HAHN Automation Group Holding GmbH

Liebshausener Straße 3, 55494 Rheinböllen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Bad Kreuznach HRB 22421
Vorher
HAHN Holding GmbHHAHN Group GmbH
Eingetragen
29.11.2016
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenHerstellung von Mehrzweckindustrierobotern
Gegenstand
Der Erwerb, die Veräußerung, das Halten und Verwalten von Beteiligungen an Unternehmen im Bereich Entwicklung, Produktion und Vertrieb von industriellen Automatisierungs- und Roboterlösungen sowie die Erbringung von Dienstleistungen für diese Unternehmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jörn Trierweiler
seit 14.11.2025
Geschäftsführer
Diego Muylem
seit 10.3.2023
Geschäftsführer
Jörg Kilb
seit 10.3.2023
Geschäftsführer
Frank Konrad
seit 14.2.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.100 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

HAHN Automation Group Holding GmbH

Rheinböllen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Geschäftstätigkeit

Die HAHN Automation Group Holding GmbH (folgend die Gesellschaft / das Unternehmen) hält als oberstes Mutterunternehmen unmittelbar Anteile an den folgenden Gesellschaften (gemeinsam im Folgenden auch als "Hahn Automation Group" oder als "Gruppe" bezeichnet):

• HAHN Automation Group GmbH

• HAHN Automation Group US Inc.

• REI Automation Inc.

• HAHN Automation Group Diepenau GmbH

• HAHN Automation Group Engen GmbH

• HAHN Automation Group Robotics GmbH

• HAHN Automation Group Benelux GmbH

• HAHN Robotics Diepenau GmbH

• HAHN Digital GmbH

• HAHN Automation Group Machining GmbH

• Walther Systemtechnik GmbH

Gruppenweit benötigte Dienstleistungen werden dabei von der HAHN Automation Group Holding GmbH identifiziert und im geeigneten Fall durch diese erbracht. Die Gesellschaft unterhält neben dem Hauptsitz in Rheinböllen einen weiteren Standort in Frankfurt. Dieser unterscheidet sich nicht hinsichtlich erbrachter Produkte oder Kunden.

Die HAHN Automation Group ist ein globaler Lösungspartner für Fabrikautomation. Das Unternehmen steht für industriespezifisches Know-how, ein umfangreiches Projekt-Portfolio und eine globale Organisation mit Servicefokus aus einer Hand. Von der manuellen Bearbeitungsstation über teilautomatisierte Zellen bis hin zur kompletten Automatisierungslinie arbeiten ca. 1.800 Mitarbeitende an 22 Standorten weltweit an individuellen Smart Factory Lösungen. Kunden in den Industrien Automotive, Consumer Goods, Electronics sowie MedTech profitieren von Expertise, die auf über 30 Jahren Erfahrung und internationaler Innovation basiert.

1.2. Steuerungssystem

Das Unternehmen wird anhand von Kennzahlen aus dem Controlling gesteuert, die auf der Auftragskalkulation beruhen. Ermittelt werden die erzielbaren Deckungsbeiträge. Davon abgeleitet werden Ertragsziele. Die wesentliche Steuerungskennziffer ist das EBITDA.

1.3. Forschung und Entwicklung

Die HAHN Automation Group legt größten Wert auf Innovation. Hierdurch konnte die Gruppe durch kontinuierliche Forschung und Entwicklung zahlreiche internationale Patente und andere Schutzrechte entwickeln.

Der Gesamtbetrag der Forschung und Entwicklung der HAHN Automation Group Holding GmbH betrug in 2023 440 T€. Auf die in Vorjahren und in 2023 aktivierten Entwicklungsleistungen entfielen Abschreibungen von 54 T€. Wesentliche Entwicklungsleistungen entfielen dabei primär auf Produktneuentwicklungen.

2. Wirtschaftsbericht 1

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Holdingfunktion

Die HAHN Automation Group Holding GmbH ist Dienstleister der Gruppe ohne über einen eigenen Marktzugang zu verfügen. Das Ergebnis der Gesellschaft hängt insofern maßgeblich von den Tochtergesellschaften und der gesamtwirtschaftlichen Lage im Bereich des Maschinenbaus ab.

Weltwirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Kalenderjahr 2023 mit einem Wachstum von 3,1 Prozent etwas besser als noch vor einem Jahr prognostiziert. Historisch betrachtet war das Jahr 2023 jedoch - die Rezessionsjahre ausgenommen - eines der wachstumsschwächsten der letzten drei Jahrzehnte. Nur im Jahr 2019 war der Zuwachs mit +2,8 Prozent geringer. In den USA (+2,5 Prozent) sowie in mehreren großen Schwellen- und Entwicklungsländern fiel das Bruttoinlandsprodukt 2023 höher aus als zunächst erwartet. Im Falle der USA trug die Dynamik des Konsums entscheidend dazu bei. Im Euro-Raum hingegen verhielten sich die Verbraucher angesichts hoher Inflationsraten und Energiekosten weiterhin zurückhaltend. Zudem litten der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen unter den deutlich gestiegenen Finanzierungskosten. Das Wachstum im Euro-Raum war zusammen mit dem im Vereinigten Königreich mit jeweils +0,5 Prozent das schwächste unter den großen entwickelten Volkswirtschaften. Die direkten und indirekten negativen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind in Europa nach wie vor am deutlichsten zu spüren. Während sich das Wachstumstempo in den entwickelten Volkswirtschaften - mit Ausnahme der USA - im abgelaufenen Berichtsjahr gegenüber 2022 deutlich verlangsamte, konnte die Gruppe der Schwellen- und Entwicklungsländer ihre Dynamik mit +4,1 Prozent beibehalten. Überraschend robust zeigte sich die russische Wirtschaft trotz der Sanktionen (+3 Prozent). In China belasteten der Immobiliensektor, geopolitische Verstimmungen mit den USA und der EU sowie schwache Industrieinvestitionen die konjunkturelle Erholung. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum lag laut Internationalem Währungsfonds (IWF) bei +5,2 Prozent.

Die pandemiebedingten Störungen der Wertschöpfungsketten nahmen im Verlauf des Jahres 2023 sukzessive ab. Die Nationalbanken hielten weitgehend an ihrer restriktiven Geldpolitik fest, wodurch sich die Kreditkosten in mehreren Ländern im Laufe des Berichtsjahres weiter erhöhten. Die Inflationsraten gingen im Jahresverlauf in den meisten Ländern zwar zurück, lagen aber zumeist noch deutlich über dem Zielniveau. Die globale Inflationsrate lag bei geschätzt +6,8 Prozent. Der globale Warenhandel wuchs im Gesamtjahr 2023 nur um geschätzte +0,4 Prozent. Und auch die Industrieproduktion entwickelte sich 2023 mit real +0,8 Prozent sehr schwach. In den Entwickelten Volkswirtschaften ging sie um -1,3 Prozent zurück. Nur in den USA konnte ein Rückgang der Industrieproduktion vermieden werden. Die Schwellen- und Entwicklungsländer erreichten dagegen einen Zuwachs von +2,7 Prozent, wobei China (+4,1 Prozent) und die osteuropäischen Länder einschließlich der GUS (+3,4 Prozent) überdurchschnittlich zulegten.

Globaler Maschinenbau 2

Angesichts des anhaltend unsicheren politischen und wirtschaftlichen Umfelds sowie der gestiegenen Finanzierungskosten fiel die Nachfrage nach Investitionsgütern schwächer aus als im Vorjahr. Trotz rückläufiger Auftragseingänge entwickelten sich die Umsätze im stark zyklischen Maschinenbau im Jahr 2023 dennoch teilweise robust, da die Auftragsbestände zu Jahresbeginn vielerorts noch überdurchschnittlich hoch waren und somit die Produktion und Umsatz pufferten. In der zweiten Jahreshälfte ließ die Unterstützung durch die Auftragspolster jedoch nach, so dass die Umsatzentwicklung preisbereinigt meist negativ ausfiel. Auf Jahressicht stagnierte der Maschinenumsatz preisbereinigt nach Schätzung der VDMA-Volkswirte im Jahr 2023 weltweit. Nur in wenigen Ländern verlief die Entwicklung besser. Mit Blick auf die TOP-10-Maschinenbaustandorte sind hier Indien (+10 Prozent), das Vereinigte Königreich (+5 Prozent) und China (+2 Prozent) zu nennen. Trotz Investitionsförderprogrammen war die Umsatzentwicklung in den USA und im Euro-Raum mit real -3 bzw. -1 Prozent rückläufig. Noch stärker ist der Umsatzrückgang in Süd-Korea (-5 Prozent) und Japan (-6 Prozent) ausgefallen.

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau 3

Die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2023 um real 0,7 Prozent gesunken. Die Materialengpässe haben sich weitgehend aufgelöst. Während die Produktion im ersten Halbjahr noch von hohen Auftragsbeständen abgepuffert wurde, brach diese Stütze im weiteren Jahresverlauf Stück für Stück weg, denn der Auftragseingang zeigte das gesamte Jahr über eine schwache Dynamik. Bereits zum Jahresbeginn kam es zu zweistelligen realen Minusraten, und auch im Jahresverlauf war keine Trendwende in Sicht. Ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld geprägt von hoher Unsicherheit führte zu einer spürbaren Zurückhaltung bei den Bestellungen. Der Bestelleingang verfehlte sein Vorjahresniveau im Gesamtjahr 2023 preisbereinigt um 12 Prozent. Die Auftragsreichweite lag im November mit 10,3 Monaten zwar immer noch ungewöhnlich hoch, doch hat die Reichweite inzwischen spürbar an Länge eingebüßt. Der Höchststand lag im Juli und August 2022 bei 12,2 Monaten. Zudem darf der immer noch ungewöhnliche, Zweifel hegende Durchschnittswert nicht über eine sehr unterschiedliche Verteilung innerhalb der Maschinenbaubranche hinwegtäuschen. Nach Ergebnissen der 20. VDMA-Blitzumfrage von Ende Oktober 2023 lag die Auftragsreichweite in 60 Prozent der Unternehmen bereits unter ihrem jeweiligen langjährigen Durchschnitt. Und 34 Prozent der Maschinenbauer berichteten laut ifo-Konjunkturtest im Oktober von Produktionsbehinderungen aufgrund von Auftragsmangel. Den ersten Produktionsstätten sind demnach die Puffer fürs Produzieren abhandengekommen. Mit der Folge, dass laut ifo die Kapazitätsauslastung im Maschinenbau von Juli (88,8 Prozent) auf Oktober (85,9 Prozent) deutlich absank. Die konjunkturelle Abkühlung wirkt sich auch mehr und mehr am Arbeitsmarkt aus. Die Einstellungsabsichten der Unternehmen haben sich reduziert, und die Kurzarbeit steigt auf einem niedrigen Niveau an. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeit waren im Oktober etwa 17.000 Beschäftigte im Maschinenbau in Kurzarbeit. Unter dem Strich konnte die Beschäftigtenzahl in den Betrieben mit mindestens 50 Mitarbeitern im Jahresverlauf jedoch trotz der Engpässe am Arbeitsmarkt um etwa 1 Prozent zulegen. Der Arbeitskräftemangel bleibt aber nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung akut.

In Folge der gestiegenen durchschnittlichen Preise für Maschinenbauprodukte nahm der Umsatz ausweislich der Ergebnisse der VDMA Auftragseingangs- und Umsatzstatistik um nominal +7 Prozent zu. Die Produktion erreichte zum Jahresende ein Niveau von geschätzt 254 Mrd. Euro, der Umsatz von 262 Mrd. Euro.

2.2. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Im Jahr 2023 erzielte die Gesellschaft erstmals Umsatzerlöse von mehr als 10 Mio. EUR. Ursächlich waren hierfür die motivierten MitarbeiterInnen die durch einen erhöhten Einsatz von Arbeitszeit dazu beigetragen haben. Die maßgebliche Steuerungskennziffer, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), lag am Ende des Jahres bei -6,4 Mio. EUR und lag leicht unter den Erwartungen.

Die durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitenden ist um 19 auf 104 gestiegen, dies lag insbesondere an der Neuzuordnung von Mitarbeitern der HAHN Automation Group GmbH in die Gesellschaft.

Die Gesellschaft hat das Jahr 2023 zur Schärfung des Marktauftrittes im deutschen Raum genutzt und tritt zukünftig einheitlich als HAHN Automation Group auf. Im Rahmen der Komplexitätsreduktion der Gruppenstruktur wurden Verschmelzungen durchgeführt. Hierzu wurde die HAHN Robotics Network GmbH auf die HAHN Automation Group Holding GmbH verschmolzen. Ebenfalls wurden aufgrund der strategischen Fokussierung auf das Kerngeschäft Fabrikautomatisierung die Gesellschaften Dahl Automation GmbH und Ruhrbotics GmbH an das Schwesterunternehmen United Robotics Group verkauft. Ebenfalls wurde die WEMO Gruppe zur Neupositionierung verkauft.

Als im März 2023 ein professioneller Hackerangriff auf die zentral aufgestellten Server der HAHN Automation Group stattgefunden hat, wurden in dessen Folge sämtliche Systeme zur Sicherheit abgeschaltet und umfangreiche technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen, um die Gesellschaft gegen weitere Angriffe zu schützen. Zusätzlich wurde eine Partnerschaft mit einem Anbieter für Identitätsschutz- und Überwachungslösungen, u. a. Darknet-Überwachung, eingegangen. Seit dem Angriff hat sich die Gesellschaft darauf konzentriert, eine neue und noch sicherere Infrastruktur aufzubauen, als Präventionsmaßnahme die Mitarbeiter noch besser zu schulen und die Incident Response- und Business Continuity Pläne weiter zu verbessern.

Bei dem Angriff auf die HAHN Automation Group handelte es sich um einen Ransomware Angriff, eine Cyber-Erpressung. Nach Einschätzung der Gesellschaft wäre durch die Zahlung von Lösegeld weiterhin Cyberangriffe auf die Sicherheit von kritischer Infrastruktur wie Energieversorgung und Krankenhäuser, auf Bildungseinrichtungen oder Wirtschaftsunternehmen finanziert worden. Dieser Verzicht auf Lösegeldzahlungen und ein Wiederaufsetzen unseres Geschäftsbetriebs aus eigener Kraft haben eine zeitweise Nichtverfügbarkeit von Systemen und betriebliche Einschränkungen mit den negativen Auswirkungen auf das EBITDA mit sich gebracht.

2.3. Lage

2.3.1 Ertragslage

Die Gesellschaft hat im Jahr 2023 ein Ergebnis von -5,6 Mio. EUR realisiert (Vorjahr -11,1 Mio. EUR).

Das EBITDA ist mit -6,4 Mio. EUR (Vorjahr -6,2 Mio. EUR) nahezu unverändert. Die Gesellschaft hatte ein EBITDA ohne Sondereffekte von -5,5 Mio. EUR budgetiert.

Der Umsatz belief sich auf 10,5 Mio. EUR und lag damit über dem Vorjahr (9,6 Mio. EUR, +9,23%) und erstmals in der Unternehmensgeschichte über 10 Mio. EUR. Die Erträge aus Beteiligungen verringerten sich von 8,1 Mio. EUR auf 4,0 Mio. EUR. Ursächlich war hierfür die beschlossene Dividendenpolitik. Aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen erfolgte eine Verlustübernahme von 1,9 Mio. EUR.

2.3.2 Finanzlage

Kapitalstruktur und Vermögenslage

Das Eigenkapital der HAHN Automation Group Holding GmbH verringerte sich im Berichtsjahr auf 126 Mio. EUR (Vorjahr: 131,5 Mio. EUR). Bei einer aktuellen Bilanzsumme von 176,7 Mio. EUR (Vorjahr: 177,4 Mio. EUR) beläuft sich die Eigenkapitalquote der HAHN Automation Group Holding GmbH auf einen Wert von 71,3 % (Vorjahr 74,1 %).

Zum Jahresende beliefen sich die Verbindlichkeiten der Gesellschaft auf 48,8 Mio. EUR (Vorjahr 44,6 Mio. EUR). Davon betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14,4 Mio. EUR (Vorjahr 14,4 Mio. EUR).

Im Rahmen der Holdingstruktur wurden Darlehen an Tochterunternehmen in Höhe von 33,3 Mio. EUR (VJ 17,4 Mio. EUR) gewährt.

Liquidität

Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich in 2023 auf -17,5 Mio. EUR der sich insbesondere mit der Erhöhung der Darlehen gegenüber Tochtergesellschaften begründen lässt. Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit beträgt 17,6, Mio. EUR und ist insbesondere auf den Verkauf der ehemaligen Tochtergesellschaften zurück zu führen. Der positive Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit beträgt 0,1 Mio. EUR

2.4 Finanzielle Leistungsindikatoren

Das EBITDA 2023 liegt mit -6,4 Mio. EUR ca. -0,9 Mio. EUR unter der Budgeterwartung für 2023 (-5,5 Mio. EUR), dies lässt sich insbesondere auf die Sondereffekte aus Unternehmensverkäufen, Verschmelzung und dem Cyber-Angriff zurückführen

Die Gesellschaft fungiert als Holdinggesellschaft mit dem primären Ziel der Unterstützung des Konzernverbundes. Die Zielsetzung 2024 ist eine moderate Kostenanpassung auf Kosteninflation sowie Konzernwachstum bei verbessertem Serviceangebot in der Gruppe.

3. Prognose, Chancen- und Risikobericht

3.1. Risikobericht

Risikomanagementziele und -methoden

Vom Unternehmen wurden Maßnahmen getroffen, mit denen die Risikoerkennung, die Risikoanalyse und die Risikokommunikation sichergestellt werden. In Übereinstimmung mit branchenüblichen Standards und gesetzlichen Bestimmungen hat die Gesellschaft ein Kontroll- und Risikomanagementsystem eingerichtet, um potenzielle Risiken zu erkennen und über alle Funktionen hinweg beobachten und beurteilen zu können.

Die Gesellschaft verfügt über ein umfassendes Berichts-, Controlling- und Frühwarnsystem, dass der Geschäftsführung und der ersten Führungsebene Werkzeuge an die Hand gibt, um Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zur Gegensteuerung zeitnah aufzusetzen.

Die im Folgenden beschriebenen Risiken werden entsprechend ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit (hoch, möglich, niedrig) und dem Grad ihrer Auswirkungen (erheblich, moderat, gering) auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft als insgesamt hoch, mittel oder niedrig eingestuft.

Konjunktur- und Marktrisiken deutscher Maschinen- und Anlagenbau

Die Gesellschaft ist als Holdinggesellschaft stark durch die konjunkturelle Entwicklung der Tochtergesellschaften und ihres Marktumfeldes geprägt.

Für den Maschinenbau in Deutschland wird 2024 abermals ein herausforderndes Jahr. Die VDMA-Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der realen Produktion in Höhe von 4 Prozent. Diese Prognose ist mit hohen Unsicherheiten behaftet, denn die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt von vielen Faktoren ab, die aktuell nur schwer abschätzbar sind. Die Weltkonjunktur steckt nach wie vor in der Flaute, und der Maschinenbau ist als reiner Investitionsgüterlieferant ein Spätzykliker. Zwar gibt es erste, noch sehr zaghafte Signale, dass ein Tiefpunkt der Bestellungen bald erreicht ist. Das ifo-Geschäftsklima für den Maschinenbau hat sich zuletzt stabilisiert, und der Orderrückgang hat sich zum Jahresende 2023 etwas abgeschwächt. Doch können diese ersten Anzeichen für eine mögliche Bodenbildung bei der Auslandsnachfrage noch nicht als Trendwende interpretiert werden. Die Belastungen und Herausforderungen sind im Wesentlichen dieselben wie schon zu Jahresbeginn 2023. Mit dem Krieg im Nahen Osten ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzugekommen. Aufgrund der trüben Aussichten haben viele Unternehmen ihre Einstellungsabsichten derzeit zurückgefahren. Daher werden die Unternehmen versuchen, trotz schwieriger Rahmenbedingungen an ihrem Stammpersonal festzuhalten. Kurzarbeit, die in den nächsten Monaten ansteigen dürfte, hat sich in der Vergangenheit bereits mehrfach als probates Mittel zur Überbrückung konjunktureller Schwächephasen bewiesen. 4

Dieses Risiko wird als niedrig eingeschätzt.

Zinsrisiken

Aufgrund der weltweit gestiegenen Zinsen bei gleichzeitig hoher Inflation, könnte es zu Abwertungen bei den Beteiligungen kommen, da ihre Wertuntergrenze auf diskontierten Cash Flows basiert. Zusätzlich könnte ein gestiegenes Zinsumfeld zu erhöhten Refinanzierungskosten führen. Aus unserer Sicht sind die Zinsrisiken als mittel zu betrachten.

Ausfall- und Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken können grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Zur Minimierung des Ausfallrisikos wird in der Gesellschaft bereits ein internes, gut funktionierendes und effizientes

Risikomanagement eingesetzt. Dieses Risiko wird bei geringen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und niedriger Eintrittswahrscheinlichkeit, unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden operativen Gegenmaßnahmen, insgesamt als niedrig eingeschätzt.

Personalrisiken

Die Gesellschaft ist für die Realisierung ihrer strategischen Ziele auf qualifizierte Fach- und Führungskräfte angewiesen. Als Personalrisiko ist der Mangel an geeignetem Fach- und Branchenpersonal zu nennen. Das Finden und die Integration von geeignetem Personal insbesondere für die Marktbearbeitung ist die Schlüsselaufgabe der Geschäftsführung und des Führungsteams, um einen langfristigen und nachhaltigen Geschäftserfolg sicherzustellen. Dieses Risiko wird bei geringen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und niedriger Eintrittswahrscheinlichkeit, unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden operativen Gegenmaßnahmen, insgesamt als niedrig eingeschätzt.

Sonstige Risiken

Nach dem Hackerangriff im März 2023 können weitere Angriffe auf die IT Systeme von innen oder außen zu Datenverlusten oder Arbeitsunterbrechungen führen. Durch die Implementierung neuartiger Virenscanner, Endpunktüberwachungen und verstärkter Sensibilisierung der Mitarbeiter wird diesem Risiko begegnet.

Das Unternehmen ist aufgrund seines Geschäftsmodelles Risiken aus Gewährleistungsansprüchen sowie Vertragsstrafen ausgesetzt. Aus unserer Sicht sind die sonstigen Risiken als mittel zu betrachten.

Bestandsgefährdende Risiken

Die Gesellschaft geht derzeit davon aus, dass trotz der oben beschriebenen Risiken keine bestandsgefährdenden, wirtschaftlichen und rechtlichen Risiken sowie Risiken mit besonderem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bestehen.

3.2. Chancenbericht

Die Chancen leiten sich aus den Aussichten für deutsche Unternehmen im Maschinenbau Segment Robotik und Automation ab, für die die Tochtergesellschaften tätig sind.

Nachdem mit 2023 der organisatorische Umbau inklusive Rebranding-Umsetzung mit Bündelung von zentralen Direktionsaufgaben für alle Standorte weltweit die Weichen gesetzt hat, wird sich das Jahr 2024 gruppenintern stark auf stringente Prozessoptimierung und Vereinheitlichung der Prozesslandschaft fokussieren. Dabei sollen kurz- bis mittelfristig nicht nur einheitliche Software-, Auswerte- und Reporting-Werkzeuge angeboten und ausgerollt werden, sondern ebenfalls standardisierte Konzepte zur Nutzung dieser. Hiermit soll die Chance genutzt werden, allgemeingültige und indirekte Kosten für alle Gesellschaften weiter zu bündeln, um gleichzeitig mit geringeren operativen Kosten weltweit Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Zum anderen sollen hierdurch weitere Fundamente für die Wachstumsstrategie gelegt werden.

3.3 Prognosebericht

Die Planung für das Jahr 2024 sieht ein EBITDA von -6,5 Mio. EUR vor, dass auf Höhe des EBITDA von 2023 liegt. Aufgrund der Dividendenpolitik in den Unternehmen der Gruppe wird der Dividendenzufluss in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Die Gesellschaft rechnet für 2024 mit keiner weiteren Belastung aus den Ergebnisabführungsverträgen.

Die Gesamtbewertung der Chancen- und Risikolage zeigt, dass die Gruppe im Bereich des Maschinenbaus gut positioniert ist. Der technologische Wandel und notwendige Anpassungen an sich weiterentwickelnde Kundenbedürfnisse, wie auch die Positionierung des Wettbewerbs, stellen Herausforderungen dar, die Investitionen in Produktionsabläufe und Human Resources benötigen und die die Margenqualität beeinflussen können.

Durch Soll-Ist-Vergleiche sowie einen rollierenden Forecast werden Abweichungen vom geplanten Geschäftsverlauf erkannt, Gegenmaßnahmen eingeleitet und gegebenenfalls in den Prognosen berücksichtigt.

 

Rheinböllen, den 12.April 2024

HAHN Automation Group Holding GmbH

1 Quelle: IMF World Economic Outlook Update January 2024, cpb World Trade Monitor, November 2023

2 Quelle: Nationale Statistikämter, VDMA (Originaltext), "Maschinenbau Konjunktur international", Dezember 2023

3 Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA

4 Quelle: VDMA (Originaltext)

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 133.776.685,47 145.406.655,32
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.585.558,66 1.252.444,35
II. Sachanlagen 1.370.616,42 623.721,10
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 317.595,47 86.305,94
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.053.020,95 537.415,16
III. Finanzanlagen 130.820.510,39 143.530.489,87
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 130.820.510,39 143.530.489,87
B. Umlaufvermögen 41.710.444,02 30.230.774,25
I. Vorräte 875.643,55 514.331,64
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 39.549.491,89 29.311.527,88
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 37.994.962,74 27.548.689,95
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.554.529,15 1.762.837,93
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.285.308,58 404.914,73
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.244.588,55 1.724.735,00
Aktiva 176.731.718,04 177.362.164,57

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 125.968.608,68 131.525.175,66
I. Gezeichnetes Kapital 25.100,00 25.100,00
II. Kapitalrücklage 140.771.521,54 140.771.521,54
III. Bilanzverlust 14.828.012,86 9.271.445,88
B. Rückstellungen 1.959.647,16 1.202.941,37
C. Verbindlichkeiten 48.803.462,20 44.634.047,54
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.350.000,00 14.400.000,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 32.470.927,49 29.827.755,57
3. sonstige Verbindlichkeiten 1.982.534,71 406.291,97
Passiva 176.731.718,04 177.362.164,57

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 12.257.571,70 5.728.920,21
2. Personalaufwand 9.702.622,99 6.561.848,41
a) Löhne und Gehälter 8.289.578,41 5.732.547,66
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.413.044,58 829.300,75
3. Abschreibungen 896.428,18 8.395.568,35
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 896.428,18 902.532,65
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 7.493.035,70
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 8.872.636,67 5.015.690,84
5. Erträge aus Beteiligungen 3.987.947,01 8.075.141,99
6. aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags erhaltene Gewinne 35.049,51
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.344.094,97 491.587,04
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 1,00 462.539,02
9. Aufwendungen aus Verlustübernahmen (Mutter) 1.947.592,97 4.060.066,03
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.686.194,34 606.322,69
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 71.132,46 269.795,84
12. Ergebnis nach Steuern -5.551.945,42 -11.076.181,94
13. sonstige Steuern 4.621,56 4.111,06
14. Jahresfehlbetrag 5.556.566,98 11.080.293,00
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.808.847,12
16. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 9.271.445,88
17. Bilanzverlust 14.828.012,86 9.271.445,88

Anhang

I. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Der Jahresabschluss der HAHN Automation Group Holding GmbH, eingetragen im Handelsregister unter HRB 22421 beim Amtsgericht Bad Kreuznach, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 wurde auf Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und unter Berücksichtigung der Vorschriften des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet. Die Gesellschaft wurde am 9. November 2023 in HAHN Automation Group Holding GmbH (vormals HAHN Group GmbH) umbenannt.

Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung sind entsprechend der Gliederung der §§ 266, 275 HGB erstellt, wobei für die Gewinn- und Verlustrechnung das Gesamtkostenverfahren zur Anwendung kommt. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten - vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen - bilanziert worden. Die Herstellungskosten beinhalten die Einzelkosten zuzüglich der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten, aber keine Fremdkapitalzinsen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Wert bis 250 € werden im Zugangsjahr in voller Höhe als Aufwand erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter im Wert über 250 € bis 800 € werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben und als Abgang ausgewiesen.

Die immateriellen Vermögensgegenstände wurden linear abgeschrieben (bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren).

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens wurden linear abgeschrieben (bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von drei bis 25 Jahren).

Bei Vorliegen einer dauerhaften Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung.

Die Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Die Herstellungskosten beinhalten die Einzelkosten zuzüglich der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten, aber keine Fremdkapitalzinsen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert unter Berücksichtigung angemessener Einzelwertberichtigungen bei erkennbaren Risiken angesetzt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert ausgewiesen.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden berechnet und beinhalten Aufwendungen, die periodengerecht abgegrenzt wurden.

Die Rückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB), bei langfristigen Rückstellungen erfolgte eine Abzinsung unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Marktzinssatzes entsprechend der Restlaufzeit gemäß Mitteilung der Bundesbank.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB).

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs bewertet.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden unverändert zum Vorjahr angewandt.

Verschmelzung

Die HAHN Robotics Network GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der HAHN Automation Group Holding GmbH, wurde mit bilanzieller Wirkung zum 01. Januar 2023 im Rahmen einer Aufwärtsverschmelzung durch Aufnahme auf die HAHN Automation Group Holding GmbH verschmolzen. Hieraus ergab sich ein Verschmelzungsverlust in Höhe von 1.990 T€, der im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurde.

Die Verschmelzung ist im Hinblick auf die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung von untergeordneter Bedeutung.

III. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres ergeben sich aus dem Anlagespiegel, der als Anlage zu diesem Anhang beigefügt ist.

Im Geschäftsjahr wurden im Zuge der Verschmelzung Firmenanteile an der HAHN Automation Group Robotics GmbH in Höhe von 138 T€, der HAHN Robotics Diepenau GmbH in Höhe von 13 T€ und an der HAHN Robotics Belgium GmbH in Höhe von 5 T€ erworben.

Im Geschäftsjahr betrugen die gesamten Entwicklungskosten 440 T€, die in voller Höhe auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens entfallen.

Die HAHN Automation Group Holding GmbH ist zum 31. Dezember 2023 unmittelbar an folgenden Unternehmen zu mehr als 20% beteiligt:

Name und Sitz des Unternehmens Beteiligungsquote
in %
Geschäftsjahr Eigenkapital
(in T€)
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag
(in T€)
HAHN Automation Group Diepenau GmbH 100,00 2023 2.542 220
HAHN Automation Group GmbH 64,386 2023 27.987 6.452
HAHN Automation Group Machining GmbH 100,00 2023 1.479 -575
HAHN Automation Group Robotics GmbH 60,00 2023 -1295 -559
HAHN Digital GmbH 100,00 2023 -605 -3
HAHN Machining Inc. 100,00 2023 214 -115
HAHN Plastics Automation Inc. 100,00 2023 -3237 -1409
HAHN Robotics Belgium GmbH 100,00 2023 -521 -35
HAHN Robotics Diepenau GmbH 50,00 2023 187 147
Invotec Inc. 100,00 2023 6.456 2.844
REI Automation, Inc. 100,00 2023 1.037 -4.297
HAHN Automation Group Engen GmbH 100,00 2023 2.433 n/a *
WALTHER SYSTEMTECHNIK GMBH 100,00 2023 6.449 n/a *

* Die Gesellschaften sind Teil einer Organschaft mit der HAHN Automation Group Holding GmbH

Die Umrechnung der Angaben zum Eigenkapital erfolgte bei fremder Währung zum Stichtagskurs bzw. zum Durchschnittskurs bei den Ergebnisangaben.

Umlaufvermögen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen wie im Vorjahr sowohl kurzfristige Forderungen des laufenden Liefer- und Leistungsverkehr 2.342 T€ (i. Vj. 7.638 T€), sowie sonstige Vermögensgegenstände in Form von Darlehen 34.052 T€ (i. Vj. 17.684 T€); die Darlehen sind wie im Vorjahr kurzfristig. Des Weiteren sind hierin sonstige Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividenden i.H.v. 35 T€ (i. Vj. 2.149 T€) sowie Forderungen in Höhe von 1.566 T€ (i. Vj. 77 T€) aus der umsatzsteuerlichen Organschaft enthalten. Das Darlehen inkl. der Zinsen i.H. v. 668 T€ ist aufgrund der Verschmelzung der HAHN Robotics Network erloschen. Die Forderungen gegen den Gesellschafter in Höhe von 64 T€ (i. Vj. 266 T€) sind solche aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Personalbereich 1.794 884
Sonstige 166 319
1.960 1.203

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten und Besicherungen der Verbindlichkeiten ergeben sich aus dem Verbindlichkeitenspiegel, der als Anlage beigefügt ist.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten mit 1.526 T€ (i. Vj. 2.602 T€) Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr, sowie sonstige Verbindlichkeiten im Wesentlichen in Form von Darlehen mit 28.998 T€ (i. Vj. 22.147 T€); die Darlehen sind kurzfristig. Weiterhin enthalten die Verbindlichkeiten mit 1.948 T€ (i. Vj. 5.078 T€) Verlustübernahmen aus Ergebnisabführungsverträgen. Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter enthalten mit 797 T€ (i. Vj. 714 T€) Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie aus Darlehen mit 18.892 T€ (i. Vj. 17.659 T€).

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

2023
T€
2022
T€
Drittland 2.354 1.741
EU 8.161 7.886
10.515 9.627

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem:

2023
T€
2022
T€
Erträge aus der Währungsumrechnung 681 1.444
681 1.444

Erträge aus Beteiligungen

In den Erträgen aus Beteiligungen sind 3.988 T€ (i.Vj. 8.075 T€) aus verbundenen Unternehmen enthalten.

Erträge aus Gewinnabführungsverträgen

In den Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen sind 35 T€ (i.Vj. 0 T€) aus verbundenen Unternehmen enthalten.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

In den sonstige Zinsen und ähnliche Erträgen sind 1.344 T€ (i.Vj. 491 T€) Zinsen aus Transaktionen mit verbundenen Unternehmen enthalten.

Aufwendungen aus Verlustübernahme

In den Aufwendungen aus Verlustübernahme sind 1.948 T€ (i.Vj. 4.060 T€) aus verbundenen Unternehmen enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In den Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind 976 T€ (i.Vj. 334 T€) aus verbundenen Unternehmen enthalten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Gesellschaft ist in Ländern tätig, welche bis zum Abschlussstichtag Mindeststeuergesetze entsprechend der Vorgaben der OECD-Modellregeln erlassen haben. Die Berichtsgesellschaft und der RAG-Stiftung-Konzern fallen voraussichtlich in künftigen Geschäftsjahren in den Anwendungsbereich der Mindeststeuergesetze.

Zum 31. Dezember 2023 wurden gemäß § 274 Abs. 3 HGB beim Ansatz und der Bewertung latenter Steuern die Differenzen aus der Anwendung des deutschen Mindeststeuergesetzes sowie vergleichbarer ausländischer Mindeststeuergesetze nicht berücksichtigt.

Das deutsche Mindeststeuergesetz (Gesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz - MinStG)) ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen. Folglich kann sich für Geschäftsjahre, die zum 31. Dezember 2023 enden, grundsätzlich kein tatsächlicher Steueraufwand oder -ertrag aus dem Mindeststeuergesetz ergeben. Da Fehlanzeigen im Anhang in analoger Anwendung von § 265 Abs. 8 HGB nicht erforderlich sind, unterbleibt bei wortgetreuer Anwendung des Gesetzeswortlautes in handelsrechtlichen Jahres- und Konzernabschlüssen zum 31. Dezember 2023 eine Angabe nach den Vorschriften der §§ 285 Nr. 30a, 314 Abs. 1 Nr. 22a HGB.

V. Sonstige Angaben

Konzernabschluss

Die HAHN Automation Group Holding GmbH wird in den Konzernabschluss der RAG-Stiftung, Essen, sowie in den Konzernabschluss der RSBG SE, Essen, einbezogen. Der Konzernabschluss der RAG-Stiftung stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen dar. Der Konzernabschluss der RSBG SE stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis dar. Die Gesellschaft ist gemäß § 291 Abs. 2 HGB von der Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses befreit. Der Konzernabschluss der RAG-Stiftung wird im Unternehmensregister eingereicht und veröffentlicht. Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar im Sinne des § 285 Nr. 17 HGB ist in der entsprechenden Anhangangabe des Konzernabschlusses enthalten.

Angaben über die Mitglieder der Unternehmensorgane

Die Geschäftsführung wurde und wird von folgenden Personen wahrgenommen:

Philipp Unterhalt, Essen, CEO

Frank Konrad, Kümbdchen, CEO

Jörg Kilb, Keidelheim, COO (seit 01.03.2023)

Diego van Muylem, Königstein, CFO (seit 01.03.2023)

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung (zu versteuerndes Einkommen) lagen in Summe für das Geschäftsjahr 2023 bei 1.294.112 €.

Anzahl der Beschäftigten

Im Durchschnitt waren während des Geschäftsjahres 89 (i. Vj. 69) Mitarbeiter in der Verwaltung sowie 1 (i. Vj. 1) Mitarbeiter im Verkauf beschäftigt.

Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft haftet für KFZ-Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 85 T€ zum Stichtag. Weiterhin bestehen Bürgschaftszusage i.H. v. 2.115 T€ zugunsten Tochtergesellschaften sowie 6.410 T€ aus abzuwickelnden Aufträgen. Eine Inanspruchnahme aus diesen Verpflichtungen wird basierend auf der aktuellen Finanzlage und den Erfahrungswerten der Vergangenheit als gering eingeschätzt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen laufende Miet-, Leasing- und Wartungsverträge i. H. v. monatlich 26 T€. Hieraus ergibt sich eine sonstige finanzielle Verpflichtung, die sich auf insgesamt 2.486 T€ (i. Vj. 2.005 T€) für die verbleibende Restlaufzeit beläuft. Darüber hinaus besteht eine sonstige finanzielle Verpflichtung aus PKW-Leasing in Höhe von 98 T€.

Nahe stehende Unternehmen und Personen

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden ausschließlich zu marktüblichen Bedingungen geschlossen.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ergeben.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Gesellschaft hat zum 29. Februar 2024 die Gesellschaft HAHN Plastics Inc. mit der Invotec Inc. verschmolzen. Die Gesellschaft firmiert fortan als HAHN Automation Group US Inc.

Bericht des Aufsichtsrats

Im Unternehmen existiert kein Aufsichtsrat.

sonstige Berichtsbestandteile

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023
EUR
Veränderungen aus Verschmelzung
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2023
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 205.673,29 0,00 440.100,10 0,00 0,00 645.773,39
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.039.015,67 0,00 428.906,46 19.454,00 0,00 3.448.468,13
3.244.688,96 0,00 869.006,56 19.454,00 0,00 4.094.241,52
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 118.233,97 0,00 254.542,32 0,00 0,00 372.776,29
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.126.965,86 0,00 869.100,93 8.766,18 0,00 2.987.300,61
2.245.199,83 0,00 1.123.643,25 8.766,18 0,00 3.360.076,90
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 143.993.028,89 1.228.717,94 0,00 13.938.696,42 0,00 131.283.050,41
149.482.917,68 1.228.717,94 1.992.649,81 13.966.916,60 0,00 138.737.368,83
Aufgelaufene Abschreibungen Änderung der gesamten Abschreibungen
in Zusammenhang mit
01.01.2023
EUR
Abschreibungen
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2023
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 78.973,29 54.328,86 0,00 0,00 0,00 133.302,15
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.913.271,32 465.351,39 0,00 3.242,00 0,00 2.375.380,71
1.992.244,61 519.680,25 0,00 3.242,00 0,00 2.508.682,86
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 31.928,03 23.252,79 0,00 0,00 0,00 55.180,82
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.589.550,70 353.495,14 0,00 8.766,18 0,00 1.934.279,66
1.621.478,73 376.747,93 0,00 8.766,18 0,00 1.989.460,48
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 462.539,02 1,00 0,00 0,00 0,00 462.540,02
4.076.262,36 896.429,18 0,00 12.008,18 0,00 4.960.683,36
Nettobuchwerte
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 512.471,24 126.700,00
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.073.087,42 1.125.744,35
1.585.558,66 1.252.444,35
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 317.595,47 86.305,94
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.053.020,95 537.415,16
1.370.616,42 623.721,10
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 130.820.510,39 143.530.489,87
133.776.685,47 145.406.655,32

Bei dem Abgang der Hahn Robotics Network GmbH handelt es ich um einen Abgang aus Verschmelzung.

Verbindlichkeitenspiegel zum 31.12.2023

HAHN Automation Group Holding GmbH

Restlaufzeit
bis 1 Jahr über 1 Jahr davon mehr als 5 Jahre Gesamtbetrag 31.12.2023
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.350.000,00 - - 14.350.000,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 376.596,44 - - 376.596,44
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 32.470.927,49 - - 32.470.927,49
Sonstige Verbindlichkeiten 1.605.938,27 - - 1.605.938,27
Summe 48.803.462,20 - - 48.803.462,20

 

gez. Frank Konrad

gez. Jörg Kilb

gez. Philipp Unterhalt

gez. Diego van Muylem

Geschäftsführer

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 08.07.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die HAHN Automation Group Holding GmbH, Rheinböllen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der HAHN Automation Group Holding GmbH, Rheinböllen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der HAHN Automation Group Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zudienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 12. April 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Jörg Klein, Wirtschaftsprüfer

ppa. Jan Romoth, Wirtschaftsprüfer

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