Gasversorgung Lahn-Dill GmbHLiquidiert

35576 Wetzlar, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Wetzlar HRB 1029
Eingetragen
15.12.1987
Branche
Gashandel durch RohrleitungenSpeichern von Gas zu VersorgungszweckenGasverteilung durch Rohrleitungen
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist der Abschluß von Gas-Konzessionsverträgen mit Städten und Gemeinden und der Aufbau und Betrieb öffentlicher Gasversorgungen in den konzessionierten Gebieten.

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Detlef vom Stein
seit 19.7.2002
Geschäftsführer

Konzern- und Jahresabschlüsse

Gasversorgung Lahn-Dill GmbH

Wetzlar

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Bilanz zum 31. Dezember 2016

Aktiva

31.12.2016 31.12.2015
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   2.744,16   5.205,99
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 16.671,99   16.865,08  
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.963.461,95 2.980.133,94 2.921.821,87 2.938.686,95
    2.982.878,10   2.943.892,94
B. Umlaufvermögen        
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände        
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 487.328,90   400.104,53  
2. Forderungen gegen Gesellschafter 62.779,63   95.862,94  
3. Sonstige Vermögensgegenstände 116.588,85 666.697,38 297.357,17 793.324,64
II. Guthaben bei Kreditinstituten   3.757.726,72   3.870.849,46
    4.424.424,10   4.664.174,10
C. Rechnungsabgrenzungsposten   939,22   2.238,79
    7.408.241,42   7.610.305,83

Passiva

       
    31.12.2016   31.12.2015
    EUR   EUR
A. Eigenkapital        
I. Gezeichnetes Kapital   5.138.483,41   5.138.483,41
II. Jahresüberschuss   1.501.009,90   1.521.026,80
    6.639.493,31   6.659.510,21
B. Empfangene Ertragszuschüsse   238.030,69   194.919,24
C. Rückstellungen        
1. Steuerrückstellungen   191.974,95   0,00
2. Sonstige Rückstellungen   52.546,82   68.531,30
    244.521,77   68.531,30
D. Verbindlichkeiten        
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   944,21   84.446,13
2. Sonstige Verbindlichkeiten   285.251,44   602.898,95
- davon aus Steuern EUR 30.864,52 (i. Vj. EUR 274,34) -        
    286.195,65   687.345,08
    7.408.241,42   7.610.305,83

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016

2016 2015
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse        
a) Erlöse aus der Gasabgabe und Netznutzung 5.838.890,46   5.502.375,79  
b) Erlöse Energiesteuer Erdgas 584.583,79   563.222,87  
c) Aufwendungen Energiesteuer Erdgas -584.686,87   -563.222,87  
d) Auflösung Baukostenzuschüsse empfangener Ertragszuschüsse 65.446,05   74.802,07  
e) Nebengeschäfte 21.502,31 5.925.735,74 24.429,52 5.601.607,38
2. Sonstige betriebliche Erträge   16.634,22   412.501,83
3. Materialaufwand        
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.907.667,57   3.089.760,18  
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 393.166,54 3.300.834,11 427.480,78 3.517.240,96
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   273.081,21   285.419,10
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen   220.595,00   191.317,05
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   2.964,64   11.354,46
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 128,47 (i. Vj. EUR 3.240,09) -        
- davon aus der Abzinsung von Rückstellungen EUR 1.924,07 (i. Vj. EUR 6.513,35) -        
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   6.546,96   8.638,01
- davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen EUR 6.513,35 (i. Vj. EUR 8.638,01) -        
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   641.582,56   500.262,01
9. Ergebnis nach Steuern   1.502.694,76   1.522.586,54
10. Sonstige Steuern   1.684,86   1.559,74
11. Jahresüberschuss   1.501.009,90   1.521.026,80

Anhang für das Geschäftsjahr 2016

Allgemeines

Der Jahresabschluss 2016 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches erstellt.

Die Bilanz entspricht der vorgeschriebenen Gliederung nach § 266 HGB. Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

Die Gesellschaft wendet im Berichtsjahr erstmals die Regelungen des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) an. Dies hat zu keinen wesentlichen Änderungen in der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung geführt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Der Inhalt der Anschaffungs- oder Herstellungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB. Bei der Berechnung wurden angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten eingerechnet. Fremdkapitalzinsen sind nicht in die Herstellungskosten einbezogen worden.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen die tatsächlichen Nutzungsdauern in Anlehnung an die amtlichen Abschreibungstabellen zugrunde, wobei sowohl die lineare als auch die - soweit zulässig - degressive Abschreibungsmethode Anwendung findet. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 410,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nennwert ausgewiesen. Ergänzend wurde dem allgemeinen Kreditrisiko durch einen Pauschalabschlag Rechnung getragen.

Die bis einschließlich 31. Dezember 2002 als empfangene Ertragszuschüsse passivierten Baukostenzuschüsse werden innerhalb von 20 Jahren ergebniswirksam vereinnahmt. Die in der Zeit vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2015 empfangenen Baukostenzuschüsse werden als Investitionszuschüsse aktivisch von den Herstellungskosten abgesetzt. Seit dem 1. Januar 2016 wird für empfangene Ertragszuschüsse wieder ein Passivposten gebildet, der ergebniswirksam über 20 Jahre aufgelöst wird.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten und werden mit den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträgen angesetzt. Dabei werden Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, wie er von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird, abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden zu ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens geht aus dem Anlagengitter hervor.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen Gesellschafter (TEUR 63, Vorjahr TEUR 96) bestehen gegen die Energie- und Wassergesellschaft mbH, Wetzlar, und resultieren wie im Vorjahr aus Lieferungen und Leistungen.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen sind Erstattungsansprüche aus Umsatzsteuer (TEUR 72, Vorjahr TEUR 155), aus noch nicht abziehbaren Vorsteuerverrechnungsansprüchen (TEUR 25, Vorjahr TEUR 67), aus Ertragsteuern (TEUR 16, Vorjahr TEUR 69), aus einer ausstehenden Netzkontenabrechnung (TEUR 2, Vorjahr TEUR 0), aus debitorischen Kreditoren (TEUR 1, Vorjahr TEUR 0) sowie Forderungen aus Konzessionsabgabe (TEUR 1, Vorjahr TEUR 7) erfasst.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten periodische Fördermaßnahmen.

Am gezeichneten Kapital (Stammkapital) sind die Energie- und Wassergesellschaft mbH, Wetzlar, und die Thüga AG, München, je zur Hälfte beteiligt.

Die sonstigen Rückstellungen sind für Regulierungskonto (TEUR 30, Vorjahr TEUR 57), Abschlusskosten (TEUR 20, Vorjahr TEUR 11) und IHK-Beiträge (TEUR 2, Vorjahr TEUR 1) gebildet worden.

Als sonstige Verbindlichkeiten sind TEUR 252 (Vorjahr TEUR 540) aus Kundenüberzahlungen, aus der Erdgassteuerabrechnung TEUR 31 (Vorjahr TEUR 0) und TEUR 2 (Vorjahr TEUR 2) aus Kautionen erfasst.

Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Unter den Umsatzerlösen sind die Erlöse aus der Gasabgabe und Netznutzung (TEUR 5.839, der zeitanteiligen Auflösung von Ertragszuschüssen (TEUR 65) sowie sonstigen Lieferungen und Leistungen erfasst.

Periodenfremde sonstige Erträge ergeben sich im Wesentlichen aus der Zuschreibung auf abgeschriebene Forderungen und betragen insgesamt TEUR 2, periodenfremde sonstige Aufwendungen ergeben sich aus der Buchung der Forderungsverluste sowie Verlusten aus Anlagenabgängen und Erhöhung der Pauschalwertberichtigung in Höhe von TEUR 32.

Der Ertragsteueraufwand umfasst Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag für das Geschäftsjahr und Aufwendungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 27.

Die sonstigen Steuern betreffen Grund- und Erdgassteuer.

Nachtragsbericht

Nach dem 31. Dezember 2016 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage der Gesellschaft bekannt geworden.

Weitere Angaben

Der Aufsichtsrat bestand aus folgenden Mitgliedern:

Manfred Wagner (bis 14.07.2016) Dr. Matthias Cord
Oberbürgermeister und Stadtkämmerer Vorstandsmitglied der Thüga AG, München
Vorsitzender Stellv. Vorsitzender
Norbert Kortlüke (seit 15.07.2016) Jörg Kratkey (ab 15.07.2016)
Hauptamtlicher Stadtrat Stadtrat
Vorsitzender Ruth Viehmann
Admir Hadzikadunic Stadträtin
Technischer Angestellter  
Thüga AG, München  
Dr. Christian Liebl  
Rechtsanwalt  
Thüga AG, München  

Geschäftsführer waren:

Dipl.-Ing. Detlef Stein, Leun

Dr. Berndt Hartmann, Bad Nauheim (seit 1. Juli 2016)

Der Aufsichtsrat erhielt für seine Tätigkeit eine Vergütung von EUR 1.687,29.

Von der Energie- und Wassergesellschaft mbH wurden der Gesellschaft EUR 15.338,75 für die Geschäftsführung berechnet.

Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine Arbeitnehmer beschäftigt.

Angabe i.S.d. § 6b Abs. 2 EnWG

Mit der enwag Energie- und Wassergesellschaft mbH wurden Geschäfte in Höhe von netto TEUR 3.117 getätigt. Hierbei handelt es sich um die Erbringung kaufmännischer und technischer Dienstleistungen von Seiten der enwag sowie dem Gasbezug von enwag und der Abrechnung von Netzentgelten und Mehr-/ Mindermengen gegenüber der enwag.

Angabe i.S.d. § 264 Abs. 1a HGB

Gasversorgung Lahn-Dill GmbH, 35576 Wetzlar, Handelsregister Wetzlar, HRB 1029

Angabe i.S.d. § 285 Nr. 3 HGB

Es wurden keine außerbilanziellen Geschäfte gem. § 285 Nr. 3 HGB getätigt.

Angabe i.S.d. § 285 Nr. 17 HGB

Das Abschlussprüferhonorar für Abschlussprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2016 beträgt EUR 13.002,00.

Angabe i.S.d. § 285 Nr. 21 HGB

Es wurden keine gemäß § 285 Nr. 21 HGB, nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommenen Geschäfte, soweit sie wesentlich sind, mit nahe stehenden Unternehmen und Personen getätigt.

Angabe i.S.d. § 285 Nr. 29 HGB

Der Bewertung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 29,27 % zum 31.12.2016 zugrunde gelegt.

Aktive latente Steuern ergeben sich aus der Rückstellung Regulierungskonto. Es wurde kein Gebrauch vom Aktivierungswahlrecht gemacht, die aktiven latenten Steuern wurden nicht aktiviert.

Gewinnverwendung/Gewinnverwendungsvorschlag

Der Jahresüberschuss von EUR 1.501.009,90 soll an die Gesellschafter ausgeschüttet werden.

 

Wetzlar, 20. März 2017

Gasversorgung Lahn-Dill GmbH

Geschäftsführung

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2016

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2016 Zugänge Abgänge 31.12.2016
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 241.271,46 0,00 0,00 241.271,46
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 146.351,84 0,00 0,00 146.351,84
2. Technische Anlagen und Maschinen        
a) Bezugsanlagen 807.520,39 0,00 0,00 807.520,39
b) Verteilungsanlagen 22.270.988,77 312.213,22 8.071,38 22.575.130,61
  23.078.509,16 312.213,22 8.071,38 23.382.651,00
Sachanlagen gesamt 23.224.861,00 312.213,22 8.071,38 23.529.002,84
23.466.132,46   312.213,22 8.071,38 23.770.274,30
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2016 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 31.12.2016
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 236.065,47 2.461,83 0,00 238.527,30
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 129.486,76 193,09 0,00 129.679,85
2. Technische Anlagen und Maschinen        
a) Bezugsanlagen 785.505,44 6.287,33 0,00 791.792,77
b) Verteilungsanlagen 19.371.181,85 264.138,96 7.924,53 19.627.396,28
  20.156.687,29 270.426,29 7.924,53 20.419.189,05
Sachanlagen gesamt 20.286.174,05 270.619,38 7.924,53 20.548.868,90
23.466.132,46 20.522.239,52 273.081,21 7.924,53 20.787.396,20
Buchwerte
31.12.2016 31.12.2015
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.744,16 5.205,99
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 16.671,99 16.865,08
2. Technische Anlagen und Maschinen    
a) Bezugsanlagen 15.727,62 22.014,95
b) Verteilungsanlagen 2.947.734,33 2.899.806,92
  2.963.461,95 2.921.821,87
Sachanlagen gesamt 2.980.133,94 2.938.686,95
23.466.132,46 2.982.878,10 2.943.892,94

Lagebericht 2016

Grundlagen der Gesellschaft

Die Gasversorgung Lahn-Dill GmbH betreibt in den Städten Aßlar, Solms und Leun auf der Grundlage langfristiger Konzessionsverträge die Versorgung mit Erdgas in den Marktrollen Netzbetreiber und Vertrieb. Aufgrund regulatorischer Vorgaben ist die Gesellschaft in den genannten Städten Grundversorger.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Gesellschaft ist nur bedingt an die Veränderung des Bruttosozialproduktes bzw. der Beschäftigung gebunden. Vielmehr stehen regulatorischen Vorgaben an den Netzbetrieb, die wettbewerbliche Intensität auf dem Gasvertriebsmarkt und insbesondere der weitgehend temperaturabhängige Erdgasbedarf unserer Kunden im Vordergrund.

Auf der regulatorischen Seite ergaben sich im Laufe des Jahres wiederum weitreichende Änderungen, die sowohl für unseren Netzbetrieb als auch für den Einsatz unseres Produktes Erdgas im Wärmemarkt von weitreichender Bedeutung sind.

Das novellierte Kraft-Wärme-Koppelungs-Gesetz (KWKG) 2016 war am 01.01.2016 in Kraft getreten. Lange konnten jedoch weite Teile des neuen Gesetzes nicht umgesetzt werden, da es unter dem Vorbehalt einer beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission stand, die erst im Oktober 2016 erfolgte.

Währenddessen hatte die Bundesregierung bereits an einer weiteren Novelle des Gesetzes gearbeitet. Am 19.10.2016 präsentierte sie den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Bestimmungen zur Stromerzeugung aus KraftWärmeKopplung und zur Eigenversorgung, der das EEG 2017 und das KWKG 2017 besser miteinander synchronisieren soll. Nach kontroverser Diskussion in den politischen Gremien haben der Bundestag und der Bundesrat die Vorlage des Wirtschaftsausschusses dann am 16./17.12.2016 beschlossen, welche teilweise gravierende Änderungen für den Betrieb von KWK-Anlagen nach sich zieht.

Im Herbst 2016 hat zudem die Bundesnetzagentur ihre Festlegung der Eigenkapitalzinssätze für Strom-und Gasnetze für die dritte Periode der Anreizregulierung bekannt gegeben. Die Eigenkapitalverzinsung für Strom- und Gasnetzbetreiber wird deutlich abgesenkt auf künftig 6,91 % (statt 9,05 %) für Neuanlagen und 5,12 % (statt 7,14 %) für Altanlagen, was zu erheblichen Erlösminderungen in unserem Netzbetrieb führen wird.

Das Jahr 2016 war aber auch ein klimapolitisches Jahr, dass in 2015 beschlossene Pariser Klimaabkommen trat in Kraft. Zur Umsetzung in Deutschland wurde infolgedessen der Klimaschutzplan (KSP) 2050 stark diskutiert. Der erste Entwurf enthielt das drohende Verbot fossiler Heizsysteme in Neubauten ab 2030, was einen herben Einschnitt für Erdgas auf dem Wärmemarkt bedeutet hätte. Diese Absicht wurde in der folgenden Abstimmung aber wieder gestrichen.

Mit Blick auf das Jahr 2030 wurden im KSP die Emissionsminderungsziele für alle Handlungsfelder konkretisiert: Für den Gebäudesektor wurden dabei die Anforderungen gegenüber dem ersten Entwurf verschärft. In diesem Bereich müssen die Emissionen bis 2030 um rund 66 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden, was mit entsprechenden Auswirkungen auf den Erdgasabsatz einhergehen wird.

Der aktuelle KSP würdigt zwar die Erdgas-Brennwerttechnik zur Effizienzsteigerung der Wärmeversorgung ebenso wie die Bedeutung von Gaskraftwerken in Zusammenhang mit Kraft-Wärme-Kopplung in den Bereichen Strom und Wärme, dennoch bleiben viele Fragen zur Zukunft des Energieträgers Erdgas offen.

Geschäftsentwicklung

2016 war für die Gasversorgung Lahn-Dill ein erfolgreiches Jahr. Im Vergleich zu 2015 stieg der Erdgasabsatz im Wesentlichen witterungsbedingt an. Hierbei trieb insbesondere im vierten Quartal die im Vergleich zu den Vorjahren deutliche kühlere Witterung den temperaturbedingten Mehrbedarf von Erdgas für Wärmezwecke. Insgesamt stieg der Erdgasverbrauch in unserem Netzgebiet gegenüber dem Vorjahr um 10,0 % auf 172,3 Mio. kWh.

Bei den Entscheidern über die Auswahl des Energieträgers für Heizzwecke stößt Erdgas weiterhin auf eine gute Akzeptanz. So entschieden sich im zurückliegenden Geschäftsjahr 61 Neukunden für einen Erdgasanschluss.

In 2016 blieben unser Preise für Letztverbraucher konstant. Durch die abermals fallenden Großhandelspreise konnten Wettbewerber gegen unsere auf Durchschnittsbildung ausgelegte risikoarme Beschaffung spürbare Preisdifferenzen darstellen, wodurch unser Marktanteil um 3,7 % auf nunmehr 61,8 % gesunken ist.

Ertragslage

Zur Beurteilung der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft ziehen wir die Leistungsindikatoren Umsatzerlöse und Jahresüberschuss heran, die im Folgenden näher erläutert werden.

Die von unserem Vertrieb abgesetzte Menge erhöhte sich von 102,7 Mio. kWh auf 106,6 Mio. kWh. Einhergehend hiermit stiegen die Umsatzerlöse geringfügig von 4.870 T€ auf 4.914 T€.

Unsere Beschaffungsvorteile wurden durch gestiegene Netzentgelte aufgezehrt, so dass sich ein Ergebnisbeitrag auf Höhe des Jahres 2014 ergibt. Das Vertriebsergebnis vor Zinsen und Steuern fällt von 1.147 T€ auf ein Normalniveau von 767 T€, was insbesondere einem Einmaleffekt aus der Auflösung von Rückstellungen für energiewirtschaftliche Risiken aus möglicherweise unwirksamen Preisanpassungen im Vorjahr geschuldet ist.

Den positiven Effekten aus Absatzsteigerung, dem verminderten Bezugsaufwand sowie den geringeren Forderungsausfällen standen höhere Aufwendungen für Netzentgelte sowie eine dem allgemeinen Zinsniveau geschuldete deutliche Absenkung der Zinserträge gegenüber. Zum positiven Gesamtergebnis konnte der Vertrieb letztlich einen Jahresüberschuss von 535 T€ beisteuern.

Im regulierten Netzbetrieb erwirtschafteten wir erneut Ergebnisverbesserungen. Die auf das Berichtsjahr fortzuschreibenden Entgelte wurden überschritten, für den Mehrerlös wurde eine Rückstellung für die zukünftige Absenkung der Erlösobergrenze gebildet. Der Netzbetrieb erzielte aufgrund der nochmaligen Steigerung der Transportmenge um 15,6 Mio. kWh auf 172,3 Mio. kWh eine entsprechende Erlössteigerung um rund 524 T€ auf 2.466 T€.

Die genannten Netzerlöse enthalten die Abrechnungen der für den eigenen Vertrieb erbrachten Transportleistungen. Hierfür hat der Netzbetrieb 1.219 T€ in 2015 und 1.462 T€ in 2016 intern berechnet. Das EBIT inklusive der internen Netzerträge verbesserte sich von 873 T€ auf 1.380 T€.

Der Ergebnisanstieg ist vorrangig auf die gestiegene Transportmenge, jedoch auch auf die um 12 T€ verminderten Abschreibungen zurückzuführen. Demgegenüber stand der deutliche Mehraufwand der Prüfungs- und Beratungskosten durch die Beauftragung eines externen Dienstleisters für die Erstellung des Netzentgeltantrages sowie der sonstigen regulatorischen Vorgaben, was auch in Folgejahren zu erhöhtem Aufwand führen wird.

Das insgesamt erzielte Ergebnis liegt mit einem Jahresüberschuss von 1.501 T€ über unseren Erwartungen und lässt eine gute Kapitalverzinsung zu.

Finanzlage

Die finanzielle Lage der Gesellschaft ist unverändert sehr solide. Zahlungsverpflichtungen konnten innerhalb der vereinbarten Fälligkeiten erfüllt werden, ohne auf bestehende Kreditlinien zurückgreifen zu müssen.

Durch die Auflösung unbeplanter Projekte (80 T€) sowie gegenüber der Planung reduzierte Netzerweiterungen wurde das beabsichtigte Investitionsvolumen um 187 T€ unterschritten und belief sich auf 312 T€. Zur Finanzierung der Anlagenzugänge standen Abschreibungen im Volumen von 273 T€ sowie Baukostenzuschüsse für die Erstellung von Gashausanschlüssen mit 109 T€ zur Verfügung.

Aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit resultierte im Berichtsjahr eine Zunahme des Finanzvermögens (cash flow) um 1.611 T€.

Die Vermögens- und Kapitalstruktur hat sich im Berichtsjahr wie folgt geändert.

Anteil am Bilanzvolumen in %
2016 2015
Anlagevermögen 40,3 38,6
kurzfristiges Vermögen 50,7 50,9
Eigenkapital 89,6 87,5

Über die Entwicklung des Barvermögens gibt die Kapitalflussrechnung 2016 Auskunft:

2016 2015
A. Ordentliche Geschäftstätigkeit        
1. Jahresergebnis 1.501   1.521  
2. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und 273   285  
Sachanlagen        
3. Zunahme (i.Vj. Abnahme) der Rückstellungen 176   -506  
4. Auflösung empfangener Ertragszuschüsse -66   -75  
5. Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 0   5  
6. Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -87   -137  
7. Veränderung Forderungen gegen Gesellschaften 33   -96  
8. Veränderung sonstige Vermögensgegenstände 181   48  
9. Veränderung Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 1   1  
10. Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -83   78  
11. Veränderung Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 0   -457  
12. Veränderung sonstige Verbindlichkeiten -318   -707  
B. Zufluss / Abfluss aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit   1.611   -50
C. Investitionstätigkeit        
1. Investitionen -312   -432  
2. Zugang Zuschuss 109   168  
3. Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens 0   5  
D. Abfluss aus der Investitionstätigkeit   -203   -259
E. Kapitalbewegungen        
Gewinnausschüttung -1.521   -1.127  
F. Abnahme des Finanzmittelfonds aus den Kapitalbewegungen   -1.521   -1.127
G. Abnahme des Finanzmittelfonds   -113   -1.436
Barvermögen am Beginn des H. Geschäftsjahres   3.871   5.307
Barvermögen am Ende des Geschäftsjahres   3.758   3.871

Trotz der zum Teil geplanten Abnahme des Finanzvermögens zum Stichtag, insbesondere durch die Veränderungen der Forderungen, der Verbindlichkeiten und der sonstigen Rückstellungen, hat sich die Gesellschaft positiv entwickelt.

Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem

Die Betriebsführerin enwag Energie- und Wassergesellschaft mbH hat auf Grundlage des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) ein Risikomanagementsystem eingerichtet, um alle den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Entwicklungen frühestmöglich zu erkennen, zu bewerten und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten. Es schafft Transparenz und ist in die Organisations- und Kommunikationsstruktur integriert. Das Eingehen von kalkulierbaren Risiken und das Verfolgen von Chancen sind Teile unternehmerischen Handelns. Der verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken gehört zu einer guten Corporate Governance.

Soweit Risiken hinreichend konkretisiert und quantifiziert werden können, werden diese bei der Wirtschaftsplanung bzw. im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Darüber hinaus werden im Rahmen des Risikomanagementprozesses alle relevanten Risikopotenziale identifiziert und die Risikofelder unter Berücksichtigung von Gegenmaßnahmen nach ihrer Schadens-höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Verdichtung zum Schadenserwartungswert ermöglicht eine Skalierung und eine Einordnung der Risiken. Im Schadensfall erfolgt eine Ad-hoc-Berichterstattung. Die Risikolage ist in einer Risikomanagementsoftware abgebildet. Das Risikomanagement-system ist in einem Risikohandbuch dokumentiert.

In einer Risikobeiratssitzung wurde von Geschäftsführung, Risikobeauftragten und Risikomanagerin die jährliche Risikoinventur durchgeführt. In den monatlichen Führungskräfterunden findet ein abteilungs- und prozessübergreifender Informationsaustausch statt.

Im Berichtsjahr fanden zwei Risikoausschusssitzungen mit einem abgesandten enwag-Aufsichtsratsmitglied, der Geschäftsführung und der Risikomanagerin statt. Thematisiert wurden insbesondere die wesentlichen Risiken, deren wirtschaftliche Auswirkungen und Gegenmaßnahmen zur Risikosteuerung. Der Aufsichtsrat wurde auch über die verschärften Vorgaben der 3. Regulierungsperiode und deren wirtschaftliche Auswirkungen auf das Unternehmen informiert. Allen Aufsichtsratsmitgliedern liegen das Risikohandbuch, die Risikomatrix und die Risikoberichte über die wesentlichen Risikofelder vor. Der Aufsichtsrat hat die Angemessenheit des bestehenden Risikomanagementsystems bestätigt.

Risiken und Chancen

Aus dem politischen, rechtlichen, gesetzlichen und regulatorischen Umfeld ergeben sich Risiken und Chancen. Gesetzliche Änderungen der Rahmenbedingungen, insbesondere auf europäischer Ebene, können das Ergebnis negativ beeinflussen und somit großen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz-und Ertragslage haben.

Branchenspezifische Risiken

Branchenspezifische Herausforderungen sind die vielfältigen rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, die auf das Gasgeschäft einwirken, in ihrer konkreten Ausgestaltung im Vorfeld aber zumeist nur schwer kalkulierbar sind. Bezüglich der Investitionen sind Gasversorger jedoch in sehr starkem Maße auf verlässliche und transparente energiepolitische Rahmenbedingungen angewiesen. Unsichere Rahmenbedingungen bedeuten fehlende Planungssicherheit. Die Abwicklung unserer Geschäfte erfordert umfangreiche vertragliche Beziehungen, aus denen rechtliche Risiken entstehen können. Den Umsatz-und Beschaffungsrisiken begegnen wir durch ein konsequentes Kostenmanagement sowie durch ein marktorientiertes Produkt- und Kundenmanagement. Im Berichtsjahr wurden die Konzessionsverträge für die Städte Solms und Leun vor Vertragsablauf wiedergewonnen.

Neben den witterungsbedingten und konjunkturellen Risiken ergeben sich aufgrund der hohen Volatilität der Gaspreise wettbewerbsbedingte Bezugs-, Absatz- und Preisrisiken. Durch das niedrige Preisniveau haben freie Händler nach wie vor einen deutlichen Vorteil, weil sie zeitnah beschaffen. Das Netz- und Vertriebsgeschäft wird zusätzlich durch hohen Bürokratieaufwand, steigende IT-Kosten, zunehmende Kundenanforderungen an Service und Preisgestaltung sowie technische Entwicklungen beeinflusst.

Die Marktraumumstellung L-/H-Gas wird gemäß Umstellungsplan in 2020 durchgeführt.

Ertragsorientierte Risiken

Die staatliche Festsetzung der Netzentgelte durch die Anreizregulierung führt zu einem erhöhten Druck auf die Ertragslage des Netzbereiches. Zusätzlich erhöht sich der Druck auch durch Gesetzesänderungen. Die Eingriffe der Politik haben zu einer deutlichen Kostensteigerung geführt.

Der Gasabsatz ist abhängig von Witterung, Wettbewerb und Verbraucherverhalten. Weicht der Gasbedarf deutlich von der Planung ab, können sich Mengenrisiken ergeben. Eine Mengenanpassung kann möglicherweise nur zu ungünstigeren Konditionen erfolgen. Dies kann sich im Vertrieb in reduzierten Margen auswirken. Wir begrenzen Preis- und Mengenrisiken durch ein Beschaffungsrisikomanagement in Verbindung mit flexiblen Beschaffungsverträgen. Durch marktkonforme Angebote sowie mit Kunden-bindungs- und Kundenrückgewinnungsmaßnahmen ergänzen wir das Beschaffungsmanagement.

Längere Betriebsstörungen oder der Ausfall von Anlagen oder Komponenten könnten unsere Ertragslage beeinträchtigen. Diesem Risiko begegnen wir durch regelwerkkonformes Planen, Bauen, Betreiben und Instandhalten der Netze und durch Einsatz standardisierter Materialien zuverlässiger Hersteller. Gegen dennoch eintretende Schadensfälle sind wir in einem wirtschaftlich sinnvollen Umfang versichert.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Risiken bestehen durch Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle, denen wir durch ein Forderungsmanagement und verstärkte Bonitätsprüfungen begegnen. Liquiditätsrisiken überwachen und steuern wir im Rahmen der Finanzplanung. Für mögliche Schadensfälle und Haftungsrisiken sind Versicherungen abgeschlossen, die mögliche Auswirkungen auf das Unternehmen stark begrenzen.

Operative Risiken

Zu den operativen Risiken zählen betriebliche Risiken, die durch menschliches und/oder technisches Versagen bzw. durch externe Einflussfaktoren entstehen, sowie rechtliche Risiken. Betriebstechnische Risiken und Störungen werden durch Richtlinien und Verfahrensanweisungen, Zertifizierungen, Schulungen sowie ein Wartungs- und Instandhaltungsmanagement begrenzt und die Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit der Anlagen gewährleistet.

Vor dem Hintergrund der Marktkommunikation hängen zahlreiche Prozesse mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung von laufenden IT-Systemen ab. Durch die zunehmende Abhängigkeit hat die Verfügbarkeit der IT-Systeme eine sehr große Bedeutung, gleichzeitig nehmen die Bedrohungen stetig zu. Prozessoptimierungen ziehen Investitionen nach sich. Laufende IT-Systeme sind durch technologische Sicherungsmaßnahmen gewährleistet, die Redundanz durch ein externes Rechenzentrum sichergestellt.

Externe Risiken

Risiken aus dem politischen, rechtlichen und regulatorischen Umfeld und aus gerichtlichen Entscheidungen führen zu erheblichen Planungsunsicherheiten.

Chancen

Die ansteigenden Kundenverluste sind im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die GLD ein durch die enwag betriebsgeführtes Unternehmen ist. Sämtliche Kundenkontakte erfolgen über Mitarbeiter der enwag, was die Etablierung einer eigenständigen Marke GLD unterminiert und die Kundenbindung stark erschwert. Kundenrückgewinnungsaktionen haben nicht den gewünschten Erfolg gezeigt und größere Marketingmaßnahmen sind aus wirtschaftlichen Gründen nicht geboten. Im Ergebnis sehen wir die größte Chance in der Verschmelzung der GLD mit enwag.

Gesamtbeurteilung

Unter Berücksichtigung der gegebenen Gegensteuerungs- und Minimierungsmaßnahmen sind derzeit keine Risiken erkennbar, die unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen und den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Unser Risikomanagementsystem erfüllt alle gesetzlichen Vorgaben.

Dennoch wurden vor dem Hintergrund der schwachen Marke, die einhergeht mit einer geringen Kundenbindung, und zur Optimierung der Kostenstruktur verschiedene Handlungsoptionen geprüft und entschieden, dass die Gasversorgung Lahn-Dill GmbH zum 01.01.2018 mit der Betriebsführerin enwag Energie- und Wassergesellschaft mbH verschmolzen werden soll. Durch die in der Region etablierte Marke "enwag" soll die Gasversorgung in den Städten Aßlar, Solms und Leun wieder ein Gesicht bekommen.

Prognosebericht

Unser Investitionsbudget trägt dem anhaltend positiven Interesse an einer Erdgasversorgung Rechnung, ist in 2017 mit 425 T€ geplant und soll vollständig mit eigenen Mitteln finanziert werden.

Im scharfen Kundenwettbewerb setzen wir auf Kundenbindung durch faire Konditionen und kompetenten Service vor Ort. Unterstützend konnten wir zum 01.01.2017 unseren Kunden eine deutliche Preissenkung um 0,6 Cent je Kilowattstunde anbieten. Von dieser Preissenkung wird eine spürbare Verbesserung der derzeitigen Wettbewerbsposition der GLD erwartet, die dazu beitragen soll, die erhöhte Kundenfluktuation des Vorjahres abzubremsen.

Bei der geplanten Absatzentwicklung haben wir die trotz einer Absenkung der Letztverbraucherpreise zum 01. Januar 2017 unvermeidlichen Kundenverluste berücksichtigt, was zu einer gegenüber 2016 geringfügig geminderten Absatzmenge und geringfügig sinkenden Umsatzerlösen führt. Einen Grund für die Überprüfung unserer Ergebniserwartung von 1.096 T€ sehen wir nicht.

 

Wetzlar, den 20. März 2017

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die Gasversorgung Lahn-Dill GmbH, Wetzlar

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Gasversorgung Lahn-Dill GmbH, Wetzlar, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Nach § 6b Abs. 5 EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags sowie die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht sowie über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht sowie für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung, die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gasversorgung Lahn-Dill GmbH. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.

 

Frankfurt am Main, den 20. März 2017

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wetzel, Wirtschaftsprüfer

Kretzer, Wirtschaftsprüferin

Gewinnverwendungsbeschluss

Auszug aus dem

Umlaufbeschluss der Gesellschafterversammlung der Gasversorgung Lahn-Dill GmbH Behandlung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2016

Beschlussvorschlag:

2. a) Die Gesellschafterversammlung stellt den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 der Gasversorgung Lahn-Dill GmbH mit einer Bilanzsumme von 7.408.241,42 € und einem Jahresüberschuss von 1.501.009,90 € fest.

b) Der Jahresüberschuss in Höhe von 1.501.009,90 € wird an die Gesellschafter ausgeschüttet.

c) Der Lagebericht wird genehmigt.

d) Dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung wird für das Wirtschaftsjahr 2016 Entlastung erteilt.

Die Gesellschafter der Gasversorgung Lahn-Dill GmbH haben dem Beschlussvorschlag zugestimmt.

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres durch schriftliche und mündliche Berichte der Geschäftsführung sowie in Sitzungen über die Geschäftsentwicklung und die Lage der Gesellschaft unterrichten lassen.

Alle wichtigen Vorgänge wurden mit der Geschäftsführung eingehend beraten und entschieden.

Im Berichtsjahr hat die Geschäftsführung den Aufsichtsrat umfangreich über das Risikomanagement der Gesellschaft informiert und hierzu das Risikohandbuch und die aktuelle Risikomatrix vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat sich davon überzeugt, dass das bestehende Risikomanagement geeignet ist, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

Der von der Geschäftsführung aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2016 sowie der Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von der durch Gesellschafterbeschluss vom 20. Juni 2016 als Abschlussprüfer gewählten KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mainz, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Von dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat Kenntnis genommen.

Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erklärt der Aufsichtsrat, dass gegen den von der Geschäftsführung vorgelegten Jahresabschluss 2016 und den Lagebericht keine Einwendungen zu erheben sind.

Der Aufsichtsrat spricht der Geschäftsführung seinen Dank für die geleistete Arbeit aus.

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