Sparkasse RügenLiquidiert
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Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Herbert Ostermoor seit 19.7.2006 | Vorsitzender des Vorstands |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Sparkasse Rügen(vormals: Kreissparkasse Rügen)Bergen auf RügenJahresabschluss zum 31.12.2011LageberichtI. Geschäft und Strategie 1. Gesamtwirtschaftliche Situation 2. Ziele und Strategie 3. Geschäftliche Entwicklung II. Wirtschaftliche Lage der Sparkasse 1. Ertragslage 2. Finanzlage 3. Vermögenslage III. Risikobericht 1. Risikostrategie 2. System der Sparkasse Rügen 3. Verwendung von Finanzinstrumenten 4. Risikolage 4.1. Marktpreisrisiken 4.2. Adressenrisiken 4.3. Liquiditätsrisiken 4.4. Operationelle Risiken 4.5. Sonstige Risiken 4.6. Risikokonzentrationen 4.7. Zusammenfassung IV. Prognosebericht 1. Betriebswirtschaftliches Instrumentarium 2. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung 3. Voraussichtliche Entwicklung in den Folgejahren V. Nachtragsbericht I. Geschäft und Strategie 1. Gesamtwirtschaftliche Situation Aus dem Konjunkturtal der Rezession Ende 2008 / Anfang 2009 kommend setzte sich die Erholung der Weltwirtschaft fort. Das Wachstumstempo war dabei allerdings in den einzelnen Regionen ungleich verteilt. Viele Schwellenländer, welche schon zuvor die größten Wachstumsraten vorzuweisen hatten, wie China, Indien oder die Türkei, blieben auch 2011 besonders stark. In den Industrieländern ging es dagegen zunächst um ein Wiederaufholen von verlorenem Stand. Länder wie Japan oder Deutschland, die wegen ihrer Exportorientierung in der Rezession besonders hohe Einbußen zu verkraften hatten, verzeichneten 2010 und Anfang 2011 auch den größten positiven Rückprall. Im Falle Japans wurde dieser allerdings im Frühjahr 2011 durch die Kombination von Naturkatastrophen jäh unterbrochen. Davon war neben der menschlichen Tragödie die Produktion im Lande betroffen, so dass das BIP für das Jahr 2011 real unter dem 2010er Wert blieb. Über die verzweigten Logistikketten in bestimmten Branchen wie Automobilbau und Elektrotechnik gab es von Japan ausgehend auch weltweit spürbare Engpässe. Die USA haben 2011 nur ein Wachstum von real etwa 1,7% erreicht und auch das nur dank starker wirtschaftspolitischer Stützung. Insbesondere die Geldpolitik ist im Dollarraum immer noch sehr expansiv. Der finanzpolitische Konsolidierungsbedarf wurde bislang erst sehr zögerlich angegangen, auch aufgrund der parteipolitischen Blockaden. In den Krisenländern des Euroraums sind vor allem die hohe Staatsverschuldung und die aufgekommenen Zweifel an deren Tragfähigkeit und die in der Folge stark gestiegenen Risikoprämien das Problem. Am kritischsten ist die Lage in Griechenland. Das Land befindet sich in einem Teufelskreis aus Rezession, steigendem Einsparbedarf und im Ergebnis trotz aller Anstrengungen weiter steigenden Schulden. Deutschland hat dagegen sein staatliches Finanzierungsdefizit dank der relativ guten konjunkturellen Erholung 2011 auf 1,0% des Bruttoinlandsproduktes zurückführen können. Das Bruttoinlandsprodukt selbst hat hierzulande im Frühjahr 2011 sein Vorkrisenniveau wieder erreichen und dann leicht überschreiten können. Der private Konsum (real +1,5%) blieb von der Größenordnung des Expansionstempos etwas hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurück. Dennoch ist es begrüßenswert, dass er nach vielen Jahren der Stagnation überhaupt etwas Belebung erfahren hat. Hierzu dürften die nach der Rezession wieder gestiegene durchschnittliche Arbeitszeit, die gute Beschäftigung, damit einhergehend mehr Arbeitsplatzsicherheit und höhere Einkommen beigetragen haben. Die Sparquote als Anteil des Sparens der privaten Haushalte an ihrem verfügbaren Einkommen ist 2011 auf 10,9% gesunken. 2010 lag sie noch bei 11,3%. Der staatliche Konsum wurde 2011 ebenfalls noch einmal erhöht (+1,2%), allerdings nach dem Auslaufen der Konjunkturpakete nicht mehr so stark wie noch 2010. Für das Gesamtjahr 2011 hat sich nach der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes vom 11. Januar 2012 insgesamt eine Wachstumsrate von 3,0% ergeben. Das ist deutlich über dem langjährigen Durchschnitt für Deutschland und nach 2010 das zweite starke Jahr in Folge. Die Verlangsamung im Jahresverlauf ist auch durch die Verunsicherungen der Staatsschuldenkrise hervorgerufen. Spätestens seit Sommer 2011 wurde offensichtlich, dass Griechenland mit immer mehr Hilfskrediten der Partnerländer in der EU und des IWF nicht nachhaltig zu finanzieren sein wird. Auf diversen EU-Gipfeln und in begleitenden Verhandlungen mit den großen Gläubigern wurden immer weiter reichende, zunächst noch als "freiwillig" deklarierte Schuldenschnitte verhandelt. Damit war klar, dass Staatsanleihen nicht mehr als risikolose Anlageklasse einzustufen sind. Risikoprämien stiegen als Ansteckungseffekt auch für die Schulden anderer Länder. Entscheidend für eine Begrenzung der Krise wird sein, wirklich klar zwischen tatsächlich insolventen Ländern und denjenigen, die mit Reform- und Konsolidierungsanstrengungen den Weg zu einer tragfähigen Entwicklung schaffen können, zu unterscheiden. Der notwendige Konsolidierungskurs in den Krisenländern im Euroraum ist eingeleitet, kostet aber zunächst unweigerlich Nachfrageimpulse. Im Sommer 2011 brachen die Aktienmärkte ein, verloren zwischen Juli und September vielerorts - so auch in Deutschland gemessen am DAX - ein Drittel ihres Wertes. Angeführt wurden die Verluste von Bankaktien, ausgelöst durch Befürchtungen um Ausfälle aus Staatsanleihen und Rekapitalisierungsbedarf der Kreditinstitute. Tatsächlich gab es ab Herbst 2011 wieder Blockaden und Misstrauen am Interbankenmarkt. Die Lage erinnerte an die Situation nach der Lehman-Insolvenz drei Jahre zuvor. Viele Kreditinstitute parkten ihre Liquidität wieder bei der Europäischen Zentralbank, während andere Institute, vor allem aus den Krisenländern, in immer stärkerem Maße auf die Finanzierung durch die Notenbank angewiesen sind. Die Europäische Zentralbank hat Ihren Expansionsgrad gegen Jahresende 2011 noch einmal deutlich gesteigert. Die im April und Juli als erster vorsichtiger Ausstieg aus der geldpolitischen Sondersituation vorgenommenen Leitzinsanhebungen wurden im November und Dezember unter dem neuen EZB-Präsidenten Draghi wieder zurückgenommen. Es blieb bei der Vollzuteilung bei den Tendergeschäften. Besonders kritisch sind die 2010 schon begonnenen in der zweiten Jahreshälfte 2011 aber massiv ausgeweiteten Ankäufe von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank zu sehen. Sie bedrohen die Unabhängigkeit der Notenbank, sind jedoch in der verschärften Staatsschuldenkrise das einzige kurzfristig funktionierende Instrument, um ein Überschießen der Risikoprämien zu verhindern. Die Preissteigerungsraten lagen 2011 zwar über Zielniveau - 2,7% bei den Verbraucherpreisen im Euroraum, 2,3% in Deutschland. Hohe Energie- und Rohstoffpreise, allen voran wieder einmal der Ölpreis, haben 2011 ihre Spuren hinterlassen. Hinzu kamen Verbrauchssteuererhöhungen in manchen der Krisenländer, die dringend ihren Haushalt bereinigen mussten. Der deutsche Arbeitsmarkt lieferte über die wechselhafte Konjunktur hinweg gute Nachrichten. 2011 setzte sich der Besserungstrend weiter fort. Der Zuwachs bei der Zahl der Erwerbstätigen war sogar noch einmal stärker als im ebenfalls schon guten Jahr 2010. Um über 530.000 auf nunmehr über 41 Mio hat die Zahl der Erwerbstätigen zugelegt. Spiegelbildlich zur Erwerbstätigkeit sank die Zahl der registrierten Arbeitslosen 2011 im Vorjahresvergleich um 263.000. Die Quote verringerte sich auf 7,1%. Die Arbeitslosenquoten der neuen Bundesländer liegen weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 7,1% (Jahresdurchschnitt 2011). Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Quote für den Landkreis Vorpommern-Rügen mit 13,7% leicht über dem Durchschnitt Mecklenburg-Vorpommerns von 12,6%. Für Schwankungen im Jahresverlauf zeichnet auch die Tourismusbranche verantwortlich. Der Tourismus, für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige, konnte im Jahr 2011 die negative Entwicklung des Vorjahres stoppen. Die Beherbergungsstätten mit neun und mehr Betten und die Campingplätze des Landes meldeten in dem dem statistischen Landesamt zur Auswertung vorliegenden Zeitraum von Januar bis November 2011 insgesamt 26,7 Mio Übernachtungen. Dies entspricht einem leichten Rückgang von 0,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Anzahl der Gästeankünfte hingegen stieg um 2,0% auf insgesamt 6,5 Mio. Das Reisegebiet Rügen/ Hiddensee verzeichnete in diesem Zeitraum eine positive Entwicklung. Die Ankünfte (1,2 Mio) stiegen um 3,8% an, die Übernachtungen (6,0 Mio) konnten sich mit einem leichten Rückgang von nur 0,1% stabilisieren. Die im Verlauf der letzten Jahre stetige Verringerung der Einwohneranzahl im Geschäftsgebiet, die starke Abhängigkeit vom Saisongeschäft Tourismus aber auch die Verbraucherpreisentwicklung der vergangenen Jahre zeichnen mit dafür verantwortlich, dass sich die für Anlagen freie Kaufkraft und die Nachfrage nach Kreditmitteln insgesamt ungünstig entwickeln. Weitere Einflussfaktoren ergeben sich aus der Umsetzung der Kreisgebietsreform. Die neuen Kreisstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern wurden am 04.09.2011 umgesetzt. Der ehemalige Landkreis Rügen bildet nun einen gemeinsamen Landkreis mit der Hansestadt Stralsund und dem ehemaligen Landkreis Nordvorpommern. Die weitere Eigenständigkeit der Sparkasse Rügen ist jedoch möglich und auch vorgesehen, da ein Landkreis Träger mehrerer Sparkassen sein kann. Insofern werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Auswirkungen auf Sparkasse oder Kunden gesehen. Ebenfalls als Folge der Kreisgebietsreform wurde auf der Kreistagssitzung des Landkreises Vorpommern-Rügen vom 19.12.2011 eine Satzungsänderung bezüglich der Firmierung beschlossen. Mit Bekanntmachung der Satzung am 04.01.2012 führt unser Institut seit dem 05.01.2012 den bereits im Vorfeld genutzten Namen Sparkasse Rügen an Stelle des bisherigen satzungsmäßigen Namens Kreissparkasse Rügen. Zum Jahresende beschäftigte die Sparkasse insgesamt 179 Mitarbeiter, darunter 17 Auszubildende. Besondere Entwicklungen waren nicht zu verzeichnen. 2. Ziele und Strategie Die Unternehmensstrategie der Sparkasse Rügen gibt die strategische Ausrichtung des Hauses in den kommenden Jahren vor. Sie wird jährlich überprüft und überarbeitet. Für die Überprüfung der Unternehmensstrategie der Sparkasse Rügen in 2011 erfolgte eine umfassende Unternehmens- und Umweltanalyse. Die strategische Ausrichtung ist gegenüber 2011 grundsätzlich unverändert erhalten geblieben. Punktuelle Änderungen ergaben sich im Leitbild, welches nunmehr den Anspruch auf bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Beratung noch weiter konkretisiert, den Ausbau der Nutzung neuer Medien und Vertriebswege berücksichtigt sowie die Unterstützung des neuen Landkreises Vorpommern-Rügen bezüglich der Belange der Insel Rügen festschreibt. In der Strategie selbst ist der Nachhaltigkeitsgrundsatz unseres Handelns verankert worden. Strategische Aussagen in drei Teilstrategien untersetzen die Ziele: Geschäftsstrategie Risikostrategie Ressourcenstrategie Alle Teilstrategien sind weiter untergliedert. Dies gilt insbesondere für die Risikostrategie, da die Steuerung der Risiken entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung der Sparkasse hat. Unsere Geschäftsstrategie verfolgt folgende geschäftspolitische Grundsätze: Wir setzen auf Wachstum. Das bedeutet für uns Produktnutzungsquoten bestehender Kunden ausbauen Neukunden für die Sparkasse Rügen gewinnen Mit der Wachstumsstrategie wollen wir unsere Ziele erreichen: Vertrieb stärken Erträge stabilisieren Kosten steuern Risiken steuern Die Sparkasse Rügen ist das führende Kreditinstitut auf der Insel Rügen. Die Giromarktkennziffer der Sparkasse Rügen hat sich in 2010 erneut verbessert; sie liegt bei 52,5% (+3,3%-Punkte). Erfreulich ist, dass sich trotz rückläufiger Einwohnerzahl die Anzahl der Privatgirokunden leicht erhöht hat. Die Akquisition von Erst-Girokonten ist zunehmend erfolgreich. Die Marktausschöpfungsquote im Segment "Kindheit" ist erneut gestiegen und liegt jetzt bei 25,3% (MV 15,3%, OSV 15,4%). Als maßgeblichen Einfluss auf das sehr gute Ergebnis der Sparkasse Rügen wird die Ein- und Fortführung des mitwachsenden Jugendgirokontos gesehen. Anders verhält es sich im Segment der Senioren (Alter ab 65 Jahre). Hier konnte die Sparkasse Rügen im Vergleich zum Vorjahr zwar leichte Zuwächse erreichen, innerhalb des Verbandes belegen wir allerdings einen der hinteren Plätze. Bekannt ist, dass in unserem Geschäftsgebiet Genossenschaftsbanken eine deutlich bessere Marktstellung aufweisen als im OSV-Gebiet. Viele ältere Einwohner halten ihre Girobankverbindung vor allem bei der Volks- und Raiffeisenbank aufrecht. Die Stärkung der Vertriebsleistung bleibt, auch bei positiver Entwicklung im Berichtszeitraum, weiterhin der Schwerpunkt der Arbeit in den nächsten Jahren. Das Kreditneugeschäft wird - unter Berücksichtigung der Risiken - weiter forciert, um die Bestands- (und damit auch Ertrags-) entwicklung in diesem Bereich zu stabilisieren und die erwarteten Rückgänge aus Tilgungsleistungen zu kompensieren. Im Eigengeschäft dienen die Anlage von Wertpapieren und der Einsatz von Derivaten vorrangig dem strategischen Bilanzstruktur- und Zinsänderungsrisikomanagement sowie erstgenannte auch der Generierung von Erträgen. Ziel ist es, den Bestand der Sparkasse Rügen langfristig zu sichern. Die Unternehmensstrategie bildet dazu den Rahmen, unter anderem auch durch Definition strategischer Zielwerte und strategischer Maßnahmen. Durch ein quartalsweises strategisches Controlling und die jährliche Überprüfung der Strategie wird die Aktualität und Angemessenheit der Aussagen sichergestellt. 3. Geschäftliche Entwicklung Das Geschäftsvolumen verzeichnete in 2011 ausgehend von 597,1 Mio EUR einen Rückgang auf 551,9 Mio EUR. Die geplante Nichtprolongation fälliger institutioneller Fremdmittel (-32,3 Mio EUR) sowie der Rückgang der Kundeneinlagen (-14,0 Mio EUR) führten zu einer rückläufigen Anlage liquider Mittel in der Position Forderungen an Kreditinstitute (-29,3 Mio EUR). Das Kundenkreditvolumen ist ebenfalls leicht rückläufig (-4,2 Mio EUR). Im Bereich des Wertpapiervermögens führte die aus Ertragsüberlegungen nicht vollumfänglich vorgenommene Wiederanlage von fälligen Papieren sowie der aus Risikoüberlegungen erfolgte Verkauf aller Aktien- und Aktienfondspositionen zu einem Absinken der Bestände (-11,3 Mio EUR). Die Bilanzsumme ist vor diesem Hintergrund um 40,9 Mio EUR auf 525,1 Mio EUR gesunken. Das Kundenkreditgeschäft (inklusive Treuhandkredite und Avalen unter Berücksichtigung der Risikovorsorge und der Vorsorgereserven) sank in 2011 um 0,8 Mio EUR bzw. 0,3% auf 266,1 Mio EUR. Das Neukreditgeschäft blieb insbesondere in der zweiten Jahreshälfte hinter den Bestandsrückführungen aus Tilgungen und Abschreibungen zurück. Diese Entwicklung korrespondiert wegen unterjährig geringerer Kundennachfrage nicht vollständig mit unseren Planannahmen. In der Struktur des Kundenkreditvolumens spiegelt sich die örtliche Wirtschaft wider. Die Ausreichungen an die gewerblichen Kunden verteilen sich auf Schwerpunktbranchen. Danach befinden sich 21,8% im Gastgewerbe, 10,3% im Grundstücks- und Wohnungswesen und 4,5% im Baugewerbe. Bei einem Absinken des Kundenkreditvolumens waren im Gastgewerbe leicht unterdurchschnittliche und in den letztgenannten Schwerpunktbranchen leicht überdurchschnittliche Bestandsrückgänge zu verzeichnen, so dass im Vergleich zum Vorjahr die prozentualen Anteile nur im Gastgewerbe leicht ansteigen. Das Wertpapiervermögen ist spürbar zurückgegangen. Der Bestand von 215,1 Mio EUR liegt 11,3 Mio EUR bzw. 5,0% unter dem Vorjahreswert. Hauptursache waren Steuerungsimpulse aus Sicht des Marktpreisrisikos sowie Ertragsüberlegungen. Das Volumen von im Jahresverlauf fälligen Wertpapieren wurde nicht in vollem Umfang wieder angelegt. In einem Fall erfolgte die Anlage des fällig gewordenen Betrages in einem Termingeld zu einem vergleichsweise höheren Zinssatz. Auch weitere Geschäfte dienten der Generierung von Zinserträgen. Die Diversifikation der Asset-Klassen durch Aktien und Aktienfonds wurde nicht weiter verfolgt. Aus Risikoüberlegungen heraus wurden sämtliche derartige Positionen veräußert. Im Bestand befinden sich danach neben festverzinsten Wertpapieren vier Rentenfonds sowie ein zum 29.02.2012 gekündigter Spezialfonds. Die extern gerateten Assets, sowohl im Eigenbestand als auch in den Fonds, sind von sehr guter Bonität (Investment-Grade). Nicht extern geratete Assets befinden sich nicht mehr im Bestand. Die Adressenrisikostruktur im Depot-A bleibt sehr gut. Auf der Passivseite sinkt das Mittelaufkommen von Kunden um 14,0 Mio EUR bzw. 3,1% auf 431,5 Mio EUR. Das seit der Finanzkrise in 2008 beobachtete ausgeprägte Sicherheitsinteresse seitens der Kunden, welches im Wettbewerb mit anderen Kreditinstituten einen klaren Vorteil für die Sparkassen darstellte und sich in der Sparkasse Rügen in deutlichen Anstiegen der Kundeneinlagen niederschlug, war in 2011 nicht mehr in diesem Umfang spürbar. Trotz erhöhter Vertriebsanstrengungen ging der Einlagenbestand unter den bekannten und dem Tourismus als Hauptwirtschaftszweig geschuldeten saisonalen Schwankungen zurück. In der Jahresdurchschnittsbetrachtung der Bestände zeigt die Sparkasse Rügen jedoch ein geringes, mit dem Landes- und Verbandsdurchschnitt korrespondierendes, Wachstum von 1,3% Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nehmen um 32,3 Mio EUR bzw. 45,8% ab. Institutionelle Refinanzierungen waren weder aus Ertragsgesichtspunkten sinnvoll, noch aus Liquiditätsgesichtspunkten erforderlich. Fälligkeiten wurden daher wie bereits in den Vorjahren nicht ersetzt. Nach einem Einbruch des Wertpapiergeschäftes im Vorjahr konnte die Sparkasse Rügen den Nettoabsatz bei der DekaBank in 2011 spürbar auf 0,9 Mio EUR steigern. Auf relativer Jahresbasis führt die Sparkasse Rügen das Ranking innerhalb des Verbandsgebietes an. Vor allem mit dem Deka-Vermögenskonzept wurde eine Anlagestrategie an den Markt gebracht, die dem gegenwärtigen Kundenbedürfnis entgegen kommt. Das Kundengeschäft SBroker (S-Comforts-Depots) konnte ebenfalls intensiviert und ausgebaut werden. Der Absatz konnte hier um knapp 0,7 Mio EUR auf 2,2 Mio EUR erhöht werden. Der Vertrieb weiterer Produkte von Partnern der S-Finanzgruppe gestaltete sich unterschiedlich. Das in 2011 vermittelte Bausparvolumen liegt mit 16,0 Mio EUR ca. 1,2 Mio EUR unter dem Ergebnis des Vorjahres, die Sparkasse Rügen belegt innerhalb des Bundeslandes MV nun Platz 6 (im Vorjahr Platzt 4). Sehr erfreulich verlief dagegen das LBS-Immobiliengeschäft. Durch eine Steigerung des Courtage-Umsatzes um 62% verbessert sich unser Institut im OSV-Ranking von Platz 43 auf 36. Versicherungsverträge der Provinzial wurden insgesamt im Volumen von 4,6 Mio EUR verkauft. Während die Werte der Lebensversicherungen mit 4,5 Mio EUR leicht unter den Vorjahreswerten (4,6 Mio EUR) liegen, konnte der Absatz der Kompositversicherungen leicht gesteigert werden. Insgesamt ist die geschäftliche Entwicklung zufriedenstellend verlaufen. Unter Berücksichtigung der Planannahmen, welchen Jahresdurchschnittsbetrachtungen zugrunde liegen, verlief die Entwicklung innerhalb unserer Erwartungen. Das auf der Passivseite angestrebte Wachstum der Kundenverbindlichkeiten ist nicht vollständig erreicht worden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten im Gegenzug dennoch wie geplant gesenkt werden. Das Geschäftsergebnis liegt mit 0,7 Mio EUR über Vorjahresniveau. Die Zuführung in den Passivposten "Fonds für allgemeine Bankrisiken" erfolgte in Höhe von 1,3 Mio EUR (im Vorjahr 1,7 Mio EUR). II. Wirtschaftliche Lage der Sparkasse Die wirtschaftliche Lage der Sparkasse ist, bezogen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage, geordnet. Die Entwicklung in den drei Perspektiven ist dazu untersucht worden. 1. Ertragslage Die Ertragslage der Sparkasse Rügen hat sich im Jahr 2011 zufriedenstellend entwickelt. Die nachstehende Tabelle enthält die wesentlichen Daten zur Ertragslage auf Basis einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung.
1) inklusive Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken Der Zinsüberschuss (inkl. der Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie Beteiligungen) steigt im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Mio EUR oder 7,3%. Der Zinsertrag und der Zinsaufwand entwickelten sich wegen der gesunkenen DBS sowie des nur moderat gestiegenen Marktzinsniveaus rückläufig. Im Zinsertrag sind positive Effekte aus den unterjährig gehaltenen dividendenstarken Aktientiteln sowie eine Ausschüttung des Spezialfonds enthalten. Negativ wirkte sich wie im Vorjahr aus, dass aufgrund des Zinsniveaus fällige Zinsbindungen in den Festzinspositionen des Wertpapier- und des Kundenkreditgeschäftes nur zu niedrigeren Konditionen verlängert werden konnten. Das Zinsergebnis aus Derivaten, welches die zur Risikosteuerung des Zinsbuches abgeschlossenen Zinsswaps beinhaltet, belastete den Zinsüberschuss wegen Fälligkeiten und wegen der unterjährigen Entwicklung des kurzfristigen Zinsniveaus deutlich weniger als noch im Vorjahr. Das zinstragende Geschäft bleibt weiterhin die bedeutendste Ertragsquelle. Der Zinsüberschuss in % der DBS liegt mit 2,82% über dem Durchschnitt der Sparkassen Mecklenburg-Vorpommerns von 2,67%. Der Provisionsüberschuss sinkt um 6,4% auf 4,4 Mio EUR (0,77% der DBS) und bewegt sich damit leicht über dem Niveau des Landesdurchschnittes. Ertragsrückgänge ergaben sich bei den Provisionerträgen aus dem Darlehensgeschäft sowie aus dem Barzahlungsverkehr. Letztere spiegeln die bereits unterjährig beobachteten Rückgange der Geldautomatennutzung im Saisonverlauf wider. Bei den Erträgen aus dem Vermittlungsgeschäft von Produkten der Verbundpartner der S-Finanzgruppe ergibt sich in der Summe ein gegenüber dem Vorjahr ein kaum verändertes Bild. Der Anstieg der Erträge im Immobilien- und sonstigen Vermittlungsgeschäft kompensiert dabei die leichten Rückgänge bei den Bausparverträgen, Versicherungen sowie dem Fondsvertrieb. Der Verwaltungsaufwand beträgt unverändert 13,5 Mio EUR. Allerdings zeigen sich Verschiebungen zwischen Personal- und Sachaufwand. Der Personalaufwand steigt um 0,3 Mio EUR bzw. 3,9% auf 1,40% der DBS. Der Sachaufwand sinkt um 0,3 Mio EUR bzw. 5,2%. Spürbare Rückgänge verzeichneten die Geschäftsbedarfskosten, insbesondere durch den im Vorjahr vorgenommenen turnusmäßigen Tausch aller Kundenkarten, sowie die IT-Kosten. Letztere sind geprägt von Kosteneinsparungen im Nachgang der OS-Plus-Migration. Die Cost-Income-Ratio verbessert sich in Folge der dargestellten Entwicklungen in Ertrag und Aufwand von 67,8% auf 65,0%. Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt mit 7,1 Mio EUR (1,24% der DBS) über dem Vorjahresniveau (6,3 Mio EUR; 1,07% der DBS). Das Bewertungsergebnis Kreditgeschäft weist mit positiven 0,6 Mio EUR einen deutlich besseren Wert als im Vorjahr aus. Dies resultiert einerseits aus der in den Vorjahren aktiv betriebenen Konsolidierung des Kreditgeschäftes. Andererseits konnte auch im laufenden Jahr von der Möglichkeit der Auflösung bestehender Wertberichtigungen Gebrauch gemacht werden. Die Tabelle enthält unter "Bewertungsergebnis" darüber hinaus eine Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß §340g HGB in Höhe von 1,3 Mio EUR (Vorjahr: 1,7 Mio EUR). Das Bewertungsergebnis aus Wertpapieren beträgt -2,5 Mio EUR und ist maßgeblich beeinflusst durch die im Berichtsjahr vorzunehmende Bewertung der Zinsderivate. Mit Verweis auf die in 2012 geplante strategische Überarbeitung des barwertigen Ansatzes in der Zinsbuchsteuerung wird dieser aktuell nicht als Steuerungsinstrument herangezogen. Dem Vorsichtsprinzip folgend wurde daher eine Bewertung der Swaps vorgenommen. Weiterhin sind in diesem Posten die realisierten Verluste aus den Aktienverkäufen in Folge der strategischen Neuausrichtung in diesem Bereich enthalten. Auch auf den zum 29.02.2012 gekündigten Spezialfonds waren erstmals Abschreibungen vorzunehmen. Bei den übrigen Papieren fielen die Zuschreibungen in der Summe höher aus als die Abschreibungen. Bei den im Anlagevermögen gehaltenen Papieren führte die Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzipes nicht zu vermiedenen Abschreibungen (Vorjahr: 0,5 Mio EUR). Darüber hinaus ist das sonstige Bewertungsergebnis in Höhe von 0,7 Mio EUR belastet durch die Abschreibung der indirekt über den Ostdeutschen Sparkassenverband und dort über die Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH und Co. KG gehaltenen Anteile an der Landesbank Berlin. Der Anstieg im Bewertungsergebnis wird durch die positive Entwicklung im Betriebsergebnis vor Bewertung kompensiert, so dass nach Abzug von neutralem Ergebnis und der Ertragsteuern ein Jahresüberschuss über Vorjahresniveau in Höhe von 0,7 Mio EUR verbleibt. Der Jahresüberschuss soll in die Sicherheitsrücklage eingestellt werden. 2. Finanzlage Das Ziel, die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse sicherzustellen, war im Geschäftsjahr aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit erfüllt. Zur kurzfristigen Refinanzierung stehen neben den Offenmarktgeschäften der Deutschen Bundesbank Kreditlinien bei der Norddeutschen Landesbank sowie bei der HSH Nordbank AG zur Verfügung. Die Linie bei der Landesbank wurde teilweise in Anspruch genommen. Die Mindestreservevorschriften wurden erfüllt. Entsprechende Guthaben bei der zuständigen Zentralbank wurden unterhalten. Die Liquidität gemäß Liquiditätsverordnung zu §11 KWG, welche die Zahlungsmittel den Zahlungsverpflichtungen gegenüberstellt, entsprach durchgängig den gesetzlichen Anforderungen. Zum Jahresultimo errechnet sich eine Liquiditätskennzahl von 4,01. Die weiteren Beobachtungskennzahlen lassen auch in Zukunft keine Liquiditätsengpässe erwarten. Bei den Zahlungsmitteln gemäß Liquiditätsverordnung sind wie im Vorjahr die Wertpapiere im Depot-A der bedeutendste Posten. An nächster Stelle folgen die Forderungen an Kreditinstitute inklusive Bundesbank sowie die Kundenforderungen. Die Veräußerung von Wertpapieren aus Liquiditätsgründen ist nicht vorgesehen. Im Bedarfsfall ist über das Pfanddepot in ausreichendem Maße die Teilnahme an Tendergeschäften der EZB möglich. Die Zahlungsverpflichtungen gemäß Liquiditätsverordnung sind weiterhin maßgeblich durch die Kundeneinlagen geprägt. Ausgehend von dem hohen Bestand der Kundeneinlagen und der guten Liquiditätssituation konnte die Refinanzierung bei Kreditinstituten weiter sukzessive zurückgefahren werden. Eventuellen Beschränkungen in der Verfügbarkeit einzelner Finanzmittel wird durch das System der Liquiditätsverordnung ausreichend Rechnung getragen. Darüber hinaus zeigen eigene Szenariosimulationen auch bei weitergehenden Einschränkungen keine Liquiditätsengpässe auf. 3. Vermögenslage Die Vermögenslage ist geordnet und entspricht den gesetzlichen Anforderungen. Die Bilanzsumme sinkt deutlich; strukturelle Veränderungen ergeben sich aus dem Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Kreditinstituten sowie der eigenen Wertpapiere, der Kundenforderungen und der Forderungen gegenüber Kreditinstituten. Die Anlage der freien Mittel erfolgte hauptsächlich in Wertpapieren. Unter anderem wurde das Volumen der im Jahresverlauf fälligen Wertpapiere mit nur einer Ausnahme wieder als Wertpapiere angelegt. Darüber hinaus erfolgte unterjährig der Erwerb von dividendenstarken Aktientiteln, welche zum Jahresende jedoch aus Risikogesichtspunkten wieder veräußert wurden. Grundsätzlich erfolgt die Anlage in Wertpapieren aufgrund von Steuerungsimpulsen aus der Zinsbuchsteuerung. Der Anteil der Wertpapiere stieg bei rückläufigem Geschäftsvolumen leicht um 1,1 Prozentpunkte auf 39,0% des Geschäftsvolumens. Im Stichtagsvergleich reduzierte sich der Bestand an eigenen Wertpapieren um 11,3 Mio EUR. Der Anteil der Forderungen an Kreditinstitute sank um 4,9 Prozentpunkte auf 2,2%, der des Kundenkreditvolumens stieg um 3,3 Prozentpunkte auf einen Wert von 52,7% des Geschäftsvolumens. Die Struktur der Refinanzierung konnte erneut zugunsten des Anteils des Mittelaufkommens von Kunden (78,3% des Geschäftsvolumens) verschoben werden. Dieser Wert lag im Vorjahr noch bei 74,7%. Durch gesteigerte Vertriebsaktivitäten fiel der Rückgang in den Kundeneinlagen weniger stark aus als der Rückgang des Geschäftsvolumens, auch wenn das in den Vorjahren verkaufsfördernde Sicherheitsbedürfnis der Kunden im Rückblick auf die Ereignisse der Finanzkrise spürbar nachgelassen hat. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken im Gegenzug um 4,9 Prozentpunkte auf 6,9% des Geschäftsvolumens. Die Sicherheitsrücklage wird sich nach der mit Feststellung des Jahresabschlusses 2011 noch zu beschließenden Zuführung des Bilanzgewinns von 0,7 Mio EUR auf 33,9 Mio EUR leicht erhöhen. Das entspricht einem Zuwachs von 2,1% gegenüber dem Vorjahr. Neben der Sicherheitsrücklage verfügt die Sparkasse über weitere Eigenkapitalbestandteile. Das Verhältnis der angerechneten Eigenmittel gemäß §10 KWG - bezogen auf die Summe der Eigenmittelanforderungen gemäß SolvV per 31.12.2011 - überschreitet mit 19,2% deutlich den gesetzlich vorgeschriebenen Wert von 8%. Gerade vor dem Hintergrund, dass in dieser Berechnung ausschließlich Kernkapital und keinerlei Ergänzungskapital angesetzt wird, ist dieser Wert Ausdruck einer soliden Kapitalausstattung der Sparkasse Rügen. Die Bewertung des Wertpapierbestandes erfolgte für die Liquiditätsreserve unter Anwendung des strengen Niederstwertprinzips. Für die Wertpapiere des Anlagevermögens wird das gemilderte Niederstwertprinzip angewendet. Mit den gebildeten Wertberichtigungen und Rückstellungen ist den Risiken im Kreditgeschäft ausreichend Rechnung getragen worden. Die übrigen Vermögensgegenstände wurden zum Niederstwert bewertet. Die Sparkasse verfügt über stille Reserven nach §26a KWG (a. F.) sowie nach §340f HGB. Darüber hinaus wurden Reserven in den Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß §340g HGB dotiert. III. Risikobericht 1. Risikostrategie Die Überwachung und Steuerung von Risiken stellt einen wesentlichen Bestandteil des Ertragsmanagements der Sparkasse Rügen dar und ist Teil der Gesamtbanksteuerung. Risiken werden bewusst eingegangen, wenn sie zur Erzielung von Erfolgen notwendig und im Verhältnis zu den Chancen vertretbar sind. In der Unternehmensstrategie ist eine Teilstrategie Risiko festgelegt worden: Wir streben ein angemessenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag an. Unsere Risikoneigung ist risikoneutral. Es werden nur Geschäfte getätigt, die im Rahmen der Risikotragfähigkeit liegen. Wir unterhalten ein System der Risiko(früh)erkennung, -steuerung und des Risikocontrollings. Alle Risiken werden im Risikohandbuch dokumentiert und regelmäßig einer Inventur unterzogen. Entsprechend der Risikopräferenz der Sparkasse sind die steuerungsbedürftigen Risiken - gemäß Risikoreporting - durch Maßnahmen der aktiven Risikosteuerung zu vermeiden, zu vermindern, zu versichern und/oder selbst zu tragen. Die passive Risikosteuerung wird maßgeblich durch die Limitierung beschrieben. In der Strategie 2012-2016 ist mit der aktuellen Überarbeitung auch eine maximale Risikotoleranz definiert. Die Sparkasse Rügen stellt hierbei auf eine Mindest-Solvabilitäts-Kennziffer i.H.v. 15% ab. Auch die Einhaltung dieser Größe ist durch die Limitierung der Risiken sichergestellt. 2. System der Sparkasse Rügen Die Risikokategorien sind festgelegt, das Risikohandbuch regelt die Risikodefinitionen verbindlich. Eine Risikoinventur wird jährlich durchgeführt. Das Risikomanagement der Sparkasse, das im Rahmen des Risikohandbuches geregelt ist, umfasst sowohl alle Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse, die im Unternehmen Sparkasse erstellt werden, als auch Dienstleistungen, die die Sparkasse von Dritten bezieht, sofern letztere von den Regelungen des §25a Abs. 2 KWG erfasst werden. Ferner sind davon alle Bediensteten, Anlagen, Sach- und Organisationsmittel sowie Rechtsbeziehungen der Sparkasse erfasst. Das Risikomanagementsystem wurde an den Anforderungen aus Basel II, insbesondere aus den MaRisk, ausgerichtet. Eine durchgehende aufbauorganisatorische Trennung des mit dem Risikocontrolling betrauten Bereiches von den Marktbereichen stellt eine funktionsfähige Risikosteuerung sicher. Das Risikomanagement hat das vorrangige Ziel, Risiken des Sparkassenbetriebs transparent und dadurch steuerbar zu machen, mit dem Zweck, die Risiken zu minimieren. Risiken müssen auf ein vertretbares Maß beschränkt werden, um die Vermögens- und Ertragssituation der Sparkasse nicht zu gefährden. Zur Ableitung von Limiten für einzelne Risiken wird ein Risikotragfähigkeitskonzept genutzt, welches die vorhandenen finanziellen Mittel der Sparkasse den Risiken des Bankgeschäftes gegenüberstellt. Die Risikotragfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit der Sparkasse, die Risiken durch vorhandene finanzielle Mittel zu decken. Die als Risikodeckungspotential zur Verfügung stehenden Mittel bestehen aus dem geplanten operativen Ergebnis, den Reserven nach §340f und g HGB und nach §26a KWG (a. F.) sowie der Sicherheitsrücklage. Der Vorstand legt im Rahmen der Risikostrategie die Komponenten sowie die Höhe der Risikodeckungsmasse fest, die zur Abschirmung der Risiken dient. Zu den berücksichtigten Risiken zählen die Zinsspannenrisiken, die Marktpreisrisiken aus eigenen Wertpapieren, die Adressenrisiken aus dem Kundenkreditgeschäft und aus dem Depot-A, die operationellen Risiken sowie die sonstigen Risiken. Letztere Position wird seit dem Betrachtungsstichtag 31.12.2011 in die weiteren Risikopositionen nichtzinsabhängige Planabweichungen, sonstiges Bewertungsergebnis sowie sonstige Risiken aufgeteilt. Die Berechnung der Auslastungsbeträge der Risikotragfähigkeit erfolgt für die Adressenausfallrisiken im Kundenkreditgeschäft anhand der Ausfallwahrscheinlichkeit für die Blankoanteile anhand der SR-Migrationsmatrix unter Berücksichtigung eines Sicherheitenverfalls im Zuge der Verwertung sowie unter Einbeziehung aktueller Erkenntnisse zur Pauschalwertberichtigung, zu Eingängen auf abgeschriebene Forderungen sowie zur Auflösung von EWB. Der tatsächliche Saldo aus Bewertungsmaßnahmen wird ebenfalls in die Betrachtung einbezogen. Die Auslastungsbeträge für das Adressenausfallrisiko im Eigengeschäft werden gemäß Rating-Migrationsmatritzen ermittelt. Die Ermittlung der Auslastungsbeträge der Marktpreisrisiken basiert auf verschiedenen Szenarien, wobei die von der Sparkasse prognostizierte Zinsentwicklung das Planszenario darstellt. Bei Zinsänderungen werden die Auswirkungen auf das Zinsergebnis sowie auf das handelsrechtliche Bewertungsergebnis betrachtet. Weitere verwendete Zinsszenarien sind Parallelverschiebungen der Zinskurve sowie die Zinsentwicklung mit den negativsten Auswirkungen auf Zinsüberschuss sowie Bewertungsergebnis (Risikoszenario). Zur Ermittlung dieses Risikoszenarios werden die vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband bereitgestellten Grenzzinsszenarien verwendet, welche insbesondere auch Drehungen, Versteilerungen und Verflachungen der Zinskurve berücksichtigen. Die Auswirkungen der verschiedenen Zinsszenarien auf den Zinsüberschuss werden mittels Margenkonzept ermittelt. Margen werden aus den Kalkulationsanwendungen abgeleitet und als Annahme für die zukünftige Konditionierung in Ansatz gebracht. Hinsichtlich des Kundenverhaltens bei Krediten (vorzeitige Kreditrückzahlungen) und unbefristeten Einlagen (Abrufverhalten) wurden Annahmen getroffen. Die Berücksichtigung erfolgt anhand empirischer Beobachtungen. Positionen mit variablem Zins und unbestimmter Zinsbindung werden über das Konzept der Gleitenden Durchschnitte in die Betrachtungen einbezogen. Festgelegte Mischungsverhältnisse dienen der Cash-Flow-Erzeugung in der marktwertorientierten Sicht und der Ermittlung des Bewertungszinses in der ertragswertorientierten Sichtweise. Die Auswirkungen auf das Bewertungsergebnis werden durch Simulation der Marktpreise zum Bewertungsstichtag auf der Grundlage der Zinsszenarien und unter Nutzung des gemilderten Niederstwertprinzips ermittelt. Bei den operationellen Risiken werden die schlagend gewordenen Risiken aus der Schadensfalldokumentation beziehungsweise ein höherer Erwartungswert als Risikowert in Ansatz gebracht. Die Liquiditätsrisiken werden im Risikotragfähigkeitsschema nicht betrachtet. Dies berücksichtigt, dass diese Risiken nicht durch Risikodeckungspotenzial begrenzt werden können, da eine sinnvolle Quantifizierung nicht möglich ist. Für das Management der Liquiditätsrisiken verfügt die Sparkasse über ein internes Liquiditätsmanagementsystem, das Zahlungsverpflichtungen und die dafür vorhandenen Zahlungsmittel dynamisch betrachtet und dabei auch Stressszenarien berücksichtigt. Somit ist die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der Sparkasse gesichert. Die angemessene Berücksichtigung weiterer Risiken wird unter den Posten Planabweichungen, sonstiges Bewertungsergebnis sowie sonstige Risiken sichergestellt. Bei den einzelnen Risikoarten werden sowohl erwartete Entwicklungen (Planszenario) als auch Risiko- und Stressszenarien berücksichtigt. Auf diese Weise stellt die Sparkasse sicher, dass zur Abschirmung der potentiellen Risiken jederzeit ausreichendes Eigenkapital vorhanden ist. Darüber hinaus werden risikoübergreifende Stress-Szenarien simuliert und auf ihre Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage untersucht. Die Betrachtung über den Bilanzstichtag hinaus wird für das Plan- und das Risikoszenario in angemessenem Umfang vorgenommen. Neben diesem ertragswertorientierten (periodischen) Risikotragfähigkeitskonzept werden parallel in einer marktwertorientierten Sichtweise die Risiken dem freien ungebundenen Vermögen gegenübergestellt. Diese Betrachtung erfolgt aktuell nachrichtlich und ist nicht steuerungsrelevant. In der marktwertorientierten Sicht erfolgt eine Ertrags- und Risikobetrachtung im direkten Vergleich mit einer Benchmark. Das Risiko in Form einer Barwert- (Vermögens) -verringerung wird limitiert. Die Risikoermittlung im Risikoszenario erfolgt für die Marktpreisrisiken auf Basis einer historischen Simulation mit einem Konfidenzniveau von 95% und einer Haltedauer von 250 Tagen. In einem weiteren Stress-Szenario wird das Konfidenzniveau auf 99,9% erhöht. Die Risikomanagementorganisation beschreibt alle organisatorischen Regelungen und Verantwortlichkeiten für das Risikomanagementsystem. Es umfasst die Bereiche Früh- erkennungssystem, Controlling und Interne Überwachung. Durch die Risikoinventuren wird die Früherkennung von Risiken sichergestellt. Der Bereich Finanzen&Controlling verantwortet die Entwicklung von Planungs-, Kontroll- und Informationssystemen und damit das Controlling im Rahmen des Risikomanagementsystems. Ein Teil des internen Überwachungssystems sind die organisatorischen Sicherungsmaßnahmen, die im Organisationshandbuch dokumentiert sind. Ein weiterer Bereich wird durch eine konsequente interne Revision sichergestellt. 3. Verwendung von Finanzinstrumenten Die Aktivitäten der Sparkasse beinhalten hauptsächlich Geschäfte mit Finanzinstrumenten. Die Sparkasse erhält Kundeneinlagen und investiert diese in Vermögenswerte, um eine Marge zu erwirtschaften. Die Margen können dadurch verbessert werden, dass die Sparkasse kurzfristige Mittel zusammenlegt, um zu höheren Zinsen Gelder langfristig anzulegen. Die Sparkasse verleiht Mittel an Unternehmen und Privatpersonen mit unterschiedlichen Ratings neben institutionellen Anlagen. Das Geschäft schließt nicht nur bilanzierte Transaktionen ein, sondern auch nicht bilanzierte wie Bürgschaften, Garantien und Kreditzusagen sowie Zinsswaps. Letztere kommen ausschließlich im Rahmen der Zinsbuchsteuerung zum Einsatz. Die den Finanzinstrumenten inhärenten Risiken wurden im Rahmen der Risikoinventur 2011 untersucht und werden unter 4. Risikolage, kategorisiert nach Risikoarten, beschrieben. 4. Risikolage 4.1 Marktpreisrisiken Unter dem Marktpreisrisiko wird die Gefahr verstanden, dass sich Marktpreise von Sachgütern oder Finanztiteln auf Grund von Änderungen der Marktlage zu Ungunsten des Inhabers entwickeln. Im Rahmen des Marktpreisrisikos unterscheidet die Sparkasse das Zinsänderungsrisiko, das Währungsrisiko, das Aktienkursrisiko sowie das Immobilien- und Sicherungsgutrisiko. Die Zinsänderungsrisiken wurden in der Sparkasse Rügen als wesentliches Risiko im Sinne der MaRisk definiert. Die Analyse dieses Risikos erfolgt sowohl ertrags- als auch marktwertorientiert. Hierzu stehen die Anwendungen GuV-Planer, SimCorp-Dimension und SDis-Plus zur Verfügung. Dabei werden alle zinsrisikotragenden Aktiv- und Passivgeschäfte in die Betrachtungen einbezogen. Die Ergebnisse der Analysen werden in vierteljährlichen Reports dargestellt. Die Berichte sind Teil des Controlling-Berichts-Systems der Sparkasse. Ein Treasuryprozess sichert die Beherrschbarkeit der Zinsänderungsrisiken. Zinsswaps stehen zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken auf Gesamtbankebene zur Verfügung. Bezüglich des Bewertungserfordernisses der Zinsswaps wird im Rahmen einer strategischen Maßnahme für die Folgejahre angestrebt, den Barwertansatz wieder als Steuerungsinstrument heranzuziehen und die für die Nichtbewertung erforderlichen prozessualen Anforderungen zu erfüllen. Die Risiken aus Handelsgeschäften werden täglich quantifiziert und im Erfolgs- und Risikoreport dargestellt. Dabei werden insbesondere die Zinsänderungs- und die Kursrisiken aus eigenen Wertpapieren betrachtet. Ausgangsbasis für die Steuerung bildet ein Limitsystem, das aus der periodischen Risikotragfähigkeit der Sparkasse abgeleitet wird. Die Limite werden vom Vorstand bestimmt und täglich überwacht. Zur Risikoquantifizierung werden die handelsrechtlichen Abschreibungsrisiken aus eigenen Wertpapieren mit Hilfe der Anwendung SimCorp-Dimension ermittelt. Darüber hinaus werden Risikosimulationen das Bewertungsergebnis aus Wertpapieren betreffend mit dieser Anwendung durchgeführt. Aktienkursrisiken sind hierbei künftig nicht mehr zu berücksichtigen, da Bestände in der Assetklasse Aktien in der aktuellen Strategie ausgeschlossen wurden. In der Risikobetrachtung der Sparkasse sind die Währungsrisiken grundsätzlich zu vernachlässigen, da sie vom Gesamtvolumen her von untergeordneter Bedeutung sind. Relevant waren zum Bilanzstichtag nur geringe Bestände an Sorten. Die Immobilien- und Sicherungsgutrisiken aus Immobiliensicherheiten im Kundenkreditgeschäft werden schlagend, wenn die Verwertungserlöse aus diesen Objekten hinter den eigenen Beleihungswerten oder den Verkehrswerten zurückbleiben, weil sich der Immobilienmarkt insgesamt ungünstig entwickelt. Die Untersuchungen der im Fachbereich Abwicklung betreuten Grundstücke und Gebäude hat gezeigt, dass die Zwangsversteigerungserlöse teilweise unter den Beleihungswerten und den Verkehrswerten liegen. Die Entwicklung in diesem Bereich wird jährlich untersucht. Die Steuerung dieser Risiken erfolgt im Rahmen des Instrumentariums zur Steuerung der Adressenrisiken im Kundenkreditgeschäft. 4.2 Adressenrisiken Das Adressenrisiko beinhaltet im Allgemeinen die Gefahr, dass auf Grund von Bonitätsveränderungen und/oder des Ausfalls einer Person oder einer Unternehmung, zu der eine wirtschaftliche Beziehung besteht, Verluste entstehen. Dabei werden die folgenden Risikoarten unterschieden: Kredit-, Kurs-, Kontrahenten-, Emittenten-, Struktur-, Länderrisiko sowie sonstiges Ausfallrisiko. Kreditrisiken aus Kundenpositionen sind als Schwerpunktrisiken erkannt worden und sind in der Sparkasse Rügen als wesentliches Risiko im Sinne der MaRisk definiert. Als Ausgangsbasis für die Steuerung dieser Risiken wurde die Adressenrisikostrategie in 2011 überarbeitet. Maßgebliches Kriterium zur Einschätzung der Bonität und damit des Risikos der einzelnen Kreditnehmer ist die Note aus den eingesetzten Rating- und Scoringmodellen. Das im Rahmen der Adressenrisikostrategie definierte Limitsystem im Neukreditgeschäft berücksichtigt neben der Ertragskraft die Besicherung des Engagements. Risikoabschirmung erfolgt darüber hinaus in Form von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen. Im Rahmen des Controlling-Berichts-Systems werden die Risiken auf Portfolioebene in einem vierteljährlichen Report zusammengefasst. Daneben findet laufend ein Prozess zur Kreditrisikofrüherkennung statt. Ein weiteres wesentliches Schwerpunktrisiko stellt das Strukturrisiko dar. Strukturrisiken resultieren aus der mangelnden Diversifikation des Kreditportfolios bezüglich der Struktur, wie zum Beispiel der Branchen-, Größenklassen- oder Kreditnehmerstruktur. Hinsichtlich der Branchendiversifikation setzt das Regionalprinzip, z. B. hinsichtlich der Branche Gastgewerbe, Grenzen. Den Strukturrisiken wird in der Adressenrisikostrategie entsprechend Rechnung getragen. Im Kreditrisikoreporting werden das Kundenkreditgeschäft und die weiteren Kredite im Sinne §19 Abs. 2 KWG untersucht. Dabei wird die Schwerpunktbranche Gastgewerbe ausführlicher betrachtet. Die Ziele der Adressenrisikostrategie stellen auf Strukturrisiken ab, teilweise wurden Portfoliolimite festgelegt. Die sonstigen Adressenrisiken wurden als gering bewertet. Das Länderrisiko besteht im Kundenkreditgeschäft nur in sehr geringem Umfang und im Wertpapiervermögen ausschließlich bei indirekt in Fondsvermögen gehaltenen Papieren. Deren Rating bewegt sich im Bereich des Investment-Grade. Die Entwicklung der Länderrisiken wird im Rahmen des Risikomanagementsystems Adressenrisiken vierteljährlich reportet und überwacht. Die Adressenrisiken im Eigenhandel sind durch Emittenten- und Kontrahentenlimite beschränkt. Die Ratings der Emittenten und Kontrahenten werden vierteljährlich unter Hinzuziehung weiterer verfügbarer Informationen wie Ratingausblicke, Veröffentlichungen nach §28 PfandBG oder Jahresabschlussunterlagen des letzten Bilanzstichtages untersucht. Punktuell ergänzt wurden diese Betrachtungen um eine Untersuchung der Spreads und fairen Marktpreise als mögliche Frühindikatoren, um mögliche Unzulänglichkeiten der externen Ratings zu berücksichtigen. Es ergaben sich keine Anhaltspunkte für bestehende Risiken. 4.3 Liquiditätsrisiken Unter dem Liquiditätsrisiko wird allgemein die Gefahr verstanden, dass das Kreditinstitut seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr uneingeschränkt nachkommen kann. Je nachdem, ob das Liquiditätsrisiko durch die Aktiv- oder die Passivseite determiniert wird, wird zwischen aktivischem und passivischem Liquiditätsrisiko unterschieden. Ein Refinanzierungsrisiko als Ausprägung des passivischem Liquiditätsrisikos besteht bei einem Missverhältnis in der Laufzeit zwischen Aktiva und Passiva, wenn infolge längerfristiger Verwendung von kürzerfristig zur Verfügung stehenden Mitteln im Aktivgeschäft oder durch zu geringe Platzierung von längerfristigen Einlagen die Refinanzierung nicht vorbehaltlos sichergestellt ist. Die Rückzahlungstermine für die Verbindlichkeiten liegen vor den entsprechenden Terminen der Forderungen. Um die Rückzahlungen durchführen zu können, müssen Anschlussfinanzierungen sichergestellt werden. Je größer die Fristentransformation vom Umfang und ihrer zeitlichen Erstreckung, um so größer sind tendenziell die damit verbundenen Refinanzierungsrisiken. Das Refinanzierungsrisiko ist in der Sparkasse Rügen als wesentliches Risiko im Sinne der MaRisk definiert. Ausschlaggebend war hier die Bedeutung des Risikos im Zuge der Finanzmarktkrise und die Betrachtung vor dem Hintergrund der dem Risiko in den MaRisk beigemessenen Bedeutung. Als Grundlage für das Liquiditätsrisikomanagement wird die Systematik der Liquiditätsverordnung angewendet. Die Überprüfung der Liquiditätskennzahl erfolgt monatlich. Auf der Basis dieser Systematik umfasst das Managementsystem für das Liquiditätsrisiko ferner eine Frühwarngrenze, eigene Szenariobetrachtungen (Stresstests), eine Übersicht wesentlicher Refinanzierungsquellen sowie eine Liquiditätsliste. Darüber hinaus erfolgt im Rahmen des vierteljährlichen Reportings eine betriebswirtschaftliche Betrachtung des Liquiditätsrisikos. In diesem Zusammenhang werden die Kennzahlen "Reichweite der Liquidität", "Liquiditätskosten" sowie "Liquiditätskosten bei definierten Spread-Ausweitungen" erhoben und limitiert. 4.4 Operationelle Risiken Operationelle Risiken sind definiert als die Gefahr von Schäden, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten. Operationelle Risiken wurden in der Risikoinventur 2011 als wesentlich im Sinne der MaRisk eingeschätzt. Die Prozesse zur Risikosteuerung stützen sich im Wesentlichen auf die Auswertung eingetretener Schadensfälle (Schadensfalldokumentation) sowie die Recherche möglicher künftiger Risiken (Workshop). Operationelle Risiken werden durch zentrale Vorgaben in Arbeitsanweisungen, Regelungen zur Datensicherheit sowie ein Notfallkonzept begrenzt. Gegen Schäden sind Versicherungen abgeschlossen worden. Darüber hinaus werden operationelle Risiken im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung berücksichtigt und limitiert. Das Reporting erfolgt vierteljährlich. 4.5 Sonstige Risiken Alle Risiken, die sich den Liquiditätsrisiken, Marktpreisrisiken, Adressenrisiken sowie den operationellen Risiken nicht bzw. nicht eindeutig zuordnen lassen, stellen so genannte sonstige Risiken dar. Eine quantitative Erfassung ist nahezu unmöglich. Sie finden ihre Ausprägung als strategische Risiken sowie als Reputationsrisiko. Im Rahmen der Risikoinventur wurden für die sonstigen Risiken keine Handlungsmaßgaben abgeleitet. 4.6 Risikokonzentrationen Unter Risikokonzentrationen werden Häufungen von Risikopositionen verstanden, die beim Eintreten bestimmter Entwicklungen oder eines bestimmten Ereignisses in gleicher Weise reagieren. Solche Häufungen leiten sich stets aus den Risikoarten ab, in denen sie auftreten. Risikokonzentrationen sind damit ein bedeutender Aspekt der betreffenden Risikoart, sie stellen jedoch keine eigene, abgrenzbare Risikoart dar. Im Rahmen der jährlichen Risikoinventur erfolgt die Untersuchung auf bestehende Risikokonzentrationen. Bei den Adressenrisiken im Kundenkreditgeschäft besteht in der Branchenstruktur durch die Schwerpunktbranche Gastgewerbe eine Risikokonzentration. Die Adressenrisikostrategie berücksichtigt diese Risikokonzentration. Weitere Konzentrationen (Größen, Kreditnehmer) werden limitiert. Bei den Adressenrisiken im Interbankgeschäft stellen die Positionen der Nord/LB in Form von Wertpapieren, laufenden Konten, Geldhandelspositionen und Beteiligungen eine Risikokonzentration dar. Die Sparkasse Rügen stellt bei der Bewertung dieser Risikokonzentration auf den Verbundcharakter ab. Die Sparkasse Rügen ist von der Wirksamkeit des Haftungsverbundes der S-Finanzgruppe überzeugt. Die Initiativen des DSGV sowie der Regionalverbände gewährleisten mit hinreichender Sicherheit für unsere Anlageentscheidungen die Stabilität der S-Finanzgruppe. Hinsichtlich eines möglichen Ausfalls von Landesbanken teilt jede Sparkasse das Schicksal der S-Finanzgruppe insgesamt. Sofern eine Refinanzierung der Landesbanken durch Sparkassen nicht gewährleistet ist, ist eine Refinanzierung am Geld- und Kapitalmarkt in vergleichbaren Größenordnungen nicht sichergestellt. Insofern würde eine Rückführung der Engagements und Limite bei allen Sparkassen gleichzeitig zu Maßnahmen der Stützungseinrichtungen führen, was als selbsterfüllende Prophezeiung zu werten ist. Die Steuerung der Risikokonzentration erfolgt über das Limitsystem sowie das Steuerungsinstrumentarium Adressenrisiken. Die Anrechnung auf die Risikotragfähigkeit ist gegeben. In der Produktstruktur des Wertpapiervermögens des Depot-A bestehen Risikokonzentrationen. Der Schwerpunkt des Depot-A liegt im Bereich Renten, welcher wiederum stark geprägt ist von Renten von Kreditinstituten. Bei der Besicherung dieser Renten dominiert die Produktform Pfandbrief. Der Risikogehalt dieser Konzentration wird daher als gering eingeschätzt. Darüber hinaus ist die Produktstruktur angemessen in das Limitsystem der Sparkasse integriert. Der Schwerpunkt der Cash-Flow-Struktur im Zinsbuch im Laufzeitbereich 3-7 Jahre sowie 6 Monate stellt bezüglich der Zinsänderungsrisiken eine Risikokonzentration dar. Die Verteilung über die Laufzeitbänder insgesamt ist jedoch gegeben. Gegensteuerungsmaßnahmen werden bei Erfordernis im Rahmen des Treasuryprozesses vorgenommen. Weitere Risikokonzentrationen, zum Beispiel aus bestimmten zinstragenden Produkten, bestehen nicht. Die Sparkasse ist wegen ihrer Aufstellung als Universal-Kreditinstitut diesbezüglich gut diversifiziert. Innerhalb der Refinanzierungsrisiken (Liquiditätsrisiken) sind keine Risikokonzentrationen erkennbar. Im Fall des Eintritts des Risikos bestehen jedoch mittelbar in der Kontrahentenliste für die Refinanzierung Risikokonzentrationen bei einzelnen Landesbanken. Die Steuerung dieser Risikokonzentrationen erfolgt mit dem Instrumentarium zur Steuerung der Liquiditätsrisiken und der Adressenrisiken. Die operationellen Risiken weisen keine nennenswerten Risikokonzentrationen auf. 4.7 Zusammenfassung Die Risikolage der Sparkasse ist vor dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit angemessen und spiegelt die in der Risikostrategie festgelegte Einstufung "risikoneutral" wider. Im Ergebnis der Risikoinventur 2011 sind die Zinsänderungsrisiken, die Kreditrisiken aus Kundenpositionen samt der damit verbundenen Strukturrisiken, die Refinanzierungsrisiken sowie die operationellen Risiken als Schwerpunktrisiken zu bezeichnen. Im tatsächlichen Ist bestimmten im Jahresverlauf 2011 insbesondere die Marktpreisrisiken im Eigenhandelsgeschäft die Risikolage (vgl. Abschnitt II. 1. Ertragslage). Durch den Prozess der Risikotragfähigkeit wird die Limitierung aller bedeutenden Risiken mit Ausnahme der Liquiditätsrisiken sichergestellt. Das im Berichtsjahr zur Verfügung gestellte Risikokapital hat in der Summe zur Abdeckung der eingegangenen Risiken ausgereicht. Zum Bilanzstichtag konnte das Bewertungsergebnis aus dem operativen Ergebnis getragen werden. Im Risikotragfähigkeitskonzept werden die Liquiditätsrisiken nicht betrachtet. Dies berücksichtigt, dass diese Risiken nicht durch Risikodeckungspotenzial begrenzt werden können, da eine sinnvolle Quantifizierung nicht möglich ist. Begrenzt werden lediglich die Liquiditätskosten. Diese sind in der Risikotragfähigkeit unter dem Posten "sonstige Risiken" angemessen berücksichtigt. IV. Prognosebericht 1. Betriebswirtschaftliches Instrumentarium Zur Planung, Erfolgskontrolle und als Grundlage für geschäftspolitische Entscheidungen nutzt die Sparkasse verschiedene Steuerungsinstrumente. Das Controlling-Berichts-System informiert die Entscheidungsträger aktuell über die Entwicklung aller Geschäftsbereiche. Im Wertbereich nimmt die Sparkasse am Sparkassen-Prognosesystem teil. Dadurch erhält die Sparkasse wichtige Informationen über die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr und Erkenntnisse für die Liquiditäts- und Finanzplanung. Ein wichtiges Ziel der Prognose ist der unterjährige Vergleich mit anderen Sparkassen. Mit Hilfe des Programms GuV-Planer wird die Prognose des Zinsüberschusses für das laufende Jahr um die geplante Zinsentwicklung ergänzt und die Vorausschau auf einen Horizont von fünf Jahren erweitert. Zusätzlich werden Simulationen für verschiedene Zinsentwicklungen durchgeführt, um zu analysieren, bei welcher Zinsentwicklung der schlechteste Zinsüberschuss für die Sparkasse eintreten kann. In dem Zusammenhang wird auch der Zinsüberschuss bei "über Nacht" eintretenden Zinsschocks simuliert. Die Marktpreisrisiken aus Handelsgeschäften werden mit Hilfe des Programms SimCorp-Dimension überwacht. Neben der unterjährigen Darstellung der handelsrechtlichen Abschreibungsrisiken erfolgt hier auch die Simulation des Bewertungsergebnisses bei Eintritt verschiedener Szenarien. Aus der Analyse der Ergebnisse werden dann konkrete Maßnahmen zur Steuerung der Bilanzstruktur, sowie des Ertrages bzw. der Risiken abgeleitet. Die ertragswertorientierten Auswertungen zum Zinsänderungsrisiko werden ergänzt um barwertige Analysen mit Hilfe des Programms SDis-Plus. Diese werden aktuell nur nachrichtlich ausgewiesen und sind in der Strategie als nicht steuerungsrelevant klassifiziert. Für 2012 ist jedoch eine strategische Maßnahme zur Überarbeitung dieses Instrumentariums mit dem Ziel der Reimplementierung als Steuerungsansatz formuliert. Die Analyse der Strukturrisiken im Kundenkreditgeschäft erfolgt auf der Basis des OS-Plus-Reportings des IT-Dienstleisters. Die zugrunde liegenden einzelkreditnehmerbezogenen Daten bilden die Basis für die Kreditrisikoberichterstattung. 2. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Unseren Planungen liegen in 2012 sinkende Zinsen im Geld- und von steigenden Zinsen im Kapitalmarktbereich zugrunde. Es wird eine leichte Versteilerung der Kurve erwartet. Die diesbezüglichen Annahmen basieren auf einer sich weiter moderat erholenden Weltwirtschaft, wobei die Staatsschuldenkrise im Euroraum ein erheblicher Belastungsfaktor bleibt. Staatliche Sparmaßnahmen werden sich darüber hinaus dämpfend auswirken. Die EZB-Geldpolitik wird weiter stark expansiv erwartet. Weiterhin werden die Teuerungsraten nur moderat ansteigen. Für 2012 wird die DBS auf einem Niveau von ca. 555 Mio EUR geplant. Auf der Aktivseite wird das Kundenkreditgeschäft um 1,8 Mio EUR erhöht. Der Anstieg der Kundenforderungen wird erreicht über die Weiterführung der in der Vergangenheit getroffenen Maßnahmen zur Forcierung des Neukreditgeschäftes. In 2012 ist die Wiederanlage der fälligen festverzinsten Wertpapiere vorgesehen. Gleiches gilt auch für die Ende Februar erwarteten Gelder aus dem gekündigten Spezialfonds. Aktuell im Bestand befindliche Termingeldanlagen bei Kreditinstituten werden nicht verlängert. Vorhandene liquide Mittel werden vorrangig in kurzfristige (variable) Forderungen an Kreditinstitute angelegt. Das Vertriebsziel auf der Passivseite beträgt in 2012 15 Mio EUR Bestandszuwachs. Nennenswerte Strukturveränderungen werden hier nicht erwartet. Für die Produkte Sichteinlagen und Zins & Cash werden die aus den Vorjahren beobachteten saisonalen Schwankungen berücksichtigt. In 2012 sind keine Refinanzierungen bei Kreditinstituten oder im institutionellen Kundenbereich fällig. Variable Verbindlichkeiten werden nur in der Höhe aufgenommen, wie sie zur Erreichung der aktivseitig geplanten Geschäfte notwendig sind. Die Vermögenslage bleibt weiterhin geordnet. Die geplante Bilanzstrukturentwicklung führt bei Eintritt der angenommenen Zinsentwicklung zu einem Zinsüberschuss von 2,82% der DBS. In 2011 werden die Erträge aus der Vermittlung von Verbundprodukten (Deka, LBS, Provinzial) auf gleichem Niveau wie 2011 erwartet. Der Sachaufwand wird nach unserer Planung 0,97% der DBS betragen. Dies ist absolut betrachtet nahezu konstant zum Vorjahr. Den Personalaufwand haben wir für das nächste Jahr mit 1,52% der DBS eingeplant. Dieser Wert berücksichtigt aufwandserhöhende Effekte aus möglichen Tariferhöhungen, aus Höhergruppierungen sowie aus sonstigen Personalveränderungen. Es ergibt sich für 2012 ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 1,09% der DBS. Wir gehen von einem Risikovorsorgebedarf im Kreditgeschäft in 2012 von 1,5 Mio EUR aus (0,27% der DBS). Die erwartete Zinsentwicklung führt zu einem leicht negativen Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft in Höhe von 0,5 Mio EUR (-0,09% der DBS). Auch hier besteht, insbesondere bei geringer als geplant steigenden Zinsen, die Chance auf ein besseres Bewertungsergebnis, während deutlich stärker steigende Zinsen das Risiko eines höheren Bewertungsaufwandes im Wertpapierbereich mit sich bringen. Insgesamt erwarten wir ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis nach Bewertung (ohne Veränderung der Vorsorgereserve und inklusive neutralem Ergebnis) in Höhe von 3,5 Mio EUR. Damit wird die Voraussetzung für eine weitere Zuführung zur Sicherheitsrücklage sowie den Vorsorgereserven geschaffen. Unsere Risikolimite berücksichtigen diesbezüglich eine Mindestzuführung zu den Vorsorgereserven und der Sicherheitsrücklage von jeweils 0,7 Mio EUR. Die Cost-Income-Ratio reduziert sich auf 69,6. Die Liquiditätslage wird keine besonderen Risiken ausweisen. Vor allem aufgrund einer anders als erwarteten Zinsentwicklung können die tatsächlichen Ergebnisse von den Erwartungen abweichen. Die Betrachtungen zum Planungszeitpunkt zeigen für 2012 ein hohes Zinsänderungsrisiko bei sinkenden Zinsen sowohl im Kapitalmarktbereich als auch im Geldmarktbereich. In einem derartigen Risikoszenario sinkt der Zinsüberschuss um 0,03%-Punkte unter den geplanten Zinsüberschuss. Bei steigenden Zinsen besteht für die Sparkasse eine Zinsänderungschance. Der Zinsüberschuss kann im Beispiel um 2,00%-Punkte ad-hoc steigender Zinsen um 0,07%-Punkte der DBS steigen. Bei der Analyse des Bewertungsergebnisses im Wertpapiergeschäft besteht das Risikoszenario in jedem Fall bei steigenden Zinsen. Das Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft beträgt in diesem Szenario -2,1 Mio EUR. Aufgrund der regelmäßigen Ermittlung bzw. Überprüfung der Risikotragfähigkeit und des etablierten Managementprozesses halten wir das Zinsänderungsrisiko für vertretbar. Ein weiteres Risiko besteht in einer sich anders als geplant entwickelnden Bilanzstruktur. Bei Eintritt dieses Risikoszenarios sinkt der Zinsüberschuss um ca. 0,05%-Punkte der DBS. Die Vermögens- und Finanzlage bleibt in jedem Fall geordnet. Wie das gesamte Jahr 2011 hindurch bestimmen auch aktuell die überschuldeten Staatshaushalte der Industrienationen im Allgemeinen und die der europäischen Peripherieländer im Besonderen die Diskussion. In einzelnen Fällen konnten Staatsbankrotte nur durch internationale Stützungsaktionen vermieden werden. Inwieweit sich aus einer weiteren Zuspitzung dieser krisenhaften Entwicklung weitere negative Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2012 ergeben, unmittelbar über das Bewertungsergebnis oder aber mittelbar über den Vertriebserfolg, kann auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht seriös prognostiziert werden. Diesbezügliche Stress-Betrachtungen der Sparkasse Rügen zeigen jedoch hohe Spielräume in der Risikotragfähigkeit bis zum Erreichen existenzbedrohender Werte. 3. Voraussichtliche Entwicklung in den Folgejahren Wir gehen für 2013 von einer gegenüber 2012 unveränderten Zinsstrukturkurve aus. Für 2013 wird die DBS auf leicht erhöhtem Niveau von ca. 563 Mio EUR geplant. Die Bestände im Kundenkreditgeschäft werden weiter kontinuierlich leicht steigen. Für 2013 ist eine Erhöhung der Kundenkreditbestände um 1,5 Mio EUR vorgesehen. Fällige Wertpapiere werden in gleichen Laufzeitbändern wieder angelegt. Vorhandene liquide Mittel werden als kurzfristige (variable) Forderungen an Kreditinstitute angelegt. Das Vertriebsziel auf der Passivseite beträgt in 2013 ca. 5 Mio EUR Bestandszuwachs. Fällige festverzinste Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden in den jeweils gleichen Laufzeitbändern verlängert. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Refinanzierungsspreads im Zusammenhang mit der allgemeinen Finanzmarktlage wieder normalisieren und Geldaufnahmen für effektive Geldanlagen wieder lohnend sein werden. Variable Verbindlichkeiten werden nur in der Höhe aufgenommen, wie sie zur Erreichung der aktivseitig geplanten Geschäfte notwendig sind. Refinanzierungsmittel im institutionellen Kundenbereich sind in 2013 in geringem Umfang fällig. Wir planen die Wiederaufnahme in gleicher Größenordnung. Die Vermögenslage bleibt weiterhin geordnet. Die oben beschriebene Bilanzstruktur- und Zinsentwicklung führt in 2013 zu einem rückläufigen Zinsüberschuss von 15,1 Mio EUR (2,68% der DBS). Für 2013 ist ein Zinsmehraufwand i.H.v. 140 TEUR eingeplant. Die Entwicklung des ordentlichen Ertrages ist im Vergleich zum Planjahr 2012 durch einen weiteren leichten Rückgang der Provisionserträge aus Privatgirokonten geprägt. Der Verwaltungsaufwand wird leicht ansteigen, wobei im Sachaufwand eine allgemeine Preissteigerung von 2% zugrunde gelegt wurde. Der Personalaufwand wird gegenüber 2012 unverändert erwartet. Im Ergebnis rechnen wir mit einem gegenüber 2012 rückläufigen Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 5,2 Mio EUR (0,93% der DBS) in 2013. Im Kundenkreditgeschäft erwarten wir eine Stabilisierung des Bewertungsergebnisses bei 1,5 Mio EUR. In Abhängigkeit von der Zinsentwicklung wird auch das Wertpapiergeschäft das Bewertungsergebnis beeinflussen. Im Rahmen einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen fünf Jahre veranschlagen wir derzeit einen negativen Wert in Höhe von 0,3 Mio EUR in diesem Bereich. Die erwartete Portfoliostruktur ist bei dieser Betrachtung angemessen berücksichtigt worden. Wir erwarten für 2013 ein gegenüber 2012 leicht schlechteres Betriebsergebnis nach Bewertung (ohne Veränderung der Vorsorgereserve und inklusive neutralem Ergebnis) in Höhe von 2,9 Mio EUR. Die Liquiditätslage wird keine besonderen Risiken ausweisen. Die Entwicklung für 2013 wird insgesamt als zufriedenstellend eingeschätzt. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Erwartungen abweichen. Insbesondere aus der Zinsentwicklung sowie der Entwicklung der Bilanzstruktur können sich sowohl Risiken als auch Chancen ergeben. V. Nachtragsbericht Nach Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.
Bergen auf Rügen, 30.03.2012 Sparkasse Rügen Der Vorstand Ostermoor Gerdts BilanzAktivseite
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangA. Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss der Sparkasse Rügen (vorher Kreissparkasse Rügen) wurde nach den für Kreditinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Forderungen an Kunden und Kreditinstitute haben wir mit dem Nennwert bilanziert. Bei Darlehen wird der Differenzbetrag zwischen Nennwert und Auszahlungsbetrag in die Rechnungsabgrenzungsposten der Passivseite aufgenommen. Die erfolgswirksame Auflösung erfolgt grundsätzlich laufzeit- und kapitalanteilig. Im Fall von Festzinsvereinbarungen erfolgt die Verteilung auf die Dauer der Festzinsbindung. Bei den Forderungen an Kunden wurde dem akuten Ausfallrisiko durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Auf den latent gefährdeten Forderungsbestand wurden angemessene Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt, basierend auf den Erfahrungswerten der Vergangenheit. Die Höhe der Pauschalwertberichtigung wird entsprechend dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 10. Januar 1994 sowie in Anlehnung an die BFA-Stellungnahme 1/90 des IDW ermittelt. Soweit die Gründe für eine Wertberichtigung nicht mehr bestehen, sind Zuschreibungen (Wertaufholungen) bis zu den Zeit- bzw. Nominalwerten vorgenommen worden. Bei Wertpapieren in Girosammelverwahrung wurden die Anschaffungskosten bei gleicher Wertpapiergattung nach der Durchschnittsmethode ermittelt. Während die Bewertung der Wertpapiere der Liquiditätsreserve zum strengen Niederstwertprinzip erfolgte, sind die Wertpapiere des Anlagevermögens zu den Anschaffungskosten bzw. zu den fortgeführten Buchwerten angesetzt worden (gemildertes Niederstwertprinzip). Wertaufholungen wurden durch Zuschreibungen auf den höheren Kurs, maximal aber bis zu den Anschaffungskosten, berücksichtigt. Bei der Bewertung von Wertpapieren wurde der beizulegende Wert aus einem Börsen- oder Marktpreis bestimmt. Bei dem im Bestand gehaltenen Spezialfonds ist für die Bewertung grundsätzlich der nach investmentrechtlichen Grundsätzen bestimmte Rücknahmepreis maßgeblich. Beteiligungen wurden zu den Anschaffungskosten bilanziert. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert waren nicht vorzunehmen. Entgeltlich erworbene Software wurde nach den Vorgaben des IDW-Rechnungslegungsstandards "Bilanzierung von Software beim Anwender" (IDW RS HFA 11) unter dem Bilanzposten "Immaterielle Anlagewerte" ausgewiesen. Sie ist mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt worden, wobei eine Nutzungsdauer von 3 Jahren zugrunde gelegt wurde. Die planmäßigen Abschreibungen für Gebäude des Anlagevermögens wurden linear nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Die höherwertigen Vermögensgegenstände wurden entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear (Anschaffung ab 2008) als auch degressiv (Anschaffung vor 2008) abgeschrieben. Bei Mieterein- und -umbauten erfolgte die Abschreibung nach den für Gebäude maßgeblichen Grundsätzen bzw. der kürzeren tatsächlichen Nutzungsdauer. Geringwertige Wirtschaftsgüter sowie Software mit Anschaffungskosten bis 150,00 EUR sind im Erwerbsjahr voll abgeschrieben worden. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten über 150,00 EUR bis 1.000,00 EUR sowie Software über 150,00 EUR bis 410,00 EUR wurden in einen Sammelposten eingestellt, der über 5 Jahre linear gewinnmindernd aufzulösen ist. Bei Gebäuden in Vorjahren vorgenommene Abschreibungen nach steuerrechtlichen Vorschriften (Sonderabschreibungen nach dem Fördergebietsgesetz) wurden gemäß Art. 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB unter Anwendung der für sie bis zum Inkrafttreten des BilMoG geltenden Vorschriften fortgeführt. Die allein nach steuerrechtlichen Vorschriften vorgenommenen Abschreibungen betragen auf die wie Anlagevermögen bewerteten Vermögensgegenstände 4.028.807,00 EUR. Aufgrund der - unter Inanspruchnahme der Übergangsregelung des Artikel 67 Abs. 4 EGHGB- allein nach steuerrechtlichen Vorschriften vorgenommenen Abschreibung und der daraus resultierenden Beeinflussung des Steueraufwandes ist der ausgewiesene Jahresüberschuss etwa 2,0 mal so hoch wie der Betrag, der sonst auszuweisen gewesen wäre. Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Niederstwert angesetzt. Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert worden. Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf der Grundlage der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck entsprechend dem Teilwertverfahren unter Berücksichtigung der zukünftig erwarteten Lohn- und Gehaltssteigerungen von 1,6% sowie Rentensteigerungen von 1,6% ermittelt. Die Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen wurden mit einem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Rechnungszinssatz von 5,14% abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Deckungsvermögen wurde gemäß §246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den betreffenden Verpflichtungen aus Pensionen verrechnet. Der Rückstellungsbetrag für die Verpflichtungen aus abgeschlossenen Altersteilzeitvereinbarungen wurde nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung der zukünftig erwarteten Lohn- und Gehaltssteigerungen von 1,5% ermittelt und für eine durchschnittliche Restlaufzeit von 2,5 Jahren mit einem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Rechnungszins von 4,01% abgezinst. Die Sparkasse ist aufgrund des Tarifvertrages über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (Altersvorsorge-TV-Kommunal) vom 01.03.2002 verpflichtet, für die anspruchsberechtigten Beschäftigten und Auszubildenden eine zur Versorgung führende Versicherung bei einer kommunalen Zusatzversorgungskasse abzuschließen. Die Sparkasse erfüllt diese Verpflichtung durch die Anmeldung der anspruchsberechtigten Mitarbeiter bei der Kommunalen Zusatzversorgungskasse Mecklenburg-Vorpommern (ZMV) mit Sitz in Strasburg (Uckermark). Die ZMV ist eine kommunale Zusatzversorgungseinrichtung im Sinne des §18 des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG). Das Vermögen der Kasse wird als Sondervermögen des Kommunalen Versorgungsverbandes Mecklenburg-Vorpommern (ZMV) geführt. Die ZMV erhebt von den Arbeitgebern als Beteiligte Umlagen (§16). Der Umlagesatz wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen für den Deckungsabschnitt festgesetzt und betrug im Jahr 2011 1,3%. Daneben werden Zusatzbeiträge im Kapitaldeckungsverfahren (§18) erhoben. Dieser Zusatzbeitrag betrug im Jahr 2011 4,0%. Die Arbeitnehmerbeteiligung (§37a) von 2,0% vermindert den Zusatzbeitrag des Arbeitgebers. Für das Jahr 2012 sind voraussichtlich folgende Beiträge an die Zusatzversorgungskasse zu entrichten: Umlage 1,3 v. H., Zusatzbeitrag 4,0 v. H. Die Summe der umlagefähigen Gehälter betrug im Jahr 2011 5.958.380,83 EUR. Wir haben bei Spareinlagen mit steigender Verzinsung Rückstellungen gebildet. Bei der Bildung der sonstigen Rückstellungen sind alle ungewissen Verpflichtungen und erkennbaren Risiken berücksichtigt worden. Im Zusammenhang mit der Unterbeteiligung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (Unterbeteiligter) an einer Erwerbsgesellschaft mbH & Co. KG hat der Hauptbeteiligte gegenüber dem Unterbeteiligten Anspruch auf Ersatz seiner Finanzierungskosten, sofern die von der Erwerbsgesellschaft mbH & Co. KG erzielten Erträge nicht ausreichen, die Finanzierungskosten zu begleichen. In einem solchen Fall hat die Sparkasse die Verpflichtung übernommen, anteilig für den anfallenden Aufwendungsersatz einzustehen. Aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht wurde eine Rückstellung in Höhe des für den gesamten Abrechnungszeitraum vom 01.09.2011 bis 31.08.2012 erwarteten Aufwendungsersatzes gebildet. Aus der Unterbeteiligung (Erwerbsgesellschaft mbH & Co. KG) hat sich beim Ostdeutschen Sparkassenverband aufgrund von dauerhaften und vorübergehenden Wertminderungen weiterer Bewertungsaufwand ergeben. Die Verbandsgeschäftsführung hat daraufhin beschlossen, bei den Mitgliedssparkassen eine Sonderumlage zu erheben. Eine Rückstellung wurde in Höhe der im Jahr 2012 zu erwartenden Umlagebeträge gebildet. Es besteht ein Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß §340 g HGB. Die strukturierten Produkte (Darlehen mit Sonderkündigungsrechten, Forward-Darlehen, Darlehen mit Forward-Zinsvereinbarung und Zuwachssparen) wurden einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert und bewertet. Derivative Instrumente wurden in der Vergangenheit zur Begrenzung von Zinsänderungsrisiken eingesetzt. Die zur Absicherung gegen allgemeine Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte wurden bisher in die Gesamtbetrachtung des Zinsänderungsrisikos einbezogen und waren somit gemäß §254 HGB nicht gesondert zu bewerten. Der marktwertorientierte Ansatz in der Zinsbuchsteuerung wird aktuell nicht als Steuerungsinstrument herangezogen. Grund ist die im Dezember 2011 beschlossene und in 2012 umzusetzende strategische Überarbeitung des marktwertorientierten Ansatzes. Dem Vorsichtsprinzip folgend wurde daher eine Bewertung der Swaps vorgenommen. Dies stellt eine Änderung der Bewertungsmethode dar. Zum Bilanzstichtag haben wir die Zinsswapgeschäfte zu ihrem Marktwert bewertet und in Höhe der erwarteten Zinsaufwendungen der Folgejahre eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 1.124.603,95 EUR gebildet. Darüber hinaus wurden die Zinsswapgeschäfte sowie alle weiteren bilanziellen und außerbilanziellen zinsbezogenen Finanzinstrumente in eine Gesamtbetrachtung einbezogen, welcher die Methodik der barwertorientierten Betrachtungsweise zugrunde liegt. Nach dem Prinzip der verlustfreien Bewertung von Zinsrisiken im Jahresabschluss von Kreditinstituten ergibt sich die Notwendigkeit zur Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften nur insoweit, als dass der Buchwert des Bankbuchs größer ist als der Barwert des Bankbuchs. Aus der Überprüfung zum Bilanzstichtag ergab sich kein Rückstellungsbedarf für Zinsänderungsrisiken, da der Buchwert aller zinstragenden Positionen durch den kongruent ermittelten Barwert unter Berücksichtigung der dem Zinsbuch zurechenbaren Risiko- und Verwaltungskosten überdeckt wurde. Auf Fremdwährung lautende Bargeldbestände wurden zum Ankaufskurs der NORD/LB am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Erträge aus der Umrechnung der Sortenbestände wurden vollständig erfolgswirksam vereinnahmt. C. Erläuterungen zur Jahresbilanz
Posten 7: Beteiligungen Im Hinblick auf die untergeordnete Bedeutung der Beteiligungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse wird auf die Angaben gemäß §285 Nr.11 HGB verzichtet. Posten 9: Treuhandvermögen Das Treuhandvermögen betrifft jeweils in voller Höhe die Forderungen an Kunden. Posten 12: Sachanlagen
Posten 13: Sonstige Vermögensgegenstände Darin ist als wesentlicher Posten enthalten die Forderung mit Nachrangabrede
Posten 15: Aktive latente Steuern Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum 31. Dezember 2011 Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Die Steuerentlastungen (saldiert 4.917.289,37 EUR) resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden insbesondere bei der Forderungsbewertung. Eine passive Steuerabgrenzung war demzufolge nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern wurde verzichtet. Die Ermittlung der Differenzen erfolgte bilanzpostenbezogen unter Zugrundelegung eines Steuersatzes von 30% (Körperschaft- und Gewerbesteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag). Anlagenspiegel Entwicklung des Anlagevermögens (in EUR)
Die Abschreibungen des laufenden Jahres sind kein rechnerischer Bestandteil des Anlagespiegels. Es wurde von der Zusammenfassungsmöglichkeit des §34 Abs. 3 RechKredV Gebrauch gemacht. Die Fortführung der Spalte Anschaffungskosten ist wegen der Anwendung von §34 Abs. 3 Satz 2 RechKredV nicht möglich.
Die einzelnen Mittelaufnahmen sind im Jahr 2011 fällig geworden. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Im Zusammenhang mit der Unterbeteiligung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes an einer Erwerbsgesellschaft mbH & Co. KG hat der Hauptbeteiligte gegenüber dem Unterbeteiligten Anspruch auf Ersatz seiner Finanzierungskosten, sofern die von der Erwerbsgesellschaft mbH & Co. KG erzielten Erträge nicht ausreichen, die Finanzierungskosten zu begleichen. In einem solchen Fall hat die Sparkasse die Verpflichtung übernommen, anteilig für den anfallenden Aufwendungsersatz einzustehen. Die Sparkasse hat darüber hinaus die Verpflichtung übernommen, für anfallende Zinsen aus einer Darlehensschuld des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (Unterbeteiligter) einzustehen. Für den Abrechnungszeitraum vom 01.09.2011 bis 31.08.2012 der Erwerbsgesellschaft mbH & Co. KG erwarteten Aufwendungsersatz wurde eine Rückstellung gebildet. Auf die weiteren Ausführungen unter I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden/ Rückstellungen wird verwiesen. Ein Betrag, zu dem die Inanspruchnahme aus dem Haftungsverhältnis künftig greifen kann, ist nicht quantifizierbar. Derivative Finanzinstrumente Am Bilanzstichtagbeschränkten sich die gemäß §36 RechKredV noch nicht abgewickelten Termingeschäfte auf zinsbezogene Termingeschäfte. Sämtliche Termingeschäfte dienen ausschließlich der Absicherung von Zinsschwankungen. Der Bestand an noch nicht abgewickelten derivativen Finanzinstrumenten, die weder zum Handelsbestand gehören noch Gegenstand von Bewertungseinheiten nach §254 HGB sind setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Für Zinsswaps wurden die Zeitwerte als Barwerte zukünftiger Zinszahlungsströme auf Basis der Marktzinsmethode ermittelt. Dabei fanden die Swap-Zinskurven per 31.12.2011 Verwendung, die den Währungen der jeweiligen Geschäfte entsprechen. Den negativen Zeitwerten bei Zinsswapgeschäften, die zur Absicherung gegen das allgemeine Zinsänderungsrisiko abgeschlossen wurden, stehen positive Wertveränderungen in den einbezogenen Grundgeschäften gegenüber. Restlaufzeitengliederung Die gemäß §9 RechKredV geforderte Gliederung der Forderungen und Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten ergibt sich für die folgenden Posten:
Anteilige Zinsen der jeweiligen Aktiv- und Passivposten werden gemäß §11 RechKredV nicht nach Restlaufzeiten aufgegliedert. Angabe der Beträge, die in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig werden (ohne anteilige Zinsen):
Im Posten Aktiva 4, Forderungen an Kunden, sind Forderungen in Höhe von 16.805.483,04 EUR mit unbestimmter Laufzeit enthalten. Sonstige Angaben Den Organen der Sparkasse gehören an:
Mit der Kommunalwahl am 04.09.2011 schied die amtierende Landrätin aus ihrem Hauptamt aus. Den Vorsitz übte die erste stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates, Frau Andrea Köster, bis zur Konstituierung des Verwaltungsrates aus.
Die Pensionsrückstellungen für die früheren Mitglieder des Vorstandes und für ihre Hinterbliebenen betragen am 31.12.2011 835 TEUR. Die Gesamtbezüge des Verwaltungsrates belaufen sich auf 33 TEUR. Kredite wurden den Mitgliedern des Vorstandes in Höhe von 115 TEUR und den Mitgliedern des Verwaltungsrates in Höhe von 857 TEUR gewährt. Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:
Nachrichtlich: Auszubildende: 14 Im Geschäftsjahr wurde von dem Abschlussprüfer folgendes Gesamthonorar berechnet:
Bergen auf Rügen, 30.03.2012 Der Vorstand Ostermoor Gerdts BestätigungsvermerkWir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Sparkasse sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstandes sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Berlin, 30. März 2012 Sparkassenverband
für die Sparkassen in den Ländern Brandenburg,
Freistaat Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und
Sachsen-Anhalt
Dreyer, Wirtschaftsprüfer GewinnverwendungsbeschlussBeschluss des Verwaltungsrates Nummer: 890/2012 Gemäß § 8 Abs. 2 Nr. 7 SpkG M-V beschließt der Verwaltungsrat, dass der Bilanzgewinn von 653.479,15 EUR in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zugeführt wird.
Bergen, 19.06.2012 Der Vorstand Herbert Ostermoor Heiko Gerdts Beschluss: Beschlossen wie vorgeschlagen. Anlage: Ja
Bergen, 19.06.2012 Der Vorsitzende des Verwaltungsrates Ralf Drescher Landrat Mitglied des Verwaltungsrates Lemke Bericht des VerwaltungsratesVom Vorstand der Sparkasse hat sich der Verwaltungsrat regelmäßig und umfassend über die Entwicklung und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Sparkasse unterrichten lassen und sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Durch den Verwaltungsrat wurden auf gesetzlicher und satzungsgemäßer Grundlage alle im Interesse der Sparkasse und ihrer Kunden liegenden notwendigen Beschlüsse gefasst. Der Verwaltungsrat hat von dem Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses 2011 der Prüfungsstelle des Ostdeutschen Sparkassenverbandes Kenntnis genommen und daraufhin den Abschluss des Jahres in der geprüften Fassung festgestellt sowie in Übereinstimmung mit den Vorschlägen des Vorstandes beschlossen, den Bilanzgewinn der Sicherheitsrücklage zuzuführen.
Bergen, den 19.06.2012 Sparkasse Rügen Der Vorsitzende des Verwaltungsrates R. Drescher |
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