Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 114045
Vorher
E & S Pkwteile GmbH
Eingetragen
17.6.2008
Branche
Großhandel mit Kraftwagenteilen und -zubehörTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehörTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Gegenstand
Der Handel mit Fahrzeugersatzteilen, Betreiben eines Onlineshops sowie Marketing.

Historie

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Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Konzern- und Jahresabschlüsse

Autodoc GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Inhaltsverzeichnis

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Rechnungslegung

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Autodoc GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Autodoc GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Autodoc GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 28. Oktober 2020

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bilz, Wirtschaftsprüfer

Weinberg, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2019

AKTIVA

31.12.2018
EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 970.734,66 165
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 111.795,60 136
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.243.788,92 1.339
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.679.631,41 1.274
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 164,627,94 109
3.199.843,87 2.858
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 73.083,97 22
2. Sonstige Ausleihungen 1.750.000,00 1.650
1.823.083,97 1.672
5.993.662,50 4.695
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Waren 21.968.959,08 11.770
2. Geleistete Anzahlungen 8.495.560,97 4.339
30.464.520,05 16.109
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.426.990,29 1.891
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.070.812,87 0
3. Sonstige Vermögensgegenstände 20.989.099,25 12.260
25.486.902,41 14.151
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 48.726.568,54 28.729
104.677.991,00 58.989
C. Rechnungsabgrenzungsposten 193.601,36 616
110.865.254,86 64300

Passiva

31.12.2018
EUR EUR TEUR
A. Eigen kapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25
II. Bilanzgewinn 54.178.074,78 23.528
54.203.074,78 23.553
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 16.086.666,00 9.450
2. Sonstige Rückstellungen 7.052.965,88 4.297
23.139.631,88 13.747
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.046.010,14 2.583
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 21.235.547,78 17.361
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.625.226,53 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 7.615.763,75 7.056
davon aus Steuern EUR 2.298.694,77 (Vj. TEUR 2.158)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 8.353,18 (Vj. TEUR 0)
33.522.548,20 27.000
110.865.254,86 64.300

Gewinn- und Verlustrechnung für 2019

2018
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 614.730.708,43 414.809
2. Sonstige betriebliche Erträge 2.349.794,58 1.107
davon Erträge aus Währungsumrechnung EUR 1.459.497,99 (Vj. TEUR 617)
617.080.503,01 415.916
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 351.521.104,87 231.681
b) Bezogene Leistungen 0,00 287
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 20.840.799,68 12.801
b) Soziale Abgaben 4.258.941,54 2.517
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.106.315,64 779
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 195.437.197,25 138.927
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung EUR 2.181.156,04 (Vj. TEUR 1.455)
573.164.358,98 386.992
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 50.758,33 0
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 84.657,54 27
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 40.156,93 (Vj. TEUR 0)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 107.713,20 144
27.702,67 -117
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13.286.373,31 8.804
11. Ergebnis nach Steuern 30.657.473,39 20.003
12. Sonstige Steuern 7.209,70 5
13. Jahresüberschuss 30.650.263,69 19.998
14. Gewinnvortrag 23.527.811,09 6.530
15. Vorabausschüttung 0,00 3.000
16. Bilanzgewinn 54.178.074,78 23.528

Anhang zum 31. Dezember 2019

Allgemeine Angaben

Die Autodoc GmbH hat Ihren Sitz in Berlin. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 114045 B eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften der §§ 242 ff. bzw. 264 ff. Handelsgesetzbuches (HGB) unter Beachtung der Vorschriften des GmbH-Gesetzes (GmbHG) aufgestellt. Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenklassenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 Satz 1 HGB auf.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewendet.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren mit folgenden Ausnahmen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. In der Bilanz zum 31. Dezember 2019 werden die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen separat ausgewiesen. Für die Vorjahressalden wurde der Ausweis in Höhe von TEUR 254 in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von TEUR 406 in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beibehalten.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten unter einem Betrag von EUR 800 (bis 2017 EUR 410) wurden im Geschäftsjahr in vollem Umfang abgeschrieben. In den Vorjahren ist ein Sammelposten für Vermögensgegenstände gebildet worden, deren Anschaffungskosten EUR 150 aber nicht EUR 1.000 überstiegen haben. Dieser wird linear über fünf Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert bewertet.

Die Waren werden zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt.

Der Ausweis der Guthaben bei den Kreditinstituten und der Kassenbestände erfolgte zum Nominalwert.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Ausgaben im laufenden Jahr, welche einen Aufwand im Folgejahr darstellen.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die

Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Angaben zum Anteilsbesitz

Währung Beteiligung Eigenkapital Ergebnis
% in TEUR in TEUR
Inland
Ridex GmbH, Berlin EUR 85 -193 -207
Ausland
AUTODOC Logistics Sp. z o.o. (vormals ABC AutoParts Sp. z o.o.), Stettin/Polen EUR 90 1.206 1.100
Autodoc Ukraine LLC Odessa/Ukraine EUR 100 247 221
ATD Technologies SRL Chisinau/Moldawien EUR 100 41 14

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Darlehen in Höhe von TEUR 2.040 (Vj. TEUR 0) mit einer Restlaufzeit größer 1 Jahr enthalten. Die restlichen Forderungen betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 1.031).

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 837 (Vj. TEUR 350) enthalten und betreffen sonstige Forderungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen des Weiteren vertraglich geregelte Boni für bezogene Waren. Sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen in Höhe von TEUR 290 (Vj. TEUR 627) und betreffen Kautionen. Die verbleibenden sonstigen Vermögensgegenstände haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Bilanzgewinn

Im Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag in Höhe von TEUR 23.528 enthalten; im Übrigen verweisen wir auf den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen, Retouren im Folgejahr und Personalkosten gebildet.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen wie im Vorjahr nicht. Sämtliche Verbindlichkeiten sind nicht besichert. Sämtliche Verbindlichkeiten haben mit Ausnahme der sonstigen Verbindlichkeiten wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sonstige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis fünf Jahre bestehen in Höhe von TEUR 357 (Vj. TEUR 281) und betreffen Mietkaufverbindlichkeiten. Die verbleibenden sonstigen Verbindlichkeiten haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden zu rund 94 % (Vj: 92 %) innerhalb der Europäischen Union, davon zu rund 18 % (Vj: 17 %) in Deutschland, sowie zu rund 6 % (Vj: 8 %) in Drittländern realisiert.

Sonstige betriebliche Erträge

Periodenfremde Erträge resultieren in Höhe von TEUR 45 aus der Auflösung von Rückstellungen (Vj. TEUR 159) und aus Anlageabgängen TEUR 52 (Vj. TEUR 0).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Periodenfremde Aufwendungen ergeben sich in Höhe von TEUR 108 aus Fremdleistungen im Zusammenhang mit der Lagerhaltung, in Höhe von TEUR 72 aus Marketingleistungen und in Höhe von TEUR 75 aus Forderungsverlusten. Im Vorjahr lagen keine wesentlichen periodenfremden Aufwendungen vor.

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestehen in Form von Übernahmeverpflichtungen von Leasingverträgen eines verbundenen Unternehmens in Höhe von insgesamt TEUR 4.886. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation des verbundenen Unternehmens gehen wir derzeit von keiner Inanspruchnahme aus.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Lizenzverträgen bestehen in Höhe von TEUR 12.501. Die Miet-, Leasing- und Lizenzverträge enden zwischen den Jahren 2020 und 2026.

Außerbilanzielle Geschäfte

Die Autodoc GmbH hat Operating-Leasing-Verhältnisse sowie Mietverträge für Lager- und Büroräume. Der Vorteil dieser außerbilanziellen Geschäfte liegt darin, dass die liquiden Mittel nicht durch die Anschaffung von Anlagegütern gebunden sind. Es bestehen keine wesentlichen Risiken aus diesen Geschäften.

Geschäftsführung

Zum Geschäftsführer der Gesellschaft war im Geschäftsjahr Herr Alexej Erdle bestellt.

Hinsichtlich der Angabe von Geschäftsführerbezügen wurde von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 818 (davon 581 Arbeiter und 237 Angestellte).

Honorar des Abschlussprüfers

Vom Abschlussprüfer wurde für das Geschäftsjahr 2019 ein Honorar in Höhe von TEUR 164 als Aufwand erfasst. Hiervon entfallen TEUR 96 auf Abschlussprüfungsleistungen sowie TEUR 68 auf Steuerberatungsleistungen.

Konzernverhältnisse

Die Autodoc GmbH erstellt einen Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen. Dieser wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Nachtragsbericht

Für das Jahr 2020 wird aufgrund der Corona-Krise eine schwere weltweite Rezession erwartet. Wie sich bereits in den ersten Monaten des Jahres abgezeichnet hat, bietet diese Entwicklung allerdings weitere Umsatzpotentiale für die Autodoc GmbH. Der drastische Rückgang der Neuwagenproduktion und -verkäufe, die steigende Arbeitslosigkeit sowie sinkende Einkommen durch Kurzarbeit führen nach Ansicht der Geschäftsführung dazu, dass das Interesse an der Instandhaltung von Gebrauchtwagen wächst. In Kombination mit dem wachsenden Anteil des E-Commerce Marktes wird daher für 2020 ein weiterhin starkes zweistelliges Umsatzwachstum erwartet.

Nach dem Bilanzstichtag sind bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses folgende Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Einschätzung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Autodoc GmbH eingetreten:

Mit Vertrag vom 9. September 2020 gewährt die Autodoc GmbH einem nahestehenden Unternehmen ein verzinsliches Darlehen in Höhe von EUR 10,0 Mio. mit einer Laufzeit bis zum 31. August 2025. Der Darlehensbetrag kann vom Darlehensnehmer während der gesamten Laufzeit in Teilbeträgen abgerufen werden. Am 9. September 2020 wurde ein erster Teilbetrag in Höhe von EUR 5,0 Mio. an den Darlehensnehmer ausgezahlt.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 7. Oktober 2020 wurden Herr Vitalij Kungel und Herr Max Wegner jeweils zum Geschäftsführer der Autodoc GmbH bestellt (Eintragung im Handelsregister am 13. Oktober 2020).

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine Ereignisse mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft eingetreten.

Gewinnverwendung/Gewinnverwendungsvorschlag

Die Autodoc GmbH weist für das Geschäftsjahr 2019 einen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 30.650.263,69 aus. Unter Einbeziehung des Gewinnvortrages ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von EUR 54.178.074,78. Die Geschäftsführung schlägt vor, vom Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2019 EUR 372.188,91 auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von EUR 53.805.885,87 auf neue Rechnung vorzutragen.

Auf Grundlage der beiden Gesellschafterbeschlüsse vom 15. April 2020 und vom 18. August 2020 sind im Geschäftsjahr 2020 aus dem Bilanzgewinn Zahlungen in Höhe von insgesamt 23,9 Mio. EUR als gesellschaftsrechtliche Gewinnausschüttung geleistet worden.

 

Berlin, 28. Oktober 2020

Alexej Erdle, Geschäftsführer

Vitalij Kungel, Geschäftsführer

Max Wegner, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens 2019

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2019 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 181.131,20 874.830,49 0,00 0,00 1.055.961,69
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 243.871,33 0,00 0,00 0,00 243.871,33
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.425.999,98 0,00 0,00 0,00 1.425.999,98
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.401.354,08 1.176.106,36 194.406,68 228.900,02 3.611.953,78
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 109.200,00 284.327,96 0,00 -228.900,02 164.627,94
4.180.425,39 1.460.434,32 194.406,68 0,00 5.446.453,03
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 22.294,64 50.789,33 0,00 0,00 73.083,97
2. sonstige Ausleihungen 1.650.000,00 100.000,00 0,00 0,00 1.750.000,00
1.672.294,64 150.789,33 0,00 0,00 1.823.083,97
6.033.851,23 2.486.054,14 194.406,68 0,00 8.325.498,69
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2019 Zugänge Abgänge 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.870,61 69.356,42 0,00 85.227,03
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 107.683,93 24.391,80 0,00 132.075,73
2. Technische Anlagen und Maschinen 87.144,42 95.066,64 0,00 182.211,06
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.128.132,60 917.500,78 113.311,01 1.932.322,37
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
1.322.960,95 1.036.959,22 113.311,01 2.246.609,16
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
1.338.831,56 1.106.315,64 113.311,01 2.331.836,19
Buchwerte
31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 970.734,66 165.260,59
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 111.795,60 136.187,40
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.243.788,92 1.338.855,56
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.679.631,41 1.273.221,48
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 164.627,94 109.200,00
3.199.843,87 2.857.464,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 73.083,97 22.294,64
2. sonstige Ausleihungen 1.750.000,00 1.650.000,00
1.823.083,97 1.672.294,64
5.993.662,50 4.695.019,67

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019

Autodoc GmbH, Berlin

Inhalt

I. Grundlagen des Unternehmens

A. Geschäftsmodell des Unternehmens

B. Absatzmärkte und Branchenzugehörigkeit

C. Kunden

D. Wettbewerbssituation

E. Technologische Infrastruktur und Innovation

F. Strategie

G. Unternehmensverantwortung

H. Konzernstruktur und Beteiligungen

II. Wirtschaftsbericht

A. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

B. Geschäftsverlauf

III. Lage

A. Ertragslage

B. Finanzlage

C. Vermögenslage

D. Finanzielle Leistungsindikatoren

E. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

F. Gesamtaussage

IV. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

A. Prognosebericht

B. Risikobericht

C. Chancenbericht

I. Grundlagen des Unternehmens

A. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Autodoc GmbH (im Weiteren AUTODOC genannt) mit Sitz in Berlin ist im Automotive Aftermarket auf den Onlinehandel spezialisiert. Das Unternehmen verkaufte 2019 in 26 europäischen Ländern Kfz-Ersatzteile, -Verbrauchsmaterial und -Zubehör über das Internet. AUTODOC ist dazu in der gesamten Wertschöpfungskette von Wareneinkauf über Vertrieb bis hin zu Verkauf und Kundenberatung tätig.

AUTODOC betreibt dazu eine Reihe von Online-Shops, auf die über Online-Werbung und Suchmaschinenoptimierung aufmerksam gemacht wird. Zur Abwicklung des Autoteilehandels betreibt AUTODOC zwei Großlager, eine eigene Logistik und bietet einen mehrsprachigen Kundenservice. AUTODOC pflegt langjährige enge Beziehungen zu Herstellern und Lieferanten. AUTODOC ist zu 100% inhaber- und gründergeführt.

In Europa war AUTODOC im Jahr 2019 das größte und wachstumsstärkste Unternehmen der Automotive-Aftermarket-Branche 1. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, diese Führungsposition weiter auszubauen.

B. Absatzmärkte und Branchenzugehörigkeit

Der relevante Absatzmarkt für AUTODOC hat sich in den vergangenen Jahren mit dem Trend zum Onlinehandel im Aftermarket bzw. Sekundärmarkt insgesamt vergrößert. Während der globale Automotive Aftermarket nach Aussagen von Branchenreports in diesem Jahrzehnt nur noch mäßig (3 Prozent p. a.) wachsen dürfte, ist davon auszugehen, dass der Trend zur Digitalisierung auch in den kommenden Jahren anhält.

Als Online-Händler zählt AUTODOC zu den so genannten "Digital Entrants" in der Branche: also zu Marktteilnehmern, die vor allem im nicht an die Erstausrüster (OEMs) gebundenen Markt tätig sind. Die Kunden sind Endverbraucher (B2C), zunehmend aber auch Unternehmenskunden (B2B), insbesondere unabhängige Werkstätten und Flottenanbieter).

Das Potenzial des europäischen Marktes für Automobil-Teile, -Zubehör, -Ausrüstung und Reparaturen ("Automotive Aftermarket) wird bis 2030 nach Einschätzungen der Unternehmensberatung McKinsey 2 auf insgesamt 295 Mrd. Euro anwachsen, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 1,5 Prozent. Dabei wird dem digitalen Marktanteil das bei weitem größte Wachstum zugetraut. Ein Anteil von 30 Prozent am automobilen Sekundärmarkt könnte 2030 auf die "Digital Entrants" entfallen. Derzeit macht ihr Anteil noch weniger als zehn Prozent aus.

1 Untersuchung der Wolk After Sales Experts GmbH, 2020
2 McKinsey Center for Future Mobility: Ready for Inspection - The Automotive Aftermarket in 2030

Der Versand der bestellten Produkte an die Kunden erfolgt von den Logistikstandorten in Berlin-Lichtenberg (Deutschland) und Stettin (Szczecin, Polen) aus.

Am Standort Odessa, Ukraine, sind in erster Linie die Informationstechnologie (IT) und das Online-Marketing angesiedelt. Zusätzliche Leistungen aus den Bereichen IT und Marketing werden am Standort in Chișinău, Moldawien, erbracht.

C. Kunden

AUTODOC verfügte zum Ende des Geschäftsjahres 2019 über eine Kundenbasis von rund 4,2 Mio. aktiven Kunden 3. Diese Kunden sind überwiegend Privatanwender.

Die hohe Kundenzufriedenheit drückt sich auch in der geringen Retourenquote im Jahr 2019 von 7 Prozent (Vorjahr: 6,6 Prozent) aus.

D. Wettbewerbssituation

AUTODOC generiert seinen Umsatz durch den Verkauf von Auto-Ersatzteilen, - Ausrüstung und -Verbrauchsmaterial über Onlineshops sowie eine mobile Anwendung (App). Das Unternehmen expandierte nach der Etablierung in Deutschland 2009 früh in verschiedene europäische Märkte. Dabei wurde das schnelle Wachstum durch die Kombination von beim Gründerteam vorhandener Online-Expertise mit unternehmerischen Erfahrungen im automobilen Sekundärmarkt befördert.

Als Online-Händler verzichtet AUTODOC komplett auf physische Verkaufsstandorte. Ähnlich wie in anderen Konsumgüterbranchen bietet der Onlinehandel den Kunden bei Kfz-Teilen eine größere Auswahl als der ortsgebundene Handel. AUTODOC bietet seinen Kunden ein Portfolio mit über 2,5 Mio. Produkten für mehr als 166 Automarken.

Besonderen Wert legt AUTODOC auf eine starke Onlinepräsenz und die Nutzerfreundlichkeit der Onlineshops und Apps. Grundlagen für den Erfolg des Unternehmens sind zudem die eigene IT, Logistik und Service-Infrastruktur.

In Europa steht AUTODOC im unabhängigen Aftermarket mit verschiedenen kleineren (in der Regel nationalen) und wenigen internationalen Akteuren im Wettbewerb. Der abhängige Aftermarket wird derzeit noch weitgehend von den Automobilherstellern (OEMs) dominiert. Vermehrt ist zu beobachten, dass sich unabhängige Werkstätten im unabhängigen Aftermarket mit Markenware versorgen. AUTODOC bietet Produkte von 870 Markenherstellern an.

3 Aktive Kunden sind solche, die im Berichtsjahr mindestens einmal bestellt haben.

E. Technologische Infrastruktur und Innovation

Auch AUTODOCs hohe Kompetenz bei Online-Marketing und bei der Suchmaschinenoptimierung trägt zum Erfolg des Unternehmens bei. AUTODOC ist über die Konzernstruktur mit der Firma AUTODOC Ukraine LLC in Odessa verbunden. Dort werden Lösungen für die Backend-Programmierung, für Shop-Konzepte und -Technologien ebenso vorangetrieben wie IT-Anwendungen. Ein weiterer IT-Standort wird mit der ATD Technologies SRL in Chișinău, der Hauptstadt Moldawiens, betrieben.

Die AUTODOC eigenen Systeme sind ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, da Innovationen im Haus und vertraulich weiterentwickelt werden können.

Das Unternehmen produziert darüber hinaus eigene Videos zur Ansprache und Unterstützung der Kunden. So sind auf YouTube etwa über 2.600 Videos in verschiedenen Sprachen verfügbar, die vor allem Autoreparaturen, Werterhalt und Autopflege zum Inhalt haben.

Zudem entwickelt AUTODOC inzwischen eigene Produkte unter zwei Eigenmarken auf Basis von Erkenntnissen, die im Handel mit Endkunden anfallen. Diese Eigenmarken-Produkte werden gezielt konstant weiterentwickelt und spielen für AUTODOC aufgrund der Margen und der höheren Verfügbarkeit für die Endkunden eine wachsende strategische Rolle.

F. Strategie

Die wesentlichen strategischen Ziele von AUTODOC lauten wie folgt:

1. Wachstum

AUTODOC will den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen. Dabei will das Unternehmen sowohl den Anteil des Onlinehandels am automobilen Aftermarket als auch seinen eigenen Marktanteil an diesem Onlinehandel steigern.

2. Verbesserung der Kundenbindung

Um angesichts des Preiskampfs im Automotive Aftermarket die Kundenbindung zu erhöhen, verfolgt AUTODOC unverändert das Ziel, die Zufriedenheit seiner Kunden zu verbessern. Dazu setzt AUTODOC insbesondere auf eine konsequente Niedrigpreispolitik, den Ausbau des Kundendienstes und die Optimierung der Logistik und des Produktangebots.

3. Netzwerkausbau in der Logistik

Auf Basis der eigenen logistischen und technologischen Infrastruktur ist AUTODOC in der Lage, seine Angebotsvielfalt zu erhöhen und mit anderen Produktkategorien in weiteren Märkten zu handeln. Zur Verstärkung dieses positiven Effekts investiert AUTODOC weiter in den Ausbau seiner Logistik.

4. Expansion in außereuropäische Regionen

AUTODOC will seine geografische Expansion fortsetzen. Daher werden laufend Opportunitäten geprüft, das Angebot auch über Europa hinaus zu erweitern.

G. Unternehmensverantwortung

AUTODOC misst dem Verhältnis zu seinen Stakeholdern eine sehr hohe Bedeutung für den Unternehmenserfolg bei. Gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Geschäftspartnern und der Gesellschaft pflegt AUTODOC einen vertrauensvollen und verantwortungsbewussten Umgang.

Ein Verhaltenskodex für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist in Arbeit, jedoch noch nicht veröffentlicht. Darin werden wichtige Regeln in Bezug auf Compliance, Fairness, Gleichstellung, Arbeits- und Umweltschutz festgelegt.

Gesellschaftliches Engagement ist für AUTODOC eine Selbstverständlichkeit und wird von Jahr zu Jahr fortgeführt. In erster Linie drückt sich dies durch Spenden aus, die allerdings in den meisten Fällen nicht öffentlich bekannt gemacht werden. Als Beispiel kann aber das Hospiz "Berliner Herz" aufgeführt werden, das im Dezember 2018 mit Euro 10.000 und im Dezember 2019 erneut mit Euro 5.000 bedacht wurde.

Hinzu kommen viele kleinere Spenden mit dem Schwerpunkt Förderung des Sports von Menschen, die eine Behinderung haben.

H. Konzernstruktur und Beteiligungen

Die AUTODOC GmbH fungiert sowohl als operative Gesellschaft als auch als Holding für die Einkaufsgesellschaft RIDEX GmbH, die Logistikgesellschaft AUTODOC Logistics Sp. z o.o sowie die Dienstleistungsgesellschaften ATD Technologies SRL und AUTODOC Ukraine LLC.

Die Konzernstruktur ist im Folgenden dargestellt:

II. Wirtschaftsbericht

A. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das globale Wirtschaftswachstum lag 2019 laut Internationalem Währungsfonds mit rund 2,9 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,6 Prozent. Grund waren vor allem die anhaltenden Handelskonflikte zwischen den USA und China bzw. den USA und der EU sowie weiterhin zurückhaltendes Konsum- und Investitionsverhalten vor allem in westlichen Volkswirtschaften. Vor dem Ausbruch der globalen Corona-Pandemie erwarteten die Ökonomen aber eine sehr langsame Verbesserung der weltwirtschaftlichen Entwicklung auf 3,3 Prozent - immer noch deutlich unter dem Niveau des Jahres 2018. Seitdem haben sich die Erwartungen aus naheliegenden Gründen deutlich verdunkelt.

Das Wachstum in der Eurozone und in den europäischen Schwellenländern blieb mit 1,2 Prozent bzw. 2,1 Prozent deutlich hinter dem globalen Wachstum zurück. Die Konsumschwäche in Europa ist auch in Deutschland spürbar. Hier kommen erschwerend Belastungen durch die Einführung der Kraftstoffemissionsnormen für Kraftfahrzeuge hinzu. Das Wachstum lag 2019 deutlich unter dem europäischen Schnitt bei 0,6 Prozent. In Frankreich wirkten weiterhin politische Unruhen als Dämpfer. 2019 lag die wirtschaftliche Entwicklung mit 1.3 Prozent Wachstum aber etwas höher als im Durchschnitt der Eurozone. 4

In Osteuropa kam es 2019 wie vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche vorausgesagt zu einer konjunkturellen Abkühlung. Nach 4,4 Prozent in 2018 sank das Wirtschaftswachstum in den elf osteuropäischen EU-Ländern auf 3,7 Prozent. In Polen lag das BIP-Wachstum 2019 bei nur noch 4,0 Prozent, zunächst wurden für 2020 3,6 Prozent erwartet. Insgesamt wurde vor Corona für die mittel- und osteuropäischen Staaten ein BIP-Wachstum von 3,1 Prozent vorausgesagt. 5

Die Entwicklung in den skandinavischen Ländern zeigt ein gemischtes Bild. Nachdem das schwedische BIP-Wachstum 2019 mit 1,2 Prozent knapp unter dem Durchschnitt der Eurozone lag, verzeichnete Dänemark ein weit überdurchschnittliches Wachstum von 2,4 Prozent. 6

2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Automotive Aftermarket und insbesondere dessen Onlinehandel bergen in Zukunft weiterhin attraktives Potenzial. Die Zahl der Fahrzeuge auf den Straßen nimmt weltweit zu, insbesondere in den Schwellenländern. Zudem werden die Fahrzeuge gerade in den etablierten Märkten immer älter. In Europa wuchs der Fahrzeugbestand laut ACEA Studie von 2012 auf 2018 um 10,0 Prozent auf 312 Mio.. Allein in Deutschland betrug die Gesamtzahl der neuzugelassenen Pkw in 2019 knapp 3,6 Mio. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge lag 2018 europaweit bei 10,8 Jahren. 7 Ein in Deutschland zugelassener Personenkraftwagen ist heute im Durchschnitt 9,6 Jahre alt, wobei rund 42 Prozent der Pkw 10 Jahre oder älter sind. 8 1995 wiesen die zugelassenen Pkws in Deutschland noch ein durchschnittliches Alter von 6,8 Jahren auf. 9 Da

4 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2020/04/14/weo-april-2020
5 https://www.wiiw.ac.at/overview-2018-2019-and-outlook-2020-2022.xlsx
6 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2020/04/14/weo-april-2020
7 https://www.acea.be/uploads/publications/ACEA_Pocket_Guide_2020-2021.pdf
8 https://www.kba.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Statistik/Fahrzeuge/FZ/2020/fz15_2020_pdf
9 https://www.ace.de/fileadmin/user_uploads/Der_Club/Presse-Archiv/Grafiken/ace-studie-fahrzeugbestand-altert.pdf

ab dem neunten Nutzungsjahr 56 Prozent der Pkw 10 im freien Markt gewartet und repariert werden, ergeben sich zusätzliche Umsatzpotentiale. Insgesamt wurden im Jahr 2019 3,6 Mio. Pkw und 0,45 Mio. Nutzfahrzeuge in Deutschland neu zugelassen. 11 Diese neuen Fahrzeuge werden nach Ablauf der Garantie für den Aftermarket relevant.

Nach einer Studie von McKinsey wird der Automotive Aftermarket in Gesamteuropa bis 2030 um ca. drei Prozent p. a. wachsen. Die Umsatzanteile über den Onlinehandel werden sich bis dahin auf einen Umsatzanteil am Gesamtmarkt von fast 20 Prozent verdreifachen. Die Digitalisierung von Kanälen und Schnittstellen, der zunehmende Einfluss von Onlinehändlern und die hohe Preistransparenz und Angebotsvielfalt für die Kunden bleiben die größten Trends im Automotive Aftermarket. Der Bereich E-Mobility wird den Automotive Aftermarket trotz steigender Absatzzahlen bei Neuwagen frühestens in mehr als zehn Jahren merklich beeinflussen, so die befragten Experten der McKinsey-Studie. Die Auswirkungen des autonomen Fahrens ordnen sie noch ferner in der Zukunft ein. 12

Die AUTODOC ist bestrebt, in diesem Markt ihre Marktposition weiterhin auszubauen. Durch verschiedene Online-Vertriebskanäle, kundenorientiertes Content Management, guten Service und Angebotsvielfalt hat die Gesellschaft eine aktuell führende Marktpositionierung erzielt.

B. Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2019 war gekennzeichnet von stetigem Wachstum bei Absatz und Umsatz. Mit einem Nettoumsatz von TEUR 614.731 (2018: TEUR 414.809) erreichte AUTODOC 2019 die im Vorjahr gesetzten Ziele. Das Umsatzwachstum betrug 48,2 Prozent.

Entsprechend wurden die Lagerkapazitäten in Stettin weiter ausgebaut, zudem begann die Vorbereitung für die Teilautomatisierung des Lagerbetriebs. Zur weiteren Erhöhung der Reichweite der Vertriebsaktivitäten eröffnete AUTODOC eigene Shops auf den bekannten Plattformen Amazon und Ebay.

Nach der erfolgreichen Erschließung der neuen Produktkategorie Lkw-Teile stieg AUTODOC 2019 auch in die Motorrad-Kategorie ein.

Da die Inhouse-Funktionen IT, Kundenservice und Marketing mit dem Rest des Unternehmens ebenfalls starkes Wachstum verzeichneten, wurden diese in Moldawien und in der Ukraine in eigene Unternehmen ausgegründet. Damit sind die Weichen für die stärkere Spezialisierung in diesen Bereichen gestellt. Auch sonst wurden die Strukturen den wachsenden Anforderungen fortlaufend angepasst. So wurde etwa eine eigene Supply-Chain-Abteilung gegründet. Konsequent fortgesetzt wurde die Digitalisierung des Unternehmens, etwa durch die Einführung der Konsolidierungs-, Planungs- und Reporting-Software LucaNet oder die Weiterentwicklung von abteilungs-übergreifenden Business Intelligence (BI)-Lösungen.

Im Mai 2019 zogen die zentralen Konzernfunktionen in die neue Repräsentanz des Unternehmens am Kurfürstendamm in Berlin.

10 https://www.gva.de/branche/marktvolumina.php
11 https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Neuzulassungen/jahresbilanz/jahresbilanz
12 https://www.mckinsey.com/industries/automotive-and-assembly/our-insights/ready-for-inspection-the-automotive-aftermarket-in-2030

III. Lage

A. Ertragslage

Der Jahresüberschuss von AUTODOC ist erneut deutlich gewachsen. Nach TEUR 19.998 im Jahr 2018 erwirtschaftete das Unternehmen 2019 einen Überschuss in Höhe von TEUR 30.650. Damit stieg der Jahresüberschuss um 53,3 Prozent.

Neben dem Umsatzwachstum sind für den Anstieg des Jahresüberschusses vor allem eine optimierte Auslastung der Lagerflächen und verbesserte Abläufe in der Logistik, ein ergebnisorientiertes Kostenmanagement sowie die Realisierung von Skaleneffekten (Economies of Scale) und die damit insgesamt verbesserte Kosteneffizienz ursächlich. Bedingt durch die gestiegenen Umsätze erhöhten sich auch die Aufwendungen. Die erweiterte Mitarbeiterbasis zur Abwicklung des gestiegenen Auftragsvolumens und damit verbundene Neueinstellungen waren wesentliche Treiber der Personalkosten auf TEUR 25.100 (2018: TEUR 15.318). Einen Personalaufbau gab es sowohl in operativen wie in administrativen Bereichen.

Die Materialaufwendungen stiegen umsatzbedingt auf TEUR 351.521 (2018: TEUR 231.968), die Wareneinsatzquote stieg leicht auf 57,2 Prozent (2018: 55,9 Prozent).,

B. Finanzlage

Einen Überblick über die Herkunft und die Verwendung der finanziellen Mittel des Unternehmens gibt die nachstehende Kapitalflussrechnung, in der die Zahlungsströme in die drei Bereiche Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit aufgeteilt sind.

2019 2018
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 22.724 34.380
Cashflow aus Investitionstätigkeit -2.269 -2.463
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -458 -9.056
Veränderung Finanzmittelfonds 19.997 22.861
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 28.729 5.868
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 48.726 28.729

Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 22.724 (2018: TEUR 34.380). Grund für den Rückgang des CF aus der operativen Geschäftstätigkeit ist insbesondere der Aufbau von Vorräten um plus TEUR 14.356 zur Sicherstellung schneller Verfügbarkeiten zur Kundenbelieferung. Die Investitionstätigkeiten bewegten sich mit 2.270 TEUR auf Vorjahresniveau (2018: 2.463 TEUR). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich aus der Tilgung einer Darlehensschlussrate sowie Zinsen für die Bereitstellung von Kontokorrentlinien.

Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode in einer Höhe von 48.727 TEUR (2018: TEUR 28.729) setzt sich aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen und rechnet damit, auch künftig ihre finanziellen Verpflichtungen jederzeit erfüllen zu können. Die fälligen Verbindlichkeiten wurden innerhalb der Zahlungsfristen bezahlt.

C. Vermögenslage

Die Bilanzsumme der AUTODOC GmbH belief sich zum Bilanzstichtag 31.12.2019 auf TEUR 110.865. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr (2018: TEUR 64.300) um 72,4 Prozent erhöht. Das Eigenkapital lag am 31.12.2019 mit TEUR 54.203 um TEUR 30.650 über dem Vorjahreswert von TEUR 23.553. Der Anstieg der immateriellen Vermögensgegenstände um TEUR 805 auf TEUR 970 (2018: TEUR 165) ist insbesondere durch Softwareinvestitionen bedingt. Das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 3.200 hat sich durch Investitionen gegenüber dem Vorjahr (2018: 2.858 TEUR) leicht erhöht. Bedingt durch das hohe Umsatzwachstum sowie zur Sicherung der Lieferfähigkeit hat sich das Vorratsvermögen zum Bilanzstichtag auf TEUR 30.465 deutlich erhöht (2018: TEUR 16.109).

Die Rückstellungen sind von (2018) TEUR 13.747 auf TEUR 23.140 gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen durch die zu erwartenden Steuerzahlungen für das Geschäftsjahr 2019 begründet. Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag TEUR 33.523 (2018: TEUR 27.000) und sind vor allem durch den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen in um TEUR 3.875 auf TEUR 21.236 (2018: TEUR 17.361) zurückzuführen.

D. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 48,9 Prozent (2018: 36,6 Prozent) und ist als sehr solide anzusehen. Auch die Umsatzrendite (Jahresüberschuss zu Umsatz) ist von 4,8 Prozent im Jahr 2018 auf 5,0 Prozent im Jahr 2019 gestiegen und spiegelt die gestiegene Ertragskraft der Gesellschaft wider.

E. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Neben den finanziellen Leistungsindikatoren nutzt AUTODOC nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung der Geschäfte.

Anzahl der aktiven Kunden

AUTODOC misst seinen Erfolg auch an der Entwicklung der Anzahl aktiver Kunden. Jeder Kunde mit mindestens einer Bestellung innerhalb des vergangenen Jahres (bezogen auf den Stichtag) wird als aktiv betrachtet. Im Jahr 2019 hat sich die Anzahl der aktiven Kunden im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Mio. von 3,0 Mio. auf nunmehr 4,2 Mio. erhöht. Diese Kennzahlen spiegeln den Erfolg von Maßnahmen der Kundenbindung bzw. -gewinnung wider. Letztere stellt die Entwicklung des Kundenstamms dar. Auch ermöglicht diese Kennzahl eine unmittelbare Beurteilung des Erfolgs von Maßnahmen zur Kundengewinnung und -bindung und damit von wichtigen Investitionen in das Produktangebot und in die Onlinemarketing-Aktivitäten.

Anzahl der Produkte

Die durchschnittliche Anzahl der im Sortiment angebotenen Artikel bleibt mit über 2,5 Mio. auf hohem Niveau. Diese Kennzahl ist ein wichtiger Indikator, um durch eine große Angebotspalette Kundenbedürfnisse zu befriedigen und das ertragreiche Umsatzwachstum sicherzustellen.

Anzahl der Lieferanten

Die Anzahl der Lieferanten stieg von 2018 zu 2019 von 89 auf 114. Durch diese Kennzahl wird eine Risikostreuung auf der Lieferantenseite sichergestellt und damit eine Versorgungssicherheit für die Kunden.

F. Gesamtaussage

Das Jahr 2019 ist für AUTODOC erneut sehr erfolgreich verlaufen. Umsatz und Jahresüberschuss sind um 48,2 Prozent bzw. 53,3 Prozent gewachsen. Die Gesellschaft konnte trotz des Aufbaus der Vorräte und der Investitionen in das Anlagevermögen die Eigenkapitalquote auf den sehr soliden Wert von 48,9 Prozent signifikant steigern (2018: 36,6 Prozent). Die Kundenbasis konnte durch zielorientierte Werbung weiter ausgebaut werden.

IV. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

A. Prognosebericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Prognose

Für das Jahr 2020 erwartete die Bundesregierung im Januar (also vor dem Ausbruch der globalen Corona-Pandemie) einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandprodukts (BIP) um 1,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote wurde mit 5,0 Prozent als stabil avisiert, die Zahl der Beschäftigten sollte auf dem Rekordhoch von 45,4 Millionen verbleiben. 13

Das wirtschaftliche Umfeld wurde aber schon zu diesem Zeitpunkt als "weiterhin von Unsicherheiten geprägt" bezeichnet. Die internationalen Handelskonflikte, der Brexit und geopolitische Risiken hatten sich bereits im Januar dämpfend auf den Welthandel und die globale Industrieproduktion ausgewirkt.

Die Corona-Krise hat die globale Wirtschaftslage seit März fundamental verschlechtert. In Europa haben Regierungen mit Konjunkturprogrammen in erheblichem Ausmaß auf die Pandemie reagiert. Dennoch sind Aussagen über die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung ohne belastbare Erkenntnisse über den Fortgang der Pandemie nur in sehr begrenztem Maße möglich.

Nach einer Information des statistischen Bundesamts (Wiesbaden) mit Datum vom 20. Juli 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 2. Quartal 2020 gegenüber dem 1. Quartal 2020 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 10,1 Prozent gesunken. Das war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970. Er fiel noch deutlich stärker aus als während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise (-4,7 Prozent im 1. Quartal 2009). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sind im 2. Quartal 2020 sowohl die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen massiv eingebrochen als auch die privaten Konsumausgaben und die Investitionen in Ausrüstungen. Der Staat erhöhte dagegen seine Konsumausgaben während der Krise. 14

2. Prognose AUTODOC

Der Wachstumstrend der Vorjahre konnte auch im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt werden. Die im Geschäftsbericht für das Jahr 2018 erläuterte Prognose von TEUR 590.000-640.000 für den Jahresumsatz 2019 wurde mit einem Umsatz von TEUR 614.731 erreicht.

Ungeachtet der durch die Corona-Pandemie geänderten Situation im ersten Halbjahr 2020 hält die Geschäftsführung von AUTODOC an einem positiven Ausblick auf die Jahresentwicklung 2020 fest. So wird gerade durch die Corona-Krise der Anteil des E-Commerce am gesamten Automotive Aftermarket wachsen. Zudem ist zu erwarten, dass aufgrund der Kaufzurückhaltung für Neuwagen der unabhängige Aftermarket in 2020 auch insgesamt eher wachsen dürfte. Der drastische Rückgang der Neuwagenproduktion und -verkäufe, die steigende Arbeitslosigkeit sowie sinkende Einkommen durch Kurzarbeit führen nach Ansicht der Geschäftsführung dazu, dass das Interesse an der Instandhaltung von Gebrauchtwagen wächst. In Kombination mit dem wachsenden Anteil des E-Commerce Marktes wird daher für 2020 ein weiterhin starkes zweistelliges Umsatzwachstum erwartet.

13 https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/wirtschaftsbericht-2020-1716486
14 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/07/PD20_287_811.html

Um diesem Wachstum Herr zu werden, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Werbung und Sponsoring werden genutzt, um die Marke AUTODOC weiterhin zu entwickeln und neue Kunden zu gewinnen. Logistik und Kundenservice werden ständig überprüft, optimiert und ausgebaut. Der Personalbestand wird weiter erhöht und qualifiziert. Die Versorgung unserer Kunden wird durch mehrere Auslieferungsstandorte gewährleistet. In den nächsten Jahren wird die Gesellschaft auch weiter in den Ausbau der Logistikkapazitäten sowie der Logistiktechnologie investieren.

Mit zunehmender Unternehmensgröße werden weitere Synergie- und Skaleneffekte realisiert. Es wird damit gerechnet, dass auch die operativen Margen des Unternehmens in den Folgejahren steigen werden. Neben der Steigerung der Warenverfügbarkeit und der Erweiterung des Produktportfolios mit vielen alternativen Marken versucht AUTODOC auch Ansätze für neue Waren- und Dienstleistungsangebote zu entwickeln.

Die Geschäftsführung rechnet für das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatzwachstum auf TEUR 850.000 sowie einer weiteren Ergebnissteigerung in Relation zur Umsatzentwicklung. Dies soll vor allem durch einen weiteren Anstieg der aktiven Kunden erzeugt werden. Auf der Beschaffungsseite wird durch die Erhöhung der Anzahl an Lieferanten einerseits die Lieferfähigkeit gewährleistet und andererseits die Nutzung von Kostenoptimierungspotentiale geplant. Die Anzahl der Produkte wird weitestgehend auf konstantem Niveau geplant.

B. Risikobericht

1. Grundsätze

AUTODOC ist als schnell wachsendes, international tätiges Unternehmen unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Um Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu nutzen bzw. Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, verfügt AUTODOC über angemessene Systeme für das Chancen- und Risikomanagement. Gegenwärtig erkennt die Geschäftsführung keine existenzgefährdenden Risiken für AUTODOC.

2. Risiken in der Einzelbetrachtung

2.1 Betriebshaftpflicht-Risiko

Das Risiko ist bei der Allianz Versicherungs-AG abgesichert. Die Versicherungssumme wird von der Geschäftsleitung als ausreichend betrachtet. Die Versicherungssummen werden in Relation zum Unternehmenswachstum kontinuierlich angepasst.

2.2 Rechtliche Risiken

Rechtsstreitigkeiten können sich negativ auf AUTODOC auswirken. AUTODOC verfügt über eine eigene Rechtsabteilung bestehend aus fachspezifischen Volljuristen. Zudem arbeitet AUTODOC mit renommierten Kanzleien im In- und Ausland zusammen, um bereits im Voraus hinsichtlich marken-, urheber-, vertrags- oder haftungsrechtlicher Fragen informiert und beraten zu sein. AUTODOC bildet zudem in diesem Zusammenhang Rückstellungen in angemessenem Umfang.

2.3 IT Risiken

Die Geschäftstätigkeit von AUTODOC hängt in hohem Maße vom Funktionieren und der Stabilität komplexer IT-Systeme ab. Die IT-Systeme für unsere Kunden sind bei AUTODOC daher in eine hochsicheren Cloudlösung untergebracht. Ein umfangreicher Notfallplan hilft den AUTODOC-Mitarbeitern, im Ernstfall schnell und strukturiert zu reagieren.

Die Rechenzentren sind gegen unbefugten Zugang gesichert und verfügen über die notwendigen Vorkehrungen für den Brandschutz. Der Zugriff auf Systeme über das Internet wird durch Firewalls und weitere technische Maßnahmen abgesichert. Dabei orientieren wir uns stets an aktuellen Sicherheitsstandards und Best Practice.

Da AUTODOC aus den IT-gestützten Geschäftsvorfällen sensible Informationen über Kunden, Partner und Lieferanten besitzt, sind wir bemüht, diese Daten bestmöglich zu schützen. Daher lagern unsere Datenbanken in deutschen Rechenzentren, die alle notwendigen Zertifizierungen besitzen. In den Onlineshops klären wir unsere Kunden ausführlich über den Datenschutz auf. Wir gehen stets gewissenhaft mit diesen schutzwürdigen Daten um und berücksichtigen alle gesetzlichen Vorgaben. Strikte Regeln und umfangreiche technische Maßnahmen gewährleisten, dass Kundendaten bestmöglich gesichert sind. In den Beziehungen zu unseren Lieferanten sind Beschaffungskonditionen vertrauliche Informationen. Dabei verlässt sich AUTODOC nicht auf bloße Verfahrensanweisungen, sondern sichert die Bestandsführungs- und Pricing-Systeme mit technischen Zugangskontrollen ab.

2.4 Personalrisiken

Aus dem Wachstum des Unternehmens ergibt sich ein anhaltender Bedarf an neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in verschiedenen Unternehmensbereichen. Es besteht grundsätzlich das Risiko, dass die Anwerbung neuen Personals insgesamt schwieriger wird und Personal für die weitere Expansion so nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung gestellt werden kann. Dies könnte die Entwicklung der Gesellschaft negativ beeinflussen.

Der Weggang von Schlüsselpersonen kann den Geschäftserfolg beeinträchtigen. AUTODOC ist in nicht unerheblichem Maße abhängig von hochqualifizierten und erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Bereichen des Unternehmens. Als Marktführer 15hat AUTODOC Know-how aufgebaut, das mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Wettbewerbern abwandern könnte.

Um diesen Risiken entgegenzuwirken, ist AUTODOC bestrebt, attraktive Beschäftigungsbedingungen zu bieten. Hierzu trägt die stetige Weiterentwicklung der Vergütungsstruktur bei. Die Fluktuation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei AUTODOC ist bisher gering. Angemessene Strukturen und Systeme sind verfügbar, um eine Erhöhung der Fluktuation frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

Durch ungeschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnte es in der Abwicklung von Kundenaufträgen oder Support-Anfragen von Kunden zu Fehlern oder Verzögerungen kommen. Solche Entwicklungen könnten zu Unzufriedenheit der Kunden führen, die sich wiederum negativ auf die Unternehmensumsätze auswirken könnten. Um dem vorzubeugen, führt AUTODOC ständig Schulungen und Weiterbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch und prüft beständig die Einhaltung der internen Richtlinien bezüglich Kundenservice.

2.5 Risiken aus Unternehmensbeteiligungen

Die Gesellschaft ist an der Ridex GmbH, AUTODOC Logistics Sp.Z.o.o., AUTODOC Ukraine LLC und der ATD Technologies S.R.L. beteiligt. Es besteht prinzipiell das Risiko eines Verlusts des bereitgestellten Kapitals. Die Geschäftsführung hat die Chancen und Risiken dieses Investments sorgfältig abgewogen und akzeptiert das unternehmerische Risiko in diesem Zusammenhang.

15 Untersuchung der Wolk After Sales Experts GmbH, 2020

2.6 Umweltrisiken

Umwelteinwirkungen können Gebäude und Lager beschädigen und ggf. den Wert eingelagerter Waren durch Beschädigung reduzieren oder die Waren nutzlos machen. Unternehmensgebäude und Warenlager sind in angemessenem Umfang gegen interne und externe Schäden versichert.

2.7 Währungskursrisiko

Als international tätiges Unternehmen macht AUTODOC auch Geschäfte in anderen Währungen als dem Euro. Hieraus ergeben sich Währungsrisiken. Hierzu arbeitet AUTODOC mit Bankpartnern zusammen, die über langjährige Erfahrung im Import/Export-Geschäft verfügen. Die Konzentration der Umsätze in Ländern der Euro-Zone begrenzt die potenziellen Auswirkungen von Währungsrisiken auf die Gesellschaft insgesamt. Das verbleibende Währungsrisiko wird von der Geschäftsführung als akzeptabel erachtet.

2.8 Wirtschaftspolitische Risiken

AUTODOC ist ein international tätiges Unternehmen und als solches in seiner Geschäftstätigkeit Risiken aus internationalen Beziehungen ausgesetzt. Diese Risiken sind durch die Konzentration der Geschäftstätigkeit auf den europäischen Raum prinzipiell eingeschränkt. Die Geschäftsführung von AUTODOC beobachtet wirtschaftspolitische Entwicklungen dennoch fortlaufend und stellt so sicher, dass auf absehbare Veränderungen des wirtschaftspolitischen Umfeldes angemessen reagiert werden kann.

Die Corona-Pandemie als eines der folgenreichsten Ereignisse der globalen Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte hat die wirtschaftspolitischen Entwicklungen in der EU fundamental verändert. Eine abschließende Beurteilung aller direkten und indirekten Folgen der Pandemie auf die Risikobeurteilung für AUTODOC ist derzeit nicht seriös abzugeben, schon weil die Pandemie noch längst nicht beendet ist.

Die kurzfristige Entwicklung zeigt jedoch vor allem positive Effekte, da das E-Commerce während des europäischen Lockdowns den Retail-Anteil kompensiert hat. Zudem lassen wirtschaftliche Zwänge bei den Endverbrauchern die Nachfrage nach kostengünstigen Ersatzteilen steigen.

Insgesamt werden die wirtschaftspolitischen Risiken in Bezug auf die Geschäftsentwicklung der Autodoc für 2020 als mittelhoch eingestuft da regionale und nationale Lockdowns jederzeit Lieferketten der Gesellschaft und damit die Warenverfügbarkeit sowie die Umsatz- und Ergebnisentwicklung beeinträchtigen könnten.

2.9 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die Absatzpreise von AUTODOC sind Marktpreise. Das Preisänderungsrisiko aus dem Markt heraus ist als gering einzuschätzen. Durch den hohen Lagerumschlag ist die Kapitalbindung im Vorratsvermögen nicht außergewöhnlich hoch. Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen fällt durch die vorherrschende Zahlungsweise "Vorauskasse" relativ gering aus. Die Währungsrisiken halten sich in Grenzen, da die Gesellschaft sowohl auf der Beschaffungsseite wie auch auf der Absatzseite in Fremdwährungen arbeitet. Hohe Schwankungen in den Verbindlichkeiten und Forderungen entstehen aus den Abrechnungen der Umsatz- und Vorsteuer, bedingt zum Teil durch die länderspezifischen Besonderheiten. Im Bereich der kurzfristigen Finanzierung arbeitet AUTODOC mit mehreren Banken zusammen. Um das zukünftige Wachstum und die damit verbundenen Investitionen finanzieren zu können, wird mit den Hausbanken eine langfristige Finanzierungsstrategie erarbeitet.

3. Gesamtaussage zur Risikosituation

Mögliche Risikopotenziale wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die Geschäftsführung frühzeitig erkannt, sodass schnell gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen werden konnten. Systeme und Prozesse im Bereich des Risikomanagements haben sich bewährt; sie werden kontinuierlich weiterentwickelt. Gegenwärtig sieht das Unternehmen keine Risiken, die den Bestand des Unternehmens gefährden.

C. Chancenbericht

1. Chancen in der Einzelbetrachtung

1.1 Chancen aus der Digitalisierung

Die fortschreitende Digitalisierung als globaler Megatrend hat sich mit den besonderen Umständen in der ersten Jahreshälfte 2020 noch deutlich verstärkt. E-Commerce hat erneut einen höheren Anteil an Einzelhandelsmärkten erobert. 16 Hinzu kommt mittelfristig die zunehmende demografische und wirtschaftliche Bedeutung eher online-affiner Jahrgänge. Mittel- und langfristig kann daher auch im Automotive Aftermarket mit einem steigenden Anteil des Onlinehandels am Gesamtmarkt gerechnet werden. AUTODOC ist als nativer Onlinehändler besonders gut aufgestellt, um diese Chancen zu nutzen.

1.2 Chancen zur geografischen Expansion

AUTODOC ist bereits heute in 27 (2019: 26) europäischen Märkten aktiv und verfügt aus der Vergangenheit über technisches und unternehmerisches Know-how, um in weitere Märkte zu expandieren, sollte sich eine entsprechende Gelegenheit bieten. AUTODOC verfolgt geografische Expansionen prinzipiell opportunistisch, beobachtet mögliche Zielmärkte jedoch kontinuierlich.

1.3 Chancen durch Erweiterung des Produktsortiments

AUTODOC bietet seinen Kunden bereits heute ein breites Sortiment an Teilen und Zubehör für eine Vielzahl an Marken, Modellen und Konfigurationen an. Gleichwohl bleiben Möglichkeiten für eine Erweiterung des Angebots auf Basis der unternehmensinternen Daten zu Nachfrage und Preisniveaus im Markt. Eine Erweiterung des Angebots birgt prinzipiell das Potenzial, weitere Kunden zu erreichen bzw. bestehende Kunden durch ein umfassenderes Angebot zu binden. Dies schließt auch weitere Produktkategorien oder Märkte ein. Zudem wurde das Portfolio durch das Angebot mit Motorradteilen erweitert.

16 "Ecommerce in Europe is expected to be worth 717 billion euros at the end of 2020. That would mean an increase of 12.7 percent compared to the situation last year. This growth is somewhat lower than the 14.2 percent increase of the European ecommerce in 2019." Ecommerce News europe, 9. Juli 2020. https://ecommercenews.eu/ecommerce-in-europe-e717-billion-in-2020/

1.4 Chancen durch Skaleneffekte

Bedingt durch das bisherige und das prognostizierte Unternehmenswachstum erwartet die Gesellschaft, dass sich auch in Zukunft zusätzliche Skaleneffekte bieten werden. Skaleneffekte erlauben es, die Umsatzrendite zu steigern bzw. durch günstigere Angebote zusätzliche Bestellungen zu generieren. Dies könnte sich positiv auf Umsatz bzw. Ertrag der Gesellschaft auswirken.

 

Berlin, 28. Oktober 2020

Alexej Erdle, Geschäftsführer

Vitalij Kungel, Geschäftsführer

Max Wegner, Geschäftsführer

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Unserer Tätigkeit liegt unser Auftragsbestätigungsschreiben zur Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung einschließlich der "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2017 zugrunde.

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