufgrund entsprechender Trends in der Bevölkerung attraktiv und unterliegen einer kontinuierlich wachsenden Nachfrage.

Dem Bestandsrisiko wird über Bestandsanalysen sowie gezieltem Abverkauf von langsam drehenden Produkten entgegengewirkt. Produkte, die nur kurzen Modetrends unterliegen, werden dabei soweit möglich vom Unternehmen gezielt gemieden. Daher wird das Risiko als gering eingeschätzt.

Geringes Lieferantenrisiko: Mit dem Sortiment des Unternehmens wächst die Anzahl der Lieferanten stetig. Zwar gibt es einige bedeutende Lieferanten, diesen ist jedoch keine erfolgskritische Lieferantenmacht zuzurechnen. Ebenfalls ist durch den hohen Umsatzanteil von Eigenmarkenprodukten, die alternativ von unterschiedlichen Herstellern bezogen werden können, eine Unabhängigkeit von etablierten Markenlieferanten gegeben.

Gegenüber einigen zumeist asiatischen Warenlieferanten geht das Unternehmen für die Warenlieferung finanziell in Vorleistung. Hierdurch entsteht ein Ausfallrisiko im Bereich von Lieferanten. Dieses wird allerdings als tragbar angesehen, da ausschließlich mit langjährig bekannten Lieferanten zusammengearbeitet wird, die auch aus Compliance-Gründen regelmäßig vom Einkauf sowie dem zuständigen Geschäftsführer besucht werden.

In der derzeitigen COVID-19-Pandemie besteht eine erhöhte Gefahr für Verzögerungen bzw. Ausfälle in der Lieferkette. Durch die Unabhängigkeit von einzelnen Lieferanten und den frühzeitigen Einkauf von Bike- und Outdoorware, sieht sich das Unternehmen jedoch sehr gut aufgestellt und kann so bei Bedarf frühzeitig auf gegebene Umstände reagieren.

Geringes Währungsrisiko: Die Warenbeschaffung des Unternehmens erfolgt zunehmend in Asien und zieht Zahlungsverpflichtungen in US-Dollar nach sich. Der Dollarbedarf wird rollierend geplant und aus Gründen der Kalkulationssicherheit entweder über fixierte Umrechnungskurse mit den Lieferanten oder über Devisentermingeschäfte (Derivate) abgesichert. Einzahlungen von Kunden aus den schweizerischen Online-Shops in CHF und den schwedischen Online-Shops in SEK wurden im Geschäftsjahr 2019/2020, wie auch im Vorjahr, über Devisentermingeschäfte abgesichert.

Hierbei dient der Einsatz von Derivaten ausschließlich der Absicherung von Risiken aus Grundgeschäften. Derivative Finanzinstrumente werden nicht zum Eingehen von neuen Risiken aus spekulativen Gründen eingesetzt. Bilanziell werden die Wertänderungen der Devisentermingeschäfte nicht erfasst, da die USD-Terminkäufe mit Wareneinkaufsverträgen und die CHF- und SEK-Terminverkäufe mit Warenverkäufen, deren Abschluss im Geschäftsjahr 2020/2021 mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wird ("höchstwahrscheinliche Geschäfte"), im Rahmen von Micro-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst worden sind. Weitere Detailinformationen zu den derivativen Finanzinstrumenten sind im Anhang enthalten.

Zudem werden polnische, norwegische, dänische und britische Auslandsshops in Fremdwährung betrieben. Diesbezüglich werden die Währungskurse regelmäßig geprüft und ein eventueller Anpassungsbedarf in den Endpreisen berücksichtigt.

Geringes Absatzrisiko: Das Unternehmen erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse in verschiedenen Branchen auf Basis eines sich ständig erweiternden Sortiments. Diese Umsatzerlöse werden in zahlreichen eigenen Onlineshops und auf Plattformen von Vertriebspartnern/Marktplätzen, sowie seit Anfang 2018 in stationären Fahrrad-Geschäften mit unterschiedlichen Zielgruppen generiert. Zudem erfolgt der Absatz nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland. Hier verfolgt das Unternehmen eine aktive Diversifizierungsstrategie.

Ein Absatzrisiko ergibt sich damit eher aus eventuell negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen in Europa. Von der COVID-19-Pandemie ist derzeit die gesamte Weltkonjunktur schwer betroffen. Die deutsche Wirtschaft ist durch die Einschränkung globaler Wirtschaftsbeziehungen wie auch durch die hiesigen Schutzmaßnahmen im Jahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten. Im Frühjahr wurde die Wirtschaftstätigkeit in vielen Bereichen stark gedrückt, teilweise lahmgelegt. Wie schnell sich die Wirtschaft davon erholt, hängt vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Durch eine langanhaltende Pandemie könnte dies, bei einer ungünstigen volkswirtschaftlichen Entwicklung in einzelnen Ländern oder weltweit, mit hoher Arbeitslosigkeit und einer langfristig geringeren Kaufkraft der Bevölkerung einhergehen. Hierzu hat das Internetstores Führungsteam Szenarien und Annahmen entwickelt, um sich soweit möglich optimal auf die weltweiten Entwicklungen vorbereiten zu können.

Des Weiteren ist nicht zu vernachlässigen, dass längere Schlechtwetterperioden - insbesondere zu Beginn der Bike- oder Outdoor Saison - ein Absatzrisiko mit sich bringen können. Zur Abminderung des Risikos kommt der Gesellschaft die Struktur des Warenbestandes (hoher Hartwaren-Anteil mit hohem Fokus auf Funktionalität auch bei schlechtem Wetter), ein hoher Bestandskundenanteil sowie ein rollierendes, flexibles Bestellsystem im Einkauf (selbstentwickeltes Einkaufs-Tool) zugute. Darüber hinaus hilft auch hier die pan-europäische Aufstellung des Unternehmens bei der Abmilderung des Effekts lokaler Witterungssituationen.

Geringes Liquiditäts- und Finanzierungsrisiko: Die Gruppe ist zur Finanzierung der Wachstumsstrategie auch weiterhin auf die bestehenden langfristigen Gesellschafter-Finanzierungen angewiesen. Darüber hinaus ist auch zukünftig die Bereitstellung der Finanzmittel durch den Gesellschafter von Bedeutung für die Entwicklung und Wachstumspolitik des Unternehmens.

Durch die im Geschäftsjahr 2019/2020 abgeschlossene langfristige Konsortialfinanzierung, können künftig bei Bedarf weitere Finanzmittel durch die Konsortialbanken bereitgestellt werden und sind so von Bedeutung für die Entwicklung und Wachstumspolitik der Gesellschaft.

Neben einer weiteren Steigerung des Umsatzes und der Marktdurchdringung als Online-Anbieter, sieht die Geschäftsführung große Chancen in der Multikanal-Strategie, d.h. in der in Entwicklung in Richtung des stationären Geschäfts und der damit einhergehenden Erschließung aller relevanten Kundensegmente des Bike- und Outdoor Marktes. Neben dem Betrieb von fünf Fahrrad-Geschäften in fünf großen deutschen Städten wurde das Konzept der Kooperation mit Servicepartnern in Deutschland im Jahr 2020 weiterausgebaut und die Zahl der aktiven Servicepartner deutlich erhöht. Auch im kommenden Jahr ist die Eröffnung weiterer Fahrrad-Geschäfte und die Zusammenarbeit mit zusätzlichen Servicepartnern in Deutschland geplant. Dafür werden aktuell Immobilien gesucht und die entsprechenden Vorbereitungen getroffen.

Prognosebericht

Die COVID-19-Krise überschattet seit Beginn des Jahres 2020 das wirtschaftliche Handeln deutscher Unternehmen und stellt sie vor die große Herausforderung, in einem von hohen Unsicherheiten geprägten Umfeld zu agieren. Die Gefahr von weiteren Infektionswellen der Pandemie, insbesondere in Deutschland und Europa, sowie damit verbundenen erneuten Lockdowns wird die wirtschaftliche Planung noch einige Zeit begleiten. Durch die starke Abhängigkeit von politischen Entscheidungen und der weiteren Entwicklung der COVID-19-Pandemie besteht ein großes Prognoserisiko. Somit sind Aussagen zur zukünftigen Entwicklung des Unternehmens von einer erhöhten Ungewissheit geprägt.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet, im Wirtschaftsausblick vom Dezember 2020, mit einem Rückgang des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,2% für das Jahr 2020. Nach Einschätzung der OECD dürfte durch die Impfkampagnen, konzentrierte gesundheitspolitische Maßnahmen und staatliche Finanzhilfen das weltweite BIP im kommenden Jahr 2021 um 4,2% steigen. Eine schnellere Erholung des Wirtschaftswachstums würde sich durch eine rasche Bereitstellung von Impfstoffen ergeben. Gleichzeitig würden Verzögerungen bei der Bereitstellung von Impfstoffen oder Schwierigkeiten bei der Eindämmung erneuter Infektionsausbrüche die Prognosen der OECD verschlechtern.

In Deutschland rechnet die OECD mit einem Rückgang des BIP-Wachstum um -5,5% für das Jahr 2020. Ebenso prognostiziert die OECD für Deutschland ein BIP-Wachstum im Jahr 2021 von +2,8% und einen weiteren Anstieg für das Jahr 2022 von 3,3%.

In der Konjunkturprognose des ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) für Dezember 2020, wurde die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2020 in eine tiefe Rezession gestürzt. Nach einer raschen Erholung im Sommer 2020 dürften die neuen Shutdown-Maßnahmen die Weltkonjunktur ein zweites Mal ausbremsen. Für den Prognosezeitraum wurde von ifo unterstellt, dass die seit November geltenden Infektionsschutzmaßnahmen unverändert bis März 2021 in Kraft bleiben und danach schrittweise gelockert werden. Das Ifo Institut rechnet in Deutschland mit einem Rückgang des BIP um -5,1%. Für die Jahre 2021 und 2022 wird ein preisbereinigtes Wirtschaftswachstum von +4,2% bzw. +2,5% prognostiziert.

Nach ersten Berechnungen des statistischen Bundesamtes vom 14. Januar 2021, lag das preisbereinigte BIP in Deutschland im Jahr 2020 um 5,0% niedriger als im Vorjahr und damit geringer als die Prognosen der OECD und des ifo Instituts für 2020. Ebenso fiel der konjunkturelle Einbruch im Jahr 2020 insgesamt weniger stark aus als im Jahr 2009, während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, mit -5,7%.

Nach Ansicht des ZIV ist die Fahrradbranche Profiteur der Corona Krise, da in der Pandemie viele Menschen bewegt wurden auf das Fahrrad umzusteigen und viele neue Zielgruppen im Jahr 2020 angesprochen werden konnten. Es wird davon ausgegangen, dass die bereits jetzt starke Bedeutung des Fahrrads als Verkehrsmittel auch nach der Krise weiter zunehmen wird.

Die European Outdoor Group (EOG) sieht die Outdoor Branche im Jahr 2020 in einer stabilen Position und geht auf Basis von durchgeführten Marktstudien davon aus, dass die Outdoor-Branche gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. Die Mehrheit der Befragten wurde durch die COVID-19 Pandemie zu mehr Aktivitäten im Freien ermutigt und es ist zu erwarten, dass sich künftig mehr Verbraucher an Outdoor-Aktivitäten beteiligen.

Aufgrund der spezifischeren, auf Kundensegmente ausgerichteten Positionierung im stetig wachsenden Segment des Online-Versandhandels mit den regionalen Schwerpunkten im Bereich DACH, Nordics und Südwesteuropa geht das Management auch im kommenden Geschäftsjahr von einer erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens aus. Durch die Schaffung lokaler "Touchpoints" vor Ort & innovativer Servicelösungen können Kundenanforderungen für die immer komplexer werdenden Produkte in Zukunft noch spezifischer und besser befriedigt werden. Dadurch hat sich die internetstores GmbH in der Fahrrad- Branche in den relevanten Märkten als einer der weltweit führenden Anbieter etabliert.

Die bestrebten Erwartungen des Managements in der Vorjahresprognose für das Geschäftsjahr 2019/2020 konnten hinsichtlich Umsatzwachstum und Verbesserung der Profitabilität erreicht werden. Neben dem starken Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2019/2020 konnte durch eine gezielte Preissteuerung und der Umsetzung einer Reihe von Maßnahmen auch die Rohertrags- und EBITDA- Marge deutlich verbessert werden. Auch im kommenden Geschäftsjahr hält die Geschäftsführung weiter an der Wachstumsstrategie fest und rechnet mit starken Umsatzzuwächsen in den beiden Segmenten Bike & Outdoor. Daneben sollen die Rohertragsmarge und EBITDA-Marge im Geschäftsjahr 2020/2021 weiter leicht verbessert werden.

 

Stuttgart, den 31. Januar 2021

internetstores GmbH

Dr. Hans Dohrmann (CEO)

Thomas Spengler (CCO)

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die internetstores GmbH, Stuttgart

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der internetstores GmbH, Stuttgart - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der internetstores GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 26. Februar 2021

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Markus Gottfried Göttgens, Wirtschaftsprüfer

Philipp Helmut Bormann, Wirtschaftsprüfer

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