Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 39941
Eingetragen
6.2.1914
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
die Herstellung von chemischen und metallurgischen Produkten aller Art, insbesondere von Aluminiumhydroxiden und Aluminiumoxiden, sowie der Handel mit diesen und anderen Waren. Die Gesellschaft kann alle mit dem Gegenstand ihres Unternehmens in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang stehenden Geschäfte betreiben. Sie kann sich im Inund Ausland an anderen Unternehmen mit gleichem oder ähnlichem Geschäftsgegenstand beteiligen, solche Unternehmen erwerben oder gründen sowie Zweigniederlassungen errichten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Nicole Müller
seit 2.4.2026
Prokura
Douglas Arthur Smith
seit 29.10.2024
Geschäftsführer
Marco Varwig
seit 4.10.2023
Prokura
Birgit Titze
seit 25.1.2022
Prokura
Martin Schulting
seit 29.2.2016
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert28.18% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
JMH Lux Holdings S.AR.LLUX
28.18%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Martinswerk GmbH

Bergheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Martinswerk GmbH, Bergheim/Erft

Handelsregister B des Amtsgerichts Köln (HRB 39941)

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell des Unternehmens

Martinswerk zählt heute zu den weltweit bedeutendsten Anbietern von chemischen Spezialprodukten auf der Basis von Aluminiumhydroxid und Aluminiumoxid. Über 100 Produkte - auch auf Basis von Magnesiumhydroxid und Spezialpigmenten - bieten maßgeschneiderte Lösungen für ein breites Spektrum industrieller Anwendungen in der kunststoff- und kautschukverarbeitenden Industrie, Papier- und Lackindustrie sowie Feuerfest- und Poliermittelindustrie.

1.2 Ziele und Strategien

Am 1. Februar 2016 wurde die Martinswerk GmbH von der J.M. Huber Corporation übernommen. Mit über 4000 Mitarbeitern und Aktivitäten in mehr als 20 Ländern, gehört J.M. Huber - seit 1883 im Familienbesitz - zu den größten privat geführten Unternehmen in den USA. Huber operiert als Portfolio-Management-Unternehmen, welches mit einer effektiven Organisationsstruktur in diversen Geschäftseinheiten tätig ist. Alle einzelnen Geschäftseinheiten, CP Kelco, Huber Engineered Materials und Huber Engineered Woods, halten führende Positionen in rapide wachsenden Märkten wie Spezialchemikalien und Industriemineralien, Hydrokolloide und technischen Holzsystemen.

Martinswerk ist Teil der Geschäftssparte Fire Retardant Additives (FRA), welche wiederum der Geschäftseinheit der Huber Engineered Materials angehört. Das Werk Bergheim wurde damit zur fünften Produktionsstätte der Huber Engineered Materials ("HEM") für Flammschutz und Rauchminderer. Huber übernahm das Martinswerk im Zuge seines langjährigen Engagements im Bereich Flammschutz und Rauchminderer. Im Laufe von über 30 Jahren hat Huber konsequent in das Wachstum dieses, sich schnell entwickelnden Marktes investiert.

Die MARTINAL Aluminiumhydroxid-Spezialitäten sowie das MAGNIFIN Magnesiumhydroxid, das in der Breitenau in Österreich produziert wird, bauen auf das vorhandene Produktportfolio der FRA auf, wogegen PERGOPAK, COMPALOX, kalziniertes Aluminiumoxid sowie Aluminiumhydroxid das Angebot von HEM ergänzen.

In geografischer Sicht vergrößert Martinswerk die globale Reichweite von "HEM". Der Großteil des Absatzes von Martinswerk findet in Europa statt, wogegen sich das FRA-Geschäft von HEM - vor dem Zukauf - hauptsächlich auf den Vertrieb in den USA konzentrierte.

Das Ziel unseres Unternehmens ist die Zufriedenheit unserer Kunden, die zu langfristiger Geschäftsbeziehung mit Wachstum und Chancen für beide Seiten führt. Wir sind der Überzeugung, dass Qualität durch konsequente Durchführung von Prozessen erzielt wird, die auf Vorbeugung mit angemessener Berücksichtigung von Risiken und Chancen ausgerichtet sind, sowie durch eine Führung, für die messbare kontinuierliche Verbesserung im Mittelpunkt steht.

Die Huber-Leitprinzipien

Nachhaltigkeit hinsichtlich Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (EHS&S)

Respekt für Menschen

Ethisches Verhalten

Spitzenleistung

sind für Martinswerk der Maßstab für alle Aktivitäten, um die hohen ethischen Ansprüche zu erfüllen, die wir für uns und unser Unternehmen gesetzt haben.

1.3 Steuerungssystem / finanzielle Leistungsindikatoren

Das Martinswerk ist in das Reporting- und Controllingsystem der Huber-Gruppe eingebunden. Das Reporting umfasst die regelmäßige Erstellung von Budgets und regelmäßige Berichterstattung an die oberste Muttergesellschaft in den USA.

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren, durch die die Martinswerk GmbH innerhalb des Huber Konzerns gesteuert wird, sind die Umsatzerlöse und das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern). Darüber hinaus werden zur Steuerung keine nicht-finanziellen Leistungsindikatoren herangezogen.

1.4 Forschung und Entwicklung

Die Forschungsabteilung des Martinswerks leistet einen Beitrag zu den folgenden Bereichen:

1) Produkt- und Anwendungsentwicklung,

2) globaler technischer Kundendienst und

3) Produktionsunterstützung.

Die F&E-Aktivitäten umfassen i.W. unser komplettes Produktportfolio und betrugen im Jahr 2023 rund € 2,5 Mio (2022: € 2,2 Mio).

Die Forschungsabteilung des Martinswerkes unterstützt die technische Produkt- und Anwendungsentwicklung in enger Zusammenarbeit mit unserem weltweiten Kundenstamm. Die Bedürfnisse der Kunden betreffen die Entwicklung neuer Produkte oder Anwendungen, die Anpassungen an neue technische Anforderungen oder rechtliche Vorgaben sowie die Behebung von Produktions- oder Prozessschwierigkeiten in den Anlagen unserer Abnehmer.

Unsere Aluminiumoxid-Typen finden breitgefächerte Anwendung in technischen Keramiken, Poliermitteln, in der Feuerfest- und chemischen Industrie und im Umweltschutz. Die Forschungsabteilung unterstützt auch hier die Produktion.

Die Anwendung von Pergopak erfolgt im Wesentlichen im Bereich Farben und Lacke.

1.5 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Frauenquote)

Der Frauenanteil auf der Geschäftsführerebene beträgt 0,0%, da die Geschäftsführung mit 2 Personen besetzt ist und keine Änderung in den nächsten Jahren bei der personellen Besetzung beabsichtigt ist.

Der Frauenanteil beträgt aktuell auf der ersten Führungsebene 3 von 14, auf der zweiten Führungsebene 7 von 20 und damit derzeit rechnerisch 21,4 % auf der ersten und 35 % auf der zweiten Führungsebene.

Als Zielgröße für die erste und zweite Führungsebene wird ein Frauenanteil von 30,0 % festgelegt.

Als Frist zur Erreichung dieser Zielgrößen wird ein Zeitraum bis zum 31. Dezember 2028 festgelegt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 %. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken", sagte Ruth Brand bei der Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2023 für Deutschland" in Berlin. ". Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort", so Brand weiter. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher.

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Ein schwieriges Jahr geht für die chemisch-pharmazeutische Industrie zu Ende. Die Hoffnungen auf eine Belebung der Konjunktur haben sich nicht erfüllt. "Wir befinden uns mitten in einem tiefen, langen Tal. Und noch ist unklar, wie lange wir es durchschreiten müssen", kommentiert der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie, Markus Steilemann, die Lage. Ein schneller Aufschwung sei nicht in Sicht. (Quelle in diesem Abschnitt: VCI Pressemitteilung vom 15.12.2023, Jahresbilanz 2023)

Deutschland steckt in einer Krise, die nicht nur die Chemieindustrie betrifft. Die gesamte deutsche Wirtschaft leidet unter der schwachen Konjunktur und strukturellen Problemen.

Für die Branche war 2023 ein schlechtes Jahr. Insgesamt ging die Chemie- und Pharmaproduktion um 8 Prozent zurück. Rechnet man das Pharmageschäft heraus, liegt der Rückgang bei 11 Prozent. Den Unternehmen fehlten zunehmend die Aufträge. Die Kapazitäten der Branche waren mit durchschnittlich rund 77 Prozent nicht ausgelastet. Damit liegt die Produktion seit neun Quartalen unterhalb der wirtschaftlich notwendigen Grundauslastung von 82 Prozent.

Das schwierige Marktumfeld zwang auch das Martinswerk dazu sich neu aufzustellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Standort langfristig zu sichern. Um Fixkosten an die Anfrage anzupassen, mussten organisatorische Änderungen im Produktionsbereich vorgenommen werden. Der Fokus liegt für 2024 auf unseren Kunden, auf neuen Märkten und Anwendungen und auf effizienten Produktionsprozessen.

Die neue marktorientierte Organisation ist auf folgende Schlüsselmärkte ausgerichtet:

Kabel, Polymere, Keramik und Aufreinigung und Oberflächen und Klebstoffe.

Die Hersteller anorganischer Grundstoffe sowie von Seifen, Reinigungsmitteln und Kosmetika drosselten ihre Produktion um 10 Prozent. In der Fein- und Spezialchemie lag der Produktionsrückgang bei 4 Prozent. Auch die Pharmasparte hatte nach dem Impfstoffboom mit schlechten Standortbedingungen zu kämpfen und büßte 3 Prozent ein.

Mit rund 230 Milliarden Euro lag der Branchenumsatz 12 Prozent niedriger als im Vorjahr. Besonders kräftig fiel der Rückgang im Inlandsgeschäft aus. Die Verkäufe sanken um 16 Prozent auf 86 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz lag mit 144 Milliarden Euro 10 Prozent niedriger als im Vorjahr. Zum Umsatzrückgang haben auch rückläufige Chemikalienpreise beigetragen. Die Erzeugerpreise für chemisch-pharmazeutische Produkte waren 2023 durchschnittlich rund 1 Prozent günstiger als im Vorjahr.

Umsatzrückgang, sinkende Verkaufspreise und hohe Produktionskosten setzen die Gewinne der Unternehmen erheblich unter Druck. Laut aktueller VCI-Mitgliederumfrage beklagen knapp 40 Prozent deutliche Gewinneinbrüche. Rund 15 Prozent der Unternehmen schreiben bereits rote Zahlen.

Ein wesentlicher Baustein im Bezug auf umweltfreundlichere Produktionsprozesse ist das neue Gaskraftwerk, welches deutlich weniger Emissionen ausstoßen wird als die Produktion mit Kohle.

In diesem Bereich legt das Martinswerk großen Fokus auf Projekte und Initiativen, welche den wirtschaftlichen Erfolg ankurbeln sollen. Dazu gehören: Standardisierung von Betriebsausstattung, Neuausrichtung von Bauprojekten und die Optimierung von Produktionsprozessen und der Lagerhaltung.

2.3 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Der Umsatzrückgang für 2023 beträgt € 43 Mio. Im Vergleich zu 2022 von € 315 Mio. auf € 272 Mio. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt rund € 17 Mio im Geschäftsjahr 2023 und war positiv auf Grund der Dividendeneinahmen von € 24 Mio.

Auf Basis der ursprünglichen Planungen und Erwartungen für 2023, wurde der Umsatz als auch das EBIT knapp erreicht.

Die Geschäftsführung ist mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr nicht zufrieden.

2.4 Ertragslage

Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um € 43,5 Mio. auf € 272,4 Mio. gesunken.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist von € 76,4 Mio. auf € 44,3 Mio. gesunken. Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen haben sich im Vergleich zu den Umsatzerlösen überproportional erhöht, sodass sich eine negative Margenentwicklung ergeben hat.

Der Materialaufwand sank um € 12,5 Mio. auf € 157,3 Mio. in 2023, so dass die Materialaufwandsquote auf 61,3 % (i.Vj. 62,2 %) gesunken ist. Der Personalaufwand stieg auf Grund einer angekündigten Restrukturierung am Ende des Geschäftsjahres um € 9,0 Mio auf € 61,0 Mio. im Vergleich zu in 2022 (€ 51,9 Mio).

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sanken um € 2 Mio. von € 48,7 Mio. im Vorjahr auf € 46,7 Mio. Der Vertrieb und die Verwaltung wurden seit Mitte 2016 wieder vollständig am Standort Bergheim aufgebaut. Dem angestrebten Umsatzwachstum und Investitionsvolumen treu bleibend wurde weiterhin in diesen Bereichen investiert.

Auf das sonstige betriebliche Ergebnis wirkten sich hauptsächlich Fremdwährungsgewinne und -verluste aus. Dank einer Ausschüttung ergab sich ein Ertrag aus Beteiligungen von € 24,0 Mio im Geschäftsjahr.

Das Jahresergebnis vor Ergebnisabführung sank in 2023 von € 22,7 Mio. auf € 10,3 Mio.

2.5 Finanzlage

Die finanziellen Mittel werden bei Bedarf überwiegend durch die global zu diesem Zweck zuständige JMH Finance Corporation Limited, Dublin/Irland über das Cash-Pooling bereitgestellt. Zum 31. Dezember 2023 beträgt die Cash Pool Verbindlichkeit mit J.M. Huber Finance Corporation Limited rund € 59,5 Mio (i.Vj. € 48,0 Mio.).

Zum 31. Dezember 2023 beträgt der aktuelle Gesamt-Kreditrahmen für den Cash Pool € 100 Mio. Die Vereinbarung ist bis 31. Dezember 2026 fixiert und verlängert sich dann automatisch um ein Jahr, wenn keine Partei reagiert.

2.6 Vermögenslage

In Relation zur Bilanzsumme erhöhte sich das Anlagevermögen durch weitere Investitionen auf 78 % (VJ 76 %) - darin Sachanlagevermögen 39 % (VJ 35 %).

Das Umlaufvermögen sank auf 22 % (VJ 24 %) - darin Vorräte mit 15 % (VJ 17 %) und Forderungen mit 4 % gegenüber 5 % im Vorjahr. Der Anteil der Vorräte betrug in 2023 68 % (VJ: 73 %) vom Umlaufvermögen.

Auf der Passivseite steht der Minderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um € 0,6 Mio. eine Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter/verbundenen Unternehmen um € 10,9 Mio. gegenüber. Die Verbindlichkeiten gegenüber den verbundenen Unternehmen betreffen überwiegend Finanzverbindlichkeiten.

2.7 Kapitalstruktur

Die Eigenkapitalquote ist mit 41 % (VJ:43 %) durch die erhöhte Bilanzsumme leicht gesunken.

Der auf Grund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführte Gewinn wird an die Gesellschafterin abgeführt und als Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter ausgewiesen.

2.8 Investitionen

In den ersten fünf Jahren der Zugehörigkeit zur J.M Huber Corporation wurden schon einige Investitionsprojekte zum Ausbau der Kapazitäten sowie zur Verbesserung der Infrastruktur umgesetzt.

Für die folgenden Jahre gibt es einen mittelfristigen Investitionsplan, der weitere Kapazitätserweiterungen, Infrastrukturprojekte, Prozessoptimierungen und Ersatzinvestitionen vorsieht.

Im Jahr 2023 lag das Investitionsvolumen in das Sachanlagevermögen bei rund € 27,9 Mio.

Die Finanzierung der Investitionen geschieht durch die konzerninterne Finanzierungsgesellschaft sowie aus dem laufenden positiven Cashflow.

In 2021 wurde die Investition in ein neues Kraftwerk mit Inbetriebnahme in 2024 beschlossen. Das Investitionsvolumen beträgt rund € 45 Mio.

3. Personal

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter inklusive Auszubildender sank auf 554 in 2023 (VJ: 560).

4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

4.1 Prognosebericht

Wir schätzen die wirtschaftliche Lage immer noch als grundsätzlich stabil ein, trotz den negativen Auswirkungen durch den im Februar 2023 begonnen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Die Rahmenbedingungen schaffen für das Martinswerk, durch eine marktgerechte Lieferkette und die eigene Produktpalette, weiterhin eine anhaltende Nachfrage. Durch Selbstversorgung mit Strom sind wir in Teilen unabhängig von externen Bezugsquellen. Allerdings hat die Europäische Gaspreisentwicklung einen signifikanten Einfluss auf die Produktion, den Vertrieb und die Nachhaltigkeit. Durch den Weiterbetrieb unseres Braunkohlekraftwerks in 2024 sind wir in der Lage unsere Produktivität zu erhöhen, da die Braunkohle-Versorgung weitgehend gesichert ist. Aufbauend auf die bewährte Qualität unserer Produkte sind wir zuversichtlich, unser Absatzvolumen langfristig steigern zu können. Durch Energiezuschläge konnten Gaspreiserhöhungen kompensiert werden. Verschiedene Kapazitätserweiterungsprogramme unterstützen diese Ausrichtung.

Wir messen dem nachhaltigen Unfallschutz einen hohen Stellenwert bei.

Der Personalbestand stieg in 2023, infolge höherer Leistungserstellung leicht an. Zukünftig wird geplant, dass Anstiege infolge höherer Leistungserstellung möglichst durch Prozessoptimierung und Automatisierung kompensiert werden.

Das Geschäftsjahr 2023 weist in der Umsatzverteilung für die Martinswerk GmbH nur leichte Verschiebungen bei den Märkten auf; so werden sowohl für die inländischen Absätze als auch für Gesamteuropa, Asien und Nordamerika die Umsätze 2024 im Vergleich zu 2023 wieder deutlich anziehen.

4.2 Chancenbericht

Das harte Konkurrenzumfeld zwingt das Martinswerk, nach innovativen Produkten, Dienstleistungen, Prozessen und Anwendungen zu suchen, die qualitativ besser, umweltschonender, sicherer, kostengünstiger und/oder effizienter sind.

Die Martinswerk GmbH investierte und investiert weiterhin in hochqualifiziertes F&E-Personal, um oben genannte Ziele erreichen zu können. Mit Hilfe unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten haben wir die Chance, unsere Wettbewerbsposition dauerhaft abzusichern.

Martinswerk und die J.M. Huber Corporation sind entschlossen, den Standort Bergheim weiter auszubauen und zu modernisieren. Zu diesem Zweck wurde eine mehrjährige Investitionsplanung beschlossen und in den nächsten Jahren umgesetzt. Hiermit haben wir die Chance, unsere Produkte nachhaltig wettbewerbsfähig produzieren zu können.

Wir sind zuversichtlich, dass die Nachfrage nach halogenfreien Produkten weltweit weiter steigen wird. Die Produktgruppe MAGNIFIN und PERGOPAK behauptet sich weiterhin sehr gut im Markt.

4.3 Risikobericht

Die Risiken sind geordnet nach ihrer Betroffenheit für die Gesellschaft.

Die formulierten Unternehmensziele unterliegen unabdingbar Schwankungen außerhalb unseres Einflussbereiches. Wenn gesamtwirtschaftliche oder Branchenfaktoren nicht in positive Tendenz umgesetzt werden, kann dies immer eine Beeinträchtigung im Geschäftsverlauf verursachen. Für das Jahr 2023 konnten keine Umsatzsteigerungen erzielt werden. Es bestanden Risiken durch deutliche Kostensteigerungen in den Bereichen Energie, Verpackungsmaterial und Transport.

Die Entwicklung der Rohstoff- und Energiekosten ist ein wesentliches Risiko für die Gesellschaft. Durch weltweite Preissteigerungen könnten neue Rekordhöhen erreicht werden. Das Jahr 2023 war dabei für das Martinswerk und die gesamte europäische Chemieindustrie ein herausforderndes Jahr. Die schwache Nachfrage, insbesondere im 3. und 4. Quartal, führte zu geringen Absatzmengen, die unter dem operativen Plan lagen. Unsere Energiekosten (Braunkohle) sind im Jahr 2023 erheblich gestiegen (>250%) und hatten einen großen Einfluss auf unsere variablen Kosten. Wir waren nicht in der Lage, die sehr hohen Energiekosten vollständig an unsere Kunden weiterzugeben, was zu niedrigeren Margen führte. In Kombination mit dem geringeren Absatzvolumen und der geringeren Fixkostenabsorption wirkte sich dies auf unsere finanzielle Leistung aus. Wir gehen davon aus, dass sich die Situation im Jahr 2024 aufgrund der niedrigeren ATH-Rohstoffkosten verbessern wird. Unsere Energiekosten für Braunkohle werden 2024 unverändert bleiben, bis wir das neue Gaskraftwerk Ende Q4/2024 in Betrieb nehmen können.

Die Erfüllung der Umwelt- und Sicherheitsgesetze stellt weiterhin ein potenzielles Risiko dar. Die Arbeiten auf dem Tummelfeld, einer Rotschlamm-Deponie, lagen in 2023 innerhalb des neuen Zeit- und Kostenplanes. Die Schließung des Tummelfeldes ist nicht zeitlich festgelegt, sondern hängt vom - durch die Behörden begleiteten und genehmigungskonformen - Fortschreiten der Verfüllung und Rekultivierung ab sowie von der Verfügbarkeit der dafür notwendigen Rekultivierungsmaterialien (z.B. Forstkies). Daraus ableitend kann eine Prognose zu einem Schließungstermin gegeben werden.

Währungseinbrüche, Rohstoffpreise, Protektionismus, Inflation und andere Indikatoren könnten zu neuen, ernst zu nehmenden Risiken in der Zukunft werden.

5. Gesamtbeurteilung

Das globale Wachstum in der Chemieindustrie war im Jahr 2023 insgesamt sehr schwach (2023: +1,7 %, 2022: +2,1 %), aber regional stark unterschiedlich. Während die Chemieindustrie in China auf der Basis amtlicher Zahlen dynamisch um rund 7,5 % zunahm, ging sie im Rest der Welt insgesamt um 3,9 % zurück. Besonders stark waren die Produktionseinbußen in der EU. Hier war nach einem Rückgang um 5,2 % im Jahr 2022 ein weiteres Sinken der Produktion um 7,6 % im Jahr 2023 zu verzeichnen. In Deutschland fiel die Produktion noch stärker um 9,7 % (nach - 12,1 % im Jahr 2022). Im Martinswerk wird dieser Rückgang in den Umsatzerlösen zum Vorjahr (Rückgang um 43 Mio Euro) sichtbar. (Quelle in diesem Abschnitt: BASF Bericht 2023 vom 23.2.2024: Entwicklung der chemischen Industrie)

Angesichts der insgesamt schwachen Nachfrage nach Industriegütern, der entsprechend geringen Nachfrage nach Vorleistungen aus der Chemieindustrie und eines anhaltenden Importdrucks aus China blieb die Produktion in der EU und in Deutschland weitgehend auf dem niedrigen Niveau, das bereits im vierten Quartal 2022 erreicht wurde. Der energiekostenbedingte Produktionsrückgang in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 konnte in diesem schwachen Umfeld nicht wieder aufgeholt werden. Zudem blieben die nordwesteuropäischen Gaspreise im internationalen Vergleich hoch, obwohl sie im Jahr 2023 wieder unter das Niveau vor Beginn des Kriegs in der Ukraine gesunken waren. Im Vereinigten Königreich ging die Chemieproduktion um 8,4 % zurück (2022: -4,5 %).

Trotz im internationalen Vergleich niedriger Energiepreise bewegte sich die Chemieproduktion auch in den USA im Jahresverlauf im Wesentlichen seitwärts und schloss das Jahr mit einem Produktionsminus von 1,0 % ab (2022: +2,2 %). Ein wichtiger Grund für die schwache Entwicklung war die geringe Inlandsnachfrage nach Gütern zur Ausstattung der privaten Haushalte und aus der Bauindustrie.

In Asien nahm die Chemieproduktion dagegen um 4,6 % zu. Die Unterschiede in der Region waren groß. In China, dem weltgrößten Chemiemarkt, wuchs die Produktion insgesamt um 7,5 % (2022: +6,6 %). In Indien stagnierte die Produktion weitgehend. In Japan (-6,6 %), Südkorea (-10,0 %) und Taiwan (-10,5 %) waren dagegen starke Produktionsrückgänge zu verzeichnen.

Auch im Nahen Osten ging die Chemieproduktion um 1,5 % zurück. Nahezu alle Länder der Region verzeichneten negative Wachstumsraten. In der Türkei war der Rückgang mit 7,7 % am stärksten.

Ausblick 2024:

Für das Jahr 2024 erwarten wir eine Erholung der Nachfrage in Europa und Asien nach einer beispiellosen Nachfrageschwäche im Jahr 2023. In Q3/2024 hat sich die Nachfrage nach Martinswerk positiv entwickelt, wobei die Regionen Europa, Indien und China die Haupttreiber waren. Insbesondere die Nachfrage in der Draht- und Kabelindustrie war angemessen stark. Die Nachfrage in der Bau-, Automobil-, Keramik- und Feuerfestindustrie bleibt schwach.

Die Gaskosten sind im Jahr 2024 gesunken, was sich positiv auf unsere Ergebnisse auswirkt.

Wir gehen davon aus, dass wir das Restrukturierungsprogramm im November 2024 abschließen werden, was sich deutlich positiv auf unsere Fixkosten im Jahr 2025 auswirken wird.

Im 4. Quartal 2024 wollen wir das neue Gaskraftwerk in Betrieb nehmen, was zu einer erheblichen Verringerung unseres CO 2 -Fußabdrucks führen wird (etwa 40 %).

Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet die Geschäftsführung Umsatzerlöse von rund € 280 Millionen nach € 272 Million im Vergleich zu 2023. Ebenso wird ein leicht verbessertes EBIT zu 2023 erwartet. Auf Grund von Dividendeneinnahmen wird es weiterhin positiv bleiben in 2024. Für das Geschäftsjahr 2025 werden leicht steigende Umsatzerlöse und ein leicht steigendes EBIT erwartet.

 

Bergheim, 13. Februar 2025

Martinswerk GmbH

Geschäftsführung

Douglas Smith

Martin Schulting

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 243.980.514,28 228.344.029,86
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 5.253.506,40 6.393.956,46
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.253.506,40 6.393.956,46
a. Gewerbliche Schutzrechte 5.037.397,97 6.129.473,22
b. EDV-Software 216.108,43 264.483,24
II. Sachanlagen 122.599.485,59 105.822.551,11
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 15.477.138,33 16.563.294,22
2. technische Anlagen und Maschinen 59.553.455,29 51.981.398,24
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.711.704,25 1.594.079,81
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 45.857.187,72 35.683.778,84
III. Finanzanlagen 116.127.522,29 116.127.522,29
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 110.977.623,85 110.977.623,85
2. Beteiligungen 5.149.898,44 5.149.898,44
B. Umlaufvermögen 68.590.727,77 71.433.638,40
I. Vorräte 46.533.031,67 51.884.511,39
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 18.650.676,20 18.757.122,50
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 7.149.697,69 6.648.636,18
3. fertige Erzeugnisse und Waren 20.732.657,78 26.478.752,71
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 18.131.606,01 18.263.183,59
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 12.584.237,80 13.744.519,90
2. sonstige Vermögensgegenstände 5.547.368,21 4.518.663,69
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 3.926.090,09 1.285.943,42
C. Rechnungsabgrenzungsposten 566.883,43 753.639,84
Summe Aktiva 313.138.125,48 300.531.308,10

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 128.796.182,22 128.796.182,22
I. Gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto / Kapitalanteile 28.121.053,47 28.121.053,47
1. Gezeichnetes Kapital 28.121.053,47 28.121.053,47
II. Kapitalrücklage 100.000.000,00 100.000.000,00
III. Gewinnrücklagen/Ergebnisrücklagen 664.754,28 664.754,28
IV. Gewinnvortrag 10.374,47 10.374,47
B. Rückstellungen 55.531.860,33 49.531.261,64
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 27.231.302,00 26.944.251,00
2. sonstige Rückstellungen 28.300.558,33 22.587.010,64
C. Verbindlichkeiten 128.810.082,93 122.203.864,24
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20.097.808,81 20.683.005,05
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 33.047.373,93 30.801.204,41
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 71.718.011,90 63.065.794,21
4. sonstige Verbindlichkeiten 3.946.888,29 7.653.860,57
Summe Passiva 313.138.125,48 300.531.308,10

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Betriebsergebnis -7.027.358,69 27.150.937,98
a) Umsatzerlöse 272.404.447,63 315.901.045,01
b) Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 228.032.271,86 239.492.409,98
c) Bruttoergebnis vom Umsatz 44.372.175,77 76.408.635,03
d) Vertriebskosten 25.420.075,31 34.499.830,70
e) allgemeine Verwaltungskosten 21.250.349,68 14.229.371,19
f) sonstige betriebliche Erträge 391.311,92 2.163.554,96
davon Erträge aus Währungsumrechnung 387.128,75 1.788.186,62
g) sonstige betriebliche Aufwendungen 5.120.421,39 2.692.050,12
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 1.380.906,13 1.761.935,92
2. Finanz- und Beteiligungsergebnis 17.657.650,52 -4.220.838,54
a) Erträge aus Beteiligungen 24.000.000,00 0,00
b) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 46.389,00
c) Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6.342.349,48 4.267.227,54
davon an verbundene Unternehmen 5.315.233,56 3.067.518,54
3. Ergebnis nach Steuern 10.630.291,83 22.930.099,44
4. sonstige Steuern 297.792,53 215.224,81
5. Verlust- bzw. Gewinnabführung (Tochter) -10.332.499,30 -22.714.874,63
a) aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 10.332.499,30 22.714.874,63
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Martinswerk GmbH, Bergheim/Erft

Handelsregister B des Amtsgerichts Köln (HRB 39941)

I. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Martinswerk GmbH, Bergheim/Erft, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurde auf der Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Vorschriften des GmbH-Gesetzes und die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung beachtet.

Der vorliegende Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 3 HGB gewählt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Skonti, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend den betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern, angesetzt. Die Nutzungsdauern der immateriellen Vermögenswerte betragen zwischen 3 bis 20 Jahre und die Nutzungsdauern des Sachanlagevermögens (ohne Gebäude) betragen zwischen 5 bis 20 Jahren. Die Nutzungsdauer bei Gebäuden betragen zwischen 15 und 40 Jahren.

Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für die selbsterstellten Anlagen finden die handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften Anwendung. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern.

Geringwertige Anlagegüter werden im Zugangsjahr als Aufwand erfasst, wenn die Anschaffungskosten den Betrag von 250,00 € für das einzelne Wirtschaftsgut nicht übersteigen. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungskosten mehr als 250,00 € und bis 1.000,00 € betragen, werden in einem Sammelposten geführt und linear über 5 Jahre abgeschrieben.

Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten oder einem niedrigeren beizulegenden Wert gem. § 253 Abs. 3 HGB bilanziert.

Die Vorräte sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bilanziert. Dabei werden die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe anhand von durchschnittlichen Einstandspreisen bzw. niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ermittelt. Die unentgeltlich erhaltenen CO 2 Zertifikate werden mit einem Erinnerungswert bewertet.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bzw. zu Anschaffungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten der Fertigung auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie liquide Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Stichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Stichtag darstellen.

Das Eigenkapital ist zum Nennwert bewertet; das gezeichnete Kapital wurde vollständig eingezahlt und beträgt zum Vorjahr unverändert T€ 28.121.

Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Es wurden Rentensteigerungen von jährlich 2,25 % (VJ: 2,25 %) zugrunde gelegt. Aufgrund der Zusagestruktur (Festbetragszusagen) ist für Lohn und Gehalt keine Steigerungsrate einbezogen worden.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2023 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 1,82 % (VJ: 1,78 %). Der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre beläuft sich auf 1,74 % (VJ: 1,44 %).

Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellung mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz (1,82 %) und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz (1,74 %) gemäß § 253 Abs.6 HGB beträgt zum 31. Dezember 2023 € 351.985 (VJ: € 1.569.938). Es handelt sich dabei grundsätzlich um ausschüttungsgesperrte Beträge nach § 253 Abs. 6 HGB. Diese Beträge führen jedoch nicht zu einer Abführungssperre im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags zur Huber Engineered Materials Deutschland GmbH.

Die Jubiläumsrückstellung ist nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag anzusetzen (§ 253 Abs. 1 HGB). Die Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen erfolgte auf Basis der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck und mittels des Anwartschaftsbarwertverfahrens. Es wurde vereinfachend der Durchschnittszinssatz der Deutschen Bundesbank vom 31. Dezember 2023 (1,74 %, VJ: 1,44 %) der vergangenen sieben Jahre für eine Restlaufzeit von 15 Jahren verwandt.

Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden in 2023 (VJ: gab es keine) nach Maßgabe des Blockmodells gebildet. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt unter Zugrundelegung eines ihrer Restlaufzeit durchschnittlichen Marktzinssatzes von 0,52%. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden für zum Bilanzstichtag bereits sechs abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen gebildet. Sie enthalten Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsverpflichtungen der Gesellschaft.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden gem. § 256a Satz 2 HGB das Imparitätsprinzip und das Realisationsprinzip nicht angewendet.

Die Ansatz- und Bewertungsmethoden werden grundsätzlich stetig angewendet.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung im Geschäftsjahr ergeben sich aus dem Anlagespiegel.

Die Finanzanlagen beinhalten folgende Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen i.S.d. § 271 Abs. 1 HGB:

Anteil am Kapital
%
Eigenkapital
T€
Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
T€
Huber Engineered Materials Grundstücksholding GmbH & Co. KG, Bergheim 1 94,9 11.269 1.239
Grundstücksgemeinschaft Bergheim GbR, Bergheim 1 94,0 452 -6
Breitenau Holding GmbH, Graz, Österreich 1 100,0 129.254 18.276
Magnifin Magnesiaprodukte GmbH, Breitenau am Hochlantsch, (Österreich) 2 100,0 88 10
Magnifin Magnesiaprodukte GmbH & Co. KG, Breitenau am Hochlantsch, (Österreich) 2 100,0 (indirekt) 25.013 15.566

1 Angegeben sind das Eigenkapital und das Ergebnis des Geschäftsjahres 2022 (letzter verfügbarer Abschluss)

2 Angegeben sind das Eigenkapital und das Ergebnis des Geschäftsjahres 2023

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Laufzeit bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum 31. Dezember 2023 in Höhe von T€ 12.584 (VJ: T€ 13.744) betreffen Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von T€ 9.442 (VJ: T€ 11.543), Forderungen aus dem Umsatzsteuersaldo gegenüber der umsatzsteuerlichen Organträgerin in Höhe von T€ 3.113 (VJ: T€ 2.125), sowie kurzfristige Ausleihungen an verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 29 (VJ: T€ 76). Forderungen gegen Gesellschafter gab es wie im Vorjahr nicht.

In den sonstigen Vermögensgegenständen befindet sich ein Sonderkonto für die Rekultivierung Tummelfeld in Höhe von T€ 2.006 (VJ T€ 2.007).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen der Gesellschaft betreffen im Wesentlichen Beträge für Rekultivierungsverpflichtungen bezüglich der Rotschlamm- und Aschedeponie Tummelfeld, Rohstoffbeschaffung, Ausgangsfrachten, Restrukturierung, nicht genommenen Urlaub, Überstunden, Arbeitszeitverkürzung, sowie für Jubiläumszahlungen an Mitarbeiter.

Der Betrag der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen wurde auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens überprüft, welches die voraussichtlichen Aufwendungen auf Basis der behördlichen Genehmigungen berücksichtigt.

Im vergangenen Dezember 2023 hatten der Geschäftsbereich Huber Advanced Materials (HAM) und das Managementteam des Martinswerks ein neues Restrukturierungsprogramm für den Standort Bergheim angekündigt. Neue Anbieter aus Niedriglohnländern wie China und Indien drängen auf die Weltmärkte. Unsere Aktivitäten in Deutschland sind nach wie vor einem zunehmenden Inflationsdruck ausgesetzt, der sich aus Energie- und Rohstoffpreisen sowie inflationsbedingten Lohnsteigerungen ergibt. Um unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, waren wir gezwungen, im gesamten Geschäftsbereich Kosteneinsparungen vorzunehmen.

Am 31. Juli 2024 haben die Geschäftsführung und der Betriebsrat von Martinswerk die Belegschaft über Details der Restrukturierung informiert. Das Martinswerk wird sich organisatorisch und in Hinblick auf die Personalstärke neu aufstellen. Bis zu 63 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden gemäß einem Sozialplan aus betriebsbedingten Gründen das Martinswerk verlassen. Diese Zahl beinhaltet keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Rente gehen, deren Zeitverträge auslaufen oder die selbst kündigen. Der Sozialplan sieht vor, dass einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Angebot für ein freiwilliges Ausscheiden erhalten, abhängig von den betrieblichen Erfordernissen des Unternehmens. Die nach freiwilligen Austritten noch verbleibenden betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (maximal 63 Personen) werden das Martinswerk nach einer betriebsbedingten Kündigung verlassen müssen. Zum 31. Dezember 2023 wurden für das Restrukturierungsprogramm T€ 9.500 zurückgestellt.

Die sonstigen langfristigen Personalrückstellungen bestehen mit T€ 431 aus Jubiläumsverpflichtungen (VJ: T€ 440).

Rückstellungspflichtige Altersteilzeitverpflichtungen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 1.588 (VJ: T€ 815).

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Pensionsrückstellungen 27.231 26.944
Rückstellung für Rekultivierung 2.303 2.955
Sonstige langfristige Personalrückstellungen 431 440
Langfristige Rückstellungen 29.965 30.339
Produktionsbezogene Kosten 781 1.135
Verkaufsbezogene Kosten 1.874 1.295
Personalkosten 3.559 5.021
noch nicht berechnete Lieferungen und Leistungen 5.507 7.276
Restrukturierung 9.500 0
Sonstige Rückstellungen 4.346 4.465
Kurzfristige Rückstellungen 25.567 19.192
Gesamt 55.532 49.531

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben - wie im Vorjahr - eine Laufzeit bis zu einem Jahr und sind unbesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter resultieren aus der Gewinnabführung.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen T€ 71.718 (VJ: T€ 63.066), davon T€ 10.213 (VJ T€ 13.229) aus Lieferungen und Leistungen und T€ 61.505 (VJ T€ 49.837) aus einer Cash Pool Vereinbarung.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt T€ 135.125 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen T€ 48.089 9.954) und setzt sich folgendermaßen zusammen:

31.12.2023
T€
davon kleiner 1 Jahr davon größer 1 und kleiner 5 Jahre
Verpflichtungen aus Mietverträgen mit Huber Engineered Materials Grundstücksholding GmbH & Co. KG - Land- und Fabrikgebäude (HEM Grundstücksholding) 48.089 1.967 46.122
Verpflichtungen aus sonstigen Miet-, Dienstleistungs- und Leasingverträgen 724 724 0
Verpflichtungen aus Materialeinkaufsverträge 86.312 74.387 11.925
Gesamte sonstige finanzielle Verpflichtungen 135.125 77.078 58.047

Bei dem Ausweis der Verpflichtungen aus den Mietverträgen mit der HEM Grundstücksholding hat die Gesellschaft auch mögliche Verpflichtungen aus Verlängerungsoptionen berücksichtigt, bei dem die Geschäftsführung mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit davon ausgeht, dass die entsprechend verlängerte Option ausgeübt wird.

Neben den dargelegten sonstigen finanziellen Verpflichtungen existieren keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse im Jahr 2023 betreffen den Verkauf von Waren im eigenen Namen und auf eigene Rechnung mit einem Wert von € 272 Mio. (VJ: € 315 Mio.). Die Umsatzerlöse wurden weltweit getätigt: im Wesentlichen 20 % (VJ: 21 %) in Deutschland, 49 % (VJ: 49 %) in Europa, 14 % (VJ: 16 %) in Asien 8 % (VJ: 14 %) in den USA.

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

2023
T €
2022
T €
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 157.341 169.893
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 9.637 13.880
166.978 183.773

Der Personalaufwand stellt sich wie folgt dar:

2023
T €
2022
T €
a) Löhne & Gehälter 51.641 42.602
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 9.420 9.388
61.061 51.990

Im Gliederungspunkt b) sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von T€ 339 enthalten. (VJ: T€ 698)

V. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht)

Bedeutsame Ereignisse nach Ende des Geschäftsjahres mit Auswirkung auf den vorliegenden Jahresabschluss liegen nicht vor.

VI. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 waren im Durchschnitt 554 (VJ: 560) Arbeitnehmer bei der Gesellschaft beschäftigt.

Davon entfielen auf die Gruppe der 2023 2022
Gewerblichen Arbeitnehmer 316 325
Angestellten 238 235

Im Geschäftsjahr 2023 waren zudem durchschnittlich 22 Auszubildende (VJ: 19) im Martinswerk beschäftigt.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 140 und entfällt ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen verbundenen Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten. Gemäß § 285 Nr. 21 zweiter Halbsatz HGB sind diese Geschäfte nicht angabepflichtig, da alle diese Unternehmen mittelbar oder unmittelbar in 100 %igem Anteilsbesitz der J.M. Huber Corporation stehen und in deren Konzernabschluss einbezogen werden.

Organe der Gesellschaft

Herr Martin Schulting, Kaufmann, Kropswolde, Niederlande (alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer).

Herr Dr. Philipp Kohn, Physiker, Solingen, (einzelvertretungsberechtigter Geschäftsführer), wurde abberufen am 14. Oktober 2024.

Herr Douglas Smith, GA USA, wurde am 15. Oktober 2024 zum weiteren Geschäftsführer der Gesellschaft ernannt.

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren und jetzigen Mitgliedern der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen sind T€ 1.228 (VJ: T€ 1.165) zurückgestellt.

Konzernzugehörigkeit

Die J.M. Huber Holding GmbH, Bergheim/Erft, hält 100 % der Anteile an der Huber Engineered Materials Deutschland GmbH, Bergheim/Erft, die wiederum sämtliche Anteile an der Martinswerk GmbH, Bergheim/Erft, hält. Der Jahresabschluss der Martinswerk GmbH wird in den Teilkonzernabschluss der J.M Huber Holding GmbH einbezogen, der im Unternehmensregister veröffentlicht wird. Die J.M. Huber Holding GmbH wird wiederum in den Konzernabschluss der J.M. Huber Corporation, Edison, New Jersey, USA, einbezogen, die für den größten Kreis von Unternehmen einen Konzernabschluss aufstellt. Der Konzernabschluss der J.M. Huber Corporation ist am Sitz dieser Gesellschaft erhältlich.

 

Bergheim, den 13. Februar 2025

Douglas Smith

Martin Schulting

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Martinswerk GmbH, Bergheim/Erft

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Martinswerk GmbH, Bergheim/Erft, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Martinswerk GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 1.5 des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 1.5 des Lageberichts enthalten ist.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 13. Februar 2025

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Tokple, Wirtschaftsprüfer

Ellbracht, Wirtschaftsprüfer

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