civillent GmbH
Carl-Zeiss-Straße 15, 72770 Reutlingen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
William Schmitt seit 5.9.2018 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
ITEOS Anstalt des öffentlichen Rechts | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
civillent GmbHReutlingenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Gesellschafterversammlung 19.07.2024Beschluss:Die Gesellschafterversammlung fasst die folgenden Beschlüsse:
Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023der civillent GmbH, ReutlingenA. Rechnungslegungsgrundsätze Bei der Bilanzierung und Bewertung sind im Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang mit Anlagennachweis sowie der Lagebericht) zum 31. Dezember 2023 der civillent GmbH, Reutlingen (Amtsgericht Stuttgart, HRB 352440), die Vorschriften des Handelsgesetzbuchs für große Kapitalgesellschaften angewandt worden. Die Gliederung der Bilanz wurde bei den Finanzanlagen gemäß § 265 Abs. 5 Satz 2 i. V. m. § 265 Abs. 6 HGB der Posten "A. III. 3. Genossenschaftsanteile" aus Gründen der Klarheit hinzugefügt. Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. Die Abschreibungen erfolgen über eine Nutzungsdauer von drei bis 15 Jahre. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf der Grundlage steuerlich anerkannter Höchstsätze abgeschrieben. Alle Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Sämtliche Anlagegüter über der GWG-Grenze von 250,00 € werden aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter im Sinne des § 6 Abs. 2a Satz 4 EStG (Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter 250,00 €) werden im Jahr der Anschaffung entsprechend den steuerlichen Vorschriften sofort als Betriebsausgaben abgesetzt. Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie die Genossenschaftsanteile mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken wurden bei der Bewertung berücksichtigt. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Forderungen gegen die endica GmbH, Karlsruhe, die Datenzentrale Entwicklungs- und Vertriebsgesellschaft (EVG), Stuttgart, den Zweckverband 4IT, Karlsruhe und die Gesellschafterin Komm.ONE AöR, Stuttgart, werden grundsätzlich unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen. Die Bewertung der sonstigen Wertpapiere erfolgt zu Anschaffungskosten. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden mit 2 % berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten gegen die endica GmbH, Karlsruhe, den Zweckverband 4 IT, Karlsruhe, sowie die Gesellschafterin Komm.ONE AöR, Stuttgart, werden unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Latente Steuern werden insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von sonstigen Rückstellungen ermittelt. Die Bewertung der temporären Differenzen erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von 30,0 %. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. In 2023 ergab sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Dieser wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert. Als Rechnungsabgrenzung werden Ausgaben bzw. Einnahmen ausgewiesen, die Aufwendungen bzw. Erträge nach dem Bilanzstichtag darstellen. B. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn und Verlustrechnung I. Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt, der integraler Bestandteil des Anhangs ist. 2. Forderungen Die gesamten Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen gegen die Gesellschafterin in Höhe von EUR 27.015.387,75 (i.V. EUR 16.535.440,04) enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen wie im Vorjahr in voller Höhe Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. 3. Flüssige Mittel Der Posten enthält die Kassenbestände und die Guthaben bei Kreditinstituten. 4. Aktive Rechnungsabgrenzung Die aktive Rechnungsabgrenzung ist im Wesentlichen auf das Programm "Magellan" zurückzuführen. 5. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Verpflichtungen aus ausstehenden Rechnungen TEUR 462 (i. V. TEUR 390), Jahresabschlusskosten 105 (i. V. TEUR 105), Kosten für Systemeinsicht nach § 147 Abs. 6 AO und Betriebsprüfung TEUR 244 (i. V. TEUR 246) und Prozesskosten TEUR 157 (i. V. TEUR 185). Neu gebildet wurden Rückstellungen für die Aufrechterhaltung, Migration und Releasewechsel der Altsysteme mit TEUR 1.004. 6. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten setzen sich zum 31.12.2023 wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten setzen sich zum 31.12.2022 wie folgt zusammen:
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 35.106.263,95 (i.V. EUR 30.190.520,51). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten in Höhe von EUR 65.890.983,15 (i.V. EUR 55.667.644,02) Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
II. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Aufgliederung der Umsatzerlöse Die Gesellschaft erzielt im Wesentlichen Umsätze mit IT-Dienstleistungen im Inland. Der Umsatz mit der Gesellschafterin beträgt EUR 99.468.466,36 (i. V. EUR 93.621.712,12). Die Umsätze mit der endica GmbH, Karlsruhe, als verbundenem Unternehmen betragen EUR 5.931.879,44 (i. V. EUR 5.006.711,17). Umsätze mit Mitgliedern des Zweckverband 4IT wurden in Höhe EUR 2.609.262,01 (i. V. EUR 851.053,51) erzielt. Sonstige Umsätze mit Mitgliedern wurden in Höhe von EUR 10.355,55 (i. V. EUR 123.641,36) erzielt. Diese repräsentieren sonstige Dienstleistungen an die gewerblichen Unternehmen der Mitglieder in Höhe von EUR 15.136,89 (i. V. EUR 43.763,58). Umsätze im Drittmarkt in Baden-Württemberg wurden in Höhe von EUR 10.916.156,53 (i. V. EUR 8.087.059,06) erzielt. Diese setzen sich aus Handelsgeschäften mit EUR 5.394.564,58 (i. V. EUR 2.047.228,23) sowie Dienstleistungen an gewerbliche Unternehmen, deren Rechtsträger nicht Mitglieder des Zweckverbands 4 IT sind, in Höhe von EUR 5.521.591,95 (i. V. EUR 6.039.830,83) zusammen. Sonstige Umsätze im Drittmarkt außerhalb Baden-Württembergs wurden in Höhe EUR 13.183.717,61 (i. V. EUR 7.845.546,63) erzielt. Diese setzen sich aus Handelsgeschäften mit EUR 285.695,04 (i. V. EUR 239.458,24) sowie Dienstleistungen und Überlassungsvergütungen an öffentlich-rechtliche Kunden in Höhe von EUR 12.898.022,57 (i. V. EUR 7.606.088,39) zusammen. Insgesamt wurden Umsatzerlöse von EUR 132.119.837,50 (i. V. EUR 115.535.723,85) erwirtschaftet. 2. Sonstige betriebliche Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 558 (i. V. TEUR 94) ausgewiesen. Es handelt sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 150 (i. V. TEUR 136) ausgewiesen. 4. Finanzergebnis In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Erträge aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von EUR 25.566,06 (i.V. Aufwand EUR 5.755,97) enthalten. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen in Höhe von EUR 407.639,73 (i.V. EUR 501.343,27) verbundene Unternehmen. C. Sonstige Angaben 1. Beteiligungsverhältnisse Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen eine Beteiligung im Sinne von § 271 Abs. 1 HGB: Beteiligungen:
Genossenschaftsanteile: Gemäß § 265 Abs. 5 Satz 2 i. V. m. § 265 Abs. 6 HGB werden die Genossenschaftsanteile an der ProVitako Marketing- und Dienstleistungsgesellschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e. G., Berlin, unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Es werden 20 Anteile à EUR 500,00 gehalten. 2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Der zu erwartende Leasingaufwand beträgt für die Betriebsfahrzeuge ca. TEUR 190. Ebenfalls wird mit Verpflichtungen aus Dauermietverhältnissen aus der User-Charge der Produktion mit jährlich ca. TEUR 970 gerechnet. Für interne Mieten am Standort Ulm bestehen vertragliche Verpflichtungen in Höhe von jährlich TEUR 480. Für den Maschinensaal am Standort Reutlingen sind jährlich TEUR 241 zu entrichten. Für die Miete des Seminarhauses am Standort Reutlingen sind jährlich TEUR 120 fällig. Am Standort Stuttgart wird mit Mietzahlungen von jährlich TEUR 240 und für die Standorte in Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe und Freiburg zusammen mit TEUR 350 pro Jahr gerechnet. Sonst bestehen keine weiteren Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen. 3. Gesellschafter und Organe Gesellschafter der civillent GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Komm.ONE AöR mit einer Stammeinlage von insgesamt EUR 1.000.000,00. Seit 1. Juli 2018 ist William Schmitt als Geschäftsführer bestellt. Die Geschäftsführung erhält keine Bezüge von der Gesellschaft. 4. Honorar für Leistungen des Abschlussprüfers Die Honorare für Abschlussprüfungsleistungen der gesetzlichen Abschlussprüfer betrugen für das Geschäftsjahr 2023 insgesamt TEUR 10 und für sonstige Leistungen TEUR 21 (ohne Umsatzsteuer). 5. Ergebnisverwendung Der Jahresüberschuss 2023 in Höhe von EUR 1.410.606,54 soll - vorbehaltlich des Beschlusses der Gesellschafterversammlung - auf neue Rechnung vorgetragen werden.
Reutlingen, den 7. Juni 2024 William Schmitt, Geschäftsführer Entwicklung des Anlagevermögens der civillent GmbH, Reutlingen, im Geschäftsjahr 2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023der civillent GmbH, ReutlingenA. Allgemeine Rahmenbedingungen Seit dem 1.7.2021 wird das Lösungs- und Serviceangebot der Komm.ONE Unternehmensgruppe gegenüber den Mitgliedern auf Grundlage des neuen Preis- und Leistungskatlogs erbracht, um sie bei der Erledigung ihrer vielfältigen gewerblichen und kommunalen Aufgaben zu unterstützen. Dazu betreibt die Komm.ONE Gruppe Leistungszentren und erbringt Dienstleistungen der automatisierten Datenverarbeitung in den Geschäftsfeldern Einrichtung, Wartung und Pflege von Anlagen und Programmen, Betrieb von Rechnern sowie Schulungen und organisatorische Beratung in datenverarbeitungs-relevanten Bereichen. Daneben sind die Firmen der Komm.ONE Gruppe-Gruppe in der Softwareentwicklung und -beratung für Unternehmen der öffentlichen Verwaltung tätig. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Entwicklung und dauerhaften Pflege von landeseinheitlichen Datenverarbeitungsverfahren für die Kommunen und die hoheitlichen und gewerblichen kommunalen Einrichtungen in Baden-Württemberg. Ferner erbringt die Komm.ONE Gruppe eine Vielzahl von Dienstleistungen gegenüber dem Land, den kommunalen Landesverbänden und anderen Stellen. Über die civillent GmbH ist die Unternehmensgruppe mit ihren Verfahren auch bundesweit und damit auch außerhalb von Baden-Württemberg tätig. Der Fokus liegt dabei auf zusätzlichen Erlösen über Software-Lizenz- und -Pflegeeinnahmen. Bundesweite Projekte werden nahezu ausschließlich über Partner abgewickelt. Die wichtigsten Zielgruppen im bundesweiten Markt sind kommunale Gebietsrechenzentren und IT-Abteilungen von Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die civillent GmbH hat neben ihrem Sitz in Reutlingen rechtlich unselbstständige Betriebstätten in Ulm, Karlsruhe, Heidelberg, Heilbronn, Freiburg und Stuttgart. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogenen Rahmenbedingungen Die wirtschaftliche Entwicklung im vergangenen Jahr war wesentlich von den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie dem terroristischen Überfall auf Israel und dem daraus resultierenden Gaza-Krieg geprägt. Das Bruttosozialprodukt der deutschen Wirtschaft ist im Jahr 2023 um 0,3 Prozent geschrumpft (Vorjahr 1,9% Anstieg). Die damalige teilweise einseitige Abhängigkeit von russischen Energielieferungen konnte inzwischen aufgelöst werden und die Energiepreise sind nach derzeitigem Stand wieder auf Vorjahresniveau gesunken. Dennoch stellen die angestiegene Inflation und die damit einhergehenden Zinssteigerungen eine fortwährende konjunkturelle Belastung dar. Das reale Bruttoinlandsprodukt ist im 1. Quartal 2024 erneut leicht gesunken. Insgesamt wird für das laufende Jahr 2024 zwar mit einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage, aber mit keiner wesentlichen Erholung gerechnet. Aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Haushalt des Bundes, musste im November 2023 ein Nachtragshaushalt für 2023 beschlossen werden. Der im Februar 2024 beschlossene Bundeshaushalt für 2024 wurde erstmals ohne Notlagenkredite aufgestellt. Die politische Einigung der Ampel-Koalition vom 13. Dezember 2023 über den Bundeshaushalt 2024 bedeutet auch für die Kommunen Kostenmehrbelastungen bei gleichzeitigen Mindereinnahmen. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Februar 2024 auf 2,7 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl der Arbeitslosen um knapp 200.000 Personen zu, was einem Anstieg der Quote um 0,4 Prozentpunkte auf 5,9 % entspricht. Die Inflationsrate wies im Februar 2024 mit 2,5% den niedrigsten Wert seit Juni 2021 auf. Für die Informationstechnologie und Telekommunikation-Branche (ITK-Branche) prognostizierte der Branchenverband BITKOM im März 2024 einen diesjährigen weiteren Anstieg des Umsatzes um 4,4 % und der Beschäftigten um 3,0%. 2024 sollten die Umsätze laut Prognose am stärksten im Bereich der Informationstechnik steigen: um 6,1% auf insgesamt 151,5 Mrd. Euro. B. Geschäftsverlauf Die civillent GmbH - als Teil der Komm.ONE Gruppe - stützt sich bei ihrem Beitrag zur Sicherung der digitalen Souveränität der Gesellschaft maßgeblich auf cloudbasierte Lösungen. Dafür wird sich die Unternehmensgruppe in den kommenden Jahren von einer IT-Dienstleisterin mit einem umfangreichen klassischen Produktportfolio zu einer IT- Service-Providerin mit eigenen Angeboten und Angeboten Dritter für ihre Mitglieder und die öffentliche Verwaltung weiterentwickeln. Dadurch können die Mitglieder alle erforderlichen Leistungen für ihre Transformation über Gruppe beziehen, unabhängig davon, in welcher Phase sie sich befinden. Dieser Wandel erfordert ein hohes Maß an Standardisierung der Prozesse, Produkt und Services sowie der Technologien in einer durchgängigen Unternehmensarchitektur, die auch verstärkt auf Self-Services setzt. Zur Erreichung dieser Ziele wurde Ende 2023 ein Strategieprozess mit den Aufsichtsgremien aufgesetzt, der bis Ende 2024 abgeschlossen sein soll. Die civillent GmbH bedient die gewerblichen Kunden in Baden-Württemberg sowie kommunale und gewerbliche Kunden außerhalb Baden-Württembergs wohingegen die Komm.ONE Gruppe im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags die Mitglieder des Zweckverbandes 4IT (Baden-Württemberg, sogenannter Heimatmarkt) bedient. Zudem stellt die civillent GmbH die Betriebsumgebung für die Verfahren der Unternehmensgruppe bereit. Vermögens Finanz- und Ertragslage Vermögenslage Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 116,7 Mio. € (+ 13,2 Mio. € oder +12,8 %) erhöht. Wesentliche Veränderungen gab es auf der Aktivseite im Umlaufvermögen (+23,9 Mio. €) vor allem aus der Erhöhung der Forderungen (+14,1 Mio. €) und der Aufnahme eines Darlehens über 10,0 Mio. €, so dass die flüssigen Mittel um 9,9 Mio. € höher gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen werden. Der Bestand an Vorräten hat sich um 0,2 Mio. € verringert. Das Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr um 4,8 Mio. € verringert. Größte Posten sind dabei das Sachanlagevermögen mit 3,4 Mio. € und die immateriellen Wirtschaftsgüter mit 1,3 Mio. €. Es erfolgte ein Rückgang der aktiven Rechnungsabgrenzung (- 5,9 Mio. €). Auf der Passivseite beruht die höhere Bilanzsumme im Wesentlichen auf dem Anstieg der Verbindlichkeiten (+ 7,1 Mio. €). Dieser Anstieg resultiert aus dem Saldo des Rückgangs der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung (- 3,4 Mio. €) und auf den durch die Darlehensaufnahme bedingten höheren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (+ 10,4 Mio. €). Die Rückstellungen (+ 0,6 Mio. €) haben sich bei den Steuerrückstellungen (- 0,4 Mio. €) verringert, wohingegen sich die sonstigen Rückstellungen (+ 1,0 Mio. €) erhöht haben. Im Nachgang zum Programm Magellan erfolgte die Passivierung Pflegegebühren gegenüber der Komm.ONE. Finanzlage Der Finanzmittelbestand zum Jahresende erhöhte sich durch die Darlehensaufnahme um 9,9 Mio. €. Die Zahlungsfähigkeit der civillent GmbH war jederzeit gewährleistet. Ertragslage Die Gesamtsumme der Umsatzerlöse und der sonstigen betrieblichen Erträge liegt in Summe mit EUR 16,7 Mio. € über dem Vorjahr. Die Umsatzerlöse setzen sich im Wesentlichen aus Erlösen mit Unternehmen der Komm.ONE Gruppe 107,7 Mio. € und Mitglieder mit 0,4 Mio. €, den externen Kunden in Baden-Württemberg mit 10,9 Mio. € sowie den externen Kunden im Drittmarkt mit 13,2 Mio.€ zusammen. Sonstige Erträge wurden in Höhe von 1,1 Mio. € erzielt. Der Materialaufwand fällt in Summe mit 110,2 Mio. € um 14,9 Mio. € höher als im Vorjahr aus. Dieser Anstieg ist hauptsächlich bedingt durch die höheren Aufwendungen für bezogene Waren (+ 3,1 Mio. €), höhere Aufwendungen für bezogene Leistungen (+ 4,6 Mio.€) und ebenfalls höhere Aufwendungen für Personalleistungen der Komm.ONE (+7,3 Mio. €). Der sonstige betriebliche Aufwand ist gegenüber dem Vorjahr um (+ 0,1 Mio. €) höher. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich höhere Abschreibungen (+ 0,6 Mio. €). Der Jahresüberschuss von 1,4 Mio. € soll - vorbehaltlich des Beschlusses der Gesellschafterversammlung - auf neue Rechnung vorgetragen werden. Personal Die civillent GmbH hält kein eigenes Personal vor. Sie bezieht direkte Personalleistungen von der Komm.ONE und indirekte Personalleistungen über die Komm.ONE. Investitionen Die im Berichtsjahr getätigten Investitionen betreffen Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände (1,0 Mio. €) und Sachanlagen (8,3 Mio. €). Prognosebericht Die weltweit drohende Inflation und der zunehmende Konflikt insbesondere zwischen den führenden Wirtschaftsmächten USA, China und Indien führt zu einer verstärkten Anfälligkeit von internationalen Lieferketten. Die notwendige Zuverlässigkeit der Partnerbeziehungen steht in Frage. Eine Rückverlagerung von Produktionsketten nach Europa hat seit Ausbruch der Corona-Pandemie 2019/20 mit Sichtbarwerden der internationalen Abhängigkeiten für die Versorgung eine neue Bedeutung erlangt. Zudem hat der russische Angriffskrieg auf die Ukraine neben dem anhaltenden Strom an Flüchtlingen auch zu einer zeitweisen Unterversorgung im Energie- und im Lebensmittelsektor geführt, die jederzeit wieder aufflammen kann. Die Geschäftsführung der civillent GmbH erwartet deshalb weitere "multiple" Krisenszenarien und ein schwieriges Geschäftsumfeld für die Jahre 2024 und 2025. Für das laufende Jahr wird mit sinkenden Steuereinnahmen für die Kommunen gerechnet, denen jedoch eine Vielzahl von neuen Finanzaufgaben wie der Versorgung von Flüchtlingen, höhere Energiekosten sowie inflationsbedingte höhere Kosten gegenüberstehen. Ohne weitere Hilfsprogramme des Bundes und der Länder werden die Kommunen deutliche Einsparungen in den öffentlichen Haushalten vornehmen müssen. Verstärkt werden diese Risiken durch die wachsende internationale Cyberkriminalität. Diese wird nach Einschätzung der Bundesbehörden zu großen Teilen von China und Russland staatlich gesteuert und wird neben den primären wirtschaftlichen Zielen auch der gesellschaftlichen Destabilisierung dienen. Der Druck auf die kommunale Verwaltung bei steigender Aufgabenlast wächst durch diesen Kreislauf eine große Herausforderung dar, die alleine nicht mehr zu bewältigen ist. Deshalb, ist davon auszugehen, dass der Trend zur interkommunalen Zusammenarbeit und zur Zentralisierung von Aufgaben sich mit allen daraus resultierenden Anforderungen an die Kommunen, an die digitale Infrastruktur und an die eingesetzten Lösungen fortführen und verstärken wird. Um den Anforderungen effektiv begegnen zu können, muss der begonnene Strukturwandel der öffentlichen Verwaltung fortgesetzt werden. Für die Träger und Mitglieder der Komm.ONE-Unternehmensgruppe stehen für die kommenden Jahre weiterhin die digitale Transformation ihrer Verwaltung und der Ausbau der digitalisierten Verwaltungsdienstleistungen im Fokus. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die Einführung der E-Akte und der Ausbau des Dokumentenmanagements, der Ausbau der Online-Verwaltung, die Cybersicherheit mit all ihren Facetten wie Lösungen aus der Cloud, elektronische Signatur und Identifikationsverfahren sowie selbstverständlich Datenschutz, sichere Plattformen für die interkommunale Zusammenarbeit und Cyber-Abwehr. Die gesetzlichen und politischen Vorgaben auf Bundesebene verändern aber auch die Dienstleistungslandschaft der öffentlichen Hand erheblich. Das bereits genannte Onlinezugangsgesetz oder die Registermodernisierung erfordern übergreifende bundesweite und vernetzte Lösungen, was auch auf Baden-Württemberg ausstrahlt. Die Komm.ONE-Gruppe muss sich deshalb als moderne Dienstleisterin und Partnerin der öffentlichen Hand auch im Sinne ihrer Träger und Mitglieder in diesem sehr dynamischen bundesweiten Markt aufstellen. 2024 liegt der Fokus zum einen auf dem von der Unternehmensgruppe im Auftrag des Landes für den Bund entwickelten i-Kfz Stufe 4- Portal und der im Bundesauftrag von der Gruppe entwickelten Großkundenschnittstelle, die beide nach dem "Einer für Alle"-Prinzip (EfA) von anderen Bundesländern nachgenutzt werden. Ebenfalls sehr gute Chancen für eine bundesweite Nutzung haben die SAPbasierten Lösungen der Komm.ONE-Gruppe. In der öffentlichen Verwaltung und in hohem Maße auch in der Gruppe liegen viele öffentliche Daten vor, die bislang noch vergleichsweise wenig für die Steuerung, die Verbesserung der Verwaltung selbst oder die Entwicklung von Lebensräumen herangezogen werden. Die Erfassung von zum Beispiel Klima-, Wasser-, Feuchtigkeits-, Mobilitäts- oder Verbrauchsdaten spielt jedoch eine zentrale Rolle bei den Städte- und Regionalplanungen für ein sicheres und besseres Leben (Stichwort: Smart City / Smart Region). Dies erfordert zunehmend abgestimmte Konzepte für den Austausch, die Speicherung und die Nutzung dieser Daten. Sind die Daten erstmal weitestgehend digitalisiert können mit Technologien zur Automatisierung Robotic Process Automation = RPA und dem kontrollierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) erhebliche Effizienzsteigerungen erzielt werden. Die oben dargestellten Ansätze führen zu einer schrittweisen Veränderung der Gruppe hin zu einer Organisation, die die vorhandenen Daten als ganzheitliches Gut in allen Unternehmensbereichen und Prozessen Ende-zu-Ende proaktiv zum Nutzen der Mitglieder einsetzen kann. Um die civillent GmbH zu einem datengetriebenen Unternehmen zu entwickeln, muss die mittel- bis langfristige strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe in einem Strategieprozess definiert werden. Dazu wurden in der Verwaltungsratssitzung am 08.12.2023 die ersten groben Eckpunkte vorgestellt. Im Anschluss erarbeitet die Komm.ONE-Gruppe mit benannten Mitgliedern des Verwaltungsrates die Strategie "Komm.ONE 2029", die dann dem Verwaltungsrat zum Beschluss vorgelegt wird. Diese Strategie bildet die Ausgangslage für den zukünftigen Geschäftsentwicklungsplan 2025ff für die gesamte Unternehmensgruppe. Alle zukünftigen Portfolioentwicklungen, die durchzuführenden Projekte und die notwendigen internen Veränderungs- und Verbesserungsmaßnahmen werden daran ausgerichtet. Ohne externe Unterstützungen und Kooperationen wird die Gruppe diese Herausforderungen allerdings nicht meistern können. Die Unternehmensgruppe muss zur Lösung ihrer zukünftigen Herausforderungen im Verbund mit anderen Partnern ein gemeinsames cloudbasiertes Ökosystem aufbauen und ihren Mitgliedern bereitstellen. Dies zeigt sich am Erwerb von Anteilen an strategischen Partnern. Die GovDigital eG wurde 2019 als bundesweite Genossenschaft der öffentlichen IT- Dienstleister gegründet und agiert als Plattform für den Austausch und für gemeinsame Entwicklungen zu innovativen IT-Technologien. Alle Genossen können untereinander vergabekonform (im Inhouse-Verhältnis) Leistungen austauschen, zum Erwerb anbieten und kooperativ gemeinsam an Projekten arbeiten. Die Unternehmensgruppe ist heute schon in verschiedenen Bereichen aktiv und wird ihre Aktivitäten in der GovDigital weiter ausbauen:
Ziel der Deutsche Verwaltungscloud-Strategie (Erklärung der Abkürzung) ist die Schaffung gemeinsamer Standards und offenen Schnittstellen für Cloud-Lösungen der öffentlichen Verwaltung, um übergreifend eine interoperable föderale Cloud-Infrastruktur zu etablieren. Dies mag sich abstrakt anhören, ist aber die Voraussetzung für die effiziente Nutzung von bereits bestehenden Cloudservices in den regionalen IT- Dienstleistungsstrukturen. Durch die unkomplizierte Austauschbarkeit von Cloud- Lösungen, wird die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern reduziert und die digitale Souveränität gestärkt. Die Standardisierung hat nicht nur Auswirkungen auf die Nutzung von Applikationen, sondern auch auf die Optimierung von Datenaustausch, Datenspeicherung und Datennutzung. Aufgrund der anhaltend großen Nachfrage nach Hardware und digitalen Verfahrenslösungen geht die Geschäftsführung der civillent davon aus, dass der IT-Bereich der Kommunen von den Kürzungen in den kommunalen Haushalten nicht allzu stark betroffen sein wird, so dass die civillent weiterhin mit einem leicht positiven Ergebnis rechnet. Für 2024 sind für die Finanzierung der Investitionen keine Kredite von Dritten geplant. C. Chancen- und Risikobericht 1. Risikomanagementsystem Auch als Tochtergesellschaft eines öffentlichen Wirtschaftsunternehmens in der Rechtsform als Anstalt des öffentlichen Rechts muss sich die civillent GmbH einer verschärften Wettbewerbssituation stellen - unter anderem auch wegen der zunehmend steigenden rechtlichen Anforderungen. Hinzu kommen die ständig steigenden Anforderungen an die IT- und Datensicherheit, die im Zusammenwirken der Prozesse und der IT für zusätzliche Komplexität sorgen. Die Komm.ONE-Gruppe unterhält ein dokumentiertes Risikomanagementsystem. Die Geschäftsrisiken und Chancen werden regelmäßig überwacht sowie gesteuert. Zu den klassischen Risiken eines IT-Unternehmens gehören u.a. die Risiken der Abwanderung von Kunden, Ressourcenengpässe, fehlendes Neugeschäft sowie ausbleibende Geschäftsfeldentwicklungen oder fehlende Neukunden. Das Risikomanagement sorgt für Transparenz über die aktuelle Risikosituation und ermöglicht notwendige Eventualentscheidungen im Gesamtkontext von Chancen und Risiken rechtzeitig zu treffen. Durch die Verankerung des Risikomanagements in den täglichen Prozessen wird die Unternehmensleitung durch regelmäßige Berichte informiert. 2. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung Risiken der zukünftigen Entwicklung bestehen in Bezug auf den weiteren Absatz der eigenen Produkte am Dritt- und Heimatmarkt. Die Mitglieder der Komm.ONE-Gruppe haben keine Abnahmeverpflichtung. Die civillent GmbH steht im Wettbewerb mit zahlreichen Mitbewerbern. Viele Unternehmen haben den öffentlichen Sektor als Markt für sich erkannt und die Konkurrenzsituation durch private und öffentlich-rechtliche Mitbewerber weiter verschärft. Die Rahmenbedingungen unserer Verfasstheit führen im Wettbewerb dabei immer wieder zu Nachteilen im Bereich der Umsetzungsgeschwindigkeit. Diese leiten sich unter anderem aus rechtlichen Vorgaben und Strukturen ab. So sind wir beispielsweise im Bereich der Vergabeprozesse starken Reglementierungen unterworfen. Insgesamt ist festzustellen, dass die Akquisition weiterer Kundenaufträge, sowohl im Heimatmarkt, als auch im Drittmarkt in einem immer schwierigeren Wettbewerbsumfeld erfolgt. Hinsichtlich des Drittmarkts zeigt sich ein hoher Verdrängungswettbewerb, der sich insbesondere in zunehmend niedrigen Verkaufs- und Absatzpreisen widerspiegelt. Die Komm.ONE-Gruppe hat auf die Entwicklungen im Heimat- und Drittmarkt reagiert und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet. Sie ist mit ihrem Produktportfolio im Markt für kommunale Software gut aufgestellt und sieht trotz des schwierigen Kundenumfelds Chancen für weiteres Umsatzwachstum. Gegenwärtig prüft das Finanzamt Stuttgart das Vorliegen einer umsatzsteuerlichen Organschaft zwischen der Komm.ONE und civillent GmbH. Die entsprechenden organisatorischen und finanziellen Auswirkungen werden momentan zusammengetragen. Im Rechtsstreit mit dem Finanzamt Reutlingen bezüglich der Betriebsprüfung 2016 bei der damaligen RZRS GmbH ist im November 2023 ein Urteil ergangen. Gegen dieses haben wir beim Finanzgericht München Revision eingelegt. Die Revision wurde angenommen. Das Finanzamt Reutlingen hat seine Revision gegen das erstinstanzliche Urteil inzwischen zurückgenommen. Große Chancen für die Zukunft sieht die Unternehmensgruppe im Aufbau des Programms "Souveränität", in dem die wichtigen Zukunftsprojekte der Komm.ONE-Gruppe unter einer übergreifenden Vision gebündelt werden: Das diesbezügliche Teilportfolio umfasst insbesondere für kleine und mittlere Kommunen Angebote zur Beratung, Begleitung, Umsetzung und Unterstützung mit zusätzlichen Services in den Bereichen "Kommunalberatung", "OZG-Umsetzung" und "Digitale Transformation". Viele Mitglieder benötigen zudem Dienstleitungen im Betrieb der technischen Infrastruktur. Hierfür werden Hosting-Lösungen und Services zum Betrieb von Client- Infrastruktur bereitgestellt. Die civillent GmbH wird hierzu ihr technisches Knowhow im Betrieb und der sicheren Anbindung einbringen. Da dies nicht an den Grenzen Baden-Württembergs Halt machen wird, geht der Vorstand von der Generierung zusätzlicher Umsätze im Drittmarkt aus. Die zunehmende Anzahl an Cyberattacken und an virtuell geführten Handelskriegen zeigt jedoch, dass die Digitalisierung, Vernetzung und Integration von Services auch ein erhebliches Gefahrenpotenzial in sich birgt, dem allerdings mit digitaler Souveränität erfolgreich begegnet werden kann. Informationssicherheit und Datenschutz sind kritische Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Digitalisierung, denn sie stärken das Vertrauen der Bürgerschaft in digitale Produkte und sind essentiell für die informationelle Selbstbestimmung. Als eine Konsequenz steht deshalb für die Komm.ONE Gruppe-Gruppe die Einhaltung der Datensicherheit gemeinsam mit der Vernetzung und der Integration von Datenstrukturen an oberster Stelle. Das eigene Cloud- Rechenzentrum dient dabei als sicherer Hafen für die digitalen Identitäten und Daten der Bürgschaft und der kommunalen Verwaltungen. In diesem Sinne ist die civillent GmbH bestens aufgestellt, um ihre Dienstleistungen optimal an den Bedürfnissen ihrer Kunden auszurichten und ihrem Anspruch als Wegbegleiterin der Kommunen durch die Digitalisierung gerecht zu werden.
Reutlingen, den 7. Juni 2024 civillent GmbH William Schmitt, Geschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die civillent GmbH, Reutlingen Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der civillent GmbH, Reutlingen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der civillent GmbH, Reutlingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 7. Juni 2024 RSM
Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Gerhard Schroeder, Wirtschaftsprüfer Anne Ehinger, Wirtschaftsprüferin |
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