Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 109492
Vorher
EcoIntense GmbH
Eingetragen
17.9.2007
Branche
Entwicklung und Programmierung von AnwendungssoftwareVerlegen von sonstiger SoftwareGroßhandel mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software
Gegenstand
Die Entwicklung und der Vertrieb von Software.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
James Martin
seit 5.10.2022
Geschäftsführer
Sebastian Mönnich
seit 27.3.2008
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
AMCS HoldCo LimitedIRL
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

AMCS HoldCo Limited
Ireland
74.093 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Quentic GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht

Quentic GmbH, Berlin

Geschäft und Rahmenbedingungen

Rechtliche Informationen

Die Quentic GmbH, Berlin, ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht. Sitz der Gesellschaft ist Gürtelstraße 30, 10247 Berlin, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 109492. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Gesellschaft wurde 2007 unter dem Namen EcoIntense GmbH gegründet und 2018 in die Quentic GmbH umfirmiert. 2014 wurde mit der EcoIntense Inc. (USA) die erste Tochtergesellschaft gegründet, 2018 folgte Quentic Netherlands B.V. (Niederlande). Ende 2017 wurde die ehemalige NordSafety Oy (Finnland), (nunmehr umfirmiert in Quentic Finland Oy) gekauft. An allen Gesellschaften ist die Quentic GmbH zu 100% beteiligt.

Zweigniederlassungsbericht

Das Unternehmen verfügte neben dem Hauptsitz in Berlin im Jahr 2021 über folgende inländische Standorte (in Klammern jeweils Anzahl Mitarbeiter zum Jahresende):

Hamburg bis 28.02.2021,

Frankfurt bis 28.02.2021,

Köln (4) und

München (1).

sowie über folgende ausländischen Standorte:

Quentic GmbH, Zweigniederlassung, Wien, Österreich, (5)

Quentic filial af Quentic GmbH, Zweigniederlassung, Kopenhagen, Dänemark, (2)

Quentic GmbH, Zweigniederlassung, Zürich, Schweiz, (2)

Quentic GmbH, Madrid, Spanien, (2)

Quentic GmbH, Barcelona, Spanien, (2)

Quentic GmbH, Paris, Frankreich, (5)

Quentic GmbH, Stockholm, Schweden, (4)

Quentic GmbH, Gent, Belgien und (1)

Quentic GmbH, Rom, Italien (4).

Geschäftstätigkeit

Die Quentic GmbH entwickelt und vertreibt standardisierte Software für Arbeitssicherheit, Umwelt- und Qualitätsmanagement sowie Nachhaltigkeit, überwiegend als SaaS (Software-as-a-Service). Die Kunden der Quentic GmbH kommen aus verschiedenen Branchen. Daneben bietet die Quentic GmbH auch Trainings und Consulting für die eigene Software an. Das Unternehmen selbst ist ISO 9001 und ISO 27001 zertifiziert. In Deutschland sind neben der Software-Entwicklung weitere Zentralfunktionen sowie der Vertrieb Deutschland ansässig. Die ausländischen Standorte haben zumeist Vertriebs- und Marketingfunktionen. Die Quentic GmbH wird sich auch weiterhin als standardisierter Softwareanbieter in Europa etablieren, um sämtliche Prozesse für Arbeitssicherheit, Umwelt- und Qualitätsmanagement sowie Nachhaltigkeit zu optimieren. Dazu wird das Unternehmen zukünftig in den wichtigsten europäischen Märkten vertreten sein, um seine Softwarelösung und die dazugehörigen Dienstleistungen anzubieten.

Wie im Software-as-a-Service üblich zahlen die Kunden der Quentic GmbH in der Regel eine Jahresgebühr im Voraus. Buchhalterisch wird dieser Umsatz über passive Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt. Der positive Cashflow ermöglicht es der Quentic GmbH, weiter in das Wachstum zu investieren. Die Quentic GmbH hat ihre Ziele im Jahr 2021, insbesondere in Hinblick auf den ARR (mittlere zweistellige Wachstumsrate), erfolgreich umgesetzt.

Wirtschaftsbericht

Geschäftsverlauf

Im Jahr 2021 hat die Quentic GmbH ihren Wachstumskurs erfolgreich weitergeführt. Der realisierte Umsatz ist 2021 gegenüber dem Vorjahr um 38% gestiegen. Das Wachstum des Softwaremarktes für Environment, Health und Safety (EHS) im Jahre 2021 ist durch das unabhängige Beratungs- und Marktforschungs-Unternehmen Verdantix auf 5% geschätzt worden 1 .

Vor allem bei Unternehmen, die ihre Produkte als SaaS (Software-as-a-Service) Leistung anbieten, hat sich in den vergangenen Jahren der ARR (Annual Recurring Revenue) als einer der wichtigsten Unternehmensindikatoren etabliert. Der ARR ist ein Ansatz, bei dem es darum geht, den Teil des jährlichen Umsatzes eines Unternehmens zu bestimmen, der wiederholt und in regelmäßigen Abständen (Folgeperioden) erzielt wird. Die Quentic GmbH konnte im vergangenen Geschäftsjahr den ARR zum Jahresende von TEUR 15.765 um 35% auf TEUR 21.371 steigern (inkl. der Tochtergesellschaften: TEUR 22.559). Die Quentic GmbH hat im Hinblick auf das ARR- und Umsatzwachstum ihre Ziele erreicht. Ohne Sondereffekte (Abschreibung Gesellschafterdarlehen an die Quentic Netherlands B.V. und Rückstellung für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, siehe unten) wäre auch das Ziel eines verbesserten Jahresfehlbetrag erreicht worden.

Neben dem Geschäft in Deutschland trugen auch die unterschiedlichen Niederlassungen, Betriebsstätten und Beteiligungen zum Umsatzwachstum bei, und das internationale Geschäft soll ausgebaut werden. Die finnische Beteiligung ist weiterhin werthaltig. Die niederländische Kapitalgesellschaft Quentic Netherlands B.V. soll aufgelöst werden.

Die AMCS Group, Limerick Irland, hat mit Wirkung zum 30. Juni 2022 100% der Anteile an der Quentic GmbH erworben. Der Zusammenschluss ist ein wichtiger Schritt für beide Unternehmen. Als weltweiter Marktführer für Software und Fahrzeugtechnologielösungen in der Abfall-, Recycling-, Versorgungs- und Ressourcenindustrie baut AMCS mit dieser Akquisition seine Marktposition aus. Mit der Aufnahme von Quentic in das AMCS-Portfolio erweitert das Unternehmen sein Angebot an zukunftsträchtigen digitalen Lösungen, die Arbeitsabläufe optimieren und einen direkten positiven Einfluss auf die Umwelt haben. Unternehmen aus vielfältigen Branchen können so mit Quentic und weiteren AMCS-Lösungen noch besser dazu beitragen, eine gesündere, sauberere und nachhaltigere Zukunft zu schaffen.

Mitarbeiterentwicklung

Die Quentic GmbH beschäftigte zum Jahresende 240 Mitarbeiter (Vorjahr 229 Mitarbeiter).

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Ertragslage der Quentic GmbH ohne Sondereffekte (Abschreibung Gesellschafterdarlehen an die Quentic Netherlands B.V. und Rückstellung für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, siehe unten) verbessert.

Das Jahresergebnis verschlechterte sich zwar von TEUR -5.018 (VJ) auf TEUR -12.054 im Geschäftsjahr. Die Verschlechterung lag aber an zwei Sondereffekten, die das Jahresergebnis um TEUR 9.586 reduzierten: Zum einen wurden zum 31.12.2021 die Gesellschafterdarlehen an die Quentic Netherlands B.V. i.H.v. TEUR 2.872 (davon TEUR 172 Zinsen) abgeschrieben, da diese aufgelöst werden und ihre Tätigkeiten vor Ort in eine Niederlassung oder Betriebsstätte der GmbH überführt werden soll. Zum anderen wurde erstmalig eine Rückstellung für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm i.H.v. TEUR 6.714 gebildet.

Der Umsatz wurde von TEUR 16.850 auf TEUR 23.262 um 38% gesteigert. Das Umsatzwachstum wurde überwiegend durch die Steigerung der wiederkehrenden Leistungen (SaaS) aufgrund von Neukundengewinnung sowie Durchdringung von Bestandskunden erzielt.

Der Umsatz wurde überwiegend in der D-A-CH Region erzielt. Der Materialaufwand bestand wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Aufwendungen für bezogene Leistungen (innerbetrieblicher Leistungseinkauf der mobilen Applikation von der Quentic Finland Oy).

Beteiligt am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, für das eine Rückstellung gebildet wurde, sind Mitarbeiter aus der Quentic GmbH sowie aus den beiden Tochtergesellschaften Quentic Finland Oy und Quentic Netherlands B.V. Der erfolgswirksame Effekt der Rückstellung für die Optionen der Mitarbeiter der Quentic GmbH wurde als Personalaufwand erfasst, für die Optionen der Mitarbeiter der Quentic Finland Oy und der Quentic Netherlands B.V. als sonstige betriebliche Aufwendungen.

Der Personalaufwand stieg (bereinigt um den erfolgswirksamen Effekt der Rückstellung für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm der Mitarbeiter der Quentic GmbH) um 11% (die Mitarbeiterzahl wurde Jahr 2021 um 11 erhöht).

Personalaufwand 2021 Personalaufwand 2020 Veränderung
TEUR 21.903    
davon für Mitarbeiterbeteiligungsprogramm    
TEUR 3.366    
Bereinigter Personalaufwand 2021    
TEUR 18.537 TEUR 16.759 11%

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen (bereinigt um den erfolgswirksamen Effekt der Rückstellung für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Mitarbeiter der Quentic Finland Oy und der Quentic Netherlands B.V.) gegenüber dem Vorjahr um 41%, was im Wesentlichen auf den erstmals annualisierten Mietaufwand für den neuen Hauptsitz der Quentic GmbH (Gürtelstraße 30, 10247 Berlin), der für das personelle Wachstum notwendig geworden ist, zurückzuführen war.

Sonstige betriebliche Aufwendungen 2021 Sonstige betriebliche Aufwendungen 2020 Veränderung
TEUR 8.796    
davon für Mitarbeiterbeteiligungsprogramm    
TEUR 3.349    
Bereinigte sonstige betriebliche Aufwendungen 2021    
TEUR 5.447 TEUR 3.844 42%

Das negative Jahresergebnis spiegelt die Wachstumsstrategie des Unternehmens wider, bei der bewusst erfolgsrelevante Investitionen in Personal, Standorte und Technologie vorgenommen wurden und werden.

Die Entwicklungen konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Weiterentwicklung der Plattform und des Produkts. Diese werden durch angestellte Mitarbeiter durchgeführt. Vom Wahlrecht des Bilanzansatzes selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wird seit 2018 kein Gebrauch gemacht, da es sich hauptsächlich um Aufwendungen für Updates und Releasewechsel handelt.

Finanzlage

Insgesamt ist im Geschäftsjahr 2021 der Finanzmittelbestand der Quentic GmbH von TEUR 6.381 auf TEUR 4.840 gesunken (TEUR 1.000 Rückgang aus neuem Darlehen an verbundene Unternehmen). Einerseits ergibt sich für die Quentic GmbH im Wachstumsszenario ein positiver Liquiditätseffekt aus der Vorabzahlung einer Jahresgebühr durch den Kunden. Andererseits verfolgt das Unternehmen auch weiterhin eine Wachstumsstrategie, bei der Investitionen in Personal, Standorte und Technologie zahlungswirksam getätigt werden, um zukünftiges Wachstum zu generieren.

Zum Bilanzstichtag bestehen wie auch im Vorjahr keine Darlehensverbindlichkeiten.

Die anfallenden finanziellen Verpflichtungen wurden stets durch schnelle Zahlung erfüllt. Die Zahlungsfähigkeit war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

Vermögenslage

Inflations- und Wechselkurseinflüsse haben auf die Vermögenslage keinen nennenswerten Einfluss.

Da vom Wahlrecht des Bilanzansatzes selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände seit 2018 kein Gebrauch gemacht wird, reduzierten sich infolge der Abschreibungen die immateriellen Vermögensgegenstände von TEUR 1.086 (Vorjahr) auf TEUR 489.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen beliefen sich auf TEUR 1.350 (Vorjahr TEUR 3.050). Hintergrund war der aufgrund von Anlaufverlusten bestehende Finanzierungsbedarf der Quentic Netherlands B.V. und der Quentic Finland Oy. Der Verringerung ergab sich aus der Abschreibung der Gesellschafterdarlehen an die Quentic Netherlands B.V. aufgrund mangelnder Ertragsaussichten.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag in Höhe von TEUR 3.517 resultiert aus dem Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres (wie oben beschrieben bedingt durch zwei Sondereffekte: Abschreibung der Gesellschafterdarlehen an die Quentic Netherlands B.V. und Rückstellung für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm). Die neue Gesellschafterin AMCS Group hat in 2022 Kapital bereitgestellt, um diese Nichtdeckung abzustellen. Die Verbindlichkeiten stiegen von TEUR 2.156 im Vorjahr auf TEUR 2.728 vor allem wegen höherer Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Erhöhung in den Rückstellungen ergibt sich im Wesentlichen aus der Rückstellung für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm i.H.v. TEUR 6.714.

Das wachsende Geschäft führte zu um 33% von TEUR 7.487 (Vorjahr) auf TEUR 9.955 gestiegene Passive Rechnungsabgrenzungsposten (anteilige Umsatzrealisierung entsprechend der Laufzeit der Softwaremietverträge) sowie zu gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 4.347, TEUR 2.878 Vorjahr).

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Risiken

Die Darstellung der Risiken erfolgt absteigend nach der Bedeutung für die Gesellschaft.

Personalwirtschaftliche Risiken

Quentics zukünftiges Wachstum wird maßgeblich davon abhängen, hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zu halten und zu gewinnen. Auch 2021 zählt Quentic zu den Siegern der alle zwei Jahre stattfindenden "Great Place to Work®"-Wettbewerbe "Beste Arbeitgeber in der ITK" und "Beste Arbeitgeber in Berlin-Brandenburg". Den Preis erhalten Unternehmen, die aus Sicht ihrer Beschäftigten eine besonders gute Unternehmenskultur und attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Um den darüber hinaus bestehenden Recruiting-Bedarf abzudecken, gibt es in der HR-Abteilung dedizierte Recruiter. Zudem arbeitet die HR-Abteilung selektiv mit führenden Personalberatungen zusammen. Trotzdem besteht die Gefahr, dass es nicht in allen Bereichen gelingt, qualifizierte Mitarbeiter zu halten bzw. genügend qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen mit der möglichen Folge, dass die Quentic GmbH aus Personalmangel hinsichtlich Innovationsfähigkeit und Markterfolg nicht ihre Ziele würde erreichen können, was sich wieder negativ in Hinblick auf Umsatz, Marge und Liquidität auswirken würde.

Risiken aus mangelndem Betriebskontinuitätsmanagement

Als SaaS-Anbieter ist die Kundenzufriedenheit und damit der Erfolg von Quentic maßgeblich davon abhängig, dass die Software den Kunden entsprechend dem Leistungsversprechen zur Verfügung steht. Leistungseinbußen können sich in erhöhten Kündigungsraten und damit Umsatzeinbußen niederschlagen.

Um die Verfügbarkeit und Funktionalität der Quentic Plattform sicherzustellen, erfolgen der Betrieb und die Weiterentwicklung der Plattform nach definierten Prozessen unter Einbeziehung des Development Operations- und Quality Assurance-Teams. Auch um das Risiko von Cyberangriffen zu kontrollieren, setzt Quentic Überwachungssysteme ein, entwickelt Notfallprozesse und dokumentiert diese. Die Entwicklung erfolgt als Agile Development. Die Überwachungssysteme und Notfallprozesse werden kontinuierlich verbessert. Ein Risikomanagementsystem für Anwendungen und Systeme ist implementiert. Ausgelagerte Dienstleistungen (z. B. Datencenter) werden in den Überwachungsprozess einbezogen, ferner werden adäquate Service-Level-Vereinbarungen abgeschlossen. Das Risiko von Cyberangriffen ist zudem über eine Versicherung abgedeckt.

Risiken aus mangelnder Innovationsfähigkeit oder versäumten Produktinnovationen

Der Markt für die Quentic-Software wird sich auch in Zukunft weiterentwickeln. Vor diesem Hintergrund muss die eigene Software beständig verbessert werden. Diesbezügliche Versäumnisse können zum Verlust von Marktanteilen und zu geringerer Wettbewerbsfähigkeit führen.

Um diesem Risiko entgegenzuwirken, hat Quentic ein regelmäßig tagendes Product Steering Commitee eingeführt, in dem sich Produktmanagement, Entwicklung, Vertrieb, Marketing und Customer Success über die weitere Entwicklung der Produkte abstimmen. So ist sichergestellt, dass Markt- und Kundeninformationen rechtzeitig Eingang in die Produktentwicklung finden.

Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko ergibt sich hauptsächlich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Ein Forderungsausfall kann zu negativen Effekten in Umsatz, Marge und Liquidität führen. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko mit einem aktiven abteilungsübergreifenden Forderungsmanagement.

Liquiditätsrisiko

Um Liquiditätsrisiken zu begegnen und die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen, erfolgt sowohl eine langfristige Liquiditätsplanung als auch eine regelmäßige kurz- sowie mittelfristige Liquiditätsbetrachtung.

Für die Umsetzung der bisherigen Strategie ist kein weiterer Liquiditätsbedarf im Prognosezeitraum erkennbar, da erwartet wird, dass die Quentic GmbH in den Jahren 2022 und 2023 einen Liquiditätsüberschuss erwirtschaften wird. Die Haupttreiber hierfür sind Skalierungseffekte und Effizienzsteigerungen aufgrund des Wachstums der Quentic GmbH sowie positive Liquiditätseffekte aus der Vorabzahlung durch Kunden. Zudem steht der neue Gesellschafter AMCS Group bereit, sollte es wider Erwarten zu weiterem Liquiditätsbedarf kommen.

Das Unternehmen bewertet die Auswirkungen der Anfang 2020 ausgebrochenen Virusepidemie COVID-19 und des Krieges in der Ukraine fortlaufend. Unmittelbare wirtschaftliche Auswirkungen werden nicht erwartet. Außergewöhnliche Insolvenzen oder existenzbegründete Kündigungen durch Kunden waren bisher nicht wahrnehmbar.

Chancen

Die digitale Transformation der Wirtschaft, also der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in allen Primär- und Sekundärprozessen der Wertschöpfungskette von Unternehmen, schreitet voran. In dieser Zeit der Veränderungen steigt der Bedarf der Unternehmen, ihre Prozesse zu dokumentieren, zu optimieren und digital zu steuern. Dies führt auch zu einer erhöhten Nachfrage nach Software für Prozesse im Arbeits- und Umweltschutz sowie für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Die von der EU-Kommission angestrebten strengeren Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung werden zusätzlich die Nachfrage nach Produkten von Quentic steigern. Durch die weitere Integration von mobilen Technologien (App) können Kunden Ereignisse und Prozesse vor Ort aufnehmen. Darüber hinaus befindet sich die Quentic GmbH in einem noch nicht gesättigten Marktumfeld, indem überwiegend noch nach professionellen Softwaresystemen gesucht wird. Hiervon erwarten wir in den nächsten Jahren weitere positive Effekte auf das Unternehmenswachstum. Laut dem unabhängigen Beratungs- und Marktforschungs-Unternehmen Verdantix 2 wird der Weltmarkt für HSE-Software bis 2026 durchschnittlich jährlich um 11,5% auf 2,5 Milliarden US-Dollar wachsen.

Die Quentic GmbH und ihr neuer Gesellschafter AMCS Group werden in erheblichem Maße von der Expertise und Kompetenz des jeweils anderen profitieren. Das Ressourcenmanagement für eine effektive Kreislaufwirtschaft ist zu einer zentralen Aufgabe für Unternehmen in allen Branchen weltweit geworden. Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen können Kunden beider Seiten von einer breiten Palette an Lösungen profitieren, die eine durchgängige Standardisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen unterstützen, Effizienz steigern und so den Weg in eine sichere und nachhaltige Zukunft ebnen.

Prognose/Voraussichtliche Entwicklung

Für 2022 wird trotz der COVID-19-Epidemie und dem Krieg in der Ukraine ein gutes Wachstum erwartet. Weitere Skalierungseffekte sowie Effizienzsteigerungen, eine fortlaufende Marktpenetration u.a. als Folge der getätigten Investitionen in neue Märkte, weitere Neueinstellungen sowie fortlaufende Investitionen in Forschung und Entwicklung werden dieses Wachstum begleiten. Dies wird zu einem Umsatzwachstum führen, das sich aufgrund des Geschäftsmodells jedoch zeitverzögert über die Laufzeit der Kundenverträge niederschlagen wird. Der Fokus bei dem beschleunigten Wachstum liegt hierbei auf einer deutlichen Steigerung des ARR (Annual Recurring Revenue) in den Folgejahren, das durch eine fortlaufende Marktpenetration (Kundenneugewinnung und Penetration von Bestandskunden) und geringen Kundenabgängen sichergestellt werden soll. Es ist davon auszugehen, dass der ARR im Jahr 2022 erneut um eine mittlere zweistellige Wachstumsrate gesteigert werden kann.

Insgesamt beurteilt die Geschäftsführung den Verlauf des Geschäftsjahres 2021 und die wirtschaftliche Lage von Quentic als positiv. Insgesamt sind aus Sicht der Geschäftsführer weder bestandsgefährdende Risiken noch Liquiditätsrisiken erkennbar. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde trotz COVID-19 ein deutliches Wachstum erreicht und wichtige Weichen für die weitere Entwicklung in der Zukunft gestellt.

Die in diesem Lagebericht enthaltenen Aussagen über zukünftige Entwicklungen beruhen auf Einschätzungen der Geschäftsführung nach bestem Wissen und Gewissen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses. Die Aussagen sind naturgemäß einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Die tatsächlichen Ergebnisse können daher von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen, wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.

 

Berlin, den 16. September 2022

Quentic GmbH, Berlin

Geschäftsführung

Markus Becker

Hardy Menzel

Sebastian Mönnich

1 Verdantix Market Size And Forecast: EHS Software 2020-2026 (Global), Februar 2021
2 Verdantix Market Size And Forecast: EHS Software 2020-2026 (Global), Februar 2021

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021
31.12.2020
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 358.467,00 928.099,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 130.552,84 157.581,84
  489.019,84 1.085.680,84
II. Sachanlagen    
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 442.055,05 520.716,88
2. Geleistete Anzahlungen 57.072,38 74.669,62
  499.127,43 595.386,50
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.126.344,10 3.126.344,10
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.350.000,00 3.050.000,00
  4.476.344,10 6.176.344,10
  5.464.491,37 7.857.411,44
B. Umlaufvermögen    
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.347.375,72 2.877.552,60
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 95.574,33 242.832,15
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.001.265,42 1.039.364,90
  5.444.215,47 4.159.749,65
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4.840.484,97 6.380.597,01
  10.284.700,44 10.540.346,66
C. Rechnungsabgrenzungsposten 728.140,35 360.102,69
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbertrag 3.517.275,35 0,00
  19.994.607,51 18.757.860,79

Passiva

   
31.12.2021
31.12.2020
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 74.093,00 74.093,00
II. Kapitalrücklage 21.544.386,96 21.544.386,96
III. Verlustvortrag -13.081.857,51 -8.063.984,80
IV. Jahresfehlbetrag -12.053.897,80 -5.017.872,71
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 3.517.275,35 0,00
  0,00 8.536.622,45
B. Rückstellungen    
I. Steuerrückstellungen 35.551,99 18.072,00
II. Sonstige Rückstellungen 7.276.360,56 560.249,13
  7.311.912,55 578.321,13
C. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 477,53
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 640.429,05 236.370,82
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 54.458,27
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 297.882,01 68.352,16
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.789.770,27 1.795.871,63
(davon aus Steuern € 1.113.169,23; Vorjahr € 973.562,26)    
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 100.042,34; Vorjahr € 224.465,95)    
  2.728.081,33 2.155.530,41
D. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 9.954.613,63 7.487.386,80
  19.994.607,51 18.757.860,79

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021
2020
1. Umsatzerlöse 23.261.929,93 16.849.616,61
2. Sonstige betriebliche Erträge 554.185,10 590.497,00
(davon aus Währungsumrechnung € 16.766,61; Vorjahr € 16.612,83)    
  23.816.115,03 17.440.113,61
3. Materialaufwand    
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.481.185,30 844.366,60
4. Rohergebnis 22.334.929,73 16.595.747,01
5. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter 18.905.723,95 13.836.770,01
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 2.997.248,71 2.921.957,17
(davon für Altersversorgung € 139.220,38; Vorjahr € 119.326,28)    
  21.902.972,66 16.758.727,18
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 916.011,74 1.054.987,77
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 8.967.772,10 3.843.520,85
(davon aus Währungsumrechnung € 27.930,33; Vorjahr € 11.658,20)    
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Eträge 125.351,87 76.570,61
(davon Zinserträge aus der Abzinsung von Rückstellungen € 203,76; Vorjahr € 267,34)    
(davon aus verbundenen Unternehmen € 125.062,16; Vorjahr € 79.570,61)    
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen 2.700.000,00 0,00
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 48,14 383,50
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13.164,63 29.662,03
12. Ergebnis nach Steuern -12.039.687,67 -5.014.963,71
13. Sonstige Steuern 14.210,13 2.909,00
14. Jahresfehlbetrag -12.053.897,80 -5.017.872,71

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

1. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Registernummer HRB 109492 B als Quentic GmbH mit Sitz in Berlin registriert.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) aufgestellt. Die rechtsformspezifischen Bilanzierungsvorschriften für Gesellschaften mit beschränkter Haftung (§ 42 GmbHG) wurden beachtet.

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgten im Rahmen der handelsrechtlichen Vorschriften. Die Gesellschaft macht von den größenabhängigen Erleichterungsvorschriften des § 288 (2) HGB teilweise Gebrauch.

Wie im Vorjahr wurde ein Lagebericht in Anwendung des § 264 Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr 2021 aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Erläuterung zur Bilanz

Eine Aufgliederung des Anlagevermögens ist dem nachfolgenden Anlagespiegel zu entnehmen.

Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurden mit ihren Herstellungskosten (Entwicklungskosten der Jahre 2013 bis 2017) gem. § 248 Abs. 2 HGB letztmalig im Jahresabschluss für das Jahr 2017 aktiviert. Sie werden über 5 Jahre linear abgeschrieben. Die Herstellungskosten umfassten Einzelkosten im Zusammenhang mit den Entwicklungsaktivitäten und angemessene Teile der aktivierungspflichtigen Gemeinkosten sowie des Wertverzehrs des Anlagevermögens. Vertriebs- und Finanzierungskosten sind nicht enthalten.

Seit dem Jahresabschluss 2018 wurde eine Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände nicht mehr vorgenommen.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer angesetzt. Die Vermögensgegenstände werden linear abgeschrieben. Für geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von € 250 bis € 800 erfolgt die volle Abschreibung im Jahr der Anschaffung gemäß § 6 Abs. 2 Satz 1 EStG. Die durchschnittliche Nutzungsdauer der aller Wirtschaftsgüter beläuft sich auf rund 3 Jahren. Die Nutzungsdauer für selbstgeschaffene immaterielle Wirtschaftsgüter hingegen beläuft sich 5 Jahre.

Die in den Finanzanlagen ausgewiesenen 100 %-igen Anteile an verbundenen Unternehmen sind mit den historischen Anschaffungskosten bilanziert. Im Jahr 2021 waren es folgende Beteiligungen im Sinne von § 271 Abs. 1 und 2 HGB:

Anteilsbesitz Höhe am Kapital
%
Eigenkapital
Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
Quentic Finland Oy, 100 -1.348.885 -54.804
Helsinki, Finnland   (2021) (2021)
Quentic Netherlands 100 -2.647.221 -1.706.866
B.V., Amsterdam,   (2021) (2021)
Niederlande      
EcoIntense Inc., 100 82 0
Houston Texas, USA   (2021) (2021)

Die insgesamt gewährten Gesellschafterdarlehen i.H.v. € 1.350.000,00 wurden unter " Ausleihungen an verbundene Unternehmen" bilanziert. Die Abschreibungen auf einen niedrigen beizuliegenden Wert werden nur dann vorgenommen bei Vermögensgegenständen des Finanzanlagevermögens, wenn die Wertminderung voraussichtlich dauerhaft ist.

Zum 31.12.2021 wurde das seit 2018 an die niederländische Tochtergesellschaft gewährte Gesellschafterdarlehen von der Quentic GmbH in Höhe von T€ 2.872 (einschließlich Zinsen T€ 172) aufgrund von mangelnden Ertragsaussichten abgeschrieben.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen belaufen sich auf € 95.574,33 (Vorjahr € 242.832,15) und setzen sich ausschließlich aus den Zinserträgen aus Ausleihungen zusammen, davon mit Restlaufzeit über einem Jahr € 48.700,00 (Vorjahr € 95.341,67). Die sonstigen Vermögensgegenstände belaufen sich auf € 1.001.650,50 (Vorjahr € 1.039.428,42), davon mit Restlaufzeit über einem Jahr € 767.601,29 (Vorjahr € 883.433,60). Das strenge Niederstwertprinzip wurde bei der Bewertung zum Abschlussstichtag eingehalten. Einzelwertberichtigungen wurden im erforderlichen Umfang gebildet.

Bei dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um Ausgaben, die vor dem Abschlussstichtag getätigt wurden und Aufwand für eine bestimmte Zeit in den Folgejahren darstellen.

Für die Ermittlung der latenten Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Der Überhang der Steuerlatenzen setzt sich grundsätzlich aus der Gewerbesteuer von rd. 15% sowie der Körperschaftsteuer von rd. 15% zusammen.

Die Bewertung der flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, sind mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Beträgt die Restlaufzeit mehr als ein Jahr, sind eventuelle Kursverluste am Bilanzstichtag berücksichtigt. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften sind erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "sonstige betriebliche Erträge" bzw. "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen. Es wurden im Geschäftsjahr 2021 keine bedeutenden Fremdwährungsaktionen getätigt.

Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage wurden in voller Höhe eingezahlt und zum Nennbetrag ausgewiesen.

Durch die letztmalige Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände im Jahr 2018 ergibt sich ein per 31.12.21 ausschüttungsgesperrter Betrag von € 358.467,00, die in diesem Zusammenhang resultierenden latenten Steuern sind nach Gebrauch des Ansatzwahlrechts nach § 274 HGB i.H.v. € 107.540,10 berücksichtigt worden.

Die Rückstellungen beinhalten alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste und ungewisse Verbindlichkeiten im Rahmen des § 249 Abs. 1 HGB. Sie sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zum Erfüllungsbetrag bewertet. Die Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 S. 1 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre abgezinst. Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um € 6.716.111,43 auf € 7.276.360,56 (Vorjahr: € 578.321,13).

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Rückstellung für Urlaubsansprüche € 371.670,29
Rückstellung Optionsprogramm (GmbH) € 3.365.507,16
Rückstellung Optionsprogramm (Tochtergesellschaften) € 3.348.826,73
Rückstellung für Aufbewahrungspflicht € 26.474,02
Rückstellung Belastung Heiz- und Stromkosten € 26.000,00
Rückstellung für Beratungsleistungen € 12.652,36
Sonstige Beiträge und Abgaben € 72.000,00
Rückstellungen für Abschluss u. Prüfung € 53.230,00
Summe € 7.276.360,56

Die Gesellschaft hat ein virtuelles Optionsprogramm (VSOP) aufgelegt. Hierfür wurden per 31.12.2021 6.714.333,89 € als Rückstellung gebildet. In den vorangegangenen Jahresabschlüssen hat die Gesellschaft von dem BFH Urteil vom 15. März 2017 Gebrauch gemacht und auf die Rückstellung verzichtet, da sie das Eintreten eines Exit Events zum Aufstellungszeitpunkt als unwahrscheinlich angesehen hat. Aufgrund des Verkaufs der Unternehmensanteile mit Wirkung vom 30. Juni 2022 wurde die Rückstellung für das VSOP erstmalig zum 31. Dezember 2021 bilanziert.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Verbindlichkeitenspiegel :

Verbindlichkeiten Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren Gesamt
Ggü. Kreditinstituten 0,00 € 0,00 € 0,00 €
  (Vorjahr: 477,53 €) (Vorjahr: 0,00 €) (Vorjahr: 477,53 €)
Aus Lieferung und Leistung 640.429,05 € 0,00 € 640.429,05 €
  (Vorjahr: 236.434,34 €) (Vorjahr: 0,00 €) (Vorjahr: 236.434,34 €)
Ggü. verbundenen Unternehmen 0,00 € 0,00 € 0,00 €
  (Vorjahr: 54.458,27 €) (Vorjahr: 0,00 €) (Vorjahr: 54.458,27 €)
Ggü. Unternehmen. mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 297.882,01 € 0,00 € 297.882,01 €
  (Vorjahr: 68.352,16 €) (Vorjahr: 0,00 €) (Vorjahr: 68.352,16 €)
Sonstige Verbindlichkeiten 1.780.853,72 € 8.916,55 € 1.789.770,27 €
  (Vorjahr: 1.762.670,16 €) (Vorjahr: 33.201,47 €) (Vorjahr: 1.795.871,63 €)
Davon aus Steuern 1.113.169,23 € 0,00 € 1.113.169,23 €
  (Vorjahr: 973.562,26 €) (Vorjahr: 0,00 €) (Vorjahr: 973.562,26 €)
Davon aus sozialer Sicherheit 100.042,34 € 0,00 € 100.042,34 €
  (Vorjahr: 224.465,95 €) (Vorjahr: 0,00 €) (Vorjahr: 224.465,95 €)
Summe 2.719.164,78 € 8.916,55 € 2.728.081,33 €
  (Vorjahr: 2.122.328,94 €) (Vorjahr: 33.201,47 €) (Vorjahr: 2.155.530,41 €)

Bei den passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um vor dem Abschlussstichtag erhaltene Zahlungen, die für Leistungen in der Folgeperiode geleistet wurden. Diese werden dann über die Laufzeit des jeweiligen Vertrags ratierlich als Umsatz realisiert.

Sonstige finanziellen Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse :

Sonstige finanzielle Verpflichtungen: Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren Restlaufzeit mehr als fünf Jahre Gesamt
Aus Miet- und Leasingverträgen 2.288.097,75 € 8.629.630,49 € 0,00 € 10.917.728,24 €

Aus dem Aktienoptionsprogramm bestehen noch Ansprüche von Mitarbeitern, die erst in 2022 bis zum Exit Event laut Aktienoptionsprogramm erdient werden. Dabei handelt es sich um einen Betrag von € 0,6 Mio..

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB.

3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Es wurden T€ 17 (Vorjahr: T€ 17) Erträge aus Währungsumrechnung bei der Position Sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen.

Die periodenfremden Erträge beinhalten unter anderem die Erträge aus der Auflösung von Rückstellung in Höhe von T€ 3 sowie Guthaben aus der Betriebskostenabrechnung des Jahres 2017 bis 2019 in Höhe von T€ 30.

Der Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen enthält Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ 28 (Vorjahr: T€ 12), die Einstellung des Aufwandes für das virtuelle Optionsprogramm (VSOP) in Höhe von T€ 3.349 sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von T€ 96 (Vorjahr: T€ 11).

4. Sonstige Angaben

Es sind Herr Markus Becker (CEO), Herr Hardy Menzel (CTO) und Herr Sebastian Mönnich (COO) zu Geschäftsführern bestellt. Die Geschäftsführer sind zur Einzelvertretung befugt.

Bzgl. der Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wurde die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von € 12.053.897,80 ins Folgejahr vorzutragen.

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich folgende Mitarbeiter:

- Arbeitnehmer 219
- Studenten 13
Gesamt 232

5. Nachtragsbericht

Die Geschäftsführung beobachtet und bewertet die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf das eigene Geschäft fortlaufend. Solche Einflüsse lassen sich - wie überhaupt die möglichen weiteren Entwicklungen des Krieges in der Ukraine - nicht prognostizieren. Dennoch ist die Geschäftsführung optimistisch, dass die Quentic GmbH ihre Ziele auch im derzeitigen Umfeld erreicht wird. Zu weiteren Details verweisen wir auch auf die entsprechenden Ausführungen im Lagebericht. Mit rechtlicher Wirksamkeit vom 30. Juni 2022 ist die AMCS HOLDCO LIMITED, Limerick Irland, neue Gesellschafterin der Quentic GmbH. Der Ausblick auf 2022 ist unverändert. Darüber hinaus gab es keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Quentic GmbH haben.

 

Berlin, den 16. September 2022

Quentic GmbH, Berlin

Geschäftsführung

Markus Becker

Hardy Menzel

Sebastian Mönnich

Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2021

Anschaffungskosten
01.01.2021
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
Anlagevermögen          
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.576.797,78 0,00 0,00 0,00 6.576.797,78
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 427.624,22 89.118,75 0,00 0,00 516.742,97
  7.004.422,00 89.118,75 0,00 0,00 7.093.540,75
II. Sachanlagen          
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.419.486,67 152.212,88 0,00 45.662,05 1.526.037,50
2. Geleistete Anzahlungen 74.669,62 0,00 0,00 17.597,24 57.072,38
  1.494.156,29 152.212,88 0,00 63.259,29 1.583.109,88
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.126.344,10 0,00 0,00 0,00 3.126.344,10
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.050.000,00 1.000.000,00 0,00 0,00 4.050.000,00
  6.176.344,10 1.000.000,00 0,00 0,00 7.176.344,10
  14.674.922,39 1.241.331,63 0,00 63.259,29 15.852.994,73
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.648.698,78 569.632,00 0,00 6.218.330,78
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 270.042,38 116.147,75 0,00 386.190,13
  5.918.741,16 685.779,75 0,00 6.604.520,91
II. Sachanlagen        
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 853.750,46 230.231,99 0,00 1.083.982,45
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  853.750,46 230.231,99 0,00 1.083.982,45
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 2.700.000,00 0,00 2.700.000,00
  0,00 2.700.000,00 0,00 2.700.000,00
  6.772.491,62 3.616.011,74 0,00 10.388.503,36
Buchwerte
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 358.467,00 928.099,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 130.552,84 157.581,84
  489.019,84 1.085.680,84
II. Sachanlagen    
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 442.055,05 520.716,88
2. Geleistete Anzahlungen 57.072,38 74.669,62
  499.127,43 595.386,50
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.126.344,10 3.126.344,10
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.350.000,00 3.050.000,00
  4.476.344,10 6.176.344,10
  5.464.491,37 7.857.411,44

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Quentic GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Quentic GmbH, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Quentic GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 16. September 2022

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Katharina Woythe, Wirtschaftsprüferin

ppa. Julian Fersch, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde am 30. September 2022 festgestellt.

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