Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 501152
Vorher
Härter Werkzeugbau GmbH
Eingetragen
14.12.1979
Branche
Herstellung von Press-, Zieh- und StanzteilenHerstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung sonstiger Werkzeuge a. n. g.
Gegenstand
Die Herstellung von Präzisions -Stanzwerkzeugen aller Art und sonstiger Werkzeuge.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Axel Steiger
seit 9.7.2024
Geschäftsführer
Markus Wild
seit 8.3.2024
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (3)

NameAnteil
1.05%
0.71%

Ungelöste Beteiligungen (5)

NameAnteil
Blitz 22-791 GmbHEigenbeteiligung
1.91%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
H2Stamping Germany GmbH
Germany
1.600.000 DM
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Härter Werkzeugbau GmbH

Königsbach-Stein

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1,00 1,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.363,00 1.248,00
2.364,00 1.249,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2,00 2,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 27.011,00 31.511,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 563.999,98 670.336,98
591.012,98 701.849,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.808.648,71 3.808.648,71
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.597.887,37 1.597.887,37
5.406.536,08 5.406.536,08
5.999.913,06 6.109.635,06
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.473.746,84 1.392.439,07
2. Unfertige Erzeugnisse, Unfertige Leistungen 954.926,82 1.114.543,53
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 56.781,26 72.496,15
2.485.454,92 2.579.478,75
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 700.632,64 387.141,16
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.064.991,37 7.095.291,86
3. Sonstige Vermögensgegenstände 408.024,72 337.267,30
7.173.648,73 7.819.700,32
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 430.606,18 418.824,22
10.089.709,83 10.818.003,29
C. Rechnungsabgrenzungsposten 187.172,30 365.652,34
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 6.748.032,40 7.352.752,32
23.024.827,59 24.646.043,01

PASSIVA

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 818.067,01 818.067,01
II. Verlustvortrag -8.170.819,33 -9.478.544,01
III. Jahresüberschuss 604.719,92 1.307.724,68
IV. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 6.748.032,40 7.352.752,32
0,00 0,00
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 325.291,00 338.851,00
2. Steuerrückstellungen 630,00 15.579,00
3. Sonstige Rückstellungen 693.075,31 466.941,63
1.018.996,31 821.371,63
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.099.376,80 3.374.316,43
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 187.900,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 693.849,94 914.197,05
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18.144.875,88 19.276.005,55
5. Sonstige Verbindlichkeiten 67.728,66 72.252,35
22.005.831,28 23.824.671,38
23.024.827,59 24.646.043,01

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 14.856.667,68 13.100.998,53
2. Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -176.567,60 -155.782,37
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.221.583,15 4.046.966,12
16.901.683,23 16.992.182,28
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.880.442,56 -1.793.244,75
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.326.778,70 -937.468,51
-3.207.221,26 -2.730.713,26
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -5.032.618,83 -4.939.775,85
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.217.889,63 -1.109.369,25
davon für Altersversorgung EUR 9.171,72 (Vj. EUR 18.405,72)
-6.250.508,46 -6.049.145,10
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -112.796,00 -126.993,21
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.567.372,47 -6.300.620,72
8. Erträge aus Beteiligungen 0,00 844.134,85
9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 34.445,97 30.014,48
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 -204.707,47
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.164.475,28 -1.118.779,51
-1.130.029,31 -449.337,65
12. Ergebnis nach Steuern 633.755,73 1.335.372,34
13. Sonstige Steuern -29.035,81 -27.647,66
14. Jahresüberschuss 604.719,92 1.307.724,68

Registergericht Mannheim, HRB 501152

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

I. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches und der ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes erstellt. Die Gliederung des Jahresabschlusses erfolgt nach den Vorschriften der §§ 266 ff. HGB.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Gesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Soweit für Pflichtangaben Wahlrechte bestehen, diese in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang darzustellen, sind diese aus Gründen der Übersichtlichkeit im Anhang dargestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgen unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Zum 31. Dezember 2022 bestand ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von TEUR 6.748.

Durch aufgelaufene Verluste weist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag unverändert einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Ursächlich dafür sind insbesondere operative Verluste der Vergangenheit sowie Restrukturierungsaufwendungen zur künftigen Beseitigung der Liquiditäts- und Ertragskrise. Die Muttergesellschaft HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA, Königsbach-Stein, hat eine begrenzt Zusage an die Gesellschaft erteilt, in der sie zusichert, diese jederzeit mit den notwendigen finanziellen Mitteln auszustatten. Darüber hinaus besteht ein qualifizierter Rangrücktritt bezüglich einer Ausleihung in Höhe von TEUR 9.043. Unter Berücksichtigung des mit einem Rangrücktritt versehenen Darlehens an die Gesellschaft ergibt sich zum Stichtag ein positives wirtschaftliches Eigenkapital.

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgen unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die Gesellschaft ist wirtschaftlich und finanziell eng mit den Unternehmen der HÄRTER Gruppe verbunden. Die schwierige wirtschaftliche Situation der HÄRTER Gruppe resultiert insbesondere aus operativen Verlusten der Vergangenheit sowie hohen Restrukturierungsaufwendungen zur künftigen Beseitigung der Liquiditäts- und Ertragskrise. Unter Berücksichtigung der angespannten Liquiditätslage liegt ein bestandsgefährdendes Risiko, auch für die Härter Werkzeugbau GmbH, vor, zumal eine Mithaftung für Verbindlichkeiten von Unternehmen der HÄRTER Gruppe besteht.

Ein gruppenweites Restrukturierungsprojekt befindet sich noch in der Umsetzung. Basierend auf einer am 15. März 2021 getroffenen Sanierungsvereinbarung und dem Sanierungsgutachten einer Unternehmensberatung vom 17. März 2021, aktualisiert mit einem Ergänzungsgutachten vom 9. Februar 2022 und in einer weiteren für das Closing vorbereiteten finalen Entwurfsfassung vom 3. November 2022, in dem von der Sanierungswürdigkeit und Sanierungsfähigkeit der HÄRTER-Gruppe ausgegangen wird, war die Fortführung der Unternehmensgruppe den Umständen nach überwiegend wahrscheinlich. Im Geschäftsjahr 2021 und 2022 konnten die im Sanierungsgutachten definierten Maßnahmen zur Rentabilitätssteigerung im Wesentlichen erfolgreich umgesetzt werden.

Mit notariellem Vertrag vom 7. Oktober 2022 wurden sämtliche Beteiligungen der HÄRTER-Gruppe an Beteiligungsvehikel eines Private Equity Fonds verkauft. Am gleichen Tag wurde ein Forderungskaufvertrag mit einem Teilverzicht über Darlehen von Kreditgebern (insbesondere Banken und Gesellschaftern) abgeschlossen. Die dingliche Wirksamkeit der beiden Verträge unterlag denselben aufschiebenden Bedingungen, die spätestens bis Ende März 2023 insgesamt erfüllt werden mussten. Die Umsetzung der Transaktion erfolgte mit Closing (Erfüllung aller aufschiebenden Bedingungen) am 22. Februar 2023. Die Bankdarlehen wurden dabei durch neue Gesellschafterdarlehen mit einer Laufzeit bis Anfang 2028 ersetzt.

Wir verweisen auf die Ausführungen im Nachtragsbericht in Abschnitt VI. Auf Grundlage des positiven aktualisierten finalen Sanierungsgutachtens nach S6 vom 22. Februar 2023 verbunden mit der Tatsache, dass die darin getroffenen Maßnahmen bis zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses im Wesentlichen erfolgreich umgesetzt wurden, erfolgen die Bilanzierung und Bewertung unverändert unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die getroffene Annahme ist von verschiedenen endogenen und exogenen Faktoren abhängig und daher naturgemäß mit einer Unsicherheit behaftet.

Im Hinblick auf die Einschätzung der Geschäftsführung zur Annahme der Unternehmensfortführung wird auf die Angaben im Lagebericht in Abschnitt "HÄRTER - Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung" innerhalb des Teilbereichs "Risiken, Chancen und Prognosebericht" und dem Abschnitt "Ausblick Umsatz und Ergebnis" im Prognosebericht verwiesen.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert angewandt.

Die Bewertung der selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werte erfolgt zu Herstellungskosten auf Vollkostenbasis, die durch Kalkulation auf Basis der innerbetrieblichen Kostenrechnung der Gesellschaft ermittelt wurden. Fremdkapitalzinsen, die im Herstellungszeitraum auf deren Finanzierung entfallen, wurden nicht einbezogen.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderung aktiviert. Die Bewertung erfolgt vermindert um lineare Abschreibungen. Für die Ermittlung der Abschreibungen wurden betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern von ein bis fünf Jahren angesetzt.

Das Sachanlagevermögen wird grundsätzlich zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderung aktiviert. Die Bewertung erfolgt vermindert um lineare Abschreibungen. Für die Ermittlung der Abschreibungen wurden betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern bei den technischen Anlagen und Maschinen zwischen 3 und 15 Jahren, bei den anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 2 und 21 Jahren, angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 netto wurden im Zugangsjahr voll als Aufwand erfasst.

Unter den Finanzanlagen wurden Anteile und Ausleihungen an Unternehmen der HÄRTER Gruppe zu Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert angesetzt und bewertet. Soweit erforderlich, wurden Wertberichtigungen bzw. Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Die Bewertung der selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werte erfolgt zu Herstellungskosten auf Vollkostenbasis, die durch Kalkulation auf Basis der innerbetrieblichen Kostenrechnung der Gesellschaft ermittelt wurden. Fremdkapitalzinsen, die im Herstellungszeitraum auf deren Finanzierung entfallen, wurden nicht einbezogen.

Die Sperrlagerbestände werden auf Grundlage einer Einzelfallbetrachtung mit dem aktuellen Wiederverkaufswert entsprechend dem strengen Niederstwertprinzip zum Jahresende angesetzt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Nennwert bewertet. Dem allgemeinen Kreditrisiko sowie dem internen Zinsverlust wird durch eine Pauschalwertberichtigung des um die einzelwertberichtigten Forderungen bereinigten Nettoforderungsbestandes; zweifelhaften Forderungen wird durch angemessene Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Der Bestand an liquiden Mitteln wird mit Nominalwerten bewertet.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Der Ansatz der sonstigen Aktiva erfolgt zu Nennwerten oder Rückzahlungsbeträgen.

Latente Steuern werden für zeitliche Bewertungsunterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen ermittelt. Steuerliche Verlustvorträge werden bei der Ermittlung der latenten Steuern nicht berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag 2021 ergab sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Dieser wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet.

Die in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen werden unter Verwendung einer pauschalen Fluktuations- und Sterbewahrscheinlichkeit von 10 % und eines Rechnungszinsfußes von 1,97 % p.a. ermittelt.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte mit der Projected-Unit-Credit-Method unter Verwendung der "HEUBECK-RICHTTAFELN 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Die Pensionsrückstellungen wurden unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz von 1,87 % (Vj: 2,30 %) p.a. abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der Berechnung liegt ein Rententrend von 0 % sowie Gehaltssteigerungen von 0 % zugrunde.

Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgt mit den Erfüllungsbeträgen.

III. Grundlagen für die Umrechnung von Fremdwährungsposten

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Transaktionstag erfasst. Am Bilanzstichtag ausgewiesene, auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von einem Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Bei Vermögensgegenständen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr nach Abschlussstichtag erfolgt die Bewertung mit dem niedrigeren Kurs am Abschlussstichtag sowie bei den Verbindlichkeiten mit dem höheren Kurs am Bilanzstichtag. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften werden erfolgswirksam erfasst und im Anhang gesondert unter dem Posten "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

IV. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

1. ANLAGEVERMÖGEN

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel, der als Anlage zum Anhang vorangestellt ist, dargestellt.

Die Finanzanlagen bestehen aus Beteiligungen sowie Ausleihungen an Unternehmen der HÄRTER Gruppe.

Die Ausleihungen bestehen gegen ein verbundenes Unternehmen und sind aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung wie bereits in den Vorjahren zum Teil wertberichtigt. Im Berichtsjahr wurde keine Wertberichtigung vorgenommen (Vj.: TEUR 205).

Der Anteilsbesitz stellt sich wie folgt dar:

Name, Sitz Anteil am Kapital in Eigenkapital TEUR Jahresergebnis 2022
% TEUR
Hottinger Präzisionstechnik GmbH, Königsbach-Stein 100 51 0 (nach Gewinnabführung)
Karl-Heinz Müller GmbH & Co. KG, Balingen-Engst-latt 100 3.965 922 (vor Ergebnisverteilung)

2. FORDERUNGEN

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen vollumfänglich aus Liefer- und Leistungsbeziehungen.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 1.059 (Vj.: TEUR 1.675) enthalten.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von TEUR 49 (Vj.: TEUR 154) enthalten.

Es bestehen antizipative Forderungen in Höhe von TEUR 0 (Vj.: TEUR 22) die unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen werden.

3. GEZEICHNETES KAPITAL

Das gezeichnete Kapital lautet unverändert auf DM 1.600.000,00 (umgerechnet EUR 818.067,01).

4. KAPITALANTEIL PERSÖNLICH HAFTENDER GESELLSCHAFTER

Die persönlich haftende Gesellschafterin ist berechtigt, eine Vermögenseinlage im Rahmen von insgesamt zwischen TEUR 10 und TEUR 5.100 in bar und/oder als Sachleistung zu erbringen, die nicht auf das Grundkapital geleistet wird. Die Satzung regelt außerdem, dass der Gewinnanteil, der auf diese Vermögenseinlage entfällt, der persönlich haftenden Gesellschafterin zugewiesen wird. Diese Ergebnisanteile belaufen sich auf TEUR 1.287, die vollumfänglich aus dem Jahr 2014 stammen. Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Ergebnisanteile zugewiesen.

5. BILANZVERLUST

Dieser hat sich wie folgt entwickelt:

EUR
1. Januar 2022 7.352.752,32
Jahresüberschuss 604.719,92
Satzungsgemäße Gewinnanteile auf Vermögenseinlagen persönlich haftender Gesellschafter 0,00
31. Dezember 2022 6.748.032,40

6. RÜCKSTELLUNGEN

Der Unterschiedsbetrag bei den Pensionsrückstellungen gem. § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 9 (Vj. TEUR 15).

Wesentliche Bestandteile der sonstigen Rückstellungen sind wie im Vorjahr Rückstellungen für potenzielle Verpflichtungen im Personalbereich und für Gewährleistungen.

7. VERBINDLICHKEITEN

Verbindlichkeitenspiegel zum 31. Dezember 2022:

Verbindlichkeiten Gesamt bis zu einem Jahr mehr als einem Jahr Davon mehr als fünf Jahren
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.099 3.099
Vorjahr 3.374 3.031 343 0
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0
Vorjahr 188 188 0 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 694 694 0 0
Vorjahr 914 914 0 0
4 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18.145 3.133 15.012 0
Vorjahr 19.276 2.904 16.372 0
5. Sonstige Verbindlichkeiten 68 68 0 0
Vorjahr 73 73 0 0
Summe 22.006 6.994 15.012 0
Vorjahr 23.825 7.110 16.715 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Sicherungsübereignung der Vorräte gesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 18.022 (Vorjahr: TEUR 19.175). Die Verbindlichkeiten sind mit TEUR 4.486 durch Pfandrechte gesichert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 62 (Vj. TEUR 59).

8. UMSATZERLÖSE

Die Umsatzerlöse setzen sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt zusammen:

2022 2021
TEUR TEUR
Automotive 4.716 4.948
Elektronik 0 0
Industrie 2.692 1.126
Medizin 1 2
Management Fee 7.448 7.025
14.857 13.101

9. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Weiterberechnung von Kosten an die Gesellschafterin in Höhe von TEUR 1.693 (Vj.: TEUR 1.762). Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 250 (Vj.: TEUR 2.078).

10. PERSONALAUFWENDUNGEN

In den Personalaufwendungen sind Erträge in Höhe von TEUR 159 (Vj.: TEUR 1.012) im Zusammenhang mit dem Kurzarbeitergeld erfasst.

11. FINANZERGEBNIS

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 10 (Vj.: TEUR 9) enthalten.

V. Sonstige Pflichtangaben

1. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Mit Datum vom 15. März 2021 wurde eine Sanierungsvereinbarung abgeschlossen, die auch derzeit noch unverändert Bestand hat. In diesem Zusammenhang sind auch Haftungsverhältnisse (u.a. gesamtschuldnerische Mithaftung für Verbindlichkeiten verbundener Unternehmen) insgesamt in Höhe von bis zu TEUR 19.066 begründet worden. Ferner besteht in diesem Zusammenhang auch eine Sicherungsübereignung des Vorratsvermögens der HÄRTER Werkzeugbau GmbH zur zweitrangigen Besicherung des Kontokorrentkredits der Hottinger Präzisionstechnik GmbH über TEUR 200 sowie eine gesamtschuldnerische Mithaftung der HÄRTER Werkzeugbau GmbH für verschiedene Leasingverträge der HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA für ausstehende Leasingraten in Höhe von TEUR 2.549.

2. AUSSERBILANZIELLE GESCHÄFTE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Verpflichtung am Bilanzstichtag Fällig < 1 Jahr Fällig 1-5 Jahre Fällig > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Miet- und Leasingverpflichtungen 7.688 1.319 4.589 1.780

Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Mieten für Grundstücke und Gebäude (vollumfänglich gegenüber Gesellschaftern und deren Angehörigen (TEUR 6.579)) sowie aus Leasingverträgen für Fahrzeuge, Maschinen und Hardware-/Software-Pakete in Höhe von TEUR 1.109.

Der Zweck der abgeschlossenen Miet- und Leasingverträge besteht in der geringeren Kapitalbindung (Finanzierungsvorteil). Derzeit sind keine nennenswerten Risiken aus diesen Geschäften ersichtlich.

3. ANGABEN ZU DEN MITGLIEDERN DER UNTERNEHMENSORGANE

Geschäftsführung:

Die Geschäftsführung setzt sich wie folgt zusammen:

Herrn Martin Härter, Dipl.-Ing. (FH), Ispringen (bis zum 28. September 2023)

Herr Claus-Peter Mendl, Göppingen (ab dem 28. September 2023).

Die Geschäftsführung hat im Berichtsjahr keine Bezüge erhalten.

Für frühere Mitglieder der Geschäftsführung wurde eine Rückstellung für Pensionen (TEUR 325) gebildet. Die im Geschäftsjahr gezahlten Pensionen betrugen TEUR 28.

4. DURCHSCHNITTLICHE ZAHL DER BESCHÄFTIGTEN

Die durchschnittliche Zahl von Beschäftigten setzte sich im Geschäftsjahr wie folgt zusammen:

2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 81 99
Angestellte 31 35
Mitarbeiterzahl gem. § 267 Abs. 5 HGB 112 134
Auszubildende 14 18
126 152

5. KONZERNVERHÄLTNISSE

Die Anteile der Gesellschaft werden seit dem Geschäftsjahr 2014 mittelbar von der HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA gehalten (kleinster Konsolidierungskreis). Darüber hinaus wird die Gesellschaft in den Konzernabschluss der HÄRTER Holding GmbH einbezogen (größter Konsolidierungskreis).

6. ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von 6.748.032,40 (Jahresüberschuss in Höhe von EUR 604.719,92 zusammen mit dem Verlustvortrag in Höhe von EUR 7.352.752,32) auf neue Rechnung vorzutragen.

7. HONORAR DES ABCHLUSSPRÜFERS

Für die Angabe des Honorars des Abschlussprüfers verweisen wir auf die Angaben im Konzernabschluss der HÄRTER Holding GmbH, Königsbach-Stein.

VI. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind

Derzeit nicht vollständig einschätzbar sind etwaige Risiken aufgrund des Ukraine-Krieges sowie deren negativen Folgen für die konjunkturelle Entwicklung auf unsere Absatz-Märkte und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (z.B. krankheitsbedingte Abwesenheit von Mitarbeitern, Lieferverzögerungen, Ausfall von Lieferanten bzw. Kunden) der gesamten Härter-Gruppe. Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs betreffen im Wesentlichen teilweise deutlich ansteigende Einkaufspreise (insbesondere für Energie und Material) sowie mögliche selektive Lieferverzögerungen bei Material.

Mit Datum vom 17. März 2021 hat eine Unternehmensberatung ein Sanierungsgutachten erstellt. Mit Datum vom 15. März 2021 wurde mit den Finanzierungsgebern eine Sanierungsvereinbarung abgeschlossen, die zum Jahresabschlussstichtag 31. Dezember 2022 noch unverändert Bestand hatte. Im Nachgang hat die Unternehmensberatung das ursprüngliche Sanierungsgutachten vom 17. März 2021 mit Ergänzungsgutachten vom 9. Februar 2022 in einer weiteren finalen Entwurfsfassung vom 3. November 2022 aktualisiert.

Mit notariellem Vertrag vom 7. Oktober 2022 wurden sämtliche Beteiligungen der HÄRTER-Gruppe an Beteiligungsvehikel eines Private Equity Fonds verkauft. Am gleichen Tag wurde ein Forderungskaufvertrag mit einem Teilverzicht über Darlehen von Kreditgebern (insbesondere Banken und Gesellschaftern) abgeschlossen. Die dingliche Wirksamkeit der beiden Verträge unterlag denselben aufschiebenden Bedingungen, die spätestens bis Ende März 2023 insgesamt erfüllt werden mussten. Das Closing (Erfüllung aller aufschiebenden Bedingungen) erfolgte am 22. Februar 2023. Nach Closing wurden sämtliche Bankfinanzierungen durch neue Gesellschafterdarlehen ersetzt. Aus dem Teilverzicht der Banken und der Altgesellschafter ergab sich ein Sanierungsgewinn, wodurch das handelsbilanzielle Eigenkapital der Gesellschaft nach Closing ab Ende Februar 2023 wieder positiv wurde.

Mit Closing erfolgte eine weitere Aktualisierung des Sanierungsgutachten nach IDW S6 am 22. Februar 2023. Das aktualisierte Gutachten wurde ab dem Geschäftsjahr 2023 um die Restrukturierung der Passivseite durch den neuen Investor angepasst. Dies betrifft insbesondere die Refinanzierung von (Banken-) Darlehen durch Gesellschafterdarlehen der neuen Beteiligungsgesellschaft, Billigkeitserlasse der Finanzverwaltung, Forderungsverzichte von Banken und Altgesellschafter sowie weitere durch die Altgesellschafter noch vorzunehmende Eigenkapitalzuführungen. Die Ergebnis- und Liquiditätsplanung wurde ebenfalls um neue Erkenntnisse fortgeschrieben. In dem aktualisierten Gutachten wird bei angenommenen Gesellschafterwechsel (Erwerberkonzept) von der Sanierungswürdigkeit und Sanierungsfähigkeit der HÄRTER-Gruppe ausgegangen. Auf Basis der bereits im Geschäftsjahr 2021 und 2022 umgesetzten Maßnahmen zur Rentabilitätssteigerung, des im Gutachten aktualisierten Maßnahmenkatalogs sowie der getroffenen Planungsprämissen beurteilt der Gutachter in der aktualisierten Version die Sanierungsfähigkeit unverändert als überwiegend wahrscheinlich. Nach den vom Gutachter vorgenommenen Untersuchungen ist die HÄRTER Gruppe in der Lage, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen im Betrachtungszeitraum (2023 bis 2025) in der Planung nach Umsetzung der Finanzierungsmaßnahmen voraussichtlich nachzukommen. Die Aussage steht unter der Annahme, dass später keine wesentlichen Kündigungen oder Kürzungen der bis mindestens zum 31. Dezember 2023 verlängerten Finanzierungen (Vorratsleasing, Factoring, bedarfsgerechte Warenkreditversicherungslimite und sonstigen Finanzierungen, Avallinie u.a.) ausgesprochen bzw. dass die Finanzierungen weiter prolongiert werden, was aufgrund der Bonitätsverbesserung als überwiegend wahrscheinlich erachtet wird.

Weiterhin steht die Aussage des Sanierungsgutachters unter der Annahme, dass sich die aktuelle Krisensituation aufgrund der Post-Pandemieeinflüsse, des Ukraine-Krieges, der Inflation und der Verschärfung der Halbleiter- und Materialpreissituation nicht weiter verschärft und das Restrukturierungsprogramm stringent umgesetzt wird. Sofern keine wesentlichen Planungsabweichungen eintreten, kann nach den umgesetzten Kapitalmaßnahmen auf Basis der Planung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Konzern seinen finanziellen Verpflichtungen im Prognosezeitraum nachkommen kann.

Über ein laufendes monatliches Reporting werden sämtliche Bausteine zur Umsetzung der Sanierung bewertet und überwacht. Der als Grundlage für die Sanierung fungierende Plan wurde gruppenweit, bezogen die Ist-Zahlen der HÄRTER Gruppe für das Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Real Case (Unternehmensplanung gemäß dem aktualisiertem Sanierungsgutachten vom 9. Februar 2022) im operativen Ergebnis (EBIT), überschritten. Die Liquidität ist durch die neuen Gesellschafterdarlehen mit einer Laufzeit bis Anfang 2028 mittelfristig gesichert.

Nach dem aktuellen Fortgang der Restrukturierung einschließlich Gesellschafterwechsel und dessen Refinanzierung sowie den operativen und organisatorischen Maßnahmen sind wir mit den erreichten Fortschritten zufrieden. In Folgejahren ist die Restrukturierung fortzusetzen und es sind weitere Anstrengungen zu unternehmen, um das Unternehmen nachhaltig in der Gewinnposition zu halten.

 

Königsbach-Stein, den 26. Februar 2024

Härter Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein

vertreten durch den Geschäftsführer

Claus-Peter Mendl

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 wurde von der Gesellschafterversammlung am 27.02.2024 festgestellt und die vorgeschlagene Ergebnisverwendung beschlossen.

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 1.1.2022 Zugänge Stand am 31.12.2022
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 73.627,59 0,00 73.627,59
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.518.331,49 2.630,00 1.520.961,49
1.591.959,08 2.630,00 1.594.589,08
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.921,32 0,00 9.921,32
2. Technische Anlagen und Maschinen 468.359,94 0,00 468.359,94
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.024.793,99 444,00 5.025.237,99
5.503.075,25 444,00 5.503.519,25
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.808.648,71 0,00 3.808.648,71
2. Sonstige Ausleihungen 3.195.774,74 0,00 3.195.774,74
7.004.423,45 0,00 7.004.423,45
14.099.457,78 3.074,00 14.102.531,78
Abschreibungen
Stand am 1.1.2022 Zugänge Stand am 31.12.2022
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 73.626,59 0,00 73.626,59
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.517.083,49 1.515,00 1.518.598,49
1.590.710,08 1.515,00 1.592.225,08
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.919,32 0,00 9.919,32
2. Technische Anlagen und Maschinen 436.848,94 4.500,00 441.348,94
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.354.457,01 106.781,00 4.461.238,01
4.801.225,28 111.281,00 4.912.506,28
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00
2. Sonstige Ausleihungen 1.597.887,37 0,00 1.597.887,37
1.597.887,37 0,00 1.597.887,37
7.989.822,73 112.796,00 8.102.618,73
Buchwerte
Stand am 31.12.2022 Stand am 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1,00 1,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.363,00 1.248,00
2.364,00 1.249,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2,00 2,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 27.011,00 31.511,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 563.999,98 670.336,98
591.012,98 701.849,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.808.648,71 3.808.648,71
2. Sonstige Ausleihungen 1.597.887,37 1.597.887,37
5.406.536,08 5.406.536,08
5.999.913,06 6.109.635,06

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

DER HÄRTER WERKZEUGBAU GMBH

INHALT

GESCHÄFTSMODELL 2

WIRTSCHAFTSBERICHT 4

RISIKEN, CHANCEN UND PROGNOSEBERICHT 8

GESCHÄFTSMODELL

PRODUKTE

I Werkzeuge

I Ersatzteile

BRANCHEN

I Mobility

I Industry

I Electronics

Das Geschäftsmodell der HÄRTER Werkzeugbau GmbH (im Nachfolgenden "HÄRTER" oder "HÄRTER Werkzeugbau") genannt) ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von hochpräzisen Stanz- und Folgeverbundwerkzeugen sowie den dazugehörigen Ersatz- und Verschleißteilen.

Der Härter Werkzeugbau versorgt dabei sowohl weltweit die Standorte der HÄRTER Gruppe als auch ausgewählte externe Kunden. Die Kundenstruktur folgt dabei der Ausrichtung der HÄRTER Gruppe und bedient die Marktsegmente Mobility, Industry und Electronics.

Die HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA und die HÄRTER Werkzeugbau GmbH, mit deren Töchter Hottinger Präzisionstechnik GmbH in Königsbach-Stein und Karl-Heinz Müller Formenbau GmbH & Co. KG in Balingen, bilden zusammen das Technologiezentrum der HÄRTER Gruppe.

PRODUKTPORTFOLIO

Die HÄRTER Gruppe verfügt über eine hohe Fertigungstiefe und ein breites Produktspektrum über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Sie hat sich konsequent vom einstmaligen Werkzeugbauer hin zu einem global aufgestellten Technologieunternehmen entwickelt. Heute werden in Großserien hochpräzise Teile gestanzt, diese mit Kunststoff aus- und umspritzt sowie am Ende der Wertschöpfungskette vormontierte, ganze Baugruppen gefertigt. HÄRTER folgt somit einer erhöhten sowie breiten Kundenforderung nach Produkten mit zunehmender Wertschöpfung, geliefert von einer abnehmenden Zahl an Lieferanten. Damit übernimmt die HÄRTER Gruppe, über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, die Verantwortung für eine gleichbleibend hohe Qualität der Endprodukte (One-Stop-Shop).

Die wachstumsstarken Innovationsfelder über alle Segmente hinweg verlangen nach technologisch und qualitativ hochentwickelten Produkten, welche zuvorderst den Einsatz von Großpressen und der Kunststoffverbundtechnologie (KVT) erfordern. Der gruppenweite, konsequente Ausbau dieser Technologien ist Kernelement der strategischen Produktportfolio-Planung. Im Ergebnis erfolgt die strategische Steuerung der HÄRTER Gruppe entlang der Wertschöpfungskette nach den eingesetzten Technologien. Deren kontinuierliche Weiterentwicklung steht im Mittelpunkt unserer Unternehmensstrategie.

+3,5%

WIRTSCHAFTSBERICHT

WELTWIRTSCHAFT UND EURORAUM

Die Weltproduktion stieg im Verlauf des Jahres 2022 zwar weiter, doch konnte die Dynamik des Vorjahres nicht erreicht werden so stieg die Weltproduktion im Jahr um 3,5 % (Vj: 6,1 %).

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19 Infektion sind sehr unterschiedlich; die Eindämmungsmaßnahmen sind vor allem in den Ländern mit einer hohen Impfquote und aufgrund der Veränderung des Virus im Wesentlichen aufgehoben.

Am 24. Februar 2022 hat Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen, der zu einer weltweiten Energiekrise führte. Aufgrund der überdurchschnittlich gestiegenen Energiepreise und großer Unsicherheit im Markt, hat sich die Weltwirtschaft im Verlauf des Jahres 2022 deutlich abgeschwächt. (Quelle: IWF Kiel - Institut für Weltwirtschaf).

Die durch die Energiekrise ausgelöste Inflation hat im Verlauf des Jahres 2022 Höhen erreicht wie in den letzten 50 Jahren nicht. In den G7-Ländern lag sie im Oktober bei 8,4 %. Die Rohstoffpreise haben zum Ende des Jahres wieder nachgegeben und dürften weiter langsam sinken. (Quelle: IWF Kiel - Institut für Weltwirtschaft)

DEUTSCHLAND

Insgesamt hat die Wirtschaftsleistung des Jahres 2022 um 1,8 % zugenommen. Trotz der Energiekrise und der Lieferkettenprobleme hat sich die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im vergangenen Jahr als erfreulich widerstandsfähig erwiesen. Wachstumsimpulse kamen dabei vor allem vom privaten Konsum und den Investitionen.

Die Industrieproduktion hatte einen schwachen Start ins vierte Quartal, stabilisierte sich aber im November wieder. Im Gegensatz dazu ging die Nachfrage im Verarbeitenden Gewerbe im November zurück. Der Grund war aber im Wesentlichen ausbleibende Großaufträge aus dem Ausland im sonstigen Fahrzeugbau. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich zuletzt wieder verbessert.

Im Jahresdurchschnitt 2022 lagen die Verbraucherpreise um 7,9 % über dem Vorjahresniveau. Trotzdem stabilisierte sich die Stimmung unter den privaten Verbrauchern zum Jahresende hin weiter.

Der Arbeitsmarkt erweist sich im Jahr 2022 nach wie vor als widerstandsfähig. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit bewegt sich auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Arbeitskräfteknappheit wird allerdings zunehmend zur Wachstumsbremse. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen stieg im Jahr 2022 auf ein Höchstniveau. Insbesondere im Dienstleistungssektor suchen fast alle Branchen nach neuen Mitarbeitenden. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz).

STEUERUNGSSYSTEM

Eine Voraussetzung für den langfristigen Erfolg ist eine stabile und nachhaltige ökonomische Wertentwicklung des Unternehmens. Demzufolge ist das Ziel unserer Arbeit, die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes durch

stetige Erhöhung der operativen Effizienz

die Erhöhung der Kapitaleffizienz

die nachhaltige Weiterentwicklung unserer Technologie- und Innovationskompetenz

Als wichtigste operative Steuerungsgröße verwendet die Geschäftsführung das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern). Folglich zielt die Steuerung darauf ab, den Umsatz und damit den Marktanteil stetig zu steigern, bei gleichzeitig unterproportional steigenden Aufwendungen, um somit die EBIT-Marge kontinuierlich zu verbessern. Die EBIT-Marge ermitteln wir als prozentualen Anteil des Betriebsergebnisses (vor Zinsen und Steuern) an der Gesamtleistung. Die Gesamtleistung wiederum ist definiert als Umsatzerlöse, addiert (Bestandaufbau) oder subtrahiert (Bestandabbau) um die Bestandsveränderungen in der jeweiligen Berichtsperiode.

UMSATZ- UND ERTRAGSLAGE

Die Umsatzerlöse der HÄRTER Werkzeugbau liegen im Berichtsjahr mit EUR 14,9 Mio. um EUR 1,8 Mio. über den Vorjahresumsätzen von EUR 13,1 Mio. und führen unter Berücksichtigung des Bestandsabbaus in Höhe von EUR 0,2 Mio. zu einer um 13,4 % höheren Gesamtleistung. Die im Vorjahr für 2022 geplanten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 15,0 Mio. wurde nahezu erreicht.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 1,8 Mio. auf EUR 2,2 Mio. gesunken. Dies beruht im Wesentlichen auf geringeren Erträgen aus Anlagenverkäufen (EUR -1,9 Mio.).

Die Materialaufwendungen liegen mit EUR 3,2 Mio. (21,8 %) im Verhältnis zur Gesamtleistung über dem Niveau des Vorjahres (21,1 %) was im Wesentlichen auf erhöhte Fremdleistungen zurückzuführen ist und zu einer niedrigeren Rohertragsmarge führt.

Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 0,2 Mio. gestiegen, wobei im Vorjahr Erstattungen des Bundesamts für Arbeit im Rahmen der Kurzarbeit in Höhe von EUR 1,0 Mio. enthalten waren, im laufenden Geschäftsjahr betrugen diese nur EUR 0,2 Mio. Bereinigt um diesen Effekt wären die Personalkosten um EUR 0,7 Mio. gesunken, was den reduzierten Personalbestand (-16,4 %) widerspiegelt.

Die Abschreibungen liegen mit EUR 0,1 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen EUR 5,6 Mio. und haben sich um EUR 0,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr verringert. Ursächlich sind hierfür im Wesentlichen geringere Raumkosten, geringerer Bedarf an Verbrauchsstoffen und geringere weiterbelastete Kosten für EDV Wartung und Software.

Das Finanzergebnis ist negativ und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR -0,7 Mio. verschlechtert. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen Beteiligungserträge in 2021 in Höhe von EUR 0,9 Mio., die in 2022 nicht geflossen sind sowie eine Abschreibung auf Finanzanlagen in 2021 in Höhe von EUR 0,2 Mio., die es ebenfalls in 2022 nicht gab.

Der Jahresabschluss der HÄRTER Werkzeugbau weist im Geschäftsjahr 2022 einen Jahresüberschuss von EUR 0,6 Mio. (Vj. EUR 1,3 Mio.) und ein EBIT von 1,7 Mio. aus (Vj. 1,6 Mio.) aus. Das Jahresergebnis liegt mit EUR 0,7 Mio. unter dem Vorjahresergebnis. Die Planung des Vorjahres sah für 2022 ein Jahresergebnis in Höhe von EUR 0,4 Mio. vor. Die Prognose konnte somit übertroffen werden.

Die Geschäftsleitung schätzt die Ertragslage und den Geschäftsverlauf zwar als verbessert aber weiterhin unbefriedigend ein. Die begonnene erfolgreiche Restrukturierung und die operative Sanierung sollen weiterhin umgesetzt werden und im Jahr 2023 abgeschlossen sein.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Bilanzsumme der HÄRTER Werkzeugbau hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 1,7 Mio. auf EUR 23,0 Mio. verringert.

Das Sachanlagevermögen ist aufgrund der Abschreibungen um EUR 0,1 Mio. geringer als im Vorjahr.

Der Rückgang des Vorratsvermögens um EUR 0,1 Mio. beruht im Wesentlichen auf den unfertigen Erzeugnissen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind um EUR - 0,7 Mio. gesunken. Der Rückgang beruht im Wesentlichen auf geringeren Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Die übrigen Aktiva sind um EUR -0,1 Mio. gesunken. Im Wesentlichen aufgrund des Rückgangs im Rechnungsabgrenzungsposten.

Durch den Jahresüberschuss von EUR 0,6 Mio. verbessert sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag der HÄRTER Werkzeugbau auf EUR 6,7 Mio. Ein verbundenes Unternehmen hat eine Rangrücktrittserklärung abgegeben. Unter Berücksichtigung dieses Rangrücktritts hat die Gesellschaft ein positives wirtschaftliches Eigenkapital in Höhe von EUR 2,3 Mio.

Die Rückstellungen haben sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 um EUR 0,2 Mio. auf EUR 1,0 Mio. erhöht, im Wesentlichen aufgrund der Zunahme der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.

Die Bankverbindlichkeiten sind mit EUR 3,1 Mio. um EUR 0,3 Mio. unter Vorjahresniveau (EUR 3,4 Mio.)

Im Berichtsjahr ist die Gesellschaft ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber ihren Finanzpartnern unter Berücksichtigung der im Rahmen der Sanierungsvereinbarung vom 17. März 2021 getroffenen Stundungs- und Tilgungsaussetzungsvereinbarungen jederzeit vollumfänglich nachgekommen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten und die erhaltenen Anzahlungen sind um jeweils EUR 0,2 Mio. gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie gegenüber der Gesellschafterin sind um EURO 1,1 Mio. zurückgegangen.

Die Geschäftsleitung beurteilt die Vermögens- und Finanzlage als angespannt. Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "HÄRTER - Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung" innerhalb des Teilbereichs "Risiken, Chancen und Prognosebericht" und die Berichtserstattung im Anhang unter den Gliederungspunkten I. und VI.

INVESTITIONEN

Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Investitionen in Sachanlagen (Vorjahr EUR 0,0 Mio.) getätigt.

MITARBEITER

Zum Jahresende 2022 beschäftigte die HÄRTER Werkzeugbau 119 Mitarbeiter und Auszubildende (Vorjahr 143).

Als familiengeführtes Unternehmen baut HÄRTER auf eine langfristig orientierte Unternehmensentwicklung und sichert sich durch eine fundierte Aus- und Weiterbildung die Fach- und Führungskräfte von morgen. HÄRTER beschäftigte zum Jahresende 2022 15 Auszubildende und Studenten (Vorjahr 19).

Trotz der Restrukturierungsmaßnahmen und des Personalabbaus sind das Engagement, die Fähigkeiten und die Erfahrung der bestehenden Mitarbeiter die Grundlage für den Erfolg. Deshalb arbeitet HÄRTER ständig daran, die fachliche und persönliche Qualifikation der Mitarbeiter zu fördern und zu optimieren. Gerade in Zeiten des demographischen Wandels, der Globalisierung des Arbeitsmarkts sowie des steigenden Konkurrenzdrucks stellt der Faktor qualifiziertes Personal eine kritische Größe dar. Hierauf reagiert HÄRTER mit einer konsequenten strategischen Personalplanung sowie der kontinuierlichen Weiterbildung und -entwicklung der Beschäftigten. Durch eine gezielte Personalpolitik ist HÄRTER für seine Mitarbeiter ein interessanter und attraktiver Arbeitgeber und kann so dem internationalen Wettbewerb um die besten Talente standhalten.

HÄRTER AKADEMIE

Der digitale Wandel stellt hohe Anforderungen an die heutige Arbeitswelt. Für HÄRTER und seine Beschäftigten birgt der Umbruch viele Chancen. Doch oftmals begegnen Arbeitnehmer dem digitalen Wandel mit Skepsis, da sie unter anderem den Verlust ihres Arbeitsplatzes befürchten. Durch die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung verändern sich die Aufgabengebiete von vielen Mitarbeitern grundlegend. Um in dieser neuen Arbeitsumgebung bestehen zu können, müssen die Kompetenzen der oft langjährigen Mitarbeiter zwangsläufig weiterentwickelt werden. HÄRTER hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, seine Arbeitnehmer für die Herausforderungen der Industrie 4.0 fit zu machen.

Durch das umfangreiche Weiterbildungsangebot der hauseigenen HÄRTER Akademie lernen die Teilnehmer nicht nur Technologien kennen, mit denen sie Industrie 4.0-Anwendungen umsetzen können, sondern auch agile Arbeitsmethoden. Nur wer die vernetzte Welt versteht, kann sie auch gestalten. Wir bereiten unsere Mitarbeiter auf die Arbeitswelt von morgen vor und schaffen so die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 sowie der Unternehmensstrategie.

RISIKEN, CHANCEN UND PROGNOSEBERICHT

HÄRTER - Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung

Seit 2019 befindet sich die HÄRTER Gruppe in der Restrukturierung und Sanierung. Eine Unternehmensberatung hat hierzu ein erstes Sanierungsgutachten am 17. März 2021 vorgelegt dem weitere Ergänzungen gefolgt sind.

Im Rahmen dessen hat HÄRTER organisatorisch alle Voraussetzungen geschaffen, um mögliche Risiken frühzeitig erkennen zu können.

Das kontinuierliche Risikomanagement und die aktive Steuerung der wesentlichen Risikokategorien tragen zur Risikobegrenzung bei. Wesentliche strategische Chancen und Risiken wurden auf Geschäftsfeldebene identifiziert und im weiteren Verlauf des strategischen Managementprozesses (SMP) und zur Operationalisierung mit Maßnahmen hinterlegt.

Infolge der nach wie vor schlechten VFE-Lage in Verbindung mit den COVID 19 bedingten Nachwirkungen, sowie den Auswirkungen des Ukraine-Krieges, deren Länge und Intensität zum aktuellen Zeitpunkt nicht absehbar sind, bestehen erhebliche Risiken ("bestandsgefährdende Risiken"). Der Sanierungsgutachter weist darauf hin, dass wie im Gutachten ausgeführt, der längere dritte Corona Lockdown zu Schwierigkeiten besonders in der Materialversorgung und zu steigenden Rohstoff- und Materialpreisen geführt hat und möglicherweise noch weiterführen wird, was die Sanierungserfolge ggf. stark beeinflussen kann.

Ein verbessertes Liquiditätsmanagement ist grundsätzlich notwendig, wobei die Beschleunigung des Cash-to-Cash-Zyklus essenziell ist. Es gilt, bei gleichbleibendem Umsatz, die Durchlaufzeiten zu senken und so den Vorrats- und Forderungsbestand zu reduzieren. Konkrete Maßnahmen sind:

Beschleunigung der Zahlungseingänge

konsequentes Inkasso

Reduktion Zahlungsziele

regelmäßige Mahnläufe

Beschleunigung des Wertschöpfungsprozesses

Vorratsabbau

Verlängerung der Zahlungsfristen bei Lieferanten

Als Ergebnis der Analysen von Chancen und Risiken, Gegenmaßnahmen, Absicherungen und Vorsorgen sowie nach Einschätzung der Geschäftsleitung von HÄRTER bestehen - auf Basis der gegenwärtigen Risikobewertung sowie der verabschiedeten Mittelfristplanung der Gruppe - erhebliche Risiken ("bestandsgefährdende Risiken").

Darüber hinaus wird auf die Sanierungsvereinbarung vom 15. März 2021, auf das vorliegende Sanierungsgutachten vom 17. März 2021 einer Unternehmensberatung, das am 9. Februar 2022 durch ein Ergänzungsgutachten und ein finales Ergänzungsgutachten am 22. Februar 2023 aktualisiert wurde, verwiesen.

Nach den vom Sanierungsgutachter vorgenommenen Untersuchungen ist die HÄRTER Gruppe in der Lage, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen im Betrachtungszeitraum (2023 bis 2025) in der Planung nach Umsetzung der aufgeführten Finanzierungsmaßnahmen nachzukommen. Die Aussage steht unter der Annahme, dass später keine wesentlichen Kündigungen oder Kürzungen der bis mindestens zum 31. Dezember 2023 verlängerten Finanzierungen (Vorratsleasing, Factoring, bedarfsgerechtes Warenkreditversicherungslimit und sonstigen Finanzierungen, Avallinie u.a.) ausgesprochen bzw. dass die Finanzierungen weiter prolongiert werden, was aufgrund der zu erwartenden Bonitätsverbesserung als überwiegend wahrscheinlich erachtet wird und die aktuelle Krisensituation aufgrund der Post-Pandemieeinflüsse, des Ukrainekrieges, der Inflation und der Verschärfung der Halbleiter- und Materialpreissituation nicht weiter verschärft und das Restrukturierungsprogramm konsequent umgesetzt wird.

Durch den Gesellschafterwechsel im Februar 2023 und der neuen Finanzierung über Gesellschafterdarlehen konnte die Liquiditätssituation deutlich verbessert werden.

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

ZIELE UND STRUKTUREN

Mit dem Ziel, relevante Chancen und Risiken systematisch zu erfassen bzw. frühzeitig zu identifizieren, ist bei HÄRTER ein Finanz- und Risikomanagement eingerichtet. Kernstück ist eine Finanz-, Liquidität- und Ertragsplanung, die in regelmäßigen Abständen auf die Tauglichkeit zur Abbildung von Entwicklungstendenzen überprüft und auf Basis aktueller Ereignisse weiterentwickelt wird.

PROZESSE

Die Risikomanagementprozesse von HÄRTER sind definiert und als übersichtliche Darstellungen verfügbar. Die Prozessdarstellung deckt alle Bereiche des Risikomanagements ab, d.h. die Identifikation, Analyse, Bewertung, Handhabung und Dokumentation von Risiken. Alle im Risikomanagement involvierten Mitarbeiter können den Prozess jederzeit abrufen. Somit erfüllt HÄRTER die formellen Anforderungen hinsichtlich des Risikomanagementprozesses.

VERANTWORTLICHKEITEN

Die Hauptverantwortung für das Risikomanagement-System und dessen Pflege ist dem Risikomanagement zugeordnet. Dieses wiederum ist direkt dem CFO der HÄRTER Werkzeugbaus unterstellt. Die Risikobewertung erfolgt durch die Geschäftsführung und den darunter befindlichen ersten Führungskreis und wird regelmäßig bzw. bei Bedarf durchgeführt. Die Verantwortlichkeiten für risikospezifische Maßnahmen werden durch die Geschäftsführung festgelegt. Durch ein intensives Integrieren der ersten Führungsebene wird ein hohes Maß an Partizipation und Commitment hinsichtlich der Maßnahmendefinition und -umsetzung erreicht. Mit der Verantwortung für eine Risikomaßnahme geht auch die Verpflichtung einher, die Risikoentwicklung entsprechend zu beobachten. Eine definierte Vorgehensweise für die Analyse und Kommunikation von Risikoveränderungen existiert ebenso und wird aktiv gelebt. Die Verantwortlichkeiten sind damit für alle Aufgabenbereiche definiert.

MARKTBEZOGENE RISIKEN

HÄRTER ist allgemeinen konjunkturellen Risiken ausgesetzt, die sich auf die Geschäftstätigkeit und Ertragslage auswirken können.

HÄRTER ist von der konjunkturellen Entwicklung und speziell von nicht zuverlässig prognostizierbaren Branchenzyklen abhängig, insbesondere denen der Automobilindustrie. Das kann zu einem erheblich sinkenden Marktvolumen führen.

HÄRTER unterliegt im Marktsegment Electronics den zyklischen Entwicklungsschüben der Elektronikindustrie.

HÄRTER unterliegt im Hinblick auf bestimmte von ihr produzierte elektronische Bauteile den zyklischen Entwicklungsschüben der Elektronikindustrie, insbesondere den dynamischen Produktlebenszyklen aktiver und passiver elektronischer Bauelemente. Demzufolge ist HÄRTER gezwungen, seine Produkte kontinuierlich an neue Bauteile und Komponenten sowie technologische Weiterentwicklungen auf dem Elektroniksektor anzupassen und die hierfür erforderlichen Entwicklungsressourcen bereitzustellen.

HÄRTER ist vor allem im Marktsegment Mobility einem intensiven Wettbewerb und auch Preisdruck ausgesetzt.

In den Marktsegmenten, in denen HÄRTER tätig ist - insbesondere im Marktsegment Mobility - gibt es eine Vielzahl an bestehenden Wettbewerbern. Zudem besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass weitere Wettbewerber in dieses Marktsegment eindringen könnten und somit versuchen, ihr Geschäft zu Lasten der bestehenden Markteilnehmer auszudehnen. Das Auftreten neuer, zusätzlicher Wettbewerber führt in aller Regel zu Preisdruck. Dieser Preisdruck wird zudem durch die in Zeiten der Globalisierung eröffnete weltweite Konkurrenz verschärft. Dies könnte unter Umständen zum Verlust von neuen Aufträgen bzw. von Nachfolgeaufträgen führen.

Konjunkturellen Risiken werden mit flexiblen Mitarbeiterkapazitäten (u.a. auch Leiharbeitern) bei Auslastungsschwankungen entgegengewirkt. Durch unsere innovative Produktentwicklung sind wir im Wettbewerb mit unseren Konkurrenten gut positioniert.

UNTERNEHMENSBEZOGENE RISIKEN

HÄRTER ist Risiken im Zusammenhang mit Lieferanten ausgesetzt.

HÄRTER ist auf die zuverlässige Zulieferung von Roh-, Hilfs und Betriebsstoffen sowie Teilen, Produkten und Dienstleistungen in qualitativ einwandfreiem Zustand angewiesen. Es könnten bei Bedarfsschwankungen lange Reaktionszeiten von Zulieferern auftreten. Auch die Verknappung von Rohstoffen oder ein Ausfall von Produktionsanlagen bei Schlüssellieferanten stellen ein Beschaffungsrisiko dar. Durch mangelhafte Rohstoffe oder Vorprodukte könnte es zu Produktionsverzögerungen bzw. -ausfällen kommen. Trotz der Kontrolle der Produkte und Rohstoffe jeweils beim Wareneingang und laufender Überwachung der Fertigteile- und Rohstoffqualität innerhalb HÄRTER durch ein integriertes Qualitätsmanagementsystem, kann ein Unterschreiten der Qualitätsstandards nicht ausgeschlossen werden. Wenngleich es am Beschaffungsmarkt keine Monopolstellung gibt, kann HÄRTER nicht sicherstellen, dass ein evtl. erforderlicher Lieferantenwechsel innerhalb angemessener Zeit oder überhaupt, durchgeführt werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn ein Lieferantenwechsel durch Vorgaben, Standards oder fehlende Lieferantenzertifizierung seitens des Endkunden erschwert ist. Die Herstellung und Auslieferung der Produkte könnten sich folglich selbst dann verzögern, wenn im Bedarfsfall unmittelbar ein neuer Lieferant gefunden würde.

Außerdem kann es zu Lieferverzögerungen, aufgrund wirtschaftlicher Probleme kommen, die die Lieferanten daran hindern, die entsprechenden Vorprodukte, Fertigteile und Rohstoffe zu liefern. Störungen und Verzögerungen in der Supply Chain könnten die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft empfindlich beeinträchtigen.

HÄRTER hält durch strategisches Sourcing ausreichend Alternativlieferanten vor. Darüber hinaus werden Qualitätsaudits der Lieferanten und der Wareneigänge durchgeführt.

HÄRTER ist von einer funktionierenden Logistikkette abhängig.

HÄRTER nutzt für Transporte zwischen ihren Werken sowie für die Belieferung ihrer Produktionsstandorte und ihrer Kunden externe Logistikunternehmen. HÄRTER ist daher von einem reibungslosen Ablauf der von Dritten ausgeführten Logistikkette abhängig. Es gibt keine Gewähr, dass es beispielsweise aufgrund von Streiks, widrigen Verkehrsverhältnissen, technischen Defekten, nicht zu Störungen oder Verzögerungen bei der Belieferung von Kunden oder der Logistik zwischen einzelnen Standorten der HÄRTER Gruppe kommt. Dies könnte zu einem Produktionsstillstand, zu Verzögerungen oder Engpässen in der Auslieferung von Produkten und/oder zu steigenden Produktionskosten führen. Dadurch könnten Kundenbeziehungen beeinträchtigt werden und HÄRTER könnte einen Reputationsverlust erleiden. All dies könnte jeweils die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen.

Zur Reduzierung dieser Risiken hat Härter ein internes Logistikzentrum eingerichtet.

Im Wesentlichen bestehen keine festen Abnahmeverpflichtungen durch Kunden von HÄRTER.

Wie in der Branche üblich, vereinbart HÄRTER regelmäßig sogenannte Rahmenvereinbarungen mit Kunden. Mit diesen Vereinbarungen können Kunden ihre Abnahmemengen kurzfristig vermindern oder erhöhen. Dieses könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen.

HÄRTER kann in einer Situation langfristig fallender Metallpreise Verluste erleiden.

HÄRTER kann in einem Szenario von langfristig fallenden Metall- und Edelmetallpreisen Umsatz- und Ertragsanteile verlieren. Veränderungen der Rohstoffpreise werden in der Regel durch sogenannte Materialpreis-Gleitklauseln (MTZ) an die Kunden weitergegeben. Maßgeblich für den MTZ-Zuschlag für das kommende Quartal ist der Durchschnittspreis des vergangenen Quartals. Demgegenüber erfolgt die Veräußerung von Metallabfällen jeweils zu Tagespreisen. Das hat zur Folge, dass bei fallenden Metall- und Edelmetallpreisen die Schrotterlöse immer deutlich niedrigerer ausfallen als die Einkaufspreise. Aufgrund des fertigungsbedingten hohen Schrottanteils kann sich dies negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

Dem Risiko wird mit variablen Preisvereinbarungen Metall- und Materialteuerungszuschläge) entgegengewirkt.

Risiken aufgrund Fremdkapitalfinanzierung/-verzinsung

HÄRTER verfolgt eine klare Finanzierungsstrategie. Diese bestand bisher aus voneinander unabhängigen Finanzierungsbausteinen, welche die Abhängigkeit von einzelnen Gläubigern reduzieren können. Im Februar 2023 kam die Ablösung der bisherigen Finanzierungen von Banken und Mezzaninekapitalgebern hin zu einer Finanzierung durch den neuen Gesellschafter, womit wesentliche Risiken der Fremdfinanzierung entfallen sind. Verblieben im Rahmen der Fremdfinanzierung ist die Finanzierung von Kundenforderungen durch Factoring, sowie die Finanzierung durch Leasinggeber und die Warenlagerfinanzierung.

Die Eigenkapitalquote ist ein wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Die Eigenkapitalquote der HÄRTER Werkzeugbau ist zum Stichtag negativ und die Gesellschaft damit bilanziell überschuldet. Die Muttergesellschaft hat eine Rangrücktrittserklärung abgegeben. Unter Berücksichtigung dieses Rangrücktritts hat die Gesellschaft ein positives wirtschaftliches Eigenkapital. Durch den Gesellschafterwechsel im Februar 2023 hat sich durch Forderungsverzichte von Banken und Gesellschaftern auch die Eigenkapitalsituation der Muttergesellschaft wieder in einen positiven Bereich verbessert.

HÄRTER ist von qualifiziertem Personal abhängig.

HÄRTER ist von qualifiziertem Personal abhängig. Das bezieht sich insbesondere auf das Management und auf Schlüsselmitarbeiter mit ganz speziellen, branchenspezifischen Kenntnissen. Es besteht die Gefahr, dass Leistungsträger HÄRTER verlassen. Insbesondere die Sicherung von gut ausgebildeten Fachkräften und die Rekrutierung von Auszubildenden ist extrem wichtig für HÄRTER. Der wirtschaftliche Erfolg wird auch zukünftig unter anderem davon abhängen, dass qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Sollte es in Zukunft nicht gelingen, qualifiziertes Personal in ausreichendem Maße zu marktgerechten Gehältern zu gewinnen und zu halten, könnte dies die Fähigkeit vermindern, das Geschäftsmodell erfolgreich umzusetzen bzw. anzupassen. Dies könnte nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

HÄRTER führt regelmäßig interne Veranstaltungen zur Mitarbeitermotivation und -bindung durch. Für die Weiterbildung der Mitarbeiter werden Zuschüsse gewährt. Der Mitarbeiterfluktuation wird durch ein umfangreiches Rekruitingprogramm auf Ausbildungsmessen, Social Media und mit Stellenanzeigen entgegengewirkt.

HÄRTER könnte Gewährleistungs-, Schadensersatz- oder sonstigen Haftungsansprüchen ausgesetzt sein.

Produkte und Anlagen könnten mit Mängeln behaftet sein und dadurch die HÄRTER Stanztechnik Gewährleistungs- und/ oder Schadensersatzansprüchen aussetzen. Ferner bestehen Haftungsrisiken aus Lieferverträgen (Haftungsregelungen in Verträgen mit Kunden), Vertragsrisiken aus Haftung für Verspätungen bei Produktionsanläufen oder Lieferverzögerungen bei Serienteilen. Sollte es HÄRTER nicht gelingen, Lieferungen termingerecht und den Anforderungen der Kunden entsprechend sicherzustellen und sollte dadurch die Produktion bei den Kunden gefährdet werden, könnte dies zu Kostenerhöhungen und Regressansprüchen gegenüber HÄRTER bzw. zu einem Verlust der Aufträge führen und somit nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Durch umfangreiche Qualitätskontrollen der Endprodukte werden Produktmängel deutlich reduziert. Die branchenüblichen Auditierungen von HÄRTER (z.B. ISO 9001, IATF 16949) liegen vor. Darüber hinaus ist eine Produkthaftpflichtversicherung mit ausreichend Risikoabdeckung abgeschlossen.

CHANCEN

Die Chancen der HÄRTER Gruppe können wie folgt zusammengefasst werden:

Optimierung des Produktportfolios durch Konzentration auf margenstarke Technologien und Produkte mit hoher Wertschöpfung

Transformation des Produktportfolios in den Wachstumsbereichen Konnektivität, Komfort, Sicherheit und Elektrifizierung, dadurch verringerte Abhängigkeit vom Antriebsstrang

Erhöhung der Wertschöpfung durch Ausbau der Produktlinie Hybride Bauteile und Komponenten

Fokussierte Etablierung der E-Mobility Produkt strategie in den Märkten

Hohe Wachstumspotenziale mit bestehenden und neu ausgewählten strategischen Kunden und durch Eigenentwicklungen sowie Steigerung der Umsatzerlöse in dem Segment Mobility; konsequente Marktbearbeitung Electronics und Industry durch ein bestehendes Produktportfolio und Kundenstrategien

Effizienzsteigerung durch Komplexitätsreduzierung und Fokussierung auf hochvolumige Pro- duktguppen mit erhöhter Wertschöpfung.

Stärkung des Unternehmens in der Restrukturierungsphase, Wirkung der Kapazitätsanpassungsmaßnahmen und Optimierung/Verschlankung und Flexibilisierung

Erhöhung der Standardisierung in der Werkzeugtechnik zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Wartungsfreundlichkeit.

Internationale Standorte zur weltweiten Versorgung der Kunden durch standardisierte Produktionssysteme

Entwicklung der Organisation und Steigerung der Ausbildungsquote auf Basis des zukünftigen Portfolios.

Intensivierung der lokalen Präsenz durch aktive Kunden- und Marktbearbeitung, langfristiges Wachstum des asiatischen Markts mit guter Zukunftsprognose

+3,0%

PROGNOSEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHER AUSBLICK

Die weltweite Erholung von der COVID-19-Pandemie und der russischen Invasion in der Ukraine verlangsamt sich aufgrund zunehmender Unterschiede zwischen Wirtschaftssektoren und Regionen. Die Kräfte, die das Wachstum im Jahr 2022 behinderten, bleiben bestehen. Die Inflation bleibt hoch und schwächt weiterhin die Kaufkraft der privaten Haushalte. Die Straffung der Geldpolitik durch die Zentralbanken als Reaktion auf die Inflation hat die Kreditkosten erhöht und die Wirtschaftstätigkeit eingeschränkt.

Für die USA, die weltgrößte Volkswirtschaft, hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose vom Januar 2023 im Juli 2023 angepasst und auf 1,8 % erhöht, auch für Europa geht man von einem höheren Wachstum aus, als im Januar noch prognostiziert. Für China bleibt die Prognose stabil bei 5,2 %. Allein für Deutschland wurde die Prognose auf -0,3 % vermindert.

Vor diesem Hintergrund prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) für die Entwicklung der Weltwirtschaft für das Jahr 2023 ein Wachstum von rd. 3,0 %.

+1,8%

+0,3%

-0,3%

+5,2%

BIP 2023, Veränderung ggü. Vorjahr

(Quelle: World Economic Outlook, July 2023 Update)

BRANCHENAUSBLICK

HÄRTER erwartet, dass einige starke Trends in den für die Gesellschaft relevanten Märkten, die Entwicklung des Geschäfts in den nächsten Jahren beeinflussen werden:

Die Bevölkerungszahl und die Urbanisierung nehmen stetig zu. Für 2025 gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass 58 % der Weltbevölkerung in Ballungszentren wohnen wird. Das Bedürfnis nach Mobilität sowie die zunehmende Vernetzung von Mensch und Maschine treibt die Nachfrage nach umweltfreundlichen Fahrzeugen und neuen Mobilitätskonzepten.

Die Nachfrage der Marktteilnehmer nach umweltfreundlichen, energiesparenden Produkten mit hoher Konnektivität sowie steigender Funktionalität bei einfacher Bedienbarkeit durch den Nutzer steigt stetig.

Steigende Wettbewerbsintensität mit einer wachsenden Anzahl globaler Marktteilnehmer macht eine Differenzierungsstrategie durch Alleinstellungsmerkmale für die Unternehmen zunehmend wichtiger. Insbesondere Technologieführer mit ausgeprägter Innovations- und Integrationskompetenz werden von diesem Trend profitieren.

Im Kerngeschäftsfeld Mobility sind ebenfalls starke Trends unübersehbar. HÄRTER geht davon aus, dass diese Megatrends auch erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Unternehmensentwicklung haben werden, und hat im Rahmen seiner strategischen Unternehmensplanung diese Trends berücksichtigt. Unsere daraus abgeleitete Unternehmensstrategie fußt auf nachfolgenden Annahmen:

Anhaltender Konsolidierungsprozess bei den Automobilzulieferern, getrieben durch den stetig steigenden Anteil an Systemlieferanten sowie damit einhergehender Reduzierung der Fertigungstiefe bei den Automobilherstellern und Tier-1 Zulieferern.

Die zunehmende Variantenvielfalt und Modularisierung führt zu einer steigenden Wertschöpfung bei den Zulieferern. Somit erhöht sich die Komplexität in der Produktion bei den Zulieferern mit der Folge, dass sich die Anforderung an die Flexibilität in der Produktion verstärkt.

Die Verkürzung der Modelllebenszyklen führt zu kürzeren Entwicklungszeiten von neuen Fahrzeugen und Innovationen. Infolgedessen werden die Zulieferer deutlich früher und stärker in die Produktentwicklungsprozesse ihrer Kunden einbezogen.

Die Zunahme der IT-Ausstattung bei gleichzeitig steigenden Funktionalitäten ist ein Treiber für die Vernetzung von Fahrzeugen. Das wiederum hat einen Anstieg des Bedarfs an Hybridprodukten der Kunststoffverbundtechnologie zur Folge.

Ressourcenschonung (Kraftstoff- und Gewichtsreduzierung) und damit umweltfreundliche Nutzung von Fahrzeugen treibt die Nachfrage nach neuen Fahrzeug- und Antriebskonzepten (Hybrid- und Elektrofahrzeuge) und führt zu einem zunehmenden Einsatz von Produkten der Metall-Kunststoff-Technologie.

Die Anwendungsbereiche der Produkte von HÄRTER werden zunehmend branchenübergreifend. Das ermöglicht auf Sicht die Fertigung von hochvolumigen Serien an allen Standorten. Hierauf hat HÄRTER seine Fertigungsstruktur und -kapazität ausgerichtet und kann deshalb effizient und rentabel global die Kunden beliefern.

AUSBLICK UMSATZ UND ERGEBNIS

Die Erreichung des Leitbildes und die strategische Entwicklung der HÄRTER Gruppe sowie die damit verbundene positive Fortbestehensprognose der Gesellschaft bzw. Unternehmensgruppe ist entscheidend von der Umsetzung der im Sanierungsgutachten (Unternehmensplanung gemäß dem aktualisiertem Finalem Sanierungsgutachten vom 22.2.2023) dokumentierten Maßnahmen abhängig.

Hierbei steht die Schaffung von Voraussetzungen für nachfolgende ertragssteigernde Maßnahmen im Vordergrund, insbesondere in den Bereichen:

Fokussierung und Operationalisierung der strategischen Stoßrichtung; Stärkung der Gruppe durch Investor

Reduktion der Komplexität - Portfoliobereinigung und Fokussierung bei Neuprodukten in den Geschäftsfeldern - Verteilung der Umsatzanteile - Antizipation von Markt- und Lieferkettenrisiken

Etablierung von Controlling- und Prozessroutinen als Grundlage zur Steuerung der weitgehend standardisierten Wertschöpfungskette

Darüber hinaus ist eine konsequente Optimierung der Organisation, Wertschöpfung und Unternehmenssteuerung durchzuführen, im Einzelnen erstecken sich die Maßnahmen auf folgende Bereiche:

Optimierung und Flexibilisierung von Kostenstrukturen in den wertschöpfenden und indirekten Bereichen zur Steigerung der Reaktionszeit auf Auftragsschwankungen

Reorganisation der Gruppe und Führungsebenen sowie Prozessabläufe (u.a. Vertrieb und finanzielle Steuerung als eine standortübergreifende Gruppenfunktion) und Professionalisierung der Organisation

Schaffung der finanziellen Rahmenbedingungen für die mittelfristige Finanzierung und Eigenmittel- bzw. Eigenkapitalausstattung durch Investor (Kapitalerhöhung, Reduktion der Verschuldung sowie Strukturierung der Finanzierung im Hinblick auf Fristigkeit)

(Quelle: Finales Sanierungsgutachten, Hauptband, 141 ff)

Der Gesamtumsatz für das Jahr 2023 bei der HÄRTER Werkzeugbau beläuft sich auf etwa EUR 8,6 Mio. aufgrund eines reduzierten Auftragseingangs.

Dabei ergibt sich für das Jahr 2023 ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von etwa EUR -2,8 Mio.

Für das Geschäftsjahr 2024 plant die Gesellschaft bei einem Gesamtumsatz von EUR 8,5 ein EBIT in Höhe von EUR -0,7 Mio.

Mit notariellem Vertrag vom 7. Oktober 2022 wurden sämtliche Beteiligungen der HÄRTER-Gruppe an Beteiligungsvehikel eines Private Equity Fonds verkauft. Am gleichen Tag wurde ein Forderungskaufvertrag mit einem Teilverzicht über Darlehen von Kreditgebern (insbesondere Banken und Gesellschaftern) abgeschlossen. Die dingliche Wirksamkeit der beiden Verträge unterlag denselben aufschiebenden Bedingungen, die spätestens bis Ende März 2023 insgesamt erfüllt werden mussten. Das Closing (Erfüllung aller aufschiebenden Bedingungen) erfolgte am 22. Februar 2023. Nach Closing wurden sämtliche Bankfinanzierungen durch neue Gesellschafterdarlehen ersetzt. Aus dem Teilverzicht der Banken und der Altgesellschafter ergab sich bei der Muttergesellschaft ein Sanierungsgewinn von EUR 30,8 Mio., wodurch ihr handelsbilanzielles Eigenkapital nach Closing ab Ende Februar 2023 wieder positiv wurde.

Mit Closing erfolgte eine weitere Aktualisierung des Sanierungsgutachten nach IDW S6 am 22. Februar 2023. Das aktualisierte Gutachten wurde ab dem Geschäftsjahr 2023 um die Restrukturierung der Passivseite durch den neuen Investor angepasst. Dies betrifft insbesondere die Refinanzierung von (Banken-) Darlehen durch Gesellschafterdarlehen der neuen Beteiligungsgesellschaft, Forderungsverzichte von Banken und Altgesellschafter sowie weitere durch die Altgesellschafter noch vorzunehmende Eigenkapitalzuführungen. Die Ergebnis- und Liquiditätsplanung wurde ebenfalls um neue Erkenntnisse fortgeschrieben. In dem aktualisierten Gutachten wird bei angenommenen Gesellschafterwechsel (Erwerberkonzept) von der Sanierungswürdigkeit und Sanierungsfähigkeit der HÄRTER-Gruppe ausgegangen. Auf Basis der bereits im Geschäftsjahr 2021 und 2022 umgesetzten Maßnahmen zur Rentabilitätssteigerung, des im Gutachten aktualisierten Maßnahmenkatalogs sowie der getroffenen Planungsprämissen beurteilt der Gutachter in der aktualisierten Version die Sanierungsfähigkeit unverändert als überwiegend wahrscheinlich. Nach den vom Gutachter vorgenommenen Untersuchungen ist die HÄRTER Gruppe in der Lage, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen im Betrachtungszeitraum (2023 bis 2025) in der Planung nach Umsetzung der Finanzierungsmaßnahmen voraussichtlich nachzukommen. Die Aussage steht unter der Annahme, dass später keine wesentlichen Kündigungen oder Kürzungen der bis mindestens zum 31. Dezember 2023 verlängerten Finanzierungen (Vorratsleasing, Factoring, bedarfsgerechtes Warenkreditversicherungslimit und sonstigen Finanzierungen, Avallinie u.a.) ausgesprochen bzw. dass die Finanzierungen weiter prolongiert werden, was aufgrund der Bonitätsverbesserung als überwiegend wahrscheinlich erachtet wird.

Weiterhin steht die Aussage des Sanierungsgutachters unter der Annahme, dass sich die aktuelle Krisensituation aufgrund der Post-Pandemieeinflüsse, des Ukraine-Krieges, der Inflation und der Verschärfung der Halbleiter- und Materialpreissituation nicht weiter verschärft und das Restrukturierungsprogramm stringent umgesetzt wird. Sofern keine wesentlichen Planungsabweichungen eintreten, kann nach den umgesetzten Kapitalmaßnahmen auf Basis der Planung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Konzern seinen finanziellen Verpflichtungen im Prognosezeitraum nachkommen kann.

Über ein laufendes monatliches Reporting werden sämtliche Bausteine zur Umsetzung der Sanierung bewertet und überwacht. Der als Grundlage für die Sanierung fungierende Plan wurde gruppenweit, bezogen die Ist-Zahlen der HÄRTER Gruppe für das Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Real Case (Unternehmensplanung gemäß dem aktualisiertem Sanierungsgutachten vom 9. Februar 2022) im operativen Ergebnis (EBIT), überschritten. Die Liquidität ist durch die neuen Gesellschafterdarlehen mit einer Laufzeit bis Anfang 2028 mittelfristig gesichert.

Nach dem aktuellen Fortgang der Restrukturierungeinschließlich Gesellschafterwechsel und dessen Refinanzierung sowie den operativen und organisatorischen Maßnahmen sind wir mit den erreichten Fortschritten zufrieden. In Folgejahren ist die Restrukturierung fortzusetzen und es sind weitere Anstrengungen zu unternehmen, um das Unternehmen nachhaltig in der Gewinnposition zu halten.

 

Königsbach-Stein, 26. Februar 2024

HÄRTER Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein

vertreten durch den Geschäftsführer

Claus-Peter Mendl

Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers bezieht sich auf den Jahresabschluss in der aufgestellten Form. Die Offenlegung erfolgt in verkürzter Form gemäß §§ 325 ff. HGB

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die HÄRTER Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Härter Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Härter Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben "I. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses" und "VI- Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "HÄRTER - Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung" innerhalb des Teilbereichs "Risiken, Chancen und Prognosebericht" des Lageberichts, in denen der gesetzliche Vertreter beschreibt, dass aufgrund der engen wirtschaftlichen und finanziellen Verflechtung mit Unternehmen der Härter-Gruppe und deren schwierigen wirtschaftlichen Situation und der daraus resultierenden gruppenweit angespannten Liquiditätslage eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit bestehet. Wie in den Angaben "I. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses" und "VI. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "HÄRTER - Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung" innerhalb des Teilbereichs "Risiken, Chancen und Prognosebericht" des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentliche Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 26. Februar 2024

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Difflipp, Wirtschaftsprüfer

gez. Krusche, Wirtschaftsprüferin

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