Seven.One Entertainment Group GmbH

Medienallee 7, 85774 Unterföhring, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 235362
Vorher
7TV Joint Venture GmbHJoyn GmbH
Eingetragen
23.8.2017
Branche
Fernsehveranstalter und Verbreitung von VideoinhaltenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
Die Lizensierung und Vermarktung von premium Bewegbildinhalten durch Werbung und Abonnement-Produkten mittels digitaler Plattformen, die Veranstaltung und Verbreitung von Fernsehsendungen über vielfältige Distributionskanäle, der Erwerb, das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen, die im Bereich des deutschsprachigen, frei empfangbaren Fernsehens, insbesondere als Veranstalter von Fernsehsendungen, sowie im Bereich des deutschsprachigen Rundfunks tätig sind, die Verwaltung sonstigen eigenen Vermögens, die Beschaffung, Herstellung und Veräußerung von Film- und Fernsehproduktionen und der Erwerb und die Vergabe von Rechten aller Art sowie das Merchandising- und Multimedia-Geschäft.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Nicole Agudo Berbel
seit 1.6.2026
Geschäftsführer
Nicola Lussana
seit 10.12.2025
Geschäftsführer
Bobby Rajan
seit 10.12.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Henrik Pabst
seit 17.9.2025
Geschäftsführer
Markus Dr. Messerer
seit 17.9.2025
Geschäftsführer
Marc Elbers
seit 21.8.2025
Prokura
Stefan Thul
seit 21.8.2025
Prokura
Guido Modenbach
seit 21.8.2025
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.002 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Joyn GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0,00 0,00
II. Programmvermögen
1. Programmvermögen 11.433.177,36 10.995.226,45
2. Geleistete Anzahlungen 1.895.229,44 6.189.943,68
13.328.406,80 17.185.170,13
III. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.513.625,00 1.776.864,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.192,00 25.960,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 236.071,00 351.381,00
1.759.888,00 2.154.205,00
15.088.294,80 19.339.375,13
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.963.187,94 5.227.720,46
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 95.802.514,02 11.536.686,17
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.368.740,33 4.008.139,08
103.134.442,29 20.772.545,71
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.864,29 3.827,29
103.138.306,58 20.776.373,00
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.568.489,67 2.029.407,70
119.795.091,05 42.145.155,83

PASSIVA in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.002,00 25.002,00
II. Kapitalrücklage 540.635.833,86 478.635.833,86
III. Verlustvortrag - 462.403.177,49 -403.339.176,70
IV. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 -59.064.000,79
78.257.658,37 16.257.658,37
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 10.049.918,63 11.018.853,07
10.049.918,63 11.018.853,07
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.478.061,25 4.282.243,02
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 27.118.440,04 8.437.650,62
3. Sonstige Verbindlichkeiten 217.087,59 1.486.038,03
-- davon aus Steuern EUR 208.656,98 (i. Vj.: EUR 1.452.173,63) --
30.813.588,88 14.205.931,67
D. Rechnungsabgrenzungsposten 673.925,17 662.712,72
119.795.091,05 42.145.155,83

Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 235362 eingetragen und hat ihren Firmensitz in der Ridlerstraße 57, 80339 München.

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

in EUR

2023 2022
1. Umsatzerlöse 100.163.428,51 66.914.228,32
2. Sonstige betriebliche Erträge 14.143.927,12 9.601.073,11
--davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 114.105,65 (i. Vj.: EUR 96.351,65)--
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Lizenzen und Materialien 43.346.965,11 29.412.628,19
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 29.884.389,79 21.070.230,98
73.231.354,90 50.482.859,17
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 14.357.818,50 15.596.053,61
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.257.210,82 2.535.200,81
--davon für Altersversorgung EUR 31.519,06 (i. Vj.: EUR 28.906,70)--
16.615.029,32 18.131.254,42
5. Abschreibungen auf Programmvermögen und Sachanlagen 32.343.073,03 27.726.047,43
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 51.432.814,96 39.258.990,56
--davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 10.773,74 (i. Vj.: EUR 298.332,11)--
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 145.189,97 21.564,57
--davon aus verbundenen Unternehmen EUR 145.083,01 (i. Vj.: EUR 20.131,82)--
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 43.839,28 1.202,67
--davon an verbundene Unternehmen EUR 43.827,34 (i. Vj.: EUR 0,00)--
9. Ergebnis nach Steuern -59.213.565,89 -59.063.488,25
10. Sonstige Steuern 0,00 512,54
11. Auf Grund eines Ergebnisabführungsvertrags übernommene Verluste 59.213.565,89 0,00
12. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 -59.064.000,79

(HRB 235362 des Amtsgerichts München)

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss der Joyn GmbH, München (HRB 235362 des Amtsgerichtes München) (im Folgenden auch "Joyn" oder "Gesellschaft") ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft nach § 267 Abs. 3 HGB.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB beibehalten.

Das Gliederungsschema der Bilanz ist um den Posten Programmvermögen, der als Unterposten des Anlagevermögens ausgewiesen wird, erweitert.

Die Joyn GmbH hat am 24. November 2023 mit der Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, als herrschender Gesellschaft einen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag geschlossen. Die Gesellschafterversammlung hat mit Beschluss vom 27. November 2023 zugestimmt. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 13. Dezember 2023.

Die Joyn GmbH hat am 1. Mai 2023 ihre Streaming-Plattform an Ihre Muttergesellschaft Seven.One Entertainment Group GmbH verkauft. Gleichzeitig wurde ein Softwareüberlassungs- und Betriebsvertrag zwischen den Gesellschaften geschlossen. In diesem Vertrag haben die Parteien vereinbart, dass Joyn ab dem Wirksamwerden der Übertragung weiterhin berechtigt ist, die Plattform für den Betrieb der Video-on-Demand ("VoD") - und Streaming-Plattform "Joyn" zu nutzen und dass die Seven.One Entertainment Group GmbH insoweit mit der Überlassung, dem Betrieb, der Pflege und Weiterentwicklung der IT-Plattform beauftragt werden soll.

Mit Vertrag vom 13. September 2022 und mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Oktober 2022 hat die Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, sämtliche vom Mitgesellschafter Discovery Communications Europe Limited, London/Vereinigtes Königreich, gehaltenen Geschäftsanteile an der Joyn GmbH erworben und ist seitdem alleinige Gesellschafterin.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Jahresabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren lassen und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Programmvermögen

Das Programmvermögen beinhaltet Spielfilme, Serien, Auftrags- und Eigenproduktionen sowie hierauf geleistete Anzahlungen. Spielfilme und Serien werden mit Beginn der vertraglichen Lizenzzeit aktiviert. Auftrags- und Eigenproduktionen werden nach Fertigstellung, die mit der Abnahme abgeschlossen wird, als Programmvermögen aktiviert. Die Abschreibung beginnt, wenn das Format auf der Plattform den Nutzern zur Verfügung gestellt wird ("Onlinegang"). Aufgrund der großen Bedeutung für die Joyn GmbH wird das zuzurechnende Programmvermögen als separater Posten im Anlagevermögen dargestellt.

Der planmäßige Werteverzehr beginnt mit dem Start des Onlinegangs. Der Abschreibungsverlauf basiert auf historischen Daten, mit deren Hilfe das zukünftige Nutzungsverhalten approximiert wird. Hierfür wird die Entwicklung der Gesamtsehdauer auf monatlicher Basis in Relation zur Gesamtsehdauer des jeweiligen Vormonats analysiert und eine entsprechende leistungsgerechte Abschreibung vorgenommen. Da das Programmvermögen im Allgemeinen zu Beginn des Lizenzzeitraums eine stärkere Nutzung als gegen Ende des Lizenzzeitraums erfahren, entwickelt sich der planmäßige Werteverzehr über den Abschreibungszeitraum stark degressiv. Das bedeutet, dass zu Beginn deutlich mehr Aufwand pro Zeiteinheit erfasst wird als gegen Ende des Abschreibungszeitraums. Die Abschreibungssystematik unterscheidet zwischen eingekauften Lizenzen und Auftrags- und Eigenproduktionen.

Eingekaufte Lizenzen werden wie oben erwähnt, degressiv über die vertraglich vereinbarte Lizenzzeit abgeschrieben; Auftrags- und Eigenproduktionen werden dagegen aufgrund des unterschiedlichen Sehverhaltens in den ersten 24 Monaten degressiv auf einen Sublizenzierungswert von 10% der Anschaffungs- und Herstellungskosten abgeschrieben; danach wird die Abschreibung des verbliebenen Sublizenzierungswertes linear innerhalb von weiteren 24 Monaten fortgeführt.

Ein Sonderfall sind von Joyn produzierte sogenannte "Live-Events", bei welchen die Nutzung aufgrund des Live-Charakters hauptsächlich auf dem Tag des Lizenzstarts liegt (vergleichbar mit Sport-Events) und der Werteverzehr deshalb vollständig innerhalb eines Monats nach dem Tag des Onlinegangs liegt.

Die Ermittlung des außerplanmäßigen Werteverzehrs erfolgt in zwei Schritten. Zunächst werden Wertminderungen in Form von außerplanmäßigem Werteverzehr auf Programmvermögen erfasst, wenn kein weiterer Einsatz der Rechte geplant ist. Anhaltspunkte hierfür können unter anderem schlechtere Verwertungsmöglichkeiten, veränderte Anforderungen aus dem Werbeumfeld, Anpassung der Programme an die Wünsche der Zielgruppen, medienrechtliche Einschränkungen bei der Einsetzbarkeit von Filmen, Auslaufen der Lizenzzeit vor Ausstrahlung oder die Nichtfortsetzung von Auftragsproduktionen sein.

Im zweiten Schritt erfolgt die Werthaltigkeitsbeurteilung des verbleibenden Programmvermögens auf Ebene von Programmgruppen. Für die Programmgruppen wird festgestellt, ob sich Hinweise auf einen potenziellen Wertberichtigungsbedarf ergeben. Soweit solche Anhaltspunkte vorliegen, werden die fortgeführten Buchwerte mit den beizulegenden Werten verglichen. Der beizulegende Wert wird auf dem künftigen Erlöspotential ermittelt. Das Erlöspotential wird anhand von Erfahrungswerten über das Nutzungsverhalten, sowie unter Abzug aller direkt zuordenbaren Kosten ermittelt.

Soweit der Buchwert das Erlöspotenzial übersteigt, erfolgt ein außerplanmäßiger Werteverzehr.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um lineare Abschreibungen vermindert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit mit einer voraussichtlich dauernden Wertminderung gerechnet wird.

Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu einem Netto-Einzelwert von 250 Euro werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe als Aufwand berücksichtigt. Für Vermögensgegenstände, die einen Netto-Einzelwert zwischen 250 Euro und 1.000 Euro haben, wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird linear über fünf Jahre abgeschrieben.

Technische Anlagen und Maschinen werden über 2 bis maximal 5 Jahre abgeschrieben.

Betriebs- und Geschäftsausstattung wird abhängig vom Vermögensgegenstand über 1 bis maximal 5 Jahre abgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag angesetzt. Bei der Bewertung der Forderungen ist den erkennbaren Risiken durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen worden.

Flüssige Mittel

Die Guthaben bei Kreditinstituten sowie Kassenbestände werden zum Nominalwert angesetzt. Kurzfristige Fremdwährungsguthaben werden zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag umgerechnet.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Zahlungen für Aufwendungen des nächsten Jahres, die bereits in dieser Periode geleistet wurden.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie werden in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen voraussichtlichen Erfüllungsbetrages gebildet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet erhaltene Zahlungen für Leistungen, die das Unternehmen erst in der nächsten Periode erbringt.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verpflichtungen werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.

Programmvermögen

in Tsd. Euro 31.12.2023 31.12.2022
Serien 11.290,8 10.758,0
Spielfilme 142,4 237,3
Programmvermögen 11.433,2 10.995,2
Serien 1.895,2 6.168,0
Spielfilme 0,0 21,9
Geleistete Anzahlungen 1.895,2 6.189,9
Summe 13.328,4 17.185,2

Der außerplanmäßige Werteverzehr auf das Programmvermögen beläuft sich im Berichtsjahr auf 2.097,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.703,8 Tsd. Euro) und wurde im Zusammenhang mit der hinter den Erwartungen liegenden Content-Performance vorgenommen.

Sachanlagen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen (Vorjahr: 0,9 Tsd. Euro) vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2023 31.12.2022
Restlaufzeit Restlaufzeit
in Tsd. Euro bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.963,2 - 4.963,2 5.227,7 - 5.227,7
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 95.802,5 - 95.802,5 11.536,7 - 11.536,7
(davon gegen Gesellschafter) (69.271,2) - (69.271,2) (3.664,0) (-) (-)
Sonstige Vermögensgegenstände 2.368,7 - 2.368,7 3.708,1 300,0 4.008,1
Summe 103.134,4 - 103.134,4 20.472,5 300,0 20.772,5

Zum Abschlussstichtag bestehen Einzelwertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 3.110,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 752,5 Tsd. Euro).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus dem Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von 59.213,6 Tsd. Euro (Vorjahr: keine), Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von 22.688,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.686,1 Tsd. Euro) und Forderungen aus Cash Pooling in Höhe von 13.900,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 7.850,5 Tsd. Euro).

Die Forderungen gegen Gesellschafter betreffen Forderungen aus dem im Geschäftsjahr 2023 neu geschlossenen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von 59.213,6 Tsd. Euro (Vorjahr: keine) und Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von 10.057,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.664,0 Tsd. Euro).

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt, wie auch im Vorjahr, 25,0 Tsd. Euro. Die Kapitalrücklage hat sich durch Kapitaleinzahlungen um 62.000,0 Tsd. Euro auf 540.635,8 Tsd. Euro erhöht (Vorjahr: 478.635,8 Tsd. Euro).

Die Gesellschafterversammlung hat am 24. Juli 2023 beschlossen, den Jahresfehlbetrag 2022 in Höhe von 59.064,0 Tsd. Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Verlust des Geschäftsjahres 2023 wurde entsprechend dem Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, zum 31. Dezember 2023 von dieser übernommen.

Rückstellungen

in Tsd. Euro 31.12.2023 31.12.2022
Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen 4.752,1 7.713,1
Rückstellungen für Gema und GVL 3.740,7 2.302,0
Personalrückstellungen 1.020,1 963,6
Rückstellungen für Rechstreitigkeiten 350,0 -
Übrige sonstige Rückstellungen 187,0 40,2
Summe 10.049,9 11.018,9

Die Personalrückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Freistellungen, Abfindungen und Urlaubsansprüche.

Verbindlichkeiten

31.12.2023 31.12.2022
Restlaufzeit Restlaufzeit
in Tsd. Euro bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.478,1 - - 3.478,1 4.282,2 - - 4.282,2
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 27.041,9 76,5 - 27.118,4 8.299,9 137,8 - 8.437,7
(davon gegenüber Gesellschaftern) (24.373,1) (-) (-) (24.373,1) (2.464,0) (-) (-) (2.464,0)
Sonstige Verbindlichkeiten 217,1 - - 217,1 1.486,0 - - 1.486,0
Summe 30.737,1 76,5 - 30.813,6 14.068,2 137,8 - 14.205,9

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten, wie im Vorjahr, ausschließlich Verbindlichkeiten aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Der starke Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist auf eine Jahres-True-up- Abrechnung im Rahmen der Content-Revenue-Shares zurückzuführen.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 208,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.452,2 Tsd. Euro).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

in Tsd. Euro 2023 2022
Umsatzerlöse mit Endkunden (B2C) 27.875,4 29.202,8
Umsatzerlöse mit Geschäftskunden (B2B) 72.288,1 37.711,5
Summe 100.163,4 66.914,2

Die Umsatzerlöse werden fast ausschließlich in der Bundesrepublik Deutschland erzielt.

Die Umsatzerlöse mit Geschäftskunden (B2B) sind im Geschäftsjahr stark angestiegen. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Abschluss eines neuen Vermarktungsvertrages mit der Seven.One Entertainment Group GmbH zurückzuführen, der dazu führt, dass die Joyn GmbH diese Vermarktungserlöse als Prinzipal brutto zu bilanzieren hat. Der Vertrag wurde zum 1. November 2022 geschlossen und die Bilanzierung zu diesem Zeitpunkt umgestellt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich die Umsatzerlöse, die von diesem Vertrag betroffen waren, auf 58.809,1 Tsd. Euro. Unter der vorherigen Nettobilanzierung als Agent würden die Umsatzerlöse 40.287,1 Tsd. Euro betragen.

Periodenfremde Erträge

Von den in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen periodenfremden Erträgen in Höhe von insgesamt 1.892,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.414,4 Tsd. Euro) entfallen 1.470,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.515,6 Tsd. Euro) auf die Auflösung von Rückstellungen.

Materialaufwand

Der Materialaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um 22.748,5 Tsd. Euro auf 73.231,4 Tsd. Euro erhöht. Dieser Anstieg resultiert hauptsächlich aus der oben erwähnten Umstellung auf eine Bruttobilanzierung (als Prinzipal) von Teilen der Werbeerlöse. Im Geschäftsjahr beliefen sich die Vermarktungskosten, die in Zusammenhang mit diesem Vertrag entstanden sind, auf 18.522,0 Tsd. Euro. Unter der vorherigen Nettobilanzierung (als Agent) wurden diese Kosten mit den Umsatzerlösen saldiert ausgewiesen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von 39.259,0 Tsd. Euro auf 51.432,8 Tsd. Euro erhöht. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der seit 1. Mai 2023 an die Seven.One Entertainment Group GmbH zu leistenden Lizenzvergütung für die verkaufte Streaming Plattform.

Periodenfremde Aufwendungen

Periodenfremde Aufwendungen sind im Berichtsjahr nicht angefallen (Vorjahr: 90,2 Tsd. Euro).

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestanden zum Abschlussstichtag nicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in Mio. Euro fällig im Folgejahr fällig im 2. bis 5. Jahr fällig nach dem 5. Jahr Gesamt 31.12.2023
Programmvermögen 18,5 0,2 - 18,7
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (16,3) (0,2) (-) (16,4)
Mietverpflichtungen 1,9 6,5 1,2 9,7
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (-) (-) (-) (-)
Nutzungsgebühren 27,0 - - 27,0
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (27,0) (-) (-) (27,0)
Übrige Verpflichtungen 24,6 - - 24,6
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (24,6) (-) (-) (24,6)
Summe 72,1 6,7 1,2 80,0

Ergebnisabführungsverträge

Zwischen der Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, und der Joyn GmbH, München, besteht seit dem 24. November 2023 ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Ende des Geschäftsjahres 2023 und dem 27. Juni 2024 sind keine Ereignisse eingetreten, die eine wesentliche Auswirkung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Auf die Angabe der Honorare des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, da diese im Anhang des Konzernabschlusses der ProSiebenSat.1 Media SE zum 31. Dezember 2023 enthalten sind.

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE (HRB 219439 des Amtsgerichts München), Unterföhring, einbezogen.

Die ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, stellt den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis der Unternehmen auf.

Der Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Mitarbeiter:innen

Die Gesellschaft beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 140 Arbeitnehmer:innen (80 männlich und 60 weiblich). Am 1. November 2023 wechselten im Zuge einer Reorganisation Mitarbeiterinnen der Joyn GmbH intern zu Unternehmen innerhalb der ProSiebenSat.1-Gruppe. Zum 31. Dezember 2023 sind noch 44 Arbeitnehmerinnen (22 männlich und 22 weiblich) bei der Joyn GmbH beschäftigt.

Organe

Geschäftsführung:

Als Geschäftsführer:innen sind bestellt:

Katharina Frömsdorf, Vorsitzende der Geschäftsführung (seit 1. November 2023)

Nicole Agudo Berbel, Geschäftsführerin (seit 1. November 2023)

Benjamin Risom, Geschäftsführer (seit 1. November 2023)

Tassilo Volker Raesig, Geschäftsführer (bis 31. Oktober 2023)

René Sahm, Geschäftsführer (bis 31. Oktober 2023)

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

 

München, den 27. Juni 2024

Katharina Frömsdorf

Nicole Agudo Berbel

Benjamin Risom

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungskosten
in Euro 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 4.470.643 0 4.217.861 0 252.782
II. Programmvermögen
1. Programmvermögen 124.700.898 32.058.768 45.181.017 4.635.059 116.213.708
2. Geleistete Anzahlungen 41.703.066 366.229 25.884 -4.635.059 37.408.351
166.403.963 32.424.997 45.206.901 0 153.622.059
III. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.631.922 0 0 0 2.631.922
2. Technische Anlagen und Maschinen 406.449 0 19.200 0 387.249
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.382.568 88.352 255.836 0 1.215.083
4.420.939 88.352 275.036 0 4.234.254
Summe 175.295.545 32.513.349 49.699.799 0 158.109.095
Kumulierte Abschreibungen
in Euro 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Zuschreibungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 4.470.643 0 4.217.861 0 0 252.782
II. Programmvermögen
1. Programmvermögen 113.705.671 31.860.701 40.785.841 0 0 104.780.531
2. Geleistete Anzahlungen 35.513.122 0 0 0 0 35.513.122
149.218.793 31.860.701 40.785.841 0 0 140.293.653
III. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 855.058 263.239 0 0 0 1.118.297
2. Technische Anlagen und Maschinen 380.489 15.768 19.200 0 0 377.057
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.031.187 203.365 255.540 0 0 979.012
2.266.734 482.372 274.740 0 0 2.474.366
Summe 155.956.170 32.343.073 45.278.442 0 0 143.020.801
Restbuchwerte
in Euro 31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0
II. Programmvermögen
1. Programmvermögen 11.433.177 10.995.226
2. Geleistete Anzahlungen 1.895.229 6.189.944
13.328.407 17.185.170
III. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.513.625 1.776.864
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.192 25.960
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 236.071 351.381
1.759.888 2.154.205
Summe 15.088.295 19.339.375

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

A. Grundlagen des Unternehmens

I. Rechtliche und organisatorische Gesellschaftsstruktur

Die Joyn GmbH, München, (nachfolgend auch "Joyn" oder "Gesellschaft") wurde mit Vertrag vom 10. August 2017 gegründet und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Registernummer HRB 235362 eingetragen. Ihren Sitz hat die Gesellschaft in München. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Oktober 2022 hat die Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, sämtliche, von der vormaligen Mitgesellschafterin Discovery Communications Europe Limited, London/Vereinigtes Königreich, gehaltenen Geschäftsanteile erworben und ist somit alleinige Gesellschafterin der Joyn GmbH.

II. Geschäftstätigkeit

Gegenstand des Unternehmens ist die Lizenzierung, Produktion und Vermarktung von digitalen Premium-Bewegtbildinhalten durch Werbung und von Abonnement- Produkten mittels digitaler Plattformen.

Derzeit ist die Gesellschaft mit zwei Produktangeboten auf dem deutschen Markt vertreten, Joyn und Joyn PLUS+.

Joyn ist die kostenlose Streaming-App für Video-on-Demand- und Live-TV-Inhalte zahlreicher deutscher TV-Sender. Die Nutzer können hier aktuell über 60 TV-Sender live schauen oder viele Sendungen und Serien auf Abruf in der Mediathek streamen. Zusätzlich beinhaltet das Angebot sogenannte Originals, also Sendungen, die für Joyn produziert wurden.

Neben der werbefinanzierten Version bietet Joyn die kostenpflichtige Abonnement- Version Joyn PLUS+ an. Die Nutzer haben hiermit Zugang zu einem noch umfangreicheren digitalen Entertainment-Angebot mit Filmen und Serien - darunter weitere Originals- sowie zu Live-TV in hochauflösendem HD-Signal und zu Pay-TV-Kanälen. Es gibt zudem Previews von Sendungen, wodurch neueste Folgen oder Episoden eines Formats schon vor TV-Ausstrahlung verfügbar sind. Die Previews sind gegenwärtig vor allem über das kostenpflichtige Abonnement verfügbar, vereinzelt aber auch im kostenlosen, werbefinanzierten Angebot von Joyn enthalten. Über die exklusiven Vermarktungsrechte für den Eurosport Player verfügt Joyn seit November 2022 nicht mehr.

Sämtliche Joyn Inhalte sind auf allen gängigen Geräten abspielbar: Auf iOS-, Android- und Huawei-Geräten sowie im Web und über Smart-TVs, Google Chromecast, PlayStation 4 & 5, Apple TV und Amazon Fire TV.

III. Strategie und Ziele

Ziel von Joyn ist es, sich als größte, gemessen an Nutzern, kostenlos zugängliche Streaming-Plattform für den deutschen Markt zu etablieren, die ein umfassendes Entertainment-Paket mit Live-Streaming und Mediatheken mit hochkarätigen lokalen Produktionen bietet. Dabei möchte Joyn ein maximal personalisiertes Streaming-Erlebnis bieten, das sich den Vorlieben, dem Nutzungsverhalten und dem Umfeld eines Nutzers anpasst.

Der Ausbau des Live-Angebots durch neu gestartete Themen-Streams, der deutliche Fokus auf den Advertising Video-on-Demand (AVoD)-Bereich v.a. mit bekannten US- Serien, sowie ein immer größeres Angebot an Joyn Originals für eine breite Zielgruppe spiegelt sich in steigenden Umsatzerlösen wider. Die Zusammenarbeit mit der ProSiebenSat.1-Gruppe wird aufgrund der vollständigen Übernahme der Gesellschaft weiter intensiviert. So wird Joyn den Nutzern in Zukunft noch mehr TV-Highlight-Formate als Preview vor der TV-Ausstrahlung oder im Catch-up-Bereich anbieten. Eine optimierte Mehrfachverwertung von Inhalten auf unterschiedlichen Trägermedien (Windowing) durch intelligentes Zusammenspiel der linearen TV-Sender und Joyn soll eine Maximierung von Reichweite und Monetarisierung ermöglichen. Des Weiteren wird das Portfolio an Joyn Originals fortlaufend mit vielfältigen, lokalen Eigenproduktionen ausgebaut.

Joyn plant auch weiterhin das Nutzererlebnis durch fortlaufende Optimierungen der Benutzeroberflächen und Such- und Empfehlungslogiken zu verbessern, um dadurch die Nutzungsintensität der User weiter zu steigern.

Dabei setzt die Streaming-Plattform weiterhin auf eine Kombination aus kostenfreien und kostenpflichtigen Inhalten, um unterschiedliche Bedürfnisse diverser Nutzergruppen befriedigen und bestmöglich monetarisieren zu können. Auch künftig liegt der Fokus auf dem weiteren Ausbau des kostenlosen, werbefinanzierten Angebots. Im Werbemarkt plant Joyn, das Portfolio an innovativen Produkten gemeinsam mit dem exklusiven Vermarkter Seven.One Media GmbH, Unterföhring, weiter auszubauen und somit bestehenden und neuen Partnern fortlaufend attraktive und individuelle Werbemöglichkeiten zur Produkt- und Markeninszenierung in einem Umfeld mit attraktiven Zielgruppen zu bieten.

Am 1. November 2023 wechselten im Zuge einer Reorganisation Mitarbeiter:innen der Joyn GmbH intern zu Unternehmen innerhalb der ProSiebenSat.1-Gruppe, um diverse Prozesse zu zentralisieren.

IV. Planung und Steuerung

Die Grundlage aller wirtschaftlichen und strategischen Entscheidungen des Unternehmens bildet ein kennzahlenbasiertes Steuerungssystem. Die unternehmensspezifischen Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators, "KPIs") ergeben sich aus der Unternehmensstrategie und umfassen sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Aspekte.

Die zentralen finanziellen Kennzahlen sind das Ergebnis der Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT) und der freie Cashflow (Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit abzüglich Cash Flow aus Investitionstätigkeit).

Wesentliche nicht-finanzielle KPIs sind die Veränderung der vermarktbaren Videoabrufe im werbefinanzierten Geschäft sowie der zahlenden Abonnenten im Abonnement-Geschäft im Vergleich zum Vorjahr.

B. Wirtschaftsbericht

I. Entwicklung von Konjunktur und Werbemarkt

Nach einer verhaltenen Expansion im Jahr 2022 verzeichnete die Weltwirtschaft 2023 erneut wenig Wachstumsdynamik. Die anhaltenden - wenn auch weniger stark ausgeprägten - Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, der Russland-/Ukraine-Krieg und eine hohe Inflation beeinträchtigten die wirtschaftliche Entwicklung im Jahresverlauf. Hinzukommt, dass viele Notenbanken eine restriktive Geldpolitik verfolgten, was das globale Erholungstempo beeinträchtigte. Die Entwicklung verlief regional allerdings unterschiedlich: Während sich die US-amerikanische Wirtschaft robust zeigte, erholte sich die chinesische Wirtschaft nicht mit der Dynamik, die nach Ende der restriktiven Pandemie-Beschränkungen erwartet worden war. Auch die Konjunktur in Europa blieb schwach. Insgesamt dürfte die globale Wirtschaft 2023 laut Internationalem Währungsfonds (IWF) real um 3,1 Prozent gewachsen sein, nach 3,5 Prozent im Vorjahr.

Die deutsche Konjunktur war 2023 von der geringen außenwirtschaftlichen Nachfrage beeinträchtigt und hat - trotz eines soliden Auftragspolsters, deutlich geringeren Engpässen in den Lieferketten sowie rückläufiger Inflationsraten - nicht wie ursprünglich erwartet an Dynamik gewonnen. Dabei blieb vor allem der private Konsum hinter den Erwartungen der Wirtschaftsforschungsinstitute zurück. Während sich die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Quartalen stabil entwickelte, kam es im vierten Quartal 2023 zu einem leichten Rückgang (real -0,3 Prozent vs. Vorquartal, Destatis). Grund hierfür waren geringere Investitionen in Bauten und Ausrüstungen.

Zu Jahresbeginn 2023 hatten die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft 2023 leicht wachsen und von einer Belebung des privaten Konsums im zweiten Halbjahr profitieren dürfte. Die Wachstumsimpulse im privaten Konsumverhalten blieben jedoch aus. Im Gesamtjahr 2023 ging das Bruttoinlandsprodukt um real 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück und blieb damit deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), der private Konsum entwickelte sich mit minus 0,8 Prozent rückläufig.

Joyn ist zu einem großen Teil von der Entwicklung des Werbemarkts abhängig. So ist laut des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) das Gesamt-Volumen des Werbemarktes auf Jahressicht mit 1,5 Prozent gestiegen. Ausschlaggebend für das Wachstum ist der überproportionale Anstieg der Investitionen in digitale Werbung. Dies bestätigt auch der im Juni 2024 veröffentlichte Report der Media-Agentur Magna Global für 2023: Während die gesamten Werbeausgaben in Deutschland aufgrund des dynamischen Wachstums der Investitionen in Online-Werbung um 9,1 Prozent gestiegen sind, haben die Werbeinvestitionen in TV-Werbung um minus 9,2 Prozent abgenommen.

Das Marktvolumen für Werbebudgets in InStream-Videoanzeigen, der für Joyn relevanteste Teil des Werbemarkts, verzeichnete in Deutschland ein Plus von 18,3 Prozent auf 1.242,4 Mio Euro brutto (Vorjahr: 1.050,2 Mio Euro). In den Daten von Nielsen sind globale Plattformanbieter wie Alphabet Inc. ("Alphabet")/Google und Meta Platforms, Inc. ("Meta")/Facebook nicht enthalten.

II. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf aus Sicht der Unternehmensleitung

Im Berichtsjahr 2023 hat sich das Ergebnis der Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT) leicht um 0,2 Mio. Euro auf -59,3 Mio. Euro verschlechtert und liegt somit unter der Erwartung des Vorjahres. Es wurde eine Verbesserung im einstelligen Millionen Eurobereich erwartet.

Der freie Cashflow hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 17,2 Mio. Euro auf -56,0 Mio. Euro verbessert und hat somit die Erwartungen erfüllt. Es wurde eine Verbesserung im niedrigen zweistelligen Millionen Eurobereich erwartet.

Die Anzahl der vermarktbaren Videoabrufe konnte im Geschäftsjahr im werbefinanzierten Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gesteigert werden und erfüllt somit die Erwartungen. Bei der Anzahl der zahlenden Joyn PLUS+ Abonnenten, welche im Jahr 2023 um rd. 2 Prozent gestiegen ist, sind die Erwartungen nicht vollständig erfüllt worden. Es wurde bei beiden Kennzahlen ein deutlicher Anstieg erwartet.

III. Geschäftsverlauf

1. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzanstieg auf 100,2 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 33,2 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Steigerung ist zum einen auf den im November 2022 neu geschlossenen Vermarktungsvertrag mit der Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, zurückzuführen, der dazu führt, dass die Joyn GmbH diese Vermarktungserlöse als Prinzipal brutto zu bilanzieren hat. Im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich die Umsatzerlöse, die von diesem Vertrag betroffen waren, auf 58,8 Mio. Euro. Unter der vorherigen Nettobilanzierung als Agent würden die Umsatzerlöse 40,3 Mio. Euro betragen. Zum anderen konnte die Reichweite im Geschäftsjahr besser monetarisiert werden. Insgesamt sind die Werbeerlöse dadurch um 29,4 Mio. Euro gestiegen. Die Abonnementumsätze verzeichneten hingegen einen leichten Rückgang in Höhe von 1,3 Mio. Euro. Ferner erzielte die Gesellschaft Umsätze in Höhe von 5,2 Mio. Euro für technische Dienstleistungen an ihre Muttergesellschaft, die den Betrieb und die Weiterentwicklung der im Mai 2023 verkauften Streaming Plattform unterstützen.

Zum Abschlussstichtag sind die sonstigen betrieblichen Erträge um 4,5 Mio. Euro auf 14,1 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr: 9,6 Mio. Euro) und setzen sich primär aus Erträgen mit verbundenen Unternehmen (12,0 Mio. Euro) und der Auflösung von Rückstellungen (1,5 Mio. Euro) zusammen.

Der Anstieg des Materialaufwands auf 73,2 Mio. Euro (Vorjahr: 50,5 Mio. Euro) ist maßgeblich auf den im November 2022 abgeschlossenen Vermarktungsvertrag mit der Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, zurückzuführen. Diese Erhöhung ist das Ergebnis der Umstellung der Bilanzierung des Vertrags auf Prinzipalbasis, wodurch erstmalig entsprechende Vermarktungskosten ausgewiesen wurden.

Die Personalaufwendungen in Höhe von 16,6 Mio. Euro (Vorjahr: 18,1 Mio. Euro) haben sich im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen durch eine Reduzierung des Mitarbeiterbestands verringert. Am 1. November 2023 wechselten im Zuge einer Reorganisation Mitarbeiterinnen der Joyn GmbH intern zu Unternehmen innerhalb der Pro- SiebenSat.1-Gruppe, um diverse Prozesse zu zentralisieren.

In den Abschreibungen auf Programmvermögen und Sachanlagen in Höhe von 32,3 Mio. Euro (Vorjahr: 27,7 Mio. Euro) ist ein außerplanmäßiger Werteverzehr auf das Programmvermögen in Höhe von 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro) enthalten. Im Wesentlichen aufgrund gestiegener Investitionen in das Programmvermögen ist zudem der planmäßige Werteverzehr des Programmvermögens in Höhe von 29,8 Mio. Euro (Vorjahr: 25,5 Mio. Euro) höher als im Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 51,4 Mio. Euro (Vorjahr: 39,3 Mio. Euro). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Lizenzvergütung für die verkaufte Streaming-Plattform an die Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring. in Höhe von 9,5 Mio. Euro.

Das Ergebnis nach Steuern vor Ergebnisabführung beträgt -59,2 Mio. Euro und ist entsprechend dem Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag von der Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, übernommen worden.

2. Finanzlage

Joyn erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Cashflow aus operativer Tätigkeit in Höhe von -34,9 Mio. Euro (Vorjahr: -46,1 Mio. Euro). Dieser resultiert im Wesentlichen aus Ausgaben für die Nutzung der Plattform, die Vermarktung und für das Personal.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -21,0 Mio. Euro (Vorjahr: -27,0 Mio. Euro) und resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in bzw. den Verkauf von Programmvermögen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf 56,0 Mio. Euro (Vorjahr: 62,4 Mio. Euro) und ist im Wesentlichen auf Einzahlungen in die freie Kapitalrücklage durch die Muttergesellschaft zurückzuführen.

Der Finanzmittelbestand des Unternehmens (inklusive Cash Pool Forderung) hat sich von 7,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 13,9 Mio. Euro zum 31. Dezember 2023 erhöht.

3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2023 beträgt 119,8 Mio. Euro. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr (42,1 Mio. Euro) um 77,6 Mio. Euro erhöht. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen auf der Aktivseite die Forderung aus dem neu geschlossenen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von 59,2 Mio. Euro und auf der Passivseite der Anstieg des Eigenkapitals.

Das Anlagevermögen verzeichnete einen Rückgang um 4,3 Mio. Euro auf 15,1 Mio. Euro. Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme beträgt 12,6 Prozent (Vorjahr: 45,9 Prozent).

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben sich insbesondere aufgrund der oben bereits erwähnten Forderung aus der Ergebnisabführung um 82,4 Mio. Euro auf 103,1 Mio. Euro erhöht.

Seit 1. November 2022 ist die Joyn GmbH an das Cash Pooling des ProSiebenSat.1-Konzerns angeschlossen. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten eine Cash Pool-Forderung gegenüber der ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, i.H.v. 13,9 Mio. Euro (Vorjahr: 7,9 Mio. Euro).

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum Abschlussstichtag 78,3 Mio. Euro (Vorjahr: 16,3 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote beläuft sich auf 65,3 Prozent (Vorjahr: 38,6 Prozent).

Die Rückstellungen belaufen sich auf 10,0 Mio. Euro (Vorjahr: 11,0 Mio. Euro) und liegen damit auf Vorjahres-Niveau.

Die Verbindlichkeiten haben sich um 16,6 Mio. Euro auf 30,8 Mio. Euro erhöht. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf erhöhte Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zum Abschlussstichtag zurückzuführen, bedingt durch diverse Trueup-Buchungen.

C. Chancen- und Risikobericht

Die Joyn GmbH unterliegt im Wesentlichen den Risiken und Chancen hinsichtlich des Entertainment-Geschäfts der ProSiebenSat.1 Group.

Die Identifizierung und Steuerung von potenziellen Risiken ist für ein Unternehmen ebenso wichtig wie das Erkennen und Nutzen von Chancen. Um Risiken frühzeitig und konsequent zu handhaben, setzt die ProSiebenSat.1 Group Kontrollsysteme ein. Dies trifft auch auf das Chancenmanagement zu.

I. Prozesssteuerung

Die Gesellschaft besitzt kein eigenständiges Risikomanagementsystem, vielmehr ist die Joyn GmbH in das Risikomanagementsystem der ProSiebenSat.1 Group eingebunden.

Die ProSiebenSat.1 Group verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem, das Tätigkeiten, Produkte, Prozesse, Abteilungen, Beteiligungen und Tochtergesellschaften berücksichtigt, die nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung unseres Unternehmens haben könnten. Der klassische Risikomanagementprozess ist dabei in vier Phasen strukturiert:

1. Identifikation: Grundlage ist die Identifikation der wesentlichen Risiken über einen Soll-Ist-Vergleich. Verantwortlich hierfür sind die dezentralen Risikomanager:innen. Sie orientieren sich an Frühwarnindikatoren, die für relevante Sachverhalte bzw. Kennzahlen definiert wurden. Ein wichtiger Frühwarnindikator ist beispielsweise die Entwicklung der Zuschauermarktanteile.

2. Bewertung: Die Bewertung der relevanten konsolidierten Risiken erfolgt auf Basis einer Matrix. Dazu werden die Sachverhalte zum einen nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit auf einer Fünf-Stufen-Prozentskala kategorisiert. Zum anderen wird der Grad ihrer möglichen finanziellen Auswirkung beurteilt; die finanziellen Äquivalente gliedern sich ebenfalls in fünf Stufen. Mithilfe der Matrixdarstellung werden die Risikopotenziale nach ihrer relativen Bedeutung als "hoch", "mittel" oder "niedrig" klassifiziert. Neben der Klassifizierung ist die Analyse von Ursachen und Wechselwirkungen Teil der Risikobeurteilung. Dabei fließen Maßnahmen zur Gegensteuerung bzw. Risikominimierung in die Bewertung ein (Netto-Betrachtung). Um ein möglichst präzises Bild der Risikolage zu erhalten, werden Chancen hingegen nicht berücksichtigt.

3. Steuerung: Über entsprechende Maßnahmen kann die ProSiebenSat.1 Group die Eintrittswahrscheinlichkeit von Verlustpotenzialen verringern und mögliche Einbußen begrenzen oder vermindern. Von großer Bedeutung für den sicheren Umgang mit Risiken ist daher, adäquate Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sobald ein Indikator eine bestimmte Toleranzgrenze überschreitet.

4. Monitoring: Die Risikoüberwachung und Risikoberichterstattung komplettieren den Risikomanagementprozess. Ziel ist es, die Veränderungen zu überwachen und die Effektivität der ergriffenen Steuerungsmaßnahmen zu prüfen. Teil des Monitorings ist auch die Dokumentation; sie stellt sicher, dass alle entscheidungsrelevanten Hierarchieebenen über adäquate Risikoinformationen verfügen.

Risiko ist im vorliegenden Bericht als mögliche künftige Entwicklung bzw. mögliches künftiges Ereignis definiert, das unsere Geschäftslage wesentlich beeinflussen und zu einer negativen Ziel- bzw. Prognoseabweichung führen könnte. Damit fallen jene Risikoausprägungen, die wir bereits in unserer finanziellen Planung bzw. in unserem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 berücksichtigt haben, nicht unter diese Definition und werden folglich in vorliegendem Risikobericht nicht erläutert.

Neben einem strukturierten Prozess sind klare Entscheidungsstrukturen, einheitliche Richtlinien und methodisches Vorgehen der verantwortlichen Instanzen Grundvoraussetzungen für den konzernweit sicheren Umgang mit Risiken. Zugleich müssen Abläufe und Organisationsstrukturen so flexibel gestaltet sein, dass die ProSieben- Sat.1 Group jederzeit angemessen auf neue Situationen reagieren kann. Daher erfolgt die regelmäßige Klassifikation der Risiken dezentral und somit direkt in den verschiedenen Unternehmenseinheiten, wie nachfolgend beschrieben:

Dezentrale Risikomanager:innen: Die dezentralen Risikomanager:innen erfassen die Risiken aus ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich nach der beschriebenen,

konzernweit einheitlichen Systematik. Sie dokumentieren ihre Ergebnisse quartalsweise in einer IT-Datenbank.

Group Risk Officer: Der Group Risk Officer berichtet die in der Datenbank gemeldeten relevanten Risiken quartalsweise an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Kurzfristig auftretende relevante Risiken werden zudem unverzüglich gemeldet. Vorstand bzw. Aufsichtsrat erhalten auf diesem Weg frühzeitig und regelmäßig alle entscheidungsrelevanten Analysen und Daten, um angemessen reagieren zu können.

Das Group Risk Management unterstützt die verschiedenen Unternehmensbereiche bei der Risikofrüherkennung. Durch Schulungen der dezentralen Risikomanager:innen und eine kontinuierliche Prüfung des Risikokonsolidierungskreises stellt das Ressort die Effektivität und Aktualität des Systems sicher. Dar- über hinaus prüft der Bereich Internal Audit regelmäßig die Qualität und Ordnungsmäßigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden direkt an den Finanzvorstand des Konzerns berichtet, danach im Vorstand des Konzerns besprochen und dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben.

Die regelmäßige Prüfung des Risikomanagementsystems von Internal Audit hat auch im Geschäftsjahr 2023 zu einem positiven Ergebnis geführt. Grundlage für die Prüfung ist die sogenannte Risikomanagement Rahmen-Richtlinie. Diese Rahmen- Richtlinie fasst unternehmensspezifische Grundsätze zusammen und reflektiert den international anerkannten Standard für unternehmensweites Risikomanagement und interne Kontrollsysteme des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).

II. Operative Risiken

1. Risiken aus dem wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld

Werbeausgaben sind Unternehmensinvestitionen und daher unmittelbar mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung und insbesondere mit dem privaten Konsum verbunden. Ungünstige (binnen-) wirtschaftliche Aussichten stellen somit ein wesentliches Risiko für unser Geschäft dar. Folglich beobachten wir wichtige Konjunkturindikatoren und -prognosen kontinuierlich und passen unsere Geschäftserwartungen entsprechend an.

Konjunkturprognosen sind naturgemäß mit Unsicherheiten verbunden, diese sind jedoch - insbesondere vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen - weiterhin sehr hoch. Seit fast vier Jahren sieht sich die deutsche Wirtschaft mit anhaltenden Herausforderungen konfrontiert, angefangen bei den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie bis hin zum Russland-/Ukraine-Krieg. Der Einbruch russischer Gas- und Öllieferungen trieb die Preise für Energie im Jahresverlauf 2022 sehr stark nach oben. Das hoch inflationäre Umfeld beeinträchtigt die Kaufkraft der privaten Haushalte seither stark. Hinzukamen 2023 die Zinsschritte der Europäischen Zentralbank (EZB), welche die Kreditaufnahme bzw. Unternehmensinvestitionen dämpften.

Trotz der vielfältigen Belastungen hat sich die deutsche Wirtschaft 2023 mit real minus 0,3 Prozent (kalenderbereinigt -0,1 Prozent) annähernd stabil entwickelt. Dabei wird aktuell davon ausgegangen, dass sich die deutsche Konjunktur im Jahresverlauf 2024 - trotz weiterhin verhaltener Auslandsnachfrage und einer starken Belastung der Unternehmen - belebt. Die Erwartung stützt sich auf einen positiven Trend beim privaten Konsum: Sinkende Inflation und höhere Realeinkommen sollten für mehr Dynamik sorgen als 2023. Keine Unterstützung wird dagegen vom staatlichen Konsum erwartet, insbesondere nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das Sparmaßnahmen im Staatshaushalt vorsieht.

Während also der private Konsum allmählich wieder an Dynamik gewinnen dürfte, bleiben die Belastungen für die Unternehmen hoch und die gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven begrenzt. Vor diesem Hintergrund stufen wir die Risiken aus dem wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld im Vergleich zum Vorjahresende nach wie vor als hoch ein. Die Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir weiterhin als möglich an, wobei die potenziellen Auswirkungen wesentlich wären.

2. Vermarktungsrisiken

Der Wettbewerb mit globalen Plattformanbietern ist intensiv. Wesentliche Auswirkungen auf unsere Umsatzentwicklung im TV-Werbemarkt können wir nicht ausschließen, obgleich wir eine digitale und plattformübergreifende Entertainment-Strategie verfolgen. Gleichzeitig setzen wir verstärkt auf lokale Programminhalte, um unterschiedliche Mediennutzungsinteressen zu bedienen und uns damit vom Wettbewerb zu differenzieren. Mit dem klaren Schwerpunkt auf exklusive lokale Inhalte und der Erhöhung der Programmaufwendungen im Jahr 2024, will ProSiebenSat.1 den Marktanteil im linearen TV und das Wachstum von Joyn stärken. Die Visibilität der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist jedoch nach wie vor begrenzt. Dementsprechend haben wir unsere Finanzplanung aufgesetzt und erachten das verbleibende Vermarktungsrisiko weiterhin als möglich. Somit ist das Vermarktungsrisiko insgesamt unverändert und weiterhin als hoch bewertet, wobei die finanziellen Auswirkungen erheblich wären.

3. Content-Risiken

Die Joyn GmbH achtet auf ein individuelles, insgesamt aber ausgewogenes Verhältnis von Lizenzprogrammen einerseits sowie Auftrags- und Eigenproduktionen andererseits. Dabei schützt die Konzernmuttergesellschaft ProSiebenSat.1 Media SE, sowie die Muttergesellschaft Seven.One Entertainment Group GmbH, die als Einkäufer für die Joyn GmbH fungieren, durch Exklusiv-Vereinbarungen im Sinne von vertraglichen Sperrfristen (Hold-Back-Klauseln) ihre Rechte gegenüber anderen Lizenznehmern und Programmverwertungsformen. Um frühzeitig über Trends und neue Produktionen informiert zu sein, steht unser Einkauf zudem in ständigem Austausch mit internationalen und nationalen Lizenzgebern. Im Vergleich zum Vorjahr stufen wir das Risiko unverändert als mittel, und mit einer potenziell moderaten Auswirkung ein. Den Eintritt erachten wir dabei als möglich.

III. Compliance Risiken

1. Allgemeine Compliance-Risiken (inkl. gesetzliche Berichtspflichten, Kartellrecht, Gerichtsverfahren)

Die digitale Entwicklung stellt den Gesetzgeber vor neue Herausforderungen und konfrontiert Unternehmen mit einer hohen Regulierungsdichte, insbesondere in den Bereichen Verbraucher- und Datenschutz. Zur Prävention möglicher gesetzlicher Verstöße beobachten wir die Rechtsentwicklungen genau, um auf Veränderungen angemessen zu reagieren. Gemeinsam mit Politik und Industrie will der Konzern die Chancen der Digitalisierung fördern, um somit den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland langfristig zu stärken. Dabei stehen aktuell folgende Themen im Fokus:

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat die rechtlichen Vorgaben für die Verarbeitung personenbezogener Daten in der Europäischen Union harmonisiert. Die Online-Werbewirtschaft hat frühzeitig das Transparency & Consent Framework (TCF) entwickelt, um die datenschutzrechtlich notwendige Abfrage von Einwilligungen bei den Nutzer:innen zu ermöglichen, Widersprüche gegen berechtigte Verarbeitungsinteressen abzufragen und Pflichtinformationen zur Verfügung zu stellen. Die zuständige belgische Datenschutzaufsichtsbehörde (APD) hatte den TCF-Mechanismus zu Jahresbeginn 2022 in wesentlichen Punkten beanstandet und der standardsetzenden Organisation, dem Interactive Advertising Bureau Europe (IAB Europe), verschiedene Nachbesserungspflichten auferlegt. IAB Europe hat im April 2022 einen Action Plan mit Nachbesserungsvorschlägen eingereicht, der im Januar 2023 von der Aufsichtsbehörde gebilligt wurde und vom IAB Europe im Jahresverlauf umgesetzt wurde. Parallel zu diesem Vorgang legte das IAB Europe im Februar 2022 gegen die Entscheidung der APD Rechtsmittel ein und brachte die Angelegenheit vor den belgischen Market Court. Im Herbst 2022 setzte dieser jedoch das Verfahren aus und legte dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Fragen zur Vorabentscheidung vor, die die Grundlage für die ursprüngliche behördliche Entscheidung der APD bildeten. Sollte die Entscheidung des EuGH zu notwendigen Änderungen des TCF-Mechanismus führen, könnte dies das werbefinanzierte Geschäftsmodell der ProSiebenSat.1 Group beeinträchtigen und möglicherweise Anpassungen an der datenschutzkonformen Einwilligungsabfrage notwendig machen.

Schließlich ist angesichts der digitalen Entwicklung auch die Reformierung des Urhebervertragsrechts im Jahr 2021 von Relevanz. Die neuen gesetzlichen Regelungen, insbesondere die ab Juni 2022 geltende Berichtspflicht für Vertragspartner von Urhebern und Leistungsschutzberechtigten (in der Regel der Produzent), enthalten unbestimmte Rechtsbegriffe und einige weitere, noch unklare Formulierungen, bezüglich derer erst durch die Rechtsprechung und Branchenübung in den nächsten Jahren mehr Rechtssicherheit erreicht werden kann. Derzeit sind die Auswirkungen auf die ProSiebenSat.1 Group daher noch nicht final absehbar.

2. Unternehmensspezifisches Risiko

Zum 31. Dezember 2023 wird noch der Rechtsstreit zwischen Joyn und der Tele Columbus AG, Berlin, geführt. Das daraus resultierende Risiko wurde entsprechend durch eine Einzelwertberichtigung auf die Forderung berücksichtigt, jedoch bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich des Ausgangs des Gerichtsverfahrens. Die Parteien sind derzeit bemüht eine außergerichtliche Lösung herbeizuführen.

Zusammenfassend ergibt sich eine moderat bis hohe Risikoeinschätzung für Joyn. Diese Risiken werden durch verschiedene Maßnahmen eingedämmt. Wettbewerbsanalysen helfen dabei Maßnahmen zu entwickeln, um auch künftig neue Kunden gewinnen zu können. Aktuell sind keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

IV. Chancenbericht

1. Chancenmanagement

Unser Ziel ist es, Chancen möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu nutzen. Dazu erfasst Joyn die als relevant definierten Wachstumsoptionen im Rahmen der Strategieplanung. Dabei werden die einzelnen Optionen priorisiert, konkrete Ziele abgeleitet sowie Maßnahmen und Ressourcen zur operativen Zielerreichung festgelegt.

2. Chancen aus gesamtwirtschaftlichen und regulatorischen Entwicklungen

In Deutschland - unserem größten Umsatzmarkt - dürfte das makroökonomische Umfeld herausfordernd bleiben, auch wenn die Inflationsraten mittlerweile rückläufig sind. Dabei ist der private Konsum der wichtigste Frühwarnindikator für unsere finanzielle Planung, da er sehr eng mit dem Investitionsvolumen für Werbung korreliert.

Konjunkturprognosen sind per se mit hohen Unsicherheiten behaftet, derzeit ist die Visibilität aber besonders limitiert. Aktuell rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute damit, dass sich im Verlauf des Jahres 2024 der private Konsum belebt und sowohl von rückläufigen Inflationsraten als auch wieder steigenden Reallöhnen gestützt werden dürfte. Sollte der private Konsum deutlicher an Dynamik gewinnen als aktuell erwartet und es in diesem Kontext zu einer positiven Abweichung von dieser Planungsprämisse führen, entstehen zusätzliche Wachstumschancen.

3. Chancen in Bezug auf die Digitalisierung von TV und TV-Werbung

Joyn ist nun der Mittelpunkt der Entertainment-Strategie der ProSiebenSat.1 Group mit dem Ziel dem Publikum eine Plattform zu bieten auf der im Wesentlichen freiverfügbarer, werbefinanzierter Content zur Verfügung gestellt wird. Dabei bietet die Idee hinter Joyn, Inhalte und Reichweite zu bündeln, auch der Werbeindustrie neue Möglichkeiten in der Vermarktung. So können etwa durch die enge Verzahnung mit unserem Influencer-Business neue und innovative Werbeformate geschaffen werden. Sämtliche innovative Werbeformate aus dem TV sind auch auf Joyn verfügbar.

Unter dem Begriff "Advanced TV" treibt ProSiebenSat.1 die Digitalisierung von Werbung voran und schafft sowohl im TV-Werbeumfeld als auch auf Joyn immer passgenauere Lösungen für Kunden.

V. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Das unternehmensweite interne Kontroll- und Risikomanagementsystem (IKS bzw. RMS) soll neben der Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung die Effektivität und Effizienz des Geschäftsbetriebs sowie die Einhaltung maßgeblicher Gesetze, interner und externer Vorschriften und Richtlinien sicherstellen. Zudem dient es dazu, Risiken in Bezug auf die Erreichung der Geschäftsziele zu identifizieren, zu evaluieren und zu steuern. Dabei sind auch Nachhaltigkeitsaspekte eingeschlossen, die auf Basis der regulatorischen Vorgaben fortlaufend weiterentwickelt werden. Die Gesamtverantwortung für das IKS und RMS liegt beim Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE.

Das IKS sowie das RMS sind auf Basis des international anerkannten COSO-Rahmenwerks für interne Kontroll- (Internal Control - Integrated Framework) und Risikomanagementsysteme (Enterprise Risk Management - Integrating with Strategy and Performance) konzipiert. Entsprechende Vorgaben wurden vom Vorstand in Richtlinien, die für die ProSiebenSat.1 Group anwendbar sind, spezifiziert. Die Einhaltung dieser Vorgaben ist Gegenstand von Prüfungsaktivitäten des Bereichs Internal Audit. Diese erfolgen entweder im Rahmen des risikobasierten jährlichen Prüfungsplans oder im Rahmen von unterjährigen Prüfungen. Zudem wird die Einhaltung regelmäßig durch externe Prüfungsgesellschaften überprüft.

Um Risiken, die sich nachteilig auf die oben genannten Ziele des IKS und RMS auswirken könnten, frühzeitig zu erkennen und effektiv zu steuern, hat der Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE konkrete zentrale und dezentrale Verantwortlichkeiten und Strukturen geschaffen: Die zentrale konzernweite Verantwortung für die Methodik, Qualitätssicherung, Überwachung und das Reporting liegt bei den IKS- und RMS-Abteilungen der ProSiebenSat.1 Media SE, die bei der Erfüllung ihrer Aufgaben durch Fachexpert:innen aus anderen Konzernfunktionen unterstützt werden. Die Prozessverantwortlichen und Risikomanager:innen in den Gesellschaften repräsentieren die dezentrale IKS- und RMS-Organisation. Sie sind für die Umsetzung des IKS im Sinne der Kontrollidentifizierung, -dokumentation, -durchführung sowie des RMS hinsichtlich der Risikoidentifizierung, -evaluation und -steuerung verantwortlich.

D. Prognose 2024

Im Laufe des Geschäftsjahres 2024 plant die Gesellschaft ihre Marktstellung weiter zu stärken. Hierzu wird Joyn sich verstärkt auf eine breite Zielgruppe fokussieren und die Bereiche Programmangebot, Produktweiterentwicklung, Kundenakquisition und Vertriebspartnerschaften konsequent aufeinander abstimmen.

Joyn ist Mittelpunkt des digitalen Entertainmentauftritts der ProSiebenSat.1 Group mit dem Ziel, Joyn zur größten frei zugänglichen Plattform für Premium-Videoinhalte im deutschsprachigen Raum auszubauen. Insbesondere das Format der Reality- Shows hat sich hierbei als erfolgreich erwiesen. Unter anderem durch die Fortführung dieser Strategie, erwartet die Gesellschaft in 2024 ein starkes Wachstum in der Anzahl der vermarktbaren Videoabrufe (Reichweite) realisieren zu können.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet Joyn, aufgrund von höheren internen Verrechnungen durch die Reorganisation, dennoch im Vergleich zum Vorjahr eine Verschlechterung des EBIT im einstelligen Millionen Eurobereich und des freien Cashflows im niedrigen zweistelligen Millionen Eurobereich.

Insbesondere aufgrund der vollständigen Übernahme durch die Seven.One Entertainment Group GmbH, Unterföhring, und die damit einhergehende Integration in die ProSiebenSat.1-Unternehmensgruppe sowie der damit gestärkten Positionierung von Joyn als dem digitalen Mittelpunkt in der gesamten Unternehmensgruppe, erwartet Joyn für 2024, dass die Anzahl der Videoabrufe im werbefinanzierten Geschäft im Vergleich zum Vorjahr deutlich ansteigt. Die Gesellschaft erwartet zudem einen Anstieg in der Anzahl der zahlenden Abonnenten, der deutlich über dem Wachstum in 2023 liegt, da im Vergleich zum Vorjahr mehr in ein zielgruppengerechtes Programmangebot investiert wird und höhere Synergien mit den TV-Sendern geplant sind.

Die weitere Entwicklung der Gesellschaft hängt maßgeblich davon ab, ob die Zahl der Nutzer sowie die vermarktbare Nutzungsdauer und damit der Umsatz gesteigert werden können, um langfristig positive Jahresergebnisse zu erzielen.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Joyn GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Joyn GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Joyn GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023.

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, 27. Juni 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Eisele, Wirtschaftsprüfer

Schlotmann, Wirtschaftsprüferin

Beschluss über die Feststellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2023 der Joyn GmbH :

Die Gesellschafter der Joyn GmbH haben mit Gesellschafterbeschluss vom 07.08.2024 den Jahresabschluss zum 31.12.2023 mit einer Bilanzsumme von 119.795.091,05 Euro festgestellt.

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