Beteiligungsgesellschaften
Jopp Interior Solutions GmbH
Am Lindenbrunnen 10, 97846 Partenstein, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christian Georg Michael Bock seit 2.11.2022 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Jopp Interior Solutions GmbHPartensteinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LageberichtTecuplast Kunststoffverarbeitung und Formenbau GmbH (nachfolgend "Tecuplast" genannt), umfirmiert im November 2022 in "Jopp Interior Solutions GmbH" (nachfolgend "JIS" genannt). 1. Darstellung des Geschäftsverlaufs Geschäftsfeld Gegenstand des Unternehmens ist die industriemäßige Verarbeitung von thermoplastischen Kunststoffen, die Beschichtungen und Lackierung von Fertigteilen sowie die Herstellung der hierfür notwendigen Formen und Vorrichtungen. Die Hauptkunden sind Zulieferbetriebe für die globale Automobilindustrie im Produktsegment Innenraumapplikationen. Die Gesellschaft gehört damit zu den strategischen Zulieferern der Tier 1-Lieferanten. Industriekunden tragen mit ca. 15% am Umsatz zur Differenzierung bei. Die Tecuplast Kunststoffverarbeitung und Formenbau GmbH wurde im Rahmen eines Sanierungsverfahrens durch die JOPP Holding nach Erfüllung aufschiebender Bedingungen zum Ende Oktober 2022 per Handelsregistereintrag übernommen und per Umfirmierung zur Jopp Interior Solutions GmbH in die JOPP-Gruppe eingebunden. Auf den Geschäftsbericht der JOPP-Gruppe wird für ergänzende Informationen verwiesen. Die Jopp Interior Solutions GmbH betreibt am Stammsitz in Partenstein drei Betriebsstätten. Das Produktportfolio von Jopp Interior Solutions GmbH umfasst oberflächenveredelte Dekorblenden im Bereich Interior für die Automobilindustrie. Es ergänzt vertikal das Automotive-Interior-Geschäft der JOPP-Gruppe. Gegründet in 1919 mit Sitz in Bad Neustadt/Deutschland umfasst die JOPP-Gruppe 14 Produktionsstätten in 7 Ländern auf 3 Kontinenten. Jopp ist in 6 Geschäftsbereichen aktiv. Synergieeffekte mit und durch die JOPP-Gruppe werden durch die beiderseitig vergrößerte Basis an Zielkunden gesehen. Die Nutzung interner Ressourcen sowie die Implementierung etablierter und einheitlicher Standards und Prozesse der JOPP-Gruppe reduziert Komplexität und damit Kostendruck bei Jopp Interior Solutions GmbH. Absatzmärkte Das globale Wachstum laut IWF lag im Jahr 2023 bei 3,1% und damit deutlich hinter dem historischen Durchschnitt von 3,8%. Die Prognose der IWF geht auch in 2024 und 2025 von einer seitlichen Bewegung aus. Die Automobilproduktion in der für uns wichtigsten Region EMEA stieg zwar um 9,0%, der Zuwachs ist aber hauptsächlich auf leichte Nutzfahrzeuge zurückzuführen. Während sich die durch die Pandemie unterbrochenen Lieferketten weitgehend erholt haben, war die Weltwirtschaft in 2023 immer noch von der Ukraine-Krise geprägt. Die Inflationsrate in der EU lag 2023 im Jahresdurchschnitt bei 6,4% (2022: 9,2%). Getrieben durch die laufenden Diskussionen um künftige Antriebstechnologien sowie dem in der Branche aktuell sichtbaren massiven Kostendruck rechnen wir mit anhaltenden Umbrüchen und Veränderungen in der Automobilindustrie und im Speziellen in der Zulieferindustrie in den kommenden Jahren. Hiervon sind Produkte der "JIS" jedoch tendenziell weniger betroffen, da Innenraumapplikationen unabhängig der Antriebstechnologie verbaut werden. Das Geschäftsumfeld in 2023 war herausfordernd. Insbesondere durch die seit 2022 steigenden Energiekosten haben sich vor allem energieintensive Vormaterialien weiter signifikant verteuert. 2. Lage des Geschäfts Ertragslage Der Gesamtumsatz von "JIS" erhöht sich von 7,3 Mio. EUR (2022) auf rund 7,6 Mio. EUR (+4,6%) in 2023. Beinhaltet die Gesamtleistung zum 31.12.2022 i.H.v. rund 10,4 Mio. EUR einen außerordentlichen Sanierungsertrag von rund 3,2 Mio. EUR, muss für das Geschäftsjahr 2023 ein Rückgang der Gesamtleistung um 2,3 Mio. EUR auf rund 8,1 Mio. EUR konstatiert werden. Der Materialaufwand bleibt bei anhaltend inflationärer Preissteigerung von Rohstoffen und Vormaterialien bei rund 3,8 Mio. EUR konstant gegenüber 2022. Mit Kunden verhandelte Preiserhöhungen tragen in 2023 nicht ausreichend zu einer Kompensation der marktseitigen Preissteigerungen bei. Der Personalaufwand steigt von rund 2,7 Mio. EUR in 2022 auf rund 2,8 Mio. EUR in 2023 an. Im 1. Quartal 2022 befand sich das Unternehmen noch in Kurzarbeit. Der sonstige betriebliche Aufwand steigt, ausgehend von rund 2,3 Mio. EUR in 2022 (22,1% i.H.v. Gesamtleistung) auf rund 2,8 Mio. EUR in 2023 (34,7% i.H.v. Gesamtleistung) an. Während durch sanierungsbedingte Einmaleffekte in 2022 noch ein Ergebnis vor Steuern von rund 1,2 Mio. EUR erwirtschaftet werden konnte, kann das rein operative Geschäft in 2023 nicht nachhaltig verbessert werden. Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftet JIS einen Fehlbetrag von rund 1,9 Mio. EUR vor Steuern. Die Planung des Unternehmens konnte damit nicht erreicht werden. Weder Gesellschaft noch Gesellschafterin sind mit der Entwicklung zufrieden. Finanz- und Vermögenslage Bedingt durch den Jahresfehlbetrag i.H.v. 1,9 Mio. EUR muss "JIS" per 2023 negatives Eigenkapital i.H.v. rund 0,2 Mio. EUR konstatiert werden. Seitens der Muttergesellschaft JOPP Holding GmbH wurde eine Patronatserklärung inkl. Rangrücktrittsvereinbarungen ausgegeben. Die Bilanzsumme erhöht sich in 2023 leicht von 11,1 Mio. EUR auf rund 11,5 Mio. EUR (Anmerkung: Bilanzsumme i.H.v. 11,5 Mio. EUR unter rechnerische Berücksichtigung des negativen Eigenkapitals im Passiva). Das Anlagevermögen reduziert sich um 0,7 Mio. EUR von ca. 3,4 Mio. EUR auf rund 2,7 Mio. EUR durch den Verkauf von Anlagegütern. Größere Investitionen in Maschinen und Anlagen wurden nicht getätigt. Die Gesellschaft hat per 2023 alle Grundstücke und Betriebsimmobilien im Eigentum. Das Umlaufvermögen erhöht sich von 7,6 Mio. EUR auf 8,7 Mio. EUR um rund 1,1 Mio. EUR. Das Vorratsvermögen steigt dabei um 0,4 Mio. EUR auf 0,8 Mio. EUR an, die Summe an Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände um 0,7 Mio. EUR auf 7,8 Mio. EUR. Die Höhe von Forderungen gegenüber verbundener Unternehmen beträgt zum Ende des Geschäftsjahres 6,3 Mio. EUR. Auf Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten entfallen Forderungen i.H.v. 0,9 Mio. EUR, auf sonstige Vermögensgegenstände rund 0,6 Mio. EUR. Rückstellungen steigen von rund 0,5 Mio. EUR auf 0,7 Mio. EUR an. Bei betragsmäßig eher unveränderten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen erhöhen sich v.a. sonstige Rückstellungen bezugnehmend auf das operative Tagesgeschäft um 0,2 Mio. EUR deutlich. Die Verbindlichkeiten des Unternehmens steigen von 8,9 Mio EUR um 2,1 Mio. EUR auf 11,0 Mio. EUR an. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen ausschließlich aus Immobilienfinanzierungen und werden um rund 0,3 Mio. EUR auf 2,2 Mio. EUR (2022: 2,5 Mio. EUR) abgebaut. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verändern sich kaum, liegen in 2022 und 2023 je bei rund 1,1 Mio. EUR. Im Wesentlichen erhöhen sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Betragen diese noch rund 4,4 Mio. EUR zum Ende 2022, steigen diese um 2,3 Mio. EUR zum Ende des Geschäftsjahres 2023 an. Die Geschäftsführung der "JIS" steuert die Firma anhand monatlich ermittelter und ausgewerteter Kennzahlen. Darüber hinaus wird das integrierte Managementsystem jährlich hinsichtlich Effektivität und Effizienz bewertet und bei Bedarf angepasst. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im Geschäftsjahr -53,1 TEUR. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug 699,3 TEUR. Durch Tilgungen und Zinszahlungen betrug der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -609,4 TEUR. Zusammenfassend betrug die zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 36,8 TEUR. 3. Prognosebericht Für das Geschäftsjahr 2024 zeigt sich, ausgelöst durch die anhaltenden Verwerfungen innerhalb der Automobilindustrie ein deutlicher Rückgang der Auftragslage. Anhaltender Margendruck ist weiterhin bei Rohwaren und Energiekosten zu verzeichnen. In Anlehnung an die Verhandlungsergebnisse der IG-Metall/ IG-Chemie wird in den Folgejahren zunehmender Kostendruck im Bereich der Personalkosten entstehen. Preisverhandlungen mit Kunden wurden in 2022 gestartet und anteilig erfolgreich abgeschlossen, dauern aber anteilig bis in 2024 hinein. Der Margendruck in der Automobilindustrie, vor allem auf Ebene der 1st Tiers limitiert jedoch die Möglichkeit, zwingend notwendige weitere Preisanpassungen in seiner Gesamtheit durchzusetzen. Nach vollständiger Bewertung künftiger struktureller und kommerzieller Ertragspotentiale kann daher in den Folgejahren nicht von einer nachhaltigen operativen Ertragskraft des Unternehmens ausgegangen werden. Gesellschafterin und Geschäftsführung haben daher die unternehmerische Entscheidung getroffen, die operativen Tätigkeiten des Unternehmens in enger Abstimmung mit den Kunden einzustellen und die Organisation anschließend ordnungsgemäß und strukturiert vollständig abzuwickeln. Auffanglösungen für die Mitarbeiter werden geprüft und angestrebt. Bestehende Anlagegüter sollen am Markt veräußert werden und zur Bedienung der bilanzierten externen Verbindlichkeiten vollständig herangezogen werden. Nach Einschätzung der Geschäftsführung erstreckt sich die vollständige Abwicklung des Standortes bis in das Geschäftsjahr 2025 hinein. Aufgrund dem, zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlussberichts nur eingeschränkt absehbaren Endtermin der operativen Geschäftstätigkeit hat die Geschäftsführung daher beschlossen, das Geschäftsjahres 2023 gemäß Going-Concern zu bilanzieren. 4. Risikobericht a) Risiken und Risikomanagement | Um Risiken des unternehmerischen Handelns frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu dokumentieren, besteht ein Risikomanagementsystem. Für identifizierte und als erheblich bewertete Risiken werden Maßnahmen zur Abwendung oder Verringerung eingeleitet. Geschäftsrisiken bestehen durch den Kostendruck der Kunden sowie durch Preiserhöhungen bei Vormaterialien und Energie. Diese gehen nicht über das Branchenrisiko hinaus. Zur Sicherstellung der Kostendeckung von Produkten wurde mit Übernahme durch Jopp ein einheitliches Controlling-System der JOPP-Gruppe implementiert. Das interne monatliche Berichtswesen umfasst eine Vielzahl von Kennzahlen aus allen Bereichen der Firma. Ergänzend hat die Gesellschaft folgende Managementsysteme etabliert: • IATF 16949:2016 Qualitätsmanagement • ISO 9001:2015 Qualitätsmanagement • ISO 14001:2015:2017 Umweltmanagement b) Branchenrisiko | Der größte Umsatzanteil i.H.v. rund 85% wird innerhalb der Automobilindustrie erwirtschaftet. Es gilt das übliche Branchenrisiko. Globale Handelskonflikte, die Transformation zur e-Mobilität als auch Konsumverschiebungen sind zu bewerten. Die Fahrzeughersteller unterliegen in verstärktem Maße dem globalen Druck zur Kostensenkung bei sich verkürzenden Produktentwicklungszyklen. Dies geben sie weitestgehend an die Zulieferindustrie weiter. Die fortschreitende Elektrifizierung des Fahrzeugs wird als Risiko ausgeschlossen, da oberflächenveredelte Bauteile unabhängig des Antriebsstranges Einsatz im Fahrzeug finden. c) Beschaffungsrisiken | Beschaffungsrisiken haben sich durch geopolitische Veränderungen seit 2021 verstärkt. Die durch den Ukraine-Konflikt ausgelöste Energiekrise wirkt sich durch gestiegene Material- und Energiekosten auf die Ertragslage aus. Auf Basis regelmäßiger Rentabilitätsrechnungen werden Kostensteigerungen mit den Kunden verhandelt und sofern möglich weitergegeben. Verlängerten Lieferzeiten bei Vormaterialien wird mit punktuellem Aufbau von Sicherheitsbestände entgegnet. Beschaffungsrisiken dieser Art können wesentlichen Einfluss auf den geplanten terminlichen Endzeitpunkt der operativen Geschäftstätigkeit haben, da insbesondere für die anstehenden Verlagerungen der Produktion zu alternativen Lieferanten ausreichende Sicherheitsbestände für die Kunden gebildet werden müssen. Entsprechende Kommentierung zum eingeschränkt planbaren terminlichen Endzeitpunkt der Produktionstätigkeit wurden seitens der Geschäftsführung bereits vorabstehend im Prognosebericht getroffen. d) Personalrisiken | Die Gesellschaft ist auf (hoch-) qualifizierte Fach- und Führungskräfte angewiesen. Als Mitglied der JOPP-Gruppe steht den Mitarbeitern JOPP Akademie als Weiterbildungsplattform zur Verfügung. Berufsbegleitende Studiengänge werden gefördert. Zur langfristigen Mitarbeiterbindung existiert seit Jahren eine betriebliche Versorgungskasse. Zur Eingrenzung von Risiken aus vorsätzlichen rechtswidrigen (internen) Handlungen sind ein Compliance-System sowie ein internes Kontrollsystem installiert. e) System- und Produktionsausfallrisiken | Produktionsausfallrisiken werden mit präventiver Wartung reduziert. Erforderliche Instandhaltungsmaßnahmen werden dabei sorgfältig geprüft und überwacht. Dem Risiko von IT-Systemausfällen sowie zur Gewährleistung der erforderlichen Datensicherheit wird mit einem integrierten Sicherheitssystem entgegengewirkt. Zur Reduktion personenbezogener Ursachen finden regelmäßige Sensibilisierungen der Mitarbeiter statt. f) Produktrisiken | Schadens- und Haftungsrisiken werden soweit möglich durch Versicherungen limitiert. Möglichen Risiken aus Lieferverzug oder Gewährleistung werden soweit möglich vertraglich begrenzt. Sonstigen rechtlichen Risiken begegnet die Gesellschaft durch umfassende rechtliche Beratung. Juristische Verfahren, aus denen sich negative Auswirkungen auf die Ertrags- und Vermögenslage ergeben können, sind nicht anhängig. g) Mögliche Risiken durch die Lieferung sicherheitsrelevanter Bauteile werden relativiert durch ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem nach IATF 16949 sowie durch interne und externe Schulungen der Mitarbeiter und Führungskräfte. h) Debitorenrisiken | Kunden welche Auffälligkeiten hinsichtlich möglicher Zahlungsausfälle zeigen, werden aktiv überwacht. Rechtlichen Risiken wird durch intensive Vertragsprüfung, Vertragsmanagement sowie Dokumentation und Archivierung entgegengewirkt. i) Derivate / Wechselkursrisiken | Wesentliche Verbindlichkeiten und Forderungen sind nur in lokaler Währung vorhanden. Wesentliche Wechselkursrisiken sind zum Bilanzstichtag nicht erkennbar. Engagements bei Derivaten bestehen nicht. j) Finanzierung und Liquiditätsrisiken | Im Zuge der Übernahme durch die JOPP-Unternehmensgruppe wurden externe Darlehen unter anteiligem Verzicht diverser Gläubiger weitestgehend vollständig abgelöst. Die Asset-deal-basierte Übernahme der Betriebsimmobilien durch Jopp erfolgt durch in 2022 neu abgeschlossene langfristig ausgelegte Immobiliendarlehen der ursprünglichen Hausbanken. Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit erfolgt seit April 2022 vollständig durch die JOPP-Gruppe. Es bestehen finanzielle und belieferungsseitige Verflechtungen innerhalb der JOPP-Unternehmensgruppe, weshalb wir ergänzend auch auf die Abschlüsse der gesamten JOPP-Gruppe hinweisen. Die Firmengruppe verfügt über erhebliche Liquiditätsreserven zum Bilanzstichtag und darüber hinaus. 5. Gesamtbewertung Die bestehenden Rahmenbedingungen wirken sich negativ auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus, weswegen das Unternehmen seine operativen Tätigkeiten im Laufe des Jahres 2025 beenden wird. Bei, per 31.12.2023 ausgewiesenem negativen Eigenkapital, besteht eine mit Rangrücktritt versehene Patronatserklärung der finanzierenden Muttergesellschaft JOPP Holding GmbH. Durch den Verkauf bestehender und künftig nicht weiter benötigter Anlagegüter (i.W. bebaute und unbebaute Grundstücke) wird die Bedienung bestehender externer Verbindlichkeiten sowie schließungsbedingter Einmalaufwände und somit eine strukturierte Abwicklung angestrebt. Eine Liquidation der Gesellschaft ist nicht geplant. Für das anstehende Geschäftsjahr 2024 wurde mit einer ausreichenden Deckung vorgesorgt. Im Hinblick auf die Fortführung der Unternehmenstätigkeit verweisen wir auf unsere Ausführungen im Abschnitt 3.
Partenstein, 19. August 2024 Christian Bock, Geschäftsführer BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangAllgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften sowie des GmbHG aufgestellt. Angaben, die wahlweise in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, sind erstmalig insgesamt im Anhang aufgeführt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht
Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren wurden zu gleitenden Durchschnittspreisen auf Basis der Einkaufspreise bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden zu Herstellungskosten angesetzt. In die Herstellungskosten wurden neben den unmittelbar zurechenbaren Kosten die notwendigen Gemeinkosten, die durch die Fertigung veranlassten Abschreibungen einbezogen. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Das allgemeine Kreditrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde zusätzlich durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Die flüssigen Mittel sind mit dem Nominalwert angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten umfassen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die Berechnung der aktiven latenten Steuern beruht auf temporären Differenzen zwischen Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise gem. § 274 HGB und wurde mit dem durchschnittlichen Steuersatz der Gesellschaft berechnet. Für ungewisse Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen wurden Rückstellungen gebildet. Die Rückstellungsbildung wurde gem. § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgte unter Anwendung der Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck nach dem modifizierten Teilwertverfahren (TWmod). Der zu Grunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum Bewertungsstichtag 31. Dezember 2023 auf 1,82 %. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gem. § 253 Abs. 1 HGB passiviert. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Beträge, die auf fremde Währungen lauten, wurden zum Stichtagskurs unter Beachtung des Niederstwertprinzips in der Bilanz angesetzt. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden auf fremde Währung lautende Beträge zu Durchschnittskursen angesetzt. Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren erfolgte ab 2023 zu gleitenden Durchschnittspreisen auf Basis der Einkaufspreise und nicht mehr zu Anschaffungskosten wie bisher. Angaben zur Bilanz Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im nachstehenden Anlagenspiegel dargestellt:
Angaben zu Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.507,4 TEuro (Vorjahr: 1.435,8 TEuro) enthalten. Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind zum großen Teil durch eine Patronatserklärung der JOPP Holding GmbH abgesichert. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von 335,1 TEuro (Vorjahr.: 335,1 TEuro) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Angaben zu Forderungen gegenüber Gesellschaftern In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von 80,1 TEuro (Vorjahr: 0,0 TEuro) enthalten. Die Forderungen gegenüber Gesellschaftern beinhalten ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Ausschüttungssperre Der Gesamtbetrag, der gem. § 268 Abs. 8 HGB der Ausschüttungssperre unterliegt, beträgt 21,8 TEuro. Im Einzelnen gliedert sich der Gesamtbetrag wie folgt:
Pensionsrückstellungen Zur Ermittlung der Pensionsrückstellung wurde das modifizierte Teilwertverfahren angewendet. Für die Berechnungen wurden folgende Annahmen getroffen:
Bei den Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen ergibt sich zwischen dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ein Unterschiedsbetrag im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von 1,7 TEuro. In dieser Höhe besteht eine Ausschüttungssperre. Angabe zu Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, darunter auch die Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über 5 Jahre, sind in Höhe von 2.203,00 TEuro (Vorjahr: 2.469,6 TEuro) durch Grundschuld besichert. Für die Lieferantenverbindlichkeiten gelten die Eigentumsvorbehalte der Lieferanten. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 6.706,7 TEuro (Vorjahr: 4.428,8 TEuro) sind Verbindlichkeiten in Höhe von 267,9 TEuro (Vorjahr: 44,1 TEuro) aus Lieferungen und Leistungen enthalten. Angaben zu Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 6.486,8 TEuro (Vorjahr: 4.415,9 TEuro) enthalten. Darin enthalten sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 48,0 TEuro (Vorjahr: 31,1 TEuro). Latente Steuern Die Veränderung der aktiven latenten Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr stellt sich wie folgt dar:
Außerbilanzielle Geschäfte Die Nutzung der benötigten technischen Anlagen und Maschinen wird zum Teil durch Sale-and-Lease-back-Verträge mit Verbundunternehmen sichergestellt. Aus den abgeschlossenen Leasingverträgen mit einer Laufzeit von fünf Jahren resultiert eine finanzielle Belastung von 103,2 TEuro p. a., d. h. über die noch verbleibende Vertragslaufzeit insgesamt 464,4 TEuro. Die Leasinggeschäfte verringern insbesondere die Kapitalbindung und verbessern die Eigenkapitalquote, führen aber während der Vertragslaufzeit auch zur Bindung an die geleasten technischen Anlagen und Maschinen. Seit 2019 nehmen wir am Factoring unserer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teil. Das Factoring stärkt unsere Liquidität. Die zugeflossenen Mittel verwenden wir zur Schuldentilgung, was aufgrund der Bilanzverkürzung wiederum unsere Eigenkapitalquote verbessert. Zum Abschlussstichtag beträgt der Liquiditätsvorteil ca. 586,6 TEuro. Das Bonitätsrisiko liegt beim Factor. Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 632,0 TEuro sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen beinhalten diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte: Es handelt sich hierbei um oben bereits beschriebene und weitere zukünftige Miet- und Leasingraten für bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsgüter sowie um Aufwendungen aus Wartungsverträgen. Im Gesamtbetrag der nicht bilanzierten sonstigen Verpflichtungen sind folgende Angaben betreffend verbundener Unternehmen aufzuführen: Gegenüber verbundene Unternehmen bestehen neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten Verpflichtungen aus Leasingverträgen für die nächsten 5 Jahre in Höhe von 464,4 TEuro. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von 1,1 TEuro (Vorjahr: 0,5 TEuro) enthalten. Personalaufwand In den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von -3,6 TEuro (Vorjahr: 61,7 TEuro) enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von 3,8 TEuro (Vorjahr: 4,8 TEuro) enthalten. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen Zinserträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 151,4 TEuro (Vorjahr: 134,7 TEuro) enthalten. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 5,9 TEuro (Vorjahr: 5,2 TEuro), was dem Zinsanteil der Altersversorgungsverpflichtungen entspricht und Zinsen an verbundene Unternehmen in Höhe von 214,0 TEuro (Vorjahr: 116,4 TEuro) enthalten. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge aus der Veränderung der latenten Steuern in Höhe von 0,0 TEuro (Vorjahr: 4,1 TEuro) und Aufwendungen aus der Veränderung der latenten Steuern in Höhe von 7,5 TEuro (Vorjahr: 0,0 TEuro) enthalten. Sonstige Angaben Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:
Namen der Geschäftsführer Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:
Vergütungen der Geschäftsführer Die Angabe über die Gesamtbezüge der Geschäftsführer unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB. Konzernzugehörigkeit Die Jopp Interior Solutions GmbH wurde in den Konzernabschluss der JOPP Holding GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale einbezogen. Die JOPP Holding GmbH stellt den Konzernabschluss für den größten Konzernkreis auf. Der Konzernabschluss der JOPP Holding GmbH wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt. Nachtragsbericht Gesellschafterin und Geschäftsführung haben beschlossen, die operativen Tätigkeiten des Unternehmens einzustellen und die Organisation anschließend ordnungsgemäß und strukturiert vollständig abzuwickeln. Nach Einschätzung der Geschäftsführung erstreckt sich die Abwicklung des Standortes deutlich bis in das Geschäftsjahr 2025 hinein. Eine Liquidation soll nicht stattfinden. Auf die Ausführungen zur Fortführung der Geschäftstätigkeit verweisen wir auf Abschnitt 3 bis Abschnitt 5 im Lagebericht. Vorschlag bzw. Beschluss zur ErgebnisverwendungDie Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor: Der Jahresfehlbetrag beträgt 1.886,6 TEuro. Es wird vorgeschlagen, den Jahresfehlbetrag in Höhe von 1.886,6 TEuro mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 862,2 TEuro zu verrechnen und auf neue Rechnung vorzutragen.
Partenstein, 19. August 2024 Christian Bock, Geschäftsführer sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 19.09.2024 festgestellt. BestätigungsvermerkBei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde folgender Bestätigungsvermerk erteilt. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Jopp Interior Solutions GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Jopp Interior Solutions GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Jopp Interior Solutions GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir weisen auf die Angaben im Anhang und Lagebericht hin, in denen die gesetzlichen Vertreter darauf hinweisen, die operative Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ohne Liquidation in enger Abstimmung mit den Kunden einzustellen und ordnungsgemäß und strukturiert abzuwickeln. Die vollständige Abwicklung soll sich bis in das Geschäftsjahr 2025 erstrecken. Nachdem der Endtermin nicht absehbar ist, hat die Geschäftsleitung beschlossen das Geschäftsjahr 2023 unter der Annahme der Fortführung der Geschäftstätigkeit zu bilanzieren. Des Weiteren weist die Gesellschaft ein negatives Eigenkapital auf. Die Gesellschaft kann im Konzernverbund auf finanzielle Mittel zurückgreifen und durch Verkauf des Immobilienvermögens sollen weitere finanziellen Mittel erwirtschaftet werden. Diese Ereignisse und Gegebenheiten zeigen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhaltes nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Konstanz, 16. September 2024 Karrer
& Pascu GmbH
Christian Pascu, Wirtschaftsprüfer |
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