Advanced Industries Packaging GmbH
Fautenbacher Straße 24, 77855 Achern, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Andrey Volokhov seit 27.2.2015 | Geschäftsführer |
Dmitriy Vardashkin seit 27.2.2015 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Advanced Industries Packaging Sweden AB | 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Advanced Industries Packaging GmbHAchernJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023A. Rechnungslegungsgrundsätze Die Advanced Industries Packaging GmbH mit Sitz in Achern ist im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 220054 eingetragen. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß den §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften. Die Bewertung des Jahresabschlusses entspricht den Vorjahresgrundsätzen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Jahresabschluss wurde unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Die Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2023 bilanziell überschuldet. Das Absatzvolumen der Jahre 2023 und 2024 ist zu langfristig zu niedrig, um die Gesellschaft rentabel zu betreiben. In Abhängigkeit von der zukünftigen Auslastung und dem Produktmix sowie der allgemeinen Kostenentwicklung wird die Gesellschaft gegebenenfalls auf die Zuführung neuer liquider Mittel insbesondere aber auf die längerfristige Überlassung bereits erhaltener konzerninterner Finanzmittel angewiesen sein. Bezüglich der wichtigsten Ereignisse und Gegebenheiten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen sowie sich hierauf beziehende Maßnahmen/Pläne der gesetzlichen Vertreter zum Umgang mit diesen Ereignissen und Gegebenheiten verweisen wir auf unsere Darstellungen im Lagebericht zu den bestandsgefährdenden Risiken im Abschnitt "3) Chancen- und Risikobericht und Prognose". Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs-/ Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Die Anschaffungskosten geringwertiger Wirtschaftsgüter (mit Anschaffungskosten bis EUR 800) werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Für Magazinmaterial wurde ein Festwert gebildet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Für das allgemeine Kreditrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung für Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr gebildet. Die Flüssige Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Die Pensionsverpflichtungen werden nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Heubeck-Richttafeln 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wird in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei der Abzinsung pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Der Rechnungszinssatz basiert entsprechend § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB auf dem von der Deutsche Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre in Höhe von 1,83 % (i. V. 1,78 %). Zukünftig erwartete Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Künftige Entgeltsteigerungen haben keine Auswirkungen auf die Rückstellung, da es keine tätigen Versorgungsanwärter mehr gibt. Es wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 0,50 % bei den Renten ausgegangen. Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich zum 31. Dezember 2023 im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre eine Verminderung der Rückstellungen für Pensionen in Höhe von EUR 31.233,00 (Unterschiedsbetrag). Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. B. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung I. Bilanz 1. Anlagevermögen Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen in Höhe von EUR 171.448,16 (i. V. EUR 131.983,18) aus Lieferungen und Leistungen, davon EUR 162.847,68 (i. V. EUR 0,00) gegen die Gesellschafterin Advanced Industries Packaging Sweden AB, Schweden. Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben bzw. hatten im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 3. Flüssige Mittel Der Posten enthält den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten. 4. Eigenkapital Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ergibt sich zum Bilanzstichtag ein Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 31.233,00. Dieser ist nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt. 5. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (TEUR 200; i. V. TEUR 200), Kundenboni (TEUR 162; i. V. TEUR 79), Berufsgenossenschaftsbeiträge (TEUR 66; i. V. TEUR 93) sowie Rückstellungen für Personal, ausstehende Rechnungen und Gewährleistungen. 6. Verbindlichkeiten Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 19.323.268,69 (i. V. EUR 21.088.745,57) sowie aus Darlehen in Höhe von EUR 1.685.049,20 (i. V. EUR 1.709.029,20) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 0,00 (i.V. EUR 12.926,52). Die Verbindlichkeiten betreffen in Höhe von EUR 102.806,43 (i. V. EUR 102.166,43) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Unter den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus einem Finanzierungsleasing von TEUR 1.129 (i. V. TEUR 1.398) enthalten, von denen TEUR 303 (i. V. TEUR 303) eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr, TEUR 826 (i. V. TEUR 1.095) eine Restlaufzeit von einem bis fünf Jahren. II. Gewinn- und Verlustrechnung 1. Sonstige betriebliche Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 4.840,29 (i. V. EUR 17.523,79) ausgewiesen. 2. Aufwendungen aus der Altersversorgung Im Posten "Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung" sind Aufwendungen (i.V. Erträge) für Altersversorgung in Höhe von EUR -66.313,08 (i.V. EUR 52.840,91) enthalten. 3. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen mit EUR 16.396,94 (i. V. EUR 16.389,94) verbundene Unternehmen. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen darüber hinaus in Höhe von EUR 96.088,00 (i. V. EUR 100.991,00) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen. C. Sonstige Angaben 1. Beteiligungsverhältnisse Die Gesellschaft ist am Bilanzstichtag mit 100 % an der Advanced Industries Packaging Germany GmbH, Achern, beteiligt. Das Eigenkapital der Advanced Industries Packaging Germany GmbH beträgt TEUR 1.636, der Jahresfehlbetrag TEUR 5. 2. Personal Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer beträgt:
3. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen für Stapler, PKW sowie diverse Geräte und Maschinen, für die sich durchschnittliche jährliche Zahlungsverpflichtungen in Höhe von rd. TEUR 214 ergeben. Diese Verpflichtungen entfallen im Wesentlichen auf in den Jahren 2020 bis 2023 abgeschlossene Leasingverträge, die überwiegend in den Jahren 2023-2026 enden. Außerdem bestehen Reinigungs- und Wartungsverträge deren Zahlungen sich jährlich auf rd. TEUR 42 belaufen. Die übrigen Verpflichtungen belaufen sich in Summe auf TEUR 650 (i. V. TEUR 831). Der im Geschäftsjahr 2010 erfolgte Forderungsverzicht der Muttergesellschaft in Höhe von TEUR 2.500 sowie die in den Geschäftsjahren 2009 und 2007 erfolgten Forderungsverzichte von insgesamt TEUR 5.800 stehen unter der auflösenden Bedingung des Eintretens des Besserungsfalls, wenn das handelsbilanzielle Eigenkapital den Betrag von TEUR 12.000 überschreitet. 4. Organe der Gesellschaft Geschäftsführer sind:
Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. An ehemalige Geschäftsführer und ihre Hinterbliebenen wurden, wie im Vorjahr, TEUR 137 bezahlt. Für diese Personen sind Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 609 gebildet. 5. Konzernzugehörigkeit Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Advanced Industries Packaging Sweden AB in Stockholm/Schweden einbezogen. Die Advanced Industries Packaging Sweden AB wird in den Konzernabschluss der Advanced Industries Packaging Limited (vormals: Arka Merchants Limited), Dublin/Irland, einbezogen. Dieser Konzernabschluss ist am Sitz des Mutterunternehmens erhältlich. 6. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, über die an dieser Stelle zu berichten wäre, haben sich nicht ereignet..
Achern, 14. March 2025 Advanced Industries Packaging GmbH, Achern Geschäftsführung Dmitriy Vardashkin Andrey Volokhov Rinat Stark Entwicklung des Anlagevermögens der Advanced Industries Packaging GmbH, Achern, im Geschäftsjahr 2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231) Geschäft und Rahmenbedingungen Das Unternehmen Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2023 ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Advanced Industries Packaging AB, Stockholm/Schweden. Die Advanced Industries Packaging AB wird in den Konzernabschluss der Arka Merchants Limited, Dublin/Irland, einbezogen. Die Änderung der Firmierung von Segezha Packaging GmbH zu Advanced Industries Packaging GmbH erfolgte gemäß Gesellschafterbeschluss vom 27. April 2023 und wurde am 15. Juni 2023 im Handelsregister eingetragen. Ende Februar 2023 hat die russische Segezha Gruppe 100% der Anteile an Arka Merchants Limited an die Advanced Industries Group Sarl, eine private Investmentgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, verkauft. Mit dem Verkauf der Holdinggesellschaft wurden auch die 11 Tochtergesellschaften in Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Deutschland, Italien, Rumänien, der Tschechischen Republik, Finnland, Frankreich und der Türkei übertragen. Mit Vertrag vom 29. November 2023 wurde auch der 5,1-prozentige Anteil der Limited Liability Company GC Segezha, Moskau/Russland an der Advanced Industries Packaging GmbH, Achern an die Advanced Industries Packaging AB, Stockholm/Schweden übertragen. Die Gesellschaft ist damit seit November 2023 100-prozentiges Tochterunternehmen der Advanced Industries Packaging AB. Die Advanced Industries Packaging GmbH produziert und vertreibt Papiersäcke. Diese werden mit Produkten der Zement-, Baustoff-, Ernährungs-, Tierfutter-, Chemie- und Entsorgungsindustrie befüllt. Die Advanced Industries Packaging Gruppe ist der zweitgrößte Hersteller für Papiersäcke in Europa. Unternehmensstrategie Der Markt für Papiersäcke ist durch einen sehr intensiven Wettbewerb geprägt. Die ständige Überprüfung und Anpassung der Kostenstrukturen und Verbesserungen aller Abläufe und Prozesse sowohl in der Fertigung als auch im administrativen Bereich sind unerlässlich, um die Wettbewerbs- und Überlebensfähigkeit in einem zunehmend globalisierten Markt gewährleisten zu können. Durch Schwesterunternehmen in den osteuropäischen Staaten sowie durch den zunehmenden inländischen Wettbewerb sieht sich die Advanced Industries Packaging GmbH in ihrem deutschen Stammmarkt einem wachsenden Preisdruck in allen Branchen ausgesetzt. Eine klare Positionierung nicht nur als Sackhersteller, sondern als kompetenter und verlässlicher Systempartner ist notwendig, um sich von Wettbewerbern klar abgrenzen zu können. Advanced Industries Packaging GmbH positioniert sich im deutschen Markt als Hersteller hochwertiger Industrie- und Pinch-Säcke. Entwicklung auf dem Papiersackmarkt Im Zeitraum von Januar bis Dezember 2023 ist der Papiersackmarkt in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben von Eurosac um ca. 22,6 % und in Europa um ca. 14,6 % gesunken. Darüber hinaus führten im Jahr 2023 hohe Inflation, steigende Zinsen und weiterhin hohe Energiekosten zu einem Rückgang der Nachfrage und einer deutlichen Reduktion der monatlichen Sackproduktion. Wie im Vorjahr war der Papiermarkt 2023 aufgrund langer Lieferzeiten noch angespannt. Die Nachfrage nach hochwertigem Sackpapier war nicht nur in Europa, sondern auch im Rest der Welt inkl. der Entwicklungsländer unverändert hoch. Folglich wurden wie erwartet die Papierpreise, trotz der im Jahr 2023 weltweit einbrechenden Konjunktur erhöht. Das Jahr 2024 wies zunächst leicht sinkende aber ab der Jahresmitte wieder leicht steigende Preis auf, wobei die Entwicklung auch unterjährig von den Papierqualitäten abhängig war. Seit Anfang 2025 scheint sich ein leichter Anstieg der Papierpreise abzuzeichnen. Die Erhöhungen der Papierpreise konnte in der Regel an die Kunden weitergegeben werden. Zusätzlich konnten durch die Knappheit an Papiersäcken weitere Preiserhöhungen am Markt durchgesetzt werden, welche insgesamt auch zu positiven Margeneffekten führten. Die Gesellschaft konnte 2023 das geplante Absatzvolumen nicht erreichen. Das Absatzvolumen sank auch im Vergleich zum Vorjahr deutlich um etwa 37 Mio. Papiersäcke (-39,6%). Dies lag hauptsächlich an der im Jahresverlauf rückläufigen konjunkturellen Entwicklung auf dem Weltmarkt. Betroffen waren auch aufgrund hoher Energiekosten insbesondere die Chemie- und Baubranche. Aber auch andere Marktsegmente waren von einer geringeren Nachfrage betroffen. Produktion Das Unternehmen fokussiert seine Absatzaktivitäten zunehmend auf die Bereiche Chemie, Ernährung und Futtermittel, die grundsätzlich eine höhere Wertschöpfung und damit höhere Rendite sichern, zusätzlich wird weiterhin auch der Baustoffmarkt bedient. Aufgrund des niedrigeren Auftragsvolumens konnten mit rund 53 Mio. Papiersäcken im Jahr 2023 rd. 38 Mio. weniger Säcke im Vergleich zum Vorjahr produziert werden. Aufgrund der reduzierten Produktionsmenge musste die Gesellschaft Maßnahmen ergreifen und hat von Februar-Juli Kurzarbeit angemeldet. Aufgrund der weiterhin geringen Absatz- und Produktionsmengen verständigte man sich zusammen mit dem Betriebsrat auf die Einführung einer vier Tage Arbeitswoche. Umgesetzt wurde dies dann ab Oktober 2023. Diese Regelung besteht bis heute. Die Zertifizierung nach dem HACCP-Standard ist ein wichtiger strategischer Erfolgsfaktor, um den hohen Ansprüchen von Kunden bspw. aus der Lebensmittelindustrie gerecht werden zu können. Des Weiteren konnte wieder der höherer Hygiene-Standard in 2023 erreicht werden, die Zertifizierung nach BRC. Die Zertifizierungen für die Nachhaltigkeit der Produkte nach den Standards FSC (Forest Stewardship Council) sowie TFS (TOGETHER FOR SUSTAINABILITY) wurden im Jahr 2019 erfolgreich abgeschlossen und hatten auch für 2023 Gültigkeit. Dazu gehört unter anderem das EcoVadis Zertifikat (mit einer Platin Auszeichnung), welches Nachhaltigkeitsrisiken- und -leistungsmanagement in der Lieferkette bewertet und so gleichzeitig einen positiven Beitrag für die Umwelt leistet, Transparenz fördert und Innovationen vorantreibt. Material Die Materialaufwandsquote beträgt ca. 59 % (Vorjahr: 67 %) und hat sich zum Vorjahr insbesondere durch den deutlich gestiegenen Anteil höherwertiger Pinch-Säcke und entsprechend weniger Industriesäcken im Produktmix verbessert. Auch die Beschaffung des Materials, vor allem des Kraftsackpapiers, wurde im Jahr 2023 optimiert. Durch die Sanktionen im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg bestand seit dem 9. Juli 2022 ein Einfuhrverbot für Kraftsackpapier aus Russland. Mit Bekanntgabe der Sanktionen hat sich die Gesellschaft nach neuen Papierlieferanten im Weltmarkt umgesehen. Seit Anfang 2023 bestehen neue Rahmenverträge mit internationalen Papierlieferanten. Trotz langer Lieferwege von ausländischen Lieferanten wurde der Bestand niedrig gehalten, um die Kapitalbindung zu reduzieren. Hierzu tragen bspw. die Klassifizierung von Papier nach einem ABC-Raster zur Identifizierung von Schnellläufern mit hohem Lagerumschlag, sowie die Identifizierung alternativer Lieferanten für alle in der Produktion benötigten Materialien bei. Der Papiermarkt war aufgrund der langen Lieferzeiten angespannt. Aufgrund der Optimierung im Bereich der Produktionsplanung, sowie in der Materialwirtschaft konnten der Papierbedarf in 2023 gedeckt und gleichzeitig die Lagerbestände niedrig gehalten werden. Mit der konjunkturellen Eintrübung des Marktes haben sich auch die Verfügbarkeiten auf dem Papiermarkt verbessert. In 2024 konnten ausreichend Rohstoffe beschafft werden. Die Gesellschaft geht davon aus, dass für 2025 weiterhin ausreichend Rohstoffe beschafft werden können. Personal Zum Ende des Jahres 2023 beschäftigte das Unternehmen 106 Mitarbeiter (Vorjahr 114 Mitarbeiter). Im Jahresdurchschnitt belief sich die Anzahl der Beschäftigten Mitarbeiter auf 107. Seit dem 1. Juli 2014 ist die Advanced Industries Packaging GmbH wieder Mitgliedsunternehmen mit Tarifbindung im Fachbereich Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie des Verbands Papier, Druck und Medien Südbaden e.V. Umwelt Durch den Einsatz von FSC zertifizierten Papieren und wasserbasierenden Druckfarben wird der Philosophie des Umweltschutzes in hohem Maße Rechnung getragen. Die Papierabfälle sind begehrte Wertstoffe für das Papierrecycling. Abfallstoffe werden sortenrein gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt. Sollte dies nicht möglich sein, werden sie durch zertifizierte Entsorger fachgerecht entsorgt. Das Prozesswasser wird in der firmeneigenen Abwasseraufbereitungsanlage behandelt. Die Lebensmittelsicherheit nimmt in der Gesellschaft einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Dieses Bewusstsein und die Qualität der produzierten primär-Packmittel werden durch gezielte Analysen und Hygienemaßnahmen sichergestellt. 2) Geschäftsverlauf Entwicklung von Verkaufs- und Umsatzvolumen Im Geschäftsjahr 2023 wurde mit dem Verkauf von 57 Mio. (Vorjahr: 95 Mio.) Papiersäcken ein Umsatz von TEUR 25.742 (Vorjahr: TEUR 35.971) erzielt. Dies entspricht einer Reduzierung von ca. 40 % in Menge und einen Rückgang beim Umsatz um ca. 28 %. Das ursprüngliche Budget 2023 wurde aufgrund der schlechten Konjunktur nicht erreicht. Betriebs- und Jahresergebnis Das Betriebsergebnis (vor Zinsen und Steuern) beläuft sich auf -0,9 Mio. EUR (Vorjahr: -0,2 Mio. EUR). Insgesamt ergibt sich so unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses von -0,1 Mio. EUR (Vorjahr: -0,2 Mio. EUR), das im Wesentlichen auf Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen zurückzuführen ist, ein negatives Ergebnis von - 1,0 Mio. EUR (Vorjahr: -0,4 Mio. EUR). Die Verschlechterung des Betriebsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf einen starken Umsatzrückgang zurückzuführen, welcher nicht gänzlich durch Gegenmaßnahmen aufgefangen werden konnten. Mithilfe der vier Tage Arbeitswoche bzw. der Kurzarbeit schaffte es die Gesellschaft, ihre Fixkosten trotz Tariferhöhungen und Ausgleichszahlungen zu reduzieren. Ein weiterer positiver Aspekt resultierte aus der Anhebung der Verkaufspreise. 3) Chancen- und Risikobericht und Prognose Bestandsgefährdende Risiken und voraussichtliche Entwicklung Die Advanced Industries Packaging GmbH hat bis einschließlich Geschäftsjahr 2020 regelmäßig ein deutlich negatives Betriebsergebnis ausgewiesen. Über verschiedene Maßnahmen wurden in der Vergangenheit die Kostenstrukturen angepasst. Auch mussten aufgrund der in der Vergangenheit stark gestiegenen Papierpreise Preiserhöhungen auf der Absatzseite durchgesetzt werden, die zum Teil jedoch erst in mehreren Schritten wirksam wurden. Das Geschäftsjahr 2021 hat bewiesen, dass diese Maßnahmen Wirkung zeigen, so dass erstmalig seit vielen Jahren im Jahr 2021 ein positives Betriebsergebnis und ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielt werden konnte. Durch die auch in Folge der kurzfristigen Umstellung der Papierlieferanten gestiegenen Papierkosten, ist das Betriebsergebnis im Jahr 2022 mit TEUR -264 wieder leicht negativ aber noch signifikant besser als in den Jahren bis einschließlich 2020. Letztlich konnte im Jahr 2022 ein positives EBITDA von knapp 0,7 Mio. EUR erzielt werden. Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Gesellschaft mit einem deutlichen Einbruch der Nachfrage konfrontiert. Die Umsätze fielen um rund 28%, der Absatzrückgang fällt sogar noch höher aus. Dennoch geht die Rohmarge (Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand) um rund 8% hoch. Dies resultiert zum einen aus einem vorteilhafteren Produktmix und zum anderen aus neuen Papierlieferverträgen, während im zweiten Halbjahr 2022 überwiegend kurzfristige und teure Beschaffungen erfolgten. Trotz eines deutlich reduzierten Umsatzniveaus von 26 Mio. EUR, konnte so noch ein positives EBITDA von knapp 0,2 Mio. EUR erzielt werden. In 2024 haben sich die Papierpreise im Durchschnitt nicht wesentlich verändert. Außerdem entspannten sich die Lieferketten, so dass trotz weiter steigender Produktionskosten die durchschnittlichen Verkaufspreise leicht rückläufig waren, insbesondere auch da in im europäischen Papiersack-Markt die Stückzahlen zwar leicht zunahmen aber immer noch mit über 13% unter dem Markt in 2022 verblieben. Bei der Advanced Industries Packaging GmbH reduzierte sich die Absatzmenge nochmals um 1 Mio. Säcke. Entsprechend konnte in 2024 vor Sondereffekten nur noch ein gerade ausgeglichenes EBITDA erwirtschaftet werden. Dies unterlegt, dass die Gesellschaft in der Lage ist, auch kurzfristig Kapazitäten anschwankende Auslastungen anzupassen. Hierzu besteht bei der Advanced Industries Packaging GmbH weiterhin die vier Tage Arbeitswoche. Das Working Capital wurde im Jahr 2023 konsequent reduziert. So wurde insbesondere der Vorratsbestand um über 50% oder 3,6 Mio. EUR abgebaut. Die frei gewordenen liquiden Mittel flossen in die Rückführung von Verbindlichkeiten und in den Aufbau von liquiden Mitteln, die um 1,3 Mio. EUR auf 1,9 Mio. EUR zunahmen. Im Geschäftsjahr 2024 werden sich diese liquiden Mittel durch Pensionszahlungen, Auszahlungen aus sonstigen Rückstellungen und der Rückführung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing deutlich reduzieren. Kritisch für den Unternehmenserfolg der Advanced Industries Packaging GmbH ist die effektive Auslastung der vorhandenen Kapazitäten bzw. die Anpassung der Kapazitäten an eine realistische Auslastung sowie ein entsprechender Produktmix. Mit Kurzarbeit und vier Tage Arbeitswoche im Jahr 2023 und 2024 konnte man erfolgreich zusammen mit dem Betriebsrat auf die Absatzeinbrüche reagieren und so unter gegebenen Umständen noch positive Impulse erzielen. Außerdem konnte der Produktmix mit einem höheren Anteil an hochwertigen Säcken verbessert und Preise teilweise angepasst werden. Die Personalaufwendungen konnten durch die Beschaffung einer neuen Druckmaschine im Jahr 2020 und einen dadurch möglichen sukzessiven Personalabbau bis 2024 nachhaltig reduziert werden. Aufgrund steigender Energiekosten sowie der laufend angepassten Papierpreise bleiben Verkaufspreisanpassungen und eine erneute Erhöhung der Auslastung der Kapazitäten auch künftig entscheidend. In 2023 und 2024 war die Gesellschaft nicht mehr auf zusätzliche Finanzierung durch verbundene Unternehmen angewiesen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen einschließlich der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen konnten sogar zurückgeführt werden. Durch das zwischenzeitlich nachhaltig zu niedrige Auslastungsniveau wird die Gesellschaft in 2025 aber voraussichtlich wieder auf zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen angewiesen sein. Das Eigenkapital der Advanced Industries Packaging GmbH wurde durch die Verluste in den letzten Geschäftsjahren vollständig aufgebraucht und wird zum 31. Dezember 2023 mit 14,0 Mio. EUR (im Vorjahr 13,0 Mio. EUR) als nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2023 konnte mit dem Verkauf von 57 Mio. (Vorjahr: 95 Mio.) Papiersäcken noch ein Umsatz von TEUR 25.742 (Vorjahr: TEUR 35.971) erzielt werden. Im Jahr 2024 ist der Absatz leicht unter Vorjahr. Durch die weiterhin schwache Konjunktur insbesondere in den Bereichen Chemie und Bau wurden im Jahr 2024 etwa 56 Mio. Säcke verkauft. Die Umsatzerlöse reduzieren sich in Folge geringerer durchschnittlicher Verkaufspreise um rund 1,3 Mio. EUR. Trotz weiterer Maßnahmen geht die Gesellschaft daher von einem steigenden Jahresfehlbetrag aus. Das Absatzvolumen der Jahre 2023 und 2024 ist langfristig zu niedrig, um die Gesellschaft rentabel zu betreiben. Daher ist für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg entscheidend, dass es gelingt, die Absatzzahlen wieder zu steigern und den Produktmix weiterhin positiv zu entwickeln. Darüber hinaus müssen Kostensteigerungen zeitnah an den Markt weitergegeben werden. Aufgrund stichtagsbezogener liquider Mittel zum 31.12.2024 in Höhe von 0,1 Mio. EUR und einer zum Vorjahr vergleichbaren Absatzplanung wird die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 zumindest zeitweise auf zusätzliche Finanzierungen und liquide Mittel von Gruppen-Gesellschaften sowie insbesondere auf die längerfristige Überlassung bereits erhaltener konzerninterner Finanzmittel angewiesen sein. Vor dem Hintergrund der weiter unsicheren Entwicklung der Konjunktur sind Prognosen für das Geschäftsjahr 2025 und 2026 mit Unsicherheiten behaftet. Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der künftigen Kosten- und Absatzentwicklung. In Abhängigkeit von der zukünftigen Auslastung und dem Produktmix sowie der allgemeinen Kostenentwicklung wird die Gesellschaft gegebenenfalls auf die Zuführung neuer liquider Mittel insbesondere aber auf die längerfristige Überlassung bereits erhaltener konzerninterner Finanzmittel angewiesen sein. Die Gruppe hat erklärt, dass konzerninterne Zahlungsziele im Fall von Finanzierungsengpässen kurzfristig verlängert werden können. Chancen bestehen darin, dass mit der neuen Gesellschafterstruktur neue Kunden gewonnen und Volumina bei Bestandskunden wieder ausgebaut werden können. Sonstige Risiken Das Forderungsausfallrisiko wird durch ein effizientes und effektives Debitorenmanagement auf niedrigem Niveau gehalten.
Achern, 14. März 2025 Advanced Industries Packaging GmbH, Achern Geschäftsführung Dmitriy Vardashkin Andrey Volokhov Rinat Stark Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Advanced Industries Packaging GmbH, Achern Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Advanced Industries Packaging GmbH, Achern, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Advanced Industries Packaging GmbH, Achern, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angaben im Abschnitt "A. Rechnungslegungsgrundsätze" im Anhang sowie auf die Angaben in Abschnitt "3) Chancen- und Risikobericht und Prognose" im Lagebericht, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass das Eigenkapital der Advanced Industries Packaging GmbH, Achern, durch die Verluste der letzten Geschäftsjahre vollständig aufgebraucht wurde und zum 31. Dezember 2023 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von EUR 14,0 Mio. ausgewiesen wird. In 2024 reduziert sich die Absatzmenge nochmals leicht um 1 Mio. Säcke, sodass sich erneut ein Jahresfehlbetrag ergibt. Stichtagsbezogen beläuft sich der Bestand an liquiden Mitteln zum 31. Dezember 2024 auf EUR 0,1 Mio. Das Absatzvolumen der Jahre 2023 und 2024 ist langfristig zu niedrig, um die Gesellschaft rentabel zu betreiben. Daher ist für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg entscheidend, dass es gelingt, die Absatzzahlen wieder zu steigern und den Produktmix weiterhin positiv zu entwickeln. Auch für 2025 geht die Gesellschaft noch von vergleichbaren Absatzmengen aus. Vor dem Hintergrund der weiter unsicheren Entwicklung der Konjunktur sind Prognosen für das Geschäftsjahr 2025 und 2026 mit Unsicherheiten behaftet. In Abhängigkeit von der zukünftigen Auslastung und dem Produktmix sowie der allgemeinen Kostenentwicklung wird die Gesellschaft voraussichtlich auf die Zuführung neuer liquider Mittel insbesondere aber auf die längerfristige Überlassung bereits erhaltener konzerninterner Finanzmittel angewiesen sein. Die Gruppe hat erklärt, dass konzerninterne Zahlungsziele im Fall von Finanzierungsengpässen kurzfristig verlängert werden können. Wie in den Angaben unter "A. Rechnungslegungsgrundsätze" im Anhang und im Abschnitt "3) Chancen- und Risikobericht und Prognose" im Lagebericht dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 18. März 2025 RSM
Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Karsten Bender, Wirtschaftsprüfer Sebastian Straub, Wirtschaftsprüfer Feststellungsbeschluss der Advanced Industries Packaging GmbHDer Jahresabschluss der Advanced Industries Packaging GmbH, Achern, für das Geschäftsjahr 2023 wurde von der Gesellschafterversammlung am 31. März 2025 festgestellt. |
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