SPIE Pulte GmbHLiquidiert

56412 Heiligenroth, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Montabaur HRB 27323
Eingetragen
15.9.2020
Branche
Ingenieurbüros für Fachplanung von technischer GebäudeausrüstungIngenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung von Ingenieurbauwerken und VerkehrsanlagenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Die Beratung für und die Planung, Errichtung und Instandhaltung von gebäudetechnischen Anlagen. Dies umfasst unter anderem die Bereiche Elektrotechnik, Sicherheitstechnik, Telekommunikationssysteme, Netzwerktechnik, IT-Dienstleistungen sowie die Gestellung von Personal für diese Bereiche, außerdem auch den Handel und die Herstellung von elektronischen Industrieerzeugnissen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Turhan Can
seit 6.7.2022
Prokura
Jörn Ettenhofer
seit 18.2.2022
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

SPIE Pulte GmbH

Heiligenroth

Lagebericht und Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1.1. bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

I. Darstellung des Geschäftsverlaufes

1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft und Branche

1.1 Ökonomische Rahmenbedingungen und weltwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft wird von der im Jahr 2021 andauernden Corona-Pandemie stark beeinflusst, befindet sich aber seit den beispiellosen Einbrüchen zu Beginn der Corona-Pandemie auf einem steten Erholungspfad. Neue Virusvarianten beeinflussen den Erfolg der Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens und führen wiederkehrend zu starken Anstiegen der Infektionszahlen. Diese Entwicklungen führten zu Störungen in den Logistikketten und Distributionsnetzwerken was 2021 zu einem Mangel an Vorprodukten und Industrieprodukten führte und die Wirtschaft weiter in ihrer Erholung einschränkte. Für das Gesamtjahr 2021 wurde im November 2021 ein Wachstum von 5,9 % erwartet. 2

Die Wirtschaftsleistung im Euroraum wird für das Gesamtjahr 2021 mit 5,2 % niedriger eingeschätzt als für die Weltwirtschaft. Die Wachstumsraten der einzelnen Mitgliedsstaaten fielen zum Teil deutlich unterschiedlich aus. Spanien und Portugal wiesen hohe Raten auf, wohingegen Österreich und Deutschland im letzten Quartal Einbrüche vermeldeten. Diese basierten hauptsächlich auf wieder einsetzenden Beschränkungen in kontaktintensiveren Dienstleistungen. 3

Für das Gesamtjahr 2021 konnte die deutsche Wirtschaft ein BIP-Wachstum von 2,7 % verzeichnen, nachdem es in 2020 pandemiebedingt um 4,6 % gesunken war. Die Lage in der Industrie zeigt sich robust, auch wenn diese immer noch von Lieferengpässen betroffen ist. Die Umsätze im Einzelhandel steigen wieder. Allerdings wurde der private Verbrauch im vierten Quartal sowohl durch die zunehmende Verbreitung der Omikron-Variante als auch durch die hohe Inflationsrate von 5,3 % negativ beeinflusst. Auch am Arbeitsmarkt setzte sich die Erholung fort, welche allerdings stark abhängig von weiteren Corona Ausbrüchen ist. 4

1.2 Entwicklung der Branche

Die SPIE Pulte GmbH ist ein überregional tätiges Unternehmen und im Bereich der Elektrotechnik etabliert in Rheinland-Pfalz.

Die Haus- und Gebäudetechnik Branche zeigte nach der stabilen Marktentwicklung des Vorjahres auch in 2021 Kontinuität in der Corona-Krise und wird Prognosen zufolge ein Umsatzvolumen von knapp Mrd. EUR 70 erreichen. 5 Im Gesamthandwerk stellte sich die Geschäftslage zum Jahresende 2021 insgesamt positiver dar als am Jahresende des Vorjahres. Mit einem Plus von 5 Prozentpunkten melden 46 % der Handwerksbetriebe gute Geschäfte. 6 Besonders positiv verlief die Geschäftsentwicklung in den Ausbaugewerken. 7 Erst die Verschärfungen der Corona-Restriktionen durch die Omikron Virusvariante vor dem Winter hat die Geschäfte im Handwerk und der Wirtschaft insgesamt beeinträchtigt und die Aufholdynamik der Vorquartale zum Jahresende 2021 gebremst. Über das Jahr hin erschwerend wirkten anhaltende Lieferengpässe und Preiserhöhungen bei Rohstoffen, Materialien und Vorprodukten und stellten so viele Gewerke vor zusätzliche Herausforderungen bei der Auftragsbearbeitung. 8

Die ZVEH-Konjunkturumfrage im Herbst 2021 zeigt, dass insbesondere das Elektrohandwerk weiter auf Erholungskurs ist. Ein Großteil der Umfrageteilnehmer verzeichnet positive bis neutrale Umsatzentwicklungen, während lediglich 13 % Umsatzeinbußen angaben. 9 Das Marktvolumen der Elektrohandwerke beläuft sich in 2021 auf Mrd. EUR 68,4. 10

Mit der Erholung der Geschäftslage stieg auch der Bedarf der Betriebe an qualifizierten Mitarbeitern. Die Zahl der Beschäftigten in der Haus und Gebäudetechnik stieg weiter an, sodass für 2021 von circa 543.000 Mitarbeitern ausgegangen wird. 11 Gegen Ende des Jahres zeichnete sich in vielen Handwerksgewerken bereits wieder ein wachsender Engpass bei der Verfügbarkeit von Fachkräften ab. Damit bleibt neben der noch anhaltenden Corona-Pandemie der Mangel an Fachkräften im Handwerk limitierender Wachstumsfaktor. 12

2. Darstellung der Gesellschaft

2.1 Aufstellung SPIE Pulte GmbH

Wir sind eine "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" mit Sitz in Heiligenroth. Als mittelständisches Unternehmen sind wir mit den Leistungsbereichen elektrische Gebäude- und Energietechnik, technisches Gebäudemanagement, Sicherheitstechnik, Schaltanlagenbau und IT- und Kommunikationssysteme am Markt tätig.

Unsere Absatz- und Einsatzgebiete konzentrieren sich auf die geographische Mitte Deutschlands. Für einige unserer überregional tätigen Kunden sind wir auch im gesamten Bundesgebiet, in Ausnahmen auch darüber hinaus, tätig.

Unser Unternehmen ist eingebunden in den Geschäftsbereich Building Technology & Automation (BTA) der SPIE Deutschland & Zentraleuropa GmbH, Ratingen, welcher die Bereiche Elektrotechnik, Automation, Mechanik und Beratung abdeckt. Wir sind im Bereich der Elektrotechnik angesiedelt. Einige übergeordnete Zentralfunktionen werden durch den Geschäftsbereich BTA sowie SPIE Deutschland & Zentraleuropa GmbH abgedeckt.

2.2 Entwicklung der Gesellschaft

a. Marktpositionierung

Unsere Leistungsbereiche sind elektrische Gebäude- und Energietechnik, technisches Gebäudemanagement, Sicherheitstechnik, Schaltanlagenbau und IT- und Kommunikationssysteme.

Wir sind im Wesentlichen für Stammkunden aus der gewerblichen Wirtschaft bei komplexeren und anspruchsvolleren Projekten tätig.

b. Geschäftsentwicklung

Der Bereich elektrische Gebäude- und Energietechnik entwickelte sich, bedingt durch verzögerte Bauvorhaben und der Coronasituation, nicht wie erwartet. Dies äußerte sich in fehlender Leistung. Der Bereich Sicherheitstechnik befindet sich weiterhin im Aufbau und konnte im Jahr durch weiteres Personal gestärkt werden. Die Aussichten für das folgende Geschäftsjahr sind demnach positiv zu bewerten.

Die Entwicklung im Schaltanlagenbau war auch im laufenden Jahr sehr positiv. Sowohl intern als auch extern bieten sich weiterhin gute Vertriebschancen. Jedoch hat auch dieser Bereich mit der Materialverknappung zu kämpfen.

c. Vernetzung innerhalb des SPIE-Konzerns

Der konzernweite Austausch und die Vernetzung funktionierten sehr gut. Besonders der Bereich Schaltanlagenbau ist gut vernetzt und es wird daraus regelmäßig Geschäft generiert. Auch mit den neu hinzu gekommenen Geschäftseinheiten sind wir bereits im engen Austausch.

3. Entwicklung von Leistung und Auftragseingang

Die Leistung einschließlich Bestandsveränderungen (ohne sonstige betriebliche Erträge) betrug Mio. EUR 9,7 (Vorjahr: Mio. EUR 11,8) und liegt somit unter unserem Plan.

Der Auftragseingang betrug im Geschäftsjahr insgesamt Mio. EUR 11,7 (Vorjahr: Mio. EUR 10,0).

4. Personalentwicklung

Die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter der SPIE Pulte GmbH belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2021 einschließlich Auszubildende auf 91 (Vorjahr: 93 Mitarbeiter). Hier zeigt sich die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt (Fachkräftemangel).

2 Vgl. BMWI (2021): Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Dezember 2021, S. 49.
3 Vgl. BMWI (2022): Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, März 2022, S. 57.
4 Vgl. BMWK (2022): Ausgewählte Daten zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland Januar 2022, S. 1.
5 Vgl. ISH (2021): Sanierungsboom sorgt für anhaltend positive Entwicklung der Haus- und Gebäudetechnik-Branche, o.S.
6 Vgl. ZDH (2022): Kurzbericht zur wirtschaftlichen Lage des Handwerks im IV. Quartal 2021, S. 4.
7 Vgl. ZDH (2021): Konjunkturbericht 2|2021, S. 10.
8 Vgl. ZDH (2022): Kurzbericht zur wirtschaftlichen Lage des Handwerks im IV. Quartal 2021, S. 1.
9 Vgl. ZVEH (2021b): ZVEH-Konjunkturumfrage Herbst 2021, S. 1.
10 Vgl. ZVEH (2021a): Wirtschaftliche Kennzahlen, S. 1f.
11 Vgl. ISH (2021): Sanierungsboom sorgt für anhaltend positive Entwicklung der Haus- und Gebäudetechnik-Branche, o.S.
12 Vgl. ZDH (2021): Konjunkturbericht 2|2021, S. 14.

II. Wirtschaftsbericht

1. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die kontinuierliche Unternehmenssteuerung basiert maßgeblich auf folgenden finanziellen Leistungsindikatoren: Auftragseingang, Leistung, Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT), Working Capital und Liquiditätsentwicklung.

Im Folgenden werden diese wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren näher ausgeführt sowie weitere inhaltliche Erläuterungen zur Bilanz gegeben.

1.1 Auftragseingang

Der Auftragseingang der SPIE Pulte GmbH betrug im Geschäftsjahr insgesamt Mio. EUR 11,7 und liegt damit deutlich unter der Erwartung, da durch den Wechsel in den Führungspositionen (Geschäftsführung, Vertrieb) weniger Projekte akquiriert werden konnten.

1.2 Leistung

Die Leistung einschließlich Bestandsveränderungen (ohne sonstige betriebliche Erträge) verringert sich von Mio. EUR 11,8 in 2020 auf Mio. EUR 9,7 im Geschäftsjahr 2021 und erfüllt damit nicht ganz die Erwartungen. Neben einzelnen Projektverschiebungen (teilweise coronabedingt) war dies teilweise auch auf fehlende Fachkräfte und die zwischenzeitliche Fluktuation im Bereich Sicherheitstechnik zurückzuführen. Die Maßnahmen der Mitarbeitergewinnung und des Recruitings wurden verstärkt.

1.3 Ertragslage

Die SPIE Pulte GmbH weist für das Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Steuern von TEUR 172,3 aus (Vorjahr: TEUR 47,3). Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) beträgt TEUR 173,1 (Vorjahr: TEUR 48,3).

Dieser Ertrag entspricht noch nicht den gesetzten Zielen, jedoch konnte durch den weiteren Aufbau und einer Stabilisierung des Bereiches Sicherheitstechnik ein deutlich höheres Ergebnis als im Vorjahr erzielt werden.

Das Finanzergebnis (Zinsen und ähnliche Erträge bzw. Aufwendungen) von TEUR -5,1 (Vorjahr: TEUR -8,1) beruht im Wesentlichen auf Zinsaufwendungen.

1.4 Vermögenslage

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bilanzsumme von Mio. EUR 4,3 um Mio. EUR 0,6 auf Mio. EUR 3,7 leicht gesunken.

Das Working Capital, ermittelt als Saldo von Umlaufvermögen (ohne Guthaben bei Kreditinstituten und Kasse), kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten, hat sich um Mio. EUR 1,7 im Geschäftsjahr auf Mio. EUR -0,8 reduziert (Vorjahr: Mio. EUR 0,9).

Bereinigt um die Verbindlichkeiten aufgrund des seit dem Geschäftsjahr 2020 bestehenden Gewinnabführungsvertrags mit der SPIE Building Technology & Automation GmbH, Gießen (TEUR 167,5; Vorjahr: TEUR 40,0) sowie die Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pool von TEUR 461 (Vorjahr Forderungen aus dem Cash-Pool von TEUR 273) liegt das bereinigte Working Capital bei Mio. EUR -0,1 (Vorjahr: Mio. EUR 0,7).

Durch den Rückgang der Verbindlichkeiten um Mio. EUR 0,4 und der Rückstellungen um Mio. EUR 0,1 bei gleichbleibendem Eigenkapital erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 27,5 % (Vorjahr: 24,1 %).

1.5 Finanzlage

Unser Ziel in 2021 war, zu jedem Zeitpunkt über ausreichende Liquidität zu verfügen, die es uns ermöglicht, Chancen am Markt wahrzunehmen. Skontierungsmöglichkeiten wurden genutzt.

Die verfügbare Stichtagsliquidität aus Bankguthaben und Kassenbeständen inklusive Cash-Pool hat sich von Mio. EUR 0,3 auf Mio. EUR 1,3 erhöht. Grund hierfür ist die Reduzierung der unfertigen Leistungen und der Abbau von Forderungen im Vergleich zum Vorjahr.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Erwartetes wirtschaftliches Umfeld

1.1 Erwartete weltwirtschaftliche Entwicklung

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der SPIE stellen sich als herausfordernd dar. Am 30. März 2022 korrigierte der Sachverständigenrat seine Konjunkturprognose für das deutsche BIP in 2022 deutlich, auf lediglich noch 1,8 % statt 4,6 % zum Stand November 2021. Diese Korrektur erfolgte aufgrund des seit Februar 2022 anhaltenden Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine, welcher nicht nur Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hat. 13 Entsprechend wurde auch die Prognose für die Weltwirtschaft nach unten korrigiert. Die Abhängigkeit von russischen Rohstoffimporten belastet die Wirtschaft, sodass der Sachverständigenrat Stand März 2022 nur noch ein globales BIP-Wachstum von 3,3 % erwartet und der Welthandel von 4,4 % auf 1,8 % zurückgeht. 14

Außerdem wird die Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung des Euroraums von 4 % auf 2,9 % in 2022 korrigiert. Die Inflationsraten prognostiziert der Sachverständigenrat auf über 6 %, basierend auf der großen Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energielieferungen und eingeführten Sanktionen gegen Russland. 15

1.2 Erwartete Entwicklung der Branche

Die weltweite Corona Pandemie dauert auch zu Beginn des Jahres 2022 an. Wesentlichstes Instrument zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie ist die konsequente Fortführung der Impfkampagne. Im Januar 2022 sind in Deutschland bereits 60,9 Millionen Menschen vollständig geimpft (73,2 % der Gesamtbevölkerung). 16 In Abhängigkeit der Infektionslage wird die Politik auch in 2022 ein gebotenes Maß an Einschränkungen oder Lockerungen von auch die Wirtschaftstätigkeit beeinflussender Maßnahmen vornehmen. Dieses in 2021 angewandte saisonal und regional variierende Vorgehen, ist für die unterjährige Entwicklung in 2022 nicht auszuschließen und beeinflusst die wirtschaftliche Prognose.

Für das Handwerk ist für das gesamte Jahr 2022 von einer deutlichen Konjunkturbelebung und einem Umsatzplus von etwa 4 % auszugehen. Auch die Beschäftigung dürfte weiter ansteigen, wobei der Mangel an qualifizierten Fachkräften hier weiterhin bremsend auf ein sonst noch stärkeres Umsatzwachstum wirken wird. 17

Im Vergleich zu anderen Branchen haben sich die Betriebe des Elektrohandwerks, vor allem aufgrund beachtlicher Auftragspolster, robust in der Corona-Pandemie gezeigt. Geschäftsklimaindex erreicht mit 85,1 Punkten seinen bislang höchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Sie sind damit ein Motor in der Krise. Der ZVEH zeichnet für das Elektrohandwerk ein optimistisches Bild und sieht einen Bedeutungszuwachs für die Zukunft. Für das E-Handwerk eröffnen sich dank der Digitalisierung sowie der mit der Energiewende einhergehenden Elektrifizierung spannende neue Wachstumsmärkte. 18

Die deutsche Bauwirtschaft erweist sich als Stütze der Konjunktur. Die hohen Auftragsbestände lassen eine 5,5%ige Umsatzsteigerung auf Mrd. EUR 151 bei steigender Beschäftigung in 2022 erwarten. Die Entwicklung im Wirtschaftsbau ist volatil und wird sich aber in 2022 bei einer 6%igen Steigerung auf 53,3 Mrd. EUR erholen. Je nach Gebäudetyp zeigt sich hier bei den Baugenehmigungen ein differenziertes und von Corona gezeichnetes Bild. Der gestiegene Online-Handel stützt die Nachfrage nach Lagerflächen wohingegen die Investitionsbereitschaft aus der Industrie in neue Fabrik- und Werkstattgebäude stagniert. 19

Zusammenfassend stellen sich die von der SPIE Pulte adressierten Märkte als attraktiv dar und weisen für die Zukunft weiterhin Potenziale auf. Die Unsicherheiten liegen allein im weiteren Verlauf und im Anhalten des Corona-Infektionsgeschehens.

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

2.1 Auftragseingang

Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Auftragseingang von Mio. EUR 11,7 erzielt. Für das Geschäftsjahr 2022 wird ein deutlich höherer Auftragseingang erwartet.

2.2 Leistung

Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet die SPIE Pulte GmbH eine Steigerung der Leistung auf über Mio. EUR 13,2 auf das Niveau vor der Corona-Krise.

2.3 Ertragslage

SPIE Pulte GmbH rechnet für das Geschäftsjahr 2022 mit einer leichten Erhöhung des EBIT gegenüber dem Geschäftsjahr 2021.

2.4 Working Capital

Ausgehend von einem bereinigten Working Capital zum Jahresabschluss 2021 in Höhe von Mio. EUR -0,1 wird durch die Optimierung der Erhaltenen Anzahlungen im Rahmen von Abschlagsrechnungen eine Verringerung gegenüber dem Berichtsjahr angestrebt.

2.5 Liquiditäts-Entwicklung

Am Jahresende 2021 belief sich der Cash-Bestand inklusive Cash-Pool auf Mio. EUR 1,3. Die Planung der Cash-Entwicklung basiert auf einer weiteren Optimierung des Working Capital und einer geplanten Wachstumsstrategie durch die Erweiterung der Geschäftsbereiche unter anderem der Schaltanlagenbau. Insgesamt wird eine Erhöhung des Cash-Bestandes im Rahmen der erwarteten Ergebnisentwicklung erwartet.

3. Effiziente Organisation des Risikomanagements

Die Risikopolitik der SPIE Deutschland & Zentraleuropa Gruppe ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und den Unternehmenswert kontinuierlich zu steigern.

Für das Risikomanagement ist innerhalb der SPIE Deutschland & Zentraleuropa GmbH die Abteilung Risikomanagement mit folgenden wesentlichen Aufgaben verantwortlich:

• Risikotransparenz (Erkennen - Dokumentieren - Steuern),

• Standardisierung und Beschreibung von Prozessen,

• Kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP) und

• Qualitätssicherung von Kundenaufträgen inkl. Projektaudits.

Wesentlich für die Erreichung dieses Ziels ist die Steuerung der identifizierten Auftrags- und Absatzrisiken durch unternehmensinterne Standards und Freigabeprozesse. Die vereinheitlichten Freigabeprozesse und geschäftsbereichsspezifischen Freigabegrenzen werden sowohl innerhalb SPIE Deutschland & Zentraleuropa GmbH Gruppe selbst und in Abstimmung mit der Konzernführung kontinuierlich überprüft und nach Bedarf angepasst. Diese Anpassungen werden von der Abteilung "Risikomanagement" durch Schulungen in allen Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften begleitet.

Kunden- und Marktrisiken begegnen wir durch eine differenzierte Produkt- und Kundenstruktur sowie durch sorgfältige Kundenauswahl, kontinuierliche Überprüfungen der Bonität unserer Kunden und Lieferanten sowie durch effektives Debitoren- und Kreditorenmanagement.

Die hohe Wettbewerbsintensität führt zu einem anhaltend hohen Margendruck, dem z.B. durch Realisierung von Synergieeffekten innerhalb des SPIE-Konzerns sowie eine konsequente Erweiterung der eigenen Wertschöpfungskette als Multitechnik-Anbieter begegnet wird. Die Gesellschaft ist konzeptionell in das Risikomanagementsystem des SPIE-Konzerns eingebunden.

Risiken, die aus der aktuellen Pandemielage oder dem Konflikt in der Ukraine entstehen, werden im Rahmen des Business Continuity Managements der SPIE Deutschland & Zentraleuropa GmbH Gruppe berücksichtigt. Die sich aus der Pandemie und dem Konflikt für die Unternehmensgruppe ergebenden Risiken werden fortlaufend analysiert, bewertet und angepasst. In Hinblick auf die Pandemie werden insbesondere das Infektionsgeschehen und die geltenden behördlichen Auflagen vor dem Hintergrund der jeweiligen Geschäftsaktivitäten berücksichtigt und geeignete Maßnahmen abgeleitet. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden alle geschäftskritischen Prozesse betrachtet, konsequent Präventivmaßnahmen implementiert und regelmäßig tagende Corona-Krisenstäbe eingeführt. Im Fokus der Maßnahmen stehen dabei der Gesundheitsschutz aller Mitarbeitenden und Kunden sowie die Sicherstellung von Unternehmensorganisation und Auftragsdurchführung. Der dynamischen Veränderung der Pandemielage begegnet SPIE zudem mit einem umfassenden Kommunikationskonzept.

Bezogen auf die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine wurde ein Krisenstab eingerichtet, welcher sich insbesondere mit möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts auf unser Geschäft sowie persönliche Konsequenzen des Krieges für unserer Mitarbeitenden und deren Familien beschäftigt.

4. Chancen und Risiken zur künftigen Entwicklung

Chancen für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft ergeben sich insbesondere aus der Ausweitung der Geschäftsbeziehungen mit Bestandskunden, z.B. durch das erweiterte Leistungsspektrum des Konzerns ("ONE SPIE"). Mit dem "ONE-SPIE-Ansatz" gelingt eine weitreichende Differenzierung vom Wettbewerb zum Vorteil des Kunden.

Risiken für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft resultieren im Wesentlichen aus dem Abschluss nicht profitabler Aufträge und der Fluktuation aus dem allgemeinen Fachkräftemangel.

Ersterem begegnet die Gesellschaft mit der Freigabe von Angeboten über ein unabhängiges Angebotskomitee.

Der Fluktuation begegnet das Unternehmen mit verschiedenen attraktiven Angeboten für persönliche Versicherungen oder auch Corporate Benefits. Dem Fachkräftemangel wir mit einer hohen Ausbildungsquote und mit diversen Weiterbildungs- und Entwicklungsprogramme mit einer eigenen Akademie entgegengewirkt.

Der am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg auf die Ukraine kann zu negativen Auswirkungen auf das Geschäft der Unternehmensgruppe führen. Obgleich SPIE selbst keine Geschäftsbeziehungen zu Kunden in der Russischen Föderation oder der Ukraine unterhält, sind unsere Kunden zum Teil in diesen Märkten aktiv, woraus sich mögliche negative Effekte auf deren Geschäft und damit mittelbar auf die Ausschreibung, Vergabe und Umsetzung von Projekten in den Ländern unseres Verantwortungsbereiches ergeben können (Deutschland, Österreich, Polen, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn). Als etabliertes Instrument unseres Risikomanagements haben wir unmittelbar einen Krisenstab auf der Ebene der SPIE Deutschland & Zentraleuropa sowie eine Task Force Einkauf eingesetzt. Neben unmittelbaren Hilfsmaßnahmen für unsere ca. 60 ukrainischen Mitarbeitenden und deren Familien stehen wir in engem Austausch mit unseren Kunden und Geschäftspartnern, um mögliche Auswirkungen frühzeitig zu identifizieren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Risiken aus dem Konflikt auf das Geschäft der SPIE DZE Gruppe sind insbesondere:

Ungeplante Kostensteigerungen und Lieferengpässe für erdöl- und erdgasbasierte Produkte sowie für Güter mit Vorprodukten aus Rohstoffen wie Kupfer, Stahl und Aluminium,

Preissteigerungen für Treibstoffe und Energieerzeugung. Diese wirken sich dabei auf die Betriebskosten aus, die möglicherweise nur mit zeitlichem Versatz in Form von Preisanpassungen an Kunden weitergegeben werden können,

Verschiebung bzw. Streichung von Projekten auf Kundenseite, z.B. durch Investitionsstopps bzw. Budgetkürzungen,

Lieferverzögerungen aufgrund von Unterbrechungen in den Lieferketten für Komponenten, Anlagen und Materialien.

Direkte Kosten für Materialien und Komponenten bei bereits kontrahierten oder in Ausführung befindlichen Projekten sind überwiegend preislich gesichert, so dass insbesondere Risiken aus Lieferverzögerungen entstehen können und zur Verlängerung von Projekten führen können. Hierbei ist insbesondere das Risiko der Pönalisierung aufgrund zeitlicher Verzögerungen zu benennen.

Als Gegenmaßnahme stehen wir im engen Austausch mit unseren Kunden und Geschäftspartnern, um sich abzeichnende Störungen im Projektablauf frühestmöglich proaktiv anzusprechen.

Lieferengpässe und steigende Preisvolatilität können zudem zu Einschränkungen in der preislichen Fixierungsmöglichkeit bei Projekten im Angebotsstadium führen. Diesen Risiken begegnen wir mit vertraglichen Regelungen sowohl auf der Kunden- als auch auf der Lieferantenseite.

Seit Beginn des Konflikts werden die sich für die Unternehmensgruppe ergebenden Risiken fortlaufend analysiert, bewertet und angepasst, sofern dies aufgrund der sich verändernden Situation notwendig ist. Dabei werden insbesondere Effekte auf wesentliche Projekte sowie auf die laufenden Betriebskosten (insb. Treibstoff, Strom, Gas) vor dem Hintergrund der jeweiligen Geschäftsaktivitäten berücksichtigt und geeignete Maßnahmen für die Unternehmensgruppe abgeleitet. Die Analyse aller wesentlichen Projekte hat ergeben, dass derzeit keine wesentlichen Projektrisiken bestehen. Die Auftragsfreigabekriterien wurden zudem geschärft.

Sämtliche Maßnahmen werden im Krisenstab fortlaufend bewertet und bei Bedarf nachgeschärft. Im Fokus aller Maßnahmen steht dabei der Dialog mit unseren Kunden, Lieferanten und Mitarbeitenden.

Der dynamischen Veränderung begegnet SPIE zudem mit einem umfassenden Kommunikationskonzept und Hilfestellung für unmittelbar von den kriegerischen Auseinandersetzungen betroffenen Mitarbeitenden und deren Familien. Dies betrifft insbesondere unsere Gesellschaften in Polen.

Der Corona-Pandemie wirkt SPIE auch weiterhin durch ein umfassendes Maßnahmenpaket entgegen. Im Vordergrund steht hier der höchstmögliche Schutz für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Kunden im Arbeitsalltag, um Arbeits- und Leistungsfähigkeit gegenüber unseren Kunden und Geschäftspartnern sicherzustellen. Im Hinblick auf ein zielgerichtetes Vorgehen wurden nationale und internationale Krisenstäbe in der SPIE DZE Gruppe eingerichtet, die auch weiterhin intensiv arbeiten. Dies sichert eine schnelle firmeninterne Abstimmung sowie zügige Entscheidungswege, um auf veränderte Rahmenbedingungen unmittelbar zu reagieren.

Das für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichtende Maßnahmenpaket umfasst z.B. den Umgang mit Verdachts- und Erkrankungsfällen im geschäftlichen und persönlichen Umfeld sowie den dann einzuhaltenden Meldeweg. Dienstreisen wurden auf das notwendige Maß reduziert, eine Vielzahl von größeren Tagungen abgesagt bzw. auf Video-, WebEx- bzw. Telefonkonferenzen umgestellt. Geschäftsreisen in Corona-Krisengebiete sind untersagt. Zur Sicherstellung von kritischen Prozessen im Unternehmen erfolgte eine räumliche Trennung der betreffenden Abteilungen. Sofern es möglich ist, werden Mitarbeiter angewiesen von zuhause aus zu arbeiten, um Ansteckungsketten zu unterbrechen. Bezogen auf das operative Geschäft werden Business Continuity Pläne erstellt bzw. aktualisiert.

Im Hinblick auf die negativen Einflüsse hat die Sicherung der Liquidität oberste Priorität. Die in 2019 initiierten Programme zur Liquiditätssicherung waren erfolgreich, die Sicherung der Liquidität steht weiterhin im Fokus.

Negative Konsequenzen durch die Corona-Pandemie und den Konflikt in der Ukraine auf die wirtschaftliche Entwicklung der SPIE Pulte GmbH werden als gering betrachtet. Wir gehen davon aus, dass bis auf wenige ausgewählte Kundenaufträge, Auftragsvolumen und -abwicklung in 2022 nicht signifikant durch die Pandemielage beeinflusst werden, und dass Lieferengpässe sowie Rohstoff- und Materialpreiserhöhungen von temporärer Natur sind und weitgehend an die Kunden weitergegeben werden können.

13 Vgl. Sachverständigenrat (2022): Aktualisierte Konjunkturprognose 2022 und 2023, S. 1.
14 Vgl. Sachverständigenrat (2022): Aktualisierte Konjunkturprognose 2022 und 2023, S. 17.
15 Vgl. Sachverständigenrat (2022): Aktualisierte Konjunkturprognose 2022 und 2023, S. 1.
16 Vgl. Impfdashboard (2022): Aktueller Impfstatus 21.Jan.2022, o.S.
17 Vgl. ZDH (2022): Kurzbericht zur wirtschaftlichen Lage des Handwerks im IV. Quartal 2021, S. 3.
18 Vgl. ZVEH (2021b): ZVEH-Konjunkturumfrage Herbst 2021, S. 1.
19 Vgl. HDB_ZDB (2021), Bilanz der Spitzenverbände zur Baubilanz, S. 1.

 

Heiligenroth, den 11. April 2022

gez. Jens Helwin, Geschäftsführung

gez. Michael Markmann, Geschäftsführung

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3,00 18,00
II. Sachanlagen    
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 62.867,00 66.864,26
  62.870,00 66.882,26
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 335.476,71 433.155,51
2. Unfertige Leistungen 2.877.681,59 3.418.313,98
3. Geleistete Anzahlungen 76.863,36 0,00
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -2.114.619,78 -1.765.381,72
  1.175.401,88 2.086.087,77
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 499.883,88 1.151.497,41
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 150.277,53 823.907,21
3. Sonstige Vermögensgegenstände 113.598,69 126.472,62
  763.760,10 2.101.877,24
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.720.861,10 7.228,28
  3.660.023,08 4.195.193,29
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.460,00 2.430,00
  3.726.353,08 4.264.505,55

Passiva

   
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 125.000,00 125.000,00
II. Kapitalrücklage 901.000,00 901.000,00
  1.026.000,00 1.026.000,00
B. Rückstellungen    
1. Steuerrückstellungen 0,00 71.923,34
2. Sonstige Rückstellungen 480.582,58 516.682,75
  480.582,58 588.606,09
C. Verbindlichkeiten    
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 234.165,23 1.217.868,48
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 750.867,85 975.386,87
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.002.975,36 103.928,58
4. Sonstige Verbindlichkeiten 231.762,06 352.715,53
davon aus Steuern: EUR 38.520,35 (Vorjahr: TEUR 120)    
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 3.606,88 (Vorjahr: TEUR 3)    
  2.219.770,50 2.649.899,46
  3.726.353,08 4.264.505,55

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021
EUR
Vorjahr
EUR
1. Umsatzerlöse 10.279.546,84 14.396.592,43
2. Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen 540.632,39 2.575.686,90
3. Sonstige betriebliche Erträge 261.180,14 151.055,47
4. Materialaufwand    
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.904.826,56 3.458.041,97
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.115.215,89 2.581.945,68
5. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter 3.402.798,98 3.320.598,26
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 717.755,79 725.983,20
davon für Altersversorgung: EUR 1.058,65 (Vorjahr: TEUR 7)    
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 35.114,61 58.513,76
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.646.974,59 1.771.497,39
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 681,13 1.599,42
davon Zinserträge aus der Abzinsung von Rückstellungen: EUR 262,00 (Vorjahr: TEUR 0)    
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.766,90 9.665,38
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 492,00 313,06
11. Ergebnis nach Steuern 171.830,40 47.001,72
12. Sonstige Steuern 4.331,50 7.045,14
13. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags    
abgeführter Gewinn 167.498,90 39.956,58
14. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

Allgemeine Angaben

Sitz der SPIE Pulte GmbH ist Heiligenroth, das zuständige Registergericht ist das Amtsgericht Montabaur. Die Handelsregisternummer lautet HRB 27323.

Der Jahresabschluss der SPIE Pulte GmbH ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für Kapitalgesellschaften aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren in Staffelform aufgestellt.

In der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzugebende "Davon"-Vermerke sind teilweise in den Anhang übernommen worden.

Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Die Bewertung der Immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungskosten unter Ansatz planmäßiger Abschreibungen über die jeweilige betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und beträgt für Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten drei Jahre und für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwei bis 15 Jahre. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von bis zu Euro 800,00 werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu einem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Das strenge Niederstwertprinzip wurde beachtet. Die Herstellungskosten der unfertigen Leistungen umfassen Material-, Konstruktions- und Montagekosten und einen Zuschlag für Material- und Fertigungsgemeinkosten. Finanzierungskosten, die auf den Zeitraum der Herstellung entfallen, werden nicht einbezogen. Bestandsrisiken wurde ausreichend Rechnung getragen. Erhaltene Anzahlungen werden offen von den Vorräten abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Einzelwertberichtigungen auf Forderungen werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet, Pauschalwertberichtigungen werden auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit 0,5 % für das allgemeine Kreditrisiko und mit 1 % für Unverzinslichkeit auf den nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungsbestand gebildet.

Liquide Mittel werden zum Nennbetrag angesetzt.

Die Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden für vorab geleistete Zahlungen gebildet und werden planmäßig aufgelöst.

Das Eigenkapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und Verpflichtungen. Sie sind in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Langfristige Rückstellungen wurden abgezinst, wobei Effekte aus der Änderung des Diskontierungszinssatzes im Finanzergebnis ausgewiesen wurden.

Die Abzinsung der langfristigen Rückstellungen erfolgt gemäß § 253 Absatz 2 HGB nach laufzeitadäquaten Abzinsungssätzen, die von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben worden sind.

Die Berechnung der Jubiläumsrückstellung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Dabei wurden als Rechnungszins 1,35 % p.a. gemäß RückAbzinsV, für die Fluktuation 5,0 % p.a. sowie die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Dem Zins wurde eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB zugrunde gelegt.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens (Anlagenspiegel gemäß § 284 Abs. 3 HGB) ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

(2) Vorräte

In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind lagermäßig geführte Ersatzteile und sonstiges Material enthalten.

Die Unfertigen Leistungen beinhalten ausschließlich unverrechnete Lieferungen und Leistungen aus Kundenaufträgen.

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr von TEUR 150 (Vorjahr: TEUR 551). Im Vorjahr gab es zudem noch Forderungen aus dem Cash-Pool in Höhe von TEUR 273.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen Forderungen gegen die Gesellschafterin SPIE Building Technology & Automation GmbH, Gießen, (SPIE BTA) in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 273).

(4) Latente Steuern

Die Bildung erfolgt beim Organträger, der SPIE Deutschland & Zentraleuropa GmbH, Ratingen.

(5) Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten

31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Lieferanten 56 51
Personal 198 230
Rechtsstreitigkeiten 0 6
Gewährleistung 37 62
Jahresabschluss- und Prüfungskosten sowie Betriebsprüfungen 27 16
Nachlaufkosten 99 48
Übrige Rückstellungen 64 104
  481 517

(6) Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten sind, wie im Vorjahr, innerhalb eines Jahres fällig.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr (TEUR 45; Vorjahr: TEUR 64), Verbindlichkeiten aus Cash-Pool (TEUR 461; Vorjahr: TEUR 0), aus Gewinnabführung aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrags (TEUR 167; Vorjahr: TEUR 40) sowie Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer (TEUR 329; Vorjahr: TEUR 0).

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 653 (Vorjahr: TEUR 88) gegenüber der Gesellschafterin SPIE BTA.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(7) Zinsergebnis

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen betragen TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 1).

Sonstige Angaben

(8) Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2021 zählte die Belegschaft durchschnittlich 77 Arbeitnehmer.

2021 Vorjahr
Gewerbliche Arbeitnehmer 41 47
Angestellte 36 29
  77 76
Auszubildende 14 18
  91 94

(9) Geschäftsführer

Geschäftsführer der SPIE Pulte GmbH:

Jens Helwin, technischer Geschäftsführer der SPIE Pulte GmbH

Paul Frisorger, kaufmännischer Geschäftsführer der SPIE Pulte GmbH(bis 31. März 2021)

Michael Markmann, kaufmännischer Geschäftsführer der SPIE Pulte GmbH(ab 01. Juli 2021)

(10) Gesamtbezüge des Geschäftsführungsorgans

Bezüglich der Gesamtbezüge der Geschäftsführer wird von § 286 Absatz 4 HGB Gebrauch gemacht.

(11) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die finanziellen Verpflichtungen belaufen sich aus Raummieten auf TEUR 1.678 (Vorjahr: TEUR 1.822) und aus Mieten und Leasing für bewegliche Wirtschaftsgüter auf TEUR 158 (Vorjahr: TEUR 89).

(12) Gesamthonorare des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar betrug für 2021 TEUR 22 (Vorjahr: TEUR 18) und beinhaltet ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

(13) Weitere Angaben

Alleinige Gesellschafterin ist die SPIE BTA.

Das Mutterunternehmen der Gesellschaft, das für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss aufstellt, ist die SPIE SA, Cergy/Frankreich. Der Konzernabschluss wird unter der Firma SPIE Deutschland & Zentraleuropa GmbH, Ratingen, beim Bundesanzeiger veröffentlicht.

(14) Nachtragsberichterstattung

Am 24. Februar 2022 hat Russland einen Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen. Die SPIE Pulte GmbH unterhält keine direkten wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland und der Ukraine, gleichwohl sind negative Auswirkungen für unsere Gesellschaft durch Preissteigerungen und Lieferverzögerungen möglich. Zu den Folgen für die SPIE Pulte GmbH wird an dieser Stelle auf die Prognoseberichterstattung im Lagebericht verwiesen.

(15) Ergebnisverwendung

Der im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete Gewinn wird aufgrund des Gewinnabführungsvertrags an die SPIE BTA abgeführt.

 

Heiligenroth, den 11. April 2022

SPIE Pulte GmbH

gez. Jens Helwin, Geschäftsführung

gez. Michael Markmann, Geschäftsführung

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Bruttobuchwerte
Stand am 1.1.2021
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 32.140,05 0,00 15.480,14 16.659,91
II. Sachanlagen        
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 290.254,12 16.749,49 131.916,94 175.086,67
  322.394,17 16.749,49 147.397,08 191.746,58
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2021
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 32.122,05 0,00 15.465,14 16.656,91
II. Sachanlagen        
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 223.389,86 35.114,61 146.284,80 112.219,67
  255.511,91 35.114,61 161.749,94 128.876,58
Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2021
EUR
Vorjahr
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3,00 18,00
II. Sachanlagen    
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 62.867,00 66.864,26
  62.870,00 66.882,26

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die SPIE Pulte GmbH, Heiligenroth

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der SPIE Pulte GmbH, Heiligenroth, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der SPIE Pulte GmbH, Heiligenroth, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 11. April 2022

Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

André Bedenbecker, Wirtschaftsprüfer

Thomas Neu, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss wurde am 1. Juni 2022 festgestellt.

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