IHC - Innovative Hydro Carbon Beteiligung GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Micael Nelson Nunes Cardoso seit 17.10.2022 | Prokura |
Felix Henke seit 10.5.2021 | Prokura |
Tien Vuong Vu seit 30.7.2018 | Prokura |
Michael, Hamburg Bähre seit 15.10.2015 | Geschäftsführer |
Niels Heinz Hansen seit 11.2.2004 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 51.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
H&R GmbH & Co. KGaASalzbergenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022FINANZBERICHT 2022Unser Mission StatementAls international aufgestellte Unternehmensgruppe konzentrieren wir uns auf die Herstellung von hochwertigen chemisch-pharmazeutischen Spezialprodukten. Im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen die Bedürfnisse unserer Kunden. Sie kommen aus mehr als 100 Industrien und profitieren von mehr als 100 Jahren gewachsener Erfahrung, umfassendem Know-how und effizienten Produktionsprozessen. In den kommenden Jahren wollen wir unsere globale Präsenz erfolgreich ausbauen - und gleichzeitig unser Geschäft zu mehr Nachhaltigkeit transformieren. Unser GeschäftsmodellBEREITS AM ANFANG UNSERER PROZESSE STEHT DAS ENDERGEBNIS IM FOKUS: MIT UNSEREM SPEZIALITÄTENMARKETING SCHAUEN WIR GANZ GENAU, WAS DER KUNDE VON UNS BENÖTIGT. SEINE SPEZIALITÄTEN ERHÄLT DER KUNDE VON UNS REZEPTURBASIERT UND IN UNSEREN PRODUKTIONSSTANDORTEN AUF SEINE BEDÜRFNISSE MASSGESCHNEIDERT. UNSERE PRODUKTEWir produzieren hochwertige chemisch-pharmazeutische Spezialitäten, transformieren unser Geschäftsmodell hin zu mehr Nachhaltigkeit und gewährleisten die zukunftssichere Belieferung unserer Kunden. Unsere Einsatzstoffbasis soll durch die verstärkte Verwendung erneuerbarer, synthetisierter und recycelter Qualitäten vielfältiger werden. KOSMETISCHE & PHARMAZEUTISCHE SPEZIALITÄTENIn diesem Spezialbereich der H&R-Aktivitäten werden in den letzten Jahren u. a. erfolgreich Emulgatoren und Grundlagen für die Kaltherstellung von Salben, Cremes und Lotionen entwickelt. Individuelle Beratung und ausgewählte Rezepturvorschläge gewährleisten vielen Apotheken und pharmazeutisch-kosmetischen Herstellern Sicherheit beim Rezeptieren hochwertiger Produkte. KABELFÜLLMASSENH&R ist weltweit führender Anbieter von Kabelfüllmassen im Energie- und Telekommunikationssektor. Wir bieten einzigartige Anwendungslösungen für Hersteller, Betreiber und Installateure von Kabeln durch ein internationales Netzwerk an Produktionsstätten. VASELINE & WEISSÖLEEin weiter Weg ist es, bis aus Rohöl zunächst Grundöl und dann schließlich Kosmetik wird. Dazwischen liegt ein äußerst komplexer chemischer Prozess, den die H&R kontinuierlich optimiert und weiterentwickelt. In diesem mehrstufigen Hydrierverfahren gewinnen wir Weißöle. Sie sind klar wie Wasser. Aus ihnen wird zum Beispiel Kosmetik hergestellt. WACHSE & EMULSIONENDie H&R-Gruppe fokussiert sich auf Wachse. Basierend auf unserem integrierten Rohstoffportfolio entwickeln, produzieren und verkaufen wir Paraffine und spezielle Wachse für spezifische industrielle Anwendungen. PROZESSÖLEMehr als ein Fünftel des Kraftstoffverbrauchs eines Pkw geht auf das Konto des Rollwiderstands seiner Reifen. Dessen Verringerung ist also nichts anderes als aktiv praktizierter Klimaschutz. Umweltfreundliche Weichmacher leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Laufeigenschaften moderner Autoreifen. Das ist wissenschaftlich belegt. MINERALÖLHANDEL & -INDUSTRIEModerne Hochleistungsmotoren brauchen erstklassiges Motoröl, um den extremen, täglichen Belastungen standzuhalten. H&R-Motorenöle erfüllen die Anforderungen der neuesten Generation von Motoren und wurden für die Verwendung durch bekannte Kraftfahrzeugmotoren hergestellt. BAUINDUSTRIESpezielle wasserbasierte H&R-Wachse und -Ölemulsionen aus natürlichen Wachsen werden zur Anwendung in industriellen Bereichen wie zum Beispiel in Farben und Lacken, Papier und Verpackungen, Chemie und Blendern, Bauindustrie und Isoliermaterialien sowie in Holzwerkstoffen eingesetzt. KUNSTSTOFFEFull-Service: ein Anspruch, dem wir auch im Produktsegment Kunststoffe gerecht werden. Hier passen wir die Eigenschaften des Materials exakt an die Belastungen an, denen das Endprodukt tagtäglich ausgesetzt sein wird. Dies trifft auch auf unsere leichten Präzisionszahnräder zu, die in Bohrern beim Zahnarzt eingesetzt werden. UNSERE KENNZAHLENInsgesamt waren die Markt- und Rahmenbedingungen für die Gesellschaft alles andere als einfach. Umso wichtiger und erfreulicher war es daher, dass wir erneut ein gutes Ergebnis erzielen und unsere Stabilität ein weiteres Mal unter Beweis stellen konnten. Bei Umsatzerlösen von fast € 1,6 Mrd. erreichten wir ein EBITDA von € 124,9 Mio. T. 01 KENNZAHLEN ZUM H&R-KONZERN
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,ich freue mich, Ihnen den Geschäftsbericht 2022 der H&R GmbH & Co. KGaA präsentieren zu dürfen. Im Folgenden geben wir Ihnen wieder einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. In Verbindung damit teilen wir mit Ihnen gerne auch unsere Einschätzungen zu den Fortschritten, Erfolgen und Herausforderungen. Unsere Industrie und ihre Abnehmer standen im Jahr 2022 vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die sowohl aufgrund der internationalen Geopolitik als auch infolge von wirtschaftlichen Faktoren entstanden. Das beherrschende Thema aber war - und ist leider immer noch - der Ukrainekrieg. Der Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine verursacht nicht nur unsägliches menschliches Leid vor Ort. Er hat auch zu einer hohen Instabilität auf den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten geführt. Da die deutsche Industrie stark von günstigem Gas und Rohstoffen aus Russland abhängig war, gaben die veränderten Bedingungen durchaus Grund zur Besorgnis. Auch uns stellte die Situation vor eine große Aufgabe: Nicht nur dass die Rohstoffpreise stiegen - vor allem galt es, die Versorgung mit für die Prozesse in unseren Produktionsstandorten einsetzbaren Qualitäten weiter sicherzustellen. Bei der Bewältigung dieser Aufgabe konnte die H&R wieder einmal eine ihrer wesentlichen Stärken ausspielen: ihre Anpassungsfähigkeit. Seit jeher können wir in unseren Anlagen einen breiten Grundstock an Einsatzstoffqualitäten verarbeiten. Wir mussten nur schnell genug Alternativen sichern. Dank des großen Engagements unseres Einkaufs gelang uns das nicht nur rasch, sondern auch in ausreichender Menge. Eine weitere Herausforderung waren die als Antwort auf die westlichen Sanktionen stetig geringer werdenden Gasliefermengen nach Deutschland und Westeuropa. Sie führten zu einer deutlichen Verteuerung und - dies war beinahe noch bedrohlicher - zu einer grundsätzlichen Verteilungsdiskussion. Für nahezu alle Industrien, sei es die deutsche Stahlproduktion oder die lokale Chemieindustrie, hatten die steigenden Energiepreise einen bedeutenden Einfluss auf die Produktionskosten, da alternative oder gar erneuerbare Energiequellen bei Weitem nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung standen. Die H&R reagierte auf diese Situation an beiden großen Produktionsstandorten mit einer deutlichen Einsparung des eingesetzten Gases. Ein weiteres Problem, das sich auf die Industrie in Deutschland auswirkte, waren die global gestörten Logistikketten. Eigentlich wähnten wir die Pandemie und damit auch die Engpässe in den Lieferketten längst hinter uns. Die anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und die über weite Teile 2022 restriktive Politik Chinas führten jedoch dazu, dass es weiterhin schwierig blieb, Rohstoffe und Produkte schnell und kostengünstig zu transportieren. In Summe waren dies keine einfachen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit - zumal die Faktoren sich auch in den Liefer- und Abnahmemengen unserer Kundenindustrien widerspiegelten und sie auch bei der Preisgestaltung Berücksichtigung finden mussten. Einige der oben genannten Kostensteigerungsfaktoren konnten wir im Markt platzieren. Der Umsatz ging rohstoffpreisbedingt deutlich nach oben. Dies ist eine Entwicklung, die Sie aus der Vergangenheit kennen und um deren begrenzte Aussagekraft Sie als Kenner der H&R wissen. Deutlich wichtiger und vor allem erfreulich war die Ergebnissituation. Mit einem operativen Ergebnis von € 124,9 Mio. erzielten wir den zweitbesten Wert bis dato und belohnten uns damit für eine sehr gute operative Performance. Wir wollen Sie, unsere Anleger, an diesem Erfolg beteiligen und werden daher der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von € 0,10 je Stückaktie vorschlagen. Wie Sie wissen, stellt die bestehende Kreditvereinbarung mit der KfW ein grundsätzliches Ausschüttungsverbot mit Blick auf eine höhere Beteiligung dar. Die Einzelheiten sowie die weiteren Erläuterungen zur Geschäfts- und Ertragsentwicklung finden Sie weiter hinten im Geschäftsbericht. Bei den Ausführungen haben wir uns auch dieses Mal für eine Kombination aus detaillierten textlichen Erläuterungen und zusätzlich einordnenden Darstellungen entschieden. So bleibt mir zum Schluss nur der Ausblick. Im aktuellen Geschäftsjahr werden uns voraussichtlich viele der geschilderten Faktoren erhalten bleiben. Weitere, etwa Fragen der Regulatorik, werden hinzukommen oder an Bedeutung gewinnen. Trotz dieser Herausforderungen bieten sich für das Geschäft der H&R auch Möglichkeiten für Wachstum und Innovation. Insbesondere die Fokussierung auf Nachhaltigkeit und die Einführung neuer Technologien und Produktqualitäten werden hierbei in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle spielen. Unternehmen, die in der Lage sind, ihren Kunden umweltfreundlichere Lösungen anzubieten, werden voraussichtlich von einer steigenden Nachfrage profitieren. Wir sehen uns insgesamt gut positioniert für die Bewältigung der vor uns liegenden Aufgaben. Dies wollen wir nutzen und unseren Weg im laufenden Jahr ein Stück weitergehen - mit Erfolg und gemeinsam mit Ihnen! Mit besten Grüßen,
Salzbergen, im März 2023 Geschäftsführung der H&R KGaA Niels H. Hansen, Alleingeschäftsführer Organe der GesellschaftDie Organe der H&R KGaA bestehen aus Persönlichkeiten, die unternehmerisches Denken und fachliche Kompetenz miteinander zu ganzheitlichem Handeln verbinden. Untereinander ergänzen sie sich durch ihre individuellen Fähigkeiten und ihr unterschiedliches Know-how, das sie für die Erreichung der gemeinsamen Unternehmensziele einbringen. Die UnternehmensleitungFür die Unternehmensleitung der H&R KGaA ist die H&R Komplementär GmbH als persönlich haftende Gesellschafterin verantwortlich. Sie führt die Geschäfte und leitet das Unternehmen. Zur Geschäftsführung gehörte im Geschäftsjahr 2022: Niels H. Hansen Alleingeschäftsführer Der AufsichtsratDem Aufsichtsrat der H&R KGaA obliegt die Überwachung der Geschäftsführung. Der Aufsichtsrat der H&R KGaA umfasste im Geschäftsjahr 2022 die im Weiteren aufgeführten Mitglieder. Den Vorsitz des Aufsichtsrates der H&R KGaA führt Herr Dr. Joachim Girg. Vorsitzender des AufsichtsratesDr. Joachim Girg Dipl. Kaufmann, Geschäftsführer der H&R Beteiligung GmbH Mitglieder des AufsichtsratesRoland Chmiel Wirtschaftsprüfer Sabine U. Dietrich Diplom-Ingenieurin, Mitglied des Aufsichtsrates der Commerzbank AG, Mitglied des Aufsichtsrates der MVV Energie AG Sven Hansen Kaufmann Dr. Hartmut Schütter Diplom-Ingenieur für Verfahrenstechnik, Consulting Engineer Dr. jur. Rolf Schwedhelm Fachanwalt für Steuerrecht und Partner der Sozietät Streck Mack Schwedhelm Patrick Ewels Fortbildungskoordinator, Betriebsratsvorsitzender der H&R ChemPharm GmbH Thomas Merting Chemikant Dominik Franz Process Technician Betriebsratsvorsitzender der GAUDLITZ GmbH Der BeiratDem Beirat der H&R KGaA gehören Experten an, die ihre Kenntnisse aus den Bereichen Wirtschaft, Industrie und Raffinerietechnik beratend einbringen.
Bericht des AufsichtsratesSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Leserinnen und Leser,vor Ihnen liegt der Aufsichtsratsbericht über das Geschäftsjahr 2022 - einem Jahr, welches uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die H&R GmbH & Co. KGaA war mit großen Erwartungen ins Jahr 2022 gestartet. Wir hatten die Hoffnung, dass die COVID-19-Pandemie überwunden ist und der Alltag wieder zur Normalität von vor 2020 zurückfindet. Der Fokus unserer Gesellschaft war klar auf die Transformation des Raffineriegeschäfts gerichtet, und die nationale und internationale Wirtschaft zeigten deutliche Erholungstendenzen. Es hätte ein richtig gutes Jahr für uns alle werden können. Doch dann kam der 24. Februar 2022. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine und der Beginn des immer noch andauernden Kriegs werden für viele Jahre den Tag markieren, nach dem nur noch wenig war wie zuvor. Auch für unsere Gesellschaft waren die Auswirkungen gravierend. Die Produktionskosten stiegen aufgrund erratischer Preisentwicklungen deutlich. Russland war über einen längeren Zeitraum wichtiger Rohstofflieferant für unsere beiden deutschen Produktionsstandorte. Im Geschäftsjahr 2021 lag der Anteil der Einsatzstoffe aus unmittelbarer und mittelbarer russischer Herkunft bei über 90 %. 2022 waren entsprechende Mengen über unseren Rohstoffeinkauf aus anderen Quellen zu beschaffen. Aber auch auf der Vertriebsseite waren kurzfristige Anpassungen im nationalen und internationalen Geschäft notwendig. Letzteres litt darüber hinaus weiterhin unter anhaltenden Restriktionen durch die anhaltende COVID-19-Pandemie, vor allem an asiatischen Standorten. Vor diesem Hintergrund sind die Ihnen vorliegenden Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr 2022 mehr als befriedigend: I. Mit einem EBITDA von EUR 124,9 Mio. verzeichnet die H&R GmbH & Co. KGaA erneut ein starkes operatives Ergebnis. Es ist der zweitbeste Wert in der Geschichte der Gesellschaft. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf EUR 62,0 Mio. und das Konzernergebnis der Aktionäre auf EUR 42,4 Mio. Die Umsätze erreichten EUR 1.576,0 Mio. Sie lagen preisbedingt um 32 % über dem Vorjahreswert. II. Trotz erschwerter Bedingungen konnte auch der internationale Sales-Bereich im vergangenen Jahr Fortschritte verbuchen. So verliefen die Arbeiten am neuen Standort Lumut in Malaysia ohne nennenswerte Verzögerung. Die Gesellschaft hofft, in Lumut im Jahr 2023 erste Umsätze und Ergebnisse erzielen zu können und damit vor dem Plan operationsfähig zu sein. III. Nach umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen in den Jahren 2019 und 2020 verzeichnete die in Coburg beheimatete Kunststoffsparte erneut eine stabile Entwicklung im herausfordernden Marktumfeld der Automobilzulieferindustrie. Bei einer differenzierten Betrachtung der Jahresergebnisse fällt auf, dass nach einem vergleichsweise schwachen Jahresbeginn ab Ende des ersten Quartals eine deutliche Verbesserung der Ergebnislage eintrat. Das zweite und dritte Quartal verliefen hervorragend, wofür vor allem das Segment ChemPharm Refining verantwortlich zeichnete. Diese Entwicklung war infolge der Ereignisse Ende Februar so nicht vorherzusehen. Ursächlich hierfür war eine hohe Nachfrage bei gleichzeitig knappem Angebot zur Jahresmitte. Ab Ende Oktober geriet die Ergebnislage wieder unter Druck, wofür im Segment ChemPharm Refining vor allem verstärkt Lieferungen aus China in Richtung Deutschlands und Europas verantwortlich zeichneten. Geschäftsführung und Aufsichtsrat beabsichtigen dennoch, der Hauptversammlung vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende in Höhe von EUR 0,10 je Stückaktie auszuschütten und darüber hinaus den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Eine höhere Ausschüttung ist - bedingt durch die Kreditvereinbarungen für das KfW-Darlehen aus Corona-Hilfsmitteln -nicht möglich. Kernthemen der AufsichtsratstätigkeitDie Schwerpunkte der Aufsichtsratstätigkeit erlebten im vergangenen Jahr naturgemäß eine Veränderung. Gingen wir ursprünglich davon aus, dass sich der Schwerpunkt der Aufsichtsratstätigkeit auf das Thema Nachhaltigkeit und Transformation unseres Raffineriebetriebsmodells fokussieren wird, sorgten die Ereignisse in Osteuropa für ein neues beherrschendes Thema. Der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine am 24. Februar 2022 und der seit diesem Zeitpunkt unverändert andauernde Ukrainekrieg veränderten und beeinflussten die Rahmendaten von nationalen und internationalen Wirtschaftsunternehmen und ganzen Gesellschaften nachhaltig. Auch die H&R GmbH & Co. KGaA blieb hiervon nicht verschont. Die strikte Einhaltung internationaler Sanktionen, eine boykottkonforme Einsatzstoffbeschaffung, Auswirkungen der stark gestiegenen Strom- und Gaskosten sowie Einsparmöglichkeiten im Bereich Energie erlangten eine unvorhergesehene Wichtigkeit für das Aufsichtsratsplenum. Letztlich besitzt unsere Gesellschaft aufgrund der zahlreichen Krisen der letzten Jahre allerdings auch eine gewisse Übung darin, unser Geschäftsmodell an sich ändernde Parameter im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten anzupassen. Für das zweite Kernthema, nämlich der Weiterentwicklung unseres Raffineriebetriebsmodells und der Transformation zu einer nachhaltigen Produktion, hat sich unsere Gesellschaft bis 2035 ehrgeizige Ziele gesetzt und Projekte und Investitionen hin zu einer klimaschonenden, idealerweise klimaneutralen Produktion auf den Weg gebracht. Die Überwachung der gestarteten Vorhaben und der damit verbundenen Investitionsprojekte stand dabei ebenso auf der Agenda des Aufsichtsrates wie Zielanpassungen aufgrund der geänderten globalen Rahmenbedingungen. Für die Öffentlichkeit sichtbarstes Zeichen der Transformation war die technische Inbetriebnahme unserer Power-to-Liquid-Demonstrationsanlage am Hamburger Produktionsstandort im September 2022. Ein immer wiederkehrendes Thema der Aufsichtsratstätigkeit betrifft die Sicherheit unserer Anlagen und die Gesundheit und Unversehrtheit unserer Mitarbeiter und Partner. Beide Punkte sind von höchster Priorität. Eine Null-UnfallBilanz ist daher ein Hauptziel im Gremium. Mit einem Update zum Thema Sicherheit begann jedes Treffen des Ausschusses für Raffinerietechnik und Strategie, und auch in jeder regulären Aufsichtsratssitzung nahm dieses Thema einen prominenten Platz zu Sitzungsbeginn ein. Unserem stabilsten Ergebnislieferanten, dem internationalen Segment ChemPharm Sales, galt im Jahr 2022 erneut ein Hauptaugenmerk der Gremiumstätigkeit. Die Absicherung und, wo immer möglich, weitere Intensivierung unserer etablierten Standorte wurden dabei ebenso ausführlich besprochen wie die Erweiterung unserer Aktivitäten in Nord- und Lateinamerika, Afrika und Indien. Einen besonderen Fokus hat unsere Gesellschaft bekanntermaßen auf den südostasiatischen Raum gelegt. Hier erhielten wir regelmäßig eine Aktualisierung zu aktuellen Maßnahmen und Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie. Auch über die Projektfortschritte des 2021 neu erworbenen Standorts in Lumut wurden wir regelmäßig informiert. Zwei Schwerpunktthemen der vergangenen Jahre, ebenfalls die COVID-19-Pandemie und daneben die Umsetzung der Ziele nach den Restrukturierungsmaßnahmen bei der GAUDLITZ GmbH in Coburg, wurden auch 2022 im Plenum besprochen. Sie nahmen aber in Anbetracht der stabilen Ertragslage des Segments Kunststoff im Vergleich zu den Vorjahren eine nachgeordnete Bedeutung ein. Erstmalig fand im abgelaufenen Geschäftsjahr auch ein zweitägiger Workshop zur Spezialitätenproduktion statt. In den beiden ganztägigen Veranstaltungen wurden technische Fragestellungen und betriebswirtschaftliche Aspekte mit der Geschäftsführung und einzelnen Führungskräften und Projektverantwortlichen ausführlich diskutiert. Zielsetzung und Zusammensetzung des AufsichtsratesSeit dem Rechtsformwechsel im Jahr 2016 konzentriert sich der Aufgabenbereich des Aufsichtsrates unserer Gesellschaft im Wesentlichen auf Kontrollfunktionen und eine Beraterrolle. Anders als der Aufsichtsrat einer AG verfügt der Aufsichtsrat einer KGaA über keine gesetzlichen Mitbestimmungsrechte bei zum Beispiel großen Investitionsvorhaben oder der Strategiefestlegung. Er hat zudem keine Personalkompetenz gegenüber den Geschäftsführern (zum Beispiel im Hinblick auf die Bestellung und Abberufung von Geschäftsführern, den Abschluss, die Änderung und die Beendigung von Anstellungsverträgen oder die Festsetzung der Geschäftsführervergütung). Diese Funktionen übernimmt im Falle der H&R GmbH & Co. KGaA ein Beirat der Komplementärgesellschaft, der seit seinem Bestehen im Rahmen des Rechtsformwechsels aus unabhängigen Mitgliedern des Aufsichtsratsgremiums besteht. Insofern finden die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der aktuellen Fassung vom 28. April 2022 bei der Rechtsform einer KGaA nur eine eingeschränkte bzw. keine Anwendung. Über die Abweichungen berichten Geschäftsführung und Aufsichtsrat regelmäßig in der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die auf der Website des Unternehmens veröffentlicht wird. Zielsetzung und Zusammensetzung des Aufsichtsrates werden von uns turnusmäßig überprüft und gegebenenfalls nachjustiert oder präzisiert. Letztmals ist dies in der Sitzung am 23. März 2023 geschehen. Der Aufsichtsrat der H&R GmbH & Co. KGaA ist danach so zusammenzusetzen, dass eine qualifizierte Kontrolle und Beratung der Geschäftsführung durch das Gremium sichergestellt ist. Seine Mitglieder sollen insgesamt über die Kenntnisse, Fähigkeiten und fachliche Erfahrung verfügen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben eines Aufsichtsrats in einer kapitalmarktorientierten, international tätigen Unternehmensgruppe in den Bereichen Raffineriebetrieb und chemisch-pharmazeutische Ölspezialitäten sowie Kunststoffe erforderlich sind. Die Besonderheiten einer familienunternehmergeführten Gesellschaft sind hierbei zu berücksichtigen. Aufsichtsratsmitglieder sollen über unternehmerische bzw. betriebliche Erfahrung in mindestens einem der in Abbildung T.04 aufgelisteten Punkte und eine allgemeine Kenntnis der Raffineriebranche oder verwandter Branchen verfügen. Sie sollen aufgrund ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen in der Lage sein, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in einem international tätigen Unternehmen zu erfüllen und das Ansehen der H&R-Gruppe in der Öffentlichkeit zu wahren. Mindestens ein Drittel der Anteilseignervertreter soll über langjährige internationale Erfahrung in den für H&R relevanten Märkten verfügen. Im Rahmen von Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung soll auch auf Persönlichkeit, Integrität, Leistungsbereitschaft, Professionalität und Unabhängigkeit der Kandidaten geachtet werden. Mindestens zwei Drittel der Aufsichtsratsmitglieder sollen unabhängig im Sinne von Ziffer C.II. des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner aktuellen Fassung sein, wobei davon ausgegangen wird, dass der Umstand der Arbeitnehmervertretung oder eines Beschäftigungsverhältnisses mit der H&R-Gruppe an sich die Unabhängigkeit der Arbeitnehmervertreter nicht infrage stellt. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung der KGaA angehören. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sollen in der Regel nicht älter als 70 Jahre sein. In begründeten Einzelfällen kann hiervon abgewichen werden. Die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsratsgremium soll in der Regel 15 Jahre bzw. drei Amtszeiten nicht überschreiten. Der Aufsichtsrat der H&R GmbH & Co. KGaA möchte eine Kultur der Vielfalt als vorausschauende Geschäftsgrundlage fördern und stärken. Unter Vielfalt verstehen wir eine Denkweise, die von gegenseitigem Respekt und Offenheit gekennzeichnet ist. Besonderes Augenmerk legt der Aufsichtsrat hierbei auf die Förderung von Frauen in Führungspositionen. In Anlehnung an § 96 Abs. 2 AktG soll sich der Aufsichtsrat zu mindestens 20 % aus Frauen und mindestens 20 % aus Männern zusammensetzen. Die Erreichung dieser Zielgröße sollte bis spätestens Ende 2022 erreicht werden. Grundsätzlich sind bei der Auswahl von Mitgliedern nur fachliche Kriterien entscheidend. Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, Geschlecht oder sexuelle Orientierung stellen keine Ausschlussgründe dar. Die Erfüllung dieser Beteiligungsquoten wird grundsätzlich als gemeinsame Verantwortung von Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern angesehen. Bei der Auswahl eines Aufsichtsratsmitglieds ist darauf zu achten, dass es den zu erwartenden Zeitaufwand zur ordnungsgemäßen Ausübung des Aufsichtsratsmandats aufbringen kann. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass jährlich mindestens fünf ordentliche Aufsichtsratssitzungen abgehalten werden, die jeweils angemessener Vorbereitung bedürfen, ausreichend Zeit für die Prüfung der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen vorzusehen ist und bei der Mitgliedschaft in einem oder mehreren Aufsichtsratsausschüssen weiterer zeitlicher Aufwand entsteht. Darüber hinaus können zusätzlich außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrates oder eines Ausschusses zur Behandlung von Sonderthemen notwendig werden. T.03 AUFSICHTSRATSAUSSCHÜSSE DER H&R GMBH & CO. KGAA UND DEREN ZUSAMMENSETZUNG PER ENDE 2022
Generelles zur AufsichtsratstätigkeitDer Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Überwachungs- und Beratungsaufgaben mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit wahrgenommen. Aufsichtsrat und Geschäftsführung haben im Geschäftsjahr 2022 gut und intensiv zusammengearbeitet. Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßig und unverzüglich über alle Sachverhalte von wesentlicher Bedeutung informiert. Aufsichtsrat und Geschäftsführung standen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt, um einen stetigen Informations- und Meinungsaustausch sicherzustellen. An den regelmäßig abgehaltenen Update-Gesprächen zu den Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die Geschäftstätigkeit der H&R GmbH & Co. KGaA nahm auch der Aufsichtsratsvorsitzende regelmäßig teil. Themen im AufsichtsratsplenumIm Jahr 2022 fanden insgesamt sechs physische Aufsichtsratssitzungen und eine Videokonferenz statt. Die Anwesenheitsquote der Gremiumsmitglieder war wie in den Vorjahren sehr hoch und betrug 97 %. Erstmalig fand im abgelaufenen Geschäftsjahr auch ein zweitägiger Workshop zur Spezialitätenproduktion statt. Bei dieser Anfang November an unserem Hamburger Produktionsstandort abgehaltenen Veranstaltung waren alle Aufsichtsräte anwesend. Die insgesamt zwei Abwesenheiten 2022 waren je einmal krankheits- und familienbedingt. Die vier Ausschüsse tagten immer vollzählig. Die Anwesenheitsquote lag somit bei 100 %. Es ist gut eingespielte Praxis, jede reguläre Aufsichtsratssitzung nach einem bestimmten Ablaufschema stattfinden zu lassen: Neben der Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung berichtet der Aufsichtsratsvorsitzende über seine Treffen mit der Geschäftsführung und weitere gremienrelevante Vorfälle seit dem letzten Sitzungstermin. Die Ausschussvorsitzenden informieren über zwischenzeitlich stattgefundene Sitzungen. 2022 begleiteten uns fünf Themenpunkte bei nahezu sämtlichen Sitzungen. Um die Anzahl der Wiederholungen bei der folgenden Auflistung der Sitzungsinhalte gering zu halten, sollen diese kurz vorab genannt werden: I) Die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 und dessen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, insbesondere die sichere und boykottkonforme Einsatzstoffbeschaffung für unsere beiden deutschen Produktionsstandorte. II) Weiterentwicklung unseres Raffineriebetriebsmodells und Transformation zu einer nachhaltigen Produktion - aktuell durchgeführte Maßnahmen und deren Auswirkungen. III) Umsetzung von Investitionsprojekten. IV) Sicherheit/Sicherheitsbilanzen unserer Standorte. V) Ausbau des internationalen Geschäfts - aktuelle Projekte und umgesetzte Maßnahmen und hier vor allem in Malaysia. Die COVID-19-Pandemie und die Umsetzung der Ziele nach den Restrukturierungsmaßnahmen bei der GAUDLITZ GmbH in Coburg waren auch wiederkehrende Agendapunkte. Sie nahmen aber im Vergleich zu den Vorjahren eine nachgeordnete Bedeutung ein. Sofern nicht einer der fünf genannten Punkte expliziter Tagesordnungspunkt oder Sitzungsschwerpunkt war, wird auf diese in der folgenden Auflistung nicht näher eingegangen. Im ersten Halbjahr nahmen einzelne Aufsichtsratsmitglieder infolge bestehender Corona-Restriktionen nur virtuell an den in Hamburg physisch abgehaltenen Sitzungen teil, während im zweiten Halbjahr die Sitzungen in physischer Form in Hamburg und im Oktober 2022 in Salzbergen stattfanden. Am 8. Februar 2022 wurde der erste Sitzungstermin im abgelaufenen Geschäftsjahr terminiert. Schwerpunkte der Tagesordnung betrafen organisatorische Fragestellungen, das Thema Nachhaltigkeit, einen Bericht über den Stand der Jahresabschlussarbeiten 2021 sowie Updates zu verschiedenen Investitionsprojekten. Zu letzteren zählten die Rauchgasentschwefelung sowie die Power-to-Liquids-Demonstrationsanlage am Standort Ölwerke Schindler GmbH im Hamburger Hafen. Für den Standort Chemisch-Pharmazeutische Spezialitäten GmbH in Salzbergen wurde die Erweiterung eines Tankfelds zur Schaffung neuer Lagerkapazitäten und somit zur Flexibilisierung des Produktionsprozesses präsentiert. Die organisatorischen Fragestellungen befassten sich vor allem mit der Präsentation und Erörterung der ausgewerteten Effizienzprüfung (Selbstbeurteilung) sowie mit Diskussionen über die Zusammensetzung des Aufsichtsratsgremiums. Bei der Thematik "Nachhaltigkeit/Sustainability" stellte die Geschäftsführung ihren Plan zur Weiterentwicklung der beiden Produktionsstandorte zu "Nachhaltigkeits-Technologieparks" vor und präsentierte konkrete Maßnahmen für das laufende Geschäftsjahr. Sitzungsschwerpunkt der am 30. März 2022 durchgeführten zweiten Aufsichtsratssitzung war die Besprechung des Jahresabschlusses 2021. Nachdem der Prüfungsausschuss in seiner Sitzung am 22. März 2022 die notwendigen Unterlagen in Anwesenheit des Wirtschaftsprüfers erörtert hatte, standen die Unterlagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrates ab diesem Zeitpunkt zur Verfügung. Nach eingehender Bearbeitung wurden in der Sitzung die Prüfberichte mit den Wirtschaftsprüfern erörtert. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses billigte der Aufsichtsrat nach eingehender Prüfung den Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht. Auch die Vorschläge an die Hauptversammlung zur Gewinnverwendung (Vortrag auf neue Rechnung) sowie zur erneuten Wahl der Grant Thornton AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Hamburg, zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer, erhielten jeweils einen einstimmigen Beschluss. Des Weiteren beschäftigten sich die Ratsmitglieder mit dem Abhängigkeitsbericht 2021. Nachdem auch hier die interne Prüfung keinerlei Ergänzungs- oder Änderungsbedarf ergeben hatte, wurde der Abhängigkeitsbericht in seiner vorgelegten Form einstimmig beschlossen. Zudem wurde der Bericht des Aufsichtsrates in Form und Inhalt genehmigt und als Teil des Geschäftsberichts 2022 zur Veröffentlichung am Folgetag freigegeben. Und schließlich diskutierten die Mitglieder des Aufsichtsrates die Inhalte der bis zum 30. April 2022 fertigzustellendenden Nichtfinanziellen Erklärung und terminierten deren finale Beschlussfassung im Rahmen einer Telefonkonferenz für den 27. April 2022. Auf Empfehlung des Nominierungsausschusses beschloss der Aufsichtsrat des Weiteren einstimmig, die Herren Dr. Joachim Girg und Sven Hansen der Hauptversammlung zur Wahl als Mitglieder des Aufsichtsrates vorzuschlagen. Für Herrn Sven Hansen wurde zudem Frau Kyra Hansen als Ersatzkandidatin im Falle eines Ausscheidens im Verlauf der fünfjährigen Amtszeit vorgestellt. Auch hier erfolgte ein einstimmiger Beschluss des Gremiums, der Hauptversammlung die Wahl von Frau Kyra Hansen zum Ersatzmitglied für den Fall des Ausscheidens von Herrn Sven Hansen vorzuschlagen. Im Zusammenhang mit der Nominierung diskutierte das Aufsichtsratsplenum die Zusammensetzung des Aufsichtsrates der H&R GmbH & Co. KGaA intensiv. Hier wurden bisher nicht alle selbstgesteckten Ziele erfüllt. Vor allem vor dem Hintergrund der Neubestellung von fünf Aufsichtsratsmitgliedern im Jahr 2022 - darunter befinden sich auch die drei Vertreter der Arbeitnehmerseite - wurde das Ziel erneuert, schnellstmöglich den angestrebten Frauenanteil von 20 % zu erreichen. Zugleich wurde die Verantwortung beider Aufsichtsratsbänke zur Zielerreichung bekräftigt. Des Weiteren setzte sich das Aufsichtsratsgremium mit der Tagesordnung für die am 24. Mai 2022 stattfindende Hauptversammlung auseinander. Die Vorbereitung der vorgestellten Tagesordnung wurde ebenso beschlossen wie die Einleitung aller notwendigen Schritte zur Durchführung einer virtuellen HV. Abschließend diskutierte der Aufsichtsrat intensiv mit der Geschäftsführung aktuelle Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Breiten Raum nahmen hierbei der Ukrainekrieg und seine unmittelbaren Folgen für die H&R GmbH & Co. KGaA ein. Die Geschäftsführung berichtete über geplante Maßnahmen zur Erschließung neuer Einsatzstofflieferanten und über die aktuelle Energieversorgung. Kennzeichnend für die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft waren stark gestiegene Rohstoff- und Energiekosten sowie deren hohe Volatilitäten. Gleichwohl verlief die Geschäftsentwicklung im Rahmen der Prognosen. Am 23. Mai 2022, dem Tag vor der Hauptversammlung, fand die dritte Sitzung des Aufsichtsratsplenums statt. Im ersten Teil der Sitzung berichtete die Geschäftsführung über den aktuellen Stand der Vorarbeiten und den zu erwartenden Ablauf der Hauptversammlung. Die Vorstellung der Ergebnisse der Solomon-Studie 2020 und Projekt-Updates zu Investitionsmaßnahmen in Hamburg und Salzbergen waren ebenso Tagesordnungspunkte wie die Umsetzung geplanter Maßnahmen zur Transformation des Raffineriebetriebsmodells unter den erschwerten Bedingungen des Ukrainekriegs. Hierbei erfolgte auch die Vorstellung des von der Gesellschaft zum Jahreswechsel ernannten "Director Transformation". Er koordiniert den zur Erreichung des strategischen Nachhaltigkeitsziels beabsichtigten Wandel der für den Gesamtkonzern bedeutsamen beiden Spezialitätenproduktionsstandorte H&R Ölwerke Schindler GmbH und H&R Chemisch-Pharmazeutische Spezialitäten GmbH hin zu mehr erneuerbaren Einsatzstoffquellen. Dabei unterstützt ihn ein Kernteam, die Transformation Core Group, zu der neben der übergeordneten Raffinerieleitung auch Vertreter des globalen Produktmanagements gehören. Im zweiten Teil der Sitzung fand ein intensiver Gedankenaustausch der Aufsichtsratsmitglieder ohne die Geschäftsführung statt. Die vierte Sitzung des Aufsichtsratsplenums fand am 24. August 2022 in Hamburg statt. Nachdem im Vorfeld der Sitzung der Aufsichtsratsvorsitzende die drei neu gewählten Arbeitnehmervertreter Herr Patrick Ewels, Herr Dominik Franz und Herr Thomas Merting mit den Aufgaben, Abläufen und Inhalten des Aufsichtsratsgremiums sowie der Sitzungsverläufe vertraut gemacht hatte, traf sich der Aufsichtsrat erstmals in der neuen Zusammensetzung zu seiner konstituierenden Sitzung. Zwei Themenblöcke dominierten den Sitzungsverlauf: die Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die KGaA und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. Zunächst befasste sich das Gremium aber mit Anpassungsmaßnahmen bei den Corporate-Governance-Systemen sowie in den Bereichen IT-Sicherheit und Datenschutz. Der Prüfungsausschussvorsitzende berichtete aus den letzten Sitzungen des Ausschusses und attestierte die Angemessenheit und Wirksamkeit der Systeme, Kontrollmechanismen und sonstigen Schutzmaßnahmen. Die Projektverantwortlichen gaben zudem Auskunft über den aktualisierten Verhaltenskodex. T. 04 KOMPETENZPROFIL DES AUFSICHTSRATES GEMÄSS EMPFEHLUNG C.1 DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Beim ersten Kernthema stellte die Geschäftsführung die veränderte Einsatzstoffbeschaffung seit dem 24. Februar 2022 vor. Russische Einsatzstoffe konnten zwischenzeitlich durch Qualitäten aus West- und Nordafrika ersetzt werden. Hierbei steht die Gesellschaft in einem verschärften Wettbewerb, der geprägt wird von großen Preisvolatilitäten. Ausgiebig wurde in diesem Zusammenhang die veränderte Ausbeutestruktur durch die neuen Rohstoffe diskutiert. Auch die komplexere Situation auf der Vertriebsseite und die Folgen des Kriegs für unsere Kunden wurden ausführlich besprochen. Im Bereich Energie wurden verschiedene Strom- und Gaseinsparungsmaßnahmen und Prozessänderungen zur Sicherstellung der Produktion präsentiert. Trotz stark gestiegener Einsatzstoff- und Energiekosten konnte das Segment ChemPharm Refining dank hoher Nachfrage bei knappem Angebot gute Ergebnisbeiträge liefern. Gleichzeitig wies die Geschäftsführung darauf hin, dass sich die Weitergabe der hohen Energie- und Einsatzstoffkosten zunehmend schwieriger gestaltet. Bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie erläuterte die Geschäftsführung die Eckpfeiler der Transformation des Produktionsprozesses und hier vor allem dessen weiter fortschreitende Flexibilisierung und die Umstellung auf biobasierte, synthetische und recycelte Einsatzstoffe. Verschiedene bereits realisierte (zum Beispiel Wasserstoffelektrolyse, Grünstromeinkauf) oder im Aufbau und in der Entwicklung befindliche Projekte (zum Beispiel in Portugal mit einem JV-Partner) wurden vorgestellt und besprochen. In Salzbergen fand am 12. Oktober 2022 die fünfte Aufsichtsratssitzung unserer Gesellschaft statt. Geschäftsführung und lokale Standortleitung gaben zunächst einen Überblick über Historie, Prozessanlagen-Setup und die Stärken der Einheit. Dem schlossen sich Ausführungen zu aktuell durchgeführten und zukünftig geplanten Maßnahmen in Zusammenhang mit der Umstellung des Produktionsbetriebsmodells am Standort an. Intensiv besprochen wurden dabei auch Energie- und Wasserstoffversorgung sowie alternative Energieerzeugungsmöglichkeiten. Die Geschäftsführung präsentierte ihre Zielausrichtung hinsichtlich der Dekarbonisierung der Energieversorgung bei gleichzeitiger Defossilisierung der H&R-Produkte. Im Anschluss besichtigten die Aufsichtsratsmitglieder den Standort und begutachteten hier vor allem die Erweiterung eines Tankfelds. Die Entwicklung des internationalen Vertriebs bildete das zweite Kernthema der Sitzungen. Die aktuellen Entwicklungen der einzelnen Standorte wurden dabei ebenso ausführlich besprochen wie das aktuell im Aufbau befindliche Projekt in Lu-mut, Malaysia. An diesem Standort werden die Nachhaltigkeitsziele der Gesellschaft von Anbeginn umgesetzt werden. Abgerundet wurde der Themenblock durch die Vorstellung zukünftiger Maßnahmen in Indien und Vietnam. Im Zusammenhang mit den veränderten Rahmenbedingungen durch den Ukrainekrieg berichtete die Geschäftsführung von rückläufigen Nachfragen und gab einen zunehmend pessimistischeren Ausblick. Am 2. und 3. November 2022 trafen sich die Aufsichtsratsmitglieder zu einem Workshop in Hamburg. In zwei ganztägigen Veranstaltungen wurden technische Fragestellungen - Besonderheiten der Prozessindustrie aus dem Blickwinkel von chemisch-pharmazeutischen Produktionsstandorten sowie die Positionierung von H&R in der Raffinerielandschaft - sowie kaufmännische Aspekte intensiv mit der Geschäftsführung und einzelnen Führungskräften und Projektverantwortlichen diskutiert. Die Schwerpunkte im kommerziellen Teil lagen auf einem Überblick über die Wertschöpfungsstufen der Tätigkeitsbereiche von H&R, einem aktuellen Überblick über die verschiedenen Haupt- und Nebenprodukte sowie Maßnahmen der Produktionsplanung und Wege zu deren Optimierung. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einer vertieften Aussprache über Chancen und Risiken unter den veränderten Rahmenbedingungen (Ukrainekrieg, Transformation des Betriebsmodells). Am 14. Dezember 2022 wurde die letztjährige Sitzungsperiode mit der sechsten regulären Aufsichtsratssitzung abgeschlossen. Wie auch in den Vorjahren lagen die Kernthemen der Tagesordnung in einem Rückblick auf das laufende Jahr und dem Budget für das Jahr 2023 sowie der Fünfjahresplan-Mittelfristplanung. Die aktualisierte Entsprechenserklärung sowie die Ergebnisse der Effizienzprüfung wurden ausführlich besprochen und erstere einstimmig beschlossen. Die Geschäftsführung berichtete von der Teilnahme an einer Reise mit einer Delegation des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz nach Namibia und Südafrika, die ganz im Zeichen von Wasserstofferzeugung und Solarstrom lag. Abgerundet wurde die Sitzung durch einen Bericht über den Stand der Jahresabschlussarbeiten 2022. Die Arbeit in den Ausschüssen des AufsichtsratesIm Berichtsjahr 2022 fanden insgesamt 20 Ausschusssitzungen statt: Zu fünf Terminen hielten der Prüfungsausschuss und der Ausschuss für Raffinerietechnik und Strategie jeweils kombinierte Sitzungen ab, dreimal tagte der Prüfungsausschuss gesondert. Der Ausschuss für Geschäfte mit nahestehenden Personen und für sonstige rechtliche Fragestellungen (Ausschuss RECHT) traf sich sechsmal, und einmal trat der Nominierungsausschuss zusammen. Wie schon in den Vorjahren war auch im Jahr 2022 bei keiner der Ausschusssitzungen eine Abwesenheit zu verzeichnen. Die Anwesenheitsquote betrug somit jeweils 100 %. PrüfungsausschussIm Geschäftsjahr 2022 kam der Prüfungsausschuss zu insgesamt acht Sitzungen zusammen. Davon wurden fünf Sitzungen gemeinschaftlich mit dem Ausschuss für Raffinerietechnik und Strategie (RTS) abgehalten. Einen wesentlichen Teil der Ausschusstätigkeit bildete auch in diesem Geschäftsjahr die Prüfung der Jahresabschlüsse und des zusammengefassten Lageberichts der H&R GmbH & Co. KGaA und des Konzerns, des nichtfinanziellen Konzernberichts, des Abhängigkeitsberichts und des Vorschlags zur Ergebnisverwendung. Diese Unterlagen zum Geschäftsjahr 2021 wurden in der Sitzung vom 23. März 2022 zusammen mit dem Abschlussprüfer und der Geschäftsführung eingehend erörtert. Danach gab der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat seine Empfehlungen zur Billigung der Abschlüsse für das Geschäftsjahr 2021 sowie für die Vorschläge an die Hauptversammlung zur Verwendung des Bilanzgewinns zum 31. Dezember 2021 und zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2022 ab. Außerdem hat sich der Prüfungsausschuss insbesondere mit der Erteilung des Prüfungsauftrags an den für 2022 gewählten Abschlussprüfer - inklusive Festlegung von Prüfungsschwerpunkten und des Prüfungshonorars sowie Beurteilung der Prüfungsqualität - befasst. Dazu wurden Verlauf und Ergebnisse der Abschlussprüfung zeitnah verfolgt, besprochen und ausgewertet. Bei der Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers hat der Prüfungsausschuss durch geeignete Maßnahmen sichergestellt, dass ihm Aufträge, welche an den Abschlussprüfer bzw. an Mitglieder seines Netzwerks bezüglich sogenannter Nichtprüfungsleistungen vergeben werden sollen, rechtzeitig zur Kenntnis gebracht werden. Solche Aufträge wurden, soweit nach Würdigung der Zulässigkeit bzw. möglicher Gefahren für die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers unbedenklich, jeweils vorab gebilligt. Daneben widmete sich der Prüfungsausschuss intensiv einer von der Geschäftsführung beauftragten und Anfang 2022 abgeschlossenen externen Revision zur Identifikation möglicher Verbesserungspotenziale in den Bereichen Compliance-Management, Internes Kontrollsystem, IT-Sicherheit und Datenschutz. Im Ergebnis wurde die Angemessenheit und Wirksamkeit der in diesen Bereichen implementierten Maßnahmen und Verfahren festgestellt. Vereinzelte Anpassungs- und Aktualisierungsempfehlungen wurden über einen - durch den Prüfungsausschuss eng begleiteten - Projektplan abgearbeitet und zwischenzeitlich nahezu vollständig umgesetzt. Ferner setzte sich der Prüfungsausschuss mit Einzelaspekten des Compliance- und Risikomanagementsystems des Konzerns, mit den Tätigkeitsberichten der Internen Revision, des Compliance-Managements und des externen Datenschutzbeauftragten sowie den turnusmäßigen Berichten zur Risikolage auseinander. Davon umfasst waren auch Fragen des konzernweiten IT-Berechtigungsmanagement und der Zertifizierung des H&R-Rechenzentrums. Weitere Beratungsgegenstände bildeten die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und der Liquiditätssituation, die Budgetplanung für die kommenden Geschäftsjahre ab 2023, die Überwachung der Qualität der Abschlussprüfung, die Entwicklungslinien der nichtfinanziellen, nachhaltigkeitsbezogenen Berichterstattung und deren externe Prüfung sowie die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und dessen Neufassung im Geschäftsjahr. Zur Selbstbeurteilung der Effizienz des Aufsichtsrates und dessen Tätigkeit wurde das bisher angewandte Beurteilungsverfahren unter Verwendung eines detaillierten Fragbogens auch für das Jahr 2022 eingesetzt. Eine Unterstützung dieser internen Lösung durch externe Berater ist jetzt für das Jahr 2023 geplant, nachdem zur Mitte des Geschäftsjahres 2022 alle drei Arbeitnehmervertreter neu in den Aufsichtsrat eingetreten sind. Neben den Ausschusssitzungen hat sich der Ausschussvorsitzende zu Informations- und Abstimmungszwecken regelmäßig mit der Geschäftsführung, dem Leiter Finanzen und der Internen Revision ausgetauscht. Ferner hat der Vorsitzende die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses der H&R GmbH & Co. KGaA, des Konzernabschlusses sowie der Jahresabschlüsse einzelner Konzerngesellschaften eng begleitet und dabei regelmäßig Gespräche mit dem Abschlussprüfer geführt. Raffinerietechnik und StrategieIm Geschäftsjahr 2022 tagte der Ausschuss für Raffinerietechnik und Strategie fünfmal jeweils gemeinsam mit dem Prüfungsausschuss. Vorbereitet und unterstützt wurden die Sitzungen durch zahlreiche zwischenzeitliche Abstimmungen des Ausschussvorsitzenden mit dem AR-Vorsitzenden und der übergeordneten Raffinerieleitung sowie deren regelmäßige Zwischenberichte. Schwerpunkte jeder Ausschusssitzung waren die Sicherheitsperformance, deren Analyse sowie die Ableitung von weiteren Verbesserungsmöglichkeiten. Weiterhin nahmen die Analyse des aktuellen Status und die Vorausschau der in Planung und Realisierung befindlichen Investitionsvorhaben eine kontinuierliche und zentrale Rolle ein. Im Einzelnen sind folgende Sitzungsthemen hervorzuheben:
Während die Sitzungen im ersten Halbjahr als virtuelle oder Hybrid-Veranstaltungen abgehalten wurden, trafen sich die Ausschussmitglieder ab Juli zum überwiegenden Teil physisch in Hamburg und Salzbergen. Hierbei wurden auch einzelne Besichtigungen und Sicherheitsrundgänge bei der OWS im Hamburger Hafen und am Standort Salzbergen absolviert. Ausschuss für Geschäfte mit nahestehenden Personen und für sonstige rechtliche FragestellungenDer Ausschuss hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 sechsmal zu Sitzungen getroffen. Die Sitzungen fanden physisch zumeist in Hamburg, am 11. Oktober 2022 einmalig am Standort Salzbergen, statt. Der Ausschuss befasste sich in mehreren Sitzungen mit der Prozessbeschreibung für das implementierte interne Verfahren zur Bewertung der Voraussetzungen des § 111a Abs. 2 Satz 1 AktG. Eine ausgearbeitete Prozessbeschreibung wurde in der Sitzung des Ausschusses am 11. Oktober 2022 beschlossen und der Geschäftsleitung übergeben. Regelmäßiger Gegenstand der Sitzungen war die Festlegung der Stichproben - entsprechend der Prozessbeschreibung für das implementierte interne Verfahren zur Bewertung der Voraussetzungen des § 111a Abs. 2 Satz 1 AktG - und die eingehende Prüfung dieser Stichproben. Hierzu haben Mitglieder der Geschäftsleitung sowie Mitarbeiter aus einzelnen mit diesen Geschäften befassten Abteilungen an Sitzungen des Ausschusses teilgenommen und standen den Ausschussmitgliedern für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Weiterer Schwerpunkt der Sitzungen war die Prüfung der bestehenden Vertragsverhältnisse, insbesondere der Verträge im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung der H&R Chemisch-Pharmazeutische Spezialitäten GmbH für die H&R Vertrieb GmbH. Die von der Geschäftsleitung vorgelegten Unterlagen und Verträge sowie die hierzu erteilten Auskünfte und Erläuterungen wurden von dem Ausschuss im Hinblick auf die Voraussetzungen des § 111a AktG ausgewertet und eingehend besprochen. NominierungsausschussDer Nominierungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2022 einmal am 8. Februar. Nach Vorgesprächen empfahl der Ausschuss einstimmig dem Aufsichtsratsplenum, die Herren Dr. Joachim Girg und Sven Hansen der Hauptversammlung am 24. Mai 2022 aufgrund ihrer fachlichen und persönlichen Kompetenzen erneut zur Wahl vorzuschlagen. Beide Herren gehören dem Gremium seit Längerem an und begleiten wichtige Funktionen. Herr Dr. Girg ist langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender, und Herr Hansen leitet den Nominierungsausschuss. Darüber hinaus sind beide Herren Mitglieder in weiteren Ausschüssen (siehe hierzu Abb. T.03). Zudem wurde vom Ausschuss empfohlen, Frau Kyra Hansen von der Hauptversammlung als Ersatzmitglied des Aufsichtsrates für den Fall des Ausscheidens von Herrn Sven Hansen wählen zu lassen. Mit Frau Hansen würde sich das Gremium zudem deutlich verjüngen. Des Weiteren sollte hiermit ein klares Signal gesendet werden, dass die Familie Hansen weiterhin langfristig in unserer Gesellschaft engagiert bleibt. Eine zeitnahe Erreichung der selbstgesetzten Frauenquote im Plenum besitzt unverändert eine hohe Priorität für den Aufsichtsrat der H&R GmbH & Co. KGaA. Hierbei sieht der Nominierungsausschuss grundsätzlich beide Aufsichtsratsbänke in der Pflicht. Der Ausschuss beschloss, nach geeigneten Kandidatinnen für verschiedene Bereiche unserer Anforderungsliste für Aufsichtsratskandidaten zu suchen. Besonderes Augenmerk sollte hierbei auf die Rolle von Herrn Dr. Hartmut Schütter gelegt werden, der als Ingenieur und Chemiker und Vorsitzender des Ausschusses für Raffiniertechnik und Strategie eine hervorgehobene Stellung im Aufsichtsratsgremium einnimmt. Herr Dr. Schütters Amtszeit endet mit Ablauf der Hauptversammlung 2023. Nach diversen Abstimmungsgesprächen im Rahmen von Aufsichtsratssitzungstagen tagte der Nominierungsausschuss am 8. März 2023 und besprach die Ergebnisse der Suche ausführlich. Zwar konnten diverse potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten ausfindig gemacht und für eine Mitarbeit im Aufsichtsrat unserer Gesellschaft überzeugt werden, leider befand sich hierunter niemand mit einem ingenieurstechnischen Hintergrund und einer Affinität zu Raffinerien, Transformation und Chemie. Hierfür angesprochene Kandidatinnen und Kandidaten konnten sich aus Zeitgründen eine Arbeit im Gremium nicht vorstellen, andere durften sich aus aktuellen beruflichen Gründen nicht in unser Gremium einbringen. In seiner Sitzung am 22. März 2023 beschloss der Nominierungsausschuss folglich, Herrn Dr. Hartmut Schütter aufgrund seiner tiefen Kenntnisse und engen Involvierung in den Transformationsprozess und in laufende Investitionsprojekte der Hauptversammlung für eine weitere Amtszeit im Aufsichtsrat vorzuschlagen. Parallel wird der Nominierungsausschuss die Suche nach einer geeigneten Kandidatin oder einem geeigneten Kandidaten fortsetzen und bei Vorliegen geeigneter Personen gemeinsam mit Herrn Dr. Schütter zum Wohle unserer Gesellschaft neu über die Nachfolge entscheiden. Der Nominierungsausschuss dankt Herrn Dr. Hartmut Schütter ausdrücklich für seine Bereitschaft, sich auch weiterhin im Aufsichtsratsplenum und als Vorsitzender des Ausschusses für Raffinerietechnik und Strategie zu engagieren. Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss, nichtfinanziellem Konzernbericht und AbhängigkeitsberichtDie Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für die H&R GmbH & Co. KGaA und den Konzern für das Geschäftsjahr 2022 geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Jahresabschluss der H&R GmbH & Co. KGaA und der zusammengefasste Lagebericht für die H&R GmbH & Co. KGaA und den Konzern wurden nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB durchgeführt unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung. Die genannten Unterlagen sind von der Geschäftsführung rechtzeitig an den Aufsichtsrat verteilt worden. Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses vom 22. März 2023 vom Abschlussprüfer erläutert und intensiv besprochen. Die Prüfungsberichte von Grant Thornton lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrates vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates am 30. März 2023 in Gegenwart des Abschlussprüfers umfassend behandelt. Der Abschlussprüfer berichtete über besonders wichtige Prüfungssachverhalte, die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung sowie darüber, dass keine wesentlichen Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagements bezogen auf den Rechnungslegungsprozess vorliegen. Der Abschlussprüfer ging ferner auf wesentliche Geschäftsvorfälle und bilanzpolitische Maßnahmen ein. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses haben wir nach eigener Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und kommen sowohl für den Jahres- als auch den Konzernabschluss einschließlich des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts zu keinen Einwendungen. Der Jahresabschluss wird der Hauptversammlung zur Feststellung vorgelegt. Den Vorschlag der Geschäftsführung für die Verwendung des Bilanzgewinns beurteilt der Aufsichtsrat als ausgewogen und schließt sich diesem an. Die Geschäftsführung hat für das Geschäftsjahr 2022 - als Teil eines umfassenderen Nachhaltigkeitsberichts - einen gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach den Vorschriften der §§ 289b ff. i.V. m. 315b f. HGB aufgestellt. Der Aufsichtsrat hat für den nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2022 eine freiwillige Prüfung mit begrenzter Sicherheit gemäß ISAE 3000 beauftragt, die bis zum 30. April 2023 und ebenfalls von Grant Thornton durchgeführt wird. Diesen Bericht werden der Prüfungsausschuss und der gesamte Aufsichtsrat pflichtgemäß hinsichtlich Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der Berichterstattung ebenfalls noch einmal prüfen. Der Bericht wird anschließend auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht. Der von der Geschäftsführung nach § 312 AktG aufgestellte Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) wurde ebenfalls vom Abschlussprüfer geprüft. Der Abschlussprüfer hat den Aufsichtsrat über die Prüfungsergebnisse unterrichtet und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Personelle Veränderungen im AufsichtsratIm Aufsichtsrat der H&R GmbH & Co. KGaA hat es im abgelaufenen Jahr personelle Veränderungen gegeben. Die Hauptversammlung wählte die Herren Dr. Joachim Girg und Sven Hansen erneut für eine fünfjährige Amtszeit in das Gremium. Als Ersatzkandidatin für Herrn Hansen wurde für den Fall seines Ausscheidens in dieser Wahlperiode Frau Kyra Hansen ebenfalls von der Hauptversammlung gewählt. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 24. Mai 2022 endete die Amtszeit der drei Arbeitnehmervertreter Reinhold Grothus, Holger Hoff und Harald Januszewski. Der Aufsichtsrat dankt den drei Herren für ihr langjähriges Engagement und die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Reinhold Grothus gehörte dem Gremium seit 2001 an. Neu ins Gremium wurden per 24. Mai 2022 die Herren Patrick Ewels, Dominik Franz und Thomas Merting als Vertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewählt. Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsführung, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihren tatkräftigen Einsatz, ihre persönlichen Beiträge und die konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle unseres Unternehmens in diesen herausfordernden Zeiten. Bleiben Sie uns gewogen.
Für den Aufsichtsrat Dr. Joachim Girg, Vorsitzender H&R am KapitalmarktKapitalmärkte und Entwicklung des AktienkursesErholung des weltweiten Wirtschaftswachstums bleibt kriegsbedingt ausDas Jahr 2022 war durchgehend von Faktoren geprägt, die sich belastend auf die Kapitalmärkte auswirkten. Geopolitische Unsicherheiten durch den Ukrainekrieg, Unsicherheiten in der Rohstoff- und Energieversorgung, Inflationsraten auf Höhenflug und in der Folge Zinserhöhungen haben das globale Wirtschaftswachstum im Börsenjahr 2022 ausgebremst. Die Aufholjagd nach der Corona-Pandemie geriet zum Jahresanfang mit Beginn des Ukrainekriegs ins Stocken. In der Folge dämpften hohe Preissteigerungen die Konsumlaune. Insgesamt ging eines der schlechtesten Börsenjahre seit Langem zu Ende. So schlossen der Dow Jones -9 %, Nasdaq Composite -34 %, Nikkei -11 %, Euro Stoxx 50 -11 % und DAX -12 %. In diesem Rahmen bewegten sich die weltweiten Verluste an den Aktienmärkten seit dem Jahresauftakt. H&R-Aktienkurs über Jahreslauf unter DruckFür die Papiere der H&R KGaA lagen Licht und Schatten im abgelaufenen Jahr erneut dicht beieinander. Ausgehend von einem Jahresstartkurs von € 7,00 versuchte sich die Aktie im gesamten Januar an einem Kurszuwachs in Richtung der Marke von € 8,00. Bereits innerhalb weniger Wochen wurde der Jahreshöchststand mit € 7,58 markiert. Erstaunlicherweise war es dann aber die Ankündigung des guten Ergebnisses für das Gesamtjahr 2022, die den Kurs unter Druck setzte und für wenig Unterstützung sorgte, bevor der Kriegsbeginn in der Ukraine die Grundvoraussetzungen für das Börsenjahr nachhaltig änderte. Trotz stabiler Zahlen zu den Quartalen und einer frühzeitigen Anpassung der Ergebniserwartung nach oben blieb das Vertrauen der Anleger in die Aktien der H&R aus. Zu groß erschien die Gemengelage aus schwierigerer Rohstoffbeschaffung, steigenden Energiepreisen und öffentlich diskutierter Gasmangellage, als dass H&R das Momentum guter Kennzahlen für sich nutzen konnte. Zum Jahresende ging die Aktie mit € 6,02 und damit mit einem Minus von 14 % aus dem Handel. G. 01 ENTWICKLUNG H&R-AKTIE
T. 05 BASISDATEN ZUR H&R-AKTIE
Aktienzahl, Marktkapitalisierung und BörsenumsatzDie Zahl der ausgegebenen Aktien unserer Gesellschaft betrug zum 31. Dezember 2022 insgesamt 37.221.746 Stück. Als Unternehmen im Prime Standard erfüllt die H&R KGaA hohe Publizitäts- und Transparenzstandards. Der Kurs ist über die Handelssysteme und die Finanzpresse abrufbar. Im vergangenen Jahr war das Interesse an Aktien in Deutschland deutlich geringer als im Jahr zuvor: Insgesamt wurde an der Frankfurter Wertpapierbörse 2022 ein um rund 32 % geringeres Orderbuchvolumen umgesetzt. Für die H&R wurden über Xetra rund 2,7 Mio. Aktien gehandelt. Weitere rund 1,7 Mio. Aktien wechselten über die Privatanlegerplattform der Deutschen Börse Tradegate den Eigentümer. Damit standen 2022 rund 4,2 Mio. gehandelte Aktien insgesamt 8,9 Mio. Anteilen aus 2021 gegenüber. Das daraus entstammende Handelsvolumen betrug bezogen auf Tagesvolumina und -schlusskurse rund € 28,9 Mio. (Vorjahr: € 69,2 Mio.). T. 06 KENNZAHLEN ZUR AKTIE/XETRA-SCHLUSSKURSE
G. 02 HÖCHST- UND TIEFSTKURSE DER H&R-AKTIE IM JAHR 2022/XETRA SCHLUSSKURSE
AktionärsstrukturFür das Geschäftsjahr wurden uns keine Veränderungen der Aktienbestände unseres Mehrheitsgesellschafters mitgeteilt. Laut informeller Meldung beträgt der Anteil der Herrn Nils Hansen am Grundkapital der Gesellschaft zurechenbaren Anteile insgesamt 61,42 % der Stimmrechte. Der Anteil von Herrn Wilhelm Scholten am Grundkapital betrug laut informeller Mitteilung zum 31. Dezember 2022 unverändert insgesamt 6,06 %. Davon wurden 5,45 % über die Wilhelm Scholten Beteiligungen GmbH und weitere 0,61 % über die Ölfabrik Wilhelm Scholten GmbH sowie über Tochtergesellschaft gehalten. Die verbleibenden 32,5 % der H&R-Aktien befanden sich zum 31. Dezember 2022 in Streubesitz. Davon waren wiederum rund 3,2 % in den Händen institutioneller Investoren. Investor RelationsDas Berichtsjahr 2022 forderte von uns insbesondere eine schnelle Bewertung der sich veränderten politischen Situation und der daraus folgenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Die notwendige und schnelle Umstellung auf Rohstoffe nicht-russischer Herkunft musste ebenso in die Kommunikation und Berichterstattung eingearbeitet werden wie die Auswirkungen der Verteuerungen der Energie- und Gaskosten auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens. Die Hauptversammlung 2022 führten wir im Mai erneut als virtuelle Veranstaltung durch. Im September hingegen nahmen wir erstmals wieder persönlich an einer Kapitalmarktkonferenz teil und besuchten die Baader Investment Conference in München. Besonders intensiv wurde im vergangenen Jahr zudem seitens der Investoren die Möglichkeit zum telefonischen Austausch mit dem Management und der IR-Abteilung genutzt. Und schließlich informierten wir unsere Adressaten im Rahmen der routinemäßigen Quartalsmitteilungen und Unternehmensmeldungen. 2022 betreuten Analysten von Kepler Chevreux, der DZ Bank und der Baader Bank unsere Aktien. T. 07 RESEARCH-COVERAGE ÜBER DIE H&R-AKTIEKepler Cheuvreux Baader Bank DZ Bank Kontakt erwünschtUnsere Unternehmensberichte können sich Interessierte jederzeit von unserer Homepage www.hur.com im Bereich Investoren herunterladen. Auf Anfrage versenden wir auch gerne eine Druckversion. Über die aktuellen Entwicklungen unseres Unternehmens informieren wir unsere Adressaten auch per E-Mail-Newsletter. Die Registrierung für diese Publikationen ist ebenfalls auf unserer Homepage im Bereich Investor Relations möglich. Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen unter folgenden Kontaktdaten gerne auch persönlich zur Verfügung: H&R KGaA Investor Relations Am Sandtorkai 50 20457 Hamburg Telefon: +49 (0) 40-43218-321 Telefax: +49 (0) 40-43218-390 E-Mail: investor.relations@hur.com Internet: www.hur.com Zusammengefasster Lage- und Konzernlageberichtder H&R GmbH & Co. KGaAGrundlagen des KonzernsUnternehmensaufstellung und GeschäftsmodellGeschäftsfelder und OrganisationsstrukturDer H&R-Konzern gliedert seine operativen Aktivitäten in die zwei Geschäftsbereiche Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe und Präzisions-Kunststoffteile. Gleichzeitig agieren wir über drei Geschäftssegmente: ChemPharm Refining, ChemPharm Sales und Kunststoffe. Zu unserem Segment ChemPharm Refining gehören die zwei deutschen Produktionen in Hamburg und Salzbergen. Diese betreiben wir mit dem Ziel einer möglichst hohen Ausbeute an Spezialitäten auf Kohlenwasserstoffbasis. Im Zuge unserer Produktionsprozesse entstehen rund 800 verschiedene Produkte, die ihre Anwendung in nahezu allen Lebensbereichen finden. In unserem Segment ChemPharm Sales bündeln wir zahlreiche Weiterverarbeitungsbetriebe und unsere weltweiten Vertriebsstandorte. Im Segment Kunststoffe stellen wir an unseren Standorten in Deutschland, Tschechien und China Präzisions-Kunststoffteile her. Abnehmer unserer Kunststofferzeugnisse sind die Automobilindustrie, die Medizintechnik und andere klassische industrielle Branchen. Rechtliche KonzernstrukturDie Führung unserer Geschäftsaktivitäten erfolgt durch die H&R GmbH & Co. KGaA (im Folgenden: H&R) als Konzernholding. Die Holding verantwortet die strategische Ausrichtung des Konzerns und ist für ihre Finanzierungsaktivitäten zuständig. Darüber hinaus übernimmt sie für unsere Tochterunternehmen Management-, Service- und Dienstleistungsaufgaben. Die Zahl der zu konsolidierenden Tochtergesellschaften betrug zum Ende des Berichtszeitraums 48 (31. Dezember 2021: 47). Die Anteilsliste ist im Konzernanhang unter "Konsolidierungskreis und Beteiligungen" aufgeführt. Das Segment ChemPharm Refining, dessen Kern die deutschen Spezialitätenproduktionen bilden, weist eine funktionale Führungsstruktur auf. Die leitenden Mitarbeiter dieses Segments haben eine standortübergreifende Verantwortung für wichtige Funktionen wie den Rohstoffeinkauf, die Projektabwicklung, das Rechnungswesen und den Vertrieb. Im Segment ChemPharm Sales, das über keine eigenen Rohstoffverarbeitungen verfügt, liegen sämtliche Funktionen in der Verantwortung der lokalen Geschäftsführer. Sie berichten standortübergreifend an einen Regionalgeschäftsführer, der wiederum direkt an die Konzerngeschäftsführung berichtet. Das Segment Kunststoffe verfügt über zwei Führungsebenen: Die Geschäftsführer der internationalen Standorte berichten an die Geschäftsbereichsführung, die gleichzeitig die Leitung des inländischen Produktionsstandorts in Coburg innehat. StandorteZum Jahresende 2022 beschäftigten wir im Konzern weltweit 1.631 Mitarbeiter (31. Dezember 2021: 1.585 Mitarbeiter). Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Standorte unserer drei Segmente mit mehr als 25 Mitarbeitern: T. 08 WESENTLICHE STANDORTE DES H&R-KONZERNS
G. 03 DARSTELLUNG DER KONZERNSTRUKTUR
Wichtige Produkte, Dienstleistungen und GeschäftsprozesseIn unseren inländischen Produktionsstandorten im Segment ChemPharm Refining setzen wir aktuell Rohstoffe auf Kohlenwasserstoffbasis ein; neben fossilen Qualitäten werden aber auch bereits bio- und synthesebasierte sowie recycelte Grundstoffe als Einsatzstoff genutzt. Aus unseren Einsatzstoffen gewinnen wir rund 800 Spezialitäten: Prozessöle, technische und medizinische Weißöle sowie Paraffine und Wachserzeugnisse. In unseren Prozessen anfallende Neben- bzw. Kuppelprodukte werden entweder zu weiteren hochwertigen Spezialitäten verarbeitet oder als Bitumen für den Straßenbau genutzt. Ein weiterer Teil wird als Feedstock an Raffinerien weiterveräußert. In speziellen Abfüllanlagen werden zudem Endprodukte nach Rezepturen namhafter Endkunden gemischt. In den Produktionsbetrieben des Segments ChemPharm Sales liegen unsere Produktionsschwerpunkte bei umweltfreundlichen kennzeichnungsfreien Weichmachern und Wachsemulsionen. Über Partnerschaften mit lokalen Produzenten weltweit vermeiden wir den Aufbau eigener Kapazitäten zur Rohstoffverarbeitung. Im Segment Kunststoffe stellen wir hochpräzise Plastikteile sowie Baugruppen und medizinische Verbrauchsartikel her. Ziele und StrategieWesentliche Beschaffungs- und Absatzmärkte sowie WettbewerbssituationDie Grundlage unserer Produktion chemischpharmazeutischer Spezialitäten sind Kohlenwasserstoffe aus fossilen, synthetischen oder biobasierten Quellen. Wir beziehen unsere fossilen Rohstoffe im Wesentlichen von Kraftstoffraffineriebetreibern. Biobasierte, synthetische und recycelte Qualitäten stammen aus unserem Partnernetzwerk, aus am Markt verfügbaren Quellen sowie aus der Eigenerzeugung. Mit einer konsequenten Ausrichtung an den Anwendungen der Kunden erzeugen wir daraus Chemisch-Pharmazeutische Spezialprodukte. Über die Jahrzehnte hinweg haben wir uns zu einer festen Marktgröße entwickelt. G. 04 ROHÖLBASIERTE SPEZIALITÄTEN
Unsere Spezialitäten umfassen u. a. umweltfreundliche, kennzeichnungsfreie Weichmacher, die in den Kautschukmischungen namhafter Autoreifenhersteller sowie in weiteren Gummi- und Kautschukprodukten eingesetzt werden. Wesentliche Wettbewerber in diesem Produktfeld sind große Mineralölkonzerne. Die Anwendungsbereiche für unsere Paraffine sind vielfältig. Paraffine bieten sich aufgrund ihrer wasserabweisenden Eigenschaften sowohl für Anwendungszwecke in der Lebensmittel- und Verpackungsmittel- als auch in der Bauindustrie an. Im Bereich der Weißöle haben wir nach eigener Einschätzung die Fähigkeit, hohe Qualitätsstandards zuverlässig erfüllen zu können. Unsere technischen Weißöle werden in industriellen Bereichen eingesetzt. Die medizinischen Weißöle fließen als Bestandteil u. a. in Kosmetikprodukte wie Cremes und Salben ein. Den größten Teil unserer Grundöle verkaufen wir als Rohstoff an Schmierstoffhersteller. Einen geringeren Teil verarbeiten wir selbst durch die Zugabe von Additiven zu fertigen Schmierstoffen weiter. 2022 stand für uns zu Jahresbeginn ganz wesentlich unter dem Vorzeichen, dass sich die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Auswirkungen auf die chemische Industrie und die Lieferketten abschwächen. Gleichzeitig setzten wir eine Fortsetzung der seit Herbst 2021 eher gebremsten wirtschaftlichen Entwicklung bei den chemisch-pharmazeutischen Spezialitäten voraus und bereiteten uns darauf vor, unsere Ergebnisse auf einem geringeren, aber auskömmlichen Niveau zu stabilisieren. Auch die Bemühungen um die Transformation der beiden deutschen Produktionsstandorte zu nachhaltigeren und individuelleren Rohstoffen wollten wir fortsetzen. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine änderte die Markt- und Wettbewerbsbedingungen erheblich. Quasi über Nacht mussten Rohstoffe aus russischen Quellen durch Qualitäten aus Nord- und Westafrika ersetzt werden. Dies galt für alle Marktteilnehmer, sodass sich die Kosten für diese ohnehin teureren Rohstoffe ebenso rasch erhöhten wie Transport- und Logistikkosten. Auch die Energiekosten nahmen für die deutsche Industrie Ausmaße an, die den im internationalen Vergleich generell bestehenden Standortnachteil hinsichtlich der Gesamtkosten noch zusätzlich vergrößerten. Gleichwohl blieben insbesondere die Produzenten interessant, die ihre Kunden verlässlich versorgen konnten. Dazu zählte die H&R, die unter diesen Rahmenbedingungen einen wesentlichen Teil ihrer Mehraufwendungen an den Markt weitergeben konnte. Auch das Thema COVID-19 ließ die globalen Märkte nicht los: So führten die pandemiebedingten Schließungen vieler chinesischer Häfen zu verzögerten Abfertigungen und verstärkten Lieferengpässen bei Transportbehältnissen. Unter dem Strich war für fast alle unsere Kunden eine auskömmliche Versorgung ihres Bedarfs das Wichtigste. Die Kunden unseres Geschäftsbereichs Kunststoffe unterteilen wir in die drei Kundengruppen Automobilindustrie, Medizintechnik und Industrie. Vor allem für die Automobilindustrie blieb 2022 ein herausforderndes Jahr: Während viele Experten der Branche bescheinigen, bei wichtigen Strategien - vor allem in Richtung Nachhaltigkeit und E-Mobilität - bereits entscheidungsreif zu sein, sorge die Politik für "toxische Unsicherheit", da sie bislang keine verlässlichen Regelungen in Aussicht stelle. Insbesondere bezüglich der Ausbaugeschwindigkeit bei den erneuerbaren Energien und der Ladeinfrastruktur zeigte sich 2022 noch nicht die Planungssicherheit, die sich die deutschen Autobauer für ihre Entscheidungen erhofften. So sah sich auch die GAUDLITZ GmbH ein weiteres Mal vor schwierige Aufgaben gestellt, etwa durch stark schwankende Abrufzahlen und zum Teil unkonkrete Zusagen ihrer Kunden für zukünftige Projekte und Kooperationen. Daneben sorgte auch der Krieg im Bereich Automotive für Verwerfungen, etwa bei den Lieferketten. Rechtliche und wirtschaftliche EinflussfaktorenWirtschaftliche EinflussfaktorenAls wirtschaftlicher Einflussfaktor war im vergangenen Geschäftsjahr ohne Zweifel der russische Krieg gegen die Ukraine mit seinen Folgewirkungen von übergeordneter Bedeutung. Die Preise der in unseren inländischen Produktionen bislang überwiegend als Ausgangsstoff eingesetzten fossilen Kohlenwasserstoffe bewegten sich in enger Korrelation zum aktuellen Rohölpreis. Die hohe Abhängigkeit westeuropäischer Industrienationen von günstigem russischen Öl, vor allem aber Gas, machte sich 2022 extrem bemerkbar. Erst wichen ölverarbeitende Industrien auf Qualitäten anderer Herkunft aus, später sorgte die bewusste Nutzung der russischen Gaslieferungen als politisches Druckmittel für weitere Unsicherheit. H&R reagierte hierauf durch eine deutliche Reduzierung der an den Standorten Hamburg und Salzbergen benötigten Gas-Gesamtmenge. Gleichzeitig konnten die Preisveränderungen für Rohstoffe und Energie im abgelaufenen Jahr infolge der hohen Nachfrage nach verlässlichen Lieferungen zum Großteil weitergegeben werden. Eng damit verknüpft ist das Thema der Währungseffekte: Die Notierung des Rohölpreises erfolgt weltweit in US-Dollar, sodass H&R infolge des hohen Rohstoffbedarfs und der Versorgung mit Rohstoffen aus internationalen Quellen von Schwankungen dieser Leitwährung und entsprechenden Umrechnungseffekten unmittelbar betroffen ist. Auch im Segment Kunststoffe kann es angesichts der multinationalen Standortverteilung in Deutschland, China, den USA und Tschechien und der Abhängigkeit z. B. von Preissteigerungen von in fremder Währung gehandelten Rohmaterialien zu Währungseffekten kommen. Diese waren für das Geschäftsjahr 2022 von untergeordneter Bedeutung. Rechtliche EinflussfaktorenNeben der Beachtung von Recht und Gesetz im Allgemeinen stehen für H&R vor allem genehmigungsrechtliche Fragestellungen, etwa zum Betrieb der Anlagen oder zum Chemikalienrecht, im Vordergrund. Hier nehmen wir zunehmende Hürden durch stärkere Komplexität, längere und umfangreichere Verfahren und gleichzeitig kürzere Genehmigungslaufzeiten wahr. Zudem haben sich aus dem russischen Krieg gegen die Ukraine weitere zu beachtende Aspekte ergeben. Zuvorderst steht hier das Sanktionsrecht, das den Handel mit Russland rechtlich dort einschränkte, wo er sich nicht ohnehin bereits aus moralischen Aspekten verbat. Die Reaktion der Bundesregierung auf die Gesamtentwicklung erfolgte zudem meist kurzfristig und mit zahlreichen Unbestimmtheiten - etwa beim Notfallplan Gas oder in der Diskussion um die sogenannte Übergewinnsteuer. ZieleDie H&R verfolgt über alle ihre Geschäftsbereiche hinweg das Ziel einer nachhaltigen und wirtschaftlich erfolgreichen Ertragsentwicklung. Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 70 % unserer Hauptprodukte auf Basis erneuerbarer Ressourcen zu erzeugen und bis 2035 klimaneutral in der Produktion zu sein. Dabei verfolgen wir einen umfassenden Ansatz, der über den reinen Rohstoffaspekt bzw. stärkeren Einsatz von biobasierten oder synthetisierten Qualitäten hinausgeht. Wir wollen den Ansatz zu mehr Nachhaltigkeit darüber hinaus auch durch eine effiziente Nutzung von Wasser, Energie und Wärme vorantreiben. Ferner wollen wir unser Know-how auf diesem Feld kontinuierlich weiterentwickeln, um den Weg zu mehr Nachhaltigkeit erfolgreich weiterzugehen. Aus dem bisherigen Leitbild einer Grünen Raffinerie, die möglichst auf fossiler Basis möglichst wenig Verbrennungsprodukte herstellt, wird ein zunächst nachhaltigerer, mittelfristig klimaneutraler Produktionsstandort. Unsere operativen Stärken im internationalen Geschäft wollen wir durch weitere Produktionspartnerschaften und eine zielgerichtete Erweiterung unserer Weiterverarbeitungs- und Vertriebsstandorte ausbauen. StrategieDer von uns verfolgte, übergeordnete strategische Ansatz lässt sich als G.A.T.E., also als "Tor zur Zukunft" beschreiben: Entsprechend unserer Ausrichtung auf eine weitere Internationalisierung sehen wir uns als Global denkendes Unternehmen. Gleichzeitig verbinden wir uns mit den Regionen und agieren lokal vor Ort. Wichtigster Treiber für unser wirtschaftliches Schaffen ist unsere Nähe zum Markt, die uns Anwendergetrieben und mit einem tiefen Verständnis für die Spezifikationen und Bedürfnisse unserer Kunden handeln lässt. Dabei bleiben wir stets Techno-Vativ, indem wir unsere Standorte technologisch auf dem bestmöglichen Stand halten und nach innovativen Lösungen für die Prozesse und Produkte suchen. Erfolgreich verbinden wir Ökonomie und Ökologie: Wir handeln wirtschaftlich sinnvoll und im Einklang mit einer bewussten Ressourcennutzung. So potenzieren wir beide Welten miteinander und legen mit Eco 2 , d. h. "Ecology X Economy", einen wesentlichen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zurück. Den größten Hebel sehen wir nach wie vor in der Auswahl unserer Rohstoffe. Hier verfolgen wir seit einigen Jahren eine "Strategie der drei Säulen". Sie beschreibt den Weg von den fossilen Grundstoffen hin zu vermehrt biobasierten und synthetisierten Qualitäten. Ziel des Wegs ist eine nachhaltige Rohstoffversorgung mit erneuerbaren Kohlenwasserstoffen, die dieselben Eigenschaften wie Rohöl mitbringen, ohne dessen fossile DNA aufzuweisen. H&R strebt damit nicht die Dekarbonisierung seiner Produktionsprozesse an, sondern will stattdessen einen Wechsel der Kohlenstoffquelle erreichen. Wasser, Grünstrom aus Wind und Sonne, Biomasse und recycelte Grundstoffe sollen die klassischen fossilen Rohstoffe ersetzen. Durch die technische Weiterentwicklung unserer Produktionsprozesse und die enge Abstimmung mit unseren Abnehmerindustrien wollen wir die Basis unseres einsetzbaren Einsatzstoffportfolios durch nachhaltige Qualitäten verbreitern und am Ende der Wertschöpfungskette klimafreundliche und marktgerechte Spezialitäten erzeugen. Stand der Umsetzung der strategischen Zielsetzungen angesichts der COVID-19-Pandemie und des russischen Kriegs gegen die UkraineGrundsätzlich haben wir 2022 an unseren Zielen und der Strategie festgehalten. Nach unserer Auffassung gibt es für Themen wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und effizienten Rohstoffeinsatz - also Ziele, die nicht nur unternehmens-, sondern auch gesellschaftspolitisch wichtig sind - keine Alternativen. Besondere Bedeutung hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr sicherlich die offizielle Einweihung des Projekts NextGate: Hierbei sollen durch Syntheseprozesse der von uns produzierte Wasserstoff mit grünem CO 2 verbunden und daraus zukünftig im Vollbetrieb E-Fuels und E-Wachse in kommerziell-verwertbarer Qualität gewonnen werden. Das Demonstrationsprojekt ist eines von derzeit nur zwei gleichartigen Projekten in Deutschland und wird neben erstmals relevanten Produktmengen auch wichtige Erkenntnisse zur Skalierung der E-Fuels-Produktion liefern. In Sachen "Erweiterung der Rohstoffbasis" konnten wir 2022 unsere Bestrebungen erneut nicht vollständig in dem von uns erhofften Maße umsetzen. So erreichten wir z. B. bei der Versorgungslage mit neuen Rohstoffen nur Teilerfolge, da die Lieferanten - überwiegend Raffinerien mit einem anderen Produktionsschwerpunkt - diese Komponenten selbst nur eingeschränkt bzw. überhaupt nicht zur Verfügung stellen konnten. Insofern geriet dieser Aspekt des Ziels einer fortgeführten Spezialisierung im Berichtsjahr unter Druck. Dennoch landeten auch diesmal weniger Nebenprodukte in der Verbrennung. Dank eines zielorientierten Vertriebs und Kunden, die eine spezifische Zusammensetzung bestimmter Nebenprodukte nachfragten, gelang es uns, mehr dieser Komponenten an andere Raffineriekunden abzusetzen. Statt einer Verbrennung, etwa als Schiffsdiesel, wurden diese sogenannten Cracker-Feeds-Komponenten zu weiteren Wertschöpfungsprodukten veredelt. Für das Jahr 2022 lag der Anteil der Nebenprodukte, die in höherwertige Anwendungen abverkauft werden konnten, bei über 98 %. UnternehmenssteuerungUnternehmensinternes SteuerungssystemDer Konzern wird über ein umfassendes Kennzahlen-Reporting zu den Bereichen Rentabilität, Liquidität, Kapitalstruktur und operative Performance gesteuert. Darüber hinaus beobachten wir unternehmensspezifische und gesamtwirtschaftliche Frühindikatoren. Auf der Produktionsebene sind dies Daten zu Anlagenverfügbarkeiten, Durchsatzmengen und Qualitätsparametern. Im Vertrieb werden Verkaufsmengenstatistiken, allgemeine Marktdaten und gesamtwirtschaftliche Frühindikatoren in die Steuerung einbezogen. Weitere Komponenten des Steuerungssystems sind die Monatsberichte der einzelnen Geschäftsbereiche, das Risiko- und Chancenmanagement sowie unsere funktionale Führungsstruktur mit standortübergreifenden Verantwortlichkeiten für wichtige Ressorts wie Rohstoffeinkauf, Projektabwicklung und Vertrieb. SteuerungsgrößenDurch die sich konstant verändernden globalwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich der Fokus unserer Steuerungsinstrumente in den vergangenen Jahren hin zu einer verstärkten Betrachtung der kurzfristigen Erfolgsgrößen verlagert. Die Rentabilität messen und steuern wir insbesondere über die Ergebnisbeiträge. Die Fertigungsplanung erfolgt auf Basis einer Optimierung der Deckungsbeiträge; die Segmente werden auf Basis von EBITDA- und EBT-Kennzahlen gesteuert. Für die Darstellung des EBITDA bezieht sich die H&R KGaA auf das Ergebnis vor Zinsergebnis, die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, das Sonstige Finanzergebnis und die Abschreibungen sowie auf die Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Die H&R KGaA berechnet dabei das EBITDA wie folgt: Konzernergebnis +/- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag + Finanzierungsaufwendungen - Finanzierungserträge + Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen = EBITDA Obwohl das operative Ergebnis bzw. EBITDA keine unter IFRS definierte Ergebnisgröße, sondern eine alternative Leistungskennzahl darstellt, betrachtet die Geschäftsführung der H&R KGaA das EBITDA als wesentlichen und bedeutsamsten Indikator für das Ergebnis des Konzerns. Das EBITDA ist die für den H&R-Konzern relevante operative Ergebnisgröße. Sie stellt den Ertrag dar, der die laufenden (Erhaltungs-)Investitionen des Konzerns decken muss. Diese Deckung ist für das kapitalintensive Geschäftsmodell der Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung. T. 09 ÜBERLEITUNG VOM OPERATIVEN ERGEBNIS (EBITDA) ZUM KONZERNERGEBNIS (IFRS)
Das EBT berechnen wir als Ergebnis vor Steuern. Die langfristig ausgerichtete Kenngröße des Weighted Average Cost of Capital (WACC), die sich aus den gewichteten Kapitalkosten unseres Eigen- und Fremdkapitals zusammensetzt, wird im Rahmen der Mittel- und Langfristplanung genutzt, etwa zur Bewertung von Investitionen und zur Berechnung der Beteiligungsbuchwerte und Impairment-Tests. Ebenso im Rahmen der Mittel- und Langfristplanung angewendet wird die Rentabilitätskennzahl Return on Capital Employed (ROCE). Der ROCE setzt den Gewinn vor Zinsen und Steuern in Relation zum durchschnittlich gebundenen betriebsnotwendigen Kapital. Liquidität. Unser Free Cashflow wird maßgeblich durch das Betriebsergebnis (EBITDA), die Veränderung des Net Working Capitals (Summe aus Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) und die Investitionen beeinflusst. Aufgrund unseres Geschäftsmodells weist unser Cashflow generell eine hohe Volatilität auf. Dies ist auf Veränderungen in unserem Net Working Capital zurückzuführen, insbesondere dann, wenn Rohstofflieferungen für unsere Spezialitätenraffinerien in zeitlicher Nähe zu den Bilanzstichtagen liegen. Durch die permanente Beobachtung unseres Free Cashflows erkennen wir zuverlässig, wann Handlungsbedarf besteht, und reagieren angemessen. Auf diese Weise werden wir auch in Zukunft die finanzielle Stabilität des H&R-Konzerns sicherstellen. T. 10 ENTWICKLUNG FREE CASHFLOW
Ausgangspunkt für die Berechnung und den Ausweis des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit im Jahr 2022 war zunächst ein verglichen zum Vorjahr um rund 13,6 % reduziertes Konzernergebnis von € 45,4 Mio. (31. Dezember 2021: € 52,5 Mio.). Davon ausgehend erwirtschafteten wir bei höheren Abschreibungen und gleichzeitigen Entlastungen im Umlaufvermögen einen nahezu identischen operativen Cashflow von € 38,0 Mio. (31. Dezember 2021: € 37,4 Mio.). Die Investitionstätigkeit war im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 49,2 % höher und betrug € -72,5 Mio. Entsprechend unter Druck präsentierte sich der Free Cashflow, der sich von € -11,1 Mio. auf € -34,5 Mio. verringerte. Kapitalstruktur. Wir streben eine ausgewogene Kapitalstruktur an, die unter Berücksichtigung der Kapitalkosten unseres Eigen- und Fremdkapitals Freiraum für die strategische Weiterentwicklung des Konzerns lässt. Dabei sind wir durch unsere Kreditverträge an die Einhaltung von zwei Financial Covenants gebunden. Diese beziehen sich auf unsere Eigenmittelausstattung und das Verhältnis von Nettoverschuldung zum operativen Ergebnis (EBITDA). Eine weitere Steuerungsgröße in Bezug auf unsere Kapitalstruktur ist das Net Gearing, das unsere Nettofinanzschulden in Relation zum Eigenkapital wiedergibt. Trotz einer im Laufe des Jahres 2022 leicht angestiegenen Verschuldung verbesserte sich die Kennzahl infolge des gestiegenen Eigenkapitals von 39,9 % auf 42,9 %. T. 11 KAPITALSTRUKTUR
Operative Performance. Unser operatives Geschäft messen wir regelmäßig auf Basis des Umsatzes, anhand absoluter Ergebniskennzahlen wie EBITDA, EBIT und EBT sowie anhand der Absatzmengen von chemisch-pharmazeutischen Spezialitäten. Grundsätzlich wirkt sich die Entwicklung des in US-Dollar abgerechneten Rohölpreises unmittelbar auf den Materialaufwand aus, der die Umsatzerlöse der H&R KGaA geschäftsmodellbedingt beeinflusst. Dementsprechend ist die alleinige Aussagekraft unseres Umsatzes als Performanceindikator begrenzt. Die Kennzahlen Umsatz und EBITDA ermitteln wir sowohl für die einzelnen Segmente als auch für den Konzern. Sie bilden gemeinsam mit der Konzern-Nettoverschuldung die wesentlichen und bedeutsamen Größen zur Steuerung unseres Unternehmens. T. 12 ERGEBNIS- UND MENGENENTWICKLUNG
1) Geschäftsbereich
Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe.
Forschung und EntwicklungAusrichtung der F&E-AktivitätenEin Schwerpunkt unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) zielt auf die Effizienzsteigerung unserer Produktionsprozesse und damit auf die Erhöhung unserer Wertschöpfung. Die Forschungsaktivitäten hierzu werden durch H&R selbst durchgeführt und auf Geschäftsbereichsebene gesteuert. Für die Raffineriestandorte unterhalten wir neben klassischen Laboren zur Materialprüfung und -verbesserung auch eine Abteilung für Innovative Prozesstechnologien. Sie setzt sich mit der Implementierung neuer Verfahren und Prozesse auseinander und integriert wichtige Demonstrationsanlagen in unsere Prozessabläufe. So will H&R den "Proof of Concept" für die großskalige industrielle Nutzung neuer und nachhaltiger Technologien liefern. Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe. Unsere insgesamt rund 800 Produkte dienen als Einsatzstoffe in nahezu allen Lebensbereichen. Entsprechend groß ist das Potenzial für die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Produkte. Wichtige Ideengeber für Produktinnovationen sind unsere Vertriebsmitarbeiter und -partner, die durch langjährig gewachsene Kundenkontakte über ein exzellentes Gespür für die sich verändernden Kundenbedürfnisse verfügen. Wir forschen darüber hinaus an Verfahren, die die Ausbeute an Spezialitäten aus unserem Rohstoff erhöhen und die Wertschöpfung unserer Spezialitätenraffinerien weiter verbessern. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten haben Einfluss auf unsere Investitionsplanung. Kunststoffe. Der Einsatz von immer aufwendigerer Technik in Kraftfahrzeugen zur Einsparung von Kraftstoff und zur Reduzierung von CO 2 -Emissionen führt zu einem steigenden Bedarf an leichten und gleichzeitig komplexen Kunststoffteilen. Diese aus verschiedenen Materialien bestehenden Teile entwickeln wir häufig in Kooperation mit unseren Kunden. Im Zuge der zunehmenden E-Mobilität erwarten wir, dass die angestrebte Reichweitenoptimierung zu einer weiteren und beschleunigten Substitution von Metall- durch Kunststoffteile führen wird. F&E-AufwendungenDie Bedeutung unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten unterstreichen wir mit einem konstanten Aufwand in diesem Bereich. Der F&E-Aufwand lag mit gut € 2,0 Mio. spürbar unter dem Niveau des Vorjahres. Unsere F&E-Quote, die F&E-Aufwand und Umsatz in Relation zueinander setzt, lag infolge des deutlichen Umsatzzuwachses mit 0,13 % unterhalb des Vorjahres. T. 13 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
WirtschaftsberichtUmfeldentwicklungenGesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenIn ihrer Gemeinschaftsdiagnose, die das ifo Institut in München, das IfW in Kiel, das IWH in Halle und das RWI in Wien im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz zum Herbst erstellten, sahen die Experten vor allem die krisenhafte Zuspitzung auf den Gasmärkten als schwere Belastung der deutschen Wirtschaft. Die stark gestiegenen Gaspreise erhöhten die Energiekosten drastisch und gingen mit einem massiven gesamtwirtschaftlichen Kaufkraftentzug einher. Trotz eines Rückgangs in der zweiten Jahreshälfte dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,4 % ausgeweitet werden. Damit blieb lediglich die Hälfte der ursprünglichen Prognose für 2022 erhalten. Für das kommende Jahr betragen die Erwartungen lediglich -0,4 %. Der Grund für die Verschlechterung der konjunkturellen Aussichten sind nach Ansicht der Experten vor allem die reduzierten Gaslieferungen aus Russland. Mit ihnen ist und wird auch zukünftig ein erheblicher Teil des Gasangebots wegfallen. Gleichzeitig ist das Risiko gestiegen, dass die verbleibenden Liefer- und Speichermengen im kommenden Winter nicht ausreichen könnten, um die Nachfrage von Wirtschaft und Privathaushalten zu decken. Vor diesem Hintergrund waren die Gaspreise bereits in den Sommermonaten in die Höhe geschossen, während gleichzeitig die Unternehmen damit begonnen hatten, ihren Gasverbrauch spürbar einzuschränken. Unter normalen Witterungsbedingungen sehen die Institute für den kommenden Winter keine Gasmangellage, fürchten jedoch eine angespannte Versorgungssituation. Mittelfristig dürfte sich die Lage zwar etwas entspannen. Dennoch dürften die Gaspreise deutlich über Vorkrisenniveau liegen. Dies bedeutet für Deutschland möglicherweise einen permanenten Wohlstandsverlust. Der Internationale Währungsfonds, der als Erster im Frühjahr 2023 eine aktualisierte Prognose herausgab, sah für Deutschland zuletzt um rund 0,5 % verbesserte Werte. Seiner Auffassung nach könnte für 2022 noch ein Wachstum von 1,9 % und für 2023 von 0,1 % zu Buche stehen. Nach einer starken ersten Jahreshälfte trat die EU-Wirtschaft in eine viel schwierigere Phase ein. Einerseits wirken die durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ausgelösten Schockwellen weltweit nachfragedämpfend und inflationstreibend. Gleichzeitig gehört die EU aufgrund ihrer geografischen Nähe zum Kriegsgebiet und ihrer großen Abhängigkeit von Gasimporten aus Russland zu den am stärksten gefährdeten fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Trotz vermutlich besser als erwartet ausfallender Wirtschaftsdaten für 2022 und einem Wachstum für die Eurozone von 3,2 % sieht die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose von November 2022 daher den Ausblick für 2023 deutlich eingetrübt. G. 05 WÄHRUNGSENTWICKLUNG US$ PRO € 2022
Angesichts der großen Unsicherheit, des hohen Energiepreisdrucks, der Kaufkrafterosion bei den privaten Haushalten, des schwächeren außenwirtschaftlichen Umfelds und der restriktiveren Finanzierungsbedingungen werden die EU, der Euroraum und die meisten Mitgliedstaaten im letzten Quartal des Jahres in eine Rezession abgleiten. Dennoch sieht die Kommission die Entwicklung des BIP im Jahr 2023 sowohl in der EU als auch in der Eurozone immer noch wachsen, bei voraussichtlich insgesamt 0,3 %. Der Internationale Währungsfonds ist hier im Frühjahr 2023 bereits etwas optimistischer und sieht das Wachstum bei 0,7 %. Auch die Weltwirtschaft wuchs 2022 langsamer als in den Vorjahren. Erreichte sie im Vorjahr noch ein Wachstum von 6,0 %, so prognostizierte der Internationale Währungsfonds den erreichten Zuwachs für das Jahr 2022 im Januar 2023 mit 3,4 %. Für 2023 werden 2,9 % erwartet. Die Ursachen für diese Einschätzung sind vielfältig: Die Inflation ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr, Russlands Einmarsch in der Ukraine und die anhaltende COVID-19-Pandemie belasten die Aussichten schwer. Eine expansive Geld-, Finanz- und Steuerpolitik, die während der Pandemie noch eine beispiellose Unterstützung bot, ist dem Ziel gewichen, die Inflation zu senken. Der für die Ertragsentwicklung der H&R maßgebliche Euro startete gegenüber dem US-Dollar mit einem Kurs von US$ 1,14 nahezu auf Jahres-Höchstniveau in das Geschäftsjahr. Er gab in der Folgezeit bis Ende September deutlich nach und notierte mit US$ 0,96 unterhalb der Parität zur US-Währung, um sich dann im Schlussquartal wieder zu erholen. Zum Jahresende wurde die Gemeinschaftswährung mit € 1,07 gehandelt. Die Rohölpreise (alle Angaben beziehen sich auf Tagesschlusskurse für ein Barrel der Nordseesorte Brent) zogen im Jahresverlauf kräftig an. Ausgehend von einem Preis zum Jahresbeginn von rund US$ 78 stieg die Notierung als direkte Folge des Einmarschs russischer Truppen in der Ukraine bereits im März 2022 auf fast US$ 130. Nach einer kurzen Erholung auf ein niedrigeres Niveau wurden im Juni noch einmal Preise über US$ 120 gefordert, bevor sich das Öl in der zweiten Jahreshälfte kontinuierlich, allerdings auf einem hohen Niveau bleibend, verbilligte. Zum Jahresende wurde das Barrel Brent mit US$ 82 gehandelt. Ursprünglich hatten wir für das Planjahr 2022 einen Jahresdurchschnittskurs von US$ 75 je Barrel der Nordseesorte Brent angenommen. Branchenspezifische RahmenbedingungenDer Verband der Chemischen Industrie (VCI e. V.) sah die Branche zum Jahresende vor allem mit den Auswirkungen der Energiekrise konfrontiert. Die Produktion in Deutschlands drittgrößter Industriebranche verringerte sich deutlich und betraf alle Sparten. Gleichzeitig fiel es den Unternehmen immer schwerer, die gestiegenen Energiekosten in der Wertschöpfungskette weiterzugeben. Auch für die Schlussmonate und den Jahreswechsel sah der Verband für die Chemiebranche wenig Positives und erwartete Rückgänge bei Produktion und Umsatz und eine lediglich geringe Preissteigerung, die die hohen Kosten kaum kompensieren dürfte. Überblick über den GeschäftsverlaufH&R setzte 2022 an externe Abnehmer insgesamt 810.863 Tonnen an Hauptprodukten des Geschäftsbereichs Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe ab (2021: 868.512 Tonnen). Sie erzielte mit € 1,58 Mrd. preisbedingt einen höheren Umsatz als im Vorjahr (2021: € 1,19 Mrd.). Vor allem für Einsatzstoffe und Energie musste mit € 1,27 Mrd. (2021: € 901,6 Mio.) deutlich mehr aufgewendet werden als im Vorjahr. Insgesamt blieb die Nachfrage unserer Kunden angesichts der besonderen Umstände des Jahres 2022 - Ukrainekrieg und Null-COVID-Politik Chinas - hoch. Im Kunststoffsegment schwankte die Nachfrage mit der volatilen Situation im Automobilsektor. Dennoch steuerte der Bereich höhere Umsätze als noch im Vorjahr bei. Insgesamt erzielte der Konzern ein operatives Ergebnis (EBITDA) von € 124,9 Mio. (2021: € 132,5 Mio.). Wesentliche für den Geschäftsverlauf ursächliche EreignisseIn Summe erreichte der Konzern mit € 1.576,0 Mio. einen Umsatz von rund 32,6 % oberhalb des Vorjahresniveaus (2021: € 1.188,4 Mio.). Ausschlaggebend für die Erlösentwicklung war die trotz Unsicherheiten für das eigene Geschäft hohe Nachfrage der Kunden, an die die höheren Rohstoff- und Energiekosten größtenteils weitergereicht werden konnten. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten GeschäftsverlaufDie Erwartungen, mit denen die H&R KGaA in das Geschäftsjahr 2022 startete, waren geleitet von der Annahme einer verglichen zum Vorjahr schlechteren Entwicklung. Wir rechneten gegenüber dem Jahr 2021 mit steigenden Umsätzen und einem gleichzeitig deutlich geringeren operativen Ergebnis (EBITDA) in einer Spanne zwischen € 80,0 Mio. und € 95,0 Mio. Dass wir dieses Ziel erreichen oder gar übertreffen würden, war zu Jahresbeginn keineswegs sicher. Der Angriffskrieg auf die Ukraine beeinflusste Politik, Rohstoff- und Absatzmärkte und sorgte für große Unsicherheiten. Ein für die H&R wesentlicher Risikofaktor, die regelmäßige und ausreichende Versorgung mit den benötigten Einsatzstoffen, gelang jedoch zeitnah, der höhere Aufwand hierfür wurde vom Markt akzeptiert. Blieb der Ausblick nach dem ersten Quartal 2022 noch unverändert, so stieg unsere Erwartung zur Jahresmitte auf ein erzielbares EBITDA "jenseits von € 100,0 Mio.". Auch in der Folgezeit blieben die Ergebnisse auf einem sehr guten Niveau, sodass wir zuletzt ein operatives Ergebnis von "bis zu € 120,0 Mio." anstrebten. Erreicht wurden schließlich Umsatzerlöse in Höhe von € 1.576,0 Mio. Das in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung für das Geschäftsjahr ausgewiesene EBITDA lag mit € 124,9 Mio. noch einmal leicht oberhalb unserer Erwartungen. Das Konzernergebnis der Aktionäre, welches wir allerdings nicht prognostizierten, lag für 2022 bei € 42,7 Mio. (2021: € 50,2 Mio.). T. 14 PROGNOSEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022
Im Geschäftsbereich Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe lagen die Umsätze mit € 1.547,3 Mio. preisbedingt über dem Vorjahresniveau (2021: € 1.157,5 Mio.). Für sich betrachtet lagen auch die Erlöse der Segmente oberhalb der Prognosen zum Jahresanfang. Ergebnisseitig übertrafen sowohl ChemPharm Refining als auch ChemPharm Sales die zu Jahresbeginn publizierten Erwartungen. Statt der zu Jahresbeginn im Prognosebericht erwarteten mindestens € 54,4 Mio. EBITDA erzielten unsere Raffineriestandorte insgesamt € 92,7 Mio. Die internationalen Aktivitäten des Segments ChemPharm Sales steuerten noch einmal weitere € 33,4 Mio. zum operativen Ergebnis bei. Die Erwartung hatte bei € 24,8 Mio. gelegen. Ebenfalls stabiler entwickelte sich der Geschäftsbereich Kunststoffe. Das Segment erreichte trotz der Schwierigkeiten in der Automobilindustrie, etwa den Chipmangel oder die Unterbrechung wichtiger Logistikketten, mit € 49,0 Mio. Umsatzerlöse oberhalb des Niveaus des Vorjahres (2021: € 43,8 Mio.) Verbessert fiel zudem das EBITDA aus, das € 5,0 Mio. betrug und damit ebenfalls die Erwartungen vom Jahresbeginn (€ 0,8 Mio.) übertraf. Im Jahr zuvor hatte das operative Ergebnis lediglich € 3,9 Mio. betragen. Wirtschaftliche Entwicklung des H&R-KonzernsBeurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung und Gesamtaussage durch die UnternehmensleitungDas Geschäft der H&R entwickelte sich im Berichtszeitraum insgesamt deutlich besser, als die Unternehmensleitung dies zu Jahresbeginn 2022 erwartet hatte. Insbesondere hat die Gesellschaft die Auswirkungen des Einmarschs russischer Truppen in die Ukraine auf die westeuropäischen Märkte wirtschaftlich relativ unbeschadet überstanden. Wesentlicher Faktor war die schnelle Umstellung auf Einsatzstoffe nicht-russischer Provenienz und die enge Abstimmung auf die Bedürfnisse der Abnehmerindustrien. Insgesamt festigte der Konzern seine Positionierung als geschätzter und verlässlicher Lieferant und erreichte von dieser Basis aus mit einem operativen Ergebnis von € 124,9 Mio. auch auf Jahressicht einen erneut sehr guten Wert. Hinweis zur Darstellung des Einflusses der Bilanzpolitik auf die wirtschaftliche LageDie Bilanzierung beinhaltet Ermessensspielräume und Schätzungen, die wir unter Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft, einschließlich unserer Einschätzung der zukünftigen Entwicklung, mit Blick auf Angemessenheit ausgeübt haben. Die Vermögens- und Finanzlage spiegelt u. a. Maßnahmen zum Working Capital Management (Bestandsmanagement, Anzahlungen auf Bestellungen) wider. Für eine umfassende Beschreibung der getroffenen Annahmen und Ermessensentscheidungen in Bezug auf die Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten verweisen wir auf die Darstellung im Konzernanhang. ErtragslageWir haben im Geschäftsjahr 2022 mit € 1.576,0 Mio. (Vorjahr: € 1.188,4 Mio.) einen Umsatz oberhalb des Vorjahres erwirtschaftet. Die Erlösanteile aus den chemisch-pharmazeutischen Geschäftsaktivitäten (Umsatzanteil 2022: 96,9 %; Vorjahr: 96,3 %) wuchsen dabei in beiden Segmenten kräftig, mit 36,9 % im Segment ChemPharm Refining und 27,8 % im Segment ChemPharm Sales. Im Kunststoffsegment (Umsatzanteil 2022: 3,1 %; Vorjahr: 3,7 %) zeigte sich der Umsatzzuwachs mit 11,9 % etwas moderater. Beim operativen Ergebnis (EBITDA) gab das Segment Refining um 10,3 % nach, während das Segment Sales mit 15,2 % deutlich zulegte. Die Verbesserung im Segment Kunststoff betrug 28,2 %. Insgesamt weist die Gesellschaft trotz der keineswegs optimalen Gesamtumstände das zweitbeste Ergebnis seit Aufnahme ihrer Börsennotierung aus: In Summe lag das operative Konzernergebnis (EBITDA) bei € 124,9 Mio. (Vorjahr: € 132,5 Mio.). Die EBITDA-Marge verringerte sich als Folge des verglichen zum Vorjahr geringeren Ergebnisses um 3,2 Prozentpunkte auf 7,9 %, nach 11,1 % im Geschäftsjahr 2021. Bei höheren Abschreibungen betrug das Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) 2022 insgesamt € 69,6 Mio. (Vorjahr: € 81,6 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verringerte sich auf € 62,0 Mio. nach € 73,4 Mio. im Jahr 2021. Das Konzernergebnis der Aktionäre notierte bei € 42,7 Mio. (Vorjahr: € 50,2 Mio.). Nach dem Gewinn je Aktie von € 1,35 im Vorjahreszeitraum wurde für 2022 ein geringerer Gewinn je Aktie von € 1,15 verzeichnet. G. 06 ÖLPREISENTWICKLUNG 2018-2022
T. 15 UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG
AuftragsentwicklungÜber den gesamten Jahresverlauf 2022 zeigten die Auftragseingänge für Produkte unseres chemisch-pharmazeutischen Geschäfts ein differenziertes Bild: Einerseits sorgten die Unsicherheiten durch die COVID-19-Pandemie und den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine für ein starkes Bedürfnis nach verlässlichen und lieferfähigen Produzenten wie der H&R. Auf der anderen Seite spürten unsere Abnehmerindustrien genau wie deren Endkunden die insgesamt hohen Kosten für Rohstoffe, Energie, Logistik und notwendige Dienstleistungen. Entsprechend vorsichtig agierten viele Marktteilnehmer hinsichtlich ihrer Abnahmemengen. Die Tonnagen der abgesetzten Hauptprodukte reichten daher sowohl im Segment Refining als auch im Segment Sales nicht an das Vorjahr heran. Insgesamt näherten sich beide Segmente in ihren Volumina einander an. Im Kunststoffbereich waren schwankende Auslastungen diverser Automobilhersteller bedingt zunächst durch den anhaltenden Halbleitermangel, in der Folge jedoch auch durch Schwierigkeiten anderer Lieferketten (Stichwort Kabelbäume aus der Ukraine) in der Auftragslage der GAUDLITZ und bei den abgerufenen Stückzahlen spürbar. Entwicklung wesentlicher Posten der Gewinn- und VerlustrechnungDie Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen veränderten sich im Berichtszeitraum um € 36,0 Mio. (Vorjahreswert: € 31,1 Mio.). Unser Materialaufwand stieg im Geschäftsjahr 2022 das zweite Jahr in Folge kräftig (um 41,3 %) auf € 1.274,0 Mio. (Vorjahr: € 901,6 Mio.); dies war eine direkte Folge der angezogenen Rohstoffpreise. T. 16 ENTWICKLUNG WESENTLICHER POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Der Personalaufwand blieb infolge vertraglicher Tarifanpassungen und höherer Ergebnisbeteiligungen aufgrund des guten Konzernergebnisses mit € 99,6 Mio. auf Vorjahresniveau (Vorjahr: € 99,2 Mio.). Abschreibungen von Geschäfts- und Firmenwerten gab es, wie schon im Vorjahr, nicht. Die Abschreibungen übertrafen den Wert von € 50,9 Mio. aus dem Vorjahr um € 4,4 Mio. (2022: € 55,3 Mio.). Deutlich höher waren die sonstigen betrieblichen Aufwendungen: Sie betrugen 2021 € 115,6 Mio., stiegen 2022 jedoch auf € 150,2 Mio. an. Ertragsentwicklung in den SegmentenChemPharm Refining. Die Absatzmengen an Hauptprodukten in unserem größten Konzernsegment erreichten den Vorjahreswert mit 410.454 Tonnen nicht (2021: 441.307 Tonnen). G. 07 UMSATZ NACH SEGMENTEN 2022
G. 08 UMSATZ NACH REGIONEN IM SEGMENT CHEMPHARM REFINING 2022
G. 09 UMSATZ NACH REGIONEN IM SEGMENT CHEMPHARM SALES 2022
G. 10 UMSATZ NACH REGIONEN IM SEGMENT KUNSTSTOFFE 2022
Wesentlich für den höheren Segmentumsatz war vor allem die Weitergabe der Rohstoffkosten in Form höherer Produktpreise. Insgesamt belief sich der Umsatz auf € 1.020,6 Mio. (Vorjahr: € 745,3 Mio.). Das operative Ergebnis (EBITDA) des Segments ging hingegen mit € 92,7 Mio. nach € 103,4 Mio. im Vorjahr rund 10,3 % zurück. ChemPharm Sales. Im internationalen Segment verbesserte sich der Umsatz um 27,8 % auf € 526,7 Mio. (Vorjahr: € 412,2 Mio.). Zugleich verzeichneten wir ebenfalls einen Absatzrückgang von vorjährig rund 427.207 Tonnen auf 400.409 Tonnen für 2022. In unseren Tochtergesellschaften entwickelte sich das Ergebnis wie schon in den Vorjahren uneinheitlich. Insgesamt lagen die Erträge rund 15,1 % über unserem Vorjahresergebnis: Das operative Ergebnis (EBITDA) schloss mit € 33,4 Mio. zudem höher als noch im Vorjahr (2021: € 29,0 Mio.) ab. Kunststoffe. Unser Kunststoffsegment lieferte mit € 49,0 Mio. einen besseren Umsatzbeitrag als im Vorjahr (2021: € 43,8 Mio.). Nach einem operativen Ergebnisbeitrag (EBITDA) von € 3,9 Mio. im Vorjahr erreichte das Segment im Berichtszeitraum ein spürbar gestiegenes EBITDA von € 5,0 Mio. T. 17 KENNZAHLEN ZU DEN SEGMENTEN (IFRS)
Finanz- und VermögenslageGrundsätze und Ziele des Finanzmanagements Unser Finanzmanagement steuern wir zentral. Die übergeordneten Ziele dieser Funktion sind:
Den kurzfristigen Finanzierungsbedarf sichern wir über einen breit syndizierten, variabel verzinslichen Konsortialkredit. Der bislang bestehende Konsortialkredit wurde im Dezember 2022 vorzeitig mit einem Volumen von € 230,0 Mio. und einer Laufzeit bis Dezember 2027 refinanziert. Zur Sicherstellung der ständigen Zahlungsfähigkeit sowie zur effizienten Nutzung der Liquidität unserer inländischen Tochtergesellschaften sind diese in von der H&R GmbH & Co. KGaA betriebene Cashpool-Strukturen integriert. Den langfristigen Finanzierungsbedarf decken wir derzeit im Wesentlichen über KfW-refinanzierte, festverzinsliche Tilgungsdarlehen mit Zinssätzen zwischen 1,5 % und 3,6 %. T. 18 WESENTLICHE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE DES H&R-KONZERNS
Per 31. Dezember 2022 bestanden fest zugesagte, aber nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von € 158,1 Mio. Analyse der KapitalflussrechnungAusgehend von einem kräftig reduzierten Konzernergebnis von € 45,4 Mio. erzielten wir im Berichtszeitraum einen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von € 38,0 Mio. (Vorjahr: € 37,4 Mio.) und damit auf Vorjahresniveau. Hierin sind die von € 52,1 Mio. auf € 55,3 Mio. angestiegenen Abschreibungen enthalten. Eine bessere Entwicklung verhinderte zudem der höhere Preis für unsere Einsatzstoffe, der einen nach wie vor hohen Net Working Capital-Bedarf mit sich brachte. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit stieg von € -48,6 Mio. auf € -72,5 Mio. an. Den wesentlichen Posten hierbei bildeten € -64,7 Mio., die für diesjährig höhere Investitionen in Sachanlagen im Zusammenhang mit Projektrealisierungen in unseren Spezialitätenraffinerien und Standorten ausgezahlt wurden (2021: € -46,6 Mio.). In Summe verringerte sich der Free Cashflow auf € -34,5 Mio. (Vorjahr: € -11,1 Mio.). Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich insgesamt ein Zahlungsmittelzufluss von € 41,5 Mio. (Vorjahr: € 2,5 Mio.). Auch 2022 wurden die bereits in der Vergangenheit kontinuierlich reduzierten Finanzschulden weiter getilgt (€ -218,1 Mio.; 2021: € -196,6 Mio.). Gleichzeitig erhöhte sich jedoch auch die Summe neu aufgenommener Finanzverbindlichkeiten auf € 259,6 Mio. (2021: € 198,9 Mio.). Der Finanzmittelfonds betrug zum Ende des Berichtszeitraums € 56,0 Mio. nach € 48,9 Mio. zum Vorjahreszeitpunkt. In der Einzelbetrachtung des vierten Quartals 2022 weisen wir einen erholten operativen Cashflow von € 47,0 Mio. aus (Q4/2021: € 24,3 Mio.). Trotz höherer Investitionstätigkeit von € -21,1 Mio. (2021: € -9,9 Mio.) verbesserte sich der Free Cashflow für das vierte Quartal 2022 auf € 25,8 Mio. (Q4/2021: € 14,4 Mio.). Das Unternehmen war 2022 jederzeit in der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Gesamtsumme der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beträgt zum Bilanzstichtag € 192,0 Mio. T. 19 FINANZLAGE
InvestitionenUnsere Investitionen in Sachanlagen lagen im Berichtszeitraum mit € 65,6 Mio. deutlich höher als im Vorjahr (2021: € 48,2 Mio.). Im Geschäftsbereich Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe investierten wir 2022 insgesamt € 59,9 Mio. (Vorjahr: € 46,4 Mio.). Mit € 54,6 Mio. floss erneut ein wesentlicher Teil dieser Summe in das Segment ChemPharm Refining; die Mittel wurden für Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen in den Spezialitätenraffinerien in Hamburg und Salzbergen eingesetzt. G. 11 SACHANLAGEINVESTITIONEN NACH REGIONEN 2022
Die übrigen Investitionen des Geschäftsbereichs von € 5,3 Mio. verteilten sich auf unsere internationalen Standorte im Segment ChemPharm Sales. Im Segment Kunststoffe betrugen die Investitionen in Sachanlagen € 5,5 Mio. (Vorjahr: € 1,6 Mio.). Die vergleichsweise hohen Investitionen des Segments stehen im Zusammenhang mit einem Grundstücks- und Betriebsstättenkauf in Tschechien. Insgesamt bestand zum 31. Dezember 2022 ein Bestellobligo für Sachanlagen in Höhe von € 18,4 Mio., deren Finanzierung aus bestehenden Mitteln und Kreditlinien gesichert ist. T. 20 SACHANLAGEINVESTITIONEN IN DEN SEGMENTEN
BilanzanalyseZum Jahresende 2022 lag die Bilanzsumme bei € 962,1 Mio. (31. Dezember 2021: € 874,4 Mio.). Auf der Aktivseite erhöhten sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf € 56,0 Mio. nach € 48,9 Mio. am Vorjahresende. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hingegen lagen im Stichtagsvergleich mit € 124,4 Mio. nahezu auf Vorjahresniveau (31. Dezember 2021: € 125,6 Mio.). Die Vorräte, einer der wesentlichen Posten der kurzfristigen Vermögenswerte, erhöhten sich größtenteils als direkte Folge des höheren Materialaufwands um 32,8 % auf € 235,1 Mio. (2021: € 177,0 Mio.). Insgesamt stiegen die kurzfristigen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2022 um 18,4 % auf € 453,5 Mio. an, nach € 383,0 Mio. am Vorjahresende. Ihr Anteil an der Bilanzsumme lag bei 47,1 %. Die langfristigen Vermögenswerte nahmen im Geschäftsjahr 2022 leicht um 3,5 % auf € 508,5 Mio. zu (31. Dezember 2021: € 491,4 Mio.). Hierbei erhöhte sich das Sachanlagevermögen von € 432,4 Mio. auf € 452,5 Mio. Die Geschäfts- und Firmenwerte lagen unverändert bei € 17,4 Mio., die sonstigen finanziellen Vermögenswerte bilanzierten mit € 12,6 Mio. niedriger als im Vorjahr (2021: € 16,2 Mio.). Die aktiven latenten Steuern reduzierten sich von € 6,2 Mio. auf € 3,1 Mio. Insgesamt betrug der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme 52,9 %. Auf der Passivseite der Bilanz stiegen die kurzfristigen Schulden um 32,7 % von € 221,6 Mio. auf € 294,1 Mio. Ihr Anteil an der Bilanzsumme erhöhte sich auf 30,6 % (31. Dezember 2021: 25,3 %). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen von € 54,2 Mio. auf € 128,2 Mio. und machten damit den wesentlichen Teil der Veränderungen aus. G. 12 AKTIVA 2022
PASSIVA 2022
Die langfristigen Schulden sanken im gleichen Zeitraum um 19,4 % auf € 196,8 Mio. (31. Dezember 2021: € 244,3 Mio.), was einem von 27,9 % auf 20,5% veränderten Anteil an der Bilanzsumme entspricht. Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich von € 87,6 Mio. auf € 63,8 Mio. und machten somit neben deutlich reduzierten Pensionsrückstellungen von € 54,3 Mio. (31. Dezember 2021: € 81,2 Mio.) den Hauptanteil der Veränderungen aus. Zum Ende des Berichtszeitraums betrug das Eigenkapital der H&R KGaA € 471,2 Mio. (31. Dezember 2021: € 408,5 Mio.). Vor allem infolge der deutlich verbesserten Gewinnrücklagen lag es damit rund 15,3 % höher als noch im Vorjahr. Da sowohl die Bilanzsumme als auch das Eigenkapital anstieg, letzteres jedoch kräftiger, lag die Eigenkapitalquote zum Stichtag auf einem höheren Niveau bei 49,0 % (31. Dezember 2021: 46,7 %). Der Nettoverschuldungskoeffizient (Net Gearing: Verhältnis von Nettofinanzschulden zum Eigenkapital) erhöhte sich um 3,0 Prozentpunkte von 39,9 % auf 42,9 %. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der H&R KGaAT. 21 ERTRAGSLAGE DER H&R GMBH & CO. KGAA NACH HGB
Wir haben den Jahresabschluss der H&R GmbH & Co. KGaA (kurz: H&R KGaA) nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt. Er wird im Bundesanzeiger veröffentlicht und steht im Internet unter www.hur.com im Bereich Investoren bei den Publikationen dauerhaft zum Download bereit. Für das Geschäftsjahr 2022 haben wir den Konzernlagebericht des H&R-Konzerns und den Lagebericht der H&R KGaA zusammengefasst. Die Umsatzerlöse der H&R KGaA werden ausschließlich durch an Konzerngesellschaften erbrachte Dienstleistungen generiert. Sie waren mit T€ 966 annähernd auf Vorjahresniveau. Der Personalaufwand lag im Berichtszeitraum mit knapp T€ 744 etwas niedriger als 2021 (T€ 753). Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen gingen von T€ 24 auf T€ 20 zurück. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit € 9,6 Mio. spürbar über dem Vorjahr (2021: € 7,5 Mio.). Die Gewinnabführungen aus den Erträgen unserer Tochtergesellschaften gaben nach und reduzierten sich von € 55,7 Mio. auf € 41,2 Mio. Aufwendungen aus Verlustübernahmen (2021: € 0,4 Mio.) gab es hingegen 2022 nicht. Die Tochtergesellschaften der H&R KGaA nutzen für ihren Finanzierungsbedarf die Mittel der KGaA, die sich wiederum durch Kreditvereinbarungen finanziert. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge erhöhten sich infolge eines leicht gestiegenen Bedarfs von € 3,0 Mio. auf € 3,3 Mio. Ebenso erhöhten sich die Finanzierungskosten 2022: Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen stiegen von € 3,6 Mio. auf € 4,8 Mio. In Summe betrug das Ergebnis vor Steuern € 35,4 Mio. (Vorjahr: € 42,4 Mio.). Dem Steueraufwand von € 6,5 Mio. im Vorjahreszeitraum stand ein höherer Aufwand von € 7,6 Mio. gegenüber. Insgesamt erwirtschaftete die H&R KGaA einen reduzierten Jahresüberschuss von € 27,8 Mio. (2021: € 35,9 Mio.). T. 22 FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DER H&R GMBH & CO. KGAA
Die Bilanzsumme der H&R KGaA erhöhte sich zum 31. Dezember 2022 um gut 18,5 % auf € 458,8 Mio. (31. Dezember 2021: € 387,3 Mio.). Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen erhöhten sich auf € 64,0 Mio. (Vorjahr: € 51,4 Mio.), standen jedoch auch diesjährig wesentlich im Zusammenhang mit Darlehen für Projekte. So wurde vor allem an den beiden Raffineriestandorten in die Instandhaltung und Kapazität der vorhandenen Prozesseinheiten bzw. deren Wertschöpfung investiert. In Summe schloss das Finanzanlagevermögen mit € 192,7 Mio. oberhalb des Vorjahreswerts von € 177,7 Mio. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich insgesamt von € 206,1 Mio. auf € 265,7 Mio. erhöht. Bedingt wurde dies vor allem durch gestiegene Forderungen aus dem Cash-Pooling. Die Guthaben bei Kreditinstituten gaben signifikant von € 1,7 Mio. auf € 0,1 Mio. nach. In Summe erhöhte sich das Umlaufvermögen von € 209,6 Mio. auf € 265,9 Mio. Auf der Passivseite der Bilanz veränderten sich das gezeichnete Kapital (2021: € 95,2 Mio.) und die Kapitalrücklage (2021: € 59,9 Mio.) nicht. Die anderen Gewinnrücklagen entsprachen ebenfalls dem Vorjahreswert (2021: € 29,9 Mio.). Der im Berichtszeitraum erzielte Jahresüberschuss in Höhe von € 27,8 Mio. wird im Bilanzgewinn ausgewiesen, der sich damit auf € 76,1 Mio. verbesserte. Das Eigenkapital folgte entsprechend und lag somit zum 31. Dezember 2022 bei € 261,1 Mio. gegenüber € 233,3 Mio. zum Ende des Vorjahresberichtszeitraums. Die Eigenkapitalquote gab leicht nach und notierte bei 56,9 % (31. Dezember 2021: 60,2 %). Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen gingen aufgrund der Zinsentwicklung erneut leicht zurück. Geringere Steuerrückstellungen entlasteten zudem das Ergebnis, sodass der Posten Rückstellungen insgesamt mit € 8,3 Mio. das Vorjahresniveau unterschritt (31. Dezember 2021: € 9,5 Mio.). Die Verbindlichkeiten kletterten auf € 189,4 Mio. (31. Dezember 2021: € 144,5 Mio.), was ganz wesentlich auf deutlich höhere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (€ 169,4 Mio.; Vorjahr: € 119,1 Mio.) zurückzuführen ist. Insgesamt blickt die Unternehmensleitung der H&R KGaA zufrieden auf eine angesichts der Herausforderungen stabile Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft zurück. Weitere gesetzliche PflichtangabenAngaben gemäß § 289a Satz 1, Nr. 3 und § 315a Satz 1, Nr. 3 HGBZiffer 1: Zusammensetzung des gezeichneten KapitalsDas gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag € 95.155.882,68, aufgeteilt in 37.221.746 nennwertlose Inhaber-Stückaktien. Dies entspricht einem rechnerischen Wert am Grundkapital von rund € 2,56 je Stückaktie. Es existieren keine unterschiedlichen Aktiengattungen; es handelt sich ausschließlich um Stammaktien. Jede dieser Aktien gewährt eine Stimme. Ziffer 2: Beschränkung der Stimmrechte oder der Übertragung von AktienZwischen den Kommanditaktionären H&R Beteiligung GmbH und H&R Internationale Beteiligung GmbH besteht ein Stimmbindungs- und Poolvertrag. Der wechselseitigen Stimmbindung unterliegen ein Teil der von der H&R Beteiligung GmbH an der Gesellschaft gehaltenen Aktien und Stimmrechte (9,70 % der Stimmrechte an der Gesellschaft) sowie sämtliche von der H&R Internationale Beteiligung GmbH an der Gesellschaft gehaltenen Aktien und Stimmrechte (16,44 % der Stimmrechte an der Gesellschaft). Insgesamt unterliegen somit 26,14 % der Stimmrechte an der Gesellschaft einer Stimmbindung. Außerdem unterliegen die von Mitgliedern des Aufsichtsrats und den Geschäftsführern der persönlich haftenden Komplementärin gehaltenen Aktien und Stimmrechte einem Stimmverbot gemäß § 136 AktG bei der Beschlussfassung über ihre Entlastung in der Hauptversammlung. Der Geschäftsführung der Gesellschaft sind keine weiteren Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt. Ziffer 3: Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zehn von 100 der Stimmrechte überschreitenHerr Nils Hansen, Quickborn, hat mit informeller Stimmrechtsmitteilung zum 31. Dezember 2022 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil aufgrund eigener unmittelbarer Beteiligung und Zurechnung von Stimmrechten, die von der H&R Beteiligung GmbH, der H&R Internationale Beteiligung GmbH und der H&R Holding GmbH gehalten bzw. diesen zugerechnet werden, insgesamt 61,42 % der Stimmrechte an der Gesellschaft betrug. Gemäß der genannten Meldung betrug (i) der Stimmrechtsanteil der H&R Beteiligung GmbH aufgrund unmittelbarer Beteiligung und Zurechnung von Stimmrechten insgesamt 59,74 % der Stimmrechte an der Gesellschaft, (ii) der Stimmrechtsanteil der H&R Internationale Beteiligung GmbH aufgrund unmittelbarer Beteiligung und Zurechnung von Stimmrechten insgesamt 26,14 % der Stimmrechte an der Gesellschaft sowie (iii) der Stimmrechtsanteil der H&R Holding GmbH aufgrund der Zurechnung von Stimmrechten insgesamt 59,74 % der Stimmrechte an der Gesellschaft. Entsprechend einer informellen Meldung zum Jahresende 2022 hält Herr Nils Hansen darüber hinaus einen Anteil von 1,69 % der Aktien in Privatbesitz, sodass sich daraus der ihm zurechenbare Anteil am Grundkapital von 61,42 % ergibt. Ziffer 4: Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht. Ziffer 5: Stimmrechtskontrolle bei Beteiligung von Arbeitnehmern am KapitalFür den Fall der Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital sind keine Stimmrechtskontrollen vorgesehen. Ziffer 6: Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über den Beginn und das Ende der Rechtsstellung der persönlich haftenden Gesellschafterin und über die Änderung der SatzungDie Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft obliegt seit der Eintragung des Formwechsels in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien am 1. August 2016 ihrer persönlich haftenden Gesellschafterin, der H&R Komplementär GmbH. Die persönlich haftende Gesellschafterin wird durch die Satzung der Gesellschaft bestimmt, vgl. § 5 Abs. 1 der Satzung. Die persönlich haftende Gesellschafterin scheidet nur in den gesetzlich geregelten Fällen oder durch Änderung der Satzung aus der Gesellschaft aus. Scheidet die persönlich haftende Gesellschafterin aus der Gesellschaft aus, ohne dass gleichzeitig eine neue persönlich haftende Gesellschafterin aufgenommen worden ist, wird die Gesellschaft übergangsweise von den Kommanditaktionären allein fortgesetzt. Der Aufsichtsrat hat in diesem Fall unverzüglich die Bestellung eines Notvertreters zu beantragen, der die Gesellschaft bis zur Aufnahme einer neuen persönlich haftenden Gesellschafterin vertritt. Der Aufsichtsrat ist in diesem Fall berechtigt, die Satzung entsprechend dem Wechsel der persönlich haftenden Gesellschafterin zu berichtigen. Änderungen der Satzung erfolgen grundsätzlich auf der Grundlage eines Beschlusses der Hauptversammlung, der einer einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals bedarf, soweit nicht gesetzlich zwingend eine größere Mehrheit vorgeschrieben ist (vgl. § 18 Abs. 2 der Satzung und §§ 133, 179 AktG). Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung bedürfen gemäß § 285 Abs. 2 AktG außerdem der Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafterin. Der Aufsichtsrat kann gemäß § 24 Änderungen der Satzung ohne Zustimmung der Hauptversammlung beschließen, die nur die Fassung der Satzung betreffen. Dies gilt gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung auch für die jeweilige Inanspruchnahme des bedingten Kapitals gemäß § 4 Abs. 1 und 6 der Satzung. Schließlich ist der Aufsichtsrat berechtigt, die Satzung entsprechend dem Wechsel der persönlich haftenden Gesellschafterin zu berichtigen (vgl. § 5 Abs. 5 der Satzung). Ziffer 7: Befugnisse der persönlich haftenden Gesellschafterin, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenFür die persönlich haftende Gesellschafterin besteht aktuell eine Möglichkeit für die Durchführung von Kapitalmaßnahmen. Gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung ist die persönlich haftende Gesellschafterin durch Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Mai 2022 ermächtigt, bis zum 23. Mai 2027 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu € 47.577.000,00 zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital 2022"). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Das Bezugsrecht kann auch mittelbar gewährt werden, indem die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Die persönlich haftende Gesellschafterin ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, a) soweit es erforderlich ist, um etwaige Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen; b) wenn die Aktien gegen Sacheinlage, insbesondere zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Unternehmensbeteiligungen, sonstigen Vermögensgegenständen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Zwecke des Erwerbs von Forderungen oder sonstigen Rechten, ausgegeben werden; c) wenn die Aktien der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden und der Ausgabepreis je Aktie den Börsenpreis der im Wesentlichen gleich ausgestatteten, bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung gilt nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß §§ 203 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Auf die vorgenannte 10 %-Grenze sind anzurechnen (i) neue Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zu ihrer Ausnutzung auf Grundlage einer anderen Ermächtigung aus genehmigtem Kapital gemäß §§ 203 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden, (ii) diejenigen Aktien, die zur Bedienung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten bzw. Andienungsrechten des Emittenten aus Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) ("Schuldverschreibungen") ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zu ihrer Ausnutzung gemäß §§ 221 Abs. 4 Satz 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind, sowie (iii) eigene Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zu ihrer Ausnutzung gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5 Hs. 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußert wurden. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital, zur Ausgabe von Schuldverschreibungen oder zur Veräußerung eigener Aktien in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zu einer Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden; d) wenn die Aktien ausgegeben werden zur Bedienung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten bzw. Andienungsrechten des Emittenten aus Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. Wandlungs- oder Optionspflicht bzw. Andienungsrecht des Emittenten auf Aktien der Gesellschaft; e) soweit es erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. Wandlungs- oder Optionspflicht bzw. Andienungsrecht des Emittenten auf Aktien der Gesellschaft ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach der Ausübung dieser Wandlungs- oder Optionsrechte bzw. nach Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflichten bzw. der Andienung von Aktien als Aktionär zustünde. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Einzelheiten der Kapitalerhöhung sowie ihrer Durchführung, einschließlich des Inhalts der Aktienrechte sowie der Bedingungen der Aktienausgabe, festzulegen. Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung ist das Grundkapital der Gesellschaft zudem durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Mai 2020 um bis zu € 19.940.383,37 durch Ausgabe von bis zu 7.800.000 neuen auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien mit Gewinnanteilsberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe bedingt erhöht ("Bedingtes Kapital 2020"). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen sowie Genussrechten bzw. Gewinnschuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht bzw. Wandlungspflicht, die von der Gesellschaft, von ihr abhängigen oder von im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen ausgegeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, wie von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Options- und Wandelschuldverschreibungen bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch gemacht wird oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht eigene Aktien oder neue Aktien aus dem genehmigtem Kapital zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt dabei zu dem Wandlungs- bzw. Optionspreis, der nach Maßgabe der genannten Ermächtigung jeweils festgelegt wird. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, § 4 Abs. 1 und 6 der Satzung der Gesellschaft entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals zu ändern. Ziffer 8: Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehenFür die an den Konsortialkrediten und den Tilgungsdarlehen beteiligten Banken besteht im Fall eines Kontrollwechsels ein außerordentliches Kündigungsrecht. Ziffer 9: Entschädigungsvereinbarungen, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern der Geschäftsführung oder Arbeitnehmern getroffen sindSolche Regelungen bestehen derzeit nicht. AbhängigkeitsberichtUnmittelbar herrschendes Unternehmen ist die zur Hansen & Rosenthal Gruppe gehörende H&R Beteiligung GmbH mit einem Anteil von 43,30 %. Die Geschäftsführung und die Vertretung der H&R GmbH & Co. KGaA obliegt der H&R Komplementär GmbH. Herr Nils Hansen hält mit 51 % der Geschäftsanteile die Mehrheit an der H&R Komplementär GmbH, wodurch er eine unmittelbare Einflussnahmemöglichkeit auf die Geschäftsleitung der Gesellschaft hat. Deshalb erstellen wir einen Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG. In dem Bericht für das Geschäftsjahr 2022 kommt die Geschäftsführung zu folgendem Ergebnis: "Die Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Berichtszeitraum vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Getroffene oder unterlassene Maßnahmen lagen im Berichtszeitraum nicht vor." Nichtfinanzieller BerichtDie Nichtfinanzielle Erklärung wird für 2022 erneut einer Prüfung gemäß ISAE 3000 unterzogen und wird unter der Bezeichnung "Nichtfinanzieller Bericht" im Nachhaltigkeitsbericht 2022 bis zum 30. April 2023 veröffentlicht und auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.hur.com/nach-haltigkeit/nachhaltigkeitsberichte zum Download bereitgestellt. Erklärung zur UnternehmensführungDie Erklärung zur Unternehmensführung wird auf der Website des Unternehmens unter www.hur.com/de/investoren/corporate-gover-nance zur Verfügung gestellt. NachtragsberichtIn der Zeit zwischen dem 31. Dezember 2022 und dem Datum dieses zusammengefassten Konzernlageberichts hat es keine Vorgänge mit konkreten wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage gegeben. Möglicherweise führen jedoch die Entwicklungen des Ukrainekriegs im weiteren Jahresverlauf zu signifikanten Auswirkungen. Aufgrund der volatilen Situation sind diese jedoch aktuell nur eingeschränkt zu beziffern. Wir haben dennoch den Themenkomplex qualitativ gewürdigt und in unseren Ausführungen zum Risiko- und Prognosebericht berücksichtigt. Bericht über das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem und über die wesentlichen Chancen und RisikenWesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sowie Stellungnahme zur Angemessenheit und Wirksamkeit dieser SystemeRisikopolitikDie Geschäftspolitik der H&R KGaA ist darauf ausgerichtet, den Unternehmenswert langfristig zu steigern. Um dies zu erreichen, müssen die sich am Markt bietenden Chancen unter sorgsamer Abwägung der damit verbundenen Risiken ergriffen werden. Ziel unserer Risikopolitik ist es, das Chancen-Risiko-Verhältnis unter Vermeidung bestandsgefährdender Risiken zu optimieren. Dabei unterliegt das systematische Risikomanagement direkt der Verantwortung der Geschäftsführung. Die Identifikation und Kommunikation von Risiken erfolgt durch die lokale Geschäftsleitung der jeweiligen operativen Einheiten. Dabei werden identifizierte Risiken, soweit möglich, auf lokaler Ebene eliminiert oder anderweitig adressiert. Als Hersteller rohölbasierter Spezialitäten und Kunststoffteile haben wir eine besondere Verantwortung, den Betrieb unserer Spezialitätenraffinerien, Weiterverarbeitungsanlagen und Produktionsstätten für Kunststoffteile unter den Schutz von Mensch und Umwelt zu stellen. Daher hat jeder unserer Produktionsstandorte Beauftragte, die sich intensiv mit den Themen Mitarbeiter- und Anlagensicherheit sowie dem Umweltschutz befassen. Internes Kontroll- und RisikomanagementsystemDie für die H&R KGaA und ihre Tochtergesellschaften bestehenden Risiken werden konzernweit einheitlich identifiziert, bewertet, soweit möglich, quantifiziert, kommuniziert und gegebenenfalls durch entsprechende Maßnahmen begrenzt. Zur Ermittlung von Risiken bedienen wir uns verschiedener Methoden wie der Beobachtung von branchenspezifischen und gesamtwirtschaftlichen Risikoindikatoren oder der Analyse von Beschaffungs- und Absatzmärkten. Die Bewertung beruht im Wesentlichen auf Einschätzungen interner Experten - etwa des Risikomanagers der lokalen Einheiten -, denen für das entsprechende Risiko sachgerechte Annahmen zugrunde gelegt werden. In den Risikomanagementprozess werden alle Segmente einbezogen. Die Risikoidentifizierung wird als Aufgabe aller Mitarbeiter angesehen. Sie wird durch flache Hierarchien und eine von den lokalen Geschäftsleitern vorgelebte, offene Kommunikationskultur hinsichtlich potenzieller Risiken gefördert. Die H&R KGaA bedient sich bei der Risikobeurteilung des sogenannten COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission)-Modells (Enterprise Risk Management-Integrated Framework), eines von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) anerkannten Standards für interne Kontrollen. Die Risikobeurteilung erfolgt quartalsweise durch den Risikomanager (i. d. R. das jeweilige operative Management) vor Ort mittels Risikokatalog/Inventarliste und integriertem Erfassungsbogen, in dem gegebenenfalls die Berechnung nachgewiesen wird. Die Risiken werden nach bestimmten Kriterien klassifiziert. Die Risikobewertung erfolgt dabei nach einem Ansatz, bei dem das nominelle Ausmaß des potenziellen Risikos mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert wird. Die Gesamtheit der bewerteten Risiken einer Einzelgesellschaft wird im sogenannten Risikoinventar zusammengefasst und quartalsweise an das Risikocontrolling der H&R KGaA als Konzernmutter berichtet. Das Risikocontrolling unterstützt die Risikomanager bei der Definition von Frühwarnindikatoren, die es erlauben, bei der Verschärfung eines Risikos zeitnah zu reagieren. Grundsätzlich werden alle Risiken erfasst, die eine Einzelgesellschaft als relevant einstuft. Darüber hinausgehende Risiken werden nicht erfasst oder gesteuert. Die Frühwarnindikatoren werden regelmäßig auf Aktualität und Angemessenheit hin überprüft. Zudem werden, soweit möglich und ökonomisch sinnvoll, Maßnahmen definiert, um Risiken zu reduzieren oder zu vermeiden. Die Geschäftsführung erhält quartalsweise das vom Risikocontrolling auf Konzernebene aggregierte Risikoinventar inklusive einer Einzelpostenaufstellung des Value-at-Risk (VaR) als Grundlage für die Steuerung des Gesamtrisikos. Beim kurzfristigen Auftreten neuer Risiken oder eines Schadensfalls wird die Geschäftsführung unabhängig von den üblichen Kommunikationswegen direkt informiert. Darüber hinaus wird für alle wesentlichen Einzelgesellschaften und den Konzern ein monatliches Ergebnis-Reporting erstellt, in dem Umsatz und Ergebniskennzahlen mit den dazugehörigen Planzahlen abgeglichen werden. Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Zahlen werden vom Risikocontrolling analysiert. Durch diese Analysen wird die Geschäftsführung in die Lage versetzt, Fehlentwicklungen früh zu erkennen, um umgehend Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Ein weiteres Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Risiken sind die regelmäßigen Geschäftsbereichssitzungen, an denen neben den lokalen Geschäftsführern auch die Geschäftsführung der H&R KGaA teilnimmt. Mit der auf diese Weise geschaffenen Schnittstelle zwischen operativer und administrativer Ebene wird sichergestellt, dass operative Risiken, z. B. in Form von Rückstellungen, im Rechnungslegungsprozess abgebildet und intern kommuniziert werden. In den Aufsichtsratssitzungen werden die Veränderungen des Risikoinventars und die Risikostrategie im Rahmen der Berichterstattung über das Risikomanagement regelmäßig behandelt. Bei wesentlichen Veränderungen der Risikolage wird der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen zeitnah von der Geschäftsführung informiert. Die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikofrüherkennungssystems werden nicht nur durch die Geschäftsführung, sondern jährlich auch im Rahmen der Abschlussprüfung hinterfragt. Die Ergebnisse dieser Prüfungen fließen in die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Risikomanagementsystems ein. Nach bestem Wissen und auf Basis der zur Verfügung gestellten Informationen - resultierend aus dem zuvor dargestellten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystem - lagen zum 31. Dezember 2022 keine kritischen internen Kontrollschwächen oder wesentliche Sachverhalte vor, die uns zu der Annahme veranlassen, dass unser unternehmensweites Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem nicht angemessen ist, oder zum 31. Dezember 2022 nicht wirksam funktioniert hat. Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB)Die Rechnungslegungsrichtlinien der H&R KGaA schaffen für die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Neue Rechnungslegungsvorschriften werden zeitgerecht auf ihre Auswirkungen für die H&R-Konzerngesellschaften hin überprüft und, falls erforderlich, in unseren Rechnungslegungsrichtlinien umgesetzt. Die lokalen Geschäftsführer sind dafür verantwortlich, dass die bestehenden Regelungen auf Einzelgesellschaftsebene angewendet werden. Die Vorbereitung und Erstellung der Konzernabschlüsse erfolgt durch das Group Accounting der H&R KGaA. Die Mitarbeiter dieser Abteilung fungieren gleichzeitig als Ansprechpartner für Fragen zu Rechnungslegungsthemen der Tochtergesellschaften. Um das Risiko einer fehlerhaften Bilanzierung auch bei komplexen Sachverhalten zu minimieren, werden unsere mit dem Rechnungslegungsprozess befassten Mitarbeiter kontinuierlich und umfassend geschult. Die relevanten Abteilungen sind sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht angemessen besetzt. Bei ausgewählten Bilanzierungsfragen wird gegebenenfalls zudem der Rat externer Experten eingeholt. Das interne Kontrollsystem im H&R-Konzern besteht aus Grundsätzen und Verfahren, die die Wirksamkeit (Sicherstellung der Normenkonformität von Jahres- bzw. Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht) sowie gegebenenfalls die Wirtschaftlichkeit der Kontrollen im Rechnungslegungsprozess sicherstellen. Im H&R-Konzern besteht das interne Kontrollsystem aus einem Steuerungs- und einem Überwachungssystem. Wichtige Aspekte der prozessintegrierten Maßnahmen im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess sind manuelle Kontrollen wie das Vier-Augen-Prinzip auf der einen und maschinelle IT-Kontrollen auf der anderen Seite. Nach Auswahl fachlich qualifizierter Mitarbeiter schulen wir diese regelmäßig und stellen so sicher, dass unser Überwachungssystem Risiken zeitnah identifiziert und damit eine Normenkonformität unserer Jahres- und Konzernjahresabschlüsse sichergestellt wird. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der H&R KGaA ist mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das interne Überwachungssystem im H&R-Konzern eingebunden. Auf Grundlage des § 107 Abs. 3 AktG beschäftigt sich das Gremium vor allem mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Abschlussprüfung sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems. Die Vollständigkeit, Genauigkeit und Sicherheit der Rechnungslegungsprozesse werden u. a. durch die Zugriffsverwaltung für die relevanten IT-Systeme sowie ein stringentes Vier-Augen-Prinzip in der Buchhaltung auf Einzelgesellschafts- und Konzernebene unterstützt. Die Tochtergesellschaften sind verpflichtet, ihre Zahlen nach den IFRS-Rechnungslegungsvorschriften monatlich in einem standardisierten Format an das Group Finance zu berichten. Auf diese Weise werden Soll-Ist-Abweichungen frühzeitig erkannt und die Möglichkeit geschaffen, zeitnah die Ursachen zu ermitteln, um gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einzuleiten. Risikomanagementsystem in Bezug auf derivative FinanzinstrumenteDer Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten wird bei der H&R KGaA sehr restriktiv gehandhabt. Grundsätzlich setzen wir nur marktgängige Instrumente von ausgewählten Banken mit guter Bonität ein. Die Transaktionen werden grundsätzlich vom Group Treasury nach Genehmigung durch die Geschäftsführung der H&R Group Finance GmbH abgeschlossen und im Anschluss laufend überwacht. Anwendungsbereich ist die Sicherung von bereits existierenden oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig eintretenden Grundgeschäften (antizipatives Hedging). Im Geschäftsjahr 2022 beschränkten wir uns im FX-Sicherungsbereich auf Mikro-Hedging einzelner Risikopositionen im Bereich kurzfristiger Fremdwährungs-Buchpositionen, deren Fortbestand während des Sicherungszeitraums von der sichernden Einheit überwacht wird. Angesichts der Laufzeiten von maximal sechs Monaten blieben die Marktwerte und somit auch die Counterparty-Risiken überschaubar. Ergänzend haben wir Rohstoffpreisswaps abgeschlossen, die zu einer Stabilisierung der im Kuppelproduktbereich, insbesondere im Bitumengeschäft, erzielbaren Gewinnspanne bis Ende 2023 führen. Zur Sicherstellung der beabsichtigten Effektivität werden u. a. monatlich Änderungen in den Planungsmengen der Risikopositionen mit den Sicherungsmengen abgeglichen und die Marktwertbewegungen von Grund- und Sicherungsgeschäft verfolgt. Rohstoffhedges werden auch bilanziell als Sicherungsbeziehungen abgebildet. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt. EinzelrisikenAlle unsere relevanten Risiken werden konzernweit einheitlich klassifiziert. Die Einstufung als geringes, mittleres oder hohes Risiko ergibt sich dabei aus den Parametern "Eintrittswahrscheinlichkeit" und "Potenzielle finanzielle Auswirkung". Die daraus resultierende Risikoklassifizierungsmatrix ist in der folgenden Tabelle dargestellt: T. 23 POTENZIELLE FINANZIELLE AUSWIRKUNG 1
1) Moderat: einige negative Auswirkungen auf
Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage und
Cashflows, etwa sofern das EBITDA 2023 € 60,0 Mio.
unterschreitet.
Entsprechend dem Grad einer potenziellen finanziellen Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird das Risiko generell als "hoch", "mittel" oder "gering" klassifiziert. T. 24 UNTERNEHMENSRISIKEN
Sofern im Folgenden nicht abweichend erläutert, gilt die Risiko-, Chancen- und Prognosedarstellung grundsätzlich gleichermaßen für Konzern und KGaA. Dies reflektiert den Umstand, dass bestimmte Risiken zwar nicht originär bei der H&R KGaA entstehen, jedoch infolge der Organträgerschaft direkt von den Tochtergesellschaften auf die KGaA durchschlagen. Dies gilt vor allem für solche Risiken, die sich auf die operativen Prozesse und die unmittelbare Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaften beziehen. In ihrer Funktion als Mutterunternehmen hält die H&R KGaA als originär eigenes Risiko Beteiligungen an Konzernunternehmen. Deren Beteiligungsbuchwerte unterliegen dem Risiko der Wertminderung für den Fall, dass sich wirtschaftliche Rahmendaten dieser Konzernunternehmen negativ verändern. In diesem Fall kann es zu negativen Auswirkungen auf das Jahresergebnis der H&R KGaA kommen. Umfeld- und BranchenrisikenNachfrage- und Margenschwankungen (Risikoklassifizierung hoch). Durch externe Einflüsse kann die Nachfrage nach unseren Produkten schwanken. Zu diesen Einflussfaktoren gehören neben globalwirtschaftlichen Schwächephasen vor allem auch geopolitische Spannungen, die einen bedeutenden Einfluss auf unsere Umsatz- und Ergebnisentwicklung ausüben können. Auch 2022 muss angesichts nachlaufender Pandemieeffekte, Logistikschwierigkeiten, vor allem aber der als Folge des Kriegs in der Ukraine verschlechterten Rohstoffverfügbarkeit bzw. -kosten und Energiepreissituation durchaus als eine Phase besonderer Herausforderungen bezeichnet werden. Mit Blick auf die Ertragslage lässt sich für das vergangene Geschäftsjahr jedoch feststellen, dass sich die Verlässlichkeit der H&R als Lieferant ausgezahlt hat und von den Abnehmern mit einer hohen Nachfrage und stabilen Margen belohnt wurde. Obgleich damit 2022 Opportunitäten genutzt werden konnten, adressiert H&R die negativen Effekte aus Nachfrage- und Margenschwankungen im Generellen. Als mittelfristig strategisch sinnvolle Antwort auf die Herausforderung geringerer Nachfragen und Margen streben wir nach wie vor eine beschleunigte Spezialisierung unserer Produktionseinheiten mit einer größtmöglichen Vermeidung der Produktion von Verbrennungsprodukten und Grundölen an. Zugleich adressiert der Konzern einen als Folge gesellschaftlicher Nachfrage sinkenden Bedarf nach fossilen chemisch-pharmazeutischen Spezialitäten durch eine zielgerichtete strategische Erweiterung seines Produktportfolios auf biobasierte, synthetisierte und recycelte Qualitäten. Gelingt es, in einem weiterentwickelten Produktionsprozess zielgerichtet Spezialitäten mit hoher Marge zu produzieren, kann dies die Gesamtertragslage deutlich verbessern. Grundsätzlich bleibt dennoch ein Nachfrage- und Margenrisiko, das das Unternehmen aufgrund der Eintrittsmöglichkeit und der potenziell signifikanten Auswirkungen immer noch als hoch bewertet. Im Kunststoffbereich sind wir - wie andere Komponentenhersteller der Automobilzulieferer auch -von der Entwicklung der Branche abhängig. Dies betrifft insbesondere den Just-in-Time-Teileabruf, der mit den Produktionszahlen der OEM bzw. denen der Automobilhersteller selbst schwankt. 2022 gab es zum Teil Schließungen der Automobilhersteller und Zulieferer, vor allem bedingt durch Schwierigkeiten wichtiger Lieferketten. Die in den vergangenen Jahren reduzierte Fixkostenbasis half aber, die Ergebnislage zu stabilisieren und weiter zu verbessern. Grundsätzlich bleiben im derzeitigen konjunkturellen Umfeld die Risiken trotzdem hoch. Risiken durch Fortbestand der COVID-19-Pandemie (Risikoklassifizierung mittel). Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass sich die Auswirkungen der Pandemie fortsetzen könnten. Möglicherweise wäre H&R hiervon unmittelbar über den Ausfall eigener Mitarbeiter oder mittelbar durch Ausfälle bei unseren Abnehmerindustrien und Rohstofflieferanten bzw. durch Störungen der Energieversorgung oder Logistikketten betroffen. Nach nunmehr drei Jahren Pandemiegeschehen gehen wir nicht von einem derartigen Szenario aus und halten zudem die Auswirkungen infolge der deutlich verbesserten Aufklärungslage und des seit Beginn der Pandemie deutlich verstärkten Impfschutzes für so reduziert, dass wir das Risiko nunmehr nur noch als "mittel" einstufen. Risiken bei der Rohstoffversorgung (Risikoklassifizierung hoch). H&R ist grundsätzlich auf die Versorgung mit Rohstoffen angewiesen und trägt somit ein Risiko dafür, dass diese Rohstoffe ausreichend zur Verfügung stehen. Solange ein wesentlicher Teil unserer Rohstoffe extern beschafft werden muss, besteht grundsätzlich das Risiko, dass deren Beschaffung durch Umstände, die nicht von H&R steuerbar sind (Kriege, Pandemien, Umweltkatastrophen etc.), erschwert werden könnten. Entsprechend diversifizieren wir unsere Bezugsquellen durch Lieferungen namhafter Ölkonzerne aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Mit der Sanktionierung von Öl aus russischen Quellen hat sich dieses Risiko 2022 in Teilen realisiert (vgl. Risiken aus den Auswirkungen des Ukrainekriegs). Grundsätzlich haben wir den Gesamtmengenbedarf durch die Versorgung aus alternativen Quellen sichergestellt und zugleich die höheren Preise für diese Rohstoffe am Markt platzieren können. Gleichwohl zeigt die Situation, dass eine Verschlechterung nicht mehr - wie bisher - als "unwahrscheinlich" eingestuft werden kann. Wir haben uns daher dazu entschlossen, das Risiko der Rohstoffbeschaffung bis auf Weiteres als "hoch" zu bewerten. Auch im Kunststoffsegment bestehen im Grundsatz die gleichen Risiken. Daher zielt unsere Strategie zur Vermeidung von Engpässen in der Rohstoffversorgung auch hier darauf ab, sich für wichtige Rohstoffe stets mehrerer Lieferanten zu bedienen. 2022 mussten wir trotz dieser Diversifizierung in der Beschaffung eine anhaltende Verknappung wichtiger Granulatrohstoffe feststellen. Risiken aus der Zusammensetzung der Rohstoffe (Risikoqualifizierung hoch). In unseren Raffinerien agieren wir im Sinne einer Ausbeuteoptimierung und streben einen möglichst hohen Anteil an Hauptprodukten bei gleichzeitiger Minimierung der Kuppelprodukte an. Hierzu passen wir die Fahrweisen der Produktionsprozesse entsprechend der Rohstoffzusammensetzung an. Je nach Verfügbarkeit der Rohstoffqualitäten kann es zu Schwankungen hinsichtlich des erreichbaren Produktsplits kommen, sodass der Anteil der Hauptprodukte an der Gesamtausbeute variiert. Auch dieses Risiko hat sich in Teilen im vergangenen Jahr realisiert: Der Zukauf anderer Rohstoffe als bisher, die zudem eine höhere Qualität als russische Ware aufwiesen, hat zu einer veränderten Ausbeutestruktur geführt. Vor allem aber hat sich die Qualität mancher unserer Produkte über die mit den Kunden vereinbarten Spezifikationen hinaus verbessert, ohne dass wir hierfür höhere Preise erzielen konnten ("Quality Give-Aways"). Risiken aus den Auswirkungen des Ukrainekriegs (Risikoqualifizierung hoch). Der Ukrainekrieg bündelt diverse der vorgenannten Risiken zu einem Cluster. So hat Russland bis zum Ende des ersten Quartals 2022 eine durchaus wichtige Rolle in der Versorgung mit Rohstoffen für unsere Produktionsstandorte eingenommen. Da diese Rohstoffe nicht mehr zur Verfügung standen bzw. bewusst nicht mehr eingekauft wurden, war die Lücke durch andere Lieferanten unseres Netzwerks zu schließen. Dies ist uns gelungen. Da die Beschaffung dieser vor allem aus Nord- und Westafrika sowie aus Irland stammenden Rohstoffe jedoch auch andere Markteilnehmer und Industrien betraf, war dies zugleich mit höheren Beschaffungspreisen verbunden. Grundsätzlich handelte es sich hierbei nicht um ein spezifisches Problem der H&R, sondern betraf die europäische Chemie- und Mineralölindustrie in seiner Gesamtheit. Zudem konnten wir die höheren Rohstoffkosten bei unseren Kunden platzieren. Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass sich die Rohstoffbeschaffungssituation in absehbarer Zeit nicht ändern wird. Damit sollte uns eine Versorgung auch weiterhin gelingen, allerdings zu anhaltend ungünstigeren Bedingungen. Ein weiterer Risikofaktor und Treiber unserer Betriebskosten für die beiden deutschen Produktionsstandorte könnten die fortgesetzt hohen Energiepreise für Strom und Gas ausmachen. Die Substitution des deutschen Gasbedarfs durch LNG aus den Golfstaaten oder Gas aus den USA, aus Norwegen oder den Niederlanden statt aus russischen Quellen ist möglich und lief bereits 2022 an. Sie würde jedoch wegen des höheren Gaspreises zumindest kurzfristig keine verbilligenden Auswirkungen auf Gas- und Energiekosten haben. Risiken aus der Entwicklung von Substitutionsprodukten und aus dem allgemeinen Wettbewerbsdruck (Risikoklassifizierung hoch). Ein Risiko für beide ChemPharm-Geschäftsbereiche ist die Entwicklung von Substituten oder alternativen Herstellungsverfahren für unsere Produkte. So sind etwa Grundöle der Gruppen II und III qualitativ hochwertiger, aber nicht notwendigerweise teurer als unsere Produkte. Dennoch lässt sich für die letzten beiden Jahre festhalten, dass ein Verdrängungswettbewerb nicht stattgefunden hat und die Nachfrage nach unseren Produkten in diesem Bereich auf einem hohen Niveau lag. Gleichwohl wollen wir unsere Fokussierung auf die Weiterentwicklung des Betriebsmodells, bei der eine Vermeidung von Gruppe-I-Grundölen sowie ein veränderter Rohstoffeinsatz von nachwachsenden und synthetisierten Produkten im Vordergrund steht, forcieren. Auf diese Weise streben wir eine Transformation unseres eigenen Produktportfolios an und schaffen quasi eigene Substitute für unsere heutigen Produkte. Das Risiko aus Markt- oder Wettbewerbsentwicklungen lässt sich wegen der Vielzahl an unbekannten Faktoren nicht quantifizieren. Veränderungen der regulatorischen, steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen (Risikoklassifizierung hoch). Als Betreiber von Industrieanlagen ist unser Geschäft durch Gesetze und Verordnungen reguliert. Insbesondere für unsere beiden deutschen Produktionsstandorte gilt es, die Anforderungen des Umwelt-, Chemikalien- und Energierechts zu beachten. Eine potenzielle Verschärfung dieser Regelungen birgt das Risiko finanzieller Belastungen durch erhöhte Betriebs- und Investitionskosten. Wir begrenzen diese Risiken, indem wir uns möglichst direkt oder über unsere Verbände in die politischen Entscheidungsprozesse einbringen. Zudem identifizieren und überwachen wir die sich verändernden Anforderungen mithilfe unserer internen Compliance-Organisation. Regulatorische, steuerliche und rechtliche Änderungen, die als Folge des gesellschaftlichen Diskurses rund um das Thema Klimawende entstehen, verfolgen wir genau. Im Fokus stehen dabei vor allem die Klima- und Energiepolitik der Europäischen Union sowie deren regulatorische Auswirkungen. Letztere können sowohl in direkten Verordnungen als auch in einer Umsetzung in nationales Recht bestehen. Wir evaluieren unsere Unternehmensstrategie an diesen rechtlichen Leitlinien und wollen mit unserem zukünftigen Prozess- und Produkt-Set-up unseren Beitrag zu einem nachhaltigen Wirtschaften leisten. Zugleich erstatten wir über unsere Bestrebungen regelmäßig im Rahmen der Nichtfinanziellen Erklärung Bericht und beziehen uns dabei auch auf entsprechende Rahmenwerke, etwa den Deutschen Corporate Governance Kodex oder die EU-Taxonomie. Der Betrieb unserer Spezialitätenraffinerien ist aktuell mit Emissionen und dem Einsatz von Chemikalien verbunden. Durch die in Teilen ausgeprägte Tendenz zur Verschärfung der rechtlichen Anforderungen für das produzierende Gewerbe in Europa und Deutschland könnten Wettbewerbsnachteile gegenüber internationalen und außereuropäischen Marktteilnehmern entstehen. Der Betrieb ist zudem energieintensiv. Das abgelaufene Geschäftsjahr hat H&R, wie die gesamte chemische Industrie, vor die Herausforderung knapper werdender Gasverfügbarkeiten gestellt. Durch alternative Energieträger ließ sich an den beiden deutschen Produktionsstandorten der Gasbedarf der H&R um rund ein Viertel reduzieren. Sollte sich die Gasverfügbarkeit für Industrieabnehmer im Laufe des Winters weiter reduzieren, so kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich dies auf die Produktivität unserer Standorte auswirkt. Entsprechend haben wir das Risiko im Vergleich zum letzten Jahr "aufgewertet". Operative und unternehmensstrategische RisikenBetriebstechnische Risiken (Risikoklassifizierung mittel). Die Tochtergesellschaften der H&R KGaA stellen kohlenwasserstoffbasierte Spezialitäten und hochpräzise Kunststoffteile her. Aus dem Betrieb der hierfür notwendigen Anlagen erwachsen Betriebs- und Unfallrisiken. Technische Störungen oder Naturereignisse können Mensch und Umwelt schädigen und zu Produktionsausfällen führen. Wir begegnen diesen Risiken mit einem umfangreichen Sicherheitskonzept: Durch umfassende Kontroll- und Sicherheitsmechanismen, die durch unsere computergestützten Messwarten koordiniert werden, können wir betriebstechnische Risiken frühzeitig erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Zudem investieren wir in unseren Spezialitätenraffinerien regelmäßig in Umweltschutz-, Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen. Einen wesentlichen Beitrag zur Betriebssicherheit trägt die Zertifizierung unserer Produktionsstätten bei, sowohl im chemisch-pharmazeutischen Bereich als auch für unsere Kunststoffteile. Dabei orientieren wir uns an den strengen ISO- und IATF-Normen. Sollte dennoch ein Schadensfall auftreten, sind wir gegen die finanziellen Auswirkungen größtenteils durch Versicherungen geschützt, soweit das Risiko versicherbar und die Absicherung ökonomisch sinnvoll ist. Durch umfassende Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der eigenen Mitarbeiter wurde 2022 die Anzahl von COVID-19-Verdachts- oder gar Infektionsfällen in unseren Standorten so unter Kontrolle gehalten, dass es zu keinerlei Einschränkungen der operativen Abläufe kam. Risiken aus der Vertriebsbeziehung mit der Hansen & Rosenthal Gruppe (Risikoklassifizierung mittel). Der Vertrieb der Produkte des Segments ChemPharm Refining läuft aufgrund langfristiger vertraglicher Bindungen und langjähriger Geschäftsbeziehungen überwiegend über Unternehmen der Hansen & Rosenthal Gruppe als Vertriebspartner, die damit zugleich bedeutsamster Kunde der H&R KGaA ist. Sollte diese Vertriebsbeziehung erlöschen und damit die Hansen & Rosenthal Gruppe als Vertriebspartner nicht mehr zur Verfügung stehen, hätte dies erheblich nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der H&R KGaA. Die Gesellschaft müsste u. a. kurzfristig eigene Vertriebskapazitäten für das Segment ChemPharm Refining aufbauen. Sofern dies gelänge, bestünde weiterhin noch das Risiko, direkte Kundenbeziehung gar nicht oder nicht dauerhaft etablieren zu können. Zudem könnte in einem solchen Fall auch die Auftragsfertigung für die Hansen & Rosenthal Gruppe am Standort Salzbergen beendet werden. In diesem Fall müsste die H&R KGaA neue Mittel aufbringen, um den damit deutlich erhöhten Net Working Capital-Bedarf zu decken, und für die Rohstoffbeschaffung an beiden Standorten aufkommen. Entsprechend könnte dies zu einer deutlichen Belastung des Nettoverschuldungsgrads führen. Die H&R KGaA schätzt die Auswirkungen bei einem Eintritt der geschilderten Ereignisse grundsätzlich als "signifikant" ein, bewertet jedoch gleichzeitig die Eintrittswahrscheinlichkeit als "gering": Die H&R KGaA ist Teil der Hansen & Rosenthal Gruppe, deren Hauptgesellschafter und Geschäftsführer zugleich Mehrheitsanteilseigner an der H&R Komplementär GmbH, der persönlich haftenden Gesellschafterin der H&R KGaA, ist. Interdependenzen bestehen nicht nur einseitig; vielmehr ist die H&R KGaA größter Lieferant des derzeitigen Vertriebspartners. Ein dauerhafter Fortbestand der Vertriebsbeziehung ist folglich im beiderseitigen Interesse. Investitionsrisiken (Risikoklassifizierung mittel). Wir werden in den kommenden Jahren vor allem in die nachhaltige Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit unserer bestehenden Produktionsstätten investieren. Gerade im Bereich neuer Technologien zur Herstellung und Verarbeitung nachhaltiger Qualitäten arbeiten wir mit jungen und innovativen Partnern zusammen. Grundsätzlich kann es bei Investitionsprojekten mit solch einem Start-up-Charakter jedoch zu Mehrkosten und Bauverzögerungen kommen. Um Risiken bei der Projektumsetzung zu mindern, setzen wir Projektteams ein, die unsere Anlagen detailliert kennen sowie die werterhaltenden Maßnahmen fachlich koordinieren und stringent überwachen. Bei Projekten zur Steigerung der nachhaltigen Wertschöpfung verfahren wir analog. Risiken aus Produkthaftung (Risikoklassifizierung gering). Unsere kohlenwasserstoffbasierten Spezialitäten und Kunststoffteile fließen als Bestandteil direkt in die Produkte unserer Kunden ein. Durch fehlerhafte Prozesse oder die Nichteinhaltung von Spezifikationen können Schäden entstehen, die zu Gewährleistungsansprüchen führen. Daher werden sämtliche Produkte, sowohl im chemisch-pharmazeutischen als auch im Kunststoffbereich, intensiven Qualitätskontrollen unterzogen. Falls dennoch Haftungsforderungen eintreten, haben wir dafür größtenteils Versicherungen abgeschlossen. IT-Risiken/Cybersecurity (Risikoklassifizierung hoch). Die fortschreitende Digitalisierung bietet große Chancen für den Konzern. Insbesondere in den vergangenen drei Jahren haben wir unsere IT-Struktur an die pandemiebedingten Bedürfnisse angepasst und einem Großteil unserer Mitarbeiter die Ausübung ihrer Tätigkeiten per Remote- oder Homeoffice-Lösungen ermöglicht. Grundsätzlich besteht das Risiko, als Unternehmen nicht immer schnell und angemessen auf die sich verändernden Rahmenbedingungen reagieren zu können. Gleichzeitig wissen wir, dass die Digitalisierung generell mit Risiken verbunden ist, etwa in Form von Cyberangriffen. Unter Umständen könnten solche Angriffe zu einer Beeinträchtigung der IT-Systeme führen, die nur mit erheblichem finanziellen und zeitlichen Aufwand zu beheben wären. Wir arbeiten daher kontinuierlich an der Sicherheit unserer digitalen Technologien und Systeme, um Cyberrisiken bestmöglich zu adressieren, unsere Mitarbeiter zu schulen und Schäden von unseren Kunden und Geschäftspartnern sowie vom Unternehmen abzuwenden. Zudem erfassen wir IT- und Cybersecurity-Risiken als Teil unserer Abfragen zum konzernweiten Risikoinventar. FinanzrisikenUnsere Tochtergesellschaften erhalten ihre finanziellen Mittel zur Abwicklung der Geschäfts- und Produktionsprozesse durch die H&R KGaA, die ihrerseits die Bereitstellung dieser Finanzmittel sicherstellt. Risiken, die sich aus bzw. für diese Finanzierungsinstrumente ergeben könnten, entstehen daher i. d. R. unmittelbar bei der H&R KGaA selbst. Ergänzend zu den im Folgenden detailliert erläuterten Risiken besteht möglicherweise auch zukünftig ein übergeordnetes Risiko in einer Fortsetzung der COVID-19-Pandemie, die ertragsmindernde Effekte auf die operativen Abläufe und damit auch auf die Finanz- und Vermögenslage haben könnte. Risiken aus der Verletzung von Finanzierungsbedingungen (Risikoklassifizierung hoch). Die Einhaltung der Financial Covenants ist auch 2023 wesentlicher Bestandteil der Finanzierungsverträge. Würde es wider Erwarten zu einem Bruch dieser Covenants kommen, könnte dies Auswirkungen auf den Fortbestand der Finanzierungsbedingungen und damit die wirtschaftliche Situation des Konzerns haben. Wegen der Möglichkeit des Eintritts und der potenziell signifikanten finanziellen Auswirkung handelt es sich grundsätzlich um ein - objektiv betrachtet - "hohes Risiko". Liquiditätsrisiken (Risikoklassifizierung mittel). Die Preisnotierungen für die von unseren chemisch-pharmazeutischen Segmenten eingesetzten Rohstoffe weisen eine starke Korrelation zum Rohölpreis auf. Dementsprechend sind die Preise für unsere Rohstoffe Schwankungen unterworfen. Ähnlich volatil entwickeln sich die Preise für unsere Fertigprodukte. Um den durch unsere Produktionstätigkeit anfallenden Bedarf an Net Working Capital (Summe aus Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) decken zu können, ist ein wesentlicher Teil der Finanzierungslinie unseres Konsortialkredits in Höhe von derzeit € 230,0 Mio. als Risikopuffer vorgesehen. Der Konsortialkredit wurde zum Jahresende durch Barkredite in Höhe von € 68,6 Mio. und durch Avale in Höhe von € 3,3 Mio. genutzt. Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, überwacht unser Group Treasury täglich unseren Liquiditätsstatus. Die Gewährung der Kreditlinien durch die Konsortialbanken ist an Verpflichtungen, sogenannte Financial Covenants, gebunden, die sich auf unsere Eigenmittelausstattung und das Verhältnis von Nettoverschuldung zu operativem Ergebnis (EBITDA) beziehen. Im Falle der Verletzung einer dieser Verpflichtungen sind die Konsortialbanken zur Kündigung des Kreditvertrags berechtigt. Risiken aus zukünftigem Refinanzierungsbedarf (Risikoklassifizierung mittel). In Höhe der ausgewiesenen kurzfristigen Finanzierungen bestehen Refinanzierungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Ziehungen unter dem Konsortialkredit, aus Darlehen unserer chinesischen Tochtergesellschaften und aus Fälligkeiten aus KfW-Tilgungsdarlehen zusammensetzen. Der Konsortialkreditvertrag in Höhe von maximal € 230,0 Mio. sowie die bestehenden liquiden Mittel fangen den Großteil der kurzfristigen Refinanzierungsrisiken ab. Es ist aber nicht sichergestellt, dass eine Refinanzierung in der Zukunft zu gleichen oder zu günstigeren Konditionen gelingen wird. Durch den Neuabschluss des Konsortialkreditvertrags mit einer ursprünglichen Laufzeit von fünf Jahren haben wir uns aber Zusagen zur Liquiditätsversorgung langfristig gesichert. Diese zeigte auch, dass sich Banken an einem weiteren Kreditengagement bei der H&R KGaA interessiert zeigen. Da das Risiko der finanzierenden Banken auch im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft überschaubar ist (kurzfristig veräußerbare Rohstoff- und Produktbestände), gehen wir grundsätzlich weiterhin von erfolgreichen Abschlüssen für zukünftige Anschlussfinanzierungen aus. Sollte dies nicht gelingen, müsste die Gesellschaft einen höheren Anteil ihrer Zahlungsmittel zur Rückzahlung dieser Beträge aufbringen. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens haben. Risiken aus Zahlungsausfällen von Kunden und Finanzinstituten (Risikoklassifizierung gering). Die uns aus Zahlungsverzögerungen bzw. -ausfällen von Kunden oder Dienstleistern unserer Tochtergesellschaften mittelbar erwachsenden Risiken sind durch den hohen Diversifikationsgrad der Abnehmer insgesamt begrenzt, aber nicht vollständig ausgeschlossen. Daher haben wir für wesentliche Kunden Ausfallversicherungen abgeschlossen. Das Ausfallrisiko von Finanzinstituten regulieren wir, indem wir Finanzgeschäfte nur mit Banken bester Bonität eingehen und größere Transaktionen auf mehrere Institute verteilen. Währungskursrisiken (Risikoklassifizierung mittel). Als international agierender Konzern bestehen für uns verschiedene Wechselkursrisiken. Durch die Abwertung der lokalen Währung einer ausländischen Tochtergesellschaft kann es zu einer Verminderung der dort erzielten Cashflows in der Konzernwährung Euro kommen. Darüber hinaus kann bei dem Verkauf von Produkten aus dem Euroraum in ein Land mit einer Fremdwährung die Abwertung dieser Währung gegenüber dem Euro dazu führen, dass die Einnahmen auf Eurobasis sinken. Zu den für uns bedeutendsten Fremdwährungen gehören der US-Dollar, der chinesische Yuan, das britische Pfund, der thailändische Baht, der malaysische Ringgit und der südafrikanische Rand. Die Kosten für eine Absicherung von Fremdwährungsrisiken wägen wir stets gegen die finanziellen Auswirkungen eines möglichen Schadeneintritts ab. Grundsätzlich hat der US-Dollar-Euro-Wechselkurs Auswirkungen auf unsere Rohstoffkosten, da wir unsere wichtigsten Rohstoffe auf US-DollarBasis einkaufen. Ab- und Aufwertungen des US-Dollars gegenüber dem Euro bei gleichbleibenden Rohstoffkosten in USD beeinflussen daher unseren Rohstoffaufwand in EUR. Allerdings würden wechselkursbedingte Änderungen im Rohstoffaufwand i. d. R. auch auf die Verkaufspreise durchschlagen, da auch der Wettbewerb von den Effekten betroffen wäre. Zinsrisiken (Risikoklassifizierung mittel). Marktzinsänderungen führen bei festverzinslichen Finanzinstrumenten zu einer Änderung des Zeitwerts und bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten zu Schwankungen bei den Zinszahlungen. Zur Erhöhung der Planungssicherheit des Zinsergebnisses nehmen wir Festzinsdarlehen für Investitionsprojekte. Durch den Anstieg insbesondere des Euro-Zinsniveaus, verbunden mit gestiegener, kurzfristiger Verschuldung im Rahmen ölpreisbedingt erhöhter Liquiditätsbindung im Umlaufvermögen, hat sich ein Teil der Zinsänderungsrisiken realisiert. Wir gehen auch für 2023 von einer erhöhten Belastung aus gestiegenem Zinsaufwand aus. Weitere Risiken eines erhöhten Zinsaufwands in anderen Währungen existieren derzeit für unsere chinesischen Beteiligungen aus kurzfristigen und bei Fälligkeit im Jahr 2022 zu refinanzierenden CNY-Festzins-Darlehen sowie konzerninternen, kursgesicherten Finanzierungen insbesondere nach Südafrika und Malaysia. Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten aufgrund betrieblicher Altersvorsorge in Form von Pensionszusagen. Die tatsächliche Höhe dieser Zusagen basiert zum einen auf einer finanzmathematischen Prognose und ist zum anderen maßgeblich vom Kapitalmarktumfeld abhängig, insbesondere der Zinsentwicklung. Sinkende Zinsen führen zu einer Erhöhung der Pensionsverbindlichkeiten und belasten das Eigenkapital der H&R KGaA entsprechend. Gesamtaussage der Unternehmensleitung zur RisikosituationDie Beurteilung unserer Risikosituation erfolgt unter Zuhilfenahme unseres Risikomanagementsystems sowie der eingerichteten Planungs- und Kontrollsysteme. Bei einer konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken werden potenzielle Chancen nicht gegengerechnet. Wir gelangen somit zu der Einschätzung, dass nach derzeitigem Kenntnisstand keine Risiken vorliegen, die den Fortbestand des H&R-Konzerns gefährden können. Rating des UnternehmensDie Beurteilung der Bonität der H&R KGaA durch eine eigenständige Ratingagentur ist nicht erfolgt. Unsere Bankpartner beurteilen laufend die Bonität der H&R KGaA. Die Bundesbank hat die H&R per 04. Mai 2022 als "notenbankfähig" eingestuft. ChancenberichtChancenmanagementIm H&R-Konzern ist das systematische Management von Chancen und Risiken eng miteinander verbunden. Als Chance verstehen wir eine zu erwartende, aber nicht gesicherte und damit auch nicht monetär quantifizierbare Entwicklung, die sich innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate positiv auf unsere Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage auswirken könnte. Das Management von strategischen Chancen - wie Akquisitionen, Joint Ventures oder Großinvestitionen - ist Aufgabe der Geschäftsführung. Um sowohl operative als auch strategische Chancen optimal nutzen zu können, bedienen wir uns verschiedener Verfahren: So analysieren wir genauestens den Markt und unseren Wettbewerb. Wir entwerfen Szenarien für einen erfolgreichen Markteintritt, hinterfragen die Ausrichtung unseres Produktportfolios, prüfen die Kostentreiber sowie die maßgeblichen Erfolgsfaktoren und leiten daraus konkrete Marktchancen ab, die die Unternehmensleitung in enger Zusammenarbeit mit dem lokalen operativen Management abstimmt. Daneben versuchen wir, durch Gespräche mit Kunden gezielt künftige Markttrends zu identifizieren. In den chemisch-pharmazeutischen Segmenten besteht zu diesem Zweck ein reger Austausch zwischen den Produktionsstätten, unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung und unserem Vertriebspartner Hansen & Rosenthal, der durch den intensiven Kundenkontakt aktuelle und zukünftige Kundenbedürfnisse eruiert und Ideen für neue Produkte liefert. Schließlich klassifizieren wir unsere Chancen nach dem Grad der potenziellen finanziellen Auswirkung und der Eintrittswahrscheinlichkeit. Dabei wenden wir ein System analog unserer Risikoklassen an. EinzelchancenChancen aus der Entwicklung von Markt- und Rahmenbedingungen (Chancenklassifizierung mittel). Durch den Fokus großer Raffineriebetreiber auf die Erzeugung von Kraft- und Schmierstoffen könnten die H&R-Spezialitätenproduktionen des Geschäftsbereichs Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe für die Versorgung des Markts mit Spezialitäten wie Paraffinen oder Prozess- und Weißölen eine größere Bedeutung erlangen. Zieht gleichzeitig die Nachfrage nach kohlenwasserstoffbasierten Spezialprodukten innerhalb des laufenden Geschäftsjahres an, etwa durch Veränderungen der Wettbewerbssituation oder allgemeine Erholungen der Märkte, könnten unsere Erlöse und Erträge unsere derzeitigen Erwartungen übertreffen. Auch die perspektivisch zunehmende gesellschaftliche Nachfrage nach Produkten mit einem geringeren CO 2 -Fußabdruck oder sogar klimaneutral erzeugten Qualitäten könnte H&R weitere Chancen verschaffen. Unsere "3-Säulen-Strategie" zur Versorgung unserer Produktionsstandorte mit fossilen, biobasierten und synthetischen Grundstoffen und die bereits faktischen Möglichkeiten, mit grünem Wasserstoff in unseren Prozessen "traditionelle" mineralölbasierte Produkte zu veredeln, sind ein erster Schritt in diese Richtung. Gleichzeitig eröffnet der grüne Wasserstoff, in Verbindung mit grünem CO 2 , weitere konkrete Möglichkeiten: Aus beiden Stoffen zusammen lassen sich im Zuge der Synthetisierung langkettige Kohlenwasserstoffverbindungen gewinnen. Mit dem Projekt NextGate wollen wir am Hamburger Standort aus diesen nichtfossilen Grundstoffen sowohl E-Fuels als auch Synthesewachse produzieren. Für beide Produkte erwarten wir im Markt große Chancen, wobei der Anteil der Synthesewachse für die H&R im Fokus liegt. Für den Fuels-Bereich sehen wir uns dennoch gut aufgestellt: Gemeinsam mit der Hamburger Mabanaft betreiben wir das Joint Venture P2X-Europe, das als Abnehmer und Vermarkter synthetischer Qualitäten auftreten und für unsere Produktionsstandorte den Zugriff auf diese Grundstoffe sichern wird. Aktuell bestehen aussichtsreiche Vereinbarungen für den Bezug umfangreicher synthetischer Grundstoffmengen aus der Umsetzung weiterer Projekte in Norwegen und Portugal. Denn vor allem im internationalen Geschäft haben wir in den letzten Jahren den Grundstein für ein profitables Geschäft gelegt. Für 2023 rechnen z. B. die Forscher des Internationalen Währungsfonds mit einem Anstieg der Weltproduktion um 2,7 %. Dies ist infolge des Ukrainekriegs deutlich weniger als in den vergangenen Jahren, ein Umstand, der jedoch vor allem von schwachen Zahlen aus Europa getrieben wird. In der Region Asien hingegen, für H&R seit jeher ein wichtiger Motor des konzerneigenen Wachstums, wird unverändert ein vergleichsweise stabiles Wachstum erwartet. Mit dem aktuell im Ausbau befindlichen Standort Lumut in Malaysia, der sich vor allem durch die Fähigkeit, biobasierte Grundstoffe verarbeiten zu können, auszeichnet, stärken wir unsere Marktpräsenz in der Region. Im Geschäftsbereich Kunststoffe ergeben sich aufgrund der demografischen Entwicklung insbesondere in der Medizintechnik attraktive Wachstumschancen. Weitere Chancen ergeben sich aus dem Trend in der Automobilindustrie, zur Gewichtsreduktion der Fahrzeuge schwere Metallteile durch leichtere Plastikteile zu ersetzen. Das zunehmend dynamischere Streben der Automobilhersteller hin zur Elektromobilität kann für zusätzliche Impulse sorgen, da die größere Reichweite leichterer Fahrzeuge ein wesentliches Verkaufsargument darstellen kann. Auch auf diesen Trend sind wir durch Kooperationen vorbereitet. Zugleich haben wir uns von Teilen unserer Kunden aus Kosten- und Effizienzgründen getrennt und so unsere Profitabilität gefestigt. Auch hiervon versprechen wir uns eine Stärkung des Geschäfts. Unternehmensstrategische Chancen (Chancenklassifizierung hoch). Große Chancen sehen wir in der Weiterentwicklung unseres Betriebsmodells: Neben der Flexibilität in der Anlagensteuerung sowie der Fähigkeit zur aktiven Gestaltung der Ausbeutestruktur fokussieren wir uns vor allem auf den richtigen, diversifizierten Grundstoffeinsatz. Im Geschäftsjahr 2022 haben sich positive Effekte aus der Verwendung spezifischer Grundstoffe zur Betriebsmodell-Transformation verzögert. Ursächlich war vor allem eine nur unzureichende Verfügbarkeit geeigneter Qualitäten, die in den von uns als mögliche Lieferanten ausgewählten Raffinerien nicht bzw. nicht in dem gewünschten Maße oder aber zu nur unvorteilhaften Lieferkonditionen anfielen. Unabhängig davon stufen wir das Potenzial als groß ein: Auf Basis eines veränderten und erweiterten Feedstock- und Zwischenproduktportfolios der Produktionsstandorte wollen wir eine marktgerechte und ausschließlich spezialitätenorientierte Produktion erreichen. Zusätzlich haben wir erste Erfolge in der Verwendung nachhaltiger Rohstoffe, etwa auf Wasserstoff- oder Kohlendioxidbasis, erzielen können und sehen mit der Inbetriebnahme der NextGate-Anlage klares Potenzial für eine zukünftige Skalierung dieser Technologie auf eine industrielle Größenordnung. Heben wollen wir dieses Potenzial durch die oben erwähnte Positionierung als Joint Venture Partner und Kooperationspartner. Im internationalen Bereich verfolgen wir aktiv Markttrends und gleichen die regional entstehenden Chancen mit unserer Internationalisierungsstrategie ab. Dabei verfügen wir mit unserem Netzwerk an Tochtergesellschaften über wichtige strategische Brückenköpfe, über die wir schnell und zielgenau in erstarkende Märkte vordringen können. Leistungswirtschaftliche Chancen (Chancenklassifizierung mittel). Der Betrieb von Spezialitätenproduktionen ist von hoher Energieintensität geprägt. Durch Investitionen in die Ersparnis herkömmlicher CO 2 -Emissionen und einen geringeren Energieverbrauch hat die H&R KGaA bereits in der Vergangenheit wichtige Klimaziele erreicht und Energiekosten eingespart. Gleichzeitig wurde von den besonderen Ausgleichsregelungen energieintensiver Betriebe Gebrauch gemacht. Insgesamt betrachten wir die Diskussion um den Klimawandel und die Bemühungen rund um das Thema Energiewende nicht ausschließlich als Herausforderung, sondern auch als Chance. Dies gilt insbesondere, wenn EU und Bundesregierung als zuständige Regulatoren so agieren, dass die hohen Umwelt-, Arbeitssicherheits- und Energiestandards eingehalten werden können, ohne dass sie sich als zusätzlicher Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Ländern und Regionen erweisen. Wir sehen großes Potenzial in einem Engagement für eine verstärkte Produktion von grünem Wasserstoff und grünem CO 2 bzw. den daraus zu gewinnenden Produkten. Grundsätzliche Chancen bestehen zudem in Form höherer Margen bei Angebotsverknappungen unserer Produkte, beispielsweise durch Raffineriestillstände, Schließungen oder Kapazitätsreduzierungen bei Wettbewerbern. Neben den positiven Effekten infolge des zukünftig veränderten Rohstoffeinsatzes sehen wir auch weiterhin Chancen für die Vermarktung unserer margenschwächeren Produkte: Sowohl Bitumen als auch Cracker Feed für andere Raffinerietypen haben sich in den letzten beiden Jahren gut verkauft und erzielten durchaus auskömmliche Margen. Im Kunststoffbereich betreibt die GAUDLITZ neben dem Stammsitz in Coburg mit Standorten in Tschechien und China zusätzliche Produktionskapazitäten mit Vorteilen hinsichtlich der Erzeugungskosten bei gleichzeitiger Nähe zu den wichtigen Absatzmärkten. Sollte sich die Tendenz der Automobilhersteller und Zulieferer fortsetzen, die Produktion in diese Länder zu verlegen, so könnten sich für die GAUDLITZ Vorteile durch die Stärkung der dortigen Einheiten ergeben. Für die Automobilbranche wird entscheidend sein, wie die Transformation der Antriebstechnik vom Verbrenner hin zu E-Mobilität gelingt. Schafft es die Branche, auf eine notwendige Ladeinfrastruktur mit attraktiven Angeboten für einen Umstieg zu antworten, blieben grundsätzlich die individuelle Fahrzeugnutzung und damit eine Gesamtzahl an Fahrzeugen erhalten. Komponentenhersteller wie die H&R-Tochter GAUDLITZ werden sich ebenfalls auf eine neue Art der Mobilität einstellen müssen. Sie könnten aber auch von der Situation profitieren: Um die Reichweiten zu optimieren, könnten weitere Metallbauteile durch Kunststoffe ersetzt werden. Gleichzeitig dürften die Hersteller ihre Fahrzeugplattformen und Bauteile aus Kostengründen noch weiter vereinheitlichen: Weniger verschiedene Bauteile insgesamt, dafür höhere Stückzahlen, tragen zu einer besseren Auslastung und wettbewerbsfähigeren Produktionskosten bei. Gesamtaussage zur ChancensituationBeurteilung der Chancensituation durch die Unternehmensleitung. Obwohl die reine Anzahl der gemeldeten Risiken höher ist als die der identifizierten konkreten Chancen, betrachtet die H&R KGaA die geschilderten Chancen als direkte Antworten auf viele der geschilderten Risiken und stuft die Gesamtlage damit als insgesamt ausgewogen ein. PrognoseberichtWeitere Ausrichtung des KonzernsUnternehmen und SegmenteFür die Aussagen zur kurzfristigen Entwicklung des Unternehmens vom 1. Januar bis zum 31. Dezember des Geschäftsjahres 2023 gehen wir nach derzeitigem Kenntnisstand von einer im Wesentlichen unveränderten Konzernstruktur aus. Eine maßgebliche Herausforderung bleibt für unser Unternehmen das Spannungsfeld zwischen Rohstoffpreisen und Marktbedingungen. Das betrifft sowohl den klassischen Bereich der chemisch-pharmazeutischen Rohstoffe als auch das Geschäft mit Kunststoff-Präzisionsbauteilen. Die H&R KGaA ist so aufgestellt, dass sie ihre Spielräume aktiv über drei verschiedene Wertschöpfungsebenen nutzen kann: im Segment ChemPharm Refining als Produzent von chemischpharmazeutischen Spezialitäten in Deutschland, in der Weiterverarbeitung des Segments ChemPharm Sales im Ausland und in der weltweiten Distribution. Das Geschäftssegment Kunststoffe verfügt mit Standorten in Deutschland und dem Ausland über eine vergleichbare Aufstellung. Bedarf es zusätzlich zur eigenen Expertise noch externer Kapazitäten, greifen wir auf ein Netzwerk von bewährten Partnerschaften zurück. In diese Matrix lässt sich jede Tochtergesellschaft innerhalb unserer Gruppe einordnen. AbsatzmärkteIm chemisch-pharmazeutischen Geschäft wird Deutschland der wesentliche Umsatztreiber bleiben. Aufgrund der hohen Reife dieses Markts stellt unsere Wachstumsstrategie mit der Weiterentwicklung des Betriebsmodells der Produktionsstandorte dort weniger auf steigende Mengen ab als auf effizientere Produktionsprozesse und höherwertige Produkte. International legen wir den Schwerpunkt klar auf die Region Asien. China, Singapur, Indonesien, Malaysia und Vietnam sind ebenso wie der Subkontinent Indien wichtige Vertriebs-Hubs bzw. Weiterverarbeitungsstandorte für unsere Aktivitäten in der Region. Im Kunststoffgeschäft orientieren wir uns an unseren Kunden und sehen vor allem deren Produktion in Osteuropa und China als wichtige Abnehmer. Technologien und ProzesseDie beständige Verbesserung der Prozesse zur Steigerung der Effizienz und Erhöhung der Ausbeutestruktur ist ein zentraler Punkt unserer Unternehmensstrategie. Wir kombinieren langjähriges Know-how mit dem Einsatz neuer Technologien und zeichnen uns so weniger als klassischer Schmierstoffproduzent denn als Hersteller hochwertiger Spezialitäten aus. Um dem stark zunehmenden Nachhaltigkeitsgedanken in vielen unserer Abnehmerindustrien und weiten Teilen der Gesellschaft gerecht zu werden, transformieren wir unser Betriebsmodell für die deutsche Produktion. Hierzu setzen wir auf einen differenzierten Grundstoffeinsatz, der ebenso über Menge, Zusammensetzung und Qualität der End- und Zwischenprodukte entscheidet wie die Anlagensteuerung. Gleichzeitig verändern und erweitern wir unsere Feedstock- und Zwischenproduktportfolios auf kohlenwasserstoffbasierte Qualitäten, die zukünftig weniger auf fossiler als vielmehr auf nachhaltiger Grundlage aufbauen sollen. Produkte und DienstleistungenTrotz der genannten Veränderungen im Betriebsmodell planen wir, mit unseren Produktionsstandorten direkt bzw. über unser Segment Sales ein nahezu vergleichbares Produktportfolio anzubieten - mit einem erwähnten wesentlichen Unterschied: Was bislang fossilbasiert produziert wurde, soll zukünftig auf pflanzlicher, recycelter oder synthetisierter Basis entstehen. Mit einem klimafreundlichen Produktportfolio unterstützt H&R ihre Kunden bei deren Nachhaltigkeitsansätzen. Der Kunststoffbereich strebt an, sein Bestandsgeschäft mit europäischen Kunden aus dem Bereich E-Mobilität zu stärken und sich bei Kunden in China durch eine Vertriebsinitiative im Bereich Medizintechnik und Industrie in Stellung zu bringen. Erwartete Entwicklung im Geschäftsjahr 2023Entwicklung der RahmenbedingungenAllgemeines wirtschaftliches UmfeldDie Weltwirtschaft stand zum Jahreswechsel vor wachsenden Herausforderungen. Das Wachstum hat an Schwung verloren, die hohe Inflation erweist sich als beständig, das Vertrauen ist geschwächt und die Unsicherheit groß. So fasst die OECD ihre Analyse zusammen. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Preise, insbesondere für Energie, erheblich in die Höhe getrieben und den Inflationsdruck zu einem Zeitpunkt erhöht, als die Lebenshaltungskosten weltweit bereits rapide gestiegen waren. Die globalen Finanzbedingungen haben sich erheblich verschärft, da die Zentralbanken in den letzten Monaten ungewöhnlich energisch und in großem Umfang die Leitzinsen angehoben haben. Das globale BIP-Wachstum, bereits im Jahr 2022 reduziert, wird nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds im Jahr 2023 voraussichtlich 2,9 % betragen. Für das Jahr 2024 wird das globale Wachstum vom IWF mit 3,1 % prognostiziert. Gleichzeitig wird die Entwicklung des globalen Wachstums immer unausgewogener: Ein großer Teil des globalen BIP-Wachstums im Jahr 2023 wird auf die großen asiatischen Schwellenländer entfallen, während gleichzeitig die Vereinigten Staaten und Europa schwächeln. Unsere internen Planungen für das Geschäftsjahr 2023 basieren auf einem Wechselkurs von US-Dollar zu Euro, den wir für den Planungsprozess mit 1,10 angesetzt haben. Bei den Rohölnotierungen lehnen wir uns an die Schätzungen der volkswirtschaftlichen Abteilungen der Großbanken an. Für das Planjahr 2023 haben wir zum Zeitpunkt der Planung einen Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent von US$ 110 je Barrel zugrunde gelegt. Dieser liegt oberhalb des Jahresdurchschnittspreises 2022 von US$ 99. Er liegt zudem oberhalb des tagesaktuellen Ölpreises, der sich nach dem starken Anstieg des Vorjahres auf einem derzeit stabilen, aber hohen Niveau befindet. BranchenumfeldDie chemische Industrie steht nach Ansicht ihres Branchenverbands Verband der Chemischen Industrie (VCI) e.V. zum Jahreswechsel aufgrund der Energiekrise vor enormen Herausforderungen. Viele Unternehmen befinden sich mit ihrer Produktion in Deutschland heute in einer äußerst dramatischen Lage, vor allem wegen der massiv gestiegenen Gas- und Energiekosten. Besonders der Mittelstand hatte zuletzt erhebliche Probleme, bei auslaufenden Lieferverträgen für Strom oder Gas Anschluss- oder Neuverträge abzuschließen. G. 13 ENTWICKLUNG DES WELTWIRTSCHAFTSWACHSTUMS
Gleichzeitig vermisste der Verband ein engagiertes Handeln der Politik. Zuletzt hätten Bund und Länder ihren geplanten Pakt zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren erneut verschoben. So komme der Ausbau erneuerbarer Energien, die Modernisierung von Infrastruktur und die schnelle Genehmigung von Industrieanlagen aus Sicht des VCI jedoch nicht voran. Die Herausforderungen der Branche sind daher auch im kommenden Jahr enorm und beinhalten u. a. Auftragsmangel, gestörte Lieferketten und hohe Energiekosten. Zum Jahreswechsel rechnete der VCI für 2023 mit einem kräftigen Produktionsrückgang in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Auch den Umsatz prognostizierte der Verband negativ und sah sich aufgrund der äußerst volatilen Lage zunächst außerstande, eine quantitative Prognose abzugeben. Entwicklung des UnternehmensUmsatz und ErgebnisDie folgende Tabelle vergleicht für das abgelaufene Geschäftsjahr die Ist-Werte der vom H&R-Konzern verwendeten Haupt- bzw. Steuerungskennzahlen mit der ursprünglichen Prognose und zeigt den Ausblick für das Geschäftsjahr 2023. Er umfasst den Umsatz und das EBITDA. T. 25 IST- UND PROGNOSEVERGLEICH
Umsatz. Die Höhe unseres Umsatzes wird maßgeblich durch die Rohstoffkosten unseres chemisch-pharmazeutischen Geschäftsbereichs beeinflusst. Sollten unsere Planungsprämissen für Rohölpreise und den US-Dollar-Euro-Wechselkurs im Laufe des Jahres eintreten, gehen wir grundsätzlich von insgesamt konstant hohen Rohstoff- und Produktpreisen aus. Wir gehen außerdem davon aus, diese Kosten auch in Form höherer Produktpreise weitergeben zu können. In Summe gehen wir für das Jahr 2023 von einem höheren Konzernumsatz verglichen zu 2022 aus. Der Anteil unserer Aktivitäten im Segment ChemPharm Refining wird hiervon rund 66 % ausmachen. Auf das ChemPharm Sales-Geschäft wird rein rechnerisch mit ca. 31 % ein niedrigerer Anteil als im letzten Jahr entfallen. Der Geschäftsbereich Kunststoffe soll rund 3 % zum Gesamtumsatz beitragen. Ergebnis. Das abgelaufene Geschäftsjahr brachte trotz nachlaufender Effekte der Corona-Pandemie und der Auswirkungen des Ukrainekriegs für H&R ein erneut starkes Ergebnis. Ein EBITDA für 2022 von € 124,9 Mio. war somit erneut ein deutliches Indiz dafür, dass H&R so flexibel agieren kann und dennoch stabil im Markt verwurzelt ist, dass sie in ihrer derzeitigen Aufstellung Widrigkeiten nicht nur aushalten, sondern durchaus für sich nutzen kann. Um keine Zweifel aufkommen zu lassen: Dieser Erfolg gelang trotz der widrigen Umstände und war - anders als bei vielen Kraft- und Brennstoffherstellern - nicht durch diese begünstigt. Einen wesentlichen Anteil hierzu trug die schnelle Umstellung von Rohstoffen aus russischer Herkunft durch alternative Qualitäten bei. H&R gelang es nicht nur, andere Quellen zur Versorgung mit hinreichenden Mengen zu erschließen, sondern die dabei akquirierten Grundstoffe auch zu den Spezialitäten gewohnter Qualität und vereinbarter Spezifikation zu verarbeiten. Dadurch blieb H&R für seine Abnehmer in Zeiten großer Unsicherheit ein verlässlicher Partner. Für das Geschäftsjahr 2023 müssen wir von einer anhaltend schwierigen Situation ausgehen, die vor allem die europäischen Standorte und Kunden betreffen wird. Es ist zu erwarten, dass sich die Gemengelage aus teureren Grundstoffen, hohen Energiepreisen sowie höheren Logistik- und Dienstleistungskosten fortsetzen wird, aber nur Teile davon an die Kunden weitergegeben werden können. Entsprechend sehen wir die Ergebnisbeiträge des Segments ChemPharm Refining auf einem etwas niedrigeren, dennoch anspruchsvollen Niveau. Im Segment ChemPharm Sales hingegen zeigte sich 2022 ein weiteres Mal die insgesamt stabile Performance. Das Segment sollte im Jahr 2023 sein organisches Wachstum mit steigenden Absatzmengen fortsetzen. Der Anteil der Hauptprodukte könnte diejenigen des Segments Refining dabei erstmals übertreffen. Das Segment Kunststoffe hat 2022 bereits eine deutlich erholte Ergebnisentwicklung aufgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2023 sollte sich dieser Trend verfestigen. Gleichzeitig erwarten wir durch den Umzug des tschechischen Standorts innerhalb Dačices einen Ausbau des Bereichs E-Mobilität, der positive Effekte für die GesamtPerformance des GAUDLITZ-Konzerns mit sich bringen sollte. In Summe prognostizieren wir für 2023 zunächst ein operatives Konzernergebnis (EBITDA) in einer Spanne zwischen € 95,0 Mio. und € 110,0 Mio. und damit geringer als im Geschäftsjahr 2022. Gleichwohl trauen wir uns eine optimistischere Start-Annahme als im letzten Jahr zu. Das Ergebnis der H&R GmbH & Co. KGaA für 2023 nach HGB wird entsprechend ebenfalls niedriger ausfallen als noch im Vorjahr. Den Konzernergebnisbeitrag unserer Aktivitäten im Segment ChemPharm Refining sehen wir auf Basis der Budgetannahmen bei einem Anteil von rund 68 %. Auf das internationale Geschäft sollte ein Anteil von ca. 28 % entfallen. Der Geschäftsbereich Kunststoffe sollte hingegen die 2022 erreichten rund 4 % als Beitrag zum operativen Ergebnis (EBITDA) des Konzerns bestätigen. Für die Prognose unseres Konzern-EBITDA bzw. die operativen Ergebniserwartungen innerhalb der Segmente haben wir die Methodik der im Jahres- bzw. Konzernabschluss angewandten Rechnungslegungsgrundsätze verwendet. Für 2023 sind keine strukturellen Veränderungen der Gewinn- und Verlustrechnung zu erwarten. LiquiditätAufgrund der steigenden Unsicherheiten über die weitere Konjunturentwicklung und deren Auswirkungen auf die Kreditmärkte haben wir unseren syndizierten Kredit mit Laufzeit 2024 im Dezember 2022 vorzeitig in Höhe von € 230 Mio. refinanziert. Weiterhin hatten wir für die Finanzierung geplanter Umweltschutzmaßnahmen am Produktionsstandort Hamburg-Neuhof ein langfristiges KfW-Darlehen (aktuelle Höhe: € 25,0 Mio.) aufgenommen. Hierdurch steht der H&R genügend Liquidität zur Verfügung, um die für die Erhaltung der Ertragskraft notwendigen Investitionen zu tätigen. Der ölpreisbedingte Aufbau des Nettoumlaufvermögens im Jahr 2021 setzte sich 2022 fort und wurde im Wesentlichen durch den ansonsten weiterhin starken operativen Cashflow finanziert. Dadurch steht der H&R noch ein wesentlicher Teil des neuen Kreditrahmens für Darlehensziehungen zur Verfügung, um weitere ölpreisbedingte Anstiege des Nettoumlaufvermögens, Refinanzierungserfordernisse und sonstige Liquiditätsbedarfe bis in die Jahre 2024/2025 hinein zu decken. Wir sehen unsere Liquidität daher als nachhaltig gesichert an. InvestitionenDie guten Ergebnisse 2022 wollen wir auch nutzen, um in die Zukunftsfähigkeit unserer Standorte zu investieren. Auf das Segment ChemPharm Refining werden dabei rund 65 % der Investitionssumme entfallen. Im Segment Sales sind rund 27 % eingeplant, die Investitionen im Segment Kunststoffe und für Sonstiges werden bei rund 8 % liegen. Damit entfällt der Hauptanteil erneut auf die beiden deutschen Produktionsstandorte. Insgesamt verschiebt sich der Fokus jedoch mit einer deutlich höheren Gewichtung des internationalen Geschäfts. FinanzierungsmaßnahmenDie Satzung der H&R KGaA sieht Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals gegen Bar- bzw. Sacheinlagen vor. Aus heutiger Sicht planen wir jedoch keine konkreten Eigenkapitalmaßnahmen. Die H&R KGaA hat mit Banken verschiedene Kreditverträge abgeschlossen. Den kurzfristigen Finanzierungsbedarf sichern wir durch einen breit syndizierten neu abgeschlossenen Konsortialkredit mit einem Volumen in Höhe von derzeit € 230,0 Mio. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre plus zwei Verlängerungsoptionen von je einem Jahr. Zur Sicherstellung der ständigen Zahlungsfähigkeit sowie zur effizienten Nutzung der Liquidität unserer inländischen Tochtergesellschaften sind diese in von der H&R GmbH & Co. KGaA betriebene Cashpool-Strukturen integriert. Den langfristigen Finanzierungsbedarf decken wir derzeit im Wesentlichen über KfW-refinanzierte Tilgungsdarlehen. Für die KfW-Darlehen und den Konsortialkredit ist die Einhaltung verschiedener Finanzkennziffern vereinbart. Für weitere Informationen zu unseren wesentlichen Finanzierungsinstrumenten verweisen wir auf den Abschnitt "Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements" im Anhang des Konzernabschlusses. Gesamtaussage der Geschäftsführung zur weiteren GeschäftsentwicklungDie H&R GmbH & Co. KGaA beendete das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem leicht reduzierten EBITDA, erzielte aber mit dem zweitbesten Ergebnis überhaupt durchaus Erträge auf Rekordniveau. Dies hatten wir zu Beginn des Jahres nicht und auch unterjährig kaum in diesem Maße erwartet. Insgesamt beweist die Entwicklung der letzten Jahre nachdrücklich, dass sich H&R in Krisenzeiten nicht nur behaupten, sondern infolge der grundsätzlichen Stabilität unseres Geschäftsmodells, der richtigen Weichenstellungen und der hohen Flexibilität durchaus wirtschaftlich profitieren kann. Das stimmt uns zuversichtlich, die anstehende Transformation in unseren Abnehmerindustrien zügig und sicher begleiten zu können. Konkret bedeutet dies, dass wir die Anforderungen unserer Kunden nach mehr Nachhaltigkeit sowie umwelt- und zukunftsfreundlichen Produkten erfüllen wollen. Hierfür lassen wir unsere langfristigen Ziele nicht außer Acht: sei es das Vorantreiben der Internationalisierung oder auch die Fokussierung auf die Weiterentwicklung des Betriebs hochspezialisierter Produktionsstandorte. Deren Vorteile - etwa die bessere Ausbeute an hochwertigen Produkten, ein diversifiziertes Produktportfolio hin zu mehr Nachhaltigkeit und synthetisierten Produkten - gilt es auszubauen und dadurch die Position gegenüber dem Wettbewerb zu stärken. Auf Basis des Erreichten, der Planungen und der Situation zum Redaktionsschluss dieses Lageberichts formulieren wir unsere Erwartungen für 2023 daher zunächst einmal mit der Zielgröße eines operativen Ergebnisses (EBITDA) in der Spannbreite von € 95,0 Mio. bis € 110,0 Mio. KonzernabschlussKonzernbilanz zum 31. Dezember 2022der H&R GmbH & Co. KGaAAKTIVA
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Konzern-Gesamtergebnisrechnung der H&R GmbH & Co. KGaA1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der H&R GmbH & Co. KGaA zum 31. Dezember 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Konzernanhang zum 31. Dezember 2022der H&R GmbH & Co. KGaA(1) Allgemeine InformationenDie börsennotierte H&R GmbH & Co. KGaA (im Folgenden H&R KGaA) mit Sitz in 48499 Salzbergen (Deutschland), Neuenkirchener Straße 8, ist über ihre Tochtergesellschaften in unterschiedlichen Märkten der Spezialchemie sowie der Kunststoffindustrie tätig. Die Aktivitäten umfassen die Produktion von chemisch-pharmazeutischen Grundstoffen sowie die Herstellung von Präzisions-Kunststoffteilen im Spritzgussverfahren. Sie ist eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Osnabrück unter der Nr. HRB210689. Die Geschäftsführung der H&R KGaA wird durch die Geschäftsführung der H&R Komplementär GmbH ausgeübt. Mutterunternehmen der H&R KGaA ist die H&R Komplementär GmbH, während Herr Nils Hansen als "ultimate controlling party" im Sinne von IAS 24.13 angesehen werden kann. Die H&R KGaA ist als börsennotierte Konzernobergesellschaft gemäß § 315e HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards und Vorschriften aufzustellen. Der Konzernabschluss der H&R KGaA wurde nach den aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1606/2002 am Bilanzstichtag verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften des International Accounting Standards Board (IASB) und den nach § 315e Abs. 1 HGB ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Die Anforderungen der zum Bilanzstichtag verpflichtend anzuwendenden Standards (IFRS/ IAS) und Interpretationen (IFRIC/SIC) wurden ausnahmslos erfüllt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz erfolgt gemäß der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden. Dabei werden Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig ausgewiesen, wenn sie für Handelszwecke gehalten werden, zum Verkauf innerhalb des normalen Geschäftsverlaufs des Geschäftszyklus bestimmt sind oder ihre Realisation innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu erwarten ist. Pensionsrückstellungen sowie latente Steueransprüche bzw. -verbindlichkeiten werden grundsätzlich als langfristig behandelt. Der Konzernabschluss 2022 wurde in Euro (€) aufgestellt. Alle angegebenen Beträge lauten, sofern nicht anders angegeben, auf tausend Euro (T€). Rundungen können dazu führen, dass sich Werte in diesem Bericht nicht exakt zur angegebenen Summe aufaddieren und dass sich Prozentangaben nicht exakt aus den dargestellten Werten ergeben. Das Geschäftsjahr der H&R KGaA und ihrer im Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger offengelegt. (2) Auswirkungen von neuen RechnungslegungsstandardsIm laufenden Geschäftsjahr erstmals anzuwendende Standards und InterpretationenVom International Accounting Standards Board (IASB) waren Änderungen an folgenden Rechnungslegungsvorschriften erstmalig im laufenden Geschäftsjahr verpflichtend anzuwenden: ERSTMALS ANZUWENDENDE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Veröffentlichte Standards und Interpretationen, die noch nicht angewendet werden. Zum Bilanzstichtag waren vom International Accounting Standards Board (IASB) und dem International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) die folgenden Rechnungslegungsstandards bereits veröffentlicht, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden. VERÖFFENTLICHTE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN, DIE NOCH NICHT ANGEWENDET WERDEN
Die H&R KGaA wird von der Möglichkeit einer etwaigen vorzeitigen Anwendung der noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen keinen Gebrauch machen. (3) Allgemeine Bilanzierungs- und BewertungsmethodenGrundsätze der KonsolidierungDie in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Als Abschlussstichtag gilt der Stichtag des Mutterunternehmens. Tochterunternehmen sind Gesellschaften oder Einheiten, welche durch die H&R KGaA gemäß den Kriterien von IFRS 10 beherrscht werden. Demnach verfügt die H&R KGaA bei diesen Gesellschaften über Rechte, die es ihr ermöglichen, die maßgeblichen Tätigkeiten dieser Unternehmen zu lenken, um die Renditen der Gesellschaften zu beeinflussen. Beherrschung setzt weiter voraus, dass die H&R KGaA variablen Rückflüssen aus den Tochterunternehmen ausgesetzt ist und ihre Entscheidungsmacht zur Beeinflussung der variablen Rückflüsse einsetzen kann. Wenn die Beherrschung über ein Tochterunternehmen endet, scheidet dieses aus dem Konsolidierungskreis aus. Alle konzerninternen Geschäftsvorfälle und Zwischenergebnisse sowie zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Im Rahmen der Konsolidierung entstehende latente ertragsteuerliche Auswirkungen werden entsprechend berücksichtigt. Unternehmenszusammenschlüsse werden gemäß IFRS 3 entsprechend der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei gilt als Erwerber derjenige, der die Beherrschung über das erworbene Unternehmen oder den erworbenen Geschäftsbetrieb nach Maßgabe der Regelungen in IFRS 10 erlangt hat. Im Falle eines Unternehmenserwerbs wird das anteilige Eigenkapital des erworbenen Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt unter Berücksichtigung der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten, latenter Steuern und eines Geschäfts- und Firmenwerts zu diesem Zeitpunkt ermittelt. Im Falle eines Erwerbs von ausländischen Gesellschaften werden die Anschaffungskosten zum Erwerbszeitpunkt mit dem jeweiligen Kurs in Euro umgerechnet. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Nebenkosten werden sofort aufwandswirksam erfasst. Die Anschaffungskosten werden mit dem anteiligen beizulegenden Zeitwert des Nettoeigenkapitals aufgerechnet. Das Nettoeigenkapital ergibt sich, indem die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens oder des erworbenen Geschäftsbetriebs zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt werden. Ein nach Aufrechnung verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- und Firmenwert behandelt. Ein sich ergebender negativer Unterschiedsbetrag wird nach Überprüfung der Neubewertung des erworbenen Reinvermögens gemäß IFRS 3 unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Die nicht beherrschenden Anteile an vollkonsolidierten Unternehmen werden zum anteiligen beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens bewertet. Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen werden als Transaktionen mit Eigenkapitaleignern des Konzerns behandelt. Die Differenz zwischen dem erworbenen anteiligen Eigenkapital von anderen Gesellschaftern und dem Kaufpreis wird daher direkt mit dem Eigenkapital verrechnet. Anteile an at-equity bewerteten BeteiligungenAnteile an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Gemeinschaftsunternehmen sind Unternehmen, bei denen die H&R KGaA mit einem Dritten eine gemeinsame Führung ausübt. Bei assoziierten Unternehmen liegt der Anteil der H&R KGaA zwischen 20 % und 50 %. Im Rahmen der Equity-Methode wird der Buchwert der at-equity bewerteten Beteiligungen um die dem Anteil der H&R KGaA am Kapital dieser Unternehmen entsprechende Eigenkapitalveränderung erhöht bzw. vermindert. Der Anteil des Konzerns an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen beinhaltet den beim Erwerb entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden im Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen erfasst. Sofern objektive Hinweise auf einen Wertminderungsbedarf bei at-equity bilanzierten Unternehmen vorliegen, wird der Wertminderungsbedarf ermittelt. Eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgt, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet. Als erzielbarer Betrag wird der höhere Wert aus Nettoveräußerungspreis (fair value less cost to sell) und Nutzungswert (Value in use)) angesetzt. WährungsumrechnungDie Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht überwiegend selbstständig betreiben, entspricht die jeweilige funktionale Währung i. d. R. der Währung des Sitzlandes dieser Unternehmen. In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden Fremdwährungstransaktionen mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. In der Bilanz werden Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen mit dem Stichtagskurs bewertet, wobei die hieraus entstehenden Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam erfasst werden. Im Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden in Euro mit dem jeweiligen Stichtagskurs am Bilanzstichtag. Veränderungen während des Jahres sowie Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen geführt und die sich daraus ergebenden Unterschiedsbeträge werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Entsprechendes gilt für Umrechnungsdifferenzen im Zusammenhang mit Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe. Bei Ausscheiden von Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis werden die im Eigenkapital erfassten Umrechnungsdifferenzen erfolgswirksam aufgelöst. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt: WECHSELKURSE WICHTIGER WÄHRUNGEN
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, erhaltene Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten und haben bei Erwerb oder im Anlagezeitpunkt eine Laufzeit von maximal drei Monaten. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Anschaffungskosten bewertet. FinanzinstrumenteEin Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel bzw. Zahlungsmitteläquivalente, begebene Ausleihungen und Forderungen, erworbene Eigenkapital- und Schuldtitel sowie Derivate mit positiven beizulegenden Zeitwerten. Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die Verbindlichkeiten gegen über Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Derivate mit negativen beizulegenden Zeitwerten sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Die H&R KGaA klassifiziert die Finanzinstrumente gemäß IFRS 9 in die Kategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Wahlrechte zur Designation eines Finanzinstruments als zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden nicht in Anspruch genommen. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme des Erstattungsanspruchs gegenüber der BP (vgl. Erläuterungen (9) und (20)) nicht saldiert, da keine Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen wählt die H&R KGaA den Handelstag für den bilanziellen Zugang bzw. Abgang. Finanzielle VermögenswerteFinanzielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt in Abhängigkeit des Geschäftsmodells, auf dessen Grundlage der Vermögenswert gehalten wird. Bei der H&R KGaA betreffen finanzielle Vermögenswerte die Kategorien erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte. Die Designation der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien erfolgt bei ihrem erstmaligen Ansatz. Umwidmungen werden vorgenommen, sofern diese zulässig und erforderlich sind. Finanzielle Vermögenswerte, deren Geschäftsmodell darin besteht, diese bis zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten und die zu festgelegten Zeitpunkten ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auslösen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Hierunter fallen im Wesentlichen alle Forderungen und finanziellen Vermögenswerte ohne Veräußerungsabsicht. Sofern das Geschäftsmodell für finanzielle Vermögenswerte neben festgelegten Zins- und Tilgungszahlungen auch einen Verkauf vorsieht, erfasst die H&R KGaA diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Wertänderungen werden bei Abgang der finanziellen Vermögenswerte in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Unter der Voraussetzung, dass Eigenkapitalinstrumente nicht mit einer Handelsabsicht erworben werden, können diese optional der Kategorie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet zugeordnet werden. Wertänderungen werden dabei im sonstigen Ergebnis erfasst, jedoch zu keinem Zeitpunkt in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die H&R KGaA hat diese Option für ein Eigenkapitalinstrument ausgeübt, um Schwankungen des Ergebnisses durch die Veränderung der Fair Values dieses Vermögenswerts zu begegnen. Die Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfasst bei der H&R KGaA die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte. Hierunter fallen neben derivativen Finanzinstrumenten und Wertpapieren auch für das Factoring vorgesehene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten der Kategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet einerseits sowie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet mit Recycling der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertänderungen anderseits werden gemäß IFRS 9 nach dem Modell für erwartete Kreditverluste (Expected-Credit-Loss-Modell) berücksichtigt, welches drei Stufen vorsieht. Für finanzielle Vermögenswerte in der Stufe 1 ist eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten 12-Monats-Verlusts anzusetzen. Dieser umfasst den Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die sich aus Ausfallereignissen innerhalb der ersten zwölf Monate ergeben. Sofern ein finanzieller Vermögenswert eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos seit dem erstmaligen Ansatzzeitpunkt verzeichnet, wird die Wertberichtigung in Höhe des Barwerts des über die Laufzeit erwarteten Kreditverlusts (lifetime expected loss) ermittelt und der Vermögenswert der Stufe 2 zugeordnet. Der Stufe 3 wird ein finanzieller Vermögenswert zugeordnet, wenn es objektive Hinweise auf eine bereits eingetretene Wertminderung gibt. Hierzu zählen u. a. die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens, erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners oder der Wegfall eines aktiven Markts für finanzielle Vermögenswerte. In Stufe 3 werden Wertberichtigungen in Höhe der erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst. Für bestimmte finanzielle Vermögenswerte bestehen Vereinfachungsregelungen, welche bei der H&R KGaA für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gelten. Für diese wird eine pauschale Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit erfasst, welche auf der Basis von Erfahrungswerten ermittelt wird. Diese werden bei Zugang in Stufe 2 des Wertberichtigungsmodells zugeordnet. Liegt eine Beeinträchtigung der Bonität oder ein Ausfall vor, wird die betreffende Forderung in Stufe 3 überführt. Überfälligkeiten von mehr als 90 Tagen geben objektive Hinweise darauf, dass ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist. Die H&R KGaA verkauft im Rahmen sog. echter Factoring-Vereinbarungen mit einer Laufzeit bis zum 31. Juli 2023 kurzfristig fällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an ein Kreditinstitut. Die H&R KGaA kann frei entscheiden, ob und in welchem Rahmen Forderungen innerhalb bestimmter Limits verkauft werden. Es wurden alle wesentlichen Chancen und Risiken auf den Käufer übertragen, sodass die verkauften Forderungen vollständig ausgebucht wurden und kein anhaltendes Engagement in der Bilanz berücksichtigt wurde. Forderungen, die sich für Factoring qualifizieren, jedoch nicht an den Factor veräußert wurden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Das Kredit- und Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal in der Höhe der Ansprüche aus bilanzierten Buchwerten gegenüber dem jeweiligen Kontrahenten. Die H&R KGaA führt regelmäßige Einschätzungen durch, um wesentliche Erhöhungen des Kreditrisikos zu identifizieren. Hierbei wird im Wesentlichen auf Ausfallwahrscheinlichkeiten und Überfälligkeitsinformationen abgestellt. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn kein vertragliches Recht auf Erhalt einer Zahlung mehr besteht oder wenn dieses Recht auf Dritte übertragen wurde und damit die relevanten Risiken auf den Erwerber dieses Rechts übergegangen sind. Sofern Forderungen Vollstreckungsmaßnahmen unterliegen, erfolgt keine Ausbuchung. Finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaliger Bilanzierung grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert und nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden sie unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Hierunter fallen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige Verbindlichkeiten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Derivative FinanzinstrumenteDerivative Finanzinstrumente werden in Form von Devisentermingeschäften und Zinsswaps zur Reduzierung von Währungs- und Zinsrisiken eingesetzt. Darüber hinaus setzt H&R derivative Finanzinstrumente in Form von Ölderivaten zur Absicherung der Zahlungsströme aus künftigen Käufen und Verkäufen von Ölprodukten ein, welche von H&R im Rahmen des operativen Geschäftsbetriebs getätigt werden. Diese Sicherungsbeziehungen werden als Cashflow-Hedges bilanziert, d. h. als Grundgeschäft der Sicherungsbeziehungen werden die erwarteten, hochwahrscheinlichen Spot-Einkäufe bzw. -Verkäufe und als Sicherungsgeschäft finanzielle Floating-to-Fixed Swaps designiert. Derivative Finanzinstrumente werden zu jedem Stichtag zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und je nach Marktwert als finanzieller Vermögenswert oder finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Derivate erfolgt anhand marktüblicher Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten. Bei Devisentermingeschäften erfolgt die Bewertung einzelfallbezogen mit dem jeweiligen Terminkurs am Bilanzstichtag. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten zur Absicherung von Zinsrisiken erfolgt durch Diskontierung künftiger Zu- und Abflüsse von Zahlungsmitteln. Zur Diskontierung werden um das eigene Kreditrisiko bereinigte marktübliche Zinssätze angewendet, die der jeweiligen Restlaufzeit der Finanzinstrumente entsprechen. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung von Rohstoffpreisrisiken erfolgt auf Basis der Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung aktiv gehandelter Terminkurse und unter Verwendung marktgerechter Zinssätze zur Diskontierung auf den Bilanzstichtag. Bei den im Rahmen von Cashflow-Hedges eingesetzten Derivaten zur Absicherung von Rohstoffpreisrisiken werden Änderungen des effektiven Teils des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Der ineffektive Teil wird sofort ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die im sonstigen Ergebnis abgegrenzten Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht und als Aufwand oder Ertrag erfasst, in der das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Bei der Absicherung von Rohstoffpreisrisiken erfolgt dieses in den Umsatzerlösen bzw. im Materialaufwand. Wenn ein Sicherungsgeschäft ausläuft, veräußert wird oder nicht mehr die Kriterien zur Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllt, verbleibt der bis dahin im sonstigen Ergebnis erfasste kumulierte Betrag im Eigenkapital und wird erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, wenn die ursprünglich gesicherte, zukünftige Transaktion eintritt. Wird der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, sind die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Gewinne bzw. Verluste sofort ergebniswirksam zu vereinnahmen. VorräteUnter den Vorräten werden gemäß IAS 2 diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Handelswaren), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung von Produkten oder Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zum niedrigeren Wert der auf Basis der gewogenen Durchschnittsmethode ermittelten Anschaffungs- oder Herstellungskosten und des realisierbaren Nettoveräußerungswertes, d. h. zu dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten. Fertige und unfertige Erzeugnisse werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, sofern diese niedriger sind als der Nettoveräußerungswert. Die Herstellungskosten umfassen die dem Herstellungsprozess direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten, direkt zurechenbare Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktionsorientierte Verwaltungsgemeinkosten. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden nicht abgewertet, sofern die Endprodukte mit Gewinn veräußert werden können. Dabei werden Nebenprodukte im Herstellungsprozess (Kuppelproduktion) mit ihrem Verkaufspreis bewertet und die verbleibenden Herstellungskosten auf die Hauptprodukte allokiert. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. SachanlagenDie Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen zuzüglich Wertaufholungen bewertet. Die Anschaffungskosten bestehen aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten sowie nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Bau, Erwerb oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden aktiviert. Aufwendungen für die laufende Wartung und Reparatur von Sachanlagen werden erfolgswirksam erfasst. Erneuerungsinvestitionen werden nur dann als nachträgliche Herstellungskosten aktiviert, wenn sie zu einer wesentlichen Verlängerung der Nutzungsdauer, einer erheblichen Verbesserung oder einer bedeutenden Nutzungsänderung der Sachanlage führen. Aufwendungen für turnusmäßige Stillstände von Großanlagen werden in Höhe der Kosten der Maßnahme als Teil der betreffenden Anlage selbstständig angesetzt und linear über den Zeitraum bis zum nächsten planmäßigen Stillstand abgeschrieben. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten gesondert erfasst und über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Erhaltene Investitionszuschüsse werden passivisch abgegrenzt und über die durchschnittliche Nutzungsdauer der bezuschussten Anlagegüter erfolgswirksam aufgelöst. Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre jeweilige Nutzungsdauer unter Berücksichtigung von Restwerten abgeschrieben. Diese wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und bei Bedarf angepasst. Bei Verkauf oder Stilllegung werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten und die entsprechenden kumulierten Abschreibungen der Anlagen aus der Bilanz ausgebucht; dabei entstehende Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam berücksichtigt. Die verwendeten Nutzungsdauern lassen sich wie folgt zusammenfassen: VERMÖGENSWERTE
LeasingEin Leasingverhältnis ist eine Vereinbarung, in der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht an der Nutzung eines Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum überträgt. Die Bilanzierung erfolgt gemäß IFRS 16, wonach für jedes Leasingverhältnis in der Bilanz ein Nutzungsrecht an den Leasingvermögenswerten sowie eine Verbindlichkeit für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu erfassen ist. Der Leasingverbindlichkeit sind im Wesentlichen die vertraglich vereinbarten festen Zahlungen zugrunde gelegt, welche mit dem Zinssatz abgezinst werden, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Alternativ erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Der Ausweis der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Leasingverbindlichkeiten erfolgt unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten angesetzt, die sich im Wesentlichen aus den Leasingverbindlichkeiten sowie etwaigen vor Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen zusammensetzen. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei die Nutzungsrechte linear über den Zeitraum des Leasingverhältnisses abgeschrieben werden. Die H&R KGaA nimmt die Anwendungserleichterungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingvermögenswerte von geringem Wert in Anspruch und erfasst die Zahlungen als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung. Hiervon ausgenommen sind Leasingverträge in Bezug auf Tankkapazitäten, welche auch bei einer Laufzeit von bis zu einem Jahr nach IFRS 16 bilanziert werden. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, auf eine Trennung zu verzichten und stattdessen beide Komponenten als eine Leasingkomponente zu bilanzieren. Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, welche der H&R KGaA eine größere betriebliche Flexibilität gewähren. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder einer Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen beinhalten können. Änderungen in der Laufzeit aufgrund der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind. Geschäfts- oder FirmenwerteGeschäfts- oder Firmenwerte ("Goodwill") aus Unternehmenszusammenschlüssen werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gegenleistung über die identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz werden Geschäfts- oder Firmenwerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf eine mögliche Wertminderung geprüft. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, wird die Werthaltigkeitsprüfung zusätzlich anlassbezogen durchgeführt. Im Falle eines auftretenden Wertminderungsbedarfs eines Geschäfts- oder Firmenwerts wird dieser sofort erfolgswirksam in den Abschreibungen erfasst. Eine spätere Wertaufholung in Folgeperioden durch Zuschreibung erfolgt nicht. Details zu den jährlichen Impairment-Tests werden unter dem Punkt Wertminderungen erläutert. Sonstige immaterielle VermögenswerteSonstige immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten aktiviert. Sofern sie eine bestimmbare Nutzungsdauer aufweisen, werden sie planmäßig über ihre jeweilige Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Außerplanmäßige Wertminderungen folgen den unter dem Punkt Wertminderungen genannten Grundsätzen. Folgende Nutzungsdauern wurden für die Ermittlung der planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt: VERMÖGENSWERTE
Die H&R KGaA hat unentgeltlich CO 2 -Emissionsrechte im Zusammenhang mit der Einführung des Emissionshandels in der Europäischen Union erhalten, die zu Anschaffungskosten von null bewertet werden. Darüber hinaus erworbene CO 2 -Emissionsrechte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. WertminderungenZu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte von Geschäfts- und Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten sowie Sachanlagen dahingehend überprüft, ob Hinweise für eine außerplanmäßige Abschreibung vorliegen. Im Falle von Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung auf jährlicher Basis. Sofern ein Vermögenswert keine weitgehend von anderen Vermögenswerten unabhängigen Mittelzuflüsse erzeugt, erfolgt die Werthaltigkeits-überprüfung auf der Ebene der relevanten zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die H&R KGaA sieht im Wesentlichen strategische Geschäftseinheiten unter einheitlicher Leitung mit vergleichbarem Produktportfolio sowie vereinzelt auch einzelne, rechtlich selbstständige Unternehmen als zahlungsmittelgenerierende Einheiten an. Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt durch Gegenüberstellung des Buchwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. der zu testenden Sachanlagen oder immateriellen Vermögenswerte mit deren erzielbaren Betrag. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert (Value in use). Der erzielbare Betrag für diese Betrachtung ist der auf Basis der diskontierten Cashflows ermittelte Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag, liegt in Höhe der Differenz eine erfolgswirksam zu erfassende Wertminderung vor. In einem ersten Schritt wird zunächst ein Geschäfts- oder Firmenwert vollständig abgeschrieben. Eine verbleibende Wertminderung wird in der Regel buchwertproportional auf die übrigen langfristigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verteilt. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen, soweit die fortgeführten Anschaffungskosten nicht überstiegen werden. Die Überprüfung der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung findet zu jedem Bilanzstichtag statt. Bei Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgen keine Zuschreibungen. Die erwarteten Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden aus der aktuellen Planung des H&R-Konzerns abgeleitet, die einen Zeithorizont von fünf Jahren umfasst. Für die sich daran anschließenden Zeiträume wurden die Cashflows analog zum Vorjahr mit einer erwarteten Wachstumsrate von 1 % p. a. extrapoliert. Für die Diskontierung der Cashflows werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten verwendet, die auf der Basis von Marktdaten ermittelt werden. Unterschiede in den Kapitalkosten der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten resultieren insbesondere aus unterschiedlichen Annahmen und Schätzungen hinsichtlich Länderrisiken, Kreditrisiken sowie der Preisinflation des Landes, in dem die zahlungsmittelgenerierende Einheit ansässig ist. Der Planung liegen insbesondere Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Umsatzerlöse, der Materialeinsatzquote sowie bereits begonnener Investitionen zugrunde, und sie basiert auf Erfahrungswerten und Markterwartungen. Kapazitätserweiternde Investitionen, für die noch keine Mittelabflüsse stattgefunden haben, wurden entsprechend den Regeln von IAS 36 nicht berücksichtigt. Forschungs- und EntwicklungskostenAufwendungen für Forschung werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand berücksichtigt. Entwicklungsaufwendungen werden nur aktiviert, wenn die Voraussetzungen des IAS 38 erfüllt sind. Danach ist eine Aktivierung immer dann erforderlich, wenn die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Sicherheit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Da eigene Entwicklungen verschiedenen Unwägbarkeiten unterliegen, sind die Bedingungen für eine Aktivierung der zu einer Vermarktung entstehenden Kosten in der Regel nicht erfüllt. Sonstige Forderungen und VerbindlichkeitenRechnungsabgrenzungsposten und andere nichtfinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz mit den Anschaffungskosten erfasst. Die Auflösung erfolgt linear bzw. entsprechend der Leistungserbringung. Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden in der Bilanz als passivischer Abgrenzungsposten in den sonstigen Verbindlichkeiten dargestellt und über die durchschnittliche Nutzungsdauer der bezuschussten Anlagegüter erfolgswirksam aufgelöst. Private Zuschüsse werden als sonstige Verbindlichkeiten im Bereich der kurzfristigen sowie der langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über die erwartete Nutzungsdauer aufgelöst. VertragsverbindlichkeitenVertragsverbindlichkeiten stellen die Verpflichtung der H&R KGaA dar, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die die H&R KGaA bereits eine Gegenleistung erhalten hat. Bei der H&R KGaA umfassen die Vertragsverbindlichkeiten die erhaltenen Anzahlungen aus Verträgen mit Kunden. Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie betriebliche Altersvorsorge in der H&R KGaA erfolgt je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in den jeweiligen Ländern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Bei beitragsorientierten Plänen (Defined Contribution Plans) leistet der Konzern aufgrund einer gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung oder auch freiwillig Beiträge an öffentliche oder private Pensionsversicherungspläne. Der Konzern hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst. Die Ermittlung des Barwerts der Versorgungsverpflichtungen für leistungsorientierte Pensionspläne (Defined Benefit Obligation, DBO) sowie des damit verbundenen Dienstzeitaufwands erfolgt nach der Projected-Unit-Credit-Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren). Die Bewertung im Rahmen dieses Verfahrens beruht auf versicherungsmathematischen Berechnungen, für die spezifische Annahmen über Gehalts- und Rentenentwicklung, Fluktuations- und Sterberaten sowie Zinssätze zu treffen sind. Die tatsächlich künftig entstehenden Aufwendungen und Verpflichtungen können aufgrund veränderter Bedingungen wesentlich von den Schätzungen der versicherungsmathematischen Gutachten abweichen. Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne werden die Zinsaufwendungen im Zinsergebnis erfolgswirksam berücksichtigt. Der Dienstzeitaufwand wird als Personalaufwand ausgewiesen. Die Effekte aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen werden unter Berücksichtigung latenter Steuern in der Gesamtergebnisrechnung direkt im Eigenkapital erfasst. Vom Barwert der bilanziellen Versorgungsverpflichtungen wird der beizulegende Zeitwert des Planvermögens abgezogen. Das Planvermögen besteht aus einer Rückdeckungsversicherung für die Pensionszusage eines ehemaligen Mitglieds der Geschäftsführung und wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Überschreitet das Planvermögen die zugehörige Versorgungsverpflichtung, wird der darüber hinausgehende Betrag unter Berücksichtigung der in IAS 19 vorgegebenen Obergrenze als sonstige Forderung ausgewiesen. Sonstige RückstellungenSonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit aufgrund eines vergangenen Ereignisses eine gegenwärtige, rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Der als Rückstellung angesetzte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung des Betrags dar, der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich ist. Bei einer wesentlichen Auswirkung des Zinseffekts wird der Barwert der erwarteten Ausgaben angesetzt. Die Jubiläumsrückstellungen werden in Übereinstimmung mit IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet. Vertragliche Verpflichtungen aus Mietverträgen (z. B. Abbruch, Sanierung oder Räumung) werden als Rückstellungen bilanziert, soweit die voraussichtliche Inanspruchnahme von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten. Die jährlichen Rückgabeverpflichtungen von Emissionsrechten entsprechend dem tatsächlichen CO 2 -Ausstoß der Produktionsstandorte werden zunächst durch die kostenlos erhaltenen Emissionszertifikate gedeckt und zu deren Anschaffungskosten von null bewertet. Falls die kostenlos zugeteilten Emissionsrechte nicht ausreichen sollten, werden Rückstellungen für die zusätzlich benötigten Emissionsrechte mit den (erwarteten) Anschaffungskosten angesetzt. ErtragsrealisierungAls Umsatzerlöse werden die Erträge aus Produktverkäufen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens und erbrachten Dienstleistungen ausgewiesen. Andere operative Erträge werden als sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht und der Kunde in der Lage ist, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und den verbleibenden Nutzen daraus zieht. Voraussetzung dabei ist, dass ein Vertrag mit durchsetzbaren Rechten und Pflichten besteht und der Erhalt der Gegenleistung wahrscheinlich ist. Die Umsatzerlöse entsprechen dem Transaktionspreis. Wenn ein Vertrag mehrere abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen enthält, wird der Transaktionspreis auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Verträge, die eine signifikante Finanzierungskomponente beinhalten, werden bei der H&R KGaA nicht eingesetzt. Verträge mit variablen Gegenleistungen sind von untergeordneter Bedeutung für die H&R KGaA und haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Transaktionspreise. Grundsätzlich erfolgt die Zahlung, wenn der Kunde Verfügungsgewalt über die Produkte und Dienstleistungen hat; dabei haben die Verträge üblicherweise Zahlungsziele von 30 Tagen. Grundsätzlich erfolgt nur eine zeitpunktbezogene Realisierung von Umsatzerlösen aus Produkten und Dienstleistungen. Hierbei handelt es sich regelmäßig um kurzfristige Lieferungen und Leistungen. Aufgrund der Art der Lieferungen und Leistungen bestehen wenige Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten bei der Ertragsrealisierung. ErtragsteuernDie Ertragsteuern enthalten sowohl die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn als auch erfolgswirksame Veränderungen von latenten Steuern. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens nach den Steuervorschriften des jeweiligen Landes für das Jahr unter Berücksichtigung des jeweils geltenden Steuersatzes ermittelt. Latente Steuern werden gemäß IAS 12 für temporäre Differenzen zwischen den bilanziellen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und ihren steuerlichen Wertansätzen, die im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung angesetzt werden, berücksichtigt. Laufende und latente Steuern werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst, außer sie stehen im Zusammenhang mit im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfassten Sachverhalten. In diesen Fällen werden die laufenden und latenten Steuern ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital berücksichtigt. Aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen und Verlustvorträge werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass entweder ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis oder passive latente Ertragsteuern zur Verfügung stehen, wogegen die temporären Differenzen und die noch nicht genutzten Verlustvorträge verrechnet werden können. Der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird auf Basis des zukünftig zu versteuernden Einkommens innerhalb eines Planungshorizonts von fünf Jahren ermittelt. In Deutschland wird die unbeschränkte Vortragsfähigkeit inländischer Verluste durch die Mindestbesteuerung beschränkt. Für ausländische Verlustvorträge bestehen oftmals länderspezifische zeitliche Begrenzungen der Vortragsfähigkeit und Beschränkungen der Nutzung für Gewinne aus der betrieblichen Tätigkeit. Passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Bei der Ermittlung der latenten Steuern wird von den erwarteten Steuersätzen in den einzelnen Ländern zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Realisierung ausgegangen. Tatsächliche sowie latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn die Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, entweder für dasselbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Eventualverbindlichkeiten und EventualforderungenEventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder gegenwärtige Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist bzw. deren Höhe nicht verlässlich bestimmt werden kann. Eventualforderungen entstehen normalerweise aus ungeplanten oder unerwarteten Ereignissen, aus denen die Möglichkeit eines Zuflusses von wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich ist. Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen werden grundsätzlich nicht bilanziell erfasst. Die im Anhang angegebenen Verpflichtungsvolumina bei den Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. (4) Ermessensentscheidungen und SchätzungenBei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind in einem gewissen Umfang Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten der Berichtsperiode auswirken. Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter gegebenen Umständen als angemessen erachtet und auf dem aktuellen Kenntnisstand sowie der besten verfügbaren Informationen getroffen werden. Zudem wurde hinsichtlich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte zukünftige Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds in den Branchen und Regionen, in denen der Konzern tätig ist, berücksichtigt. Insgesamt bewegt sich die H&R KGaA in einem komplexen geopolitischen Umfeld und ist unsicheren makroökonomischen Einflüssen ausgesetzt. Neben den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie ist insbesondere der russische Krieg gegen die Ukraine mit seinen Folgewirkungen als wirtschaftlicher Einflussfaktor im Geschäftsjahr zu nennen, welcher zu erhöhten Unsicherheiten bei Prognosen sowie Schätzungen und Ermessensentscheidungen führt. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Schätzungen und Ermessensentscheidungen abweichen und einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der H&R KGaA haben. Folgende, wesentliche Sachverhalte sind von solchen Schätzungen und Ermessensentscheidungen betroffen. Werthaltigkeitsprüfungen/WertminderungenDie Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen sowie der Identifikation von Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung hindeuten, erfordert Einschätzungen, um den erzielbaren Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu bestimmen. Dabei sind insbesondere Annahmen bezüglich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse, der zugrunde gelegten Zinssätze sowie der erwarteten Nutzungsdauern und Restwerte zu treffen. Das sich im vierten Quartal 2022 deutlich erhöhende Zinsniveau wurde zum Anlass genommen, die Bewertungszinssätze (WACC) als wesentliche Parameter der jährlich zum Ende des dritten Quartals durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen der geschäftswerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie der Produktionsstandorte zum Jahresende hin zu überprüfen. Das Ergebnis der Überprüfung dieser Parameter entsprach jedoch nicht einer objektivierten Erwartungshaltung, weshalb der Bewertungszinssatz zum 30. September 2022 für die Werthaltigkeitsberechnungen zum Jahresende als bester Schätzwert angenommen wurde. Die Werthaltigkeitsprüfungen wurden zum 31. Dezember 2022 aktualisiert. Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen wird eine mögliche Schwankungsbreite von 10 % angenommen. Weitere Informationen finden sich in Erläuterung (12). Sofern bei at-equity bewerteten Finanzinvestitionen objektive Hinweise auf eine Wertminderung oder Wertaufholung vorliegen, sind ebenfalls Schätzungen und Beurteilungen vorzunehmen, um den erzielbaren Betrag zu bestimmen. In diesem Zusammenhang sind Annahmen über die künftige Geschäftsentwicklung zu treffen, um die erwarteten zukünftigen Cashflows dieser Finanzinvestitionen abzuleiten. Pensionen und Sonstige RückstellungenDie Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie die damit zusammenhängenden Pensionsaufwendungen basieren auf versicherungsmathematischen Modellen. Diese Modelle basieren auf unterschiedlichen versicherungsmathematischen Annahmen wie dem Abzinsungsfaktor, zugrunde gelegten Sterbetafeln, Fluktuation etc. Mittels Sensitivitäten werden mögliche finanzielle Auswirkungen der Abweichungen bei den wesentlichen Faktoren ermittelt. Details zu Sensitivitätsanalysen und Schätzungsgrundlagen im Bereich der Pensionsrückstellungen finden sich unter Erläuterung (20). Bei den sonstigen Rückstellungen sind neben dem Abzinsungsfaktor Schätzungen im Hinblick auf künftige Aufwendungen erforderlich. Dieses betrifft auch die Möglichkeit eines Ressourcenabflusses aufgrund von Rückbauverpflichtungen, welcher unter Erläuterung (41) näher beschrieben wird. Sachanlagen/LeasingBei der Bilanzierung von Sachanlagen sind Ermessensentscheidungen und Schätzungen bei der konzerneinheitlichen Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern erforderlich, welche auf Einschätzungen des Managements basieren. Die Bilanzierung von Leasingverhältnissen erfordert Ermessensentscheidungen hinsichtlich der Bestimmung der Zinssätze sowie der den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Laufzeit. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden Referenzzinssätze aus laufzeitadäquaten risikolosen Zinssätzen, erhöht um Kreditrisikoaufschläge sowie adjustiert um eine Liquiditäts- und Länderrisikoprämie, abgeleitet. ErtragsteuernFür die Ermittlung von aktiven latenten Steuern sind die künftig zu versteuernden Einkommen sowie die Zeitpunkte, zu denen die aktiven latenten Steuern realisiert werden können, einzuschätzen. Dieses erfolgt auf Basis der geplanten Ergebnisse aus den jeweiligen Einheiten. VorräteBei der Bewertung von Vorräten sind insbesondere bei der Ermittlung von Gemeinkostenzuschlägen Ermessensentscheidungen und Schätzungen vorzunehmen. Unsicherheiten in Zusammenhang mit dem Krieg in der UkraineDer russische Angriffskrieg auf die Ukraine führte für die H&R KGaA zu gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Transport- und Logistik sowie für Energie. Da diese Mehraufwendungen überwiegend an den Markt weitergereicht werden konnten, hat der Krieg in der Ukraine das Konzernergebnis und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Geschäftsjahr nur unwesentlich beeinträchtigt. Darüber hinaus trug der Krieg zu einer erhöhten Inflation sowie einem steigenden Zinsniveau bei, welche sich unter anderem auf die Werthaltigkeitsprüfungen der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen auswirkten. (5) Konsolidierungskreis und BeteiligungenIn den Konzernabschluss der H&R KGaA werden alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die H&R KGaA über bestehende Rechte verfügt, um die maßgeblichen Tätigkeiten dieser Unternehmen zu lenken, und die sie nach den Kriterien von IFRS 10 beherrscht. Der Zugang im Geschäftsjahr 2022 betrifft die neu gegründete Gesellschaft H&R West Africa Ltd, Lagos, Nigeria. Im Vorjahr hat die H&R KGaA zum Ausbau der IT-Kapazitäten weitere 50 % der Anteile an der HRI IT Consulting GmbH, Münster, erworben und den bisherigen Anteil auf 100 % erhöht. Die Gesellschaft ist dem Segment Sonstige Aktivitäten zugeordnet. Dies gilt auch für die im Vorjahr erworbenen Beteiligungen von jeweils 50 % an den Gesellschaften P2X-Europe GmbH & Co. KG sowie der P2X-Europe Management GmbH. Die übrigen Zugänge im Vorjahr betreffen Neugründungen am Standort Coburg im Segment Kunststoffe. Der Konsolidierungskreis der H&R KGaA entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt: VERÄNDERUNG DER ANZAHL KONSOLIDIERTER UNTERNEHMEN
VERÄNDERUNG DER ANZAHL AN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
Die H&R KGaA hält an einigen Gesellschaften Anteile über Treuhänder. Diese mittelbaren Anteile werden ebenfalls voll konsolidiert, sofern ein Beherrschungsverhältnis besteht. Die Beteiligungsverhältnisse sind der Anteilsliste zu entnehmen. Die bislang unter den nicht konsolidierten Tochterunternehmen aufgeführten Gesellschaften WAFA Kunststofftechnik GmbH & Co. KG, i.K, Augsburg, und WAFA Kunststofftechnik Verwaltungs- GmbH, i.K., Augsburg, wurden im Geschäftsjahr 2022 im Handelsregister gelöscht. Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht aller in den Konzernabschluss der H&R KGaA einbezogenen Unternehmen. Die Beteiligungsquoten sind - mit Ausnahme der im Geschäftsjahr neu gegründeten Gesellschaft H&R West Africa Ltd, Lagos, Nigeria - im Vergleich zum Vorjahr unverändert. VOLLKONSOLIDIERTE BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
SONSTIGE BETEILIGUNGEN
Segment: a) ChemPharm Refining b) ChemPharm Sales c) Kunststoffe d) Sonstige Aktivitäten
1) Inklusive treuhänderisch gehaltener
Anteile: Die Anteile an folgenden Gesellschaften werden nur
indirekt über Treuhänder gehalten: An der H&R
Global Special Products Co. Ltd., Bangkok, Thailand,
hält die H&R KGaA über Tochterunternehmen 49
% der Anteile, 51 % werden durch Treuhänder für
den Konzern verwaltet. Die H&R Global Special Products
Co. Ltd. wiederum hält 61,02 % an der H&R
ChemPharm (Thailand) Limited, Bangkok, Thailand. Weitere
38,976 % werden durch ein Tochterunternehmen gehalten,
dessen Anteile zu 100 % im Besitz der H&R KGaA liegen.
Die restlichen 0,004 % werden treuhänderisch für
den Konzern verwaltet. An der H&R Malaysia Sdn. Bhd.,
Port Klang, Malaysia, ist der Konzern direkt mit 30 %
beteiligt. Die restlichen 70 % werden durch Treuhänder
für den Konzern gehalten.
Erläuterungen zur Konzernbilanz(6) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum 31. Dezember 2022 wurden T€ 1.797 (Vorjahr: T€ 1.693) als Zahlungsmittel und Zahlungsäquivalente ausgewiesen, welche im Rahmen eines Factoring-Programms oder als Sicherheit für Darlehensverträge auf verpfändeten Konten hinterlegt wurden und folglich Zugriffsbeschränkungen unterlegen waren. (7) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Es wurden keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: T€ 0) als Kreditsicherheiten begeben. Forderungen gegen nahestehende Personen bzw. Unternehmen werden unter Erläuterung (43) angegeben. Der Buchwert der im Rahmen des Factoring übertragenen Forderungen zum 31. Dezember 2022 betrug T€ 28.150 (Vorjahr: T€ 19.411). Insgesamt standen der H&R KGaA Factoring-Linien in Höhe von T€ 30.000 zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2022 existierten für das Factoring qualifizierende Forderungen, die der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet zuzuordnen sind, in Höhe von T€ 3.493 (Vorjahr: T€ 6.334). Die Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mittels Wertminderungen stellt sich im Konzern wie folgt dar: ENTWICKLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
(8) Vorräte
Bei allen Vorräten sind individuelle Bewertungsabschläge vorgenommen worden, sofern die aus ihrem Verkauf voraussichtlich zu realisierenden Erlöse niedriger sind als die Buchwerte der Vorräte (lower of cost or market). Als Nettoveräußerungswert werden die voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten angesetzt. Der Buchwert der zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt im Berichtsjahr T€ 5.022 (Vorjahr: T€ 7.200). Wertminderungen auf die Nettoveräußerungswerte wurden gemäß IAS 2.34 in Höhe von T€ 896 (Vorjahr: T€ 889) in der Berichtsperiode als Aufwand erfasst. Sie betreffen die Segmente ChemPharm Refining und Kunststoffe. Weitere Informationen zu Aufwendungen im Zusammenhang mit Vorräten finden sich unter Erläuterung (29). (9) Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Bei den Zuschüssen handelt es sich um Unterstützungen für Investitionsprojekte an den Produktionsstandorten. Die Derivate betreffen Rohstoffsicherungs- sowie Devisentermingeschäfte. Weitere Informationen hierzu finden sich in Erläuterung (38.2). Bei der Sonstigen Beteiligung handelt es sich um die Anteile an der SRS EcoTherm GmbH, Salzbergen. Die Wechselforderungen betreffen durch Wechsel gesicherte Forderungen in China. Im Zuge der Übernahme des BP-Spezialgeschäfts im Jahr 2004 wurden gegenseitige Freistellungsabreden hinsichtlich solcher Pensionäre getroffen, die wirtschaftlich oder vertraglich einem der Vertragspartner zuzurechnen waren, jedoch arbeitsrechtlich bei dem jeweils anderen Vertragspartner verblieben. Entsprechend der vertraglichen Gesamtvereinbarung mit der BP, die sämtliche Freistellungsforderungen und -verbindlichkeiten umfasste, und unter Berücksichtigung der Zielsetzung der Vertragsparteien, eine Gesamtaufrechnung der Forderungen und Verbindlichkeiten zu erreichen, wurden die Verbindlichkeiten und Forderungen aus dem gleichen Rechtsgrund aufgrund des wirtschaftlichen und rechtlichen Gehalts des Geschäftsvorfalls zusammengefasst und in einem Saldo ausgewiesen. Die Erstattungsansprüche entwickelten sich wie folgt:
Die saldierte Forderung setzt sich wie folgt zusammen:
Weitere Informationen hierzu finden sich in Erläuterung (20). Die übrigen finanziellen Vermögenswerte umfassen Ausleihungen und Forderungen sowie Wertpapiere des Umlaufvermögens. (10) Sonstige Vermögenswerte
Die Forderungen aus sonstigen Steuern resultieren überwiegend aus Umsatzsteuerforderungen. Der kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten enthält vorausbezahlte Beträge, bei denen der dazugehörige Aufwand dem Folgejahr zuzuordnen ist. Der Ausweis betrifft im Wesentlichen geleistete Versicherungsbeiträge, Mietvorauszahlungen sowie abgegrenzte EDV-Wartungsentgelte. (11) SachanlagenENTWICKLUNG 2022
ENTWICKLUNG 2021
Bei den Grundstücken und Bauten handelt es sich im Wesentlichen um Produktionsstandorte der Konzerngesellschaften und bei den technischen Anlagen und Maschinen um Produktionsanlagen. Die Investitionen betreffen im Wesentlichen die beiden Produktionsstandorte Hamburg und Salzbergen und enthalten auch Zugänge aus Leasingverträgen gemäß IFRS 16. Die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen sind entsprechend der Art des geleasten Vermögenswerts den Kategorien zugeordnet. Weitere Informationen zu Leasingverhältnissen finden sich in Erläuterung (39). Entwicklungen im makroökonomischen Umfeld in Südafrika führten zu außerplanmäßigen Wertminderungen in Höhe von T€ 864 (Vorjahr: T€ 0). Die Wertminderungen betreffen Grundstücke und Gebäude im Segment Sales und sind in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten "Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen" enthalten. Der erzielbare Betrag der Vermögenswerte beträgt € 2,7 Mio. und entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Der beizulegende Zeitwert ist in der Bewertungshierarchie des IFRS 13 der Stufe 2 zuzuordnen. Der Posten Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau enthält Ausgaben, die vor Fertigstellung der entsprechenden Sachanlagen angefallen sind, in Höhe von T€ 35.235 (Vorjahr: T€ 17.707). Im Geschäftsjahr 2022 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von T€ 173 (Vorjahr: T€ 0) aktiviert. (12) Geschäfts- oder Firmenwerte und Sonstige Immaterielle VermögenswerteDie immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt: ENTWICKLUNG 2022
ENTWICKLUNG 2021
Geschäfts- oder FirmenwerteDie Geschäftsleitung muss bei der Werthaltigkeitsprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zukunftsbezogene Bewertungsannahmen treffen, wobei unternehmensinterne Erfahrungswerte sowie externe ökonomische Rahmendaten berücksichtigt werden. Grundsätzlich können diese unter Unsicherheit getroffenen Bewertungsannahmen von den später eingetroffenen Werten abweichen, was dazu führen kann, dass der erzielbare Betrag unter den jeweiligen Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sinkt und somit ein Impairment auslöst. Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen deren Nutzungswerten. Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Buchwerte sowie die für die Werthaltigkeitsprüfungen zugrunde gelegten Zinssätze:
In der Berichtsperiode durchgeführte Werthaltigkeitsprüfungen führten nicht zu außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen für zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, wurden die Auswirkungen von Minderungen der künftigen Cashflows von 10 % sowie eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten von 10 % analysiert. Ein Abwertungsrisiko des Geschäfts- oder Firmenwerts ließ sich auf Basis dieser Analysen nicht erkennen. Sonstige immaterielle VermögenswerteDie sonstigen immateriellen Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus Kundenbeziehungen mit einem Restbuchwert von € 5,9 Mio. (Vorjahr: € 7,2 Mio.) sowie aus (Produktions-)Technologien mit einem Restbuchwert von € 2,2 Mio. (Vorjahr: € 3,5 Mio.). Die Zugänge im Geschäftsjahr 2022 betreffen im Wesentlichen die Anschaffung neuer Softwarelizenzen. Die außerplanmäßige Wertminderung in Höhe von T€ 311 (Vorjahr: T€ 0) betrifft die vollständige Wertberichtigung von Kundenbeziehungen im Segment Sonstige und ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten "Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen" enthalten. (13) Anteile an at-equity bewerteten BeteiligungenDie Angaben zu den in den Konzern einbezogenen at-equity bewerteten Beteiligungen basieren auf den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben. Das Geschäftsjahr der Gemeinschaftsunternehmen entspricht analog zur H&R KGaA dem Kalenderjahr. Die folgende Tabelle enthält die aggregierten Finanzinformationen dieser gemäß IFRS 12 als unwesentlich einzustufenden Gemeinschaftsunternehmen:
Die Buchwerte der at-equity bewerteten Beteiligungen veränderten sich wie folgt:
Die Zugänge im Geschäftsjahr resultieren aus einer Kapitaleinzahlung in die P2X-Europe GmbH & Co. KG, die im Vorjahr gemeinsam mit der P2X Europe Management GmbH zugegangen war. Die außerplanmäßigen Abschreibungen im Vorjahr betreffen die HRI IT Consulting GmbH, Münster, als Folge der Anpassung der Anteile an den beizulegenden Zeitwert im Vorfeld des Übergangs auf die Vollkonsolidierung. Die außerplanmäßigen Abschreibungen wurden im Posten Finanzierungsaufwendungen erfasst. Ursächlich für die Abschreibungen waren im Wesentlichen strukturelle Veränderungen in der Zielausrichtung der Beteiligungen. Die Abgänge im Vorjahr betrafen die HRI IT Service GmbH, Berlin, sowie die HRI IT Consulting GmbH, Münster. Die HRI IT Consulting GmbH Münster wird seit Mai 2021 als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. (14) Verbindlichkeiten gegenüber KreditinstitutenDie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen:
Darlehen KfW-Programme. Die über verschiedene Kreditinstitute arrangierten KfW-Mittel wurden bzw. werden für unter verschiedenen KfW-Programmen förderungsfähige Investitionen eingesetzt. Die KfW-Mittel wurden in Form von fest verzinslichen Darlehen mit Zinssätzen zwischen 1,5 % und 3,6 % ausgereicht. Es bestehen Kündigungsrechte in Abhängigkeit von Nettoverschuldungsgrad und Eigenkapitalquote (Covenants) sowie bei einem Kontrollwechsel. Die im Januar 2021 aufgenommenen KfW-Unternehmerkredite unterliegen den Bedingungen des Corona-Sonderprogramms. Konsortialkredit. Mit Vertrag vom 8. Dezember 2022 wurde ein neuer Konsortialkreditvertrag mit einem anfänglich maximalen Volumen von € 230 Mio. und einer Erhöhungsoption um € 40 Mio. mit einer anfänglichen Laufzeit von fünf Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr abgeschlossen. Mit dem Vertrag wurde der Konsortialkredit über € 240 Mio. aus dem Jahr 2018 vorzeitig abgelöst. Der Konsortialkredit sichert die Finanzierung des Konzerns auch bei z.B. durch Ölpreissteigerungen ausgelöstem steigenden Umlaufvermögen. Der Konsortialkredit wird von der H&R KGaA sowie über Abzweiglinien von Gruppengesellschaften genutzt. Die Verfügbarkeit und die Konditionen sind an bestimmte Kennzahlen (Financial Covenants) geknüpft. Im Falle der Verletzung einer der vereinbarten Verpflichtungen sind die Konsortialbanken zur Kündigung des Konsortialkredits berechtigt. Der Konsortialkredit ist variabel verzinst (EURIBOR + Marge). Die Höhe der Marge ist von bestimmten Financial Covenants abhängig (Net Debt/EBITDA). Die Anpassung erfolgt jeweils nach Einreichung der Quartals- bzw. Jahresabschlüsse. Sonstige Kredite. Die sonstigen Kredite beinhalten im Wesentlichen ein im Dezember 2021 aufgenommenes, variabel verzinsliches und endfälliges Darlehen mit zweijähriger Laufzeit der H&R KGaA, ein Tilgungsdarlehen mit festen Zinssätzen sowie variabel verzinsliche Betriebsmittelkredite von Tochtergesellschaften inklusive durch Kreditaufträge und Garantien gesicherte Ziehungen unter Abzweiglinien des Konsortialkreditvertrags. Financial Covenants. Für die Konsortialkredite sowie für bilaterale Darlehen der H&R KGaA sind Financial Covenants wie Nettoverschuldungsgrad und Eigenkapitalquote vereinbart. Die Financial Covenants wurden sowohl zum Bilanzstichtag als auch unterjährig vollumfänglich eingehalten. Besicherung. Sicherungsübereignungen bestehen für ein Tilgungsdarlehen über ursprünglich umgerechnet € 2 Mio. in Südafrika sowie in Form von Sachanlagen für die unter den als KfW-Unternehmerkredite (Corona-Sonderprogramm) aufgenommenen Darlehen für insgesamt € 10 Mio. Für die übrigen KfW-Darlehen und den Konsortialkreditvertrag sind keine Sicherheiten gestellt worden. (15) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Laufzeit von bis zu einem Jahr und sind im üblichen Rahmen durch Eigentumsvorbehalte besichert. (16) VertragsverbindlichkeitenDie Vertragsverbindlichkeiten betragen zum 31. Dezember 2022 T€ 2.519. Zum 31. Dezember 2021 betrug der Bilanzansatz T€ 3.679. In diesem Saldo waren T€ 3.679 enthalten, welche in der Berichtsperiode als Erlöse erfasst wurden. (17) Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt: SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Für die zum 31. Dezember 2022 bilanzierten Rückstellungen werden folgende Mittelabflüsse erwartet: ERWARTETE MITTELABFLÜSSE AUS SONSTIGEN RÜCKSTELLUNGEN
(17.1) PersonalrückstellungenDie kurzfristigen Personalrückstellungen betreffen überwiegend Tantiemen, Ergebnisbeteiligungen, Leistungsprämien, ausstehenden Urlaub, Gleitzeitguthaben sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. Die langfristigen Personalrückstellungen bestehen aus Verpflichtungen zur Gewährung von Dienstaltersprämien. (17 .2) EmissionsrechteDie Rückstellung für Emissionsrechte betreffen die Produktionsstandorte in Hamburg-Neuhof sowie in Salzbergen. (17.3) Kunden- und LieferantenverkehrDie Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Mengenrabatte und Gewährleistungen. (17.4) Übrige RückstellungenDie übrigen Rückstellungen beinhalten überwiegend Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten sowie sonstige Verpflichtungen. (18) Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Weitere Informationen zu Leasingverhältnissen finden sich in Erläuterung (39). Die Derivate betreffen überwiegend Rohstoffpreissicherungsgeschäfte. Weitere Informationen hierzu sind in Erläuterung (38.2) enthalten. (19) Sonstige Verbindlichkeiten
Die Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten überwiegend öffentliche und private Zuschüsse für Investitionsmaßnahmen in der H&R KGaA. Ein wesentlicher Anteil entfällt dabei auf Zuschüsse für den Bau einer Flutschutzmauer sowie für Investitionen in verschiedene Produktionsanlagen am Produktionsstandort Hamburg. Weitere Zuschüsse wurden für Investitionen in Produktionsanlagen am Produktionsstandort Salzbergen gewährt. Die Verbindlichkeiten aus Steuern betreffen vorwiegend die laufenden Umsatzsteuer- und Lohnsteuerverbindlichkeiten sowie noch abzuführende Einfuhrumsatzsteuer. (20) PensionsrückstellungenDie betriebliche Altersvorsorge erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Bei den beitragsorientierten Altersvorsorgesystemen (Defined Contribution Plans) zahlt der Konzern aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit der Zahlung der Beiträge bestehen für den Konzern keine weiteren Leistungsverpflichtungen mehr. Beitragsorientierte Altersvorsorgesysteme finden sich insbesondere in den internationalen Gesellschaften des chemisch-pharmazeutischen Geschäftsbereichs. Alle übrigen Altersvorsorgesysteme sind leistungsorientiert und resultieren aus diversen Übernahmen von Geschäftsbereichen und Aktivitäten. Diese Leistungszusagen entfallen ausschließlich auf in Deutschland basierte Gesellschaften. Sämtliche Pensionspläne im H&R-Konzern sind geschlossen bzw. eingefroren, sodass die H&R KGaA nur Risiken aus der Renten- und Gehaltsentwicklung sowie aus dem demografischen Wandel aufgrund bereits bestehender Zusagen ausgesetzt ist. Mit Ausnahme einer Rückdeckungsversicherung für die Pension eines ehemaligen Mitglieds der Geschäftsführung liegt kein Planvermögen vor, sodass eine Strategie zum Ausgleich von Risiken auf der Aktiv- und Passivseite aktuell nicht vorhanden ist. Die H&R KGaA ist aus der Verschmelzung der Schmierstoffraffinerie Salzbergen GmbH (SRS GmbH) auf die H&R KGaA im Jahr 2001 hervorgegangen. Aufgrund der Betriebsvereinbarung vom 7. Oktober 1986 haben alle Mitarbeiter, die durch die SRS GmbH von der Wintershall übernommen wurden, einen Anspruch auf betriebliche Versorgungsleistungen nach der WintershallVersorgungsordnung vom 1. Januar 1987. Mit der Betriebsvereinbarung vom 9. März 1994 wurde die Betriebsvereinbarung vom 7. Oktober 1986 zum 30. Juni 1994 aufgehoben und damit die Versorgungsordnung für den Neuzugang geschlossen. Die Höhe der zugesagten Leistungen hängt im Wesentlichen von der Dienstzugehörigkeit und dem zuletzt bezogenen Gehalt ab. Nach der Kündigung der Betriebsvereinbarung vom 7. Oktober 1986 wurden die erreichten Anwartschaften eingefroren. Für Rentenbezieher beruhen die Ansprüche vereinzelt auf dem älteren Wintershall-Altersversorgungs-Statut. Bei der H&R KGaA haben alle Betriebsangehörigen gemäß der Versorgungsordnung in der Fassung vom 1. Januar 1986, die durch die Betriebsvereinbarung vom 4. Juni 1998 zuletzt geändert wurde, Anspruch auf betriebliche Versorgungsleistungen. Für Rentenbezieher beruhen Ansprüche vereinzelt auf älteren Fassungen der Versorgungsordnung. Die Höhe der Renten hängt von der Anzahl der pensionsfähigen Dienstjahre und dem pensionsfähigen Arbeitsverdienst im letzten Jahr vor dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ab. Einzelne Mitarbeiter erhalten aufgrund einzelvertraglicher Zusagen sog. Vertragspensionen. Die Leistungsvoraussetzungen und die Leistungsbemessungen sind in den einzelnen Vereinbarungen unterschiedlich. Nach der Versorgungsordnung der GAUDLITZ GmbH in der Fassung vom 18. Dezember 1978 haben alle Betriebsangehörigen, die bis zum 10. Juni 1978 in das Unternehmen eingetreten sind und in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis standen, Anspruch auf betriebliche Versorgungsleistungen. Die Höhe der Renten hängt von der Anzahl der rentenfähigen Dienstjahre und dem rentenfähigen Arbeitsverdienst im Jahre 1978 ab. Für Rentenbezieher beruhen die Ansprüche vereinzelt auf älteren Fassungen der Versorgungsordnung. Bei der SYTHENGRUND Wasagchemie Grundstücksverwertungsgesellschaft Haltern mbH besteht eine Versorgungsordnung vom 1. Januar 1986 in der Fassung der Betriebsvereinbarung vom 4. Juni 1998 der Chemie Sythen GmbH. Die Höhe der Renten hängt von der Anzahl der rentenfähigen Dienstjahre sowie dem rentenfähigen Verdienst ab. Das Versorgungswerk wurde im Jahr 1992 für Zugänge nach dem 31. Juli 1991 geschlossen. Mit Übernahme der Spezialproduktaktivitäten der BP gingen zum 2. Januar 2004 Pensionsverpflichtungen für insgesamt 183 Mitarbeiter auf die H&R Ölwerke Schindler GmbH über. Aufgrund diverser Fusionen und Übernahmen kommen für diese 183 Mitarbeiter insgesamt 13 verschiedene Regelwerke und Nachträge in Betracht. Die Grundsätze sind in folgenden Versorgungsordnungen, Statuten, Ruhegeldordnungen, Versorgungsplänen u. a. geregelt:
Die Ermittlung der Pensionshöhe in den vorstehenden Plänen erfolgt anhand der pensionsfähigen Dienstjahre sowie der pensionsfähigen Monatsbezüge unter Berücksichtigung von anrechenbaren Mindestdienstjahren. Die H&R Ölwerke Schindler GmbH hat von der BP nicht nur für anspruchsberechtigte Mitarbeiter der Gesellschaft Pensionsverpflichtungen übernommen (sog. Gruppe 1), sondern auch für einen Teil ehemaliger Mitarbeiter der BP Lubes Services GmbH eine Freistellungsverpflichtung vereinbart (Rentner und ausgeschiedene Mitarbeiter, sog. Gruppe 3). Für die Verpflichtungen gegenüber der vorgenannten Personengruppe besteht ein Erstattungsanspruch gegenüber BP in Höhe des bilanzierten Betrags [siehe auch Erläuterung (9)]. Der Verpflichtungsumfang der H&R Ölwerke Schindler GmbH wurde zum 31. Dezember 2022 für die einzelnen Personengruppen wie folgt berücksichtigt:
Ein weiterer Personenkreis (sog. Gruppe 2) umfasst Mitarbeiter der BP, die nicht von H&R Ölwerke Schindler übernommen wurden. Für diesen Personenkreis der Gruppe 2 hat sich die H&R Ölwerke Schindler verpflichtet, BP die einschlägigen Pensionsverpflichtungen, die weiterhin bei der BP bestehen, in Höhe von T€ 6.787 (Vorjahr: T€ 9.193) zu erstatten. Diese Verpflichtungen wurden mit einer Forderung gegenüber BP aus einem Erstattungsanspruch für übernommene Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 8.014 (Vorjahr: T€ 10.659), die ebenfalls im Rahmen der Übernahme des Spezialgeschäfts entstanden sind, gemäß IAS 1.32 saldiert [siehe Erläuterung (9)]. Die saldierte Forderung in Höhe von T€ 1.227 (Vorjahr: T€ 1.466) wird in den Forderungen an BP unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Verpflichtungsumfang kann aufgrund von Veränderungen in den versicherungsmathematischen Annahmen schwanken. Die Entwicklung der leistungsorientierten Verpflichtung stellt sich wie folgt dar:
Das Planvermögen der H&R KGaA betrifft eine bereits vollständig eingezahlte Rückdeckungsversicherung für die Pensionszusage eines ehemaligen Mitglieds der Geschäftsführung, die zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt wurde. Das Planvermögen ist nicht in einem aktiven Markt notiert. Aus diesem Planvermögen ergibt sich kein spezifisches Risiko für die H&R KGaA über das übliche Risiko hinaus. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens entwickelte sich wie folgt:
Die Entwicklung der bilanzierten Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen stellt sich wie folgt dar:
Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Bewertungsparameter zugrunde gelegt:
Die Ausscheidewahrscheinlichkeit richtet sich nach den Richttafeln Heubeck 2018G. In die Pensionsrückstellung für die Mitarbeiter der H&R Ölwerke Schindler GmbH wurde eine altersabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeit eingerechnet, für die vom Gutachter hausintern entwickelte Tabellen verwendet wurden. Für die Mitarbeiter der übrigen Standorte wird mit der Nichtberücksichtigung von Fluktuationswahrscheinlichkeiten vereinfachend unterstellt, dass vor Erfüllung der Unverfallbarkeitsfristen kein Mitarbeiter ausscheidet und danach mit der jeweils bestehenden Rückstellung die unverfallbare Anwartschaft gerade finanziert wird. Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen. Für das folgende Geschäftsjahr werden Auszahlungen in Höhe von T€ 3.346 (Vorjahr: T€ 3.390) erwartet. Die Duration der Leistungsverpflichtungen liegt bei durchschnittlich 11,9 Jahren. Sofern sich die Parameter in der folgenden Tabelle wie angegeben ändern, folgt daraus eine Veränderung der Pensionsverpflichtung wie dargestellt: VERÄNDERUNG DER LEISTUNGSVERPFLICHTUNG
Die vorstehenden Sensitivitätsanalysen basieren auf der Annahme der Veränderung eines Parameters, während alle anderen Parameter konstant bleiben. Hierbei handelt es sich um einzelne Szenarien aus einem breiten Spektrum an Möglichkeiten, sodass die tatsächliche Entwicklung der Verpflichtung unweigerlich von diesen abweichen wird. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass nur ein Parameter sich ändert. Tatsächlich ist ein Zusammenspiel von Parameteränderungen zu erwarten. Die Sensitivitäten wurden nach der gleichen Methode ermittelt wie der Ansatz der Leistungsverpflichtungen in der Bilanz. Die Methoden wurden im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Die Pensionspläne innerhalb des H&R-Konzerns sind alle geschlossen, sodass keine neuen Mitarbeiter mehr aufgenommen werden. Aktive Mitarbeiter mit einem Pensionsanspruch gibt es an den Produktionsstandorten Hamburg und Salzbergen sowie in der GAUDLITZ Plastics Technologies GmbH & Co. KG. (21) Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital beläuft sich zum Bilanzstichtag wie im Vorjahr auf T€ 95.156, aufgeteilt in 37.221.746 nennwertlose Inhaber-Stückaktien. Dies entspricht einem rechnerischen Wert von € 2,56 je Stückaktie (Vorjahr: € 2,56). Es existieren keine unterschiedlichen Aktiengattungen, es handelt sich ausschließlich um Stammaktien. Das gezeichnete Kapital war voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt ein Stimmrecht. Genehmigtes KapitalDie persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 23. Mai 2027 um bis zu € 47,6 Mio. durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2022). Dabei muss sich die Zahl der Aktien in demselben Verhältnis erhöhen wie das Grundkapital. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht zu gewähren, welches die Geschäftsführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen ein- oder mehrmalig ausschließen kann. (22) KapitalrücklageDie Kapitalrücklage erhält die bei der Ausgabe von Vorzugs- und Stammaktien über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge. Im laufenden Geschäftsjahr beträgt die Kapitalrücklage T€ 46.427 (Vorjahr: T€ 46.427). Aus vor der Einbringung der H&R China Holding in die H&R KGaA im Jahr 2014 liegenden Perioden resultierte im Geschäftsjahr 2017 ein Steueraufwand in Höhe von T€ 864, der gemäß Einbringungsvertrag durch den Veräußerer und jetzigen Minderheitsgesellschafter erstattet und in die Kapitalrücklage der China Holding GmbH eingestellt wurde. Hiervon entfielen 51 % auf die Aktionäre der H&R KGaA; dies führte zu einer Erhöhung der Konzern-Kapitalrücklage in Höhe von T€ 440. Die geleisteten Steuerausgleichszahlungen wurden aufgrund der im Jahr 2021 vorliegenden geänderten Gewerbesteuerveranlagungen der Jahre 2011 bis 2016 erstattet. Die Erstattung führte im Vorjahr zu einer entsprechenden Minderung der Konzern-Kapitalrücklage. (23) GewinnrücklagenDie Gewinnrücklagen betragen zum Bilanzstichtag T€ 272.789 (Vorjahr: T€ 212.342). Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen betragen zum Bilanzstichtag T€ -10.385 (Vorjahr: T€ -28.122). Die übrigen Gewinnrücklagen betragen zum Bilanzstichtag T€ 2.293 (Vorjahr: T€ 2.293). DividendeAuf der Hauptversammlung vom 24. Mai 2022 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2021 keine Dividende auszuschütten. Geschäftsführung und Aufsichtsrat beabsichtigen, der Hauptversammlung für den 23. Mai 2023 vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende in Höhe von € 0,10 je Stückaktie auszuschütten, was einem Gesamtbetrag von T€ 3.722 entspricht, und darüber hinaus den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Dieser Vorschlag ist abhängig von der Genehmigung durch die Aktionäre auf der Hauptversammlung. (24) Sonstige RücklagenDie sonstigen Rücklagen betragen T€ 9.269 (Vorjahr: T€ 8.676) und betreffen das kumulierte übrige Gesamtergebnis. Sie umfassen den Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung in Höhe von T€ 1.753 (Vorjahr: T€ 2.861), den Unterschiedsbetrag aus der Fair-Value-Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten in Höhe von T€ 3.172 (Vorjahr: T€ 5.834) sowie die Rücklage aus Cashflow-Hedging T€ 4.344 (Vorjahr: T€ -19). (25) Nicht beherrschende AnteileDie nicht beherrschenden Anteile umfassen Anteile von konzernfremden Gesellschaftern am Ergebnis und am Kapital und entwickelten sich wie folgt:
Der wesentliche Anteil der nicht beherrschenden Anteile entfällt auf die H&R China Holding GmbH sowie deren Tochtergesellschaften. Der nicht beherrschende Anteil an der H&R China Holding GmbH beläuft sich auf 49 %. Die zusammengefassten Finanzinformationen der H&R China Gruppe stellen sich wie folgt dar:
Erläuterungen zur Konzern Gewinn- und -Verlustrechnung(26) Forschungs- und EntwicklungskostenIm chemisch-pharmazeutischen Bereich konzentrierten sich die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Geschäftsjahr 2022 auf die Weiterentwicklung von Produktqualitäten in den Produktbereichen legierte Öle, Paraffine und Weißöle. Im Geschäftsbereich Kunststoffe fielen Forschungs- und Entwicklungskosten für Testzwecke bzw. Versuche neuer Materialien im Kunststoffbereich sowie Untersuchungen für Möglichkeiten eines verstärkten Einsatzes von Kunststoffteilen in den unterschiedlichen Branchen an. Der im laufenden Geschäftsjahr getätigte Aufwand hierfür belief sich auf T€ 2.030 (Vorjahr: T€ 2.520). Für weitere Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungskosten verweisen wir auf das entsprechende Kapitel im zusammengefassten Lagebericht. (27) UmsatzerlöseEinen Überblick über die Entwicklung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen, Produktarten und geografischen Segmenten gibt die Segmentberichterstattung [siehe Erläuterung (36)]. Es wurden keine Vertragsanbahnungs- oder Vertragserfüllungskosten aktiviert. (28) Sonstige betriebliche Erträge
Die Erträge aus der Weiterbelastung von Kosten resultieren im Wesentlichen aus der Weiterberechnung von Verbrauchsteuern, Projektkosten und laufenden Kosten an die Beteiligungsgesellschaften Westfalen Chemie KG und SRS EcoTherm GmbH. Die Erträge aus der Entschädigung von Versicherungen im Vorjahr betreffen im Wesentlichen Erstattungen aufgrund des Brands am Standort Salzbergen im Geschäftsjahr 2020. Die Erträge aus Dienstleistungen betreffen überwiegend erbrachte IT-Dienstleistungen. (29) Materialaufwand
(30) Personalaufwand
Nicht als Personalaufwand erfasst sind solche Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Diese sind als Bestandteil des Finanzergebnisses unter dem Zinsergebnis ausgewiesen. MITARBEITER IM JAHRESDURCHSCHNITT
(31) Sonstige betriebliche Aufwendungen
(32) Finanzierungserträge
(33) Finanzierungsaufwendungen
Weitere Informationen zu Leasingverhältnissen finden sich in den Erläuterungen (39). (34) Steuern vom Einkommen und vom ErtragDer Jahresüberschuss von deutschen Gesellschaften unterliegt seit dem 1. Januar 2009 einem einheitlichen Körperschaftsteuersatz von 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 %. In Verbindung mit einer Gewerbesteuerbelastung von 14,09 % (Vorjahr: 14,09 %) ergibt sich für den Konzern ein kombinierter Ertragsteuersatz in Deutschland von 29,91 % (Vorjahr: 29,91 %). Die Ertragsteuersätze für wesentliche ausländische Gesellschaften liegen wie im Vorjahr zwischen 17 % und 30 %. Soweit mit Steuernachzahlungen verbundene Nachzahlungszinsen anfallen, werden diese in den Zinsaufwendungen berücksichtigt. Der Ertragsteueraufwand aus latenten Steuern beinhaltet die Veränderungen von aktiven und passiven latenten Steuern. Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Diese setzen sich wie folgt zusammen:
Die laufenden Ertragssteuern haben sich im Geschäftsjahr aufgrund der Nutzung von Verlustvorträgen um T€ 4.914 (Vorjahr: T€ 10.058) vermindert. Entsprechend IAS 12.34 wird der Steuereffekt aus einem am Bilanzstichtag vorhandenen Verlustvortrag aktiviert, wenn mit hinreichender Wahrscheinlichkeit künftig genügend steuerliche Gewinne zur Verlustverrechnung verfügbar sind. In der H&R KGaA wurden auf inländische steuerliche Verlustvorträge latente Steuern in Höhe von T€ 81 (Vorjahr: T€ 4.352) sowie auf ausländische steuerliche Verlustvorträge T€ 1.106 (Vorjahr: T€ 231) gebildet. Insgesamt wurde bei Konzerngesellschaften, die im Vorjahr oder im laufenden Jahr ein negatives Ergebnis gezeigt haben, ein Überhang aktiver latenter Steuern in Höhe von T€ 849 (Vorjahr: T€ 4.761) aktiviert. Die Werthaltigkeit ist dadurch begründet, dass u.a. aufgrund neuer Unternehmensstrategien in Zukunft mit positiven steuerlichen Ergebnissen zu rechnen ist, die die Ergebniseffekte aus der Umkehrung der temporären Differenzen übersteigen. Über die aktivierten latenten Steuern für Verlustvorträge hinaus bestehen inländische körperschaftsteuerliche Verluste in Höhe von T€ 2.475 (Vorjahr: T€ 1.855) und gewerbesteuerliche Verluste in Höhe von T€ 2.648 (Vorjahr: T€ 1.823), deren Realisierung nicht mit hinreichender Sicherheit gewährleistet ist und für die daher keine latenten Steueransprüche angesetzt wurden. Die Verlustvorträge können nach geltender Rechtslage nicht verfallen. Die ausländischen Verlustvorträge, für die keine latenten Steueransprüche aktiviert wurden, betragen zum Bilanzstichtag T€ 701 (Vorjahr: T€ 9.119) und sind im Wesentlichen innerhalb eines Zeitraums von 1-5 Jahren unbeschränkt nutzbar. Auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von T€ 3.560 (Vorjahr: T€ 4.656) wurden keine latenten Steueransprüche angesetzt. Für Neubewertungen von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wurden aktive latente Steuern in Höhe von T€ 7.171 aufgelöst (Vorjahr: T€ 296) und im sonstigen Ergebnis erfasst. Hierin enthalten sind T€ 1 Auflösungen von aktiven latenten Steuern, deren Werthaltigkeit nicht mehr gewährleistet ist (Vorjahr: T€ 459). Die Veränderung von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten führte zu einer Veränderung der im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfassten latenten Steuern in Höhe von T€ 40 (Vorjahr: T€ 4). Im Zusammenhang mit Cashflow-Hedges wurden Aufwendungen aus aktiven latenten Steuern in Höhe von T€ 1.862 (Vorjahr: Ertrag T€ 8) im sonstigen Ergebnis erfasst. Für temporäre Differenzen aus thesaurierten Ergebnissen von Tochterunternehmen in Höhe von T€ 9.219 (Vorjahr: T€ 12.653) wurden keine passiven latenten Steuern wegen bestehender Kontrolle nach IAS 12.39 bilanziert. Der ausgewiesene Ertragsteueraufwand kann zum erwarteten Ertragsteueraufwand wie folgt übergeleitet werden:
Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den einzelnen Bilanzposten wie folgt:
(35) Ergebnis je AktieNach IAS 33 resultiert das Ergebnis je Aktie aus der Division des Konzernergebnisses durch die durchschnittliche Zahl der Stammaktien in der Berichtsperiode. Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Stammaktien beträgt wie im Vorjahr 37.221.746. Das Ergebnis je Aktie errechnet sich demnach wie folgt:
Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem Basisergebnis je Aktie, da die H&R KGaA keine potenziell verwässernden Eigenkapitalinstrumente ausgegeben hat. Sonstige Erläuterungen(36) SegmentberichterstattungDie Ermittlung der zu berichtenden Geschäftssegmente nach IFRS 8 erfolgte auf der Grundlage der im Rahmen des internen Berichtswesens überwachten Geschäftsbereiche, deren Performancedaten die Grundlage für die Managemententscheidungen sind. Die Zusammenfassung von intern gesondert berichteten Geschäftsbereichen erfolgt im Einklang mit IFRS 8.12, wonach die Wesensart der Produkte und Dienstleistungen, die Art der Produktionsprozesse, der Typ oder die Kategorie von Kunden dieser Produkte und Dienstleistungen sowie die Methoden beim Vertrieb ihrer Produkte innerhalb der Segmente vergleichbar sein müssen. In dem Segment ChemPharm Refining sind die beiden Chemieproduktionsstandorte in Deutschland enthalten, die sowohl hinsichtlich der Produktionsprozesse als auch der Organisations- und Vertriebsstruktur eng miteinander verbunden sind. Bei den Hauptprodukten dieses Segments handelt es sich um Paraffine, Weißöle, Weichmacher, Grundöle, Schmierstoffe sowie andere rohölbasierte Spezialitäten. Zu den im Produktionsprozess entstehenden Nebenprodukten zählen neben Bitumen auch Feedstock sowie Bunkerfuel. Im Zuge dieses Produktionsprozesses werden auch Erlöse aus Lohnfertigung erzielt. Das Segment ChemPharm Sales umfasst die ausländischen Gesellschaften, die eine Veredelung von chemisch-pharmazeutischen Rohstoffen vornehmen und diese neuen Produkte sowie Handelswaren vertreiben. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Paraffine, Weichmacher, Wachsemulsionen und sonstige rohölbasierte Spezialitäten. Das Segment Kunststoffe umfasst die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von hochpräzisen Kunststoffteilen im Spritzgussverfahren. Die sonstigen Aktivitäten umfassen die nicht operativen Gesellschaften sowie diejenigen, die nicht als berichtspflichtiges Segment gelten. Darin enthalten ist die H&R KGaA, welche als Konzernzentrale die strategische Führung der in den Segmenten organisierten Konzernunternehmen übernimmt und über die effiziente Mittelallokation innerhalb des Konzerns entscheidet. Darüber hinaus erzielt das Segment Sonstige Aktivitäten Erträge aus IT-Dienstleistungen.
Die Zugehörigkeit der Konzernunternehmen zu den Sparten kann der Anteilsliste entnommen werden. Die operative Entwicklung der Segmente sowie weitere Angaben zu den Produkten sind im zusammengefassten Lagebericht erläutert. Erläuterungen zu den SegmentdatenDie Konzern-Innenumsätze geben die Höhe der Umsätze zwischen den Segmenten an. Verkäufe und Erlöse zwischen den Sparten werden grundsätzlich zu Preisen erbracht, wie sie auch mit Dritten vereinbart würden. Die Summe aus Außen- und Innenumsätzen ergibt die Segmentumsätze. Die Spalte Konsolidierung/Überleitung enthält die Eliminierungen aller konzerninternen Transaktionen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Sparten. Die Bewertungsgrundsätze für die Segmentberichterstattung der H&R KGaA basieren auf den im Konzernabschluss verwendeten IFRS-Grundsätzen. Die geografische Aufteilung der Außenumsätze erfolgte aufgrund der Standorte der jeweiligen Kunden. Die Vermögenswerte und Investitionen sind gemäß dem Sitz des jeweiligen Unternehmens den Regionen zugeordnet. Die H&R KGaA erzielte mit einem Kunden im Segment ChemPharm Refining einen Umsatz in Höhe von € 782,2 Mio. (Vorjahr: € 566,1 Mio.), was mehr als 10 % des Konzernumsatzes entspricht. Die folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der externen Umsatzerlöse nach Regionen sowie nach Produkten und Dienstleistungen:
Die folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der langfristigen Vermögenswerte nach Regionen: LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
ÜBERLEITUNG VOM OPERATIVEN ERGEBNIS ZUM KONZERNERGEBNIS
(37) Erläuterungen zur KonzernKapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung mit den Vorschriften von IAS 7 erstellt worden. Sie zeigt die Herkunft und die Verwendung von Geldströmen. In der Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme in die Bereiche Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit, Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Der Finanzmittelfonds enthält die in der Bilanz ausgewiesenen Bankguthaben, die Kassenbestände sowie Schecks. Zum 31. Dezember 2022 wurden T€ 1.797 (Vorjahr: T€ 1.693) als Zahlungsmittel und Zahlungsäquivalente ausgewiesen, welche als Sicherheiten auf verpfändeten Konten hinterlegt wurden und folglich Zugriffsbeschränkungen unterlegen waren. Im Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sind die nicht zahlungswirksamen operativen Aufwendungen und Erträge sowie das Ergebnis aus Anlagenverkäufen eliminiert. Diesem Bereich sind die Zinseinzahlungen, die Zinsauszahlungen und die gezahlten und vereinnahmten Ertragsteuern zugeordnet. Die Ermittlung des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit enthält die zahlungswirksamen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie in Sach- und Finanzanlagen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beinhaltet Aufnahmen und Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten, erhaltene Anzahlungen von Kunden sowie Dividendenzahlungen. Für Zugänge im Anlagevermögen in Höhe von T€ 6.752 (Vorjahr T€ 5.896) erfolgte noch kein Zahlungsmittelabfluss, sodass in gleicher Höhe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen. ENTWICKLUNG DER VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZIERUNGSAKTIVITÄTEN
Die allgemeine Darstellungsform der Kapitalflussrechnung sowie die Ausübung der Ausweiswahlrechte blieben im Vergleich zu der Vorperiode unverändert. (38) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten(38.1) Allgemeine InformationenDie beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte ergeben sich aus den Börsenkursen oder werden auf der Grundlage anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Bei den übrigen finanziellen Vermögenswerten wird davon ausgegangen, dass der beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht. Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte entspricht dem maximalen Ausfallrisiko. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Auf der Passivseite enthalten die Finanzinstrumente im Wesentlichen die zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten. Die H&R KGaA ist als international tätiger Konzern im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Rohwaren- und Rohstoffpreisrisiken sowie Währungs- und Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Details zum Risikomanagementsystem und zum Umgang mit diesen Risiken sind in Erläuterung (47) Risikomanagementpolitik, Kapitalmanagement und Sicherungsmaßnahmen dargestellt. (38.2) Informationen zu DerivatenDerivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Währungsschwankungen und Rohstoffpreisrisiken aus dem operativen Geschäft eingesetzt. Als Instrumente dienen dabei vor allem Devisentermingeschäfte sowie Rohstoffpreissicherungsgeschäfte (Swaps). Letztere werden als Cashflow-Hedges designiert. Im Rahmen der Rohstoffpreissicherung werden ausschließlich die Risikokomponenten miteinbezogen, die sich auf die Brent- bzw. Platts-Fuel-Oil-Notierung beziehen. Als Ausgangsbasis für die Analyse des Rohstoffpreisrisikos dienen die geplanten Einkäufe von Rohstoffen sowie geplante Veräußerungen von Produkten, deren Verkaufspreise ebenfalls von Rohstoffmarktpreisen abhängen. Der im Geschäftsjahr durchschnittliche gesicherte Kurs der Rohstoffpreissicherungen betrug beim Brent USD 63,69 pro Barrel (Vorjahr: USD 63,69 pro Barrel) und bei der Platts-Fuel-Oil Notierung USD 340,02 pro metrische Tonne (Vorjahr: USD 340,02 pro metrische Tonne). Das Sonstige Ergebnis aus Cashflow-Hedges hat sich durch Veränderungen der beizulegenden Marktwerte der Derivate, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederten Beträge und die Basis-Adjustments um T€ 6.225 erhöht (Vorjahr: T€ -27). Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Ertrag aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden Finanzinstrumenten insgesamt T€ 15 (Vorjahr: T€ 23). Nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Rücklage für Cashflow-Hedges aus Rohstoffpreissicherungsgeschäften: ENTWICKLUNG DER RÜCKLAGE FÜR CASHFLOW-HEDGES
Im Berichtsjahr entstanden wie im Vorjahr keine Ineffektivitäten aufgrund von Cashflow-Hedges. In den nachfolgenden Tabellen sind die bilanzierten beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2022 bzw. zum 31. Dezember 2021 dargestellt. NOMINAL- UND MARKTWERTE DERIVATE 2022
NOMINAL- UND MARKTWERTE DERIVATE 2021
Der Nominalwert zeigt die Bruttovolumina. Positive Marktwerte werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten und negative Marktwerte unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. (38.3) FälligkeitsanalyseDas Liquiditätsrisiko, welchem die H&R KGaA ausgesetzt ist, besteht aus Verpflichtungen aus vertraglich vereinbarten, zukünftigen Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie aus derivativen Finanzinstrumenten. Die Fälligkeiten dieser undiskontierten Zahlungsströme sind in folgender Tabelle dargestellt: 2022
2021
(38.4) Angaben zu Kategorien von FinanzinstrumentenFinanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten sind gemäß IFRS 7 so zu gruppieren, dass eine Unterscheidung zwischen Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert, und solchen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, möglich wird. Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar.
Die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen überwiegend kurzfristigen Laufzeiten, sodass die Buchwerte dieser Positionen am Bilanzstichtag nicht signifikant von den beizulegenden Zeitwerten abweichen. Die beizulegenden Zeitwerte der sonstigen langfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten von über einem Jahr entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter. Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien. Die Aufwendungen, Erträge, Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten lassen sich den folgenden Kategorien zuordnen: 2022
2021
In den Zinsaufwendungen der zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten sind ausschließlich Effekte aus der Anwendung der Effektivzinsmethode enthalten. Die Aufwendungen und Erträge aus erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten betreffen mit T€ 4.334 Verbindlichkeiten aus Derivaten mit Sicherungsbeziehungen, T€ 2.096 Vermögenswerte aus Derivaten mit Sicherungsbeziehungen sowie mit T€ -2.702 Bewertungseffekte aus einem Eigenkapitalinstrument. (38.5) Sonstige Angaben zu FinanzinstrumentenDie Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt auf der ersten Stufe primär über notierte Preise, die sich auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden ergeben. Sofern dies nicht möglich ist, erfolgt die Ermittlung auf der zweiten Stufe über beobachtbare Markttransaktionen für vergleichbare Vermögenswerte oder Schulden. Auf der dritten Stufe ergeben sich die beizulegenden Zeitwerte aus Modellen, welche Parameter für die Bewertung von Vermögenswerten oder Schulden verwenden, die auf nicht beobachtbaren Marktdaten basieren. Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente der H&R KGaA sind den zuvor beschriebenen Stufen nach Kategorien wie folgt zuzurechnen: 31.12.2022
31.12.2021
Die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung beinhalten Finanzinstrumente zur Absicherung von Rohstoffpreisrisiken. Der Fair Value dieser Commodity-Derivate der Stufe 2 wird ermittelt als der Barwert der erwarteten Cashflows von diesen Verträgen. Die Berechnung der erwarteten Cashflows der Commodity-Derivate erfolgt anhand von Terminpreiskurven für liquide Öl-Futures/Forwards, die um Aufschläge für abweichende Lieferorte/Qualitäten adjustiert werden. Die Abzinsung erfolgt unter Verwendung marktgerechter Zinssätze. Die Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung der Stufe 2 betreffen Devisentermingeschäfte, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt anhand am Markt beobachtbarer Zinskurven. Weitere Informationen zu den Derivaten finden sich unter Erläuterung (38.2). Der finanzielle Vermögenswert in Stufe 3 betrifft ein erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertetes Eigenkapitalinstrument. Die Bewertung erfolgt mittels des Discounted-Cashflow-Verfahrens auf Basis der besten zum Abschlussstichtag verfügbaren Informationen, wobei ein Kapitalkostensatz von 4,25 % (Vorjahr: 4,25 %) zugrunde gelegt wurde. Eine Verringerung der künftig erwarteten Cashflows um 10% hätte zum Bilanzstichtag eine Minderung des Eigenkapitals um T€ 452 (Vorjahr: T€ 724) zur Folge, während ein Anstieg des Kapitalkostensatzes um 10% zu einer Verringerung des Eigenkapitals um T€ 404 (Vorjahr: T€ 132) führen würde. Die folgende Tabelle stellt die Zuordnung der beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, welche zum Buchwert bilanziert wurden, zu den Stufen dar: ZUORDNUNG DER BEIZULEGENDEN ZEITWERTE DER FINANZINSTRUMENTE
Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt anhand am Markt beobachtbarer Zinskurven. Die zu erwartenden Zahlungsströme wurden entsprechend diskontiert. Saldierungen zwischen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten wurden mit Ausnahme des Erstattungsanspruchs gegenüber der BP (vgl. Erläuterungen (9) und (20)) nicht vorgenommen, da keine Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Es gab keine Umgliederungen zwischen den einzelnen Stufen im Geschäftsjahr 2022. Im operativen Geschäft werden die Außenstände bereichsbezogen, also dezentral fortlaufend überwacht. Soweit die Hansen & Rosenthal Gruppe den Vertrieb abwickelt, erfolgt ergänzend eine Integration in deren Überwachungssysteme. Ausfallrisiken wird durch entsprechende bilanzielle Risikovorsorge Rechnung getragen. Bei Uneinbringlichkeit wird die Forderung ausgebucht und die Wertminderung aufgelöst. Bei Realisierung einer zweifelhaften Forderung wird die bisher gebildete Wertberichtigung aufgelöst. Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte einschließlich freistehender Derivate mit positivem Marktwert wiedergegeben. Zum Abschlussstichtag liegen keine wesentlichen, das maximale Ausfallrisiko mindernden Vereinbarungen vor. (39) LeasingverhältnisseDie in der Bilanz angesetzten Nutzungsrechte betreffen insbesondere längerfristige Leasingverhältnisse für Grundstücke und Gebäude sowie für die Anmietung von Tankkapazitäten und von Kesselwagen. Die Leasingverträge werden individuell ausgehandelt und beinhalten verschiedene, unterschiedliche Konditionen. In den Sachanlagen sind Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen wie folgt enthalten: NUTZUNGSRECHTE AUS LEASINGVERHÄLTNISSEN
Die Zugänge zu den Nutzungsrechten beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf T€ 8.452 (Vorjahr: T€ 17.480). Die planmäßigen Abschreibungen auf Nutzungsrechte setzen sich wie folgt zusammen: ABSCHREIBUNGEN AUF NUTZUNGSRECHTE AUS LEASINGVERHÄLTNISSEN
Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte sind im Posten Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Die folgende Tabelle zeigt die Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen: VERBINDLICHKEITEN AUS LEASINGVERHÄLTNISSEN
Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zahlungsmittelabflüsse: FÄLLIGKEITEN DER LEASINGZAHLUNGEN
Im Geschäftsjahr 2022 wurden Leasingverbindlichkeiten in Höhe von T€ 11.713 (Vorjahr: T€ 10.929) getilgt. Folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen wurden neben den Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst: GUV-EFFEKT AUS LEASINGVERHÄLTNISSEN
Aus zum Bilanzstichtag bereits eingegangenen Leasingverhältnissen, die nach dem 31. Dezember 2022 beginnen und keine kurzfristigen Leasingverhältnisse darstellen, ergeben sich voraussichtlich künftige Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von T€ 1.637 (Vorjahr: T€ 3.622). (40) Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen umfassen das Bestellobligo für Investitionen in Höhe von T€ 18.408 (Vorjahr: T€ 15.444) sowie übrige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von T€ 6.978 (Vorjahr: T€ 4.692). (41) Haftungsverhältnisse, Eventualverbindlichkeiten und -forderungenAm Bilanzstichtag bestand für die H&R KGaA eine Mithaftung für Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 24 (Vorjahr: T€ 28). Die Betriebsgelände an Produktionsstandorten sind teilweise angemietet. Aufgrund der betreffenden Mietverträge bestehen Sanierungs- und Rückbauverpflichtungen bei Beendigung des Mietvertrags. Da für den sehr unwahrscheinlichen Fall der außerordentlichen Kündigung durch einen Vermieter sowie bei der Nichtverlängerung des langfristigen Mietvertrags Entschädigungsansprüche gegenüber den Vermietern entstehen, wird nicht von einem Ressourcenabfluss ausgegangen und daher auch keine Rückstellung für Rückbauverpflichtungen gebildet. Dieser Sachverhalt unterliegt einer laufenden Überprüfung durch das Management. Zur Versorgung der Raffinerie in Salzbergen mit Strom und Dampf hatten die H&R CPS (Gesellschaft) bzw. ihre Rechtsvorgängerinnen bis Ende 2018 ein anteiliges Nutzungsrecht an der Erzeugungskapazität des Industriekraftwerks (IKW) mit Strom. Der Übertragungsnetzbetreiber geht demgegenüber davon aus, dass die SRS Ecotherm GmbH (SRS) das IKW seit dem 1. Januar 2003 im energiewirtschaftlichen Sinne betreibt und demnach eine EEG-umlagepflichtige Stromlieferung der SRS an die Gesellschaft vorlag. Im Geschäftsjahr 2022 wurde zwischen der SRS und dem Übertragungsnetzbetreiber ein Vergleich nach § 104 Abs. 4 EEG 2021 geschlossen, dessen finanzielle Auswirkungen zum Stichtag bilanziell erfasst wurden. Darüber hinaus werden keine weiteren wesentlichen, weiteren finanzielle Auswirkungen erwartet. (42) Organe der H&R GmbH & Co. KGaAGESCHÄFTSFÜHRUNG DER H&R KOMPLEMENTÄR GMBH
AUFSICHTSRAT DER H&R GMBH & CO. KGAA
AUFSICHTSRAT DER H&R GMBH & CO. KGAA (ARBEITNEHMERVERTRETER)
(43) Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und UnternehmenGeschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen werden zu Bedingungen durchgeführt, wie sie unter fremden Dritten üblich sind. Mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen gibt es keine wesentlichen Geschäftsvorfälle. Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen finden mit den Gesellschaften der Familie Hansen (nachfolgend: Hansen & Rosenthal) sowie mit Gemeinschaftsunternehmen statt. Mit Hansen & Rosenthal gibt es eine wechselseitige Geschäftsbeziehung. Die Warenlieferungen für chemisch-pharmazeutische Produkte vom Standort Salzbergen erfolgen im Rahmen eines langfristigen Vertriebs- und Belieferungsvertrags, nach dem die relevante Hansen & Rosenthal Gesellschaft die Produkte einkauft und dann unter eigenem Namen und für eigene Rechnung an ihre Endkunden weiterveräußert. Des Weiteren erfolgen Lieferungen auf der Grundlage eines langfristigen Kommissionsvertrags für die Vermarktung bestimmter Produkte vom Standort Hamburg, für die Hansen & Rosenthal eine Kommissionsgebühr erhält. Darüber hinaus werden Fertigungs- und EDV-Dienstleistungen sowie Personalgestellungen durch Tochtergesellschaften der H&R KGaA für die Hansen & Rosenthal Gruppe und umgekehrt erbracht. Aus Lieferungen und Leistungen an Hansen & Rosenthal wurden im Geschäftsjahr 2022 T€ 789.652 erlöst (Vorjahr: T€ 566.073). Der überwiegende Anteil hiervon entfällt auf die Lieferung von chemisch-pharmazeutischen Produkten 2022 T€ 667.687 (Vorjahr: T€ 479.020) sowie aus Dienstleistungen im Rahmen einer Auftragsfertigung 2022 T€: 114.532 (Vorjahr: T€ 87.053). Von Hansen & Rosenthal bezogene Lieferungen und Leistungen betrugen im Geschäftsjahr 2022 T€ 151.902 (Vorjahr: T€ 109.675). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um den Bezug von chemisch-pharmazeutischen Produkten T€: 141.330 (Vorjahr: T€ 101.615). Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Forderungen gegenüber Hansen & Rosenthal T€ 37.918 (Vorjahr: T€ 48.892); die Verbindlichkeiten gegenüber Hansen & Rosenthal belaufen sich auf T€ 14.092 (Vorjahr: T€ 21.468). Die Abrechnung erfolgt zu handelsüblichen Konditionen und Eigentumsvorbehalten. Aus Lieferungen und Leistungen an Gemeinschaftsunternehmen wurden im Geschäftsjahr 2022 T€ 501 erlöst (Vorjahr: T€ 782). Von Gemeinschaftsunternehmen bezogene Lieferungen und Leistungen betrugen im Geschäftsjahr 2022 T€ 6.183 (Vorjahr: T€ 3.048). Hierbei handelt es sich überwiegend um den Bezug von Energie sowie von IT-Dienstleistungen. Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Forderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen T€ 15 (Vorjahr: T€ 9); es gab wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber Gemeinschaftsunternehmen. Aufsichtsrat und GeschäftsführungDas Management in Schlüsselpositionen beschränkt sich auf Aufsichtsrat und Geschäftsführung der H&R KGaA. Die Unternehmensleitung wird durch die Geschäftsführung der H&R Komplementär GmbH übernommen. Für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben wurde der Unternehmensleitung im Geschäftsjahr eine kurzfristig fällige Vergütung in Höhe von T€ 901 (Vorjahr: T€ 885) gewährt. Das Mitglied der Geschäftsführung erhält keine aktienbasierte Vergütung und keine Pensionszusagen. Aufwendungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Tätigkeit von Geschäftsführern gab es keine. Gegenüber der H&R Komplementär GmbH bestand zum Bilanzstichtag eine Verbindlichkeit in Höhe von T€ 152 (Vorjahr: T€ 136). Frühere Mitglieder der Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen bezogen für das Geschäftsjahr Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses von insgesamt T€ 278 (Vorjahr: T€ 301). Für frühere Mitglieder der Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen betrugen die Pensionsverpflichtungen insgesamt T€ 2.379 (Vorjahr: T€ 3.359). Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats umfasste eine Grundvergütung sowie eine zusätzliche Vergütung für Ausschusstätigkeiten und betrug insgesamt einschließlich Sitzungsgeldern T€ 515 (Vorjahr: T€ 515). Diese Vergütung ist kurzfristig fällig. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat erhalten über die Aufsichtsratsvergütung hinaus kurzfristig fällige Entgeltleistungen, die nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für den Aufsichtsrat stehen. Diese Entgelte resultieren aus dem jeweiligen Arbeitsverhältnis und belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt T€ 192 (Vorjahr: T€ 172). Zum 31. Dezember 2022 sind wie im Vorjahr weder Mitgliedern der Geschäftsführung noch Mitgliedern des Aufsichtsrats Kredite gewährt worden. Die Angaben zur Vergütung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht, der unter www.hur.com veröffentlicht wird, dargestellt. In der H&R KGaA gibt es einen Beirat, welcher der Geschäftsführung beratend zur Seite steht. Für die Tätigkeit des Beirats fielen im Geschäftsjahr 2022 Aufwendungen in Höhe von T€ 119 an (Vorjahr: T€ 103). Die im Rahmen von Beraterverträgen an Mitglieder der Organe der H&R KGaA gezahlten Honorare beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf T€ 75 (Vorjahr: T€ 75). Zum 31. Dezember 2022 bestanden gegenüber Organmitgliedern Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 515 (Vorjahr: T€ 515). Die Beträge sind kurzfristig fällig. (44) Entsprechenserklärung nach § 161 AktGDie nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist im Dezember 2022 abgegeben worden. Sie ist im Internet unter www.hur.com veröffentlicht. (45) Honorare KonzernabschlussprüferFür erbrachte Dienstleistungen der Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind im Geschäftsjahr folgende Honorare berechnet worden:
Das für das Geschäftsjahr 2022 vom Abschlussprüfer berechnete Honorar für Abschlussprüfungsleistungen betrifft insbesondere die gesetzliche Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der H&R KGaA sowie gesetzliche und freiwillige Jahresabschlussprüfungen. Die sonstigen Bestätigungsleistungen betreffen im Wesentlichen die Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts sowie Prüfungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bei Tochterunternehmen der H&R KGaA. (46) Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGBFür nachfolgende vollkonsolidierte Tochtergesellschaften wurde von der Möglichkeit zur Befreiung von der Pflicht zur Offenlegung gemäß § 264 Abs. 3 bzw. § 264b, jeweils i. V. m. § 325 HGB, sowie teilweise von Aufstellungserleichterungen Gebrauch gemacht:
(47) Risikomanagementpolitik, Kapitalmanagement und SicherungsmaßnahmenDas operative Geschäft sowie die Finanzierung der H&R KGaA unterliegen verschiedenen Finanz- und Marktpreisrisiken, insbesondere Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken, Kontrahenten-Ausfallrisiken sowie Risiken, die sich aus Rohstoffpreisveränderungen, Wechselkursschwankungen und Änderungen des Zinsniveaus ergeben. Diese Risiken werden durch ein systematisches Risikomanagement begrenzt. Den Risiken wird u. a. durch Sicherungsgeschäfte begegnet. Auf der Grundlage des Risikomanagementsystems der H&R KGaA, das konzernweit Anwendung findet, erfolgen die Identifizierung, Analyse und Bewertung dieser Risiken, die dann die Grundlage für die Entscheidung über Maßnahmen zu deren Vermeidung oder Begrenzung bilden. Zentrale Bestandteile des Risikomanagementsystems sind der Planungs- und Controllingprozess, das konzerninterne Regelwerk und das Berichtswesen. Die Konzernunternehmen unterliegen einem strikten Risikomanagement. Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen sind in internen Richtlinien verbindlich festgelegt. In regelmäßigen Konferenzen zur Geschäftsentwicklung werden neben den Ergebnissen der Geschäftstätigkeit mögliche Chancen und Risiken aufgezeigt sowie Ziele und Steuerungsmaßnahmen vereinbart. Auch derivative Finanzinstrumente kommen in diesem Zusammenhang zur Anwendung. Derivative Finanzinstrumente dürfen demnach grundsätzlich nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt werden, sondern dienen der Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft. Die Geschäftsführung definiert die Eigenkapitalquote des Konzerns als die Basisgröße für das Kapitalmanagement, welches darauf abzielt sicherzustellen, dass der Konzern auch in Zukunft den Finanzbedarf für Investitionen und Schuldentilgung decken kann. Die H&R KGaA strebt dabei eine Kapitalstruktur an, die die Kapitalkosten unserer Eigen- und Fremdkapitalgeber unter Berücksichtigung des Erhalts strategischer Flexibilität optimiert. Weitere wichtige Steuerungsgrößen sind die Nettoverschuldung und der Nettoverschuldungsgrad, der das Verhältnis von Nettoverschuldung zu operativem Ergebnis (EBITDA) beschreibt. Ein Konsortialkredit sowie bilaterale Darlehen verpflichten die Gesellschaft zur Einhaltung von Financial Covenants, die sich ebenfalls auf die Eigenmittelausstattung und den Nettoverschuldungsgrad beziehen. Die Financial Covenants wurden sowohl zum Bilanzstichtag als auch unterjährig vollumfänglich eingehalten. KAPITALSTRUKTUR
Unsicherheiten in Bezug auf COVID-19 sowie den Krieg in der Ukraine. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine führte für die H&R KGaA im Geschäftsjahr zu gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Transport- und Logistik sowie für Energie, da die Rohstoffe aus russischen Quellen kurzfristig ersetzt werden mussten. Da diese Mehraufwendungen überwiegend an den Markt weitergereicht werden konnten, hat der Krieg in der Ukraine das Konzernergebnis und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Geschäftsjahr nur unwesentlich beeinträchtigt. Perspektivisch können jedoch nicht absehbare Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg sowie Nachläufer der Covid-19 Pandemie zu erhöhten Risiken hinsichtlich der Wertschöpfung oder der Werthaltigkeit von Vermögenswerten, insbesondere Geschäfts- oder Firmenwerten und Immaterielle Vermögenswerten, führen. Ebenfalls könnten Zulieferer, Kunden sowie andere Geschäftspartner belastet werden, was zu Zahlungsausfällen oder Leistungsstörungen führen kann. Die H&R KGaA wird die Entwicklung nach wie vor sorgfältig beobachten, deren Auswirkung überwachen und etwaige Gegenmaßnahmen vorbereiten. Liquiditätsrisiken. Eine ausreichende Liquidität stellt die H&R KGaA insbesondere durch eine tägliche Überwachung des Liquiditätsstatus, nicht ausgenutzte Finanzierungsfazilitäten sowie frühzeitige Refinanzierungen von auslaufenden Kreditverträgen sicher. Die Einhaltung der Financial Covenants ist ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierungsverträge. Käme es zu einem Bruch der Financial Covenants und könnten diese nicht angepasst werden oder alternative Finanzierungsquellen kurzfristig gefunden werden, hätte dies bestandsgefährdende Auswirkungen auf den Konzern. Die H&R KGaA begegnet diesem Risiko durch eine mit genügend Eigenkapital gestützte Finanzierungsstruktur sowie Maßnahmen zur nachhaltigen Verstetigung des Ertrags wie die Umstellung des Standortes Salzbergen auf ein Lohnverarbeitungsmodell. Ausfallrisiken. Die uns aus Zahlungsverzögerungen bzw. -ausfällen von Kunden erwachsenden Risiken sind durch den hohen Diversifikationsgrad unserer Abnehmer und die geringe Abhängigkeit von einzelnen Debitoren begrenzt. Das strikte Forderungsmanagement unseres Vertriebspartners Hansen & Rosenthal mindert diese Risiken weiter. Nach derzeitigem Kenntnisstand vorliegende Delkredere-Risiken sind durch Wertminderungen abgedeckt. Dem Ausfallrisiko von Finanzinstituten, bei denen wir Kreditlinien vereinbart, Sicherungsgeschäfte abgeschlossen oder Geldanlagen getätigt haben, begegnen wir, indem wir größere, lang laufende Finanzgeschäfte nur mit Banken guter Bonität eingehen und größere Transaktionen auf mehrere Institute verteilen. Rohstoffpreisrisiko. Die H&R KGaA ist u. a. im Rahmen des Einkaufs von Rohstoffen, insbesondere beim Kauf von atmosphärischem Rückstand und Vakuumgasöl, dem Risiko von Preisschwankungen ausgesetzt. Der größte Anteil der Lieferverträge mit Kunden für die in den Spezialproduktionsstandorten des Geschäftsbereichs Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe erstellten Spezialprodukte sieht Festpreise für einen Zeitraum von höchstens drei Monaten vor. Zudem kann der Produktionsprozess in einem Spezialproduktionsstandort von der Anlieferung der Rohstoffe bis zur Herstellung eines fertigen Produktes bis zu acht Wochen in Anspruch nehmen. Damit können schnell steigende Rohstoffkosten nicht umgehend, sondern nur mit Zeitverzug an die Märkte weitergegeben werden. Die relevanten Preisentwicklungen unterliegen einer kontinuierlichen Beobachtung und Analyse. Durch die Veränderung von Rohstoffpreisen können im Ergebnis "Windfall Losses" und "Windfall Profits" auftreten, die sich über einen längeren Zeiträume i.d.R. ausgleichen. Das Rohstoffpreisrisiko betrifft im Wesentlichen die Umsatzerlöse und den Materialaufwand in den Segmenten ChemPharm Refining und ChemPharm Sales (siehe Erläuterung (36)). Dem Rohstoffpreisrisiko begegnet die H&R KGaA zum Teil mit dem Abschluss von Rohstofftermingeschäften, die als Cashflow-Hedges designiert werden. Währungsrisiko. Aufgrund der internationalen Ausrichtung der H&R KGaA entstehen aus der operativen Tätigkeit u. a. Währungsrisiken, die sich aus Wechselkursschwankungen zwischen der Geschäftswährung und anderen Währungen ergeben. Diese bestehen insbesondere im Einkaufsbereich durch den Abschluss von US-Dollar-Geschäften. Im Handelsgeschäft werden solche Risiken teilweise durch Termingeschäfte abgesichert. Im Produktionsprozess erfolgt keine Absicherung, da sich bei Abschluss von Devisentermingeschäften im Produktionsbereich aufgrund des langen Produktionsprozesses eine Umkehrung der beabsichtigten Absicherung ergeben könnte. Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Folgende Tabelle stellt das Netto-Exposure der bedeutendsten Fremdwährung zum Bilanzstichtag dar: NETTO-EXPOSURE
Das Netto-Exposure besteht aus Bilanzposten in der jeweiligen Währung, welche nicht der funktionalen Währung entspricht, abzüglich Derivate, welche zur Absicherung der Fremdwährungseffekte der jeweiligen Bilanzposten eingesetzt werden. Ein Anstieg des US-Dollar-Kurses um 10 % würde das Ergebnis und das Eigenkapital mit T€ 192 (Vorjahr: T€ 154) belasten, während bei einem Sinken des US-Dollar-Kurses um 10 % sowohl das Ergebnis als auch das Eigenkapital um T€ 235 (Vorjahr: T€ 188) ansteigen würden. Zinsrisiko. Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit der H&R KGaA wird u. a. auf variabel verzinsliche Fazilitäten zurückgegriffen. Zur Begrenzung der aus Veränderungen von Marktzinssätzen entstehenden Zinsrisiken werden ggfs. Zinsswaps als Zinssicherungsinstrumente eingesetzt. Bezüglich des Zinsrisikos wird eine Sensitivitätsanalyse für variabel verzinsliche finanzielle Verbindlichkeiten unter Einbezug von Zinserträgen auf Barbestände vorgenommen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 hätte ein hypothetischer Anstieg der Zinsen um 50 Basispunkte bzw. 0,5 % zu einem geringeren Nettozinsertrag in Höhe von -T€ 284 (Vorjahr: +T€ 19) und einer entsprechenden Verringerung des ausgewiesenen Eigenkapitals geführt. (48) Ereignisse nach dem BilanzstichtagIn der Zeit zwischen dem 31. Dezember 2022 und dem Zeitpunkt der Genehmigung des Konzernabschlusses hat es keine Vorgänge mit konkreten wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage gegeben. Möglicherweise führen jedoch die Entwicklungen des Ukrainekrieges im weiteren Jahresverlauf zu signifikanten Auswirkungen. Aufgrund der volatilen Situation sind diese jedoch aktuell nicht mit hinreichender Sicherheit zu quantifizieren. Weitere Ausführungen zu diesem Themenkomplex sind im Lagebericht im Rahmen des Risiko- und Prognoseberichts zu finden. (49) Genehmigung des AbschlussesDer Abschluss wurde am 17. März 2023 durch die Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.
Salzbergen, 17. März 2023 Die Geschäftsführung Niels H. Hansen, Alleingeschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die H&R GmbH & Co. KGaA, SalzbergenVermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der H&R GmbH & Co. KGaA, Salzbergen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Lagebericht zusammengefassten Konzernlagebericht (nachfolgend: Konzernlagebericht) der H&R GmbH & Co. KGaA, Salzbergen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB, auf die im Konzernlagebericht verwiesen wird, und den Unterabschnitt "Bericht über das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem und über die wesentlichen Chancen und Risiken" im Abschnitt "Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sowie Stellungnahme zur Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme" im Konzernlagebericht haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Ebenso werden wir den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht, auf den im Konzernlagebericht verwiesen wird und von dem vorgesehen ist, ihn auf der Internetseite der Gesellschaft zu veröffentlichen, in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich prüfen. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar. Unsere Darstellung dieser besonderes wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert: (1) Risiko für den Abschluss (2) Prüferisches Vorgehen (3) Verweis auf zugehörige Angaben Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte(1) Risiko für den Abschluss Im Konzernabschluss der H&R GmbH & Co. KGaA werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Buchwert in Höhe von insgesamt EUR 17,4 Mio. ausgewiesen. Hiervon entfallen EUR 16,7 Mio. auf den Geschäfts- oder Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ("Cash Generating Unit") Salzbergen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird einmal jährlich oder anlassbezogen einem Wertminderungstest ("Impairment Test") unterzogen. Dabei wird der Nutzungswert dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit gegenübergestellt. Zur Ermittlung des Nutzungswerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird als Bewertungsmethode die Discounted-Cashflow-Methode angewendet. Die zu diskontierenden zukünftigen Cashflows werden dabei aus der aktuellen Planung des H&R Konzerns abgeleitet. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Als geschätzter Wert wird der Nutzungswert im Wesentlichen von der Einschätzung zukünftiger Cashflows sowie dem verwendeten Diskontierungszinssatz beeinflusst und unterliegt erheblichen Schätzunsicherheiten. Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt aus unserer Sicht im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. (2) Prüferisches Vorgehen Bei der Durchführung unserer Prüfung haben wir das methodische Vorgehen der Gesellschaft zur Durchführung des Wertminderungstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Hierzu haben wir uns zunächst ein Verständnis über den zugrunde liegenden Planungsprozess verschafft. Ferner haben wir die Ableitung der prognostizierten Cashflows aus der vom Aufsichtsrat gebilligten operativen Budgetplanung (2023) sowie der von den gesetzlichen Vertretern genehmigten Mittelfristplanung (2024-2027) des Konzerns nachvollzogen. Wir haben die Annahmen der Planung im Hinblick auf deren Konsistenz und Vertretbarkeit vor dem Hintergrund aktueller und erwarteter Gegebenheiten der jeweils relevanten Märkte und unserem Verständnis des jeweiligen wirtschaftlichen Umfeldes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit beurteilt. Zusätzlich haben wir das Management hierzu befragt. Aufgrund der Sensitivität des ermittelten Nutzungswerts auf Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes haben wir uns unter Hinzuziehung unserer internen Bewertungsspezialisten mit den verwendeten Parametern befasst und die Berechnungsschemata zur Ableitung des Diskontierungszinssatzes nachvollzogen. Ergänzend haben wir die vom Management für die zahlungsmittelgenerierende Einheit erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen und analysiert. (3) Verweis auf zugehörige Angaben Die Angaben der H&R GmbH & Co. KGaA zum Geschäfts- oder Firmenwert sowie dessen Werthaltigkeit sind in den Abschnitten 3, 4 und 12 des Konzernanhangs enthalten. Sonstige InformationenDer gesetzliche Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Diese sonstigen Informationen umfassen
Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, ist der gesetzliche Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Der ist Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Im Übrigen ist der gesetzliche Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDer gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGBPrüfungsurteilWir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei 529900NCRGGS5E0MGL93-2022-12-31-de.zip, mit dem Hash-Wert 4d78e58b8f 8d8bc25f41571e8e4448fcee52348b5cc2de32d 09c1a44c6fbfdc5, berechnet mittels SHA256 enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Grundlage für das PrüfungsurteilWir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem des IDW Qualitätsmanagementstandards: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) angewendet. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-UnterlagenDer gesetzliche Vertreter der Gesellschaft ist verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB. Ferner ist der gesetzliche Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-UnterlagenUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 24. Mai 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 14. Dezember 2022 vom Aufsichtsratsvorsitzenden beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2015 als Konzernabschlussprüfer der H&R GmbH & Co. KGaA, Salzbergen, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des BestätigungsvermerksUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Eric Pritsch.
Hamburg, den 20. März 2023 Grant
Thornton AG
Prof. Dr. Senger, Wirtschaftsprüfer Pritsch, Wirtschaftsprüfer Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Salzbergen, 17. März 2023 Die Geschäftsführung Niels H. Hansen, Alleingeschäftsführer Sonstige InformationenSechsjahresübersicht wichtiger Kennzahlen zum H&R-Konzern (IFRS)T. 26
1) Geschäftsbereich
Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe.
FinanzkalenderUnser Finanzkalender wird ständig erweitert. Die neuesten Termine erfahren Sie auf unserer Internetseite unter www.hur.com im Bereich der H&R GmbH & Co. KGaA unter Investor Relations.
KontaktWenn Sie Fragen zu unserem Unternehmen haben oder in den Verteiler für Unternehmenspublikationen aufgenommen werden möchten, wenden Sie sich bitte an unser Investor-Relations-Team: H&R GmbH & Co. KGaAInvestor Relations Am Sandtorkai 50 20457 Hamburg www.hur.com Ties KaiserTelefon: +49 (0) 40-43218-321 Telefax: +49 (0) 5976-945-308 E-Mail: ties.kaiser@hur.com Tanja PasslackTelefon: +49 (0) 40-43218-301 Telefax: +49 (0) 5976-945-308 E-Mail: tanja.passlack@hur.com ImpressumHerausgeberH&R GmbH & Co. KGaA Neuenkirchener Straße 8 48499 Salzbergen Konzept/GestaltungBerichtsmanufaktur GmbH, Hamburg FotosAchim Kraus, München (Portraitaufnahmen) Dieser Geschäftsbericht wurde am 31. März 2023 veröffentlicht. © H&R GmbH & Co. KGaA DisclaimerZukunftsbezogene AussagenDieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten von H&R GmbH & Co. KGaA bezüglich einer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von H&R GmbH & Co. KGaA weder beabsichtigt, noch übernimmt H&R GmbH & Co. KGaA eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen. Abweichungen aus technischen GründenAus technischen Gründen (z. B. Umwandlung von elektronischen Formaten) kann es zu Abweichungen zwischen den in diesem Geschäftsbericht enthaltenen und den zum elektronischen Bundesanzeiger eingereichten Rechnungslegungsunterlagen kommen. In diesem Fall gilt die zum elektronischen Bundesanzeiger eingereichte Fassung als die verbindliche Fassung. Der Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor; bei Abweichungen geht die deutsche Fassung des Geschäftsberichts der englischen Übersetzung vor. H&R GmbH & Co. KGaA Neuenkirchener Straße 8 48499 Salzbergen Tel.: +49 (0)59 76-9 45-0 Fax: +49 (0)59 76-9 45-308 E-mail: info@hur.com Internet: www.hur.com |
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