S.V. Holding Aktiengesellschaft

An der Flutrinne 12, 01139 Dresden, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Dresden HRB 8065
Eingetragen
2.2.2005
Branche
Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem VersicherungsgeschäftBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
Erwerb, Halten, Verwaltung und Veräußerung von Beteiligungen an Unternehmen im In- und Ausland (vor allem in Tschechien), insbesondere an Unternehmen der Versicherungswirtschaft und die Leitung der dadurch entstehenden Versicherungsgruppe; die Versicherungsgruppe besteht derzeit aus der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung Aktiengesellschaft mit Sitz in Dresden (Amtsgericht Dresden, HRB 8092) sowie der Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung Aktiengesellschaft mit Sitz in Dresden (Amtsgericht Dresden, HRB 7876).

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stefanie Schlick
seit 8.9.2023
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Mirko Dr. Mehnert
seit 5.9.2018
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

S.V. Holding Aktiengesellschaft

Dresden

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Aufsichtsrat

Joachim Hoof Vorsitzender des Vorstands der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Dresden Vorsitzender
Peter Schneider Präsident und Verbandsvorsteher des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, Stuttgart stv. Vorsitzender
Dirk Albers Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Bautzen, Bautzen
Dr. Andreas Jahn Vorsitzender des Vorstands der SV SparkassenVersicherung, Stuttgart
Dr. Michael Kreuzkamp Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Chemnitz, Chemnitz
Dr. Harald Langenfeld Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Leipzig, Leipzig
Klaus G. Leyh Mitglied des Vorstandes der Versicherungskammer Bayern, München
Roland Oppermann Mitglied des Vorstands der SV SparkassenVersicherung, Stuttgart
Stefan Proßer Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern, München (ab 10.05.2023)
Dr. Frederic Roßbeck Vorsitzender des Vorstandes der Feuersozietät Berlin Brandenburg Versicherung AG, Berlin
Roland Schmautz Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern, München (bis 10.05.2023)
Prof. Hans-Ferdinand Schramm Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Mittelsachsen, Freiberg
Ludger Weskamp Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Berlin

Vorstand

Gerhard Müller

Stefanie Schlick (ab 01.09.2023)

Josef Kreiterling

Dr. Mirko Mehnert

LAGEBERICHT

Überblick

Die satzungsmäßige Aufgabe der Gesellschaft ist das Halten aller Aktien an der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG, Dresden, an der Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG, Dresden, und der SV pojišťovna, a. s., Prag, sowie die Leitung dieser Versicherungsgruppe. Das Geschäftsgebiet der beiden erstgenannten Gesellschaften ist für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft satzungsgemäß das Gebiet des Freistaates Sachsen. Die Buchwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen betragen 84,6 % der Bilanzsumme.

Weiterhin übernahm ab dem 1. Januar 1999 die S.V. Holding AG die Beschaffung, den Abschluss und die Koordination von Versicherungsvermittlungsverträgen in den Sparten, die nicht selbst von der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG und Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG betrieben werden.

Jahresergebnis

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG lag im Geschäftsjahr 2023 weiter auf Wachstumskurs. Mit dem besten Vertriebsergebnis seit Bestehen der Gesellschaft gelang eine deutlich marktüberdurchschnittliche Beitragssteigerung im selbst abgeschlossenen Geschäft von 10,2 (Markt 6,8) % gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtgeschäft ergab sich ein Beitragswachstum von 7,2 %. Der Bestand an Versicherungsverträgen erhöhte sich um 4,7 % auf 801.139 (Vj. 765.017) Stück. Eine Reihe von Großschäden sowie inflationsbedingte Steigerungen der Schadendurchschnitte bewirkten einen deutlichen Anstieg der Schadenaufwendungen, was zu einer Brutto-Geschäftsjahresschadenquote von 79,6 (Vj. 70,4) % führte. Mit Brutto-Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb in Höhe von 51,4 Mio. EUR ergab sich eine Kostenquote von 27,3 (Vj. 26,2) %. Somit lag die kombinierte Brutto-Schaden-Kosten-Quote mit 101,4 (Vj. 87,1) % zum ersten Mal seit 10 Jahren über 100 %. Der Bestand an Kapitalanlagen erhöhte sich um 3,9 % auf 255,2 Mio. EUR. Die Gesellschaft erzielte einen Jahresüberschuss von 3,0 (Vj. 5,6) Mio. EUR.

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG hat trotz eines schwierigen Marktumfeldes ein positives Geschäftsergebnis im Jahr 2023 erzielt.

Erfreulich ist, dass das Neugeschäft gegen laufende Beitragszahlung im Bereich der Altersvorsorge- und Biometrieprodukte mit 21,8 Mio. EUR um +21,1 % weiter ausgebaut werden konnte. Der Rückgang der gebuchten Beiträge gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 ist hauptsächlich auf die volatilen Einmalbeiträge zurückzuführen, diese haben sich um 71,7 % auf 113 Mio. EUR reduziert (Markt: -12,5 %). Hier schlugen sich die Auswirkungen der von der Europäischen Zentralbank in den Vorjahren eingeleiteten Zinswende branchenkonform auf das Versicherungsgeschäft mit Einmalbeiträgen nieder. Die laufenden Beitragseinnahmen lagen mit 268,5 (Vj. 269,1) Mio. EUR auf Vorjahresniveau (-0,2 %/ Markt: -0,0 %).

Zum Jahresbeginn 2023 wurde ein ergänzendes Altersvorsorgeprodukt namens Garant Invest eingeführt. Dieses ermöglicht Kunden, die Wert auf Sicherheit legen, gleichzeitig attraktive Renditechancen aus einer chancenorientierten Indexbeteiligung zu nutzen. Seit dem dritten Tertial komplettiert der Garant Invest auch das Angebotsportfolio im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge. Ergänzend bieten fondsgebundene Vorsorgeprodukte weiterhin eine gute Kombination aus Chancen an den Kapitalmärkten und den Vorteilen einer Versicherung. Für die sicherheitsorientierten Kunden wurde ab September 2023 für Neuabschlüsse die etablierte Produktvariante Garant im Einmalbeitragsbereich wieder mit einer Beitragsgarantie in Höhe von 100 % angeboten. Damit erhalten die Kunden mit besonders hohem Sicherheitsbedürfnis neben attraktiven Renditechancen auch eine vollständige Beitragssicherung für ihre Altersvorsorge.

Es wurden verschiedene Maßnahmen zur Stärkung des Geschäftes gegen laufenden Beitrag speziell in der betrieblichen Altersvorsorge ergriffen. Beispielsweise wurde die Angebotspalette in der betrieblichen Altersvorsorge überarbeitet und die Beratungsanwendung optimiert.

Der gelebte Verbundgedanke innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe in Sachsen war ein stabilisierender Grundpfeiler für die Geschäftsentwicklung. So konnte durch Vertriebsaktionen mit Fokus auf vertraglich vereinbarte Zuzahlungsoptionen, z.B. für die Sterbegeld-Versicherungen, der Rückgang der Einmalbeiträge zum Teil abgeschwächt werden.

Die Stornoquote, d.h. das Verhältnis von Rückkäufen, Umwandlungen in beitragsfreie Versicherungen und sonstigen vorzeitigen Abgängen zum mittleren Bestand bezogen auf die laufenden Beiträge, verringerte sich auf 4,2 (Vj. 4,5) %. Bezogen auf die Versicherungssumme reduzierte sich die Stornoquote auf 3,2 (Vj. 3,4) %. Die Stückzahl-bezogene Stornoquote verbesserte sich und blieb mit 1,9 (Vj. 2,0) % auf dem Niveau des Vorjahres (Markt: 2,6 %).

Der Rückgang im Versicherungsbestand (-12 Tsd. Verträge) ist auf planmäßig ablaufende Verträge zurückzuführen.

Die Kapitalanlagen sanken entsprechend der Bestandsentwicklung um 1,7 % auf 5.638,9 Mio. EUR.

Ein weiterer Meilenstein im Wachstumskurs der Sparkassen-Versicherung Sachsen war der Kauf und die Integration des am 22. Dezember 2020 erworbenen tschechischen Versicherers SV pojišťovna, a. s. (SVP). Nach der finalen Genehmigung der Tschechischen Nationalbank (CNB) als zuständiger Aufsichtsbehörde wurde der Erwerb am 4.11.2021 rechtlich vollzogen. Das Ziel der SVP ist es, ergänzend zur bisherigen Produktpalette das Angebot in den Bereichen der Schadens- und Lebensversicherung zu erweitern und den Vertrieb, insbesondere über die Sparkassen im Grenzgebiet zur Tschechischen Republik, auszubauen. Damit sollen insbesondere Berufspendler und tschechische Bürger in Böhmen erreicht werden. Somit gehören seit 2021 zur Gruppe der Sparkassen-Versicherung Sachsen nun drei operative Gesellschaften.

Die SVP fokussiert sich als Erstversicherer für Privatkunden bisher schwerpunktmäßig auf Angebote von Nischenprodukten, so z.B. Garantieverlängerungs-, Reisekrankenversicherungen. Das Produktportfolio umfasst zudem Hausrat-, Wohngebäude-, Privathaftpflicht- und Unfallversicherungen und eine Multi-Risk-Police.

Die Gesellschaft hat im Jahr 2023 einen Prämienrückgang verzeichnet. Die Höhe der gebuchten Beiträge brutto belief sich im Jahr 2023 auf 25,1 (2022: 25,9) Mio. EUR, was einen Rückgang von 2,9 (5,1 % ohne Währungskurseffekt) im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dieser Rückgang ist vor allem auf einen Rückgang der Verkäufe von Reiseversicherungen und der verlängerten Garantieversicherung zurückzuführen. Dagegen verzeichnete die Gesellschaft einen Anstieg bei der Krankenversicherung für Ausländer, die ab 20. September 2023, wenn die Novelle des Gesetzes über den Aufenthalt von Ausländern in Kraft tritt, wieder in ihrer Vollversion angeboten werden kann.

Die Lebensversicherung verzeichnete weiterhin einen Rückgang der gebuchten Prämien, wobei die Gesellschaft im Vergleich zu 2022 einen Rückgang von 8,5 % (ohne Währungskurseffekt) erfasste.

Die gebuchten Bruttobeiträge in der Lebensversicherung beliefen sich auf 4,6 (2022: 4,9) Mio. EUR. Ihr Anteil an den gesamten gebuchten Beiträgen betrug 18 % des gesamten Beitragsvolumens. Die gebuchten Bruttobeiträge im Nichtlebensgeschäft beliefen sich auf 20,6 (2022: 21,0) Mio. EUR.

Zur vertiefenden Einschätzung der Chancen wird an dieser Stelle auf die Ausführungen im Ausblick sowie auf den Prognosebericht verwiesen.

Die S.V. Holding AG erzielte - ohne Beteiligungserträge und Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen - einen Jahresüberschuss von 645.450,70 EUR. Die Gewinnausschüttung der Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG beläuft sich auf 1.725.900,00 EUR. Die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG führte aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages ihren gesamten Gewinn in Höhe von 1.081.100,00 EUR ab. Einschließlich des Gewinnvortrages aus dem Vorjahr in Höhe von 1.844.846,23 EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 5.297.296,93 EUR. Der Gewinnverwendungsvorschlag ist auf Seite 37 aufgeführt.

Vermögenslage

Zum Bilanzstichtag verfügte die S.V. Holding AG über Barmittel in Höhe von 43 TEUR sowie Termingelder in Höhe von 900 TEUR . Die laufenden Einnahmen der Gesellschaft sind ausreichend, die laufenden Verbindlichkeiten zu bedienen.

Im Geschäftsjahr 2014 wurde zwischen der S.V. Holding AG und der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG ein Ergebnisabführungsvertrag zum Zwecke einer ertragsteuerlichen Organschaft geschlossen.

Verbundene Unternehmen

Das Aktienkapital der Gesellschaft hält zu 51 % die Beteiligungsgesellschaft der Sparkassen des Freistaates Sachsen mbH, Dresden, und zu 49 % die BSÖ-Beteiligungsgesellschaft mbH, München. Somit ist die Gesellschaft entsprechend den §§ 15 ff. AktG mit der Beteiligungsgesellschaft der Sparkassen des Freistaates Sachsen mbH, Berlin, verbunden.

Die Gesellschaft hält je 100 % des Aktienkapitals der Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG, Dresden, der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG, Dresden, und der SV pojišťovna, a. s., Prag und ist daher gemäß §§ 15ff. AktG mit diesen verbunden.

Nach den Vorschriften des § 312 AktG erstellte der Vorstand einen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Dieser schließt mit der Erklärung:

"Die Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen wurden weder getroffen noch unterlassen."

Risiko- und Chancenbericht

Strukturen und Prozesse des Risikomanagements

Der Umgang mit Risiken ist bedeutend für den langfristigen Unternehmenserfolg der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG. Dies gilt sowohl für Risiken aus den Bereichen Versicherungstechnik und Kapitalanlage als auch für alle anderen Risiken der strategischen und operativen Unternehmensführung. Die Gesellschaft hat in diesem Rahmen ein entsprechendes Kontroll-, Berichts- und Meldewesen implementiert. Das Risikomanagement des Unternehmens gewährleistet, dass im Sinne der aufsichtsrechtlichen Anforderungen gefährdende Entwicklungen und wesentliche Risiken frühzeitig erkannt und adäquate Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Es orientiert sich konsequent an dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), den Vorgaben der Europäischen Union und EIOPA sowie den Auslegungsentscheidungen und Rundschreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die dauerhafte Erfüllbarkeit der eingegangenen Verpflichtungen steht dabei im Vordergrund.

Die Struktur des Unternehmens stellt eine Funktionstrennung zur Vermeidung von Interessenkonflikten sicher. Dabei wird auf eine klare Trennung zwischen Risikoaufbau und deren Bewertung und Steuerung geachtet. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten aller handelnden Personen sind eindeutig definiert.

Die Vorgaben zur Risikohandhabung und -steuerung sind in der Risikostrategie dokumentiert und werden im jährlichen Turnus analysiert und bei Bedarf aktualisiert. Die Gesellschaft verfolgt einen primär dezentral ausgerichteten Risikomanagementansatz, bei dem die Risikoidentifikation und -bewertung sowie die Umsetzung von Maßnahmen zur Risikobegrenzung überwiegend den operativen Funktionseinheiten obliegen.

Die Risikomanagement-Funktion und das Zentrale Risikomanagement verantworten in der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG die ordnungsgemäße und wirksame Ausgestaltung und Umsetzung des Risikomanagementsystems, dessen Weiterentwicklung, die Steuerung und Koordination des Risikomanagementprozesses sowie die interne und externe Berichterstattung. Weiterhin fördert sie die Risikokultur im Unternehmen.

Das oberste Berichts- und Entscheidungsgremium im Zusammenhang mit dem Risikomanagementsystem bzw. der Risikosituation der Gesellschaft ist das Risikokomitee. Die Entscheidungskompetenz liegt dabei ausschließlich beim Vorstandsgremium. Neben dem Vorstand gehören dem Risikokomitee die jeweils Verantwortliche Person der Schlüsselfunktion Risikomanagement, Compliance, Versicherungsmathematik und Interne Revision sowie weitere Führungskräfte an. Regelmäßig bzw. anlassbezogen werden ausgewählte Runden auch mit Gästen durchgeführt (z.B. IT-Sicherheit). Damit können alle Risikomanagementfragen durch Beratung und Entscheidungsvorbereitung mit den Verantwortlichen der höchsten Führungsebene diskutiert werden. In den Sitzungen des Risikokomitees erfolgt gegenüber dem Vorstand die Berichterstattung zum Risikomanagementprozess, zu den Risikocontrollingmodellen, zum Kapitalanlagenrisikomanagement und zur Versicherungstechnik. Auf operativer Ebene wird das Risikokomitee durch den Steuerungskreis und das ALM-Komitee (Asset-Liability-Management) unterstützt. Der Steuerungskreis ist dabei für den Aufbau, die Pflege sowie die Anpassung von Methoden und Prozessen an die Unternehmensspezifika zuständig und spricht Empfehlungen an das Risikokomitee aus. Das ALM-Komitee steuert den ALM-Prozess der Gesellschaft und führt Analysen durch, um die Wirkungen zukünftig möglicher Szenarien abzuschätzen. Die Sitzungen des Steuerungskreises und des ALM-Komitees wurden im Geschäftsjahr 2023 zeitgleich durchgeführt. Die Ergebnisse bilden anschließend die Grundlage strategischer Unternehmensentscheidungen. Oberste Priorität hat hier die dauerhafte Stabilität der Gesellschaft.

Die Risikosituation der Lebensversicherung wird mit Hilfe separater Risikotragfähigkeitsmodelle und Limitsysteme überwacht und gesteuert. Dazu beschließt der Vorstand für die Gesellschaft, ob und in welcher Höhe vorhandenes Kapital zur Bedeckung der bestehenden Risiken zur Verfügung steht (Risikodeckungsmasse). Die Risikotragfähigkeit ist gewährleistet, wenn die Risikodeckungsmasse mindestens 120 % der Gesamtrisiken beträgt. Zur unterjährigen Kontrolle sind Ampelsysteme und verbindliche Eskalationsprozesse definiert. Der Zusammenhang zwischen den finanziellen Ressourcen und der aktuellen Risikosituation wird monatlich in mehrdimensionalen Perspektiven herausgearbeitet.

Gleichzeitig führt die Gesellschaft halbjährliche Risikoinventuren durch. Der Fokus liegt dabei auf der Erfassung sämtlicher Risiken und Prozesse, die sich nachhaltig negativ auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage auswirken können. Im Rahmen der Risikobewertung wird dargestellt, welche Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen wurden und wie sich diese Maßnahmen auswirken. Die quantitative Risikobewertung erfolgt demnach unter Berücksichtigung der bestehenden Maßnahmen, das heißt nach Steuerung. Darüber hinaus kann es Einzelrisiken (z.B. Kapitalanlage) geben, für die eine Betrachtung vor Steuerung zusätzlich durchgeführt wird. Neben der Risikobetrachtung wird auf eine angemessene Eigenmittelausstattung unter handelsrechtlichen und aufsichtsrechtlichen Gesichtspunkten Wert gelegt, welche fortlaufend überprüft und gesteuert wird.

Ein weiterer Sachverhalt, der sich sowohl als interner als auch externer Risikotreiber manifestieren wird, ist das Thema "Nachhaltigkeit". Unter Nachhaltigkeit werden drei Themenbereiche subsumiert: Environmental, Social und Governance oder kurz ESG. Das Eintreten von ESG-Risiken kann tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der Gesellschaft haben. Nachhaltigkeitsrisiken stellen dabei keine eigene Risikoart dar, sondern spiegeln sich als Treiber in den Einflussfaktoren der einzelnen Risiken wider und werden dort entsprechend berücksichtigt.

Um Risiken zu messen, zu kontrollieren und zu steuern, stehen dem Zentralen Risikomanagement und den Fachbereichen folgende qualitative und quantitative Instrumente zur Verfügung.

Allgemeine Instrumente:

Strategien (Unternehmens-, Vertriebs-, Risiko-, Kapitalanlage-, Nachhaltigkeits- und IT-Strategie)

Jahres- und Mehrjahresplanungen

Plan-Ist-Vergleiche

Stresstests und Sensitivitätsanalysen

Asset-Liability-Management

Ampelsysteme

Darüber hinaus bestehen, entsprechend der jeweiligen Risikokategorie, weitere spezielle Instrumente, um Risiken zu messen, zu kontrollieren und zu steuern.

Risikoart Instrument
Markt- und Kreditrisiken Szenario- und Sensitivitätsanalysen
Laufende Ratingüberwachung
Ausfallstatistiken
Anlagegrenzen im Direktbestand
Anlagerichtlinien bei Fonds
Prozess zur eigenen Kreditrisikoeinschätzung
Emittenten-Research der Landesbank Baden-Württemberg
Liquiditätsrisiken Liquiditätsplanung und -stresstests
Versicherungstechnische Risiken Mathematisch-Naturwissenschaftliche Modellrechnungen
Rückversicherungsmanagement
Szenario- und Sensitivitätsanalysen
Zonierungssysteme
Operative Risiken Plan-Ist Vergleiche
Interne Kontrollsysteme
Business Continuity Managementsystem
Kompetenzrichtlinien
Compliance-Management-System
Interne Vorgaben

Das vollumfängliche Gesamtbild der jeweils aktuellen Risikosituation liefern die jährlichen Berichte im Rahmen des Regular Supervisory Reportings (RSR) und zur Solvenz- und Finanzlage (SFCR) sowie der Bericht zur unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA-Bericht) gemäß den aufsichtsrechtlichen Vorgaben. Eine Ausfertigung des RSR und des ORSA-Berichts wird der BaFin vorgelegt. Ergänzende Analysen und Informationen erhält der Vorstand in unterschiedlicher Frequenz, wie zum Beispiel in einer Vorstandssitzung bzw. im Risikokomitee oder ad hoc im Rahmen des Ad-hoc-Meldeprozesses. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat vierteljährlich über das Risikoportfolio und in den Aufsichtsratssitzungen über den aktuellen Stand des Risikomanagementsystems sowie die Solvabilitätsentwicklung und über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung.

Das Interne Kontrollsystem (IKS), das Compliance-Management-System, das Business-Continuity-Management (BCM) und das IT-Sicherheitsmanagement sind weitere wichtige Bestandteile zur Steuerung der Risikosituation. Die Einhaltung aller einschlägigen gesetzlichen und sonstigen Vorschriften (z.B. interne Vereinbarungen, Arbeitsanweisungen und Richtlinien) wird durch die Compliance-Funktion bzw. den IT-Sicherheitsbeauftragten koordiniert. Die Leitlinie für die Compliance-Funktion regelt verbindliche Verhaltensgrundsätze für die Mitarbeitenden. Das etablierte BCM besteht unter anderem aus dem Notfallstab, den Notfallbeauftragten sowie einem standardisierten Alarmierungsvorgehen. BCM-Pläne stellen sicher, dass die notwendigen Ressourcen (Mitarbeitende, Räumlichkeiten, externe Dienstleister, IT-Anwendungen, Dokumente) für die hochkritischen und kritischen Geschäftsprozesse zeitgerecht zur Verfügung stehen.

Um auch weiterhin bestmöglich auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein, nehmen die Mitarbeitenden des Unternehmens regelmäßig an Seminaren zu aufsichtsrechtlichen Themenstellungen und an quantitativen Auswirkungsstudien teil. Über Arbeitsgruppen, Erfahrungsaustausche im Verband der öffentlichen Versicherer sowie mit den Aktionärsversicherern und Informationsveranstaltungen (GDV, BaFin, sonstige Anbieter) werden zudem ein laufender Know-how-Aufbau und eine Orientierung an Best Practice-Lösungen sichergestellt.

Das Risikomanagementsystem wird jährlich durch die Interne Revision geprüft. Für das Jahr 2023 ergaben sich keine wesentlichen oder schwerwiegenden Beanstandungen.

Das Geschäftsjahr 2023 war von einer hohen Volatilität der Kapitalmarktzinsen und einer erhöhten Inflation geprägt. Während das Zinsniveau bis zum dritten Quartal des Jahres 2023 weiter anzog, kam es im vierten Quartal zu einem scharfen Rückgang. Auf der Beitragsseite ergab sich infolge der Zinsentwicklung und der damit verbundenen gestiegenen Attraktivität von Bankeinlagen ein deutlicher Rückgang bei den Einmalbeiträgen. Das Geschäft gegen laufenden Beitrag zeigte sich im Jahresverlauf stabil.

Den Empfehlungen des Deutschen Standardisierungsrates zur Risikoberichterstattung von Versicherungsunternehmen (DRS 20) folgend, stellt sich die Risikosituation der Gesellschaft im Detail wie folgt dar:

Ergebnisse der Risikoerhebung

Versicherungstechnische Risiken

Das Portfolio ist hinsichtlich der einzelnen Versicherungsarten ausgewogen, wobei die Rentenversicherungen dominieren. Es gibt klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für die Bearbeitung von Versicherungsverträgen. Versicherungstechnische Risiken im Bereich der Lebensversicherung können durch wesentliche Änderungen der biometrischen Risiken, wie beispielsweise Sterblichkeit oder Berufsunfähigkeit, entstehen. Als Instrumente des Risikomanagements kommen umfangreiche Monitoring- und Controllingmaßnahmen sowie Szenario- und Sensitivitätsanalysen aktiv zum Einsatz. Ein Lebensversicherungsvertrag sieht während der gesamten Vertragslaufzeit nur eingeschränkte Beitragsanpassungsmöglichkeiten bei geänderter Risikosituation vor.

Um dies zu berücksichtigen, werden die verwendeten Rechnungsgrundlagen regelmäßig überprüft und die Produkte auskömmlich kalkuliert.

a) Biometrisches Risiko

Da sich eine nennenswerte Veränderung der biometrischen Risiken normalerweise über einen langen Zeitraum erstreckt, könnte insbesondere bei Verträgen mit langer Vertragslaufzeit eine Finanzierungslücke für die Erfüllung der garantierten Leistungen entstehen. Daher wird regelmäßig die Angemessenheit der verwendeten Rechnungsgrundlagen überprüft. Konkrete Rückschlüsse auf die Veränderung der biometrischen Risiken aufgrund der Corona-Pandemie lassen sich aktuell für die Zusammensetzung des Bestandes der Gesellschaft nicht ableiten.

Die Beurteilung des Langlebigkeitsrisikos ist für die Deckungsrückstellung in der Rentenversicherung von besonderer Bedeutung. Bei den laufenden Rentenversicherungen wurde in den letzten Jahren eine Verringerung der Sicherheitsmargen hinsichtlich der für die Rückstellungsberechnungen verwendeten Sterbetafeln beobachtet. Unter Anwendung der seitens der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) veröffentlichten Hinweise und Richtlinien zur ausreichenden Reservierung aller Verpflichtungen aus laufenden oder anwartschaftlichen Erlebensfallleistungen wird eine Zusatzrückstellung nach den jeweils neuesten Erkenntnissen berechnet und zu Lasten des Jahresergebnisses in die Deckungsrückstellung eingestellt. Gemäß den DAV-Hinweisen und den eigenen Beobachtungen überprüft die Gesellschaft die Höhe der Zusatzrückstellung jährlich und passt sie bei Bedarf an. Damit gehen die neuesten Sterblichkeits- bzw. Langlebigkeitsentwicklungen in die Berechnung der Zuführungen zur Deckungsrückstellung ein. Der Verantwortliche Aktuar der Gesellschaft stellt sowohl bei der Tarifkalkulation als auch bei der Reservierung aller Risiken durch die Verwendung vorsichtiger biometrischer Rechnungsgrundlagen sicher, dass eine dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen gegenüber den Kunden nach allen derzeitigen Erkenntnissen jederzeit gewährleistet ist.

Die Einschätzung des Risikos der Berufsunfähigkeit (BU) wird von der DAV ebenfalls laufend analysiert. Neue Erkenntnisse führten dazu, dass eine neue Tafel DAV 2021 I im Januar 2022 von der DAV veröffentlicht wurde. Anhand von qualitativen Untersuchungen wurden die Auswirkungen auf den Bestand an Berufsunfähigkeitsversicherungen der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG abgeschätzt. Demnach ist die aktuelle Reservierungsgrundlage der BU-Absicherung weiterhin angemessen. Darüber hinaus begrenzt die bei der Gesellschaft verfolgte Rückversicherungspolitik die biometrischen Risiken.

Mit der Umsetzung des Unisex-Urteils des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in deutsches Recht dürfen seit 21.12.2012 nur noch Tarife nach Unisexkalkulation abgeschlossen werden. Mit den Ergebnissen der Bestandsanalysen sowie der Kontrollrechnung auf Basis des Fachgrundsatzes der DAV konnte die Angemessenheit der Mischungsverhältnisse, insbesondere für das Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiko, nachgewiesen werden. In Teilbeständen des Berufsunfähigkeitsrisikos wird die Deckungsrückstellung zum 31.12.2023 um einen im Rahmen der Kontrollrechnung ermittelten Betrag erhöht.

Bei der Bestimmung der versicherungstechnischen Zusatzrückstellungen für Erlebensfallleistungen (Rentennachreservierung) und für Lebensversicherungen mit eingeschränkter Risikoprüfung sowie für die Zinszusatzreserve hat die Gesellschaft die verwendeten Storno- bzw. Kapitalwahlwahrscheinlichkeiten überprüft und entsprechend den Erkenntnissen und festgelegten Methoden angepasst.

Bei der Bestimmung der Zusatzrückstellungen per 31.12.2023 hat sich das gleichförmige Kundenverhalten bei der Neigung zur Kapitalabfindung und zum Storno weiterhin bestätigt.

b) Rechtliches Risiko

Von Gerichten, Medien und Verbraucherschützern wird unverändert die Transparenz der Bedingungen und Kundeninformationen kritisiert. Die Entwicklungen - auch der neuesten Rechtsprechung zu diesem Thema - und die absehbar noch weiter erhöhten Anforderungen aus der europäischen Gesetzgebung werden aktiv beobachtet, um sich rechtzeitig darauf einstellen zu können.

Nach dem Urteil des EuGH zur fehlenden Konformität des so genannten Policenmodells mit dem Europarecht hat sich im Jahr 2014 auch der BGH mit dem Sachverhalt beschäftigt und im Jahr 2015 weitere Entscheidungen zur Anwendbarkeit und zur Berechnung möglicher Kundenansprüche getroffen. Nach Einschätzung der Gesellschaft ergeben sich aus den im betroffenen Zeitraum verwendeten Vertragsunterlagen für die Gesellschaft keine erhöhten Risiken. Die Anzahl an Anfragen und Klagen ist weiterhin sehr gering. Konkrete Auswirkungen durch Urteile aus laufenden Gerichtsverfahren werden im Moment nicht gesehen.

c) Zinsgarantierisiko

Das Zinsgarantierisiko in der Lebensversicherung besteht darin, dass die gegenüber den Versicherungsnehmern abgegebenen Garantien über die Verzinsung ihrer Verträge nicht erfüllt werden können. Die derzeitigen Maßnahmen der Gesellschaft sind nach den bestehenden Erfahrungen so festgelegt, dass alle langfristigen Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen erfüllt werden können. Durch den weiteren Ausbau des Risikomanagements im Bereich der Aktiva und Passiva werden die Rahmenbedingungen des Kapitalmarktes laufend beobachtet. Die über mehrere Jahre gehenden Planungsrechnungen bestätigen, dass die durchschnittliche Mindestverzinsung der zugeordneten Kapitalanlagen die Garantieverzinsung der versicherungstechnischen Passiva übersteigt. Der durchschnittliche bilanzielle Bestandsrechnungszins liegt mit 1,07 % der Deckungsrückstellung um 0,02 %-Punkte unter dem Vorjahreswert und damit unterhalb des Durchschnittswertes der deutschen Versicherungsbranche (1,35 %). Die notwendige Garantieverzinsung wurde durch die Kapitalerträge erwirtschaftet. Bei den für das Neugeschäft seit dem 01.01.2023 offenen Tarifen wurde ein Garantiezins in Höhe des Höchstrechnungszinses von 0,25 % hinterlegt.

Seit März 2011 ist der Aufbau einer Zinszusatzreserve über die Deckungsrückstellungsverordnung festgelegt. Durch den für 2023 vorgeschriebenen Vergleichszins in Höhe von 1,57 % und die Bestandsentwicklung wurde die Zusatzrückstellung per 31.12.2023 für die Teilbestände mit einem Garantiezins von 4,00 %, 3,50 %, 3,25 %, 2,75 %, 2,25 % und 1,75 % von 329,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 318,1 Mio. EUR verringert. Dabei wurden Storno- und Kapitalwahlwahrscheinlichkeiten berücksichtigt. Die Trendumkehr am Kapitalmarkt seit 2022 bewirkt den Abbau der Zusatzreserve, da zwar der Referenzzins konstant bleibt, aber der zugrundeliegende Bestand sich kontinuierlich verringert. Es ist für die Zukunft von weiteren Rückflüssen aus der Zinszusatzreserve auszugehen, solange der Referenzzins auf dem aktuellen Niveau verbleibt oder ansteigt.

Kostenrisiko

Das Kostenrisiko spiegelt die negative Abweichung der tatsächlichen von den kalkulierten Kosten wider. Bei der Gesellschaft reichten wie in den Vorjahren die Teile der Beiträge bzw. der Deckungsrückstellung, die zur Deckung von Kosten einkalkuliert sind, aus, um die tatsächlich entstandenen Kosten zu decken.

Dem möglichen Entstehen eines Kostenrisikos wird mit Analysen der Abschluss- und Verwaltungskosten, durch die Zerlegung des Rohüberschusses nach Ergebnisquellen und die laufende Beobachtung der Kostenentwicklung sowie einem in der Gesellschaft vorhandenen Kostenmanagement entgegengewirkt.

Stornorisiko

Das Stornorisiko beschreibt die unerwartete Kündigung von Lebensversicherungsverträgen und wird bei der Berechnung der Rückkaufswerte angemessen berücksichtigt. Es ist sichergestellt, dass die Deckungsrückstellung jeder Versicherung mindestens so hoch ist, wie der jeweilige vertraglich oder gesetzlich garantierte Rückkaufswert. Risiken durch erhöhtes Storno - speziell bei sprunghaftem Zinsanstieg an den Kapitalmärkten - ergeben sich somit besonders beim Liquiditätsbedarf. Laufende Liquiditätsuntersuchungen und das Liquiditätsfrühwarnsystem tragen zur Risikominderung und Steuerung bei.

Insgesamt betrachtet kann aus heutiger Sicht die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen gegenüber Kunden als gesichert angesehen werden.

Die im Jahr 2017 eingeführten kapitalmarktabhängigen Stornoabschläge haben vor dem Hintergrund des Zinsanstieges das Stornoergebnis zu Gunsten des verbleibenden Bestandes stabilisiert.

Im Bereich der Schaden-/Unfallversicherung

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG betreibt die Sparten Kraftfahrt-, Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Assistanceversicherung. Das Portefeuille der Gesellschaft ist in den einzelnen Versicherungssparten ausgewogen, wobei der Schwerpunkt in der Kraftfahrtversicherung liegt. Es gibt klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für die Bearbeitung von Versicherungsverträgen. Als Instrumente des Risikomanagements kommen mathematisch-naturwissenschaftliche Modellrechnungen, weiterentwickelte Zonierungssysteme sowie die Optimierung des Rückversicherungsschutzes aktiv zum Einsatz.

Die versicherungstechnische Risikosituation eines Schaden- und Unfallversicherers ist wesentlich geprägt durch das Prämienrisiko, das Reserverisiko und das Rückversicherungsrisiko. Mit Hilfe verschiedener Vorkehrungen erreicht die Gesellschaft, dass die beschriebenen Risiken transparent und somit kontrollierbar gemacht werden.

a) Prämienrisiko

Das Prämienrisiko besteht darin, dass die kalkulierten Prämien für die Schadenbelastung und Kosten nicht ausreichend sind. Um das Prämienrisiko beherrschbar zu gestalten, basiert die Kalkulation der Produkte auf einer breiten Basis ausgewählter Rechnungsgrundlagen und mathematisch-statistischer Verfahren. Es werden u. a. Daten des Verbandes öffentlicher Versicherer (VöV) sowie des GDV zur Kalkulation herangezogen.

Zur Risikosteuerung des Portfolios gibt es in allen Sparten Annahme- und Zeichnungsrichtlinien. Ein Fachcontrolling analysiert und bewertet kontinuierlich die Schaden- sowie auch die produktspezifischen Beitrags- und Kostenentwicklungen. Aus den Erkenntnissen und der Abschätzung der künftigen Entwicklung werden Maßnahmen sowie ggf. ein Reunderwritingprogramm abgeleitet. Mögliche Risiken aus einer zukünftigen Inflationsentwicklung werden in der Produktkalkulation angemessen berücksichtigt. Darüber hinaus sind in nahezu allen Verträgen Beitragsanpassungsmöglichkeiten bei geänderter Risikosituation vorgesehen. Die für 2023 vorgenommenen Bestandsanpassungen in der Kfz-Versicherung konnten die Schadeninflation nicht vollständig auszugleichen.

Mit der Existenzversicherung bietet die Gesellschaft ein Produkt in der Unfallversicherung an, dass für den Versicherer einen Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht enthält und mit gleichbleibenden Beiträgen über die Vertragslaufzeit kalkuliert ist. Dadurch sind die Prämien zu Beginn der Vertragslaufzeit höher und zum Ende der Laufzeit niedriger als zur Deckung des Schadenaufwandes benötigt. Um dem aus den biometrischen Risiken herrührenden Verpflichtungsüberhang angemessen zu begegnen, wird eine Beitragsdeckungsrückstellung gebildet.

Seit 2016 wird mit der Versicherungslösung Sorglos Leben (Personenschutzbrief) gegen Einmalbeitrag ein Produkt mit einem lebenslangen Versicherungsschutz angeboten. Es erfolgt eine einmalige Beitragszahlung bis zum Ablauf des Versicherungsjahres, in dem die versicherte Person das 85. Lebensjahr vollendet hat. Danach schließt sich ein beitragsfreier Versicherungsteil an, für dessen künftige Verpflichtungen eine Beitragsdeckungsrückstellung gebildet wird.

Im Sommer 2023 traten wieder vermehrt Hagelereignisse in Deutschland auf. Zudem führten zahlreiche Tiefdruckgebiete zum Jahreswechsel 2023/2024 zu Hochwasserschäden insbesondere in Norddeutschland. Durch den Klimawandel wird sowohl die Frequenz als auch die Intensität solcher Ereignisse voraussichtlich weiter zunehmen. Die spätestens seit dem Unwetterereignis "Bernd" im Juli 2021 geführte politische Diskussion zur Einführung einer Pflichtversicherung gegen Naturgefahren findet weiterhin statt. Als vorsorgliche Maßnahme beteiligt sich die Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG daher am Elementar-Schaden-Pool der öffentlichen Versicherer. Weitere Ausführungen zur Wirkungsweise des Pools sind im Abschnitt "c) Rückversicherungsrisiko" enthalten.

b) Reserverisiko

Das Reserverisiko besteht darin, dass insbesondere im Long-Tail-Geschäft die Auszahlungen für eingetretene Schäden die dafür gebildeten Rückstellungen übersteigen.

Die versicherungstechnischen Einzelschadenrückstellungen für bekannte Schäden bemisst die Gesellschaft kaufmännisch auskömmlich durch eine bestmögliche Einschätzung aller Umstände (z.B. medizinische und wirtschaftliche Entwicklung). Bei großen Personenschäden werden zudem Reha-Experten hinzugezogen. Bei Veränderung des Sachverhaltes werden Anpassungen vorgenommen. Darüber hinaus werden auf Basis aktuarieller Methoden zusätzliche Rückstellungen für statistisch zu erwartende, aber am Bilanzstichtag noch unbekannte Schäden gebildet. Den gestiegenen Inflationsraten wird mit einem expliziten Zuschlag begegnet.

Die Rückstellungen werden durch systematische Analysen mit Hilfe mathematisch-statistischer Methoden bewertet und überwacht. Abwicklungsergebnisse werden laufend kontrolliert. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse werden in der Bemessung der Rückstellungen berücksichtigt.

In den letzten Jahren entwickelten sich die Brutto-Schadenquoten mit und ohne Kumulereignissen sowie die Brutto-Abwicklungsergebnisse der Gesellschaft im selbst abgeschlossenen Geschäft wie folgt:

2023 2022 2021 2020 2019 2018
Geschäftsjahresschadenquoten in % der verdienten Bruttobeiträge, inkl. Kumulereignisse 80,7 71,2 66,6 62,7 67,0 67,7
Geschäftsjahresschadenquoten in % der verdienten Bruttobeiträge, exkl. Kumulereignisse 79,5 68,9 65,7 61,7 63,8 63,3
Abwicklungsergebnis in % der Eingangsschadenrückstellung 5,2 9,7 6,1 3,8 6,6 4,6
2017 2016 2015 2014
Geschäftsjahresschadenquoten in % der verdienten Bruttobeiträge, inkl. Kumulereignisse 68,1 67,4 72,3 70,7
Geschäftsjahresschadenquoten in % der verdienten Bruttobeiträge, exkl. Kumulereignisse 65,4 66,9 71,1 70,7
Abwicklungsergebnis in % der Eingangsschadenrückstellung 9,5 6,3 7,3 5,4

Kumulschadenereignisse ab 0,5 Mio. EUR

Nach den handelsrechtlichen Berechnungsvorgaben werden zudem Schwankungsrückstellungen gebildet.

c) Rückversicherungsrisiko

Das Rückversicherungsrisiko besteht in der Fehleinschätzung der Exposure der Gesellschaft und dem Ausfall von Rückversicherern.

Mit einer sicherheitsorientierten Rückversicherungsstrategie werden bei den versicherungstechnischen Risiken sowohl die maximale Schadenbelastung aus Kumulereignissen wie auch Schwankungen aus größeren Einzelschäden begrenzt.

Ein wesentliches Risiko - insbesondere als regionaler Versicherer - ist das Zufalls- und Konzentrationsrisiko aus Elementarschadenereignissen. Die Naturkatastrophen der letzten Jahre deuten darauf hin, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Intensität solcher Schadenereignisse weiterhin zunehmen werden. Um das Risiko der Fehleinschätzung zu minimieren, führt die Gesellschaft regelmäßig zusammen mit verschiedenen Rückversicherungspartnern Analysen und Bewertungen des Elementarschadenexposure durch.

Als Antwort auf die politischen Debatten zur Elementarschadenpflichtversicherung wurde im Kreis der öffentlichen Versicherer (öVU) zum 01.01.2022 ein Elementarschadenversicherung-Schadenpool geschaffen, an dem sich das Unternehmen auch 2024 beteiligt. Mit dieser Lösung wird eine höhere Risikotragfähigkeit durch die bessere Diversifikation der Risiken erreicht. Der Pool ersetzt nicht die Rückversicherungskonzepte der beteiligten Unternehmen, sondern dient als Schutz vor einem unerwarteten bzw. extrem seltenen, in den Modellen ggf. unzureichend abgebildeten, regionalen Schadenereignis.

Um auch bei Großschäden, Kumulereignissen und im Long-Tail-Geschäft das Risiko von Forderungsausfällen bei den Rückversicherern zu begrenzen, werden fortlaufend deren Bonität und die aktuellen Ratings beobachtet. Der Großteil der Rückversicherung wird bei Rückversicherern der Gruppe der öffentlichen Versicherungsunternehmen platziert. Insgesamt betrachtet kann unter heutigen Gesichtspunkten die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen gegenüber dem Kunden als gesichert angesehen werden.

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

Die ausstehenden Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern beliefen sich auf 1,6 Mio. EUR. Davon bestanden 0,2 Mio. EUR Forderungen mit mehr als 90 Tage zurückliegendem Fälligkeitszeitpunkt. Die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre lag bei 0,0 %. Zur Abdeckung des allgemeinen Ausfallrisikos wurden entsprechende Wertberichtigungen gebildet. Die Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft werden als nicht bestandsgefährdend eingestuft. Aus Rückversicherungsbeziehungen bestanden zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 0,5 Mio. EUR. Das Rückversicherungsgeschäft wird ausschließlich mit Rückversicherern getätigt, die über sehr gute Bonitäten verfügen.

Risiken aus Kapitalanlagen

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor eines Lebensversicherungsunternehmens ist das Management von Kapitalanlagerisiken. Daher misst die Gesellschaft diesem Bereich der Geschäftstätigkeit eine hohe Bedeutung bei. Im Bereich der Kapitalanlagen können Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken auftreten. ESG-Aspekte als mögliche Treiber von bestehenden Risikokategorien werden bei der Bewertung von Anlagemöglichkeiten analysiert und relevante Faktoren werden im Anlageprozess berücksichtigt. Zudem werden bei Bedarf vertiefte Analysen zur Identifizierung von Nachhaltigkeitsrisiken auf Portfolioebene durchgeführt. Durch die laufende Beobachtung der Entwicklung auf den Kapitalmärkten und erstellte Marktprognosen werden alle Anlageentscheidungen ständig überprüft. Die aufsichtlichen Vorschriften des Grundsatzes der unternehmerischen Vorsicht für Kapitalanlagen werden mit Hilfe quantitativer Grenzen und qualitativer Vorgaben gesteuert.

Mit einer angemessenen Diversifikation nach kennzahlenorientierten Kriterien und inhaltlichen Vorgaben wird den Risiken entgegengewirkt. Das Unternehmen investiert in ein breit diversifiziertes Portfolio mit überwiegend guten bis sehr guten Bonitäten. Die Anlagen verteilen sich ausgewogen auf Staatsanleihen, Pfandbriefe und Anleihen von Emittenten aus dem Finanzsektor. Darüber hinaus stabilisieren zusätzliche Assetklassen wie Unternehmensanleihen, Immobilien, Aktien und Alternative Investments den Kapitalanlagenbestand. Die beschlossene Kapitalanlagestrategie der Gesellschaft sieht für 2024 eine Fortsetzung der breit diversifizierten Anlagepolitik vor.

Um den engen Zusammenhang zwischen Kapitalanlagen und Versicherungstechnik abbilden zu können, werden über Asset-Liability-Betrachtungen die wichtigsten Steuerungsgrößen in regelmäßigen Abständen analysiert und in der strategischen Ausrichtung der Kapitalanlagen berücksichtigt. Der Asset-Liability-Prozess und die betrachteten Stresstests und Szenarioanalysen werden durch die Gesellschaft jährlich auf ihre Angemessenheit geprüft und falls erforderlich angepasst.

Insgesamt stehen zur Abfederung der Kapitalanlagerisiken ein ausreichend hoher Bestand an Eigenmitteln sowie stille Reserven zur Verfügung. Bei Eintreten der unter dem Punkt a) Marktrisiken geschilderten Stressszenarien werden die Anforderungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen erfüllt und übertroffen. Es ist gewährleistet, dass die Gesellschaft ihre gegenwärtigen und zukünftigen Verpflichtungen aus bestehenden Verträgen bedienen kann.

a) Marktrisiken

Marktrisiken können durch ungünstige Entwicklungen bei Zinsen oder Kursen von Wertpapieren sowie bei Währungs- oder Wertänderungen bei Immobilien entstehen. Um ein mögliches Risikovolumen ermitteln zu können, werden in regelmäßigen Abständen verschiedene Szenarien von Kursentwicklungen bei Aktien sowie Zinsänderungen analysiert und unterschiedliche Stresstests durchgeführt. Die Stresstests wurden bestanden.

Ein unterstelltes Szenario mit einem Rückgang der Aktienkurse um 44 % würde zu einer Verminderung der Marktwerte um 185,2 Mio. EUR und einem möglichen Abschreibungsbedarf von 80,6 Mio. EUR führen. Der Abschreibungsbedarf ist vollständig durch bilanzielle Rücklagen und bestehende Bewertungsreserven gedeckt. Die Aktienengagements, welche in den Masterfonds der Gesellschaft eingebettet sind, führen nur dann zu Abschreibungen, wenn der beizulegende Wert des Masterfonds als Ganzes unterhalb des Buchwertes notiert.

Im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere würde das unterstellte Stressszenario mit einem Marktwertrückgang um 10 % zu einer Verminderung der Marktwerte um 415,5 Mio. EUR und einem möglichen Abschreibungsbedarf von 0,9 Mio. EUR führen. Für die Papiere, die im Anlagevermögen bilanziert werden, ergibt sich nur bei einer voraussichtlich dauerhaften Bonitätsverschlechterung eine ergebniswirksame Konsequenz. Der Abschreibungsbedarf wäre vollständig durch bestehende Bewertungsreserven gedeckt.

Im Immobiliensegment führt das unterstellte Szenario mit einem Marktwertrückgang um 10 % zu einer Verminderung der Marktwerte um 43,7 Mio. EUR. Die Papiere im Immobiliensegment, die dem Währungs- bzw. dem Wertänderungsrisiko unterliegen, sind auf Fondsebene durch Devisentermingeschäfte abgesichert.

Es besteht deshalb nach heutigen Erkenntnissen keine Gefährdung der Garantien aus den eingegangenen Verpflichtungen durch das Marktrisiko. Eine laufende Überprüfung und Aktualisierung der Risikoeinschätzung ist sichergestellt.

b) Kreditrisiken

Kreditrisiken können eintreten, wenn Schuldner oder Kontrahenten insolvent werden. Durch die Überprüfung der entsprechenden Kontrahenten- und Emittentenlimite wird das Kreditrisiko überwacht. Um das Kreditrisiko zu minimieren, erfolgen die Investitionen breit gestreut und vornehmlich nur in fundamental erstklassigen Werten. Die Kapitalanlagen sind überwiegend in Anlagen des besseren Investmentgrade-Bereichs investiert. Nachfolgende Tabellen geben die Aufteilung der verzinslichen Kapitalanlagen nach Rating in Bezug auf die Art der Emittenten bzw. der Besicherung sowie nach Bilanzpositionen wieder (Angaben in Mio. EUR).

Art des Emittenten und der Be- sicherung AAA AA A BBB BB Summe
Öffentliche Schuldner 392,5 946,9 30,9 0,0 0,0 1.370,3
Banken 1.206,4 350,1 225,7 20,0 50,0 1.852,1
davon erstrangig 1.206,4 350,1 195,7 10,0 0,0 1.762,1
davon Pfandbriefe 906,0 203,0 18,1 0,0 0,0 1.127,2
davon andereBesicherung 171,1 70,7 0,0 0,0 0,0 241,8
davon nicht besichert 129,2 76,4 177,5 10,0 0,0 393,2
davon nachrangig 0,0 0,0 30,0 10,0 50,0 90,0
Unternehmensanleihen 169,1 360,8 207,5 13,5 0,0 750,9
Summe 1.768,0 1.657,8 464,1 33,5 50,0 3.973,3
Nach Bilanzposition AAA AA A BBB BB Summe
Inhaberschuldverschreibungen 853,0 966,2 83,7 13,7 0,0 1.916,5
Namensschuldverschreibungen 818,1 399,2 200,8 9,8 0,0 1.427,8
Schuldscheine und Darlehen 96,9 292,4 93,7 0,0 0,0 483,0
Übrige Ausleihungen 0,0 0,0 7,0 10,0 0,0 17,0
Einlagen bei Kreditinstituten 0,0 0,0 86,0 0,0 0,0 86,0
Andere Kapitalanlagen 0,0 0,0 0,0 0,0 50,0 50,0
Summe 1.768,0 1.657,8 471,1 33,5 50,0 3.980,3

Neben den genannten verzinslichen Kapitalanlagen befinden sich Anlagen ohne Rating im Bestand. Diese umfassen die strategischen Beteiligungen, die Hypothekendarlehen, die Immobilien sowie einzelne Anlagen des Masterfonds.

Von der Gesellschaft werden Nachrangpapiere im Kapitalanlagebestand gehalten. Derzeit wird davon ausgegangen, dass diese Nachrangpapiere nicht ausfallen werden.

Aus Sicht der Gesellschaft besteht derzeit keine Gefahr von umfangreichen Abschreibungen oder einer dauerhaften Wertminderung des Kapitalanlageportfolios.

c) Liquiditätsrisiken

Zur Vermeidung von Liquiditätsrisiken wird die Fälligkeitsstruktur der Kapitalanlagen nach den Bedürfnissen der Passivseite ausgerichtet. Die kurzfristige Liquidität wird dabei mittels einer Liquiditätsplanung gesteuert, die alle prognostizierten Zahlungsströme des laufenden Jahres erfasst. Um unerwarteten Liquiditätsanforderungen - auch in erheblichem Ausmaß - begegnen zu können, ist ein Teil der Kapitalanlagen stets in hochliquide Anlagen investiert, die jederzeit schnell und ohne größere Kursrisiken veräußert werden können. Zusätzlich werden fortlaufend Liquiditätsstresstests durchgeführt, um die Sensitivität des Bestands in ungünstigen Marktphasen zu analysieren.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken können im Zusammenhang mit unzulänglichen oder fehlgeschlagenen internen Prozessen auftreten. Insbesondere können solche Risiken durch menschliches, technisches, prozessuales oder organisatorisches Versagen oder durch externe Einflüsse, wie zum Beispiel in Folge einer Pandemie, entstehen. Unter operationellen Risiken werden z. B. die Störung oder der Ausfall des Verwaltungsgebäudes, von technischen Systemen bzw. der Informationstechnik wie auch dolose Handlungen und Bearbeitungsfehler zusammengefasst. Gleichzeitig können aus Änderungen gesetzlicher und aufsichtlicher Rahmenbedingungen operationelle Risiken entstehen. Die gesetzgeberischen Aktivitäten sowie die aktuelle Rechtsprechung werden daher laufend beobachtet, um frühzeitig und angemessen reagieren zu können. Mit Hilfe eines Trainings-/ Schulungstools werden die Mitarbeitenden für Compliance-relevante Sachverhalte regelmäßig sensibilisiert.

Das wesentliche Instrument zur Begrenzung der operationellen Risiken ist das Interne Kontrollsystem (IKS). Durch Funktionstrennungen in den Arbeitsabläufen, Abstimmungs- und Plausibilitätsprüfungen sowie hierarchisch abgestufte Vollmachten und Berechtigungen wird sichergestellt, dass mögliche Risiken im Rahmen der operativen Tätigkeiten der Funktionseinheiten vermieden oder auf ein akzeptables Maß reduziert werden. Die Führungskräfte des Unternehmens sind gehalten, neben der Beschreibung der risikobehafteten Geschäftsprozesse und der dazugehörigen Kontrollmaßnahmen auch die Auswirkungen auf Wirtschaftlichkeit, Daten und Compliance zu bewerten. Die Nettorisiken sind nach Wirkung der Kontrollmaßnahmen zu überwachen und ab einem definierten Schadenerwartungswert ist das Zentrale Risikomanagement zu informieren. Die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Internen Kontrollsystems wird planmäßig und fortlaufend durch die Interne Revision überwacht.

Die Gesellschaft orientiert sich bezüglich der Informationssicherheit an den gesetzlichen Anforderungen. Es existieren für die Sicherheit und Stabilität der IT-Systeme die notwendigen Zugangskontrollen und Schutzvorkehrungen. Die Anforderungen werden mittels der in der Sparkassen-Finanzgruppe bekannten Anwendung sicherer IT-Betrieb (SITB) abgedeckt. Diese beinhaltet alle bekannten Gesetze und Regelungen, unter anderem BSI-Grundschutz und die VAIT. Im Fokus stehen die Maßnahmen für schutzbedürftige Daten gemeinsam mit dem technischen Dienstleister durch den Einsatz von entsprechenden Technologien der technischen Infrastruktur, den Betrieb des redundanten Rechenzentrums, Notfall- und Vorsorgepläne sowie organisatorische und personelle Maßnahmen. Bestehende Notfallkonzepte werden anhand potenzieller Szenarien überprüft, um die Sicherheit der IT-Systeme zu gewährleisten. Verstärkt wird das Augenmerk auch auf die Vorsorge von Cyberrisiken gelegt. Regelmäßig werden die IT-Risiken ermittelt und bewertet. Veränderungen der Anforderungen der VAIT und der kommenden DORA (Digital Operational Resilience Act) führen dazu, dass weitere Technologieveränderungen in Betracht gezogen werden müssen.

Das Unternehmen verwendet die IT-Anwendungslandschaft der SV SparkassenVersicherung Holding AG, Stuttgart. In gemeinsamen Gremien werden die strategische Weiterentwicklung der Systeme und die Beauftragung des gemeinsamen IT-Dienstleisters - SV Informatik GmbH (SVI), Mannheim - abgestimmt. Damit und durch konsequente Projektsteuerung sowie durch Überprüfung der Projektfortschritte werden finanzielle, technische und fachliche Störungen weitestgehend vermieden. Die zu erbringenden Dienstleistungen der SVI sind vertraglich vereinbart. In regelmäßigen Kundengesprächen werden der Gesellschaft Risikoberichte übergeben und der aktuelle Status besprochen und überwacht. Derzeit bestehen keine nennenswerten Risiken.

Strategische Risiken

Das strategische Risiko spiegelt sich in möglichen Verlusten wider, die sich aus strategischen Geschäftsentscheidungen oder aus einer fehlenden Anpassung der Geschäftsstrategie an ein verändertes Wirtschaftsumfeld ergeben können. Eine umfassende Palette an laufenden Maßnahmen, wie zum Beispiel Vertriebspartnerbefragungen oder Standards im Verkauf, kommen in der Gesellschaft zum Einsatz, um strategische Risiken zu managen.

Darüber hinaus werden die strategischen Risiken in Vorstands- und Führungskräfte-Sitzungen/ -Klausuren bzw. im Risikokomitee regelmäßig diskutiert.

Reputationsrisiken

Unter Reputationsrisiko wird die mögliche Beschädigung des Rufes der Gesellschaft infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit verstanden. Mögliche Ursachen können zum Beispiel Verschlechterung von Ratings oder Medienkritik sein. Die Gesellschaft hat in der Aufbau- und Ablauforganisation Prozesse und Aktivitäten verankert, um das Reputationsrisiko präventiv und reaktiv zu minimieren.

Risiken aus der Inflationsentwicklung

Die Inflationsentwicklung ist aktuell ein wesentliches Risiko. Nach mehreren Jahren einer moderaten Preisentwicklung ist die Inflation in vielen Wirtschaftsräumen in den letzten Jahren deutlich angestiegen. So übertraf die deutsche Inflationsrate im Geschäftsjahr 2023 mit 5,9 % den Zielwert der Europäischen Zentralbank um das Dreifache. Für 2024 wird mit einem Rückgang der Inflation gerechnet. Angesichts der derzeit - und möglicherweise längerfristig anhaltenden - erhöhten Inflation ist eine Auseinandersetzung des Unternehmens mit dieser Thematik unabdingbar.

In Folge des inflationsbedingten Zinsanstiegs nahmen die Alternativangebote an festverzinslichen Produktlösungen zu. Aus Kundensicht sind chancenorientierte Produkte für einen Inflationsausgleich jedoch weiterhin unverzichtbar. Der Altersvorsorgebedarf in der Bevölkerung wird, bedingt durch die demografische Entwicklung und die Inflation ebenfalls weiter steigen. Aufgrund des gesteigerten Angebots am Markt an höher verzinsten Spareinlagen im Bankensegment bei gleichzeitiger Reduktion des Höchstrechnungszins im Neugeschäft von Lebensversicherungen ist ein erhöhtes Stornorisiko sowie geringeres Neugeschäft im Einmalbeitragssegment wahrscheinlich. Diesen Risiken werden im Rahmen einer angemessenen Liquiditätsausstattung fortlaufend analysiert und gegebenenfalls präventive Maßnahmen ergriffen. Im Geschäft gegen laufenden Beitrag ist dagegen mit geringeren Auswirkungen in Folge der Inflation bzw. des Zinsanstiegs zu rechnen.

Unter bilanziellen Gesichtspunkten wirkt ein Zinsanstieg grundsätzlich positiv. In Abhängigkeit der Zinsentwicklung werden in den kommenden Jahren Rückflüsse aus der Zinszusatzreserve erwartet. Durch die Entstehung von stillen Lasten auf festverzinsliche Kapitalanlagen ist jedoch eine Steuerung in der Übergangszeit notwendig. Perspektivisch hat der steigende Zinsüberschuss einen positiven Effekt auf den Rohüberschuss.

Risikoerhebung im Bereich der SV pojistovna a.s.

a) Versicherungsrisiko im Nichtlebensgeschäft

Die Gesellschaft ist dem Versicherungsrisiko und dem Risiko aus der Zeichnung von Versicherungsverträgen im Rahmen des Nichtlebensgeschäfts ausgesetzt.

Das Versicherungsrisiko folgt aus der Unsicherheit betreffend Zeitperiode, Frequenz und Höhe der durch Versicherungsverträge gedeckten Schäden.

Den bedeutendsten Anteil haben das Risiko der unzureichenden Höhe der technischen Rückstellungen, sowie das Risiko aus der Bestimmung der Beitragshöhe. Die Beitragshöhe wird auf Grund von historischen Voraussetzungen bestimmt, die sich von der Wirklichkeit unterscheiden können. Einen bedeutenden Einfluss auf die Bestimmung der Höhe von Rückstellungen können das Trend- und Abschätzungsrisiko, die Änderung der Voraussetzungen usw. haben. Zur Risikoeliminierung bei der Bestimmung einer ausreichenden Höhe von Rückstellungen werden Angemessenheitstests (LAT) verwendet.

Zur Steuerung des Versicherungsrisikos nutzt die Gesellschaft interne Richtlinien für die Entwicklung und Bewertung von Produkten, Bestimmung der Höhe von technischen Rückstellungen und Zeichnungsregeln.

Konzentration vom Versicherungsrisiko

Eine Konzentration von Versicherungsrisiken kann vorliegen, wenn eine konkrete Begebenheit oder eine Reihe von Begebenheiten die Verbindlichkeiten der Gesellschaft bedeutend beeinflussen können. Die Konzentration von Versicherungsrisiken bestimmt dann den Umfang des möglichen Einflusses dieser Begebenheiten auf die Höhe der Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Diese Konzentration kann aus einem Versicherungsvertrag oder aus einer geringen Anzahl von zusammenhängenden Verträgen entstehen, und hängt von den Umständen ab, die für die Entstehung der bedeutenden Verbindlichkeiten verantwortlich sind. Die Konzentration von Versicherungsrisiken kann aus der Anhäufung von Risiken im Rahmen einiger individueller Vertragsgruppen oder bei sich selten wiederholenden Ereignissen großen Umfangs (z. B. Naturkatastrophen) entstehen. Zur Konzentration von Risiken kann es auch zum Beispiel bei Reiseversicherungen kommen. Es kann ein Verkehrsunfall unterwegs widerfahren, der möglicherweise zahlreiche Gesundheitsschäden mit erhöhten Kosten für die Gesundheitspflege bewirkt. Die Konzentration vom Versicherungsrisiko wird v. a. durch eine angemessene Auswahl von zusätzlichen Rückversicherungsdeckungen bei Katastrophen berücksichtigt.

Konzentration in territorialer Hinsicht

Risiken, die von der Gesellschaft gezeichnet werden, befinden sich hauptsächlich auf dem Gebiet der Tschechischen Republik. Nur bei der Reiseversicherung wird das Risiko im Ausland gedeckt. Das Risiko, dem die Gesellschaft ausgesetzt ist, ist in geographischer Hinsicht nicht deutlich auf eine bestimmte Gruppe von Versicherten konzentriert.

Rückversicherungsstrategie

Die Gesellschaft rückversichert einige Risiken aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen mit dem Ziel, das Verlustrisiko zu begrenzen und eigene Kapitalquellen zu schützen.

Die Gesellschaft schließt proportionale und nichtproportionale Rückversicherungsverträge ab, um das Risikoengagement zu reduzieren. Die Höchstwerte des maximalen Nettoengagements (Eigenbehalt) in einzelnen Versicherungssparten werden jedes Jahr neubewertet. Um einen ausreichenden Schutz zu gewinnen, nutzt die Gesellschaft für einige Versicherungsverträge fakultative Rückversicherungen.

b) Versicherungsrisiko im Lebensgeschäft

Die Gesellschaft ist dem Risiko einer ungünstigen Entwicklung der Voraussetzungen ausgesetzt, die bei der Produktbewertung festgelegt wurden. Es handelt sich z. B. um das Risiko einer ungünstigen Mortalitäts- oder Erlebensentwicklung, um das Risiko einer planwidrigen Entwicklung der Kapitalerträge, einer unerwarteten Aufwandsentwicklung oder um das Risiko des Verhaltens der Kunden bei Vertragsbeendigungen. In diesen Fällen handelt es sich um die Verlustgefahr aus dem Ungleichgewicht zwischen gebuchten Prämien und ausbezahlten Versicherungsleistungen, Kapitalerträgen und Aufwendungen.

Zu weiteren Risiken gehören z. B. objektive und subjektive Risiken eines Versicherten. Das objektive Risiko wird durch objektive Faktoren wie Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand oder Beruf gegeben. Das subjektive Risiko wird durch subjektive Umstände wie Bemühung des Versicherten, sein Leben oder Gesundheit zu bewahren, oder schlechte Finanzlage gegeben.

Zu weiteren Risiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, gehören:

selten vorkommende Risiken mit bedeutender Auswirkung, welche in der Lebensversicherung durch einen Versicherungsfall vorkommen können, der mehrere Personen zu gleicher Zeit auf gleichem Ort betrifft (z. B. Naturkatastrophen);

Konzentrationsrisiko höher Versicherungssummen, die zwar keinen bedeutenden Bestandteil des Portfolios bilden, die jedoch die Höhe der Versicherungsleistungen und damit auch das Wirtschaftsergebnis der Gesellschaft beeinflussen können.

Ziel des Risikomanagements ist die Identifikation, Quantifizierung und Eliminierung der Risiken in der Weise, dass es zu keinen Änderungen kommt, die einen negativen Einfluss auf das Wirtschaftsergebnis und Eigenkapital der Gesellschaft hätten.

Zur Identifikation, Quantifizierung und Eliminierung der Risiken benutzt die Gesellschaft Gewinntests (profit testing) im Rahmen der Bewertung der Versicherungsprodukte und Angemessenheitstests (LAT). Profit Testing dient zur Festlegung von Versicherungstarifen, die den Versicherungs- und Finanzgarantien einzelner Produkte und den festgelegten Voraussetzungen angemessen sind.

Mit den LAT wird die Höhe von versicherungstechnischen Rückstellungen im Lebensgeschäft mit Rücksicht auf aktualisierte Voraussetzungen geprüft. Im Rahmen dieser Vorgehensweisen wird auch der Sensibilitätsgrad in Bezug auf mögliche Änderungen der einzelnen Voraussetzungen festgestellt.

Was das objektive und subjektive Risiko des Versicherten betrifft, ist es beim Vertragsabschluss, v. a. wenn es sich um höhere Versicherungssummen handelt, nötig, diese Risiken individuell zu bewerten. Zur Feststellung und Bewertung dieser Risiken dienen Vorgehensweisen, die den Gesundheitszustand bzw. die Finanzlage des Kunden beurteilen oder den Risikograd bewerten sollen, dem der Versicherte ausgesetzt ist. Auf Grund von Informationen über den Gesundheitszustand, das subjektive Risiko und weitere versicherungstechnische Risiken wird der Prämientarif festgelegt. Außer Rabatt oder Zuschlag zu Prämien kann auch ein bestimmtes Risiko, eine Unfall- oder Krankheitsart ausgeschlossen oder die Versicherungssumme begrenzt werden.

Das Risiko, dem die Gesellschaft ausgesetzt ist, ist nicht deutlich auf eine Gruppe von Versicherten konzentriert.

Zur Lenkung des Versicherungsrisikos benutzt die Gesellschaft v. a. Rückversicherung und eine vorsichtige Zeichnungspolitik.

c) Operationales Risiko

Ein operationales Risiko ist das Risiko eines eventuellen Verlustes aufgrund von fehlenden oder nicht ausreichenden internen Prozessen, Human Resources und Personalsystemen oder anderen Ursachen, die aus internen, als auch externen Begebenheiten entstehen können.

Die Gesellschaft analysiert diese Risiken und schlägt Anpassungen von Arbeits- und anderen Prozessen vor, um Begebenheiten zu eliminieren, die zu einem Verlust infolge operationaler Risiken führen.

d) Marktrisiko

Die Gesellschaft ist einem Marktrisiko ausgesetzt, d.h. der Gefahr, aufgrund der Entwicklungen von Marktparametern Verluste zu erleiden.

Aktiva- und Passiva-Management (ALM)

Das Ergebnis der Gesellschaft wird wesentlich durch die Entwicklung der Kapitalanlagen beeinflusst, was insbesondere auf den hohen Anteil der Lebensversicherungen zurückzuführen ist. Dementsprechend ist es Ziel der Gesellschaft, eine Struktur der Kapitalanlagen sicherzustellen, und zwar insbesondere aus der Sicher einer ausreichenden Rendite, Bonität der Gegenseite, und Liquidität, um eine Übereinstimmung zwischen den Aktiva und den Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu erhalten.

Zinsrisiko

Ein wesentlicher Parameter des Marktrisikos ist die Entwicklung der Zinssätze. Die Entwicklung der risikofreien Zinskurve wird fortlaufend überwacht. Mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft werden bei signifikanten Veränderungen analysiert. Im Rahmen der Angemessenheitstests für Lebensversicherungen (life LAT) wird die Bedeckung der versicherungstechnischen Verpflichtungen durch vorhandene Kapitalanlagen geprüft und gegebenenfalls Maßnahmen abgeleitet. Das Risiko wird im Wesentlichen durch einen hohen Anteil der Finanzanlagen in tschechischen staatlichen festverzinslichen Schuldverschreibungen gesteuert.

Sonstige Marktrisiken

Währungsrisiken können wegen des geringen Bestandes in fremden Währungen vernachlässigt werden.

Da Aktien nur einen geringen Anteil an den gesamten Kapitalanlagen der Gesellschaft darstellen, kann auch das Kursrisiko vernachlässigt werden.

e) Kreditrisiko

Die Gesellschaft ist einem Kreditrisiko ausgesetzt, das sich aus der Unfähigkeit der Gegenseite zur vollständigen Zahlung der fälligen Beträge ergibt.

In den folgenden Bereichen besteht für die Gesellschaft ein wesentliches Kreditrisiko:

Anteil des Rückversicherers an den Versicherungsverbindlichkeiten

Schuld des Rückversicherers betreffend einen bereits bezahlen Versicherungsfall

Geschuldete Versicherungsprämien

Nichtzahlung des Kapitals oder der Erträge aus den Kapitalanlagen

Eine Konzentration des Kreditrisikos erfolgt bei Gruppen von Vertragsgegenparteien mit ähnlichen wirtschaftlichen Merkmalen, deren Fähigkeit zur Erfüllung von Vertragsverpflichtungen durch die Veränderungen der wirtschaftlichen oder anderen Bedingungen ähnlich beeinflusst wird.

Bei ihrer Anlagentätigkeit wird durch die Gesellschaft auch die Einhaltung einer angemessenen, sich aus den regulatorischen Vorschriften ergebenden Diversifizierung beachtet. Die Senkung des Kreditrisikos wird insbesondere durch den hohen Anteil an tschechischen staatlichen Schuldverschreibungen im Portfolio der Kapitalanlagen erzielt.

Die Entwicklung der Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Handelsvertretern wird laufend überwacht, und die Methode der Bildung der Berichtigungsposten ist im Punkt I.4.(h) dargestellt. Die Eintreibung dieser Forderungen erfolgt durch die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit einer externen Anwaltskanzlei.

Liquiditätsrisiko

Die Gesellschaft ist täglichen Liquiditätsanforderungen ausgesetzt, die sich aus den Versicherungsleistungen ergeben. Als Liquiditätsrisiko gilt das Risiko, dass das Bargeld zur Zahlung von Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Fälligkeit nicht zu angemessenen Kosten zur Verfügung stehen wird.

Der Liquiditätsbedarf wird zwecks Sicherstellung der erforderlichen Ressourcen ständig überwacht.

Die Gesellschaft verfügt über unterschiedliche Finanzierungsquellen und hält im Einklang mit der geltenden Gesetzgebung einen ausreichenden Anteil der Kapitalanlagen in liquiden Finanzinstrumenten.

Chancenbericht

Das Unternehmen orientiert sich an den Bedürfnissen und Vorstellungen der Menschen in der Region. Zur Deckung vorhandener Risiken werden den Kunden und Vertriebspartnern die passenden Produkte angeboten. Dies ermöglicht eine Hebung der identifizierten Marktpotenziale. Die Notwendigkeit, biometrische Risiken abzusichern sowie private und betriebliche Altersvorsorge zu tätigen, ermöglichen der Gesellschaft entsprechendes Neugeschäft. Die Trendumkehr am Kapitalmarkt führt zu einer geänderten Nachfrage im Neugeschäft, die den Blick auf Altersvorsorge und Einkommensschutz speziell mit regelmäßiger Beitragszahlung noch deutlicher ins vertriebliche Blickfeld rücken. Seit dem 02.01.2023 wird ein ergänzendes Altersvorsorgeprodukt namens Garant Invest angeboten. Dieses ermöglicht Kunden, die Wert auf Sicherheit legen, gleichzeitig attraktive Renditechancen aus einer chancenorientierten Indexbeteiligung zu nutzen. Seit dem dritten Tertial komplettiert der Garant Invest auch das Angebotsportfolio im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge. Ergänzend bieten fondsgebundene Vorsorgeprodukte weiterhin eine gute Kombination aus Chancen an den Kapitalmärkten und den Vorteilen einer Versicherung. Für die sicherheitsorientierten Kunden wurde ab dem 11.09.2023 für Neuabschlüsse die etablierte Produktvariante Garant im Einmalbeitragsbereich wieder mit einer Beitragsgarantie in Höhe von 100% angeboten. Damit erhalten die Kunden mit besonders hohem Sicherheitsbedürfnis neben attraktiven Renditechancen auch eine vollständige Beitragssicherung in der Altersvorsorge.

Im Bereich der Schaden-/Unfallversicherung besitzen Schadenereignisse und Naturkatastrophen einen maßgeblichen Einfluss. Die Experten der Gesellschaft analysieren dazu regelmäßig die einzelnen Schäden und Katastrophen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen werden Produktlösungen optimiert, um die Marktposition weiter auszubauen. Mit erfolgreichen Produktinnovationen wird zusätzliches profitables Geschäft generiert. Durch die weiter zunehmende Sensibilisierung für Gefahren durch Unwetter und Unfälle und den weiteren Ausbau und die Optimierung der Vertriebswege wird zudem ein hohes Neugeschäftspotenzial gesehen.

Im Bereich der SVP ergeben sich Chancen aus dem weiteren Ausbau des Vertriebs von Versicherungsprodukten über die sächsischen Sparkassen. Weitere Impulse ergeben sich aus der Intensivierung der Krankenversicherung in allen Vertriebskanälen, der Stärkung des Maklervertriebs, des Ausbaus des Webshops, sowie die Kooperation mit Vergleichsportalen. Zudem sollen Crossselling Potenziale im bestehenden Kundenportfolio gehoben werden.

Die über die gesetzliche Rente hinausgehende Altersvorsorge muss weiterhin immer stärker ins Blickfeld der Kunden rücken. Immer weniger Beitragszahler kommen für einen Rentner auf, das Netto-Renten-Niveau sinkt und die jährlichen Bundeszuschüsse der Deutschen Rentenversicherung steigen kontinuierlich an. Das Bewusstsein der Bürger für diese Themen zu schärfen und neues Vertriebspotential zu erschließen, wird ein weiteres Thema für das laufende Geschäftsjahr sein. Mit der geplanten Einführung der digitalen Rentenübersicht erhalten Kunden erstmalig eine säulenübergreifende Information über ihre Altersvorsorgeansprüche und können die Anwartschaften auf Versorgungslücken prüfen.

Im Jahr 2024 werden eine Vielzahl von Versicherungsverträgen planmäßig ablaufen. Die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG unterstützt hierzu den Vertrieb mit neuen zentralen Serviceangeboten für diese Bestandskundengruppe. Ziel ist, das vorhandene Potential optimal zu nutzen, um die Verträge systematisch in verbundeigene Kundenlösungen zu überführen.

Zur Stärkung der Absicherung biometrischer Risiken wurde zum 02.01.2024 die Risiko-Lebensversicherung marktgerecht und zukunftsfähig überarbeitet. Eine attraktive Preisgestaltung und ein moderner Beratungsprozess mit sofortiger Risikoprüfung sollen die Beratung und die Kundenentscheidung für diese wichtige Absicherung erleichtern.

Grundsätzlich erschließen sich perspektivisch weitere Vertriebspotentiale durch die gesetzlichen Überlegungen zur Reform der Riesterrente und den angedachten Anpassungen bei der Basisrente (Stichwort: Pflichtversicherung für Selbstständige). Auch die von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) vorgeschlagene Anhebung des Höchstrechnungszinssatzes würde - nach Beschluss durch den Gesetzgeber - die Attraktivität der angebotenen Produktpalette weiter steigern.

Die Themen Automatisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen stehen innerhalb der Sparkassen-Versicherung Sachsen sowie bei den Vertriebspartnern weiter im Fokus. Dabei soll vor allem die Integration verschiedener Analyse- und Beratungsanwendungen innerhalb der Sparkassen-IT-Landschaft fortgeführt werden. Weiterhin werden die digitalen Vertriebswege der sächsischen Sparkassen auch 2024 mit Impulsen nachhaltig unterstützt.

Die mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens konkretisierte Ausrichtung inklusive den daraus abgeleiteten Maßnahmen in den drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales entsprechen dem Puls der Zeit und unterstützen die zukunftsorientierte Entwicklung des Unternehmens.

Zusammenfassende Darstellung und Ausblick

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen verfügt über ein Risikomanagementsystem, das es ermöglicht, bestehende und zukünftige Risiken zu erkennen, angemessen zu bewerten und zu steuern. Das zentrale Risiko für die S.V. Holding AG besteht in einer Verringerung der Werthaltigkeit ihrer Beteiligungen durch die Realisierung von Risiken bei den operativen Gesellschaften. Aus heutiger Sicht können Gefährdungen, welche die Finanzlage wesentlich beeinträchtigen, durch die internen Steuerungsprozesse vermieden werden. Die strategischen Risikotragfähigkeitsziele wurden im Jahresverlauf 2023 eingehalten.

Die aktuellen aufsichtsrechtlichen Bedeckungsanforderungen unter Solvency II wurden sowohl für die einzelnen Versicherungsgesellschaften als auch auf Gruppenebene im Geschäftsjahr 2023 mehr als erfüllt. Für die Berechnungen innerhalb der Gruppe wurde für die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG die Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen und die Volatilitätsanpassung angewendet.

Zusammengefasst sind für die S.V. Holding AG keine Entwicklungen oder Risiken erkennbar, welche den Fortbestand der Gesellschaft gefährden.

Ausblick Sparkassen-Versicherung Sachsen

Die S.V. Holding AG erwartet auch weiterhin eine stabile Ausschüttung ihrer Tochtergesellschaften i.H.v. 2,8 Mio. EUR.

Ausblick Lebensversicherung

Die Prognosewerte für das Geschäftsjahr 2023 haben sich im Rahmen des tatsächlichen Geschäftsverlaufs im Wesentlichen bestätigt. In der nachfolgenden Tabelle sind die Entwicklungen wesentlicher Prognosewerte aus dem Jahr 2022 für 2023 (Prognose 2023) und aus dem Jahr 2023 für 2024 (Prognose 2024) dargestellt:

Prognose 2023 IST 2023 Prognose 2024
gebuchte Bruttobeiträge Rückgang Rückgang Vorjahresniveau
davon laufende Beiträge Vorjahresniveau Vorjahresniveau leichter Anstieg
davon Einmalbeiträge Rückgang Rückgang deutlicher Anstieg
Versicherungsleistungen deutlicher Anstieg deutlicher Anstieg deutlicher Anstieg
Stornoquote leichter Rückgang leichter Rückgang Vorjahresniveau
Nettoverzinsung Vorjahresniveau leichter Rückgang leichter Anstieg
laufende Durchschnittsverzinsung leichter Anstieg leichter Anstieg Vorjahresniveau
Jahresüberschuss Vorjahresniveau Vorjahresniveau Vorjahresniveau

Das Geschäftsjahr 2023 ist - insbesondere aufgrund der Zinsentwicklung - durch einen deutlichen Rückgang bei den Einmalbeiträgen geprägt (Prognose Einmalbeiträge 2023: 270,5 Mio. EUR, Ist 2023: 113,3 Mio. EUR). Das Neugeschäft gegen laufende Beitragszahlung (+21,1 %) im Bereich der Altersvorsorge- und Biometrieprodukte konnte dagegen weiter ausgebaut werden. Insgesamt konnte das prognostizierte Beitragsniveau für das Geschäft gegen laufenden Beitrag erreicht werden (Prognose 2023: 268,7 Mio. EUR / Ist 2023: 268,5 Mio. EUR). Für 2024 werden neben einem Anstieg der Einmalbeiträge (Prognose 2024: 150,0 Mio. EUR) vor allem positive Impulse aus dem Versicherungsgeschäft mit laufenden Beiträgen (Prognose 2024: 271,3 Mio. EUR) erwartet.

Bereits in 2023 wurden hier vertrieblich wertvolle Impulse gesetzt: So wird seit 2023 ein ergänzendes Altersvorsorgeprodukt namens Garant Invest angeboten. Dieses ermöglicht Kunden, die Wert auf Sicherheit legen, gleichzeitig attraktive Renditechancen aus einer chancenorientierten Indexbeteiligung zu nutzen. Seit dem dritten Tertial komplettiert der Garant Invest auch das Angebotsportfolio im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge. Ergänzend bieten fondsgebundene Vorsorgeprodukte weiterhin eine gute Kombination aus Chancen an den Kapitalmärkten und den Vorteilen einer Versicherung. Für die sicherheitsorientierten Kunden wird seit dem vergangenen Jahr für Neuabschlüsse die etablierte Produktvariante Garant im Einmalbeitragsbereich wieder mit einer Beitragsgarantie in Höhe von 100% angeboten. Damit erhalten die Kunden mit besonders hohem Sicherheitsbedürfnis neben attraktiven Renditechancen auch eine vollständige Beitragssicherung in der Altersvorsorge. Insbesondere für die vertriebliche Ansprache in der Wiederanlage von ablaufenden Lebensversicherungen ist dies ein wichtiges vertriebliches Argument.

Im Jahr 2024 wird eine Vielzahl von Versicherungsverträgen planmäßig ablaufen. Die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG unterstützt hierzu den Vertrieb mit neuen zentralen Serviceangeboten für diese Bestandskundengruppe und setzt klare Ziele in Bezug auf die Wiederanlagequoten in 2024. Ziel ist, das vorhandene Potential optimal zu nutzen und die Verträge systematisch in verbundeigene Kundenlösungen zu überführen. Die zentrale Ansprache von Bestandskunden zum Ausbau der bestehenden Absicherung ist ein weiterer Ansatzpunkt für die Stärkung der kapitalgedeckten Vorsorge. Zusätzliche Produkt- und Vertriebsansätze werden zu Jahresbeginn mit den Sparkassen und Agenturvertretern in Workshops erarbeitet, um neue Ansatzpunkte für die Stärkung der langfristigen Vorsorge zu identifizieren und gemeinsam umzusetzen.

Wichtig bleibt dabei immer, dass die über die gesetzliche Rente hinausgehende Altersvorsorge stärker ins Blickfeld der Kunden rücken muss. Immer weniger Beitragszahler kommen für einen Rentner auf, das Netto-Renten-Niveau sinkt und die jährlichen Bundeszuschüsse der Deutschen Rentenversicherung steigen kontinuierlich an. Das Bewusstsein der Bürger für diese Themen zu schärfen und neues Vertriebspotential zu erschließen, wird auch in 2024 ein wichtiges Thema sein. Mit der geplanten Einführung der digitalen Rentenübersicht erhalten Kunden erstmalig eine säulenübergreifende Information über ihre Altersvorsorgeansprüche und können die Anwartschaften auf Versorgungslücken prüfen. Weiterhin erschließen sich perspektivisch Vertriebspotentiale durch die gesetzlichen Überlegungen zur Reform der Riesterrente und den angedachten Anpassungen bei der Basisrente (Stichwort Pflichtversicherung für Selbstständige). Auch die von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) vorgeschlagene Anhebung des Höchstrechnungszinssatzes würde - nach Beschluss durch den Gesetzgeber - die Attraktivität der angebotenen Produktpalette weiter steigern. Von zentraler Bedeutung ist in 2024, den vertrieblichen Fokus konsequent auf unsere Kernkompetenzen als Versicherer zu richten. Dabei wird besonders der in 2023 erfolgreich gestartete Wachstumspfad in der betrieblichen Altersvorsorge ausgebaut. Hierfür wurden die Tarifpalette und Angebotsdarstellung optimiert, um die Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge weiter in die Fläche zu bringen.

Zur Stärkung der Absicherung biometrischer Risiken wurde zum Jahresstart 2024 die Risiko-Lebensversicherung marktgerecht und zukunftsfähig überarbeitet. Eine attraktive Preisgestaltung und ein moderner Beratungsprozess mit sofortiger Risikoprüfung sollen die Beratung und die Kundenentscheidung für diese wichtige Absicherung erleichtern und den Markt für neue Kundengruppen öffnen. Die Umsetzung des modernen Beratungsprozesses wird für die Berufsunfähigkeitsversicherung ebenfalls im Laufe des Jahres erfolgen. Insgesamt erwarten wir dadurch für das Jahr 2024 aus den Bereichen Biometrie und den laufenden Beiträgen für die Altersvorsorge ein ansteigendes Beitragsvolumen für das Geschäftsjahr 2024.

Die Versicherungsleistungen lagen im Geschäftsjahr 2023 mit 478,8 Mio. EUR über den im Vorjahr prognostizierten Erwartungen (446,3 Mio. EUR). Für 2024 wird aufgrund des Bestandswachstums und der Bestandszusammensetzung ein Anstieg gegenüber dem aktuellen Niveau erwartet (550,3 Mio. EUR).

Insbesondere die rückläufige Entwicklung der Einmalbeiträge und damit der Beitragssumme führten 2023 zu einem Anstieg der Kostenquoten. Die Verwaltungskostenquote ist für 2024 weitgehend stabil. Für die Abschlusskostenquote wird ein leichter Rückgang in 2024 erwartet.

Die Kapitalanlagestrategie ist weiterhin auf langfristige Sicherheit, Stabilität und nachhaltige Ertragskraft ausgerichtet.

Es wird für 2024 mit einer laufenden Durchschnittsverzinsung auf Vorjahresniveau gerechnet (2,1 %). Aufgrund des aktuellen Zinsumfeldes sind keine Reservehebungen zur Finanzierung der Zinszusatzreserve notwendig, sodass sich die Nettoverzinsung nahezu auf dem Niveau der laufenden Durchschnittsverzinsung bewegt.

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG berücksichtigt in der Kapitalanlagestrategie Aspekte in Bezug auf Umwelt, Soziales und einer guten Unternehmensführung (ESG). In diesem Zusammenhang ist das Unternehmen bereits im September 2019 der globalen Investoreninitiative "Principles for Responsible Investment" (PRI) beigetreten, die in Partnerschaft mit der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms UNEP und dem United Nations Global Compact ins Leben gerufen wurde. Damit verpflichtet sich das Unternehmen zu Prinzipien für verantwortliches Investieren. Im Kapitalanlagenprozess und bei Investmententscheidungen finden Ausschluss- und unternehmenseigene ESG-Kriterien Anwendung. Diese orientieren sich an den United Nations Global Compact und umfassen z.B. den Schutz internationaler Menschen- und Arbeitsrechte (Ausschluss von z.B. Kinderarbeit) sowie den Ausschluss von Produzenten von geächteten Waffen und Waffensystemen. Weiterhin steht der Klimawandel stark im Fokus. Im Februar 2022 ist die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG der von den vereinten Nationen ins Leben gerufenen "Net-Zero Asset Owner Alliance" (NZAOA) beigetreten. Damit hat sich das Unternehmen verpflichtet bis 2050 ihr Anlageportfolio auf Netto-Null-Emissionen zu reduzieren.

Darüber hinaus nimmt die Gesellschaft ihre Verantwortung als Investor wahr, um auch die Unternehmen, in die das Unternehmen investiert, dazu zu bewegen, sich nachhaltig auszurichten. Das Unternehmen übt im Rahmen einer Active Ownership (aktive Eigentümerschaft) durch Engagement und Ausübung der Stimmrechte aktiv Einfluss auf die strategischen Nachhaltigkeitsentscheidungen der Unternehmen aus. Die Umsetzung von Engagement-Aktivitäten erfolgt gemeinsam in der Gruppe der öffentlichen Versicherer. Um die Rolle als aktive Investoren mit dem Ziel nachhaltiger Unternehmensentscheidungen konsequent auszuüben und ihre Wirkung zu stärken, arbeitet die Gruppe der öffentlichen Versicherer mit der Deka Investment GmbH als strategischem Partner zusammen. Die Deka Investment GmbH verfolgt in ihrem Engagementprozess mehrere Eskalationsstufen. Grundlage bilden die aktive Ausübung von Stimmrechten auf Hauptversammlungen, Investorengespräche, Governancegespräche mit dem Aufsichtsrat bis hin zu Redebeiträgen bei Hauptversammlungen. Im Rahmen eines vierteljährlichen Reportings teilt die Deka Investment GmbH alle Abstimmungsaktivitäten, sowie eine detaillierte Darstellung der Stimmrechtsausübung mit.

Neben der internen Nachhaltigkeitsstrategie werden die gesetzlichen Anforderungen aus der Taxonomie- und Offenlegungs-Verordnung erfüllt.

Um auch zukünftig alle Kundenbedürfnisse befriedigen zu können, stehen die Themen Automatisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen innerhalb der Sparkassen-Versicherung Sachsen und gemeinsam mit den Vertriebspartnern im Fokus. Die digitalen Aktivitäten der sächsischen Sparkassen werden aktiv begleitet und unterstützt. Insbesondere soll die Integration verschiedener Analyse- und Beratungsanwendungen innerhalb der Sparkassen-IT-Landschaft fortgeführt werden.

Auch für 2024 wird mit einem Jahresüberschuss gerechnet, dessen Höhe im Ergebnisabführungsvertrag mit der S. V. Holding AG im Jahr 2014 beschlossen wurde.

Auf Basis der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA) erwartet die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG, dass die Solvabilitätsanforderungen auch im Jahr 2024 erfüllt werden.

Die zukünftige Entwicklung in Europa sowie weltweit und deren gesamtwirtschaftliche Auswirkungen werden auch im Jahr 2024 durch den anhaltenden Russland-Ukraine-Krieg, den Nahostkonflikt und die Inflationsentwicklung beeinflusst. Die Unsicherheit in den Bereichen Rohstoffe, Energie, Nahrungsmittel, Lieferketten sowie eine geringere Wachstumsdynamik des Bruttoinlandsprodukts (BIP) führen insgesamt zu einer herausfordernden Gesamtlage. Besonders im Blickpunkt stehen dabei vor allem höhere Schwankungen an den Kapitalmärkten, rechtliche Anforderungen und IT-Sicherheit.

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG hält weiterhin nur sehr geringfügige Kapitalanlageinvestments in Russland und der Ukraine, die durch Reserven im Kapitalanlagenbestand gedeckt sind.

Infolge der Inflationsentwicklung und des gestiegenen Zinsniveaus bleiben aus Kundensicht chancenorientierte Produkte für einen Inflationsausgleich weiterhin unverzichtbar. Auch der zukünftige Altersvorsorgebedarf in der Bevölkerung wird, bedingt durch die demografische Entwicklung und die Inflation ebenfalls weiter steigen. Daher wird an einer stetigen Weiterentwicklung unseres Produktportfolios intensiv gearbeitet, um unsere Kundeninnen und Kunden bestmöglich zu unterstützen.

Aus heutiger Einschätzung können alle Verpflichtungen dauerhaft erfüllt werden. Insgesamt ist die Gesamtsituation der Gesellschaft unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklung rund um den Krieg in der Ukraine und den Nahostkonflikt sowie des unsicheren Inflationsausblickes sowohl aktuell als auch im Ausblick stabil und tragfähig.

Das Geschehen wird fortlaufend beobachtet und Maßnahmen werden abgeleitet, um die langfristige Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten.

Diese Aussagen stehen unter dem Vorbehalt, dass die Geschäftsentwicklung nicht von nachteiligen rechtlichen oder steuerlichen Neuregelungen sowie außergewöhnlichen Entwicklungen im Versicherungsbestand bzw. am Kapitalmarkt beeinflusst werden.

Ausblick Schadenversicherung

Die Prognosewerte für das Geschäftsjahr 2023 konnten im Rahmen des Geschäftsverlaufs teilweise bestätigt werden. In der nachfolgenden Tabelle sind die Entwicklungen wesentlicher Prognosewerte aus dem Jahr 2022 für 2023 (Prognose 2023) und aus dem Jahr 2023 für 2024 (Prognose 2024) dargestellt:

Prognose 2023 IST 2023 Prognose 2024
gebuchte Bruttobeiträge leichter Anstieg deutlicher Anstieg deutlicher Anstieg
Schadenquote leichter Anstieg deutlicher Anstieg Rückgang
Kostenquote deutlicher Anstieg deutlicher Anstieg moderater Anstieg
Combined Ratio moderater Anstieg deutlicher Anstieg Rückgang
laufende Durchschnittsverzinsung leichter Anstieg leichter Anstieg leichter Anstieg
Jahresergebnis Anstieg Rückgang Anstieg

Die Beitragsprognose 2023 zum selbst abgeschlossenen Geschäft konnte im abgeschlossenen Geschäftsjahr übertroffen werden (Prognose 2023: 166,1 Mio. EUR, Ist 2023: 179,9 Mio. EUR). Die Beitragseinnahmen sind 2023 um 10,2 % zum Vorjahresniveau und damit auch deutlich über dem Marktniveau gestiegen (Markt +6,8 %). Sowohl das Privatkundengeschäft (+12,2 %), als auch der gewerbliche Bereich (+8,1 %) konnten im Vorjahresvergleich ausgebaut werden. Bezogen auf das Gesamtgeschäft sind die Beitragseinnahmen dadurch ebenfalls stärker gewachsen als ursprünglich angenommen (Prognose 2023: 183,5 Mio. EUR, Ist 2023: 193,3 Mio. EUR). Für das selbst abgeschlossene Geschäft wird für 2024 eine weitere Steigerung der Beitragseinnahmen gegenüber 2023 in Höhe von 4,0 % erwartet. Im übernommenen Geschäft wird von einem Beitragsvolumen über dem Niveau von 2023 ausgegangen (18,0 Mio. EUR). Insgesamt wird somit ein Beitragswachstum um 6,1 % prognostiziert.

Die hohen Inflationsraten führen zu deutlichen Preissteigerungen bei Ersatzteilen und Handwerkerkosten. Diese spiegeln sich in steigenden Schadendurchschnitten insbesondere in den Kraftfahrtsparten wider. Zudem führt die Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte zu einem Anstieg der gezahlten Leistungen in der Tierversicherung. Somit lag die Bruttoschadenquote des Geschäftsjahres mit 74,1 % deutlich über dem geplanten Niveau (62,4 %). Durch Bestandsanpassungen und gezielte Bestandssanierungen in den Kraftfahrtsparten wird dem Trend entgegengewirkt. Aufgrund der Inflationsentwicklung müssen diese Maßnahmen auch in den Folgejahren fortgesetzt werden. In der Sparte Wohngebäude wird zudem davon ausgegangen, dass die tariflich vereinbarten Summenanpassungen (2024: 7,5 %) die Wirkungen aus der Inflationssteigerung weitestgehend kompensieren. Bezogen auf die Schadenquote ist daher in 2024 von einem Rückgang auszugehen.

Die Bruttokostenquote des Gesamtgeschäfts lag wie erwartet im Geschäftsjahr 2023 deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Für das kommende Jahr ist von einem moderaten Anstieg auszugehen.

Als Resultante aus Schaden- und Kostenentwicklung wird für 2024 ein Rückgang der Combined Ratio erwartet.

Bezogen auf die laufende Durchschnittsverzinsung der Kapitalanlagen (Ist 2023: 2,0 %) ist 2024 von einem leichten Anstieg auszugehen (2,3 %). Die Nettoverzinsung (Ist 2023: 2,0 %) wird auf einem stabilen Niveau prognostiziert.

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG berücksichtigt in der Anlagestrategie Aspekte in Bezug auf Umwelt, Soziales und einer guten Unternehmensführung (ESG). In diesem Zusammenhang ist das Unternehmen bereits im September 2019 der globalen Investoreninitiative "Principles for Responsible Investment" (PRI) beigetreten, die in Partnerschaft mit der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms UNEP und dem United Nations Global Compact ins Leben gerufen wurde. Damit verpflichtet sich das Unternehmen zu Prinzipien für verantwortliches Investieren. Im Kapitalanlagenprozess und bei Investmententscheidungen finden Ausschluss- und unternehmenseigene ESG-Kriterien Anwendung. Diese orientieren sich an den United Nations Global Compact und umfassen z.B. den Schutz internationaler Menschen- und Arbeitsrechte (Ausschluss von z.B. Kinderarbeit) sowie den Ausschluss von Produzenten von geächteten Waffen und Waffensystemen.

Darüber hinaus nimmt die Gesellschaft ihre Verantwortung als Investor wahr, um auch die Unternehmen, in die das Unternehmen investiert, dazu zu bewegen, sich nachhaltig auszurichten. Das Unternehmen übt im Rahmen einer Active Ownership (aktive Eigentümerschaft) durch Engagement und Ausübung der Stimmrechte aktiv Einfluss auf die strategischen Nachhaltigkeitsentscheidungen der Unternehmen aus. Die Umsetzung von Engagement-Aktivitäten erfolgt gemeinsam in der Gruppe der öffentlichen Versicherer. Um die Rolle als aktive Investoren mit dem Ziel nachhaltiger Unternehmensentscheidungen konsequent auszuüben und ihre Wirkung zu stärken, arbeitet die Gruppe der öffentlichen Versicherer mit der Deka Investment GmbH als strategischem Partner zusammen. Die Deka Investment GmbH verfolgt in ihrem Engagementprozess mehrere Eskalationsstufen. Grundlage bilden die aktive Ausübung von Stimmrechten auf Hauptversammlungen, Investorengespräche, Governancegespräche mit dem Aufsichtsrat bis hin zu Redebeiträgen bei Hauptversammlungen. Im Rahmen eines vierteljährlichen Reportings teilt die Deka Investment GmbH alle Abstimmungsaktivitäten sowie eine detaillierte Darstellung der Stimmrechtsausübung mit.

Neben der internen Nachhaltigkeitsstrategie werden die gesetzlichen Anforderungen aus der Taxonomie-Verordnung erfüllt.

Für das Jahr 2024 wird mit einem Jahresergebnis in Höhe von 5,8 Mio. EUR gerechnet (Ist 2023: 3,0 Mio. EUR).

Auf Basis der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA) erwartet das Unternehmen, dass die Solvabilitätsanforderungen auch im Jahr 2024 übererfüllt werden.

Die zukünftige Entwicklung in Europa sowie weltweit und deren gesamtwirtschaftliche Auswirkungen werden auch im Jahr 2024 durch den anhaltenden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, den Nahostkonflikt und die Inflationsentwicklung beeinflusst. Die Unsicherheit in den Bereichen Rohstoffe, Energie, Nahrungsmittel, Lieferketten sowie eine geringere Wachstumsdynamik des Bruttoinlandsprodukts (BIP) führen insgesamt zu einer herausfordernden Gesamtlage. Besonders im Blickpunkt stehen dabei vor allem höhere Schwankungen an den Kapitalmärkten, steigende Insolvenzrisiken im Bereich Gewerbe/Industrie, rechtliche Anforderungen und IT-Sicherheit.

Die Inflationsentwicklung kann erhöhend auf die Entwicklung der Schadenhöhen (z. B. in Form steigender Handwerker- und Reparaturkosten oder höhere Ersatzteilpreise) wirken. Von unmittelbaren negativen Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Gesellschaft wird jedoch nicht ausgegangen.

Aus heutiger Einschätzung können alle Verpflichtungen dauerhaft erfüllt werden. Insgesamt ist die Gesamtsituation der Gesellschaft unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklung rund um den Krieg in der Ukraine und den Nahostkonflikt sowie des unsicheren Inflationsausblickes sowohl aktuell als auch im Ausblick stabil und tragfähig.

Das Geschehen wird fortlaufend beobachtet und Maßnahmen werden abgeleitet, um die langfristige Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten.

Diese Aussagen stehen insgesamt unter dem Vorbehalt, dass die Geschäftsentwicklung nicht von nachteiligen rechtlichen oder steuerlichen Neuregelungen sowie außergewöhnlichen Elementar- und Großschadenereignissen beeinflusst wird.

JAHRESABSCHLUSS

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

EUR EUR EUR Vorjahr
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 95.355.278,31 95.355
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.000.000,00 4.000
3. Beteiligungen 99.267,66 99
99.454.545,97 99.455
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 487.215,09 837
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.074.932,05 2.807
3. sonstige Vermögensgegenstände 8.762.148,03 4.573
12.324.295,17 8.218
II. Guthaben bei Kreditinstituten 943.208,24 1.378
13.267.503,41 9.595
C. Rechnungsabgrenzungsposten 278,25 8
112.722.327,63 109.058

Passiva

EUR EUR Vorjahr
TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 43.177.760,00 43.178
II. Kapitalrücklage 33.077.796,02 33.078
III. Gewinnrücklagen
andere Gewinnrücklagen 20.600.000,00 20.600
IV. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag EUR 1.844.846,23 5.297.296,93 4.652
(1.566.552,45)
102.152.852,95 101.507
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.101.000,00 1.273
2. sonstige Rückstellungen 336.125,00 293
1.437.125,00 1.566
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 92.873,00 (10.546,65) 92.873,00 11
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 9.039.476,68 (5.950.153,22) 9.039.476,68 5.950
3. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern: EUR 0,00 (23.145,00)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 0,00 (0,00)
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 0,00 (24.114,88) 0,00 24
9.132.349,68 5.985
112.722.327,63 109.058

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

EUR Vorjahr
TEUR
1. Rohergebnis 634.210,96 689
2. sonstige betriebliche Aufwendungen 262.606,90 277
3. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.725.900,00 (1.725.900,00) 1.725.900,00 1.726
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- und Teilgewinnabführungsverträgen 1.081.100,00 1.081
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 267.932,05 (8.052,60) 289.705,26 19
6. sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (0,00) 15.858,62 4
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 148
davon Erstattungen von Organgesellschaften EUR 199.927,68 (1.398.090,00)
8. Ergebnis nach Steuern 3.452.450,70 3.085
9. Jahresüberschuss 3.452.450,70 3.085
10. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.844.846,23 1.567
11. Bilanzgewinn 5.297.296,93 4.652

ANHANG

Maßgebliche Rechtsgrundlagen

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) erstellt.

Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB. Die Erleichterungsmöglichkeiten des § 288 HGB wurden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses teilweise in Anspruch genommen. Weiterhin wurde die Erleichterungsmöglichkeit des § 276 HGB genutzt.

Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ermittlungsmethoden

Aktiva

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden mit den Anschaffungskosten aktiviert.

Bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen handelt es sich um ein am 21.12.2022 an die SV pojišťovna, a. s. ausgezahltes Nachrangdarlehen in Höhe von 4.000.000,00 EUR.

Die in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthaltenen abgegrenzten Zinsen werden mit Nominalbeträgen angesetzt.

Sonstige Aktivposten wurden zum Nennwert bilanziert.

Latente Steuern werden nicht ausgewiesen, da der bestehende Aktivüberhang unter Ausnutzung des Wahlrechts des § 274 HGB bilanziell nicht angesetzt wird. Die aktiven latenten Steuern resultieren aus der steuerlichen Nichtanerkennung der bestehenden Drohverlustrückstellung.

Passiva

Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet.

Verbindlichkeiten wurden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Finanzanlagen

Bilanzwerte Vorjahr
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Bilanzwerte Geschäftsjahr
EUR
historische Abschreibungen
EUR
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 95.355.278,31 - - 95.355.278,31 -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.000.000,00 - - 4.000.000,00 -
3. Beteiligungen 99.267,66 - - 99.267,66 -
Insgesamt 99.454.545,97 - - 99.454.545,97 -

Anteilsbesitz

Anteil am Kapital Eigenkapital
in EUR
Jahresüberschuss
in EUR
Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG 100,00 % 64.337.268,18 3.048.834,56
Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG 100,00 % 47.914.153,11 -
SV pojišťovna, a. s. 100,00 % 17.337.458,51 -619.196,34

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Hier sind Forderungen aus Dividenden an die Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG in Höhe von 1.725.900,00 EUR, Forderungen an die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG aus einem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von 1.081.100,00 EUR sowie Forderungen an die SV pojišťovna a.s. aus noch nicht fälligen Zinsen in Höhe von 267.932,05 EUR enthalten.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen Provisionserträge aus Versicherungsvermittlungsgeschäft in Höhe von 487.215,09 EUR.

Die Guthaben aus Kreditinstituten setzen sich mit 900.000,00 aus Termingeldern zusammen.

Die Forderungen besitzen eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt 43.177.760,00 EUR und ist eingeteilt in 84.200 auf den Namen lautende Stückaktien. Diese sind in voller Höhe eingezahlt. Das Aktienkapital wird zu 51% von der Beteiligungsgesellschaft der Sparkassen des Freistaates Sachsen mbH, Dresden, und zu 49% von der BSÖ Beteiligungsgesellschaft mbH, München, gehalten. Die Anzeigen gemäß § 20 AktG sind erfolgt.

Gewinnverwendungsvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den im Geschäftsjahr 2023 erzielten Bilanzgewinn in Höhe von 5.297.296,93 EUR wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 6,5 % des gez. Kapitals 2.807.000,00 EUR
Vortrag auf neue Rechnung 2.490.296,93 EUR

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen mit 156.145,00 EUR Rückstellungen für Aufsichtsrats- und Beiratsvergütungen sowie 132.600,00 EUR Rückstellungen für künftig auszuzahlende Provisionen.

Es wurde eine Stornorückstellung für stornobehaftete Verträge aus dem Versicherungsvermittlungsgeschäft gebildet.

Die restlichen Rückstellungen wurden für die Kosten des Jahresabschlusses gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betreffen zum Bilanzstichtag noch nicht beglichene Eingangsrechnungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Abrechnungsverbindlichkeiten mit der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG und der Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG.

Sonstige Angaben

Die S.V. Holding AG hat ihren Sitz in Dresden und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Dresden unter der Nummer HRB 8065 eingetragen.

Die Gesellschaft beschäftigt kein eigenes Personal.

Der Vorstand hat seine Bezüge von der Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG, Dresden, erhalten. Es erfolgte eine Dienstleistungsverrechnung.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen 169.835,00 EUR. Die Beiratsvergütungen betrugen 14.900,69 EUR.

Aufsichtsrat und Vorstand sind auf Seite 5 aufgeführt.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Beteiligungsgesellschaft der Sparkassen des Freistaates Sachsen mbH, Dresden, einbezogen. Dieser wird von der Beteiligungsgesellschaft der Sparkassen des Freistaates Sachsen mbH beim Bundesanzeiger eingereicht. Die S.V. Holding AG ist daher von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen, befreit.

Oberste Muttergesellschaft der Unternehmensgruppe ist die S. V. Holding AG mit Sitz in Dresden. Die Unternehmensgruppe ist in den Jurisdiktionen Deutschland und Tschechien tätig. Zum Stichtag 31.12.2023 werden für die überwiegende Mehrheit der Konzernunternehmen keine wesentlichen Auswirkungen erwartet, da die Pillar 2-Erleichterungsvorschriften (sog. Safe-Harbour-Regeln) Anwendung finden. In der Jurisdiktion Tschechien sind keine Auswirkungen durch Pillar 2 denkbar, da einzelne Unternehmen des Konzerns dort mit einem effektiven Steuersatz oberhalb des genannten Schwellenwertes besteuert werden.

 

Dresden, den 15. April 2024

S.V. Holding AG

Gerhard Müller

Stefanie Schlick

Josef Kreiterling

Dr. Mirko Mehnert

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die S.V. Holding Aktiengesellschaft

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der S.V. Holding Aktiengesellschaft, Dresden - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der S.V. Holding Aktiengesellschaft, Dresden für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Bericht des Aufsichtsrates.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieses Systems der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 16. April 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Zeitler, Wirtschaftsprüfer

Adam, Wirtschaftsprüfer

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung der Gesellschaft ständig überwacht. In seinen Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat durch mündliche und schriftliche Berichte des Vorstands über die Geschäftslage und Entwicklungen unterrichten lassen.

Gegenstand der regelmäßigen Erörterungen bzw. Beschlussfassungen waren neben der Geschäftsentwicklung unter anderem die Risikosituation der Gesellschaft inklusive ORSA-Prozess, die Berichte der intern verantwortlichen Personen für die Schlüsselfunktionen Interne Revision, Risikomanagement, Versicherungsmathematische Funktion und Compliance. Des Weiteren wurde die Unternehmensplanung für die Geschäftsjahre 2024-2028 erörtert. Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse hat sich mit den Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklungen auf die Kapitalanlagen der Gesellschaft sowie insgesamt mit der Strategischen Asset Allokation auseinandergesetzt.

Weitere Themen waren in Bezug auf die Geschäftspolitik des Unternehmens die strategisch bedeutsamen Schwerpunkthemen im Berichtsjahr, betreffend den Vertrieb insgesamt, die Versicherungssparten Leben und Komposit, die IT- und Digitalisierung, die Arbeitgeberattraktivität sowie die Nachhaltigkeitsstrategie und die diesbezüglichen nichtfinanziellen Erklärungen. Ebenfalls wurden die Herausforderungen der Branche und des Unternehmens als Ganzes erörtert. Zudem erfolgte eine Auseinandersetzung mit den Vorkehrungen zur Geldwäscheprävention. Der Aufsichtsrat hat eine Selbstevaluierung zur Erfüllung der Fit & Proper-Anforderungen an die Vielfalt der Qualifikationen im Aufsichtsrat vorgenommen und sich mit den Vergütungssystemen der Sparkassen-Versicherung Sachsen befasst. Weitere Themen waren die Prüfung der nicht-finanziellen Erklärung für das Geschäftsjahr 2022, die turnusmäßige Wahl des Aufsichtsrates, die Berufung und Bestätigung von Mitgliedern des Sparkassenbeirates, die Neubestellung eines Vorstandsmitgliedes sowie Vergütungsthemen des Vorstands.

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 sind durch die EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit den ordnungsgemäß geführten Büchern, den gesetzlichen Vorschriften und der Satzung in Übereinstimmung befunden worden. Der Aufsichtsrat hat von dem Prüfungsbericht, aufgrund dessen der Abschluss mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen wurde, Kenntnis genommen und diesen in Gegenwart des Abschlussprüfers in der Aufsichtsratssitzung am 22. Mai 2024 erörtert. Einwendungen haben sich nicht ergeben.

Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss und den Lagebericht des Vorstands. Er ist mit dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns einverstanden und empfiehlt der Hauptversammlung, entsprechend zu beschließen.

Der Jahresabschluss ist hiermit festgestellt.

Dem Aufsichtsrat hat der Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen nach § 312 AktG vorgelegen. Beanstandungen haben sich nicht ergeben.

Die EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat diesen Bericht ebenfalls geprüft und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Aufsichtsrat hat zu dem Ergebnis der Prüfung der EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft keine Anmerkungen und erhebt keine Einwendungen gegen die im Lagebericht des Vorstands enthaltene Schlusserklärung.

 

Dresden, 22. Mai 2024

Der Aufsichtsrat

Joachim Hoof, Vorsitzender

Gewinnverwendungsbeschluss

Sparkassen-Versicherung Sachsen S.V. Holding AG

Gemäß dem gleich lautenden Vorschlag des Aufsichtsrats und des Vorstands wurde in der ordentlichen Hauptversammlung vom 22. Mai 2024 einstimmig beschlossen, vom Bilanzgewinn 2023 in Höhe von 5.297.296,93 EUR an die Aktionäre 2.807.000,00 EUR auszuschütten und 2.490.296,93 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

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