MO'P Green Logistics GmbH
Selbe AdresseVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sandro Schramm seit 20.1.2025 | Vorstandsmitglied |
Markus Staude-Skowronek seit 12.8.2020 | Vorstandsmitglied |
Maximilian Böck seit 30.6.2020 | Vorstandsmitglied |
Susanne Carolin Schwenger seit 28.6.2018 | Vorstandsmitglied |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Marc O'Polo SE (vormals: Marc O' Polo AG)StephanskirchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.06.2022 bis zum 31.05.2023Konzernbilanz zum 31. Mai 2023Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022/2023Die Marc O'Polo AG, Stephanskirchen (Amtsgericht Traunstein, HRB 10183) wurde mit dem Hauptversammlungsbeschluss vom 05.10.2022 in die Marc O'Polo SE, Stephanskirchen (Amtsgericht Traunstein, HRB 31384) umgewandelt. A. Abgrenzung des Konsolidierungskreises In den gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Konzernabschluss der Marc O'Polo SE (vormals: Marc O'Polo AG), Stephanskirchen (kurz: Marc O'Polo SE); Amtsgericht Traunstein, HRB 31384), zum 31. Mai 2023 wurden gemäß § 294 Abs. 1 HGB als Mutterunternehmen die Marc O'Polo SE (vormals: Marc O'Polo AG), sowie vier inländische und acht ausländische Tochterunternehmen einbezogen. Der Konsolidierungskreis stellt sich somit wie folgt dar:
Änderungen im Konsolidierungskreis ergaben sich im Geschäftsjahr 2022/2023 durch die Verschmelzung der früheren inländischen Beteiligungen Marc O'Polo Shoes GmbH, Stephanskirchen, Marc O'Polo DENIM & CAMPUS GmbH, Stephanskirchen, und Marc O'Polo Accessories GmbH, Stephanskirchen, mit der Marc O'Polo International GmbH, Stephanskirchen. B. Konsolidierungsgrundsätze und Währungsumrechnung Dem Konzernabschluss liegen mit Ausnahme der Marc O'Polo Shanghai Trading Co. Ltd., Shanghai/Volksrepublik China und der Marc O'Polo RUS OOO, Moskau/Russland die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zu Grunde. Bei sämtlichen - mit Ausnahme der Marc O'Polo Shanghai Trading Co. Ltd., Shanghai/Volksrepublik China und der Marc O'Polo RUS OOO, Moskau/Russland (Stichtag des Einzelabschlusses: 31.12.) in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen deckt sich der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses zum 31. Mai 2023. Im Fall der Marc O'Polo Shanghai Trading Co. Ltd., Shanghai/Volksrepublik China und der Marc O'Polo RUS OOO, Moskau/Russland wurde für Konsolidierungszwecke ein Zwischenabschluss auf den 31. Mai 2022 erstellt. Die Kapitalkonsolidierung der einbezogenen Unternehmen erfolgte nach der angelsächsischen Methode (Erwerbsmethode), die zwischen Erstkonsolidierung und Folgekonsolidierung differenziert. Die Kapitalkonsolidierung für Erwerbsvorgänge ab dem 31. Mai 2009 erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode. Für Erwerbsvorgänge ab dem 31. Mai 2009 (Neufälle) wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals der Tochtergesellschaften verrechnet. Das Eigenkapital ist dabei entsprechend der Neubewertungsmethode mit dem Betrag anzusetzen, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht, der diesen zum Erstkonsolidierungszeitpunkt beizulegen ist. Rückstellungen sind nach § 253 Abs. 1 Satz 2 und 3, Abs. 2 HGB und latente Steuern nach § 274 Abs. 2 HGB zu bewerten. Die Verrechnung erfolgt gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Bei der Erstkonsolidierung von Erwerbsvorgängen vor dem 31. Mai 2009 wird unverändert die Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a. F. i. V. m. Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EG- HGB mit den gemäß § 301 Abs. 2 HGB a. F. möglichen Erstkonsolidierungszeitpunkten angewandt. Bei der Erstkonsolidierung werden die Beteiligungsbuchwerte der Obergesellschaften gegen die im Zeitpunkt der Erstkonsolidierung vorhandenen Eigenkapitalwerte der Untergesellschaften aufgerechnet. Bei den 1997 erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften wurde als Zeitpunkt der Erstkonsolidierung der 1. Januar 1997 gewählt. Bei den in Folgejahren erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften wurde als Zeitpunkt der Erstkonsolidierung bei erworbenen Gesellschaften bzw. Gesellschaftsanteilen in der Regel der 1. Juni des Erwerbsjahres bzw. der Erwerbs- oder Gründungszeitpunkt gewählt. Die jeweiligen Erstkonsolidierungszeitpunkte der einzelnen Konzerngesellschaften sind in obiger Übersicht dargestellt. Aus den Kapitalkonsolidierungen ergaben sich im Zeitpunkt der Erstkonsolidierung zum 1. Januar 1997 aktive Unterschiedsbeträge in Höhe von EUR 13.235.771,48 sowie ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 2.639,80. Der sich netto daraus ergebende aktive Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 13.233.131,68 wurde aufgrund der Stabilität und Bestandsdauer des Geschäftsmodells auf einen Zeitraum von 15 Jahren verteilt teilweise linear abgeschrieben und teilweise mit den Rücklagen verrechnet. Neben den vorgenommenen linearen Abschreibungen wurden in den Vorjahren Teilbeträge der aktiven Unterschiedsbeträge gemäß § 309 HGB a. F. offen mit den Rücklagen verrechnet. Da letztmalig im Geschäftsjahr 2012/2013 planmäßige Abschreibungen auf den verbleibenden, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesenen aktiven Unterschiedsbetrag vorgenommen wurden und dieser somit zum 31. Mai 2013 voll abgeschrieben war, wurde im Geschäftsjahr 2013/2014 ein entsprechender Abgang im Konzernanlagespiegel dargestellt. Die Folgekonsolidierung - und damit auch die Konsolidierung zum 31. Mai 2023 - erfasst den Konzernanteil der nach dem Stichtag der Erstkonsolidierung erwirtschafteten Ergebnisse der Konzerngesellschaften. Der Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter bemisst sich grundsätzlich am anteiligen Eigenkapital der jeweiligen Einzelgesellschaft unter Berücksichtigung der einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Anteilige Jahresergebnisse sowie Gewinnausschüttungen und Kapitalmaßnahmen, die andere Gesellschafter betreffen, werden berücksichtigt. Die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzerngesellschaften wurden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung untereinander aufgerechnet. Buchungstechnisch bedingte Differenzen wurden je nach Entstehungsursache anderen Bilanzpositionen zugeordnet bzw. ergebniswirksam verrechnet, auf die ergebniswirksamen Differenzen wurden passive latente Steuern gebildet. Währungstechnische Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung in Höhe von TEUR 144 wurden erfolgsneutral behandelt und der "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" zugeordnet. Aus Wesentlichkeitsgründen wird auf die Durchführung einer Drittschuldenkonsolidierung verzichtet. Bei der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden alle Umsätze zwischen den Konzerngesellschaften und die übrigen konzerninternen Erträge und Aufwendungen einschließlich der Gewinnausschüttungen von Konzernunternehmen voll konsolidiert. Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen aus konzerninternen Lieferungen wurden eliminiert. Die Ermittlung der latenten Steuern auf erfolgswirksame Konsolidierungsvorgänge wurde grundsätzlich auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des Mutterunternehmens durchgeführt. Neben der Gewerbeertrag- und Körperschaftsteuerbelastung wurde hierbei der Solidaritätszuschlag berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern wurden bei identischer Steuerschuldnerschaft saldiert ausgewiesen. Die Währungsunterschiede, die sich durch die Umrechnung der Vermögens-, Kapital- und Schuldposten ausländischer Konzerngesellschaften in die funktionale Währung Euro ergeben, wurden grundsätzlich erfolgsneutral der "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" zugeordnet. Die Währungsumrechnungen erfolgten gemäß § 308a HGB nach der modifizierten Stichtagskursmethode, wonach das Eigenkapital zum historischen Kurs, die Bilanz zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Jahresdurchschnittskurs umzurechnen sind. Der Grundsatz der Stetigkeit der Konsolidierungsmethoden und der Währungsumrechnung wurde beachtet. C. Rechnungslegungsgrundsätze Grundsätzliches Bei der Bilanzierung und Bewertung sind die Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften angewandt worden. Darüber hinaus wurden die Grundsätze der Bilanzierungs-, Ausweis- und Bewertungsstetigkeit beachtet. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Die Einzelabschlüsse wurden grundsätzlich nach den deutschen Bilanzierungs- und Bewertungsbestimmungen für Kapitalgesellschaften aufgestellt. Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Gesellschaften wurden die nach landesrechtlichen Vorschriften aufgestellten Jahresabschlüsse der Konsolidierung zu Grunde gelegt. Die Jahresabschlüsse der ausländischen und inländischen Konzernunternehmen wurden, soweit dies erforderlich war, im Rahmen der Konsolidierung an die konzerneinheitlichen Bilanzierungsgrundsätze angepasst. Anpassungen an die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung werden grundsätzlich in Handelsbilanzen II vorgenommen. Der Jahresfehlbetrag (i.V. Jahresüberschuss) umfasst das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres einschließlich der Ergebnisanteile anderer Gesellschafter. Der Konzernjahresfehlbetrag (i. V. Konzernjahresüberschuss) umfasst den Anteil am Jahresergebnis, der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen ist. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um kumulierte Abschreibungen bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Abschreibungen der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände erfolgen - mit Ausnahme der Warenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer - linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer oder außerplanmäßig bei Vorliegen einer Wertminderung. Im Jahr des Zugangs erfolgt die Abschreibung zeitanteilig. Die Konzessionen und anderen Rechte werden über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zwischen drei und fünfzehn Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen der Sachanlagen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer sowohl nach der degressiven als auch der linearen Methode oder außerplanmäßig bei Vorliegen einer Wertminderung. Die ausgewiesenen Erbbaurechte werden unter Berücksichtigung der Dauer der Erbbaurechte von 50 Jahren linear abgeschrieben. Die im Geschäftsjahr 2012/2013 abgeschlossene Umbaumaßnahme an einem Bestandsgebäude wird über die neu geschätzte Nutzungsdauer von 50 Jahren linear abgeschrieben. Die in den Geschäftsjahren 2009/2010, 2006/2007 sowie 2022/23 fertig gestellten Gebäude werden über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 33 Jahren linear abgeschrieben, die übrigen Gebäude werden über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren bzw. in Einzelfällen auch 50 Jahren linear abgeschrieben. Zugänge zum beweglichen Sachanlagevermögen werden seit dem 1. Januar 2011 ausschließlich nach der linearen Methode (in Vorjahren zum Teil degressiv) abgeschrieben. Von der Möglichkeit des Übergangs von der degressiven Methode auf die lineare Methode wird Gebrauch gemacht, sofern dies zu einer höheren Abschreibung führt. Für geringwertige abnutzbare bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens kommen unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit Vereinfachungsregelungen (Sofortabschreibung bzw. typisierte Abschreibung im Rahmen der Bildung von Sammelposten) zur Anwendung. Die geleisteten Anzahlungen sind zu Anschaffungskosten bewertet und werden ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. Die Hilfs- und Betriebsstoffe, die Waren und die geleisteten Anzahlungen wurden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Für als Hilfs- und Betriebsstoffe ausgewiesene Verpackungsmaterialien wurden jeweils Festwerte gebildet. Die Waren sind mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Der Altersaufbau und die Gängigkeit der Bestände werden durch pauschale Abschläge, welche aus den Erfahrungswerten der Vergangenheit abgeleitet wurden, berücksichtigt. Die geleisteten Anzahlungen werden ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen wird erkennbaren Einzelrisiken durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. In der Regel wurden zusätzlich Pauschalwertberichtigungen für die Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr gebildet. Im Übrigen sind die Forderungen und Vermögensgegenstände zum Nominalwert bzw. Barwert ausgewiesen. Aktive latente Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen sind zum Nennwert angesetzt. Da auf Überhänge an aktiven latenten Steuern auf Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen im jeweiligen einbezogenen landesrechtlichen Jahresabschluss und den steuerrechtlichen Wertansätzen gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 i. V. m. § 298 Abs. 1 HGB ein Ansatzwahlrecht besteht und sich jeweils deutliche Überhänge an aktiven latenten Steuern ergeben, wird - auch aufgrund des mit der Bilanzierung aktiver latenter Steuern verbundenen Zusatzaufwands - das Ansatzwahlrecht dahingehend ausgeübt, dass auf einen Ansatz aktiver latenter Steuern auf Jahresabschlussebene verzichtet wird. Die Pensionsrückstellungen wurden nach den Vorschriften des HGB anhand versicherungsmathematischer Methoden ermittelt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der so genannten "Projected Unit Credit-Methode" (PUC-Methode). Der Rückstellungsbetrag gemäß der PUC-Methode ist definiert als der versicherungsmathematische Barwert der Pensionsverpflichtungen, der von den Mitarbeitern bis zu diesem Zeitpunkt gemäß Rentenformel und Unverfallbarkeitsregelung aufgrund ihrer in der Vergangenheit abgeleisteten Dienstzeiten erdient worden ist. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die "Richttafeln 2018 G" von Professor Dr. Klaus Heubeck zu Grunde gelegt. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wird der in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB von der Deutsche Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten zehn Jahre verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der Rückstellungsbetrag wurde unter Berücksichtigung der nachfolgenden Trendannahmen ermittelt:
Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sind nach der Nettomethode ohne Umsatzsteuer angesetzt. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Insofern sind im vorliegenden Konzernabschluss unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung enthalten. Bei langfristigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (Restlaufzeit über ein Jahr) erfolgt die Bewertung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite. D. Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung I. Konzernbilanz 1. Konzernanlagevermögen Die gesondert dargestellte Entwicklung des Konzernanlagevermögens ist integraler Bestandteil des Konzernanhangs. 2. Sonstige Vermögensgegenstände Alle sonstigen Vermögensgegenständen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit einem Jahr. 3. Flüssige Mittel Die Position enthält die Kassenbestände und die Guthaben bei Kreditinstituten. 4. Aktive latente Steuern In Ausübung des Ansatzwahlrechtes gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 i. V. m. § 298 Abs. 1 HGB wurde der sich aus den einbezogenen Jahresabschlüssen ergebende Überhang an aktiven latenten Steuern auf Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen im Konzernabschluss und den steuerrechtlichen Wertansätzen im jeweiligen landesrechtlichen Jahresabschluss nicht angesetzt. Temporäre Differenzen zwischen den handels- und steuerbilanziellen Ansätzen bestehen bei den immateriellen Vermögensgegenständen, Pensionsrückstellungen, sonstigen Rückstellungen sowie den Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in fremder Währung. Temporäre Differenzen zwischen dem Konzern- und Einzelabschlussansatz bestehen bei den Vorräten und den Forderungen bzw. Verbindlichkeiten im Verbundbereich, auf diese wurden latente Steuern gemäß § 306 HGB gebildet. Der für die Bewertung grundsätzlich zu Grunde gelegte kombinierte Ertragsteuersatz des Mutterunternehmens beträgt 28,00 %; im Übrigen wurden die jeweiligen Steuersätze der betreffenden Gesellschaften verwendet. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Die in der Bilanz ausgewiesenen aktiven latenten Steuern (EUR 4.345.270,52, i. V. EUR 4.508.280,24) beinhalten eine Saldierung mit passiven latenten Steuern in Höhe von EUR 153.210,95 (i. V. EUR 197.530,28). 5. Gezeichnetes Kapital Zum Bilanzstichtag beträgt das Grundkapital EUR 22.949.278,00. Es ist eingeteilt in 22.949.278 vinkulierte Namensaktien zum rechnerischen Nennwert von jeweils EUR 1,00. 6. Bilanzgewinn Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:
7. Kapitalrücklage Im Geschäftsjahr wurden keine Erwerbs- bzw. Veräußerungsgeschäfte mit eigenen Aktien durchgeführt. 8. Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter, Ergebnisanteile anderer Gesellschafter Der Posten betrifft Fremdanteile in Höhe von 20,35 % an der Marc O'Polo License AG, Stephanskirchen. Die Anteile Dritter entwickelten sich im Geschäftsjahr 2022/2023 wie folgt:
9. Rückstellungen Der Unterschiedsbetrag der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit 7-jährigem Durchschnittssatz und 10-jährigem Durchschnittssatz beträgt EUR 43.440,00. In dieser Höhe liegt zudem ein ausschüttungsgesperrter Betrag vor. Die sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Rückstellungen für Personalkosten (TEUR 13.828), Kundenboni und Retouren (TEUR 11.923), Rückstellungen für Verpflichtungen im Zusammenhang mit Mietverträgen (TEUR 4.950), Rückstellungen für unterwegs befindliche Waren (TEUR 3.310) sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 5.715). 10. Verbindlichkeiten Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
II. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse setzen sich ausfolgenden Segmenten zusammen:
Die Umsatzerlöse wurden in folgenden Ländern bzw. Regionen realisiert:
1) insb. Polen, Russland, Tschechische Republik,
Italien, Finnland, Rumänien, Ukraine, Baltikum,
Norwegen und China
2. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 3.207. Es handelt sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Erträge aus Mietnachlässen für Einzelhandelsflächen und Minderung von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen. Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 657 ausgewiesen. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Aufwendungen aus Anlagenabgängen. Unter den Zinserträgen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 9 aus Zinsen auf Steueraufwendungen für Vorjahre enthalten. Unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 723 aus Steueraufwendungen für Vorjahre enthalten. 3. Material- und Personalaufwand Im Berichtsjahr betrugen die
und die
4. Kursgewinne und -verluste In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Kurserträge aus der Umrechnung von kurzfristigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Wechselkurs des Bilanzstichtages in Höhe von EUR 4.856.884,64 (i. V. EUR 2.028.887,07) enthalten. In den sonstigen betrieblichen Auf-wendungen sind Kursverluste aus der Umrechnung von kurzfristigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Wechselkurs des Bilanzstichtages in Höhe von EUR 1.398.535,40 (i. V. EUR 291.091,64) enthalten. 5. Aufzinsung von Rückstellungen In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von EUR 41.138,08 (i. V. EUR 110.384,27) enthalten. 6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, Latente Steuern In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind per Saldo Erträge aus latenten Steuern in Höhe von EUR 153.210,95 (i. V.EUR 679.086,90) enthalten. 7. Außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde mit der Einführung eines neuen ERP Systems gestartet. Hierfür sind im Geschäftsjahr 2022/23 Aufwendungen im Bereich der IT Beratung in Höhe von TEUR 5.641 sowie aktivierte Investitionen in Höhe von TEUR 9.528 angefallen. Des weiteren erfolgten im Geschäftsjahr 2022/23 Investitionen in Höhe von TEUR 6.207 sowie Aufwendungen in Höhe von TEUR 523 für die Errichtung eines neuen Gebäudes. Für die Einrichtung des Gebäudes wurden TEUR 689 als Investitionen verbucht. E. Sonstige Angaben 1. Organe Vorstände sind:
Der Aufsichtsrat der Marc O'Polo SE (vormals AG) (vormals AG), Stephanskirchen, setzt sich wie folgt zusammen:
Im Berichtsjahr betrugen die Vorstandsbezüge EUR 3.170.302,85 (i. V. EUR 3.169.974,02). Die Angaben gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6b HGB unterbleiben in analoger Anwendung des Wahlrechts nach § 286 Abs. 4 HGB. Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit eine Vergütung in Höhe von EUR 162.000,00 (i. V. EUR 162.000,00). 2. Personal Der Konzern beschäftigte im Durchschnitt des Geschäftsjahres folgende Mitarbeiter:
Darüber hinaus wurden im Jahresdurchschnitt 57 Auszubildende beschäftigt. Die Vorstände der Marc O'Polo SE (vormals: Marc O'Polo AG) und die Geschäftsführer der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind in dieser Aufstellung gemäß § 267 Abs. 5 HGB nicht berücksichtigt. 3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, außerbilanzielle Geschäfte Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen in folgender Höhe:
Zu Mietverpflichtungen in Höhe von TEUR 301 bestehen betragsidentische Untermietverträge mit Franchise-Partnern. Die Leasingverpflichtungen bestehen für den Fuhrpark sowie Teile der EDV der Konzerngesellschaften. Diese Maßnahme dient der Entlastung des Refinanzierungsvolumens, wodurch sich Spielräume für weitere Investitionsmöglichkeiten ergeben. Hinsichtlich der Devisentermingeschäfte wird auf die nachstehenden Erläuterungen verwiesen. 4. Derivative Finanzinstrumente Zur Absicherung von Wechselkursschwankungen von mit hoher Wahrscheinlichkeit vorgesehenen Wareneinkaufstransaktionen in USD wurden in 2022/2023 zwölf Devisentermingeschäfte über insgesamt TUSD 58.500 für den Bezugszeitraum Juli 2023 bis Mai 2024 abgeschlossen. Die Devisentermingeschäfte wurden mit den vorgesehenen Wareneinkaufstransaktionen zu antizipativen Bewertungseinheiten zusammengefasst. Da bei den antizipativen Bewertungseinheiten das abgesicherte Volumen unter dem gesamten Wareneinkaufsvolumen in USD liegt, ist eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit des Ausgleichs gegenläufiger Preisänderungsrisiken gegeben. Die gegenläufigen Wertänderungen der mit hoher Wahrscheinlichkeit vorgesehenen Wareneinkaufstransaktionen in USD und der Sicherungsgeschäfte gleichen sich aufgrund des gleichen Preisänderungsrisikos und der Absicht, die Bewertungseinheit bis zur Erreichung des Sicherungszwecks beizubehalten, vollständig aus. Die Effektivität wurde durch Gegenüberstellung von Zahlungsströmen ermittelt. Der beizulegende Zeitwert der derivativen Finanzinstrumente beläuft sich auf TEUR 467. Aufgrund der Bewertungseinheiten wären auf ggf. entstehende negative Marktwerte keine Drohverlustrückstellungen zu bilden. Die Marktwerte wurden von den Kreditinstituten auf der Basis der Barwertmethode ermittelt. 5. Konzernkapitalflussrechnung Die gesondert dargestellte Konzernkapitalflussrechnung entspricht DRS 21. Im Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde Aufwendungen im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen ERP Systems in Höhe von EUR 5,6 Mio. als Posten von außergewöhnlicher Größenordnung ausgewiesen. Im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit wurden Auszahlungen im Zusammenhang mit der Investitionen im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen ERP Systems in Höhe von EUR 9,5 Mio. sowie im Zusammenhang mit dem Neubau eines Gebäudes in Höhe von EUR 6,9 Mio. als Posten von außergewöhnlicher Größenordnung ausgewiesen. Die in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellten Auszahlungen an andere Gesellschafter enthalten neben Gewinnausschüttungen die Finanzmittelabflüsse aus Ausgleichszahlungen. 6. Konzerneigenkapitalspiegel Der gesondert dargestellte Konzerneigenkapitalspiegel entspricht DRS 22. Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital steht - wie im Vorjahr - in voller Höhe für Ausschüttungen zur Verfügung, da das erwirtschaftete Eigenkapital gemäß dem maßgebenden Jahresabschluss des Mutterunternehmens das erwirtschaftete Konzerneigenkapital übersteigt. Gemäß dem Jahresabschluss des Mutterunternehmens stehen TEUR 156.045 (i. V. TEUR 180.843) für Ausschüttungen zur Verfügung. Den gesetzlichen Ausschüttungssperren unterliegen im Jahresabschluss des Mutterunternehmens TEUR 2.337 (i. V. TEUR 2.372). 7. Honorar für Leistungen des Konzernabschlussprüfers Die Aufwendungen für Honorare an unseren Konzernabschlussprüfer betrugen im Geschäftsjahr TEUR 358. Diese verteilen sich wie folgt:
8. Offenlegungserleichterungen Für folgende Gesellschaften werden die Offenlegungserleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen bzw. sollen in Anspruch genommen werden:
9. Nachtragsbericht Nach Ende des Geschäftsjahres zum 31. Mai 2023 haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ereignet, über die an dieser Stelle zu berichten wäre. 10. Ergebnisverwendung Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.
Stephanskirchen, 25. Oktober 2023 Marc O'Polo SE (vormals: Marc O'Polo AG) Vorstand Maximilian Böck Susanne Schwenger Markus Staude-Skowronek Dr. Patric Spethmann Entwicklung des Konzernanlagevermögens der Marc O'Polo SE (vormals: Marc O'Polo AG), Stephanskirchen, im Geschäftsjahr 2022/2023
Konzernkapitalflussrechnung der Marc O'Polo SE (vormals: Marc O'Polo AG), Stephanskirchen, für das Geschäftsjahr 2022/2023
Konzerneigenkapitalspiegel der Marc O'Polo SE (vormals Marc O'Polo AG), Stephanskirchen für das Geschäftsjahr 2022/2023
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022/231. Geschäftsmodell des Konzerns Der Marc O'Polo Konzern mit seinem Mutterunternehmen der Marc O'Polo SE, Stephanskirchen (vormals Marc O'Polo AG, kurz: Marc O'Polo SE) ist im Bereich des Textilgroß- und Textileinzelhandels tätig. Im Zuge von Restrukturierungen übernimmt diese seit Februar 2023 als Zentralfunktion auch die unterstützenden Aktivitäten, wie Finanzen und Controlling, Personalwesen, Digital Intelligence und IT, die bisher bei der Tochtergesellschaft Marc O'Polo International GmbH, Stephanskirchen, verankert waren. Die strategische Ausrichtung des Konzerns basiert auf der Vision von Marc O'Polo, die führende nachhaltige Modern-Casual-Lifestyle Brand im globalen Premiumsegment zu werden. Daraus ergeben sich vordergründig die Ansprüche der Begehrlichkeit der Marke und des profitablen Wachstums. Diese Anforderungen werden in jede strategische Unternehmensentscheidung einbezogen. Somit wird sichergestellt, dass die Vision in den unternehmerischen Alltag integriert und realisiert wird. Die Marc O'Polo International GmbH, Stephanskirchen (kurz: Marc O'Polo International) trägt als Tochtergesellschaft der Marc O'Polo SE mit einem Umsatzanteil von 51,2 % maßgeblich zur Erreichung des Konzernergebnisses bei. In dieser Gesellschaft wird die Wertschöpfungskette über die Kollektionsentwicklung, Sourcing und Beschaffung sowie der Vertrieb im Großhandel für die nationalen und internationalen Märkte abgedeckt. Im Zuge von Konzernumstrukturierungen fand eine Verschmelzung der bisherigen Schwestergesellschaften Marc O'Polo DENIM & CAMPUS GmbH, Stephanskirchen (kurz: Marc O'Polo DENIM & CAMPUS), Marc O'Polo Shoes GmbH, Stephanskirchen (kurz: Marc O'Polo Shoes) sowie der Marc O'Polo Accessories GmbH, Stephanskirchen (kurz: Marc O'Polo Accessories) rückwirkend zum 1. Juni 2022 auf die Marc O'Polo International GmbH statt, die fortan auch die Kollektionsentwicklung, die Beschaffung und den Vertrieb der Marke "Marc O'Polo DENIM" sowie für Schuhe, Taschen und Accessoires übernimmt. Die Enkelgesellschaft Marc O'Polo Einzelhandels GmbH, Stephanskirchen (kurz: Marc O'Polo Einzelhandel), stellt mit 77 Shops und 46 Factory Outlets (Zahlen zum Ende des Geschäftsjahres) den direkten Weg zum Endverbraucher in Deutschland, Belgien, Niederlande, Italien, Polen, Tschechien, Schweden und Österreich dar. Sie betreibt darüber hinaus Online-Shops in mehreren europäischen Ländern. Mit einem Beitrag von 44,0 % des Konzernumsatzes sowie der strategischen Bedeutung für die Kollektionsaussage am Point of Sale liefert die Gesellschaft einen sehr starken Beitrag zur Entwicklung des Konzerns. Darüber hinaus stellt die Gesellschaft einen wichtigen Kommunikationskanal für die Markenbotschaft an die Endverbraucher dar. Die MO'P X-Channel Services GmbH, Stephanskirchen (kurz: Marc O'Polo X-Channel) zentralisiert und bündelt alle eigenen Logistikaktivitäten im Konzern. Die Marc O'Polo France SARL, Paris/Frankreich, betreibt zum Ende des Geschäftsjahres zwei Factory Outlets in Frankreich und fungiert im Wesentlichen im Großhandel als Distributeur für die Marc O'Polo International auf dem französischen Markt. Die Marc O'Polo Retail RO S.R.L, Bukarest / Rumänien, betreibt vier Shops und ein Factory Outlet. Die Marc O'Polo RUS OOO, Moskau / Russland, fungiert überwiegend im Großhandel als Distributeur für die Marc O'Polo International auf dem russischen Markt. Im Zuge der Ukraine Krise wurden die bisherigen Shops bis auf Weiteres geschlossen. Die Marc O'Polo Italia S.R.L, Bozen / Italien, wurde im Geschäftsjahr 2022/23 neu gegründet und fungiert insbesondere im Großhandel als Distributeur für die Marc O'Polo International auf dem italienischen Markt und bündelt künftig die eigenen Retail Aktivitäten der Stores und Factory Outlets. Die Marc O'Polo Retail España S.L., Madrid / Spanien, wurde im Geschäftsjahr 2022/23 neu gegründet und fungiert insbesondere im Großhandel als Distributeur für die Marc O'Polo International auf dem spanischen Markt. Die Marc O'Polo Danmark ApS, Kopenhagen / Dänemark, wurde im Geschäftsjahr 2022/23 neu gegründet und fungiert insbesondere im Großhandel als Distributeur für die Marc O'Polo International auf dem dänischen Markt. Die Enkelgesellschaft Marc O'Polo (Shanghai) Trading Co., Ltd., Shanghai / Volksrepublik China, (kurz: Marc O'Polo (Shanghai) Trading), betreut den Großhandel auf dem chinesischen Markt für die Marc O'Polo International. Über einen chinesischen Lizenzpartner ist Marc O'Polo zum Ende des Geschäftsjahres mit 37 (Vorjahr: 39) Point of Sales in China vertreten. Die Beschaffung in Fernost tätigte die Marc O'Polo International in der Vergangenheit verstärkt über ihre Tochtergesellschaft Marc O'Polo Hong Kong Ltd., Hong Kong / Volksrepublik China. Im Rahmen der Optimierung der Beschaffungsprozesse werden Sourcing und Beschaffung nur noch intern über die Marc O'Polo International GmbH oder über externe Agenturen abgewickelt. Die Tochtergesellschaft Marc O'Polo License AG, Stephanskirchen, ist zuständig für den weltweiten Schutz des Warenzeichens, die Lizenzvergabe und die Erstellung des Marketings für die gesamte Unternehmensgruppe. Der Anteil von Lizenzerlösen am Konzernumsatz beträgt 0,7% (Vorjahr: 0,7 %). Die wesentlichen Absatzgebiete der Marc O'Polo Unternehmensgruppe liegen in Europa, insbesondere im deutschsprachigen Raum (DACH). Dort werden rd. 75 % (Vorjahr 81 %) des Konzernumsatzes erwirtschaftet. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die deutsche Wirtschaft erfuhr im zurückliegenden Winterhalbjahr einen kräftigen Dämpfer. Die gestiegene Inflation und der Krieg in der Ukraine bremsten die wirtschaftliche Erholung und blieben Unsicherheitsfaktoren für die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte laut Sommerprognose des ifo-Instituts vom Juni 2023 preis-, saison- und kalenderbereinigt zwei Quartale in Folge und lag zu Jahresbeginn 2023 um 0,9 % niedriger als im Sommer 2022. Maßgeblich hierfür war eine spürbare Abschwächung der Nachfrage. Die deutlichsten Auswirkungen zeigten sich demnach im Handel, wo Umsätze und Wertschöpfung preisbereinigt in der Tendenz bereits seit Anfang 2022 zurückgehen. Der Rückgang der Nachfrage ist laut ifo-Institut eine Folge der hohen Inflation, die sowohl in Deutschland als auch in vielen Absatzmärkten die Kaufkraft sinken ließ und insbesondere hierzulande zu einem deutlichen Rückgang des privaten Konsums führte. Zwar hat die Inflationswelle ihren Scheitelpunkt bereits überschritten. Neben sinkenden Energiekosten trug dazu auch ein mittlerweile rückläufiger Preisauftrieb bei allen übrigen Waren und Dienstleistungen bei. Dennoch kam es laut ifo-Institut bei den privaten Haushalten trotz spürbar steigender Löhne und umfangreicher staatlicher Entlastungen und Transfers insgesamt zu einem Rückgang der realen Haushaltseinkommen. Dabei schränkten die Haushalte im zurückliegenden Winterhalbjahr vor allem ihren Warenkonsum ein. Insgesamt rechnet das ifo-Institut im Jahresdurchschnitt 2023 mit einer Kerninflationsrate in Höhe von 6,0 %, die noch deutlich über der des Vorjahres (4,9 %) liegt. Da jedoch der Inflationsbeitrag der Energiepreise in den kommenden Monaten stark abnimmt, wird für die Gesamtinflation ein Rückgang von 6,9 % im Jahr 2022 auf 5,8 % im Jahr 2023 prognostiziert. In der EU ist das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2023 Eurostat zufolge um 0,3 % gewachsen. Nach einem Höchststand im Jahr 2022 ging die Gesamtinflation im ersten Quartal 2023 vor dem Hintergrund sinkender Energiepreise weiter zurück. Die Kerninflation bleibt basierend auf der Frühjahrsprognose 2023 der Europäischen Kommission, ähnlich wie in Deutschland, weiterhin hoch und erreichte im März 2023 mit 7,6 % einen historischen Höchststand. Auf Basis dieser Frühjahrsprognose hat die Kerninflation jedoch ihren Höchststand erreicht. Erwartet wird, dass die Kerninflationsrate geringfügig nachgeben wird und im Euro- Währungsgebiet auf Jahressicht 2023 bei durchschnittlich noch 6,1 % liegen wird. Auch auf dem Arbeitsmarkt zeichnete sich zuletzt eine gedämpfte Dynamik ab. Laut ifo-Institut deuten die Frühindikatoren für den weiteren Verlauf auf eine deutliche Verlangsamung bei der Erwerbstätigkeit, aber auf keinen massiven Stellenabbau. Auf Jahressicht dürfte die Arbeitslosenquote nach Definition der Bundesanstalt für Arbeit in den Jahren 2023 und 2024 bei 5,5 % bzw. bei 5,3 % liegen, nach 5,3% im vergangenen Jahr 2022. Die Arbeitslosenquote in der EU erreichte mit 6,0 % im März 2023 gemäß Frühjahrsprognose 2023 der Europäischen Kommission einen neuen Tiefststand und die Erwerbsquote und die Beschäftigungsquote liegen auf Rekordhöhe. Es wird davon ausgegangen, dass der EU-Arbeitsmarkt lediglich geringfügig auf die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums reagieren wird. Für dieses Jahr wird ein Beschäftigungswachstum von 0,5 % prognostiziert, das 2024 auf 0,4 % sinken dürfte. Die Arbeitslosenquote wird den Projektionen zufolge weiterhin bei knapp über 6 % liegen. Der seit Herbst 2022 anhaltende positive Trend bei der Verbraucherstimmung hat sich im Juli zuletzt deutlich abgeschwächt. Auch wenn sich die Verbraucherstimmung in Deutschland seit Beginn des Ukrainekriegs wieder erholt hat, ist die Stimmung der Verbraucher von früheren Höchstständen weit entfernt. Da laut HDE in diesem Jahr nicht mehr mit einer signifikanten gesamtwirtschaftlichen Erholung gerechnet werden kann, bleibt diese im Barometer nahezu gleich. Auch laut den zuletzt veröffentlichten GfK Konsumklimastudien deutet die aktuelle Entwicklung der Verbraucherstimmung darauf hin, dass die Konsumenten wieder stärker verunsichert sind. Das zeigt sich unter anderem darin, dass die Sparneigung zuletzt wieder zulegte. Auch das ifo-Institut geht in seiner Sommerprognose davon aus, dass die Einkommen der privaten Haushalte erst ab der zweiten Hälfte des Jahres 2023 wieder stärker zulegen als die Preise und der private Konsum an Fahrt aufnimmt. Der starke Einfluss der Teuerung spiegelt sich auch in der Entwicklung der Einzelhandelsumsätze wider. Laut Destatis hat der Einzelhandelsumsatz in Deutschland über alle Branchen zwischen Januar und Mai 2023 nominal zwar um 2,6 % zugelegt, preisbereinigt gingen die Umsätze real aber um 5,7 % zurück. Im Modeeinzelhandel ist diese Diskrepanz nicht so groß und mit plus 4,0 % verzeichnete die Branche hier auch real einen Umsatzzuwachs. Nominal war aber auch hier das Umsatzplus mit 5,9 % deutlich höher. Der Einzelhandelsumsatz im Internet- und Versandhandel entwickelte sich dagegen in den erst fünf Monaten des Jahres 2023 rückläufig. Nominal gingen die Umsätze um 3,6 %, real sogar um 8,4 % zurück. Operativ herausfordernd bleibt zudem eine immer größere Diversifizierung der Vertriebswege im Handelsbereich. Aber auch sich in den Vorjahren abzeichnende Entwicklungen im Großhandelsgeschäft, wie zunehmende Reorder- und Replenishmentprozesse, gewinnen immer größere Bedeutung mit entsprechenden Anforderungen an die Warenbewirtschaftung und dem Risiko entsprechender Warenbestände. Waren beim Preis für den textilen Rohstoff Baumwolle im Jahr 2022 kontinuierliche Steigerungen zu beobachten, so führt ein Rückgang der weltweiten Nachfrage zu deutlichen Preissenkungen und einer Rückkehr auf das Preisniveau vor 2022. Aufgrund der starken Abhängigkeit des Imports von Textilien und Schuhen aus Produktionsstandorten außerhalb Europas, insbesondere Asien, spielt die Entwicklung des Euros im Verhältnis zum US-Dollar eine entscheidende Rolle bei der Warenbeschaffung. Währungsrisiken in USD lassen sich über entsprechende Devisentermingeschäfte im Rahmen der kalkulierten Preise teilweise absichern. Positiv entwickelte sich die Liefersituation. Die Lieferverzögerungen durch Lockdowns und geschlossene Häfen konnten im Modeeinzelhandel bereits zum Weihnachtsgeschäft 2022 überwunden werden. Auch die Entwicklung der Fracht- und Transportkosten, hat sich infolge des Auflösens von Lieferverzögerungen und einer rückläufigeren weltweiten Nachfrage gegenüber dem Vorjahr entspannt. 2.2 Geschäftsverlauf und Lage des Konzerns 2.2.1 Ertragslage Das abgelaufene Geschäftsjahr war von enormen Herausforderungen geprägt. Während sich die Lage auf der Einkaufsseite im Laufe des abgelaufenen Geschäftsjahres wieder entspannte, führten auf der Verkaufsseite die gestiegene Inflation, die konjunkturelle Entwicklung sowie deren negative Auswirkung auf das Konsumverhalten zu einem deutlich geringeren Umsatzwachstum als ursprünglich prognostiziert. Die Expansion in neue Märkte sowie infolge der schwächeren Nachfrage gestiegene Bestände, führten bei steigenden Energiekosten zu deutlich höheren Fracht- und Logistikkosten und damit zu einem überproportionalen Anstieg der Vertriebskosten. Daneben erhöhten sich die Verwaltungskosten bedingt durch den Umbau der IT-Systemlandschaft und der noch andauernden Umsetzung des Projektes "The O'ject" (Einführung SAP S/4 HANA zur Realisierung eines voll integrierten ERP-Systems). Der Konzernumsatz konnte trotz schwieriger Rahmenbedingungen absolut um 54,7 Mio. EUR auf 593,1 Mio. EUR gesteigert werden.
Der Umsatzzuwachs entfällt mit 35,4 Mio. EUR im Wesentlichen auf das Segment Großhandel und insbesondere auf einem Umsatzwachstum in der Region EAST. Der Umsatz im Segment Einzelhandel stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Mio. EUR auf 164,8 Mio. EUR. Im Segment Onlinehandel war ein Umsatzwachstum in Höhe von 5,9 Mio. EUR zu verzeichnen. Aufgrund des starken Zuwachs im Großhandel ging der Anteil der B2C-Umsätze im Konzern (Summe Umsätze Einzel- und Onlinehandel) am Konzernumsatz von bisher 50,2 % auf 48,1 % zurück. Das Vorantreiben der Internationalisierung stellt ein zentrales strategisches Ziel der Marc O'Polo Unternehmensgruppe dar. Mit 74,8 % (Vorjahr: 80,2 %) wird derzeit ein Großteil des Konzernumsatzes im deutschsprachigen Raum und der Region DACH erwirtschaftet, der Rückgang des in DACH erwirtschafteten Umsatzes am Konzernumsatz spiegelt zugleich auch die erfolgreiche Realisierung der Internationalisierungsstrategie wider. Das stärkste Umsatzwachstum zum Vorjahr ist neben der DACH- Region (+11,5 Mio. EUR) in der Region EAST zu verzeichnen (+ 35,7 Mio. EUR). Der relative Deckungsbeitrag (Rohertragsmarge) hat sich gegenüber dem Vorjahr um 3,5 %-Punkte auf 48,5 % verschlechtert. Haupttreiber dieser Entwicklung sind ein zum Vorjahr geringerer Anteil voll vertikaler B2C-Umsätze am Gesamtkonzernumsatz sowie insbesondere höhere Erlösschmälerungen. Die höheren Erlösschmälerungen resultieren neben Rabatten aus höheren vertriebsbedingten Retouren sowie aus der Bestandsoptimierung bei margenschwächeren OffPrice- Segmente. Die Frachtkosten haben sich in Relation zum Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig entwickelt, gegenläufig sind die Zollkosten leicht gestiegen. Zur Abdeckung von Bestandsrisiken wurden zusätzliche Wertberichtigungen in Höhe von 1,1 Mio. EUR berücksichtigt. Die Vertriebskosten steigen mit 31,7 Mio. EUR überproportional zur Entwicklung des relativen Deckungsbeitrages an. Die Steigerung der Vertriebskosten entfällt dabei mit 10,9 Mio. EUR auf höhere Personalkosten, u. a. bedingt durch die internationale Expansion sowie den Aufbau weiterer Vertriebsstrukturen. Für den Betrieb des Zentrallagers in Stephanskirchen erhöhten sich die Personalkosten inkl. Zeitarbeiter zudem um 4,0 Mio. EUR. Daneben entfallen 6,6 Mio. EUR auf gestiegene Raumkosten, insbesondere für eigene Shops im Retail infolge von Neueröffnungen, gestiegenen Energiekosten und Indexmieten sowie höheren Zuführungen zu Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen. Ein Betrag in Höhe von 2,7 Mio. EUR entfällt auf umsatzvariable Vertriebskosten für den internationalen Groß- sowie den Onlinehandel. Logistikkosten für Versand und externe Logistikdienstleister erhöhten sich um 8,2 Mio. EUR, gegenläufig wurden Marketingkosten um 3,1 Mio. EUR reduziert. Die Verwaltungskosten steigen im Geschäftsjahr 2022/23 um 7,0 Mio. EUR, was insbesondere auf einen Anstieg der IT-Kosten um 3,0 Mio. EUR zurückzuführen ist. Neben der Erweiterung der IT- Infrastruktur, bedingt durch Expansion, entfällt auf die Realisierung des Projektes "The O'ject" (Einführung eines voll integrierten ERP-Systems S/4 HANA) ein Anstieg in Höhe von 1,6 Mio. EUR sowie auf weitere Projekte im Bereich Data Intelligence & AI ein Anstieg in Höhe von 0,4 Mio. EUR. Daneben steigen die Personalkosten um 1,7 Mio. EUR, insbesondere infolge höherer Sachbezüge. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Mio. EUR gesunken. Diese Reduzierung resultiert im Wesentlichen aus im Vergleich zum Vorjahr geringeren Auflösungen von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen (2,0 Mio. EUR) sowie geringeren Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (2,2 Mio. EUR). Gegenläufig sind die Erträge aus Sachbezügen um 1,9 Mio. EUR angestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen steigen gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Mio. EUR. Hintergrund sind dabei insbesondere Aufwendungen aus Währungskursverlusten. Das Finanzergebnis enthält neben Zinsaufwendungen für die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen im Wesentlichen Zinszahlungen für zwei Darlehen (0,6 Mio. EUR) sowie Zinserträge aus Fremdwährungsbeständen (0,2 Mio. EUR) und Zinserträge aus Steuererstattungen (0,1 Mio. EUR). Das Ergebnis, korrigiert um Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie um Sonstige Steuern, liegt in diesem Jahr bei -2,3 Mio. EUR und damit deutlich unter dem Vorjahr (Vorjahr: 35,5 Mio. EUR). Der Konzernjahresfehlbetrag beläuft sich im Berichtsjahr auf -4,4 Mio. EUR und liegt damit 30,1 Mio. EUR unter dem Konzernjahresüberschuss des Vorjahres. 2.2.2 Finanzlage 2.2.2.1 Kapitalstruktur Die Kapitalstruktur des Marc O'Polo Konzerns hat sich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Das zum 31. Mai 2023 ausgewiesene Eigenkapital beträgt 171,6 Mio. EUR und liegt um rund 18,9 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Die Eigenkapitalquote beläuft sich auf 53,4 % (Vorjahr: 67,9 %). Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden zwei Betriebsmitteldarlehen in Höhe von insgesamt 48 Mio. EUR aufgenommen. 2.2.2.2 Investitionen Die Marc O'Polo Unternehmensgruppe hat im Geschäftsjahr 2022/23 in einem hohen Maß in künftiges Wachstum investiert. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 31,9 Mio. EUR. Ein wesentlicher Teil des Investitionsvolumens entfällt auf Ladenbauten für neu eröffnete Flächen oder Umbauten und den sukzessiven Roll Out des neuen Ladenbaukonzeptes "The Scandinavian Studio". Im Berichtsjahr wurden im stationären Einzelhandel 19 neue Shops (Vorjahr: 18) eröffnet. Hintergrund hierfür ist insbesondere die internationale Expansion. Demgegenüber stehen sechs Schließungen (Vorjahr: zwei). Für Neueröffnungen und Umbauten wurden im Einzelhandel rd. 7,0 Mio. EUR (Vorjahr: 10,0 Mio. EUR) investiert. Hinzu kommen drei Schließungen temporärer Flächen, sogenannter Pop Up Stores. Im Segment Wholesale wurden im Geschäftsjahr 2022/23 4,2 Mio. EUR für den Ladenbau investiert (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR). Dabei wurden 93 Shop-in-Store Flächen mit 4.954 qm sowie 7 Franchise Stores mit 1.182 qm, insgesamt 6.136 qm gebaut. Hinzu kommen rund 4,9 Mio. EUR für die Baufertigstellung und Innenausstattung eines neuen Bürogebäudes "House of Product" am Standort Stephanskirchen (im Vorjahr 9,3 Mio. EUR). Neben den genannten Investitionen in Verkaufsflächen (Shop-in-Store Flächen und eigene Shops) sowie neue Flächen am Headquarter (House of Product) entfallen ebenfalls große Investitionen auf den Bereich IT und mit 10,4 Mio. EUR insbesondere auf das Projekt "The O'ject", der Einführung eines voll integrierten ERP-Systems (S/4 HANA) (Vorjahr: 8,6 Mio. EUR). Die Investitionsquote (Verhältnis der Investitionen des Geschäftsjahres zur Höhe des Anlagevermögens zu Beginn des Geschäftsjahres) liegt bei 43,5 % (Vorjahr: 72,1 %).
2.2.3 Liquidität In der Konzernkapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme getrennt nach Mittelzu- und -abflüssen aus operativem Geschäft, aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt. Mit -57,4 Mio. EUR weist der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ein Defizit aus, was durch die Aufnahme neuer Darlehen und der Inanspruchnahme von Kontokorrentlinien gedeckt wurde. Ursächlich für den negativen Cashflow ist eine deutlich schlechtere Ertragslage sowie eine höhere Kapitalbindung infolge deutlich gestiegener Warenbestände (+ 46,7 Mio. EUR). Kürzere Forderungslaufzeiten wirkten sich einerseits positiv aus. Höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und gestiegene Rückstellungen, insbesondere vertriebsbedingt und für ausstehende Rechnungen, führen zu einem zeitverschobenen Liquiditätsabfluss. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit liegt bei -26,5 Mio. EUR und ist gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Mio. EUR gesunken (Details vgl. 2.2.2.2 Investitionen). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit liegt mit 36,8 Mio. EUR über Vorjahr (Vorjahr: -24,1 Mio. EUR). Dies resultiert im Wesentlichen aus der Aufnahme von Darlehen in einem Volumen von 48,0 Mio. EUR sowie der Inanspruchnahme von Kontokorrentlinien in Höhe von 9,6 Mio. EUR. Demgegenüber stehen planmäßige Darlehenstilgungen in Höhe von 8,0 Mio. EUR sowie erfolgte Ausschüttungen an Gesellschafter in Höhe von 12,0 Mio. EUR. Als Folge der beschriebenen Cashflow-Veränderungen reduzierte sich der Bestand an Zahlungsmitteln um 46,1 Mio. EUR auf 12,3 Mio. EUR. Für die inländischen Konzerngesellschaften bestehen zum Konzernbilanzstichtag Kreditlinien in Höhe von 66,5 Mio. EUR, die in Form von Avalen in Höhe von 13,2 Mio. EUR und in Form von kurzfristigen Kreditlinien in Höhe von 0,2 Mio. EUR in Anspruch genommen werden. Es gab keine Liquiditätsengpässe. Die Konzerngesellschaften konnten ihre Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen. Beschränkungen, welche die Verfügbarkeit von Kapital beeinträchtigen könnten, liegen nicht vor. 2.2.4 Vermögenslage Das Gesamtvermögen des Konzerns ist gegenüber dem Vorjahr um 41,3 Mio. EUR bzw. 14,7 % gestiegen. Das Sachanlagevermögen erhöhte sich um 9,3 Mio. EUR, wobei den Investitionen im Berichtsjahr in Höhe von 21,4 Mio. EUR (siehe Textziffer 2.2.2.2), Anlagenabgänge in Höhe von 1,3 Mio. EUR, sowie Abschreibungen in Höhe von 10,6 Mio. EUR gegenüberstanden. Das immaterielle Anlagevermögen erhöhte sich insbesondere bedingt durch das ERP-Projekt "The O'ject" um 10,1 Mio. EUR, wobei den Investitionen im Berichtsjahr in Höhe von 10,5 Mio. EUR sowie Abschreibungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR gegenüberstanden. Die Vorräte haben sich gegenüber dem Vorjahr um 48,3 Mio. EUR deutlich erhöht. Das in den Vorräten gebundene Vermögen ist weiter angestiegen und macht zum Bilanzstichtag einen Anteil von 44,7 % (Vorjahr: 34,1 %) der Bilanzsumme aus. Der Bestand an Handelsware vor Wertberichtigungen erhöhte sich um 39,3 Mio. EUR auf 118,5 Mio. EUR. Dies resultiert zum einen aus einer unter den Erwartungen zurückgebliebenen Umsatzentwicklung und einem Bestandsaufbau von Off-Price Ware infolge von Wholesale-Retouren und Warenumlagerungen aus dem Retail. Zum anderen resultiert der Bestandsaufbau aus einem aktiven Ausbau der Warenverfügbarkeit am Kundenlager, insbesondere für BNOS-Artikel. Zur Abdeckung des Bestandsrisikos wurden zusätzliche Wertberichtigungen in Höhe von 1,1 Mio. EUR gebildet. Die Wertberichtigungen auf Warenbestände zum Bilanzstichtag betragen insgesamt 7,1 Mio. EUR (Vorjahr: 6,0 Mio. EUR). Neben dem Bestand an Handelsware hat sich zum Bilanzstichtag auch der Bestand an unterwegs befindlichen Waren gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Mio. EUR auf 29,7 Mio. EUR erhöht. Hintergrund sind zeitverschobene Anlieferungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr um 17,7 Mio. EUR. Hintergrund ist insbesondere ein höherer Umsatzanteil im Wholesale mit im Vergleich zum Retail längeren Zahlungszielen. Der Anstieg der sonstigen Vermögensgegenständen basiert auf Steuererstattungsansprüchen infolge der Ergebnisentwicklung. Die flüssigen Mittel haben sich gemäß der im oberen Abschnitt beschriebenen Liquiditätsentwicklung im Vergleich zum Vorjahr um 47,5 Mio. EUR reduziert. Das Eigenkapital reduziert sich aufgrund einer gegenüber dem Vorjahr schlechteren Ertragslage sowie beschlossenen Ausschüttungen um 18,9 Mio. EUR. Die Zunahme der Rückstellungen um 6,0 Mio. EUR ist insbesondere auf höhere Vertriebsrückstellungen in Höhe von 3,5 Mio. EUR zurückzuführen. Ferner wurden höhere Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und unterwegs befindliche Waren in einem Volumen von 3,8 Mio. EUR sowie für Rückbauverpflichtungen im Retail in Höhe von 2,4 Mio. EUR gebildet. Gegenläufig reduzieren sich ergebnisbedingt die Steuerrückstellungen um 2,6 Mio. EUR und die Personalrückstellungen um 0,9 Mio. EUR. Der Aufbau der Verbindlichkeiten um 54,1 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus der Aufnahme zweier Darlehen zum Ende des Geschäftsjahres in Höhe von 48,0 Mio. EUR und einem entsprechenden Aufbau der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. 2.3 Mitarbeiter Die Mitarbeitenden stellen nicht nur die sensitivste, sondern auch die wertvollste und wichtigste Ressource der Marc O'Polo Unternehmensgruppe dar. Zum Bilanzstichtag ist die Zahl der beschäftigten Mitarbeitenden (inkl. der Auszubildenden) um 111 Mitarbeitende auf 2.315 gestiegen. Der größte Teil der Mitarbeitenden ist in der Marc O'Polo Einzelhandel GmbH und der Marc O'Polo International GmbH beschäftigt. Der Anteil der Mitarbeitenden, die in eigenen Filialen für Marc O'Polo tätig sind, beträgt 50,7 %.
Der Personalaufwand ist um 18,8 % gestiegen. Die Steigerung resultiert insbesondere aus einem Personalaufbau in den Bereichen Sales International, Logistics sowie IT & Digital Development sowie aus Ganzjahreseffekten aus dem Personalaufbau im vorhergehenden Berichtsjahr. Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden wird einmal pro Quartal mit einem sogenannten Company Moodboard erfragt. Dieses Instrument beinhaltet Fragen hinsichtlich Arbeitsplatzsicherheit, Wertschätzung und Work-Life-Balance und liefert ein kontinuierliches und vergleichbares Bild der aktuellen Stimmung. Aus dem Company Moodboard werden HR-Maßnahmen abgeleitet, um für alle Mitarbeitenden ein bestmögliches Arbeitsumfeld zu schaffen. Motivation erwächst daraus, eigene Fähigkeiten zu entwickeln und diese für gemeinsame Erfolge einzusetzen. Deswegen ist es wichtig, den Mitarbeitenden die Möglichkeit zu bieten, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Nachwuchskräfte werden ebenso wie erfahrene Fach- und Führungskräfte im HQ und den Stores gefördert. Damit werden die Voraussetzungen für die dauerhafte Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden geschaffen. Hierbei wird das Ziel verfolgt, Führungspositionen bevorzugt mit Personen aus den eigenen Reihen zu besetzen. Auch die Ausbildung neuer Mitarbeitenden hat einen zentralen Stellenwert innerhalb der Personalstrategie. Das Trainingskonzept von Marc O'Polo ist vielfältig und steht im Einklang mit den Zielen der Unternehmensstrategie. Neben Präsenzschulungen werden virtuelle sowie hybride Formate angeboten. Zahlreiche Schulungsmaßnahmen sind in verschiedenen Sprachen verfügbar. In der Marc O'Polo University werden Trainings, Schulungsreihen und Vorträge angeboten, um sowohl die Methoden- und Fachkompetenzen als auch die persönlichen und sozialen Kompetenzen zu stärken. Neben den Trainingsreihen für Potentiale und Talente stand im Berichtsjahr das Thema "we hug again" in Form von Teamworkshops im Fokus. Daneben waren die Themen Internationalisierung, Digitalisierung und Führungskräfteentwicklung wichtig. Im Rahmen der Inhouse Academy besteht die Möglichkeit, sich in einem breit gefächerten digitalen Angebot fortzubilden. Individuelle Fachtrainings, Coaching und interne Workshops runden das Marc O'Polo Trainingskonzept ab. Für Mitarbeitende und Teams in den Stores gibt es in der Retail Academy zahlreiche Trainings für alle Karrierestufen. Mitarbeitende in den Stores sehen ihre Aufgabe nicht nur im Verkauf, sondern auch in der Betreuung der Kundinnen und Kunden als Gäste. Dieses Verständnis wird in den Welcome Days für neue Mitarbeitenden (in den Sprachen Englisch, Deutsch und Polnisch) sowie in verschiedenen Sales Trainings gefestigt. In den Kollektionstrainings und Informationsveranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit wird wichtiges Fachwissen rund um Materialien, Schnitte, Besonderheiten der Produkte und zu dem Nachhaltigkeitsengagement von Marc O'Polo vermittelt. Vier Retail-Sales-Trainerinnen schulen und trainieren die Teams in den Stores, national und international. Im Berichtsjahr wurde darüber hinaus ein Fokus auf mentale Gesundheit gelegt. Das Weiterbildungsangebot gestalten die Mitarbeitenden aktiv mit. Internes Knowhow wird unter dem Motto "Von Kolleg:innen für Kolleg:innen" multipliziert. Mit der Talent-Management-Strategie wird eine Unternehmenskultur etabliert, in der Talente unabhängig von ihrer Hierarchieebene, Abteilungszugehörigkeit oder Ausbildung gesehen und gefördert werden. Um Führungs- und Fachkräften auszubilden und angemessene Karriere- und Entwicklungsperspektiven anbieten zu können, gibt es eine Leadership- und eine Expert-Career mit entsprechenden Trainingsreihen. Leitende Mitarbeitende haben im Rahmen der Leadership Academy die Möglichkeit, Themen wie Werte, Unternehmenskultur und Achtsamkeit zu vertiefen. Neue Führungskräfte werden über die Trainingsreihe "Leadership Essentials Newcomer" an wichtige Tools herangeführt, um sie für ihre Aufgaben zu qualifizieren. Das "Develop Yourself" - Programm beinhaltet für Mitarbeitende im Retail verschiedene Trainings und Coachings, um sich in neun Monaten zur Position als (Deputy-)Store-Manager zu entwickeln. Interessierte Mitarbeitende haben außerdem die Möglichkeit, sich als Expert für verschiedene Rollen zu qualifizieren. Die Ausbildung von Mitarbeitenden hat einen weiteren zentralen Stellenwert innerhalb der Personalstrategie. Als international agierendes Modeunternehmen bietet Marc O'Polo Ausbildungsberufe in verschiedenen Abteilungen am HQ und im Retail an. Im Berichtsjahr wurde die Anzahl der Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Unternehmen weiter erhöht. Zudem wurden neue Schwerpunkte aufgegriffen, um so eine breitere Zielgruppe von jungen Talenten anzusprechen. Insgesamt waren 61 Auszubildende und duale Studierende (Vorjahr: 48) bei Marc O'Polo beschäftigt, davon 26 (Vorjahr 21) am HQ und 35 (Vorjahr 27) im Retail. Nach Außen gerichtet wurden umfassende Employer Branding Maßnahmen umgesetzt, die potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten einen authentischen Eindruck der Marc O'Polo Gruppe als Arbeitgeber vermitteln sowie einen Überblick über Einstiegsmöglichkeiten bieten. Hierbei wurde verstärkt auf den Einsatz von Mitarbeitende gesetzt, die gezielt darin geschult wurden, als Corporate Influencer in LinkedIn ein authentisches Bild über ihren Arbeitsalltag zu geben. Mit den aufgezeigten Maßnahmen verfolgt die Marc O'Polo Gruppe das Ziel, sich als attraktiver Arbeitgeber bei den angestrebten Zielgruppen zu positionieren. Die Wahrnehmung am Markt ist in den vergangenen Jahren mithilfe der implementierten Maßnahmen deutlich gestiegen. 3. Chancen- und Risikobericht Im Folgenden werden die Risikofaktoren und Chancen beschrieben, die erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Marc O'Polo Unternehmensgruppe haben und die Entwicklung des Konzerns maßgeblich beeinflussen. Die auf die allgemeine Darlegung des Risikomanagementsystems folgende Darstellung der Risiken und Chancen erfolgt jeweils in den fünf gegliederten Kategorien: externe Risiken, strategische Risiken, finanzielle Risiken, operative Risiken und unternehmensbezogene Risiken. Die innerhalb dieser fünf Kategorien dargestellte Reihenfolge der einzelnen Risiken entspricht der gegenwärtigen Einschätzung des relativen Risikomaßes für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe und damit der derzeitigen Bedeutung dieser Risiken im internen Risikomanagementsystem. 3.1 Risikomanagementsystem Zur regelmäßigen und systematischen Identifikation aller strategischen und operativen Risiken, die sich aus der unternehmerischen Tätigkeit und der mittel- und langfristigen Unternehmensstrategie ergeben, wird durch den Vorstand der Marc O'Polo SE (vormals AG) ein Risikomanagementsystem gepflegt. Auf dessen Grundlage erfolgt eine zielgerichtete Analyse und qualitative Bewertung der internen und externen Risiken und Risikopotenziale. Das Risikomanagement der Marc O'Polo Unternehmensgruppe umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken und basiert im Wesentlichen auf einer systematisierten strategischen Planung, auf Basis derer eine operative Jahresplanung hervorgeht. Es zielt darauf ab, Risiken zu identifizieren, sie adäquat zu bewerten, mittels geeigneter Maßnahmen zu begrenzen oder zu vermeiden, zu überwachen und zu dokumentieren. Risiken sind dabei definiert als mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu negativen Abweichungen vom geplanten Ergebnis führen können. Für die strategische 3-Jahresplanung wurden an den im Juni 2020 durchgeführten Strategietagen sogenannte strategische Initiativen vom Vorstand definiert, ein Ranking nach Wichtigkeit und Umsetzbarkeit erstellt und mit den Initiative Leads besprochen. Final wurden die Initiativen vom Vorstand zur Umsetzung freigegeben. Das jährliche Update und die Bewertung der Initiativen fand im Juni 2022 statt. Die Maßnahmen der strategischen Initiativen wurden in Form von Business Cases über einen Zeitraum von drei Jahren dargestellt. Umsatzeffekte und die für die Umsetzungen dieser Strategien nötigen Kosten und Investitionen wurden in der strategischen 3-Jahresplanung entsprechend berücksichtigt. Die strategische Mehrjahresplanung wurde im November und Dezember 2022 auf Basis eines neuen Aufsatzpunktes in Bezug auf Umsatz und Kosten aktualisiert. Die letzte Aktualisierung wurde im August 2023 auf den Strategietagen durchgeführt. Die sich daraus ergebenden Ergebnisse dienen wieder als Basis für die strategische Mehrjahresplanung. Nachfolgend die Übersicht der wichtigsten strategischen Initiativen:
Innerhalb eines Geschäftsjahres wird generell die operative Jahresplanung durch drei Forecast Termine aktualisiert. Auf Ebene der Einzelgesellschaften wird jeden Monat ein Monatsabschluss angefertigt, der in einem gesonderten Teil die Konzernaspekte berücksichtigt. Dieser Monatsabschluss ist die Basis für das monatliche Reporting. Der Monatsbericht enthält betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die Gegenüberstellung der Plan- und Ist-Zahlen sowie eine Abweichungsanalyse in Form einer Kommentierung. Im Rahmen der monatlichen Executive Board Meetings, an denen der Vorstand, Geschäftsführer sowie teilweise auch Director teilnehmen, werden die Inhalte diskutiert sowie Maßnahmen formuliert und verabschiedet. Die Unternehmensplanungen sowie bedeutende Verträge und Entscheidungen werden mit dem Aufsichtsrat debattiert und von diesem abschließend genehmigt. Darüber hinaus sind in das Risikomanagement auch Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheitsbefragungen eingebunden. Zu Beginn des Jahres 2023 wurden von jedem Fachbereich Risiken definiert und hinsichtlich ihrer Schadenshöhe bezogen auf den EBIT - geclustert in:
Bei der Eintrittswahrscheinlichkeit konnte die Ausprägung von 10 % - 100 % eingeschätzt werden. Ein Risiko ist per Definition ein unsicheres Ereignis. Dessen Eintrittswahrscheinlichkeit liegt zwischen 0 (diese Risiken wurden nicht aufgenommen) und 100 Prozent. Dieser Prozentwert kann auf zwei verschiedene Arten interpretiert werden: 1) Eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 10 % kann zum Beispiel bedeuten, dass in einem Jahr das Risiko mit 10%-iger Eintrittswahrscheinlichkeit eintritt bzw. dass sich im Durchschnitt in 10 Jahren das Risiko einmal realisiert. Wir sprechen von einer Periodenwahrscheinlichkeit bzw. einer Jahreswahrscheinlichkeit. In dieser Interpretation kann das Risiko über einen längeren Zeithorizont mehr als einmal auftreten. Beispiele sind die meisten oft operative Risiken, die häufig durch Ereignisse ausgelöst werden. 2) Eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 10 % kann auch als Fallwahrscheinlichkeit interpretiert werden. Ein Beispiel einer Fallwahrscheinlichkeit ist ein Risiko, das entweder eintreten kann oder ausbleibt, aber nicht mehrmals auftreten kann. Dies können zum Beispiel strategisch-politische Risiken sein, die durch eine negative Entwicklung ausgelöst werden. Aufgrund eines dynamischen Umfelds haben solche Risiken häufig einen einmaligen Charakter. Weiter ist auch die Eintrittswahrscheinlichkeit, dass ein spezifisches Projekt scheitert, als Fallwahrscheinlichkeit zu interpretieren. Diesen unterschiedlichen Interpretationen sollte beim Vergleichen von Risiken Rechnung getragen werden, indem beispielsweise in der Beschreibung des Risikos erklärt wird, ob es mehrmals eintreten kann oder gegebenenfalls in welchem Zeitraum. Für die identifizierten Risiken sind sodann Parameter (Maßnahmen) zur Risikoüberwachung definiert und soweit möglich, Maßnahmen zur Risikobeherrschung ermittelt worden. Die aus den Fachbereichen ermittelten Risiken wurden danach durch das Controlling in fünf Hauptrisiken (operative, organisatorische, externe, strategische und finanzielle Risiken) zusammengefasst (bei Mehrfachnennung oder Ähnlichkeiten im Thema/Wirkung) und dort dann weiter in insgesamt 21 Unterrisiken eingruppiert. Für jedes dieser Risiken wurden best-, realistic- und worst case Szenarien definiert. Gleichzeitig wurden die Feedbacks der Direktoren übernommen oder ggfs. durch das Controlling angepasst. Weiterhin wurden die einzelnen Risiken bewertet, inwieweit sie nach derzeitiger Umsatz-, Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätslage für den Fortbestand des Unternehmens als existenzbedrohend einzustufen sind. Die Risiken werden dem Vorstand im Q1 des folgenden Geschäftsjahrs kommuniziert und dann regelmäßig beobachtet. Dies geht beispielsweise von der Terminüberwachung in der Kollektionsentwicklung über die kritische Prüfung der Personal- und Finanzkennzahlen bis hin zur Überwachung von Auslieferungs- und Abverkaufsquoten. Das Risikomanagement soll dann die entscheidenden Themenbereiche entsprechend der definierten Zeiträume auswerten und diese quartalsweise/halbjährlich an den Vorstand berichten bzw. den Aufsichtsrat in den jeweiligen Sitzungen informieren. Darüber hinaus sind erneute Workshops mit den Direktoren zu Beginn des Jahres 2024 geplant, um die bereits erhobenen Risiken auf ihre weitere Existenz hin zu überprüfen, neue Risiken aufzunehmen und ggfs. Gegenmaßnahmen zu definieren. Der Risikokommunikation dienen die monatlichen Vorstandssitzungen. Zudem werden je nach Bedarf Risikotermine für die unterschiedlichen Führungsebenen abgehalten. Die für die einzelnen Bereiche bestehenden Risiko-Portfolios werden jährlich kritisch von dem zuständigen Direktor aus fachlicher Sicht und aus Sicht des Corporate Controllings hinterfragt und auf diese Weise regelmäßig aktualisiert. Die aktualisierten Portfolios sind die Basis zur Risikobeurteilung und -überwachung sowie den Risiko- und Chancenbericht. Grundsätzlich ist nicht vollständig auszuschließen, dass weitere latente Risiken oder solche, die aktuell als unwesentlich eingeschätzt werden, die Unternehmensentwicklung zukünftig über das angegebene Maß hinaus negativ beeinträchtigen. Bei allen unternehmerischen Aktivitäten bleiben jedoch Restrisiken bestehen, die auch durch das bei der Marc O'Polo Unternehmensgruppe implementierte Risikomanagement nicht gänzlich vermieden werden können. 3.2 Wesentliche Risiken der künftigen Entwicklung 3.2.1. Externe Risiken Konjunkturelle bzw. gesamtwirtschaftliche Entwicklung / Beschaffungsmarkt- und Produktions- sowie Rohstoffrisiken / Länderrisiken sowie Änderungen in Politik und Gesellschaft Konjunkturell bedingte Effekte können sowohl global als auch regional begrenzt auftreten und sich gegenseitig beeinflussen. Ein Abschwächen oder gar eine Verschlechterung der konjunkturellen Entwicklung, die sowohl global als auch vereinzelt in unterschiedlichen Märkten auftreten könnte und das Risiko einer reduzierten Nachfrage nach Bekleidung und Accessoires mit sich brächte, würde zu entsprechenden Absatzrückgängen und Margendruck führen. Dies besitzt insbesondere Relevanz für den Hauptabsatzmarkt Deutschland sowie die deutschsprachigen Länder Europas. Aufgrund der derzeit vorherrschenden hohen Inflation achten sehr viele Menschen deutlich auf Preise und überlegen stärker, was sie wirklich brauchen. Um die Auswirkungen konjunktureller Schwankungen zu reduzieren, strebt Marc O'Polo im Rahmen seiner Internationalization Strategy nach einer weiteren Diversifizierung seiner globalen Umsatzverteilung. Wichtige Frühwarnindikatoren stellen in diesem Zusammenhang zeitlich vorgelagerte Ordereingänge sowie die Entwicklung des konzerneigenen Einzelhandels dar. Zu den möglichen Reaktionen auf einen konjunkturbedingten Nachfragerückgang zählen unter anderem eine Reduzierung der Produktions- und Beschaffungsaktivität, Preisanpassungen sowie eine verstärkte Kostenkontrolle. Das Schadensausmaß einer negativen konjunkturellen Entwicklung wird als wesentlich für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe gesehen. Aufgrund der derzeitigen Konjunkturindikatoren für den Textileinzelhandel wird die Eintrittswahrscheinlichkeit mit hoch bewertet. Wir stufen dieses Risiko, auch aufgrund der derzeitigen konjunkturellen Entwicklung, Inflation und Kaufzurückhaltung (schwache Frequenzen, Insolvenzen) und der weiterhin bestehenden geopolitischen Spannungen (vor allem Russland/Ukraine und auch immer stärker von der Öffentlichkeit thematisiert China/Taiwan) als hoch ein. Marc O'Polo legt Wert auf eine sorgfältige Lieferantenauswahl und den Aufbau und Erhalt langfristiger strategischer Beziehungen. Dennoch bestehen Beschaffungsmarkt- und Produktionsrisiken, die aus Liefer-, Kapazitäts- oder Produktionsengpässen bei den Lieferanten sowie volkswirtschaftlichen, politischen oder rechtlichen Änderungen in den Rahmenbedingungen der Produktionsländer resultieren können, aber auch aus regionalen Ereignissen wie etwa Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmungen usw.). Rohstoffrisiken existieren hinsichtlich der Verfügbarkeit und Preisentwicklung der für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe wichtigsten Rohstoffe Baumwolle und Wolle, die einen erheblichen Teil der Beschaffungskosten der Lieferanten ausmachen. Zusätzlicher Druck entsteht durch die begrenzte Verfügbarkeit von Organic Cotton, Leinen und Alpaka, die im Rahmen des strategischen Ziels Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Fehlende oder falsche Zertifikate von Lieferanten oder schlimmstenfalls nicht erreichte Zertifizierungen wenn etwa nötige Anforderungen beispielsweise von der Fair Wear Foundation nicht erfüllt sind - können mittelfristig zu Umsatzverlusten auf der Absatzseite von Marc O'Polo führen. Bereits jetzt gibt es B2B Kunden, die bestimmte Zertifikate fordern, bevor sie die Produkte von Marc O' Polo vertreiben. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass als zertifiziert gehandelte Ware sich als Fake herausstellt oder Angaben zum Ursprungsland vom Produzenten falsch angeben werden. Mögliche negative Entwicklungen könnten Risiken in der Verfügbarkeit oder steigende Produktions- und Logistikkosten mit sich bringen. Daher werden im Bereich der Beschaffung alljährlich die Beschaffungsmarktrisiken abgeschätzt. Auf kein Herkunftsland sollen mehr als 40 %, auf keinen Lieferanten mehr als 10 % des Beschaffungsvolumens entfallen. Es gibt keine existenziellen Abhängigkeiten gegenüber einzelnen Lieferanten. Auf den aktuell größten Lieferanten entfällt ein Beschaffungsvolumen von 6,5 %. Das größte Beschaffungsland im Bereich Textil ist - wie auch im Vorjahr - Indien mit einem Anteil von 26,7 % für die letzten zwei abgelaufenen Saisonen (Vorjahr: 26,9 %). Dieser Wert liegt unter dem definierten Maximum. Marc O' Polo wird auch künftig auf einen regional ausgewogenen strategischen Beschaffungs-Mix achten Durch die Anforderungen an das Beschaffungsvolumen können auch Preiserhöhungen einzelner Anbieter den Jahres-Rohertrag nicht signifikant in Gefahr bringen. Das Risiko reduzieren daneben zeitlich vorgelagerte Bestellungen und Preisverhandlungen. Als international tätiger Modekonzern mit zunehmender internationaler Expansion ist die Marc O'Polo Unternehmensgruppe sowohl absatz- als auch beschaffungsmarktseitig verschiedenen Länderrisiken ausgesetzt. So können sich beispielsweise Änderungen der volkswirtschaftlichen, politischen, soziokulturellen und regulatorischen Rahmenbedingungen, geopolitische Spannungen, militärische Auseinandersetzungen, Regierungswechsel oder terroristische Anschläge in den Ländern, in denen der Konzern derzeit geschäftlich aktiv ist oder Geschäftsaktivitäten plant, negativ auf Absätze und auch auf die Beschaffung auswirken. Gesetzesänderungen in Krisen- und Notfällen erfolgen mittlerweile immer schneller und geben dem Unternehmen immer weniger Zeit, angemessen darauf reagieren zu können. Hohe Umsatzverluste - etwa bei gesetzlich angeordneten Ladenschließungen im Zusammenhang mit Pandemien - können daraus folgen. Darüber hinaus führt ein verstärkter Fokus der Gesellschaft auf Themen wie Umwelt-, Verbraucherschutz und Menschenrechte zum Erlass neuer Gesetze und Verordnungen mit zum Teil hohen Strafen basierend auf den Konzernumsatz, wie etwa im Bereich Datenschutz oder ab 2024 im Zusammenhang mit dem Lieferkettenschutzgesetz. Mögliche geänderte Importverfahren und -anforderungen aufgrund politischer Spannungen zwischen Deutschland oder der EU auf der einen und etwa China und Russland auf der anderen Seite sowie aufgrund des Ukraine-Krieges können zu Lieferverzögerungen für die Marc O' Polo Gruppe im Allgemeinen oder zu Umsatzverlusten in diesen Ländern führen. Die Marc O'Polo Unternehmensgruppe realisierte im Geschäftsjahr 2022/2023 74,8 % (Vorjahr: 80,8 %) ihres Umsatzes in den Kernmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz. Beschaffungsmarktseitig sind neben Indien und Türkei, China und Vietnam zu nennen. Aufgrund der internationalen Expansionsstrategie des Konzerns gewinnen diese Länderrisiken, beispielsweise für die Länder Osteuropas und Asiens, zunehmend an Bedeutung. Das Schadensausmaß einer negativen Entwicklung der Länder-, Beschaffungsmarkt-, Produktions- und Rohstoffrisiken wird als wesentlich für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe eingeschätzt. Aufgrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage und trotz sich entspannender Lieferketten schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit weiterhin als mittel bis hoch ein und können auch negative Folgen auf die Ertragslage des Marc O'Polo Konzerns nicht vollständig ausschließen. Wir schätzen dieses Risiko als hoch ein. 3.2.2. Strategische Risiken Langfristige Positionierung und Markenimage / Investitions- und Kostenrisiken / Kollektions-, Trend- und Preisrisiko Der wirtschaftliche Erfolg des Konzerns beruht im Wesentlichen auf dem Markenimage und einer langfristig starken Positionierung der Kernmarke Marc O'Polo Casual. Begründet und erhalten werden Markenimage und die langfristig starke Positionierung der Marken durch strategische Maßnahmen wie eine klar differenzierte Markenpositionierung, eine zentral gesteuerte Preispolitik zur Vermeidung einer unkontrollierten Preis- und Rabattpolitik, die Vermeidung markenschädigender Distributionskanäle, gezielte Marketingmaßnahmen, einen weltweit einheitlichen Markenauftritt und die laufende Pflege des Corporate Image. Folglich besteht in der Entwicklung der Begehrlichkeit der Marken das größte strategische Risiko der Marc O'Polo Unternehmensgruppe, da eine nachlassende Markenbegehrlichkeit die Absatz- und Wachstumsperspektiven beeinträchtigen würde. Daneben sind der rechtliche Schutz der Marke und die konsequente Verfolgung von Produktpiraterie wichtige Bestandteile zur Sicherung der Marke. Das Schadensausmaß einer negativen Entwicklung der Markenwahrnehmung wird als wesentlich für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe gesehen, jedoch aufgrund der derzeitigen Fokussierung der konsistenten Markenentwicklung, der in den nächsten Jahren geplanten Steigerungen bei den Marketingausgaben und der ständigen Pflege des Corporate Images mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von derzeit gering bewertet. Wir stufen dieses Risiko derzeit weiterhin gesamthaft als gering ein. Aufgrund möglicher rückläufiger Umsatzerlöse, vor allem auf eigenen Einzelhandelsflächen, steigen Kostenrisiken aufgrund langfristiger Mietverträge und der damit einhergehenden zwangsläufigen Erhöhung der Fixkosten. Dem stehen im Erfolgsfalle konzernweit höhere Deckungsbeitragsmargen durch selbstbewirtschaftete Flächen gegenüber. Entscheidungen über Neueröffnungen, Verlängerungen oder Schließungen erfolgen - nach vorhergehenden Investitionsanalysen hinsichtlich Potentials, Risiko und Wirtschaftlichkeit - zentral durch den Vorstand und unterliegen der Genehmigung durch den Aufsichtsrat. Nicht zuletzt anhand der detaillierten Monatsberichterstattung wird die Performance jeder Fläche gesondert laufend überwacht. Weiterhin wurden auch im Zuge der Konzernstrategie unrentable Filialen geschlossen und bei bestehenden Filialen durch Mietoptimierungen Kosten gesenkt. Im Rahmen des Risk Monitorings werden alle Projekte laufend durch den Projektportfoliomanager mit Vertretern des Vorstands und der Direktoren überwacht, um den aktuellen Status bereichsübergreifender Projekte zu besprechen und um eine Soll-Ist Analyse des aktuellen Investitionsstatus bei den Projekten vorzunehmen. Das Schadensausmaß durch das Eintreten von einzelnen Investitions- und Kostenrisiken wird als mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Wir stufen dieses Risiko als mittel ein. Kollektions- und Trendrisiken können aus sich rasch verändernden Mode- und Lifestyle-Trends resultieren. Design und Kollektionsentwicklung müssen den Geschmack der Zielgruppe treffen, einzelne Kollektionsbestandteile perfekt aufeinander abgestimmt, aktuelle bzw. neue Trends zeitnah erfasst und umgesetzt werden, um die Kollektion kommerziell erfolgreich zu machen. Dabei ist es wichtig, die Komplexität der Kollektionen nicht unnötig zu vergrößern, da dies oft zu hohen Outquoten und zusätzlichen Kosten, wie etwa Samplekosten, Leftover, Mindermengenzuschläge oder ähnlichem führt. Zudem muss in den relevanten Zielmärkten die richtige Preisgestaltung gewährleistet sein. Neben Zielgruppen-, Markt- und Trendanalysen begegnet die Marc O'Polo Unternehmensgruppe diesem Risiko auch durch Kundenbefragungen und detaillierten Verkaufsentwicklungsanalysen. Die Kundennähe des eigenen Einzelhandelsgeschäftes unterstützt dies maßgeblich. Das Schadensausmaß durch das Verpassen von Trends und nicht marktgerechten Kollektionen wird als wesentlich für die Marc O' Polo Unternehmensgruppe bewertet. Aus diesem Grund wird aktuell verstärkt auch das strategische Ziel der Nachhaltigkeit in der Produktentwicklung verfolgt. Vor allem aufgrund der zeitnahen Abstimmung mit dem eigenen Einzelhandel wird die Eintrittswahrscheinlichkeit gering bis mittel bewertet. Wir stufen dieses Risiko als mittel ein. 3.2.3. Finanzielle Risiken Liquiditätsrisiken / Ausfallrisiken / Währungsrisiken / Zinsrisiken Aufgrund der eigenen Liquidität sowie ausreichender Kreditlinien sieht die Marc O'Polo Unternehmensgruppe derzeit nur ein geringes Finanzierungs-, Zins- oder Liquiditätsrisiko. Über das Konzern-Cashpooling werden die Finanzmittel der einzelnen rechtlichen Einheiten bestmöglich allokiert bzw. im Bedarfsfall Mittel zur Verfügung gestellt. Aufgrund einer auf den Produktionszyklus abgestimmten Liquiditätsplanung ist die Wahrscheinlichkeit fehlender Liquidität gering. Insbesondere die auf eine Senkung der Inflation abzielende Kehrtwende in der Geld- und Fiskalpolitik dürfte sich in höheren Kreditzinsen für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe niederschlagen. Das Schadensausmaß von Liquiditäts-, Währungs-, und Zinsrisiken wird als mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Aufgrund des Konzern-Cashpoolings wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel (VJ gering) bewertet. Wir stufen dieses Risiko gesamthaft als mittel (VJ gering) ein. Ausfallrisiken resultieren bei Finanzinstrumenten aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei und bestehen maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments. Bei Kunden resultieren diese aus der Einräumung von Zahlungszielen und dem damit verbundenen Adressenausfallrisiko. Zur Begrenzung dieser Risiken werden Geschäfte nur mit kreditwürdigen Dritten nach vorheriger Bonitätsprüfung abgeschlossen und die Außenstände zentral und fortlaufend überwacht. In Einzelfällen kann dies zu Belieferungen von Kunden ausschließlich nach Vorauszahlung führen. Bei Kreditinstituten resultieren (Banken-) Ausfallrisiken aus der Anlage liquider Mittel und hinterlegter Bankguthaben sowie dem Handel mit derivativen Finanzinstrumenten. Durch den Abschluss der entsprechenden Finanzinstrumente mit Vertragspartnern von ausnahmslos sehr guter Bonität wird das Risiko minimiert. Das Schadensausmaß durch Ausfallrisiken wird aufgrund der sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Lage bedingt durch steigende Zinsen, eine hohe Inflation und den Krieg in der Ukraine als mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Aufgrund von Bonitätsprüfungen und effektivem Debitorenmanagement wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel bewertet. Wir stufen dieses Risiko gesamthaft als mittel ein. Da die Warenbeschaffung aus Fernost zu einem wesentlichen Anteil in US-Dollar an die Marc O'Polo Unternehmensgruppe fakturiert wird, ist diese einem Währungsrisiko ausgesetzt, das sich auf die Profitabilität und das Konzernergebnis auswirken kann. Die Kalkulation wird daher in einem zweistufigen Verfahren im Rahmen gewisser Sicherungsbänder über Kurssicherungsgeschäfte in Form von Devisentermingeschäften abgesichert (siehe unter "4. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten"). Das Schadensausmaß durch Währungsrisiken wird als mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Aufgrund von Kurssicherungsgeschäften und konservativ gesetzten Kalkulationskursen in der Produktkalkulation ist die Eintrittswahrscheinlichkeit kurzfristig als gering zu bewerten. Mittelfristig wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel bewertet. Wir stufen dieses Risiko gesamthaft als gering bis mittel ein. 3.2.4. Operative Risiken Absatz- und Warenbestandsrisiken / Logistikrisiken / Qualitätsrisiken sowie Sozial- und Umweltrisiken Mit zunehmender Expansion aufgrund der Vertikalisierung - durch die Ausweitung eigener Verkaufsflächen im Einzelhandelsgeschäft sowie weiteren kontrollierten Flächen im Großhandelsgeschäft steigt für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe das Absatz- und Warenbestandsrisiko. Darüber hinaus kann es u.a. durch die steigende Zahl an Insolvenzen auch zu einer Abhängigkeit von großen Partnern kommen. Dies könnte bei unzutreffenden Verkaufseinschätzungen das Risiko höherer Rabattierungen im Verkauf oder höherer Gängigkeitsabschläge bei der Bewertung des Vorratsvermögens mit entsprechend nachteiligen Auswirkungen auf die (Flächen-) Profitabilität nach sich ziehen. Wichtige Einflussfaktoren stellen in diesem Zusammenhang auch die Witterungsbedingungen sowie die Kundenfrequenz auf den Verkaufsflächen und im E-Shop dar. Das Absatz- und Warenbestandsrisiko wird im Vorordergeschäft des Großhandels faktische oder kulanzbedingte Rücknahmeverpflichtungen von Waren gegenüber Kunden ausgenommen zunächst von den Großhandelskunden getragen. Für das Lagergeschäft des Großhandels liefert das eigene Einzelhandelsgeschäft wichtige Informationen im Sinne von Frühindikatoren. Ferner wird dem Absatz- und Warenbestandsrisiko durch das Vertriebscontrolling, laufende Bestandsüberwachungen, eine rechtzeitige gezielte Rabattierungsstrategie sowie dem Betrieb von Factory-Outlets begegnet. Vertriebskanal für aus kaufmännischen Gründen zurückgenommene Ware sind ebenfalls die Factory-Outlets der Marc O'Polo Einzelhandel und deren internationale Betriebsstätten. Der Anteil der Großkunden am Gesamtumsatz wird laufend überwacht. Das Schadensausmaß durch Absatz- und Warenbestandsrisiken wird als mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Aufgrund der weiterhin erhöhten Lagerbestände stehen die Abverkäufe und die Bestandssituation im Rahmen des Vertriebscontrollings unter besonderer Beobachtung. Ein Verkauf über eigene Factory-Outlets und auch an Drittverwerter wird genutzt. Dennoch wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel bewertet. Wir stufen dieses Risiko als mittel ein. Neben den bereits im Abschnitt "Externe Risiken" beschriebenen Beschaffungsmarkt-, Produktions- und Rohstoffrisiken ist das Logistikrisiko für die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns von Bedeutung. Unzureichende Transport- und Lagerkapazitäten, Beschädigungen auf dem Transport oder steigende Transport- und Lagerkosten und unterbrochene Lieferketten ("Covid China") könnten die Profitabilität reduzieren, zu Verzögerungen in der termingerechten Belieferung führen oder im Extremfall Warenverluste nach sich ziehen. Diesem Risiko begegnet die Marc O'Polo Unternehmensgruppe unter anderem durch den Eigenbetrieb des strategisch wichtigen und mit automatisierter Sortertechnik ausgerüsteten Zentrallagers in Stephanskirchen, geeignete Versicherungen und langjährige Partnerschaften mit Logistikdienstleistern. Das Schadensausmaß durch Logistikrisiken wird als mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Aufgrund des eigenbetriebenen Zentrallagers und den langjährigen Partnerschaften mit Logistikdienstleistern wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering bis mittel bewertet. Wir stufen dieses Risiko als gering bis mittel ein. Die Logistik des Onlineshops der Marc O'Polo Einzelhandels GmbH und des Wholesalegeschäftes innerhalb der Marc O'Polo International sind in Dienstleistung an die Arvato Supply Chain Solution SE vergeben. Durch eine enge Partnerschaft und permanentes Controlling werden Risiken frühzeitig erkannt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als gering bis mittel bewertet. Das Risiko stufen wir als mittel ein. Qualitätsrisiken, sowie Sozial- und Umweltrisiken bestehen im Geschäftsmodell vor allem durch die auftragsbezogene Fertigung auf den Beschaffungsmärkten. Bezüglich der Qualitätsrisiken wird versucht durch langjährige Partnerschaften den Qualitätsanspruch zu fokussieren. Zudem wird durch Wareneingangskontrollen beim Zentrallager in Stephanskirchen oder durch eine vorgelagerte Qualitätskontrolle etwa beim externen Partner WKS in der Türkei und Tunesien eine weitere Kontrollstufe für die Qualität gesetzt. Der Marc O'Polo Ethical Code of Conduct basiert auf dem BSCI Verhaltenskodex und umfasst eine Reihe von Grundsätzen und Werten, die die Überzeugungen von Marc O'Polo und die Erwartungen gegenüber seinen Lieferanten widerspiegelt. Der Marc O'Polo Ethical Code of Conduct stützt sich auf internationale Übereinkommen, wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Leitlinien ,Kinderrechte und Unternehmerisches Handeln', die Leitlinien der Vereinten Nationen ,Wirtschaft und Menschenrechte', die OECD-Leitsätze sowie den UN Global Compact und die Übereinkommen und Empfehlungen der Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die maßgeblich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Lieferkette sind. Durch die Mitgliedschaft beim BSCI verpflichtet sich Marc O'Polo zur Annahme des BSCI Verhaltenskodexes. In regelmäßigen Abständen werden die Marc O'Polo Lieferanten durch unabhängige und akkreditierte Auditierungsunternehmen auf die Einhaltung dieses Verhaltenskodexes überprüft. Darüber hinaus ist Marc O' Polo der Leather Working Group und der Fair Wear Foundation beigetreten - mit dem klaren Ziel eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie aktiv zu unterstützen. Marc O'Polo ist dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung gehört für Marc O'Polo der vertrauensvolle und der partnerschaftliche Dialog mit seinen Stakeholdern. Dabei ist sich Marc O'Polo seiner Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Endverbrauchern und Großhandelskunden, Lieferanten, Geschäftspartnern, der Gesellschaft und Shareholdern bewusst. Verbraucherschutz hat für Marc O'Polo einen sehr hohen Stellenwert. Wir arbeiten fortlaufend daran, gefährliche Chemikalien aus unserer Lieferkette zu verbannen und den Einsatz nachhaltigerer Alternativen zu fördern. Um die gesundheits- und umweltgefährdenden Risiken aus der Verwendung von Chemischen Stoffen zu minimieren, haben wir im letzten Geschäftsjahr begonnen, ein umfassendes Umwelt- und Chemikalienmanagement-Programm (EMP) schrittweise in unserer Lieferkette zu etablieren. Ziel ist es, diese aus der Marc O'Polo Lieferkette zu beseitigen und zu ersetzen, ein wirksames Chemikalienmanagement zu implementieren sowie Abwässer angemessen zu entsorgen. Ein wesentlicher Teil unseres EMPs basiert auf dem Roadmap-to-Zero-Programm der ZDHC Foundation. Wir glauben an die Notwendigkeit eines systemischen Wandels in der Branche und ermutigen unsere Lieferkettenpartner, Richtlinien, Plattformen und Lösungen der ZDHC Foundation für ihr nachhaltiges Chemikalienmanagement zu übernehmen. Als Unternehmen sehen wir uns in der Verantwortung, das Risiko möglicher Produktmängel, die die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden beeinträchtigen können, zu begrenzen. Der verantwortungsbewusste Einsatz von Chemikalien ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Deshalb haben wir umfangreiche Richtlinien und Prozesse definiert, um unsere Produkte bestmöglich abzusichern. Verankert sind diese in unserer eigenen Product Restricted Substances List (PRSL), die die einschlägigen nationalen und internationalen Regelungen zur Verwendung chemischer Substanzen und sonstiger potenziell gesundheitsgefährdender Stoffe berücksichtigt. Darüber hinaus haben wir für zahlreiche chemische Parameter interne Standards definiert, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Einhaltung unserer PRSL ist verpflichtend für alle Lieferanten und verbindlicher Bestandteil unserer Lieferverträge. Sie gilt für sämtliche Produkte, Materialien, Verpackungen sowie Veredelungsprozesse und wird jährlich aktualisiert. Das umfasst auch das Verbot zur Verwendung chemischer Substanzen und Gruppen gemäß REACH-Verordnung (EG) 1907/2006 Annex XVII sowie Kandidatenliste für besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC). Der Informationspflicht nach Artikel 33 Reach kommt Marc O'Polo nach. Die Retouren aufgrund von Warenproblemen von 0,34 % machen - wie auch schon im Vorjahr mit 0,15 % - einen geringen Anteil am Konzernumsatzes aus. Der sehr niedrige Wert zeigt somit weiterhin Kontinuität im Qualitätsanspruch und ist als ein wichtiger Frühwarnindikator für den Anspruch an die Marke im Premiumsegment zu werten. Das Schadensausmaß durch Qualitäts,- Sozial,- und Umweltrisiken wird als mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Aufgrund des verankerten Qualitätsmanagements und der Mitgliedschaft im BSCI wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering bewertet. Wir stufen dieses Risiko als mittel ein. 3.2.5. Unternehmensbezogene Risiken Personalrisiken / Rechtliche Risiken / Risiken aus immateriellen Gütern / IT-Risiken Personalrisiken ergeben sich insbesondere durch die Abhängigkeit der Marc O'Polo Unternehmensgruppe von Vorstand und Führungskräften. Neben diesen Schlüsselpersonen sind im Personalbereich vor allem Risiken aus Personalbeschaffung, adäquater Qualifikation sowie die Fluktuation zu nennen. Die Zahl der Berufstätigen in Deutschland wird in den nächsten Jahren stark zurückgehen. Dann treten die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist schon jetzt von einer akuten Mangellage an Fachkräften betroffen und dürfte sich weiter deutlich verschärfen. Betrachtet man die derzeitige Lage am Arbeitsmarkt, so kann man feststellen, dass wir uns in einem Wandel vom Arbeitgeber - hin zu einem Arbeitnehmermarkt befinden. Für Marc O'Polo steigt die Schwierigkeit, geeignetes Personal zu finden und sich gegen Konkurrenten, aber auch gegen Unternehmen aus anderen Branchen durchzusetzen. Auch die Nähe von Stephanskirchen zu München mit den dort sitzenden renommierten nationalen und internationalen Großunternehmen führt zu einem verstärkten Wettbewerb um Fachkräfte. Diesen Risiken wird durch attraktive, leistungsorientierte Vergütungsmodelle, die Pflege einer offenen und guten Unternehmenskultur und der Schaffung eines guten Arbeitsklimas sowie attraktiver Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten begegnet. Bestätigung findet dies hinsichtlich Arbeitsbedingungen und Mitarbeiterzufriedenheit auch durch verschiedene Arbeitgeberrankings, in denen die Marc O'Polo Unternehmensgruppe regelmäßig vordere Plätze einnimmt. Das Schadensausmaß durch Personalrisiken wird als mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Aufgrund der Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, des sehr guten Arbeitsklimas sowie der qualitativ anspruchsvollen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel bewertet. Wir stufen dieses Risiko als mittel ein. Risiken aus Rechtsstreitigkeiten ergeben sich in einem niedrigen sechsstelligen Betrag. Eventuell zu erwartende Risiken sind durch Rückstellungen abgedeckt. Mögliche steuerliche Risiken bestehen für alle offenen Veranlagungszeiträume und können aus der laufenden Geschäftstätigkeit oder Änderungen in der rechtlichen oder steuerlichen Struktur des Konzerns resultieren. Insbesondere divergierende Einschätzungen bestehender Sachverhalte durch die Steuerbehörden könnten Rechtsbehelfs- oder Klageverfahren nach sich ziehen, deren Ausgang stets mit Unsicherheiten behaftet ist und die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nachteilig auswirken könnten. Das Schadensausmaß durch rechtliche oder steuerliche Risiken wird als mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als gering bewertet. Wir stufen dieses Risiko als gering ein. IT-Risiken ergeben sich aus der Abhängigkeit der Geschäftsprozesse, insbesondere in den Bereichen Vertrieb, Warenwirtschaft, Finanzen und Logistik, von einer leistungsstarken IT-Infrastruktur. Um die Funktionsfähigkeit und Verfügbarkeit zu gewährleisten und Risiken wie Systemunterbrechungen, Datenverluste und unberechtigte Zugriffe zu verringern, wurden erhebliche Investitionen in das eigene Rechenzentrum getätigt und Maßnahmen wie Mehrfachsicherungen, Datensicherungen und externe Stromversorgung umgesetzt. Daneben bestehen Zugriffsrechte- und Zugangskontrollsysteme sowie Sicherheits- und Antivirenkonzepte. Der Abschluss einer Cyber-Versicherung gehört weiterhin zum umgesetzten Maßnahmenpaket. Möglichen Risiken aus dem Go Live von SAP und den daraus folgenden Systemumstellungen wird durch eine entsprechend lange Koexistenz Phase entgegengewirkt, in der die Prozesse sowohl mit SAP als auch mit den dann noch weiterlaufenden Altsystemem abgebildet sind. Das Schadensausmaß durch IT-Risiken wird als hoch für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird aufgrund der getätigten Investitionen und der technischen Weiterentwicklung der Systeme als mittel bewertet. Wir stufen dieses Risiko, auch aufgrund der aktuellen Entwicklungen am Markt, dennoch weiterhin als hoch ein. Marc O'Polo ist als Markenhersteller dem Marken- und Produktpiraterierisiko durch das unerlaubte Nachahmen und Vervielfältigen von Produkten und das unerlaubte Verwenden von Zeichen, Namen, Logos oder des Store Design der Marc O'Polo Unternehmensgruppe durch Dritte ausgesetzt. Dieses Risiko steigt mit zunehmender internationaler Expansion und Bedeutung der Marken und könnte zu empfindlichen Umsatzverlusten oder Marken- und Imageschaden führen. Qualifizierte Gegenmaßnahmen sind mit erhöhten Kosten verbunden. Das Schadensausmaß durch das Marken- und Produktpiraterierisiko wird als gering bis mittel für die Marc O'Polo Unternehmensgruppe bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als gering bewertet. Wir stufen dieses Risiko als gering ein. 3.3 Wesentliche Chancen der künftigen Entwicklung 3.3.1. Externe Chancen Neben einer stabilen nationalen Entwicklung ist ein erfolgreiches, profitables internationales Wachstum nach wie vor der Schlüssel für die Zukunft von Marc O'Polo. Im Mittelpunkt dieser Internationalisierungsstrategie stehen die Fokusmärkte Frankreich, Italien, Spanien, Skandinavien (Dänemark und Schweden) sowie Kanada und gegebenenfalls die USA. Dadurch könnte die Marc O'Polo Unternehmensgruppe besser von der global wachsenden Mittelschicht profitieren. National und international birgt die zunehmende Bedeutung des Onlinegeschäfts die Chance, sich in diesem Segment stärker zu positionieren. Diese Chance wurde bereits während des Lockdowns bedingt durch Corona genutzt und das Onlinegeschäft inkl. Factory Outlet und Marktplätzen weiter ausgebaut. 3.3.2. Strategische Chancen Weiterhin gilt auch für das kommende Geschäftsjahr eine klare Fokussierung auf das Produkt mit dem Leitgedanken "Product First". Dies soll die Begehrlichkeit der Marc O'Polo Produkte weiter nach vorne zu bringen. Auch der Endverbraucher bleibt aufgrund der ständig wachsenden Marktanforderungen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Eine intensive Zusammenarbeit mit den Bestandskunden, v.a. der Key Accounts und Franchisepartner, soll die beiden Ziele maßgeblich unterstützen. Darüber hinaus wird aus Marketinggesichtspunkten gezielt in Reichweite investiert, um dem Endverbraucher die Marke wieder präsenter und damit begehrlicher zu machen. Qualität und Liefertreue dienen ebenfalls als Unterstützung. Auf all diese Punkte zielen auch die strategischen Initiativen ab. 3.3.3. Finanzielle Chancen Durch die günstige Finanzierungsmöglichkeit über das Konzerncashpooling und ausreichend hohe (Kontokorrent-)Kreditlinien sieht die Marc O'Polo Unternehmensgruppe - auch aufgrund der weiterhin hohen Eigenkapitalquote - weiterhin gute Finanzierungsmöglichkeiten. Die Devisentermingeschäfte sind bei der derzeitigen Wechselkursentwicklung ein wichtiger Bestandteil, um die Auswirkung auf den Wareneinsatz einplanen zu können. Weiterhin soll die Wechselkursentwicklung dazu dienen den Deckungsbeitrag stabil zu halten, um gezielt ins Produkt investieren zu können. Günstige Wechselkursentwicklungen können die Ergebnisentwicklung der Marc O'Polo Unternehmensgruppe positiv beeinflussen. 3.3.4. Operative Chancen Der nationale Umsatzanteil auf kontrollierten Flächen im Sinne von Franchising, Shop-in-Store- Konzepten und selbstbewirtschafteten Flächen liegt mit 65,7 % unter dem strategisch gesetzten Anteil von 75 %. Durch Flächenpartnerschaften bzw. "Concessions" erhöht sich der Einfluss auf die Darstellung der Marke am Point of Sale sowie auf das jeweilig gezeigte Warensortiment auf den Verkaufsflächen. Diese Einflussnahme wiederum führt zu einer gesteigerten Flächenleistung. Sie trägt weiterhin zur langfristigen Sicherung der Erlössituation bei und zeigt die konsequente Realisierung der Vertikalisierungsstrategie. Sollte es der Marc O'Polo Unternehmensgruppe gelingen, trotz der angespannten Situation am Markt noch mehr Shop-in-Store, Concession oder Franchise Kunden auf nationaler und internationaler Ebene zu gewinnen, könnte sich das positiv auf die Umsatz- und Ergebnislage des Konzerns auswirken. Auch könnte eine früher als erwartete Abschwächung der Inflation zu einer deutlichen Aufhellung der Verbraucherstimmung führen und sich so positiv auf die Nachfrage nach Bekleidung und Accessoires auswirken. 3.3.5. Unternehmensbezogene Chancen Um weiterhin betriebswirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und den Risiken der aktuellen, unsicheren Marktsituation zu begegnen, müssen auch im kommenden Geschäftsjahr Sach- und Personalkosten weiter optimiert werden. Ein enges Kostencontrolling in Verbindung mit gezielten Verhandlungen mit allen Lieferanten (v.a. Nicht-Handelsware) sollen helfen langfristig Kosten einzusparen und damit Risiken zu minimieren. Eine Verschlankung der Organisation in Struktur und Prozessen steht im Vordergrund. Damit geht weiterhin ein Abbau der Komplexität einher. Darüber hinaus werden strategisch wichtige Projekte in den Bereichen Logistik und IT, aber auch im Ladenbau angegangen, um langfristig den Erfolg von Marc O'Polo zu sichern. Wachstumspotenziale werden weiterhin in den Produktlinien Casual Men, vor allem aber auch in der Division Denim gesehen. Um die Potentiale von Denim noch stärker zu nutzen, wurde diese Division organisatorisch in die bestehende Organisation integriert. Dadurch sollen weitere Synergieffekte, vor allem im Bereich Vertrieb, realisiert werden. Darüber hinaus stehen weiterhin einzelne Produktgruppen im Fokus. In den vergangenen Jahren hat der Stellenwert von Umwelt- und Klimaschutz auf der Verbraucherseite zugenommen. Die Kunden erwarten zunehmend die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards. Durch unsere Intensivierung in zahlreiche Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit sehen wir weitere Chancen, zusätzliche nachhaltig orientierte Konsumenten für uns zu gewinnen. Das Marc O'Polo Loyalty Programm und die damit einhergehende individualisierte Kundenansprache, aber auch ein kanalübergreifender Customer Service, stehen weiterhin im Fokus der Endkundenansprache. Das Programm wird auch international ausgerollt. 3.4. Gesamtaussage des Vorstands zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns Die Marc O'Polo Unternehmensgruppe hält aufgrund ihrer guten Ausgangsposition das Eintreten vorhandener Chancen für wahrscheinlicher als die Bedrohung durch gegenwärtige Risiken. Hinsichtlich der Risikobewertung haben sich im Vergleich zum Geschäftsjahresende 2021/2022 keine wesentlichen Änderungen in den Risiken ergeben. Die Risiken stellen - weder einzeln noch aggregiert - eine Gefährdung für den Fortbestand der Marc O'Polo Unternehmensgruppe in einem überschaubaren Zeitraum dar, müssen aber streng im Auge behalten werden. Einzelne Risiken könnten sich bei nachteiliger Entwicklung beeinträchtigend auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken, sie erscheinen jedoch aus heutiger Sicht als weitgehend beherrschbar. 4. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Zur Absicherung von Wechselkursschwankungen von mit hoher Wahrscheinlichkeit vorgesehenen Wareneinkaufstransaktionen in USD wurden bis Ende des Geschäftsjahres 2022/2023 Devisentermingeschäfte über insgesamt 58,5 Mio. USD für den Bezugszeitraum Juli 2023 bis Mai 2024 abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Währungsrisiken eingesetzt, um durch Wechselkursschwankungen bedingte Währungsrisiken bzw. Finanzierungskosten beim Wareneinkauf zu minimieren. Als Instrument werden hierzu marktgängige Devisentermingeschäfte genutzt, die mit namhaften im Inland ansässigen Kreditinstituten abgeschlossen wurden. Es werden keine Finanzgeschäfte mit spekulativen Zielsetzungen eingegangen. Abweichend vom Einzelbewertungsgrundsatz wurden im Geschäftsjahr bei der Bewertung derivativer Finanzinstrumente, soweit die Voraussetzungen erfüllt waren, antizipative Bewertungseinheiten gebildet. Der beizulegende Zeitwert der USD-Devisentermingeschäfte beläuft sich auf 0,5 Mio. EUR. Aufgrund der Bewertungseinheiten ist auf die negativen Marktwerte keine Drohverlustrückstellung zu bilden. Detaillierte Informationen sind im Konzernanhang angeführt. 5. Prognosebericht Sowohl in Deutschland als auch im übrigen Euroraum befindet sich die Inflation nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Im Euroraum dürfte sich die Wirtschaft nach Einschätzung des ifo- Institutes und der zuletzt veröffentlichten Sommerprognose auch in den kommenden Quartalen kaum beleben. Für das Gesamtjahr 2023 wird mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum von nur 0,6 % gerechnet. Für Deutschland wird das Bruttoinlandsprodukt laut Prognose in diesem Jahr um 0,4 % zurückgehen und erst im kommenden Jahr um 1,5 % zunehmen. Die Inflationsrate in Deutschland sinkt nur leicht von 6,9 % im Jahr 2022 auf 5,8 % im Jahr 2023, eine deutliche Reduzierung auf 2,1 % wird erst für das Jahr 2024 prognostiziert. Die Marc O'Polo Unternehmensgruppe hat ihre strategische Ausrichtung zuletzt in den im August 2023 stattgefundenen Strategietagen aktualisiert. Hierbei wird die Vision verfolgt, die führende nachhaltige modern-casual-lifestyle-Brand im globalen Premiumsegment zu werden. Die Corporate Strategy stützt sich dabei auf die folgenden zentralen Ziele: Profitable Growth und Product First. Diese Ziele sollen durch folgende Handlungsfelder unterstützt werden: Nutzung der Markenbekanntheit DACH zur Stärkung der Internationalisierung (60 % Konzernumsatz international), Fokus auf die Kundengruppe zwischen 30 und 50 Jahren, weiterer Ausbau der Menswear sowie der Marke "Marc O'Polo DENIM".Neben dem Wachstum im Textilbereich soll die Marke "Marc O'Polo" als Lifestyle-Marke über Schuhe, Accessoires und Lizenzprodukte weiter ausgebaut werden. Daneben steht auch das Thema Nachhaltigkeit weiterhin im Vordergrund des unternehmerischen Handelns. Digitale Entwicklungen sollen stärker vorangetrieben werden, insbesondere durch die Einführung eines voll integrierten ERP-Systems (S/4 HANA). Wachstumspotential wird insbesondere im Einzelhandel, vor allem getrieben durch den Bereich E-Commerce gesehen. Die gute Positionierung im Offprice Segment soll zur Bestandsoptimierung und damit zur Risikoreduzierung genutzt werden. Über eine Optimierung der Abschriften im Einzelhandel soll die Profitabilität gesteigert werden. Sach- und Personalkosten sollen optimiert werden. Ein enges Kostencontrolling in Verbindung mit gezielten Verhandlungen mit allen Lieferanten (v.a. Nicht-Handelsware) soll helfen mittel- und langfristig Kosten einzusparen. Die immer noch hohe Inflation drückt auf die Konsumstimmung, auf der Einkaufsseite hat sich die Liefersituation hingegen deutlich entspannt. Bei verbesserter Marge und Kostenoptimierungen wird daher wieder mit einer deutlich höheren Profitabilität gerechnet. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf die Umsatz- und Deckungsbeitragsentwicklung, ist in der Prognose ein Risikoabschlag berücksichtigt Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Auf Basis der zuvor dargestellten Maßnahmen und Rahmenbedingungen erwartet die Marc O'Polo Unternehmensgruppe
6. Zusammenfassende Beurteilung des Vorstandes zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns Das abgelaufene Geschäftsjahr war von enormen Herausforderungen geprägt. Während sich die Lage auf der Einkaufsseite im Laufe des abgelaufenen Geschäftsjahres wieder entspannte, führten auf der Verkaufsseite die gestiegene Inflation, die konjunkturelle Entwicklung sowie deren negative Auswirkung auf das Konsumverhalten zu einem deutlich geringeren Umsatzwachstum als ursprünglich prognostiziert (deutlich steigender Umsatz). Der Konzernumsatz konnte trotz schwieriger Rahmenbedingungen absolut um 54,6 Mio. EUR auf 593,1 Mio. EUR gesteigert werden. Die Expansion in neue Märkte sowie infolge der schwächeren Nachfrage gestiegene Bestände führten bei steigenden Energiekosten zu deutlich höheren Fracht- und Logistikkosten und damit zu einem überproportionalen Anstieg der Vertriebskosten. Das Ergebnis, korrigiert um Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie um Sonstige Steuern, liegt in diesem Jahr bei -2,0 Mio. EUR und damit deutlich unter dem Vorjahr (Vorjahr: 35,6 Mio. EUR) sowie unter der Prognose (33,0 Mio. EUR). 7. Schlusserklärung gemäß § 312 Abs. 3 AktG Herr Werner Böck, Stephanskirchen, ist beherrschendes Unternehmen der Marc O'Polo SE. Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG für das Geschäftsjahr 2021/22 einen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und darin folgende Schlusserklärung abgegeben: "Der Vorstand erklärt, dass die Marc O'Polo SE, Stephanskirchen, bei den in diesem Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Berichtspflichtige Maßnahmen oder unterlassene Maßnahmen haben nicht vorgelegen."
Stephanskirchen, 25. Oktober 2023 Marc O'Polo SE Maximilian Böck Susanne Schwenger Dr. Patric Spethmann Markus Staude-Skowronek Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Marc O'Polo SE (vormals: Marc O'Polo AG), Stephanskirchen Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Marc O'Polo SE (vormals: Marc O'Polo AG), Stephanskirchen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Mai 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Marc O'Polo SE (vormals Marc O'Polo AG), Stephanskirchen, für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, 25. Oktober 2023 RSM
Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Josef Eberl, Wirtschaftsprüfer Matthias Schlögel, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratesDer Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2022/2023 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diese bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung und der Risikolage unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Outlook-Berichterstattung). Der Aufsichtsrat hatte stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den vorgelegten Berichten kritisch auseinander zu setzen und eigene Anregungen einzubringen. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat darüber hinaus in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand gestanden und sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse hat der Vorsitzende den Aufsichtsrat spätestens in der folgenden Aufsichtsratssitzung informiert. Mit Beschluss vom 05.10.2023 haben die Aktionäre der AG die Umwandlung in eine Societas Europaea (SE) beschlossen und die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder zu Mitgliedern des ersten Aufsichtsrats der SE bestellt. Mit gleichem Datum hat dann der Aufsichtsrat der SE, Herrn Werner Böck zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Herrn Helmut Fuchs zu seinem Stellvertreter ernannt. Außerdem wurden die seitherigen Vorstände der AG zu Vorständen der SE bestellt. Herr Maximilian Böck wurde zum Vorsitzenden des Vorstandes ernannt. Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2022/2023 zu vier ordentlichen Sitzungen (28.07.2022, 27.10.2022, 16.02.2023 und 04.05.2023) zusammengetreten. An all diesen Sitzungen nahmen die Mitglieder des Vorstands teil. Die Aufsichtsräte nahmen an allen Sitzungen ihrer jeweiligen Amtszeit teil. Zur Sitzung am 04.05.2023 war Herr Fuchs via Microsoft Teams zugeschaltet. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Berichte des Vorstands besprochen und mit ihm die Entwicklung des Unternehmens sowie strategische Fragen diskutiert. Daneben wurden aber auch gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Geschäftsentwicklung der Marc O' Polo AG/SE erörtert. In der Sitzung vom 28. Juli 2022 beschäftigte sich der Aufsichtstat insbesondere mit dem vorläufigen Jahresabschluss 202021/2022 sowie diversen Vorstandsprojekten. Die Sitzung vom 27. Oktober 2022 war geprägt durch die Präsentation des Konzernabschlusses, des Jahresabschlusses der AG und des Konzernlageberichts für das Geschäftsjahr 2021/2022 sowie dem Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des im Geschäftsjahr 2021/2022 erzielten Bilanzgewinns sowie des Berichtes des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021/2022. Außerdem nahm der Aufsichtsrat den Bericht der von der Ebner Stolz GmbH & Co. KG, München, durchgeführten Abschlussprüfung entgegen. In der Sitzung vom 16. Februar 2023 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der allgemeinen Geschäftsentwicklung sowie dem ERP-Projekt. Wesentliche Punkte der Sitzung vom 04. Mai 2023 waren die Bestandsentwicklung und deren Auswirkung auf die Liquidität, sowie strategische Fragen in Zusammenhang mit der Logistik. Der Aufsichtsrat ist damit über die Entwicklungen der Gesellschaft und des Konzerns sowie über alle wichtigen Geschäftsvorfälle und Planungen unterrichtet worden. Die gesetzlich vorgeschriebenen und vom Aufsichtsrat erbetenen Berichte des Vorstands wurden ordnungsgemäß erstattet. Der Aufsichtsrat hat in dieser Art und in diesem Umfang die Geschäftsführung laufend überprüft. Die von der Hauptversammlung vom 27. Oktober 2022 zum Prüfer der Abschlüsse 2022/2023 gewählte Ebner Stolz GmbH & Co. KG, München hat den Jahresabschluss der Marc O'Polo AG für das Geschäftsjahr 2022/2023 und den Konzernjahresabschluss einschließlich des Konzernlageberichts geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde ebenfalls von der Ebner Stolz GmbH & Co. KG, München, geprüft. Dabei enthielt die Prüfungsstrategie für das Berichtsjahr die folgenden Prüfungsschwerpunkte: Die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen, und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen , sowie Ansatz und Bewertung der sonstigen Rückstellungen Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte standen dem Aufsichtsrat rechtzeitig zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 26. Oktober 2023 den Jahresabschluss geprüft. Der Abschlussprüfer nahm an dieser Sitzung teil, stellte die wesentlichen Prüfungsergebnisse vor, hat ergänzende Auskünfte erteilt und Fragen beantwortet. Der Aufsichtsrat hat sich nach eigener Prüfung der Unterlagen dem Abschlussprüfer angeschlossen und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse. Damit ist der Jahresabschluss 2022/2023 festgestellt. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 147.413.418,35 auf neue Rechnung vorzutragen. Das Geschäftsjahr 2023/2024 wird auf der Grundlage des Marktumfeldes und der Weltwirtschaftslage große Herausforderungen an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Unternehmensführung stellen. Gestützt auf das große Engagement von Vorstand und Mitarbeitern blicken wir aber zuversichtlich auf die weitere Entwicklung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren hohen persönlichen Einsatz in dieser schweren Zeit.
Stephanskirchen, 26.10.23 Für den Aufsichtsrat Werner Böck, Vorsitzender Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 wurde am 26. Oktober 2023 vom Aufsichtsrat gebilligt. |
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