InfoGate Information Systems GmbHLiquidiert

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 197443
Eingetragen
5.3.2012
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Informationsdienstleistungen
Gegenstand
Weltweite Vermarktung und der Betrieb von flughafenspezifisch entwickelten IT-Innovationen und IT-Produkten sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Liefer- , Projekt-, Beratungs- und Wartungsverträge.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Manfred Zötl
seit 5.3.2012
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Flughafen München Gesellschaft mit beschränkter Haftung

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Inhaltsverzeichnis

A. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

B. Konzern-Gesamtergebnisrechnung

C. Konzernbilanz

D. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

E. Konzern-Kapitalflussrechnung

F. Konzernanhang

I. Unternehmen

II. Grundsätze der Aufstellung des Konzernabschlusses

1. Grundlagen der Abschlusserstellung

2. Neue beziehungsweise überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften

a) Erstmals angewandte neue Vorschriften

b) Noch nicht angewandte neue Vorschriften

III. Konsolidierungskreis

1. Tochterunternehmen

a) Änderungen der Beteiligungsquote des Konzerns an Tochterunternehmen

b) Erwerb von Tochterunternehmen

2. Assoziierte Unternehmen

3. Gemeinschaftliche Tätigkeiten

4. Fremdwährung

5. Zusammensetzung des Konsolidierungskreises

a) Tochterunternehmen

b) Assoziierte und nicht einbezogene Unternehmen

IV. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Sachanlagevermögen

2. Immaterielle Vermögenswerte

a) Erworbene immaterielle Vermögenswerte

b) Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte

c) Emissionsrechte

3. Fremdkapitalkosten

4. Wertminderungstest

5. Langfristige Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden

6. Zuwendungen der öffentlichen Hand

7. Immobilien, die als Finanzinvestition gehalten werden

8. Leasingverhältnisse

9. Finanzinstrumente

a) Ansatz und Erstbewertung

b) Klassifizierung und Folgebewertung

c) Bewertungskategorien

d) Ausbuchung

e) Saldierung

f) Wertminderungen - erwartete Kreditausfälle

g) Derivate in Sicherungsbeziehungen

10. Vorräte

11. Forderungen und Vertragliche Vermögenswerte

a) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

b) Vertragliche Vermögenswerte

12. Flüssige Mittel

13. Sonstige Vermögenswerte und abgegrenzte Aufwendungen

14. Eigenkapital

a) Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital

b) Personengesellschaften

15. Verbindlichkeiten und Vertragliche Verbindlichkeiten

a) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

b) Vertragliche Verbindlichkeiten

16. Tatsächliche und latente Ertragsteueransprüche und -schulden

17. Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer

a) Verpflichtungen aus Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

b) Verpflichtungen aus Leistungen anlässlich der Beendigung von Arbeitsverhältnissen

c) Verpflichtungen aus sonstigen langfristigen Leistungen an Arbeitnehmer

18. Sonstige Rückstellungen

19. Umsatzerlöse

a) Umsatzerlöse aus Flughafenentgelten

b) Umsatzerlöse aus Einzelhandel

c) Umsatzerlöse aus Abfertigungsdiensten

d) Umsatzerlöse aus Gastronomie und Hotel

e) Umsatzerlöse aus Parken

f) Übrige Umsatzerlöse

20. Beteiligungs- und Zinserträge

21. Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts

a) Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert

b) Angabe des beizulegenden Zeitwerts

V. Annahmen und Schätzungen mit wesentlichem Einfluss auf den Konzernabschluss...

1. Beherrschung ohne Stimmrechtsmehrheit

2. Buchwert bestimmter Vermögenswerte und Schulden

VI. Erläuterungen zum Jahresergebnis

1. Umsatzerlöse

a) Umsatzerlöse nach IFRS 15

b) Leasing nach IFRS 16

2. Aktivierte Eigenleistungen

3. Sonstige Erträge

4. Materialaufwand

5. Personalaufwand

6. Sonstige Aufwendungen

7. Abschreibungen

8. Finanzergebnis

9. Ertragsteuern

VII. Erläuterungen zur Bilanz

1. Immaterielle Vermögenswerte

2. Selbstgenutzte Sachanlagen

3. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

4. Beteiligungen

a) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

b) Beteiligungen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten

5. Langfristige finanzielle Vermögenswerte

6. Latente Ertragsteuern

7. Vorratsvermögen

8. Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

a) Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragliche Vermögenswerte

b) Kurzfristige sonstige Forderungen

c) Kurzfristiges sonstiges Finanzvermögen

9. Sonstige Vermögenswerte

10. Flüssige Mittel

11. Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht

12. Eigenkapital

13. Kapitalmanagement

a) Verschuldung

b) Ertragskraft

14. Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften

15. Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

a) Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

b) Langfristige sonstige Verbindlichkeiten

c) Finanzschulden aus Darlehen

d) Langfristige Finanzschulden aus Leasingverhältnissen

e) Langfristige derivative Finanzschulden

16. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

a) Sicherungsbeziehungen von Zahlungsmittelströmen

b) Nicht bilanzierte Sicherungsbeziehungen

17. Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer

a) Verpflichtungen aus Pensionszusagen

b) Verpflichtungen aus medizinischen Versorgungsleistungen

c) Altersversorgung über die Zusatzversorgungskasse bayerischer Gemeinden

18. Sonstige Rückstellungen

19. Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

a) Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

b) Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern

c) Kurzfristige Finanzschulden aus Leasingverhältnissen

20. Sonstige Schulden

21. Eventualschulden

22. Betriebsgenehmigung

23. Vertragliche Vermögenswerte und Vertragliche Verbindlichkeiten

a) Vertragssalden

b) Angaben zu wesentlichen Änderungen

c) Verbleibende Leistungsverpflichtungen

VIII. Finanzrisikomanagement

1. Marktrisiko

a) Zinsrisiko

b) Fremdwährungsrisiko

2. Kreditrisiko

3. Liquiditätsrisiko

IX. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

X. Erläuterungen zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen

1. Geschäfte mit Behörden

2. Geschäfte mit Unternehmen der öffentlichen Hand

3. Geschäfte mit assoziierten Unternehmen und Unternehmen, die wegen Wesentlichkeit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen wurden

4. Geschäfte mit nahestehenden Personen

XI. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

A. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Angabe 2021 2020
TEUR TEUR
+ Umsatzerlöse F.VI.1 601.276 579.672
+/- Bestandsveränderung 53 -86
+ Aktivierte Eigenleistungen F.VI.2 17.207 15.611
+ Sonstige Erträge F.VI.3 61.946 29.018
Gesamtleistung 680.482 624.215
- Materialaufwand F.VI.4 -249.702 -232.577
- Personalaufwand F.VI.5 -419.095 -408.606
- Sonstige Aufwendungen F.VI.6 -57.501 -144.870
Betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) -45.816 -161.838
- Abschreibungen F.VI.7 -239.851 -242.016
Betriebliches Ergebnis (EBIT) -285.667 -403.854
+ Zinsergebnis F.VI.8 -66.690 -94.059
+/- Sonstiges Finanzergebnis F.VI.8 18.676 66.305
Finanzergebnis -48.014 -27.754
+ Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen F.VII.4 -2.576 -1.812
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) -336.257 -433.420
+/- Ertragsteuern F.VI.9 74.961 112.019
Konzernjahresergebnis (EAT) -261.296 -321.401
davon auf beherrschende Gesellschafter entfallend -261.296 -321.402
davon auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallend 0 1

B. Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Angabe 2021 2020
TEUR TEUR
Konzernjahresergebnis -261.296 -321.401
+/- Absicherung von Zahlungsströmen F.VII.16 12.719 12.354
+/- Ergebnisneutrale latente Steuern F.VII.6 -2.543 -2.470
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 10.176 9.884
+/- Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste F.VII.17 491 -1.670
+/- Ergebnisneutrale latente Steuern F.VII.6 -133 463
+/- Effekte aus der Währungsumrechnung -4 62
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 354 -1.145
= Sonstiges Ergebnis nach Steuern 10.530 8.739
Gesamtergebnis -250.766 -312.662
davon auf beherrschende Gesellschafter entfallend -250.766 -312.663
davon auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallend 0 1

C. Konzernbilanz

Angabe 31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Immaterielle Vermögenswerte F.VII.1 15.605 19.384
Selbstgenutzte Sachanlagen F.VII.2 5.124.510 5.120.387
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien F.VII.3 144.974 145.273
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen F.VII.4 1.708 2.304
Forderungen F.VII.5 5.051 5.109
Vertragliche Vermögenswerte F.VII.23 15.176 6.237
Sonstiges Finanzvermögen 290 245
Aktive latente Steuern F.VII.6 15.794 8.810
Sonstige Vermögenswerte F.VII.9 5.554 7.390
Langfristige Vermögenswerte 5.328.662 5.315.139
Vorräte F.VII.7 22.518 28.057
Forderungen F.VII.8 57.334 60.603
Vertragliche Vermögenswerte F.VII.23 10.930 7.516
Sonstiges Finanzvermögen F.VII.8 134 40
Tatsächliche Ertragsteueransprüche 1.088 4.196
Sonstige Vermögenswerte F.VII.9 19.263 32.786
Kurzfristige Geldanlagen F.VII.10 34.984 67.985
Zahlungsmittelbestand F.VII.10 16.963 9.717
Kurzfristige Vermögenswerte 163.214 210.900
Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht F.VII.11 1.269 2.551
Aktiva 5.493.145 5.528.590
Gezeichnetes Kapital F.VII.12 306.776 306.776
Rücklagen F.VII.12 90.083 133.651
Übriges Eigenkapital F.VII.12 1.418.253 1.624.515
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 20 20
Eigenkapital 1.815.132 2.064.962
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften F.VII.14 348.177 334.619
Verbindlichkeiten F.VII.15 17.192 19.471
Sonstige Finanzschulden F.VII.15 1.949.988 1.631.789
Leistungen an Arbeitnehmer F.VII.17 82.923 119.135
Sonstige Rückstellungen F.VII.18 91.999 92.038
Passive latente Steuern F.VII.6 250.516 318.474
Sonstige Schulden F.VII.20 13.658 14.600
Langfristige Schulden 2.406.276 2.195.507
Verbindlichkeiten F.VII.19 145.006 111.597
Vertragliche Verbindlichkeiten F.VII.23 2.376 792
Sonstige Finanzschulden F.VII.19 699.495 744.664
Leistungen an Arbeitnehmer F.VII.17 44.351 46.987
Sonstige Rückstellungen F.VII.18 12.409 13.238
Tatsächliche Ertragsteuerschulden 5.187 4.895
Sonstige Schulden F.VII.20 14.736 11.329
Kurzfristige Schulden 923.560 933.502
Passiva 5.493.145 5.528.590

D. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Rücklagen
Angabe Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage
TEUR TEUR
Stand 31.12.2019 F.VII.12. 306.776 102.258
Jahresergebnis 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0
Gesamtergebnis 0 0
Einstellung in Rücklagen 0 0
Entnahmen von Rücklagen 0 0
Änderungen von Rücklagen 0 0
Effekte aus der Währungsumrechnung 0 0
Stand 31.12.2020 F.VII.12. 306.776 102.258
Jahresergebnis 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0
Gesamtergebnis 0 0
Entnahmen von Rücklagen 0 0
Änderungen von Rücklagen 0 0
Effekte aus der Währungsumrechnung 0 0
Stand 31.12.2021 F.VII.12. 306.776 102.258
Rücklagen
Gewinnrücklage übriges Eigenkapital Nicht beherrschender Gesellschafter Eigenkapital
TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand 31.12.2019 45.232 1.923.854 19 2.378.139
Jahresergebnis 0 -321.402 1 -321.401
Sonstiges Ergebnis -1.207 9.884 0 8.677
Gesamtergebnis -1.207 -311.518 1 -312.724
Einstellung in Rücklagen 40.229 -40.229 0 0
Entnahmen von Rücklagen -52.861 52.861 0 0
Änderungen von Rücklagen -12.632 12.632 0 0
Effekte aus der Währungsumrechnung 0 -453 0 -453
Stand 31.12.2020 31.393 1.624.515 20 2.064.962
Jahresergebnis 0 -261.296 0 -261.296
Sonstiges Ergebnis 358 10.176 0 10.534
Gesamtergebnis 358 -251.120 0 -250.762
Entnahmen von Rücklagen -43.926 43.926 0 0
Änderungen von Rücklagen -43.926 43.926 0 0
Effekte aus der Währungsumrechnung 0 932 0 932
Stand 31.12.2021 -12.175 1.418.253 20 1.815.132

E. Konzern-Kapitalflussrechnung

Angabe 2021 2020
TEUR TEUR
Gesamtergebnis -250.766 -312.662
+ Ergebnisneutrale latente Steuern 2.676 2.007
+ Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -491 1.670
+ Absicherung von Zahlungsmittelströmen -12.719 -12.354
Veränderungen aus der Währungsumrechnung 4 -62
Jahresergebnis (EAT) -261.296 -321.401
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 2.576 1.812
Ertragsteuern -74.961 -112.019
Finanzergebnis 48.014 27.754
Betriebliches Ergebnis (EBIT) -285.667 -403.854
Abschreibungen 239.851 242.016
Saldo aus Gewinnen/Verlusten aus dem Abgang von Anlagevermögen und Umgliederungen aus dem Anlagevermögen -3.189 3.800
Zu-/ Abnahme der Vorräte 5.539 9.426
Zu-/ Abnahme der kurzfristigen Forderungen 3.269 33.626
Zu-/ Abnahme der Verbindlichkeiten 31.176 -34.507
Zu-/ Abnahme der Leistungen an Arbeitnehmer -38.759 54.415
Zu-/ Abnahme der Rückstellungen -868 1.848
Zu-Abnahme aus Währungseffekten -932 453
Zu-/ Abnahme der anderen Aktiva und Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 3.014 -21.653
Bruttozahlungsmittelfluss aus der betrieblichen Tätigkeit -46.566 -114.430
Saldo aus gezahlten und erhaltenen Ertragsteuern 747 -1.618
Zahlungsmittelflüsse aus der betrieblichen Tätigkeit -45.819 -116.048
Einzahlungen aus der Veräußerung von selbstgenutzten Sachanlagen 19.801 2.604
Einzahlungen aus der Veräußerung von immateriellen Vermögenswerten 639 681
Auszahlungen für Investitionen in selbstgenutzte Sachanlagen -244.628 -387.809
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -2.115 -2.857
Auszahlungen für Investitionen in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1.441 -379
Erhaltene Zinsen 1.104 305
Auzahlungen in Verbindung mit nicht vollkonsolidierten Unternehmen -1.960 0
Einzahlungen aus Geldanlagen 33.000 100.782
+ Zahlungsmittelflüsse aus der Investitionstätigkeit -195.600 -286.673
Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen F.IX. 438.350 515.850
Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen bei Kreditinstituten F.IX. -158.394 -96.899
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten F.IX. -5.340 -6.437
Zinszahlungen aus Leasingverbindlichkeiten F.IX. -269 -297
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften F.IX. 0 -11.713
Zahlungsmittelzuflüsse aus dem konzernweiten Cashmanagement mit assoziierten und Beteiligungsunternehmen F.IX. 5.121 4.494
Zahlungsmittelabflüsse aus dem konzernweiten Cashmanagement mit assoziierten und Beteiligungsunternehmen F.IX. 0 -263
Gezahlte Zinsen (ohne Bauzeitzinsen) F.IX. -24.116 -23.330
Auszahlungen aus Bauzeitzinsen F.IX. -6.687 -8.543
+ Zahlungsmittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit F.IX. 248.665 372.862
Veränderung des Zahlungsmittelbestands 7.246 -29.859
Zahlungsmittelbestand zum Periodenbeginn 9.717 39.576
Zahlungsmittelbestand zum Periodenende 16.963 9.717

F. Konzernanhang

I. Unternehmen

1 Bei dem vorliegenden Bericht handelt es sich um den Konzernabschluss der Flughafen München GmbH, München (die Unternehmen im Konsolidierungskreis der Flughafen München GmbH werden im Folgenden als Flughafen München bezeichnet).

2 Die Flughafen München GmbH und ihre Tochterunternehmen betreiben den Flughafen in München und die dazugehörigen Nebengeschäfte.

3 Die Gesellschaft hat ihren Firmensitz in der Nordallee 25, 85356 München, Bundesrepublik Deutschland. Sie wird im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 5448 geführt. Die Geschäftsanteile der Flughafen München GmbH werden vom Freistaat Bayern, von der Bundesrepublik Deutschland und der Landeshauptstadt München gehalten.

4 Die Flughafen München GmbH ist oberstes Mutterunternehmen aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften.

5 Per 31. Dezember 2021 hat die Gesellschaft keine Wertpapiere im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) ausgegeben, die an organisierten Märkten gemäß § 2 Abs. 5 WpHG gehandelt werden.

6 Die Geschäftsführung der Flughafen München GmbH hat den Konzernabschluss am 8. April 2022 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

II. Grundsätze der Aufstellung des Konzernabschlusses

7 Im Folgenden werden die bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses beachteten Grundsätze dargestellt. Sie wurden in allen dargestellten Geschäftsperioden stetig angewandt.

8 Berichtswährung ist der Euro. Soweit nicht anders gekennzeichnet, erfolgt die Angabe aller Beträge in Tausend Euro (TEUR). Aus rechnerischen Gründen können Rundungsdifferenzen auftreten.

1. Grundlagen der Abschlusserstellung

9 Die Flughafen München GmbH stellt gemäß § 315e Abs. 3 HGB freiwillig einen Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards auf. Dabei wendet die Gesellschaft die vom International Accounting Standards Board (IASB) und vom International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) veröffentlichten Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) und Interpretationen (SIC/IFRIC) in der in europäisches Recht übernommenen Fassung vollständig und uneingeschränkt an. Darüber hinaus werden die Regelungen des § 315e Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Abs. 1 HGB beachtet.

10 Der Konzernabschluss ist mit Ausnahme bestimmter Posten, wie zum Beispiel zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte, derivativer Finanzschulden oder abgesicherter Grundgeschäfte sowie Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen, nach dem historischen Anschaffungs- oder Herstellungskostenprinzip aufgestellt.

11 Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

12 Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

13 Die Aufstellung eines Abschlusses nach den IFRS erfolgt unter Verwendung von Ermessensentscheidungen und von Einschätzungen durch die Geschäftsführung. Ermessensentscheidungen und Schätzungen zur Bilanzierung bestimmter Sachverhalte können wesentliche Auswirkungen auf die Gesamtaussage des Konzernabschlusses haben. Daher werden Sachverhalte, deren Bilanzierung auf Ermessensentscheidungen und Schätzungen mit wesentlicher Auswirkung auf den Abschluss beruht, in Kapitel F.V. gesondert dargestellt.

2. Neue beziehungsweise überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften

a) Erstmals angewandte neue Vorschriften

14 Im Geschäftsjahr 2021 hat der Flughafen München keine neuen Rechnungslegungsvorschriften erstmalig angewandt.

b) Noch nicht angewandte neue Vorschriften

15 Bis zum Datum der Aufstellung des vorliegenden Abschlusses wurden eine Vielzahl neuer IFRS und IFRIC sowie Änderungen und Ergänzungen zu bestehenden IAS/IFRS und SIC/IFRIC veröffentlicht, deren erstmalige Anwendung erst nach dem Bilanzstichtag vorgeschrieben beziehungsweise erlaubt ist. Hierbei handelt es sich um Änderungen an IFRS 3 (Verweis auf das Rahmenkonzept), IFRS 17 (Versicherungsverträge), Änderungen an IAS 1 (Angaben von wesentlichen Rechnungslegungsmethoden), Änderungen an IAS 8 (Änderungen von Schätzungen), Änderungen an IAS 16 (Erzielung von Erlösen, bevor sich ein Vermögenswert in seinem betriebsbereiten Zustand befindet), Änderungen an IAS 37 (Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung) und Jährliches Verbesserungsverfahren (2018 - 2020) (Änderungen an IFRS 1, IFRS 9 und IAS 41), die durch die Europäische Union übernommen worden sind.

16 Zudem hat das IASB und IFRS Interpretations Committee weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und bisher kein EU-Endorsement erfolgt ist. Hierzu zählen Änderungen an IAS 1 (Einstufung von Verbindlichkeiten als kurz- beziehungsweise langfristig) und Änderungen an IAS 12 (latente Steuern auf Vermögenswerte und Schulden aus einer einzigen Transaktion).

17 Der Flughafen München geht davon aus, dass sich aus der erstmaligen Anwendung dieser Vorschriften keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden.

III. Konsolidierungskreis

1. Tochterunternehmen

18 Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, die von der Flughafen München GmbH direkt oder indirekt beherrscht werden.

19 Eine Beherrschung liegt vor, wenn ein Unternehmen variable Rückflüsse aus seinem Engagement bei einem anderen Unternehmen bezieht, Entscheidungsgewalt über die wesentlichen Geschäftsaktivitäten dieses Unternehmens besitzt und diese Entscheidungsgewalt dazu nutzen kann, die variablen Rückflüsse zu beeinflussen.

20 Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der Flughafen München GmbH und der Tochterunternehmen werden auf den gleichen Abschlussstichtag aufgestellt.

21 Die in Kapitel F.IV. dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden von allen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen angewandt.

22 Die Abschlüsse des Mutterunternehmens und der Tochterunternehmen werden bei der Aufstellung des Konzernabschlusses durch Addition gleichartiger Posten zusammengefasst.

23 Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden die Buchwerte der Beteiligungen des Mutterunternehmens gegen das dem Mutterunternehmen zuzurechnende anteilige Eigenkapital verrechnet.

24 Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Nettovermögen konsolidierter Tochterunternehmen werden ebenso wie der Anteil dieser Gesellschafter am Gesamtergebnis getrennt erfasst und ausgewiesen.

25 Eliminiert werden darüber hinaus konzerninterne Geschäftsvorfälle, Salden, Aufwendungen und Erträge sowie Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen den vollkonsolidierten Unternehmen.

26 Transaktionen mit Anteilen an Tochterunternehmen werden als Geschäfte unter Anteilseignern bilanziert, sofern sie nicht zur Begründung oder zum Verlust der Beherrschung des Tochterunternehmens führen.

a) Änderungen der Beteiligungsquote des Konzerns an Tochterunternehmen

27 Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung über dieses Tochterunternehmen führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Buchwerte der vom Konzern gehaltenen Anteile und der nicht beherrschenden Anteile werden so angepasst, dass sie die Änderungen der an den Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugerechnet.

28 Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, wird der Entkonsolidierungsgewinn oder -verlust erfolgswirksam erfasst.

29 Alle im Zusammenhang mit diesem Tochterunternehmen im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge werden so bilanziert, wie dies bei einem Verkauf der Vermögenswerte erfolgen würde.

30 Sofern der Konzern Anteile an dem bisherigen Tochterunternehmen zurückbehält, werden diese mit dem zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung festgestellten beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Folgebewertung der Anteile erfolgt ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert, abhängig vom Grad der Beherrschung in der Folge gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente: Ansatz, Bewertung und Klassifizierung oder nach den Vorschriften für assoziierte oder Gemeinschaftsunternehmen.

b) Erwerb von Tochterunternehmen

31 Der Erwerb von Tochterunternehmen wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser bestimmt sich aus dem Saldo der zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwerte der übertragenen Vermögenswerte, der übernommenen Schulden und der vom Konzern emittierten Eigenkapitalinstrumente im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden bei ihrem Anfall erfolgswirksam erfasst.

32 Die erworbenen Vermögenswerte und Schulden werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Hierzu gelten folgende Ausnahmen:

Latente Steueransprüche oder latente Steuerschulden und Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten in Verbindung mit Vereinbarungen für Leistungen an Arbeitnehmer:innen werden gemäß IAS 12 Ertragsteuern beziehungsweise IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer erfasst und bewertet; und

Vermögenswerte (oder Veräußerungsgruppen), die gemäß IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind, werden gemäß diesem IFRS bewertet.

33 Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen (sofern gegeben) über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Schulden. Für den Fall, dass sich - auch nach nochmaliger Beurteilung - ein negativer Unterschiedsbetrag ergibt, wird dieser unmittelbar als Ertrag erfolgswirksam erfasst.

34 Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung innerhalb des Bewertungszeitraums von zwölf Monaten werden rückwirkend korrigiert und entsprechend gegen den Geschäfts- oder Firmenwert gebucht. Die Bilanzierung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung, die keine Berichtigungen während des Bewertungszeitraums darstellen, erfolgt in Abhängigkeit davon, wie die bedingte Gegenleistung einzustufen ist. Handelt es sich bei der bedingten Gegenleistung um Eigenkapital, erfolgt keine Folgebewertung an nachfolgenden Abschlussstichtagen; ihre Erfüllung wird innerhalb des Eigenkapitals bilanziert. Eine sonstige bedingte Gegenleistung, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fällt, wird an nachfolgenden Abschlussstichtagen gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallende bedingte Gegenleistungen sind ebenfalls erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

2. Assoziierte Unternehmen

35 Unternehmen, deren finanz- und geschäftspolitische Entscheidungen die Flughafen München GmbH maßgeblich beeinflussen kann, ohne diese allein oder gemeinschaftlich mit einem anderen Unternehmen zu beherrschen, sind assoziierte Unternehmen.

36 Grundlage der Einbeziehung assoziierter Unternehmen ist der letzte verfügbare Abschluss des assoziierten Unternehmens. Bei abweichenden Abschlussstichtagen muss das assoziierte oder gemeinschaftlich geführte Unternehmen einen Zwischenabschluss aufstellen. Sollte dies nicht möglich sein, darf auch ein Abschluss mit abweichendem Stichtag zur Anwendung der Equity-Bilanzierung herangezogen werden, sofern die Abweichung zwischen den Stichtagen nicht größer als drei Monate ist. Dieser ist um die bilanziellen Auswirkungen wesentlicher Geschäftsvorfälle zwischen den Abschlussstichtagen anzupassen.

37 Im Erwerbszeitpunkt werden Beteiligungen an assoziierten Unternehmen mit den Anschaffungskosten bewertet. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Equity-Wert der Beteiligung zu jedem Abschlussstichtag um die anteiligen Veränderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens angepasst. Dabei werden ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderungen des assoziierten Unternehmens im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Übrigen erfolgt die Erfassung ergebniswirksam.

38 An jedem auf den Erwerbszeitpunkt folgenden Abschlussstichtag ist zu prüfen, ob der Buchwert der Beteiligung den erzielbaren Betrag überschreitet und eine Wertminderung oder die Rücknahme einer Wertminderung erforderlich ist.

39 Gewinne und Verluste, die aus Transaktionen zwischen einem vollkonsolidierten Unternehmen und einem mit dem Eigenkapitalwert bilanzierten Unternehmen stammen, werden der Anteilsquote entsprechend eliminiert, soweit für die Vermögenswerte aus solchen Transaktionen nicht bereits eine Wertminderung im Abschluss des assoziierten Unternehmens erfasst wurde.

40 Die in Kapitel F.IV. dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden auch auf die in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen angewandt.

3. Gemeinschaftliche Tätigkeiten

41 Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements), bei denen zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) oder als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren.

42 Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden die Vermögenswerte und Schulden sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Konzernabschluss des Flughafens München einbezogen.

43 Soweit der Konzern Transaktionen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.

44 Gemeinschaftliche Tätigkeiten, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden zum beizulegenden Zeitwert oder, sofern sich dieser für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente nicht hinreichend verlässlich ermitteln lässt, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen.

4. Fremdwährung

45 Bei der Aufstellung der Abschlüsse jedes einzelnen Konzernunternehmens werden die Geschäftsvorfälle, die auf andere Währungen als die funktionale Währung des Konzernunternehmens (Fremdwährungen) lauten, mit den am Tag der Transaktion gültigen Kursen umgerechnet. An jedem Abschlussstichtag werden monetäre Posten in Fremdwährung mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Nicht-monetäre Posten in Fremdwährung, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden mit den Kursen umgerechnet, die zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts Gültigkeit hatten. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertete nicht-monetäre Posten werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung umgerechnet.

46 Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten werden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Davon ausgenommen sind:

Umrechnungsdifferenzen aus auf fremde Währung lautenden Fremdmittelaufnahmen, die bei für die produktive Verwendung vorgesehenen Vermögenswerten im Erstellungsprozess auftreten. Diese werden den Herstellungskosten zugerechnet, falls sie Anpassungen des Zinsaufwands aus diesen auf fremde Währung lautenden Fremdmittelaufnahmen darstellen

Umrechnungsdifferenzen aus Geschäftsvorfällen, die eingegangen werden, um bestimmte Fremdwährungsrisiken abzusichern

Umrechnungsdifferenzen aus zu erhaltenden beziehungsweise zu zahlenden monetären Posten von/an einen ausländischen Geschäftsbetrieb, deren Erfüllung weder geplant noch wahrscheinlich ist und die deswegen Teil der Nettoinvestition in diesen ausländischen Geschäftsbetrieb sind, die anfänglich im sonstigen Ergebnis erfasst und bei Veräußerung vom Eigenkapital in den Gewinn und Verlust umgegliedert werden

47 Zur Aufstellung des Konzernabschlusses werden die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe des Konzerns in Euro (€) umgerechnet, wobei die am Abschlussstichtag gültigen Wechselkurse herangezogen werden. Erträge und Aufwendungen werden zum Durchschnittskurs der Periode umgerechnet, es sei denn, die Umrechnungskurse während der Periode unterlagen starken Schwankungen. In diesem Fall finden die Umrechnungskurse zum Zeitpunkt der Transaktion Anwendung. Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe in Konzernwährung werden im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital angesammelt.

48 Bei Abgang eines ausländischen Geschäftsbetriebs, der zum Verlust der Beherrschung, gemeinschaftlichen Führung oder des maßgeblichen Einflusses führt, wird der entsprechende, bis zu diesem Zeitpunkt kumuliert in der Währungsumrechnungsrücklage erfasste Betrag in den Gewinn oder Verlust als Teil des Abgangerfolgs umgegliedert. Bei nur teilweisem Abgang ohne Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens, das einen ausländischen Geschäftsbetrieb umfasst, wird der entsprechende Teil der kumulierten Umrechnungsdifferenz den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet. Soweit der Konzern ein assoziiertes oder gemeinschaftlich geführtes Unternehmen, das einen ausländischen Geschäftsbetrieb umfasst, teilweise veräußert, jedoch der maßgebliche Einfluss beziehungsweise die gemeinschaftliche Führung erhalten bleibt, wird der entsprechende Anteil der kumulierten Währungsumrechnungsdifferenz in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

49 Ein aus dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert sowie Anpassungen an die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden werden als Vermögenswerte oder Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Resultierende Umrechnungsdifferenzen werden in der Währungsumrechnungsrücklage erfasst.

5. Zusammensetzung des Konsolidierungskreises

a) Tochterunternehmen

50 Der Konsolidierungskreis der Flughafen München GmbH umfasst neben dem Mutterunternehmen selbst die folgenden Tochterunternehmen:

Firma Sitz Geschäftstätigkeit Konsolidierung aufgrund Beteiligung
31.12.2021 31.12.2020
% %
aerogate München Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigungen mbH 1 Oberding Passagierabfertigung Stimmrechtsmehrheit 100 100
AeroGround Flughafen München GmbH 1 München Bodenverkehr Stimmrechtsmehrheit 100 100
AeroGround Berlin GmbH Schönefeld Bodenverkehr Stimmrechtsmehrheit 100 100
Allresto Flughafen München Hotel und Gaststätten GmbH 1 München Gastronomie und Hotel Stimmrechtsmehrheit 100 100
Cargogate Munich Airport GmbH 1 Hallbergmoos Frachtabfertigung Stimmrechtsmehrheit 100 100
eurotrade Flughafen München Handels-GmbH 1 München Einzelhandel Stimmrechtsmehrheit 100 100
Flughafen München Baugesellschaft mbH Oberding Bauherrenvertretung Vertrag 2 60 60
FMSicherheit Flughafen München Sicherheit GmbH Freising Sicherheit Stimmrechtsmehrheit 100 100
InfoGate Information Systems GmbH 1 Freising Information Stimmrechtsmehrheit 100 100
Terminal 2 Gesellschaft mbH & Co oHG 1 Oberding Terminalbetrieb Vertrag 2 60 60
Munich Airport International GmbH München Internationales Management- und Beratungsgeschäft Stimmrechtsmehrheit 100 100
LabCampus GmbH 1 Freising Errichtung und Vermarktung von Immobilien Stimmrechtsmehrheit 100 100
Flughafen München Realisierungsgesellschaft mbH 1 Freising Bauherrenvertretung Stimmrechtsmehrheit 100 100
Munich Airport US Holding LLC Newark/USA Beratungs- und Holdingleistungen Stimmrechtsmehrheit 100 100
Munich Airport NJ LLC (vormals: EWR Terminal One LLC) Newark/USA Terminalbetrieb Stimmrechtsmehrheit 100 100
amd.sigma strategie airport development GmbH Berlin Internationales Beratungsgeschäft Stimmrechtsmehrheit 60 60

1 Hinsichtlich der Offenlegung des Jahresabschlusses wird von der Befreiungsmöglichkeit der §§ 264 Abs. 3 beziehungsweise 264b HGB Gebrauch gemacht.
2 Grundlagen der Konsolidierung werden in Kap F. V.1 näher erläutert.

b) Assoziierte und nicht einbezogene Unternehmen

51 Folgende Unternehmen sind assoziierte Unternehmen. Sie wurden nach dem Equity-Ansatz bewertet:

Firma Sitz Geschäftstätigkeit Beteiligung
31.12.2021 31.12.2020
% %
EFM - Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München mbH Freising Enteisen und Flugzeugschleppen 49 49
Reach Airports LLC * Washington/USA Management- und Beratungsgeschäft 51 51

* Trotz der Mehrheit der Stimmrechte wird die Gesellschaft nach dem Equity-Ansatz einbezogen, da die Mehrheit der Stimmrechte in der Gesellschafterversammlung durch substanzielle Rechte aus dem Gesellschaftsvertrag eingeschränkt werden.

52 Folgendes Unternehmen wird als Joint Operation bewertet:

Firma Sitz Geschäftstätigkeit Beteiligung
31.12.2021 31.12.2020
% %
ORAT AMS Group V.O.F. Amsterdam/ Niederlande Durchführung von ORAT-Leistungen 50 50

53 Im Geschäftsjahr 2020 wurde die ORAT AMS Group V.O.F., Amsterdam/Niederlande, als Partnerschaft zusammen mit der Arup B.V. (Arup) gegründet, um "Operational Readiness and Airport Transfer"-Leistungen (ORAT) für die Schiphol Nederland B.V. mit einer Laufzeit von fünf Jahren zu erbringen. Der Flughafen München Konzern hält 50 % der Anteile, mit denen an den einzelnen Vermögenswerten direkte Rechte und für die Schulden direkte Verpflichtungen bestehen (Joint Operation).

54 Folgende Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen werden nicht in den Konzernabschluss einbezogen:

Firma Sitz Geschäftstätigkeit Art Beteiligung
31.12.2021 31.12.2020
% %
FMV - Flughafen München Versicherungsvermittlungsgesellschaft mbH Freising Versicherungsvermittlung TU 1 100 100
MediCare Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH Oberding Medizinische Dienstleistungen TU 1 51 51
Munich AirportClinic GmbH Oberding Medizinische Dienstleistungen TU 1 51 51
Flughafen Parken GmbH München Vermietung von Parkplätzen JV 2 14,3 14,3

1 TU = Tochterunternehmen,

2 JV = assoziiertes Unternehmen

55 Aufgrund der Nichteinbeziehung jener oben genannten Gesellschaften, welche als vollkonsolidierte Tochterunternehmen einzubeziehen wären, wird der Konzernumsatz um weniger als 1 % (2020: weniger als 1 %) niedriger ausgewiesen.

IV. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Sachanlagevermögen

56 Aufwendungen für den Erwerb oder die Herstellung langfristiger materieller Vermögenswerte sind als Sachanlagen anzusetzen, soweit sie sich in der Verfügungsmacht des Konzerns befinden, verlässlich bestimmt werden können und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit künftigen wirtschaftlichen Nutzen bringen.

57 Der erstmalige Ansatz von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Dabei umfassen die Anschaffungs- und Herstellungskosten alle dem Erwerb direkt zurechenbaren Kosten. Die Herstellungskosten umfassen alle dem Herstellungsvorgang direkt zurechenbaren Kosten. Dabei handelt es sich um Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten.

58 Instandhaltungs- und Wartungsmaßnahmen werden aufwandswirksam erfasst. Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten wie beispielsweise Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen werden nur dann als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Vermögenswerts erfasst, wenn sie für sich genommen als Vermögenswert angesetzt werden können.

59 Die Folgebewertung der Vermögenswerte des Sachanlagevermögens erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

60 Grund und Boden werden nicht planmäßig abgeschrieben. Alle übrigen Vermögenswerte werden linear entsprechend ihren erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern planmäßig abgeschrieben.

61 Der Konzern wendet insbesondere für Gebäude den Komponentenansatz an. Danach sind die kumulierten Anschaffungs- und Herstellungskosten eines Gebäudes in Bestandteile unterschiedlicher Nutzungsdauer zu zerlegen und getrennt abzuschreiben. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Gebäude werden in die Bestandteile Rohbau und Fassade, Dächer sowie Innenausstattung und Technik zerlegt und gesondert abgeschrieben.

62 Im Konzernabschluss gelten die folgenden Nutzungsdauern (ausgenommen sind Nutzungsrechte in Bezug auf Leasingverhältnisse):

• Gebäude
Rohbau und Fassade 25 - 50 Jahre
Dächer 20 Jahre
Innenausstattung und Technik 25 Jahre
• Verkehrsflächen 15 - 35 Jahre
• Betriebsflächen 15 - 90 Jahre
• Technische Anlagen und Maschinen
Flugbetriebsflächen 25 - 40 Jahre
Flugtechnische Anlagen 4 - 20 Jahre
Ver- und Entsorgungsanlagen 8 - 35 Jahre
Andere Anlagen und Maschinen 4 - 20 Jahre
• Betriebsausstattung
Mobiles Gerät Betrieb und Abfertigung 3 - 20 Jahre
Mobiliar und Einrichtungen 1 - 20 Jahre
Fuhrpark 3 - 15 Jahre
Andere Betriebsausstattung 1 - 20 Jahre

63 Für die Nutzungsrechte in Bezug auf Leasingverhältnisse nach IFRS 16 werden Nutzungsdauern zwischen sechs Monaten bis 26 Jahren unterstellt. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen über Vermögenswerte berücksichtigt der Konzern sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten, die wesentlichen Faktoren hierbei sind die Konditionen, die Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit des Leasinggebers sowie logistische Überlegungen im Zusammenhang mit der zukünftigen Strategie des Konzerns.

64 Die Nutzungsdauern und erwarteten Restwerte von Sachanlagen werden zum Ende einer jeden Berichtsperiode überprüft.

65 Die Buchwerte werden an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts geschätzt. Unterschreitet der erzielbare Betrag einer Sachanlage beziehungsweise einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren Buchwert, wird die Sachanlage ergebniswirksam auf den erzielbaren Betrag wertgemindert.

66 Gewinne und Verluste aus Anlagenabgängen werden durch Vergleich des Verkaufserlöses mit dem Restbuchwert ermittelt. Sie sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen Erträgen und sonstigen Aufwendungen enthalten.

2. Immaterielle Vermögenswerte

a) Erworbene immaterielle Vermögenswerte

67 Aufwendungen für den Erwerb langfristiger immaterieller Vermögenswerte sind anzusetzen, soweit diese sich in der Verfügungsmacht des Konzerns befinden, verlässlich bestimmt werden können und dem Konzern mit überwiegender Wahrscheinlichkeit künftigen wirtschaftlichen Nutzen bringen.

68 Die Anschaffungskosten umfassen alle Aufwendungen, die notwendig sind, um den Vermögenswert in Betriebsbereitschaft zu versetzen.

69 Die Folgebewertung immaterieller Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Von Emissionsrechten abgesehen, sind die Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte bestimmt und betragen zwischen drei und zehn Jahre. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer.

b) Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte

70 Kosten für selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden aktiviert, sobald ein Herstellungsprojekt die Entwicklungsphase erreicht hat und die nachfolgenden Kriterien kumulativ erfüllt sind:

technische Machbarkeit

Fertigstellungsabsicht

Fähigkeit zur Nutzung

Nachweis über den künftigen wirtschaftlichen Nutzen in Form von Umsatzerlösen oder Aufwandsersparnis

Ressourcenverfügbarkeit

verlässliche Bestimmung der Projektaufwendungen

71 Bei den selbsterstellten immateriellen Vermögenswerten handelt es sich um Spezialsoftware für den Flughafenbetrieb. Der Ansatz der selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte erfolgt zu Herstellungskosten. Diese umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten.

72 Aufwendungen, die die Ansatzvoraussetzungen nicht erfüllen, werden sofort aufwandswirksam erfasst. Einmal als Aufwand erfasste Entwicklungskosten werden nicht in Folgeperioden aktiviert.

73 Die Nutzungsdauer der selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte ist bestimmbar. Sie beträgt drei bis sieben Jahre. Planmäßige Abschreibungen erfolgen linear.

c) Emissionsrechte

74 Emissionsrechte werden bei erstmaligem Ansatz mit den Anschaffungskosten bewertet.

75 Die Nutzungsdauer von Emissionsrechten ist grundsätzlich nicht bestimmbar. Daher wird der Buchwert dieser Rechte jährlich mit dem erzielbaren Betrag verglichen und gegebenenfalls abgewertet.

3. Fremdkapitalkosten

76 Soweit bis zum Erreichen der Betriebsbereitschaft eines Vermögenswerts ein beträchtlicher Zeitraum vergeht (qualifizierte Vermögenswerte), werden die dem Erwerb oder der Herstellung des Vermögenswerts direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten aktiviert.

77 Aktivierungsfähige Fremdkapitalkosten umfassen Zinsaufwendungen direkter und indirekter Finanzierungsquellen. Sie werden aus dem nach der Effektivzinsmethode bestimmten Zinsaufwand abgeleitet.

78 Der Ansatz von Fremdkapitalkosten beginnt mit dem Anschaffungs- oder Herstellungsbeginn und endet mit Erreichen der Betriebsbereitschaft.

4. Wertminderungstest

79 Der Flughafen München prüft an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Vermögenswerten vorliegen. Falls ja, schätzt der Konzern den erzielbaren Betrag der Vermögenswerte und vergleicht diesen mit dem Buchwert. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert.

Der Nutzungswert ist der Barwert der erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse, die aus der fortgeführten Nutzung der betroffenen Vermögenswerte voraussichtlich erzielt werden können. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswerts, so wird die Differenz zum Buchwert aufwandswirksam erfasst. Für Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte wird auf die entsprechenden Ausführungen unter Kapitel F.IV.B.f) verwiesen.

80 Vermögenswerte, die nur in Zusammenhang mit anderen Vermögenswerten Zahlungsmittelflüsse erzeugen können, werden zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zusammengefasst. Die Zusammenfassung endet, sobald Einheiten erreicht werden, die Zahlungsmittelzuflüsse erzeugen, welche von den Zahlungsmittelflüssen aus anderen Einheiten unabhängig sind.

5. Langfristige Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden

81 Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgeführte Nutzung realisiert werden soll. Voraussetzungen für die Einstufung als zur Veräußerung verfügbar sind:

Möglichkeit zur Veräußerung im gegenwärtigen Zustand und zu allgemein üblichen Konditionen

höchstwahrscheinliche Veräußerung binnen Jahresfrist

82 Langfristige Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden, werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Folgebewertung erfolgt zum Restbuchwert abzüglich kumulierter Wertminderungen. Bewertungsmaßstab zur Ermittlung des Wertminderungsbedarfs ist der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

6. Zuwendungen der öffentlichen Hand

83 Zuwendungen der öffentlichen Hand werden so lange nicht erfasst, bis eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass der Flughafen München die dazugehörigen Bedingungen, die mit den Zuwendungen in Verbindungen stehen, erfüllen wird und die Zuwendungen auch gewährt werden.

84 Zuwendungen der öffentlichen Hand sind planmäßig in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen, und zwar im Verlauf der Perioden, in denen der Konzern die entsprechenden Aufwendungen, die die Zuwendungen der öffentlichen Hand kompensieren sollen, ansetzt. Konkret werden Zuwendungen der öffentlichen Hand, deren wichtigste Bedingung der Kauf, der Bau oder die sonstige Anschaffung langfristiger Vermögenswerte ist, bei der Feststellung des Buchwerts des Vermögenswerts abgesetzt. Die Zuwendungen werden mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des abschreibungsfähigen Vermögenswerts in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

85 Zuwendungen der öffentlichen Hand, die als Ausgleich für bereits angefallene Aufwendungen oder Verluste oder zur sofortigen finanziellen Unterstützung ohne künftig damit verbundenen Aufwand gezahlt werden, werden in der Periode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der entsprechende Anspruch entsteht.

7. Immobilien, die als Finanzinvestition gehalten werden

86 Im Gegensatz zu selbstgenutzten Immobilien werden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien nicht im Rahmen der üblichen betrieblichen Tätigkeit, sondern ausschließlich zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zur Vereinnahmung von Wertsteigerungen verwendet.

87 Zu den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zählen alle Grundstücke und Gebäude mit unbestimmter Verwendung. Der Konzern ordnet zudem alle fremdgenutzten Gebäude und Grundstücke, mit denen Einnahmen erzielt werden, die unabhängig vom übrigen Flughafenbetrieb anfallen, den Finanzinvestitionen zu. Aus diesem Grund werden beispielsweise vermietete Hangars als selbstgenutzte Immobilien, vermietete Verwaltungsgebäude dagegen als Finanzinvestitionen eingestuft.

88 Der erstmalige Ansatz von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Dabei umfassen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten alle dem Erwerb direkt zurechenbaren Kosten. Die Folgebewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden entsprechen den Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden für selbstgenutzte Immobilien.

89 Sobald als Finanzinvestition gehaltene Immobilien einer betrieblichen Verwendung zugeführt werden, erfolgt eine Umbuchung in das selbstgenutzte Sachanlagevermögen. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sobald die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind (siehe F.IV.5.).

8. Leasingverhältnisse

90 Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen werden bei Erstansatz zu Barwerten erfasst. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten den Barwert folgender Leasingzahlungen:

feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize

variable Zahlungen, die an einen Index oder (Zins-) Satz gekoppelt sind

voraussichtlich zu entrichtende Restwertgarantien

der Ausübungspreis einer Kaufoption, sofern die Ausübung der Kaufoption hinreichend sicher ist

Strafzahlungen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, sofern die Kündigung hinreichend sicher ist; die Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst, der aus den risikolosen Zinssätzen zuzüglich den Risikoaufschlägen für das Kreditausfallrisiko abgeleitet wird

91 Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

Beträge aus der erstmalig bewerteten Leasingverbindlichkeit

bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize

anfängliche direkte Kosten und

geschätzte Kosten im Zusammenhang mit Rückbauverpflichtungen, die nach IAS 37 erfasst und bewertet werden

92 Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt durch Erhöhung des Buchwerts um die Verzinsung der Leasingverbindlichkeit (unter Anwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes) und durch Reduzierung des Buchwerts um die geleisteten Miet-/Leasingraten.

93 Die Folgebewertung der Nutzungsrechte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten und wird über die Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer entspricht der Vertragslaufzeit beziehungsweise falls kürzer, dem Zeitraum der erwarteten Nutzung. Die Nutzungsrechte werden bei Neubewertungen der Leasingverbindlichkeiten angepasst.

94 Die Buchwerte der Nutzungsrechte werden an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Zum Wertminderungstest wird auf Kapitel F.IV.4 verwiesen.

95 Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden bilanziert.

9. Finanzinstrumente

a) Ansatz und Erstbewertung

96 Allgemein werden finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten erstmalig erfasst, wenn der Konzern Vertragspartei wird. Marktübliche Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden am Handelstag bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte, mit der Ausnahme von derivativen Finanzinstrumenten, werden zum Erfüllungsdatum angesetzt.

97 Finanzinstrumente werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Sofern Finanzinstrumente im Rahmen der Klassifizierung nicht in die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" eingeordnet werden, erfolgt der Ansatz zum beizulegenden Zeitwert inklusive des Erwerbs oder der Emission direkt zurechenbarer Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente werden zum Transaktionspreis bewertet.

b) Klassifizierung und Folgebewertung

98 Der Flughafen München nimmt beim erstmaligen Ansatz von finanziellen Vermögenswerten eine Zuordnung in eine der nachfolgenden Bewertungskategorien vor: "zu fortgeführten Anschaffungskosten", "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Fremdkapital", "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Eigenkapital" sowie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert". Die Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte zu den Bewertungskategorien - mit Ausnahme von Eigenkapitalinstrumenten - erfolgt abhängig von dem identifizierten Geschäftsmodell, in dessen Rahmen die Vermögenswerte gehalten werden, sowie den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme. Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts müssen zu festgelegten Zeitpunkten Zahlungsströme generieren, die ausschließlich "Zahlungen für Zins und Tilgung" darstellen.

99 Finanzielle Vermögenswerte werden der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet, sofern diese:

im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung das Halten von Vermögenswerten ist

die Zahlungen ausschließlich Zins und Tilgung darstellen und an vorgegebenen Zeitpunkten erfolgen.

100 Finanzielle Vermögenswerte werden in die Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Fremdkapital" eingeordnet, wenn diese:

im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung das Halten und Verkaufen von Vermögenswerten ist

die Zahlungen ausschließlich Zins und Tilgung darstellen und an vorgegebenen Zeitpunkten erfolgen.

101 Alle anderen finanziellen Vermögenswerte, die nicht "zu fortgeführten Anschaffungskosten" oder "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Fremdkapital" wie oben beschrieben klassifziert werden, sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

102 Die Beurteilung des Geschäftmodells erfolgt auf Portfolioebene der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und deren Zielsetzung. Der Konzern hat gegenwärtig die Geschäftsmodelle "Halten" sowie "Sonstige" für die im Bestand befindlichen Finanzinstrumente identifiziert.

103 Finanzielle Vermögenswerte im Geschäftsmodell "Halten" und somit in der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" sind insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte. Weiterhin werden dieser Kategorie flüssige Mittel zugeordnet. Bei den flüssigen Mitteln handelt es sich um kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen.

104 Finanzielle Vermögenswerte des Geschäftsmodells "Sonstige" und in der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" sind ausschließlich zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte im Sinne von Derivaten und originären Finanzinstrumenten.

105 Unter IFRS 9 hat die Beurteilung der vertraglichen Zahlungen von Zins und Tilgung auf Einzelinstrumentenebene zu erfolgen und basiert auf den folgenden Definitionen:

Der Begriff "Tilgung" referenziert auf den Kapitalbetrag des finanziellen Vermögenswerts. Der Kapitalbetrag stellt den beizulegenden Zeitwert des Finanzinstruments zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung dar. Für kurzfristige Vermögenswerte entspricht dies regelmäßig dem Nominalbetrag.

Der Begriff "Zins" ist definiert als Gegenleistung für den Zeitwert des Geldes sowie das übernommene Kreditrisiko und andere grundlegende Kosten einer einfachen Kreditbeziehung (zum Beispiel Liquiditätsrisiko und Verwaltungskosten). Finanzielle Vermögenswerte werden nach ihrem erstmaligen Ansatz nicht umgegliedert, es sei denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell für die Verwaltung finanzieller Vermögenswerte. Umklassifzierungen der betroffenen finanziellen Vermögenswerte erfolgen am ersten Tag der ersten Berichtsperiode nach der Änderung des Geschäftsmodells und wurden im abgeschlossenen Geschäftsjahr nicht vorgenommen.

106 Eigenkapitalinstrumente sind grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinstruments, welches nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der Flughafen München unwiderruflich bestimmen, die Wertänderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis darzustellen ("erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Eigenkapital"). Diese Entscheidung erfolgt für jedes einzelne Instrument.

107 Bei den im Bestand befindlichen Eigenkapitalinstrumenten handelt es sich um Beteiligungen an Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen, die wegen Geringfügigkeit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen werden.

108 Die Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten erfolgt unabhängig von weiteren Kriterien grundsätzlich in die Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten". Sofern beim erstmaligen Ansatz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, kann eine hiervon abweichende Bilanzierung vorgenommen werden. Neben der Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten kann auch eine Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfolgen. Hierbei sind Derivate grundsätzlich immer erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, zudem besteht die Möglichkeit zur Ausübung der Option "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert". Derzeit wird diese Option nicht ausgeübt. Für ausgegebene Kreditzusagen ist bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen ebenfalls eine Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle vorzunehmen.

109 Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" sind im Wesentlichen Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften, Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern, Finanzschulden aus Darlehen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten.

c) Bewertungskategorien

110 Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte basiert auf folgenden Bewertungskategorien:

"Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert": Gewinne und Verluste sowie jegliche Zinserträge und Dividenden finanzieller Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

"Zu fortgeführten Anschaffungskosten": Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden anhand der Effektivzinsmethode bewertet. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden um Wertberichtigungen gemindert. Zinserträge, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie Wertberichtigungen werden erfolgswirksam erfasst. Des Weiteren sind auch bei einer Ausbuchung entstehende Gewinne und Verluste erfolgswirksam zu erfassen.

"Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Fremdkapital": Sonstige Schuldinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Mit der Effektivzinsmethode berechnete Zinserträge, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie Wertberichtigungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Andere Nettogewinne und -verluste sind im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Bei Ausbuchung werden aggregierte Gewinne und Verluste erfolgswirksam reklassifiziert.

"Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Eigenkapital": Sonstige Eigenkapitalinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dividenden, die nicht eindeutig für einen Teil der Investitionskosten entschädigen, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Andere Nettogewinne und -verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst und dürfen nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung reklassifiziert werden.

111 Die Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten basiert auf folgenden Bewertungskategorien:

"Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert": Gewinne und Verluste sowie jegliche Zinsaufwendungen finanzieller Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bezüglich als Sicherungsinstrumente designierter Derivate ist zusätzlich Abschnitt F.IV.9.g) zu beachten.

"Zu fortgeführten Anschaffungskosten": Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden anhand der Effektivzinsmethode bewertet.

Zinsaufwendungen sowie Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst. Des Weiteren werden auch bei Ausbuchung entstehende Gewinne und Verluste erfolgswirksam erfasst.

112 Der Effektivzins ist der Zinssatz, mit dem die erwarteten Zahlungsströme aus einem Finanzinstrument (einschließlich Gebühren) über die erwartete Laufzeit auf den im Ermittlungszeitpunkt anzusetzenden Buchwert diskontiert werden. Bei der Berechnung der Zinserträge und -aufwendungen wird der Effektivzins auf den Bruttobuchwert des finanziellen Vermögenswerts (sofern der Vermögenswert nicht wertgemindert ist) oder die fortgeführten Anschaffungskosten der finanziellen Verbindlichkeit angewendet.

113 Für finanzielle Vermögenswerte, die nach dem erstmaligen Ansatz als wertgemindert eingestuft werden, wird der Effektivzins auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts berechnet. Wird der finanzielle Vermögenswert nachfolgend nicht länger als wertgemindert eingestuft, erfolgt die Berechnung der Zinserträge wieder auf Basis des Bruttobuchwerts. Bei geänderten Cashflows wird die Ermittlung mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz fortgeführt.

114 Bei substanziellen vertraglichen Darlehensmodifikationen, die zur Ausbuchung des ursprünglichen und Erfassung eines neuen Darlehens führen, wird ein neuer Effektivzins berechnet. Bei nicht substanziellen vertraglichen Darlehensmodifikationen wird die bestehende Verbindlichkeit unter Beibehaltung des ursprünglichen Effektivzinssatzes fortgeführt. Die Diskontierung der geänderten Cashflows mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz resultiert in einer ergebniswirksamen Buchwertanpassung der fortgeführten Anschaffungskosten.

115 Die Bilanzierung von Finanzgebühren richtet sich nach deren Gehalt. Gebühren, die für erbrachte Leistungen erhoben werden, sind sofort ergebniswirksam zu erfassen. Anderenfalls erfolgt ihre Berücksichtigung als Transaktionskosten (Erfassung im Zugangsbuchwert und Verteilung mittels der Effektivzinsmethode bei Finanzinstrumenten mit fester Zinsbindung beziehungsweise lineare Verteilung über die Laufzeit bei variabler Zinsbindung). Bereitstellungsgebühren werden bis zur Darlehensauszahlung unter den abgegrenzten Aufwendungen angesetzt. Soweit mit der Darlehensauszahlung nicht mehr gerechnet wird, ist der angesammelte Betrag sofort ergebniswirksam aufzulösen.

116 Der beizulegende Zeitwert derivativer Finanzinstrumente wird durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz sowie mittels weiterer gängiger finanzmathematischer Methoden ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Derivaten ist bei erstmaliger Bilanzierung unter markgerechten Konditionen grundsätzlich null. Im Rahmen der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten werden kontrahentenspezifische Kreditrisiken berücksichtigt.

d) Ausbuchung

117 Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert erlöschen, oder die Rechte auf den Erhalt der vertraglichen Zahlungsströme einer Transaktion, bei der im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf einen Dritten übertragen oder weder übertragen noch zurückbehalten werden und keine Kontrolle über den finanziellen Vermögenwert besteht. Der Flughafen München geht keine Transaktionen ein, die zu einer vollständigen oder teilweisen Übertragung aller wesentlichen Chancen und Risiken führen könnten.

118 Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Der Flughafen München bucht finanzielle Verbindlichkeiten auch aus, wenn die vertraglichen Bedingungen angepasst wurden und die Zahlungsströme wesentlich voneinander abweichen. In diesem Fall wird eine neue finanzielle Verbindlichkeit basierend auf den geänderten Bedingungen zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Bei Ausbuchung der finanziellen Verbindlichkeit wird die Differenz zwischen dem bisherigen Buchwert und der gezahlten Gegenleistung (einschließlich nicht zahlungswirksamer Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten) erfolgswirksam erfasst.

e) Saldierung

119 Finanzielle Vermögenswerte und Finanzschulden werden im vorliegenden Konzernabschluss saldiert, soweit die zivilrechtlichen Voraussetzungen für die Aufrechnung nach § 387 ff. BGB am Bilanzstichtag gegeben sind und die Geschäftsführung die Aufrechnung oder einen simultanen Ausgleich beabsichtigt und durchsetzen kann.

f) Wertminderungen - erwartete Kreditausfälle

120 Der Flughafen München erfasst erwartete Kreditausfälle für sämtliche finanzielle Vermögenswerte, die zu "fortgeführten Anschaffungskosten" bewertet werden. Die Höhe der Verlusterfassung sowie die Zinsvereinnahmung bestimmen sich nach dem Berechnungsmodell sowie der Zuordnung des Instruments in die jeweilige Stufe.

121 Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertraglichen Vermögenswerten 1 hat für alle anderen Finanzinstrumente die Ermittlung der Wertminderungshöhe nach dem allgemeinen Wertminderungsmodell (auch "general approach") sowie den folgenden drei Stufen zu erfolgen:

122 Stufe 1: Alle relevanten Finanzinstrumente werden zunächst der Stufe 1 zugeordnet. Der Barwert der erwarteten Verluste aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate ("12-Monats-Kreditausfall") nach Abschlussstichtag ist aufwandswirksam zu erfassen. Die im Zusammenhang mit dem Finanzinstrument verbundenen Zinserträge errechnen sich durch Multiplikation des Bruttobuchwerts zum Periodenbeginn mit dem zum Zugangszeitpunkt ermittelten Effektivzinssatz. Folglich erfolgt die Anwendung der Effektivzinsmethode auf Basis des Buchwerts vor Berücksichtigung der Risikovorsorge.

123 Stufe 2: Finanzinstrumente, die gegenüber dem Zugangszeitpunkt ein signifikant erhöhtes Kreditrisiko aufweisen, sind der Stufe 2 des Wertberichtigungsmodells zuzuordnen. Die Wertminderung entspricht dem Barwert der erwarteten Verluste aus möglichen Ausfallereignissen über die vertragliche Restlaufzeit des Finanzinstruments ("lebenslanger Kreditausfall"). Die Zinserträge werden analog zu Stufe 1 berechnet.

124 Stufe 3: Sofern sich neben einem signifikant erhöhten Kreditrisiko auch objektive Hinweise auf eine Wertminderung des Finanzinstruments beobachten lassen, erfolgt die Bemessung der Wertminderung weiterhin auf Basis des Barwerts der erwarteten Verluste aus möglichen Ausfallereignissen über die vertragliche Restlaufzeit des Finanzinstruments ("lebenslanger Kreditausfall"). Die Vereinnahmung der Zinserträge erfolgt gegenüber der Stufe 1 und 2 jedoch auf Basis des Nettobuchwerts, das heißt Bruttobuchwert abzüglich Risikovorsorge unter Berücksichtigung des ursprünglichen Effektivzinssatzes.

125 Flüssige Mittel, sonstige Forderungen und Vermögenswerte sowie Kreditzusagen unterliegen den Wertminderungsanforderungen nach dem allgemeinen Ansatz. Der (Netto-)Buchwert dieser Finanzinstrumente stellt jeweils das maximale Ausfallrisiko dar.

126 Zur Bestimmung eines signifikant gestiegenen Kreditrisikos gegenüber der initialen Erfassung berücksichtigt der Flughafen München angemessene Informationen, die ohne übermäßige Kosten oder Bemühungen verfügbar sind.

1 Die ebenfalls im Anwendungsbereich befindlichen Leasingforderungen sind nicht im Bestand. Ferner wird das Wahlrecht zur Anwendung des vereinfachten Ansatzes ("simplified approach") für langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertraglichen Vermögenswerten in Anspruch genommen.

127 Finanzinstrumente im allgemeinen Ansatz ("general approach") unterliegen einem signifikant gestiegenen Kreditrisiko bei einer (relativen) Veränderung der Ausfallwahrscheinlichkeit um mehr als 20 %, spätestens wird jedoch ein signifikant gestiegenes Kreditrisiko bei einer Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen angenommen.

128 Für flüssige Mittel wird nach Möglichkeit die Vereinfachung für Finanzinstrumente mit einem niedrigen Kreditrisiko ("low credit risk exemption") zum Bilanzstichtag in Anspruch genommen. Zur Einschätzung eines niedrigen Kreditrisikos tragen beispielhaft länder- und schuldnerspezifische Ratinginformationen sowie deren Ausblick bei. Die Anforderungen für Finanzinstrumente mit einem niedrigen Kreditrisiko werden für flüssige Mittel mit mindestens einem Investment-Grade-Rating als erfüllt angesehen, sodass keine Nachverfolgung des Kreditrisikos für Finanzinstrumente mit einem niedrigen Kreditrisiko erforderlich ist.

129 Da Kreditzusagen keine Fälligkeitsstruktur aufweisen, wird zur Identifikation eines signifikant gestiegenen Kreditrisikos und bei objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung nicht auf Überfälligkeitsdaten zurückgegriffen.

130 Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertraglichen Vermögenswerten kommt ein vereinfachter Ansatz zur Ermittlung der Wertminderung ("simplified approach") zur Anwendung, welcher unabhängig von der Kreditqualität eine Wertminderung in Höhe des lebenslangen Kreditausfalls über die Restlaufzeit vorsieht. Folglich ist für diese Finanzinstrumente jeweils mindestens eine Zuordnung in Stufe 2 sowie bei objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung ein Transfer in Stufe 3 vorzunehmen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragliche Vermögenswerte, welche eine Finanzierungskomponente gemäß IFRS 15 enthalten, sowie für Forderungen aus Leasingverhältnissen wird ebenfalls der vereinfachte Ansatz angewandt. Der (Netto-)Buchwert dieser Instrumente stellt jeweils das maximale Kreditrisiko dar.

131 Zu jedem Abschlussstichtag werden die Finanzinstrumente einzeln dahingehend untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen. Falls dies der Fall ist, nimmt der Flughafen München eine Einzelbetrachtung der Finanzinstrumente vor. Objektive Hinweise auf eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts liegen vor, wenn sich verlässlich bestimmbare negative Auswirkungen auf die künftigen Zahlungsströme aus dem Vermögenswert ermitteln lassen.

132 Objektive Hinweise auf eine Wertminderung werden für flüssige Mittel neben den allgemeinen, qualitativen Indikatoren spätestens nach 90 Tagen Überfälligkeit angenommen.

133 Als objektive Hinweise auf eine Wertminderung gelten beispielsweise signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Zahlungsausfälle und -verzüge, Herabsetzung der Kreditwürdigkeit, Insolvenz beziehungsweise andere Sanierungsverfahren des Schuldners.

134 Soweit in einer der folgenden Geschäftsperioden Ereignisse eintreten, die darauf hinweisen, dass sich die künftigen Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert wieder dem ursprünglichen Niveau annähern (zum Beispiel durch eine Erhöhung der Kreditwürdigkeit), wird eine Wertaufholung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

135 Für die Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle sowie zur Beurteilung der relativen Veränderung der Ausfallwahrscheinlichkeit greift der Flughafen München auf am Markt quotierte Credit-Default-Swap-Spreads zurück, die zukunftsgerichtete makroökonomische Faktoren berücksichtigen, und extrahiert die Ausfallwahrscheinlichkeit. In Abhängigkeit des Volumens gegenüber Schuldnern erfolgt für wesentliche Positionen eine individuelle Betrachtung, für betragsmäßig nicht wesentliche Positionen wird eine Beurteilung anhand homogener Portfolien, die die geografischen und schuldnerspezifischen Eigenschaften abbilden, vorgenommen. Sofern für bestimmte Schuldner keine schuldnerspezifischen Credit-Default-Swap-Spreads vorhanden sind, erfolgt eine Betrachtung unter Berücksichtigung der geografischen und branchenspezifischen Eigenschaften.

136 Der 12-Monats-Kreditausfall sowie der lebenslange Kreditausfall werden mittels am Markt quotierter Credit-Default-Swap-Spreads berechnet, die neben der Ausfallwahrscheinlichkeit des Schuldners auch die Verlustquote bei Ausfall beinhalten. Bei Vorliegen objektiver Hinweise auf eine Wertminderung wird im Rahmen der Einzelbetrachtung eine separate Einschätzung des erwarteten Verlusts basierend auf dem aktuellen Marktpreis sowie dem ursprünglichen Effektivzinssatz vorgenommen.

137 Die Berechnung erwarteter Kreditausfälle bei Kreditzusagen basiert auf dem intern verwendeten Risikoaufschlag (credit spread), der zu dem variablen Zinssatz der jeweiligen Cashpool-Zusagen addiert wird.

138 Als Ausfallereignis definiert der Flughafen München unabhängig vom Finanzinstrument eine nicht länger vorhandene Einbringlichkeit des Finanzinstruments, sodass eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 100 % vorliegt. Dann wird nicht länger mit einer Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gerechnet. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt eine Abschreibung des Bestands, korrigiert um mögliche Sicherheiten.

g) Derivate in Sicherungsbeziehungen

139 Die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden können nur auf Derivate angewandt werden, die in eine hocheffektive, hinreichend dokumentierte Sicherungsbeziehung eingebracht wurden. Alle übrigen Derivate sind erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Derivate in Sicherungsbeziehungen werden am Handelstag angesetzt. Sie werden bei erstmaligem Ansatz und in der Folge mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Erfassung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts hängt von der Art des Grundgeschäfts und der Sicherungsbeziehung ab.

140 Absicherung des beizulegenden Zeitwerts

(Fair Value Hedge): Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments und Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts im Hinblick auf das gesicherte Risiko werden ergebniswirksam erfasst. Dabei wird der effektive Teil der Änderung unter den Finanzierungsaufwendungen oder -erträgen und der ineffektive Teil im sonstigen Finanzergebnis unter den sonstigen Gewinnen (netto) beziehungsweise den sonstigen Verlusten (netto) ausgewiesen.

141 Mit Beendigung eines Fair Value Hedge wird die Zeitwertbewertung des Grundgeschäfts beendet. Bei einem zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrument wird auf Basis des im Beendigungszeitpunkt vorliegenden Buchwerts und der noch ausstehenden Zahlungsströme ein neuer Effektivzins bestimmt. Der Effektivzins wird der Folgebewertung bis zum Abgang des Grundgeschäfts zugrunde gelegt.

142 Absicherung von Zahlungsmittelströmen

(Cashflow Hedge): Der effektive Anteil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments wird erfolgsneutral in der Sicherungsrücklage, der ineffektive Anteil erfolgswirksam im sonstigen Finanzergebnis unter den sonstigen Gewinnen (netto) beziehungsweise den sonstigen Verlusten (netto) erfasst. Die in der Sicherungsrücklage erfassten Wertänderungen werden in jedem Zahlungszeitpunkt zum Ausgleich des Ergebniseffekts aus den abgesicherten Zahlungsströmen des finanziellen Grundgeschäfts in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (Reklassifizierung).

143 Auch nach Beendigung eines Cashflow Hedge verbleiben die bis dato angesammelten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts bis zum Eintritt der abgesicherten Transaktion in der Sicherungsrücklage. Die in der Sicherungsrücklage erfassten Wertänderungen werden zu jedem Zahlungszeitpunkt zum Ausgleich des Ergebniseffekts aus den abgesicherten Zahlungsströmen des finanziellen Grundgeschäfts in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (Reklassifizierung).

144 Spätestens zu Beginn der Absicherung werden Sicherungsbeziehungen, Risikomanagementziele und -strategien des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Dabei werden Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft identifiziert, die Art der Sicherungsbeziehung bestimmt, die Ziele der Sicherungsstrategie und die Methoden der Effektivitätsmessung festgehalten.

145 Der Flughafen München überwacht die prospektive Effektivität der Sicherungsbeziehung vom Zeitpunkt des Sicherungsbeginns an bis zum Ende der Sicherungsbeziehung.

146 Angaben zum beizulegenden Zeitwert der Derivate in Sicherungsbeziehungen sind dem Kapitel F.VII.16 zu entnehmen, Angaben zu den Veränderungen der Sicherungsrücklage sind in Kapitel F.VII.12 zu finden. Entsprechend der Fristigkeit des zugehörigen Grundgeschäfts wird der volle Buchwert eines Derivats als kurz- oder langfristig eingestuft.

10. Vorräte

147 Unter den Vorräten werden Roh-, Hilf- und Betriebsstoffe, fertige und unfertige Leistungen sowie Handelswaren ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und zum Nettoveräußerungswert. Das zur Bestimmung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen verwendete Verbrauchsfolgeverfahren ist die Durchschnittsmethode und bei den Handelswaren die Fifo-Methode.

148 Der Nettoveräußerungswert ist dagegen der Verkaufserlös abzüglich erwarteter Kosten bis zur Veräußerung.

11. Forderungen und Vertragliche Vermögenswerte

a) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

149 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden angesetzt, sobald der Flughafen München einen Anspruch auf Vergütung für ausgeführte Lieferungen oder erbrachte Leistungen erworben hat. Sie werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen, soweit der Fälligkeitstermin über zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag liegt. Im Übrigen erfolgt der Ausweis unter den kurzfristigen Vermögenswerten.

150 Bei erstmaligem Ansatz werden Forderungen mit dem Transaktionspreis und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Wertminderungen bewertet.

b) Vertragliche Vermögenswerte

151 Vertragliche Vermögenswerte werden angesetzt, sobald der Flughafen München einen bedingten Anspruch auf Vergütung für ausgeführte Lieferungen oder erbrachte Leistungen erworben hat. Sie werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen, soweit deren Realisierung mehr als zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag liegt. Bei einer Realisierung unter zwölf Monaten erfolgt der Ausweis unter den kurzfristigen Vermögenswerten.

152 Eine Umgliederung der Vertraglichen Vermögenswerte zu den Forderungen erfolgt, wenn der Anspruch auf die Gegenleistung an keine weitere Leistungserbringung gebunden ist und die Zahlung lediglich vom Zeitablauf abhängt.

12. Flüssige Mittel

153 Die flüssigen Mittel umfassen den Zahlungsmittelbestand und kurzfristige Geldanlagen. Dem Zahlungsmittelbestand werden Barmittel und Geldanlagen mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu drei Monaten zugerechnet, wenn sie keiner wesentlichen Wertschwankung unterliegen und jederzeit ohne Risikoabschlag liquidiert werden können. Dies betrifft auch Geldanlagen mit Ursprungslaufzeiten über drei Monaten. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, erfolgt der Ausweis unter den kurzfristigen Geldanlagen.

13. Sonstige Vermögenswerte und abgegrenzte Aufwendungen

154 Sonstige Vermögenswerte werden angesetzt, soweit sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einem Zufluss wirtschaftlichen Nutzens führen und verlässlich bewertet werden können.

155 Abgegrenzte Aufwendungen werden angesetzt, soweit in der Berichtsperiode Zahlungen erfolgen, die erst in künftigen Perioden als Aufwand zu erfassen sind.

14. Eigenkapital

a) Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital

156 Die vom Flughafen München ausgegebenen Finanzinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vereinbarungen als Eigen- oder Fremdkapital eingestuft. Als Eigenkapital gelten dabei alle passiven Finanzinstrumente, die keine Schulden sind.

b) Personengesellschaften

157 Der Konsolidierungskreis beinhaltet Personengesellschaften mit nicht beherrschenden Anteilen. Anteile an deutschen Personengesellschaften sind mit einem Kündigungsrecht ausgestattet, das durch den Gesellschaftsvertrag nicht abbedungen werden kann. Der kündigende Gesellschafter kann gegenüber den übrigen Gesellschaftern einen Anspruch auf Abfindung geltend machen. Daher werden Anteile an Personengesellschaften, soweit sie nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzuordnen sind, im Konzernabschluss als Finanzschulden eingestuft. Im vorliegenden Konzernabschluss werden sie als "Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften" ausgewiesen.

158 Die dem vorliegenden Konzernabschluss zugrunde liegenden Abgrenzungsregeln nach IFRS weichen von den im deutschen Rechtsraum geltenden Unterscheidungsmethoden für Eigen- und Fremdkapital ab.

159 Zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes werden diese Finanzschulden mit dem beizulegenden Zeitwert, das heißt mit dem Barwert der erwarteten Abfindungsverpflichtung mit einem risikoadäquaten Zinssatz im frühestmöglichen Kündigungszeitpunkt, bewertet.

160 Die Folgebewertung erfolgt nach der Effektivzinsmethode. Die Finanzschuld wird erfolgswirksam aufgezinst. Weitere Erläuterungen sind in Kapitel F.V.2 zu finden.

15. Verbindlichkeiten und Vertragliche Verbindlichkeiten

a) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

161 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden angesetzt, sobald der Flughafen München eine vertragliche Verpflichtung aus erhaltenen Lieferungen oder erbrachten Leistungen eingeht. Sie werden unter den langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen, soweit der Fälligkeitstermin über zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag liegt. Bei einem Fälligkeitstermin unter zwölf Monaten erfolgt der Ausweis unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten.

162 Bei erstmaligem Ansatz werden Verbindlichkeiten mit dem beizulegenden Zeitwert und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Differenzen zwischen dem ursprünglichen Betrag und dem bei Endfälligkeit rückzahlbaren Betrag werden über die Laufzeit des jeweiligen Vertrags unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfolgswirksam erfasst.

b) Rückerstattungsverbindlichkeiten

163 Eine Rückerstattungsverbindlichkeit wird in den Verbindlichkeiten angesetzt, wenn der Flughafen München von einem Kunden oder einer Kundin eine Gegenleistung erhält und erwartet, dass dem Kunden oder der Kundin diese Gegenleistung ganz oder teilweise zurückerstattet wird. Eine Rückerstattungsverbindlichkeit wird in Höhe der erhaltenen (oder zu erhaltenden) Gegenleistung bewertet, die dem Kunden oder der Kundin zusteht.

c) Vertragliche Verbindlichkeiten

164 Vertragliche Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn der Flughafen München eine Gegenleistung erhalten hat oder einen unbedingten Anspruch auf Gegenleistung hat, welchem noch keine erbrachte Leistung gegenübersteht.

16. Tatsächliche und latente Ertragsteueransprüche und -schulden

165 Der Steueraufwand der Periode umfasst tatsächliche und latente Ertragsteuern. Ertragsteuern werden ergebniswirksam erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Geschäftsvorfälle, die im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesem Fall erfolgt ihre Erfassung analog im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital.

166 Tatsächliche Steueransprüche und -schulden werden für den Flughafen München auf Grundlage der geltenden Steuersätze und Steuergesetze ermittelt. Der Betrag der erwarteten Steuerschuld oder Steuerforderung spiegelt den Betrag wider, der unter Berücksichtigung steuerlicher Unsicherheiten, sofern vorhanden, die beste Schätzung darstellt.

167 Latente Steueransprüche und -schulden werden auf Basis eines zweistufigen Bilanzvergleichs für abzugsfähige oder zu versteuernde temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden nach einschlägigen IFRS und den steuerlichen Wertansätzen ermittelt. Darüber hinaus werden latente Steueransprüche auch für ungenutzte steuerliche Verlustvorträge angesetzt.

168 Ein latenter Steueranspruch wird für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, noch nicht genutzte Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, für die sie genutzt werden können. Zukünftig zu versteuernde Gewinne werden auf Basis der individuellen Geschäftspläne der Tochterunternehmen bestimmt. Der Planungshorizont für die Prüfung der Realisierbarkeit von Steuerentlastungen aus Verlustvorträgen beträgt höchstens fünf Jahre. Latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der damit verbundene Steuervorteil realisiert werden wird. Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftig zu versteuernder Ergebnisse verbessert.

169 Nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag neu beurteilt und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung gestatten wird.

170 Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden nicht angesetzt, wenn sich die temporären Differenzen aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder aus der erstmaligen Erfassung (außer bei Unternehmenszusammenschlüssen) von anderen Vermögenswerten und Schulden ergeben, welche aus Vorfällen resultieren, die weder das zu versteuerende Einkommen noch den Jahresabschluss berühren.

171 Latente Steueransprüche und -schulden sind mit den Steuersätzen zu bewerten, die im Zeitpunkt der Umkehr temporärer Differenzen oder der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge voraussichtlich Gültigkeit besitzen. Zukünftige Steuersatzänderungen beziehungsweise Steuergesetzänderungen sind vorwegzunehmen, sobald der Erfüllung der materiellen Wirksamkeitsvoraussetzungen für ihre Einführung im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens keine Hindernisse mehr entgegenstehen. In Deutschland ist dies mit der Zustimmung des Bundesrats zu den verabschiedeten Steuergesetzen der Fall. Latente Steuern reflektieren eine etwaig enthaltene Unsicherheit in den Ertragsteuern.

172 Latente Steuern werden zudem auf temporäre Differenzen aus der Zwischenergebniseliminierung angesetzt. Latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den Nettovermögenswerten eines Tochterunternehmens und dem steuerlichen Beteiligungsansatz werden nicht angesetzt, soweit der Flughafen München den Zeitpunkt der Umkehr dieser temporären Differenzen selbst bestimmen kann und mit einer Umkehr auf absehbare Zeit nicht gerechnet wird.

173 Latente Steueransprüche und -schulden sind zu saldieren, wenn der Flughafen München einen rechtlichen Anspruch auf Saldierung tatsächlicher Ertragsteueransprüche und Ertragsteuerschulden erworben hat und die latenten Steueransprüche und -schulden gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen. Im vorliegenden Konzernabschluss werden latente Steuern aus kurzfristigen Posten und latente Steuern aus langfristigen Posten gesondert saldiert. Auf Konzernebene erfolgt die Saldierung nur insoweit, als eine Aufrechnungsmöglichkeit aus ertragsteuerlichen Organschaften besteht.

17. Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen

a) Verpflichtungen aus Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

174 Der Konzernabschluss beinhaltet leistungs- und beitragsorientierte Versorgungspläne. Eine Versorgungsmaßnahme ist beitragsorientiert, wenn neben der Zahlung fixer Beitragsleistungen keine weiteren Verpflichtungen im Hinblick auf die Altersversorgung der Arbeitnehmer:innen (insbesondere keine Nachschusspflicht im Fall der Unterdeckung des Planvermögens) übernommen werden müssen. Alle anderen Maßnahmen zur Versorgung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind leistungsorientiert. Typischerweise beinhaltet ein leistungsorientierter Versorgungsplan die Zusage von Pensionszahlungen in Abhängigkeit von Alter, Betriebszugehörigkeit und Arbeitsentgelt des:r Pensionsberechtigten.

175 Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden in der Periode aufwandswirksam erfasst, in der die versorgungsberechtigten Arbeitnehmer:innen anspruchsbegründende Arbeitsleistungen erbringen. Der Flughafen München leistet Zahlungen an die Deutsche Rentenversicherung und an die Zusatzversorgungskasse der Bayerischen Versorgungskammer. Über die Beitragszahlung hinaus bestehen keine weiteren Verpflichtungen.

176 Für Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden Rückstellungen angesetzt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"). Dieses Verfahren spiegelt den versicherungsmathematischen Barwert der bereits erdienten Anwartschaft wider. Der Anwartschaftsbarwert wird unter Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rentensteigerungen sowie der Lebenserwartung der Pensionsberechtigten ermittelt. Die Bewertung von Ansprüchen auf Krankenversicherungsleistungen basiert auf versicherungsmathematischen Annahmen zum Krankheitskostentrend. Diskontsätze werden aus der zum Bewertungsstichtag vorliegenden Zinsstrukturkurve für hochwertige Unternehmensanleihen abgeleitet. Pensionszahlungen und Krankheitskosten bestreitet der Flughafen München aus laufenden Zahlungsmittelflüssen. Es bestehen keine Anlagen zur Deckung der Versorgungsverpflichtungen (Planvermögen).

177 Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen und ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst.

b) Verpflichtungen aus Leistungen anlässlich der Beendigung von Arbeitsverhältnissen

178 Rückstellungen für Leistungen anlässlich der Beendigung von Arbeitsverhältnissen werden erfasst, soweit der Flughafen München verpflichtet ist, Arbeitsverhältnisse vor dem Renteneintrittsalter zu beenden, oder Abfindungen zahlen muss, wenn Arbeitnehmer:innen freiwillig vorzeitig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden. Voraussetzung für den Ansatz von Rückstellungen für Leistungen anlässlich der Beendigung von Arbeitsverhältnissen ist, dass ein formgerechter detaillierter Plan vorliegt, aufgrund dessen Arbeitnehmer:innen die oben genannten Leistungen einfordern können.

179 Aufstockungsbeträge, die aufgrund einer Altersteilzeitvereinbarung geleistet werden, werden nach den Grundsätzen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer:innen bilanziert (siehe nachfolgend F.IV.17.c)).

c) Verpflichtungen aus sonstigen langfristigen Leistungen an Arbeitnehmer:innen

180 Sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer:innen umfassen Rückstellungen für Dienstzeitjubiläen, Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen (Erfüllungsrückstand und Aufstockungsbeträge) und sonstige bezuschusste Gehaltsumwandlungen.

181 Die Bewertung der Verpflichtung erfolgt nach den oben unter F.IV.17.a) dargestellten Grundsätzen und Methoden. Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen sind durch ein Planvermögen gedeckt. Der Barwert der Verpflichtung wird mit dem beizulegenden Zeitwert dieses Vermögens verrechnet. Ein Aktivüberhang wird unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.

18. Sonstige Rückstellungen

182 Sonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn eine Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis gegenüber Dritten besteht und wenn der Ressourcenfluss wahrscheinlich und die voraussichtliche wirtschaftliche Verpflichtung zuverlässig schätzbar sind. Die Verpflichtung kann sowohl rechtlicher als auch faktischer Natur sein.

183 Für die Bewertung von sonstigen Rückstellungen für Einzelverpflichtungen ist der mit der höchsten Wahrscheinlichkeit eintretende Verpflichtungsbetrag maßgeblich. Werden Rückstellungen für eine große Anzahl gleichartiger Verpflichtungen angesetzt, erfolgt die Bewertung mit dem Erwartungswert.

184 Soweit der Barwert einer Verpflichtung wesentlich vom Nominalbetrag abweicht, werden Rückstellungen mit dem Barwert der erwarteten Verpflichtung angesetzt. Die der Verpflichtung innewohnenden Risiken werden bei der Ermittlung der erwarteten Ressourcenabflüsse berücksichtigt, die Abzinsung erfolgt dementsprechend mit dem risikolosen Vorsteuerzins.

185 Gegenwärtige Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit belastenden Verträgen entstehen, werden als Rückstellungen erfasst. Das Bestehen eines belastenden Vertrags wird angenommen, wenn der Flughafen München Vertragspartner eines Vertrags ist, von dem erwartet wird, dass die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung des Vertrags den aus diesem Vertrag erwachsenden wirtschaftlichen Nutzen übersteigen werden. Der Erwartungswert der Rückstellung wird zum niedrigeren Betrag der zu erwartenden Kosten aus der Vertragsbeendigung und den zu erwartenden Nettokosten aus der Vertragsfortführung bewertet. Bevor eine Rückstellung erfasst wird, werden etwaige Wertminderungsaufwendungen für die mit dem Vertrag verbundenen Vermögenswerte erfasst.

186 Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen werden erfasst, wenn der Flughafen München den vom Management beschlossenen detaillierten formalen Restrukturierungsplan aufgestellt und den Mitarbeitenden oder deren Vertreter:innen kommuniziert hat.

187 Auf Konzernebene resultieren Kreditzusagen aus der Berücksichtigung von aufgrund ihrer Wesentlichkeit nicht konsolidierten Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen. Hierbei sind die Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen berechtigt, einen zugesagten Kreditbetrag zu vorher festgelegten Konditionen in Anspruch zu nehmen. Für diese Kreditzusagen ist eine Ermittlung des erwarteten Kreditausfalls aufgrund der möglichen Zahlungsverpflichtung anhand des allgemeinen Ansatzes vorzunehmen.

19. Umsatzerlöse

188 Die Höhe der Umsatzerlöse entspricht der vertraglich vereinbarten Gegenleistung aus Verträgen mit Kund:innen, verringert um den Betrag, der im Namen eines Dritten generiert wurde, und unter Berücksichtigung von Erlösschmälerungen. Die Umsatzerlöse gelten mit Erfüllung der Leistungsverpflichtung beziehungsweise zum Zeitpunkt der übertragenen Verfügungsmacht über ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Kunden oder die Kundin als realisiert.

a) Umsatzerlöse aus Flughafenentgelten

189 Die Rechtsgrundlage für die Inanspruchnahme und Vergütung des Betriebs und der Bereitstellung der Flughafeninfrastruktur stellt die Entgeltordnung des Flughafens München dar. Einige Entgelte unterliegen gemäß § 19b LuftVG der Genehmigungspflicht durch Luftfahrtbehörden. Die Umsatzerlöse beinhalten genehmigungspflichtige Verkehrsentgelte, unter anderem Start- und Lande-, Passagier- sowie lärm- und emissionsorientierte Grundentgelte, und betreffen die Benutzung der Flughafeninfrastruktur. Die nicht genehmigungspflichtigen Entgelte betreffen unter anderem die Leistungen für die Enteisung und Lüftung der Flugzeuge, Leistungen für betreuungsbedürftige Personen sowie Sicherheitsleistungen. Die Umsatzlegung erfolgt grundsätzlich zeitraumbezogen zum Zeitpunkt der täglichen Rechnungsstellung.

190 Der Transaktionspreis unterteilt sich in fix vereinbarte Entgelte und variable Gegenleistungen (Umsatzminderungen). Dem Flughafen München können aus den variablen Gegenleistungen Verbindlichkeiten zur Rückerstattung von Teilen des Transaktionspreises entstehen (Rückerstattungsverbindlichkeiten). Der Effekt der Umsatzminderung wird mittels Erwartungswertmethode geschätzt und basiert auf historischen Informationen. Die Schätzung unterliegt dabei der Annahme, dass eine Umsatzminderung sofort erfasst werden muss, wenn deren Eintrittswahrscheinlichkeit nicht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Der Erwartungswert ist auf Basis der Informationen zum Ende der Berichtsperiode erneut zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

b) Umsatzerlöse aus Einzelhandel

191 Umsatzerlöse aus Einzelhandel betreffen die Veräußerung von Gütern in den Geschäften des Flughafens München, welche zu dem Zeitpunkt zu erfassen sind, wenn die Verfügungsmacht über ein Produkt auf einen Kunden oder eine Kundin übertragen wurde. Der relevante Zeitpunkt ist dabei der Abschluss des Bezahlvorgangs. Die Bezahlung der Produkte erfolgt hauptsächlich direkt an der Kasse entweder in bar oder über elektronische Zahlungsmittel (EC-Karte, Kreditkarte etc.).

192 Der Transaktionspreis setzt sich aus der Preisauszeichnung der Ware und variablen Gegenleistungen (Umsatzminderungen) zusammen. Die variablen Gegenleistungen sind vor allem Reduktionen des Transaktionspreises aufgrund von Produktrückgaben. Die variablen Gegenleistungen werden mittels der Erwartungswertmethode geschätzt. Die Schätzung basiert auf historischen Informationen und unterliegt der Annahme, dass mehrere Ereignisse eintreten können (sofortige, nachträgliche oder keine Inanspruchnahme). Die Schätzung unterliegt dabei der Annahme, dass eine Umsatzminderung sofort erfasst werden muss, wenn deren Eintrittswahrscheinlichkeit nicht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Der Erwartungswert ist auf Basis der Informationen zum Ende der Berichtsperiode erneut zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Differenzen aus dem vereinnahmten Entgelt und dem niedrigeren ermittelten Transaktionspreis werden als Rückerstattungsverbindlichkeit erfasst.

193 Gutscheine werden in Höhe des Gutscheinrestwerts als Vertragliche Verbindlichkeit angesetzt und bei Einlösung umsatzerhöhend aufgelöst.

194 Zurückgegebene Waren werden nur gegen neue Waren oder Gutscheine getauscht, das heißt, es werden grundsätzlich keine Geldrückerstattungen angeboten. Gewährleistungen für defekte Ware bestehen lediglich im gesetzlichen Rahmen und stellen somit keine zusätzlichen Leistungsverpflichtungen dar.

c) Umsatzerlöse aus Abfertigungsdiensten

195 Umsatzerlöse in dieser Kategorie betreffen die Dienstleistungen für Bodenabfertigung (Abfertigung von Flugzeugen und Passagieren) und Fracht. Die Umsatzlegung erfolgt grundsätzlich zeitraumbezogen zum Zeitpunkt der täglichen Rechnungsstellung. Aufgrund des kurzen Leistungszeitraums erscheint eine Umsatzlegung mit Rechnungsstellung sachgerecht. Die Bezahlung erfolgt entweder durch Vorkasse oder innerhalb weniger Wochen nach Leistungserbringung.

196 Der Transaktionspreis unterteilt sich in fix vereinbarte Preise und variable Gegenleistungen (Umsatzminderungen). Der Flughafen München GmbH können aus den variablen Gegenleistungen (Bonus-/Malus-Regelungen und Rabatte) Verbindlichkeiten zur Rückerstattung von Teilen des Transaktionspreises entstehen (Rückerstattungsverbindlichkeiten). Der Effekt der Umsatzminderung wird mittels Erwartungswertmethode geschätzt und basiert auf historischen Informationen. Die Schätzung unterliegt dabei der Annahme, dass eine Umsatzminderung sofort erfasst werden muss, wenn deren Eintritt nicht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Der Erwartungswert ist auf Basis der Informationen zum Ende der Berichtsperiode erneut zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

d) Umsatzerlöse aus Gastronomie und Hotel

197 Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen im Gastronomiebereich und Hotelbetrieb betreffen unter anderem die Bewirtung in Restaurants und Bars sowie die Bereitstellung von Hotelzimmern und Dienstleistungen in den Gesundheits- und Wellness-Einrichtungen. Die Umsatzlegung erfolgt grundsätzlich zeitraumbezogen zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung. Aufgrund des kurzen Leistungszeitraums erscheint eine Umsatzlegung mit Rechnungsstellung sachgerecht. Die Zahlung erfolgt grundsätzlich im Anschluss an die Dienstleistung durch Barzahlung, mittels EC- oder Kreditkarten sowie auf Basis des Zahlungsziels laut Rechnung (maximal 30 Tage).

198 Der Transaktionspreis setzt sich im Regelfall aus fix vereinbarten Preisen zusammen.

199 Gutscheine werden in Höhe des Gutscheinrestwertes als Vertragliche Verbindlichkeit angesetzt und bei Einlösung umsatzerhöhend aufgelöst.

200 Bei Verträgen, bei denen der Kunde oder die Kundin eine nicht zahlungswirksame Gegenleistung (Tauschgeschäft) für eine Leistung zusagt, erfolgt die Bewertung des Umsatzes auf Basis der Einzelveräußerungspreise der hingegebenen Dienstleistungen. Der zugehörige Aufwand wird mit dem gleichen Wert in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Eine temporäre Differenz zwischen der Leistungserbringung der Gesellschaften des Flughafens München und des Kunden oder der Kundin kann zu einer Vertraglichen Verbindlichkeit beziehungsweise einem Vertraglichen Vermögenswert führen.

e) Umsatzerlöse aus Parken

201 Umsatzerlöse aus der Bereitstellung von Parkmöglichkeiten betreffen Leistungen, bei denen den Kund:innen unbestimmte Parkflächen zur Nutzung überlassen werden. Dies umfasst unter anderem die einmaligen Parkvorgänge von Flugreisenden und Besuchenden, die Ausgabe von Parkkarten an Kontingentparkende für einen bestimmten Zeitraum und die Bereitstellung einer unbestimmten Fläche für Waschen, Tanken und Wagenpflege im Mietwagenzentrum. Die Umsatzlegung erfolgt grundsätzlich zeitraumbezogen zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung. Aufgrund des kurzen Leistungszeitraums erscheint eine Umsatzlegung mit Rechnungsstellung sachgerecht. Die Zahlung erfolgt grundsätzlich im Anschluss an die Nutzung durch den Tagesparkenden durch Barzahlung, mittels EC- oder Kreditkarten sowie im Fall von Kontingentparkenden auf Basis des Zahlungsziels laut Rechnung (maximal 30 Tage).

202 Der Transaktionspreis setzt sich im Regelfall aus fix vereinbarten Preisen zusammen.

f) Übrige Umsatzerlöse

203 In den übrigen Umsatzerlösen werden unter anderem Leistungen aus Beratungsprojekten, die Flugbetriebsstoffversorgung und weitere Dienstleistungen (zum Beispiel Sicherheit, IT, bauliche Maßnahmen und Werbung) zusammengefasst. Die Umsatzlegung erfolgt grundsätzlich zeitraumbezogen. Die Bestimmung des Leistungsfortschritts hängt von der Art der Leistung und dem Zeitraum der Erbringung ab. Ist der Zeitraum als eher kurz (wenige Tage) zu betrachten, erscheint eine Umsatzlegung mit Rechnungsstellung sachgerecht (zum Beispiel bei der Flugbetriebsstoffversorgung, Sicherheits- und IT-Dienstleistungen). Die Bezahlung erfolgt entweder durch Vorkasse oder innerhalb weniger Wochen nach Leistungserbringung. Ist der Leistungszeitraum als länger einzustufen, erfolgt eine Umsatzlegung auf Basis der angefallenen Kosten oder der einzeln definierbaren Leistungseinheiten (zum Beispiel bei Beratungsprojekten und baulichen Maßnahmen). Die Bezahlung erfolgt basierend auf den einzeln erbrachten Leistungseinheiten oder durch verschiedene Zahlungen während der Leistungserbringung. Bei Leistungen, welche über einen längeren Zeitraum erbracht werden, kann es zu einem Bilanzansatz von Vertraglichen Vermögenswerten beziehungsweise Vertraglichen Verbindlichkeiten kommen.

204 Der Transaktionspreis unterteilt sich in fix vereinbarte Entgelte und variable Gegenleistungen (Umsatzminderungen). Der Flughafen München können aus den variablen Gegenleistungen Verbindlichkeiten zur Rückerstattung von Teilen des Transaktionspreises entstehen (Rückerstattungsverbindlichkeit). Der Effekt der Umsatzminderung wird mittels Erwartungswertmethode geschätzt und basiert auf historischen Informationen. Die Schätzung unterliegt dabei der Annahme, dass eine Umsatzminderung sofort erfasst werden muss, wenn deren Eintritt nicht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Der Erwartungswert ist auf Basis der Informationen zum Ende der Berichtsperiode erneut zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

205 Ein weiterer Bestandteil der übrigen Umsatzerlöse sind Erlöse aus Gestattungen und Konzessionen. Die Höhe der Umsatzerlöse definiert sich nach dem Erreichen von bestimmten Kennziffern und ist somit nicht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu schätzen. Dementsprechend erfolgt eine Umsatzlegung erst, wenn eine Zurücknahme von Umsätzen sehr unwahrscheinlich ist (Sonderregelungen für Lizenzen). Dies ist der Fall, wenn die entsprechenden Kennziffern bekannt sind (zum Beispiel monatlich). Die Zahlung erfolgt wenige Wochen nach der Umsatzlegung.

206 Zu den übrigen Umsatzerlöse zählen außerdem Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern (zum Beispiel Verkauf von Treibstoff), welche zu dem Zeitpunkt zu erfassen sind, an dem die Verfügungsmacht über ein Gut auf einen Kunden oder eine Kundin übertragen wurde. Der relevante Zeitpunkt ist dabei der Abschluss des Bezahlvorgangs. Die Bezahlung der Produkte erfolgt hauptsächlich direkt an der Kasse entweder in bar oder durch elektronische Zahlungsmittel (EC-Karte, Kreditkarte etc.).

20. Beteiligungs- und Zinserträge

207 Beteiligungserträge werden erfasst, wenn der Rechtsanspruch auf Zahlung entstanden ist. Voraussetzung ist, dass es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann.

208 Zinserträge werden erfasst, wenn es ebenfalls wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann.

21. Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts

a) Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert

209 Der Flughafen München bewertet derivate Finanzinstrumente fortlaufend mit dem beizulegenden Zeitwert.

210 Die Bewertung von Beteiligungen an Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen, die wegen Geringfügigkeit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen wurden, erfolgt vereinfachend mit den Anschaffungskosten.

211 Alle nicht-finanziellen Vermögenswerte sind mit den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.

212 Folgende Methoden und Parameter wurden bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte zum Zweck der Bewertung angewandt:

Parameter
31.12.2021 31.12.2020 Bewertungsmethode Art Hierarchie 4
TEUR TEUR
Devisen-Termingeschäfte 134 40 Barwertmethode, Add-On Verfahren Erwartete Cashflows 1 , Diskontsätze 1 , Volatilitätsraten 2 , CDS-Spreads 3 , Verlust bei Ausfall 3 II
Aktiva 134 40
Zinsswaps 1.128 16.341 Barwertmethode, Add-On Verfahren Erwartete Cashflows 1 , Diskontsätze 1 , Volatilitätsraten 2 , CDS- Spreads 3 , Verlust bei Ausfall 3 II
Devisen-Termingeschäfte 169 0 Barwertmethode, Add-On Verfahren Erwartete Cashflows 1 , Diskontsätze 1 , Volatilitätsraten 2 , CDS-Spreads 3 , Verlust bei Ausfall 3 II
Passiva 1.297 16.341

1 Abgeleitet aus Marktdaten
2 Der Solvabilitätsverordnung entnommen
3 Kontrahenten: abgeleitet aus Marktdaten, Flughafen München: abgeleitet aus aktuellen Kreditkonditionen
4 I.S.v. IFRS 13.72 ff; im Geschäftsjahr haben keine Umgruppierungen zwischen den Hierarchieebenen stattgefunden

213 Die Methoden stimmen mit den im Vorjahr angewandten Methoden überein.

b) Angabe des beizulegenden Zeitwerts

214 Der vorliegende Abschluss beinhaltet Angaben zum beizulegenden Zeitwert von Immobilien, die als Finanzinvestition gehalten werden, und von Finanzinstrumenten, die mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

215 Folgende Methoden und Parameter wurden bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte zum Zweck der Bewertung angewandt:

Parameter Angabe
Bewertungsmethode Art Hierarchie 2
Immobilien innerhalb des Flughafen-Campus Ertragswertverfahren Reinertrag 1 , wirtschaftliche Gesamtnutzungsdauer 1 III VII.3
Liegenschaftszinsen II
Immobilien außerhalb des Flughafen-Campus Sachwertverfahren Bodenrichtwerte, adjustierte Normalherstellungskosten II VII.3
Ertragswertverfahren Reinertrag 1 , wirtschaftliche Gesamtnutzungsdauer 1 , Liegenschaftszinsen III VII.3
Forderungen Barwertmethode Erwartete Cashflows 3 , Diskontsätze 3 , CDS-Spreads 4 II VII.5
Originäre Finanzschulden Barwertmethode Erwartete Cashflows 3 , Diskontsätze 3 , CDS-Spreads 4 II VII.15

1 Unter Verwendung unternehmenseigener Daten (zum Beispiel Mietverträge, mittel- und langfristige Unternehmensplanung, klimabezogene Risiken) bestimmt
2 I.S.v. IFRS 13.72 ff; im Geschäftsjahr haben keine Umgruppierungen zwischen den Hierarchieebenen stattgefunden
3 Abgeleitet aus Marktdaten
4 Kontrahenten: abgeleitet aus Marktdaten, Flughafen München: abgeleitet aus aktuellen Kreditkonditionen

216 Die Methoden stimmen mit den im Vorjahr angewandten Methoden überein.

V. Annahmen und Schätzungen mit wesentlichem Einfluss auf den Konzernabschluss

1. Beherrschung ohne Stimmrechtsmehrheit

217 Die Flughafen München GmbH hält 60 % der Geschäftsanteile an der Flughafen München Baugesellschaft mbH. Die Gesellschafterversammlung trifft Entscheidungen über wesentliche Geschäftsaktivitäten nur mit 2/3-Mehrheit. Die Gesellschaft ist ausschließlich für die Terminal 2 Gesellschaft mbH & Co. oHG tätig. Die Beherrschung ergibt sich aus dem Geschäftsbesorgungsverhältnis.

218 Die Flughafen München GmbH hält 60 % der Geschäftsanteile an der Terminal 2 Gesellschaft mbH & Co. oHG. Die Gesellschafterversammlung trifft Entscheidungen über wesentliche Geschäftsaktivitäten jedoch nur mit 2/3-Mehrheit. Die Beherrschung ergibt sich daher nicht aus einer Stimmrechtsmehrheit, sondern im Wesentlichen aus Vereinbarungen zwischen den Gesellschaftern mit langfristiger Bindungswirkung über die Durchführung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft.

2. Buchwert bestimmter Vermögenswerte und Schulden

219 Die Buchwerte der im vorliegenden Konzernabschluss enthaltenen Vermögenswerte und Schulden basieren auf zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen. Nach Auffassung des Flughafens München besteht kein beträchtliches Risiko, dass sich diese Annahmen und Schätzungen bis zum nächsten Abschlussstichtag derart ändern werden, dass mit einer wesentlichen Buchwertanpassung zu rechnen wäre. In Abhängigkeit der weiteren Entwicklung der Coronavirus-Pandemie wird es fortlaufend zu einer Überprüfung der Wertansätze bei diesen Vermögenswerten und Schulden kommen.

220 Im Geschäftsjahr 2021 wurden alle Vermögenswerte auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft. Der Bau der dritten Start- und Landebahn wird bedingt durch das Moratorium und auch durch die aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Luftverkehr weiterhin verschoben. Diese Auswirkungen wurden im Vorjahr bilanziell abgebildet. Mit weiteren Wertberichtigungen im Hinblick auf die für verschiedene Projekte aus dem 98. Änderungsplanfeststellungsbeschluss des Flughafenausbaus getätigten Investitionen in Höhe von insgesamt TEUR 176.688 (2020: TEUR 177.264) war im Geschäftsjahr 2021 nicht zu rechnen. Auch die Verpflichtungen aus den im Hinblick auf die Errichtung der dritten Start- und Landebahn getätigten Zusagen zur Förderung von Infrastrukturvorhaben im Umland bleiben weiterhin bestehen, da der Flughafen München langfristig am Bau der dritten Start- und Landebahn als zentrales strategisches Zukunftsprojekt festhält. Insgesamt wurden hierfür TEUR 90.319 (2020: TEUR 90.510) zurückgestellt.

221 Zum 31. Dezember 2021 sind nach der im Vorjahr vorgenommenen Wertberichtigung insbesondere auf bereits erbrachte detaillierte Planungs- und Bauvorbereitungsleistungen weitere Anlagen im Bau, angekaufte Grundstücke sowie Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang mit der dritten Start- und Landebahn aktiviert. Eine vollständige Einstellung des Projekts würde damit zu einer vollständigen Abschreibung der noch bilanzierten Anlagen in Bau führen. Dann wären auch Abschreibungen auf die bilanzierten Grundstücke und Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen zu diesem Zeitpunkt hinsichtlich ihrer zukünftigen Verwertbarkeit zu untersuchen.

222 Darüber hinaus erfolgten im Geschäftsjahr 2021 anlassbezogene Werthaltigkeitstests von langfristigen Vermögenswerten (Gebäuden), bei denen langfristige Mietverträge neu abgeschlossen wurden. Der erzielbare Betrag zum 31. Dezember 2021 wurde auf Basis von Nutzungswertberechnungen unter Verwendung von Cashflow-Prognosen über die Restlaufzeit ermittelt. Als Abzinsungsfaktor wurde ein gewichteter, durchschnittlicher Diskontierungssatz nach Steuern von 4,65 % verwendet. Insgesamt führte dies zu Wertminderungen von TEUR 26.300.

223 Weitere bedeutende zukunftsbezogene Annahmen und Schätzungen bestehen bei den Finanzschulden an Personengesellschaften. Anpassungen in der Schätzung künftiger Ausschüttungspotenziale und damit Abfindungsansprüche werden erfolgswirksam im Buchwert der Finanzschuld vorgenommen. Soweit Gewinnanteile abgelaufener Perioden nicht entnommen werden, sind diese als langfristige Finanzschuld entsprechend den Liquiditätsplanungen der Gesellschaft ausgewiesen. Die erwarteten Ausschüttungspotenziale werden unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen sowie der geplanten Umsatz- und Kostenentwicklung unter Einbezug der zu erwartenden Preisentwicklungen und unter Berücksichtigung der Investitionen in die Erhaltung und Erweiterung der Infrastruktur prognostiziert. Insgesamt wurden hierfür TEUR 348.177 (2020: TEUR 334.619) passiviert.

224 Zudem bestehen im Geschäftsjahr 2021 bedeutende zukunftsbezogene Annahmen und Schätzungen bei den Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen (TEUR 37.049: 2020: TEUR 76.868), die im Geschäftsjahr bilanziert wurden.

VI. Erläuterungen zum Jahresergebnis

1. Umsatzerlöse

225 Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

2021 2020
TEUR TEUR
Umsatzerlöse nach IFRS 15
Flughafenentgelte 187.437 164.782
Abfertigungsdienste 73.945 66.008
Gastronomie und Hotel 46.501 46.010
Einzelhandel 45.285 41.358
Parken 38.160 32.818
übrige Umsätze 110.940 114.395
Leasing nach IFRS 16
Vermietung und Verpachtung 84.452 95.316
Parken (Leasing) 5.085 5.933
Werbung (Leasing) 9.471 13.052
Gesamt 601.276 579.672

a) Umsatzerlöse nach IFRS 15

226 Die Umsatzerlöse aus Flughafenentgelten beinhalten genehmigungspflichtige Flughafenentgelte unter anderem aus Start- und Lande-, Passagier- sowie lärm- und emissionsorientierten Entgelten. Die nicht genehmigungspflichtigen Entgelte betreffen unter anderem die Leistungen für die Enteisung und Lüftung der Flugzeuge, Leistungen für betreuungsbedürftige Personen sowie Sicherheitsleistungen.

227 Umsatzerlöse aus Einzelhandel betreffen die Veräußerung von Gütern in den Läden des Flughafens München.

228 Umsatzerlöse aus Abfertigungsdiensten umfassen Dienstleistungen für Bodenabfertigung (Abfertigung von Flugzeugen und von Passagier:innen) sowie Fracht.

229 Zu den Umsatzerlösen aus der Erbringung von Dienstleistungen im Gastronomiebereich und Hotelbetrieb zählen unter anderem die Bewirtung in Restaurants und Bars sowie die Bereitstellung von Hotelzimmern und Dienstleistungen in den Gesundheits- und Wellness-Einrichtungen.

230 Umsatzerlöse aus der Bereitstellung von Parkmöglichkeiten betreffen Leistungen, bei denen den Kund:innen unbestimmte Parkflächen zur Nutzung überlassen werden. Dies umfasst unter anderem die einmaligen Parkvorgänge von Fluggästen und Besuchenden, die Ausgabe von Parkkarten an Kontingentparkende und die Allgemeinflächen im Mietwagenzentrum.

231 In den übrigen Umsatzerlösen werden unter anderem Leistungen aus Beratungsprojekten, die Flugbetriebsstoffversorgung und weitere Dienstleistungen (zum Beispiel Sicherheit, IT, bauliche Maßnahmen, Werbung) zusammengefasst. Ein weiterer Bestandteil der übrigen Umsatzerlöse sind Erlöse aus Gestattungen, Konzessionen und dem Verkauf von Gütern.

232 Der Flughafen München erwirtschaftet seine Umsätze überwiegend in Deutschland.

b) Leasing nach IFRS 16

233 Die Leasingerlöse resultieren aus der Vermietung und Verpachtung von Immobilien, aus der Vermietung von Parkplätzen, die nicht nach IFRS 15 bilanziert werden, sowie aus der Vermietung von Plakatflächen und Leuchtkästen für Werbungszwecke sowie der Vermietung von Ausstellungsflächen.

234 Die Kategorie "Vermietung und Verpachtung von Immobilien" umfasst Erlöse aus der Vermietung von Verkehrs-, Betriebs- und Logistikimmobilien sowie aus der Vermietung von Gewerbeflächen, Büro- und Konferenzräumen.

235 Die Vermietung von Verkehrs-, Betriebs- und Logistikimmobilien erfolgt teilweise unbefristet mit Kündigungsfristen bis zu zwei Jahren. Ebenfalls teilweise werden befristete Verträge vereinbart. Die Laufzeiten reichen bis zu 20 Jahren. Mietverlängerungen sind, soweit vereinbart, über Verlängerungsperioden bis zu fünf Jahren möglich. Kaufoptionen werden in der Regel nicht gewährt.

236 Die Vermietung von Gewerbeflächen, Büro- und Konferenzräumen erfolgt überwiegend unbefristet mit Kündigungsfristen bis zu fünf Jahren. Teilweise werden befristete Verträge vereinbart. Die Laufzeiten reichen bis zu 36 Jahren. Mietverlängerungen sind, soweit vereinbart, über Verlängerungsperioden bis zu 16 Jahren möglich. Kaufoptionen werden in der Regel nicht gewährt. Mieter von Gewerbeflächen entrichten teilweise neben einer fixen Grundmiete auch umsatzabhängige Zusatzentgelte.

237 Die Erträge aus variablen Leasingzahlungen, die nicht von einem Index oder Zinssatz abhängen, betrugen im Geschäftsjahr 2021 TEUR 2.603 (2020: TEUR 2.614).

238 In künftigen Geschäftsjahren erwartet der Flughafen München aus den Operating-Leasingverhältnissen folgende Leasingzahlungen:

31.12.2021
TEUR
in 2022 58.760
in 2023 16.692
in 2024 14.449
in 2025 12.696
in 2026 11.298
in 2027 und Folgejahre 65.559
Gesamt 179.454
31.12.2020
TEUR
in 2021 74.684
in 2022 29.458
in 2023 9.822
in 2024 8.799
in 2025 8.241
in 2026 und Folgejahre 59.607
Gesamt 190.611

239 Angaben zu den Buchwerten der Vermögenswerte, die Gegenstand eines Leasingverhältnisses sind, sind in Kapitel F.VII.2 zu finden.

240 Die Erträge aus der Untervermietung von Objekten, die zur Bilanzierung von Nutzungsrechten geführt haben, betrugen im Geschäftsjahr 2021 TEUR 227 (2020: TEUR 353).

2. Aktivierte Eigenleistungen

241 Der Saldo der aktivierten Eigenleistungen betrifft diverse bauliche Verbesserungsprojekte.

3. Sonstige Erträge

242 Die sonstigen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

2021 2020
TEUR TEUR
Erträge aus der Auflösung von sonstigen Schulden 30.894 13.684
Zuwendungen der öffentlichen Hand und sonstige Förderungen 13.245 1.807
Erträge aus Abgängen von Anlagevermögen und Vermögenswerten mit Veräußerungsabsicht 11.020 2.444
Auflösung von sonstigen Rückstellungen 1.132 3.208
Erträge in Zusammenhang mit Schäden, Schadensersatzleistungen und Versicherungsentschädigungen 1.129 2.353
Auflösung von Wertminderungen für Kreditausfälle 966 817
Übrige 3.560 4.705
Gesamt 61.946 29.018

243 Die Erträge aus Wechselkursgewinnen betrugen TEUR 432 (2020: TEUR 203) und sind in den übrigen Erträgen enthalten.

4. Materialaufwand

244 Die Materialaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

2021 2020
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren -70.714 -73.154
Aufwendungen für bezogene Leistungen -178.988 -159.423
Gesamt -249.702 -232.577

5. Personalaufwand

245 Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

2021 2020
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter -346.388 -332.998
Sozialabgaben und Unterstützungsleistungen -57.492 -59.558
Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungspläne -594 -432
Aufwendungen für beitragsorientierte Versorgungspläne -14.621 -15.618
Aufwendungen für Altersvorsorge -15.215 -16.050
Gesamt -419.095 -408.606

246 Dem Flughafen München wurde im Geschäftsjahr 2021 eine Zuwendung der öffentlichen Hand in Höhe von insgesamt TEUR 26.341 (2020: TEUR 26.582) gewährt, die direkt vom Personalaufwand abgezogen wurde. Es handelt sich um Zuwendungen nach § 2 Abs. 1 KugV aus den im Rahmen der eingeführten Kurzarbeit erstatteten Beiträgen zur Sozialversicherung. Es bestehen keine unerfüllten Bedingungen oder anderen Erfolgsunsicherheiten, die im Zusammenhang mit diesen Zuschüssen stehen.

247 Die durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeitenden kann der nachfolgenden Übersicht entnommen werden:

2021 2020
Ø Ø
Arbeitnehmerinnen (unbefristet/befristet beschäftigt, Trainees) 8.569 9.384
Auszubildende 245 266
Gesamt 8.814 9.650

6. Sonstige Aufwendungen

248 Die sonstigen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

2021 2020
TEUR TEUR
Aufwendungen für Versicherungen -8.905 -8.866
Aufwendungen für Prüfungs-, Beratungs- und Projektleistungen -8.261 -10.184
Beiträge und Gebühren für öffentliche Versorgungsleistungen sowie sonstige Gebühren -5.895 -6.269
Aufwendungen für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit -4.759 -10.089
Aufwendungen für sonstige Steuern -4.585 -3.936
Aufwendungen für Bürokommunikation -4.392 -4.430
Leasingaufwendungen -4.229 -4.031
Personalkostenähnliche Leistungen -3.347 -7.001
Sonstige Aufwendungen in Zusammenhang mit Schäden -1.985 -1.819
Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten -1.315 -1.298
Verluste aus Anlagenabgängen -929 -855
Aufwendungen für Restrukturierungen 0 -76.868
Übrige -8.899 -9.224
Gesamt -57.501 -144.870

249 Unter den übrigen Aufwendungen werden mit TEUR 67 (2020: TEUR 1.109) Aufwendungen aus Wechselkursverlusten ausgewiesen.

250 In den Aufwendungen für Prüfungs-, Beratungs- und Projektleistungen sind die Honorare des Abschlussprüfers enthalten. Diese setzen sich aus Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von TEUR 329 (2020: TEUR 374), anderen Bestätigungsleistungen in Höhe von TEUR 43 (2020: TEUR 44), Steuerberatungsleistungen in Höhe von TEUR 95 (2020: TEUR 56) sowie sonstigen Leistungen in Höhe von TEUR 148 (2020: TEUR 202) zusammen.

251 In den Leasingaufwendungen sind im Geschäftsjahr 2021 mit TEUR 348 (2020: TEUR 205) Aufwendungen aus variablen Leasingzahlungen und solche, die nicht in die Berechnung der Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 berücksichtigt wurden, enthalten.

7. Abschreibungen

252 Die Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:

2021 2020
TEUR TEUR
Planmäßige Abschreibungen -208.770 -199.521
Wertminderungen -31.081 -42.495
Gesamt -239.851 -242.016

253 Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2021 beziehen sich vor allem mit TEUR 26.300 auf Vermögenswerte, die durch neu abgeschlossene Mietverträge bewertet wurden. Bei den restlichen Wertminderungen handelt es sich um getätigte Planungsleistungen für Bauprojekte, die so nicht mehr umgesetzt werden. Im Vorjahr waren in den Wertminderungen vor allem mit TEUR 24.663 getätigte Planungsleistungen für die dritte Start- und Landebahn, die durch die Verschiebung im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie neu zu erbringen sind, enthalten.

8. Finanzergebnis

254 Das Zinsergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

2021 2020
TEUR TEUR
Zinserträge aus kurzfristigen Geldanlagen und sonstigen Forderungen 1.300 695
Zinsaufwendungen aus Darlehen -54.431 -76.456
Zinsaufwendungen aus Derivaten -12.263 -14.488
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten -269 -297
Zinsergebnis aus Finanzinstrumenten -65.663 -90.546
Übrige Zinsaufwendungen -1.027 -3.513
Übriges Zinsergebnis -1.027 -3.513
Gesamt -66.690 -94.059

255 Die übrigen Zinserträge und -aufwendungen resultieren aus der Bewertung von langfristigen sonstigen Rückstellungen und Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen mit dem Barwert.

256 Das sonstige Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

2021 2020
TEUR TEUR
Ertrag aus Ergebnisübernahme 576 572
Nettogewinne aus Finanzinstrumenten 18.350 65.544
Zuschreibungen aus erwarteten Kreditausfällen 10 218
Sonstige Finanzerträge 18.936 66.334
Nettoverluste aus Finanzinstrumenten -260 -29
Sonstige Finanzaufwendungen -260 -29
Gesamt 18.676 66.305

257 Die Nettogewinne (Zinserträge) aus der Neubewertung von Finanzinstrumenten entfallen auf die in Kapitel F.IV.9.C) genannten Bewertungskategorien wie folgt:

2021 2020
TEUR TEUR
Zum beizulegenden Zeitwert, freistehend 94 75
Finanzielle Vermögenswerte 94 75
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 18.256 65.469
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten 18.256 65.469
Finanzielle Verbindlichkeiten 18.256 65.469
Gesamt 18.350 65.544

258 Der Rückgang der Nettogewinne ist vor allem aus der Neubewertung der Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften zurückzuführen.

259 Die Nettoverluste (Zinsaufwendungen) aus der Neubewertung von Finanzinstrumenten entfallen auf die in Kapitel F.IV.9.c) beschriebenen Bewertungskategorien wie folgt:

2021 2020
TEUR TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 0 -4
Finanzielle Vermögenswerte 0 -4
Zum beizulegenden Zeitwert, als Sicherungsinstrument designiert -6 -8
Zum beizulegenden Zeitwert freistehend -169 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten -175 -8
Zu fortgeführten Anschaffungskosten -85 -17
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten -85 -17
Finanzielle Verbindlichkeiten -260 -25
Gesamt -260 -29

9. Ertragsteuern

260 Ertragsteueraufwand und -ertrag setzen sich wie folgt zusammen:

2021 2020
TEUR TEUR
Steueraufwand der laufenden Periode -1.285 -1.976
In der laufenden Periode erfasste Anpassungen für laufende Steuern der
Vorjahre -1.302 2.680
Laufende Steuern -2.587 704
Latente Steuern 77.548 111.315
Ertragsteuern 74.961 112.019

261 Für die Bewertung latenter Steueransprüche und -schulden sind die im Zeitpunkt der Realisation erwarteten Steuersätze maßgeblich (siehe Kapitel F.IV.16). Im Geschäftsjahr 2021 lagen zur Ermittlung Steuersätze von 24,23 % bis 38,30 % (Vorjahr: 26,33 % bis 38,26 %) zugrunde.

262 Wäre das Jahresergebnis des vorliegenden Konzernabschlusses Grundlage der Besteuerung, so wäre für das laufende Geschäftsjahr ein Ertragsteuerertrag in Höhe von TEUR 93.516 (2020: TEUR 120.469) zu erwarten. Unterschiede zwischen dem erwarteten und dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Ertragsteueraufwand beziehungsweise -ertrag werden zum Teil durch den latenten Steueraufwand beziehungsweise -ertrag aus der Veränderung aktiver und passiver latenter Steuern ausgeglichen. Die verbleibende Abweichung ist auf die folgenden Ursachen zurückzuführen:

2021 2020
TEUR TEUR
Ergebnis vor Steuern (EBT) -336.257 -433.420
% %
x Steuersatz 27,8 27,8
TEUR TEUR
Erwartete Ertragsteuern 93.516 120.469
+ Hinzurechnungen zum Gewerbeertrag -7.569 -8.919
+ Kürzungen des Gewerbeertrags 472 399
+ Abweichungen von der Konzernsteuerquote -1.834 -19.366
+ Änderung latente Steuern aufgrund Steuersatzänderung -472 -39
Auswirkung von ungenutzten und nicht als + latente Steueransprüche erfassten steuerlichen Verlusten -1.419 -1.922
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen -707 -521
+ Steuerfreie Erträge 218 23
+ Periodenfremde tatsächliche Steuern -1.302 2.680
+ Periodenfremde latente Steuern -665 -672
+ Steuereffekt aus deutschen Personengesellschaften -5.108 19.407
+ Übrige Effekte -169 480
Gebuchte Ertragsteuern 74.961 112.019

VII. Erläuterungen zur Bilanz

1. Immaterielle Vermögenswerte

263 Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich wie folgt:

Immaterielle Vermögenswerte
Erworben Selbsterstellt Gesamt
Übrige geleistete Anzahlungen fertig unfertig
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 55.959 2.381 6.055 0 64.395
Zugänge 900 1.188 0 27 2.115
Abgänge -989 0 0 0 -989
Umbuchungen/ Umgliederungen 730 -844 0 5 -109
31.12.2021 56.600 2.725 6.055 32 65.412
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021 41.802 0 3.209 0 45.011
Planmäßig 4.353 0 793 0 5.146
Abgänge -350 0 0 0 -350
Umbuchungen/ Umgliederungen 0 0 0 0 0
31.12.2021 45.805 0 4.002 0 49.807
Buchwert
01.01.2021 14.157 2.381 2.846 0 19.384
31.12.2021 10.795 2.725 2.053 32 15.605
Immaterielle Vermögenswerte
Erworben Selbsterstellt Gesamt
Übrige geleistete Anzahlungen fertig unfertig
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2020 52.076 4.448 3.790 0 60.314
Zugänge 1.308 1.393 155 0 2.856
Abgänge -681 0 0 0 -681
Umbuchungen/ Umgliederungen 3.256 -3.460 2.110 0 1.906
31.12.2020 55.959 2.381 6.055 0 64.395
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2020 36.794 0 2.358 0 39.152
Planmäßig 5.008 0 834 0 5.842
Abgänge 0 0 0 0 0
Umbuchungen/ Umgliederungen 0 0 17 0 17
31.12.2020 41.802 0 3.209 0 45.011
Buchwert
01.01.2020 15.282 4.448 1.432 0 21.162
31.12.2020 14.157 2.381 2.846 0 19.384

264 Aufwendungen aus Wertminderungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen gezeigt. Erträge aus Wertaufholungen sind unter den sonstigen Erträgen zu finden.

265 Zu den erworbenen immateriellen Vermögenswerten zählen Emissionsrechte mit einem Buchwert von TEUR 2.540 (31.12.2020: TEUR 3.178). Es handelt sich um immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer.

266 Von den erworbenen immateriellen Vermögenswerten der Tochterunternehmen der Flughafen München GmbH dienen TEUR 473 (31.12.2020: TEUR 677) als Sicherheiten für langfristige Darlehen.

267 Es bestehen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 175 (31.12.2020: TEUR 176).

268 Soweit die in Kapitel F.IV.2.b) erläuterten Ansatzvoraussetzungen für selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte nicht erfüllt waren, wurden Entwicklungsaufwendungen nicht angesetzt. Im Berichtsjahr sind, wie im Vorjahr, keine Entwicklungsaufwendungen angefallen, die nicht angesetzt wurden. Forschungsaufwendungen sind nicht angefallen.

269 In den Zugängen zu den immateriellen Vermögenswerten sind TEUR 510 (31.12.2020: TEUR 176) aktivierte Entwicklungsaufwendungen enthalten.

2. Selbstgenutzte Sachanlagen

270 Die Buchwerte der selbstgenutzten Sachanlagen entwickelten sich wie folgt:

Grund und Boden Gebäude Technische Anlagen und Maschinen
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 1.867.556 4.324.990 1.950.721
Zugänge 3.819 49.210 18.343
Abgänge -1 -16.205 -19.479
Umbuchungen/ Umgliederungen -508 195.897 83.391
Währungsumrechnung 0 3 0
31.12.2021 1.870.866 4.553.895 2.032.976
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021 15.067 2.433.158 1.301.333
Planmäßig 17 110.315 64.498
Wertminderungen 0 26.871 36
Abgänge 0 -14.163 -19.345
Umbuchungen/ Umgliederungen 0 -2.841 -58
Währungsumrechnung 0 3 0
31.12.2021 15.084 2.553.343 1.346.464
Buchwert
01.01.2021 1.852.489 1.891.832 649.388
31.12.2021 1.855.782 2.000.552 686.512
Betriebs- und Geschäftsausstattung Sachanlagen im Bau Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 400.872 635.847 9.179.986
Zugänge 16.496 165.713 253.581
Abgänge -16.468 -15.731 -67.884
Umbuchungen/ Umgliederungen 7.895 -293.202 -6.527
Währungsumrechnung 1 0 4
31.12.2021 408.796 492.627 9.359.160
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021 310.039 2 4.059.599
Planmäßig 24.723 0 199.553
Wertminderungen 7 4.167 31.081
Abgänge -15.199 -4.151 -52.858
Umbuchungen/ Umgliederungen 171 0 -2.728
Währungsumrechnung 0 0 3
31.12.2021 319.741 18 4.234.650
Buchwert
01.01.2021 90.833 635.845 5.120.387
31.12.2021 89.055 492.609 5.124.510
Grund und Boden Gebäude Technische Anlagen und Maschinen
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2020 1.868.415 4.177.706 1.901.389
Zugänge 1.299 66.995 14.523
Abgänge 0 -9.301 -5.561
Umbuchungen/ Umgliederungen -2.158 89.590 40.370
31.12.2020 1.867.556 4.324.990 1.950.721
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2020 15.061 2.318.853 1.246.007
Planmäßig 16 100.961 62.297
Wertminderungen 0 16.887 168
Abgänge 0 -8.013 -5.550
Umbuchungen/ Umgliederungen -10 4.470 -1.589
31.12.2020 15.067 2.433.158 1.301.333
Buchwert
01.01.2020 1.853.354 1.858.853 655.382
31.12.2020 1.852.489 1.891.832 649.388
Betriebs- und Geschäftsausstattung Sachanlagen im Bau Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2020 390.450 488.688 8.826.628
Zugänge 17.334 302.295 402.446
Abgänge -11.811 -26.530 -53.203
Umbuchungen/ Umgliederungen 4.899 -128.586 4.115
31.12.2020 400.872 635.B47 9.179.986
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2020 294.235 516 3.874.672
Planmäßig 26.264 0 189.538
Wertminderungen 47 25.393 42.495
Abgänge -10.490 -25.907 -49.960
Umbuchungen/ Umgliederungen -17 0 2.854
31.12.2020 310.039 2 4.059.599
Buchwert
01.01.2020 96.215 488.152 4.951.956
31.12.2020 90.833 635.845 5.120.387

271 Die Umbuchungen und Umgliederungen beinhalten Umgliederungen in die Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht in Höhe von TEUR 29 (2020: TEUR 723).

272 Aufwendungen aus Wertminderungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen gezeigt. Erträge aus Wertaufholungen sind unter den sonstigen Erträgen zu finden.

273 Die Grundstücke sind zum Teil mit Erbbaurechten, Nießbrauch und ähnlichen Rechten belastet. Der Buchwert dieser Grundstücke beträgt TEUR 5.669 (31.12.2020: TEUR 5.669).

274 Von den Gebäuden der Tochterunternehmen der Flughafen München GmbH dienen TEUR 862.687 (31.12.2020: TEUR 908.103), von den technischen Anlagen und Maschinen, der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie den Anlagen im Bau der Tochterunternehmen dienen insgesamt TEUR 270.120 (31.12.2020: TEUR 302.240) als Sicherheiten für langfristige Darlehen. Die Flughafen München GmbH selbst hat keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Sicherheiten für Fremdkapital gestellt.

275 Es bestehen Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von TEUR 141.696 (31.12.2020: TEUR 124.667).

276 Die Auswirkungen von Schätzungsänderungen auf das Anlagevermögen beziehen sich im Geschäftsjahr 2021 insbesondere auf geänderte Einschätzungen auf die Nutzungsfähigkeit von Vermögenswerten.

277 Die Zugänge zu den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Anlagen im Bau beinhalten allgemeine Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 6.387 (31.12.2020: TEUR 8.041) sowie Fremdkapitalkosten aus Projektfinanzierung in Höhe von TEUR 300 (31.12.2020: TEUR 503). Der Aktivierung allgemeiner Fremdkapitalkosten im Berichtsjahr liegt eine Kapitalisierungsquote von 1,99 % (2020: 1,82 %) zugrunde.

278 Dem Flughafen München wurden wie im Vorjahr keine Zuwendungen der öffentlichen Hand gewährt, die direkt vom Buchwert des Vermögenswerts abgezogen wurden.

279 Die selbstgenutzten Sachanlagen beinhalteten Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen, die sich wie folgt aufteilen:

Grund und Boden Gebäude Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Buchwerte
01.01.2021 86 16.833 2.674 19.593
Abschreibungen -16 -3.526 -1.732 -5.274
Wertminderungen 0 0 0 0
Buchwerte
31.12.2021 70 14.252 1.358 15.680
Grund und Boden Gebäude Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Buchwerte 01.01.2020 92 20.895 3.905 24.892
Abschreibungen -16 -4.061 -2.666 -6.743
Wertminderungen 0 -2.891 0 -2.891
Buchwerte 31.12.2020 86 16.833 2.674 19.593

280 Die Zugänge von Nutzungsrechten betrugen insgesamt TEUR 2.266 (31.12.2020: TEUR 6.093).

281 Im Bereich der Gebäude/Immobilien mietet der Konzern insbesondere Wohngebäude sowie Büro- und Lagerflächen an. Diese Leasingverträge haben teilweise eine Grundmietlaufzeit von bis zu 26 Jahren und können Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten.

282 Die Betriebs- und Geschäftsausstattung enthält unter anderem Nutzungsrechte aus der Anmietung von EDV-Hardware, Fahrzeugen sowie sonstiger Betriebs- und Geschäftsausstattung.

283 Es bestehen bei vereinzelten Mietverträgen verschiedene Verlängerungsoptionen. Aus diesen Verlängerungsoptionen ergeben sich mögliche zukünftige Mittelabflüsse in Höhe von TEUR 13.610 (31.12.2020: TEUR 14.819). Diese sind nicht in die bilanzierten Leasingverbindlichkeiten einbezogen, da es nicht hinreichend sicher ist, ob die Verträge verlängert werden. Ist der Konzern mit der Zusammenarbeit zufrieden und wird davon ausgegangen, dass diese Faktoren auch zukünftig mit der Unternehmensstrategie vereinbar sind, gilt es in der Regel als hinreichend sicher, dass die Verträge verlängert beziehungsweise nicht gekündigt werden. Sich aus der Ausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ergebende Laufzeitänderungen werden nur dann in die Vertragslaufzeit einbezogen, wenn eine Verlängerung oder Nicht-Ausübung einer Kündigungsoption hinreichend sicher ist. Diese Beurteilung wird überprüft, wenn ein wesentliches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände eintritt, das beziehungsweise die die bisherige Beurteilung beeinflussen kann - sofern dies in der Kontrolle des Leasingnehmers liegt.

284 Die selbstgenutzten Grundstücke und Gebäude werden teilweise vermietet. Bei den Mietverhältnissen handelt es sich ausnahmslos um operatives Leasing. Der Buchwert der vermieteten Grundstücke und Gebäude entwickelte sich wie folgt:

Grund und Boden Gebäude Grund und Boden Gebäude
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 102.714 769.933 01.01.2020 102.714 740.778
Zugänge 2.832 5.815 Zugänge 0 6.992
Abgänge 0 -351 Abgänge 0 -9
Umbuchungen 0 -92.680 Umbuchungen 0 22.172
31.12.2021 105.546 682.717 31.12.2020 102.714 769.933
Kumulierte Abschreibungen Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021 433.343 01.01.2020 0 399.526
Planmäßig 0 13.045 Planmäßig 0 19.932
Wertminderungen 0 0 Wertminderungen 0 10.781
Abgänge 0 -351 Abgänge 0 -1
Sonstige Änderungen 0 -11.040 Sonstige Änderungen 0 3.105
31.12.2021 0 434.997 31.12.2020 0 433.343
Buchwert Buchwert
01.01.2021 102.714 336.590 01.01.2020 102.714 341.252
31.12.2021 105.546 247.720 31.12.2020 102.714 336.590

3. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

285 Die Buchwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien entwickelten sich wie folgt:

Grund und Boden Gebäude Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 90.634 170.187 260.821
Zugänge 1.424 17 1.441
Abgänge 0 -110 -110
Umbuchungen/ Umgliederungen -1.012 6.072 5.060
31.12.2021 91.046 176.166 267.212
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021 946 114.602 115.548
Planmäßig 0 4.071 4.071
Wertminderungen 0 0 0
Abgänge 0 -108 -108
Umbuchungen/ Umgliederungen 0 2.727 2.727
31.12.2021 946 121.292 122.238
Buchwert
01.01.2021 89.688 55.585 145.273
31.12.2021 90.100 54.874 144.974
Grund und Boden Gebäude Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2020 92.447 177.276 269.723
Zugänge 280 98 378
Abgänge 0 -87 -87
Umbuchungen/
Umgliederungen -2.093 -7.100 -9.193
31.12.2020 90.634 170.187 260.821
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2020 946 113.419 114.365
Planmäßig 0 4.142 4.142
Wertminderungen 0 0 0
Abgänge 0 -87 -87
Umbuchungen/
Umgliederungen 0 -2.872 -2.872
31.12.2020 946 114.602 115.548
Buchwert
01.01.2020 91.501 63.857 155.358
31.12.2020 89.688 55.585 145.273

286 Die Umbuchungen und Umgliederungen beinhalten Umgliederungen in die Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht in Höhe von TEUR 1.547 (2020: TEUR 2.451).

287 Aufwendungen aus Wertminderungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen gezeigt. Erträge aus Wertaufholungen sind unter den sonstigen Erträgen zu finden.

288 Aus der Vermietung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien hat der Flughafen München Erträge in Höhe von TEUR 11.174 (2020: TEUR 14.544) realisiert. Die Betriebsaufwendungen (einschließlich der Aufwendungen für Reparaturen und Wartung) betrugen TEUR 3.539 (2020: TEUR 3.851).

289 Es bestehen Verpflichtungen zum Erwerb von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und zur Errichtung von Erweiterungsbauten für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien in Höhe von TEUR 57.355 (31.12.2020: TEUR 111.057).

290 Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien sind zum Teil mit Rechten Dritter (unter anderem Erbbaurechten) belastet. Der Buchwert dieser Immobilien beträgt TEUR 3.865 (31.12.2020: TEUR 8.565).

291 Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern zu den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wurden in Kapitel F.IV.7 dargelegt.

292 Der beizulegende Zeitwert aller als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, welche sämtlich gemäß der jeweils höchsten und besten Verwendungsmöglichkeit eingesetzt werden, beträgt TEUR 207.390 (31.12.2020: TEUR 254.638). Die Gesellschaft ermittelt die beizulegenden Zeitwerte selbst. Erläuterungen zu den Bewertungsmethoden und -parametern befinden sich in Kapitel F.IV.7.

4. Beteiligungen

a) Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

293 Der Buchwert der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

In TEUR Reach 31.12.2021 EFM 31.12.2021
TEUR TEUR
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 69 1.639
% %
Anteil der Flughafen München GmbH 51% 49%
Gesamt Anteilig Gesamt Anteilig
TEUR TEUR TEUR TEUR
Vermögenswerte kurzfristig 828 422 6.812 3.338
Vermögenswerte langfristig 24 12 7.533 3.691
Schulden kurzfristig 641 327 8.731 4.278
Schulden langfristig 74 38 2.270 1.112
Umsatzerlöse 1.284 655 8.195 4.016
Ergebnis vor Ertragsteuern -406 -207 -4.680 -2.293
Jahresergebnis (EAT) -406 -207 -4.660 -2.283
sonstiges Ergebnis 0 0 0 0
Gesamtergebnis -406 -207 -4.660 -2.283
In TEUR Reach 31.12.2020 EFM 31.12.2020
TEUR TEUR
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 256 2.048
% %
Anteil der Flughafen München GmbH 51% 49%
Gesamt Anteilig Gesamt Anteilig
TEUR TEUR TEUR TEUR
Vermögenswerte kurzfristig 837 427 2.572 1.260
Vermögenswerte langfristig 56 29 10.827 5.305
Schulden kurzfristig 370 189 8.382 4.107
Schulden langfristig 21 11 837 410
Umsatzerlöse 3.383 1.725 19.312 9.463
Ergebnis vor Ertragsteuern 115 59 -4.463 -2.187
Jahresergebnis (EAT) 108 55 -3.811 -1.867
sonstiges Ergebnis 0 0 0 0
Gesamtergebnis 108 55 -3.811 -1.867

294 Das Geschäftsjahr der EFM beginnt mit dem 1. Oktober und endet mit dem 30. September des Folgejahres. Aus Wesentlichkeitsgründen wird auf die Erstellung eines Zwischenabschlusses verzichtet. Der Abschluss wird mit abweichendem Stichtag nach Anpassung um Ergebnisse aus wesentlichen Geschäftsvorfällen zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember einbezogen.

295 Nicht angesetzte Verlustanteile sowie Eventualverbindlichkeiten bestehen bei den Gesellschaften nicht.

b) Beteiligungen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten

296 In der ORAT AMS Group V.O.F., Amsterdam/Niederlande, wurde im Geschäftsjahr 2021 noch keine wesentliche Geschäftsaktivität aufgenommen. Daher wird auf weitere Angaben verzichtet.

5. Langfristige finanzielle Vermögenswerte

297 Buchwerte und Marktwerte der langfristigen finanziellen Vermögenswerte sind den in Kapitel F.IV.9.c) beschriebenen Bewertungskategorien wie folgt zuzuordnen:

31.12.2021 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten
BW 1 MW 2 BW 1 MW 2
TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 18 18
Sonstige Forderungen 0 0 5.033 5.033
Forderungen 0 0 5.051 5.051
langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 0 5.051 5.051
31.12.2021 keine IFRS 9 Bewertungskategorie Gesamt
BW 1 MW 2 BW 1 MW 2
TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 18 18
Sonstige Forderungen 0 0 5.033 5.033
Forderungen 0 0 5.051 5.051
langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 0 5.051 5.051

1 BW= Buchwert
2 MW = Marktwert

31.12.2020 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten
BW 1 MW 2 BW 1 MW 2
TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 6 6
Sonstige Forderungen 0 0 5.103 5.103
Forderungen 0 0 5.109 5.109
langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 0 5.109 5.109
31.12.2020 keine IFRS 9 Bewertungskategorie Gesamt
BW 1 MW 2 BW 1 MW 2
TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 6 6
Sonstige Forderungen 0 0 5.103 5.103
Forderungen 0 0 5.109 5.109
langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 0 5.109 5.109

1 BW = Buchwert
2 MW = Marktwert

298 Der Buchwert der langfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhaltet erwartete Kreditausfälle. Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte wurden wie im Vorjahr ausnahmslos als nicht fällig eingestuft.

299 In der Gruppe bestanden sonstige finanzielle Vermögenswerte mit einem Bruttobuchwert von TEUR 5.054 (31.12.2020: TEUR 5.112) und vertragliche Vermögenswerte von TEUR 15.319 (31.12.2020: TEUR 6.313). Diese wurden den Ratingklassen BB- bis AA- zugeordnet.

Die Wertminderungen betrugen zum Stichtag TEUR 3 (31.12.2020: TEUR 3) für die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie TEUR 142 (31.12.2020: TEUR 76) für die Vertraglichen Vermögenswerte.

300 Erläuterungen zu Derivaten sind in Kapitel F.VII.16 zu finden.

6. Latente Ertragsteuern

301 Aktive und passive latente Steuern sind unter Bezugnahme auf ihre Entstehung den folgenden Bilanzposten zuzuordnen:

Aktive Latente Steuern Passive Latente Steuern
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR TEUR TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 419 405 801 1.975
Selbstgenutzte Sachanlagen 20 14 423.376 433.855
Als Finanzinvestition gehaltene Sachanlagen 5.841 6.446 11.796 11.789
Vorräte 25 912 503 619
Finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte 405 430 1.878 1.918
davon Derivate zur Absicherung von Zahlungsmittelströmen 0 0 37 11
Vermögenswerte 6.710 8.207 438.354 450.156
Sonstige Finanzschulden 8.228 11.430 4.109 4.276
davon Derivate zur Absicherung von Zahlungsmittelströmen 273 2.750 18 0
Rückstellungen 12.413 13.078 2.975 3.267
Leistungen an Arbeitnehmer 16.703 26.777 0 0
davon Pensionszusagen und sonstige langfristige Leistungen 15.059 25.668 0 0
Sonstige Schulden 432 129 180 195
Schulden 37.776 51.414 7.264 7.738
Konsolidierung 0 0 1.966 2.431
Verlustvorträge 174.549 95.794 0 0
Wertberichtigungen auf Verlustvorträge -6.173 -4.754 0 0
Verlustvorträge 168.376 91.040 0 0
Gesamt 212.862 150.661 447.584 460.325
Saldierung -197.068 -141.851 -197.068 -141.851
Ansatz 15.794 8.810 250.516 318.474

302 Die Auswirkungen der Veränderung aktiver und passiver latenter Steuern auf das Konzernjahresergebnis und das sonstige Ergebnis werden in folgender Übersicht dargestellt:

2021 2020
TEUR TEUR
Stand zum 01.01. 309.664 418.903
Derivate zur Absicherung von Zahlungsmittelströmen -22 19
Pensionszusagen und sonstige langfristige Leistungen -15.192 -9.914
Übrige temporäre Differenzen 14.932 -12.169
Verlustvorträge -77.336 -89.182
Ergebniswirksame latente Steuern -77.618 -111.246
Derivate zur Absicherung von Zahlungsmittelströmen 2.543 2.470
Pensionszusagen und sonstige langfristige Leistungen 133 -463
Ergebnisneutrale latente Steuern 2.676 2.007
Stand zum 31.12. 234.722 309.664

303 Von den gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen sind TEUR 23.985 (31.12.2020: TEUR 15.486) und von den körperschaftsteuerlichen Verlustvorträgen TEUR 26.275 (31.12.2020: TEUR 17.941) nicht angesetzt worden. Die Verlustvorträge sind grundsätzlich unverfallbar.

304 Vom Buchwert der aktiven latenten Steuern entfallen auf Verlustvorträge TEUR 168.376 (31.12.2020: TEUR 91.040). Über den Betrag der saldierungsfähigen passiven latenten Steuern hinaus werden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge nur angesetzt, soweit sie gegen erwartete zu versteuernde Gewinne verrechnet werden können.

305 TEUR 1.793 (31.12.2020: TEUR 2.732) der aktiven und TEUR 250.104 (31.12.2020: TEUR 318.474) der passiven latenten Steuern werden voraussichtlich mehr als zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag realisiert.

306 Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen handelt es sich um Kapital- und Personengesellschaften. Die zwischen dem steuerlichen Beteiligungsbuchwert der in den Konzernabschluss einbezogenen Kapitalgesellschaften und deren Nettovermögen nach IFRS bestehenden Differenzen sind gemäß § 8b Abs. 1 KStG in Verbindung mit § 8b Abs. 5 KStG beziehungsweise § 8b Abs. 2 KStG in Verbindung mit § 8b Abs. 5 KStG zu 95 % von der Besteuerung ausgenommen.

307 Zwischen dem nach der Spiegelbildmethode abgebildeten steuerlichen Nettovermögen der Personengesellschaften und dem Nettovermögen nach IFRS entstehen über die auf Einzelgesellschaftsebene berücksichtigten temporären Differenzen hinaus keine weiteren Differenzen.

7. Vorratsvermögen

308 Der Buchwert der Vorräte setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.908 8.463
Fertige und unfertige Leistungen 64 12
Handelswaren 14.546 19.582
Gesamt 22.518 28.057

309 TEUR 14.489 (31.12.2020: TEUR 19.513) des Buchwerts entfallen auf Handelswaren, die mit dem Nettoveräußerungswert bewertet wurden.

310 Der Materialaufwand beinhaltet Aufwendungen aus Wertminderungen auf Handelswaren in Höhe von TEUR 3.808 (2020: TEUR 4.305). Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine Wertaufholungen gegen den Materialaufwand verrechnet. Der Waren- und Materialeinsatz betrug TEUR 35.997 (2020: TEUR 38.787).

311 Das Vorratsvermögen ist nicht mit Rechten Dritter belastet.

8. Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

312 Der Buchwert der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte ist den in Kapitel F.IV.9.c) beschriebenen Bewertungskategorien wie folgt zuzuordnen. Der Buchwert stellt einen angemessenen Näherungswert für den Marktwert dar.

31.12.2021 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten keine IFRS 9 Bewertungskategorie Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 42.794 0 42.794
Sonstige Forderungen 0 14.540 0 14.540
Forderungen 0 57.334 0 57.334
Derivative finanzielle Vermögenswerte 134 0 0 134
Sonstiges Finanzvermögen 134 0 0 134
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 134 57.334 0 57.468
31.12.2020 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten keine IFRS 9 Bewertungskategorie Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 34.506 0 34.506
Sonstige Forderungen 0 26.097 0 26.097
Forderungen 0 60.603 0 60.603
Derivative finanzielle Vermögenswerte 40 0 0 40
Sonstiges Finanzvermögen 40 0 0 40
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 40 60.603 0 60.643

a) Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragliche Vermögenswerte

313 Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertraglichen Vermögenswerten werden durch Wertminderungen für erwartete Kreditausfälle berücksichtigt (siehe Kapitel F.IV.9.f)). Die fortgeführten Anschaffungskosten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen erwartete Kreditausfälle, die mittels des vereinfachten Ansatzes berechnet werden. Der Flughafen München überwacht das Kreditrisiko, indem Credit-Default-Swap-Spreads sowie Ratinginformationen von gängigen Marktdatenanbietern zusammen mit verfügbaren Presse- und Aufsichtsinformationen über Schuldner für die Ermittlung erwarteter Kreditausfälle herangezogen werden. Einzelwertberichtigungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden separat erfasst. Die Wertminderungen in Höhe von TEUR 1.500 (31.12.2020: TEUR 3.271) entfallen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 1.488; 31.12.2020: TEUR 3.256) und vertragliche Vermögenswerte aus Verträgen mit Kundinnen (TEUR 12; 31.12.2020: TEUR 15). Die nachfolgenden Tabellen enthalten eine weitergehende Analyse der Kreditqualität dieser Forderungen:

Ausfallrisiko-Ratingklasse zum 31.12.2021 Lebenslanger Kreditausfall Lebenslanger Kreditausfall
Nicht wertgemindert wertgemindert
Portfolio Ratingklasse kollektiv einzeln Bruttobuchwert
TEUR TEUR TEUR
Einzelbetrachtung BBB- bis AAA 23 0 15.356
Einzelbetrachtung B- bis B+ 1 0 919
Einzelbetrachtung - wertgemindert D bis CCC 0 1.454 4.320
Cluster - Aviation BB- bis BB+ 1 0 7.605
Cluster - Non-Aviation BB- bis BB+ 1 0 7.846
Cluster - Einzelhandel BB- bis BB+ 0 0 863
Cluster - Hotel/Gastronomie BB- bis BB+ 3 0 4.333
Cluster - Beratungsgeschäft BB- bis BB+ 5 0 3.040
34 1.454 44.282
Cluster - Vertragliche Vermögenswerte BB- bis BB+ 2 0 972
Cluster - Vertragliche Vermögenswerte aus dem Beratungsgeschäft BB- bis AA- 10 0 9.970
12 0 10.942
46 1.454 55.224
Ausfallrisiko-Ratingklasse zum 31.12.2020 Lebenslanger Kreditausfall Lebenslanger Kreditausfall
Nicht wertgemindert wertgemindert
Portfolio Ratingklasse kollektiv einzeln Bruttobuchwert
TEUR TEUR TEUR
Einzelbetrachtung BBB- bis AAA 39 0 5.145
Einzelbetrachtung CCC- bis B+ 7 0 8.355
Einzelbetrachtung - wertgemindert D bis CCC 0 3.201 3.874
Cluster-Aviation BB- bis BB+ 1 0 4.199
Cluster-Non-Aviation BB- bis BB+ 2 0 7.681
Cluster - Einzelhandel BB- bis BB+ 1 0 2.979
Cluster - Hotel/Gastronomie BB- bis BB+ 3 0 4.211
Cluster - Beratungsgeschäft BB- bis BB+ 2 0 1.318
55 3.201 37.762
Cluster - Vertragliche Vermögenswerte BB- bis BB+ 2 0 884
Cluster - Vertragliche Vermögenswerte aus dem Beratungsgeschäft BB- bis AA- 13 0 6.647
15 0 7.531
70 3.201 45.293

314 Die Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertraglichen Vermögenswerten haben sich wie folgt entwickelt:

Lebenslanger Kreditausfall Lebenslanger Kreditausfall
Nicht wertgemindert wertgemindert
kollektiv einzeln
TEUR TEUR
01.01.2020 44 2.550
abgeschriebene Beträge (Verbrauch) 0 -739
Nettoneubewertung der Wertberichtigung (+Zuführung - Auflösung) 26 1.390
31.12.2020/01.01.2021 70 3.201
abgeschriebene Beträge (Verbrauch) 0 -447
Nettoneubewertung der Wertberichtigung (+Zuführung - Auflösung) -24 -1.300
31.12.2021 46 1.454

315 Die nicht fälligen Forderungen bestehen gegen Schuldner unterschiedlicher Bonität. Bei der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs der finanziellen Vermögenswerte wurden zur Bestimmung objektiver Hinweise auf eine Wertminderung unter anderem Insolvenzen, Rechtsstreitigkeiten oder Zahlungsausfälle einbezogen.

316 Forderungen aus Mietverträgen werden durch die Hinterlegung von Kautionen und Bürgschaften gesichert. Abfertigungsleistungen werden nur gegen Hinterlegung von Barsicherheiten und Bankbürgschaften erbracht. TEUR 1.368 (31.12.2020: TEUR 2.848) der Forderungen aus Mietverträgen sind durch Kautionen in Höhe von TEUR 3.381 (31.12.2020: TEUR 2.630) und durch Bürgschaften sowie sonstige Besicherungen in Höhe von TEUR 51.118 (31.12.2020: TEUR 13.004) gedeckt. TEUR 3.858 (31.12.2020: TEUR 1.011) der Forderungen aus Abfertigungsleistungen sind durch Barsicherheiten und Bankbürgschaften sowie sonstige Besicherungen in Höhe von TEUR 11.274 besichert (31.12.2020: TEUR 11.649). Da die Sicherheiten regelmäßig und unmittelbar ohne weitere Kosten vollständig in Anspruch genommen werden können, verringert sich der zu berücksichtigende Forderungsbetrag zur Berechnung der erwarteten Kreditausfälle um die Höhe der jeweiligen Sicherheiten.

317 Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Tochterunternehmen der Flughafen München GmbH wurden TEUR 2.138 (31.12.2020: TEUR 3.122) als Sicherheiten für Darlehensschulden gestellt. Die Gestellung erfolgt als stille Zession nach § 398 BGB. Die Flughafen München GmbH selbst hat keine Vermögenswerte als Sicherheiten für Fremdkapital gestellt.

b) Kurzfristige sonstige Forderungen

318 Die fortgeführten Anschaffungskosten der kurzfristigen sonstigen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Debitorische Kreditoren 6.013 2.147
Forderungen in Verbindung mit Behörden 3.691 12.015
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen und Beteiligungen 1.581 3.481
Forderungen in Verbindung mit Schäden 1.324 0
Lieferantenboni 626 608
Forderungen aus Bürgschaften 121 3.243
Übrige 1.184 4.603
Gesamt 14.540 26.097

319 Signifikante Ausfallrisiken bei kurzfristigen sonstigen Forderungen werden durch Wertminderungen berücksichtigt (siehe Kapitel F.IV.9.f)). Wertminderungen werden mit dem Buchwert verrechnet.

320 Die fortgeführten Anschaffungskosten der sonstigen Forderungen berücksichtigen erwartete Kreditausfälle, die mittels des allgemeinen Ansatzes berechnet werden. Der Flughafen München überwacht das Kreditrisiko, indem er Credit-Default-Swap-Spreads sowie Ratinginformationen von gängigen Marktdatenanbietern zusammen mit verfügbaren Presse- und Aufsichtsinformationen über die Schuldner:innen für die Ermittlung erwarteter Kreditausfälle heranzieht. Einzelwertberichtigungen der sonstigen Forderungen werden separat erfasst.

321 In der Gruppe bestanden kurzfristige sonstige Forderungen mit einem Bruttobuchwert von TEUR 14.560 (31.12.2020: TEUR 26.128). Diese wurden wie im Vorjahr der Ratingklasse BB bis BBB+ zugeordnet. Die Wertminderungen aus sonstigen Forderungen betrugen zum Stichtag TEUR 20 (31.12.2020: TEUR 31).

322 Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam es zu keinen signifikanten Änderungen des Bruttobuchwerts der sonstigen Forderungen, die zu wesentlichen Veränderungen der Wertberichtigung beigetragen hätten.

323 Die kurzfristigen sonstigen Forderungen sind als nicht fällig anzusehen. Sie bestehen gegen Schuldner:innen unterschiedlicher Bonität.

c) Kurzfristiges sonstiges Finanzvermögen

324 Beim kurzfristigen sonstigen Finanzvermögen handelt es sich um kurzfristige derivative finanzielle Vermögenswerte.

325 Erläuterungen zu Derivaten sind in Kapitel F.VII.16 zu finden.

9. Sonstige Vermögenswerte

326 Der Buchwert der sonstigen Vermögenswerte setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Forderungen aus Steuern und sonstigen Abgaben 10.303 26.412
Nicht-finanzielle Forderungen 10.303 26.412
Abgrenzungen in Verbindung mit dem Luftverkehr 6.725 7.250
Wartungsleistungen 4.832 4.592
Übrige abgegrenzte Aufwendungen 2.957 1.922
Abgegrenzte Aufwendungen 14.514 13.764
Sonstige Vermögenswerte 24.817 40.176
davon kurzfristig 19.263 32.786
davon langfristig 5.554 7.390

10. Flüssige Mittel

327 Der Buchwert der flüssigen Mittel setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Geldanlagen 34.984 67.985
Sichteinlagen 16.170 8.981
Kassenbestand 793 736
Zahlungsmittelbestand 16.963 9.717
Gesamt 51.947 77.702

328 Zusammensetzung und Saldo des Zahlungsmittelbestands entsprechen dem Saldo des Zahlungsmittelfonds in der Kapitalflussrechnung.

329 Die flüssigen Mittel gehören der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" an. Ihr Buchwert entspricht dem Marktwert.

330 Die fortgeführten Anschaffungskosten der flüssigen Mittel inkludieren erwartete Kreditausfälle, die anhand des allgemeinen Ansatzes berechnet werden. Der Flughafen München reduziert das Kreditrisiko, indem er vorrangig in Finanzinstrumente investiert, die mindestens ein Investment-Grade-Rating aufweisen. Die Ratinginformationen werden von gängigen Marktdatenanbietern bezogen und regelmäßig bezüglich Veränderungen überwacht. Um festzustellen, ob die veröffentlichten Ratings dem neuesten Stand entsprechen und ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos stattgefunden hat, basiert die Ermittlung erwarteter Kreditausfälle neben Ratinginformationen auf Credit-Default-Swap-Spreads zusammen mit verfügbaren Presse- und Aufsichtsinformationen.

331 Die nachfolgende Tabelle stellt eine Analyse der Kreditqualität der flüssigen Mittel (ohne Kassenbestand) dar. Hierbei wird eine Unterscheidung zwischen dem 12-Monats-Kreditausfall sowie lebenslangen Kreditausfällen vorgenommen, wobei letztere nochmals in wertgemindert und nicht-wertgemindert unterteilt werden:

31.12.2021 Ausfallrisiko-Ratingklasse 12-Monats Kreditausfall Bruttobuchwert
Nicht wertgemindert
Ratingklasse kollektiv
TEUR TEUR
BBB- bis AAA 6 51.080
BB- bis BB+ 0 80
6 51.160
31.12.2020 Ausfallrisiko-Ratingklasse 12-Monats Kreditausfall Bruttobuchwert
Nicht wertgemindert
Ratingklasse kollektiv
TEUR TEUR
BBB- bis AAA 11 73.900
BB- bis BB+ 5 3.002
CCC- bis B+ 0 80
16 76.982

332 Die Bewegungen zwischen den Wertberichtigungsstufen für flüssige Mittel stellen sich wie folgt dar:

12-Monats Kreditausfall Lebenslanger Kreditausfall
Nicht wertgemindert Nicht wertgemindert
kollektiv kollektiv
TEUR TEUR
01.01.2020 206 28
abgeschriebene Beträge (Verbrauch) - -
Nettoneubewertung der Wertberichtigung (+Zuführung - Auflösung) -190 -28
31.12.2020/01.01.2021 16 0
abgeschriebene Beträge (Verbrauch) - -
Nettoneubewertung der Wertberichtigung (+Zuführung - Auflösung) -10 0
31.12.2021 6 0

333 Unverändert zum Vorjahr kam es im abgelaufenen Geschäftsjahr zu keinen signifikanten Änderungen des Bruttobuchwerts der Finanzinstrumente, die zu wesentlichen Veränderungen der Wertberichtigung beigetragen hätten.

11. Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht

334 Der Buchwert der Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht beinhaltet im Wesentlichen Grundstücke, die im Zusammenhang mit dem Erwerb von Flächen für Erweiterungsbauten als Tauschobjekt angeboten werden; darüber hinaus sind weitere bebaute und unbebaute Grundstücke für eine Veräußerung vorgesehen. Sowohl bei den Tauschgeschäften als auch bei den Veräußerungsgeschäften werden im folgenden Geschäftsjahr Abgänge zu Marktbedingungen erwartet.

12. Eigenkapital

335 Das Stammkapital der Flughafen München GmbH ist in drei Geschäftsanteile geteilt. Alle Geschäftsanteile sind voll eingezahlt.

336 Der Nennwert je Geschäftsanteil beträgt:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Freistaat Bayern 156.456 156.456
Bundesrepublik Deutschland 79.762 79.762
Landeshauptstadt München 70.558 70.558
Gesamt 306.776 306.776

337 Je zehn Euro eines Geschäftsanteils gewähren eine Stimme im Rahmen der Beschlussfassung durch die Gesellschafterversammlung. Die Verfügung über die Geschäftsanteile oder Teile von ihnen bedarf der Zustimmung durch alle Gesellschafter.

338 Der Buchwert der Rücklagen setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Kapitalrücklage 102.258 102.258
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -19.613 -20.105
Latente Steuern 5.454 5.588
Sonstige Gewinnrücklagen 1.984 45.910
Gewinnrücklagen -12.175 31.393
Rücklagen 90.083 133.651

339 Die Kapitalrücklage resultiert aus einer Kapitalerhöhung im Zuge der Errichtung des Flughafenneubaus am heutigen Standort im Erdinger Moos. Die Kapitalrücklage kann nur durch einstimmigen Gesellschafterbeschluss zurückgefordert werden.

340 Die sonstigen Gewinnrücklagen dienen insbesondere der Finanzierung von Investitionsvorhaben bei Tochterunternehmen (AeroGround Flughafen München GmbH, FMSicherheit Flughafen München Sicherheit GmbH ). Über die Bildung und Auflösung dieser Rücklagen entscheiden die jeweiligen Gesellschafterversammlungen.

341 Das übrige Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Fremdwährungsumrechnung 550 -525
Sicherungsrücklage -1.041 -13.760
Latente Steuern 208 2.751
Ergebnisneutrale Bewertung -283 -11.534
Erstmalige Anwendung der IFRS 975.313 975.313
Erstmalige Anwendung des IFRS 9 -1.635 -1.635
Übrige einbehaltene Ergebnisse 444.858 662.371
Einbehaltene Ergebnisse 1.418.536 1.636.049
Übriges Eigenkapital 1.418.253 1.624.515

13. Kapitalmanagement

342 Das Kapitalmanagement verfolgt das Ziel, die Unternehmensfortführung zu sichern und angemessene Renditen für die Gesellschafter zu erzielen. Zur Erreichung dieses Ziels werden Maßnahmen zur Steuerung von Verschuldung und Ertragskraft ergriffen.

a) Verschuldung

343 Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt im Hinblick auf die nachhaltige Aufrechterhaltung eines Unternehmensratings im Investment-Grade.

344 Eine maßgebliche finanzielle Einflussgröße für das Unternehmensrating ist das Net Debt/bereinigtes EBITDA. Beim bereinigten EBITDA handelt es sich um eine nachhaltige Größe. Die Bereinigung betrifft im laufenden EBITDA enthaltene nicht wiederkehrende Effekte. Im Geschäftsjahr 2021 gab es keine Effekte, die bereinigt wurden, daher entspricht das bereinigte EBITDA dem EBITDA.

345 Die Kapitalstruktur wird im Hinblick auf den aus dem Zielrating abgeleiteten Quotienten zwischen Net Debt und bereinigtem EBITDA gesteuert. Darüber hinaus wird dieser Quotient regelmäßig mit den entsprechenden Kennzahlen von kapitalmarktnotierten Unternehmen der europäischen Referenzgruppe verglichen.

346 Aufgrund der Gesellschafterstruktur der Flughafen München GmbH konzentrieren sich die Maßnahmen zur Steuerung der Verschuldung primär auf den Umfang der Finanzierung durch Fremdkapital.

347 Der Quotient hat sich wie folgt entwickelt:

2021 2020
TEUR TEUR
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften 348.177 334.619
Sonstige Finanzschulden 2.649.483 2.376.453
Flüssige Mittel -51.947 -77.702
Net Debt 2.945.713 2.633.370
EBITDA des Geschäftsjahres = bereinigtes EBITDA -45.816 -161.838
Net Debt / bereinigtes EBITDA -64,3 -16,3

348 Vorgehensweisen und Methoden der Steuerung und der Überwachung der Kapitalstruktur haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.

b) Ertragskraft

349 Die Ertragskraft wird anhand des EBT gemessen. Auf dieser Größe basiert auch ein Großteil der Incentivierung der Führungskräfte. Im Rahmen der wertorientierten Steuerung strebt der Flughafen München eine Gesamtkapitalrentabilität (Return On Capital Employed - ROCE) an, mit deren Hilfe unter anderem Investitionen im Vergleich zum WACC (Weigthed Average Cost of Capital) beurteilt werden.

350 Das EBT betrug im Geschäftsjahr 2021 TEUR -336.257 (2020: TEUR -433.420).

351 Vorgehensweisen und Methoden der Steuerung und der Überwachung der Ertragskraft haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.

14. Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften

352 Im Konzernabschluss nach IFRS werden Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften dem Fremdkapital zugeordnet. Wirtschaftlicher Gehalt und Bewertung der Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften sind im Kapitel F.IV.14.b) sowie im Kapitel F.V.2 beschrieben. Sie gehören der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzschulden" an. Ihr Buchwert entspricht näherungsweise dem Marktwert.

353 Der gewählte risikoadäquate Abzinsungssatz von 9,5 % stellt eine aus der Kapitalkostenstruktur abgeleitete Nach-Steuer-Größe dar. In die Ermittlung der Finanzschuld werden neben dem endfälligen anteiligen Festkapital die abgezinsten Kapitaleinlagen und die abgezinsten Ausschüttungspotenziale während der Vertragslaufzeit bis zum Jahr 2056 einbezogen.

354 Nach den diesem Abschluss zugrunde liegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erfolgt die Aufteilung des Buchwerts nach Fristigkeit. Sie entspricht daher nicht den tatsächlich zu erwartenden Fristigkeiten.

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Buchwert 348.177 334.619
davon langfristig 348.177 334.619
davon kurzfristig 0 0

355 Die Finanzschuld und der Liquiditätsbedarf für den Konzern hieraus kann näherungsweise aus den erwarteten Ausschüttungen und thesaurierten Gewinnanteilen in den Folgejahren sowie den zugrunde gelegten Abzinsungsfaktoren abgeleitet werden. Eine Minderung des Zinssatzes führt zu einer Erhöhung der Finanzschuld. Eine Anpassung des Abzinsungszinssatzes erfolgt erst bei wesentlichen Vertragsänderungen.

356 Eine quantitative Einschätzung zum Umfang des oben genannten Risikos gibt die nachfolgende Sensitivitätsanalyse:

Zinssatz in % 8,5 9,5 10,5
Wert der Finanzschuld in TEUR 381.837 348.177 318.593

357 Berechnungsmethoden und Art der Annahmen sind mit dem Vorjahr identisch.

15. Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

358 Buchwerte und Marktwerte der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sind den in Kapitel F.IV.9.c) beschriebenen Bewertungskategorien wie folgt zuzuordnen:

31.12.2021 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten
BW 1 MW 2 BW 1 MW 2
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 16.786 16.461
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 406 406
Verbindlichkeiten 0 0 17.192 16.867
Finanzschulden aus Darlehen 0 0 1.933.077 1.934.147
Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 3 0 0 15.673 -
Originäre Finanzschulden 0 0 1.948.750 1.934.147
Derivative Finanzschulden (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Derivative Finanzschulden (nicht Hedge Accounting) 110 110 0 0
Sonstige Finanzschulden 110 110 1.948.750 1.934.147
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 110 110 1.965.942 1.951.014
31.12.2021 keine IFRS 9 Bewertungskategorie Gesamt
BW 1 MW 2 BW 1 MW 2
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 16.786 16.461
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 406 406
Verbindlichkeiten 0 0 17.192 16.867
Finanzschulden aus Darlehen 0 0 1.933.077 1.934.147
Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 3 0 0 15.673 -
Originäre Finanzschulden 0 0 1.948.750 1.934.147
Derivative Finanzschulden (Hedge Accounting) 1.128 1.128 1.128 1.128
Derivative Finanzschulden (nicht Hedge Accounting) 0 0 110 110
Sonstige Finanzschulden 1.128 1.128 1.949.988 1.935.385
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.128 1.128 1.967.180 1.952.252

1 BW = Buchwert
2 MW = Marktwert
3 Finanzschulden aus Leasingverhältnissen sind nur hinsichtlich der Ausbuchung nach den Kategorien aus Kapitel F.IV.9.a) zu bilanzieren. Im Übrigen erfolgt die Bilanzierung nach Kapitel F.IV.8.

31.12.2020 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten
BW 1 MW 2 BW 1 MW 2
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 19.216 18.951
Rückerstattungsverbindlichkeiten 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 255 255
Verbindlichkeiten 0 0 19.471 19.206
Finanzschulden aus Darlehen 0 0 1.611.538 1.634.148
Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 3 0 0 18.168 -
Originäre Finanzschulden 0 0 1.629.706 1.634.148
Derivative Finanzschulden
(Hedge Accounting) 0 0 0 0
Sonstige Finanzschulden 0 0 1.629.706 1.634.148
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 1.649.177 1.653.354
31.12.2020 keine IFRS 9 Bewertungskategorie Gesamt
BW 1 MW 2 BW 1 MW 2
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 19.216 18.951
Rückerstattungsverbindlichkeiten 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 255 255
Verbindlichkeiten 0 0 19.471 19.206
Finanzschulden aus Darlehen 0 0 1.611.538 1.634.148
Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 3 0 0 18.168 -
Originäre Finanzschulden 0 0 1.629.706 1.634.148
Derivative Finanzschulden
(Hedge Accounting) 2.083 2.083 2.083 2.083
Sonstige Finanzschulden 2.083 2.083 1.631.789 1.636.231
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 2.083 2.083 1.651.260 1.655.437

1 BW - Buchwert
2 MW = Marktwert
3 Finanzschulden aus Finanzierungsleasing sind nur hinsichtlich der Ausbuchung nach den Kategorien aus Kapitel F.IV.9.a) zu bilanzieren. Im Übrigen erfolgt die Bilanzierung nach Kapitel F.IV.8.

a) Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

359 Die langfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betreffen Gewährleistungseinbehalte.

b) Langfristige sonstige Verbindlichkeiten

360 Der Buchwert der langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten beinhaltet im Wesentlichen Depotzahlungen und Kautionen.

361 Depotzahlungen und Kautionen sind mit marktgerechten Zinsen ausgestattet. Signifikante Abweichungen zwischen Buchwert und Marktwert bestehen nicht.

c) Finanzschulden aus Darlehen

362 Bei den Finanzschulden aus Darlehen handelt es sich überwiegend um Konsortial- und Schuldscheindarlehen. Die Darlehen sind mit üblichen nicht-finanziellen Covenants, unter anderem Negativverpflichtungen und Gleichrangigkeitserklärungen, ausgestattet. Darüber hinaus bestehen unter anderem Kündigungsrechte bei Veränderungen in der Gesellschafterstruktur der Flughafen München GmbH. Finanzielle Covenants wurden nicht vereinbart.

363 Die Finanzschulden aus Darlehen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 Buchwert Transaktionskosten Bilanzwert
TEUR TEUR TEUR
fixe Zinsbindung 1.591.512 0 1.591.512
variable Zinsbindung 517.154 -2.917 514.237
2.108.666 -2.917 2.105.749
31.12.2020 Buchwert Transaktionskosten Bilanzwert
TEUR TEUR TEUR
fixe Zinsbindung 1.220.872 0 1.220.872
variable Zinsbindung 607.253 -3.836 603.417
1.828.125 -3.836 1.824.289

364 Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale der kurz- und langfristigen Darlehen mit fixer Zinsbindung sind:

31.12.2021 Zins
Buchwert Restschuld von bis
Währung TEUR TEUR % %
EUR 1.591.512 1.592.366 0,16 3,46
31.12.2020 Zins
Buchwert Restschuld von bis
Währung TEUR TEUR % %
EUR 1.220.872 1.224.317 0,16 3,46

365 Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale der kurz- und langfristigen Darlehen mit variabler Zinsbindung sind:

31.12.2021 Buchwert Restschuld Basiszins
Währung TEUR TEUR
EUR 517.154 516.536 3M und 6M EURIBOR
31.12.2020 Währung Buchwert Restschuld Basiszins
TEUR TEUR
EUR 607.253 605.992 3M und 6M EURIBOR

366 Der kurzfristige Anteil der Finanzschulden aus Darlehen (inklusive Transaktionskosten) ist unter den kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesen.

d) Langfristige Finanzschulden aus Leasingverhältnissen

367 Der kurzfristige Anteil der Finanzschulden aus Leasingverhältnissen ist unter den kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesen.

e) Langfristige derivative Finanzschulden

368 Erläuterungen zu Derivaten sind nachfolgend unter F.VII.16 zu finden.

16. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

369 Der Flughafen München setzt Derivate im Rahmen des Finanzrisikomanagements als Sicherungsgeschäfte ein. Alle Sicherungsbeziehungen werden als effektiv beurteilt. Der Handel mit Derivaten zu Spekulationszwecken ist dem Flughafen München grundsätzlich untersagt.

370 Der Buchwert der Derivate beinhaltet im Einzelnen:

Vermögenswerte Schulden
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR TEUR TEUR
Bilanzierte Sicherungen
Sicherung von Zahlungsmittelströmen
Zinsswaps 0 0 1.128 16.341
Nicht bilanzierte Sicherungen
Devisentermingeschäfte 134 40 169 0
Gesamt 134 40 1.297 16.341

371 Der Buchwert der Derivate entspricht ihrem Marktwert.

372 Der Buchwert der Derivate mit Restlaufzeiten von unter einem Jahr wird unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten beziehungsweise kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesen.

a) Sicherungsbeziehungen von Zahlungsmittelströmen

373 Der Flughafen München unterliegt auf Grund von Schwankungen der Zinssätze einem Zinsänderungsrisiko. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos schließt der Konzern Zinssicherungsgeschäfte für variabel verzinsliche Darlehen ab. Hierbei werden variable Zinsverpflichtungen aus Darlehen gegen Zinszahlungen mit festen Zinssätzen getauscht (pay fix/receive floating). Die Auswirkungen aus der Veränderung der Zinszahlungspflichten für künftige Darlehen werden hierdurch in einem hohen Maß ausgeglichen, sodass für die langfristige (Re-)Finanzierung eine bestimmte, variable Verzinsung der Nettoposition angestrebt wird. Die Steuerung der Sicherungsquote garantiert eine hohe Planungssicherheit für das Zinsergebnis, wobei ebenso auch eine Partizipation bei Zinssenkungen ermöglicht wird. Der Derivatebestand beinhaltet sowohl Geschäfte, die dem Ausgleich gegenwärtiger Zinszahlungspflichten dienen, als auch Geschäfte mit Laufzeitbeginn in künftigen Geschäftsperioden (forward starting swaps).

374 Die Risikomanagementzielsetzung sieht vor, das Risiko der Änderung von Zahlungsmittelflüssen aufgrund von Zinssatzänderungen ("Zinsrisiko") mittels eines designierten Anteils des Nominalbetrags vom Konsortialkredit ("Sicherungsquote") zu eliminieren. Die Sicherungsquote wird dem Auszahlungsplan des Konsortialkredits entsprechend sukzessive aufgebaut. Innerhalb der durch die Sicherungsquote definierten Grenzen soll das Zinsrisiko zu einem Großteil eliminiert werden.

375 Das abgesicherte Risiko stammt aus den Zahlungsströmen von variabel verzinslichen Darlehen. Zur Sicherung werden Zinsswaps eingesetzt, welche in ihrer Gesamtheit in der Sicherungsbeziehung designiert sind.

376 Der Derivatebestand setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 Gesamt Fälligkeit
Swaps TEUR 2022 2023 bis 2026 Nach 2026
Nominalbetrag 55.000 0 55.000 0
Durchschnittlicher Festzinssatz 0,52 %
31.12.2020 Gesamt Fälligkeit
Swaps TEUR 2021 2022 bis 2025 Nach 2025
Nominalbetrag 491.000 436.000 55.000 0
Durchschnittlicher Festzinssatz 2,38% 0,52%

377 Der Buchwert der Grundgeschäfte sowie der Derivate, die zur Sicherung von Zahlungsmittelströmen eingesetzt werden, hat sich wie folgt entwickelt:

Grundgeschäfte zum 31.12.2021 Wertänderung, die als Grundlage für die Erfassung einer Unwirksamkeit der Absicherung herangezogen wird Sicherungsrücklage von Zahlungsströmen
TEUR TEUR
Instrumente mit variablen Zinssätzen -504 1.051
Grundgeschäfte zum 31.12.2020 Wertänderung, die als Grundlage für die Erfassung einer Unwirksamkeit der Absicherung herangezogen wird Sicherungsrücklage von Zahlungsströmen
TEUR TEUR
Instrumente mit variablen Zinssätzen 2.010 13.817
Buchwert der Derivate davon designierter Anteil
31.12.2021 Nominalbetrag Vermögenswerte Schulden Vermögenswerte Schulden
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Zinsswaps 55.000 0 1.128 0 1.041
31.12.2021 Bilanzposten, in dem das gesicherte Grundgeschäft enthalten ist Wertänderung des Sicherungsinstruments, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurde Betrag, der aus der Sicherungsrücklage in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurde Posten in der Gesamtergebnisrechnung, in dem der Umgliederungsbetrag enthalten ist
TEUR TEUR
Zinsswaps Finanzschulden aus Darlehen -456 -12.263 Zinsergebnis
Buchwert der Derivate davon designierter Anteil
31.12.2020 Nominalbetrag Vermögenswerte Schulden Vermögenswerte Schulden
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Zinsswaps 491.000 0 16.341 0 13.759
31.12.2020 Bilanzposten, in dem das gesicherte Grundgeschäft enthalten ist Wertänderung des Sicherungsinstruments, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurde Betrag, der aus der Sicherungsrücklage in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurde Posten in der Gesamtergebnisrechnung, in dem der Umgliederungsbetrag enthalten ist
TEUR TEUR
Zinsswaps Finanzschulden aus Darlehen 2.134 -14.487 Zinsergebnis

378 Der effektive Anteil der Sicherungsbeziehungen zur Absicherung gegen Zinsrisiken wird mit Eintritt der gesicherten Zinszahlung in die Finanzaufwendungen umgegliedert und gleicht dort die Aufwendungen aus Zinszahlungen für das gesicherte Grundgeschäft aus.

Sicherungsrücklage
TEUR
01.01.2021 13.760
Änderungen im beizulegenden Wert
Zinsrisiko -456
Betrag, der in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurde
Zinsrisiko -12.263
31.12.2021 1.041
Sicherungsrücklage
TEUR
01.01.2020 26.113
Änderungen im beizulegenden Wert
Zinsrisiko 2.134
Betrag, der in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurde
Zinsrisiko -14.487
31.12.2020 13.760

379 Der prospektive Effektivitätstest wird bei Designation und anschließend jedes Quartal durchgeführt. Die Beurteilung der Effektivität erfolgt prospektiv auf Basis qualitativer Merkmale beziehungsweise anhand der kumulativen Dollar-Offset-Methode auf Basis der hypothetischen Derivate-Methode. Aufgrund übereinstimmender wesentlicher Bewertungsparameter sowie der Designation der Sicherungsbeziehung als Mikro-Hedge entwickeln sich die Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft nahezu vollständig gegenläufig. Als kritischer Wertparameter erfolgt hierbei ein Abgleich des Referenzzinssatzes, der Laufzeit, der Zinsanpassungstermine und -laufzeiten sowie der Nominalbeträge. Mögliche Inkongruenzen werden aus der Berücksichtigung des Kreditrisikos im hypothetischen Derivat erwartet, hieraus resultieren jedoch meist keine erfolgswirksam zu erfassenden Ineffektivitäten. Weitere Quellen an Ineffektivitäten sind im Konzern nicht bekannt.

b) Nicht bilanzierte Sicherungsbeziehungen

380 Der Buchwert der nicht designierten Sicherungsbeziehungen resultiert aus Devisentermingeschäften, die zur Begrenzung von Liquiditätsrisiken aus langfristigen Vertriebsverträgen in Fremdwährung eingesetzt werden. Durch diese Geschäfte wird sichergestellt, dass der Umtausch der erwarteten Entgelte zu einem bestimmten Wechselkurs erfolgt.

381 Aufgrund der geringen Anzahl der Geschäfte und der unerheblichen Konsequenzen für das Konzernergebnis hat der Flughafen München beschlossen, die Bilanzierung derartiger Sicherungen per 1. Januar 2014 bis auf Weiteres einzustellen.

382 Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale dieser Devisentermingeschäfte sind:

31.12.2021 Kurs
Nominal Flughafen zahlt München erhält von bis
Art TEUR EUR/USD EUR/USD
Devisentermingeschäfte 2.573 USD EUR 1,18 1,22
31.12.2020 Kurs
Nominal Flughafen zahlt München erhält von bis
Art TEUR EUR/USD EUR/USD
Devisentermingeschäfte 608 USD EUR 1,15 1,15

17. Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen

383 Die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer:innen beinhalten:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Pensionszusagen 32.815 33.888
+ Medizinische Versorgungsleistungen 2.334 5.041
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 35.149 38.929
+ Dienstzeitjubiläen 5.019 5.564
+ Altersteilzeitvereinbarungen 34.662 33.624
Sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer:innen 39.681 39.188
+ Leistungen anlässlich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 31.583 62.954
+ Variable Vergütungsbestandteile 6.404 9.827
+ Gleitzeit- und Urlaubsguthaben 10.851 9.221
+ Ausstehende Lohn- und Gehaltszahlungen 3.262 5.016
+ Übrige Leistungen 344 987
Sonstige kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmerinnen 20.861 25.051
Leistungen an Arbeitnehmer:nnnen 127.274 166.122
davon langfristig 82.923 119.135
davon kurzfristig 44.351 46.987

a) Verpflichtungen aus Pensionszusagen

384 Verpflichtungen aus Pensionszusagen bestehen gegenüber Geschäftsführer:innen, Prokurist:innen und deren Hinterbliebenen. Sie umfassen insgesamt 27 (31.12.2020: 27) Anspruchsberechtigte, davon 3 (31.12.2020: 3) aktive Mitarbeitende und 24 (31.12.2020: 24) Pensionärinnen, Hinterbliebene und sonstige Anwärter:innen. Die Höhe des jeweiligen Versorgungsanspruchs ist von der Dauer der Betriebszugehörigkeit, dem Gehaltsniveau im Austrittszeitpunkt und dem allgemeinen Rentenniveau abhängig. Die Pensionszahlungen werden aus laufenden betrieblichen Zahlungsmittelüberschüssen bestritten.

385 Der Flughafen München hat kein Deckungsvermögen zur Finanzierung der Versorgungsverpflichtungen angelegt. Der Buchwert der Rückstellungen stimmt mit dem Betrag der kumulierten leistungsorientierten Verpflichtung überein.

386 Der Buchwert der Pensionszusagen hat sich wie folgt entwickelt:

2021 2020
TEUR TEUR
Verpflichtung zum 01.01. 33.888 34.063
Laufender Dienstzeitaufwand 465 425
Zinsaufwand 247 331
Pensionszahlungen -1.496 -1.637
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -289 706
Verpflichtung zum 31.12. 32.815 33.888
Erwarteter Pensionsaufwand 497 711
Erwartete Pensionszahlungen -1.696 -1.636
Erwartete Verpflichtung zum 31.12. des Folgejahres 31.616 32.963

387 Die Veränderung des Saldos versicherungsmathematischer Verluste ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:

2021 2020
TEUR TEUR
Stand zum 01.01. 17.560 16.854
Änderung von Finanzparametern -1.073 925
Änderungen demographischer Parameter 0 0
Erfahrungsbedingte Anpassungen 783 -219
Stand zum 31.12. 17.270 17.560

388 Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen beruht auf den folgenden Annahmen:

31.12.2021 31.12.2020
% %
Diskontsatz 1,0 0,8
Gehaltstrend 3,0 3,0
Rententrend 2,0 2,0
Fluktuation 0,0 0,0

389 Als Rechnungsgrundlage wurden im Geschäftsjahr 2021 die Richttafeln 2018 G der Heubeck Richttafeln GmbH unter Ansatz einer monatlich vorschüssigen Zahlungsweise verwendet.

390 Die durchschnittliche Duration des Anwartschaftsbestands beträgt 12 Jahre (31.12.2020: 12 Jahre).

391 Aus den Pensionszusagen resultiert ein moderates Liquiditätsrisiko für den Konzern. Dieses kann näherungsweise aus den erwarteten Pensionszahlungen des Folgejahres und der durchschnittlichen Duration der Pensionszusagen abgeleitet werden.

392 Weitere Risiken ergeben sich aus Schwankungen des Marktzinsniveaus sowie des Gehalts- und des Rententrends. Eine Minderung des Marktzinsniveaus führt zu einer Erhöhung des Betrags der Rückstellungen für Pensionszusagen. Mit Zunahme des erwarteten Gehalts im Austrittszeitpunkt steigt der Rückstellungsbetrag ebenfalls. Gleiches gilt für die Erhöhung des Rentenniveaus im Anschluss an den Pensionseintritt. Von einer Änderung der Lebenserwartung hingegen geht nur ein moderates Risiko aus.

393 Eine quantitative Einschätzung zum Umfang der oben genannten Risiken gibt die nachfolgende Sensitivitätsanalyse:

31.12.2021 Änderung der Annahme Änderung der Verpflichtung
+ -
% % %
Diskontsatz 0,5 -5,9 6,6
Gehaltstrend 0,5 0,2 -0,2
Rententrend 0,5 6,2 -5,7
31.12.2020 Änderung der Annahme Änderung der Verpflichtung
+ -
% % %
Diskontsatz 0,5 -6,2 6,9
Gehaltstrend 0,5 0,6 -0,6
Rententrend 0,5 5,9 -5,4

394 Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet die Änderung jeweils einer Annahme unter Beibehaltung aller übrigen Bewertungsparameter. Die Berechnung der Sensitivität erfolgt nach der für die Folgebewertung von Pensionsverpflichtungen angewandten Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren).

395 Berechnungsmethoden und Art der Annahmen sind mit dem Vorjahr identisch.

b) Verpflichtungen aus medizinischen Versorgungsleistungen

396 Beihilfezusagen für eine medizinische Versorgung im Krankheitsfall nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden ausschließlich an aktive Beamt:innen und Pensionär:innen gewährt. Sie umfassen insgesamt 24 (31.12.2020:47) Anspruchsberechtigte, davon 2 (31.12.2020: 21) aktive Mitarbeitende und 22 (31.12.2020: 26) Pensionär:innen und Hinterbliebene. Die Höhe der Beihilfeleistungen hängt von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. Beihilfezusagen gelten ab dem Pensionseintritt auf Lebenszeit. Die Beihilfeleistungen werden mittelbar über eine Versicherung erbracht.

397 Der Flughafen München hat kein Deckungsvermögen zur Finanzierung der Beihilfeverpflichtungen angelegt. Der Buchwert der Rückstellungen stimmt mit dem Betrag der kumulierten leistungsorientierten Verpflichtung überein.

398 Der Buchwert der Beihilfezusagen hat sich wie folgt entwickelt:

2021 2020
TEUR TEUR
Verpflichtung zum 01.01. 5.041 3.954
Laufender Dienstzeitaufwand und Auflösungen -2.377 258
Zinsaufwand 22 39
Beihilfezahlungen -150 -173
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -202 963
Verpflichtung zum 31.12. 2.334 5.041
Erwartete Zuführung 38 443
Erwartete Beihilfezahlungen -149 -177
Erwartete Verpflichtung zum 31.12. des Folgejahres 2.223 5.307

399 Die Veränderung und der versicherungsmathematischen Verluste ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:

2021 2020
TEUR TEUR
Stand zum 01.01. 2.545 1.582
Änderung von Finanzparametern -64 769
Erfahrungsbedingte Anpassungen -138 194
Änderungen demographischer Parameter 0 0
Stand zum 31.12. 2.343 2.545

400 Die Bewertung der Beihilfeverpflichtungen beruht auf den folgenden Annahmen:

31.12.2021 31.12.2020
% %
Diskontsatz 1,0 0,8
Fluktuation 0,0 0,0
Kostentrend 4,0 4,0
TEUR TEUR
durchschnittliche Versicherungsprämie 6,3 9,1

401 Als Rechnungsgrundlage wurden im Geschäftsjahr 2021 die Richttafeln 2018 G der Heubeck Richttafeln GmbH unter Ansatz einer monatlich vorschüssigen Zahlungsweise verwendet.

402 Die durchschnittliche Duration beträgt 11 Jahre (31.12.2020: 15 Jahre).

403 Aus den Beihilfezusagen resultiert ein moderates Liquiditätsrisiko für den Konzern. Dieses kann näherungsweise aus den erwarteten Beihilfezahlungen des Folgejahres und der durchschnittlichen Duration der Beihilfezusagen abgeleitet werden.

404 Weitere Risiken ergeben sich aus Schwankungen des Marktzinsniveaus und des Kostentrends für medizinische Versorgung. Eine Minderung des Marktzinsniveaus führt zu einer Erhöhung des Betrags der Rückstellungen für Beihilfezusagen. Mit Zunahme des erwarteten Kostentrends steigt der Rückstellungsbetrag ebenfalls. Von einer Änderung der Lebenserwartung hingegen geht nur ein moderates Risiko aus.

405 Eine quantitative Einschätzung zum Umfang der oben genannten Risiken gibt folgende Sensitivitätsanalyse:

31.12.2021 Änderung der Annahme Änderung der + -
% % %
Diskontsatz 0,5 -5,1 5,6
Kostentrend 0,5 5,0 -4,6
31.12.2020 Änderung der Annahme Änderung der Verpflichtung + -
% % %
Diskontsatz 0,5 -8,6 10,1
Kostentrend 0,5 6,6 -6,0

406 Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet die Änderung jeweils einer Annahme unter Beibehaltung aller übrigen Bewertungsparameter. Die Berechnung der Sensitivität erfolgt nach der für die Folgebewertung von Beihilfeverpflichtungen angewandten Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren).

407 Berechnungsmethoden und Art der Annahmen sind mit dem Vorjahr identisch.

c) Altersversorgung über die Zusatzversorgungskasse bayerischer Gemeinden

408 Alle nach den Bestimmungen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) beschäftigten Arbeitnehmer:innen des Flughafens München erhalten eine Betriebsrente. Sie sind über ihren jeweiligen Arbeitgeber in der Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden (ZVK) versichert. Die ZVK leistet für alle Beschäftigten ihrer Mitglieder eine Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenversorgung.

409 Die Finanzierung der Kasse erfolgt über die Umlagen und Zusatzbeiträge ihrer Mitglieder aus der Vermögensanlage und aus Rückstellungen. Die Ermittlung der Umlage erfolgt auf Basis einer jährlich aktualisierten aktuarischen Berechnung des Finanzierungsbedarfs der Kasse über den jeweils gültigen Planungshorizont (maximal zehn Jahre). Der Umlagesatz beträgt derzeit 3,75 %. Daneben erhebt die Kasse einen Zusatzbeitrag zum Aufbau eines Kapitalstocks in Höhe von derzeit 4,00 %. Wird die Mitgliedschaft gekündigt, hat das ausscheidende Unternehmen einen Ausgleichsbeitrag in Höhe des Barwerts aller gegenüber den versicherten Arbeitnehmer:innen des Unternehmens bestehenden Verpflichtungen aus der Altersversorgung zu leisten.

410 Bei der betrieblichen Altersversorgung über die ZVK handelt es sich um eine gemeinschaftlich getragene Pensionszusage mehrerer Unternehmen. Die Mitglieder der ZVK tragen die finanziellen und biometrischen Risiken aus der Altersversorgung gemeinschaftlich. Die - theoretisch mögliche - Vermögenszuordnung ergibt sich für jedes Mitglied nicht aus den insgesamt jeweils gezahlten Beiträgen, sondern rein rechnerisch aus den insgesamt jeweils eingebrachten versicherungstechnischen Risiken. Darüber hinaus ist der Flughafen München bezüglich der umlagegedeckten Verpflichtungskomponente den versicherungsmathematischen Risken der aktiven und früheren Arbeitnehmer:innen der anderen, außenstehenden Mitglieder ausgesetzt. Eine verlässliche Überleitung des Vermögens und eine eindeutige Zuordnung der Verpflichtung sind nicht möglich. Die Altersversorgung wird daher als beitragsorientierte Leistungszusage bilanziert. Die Beitragszahlungen werden sofort aufwandswirksam erfasst.

411 Fehlbeträge oder Vermögensüberdeckungen der Zusatzversorgungskasse sowie der Umfang der Beteiligung anderer Unternehmen sind dem Flughafen München nicht bekannt.

412 Für das Geschäftsjahr 2022 rechnet der Flughafen München mit Beitragszahlungen sowie Zahlungen in Direktversicherungen in Höhe von TEUR 15.212. Im Geschäftsjahr 2021 wurden Beitragszahlungen sowie Zahlungen in Direktversicherungen von insgesamt TEUR 14.621 abgeführt.

d) Rückstellung für Restrukturierungsaufwendungen

413 Die im Vorjahr gebildete Rückstellung von TEUR 76.868 für das Programm "Restart" beläuft sich zum 31.12.2021 auf TEUR 37.049. Die Rückstellung ist zum Bilanzstichtag 31.12.2021 vollumfänglich den Leistungen an Arbeitnehmer:innen zuzuordnen.

18. Sonstige Rückstellungen

414 Der Buchwert der sonstigen Rückstellungen hat sich wie folgt entwickelt:

Umlandfonds Betriebs- und Behördenprüfungen Übrige Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
01.01.2021 90.510 7.678 7.088 105.276
Zuführungen 0 1.375 1.510 2.885
Verbräuche -191 -869 -1.564 -2.624
Auflösungen 0 -729 -403 -1.132
Währungsumrechnung 0 0 3 3
31.12.2021 90.319 7.455 6.634 104.408
davon langfristig 89.890 135 1.974 91.999
davon kurzfristig 429 7.320 4.660 12.409

Die Rückstellung Umlandfonds beinhaltet verbindliche Zusagen zur Förderung von kommunalen Infrastrukturprojekten im Umland des Flughafens München. Bis zum Geschäftsjahr 2010 hat sich der Flughafen München zur Zahlung von TEUR 10.000 für je ein Straßenbauprojekt in den Landkreisen Freising (Westtangente Freising) und Erding (Nordumfahrung Erding) verpflichtet. Von diesen Mitteln wurden bis zum Geschäftsjahr 2021 TEUR 9.681 (31.12.2020: TEUR 9.490) abgerufen. Der verbleibende Restbetrag für den Landkreis Erding wird voraussichtlich im Jahr 2022 beantragt und zu leisten sein. Aus dem Umlandfonds stehen im Fall der Realisierung der dritten Start- und Landebahn den umliegenden Gemeinden und Betroffenen zusätzlich TEUR 40.000 für Verkehrsinfrastrukturprojekte und TEUR 50.000 für sonstige Infrastrukturprojekte sowie zur Abmilderung individueller Härten zur Verfügung. Diese können erst mit dem Beginn der Projektrealisierung ohne zeitliche Befristung in maximalen Jahrestranchen von TEUR 10.000 abgerufen werden.

Die Auszahlungen aufgrund sonstiger Rückstellungen werden in den folgenden Intervallen erwartet:

31.12.2021 In einem Jahr In 2 bis 5 Jahren Nach 5 Jahren
TEUR TEUR TEUR
Umlandfonds 429 0 89.890
Betriebs- und Behördenprüfungen 7.319 135 0
Übrige 4.661 964 1.011
Gesamt 12.409 1.099 90.901

415 Zum Stichtag lagen Kreditzusagen aus gewährten Cash-Pooling-Linien und Darlehenszusagen gegenüber nicht konsolidierten Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 8.374 (31.12.2020 TEUR 6.412) vor, die einem Investment-Grade-Rating zugeordnet wurden. Der Ansatz der Rückstellung aufgrund erwarteter Kreditausfälle erfolgte in Höhe von TEUR 3 (31.12.2020: TEUR 3) und stellt den 12-Monats-Kreditausfall dar. Die Veränderung während des Geschäftsjahres resultierte aus der Neubewertung.

19. Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

416 Die Buchwerte der kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sind den in Kapitel F.IV.9.c) beschriebenen Bewertungskategorien wie folgt zuzuordnen. Ihr Buchwert stellt aufgrund ihrer Kurzfristigkeit einen angemessenen Näherungswert für den Marktwert dar.

31.12.2021 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten keine IFRS 9 Bewertungskategorie Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 53.656 0 53.656
Rückerstattungsverbindlichkeiten 0 4.221 0 4.221
Sonstige Verbindlichkeiten 0 87.129 0 87.129
Verbindlichkeiten 0 145.006 0 145.006
Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern 0 523.255 0 523.255
Finanzschulden aus Darlehen 0 172.673 0 172.673
Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 1) 3.508 0 3.508
Originäre sonstige Finanzschulden 0 699.436 0 699.436
Derivative Finanzschulden
(nicht Hedge Accounting) 59 0 0 59
Derivative Finanzschulden 0 0 0 0
Sonstige Finanzschulden 59 699.436 0 699.495
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 59 844.442 0 844.501

1) Finanzschulden aus Leasingverhältnissen sind nur hinsichtlich der Ausbuchung nach den Kategorien aus Kapitel F.IV.9.a) zu bilanzieren. Im Übrigen erfolgt die Bilanzierung nach Kapitel F.IV.8.

31.12.2020 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten keine IFRS 9 Bewertungskategorie Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 40.432 0 40.432
Rückerstattungsverbindlichkeiten 0 6.604 0 6.604
Sonstige Verbindlichkeiten 0 64.561 0 64.561
Verbindlichkeiten 0 111.597 0 111.597
Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern 0 512.788 0 512.788
Finanzschulden aus Darlehen 0 212.751 0 212.751
Finanzschulden aus Leasingverhältnissen 1) 0 4.867 0 4.867
Originäre sonstige Finanzschulden 0 730.406 0 730.406
Derivative Finanzschulden (Hedge Accounting) 0 0 14.258 14.258
Derivative Finanzschulden 0 0 0 0
Sonstige Finanzschulden 0 730.406 14.258 744.664
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 0 842.003 14.258 856.261

1) Finanzschulden aus Finanzierungsleasing sind nur hinsichtlich der Ausbuchung nach den Kategorien aus Kapitel F.IV.9.a) zu bilanzieren. Im Übrigen erfolgt die Bilanzierung nach Kapitel F.IV.8.

a) Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

417 Der Buchwert der kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Ausstehende Rechnungen 63.828 43.941
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen und Beteiligungen 7.388 1.592
Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit Kautionen 6.736 6.723
Kreditorische Debitoren 2.890 3.588
Übrige Verbindlichkeiten 6.287 8.717
Gesamt 87.129 64.561

b) Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern

418 Von den Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern entfallen TEUR 135.859 (31.12.2020: TEUR 133.138) auf die Bundesrepublik Deutschland, TEUR 266.494 (31.12.2020: TEUR 261.156) auf den Freistaat Bayern und TEUR 120.902 (31.12.2020: TEUR 118.494) auf die Landeshauptstadt München. Die Darlehen sind mit einem ergebnisabhängigen Zins ausgestattet. Sie sind nicht befristet. Die Tilgung bedarf einer gesonderten Vereinbarung. Sie sind als kurzfristig einzustufen, da der Flughafen München nicht das uneingeschränkte Recht hat, die Rückzahlung innerhalb des folgenden Geschäftsjahres zu verweigern. Der Zinsaufwand für Gesellschafterdarlehen betrug im Berichtsjahr (inklusive Stundungszinsen) TEUR 10.514 (2020: TEUR 10.461).

c) Kurzfristige Finanzschulden aus Leasingverhältnissen

419 Erläuterungen zu Finanzschulden aus Leasingverhältnissen sind in den Kapiteln F.IV.8 und F.VII.15.d) zu finden.

20. Sonstige Schulden

420 Der Buchwert der sonstigen Schulden setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Steuern und sonstigen Abgaben 9.704 7.915
Erhaltene Anzahlungen & Übrige 1.442 1.450
Sonstige nicht-finanzielle Schulden 11.146 9.365
Vorauszahlungen auf Mieten 9.280 9.411
Vorauszahlungen auf Erbbaurechte 3.275 3.392
Vorauszahlungen in Verbindung mit Bauleistungen 3.106 3.387
Übrige abgegrenzte Erlöse 1.587 374
Abgegrenzte Erlöse 17.248 16.564
Gesamt 28.394 25.929
davon kurzfristig 14.736 11.329
davon langfristig 13.658 14.600

21. Eventualschulden

421 Die Flughafen München GmbH (FMG) hat sich gegenüber der Munich Airport International GmbH (MAI) bereit erklärt, die MAI bei der Vertragserfüllung gegenüber der Port Authority of New York and New Jersey, USA, mit definierten Leistungen (ausgenommen Zahlungen) zu unterstützen, wenn die von der Munich Airport US Holding LLC gegründete Projektgesellschaft Munich Airport NJ LLC beziehungsweise die MAI nicht in der Lage sind, die Leistung eigenständig zu erbringen. Dieser "Letter of Support" gleicht einem weichen Patronat der FMG ohne finanzielle Verpflichtungen zwischen FMG und MAI. Aus dem "Letter of Support" resultiert somit ausdrücklich keine Rückgriffs- oder Anspruchsmöglichkeit der Port Authority of New York and New Jersey, USA, gegen die FMG. Zum 31. Dezember 2021 besteht von der MAI eine Vertragserfüllungsbürgschaft in Höhe von TEUR 30.902 bzw. TUSD 35.000 (31.12.2020: TEUR 28.523 bzw. TUSD 35.000) - umgerechnet zum Stichtag 31. Dezember 2021 - aus dem EWR Terminal Operator Agreement (Betrieb und Entwicklung von Terminalflächen am US-amerikanischen Flughafen Newark Liberty Airport). Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Gesellschaft davon aus, dass das Risiko der Inanspruchnahme sehr gering ist.

22. Betriebsgenehmigung

422 Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat der Flughafen München GmbH am 9. Mai 1974 die luftrechtliche Genehmigung nach § 6 LuftVG für den Flughafen München erteilt. Die luftrechtliche Genehmigung enthält die für den Betrieb des Flughafens wesentlichen Regelungen.

423 Neben den Bestimmungen der luftrechtlichen Genehmigung hat der Flughafenbetreiber die unmittelbar aus dem Gesetz (insbesondere Luftverkehrsgesetz und hierzu ergangene Verordnungen) resultierenden Vorschriften zu beachten. Hiernach hat die Flughafen München GmbH unter anderem den Flughafen jederzeit in einem betriebssicheren Zustand zu erhalten, die für die Überwachung der Luftfahrt erforderlichen Einrichtungen (unter anderem Lärm und Luft) und Zeichen zur Regelung des Luftverkehrs auf dem Flughafen bereitzustellen und zu erhalten sowie einen den besonderen Betriebsverhältnissen Rechnung tragenden Feuer- und Brandschutz sowie das Rettungswesen sicherzustellen.

424 Die Festsetzung der Start- und Landeentgelte erfolgt durch die Flughafen München GmbH unter Genehmigungsvorbehalt durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Die Airlines werden im Rahmen eines Konsultationsverfahrens in den Genehmigungsprozess einbezogen. Im Geschäftsjahr 2020 hat der Flughafen München eine Entgeltrahmenvereinbarung mit einheitlichen Bestimmungen für alle Luftfahrtgesellschaften getroffen, die die Entwicklung der Luftverkehrsentgelte bis 2030 absichert.

23. Vertragliche Vermögenswerte und Vertragliche Verbindlichkeiten

a) Vertragssalden

425 Die Salden aus Verträgen mit Kund:innen bilden sich wie folgt:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 36.302 28.439
Vertragliche Vermögenswerte 26.105 13.753
Vertragliche Verbindlichkeiten -2.376 -792

426 Im Geschäftsjahr 2021 wurden Umsatzerlöse von TEUR 468 (2020: TEUR 2.122) erfasst, die im Saldo der Vertraglichen Verbindlichkeiten zum Stichtag des Vorjahres enthalten waren. Zudem wurden TEUR 0 (2020: TEUR 0) als Umsatzerlöse realisiert, welche auf eine Änderung des Transaktionspreises für bereits im Vorjahr erbrachte Leistungen zurückgehen.

427 Die Vertraglichen Vermögenswerte und Vertraglichen Verbindlichkeiten resultieren in der Regel im Wesentlichen aus den Umsatzerlösen aus Parken sowie den übrigen Umsatzerlösen (zum Beispiel Beratungsprojekte und bauliche Maßnahmen). Die Umsatzerlöse sind in Kapitel F.IV.19 erläutert.

b) Angaben zu wesentlichen Änderungen

428 Wesentliche Änderungen der Salden aus Verträgen mit Kundinnen betrafen in der Berichtsperiode folgende Positionen:

Vertragliche Vermögenswerte 2021 2020
TEUR TEUR
Stand zum 01.01. 13.753 9.547
Veränderungen aus der Leistungserbringung 12.122 5.903
Umgliederungen in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -711 -933
Anpassungen aus Schätzungsänderungen -63 -159
Veränderungen Wertminderungen 0 -56
Veränderungen aus Währungsumrechnung 1.004 -549
Stand zum 31.12. 26.105 13.753
Vertragliche Verbindlichkeiten 2021 2020
TEUR TEUR
Stand zum 01.01. 792 2.244
Veränderungen aus der Leistungserbringung -468 -2.122
Veränderungen aus Währungsumrechnung -3
Zugänge aufgrund von erhaltenen Kundenanzahlungen 2.064 673
Abgänge aufgrund von Rückzahlungen -12 0
Stand zum 31.12. 2.376 792

c) Verbleibende Leistungsverpflichtungen

429 Die folgende Tabelle enthält zukünftig erwartete Umsatzerlöse, welche aus noch zu erfüllenden oder teilweise zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen realisiert werden.

2022 2023 2024 ff. Total
TEUR TEUR TEUR TEUR
Parken 413 221 5.694 6.328
übrige Umsätze 21.720 11.617 30.086 63.423
Gesamt 22.133 11.838 35.780 69.751

430 Der Flughafen München macht vom praktischen Behelf des IFRS 15.121 Gebrauch. Der Konzernanhang enthält keine Informationen über verbleibende Leistungsverpflichtungen, welche eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von unter einem Jahr haben, beziehungsweise keine Informationen zu bereits erbrachten Leistungen, die zwar noch nicht fakturiert, aber als Umsatzerlöse erfasst wurden.

VIII. Finanzrisikomanagement

431 Das Risikomanagementsystem des Flughafens München zuzüglich der wesentlichen Risiken ist im Detail im Abschnitt 4.2 des Konzernlageberichts zum 31. Dezember 2021 erläutert.

432 Im Rahmen seiner geschäftlichen Tätigkeit ist der Flughafen München einer Vielzahl unterschiedlicher finanzieller Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken aus Zinssatz- und Wechselkursschwankungen.

433 Diesen Risiken war der Flughafen München in vergleichbarer Zusammensetzung auch im Vorjahr ausgesetzt.

434 Überwachung und Steuerung von Finanzrisiken sind Aufgabe des zentralen Finanz- und Cashmanagements. Im Rahmen des übergeordneten Risikofrüherkennungssystems erfolgt eine vierteljährliche Berichterstattung über alle wesentlichen Finanzrisiken an die Geschäftsführung. Über die Liquiditäts- und Darlehensentwicklung sowie die Entwicklung des Derivatebestands wird die Geschäftsführung durch einen monatlichen Finanzbericht in Kenntnis gesetzt. Im Zuge der Coronavirus-Pandemie wurde ein gesondertes Reporting eingeführt, das die Geschäftsführung in der Regel wöchentlich über die Liquiditätssituation des Konzerns informierte.

435 Derivate werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Geschäftsabschlüsse erfolgen durch das zentrale Finanz- und Cashmanagement. Zur Dokumentation, Abwicklung und Steuerung von Risiken aus dem Derivatebestand setzt das zentrale Finanz- und Cashmanagement ein Treasury-System ein. Die Software gewährleistet eine strikte Funktionstrennung zwischen Erwerb, Abwicklung und Bilanzierung der Derivate und der Überwachung der Risiken aus diesen Geschäften.

436 Die Methoden des Finanzrisikomanagements haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

1. Marktrisiko

437 Der Flughafen München ist Marktrisiken aus Zinssatz- und Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Diese haben Einfluss auf die Höhe der Zahlungspflichten aus Darlehensvereinbarungen mit variabler Zinsbindung. In geringerem Umfang beeinflussen Fremdwährungsrisiken Zahlungsmittelströme aus dem internationalen Beratungsgeschäft.

438 Der Flughafen München begegnet Marktrisiken durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente. Derivate als Sicherungsgeschäfte werden ausschließlich zu Sicherungszwecken erworben und hauptsächlich zur Absicherung gegen Schwankungen von Zahlungsmittelströmen eingesetzt.

a) Zinsrisiko

439 Das Zinsrisiko des Flughafen München ergibt sich aus den langfristig, variabel verzinslichen Darlehen. Zur Sicherung von Zahlungsmittelströmen gegen Zinssatzschwankungen setzt der Flughafen München Zinsswaps ein. Angaben zu Sicherungsbeziehungen sind dem Kapitel F.VII.16 zu entnehmen.

440 Anhand von Sensitivitätsanalysen kann die verbleibende Risikoexposition des Flughafens München gegenüber Zinsschwankungen dargestellt werden.

441 Die Zinssensitivitätsanalyse stellt die Auswirkungen einer Erhöhung beziehungsweise Minderung des Gesamt-, Jahres- und des sonstigen Ergebnisses bei einer Parallelverschiebung der Zinsstruktur um plus 100 Basispunkte beziehungsweise minus 25 Basispunkte dar.

442 Der Zinssensitivitätsanalyse liegen folgende Annahmen zugrunde:

Der laufende Zinsaufwand aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten mit Zinsbindungsfristen größer ein Jahr bleibt unverändert. Dies gilt unabhängig vom Zeitpunkt der nächsten Zinsfestsetzung.

Auswirkungen geänderter Zinsstrukturkurven auf den Stichtagswert von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten mit Zinsbindungsfristen größer ein Jahr werden nicht berücksichtigt.

Der laufende Zinsaufwand aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten mit Zinsbindungsfristen kleiner ein Jahr, zum Beispiel mit Bindung an den 3M-EURIBOR oder den 6M-EURIBOR, ändert sich. Dies gilt unabhängig davon, ob diese Instrumente als Grundgeschäft in eine Sicherungsbeziehung eingebracht wurden oder nicht. Der Stichtagswert dieser Finanzinstrumente bleibt unverändert.

Der laufende Zinsaufwand aus zinstragenden derivativen Finanzinstrumenten, zum Beispiel mit Bindung an den 3M-EURIBOR oder den 6M-EURIBOR, ändert sich. Dies gilt unabhängig davon, ob diese Instrumente als Sicherungsgeschäft in eine Sicherungsbeziehung eingebracht wurden oder nicht.

Der Stichtagswert derivativer Finanzinstrumente ändert sich. Sekundäre Auswirkungen der Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve, wie etwa die Änderung von Forward Exchange Rates, werden bei der Ermittlung der Zinssensitivität nicht berücksichtigt.

Soweit derivative Finanzinstrumente als Sicherungsgeschäft in eine Sicherungsbeziehung zur Absicherung von Zahlungsmittelströmen designiert wurden, hat der ineffektive Anteil der Wertänderungen Auswirkungen auf das Jahresergebnis. Der effektive Anteil der Wertänderungen hat Auswirkungen auf das sonstige Ergebnis.

443 Unter den oben genannten Annahmen mindert beziehungsweise erhöht eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um plus 100 beziehungsweise minus 25 BP das Gesamt-, Jahres- und sonstige Ergebnis wie folgt:

31.12.2021 31.12.2020
+100 BP -25 BP +100 BP -25 BP
TEUR TEUR TEUR TEUR
Gesamtergebnis -3.391 838 797 -3.808
davon sonstiges Ergebnis 1.224 -315 4.597 -4.758
davon Jahresergebnis -4.615 1.153 -3.800 950

444 Die Sensitivitätsanalyse beruht auf den gleichen Annahmen und Methoden wie im Vorjahr.

b) Fremdwährungsrisiko

445 Fremdwährungsrisiken resultieren größtenteils aus operativen Tätigkeiten in Fremdwährung. Schwankungen von Zahlungsströmen aus Wechselkursschwankungen werden durch Devisentermingeschäfte eliminiert. Hierbei ergeben sich Risiken aus Schwankungen des Euro gegenüber dem US-Dollar (USD). Aus Wesentlichkeitsgründen wird auf eine Währungssensitivitätsanalyse verzichtet.

2. Kreditrisiko

446 Das Kreditrisiko stellt das Risiko eines finanziellen Verlusts dar, sofern ein Schuldner seine vertraglichen Verpflichtungen in Bezug auf ein Finanzinstrument nicht erfüllen kann. Das Kreditrisiko des Flughafens München resultiert im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristigen Geldanlagen.

447 Der Bruttobuchwert finanzieller Vermögenswerte stellt das Brutto-Exposure gegenüber dem Kreditrisiko dar, repräsentiert somit das maximale Ausfallrisiko und lässt sich den jeweiligen Kapiteln der finanziellen Vermögenswerte entnehmen. Somit unterliegt der Flughafen München ungeachtet bestehender Sicherheiten einem maximalen Kreditrisiko in Höhe von TEUR 146.399 (31.12.2020: TEUR 159.827).

448 Dem Ausfallrisiko für kurzfristige Geldanlagen wird dadurch begegnet, dass diese ausschließlich bei Kreditinstituten erfolgen, die einer Einlagensicherung unterliegen.

449 Das Kreditrisiko der Forderungen wird von einer zentralen Verantwortlichkeit (Forderungsmanagement) analysiert und gesteuert. Möglichen Forderungsausfallrisiken wird durch eine zeitnahe und korrekte Abrechnung der Leistungsgegenstände mittels Überwachung und Durchsetzung einer pünktlichen und vollständigen Begleichung der resultierenden Forderungen begegnet. Hierzu gehören eine umfassende Bonitätsprüfung der Kund:innen, eine stetige Überwachung der offenen Posten und ein stringentes Mahnwesen. Zahlungsansprüche aus Mietverträgen werden durch die Hinterlegung von Mietkautionen gesichert. Bodenabfertigungsleistungen erfolgen gegen Hinterlegung von Barsicherheiten und Bankbürgschaften.

450 Warenverkäufe und gastronomische Leistungen erfolgen überwiegend gegen Bar- oder Kreditkartenzahlung.

451 Erkennbaren Ausfallrisiken einzelner finanzieller Vermögenswerte wird durch entsprechende (Einzel-)Wertminderungen in Übereinstimmung mit den Vorschriften zur Ermittlung erwarteter Kreditausfälle im Sinne von wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten (Stufe 3) Rechnung getragen.

452 Eine Konzentration von Kreditrisiken aus Geschäftsbeziehungen mit einzelnen Schuldnern oder Schuldnergruppen ist grundsätzlich nicht erkennbar.

3. Liquiditätsrisiko

453 Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass der Flughafen München zukünftig nicht in der Lage sein könnte, seinen finanziellen Verpflichtungen, wie beispielsweise der Tilgung von Finanzschulden oder Begleichung finanzieller Verbindlichkeiten bei Fälligkeit, nachzukommen. Die Steuerung und Überwachung des Liquiditätsrisikos ist Aufgabe des zentralen Finanz- und Cashmanagements des Flughafens München. Dabei wird das Liquiditätsrisiko im Rahmen sowohl der langfristigen Wirtschaftsplanung als auch der kurz- und mittelfristigen Finanzplanung überwacht. Um die Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen, werden auf Basis einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten. Zudem erfolgt derzeit die Überwachung der Liquidität über ein gesondertes Liquiditätsmanagement.

454 Durch das konzernweite Cashmanagement werden die Zahlungsmittelbestände der operativen Tochtergesellschaften konzentriert. Neben dem Zugriff auf die betrieblichen Zahlungsmittelüberschüsse hält der Flughafen München hinreichende Liquidität in Form von kurzfristigen Geldanlagen und ausreichend dimensionierten Kreditlinien bei Kreditinstituten. Im Berichtsjahr betrug der operative Cashflow TEUR -45.819 (2020: TEUR -116.048). Der Flughafen München konnte auf freie Kreditlinien in Höhe von TEUR 325.000 (31.12.2020: TEUR 278.062) zugreifen.

455 Die nachfolgende Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen der originären und der derivativen Finanzschulden:

31.12.2021 2022 2023 bis 2026
Zins Tilgung Zins Tilgung
TEUR TEUR TEUR TEUR
Personengesellschaften 0 0 0 95.828
Gesellschafter 31.342 491.913 0 0
Kreditinstitute 7.325 160.719 47.363 1.245.922
Lieferungen und Leistungen 0 53.666 0 17.284
Sonstige Finanzschulden (inkl. Rückerstattungsverbindlichkeiten) 0 94.237 0 366
Originäre Finanzschulden 38.667 800.535 47.363 1.359.400
Derivative Finanzschulden (Hedge Accounting) 566 0 568 0
Derivative Finanzschulden 566 0 568 0
Gesamt 39.233 800.535 47.931 1.359.400
31.12.2021 Nach 2026
Zins Tilgung Summe
TEUR TEUR TEUR
Personengesellschaften 0 1.098.241 1.194.069
Gesellschafter 0 0 523.255
Kreditinstitute 17.920 703.271 2.182.520
Lieferungen und Leistungen 0 0 70.950
Sonstige Finanzschulden (inkl. Rückerstattungsverbindlichkeiten) 0 40 94.643
Originäre Finanzschulden 17.920 1.801.552 4.065.437
Derivative Finanzschulden (Hedge Accounting) 0 0 1.134
Derivative Finanzschulden 0 0 1.134
Gesamt 17.920 1.801.552 4.066.571
31.12.2020 2021 2022 bis 2025
Zins Tilgung Zins Tilgung
TEUR TEUR TEUR TEUR
Personengesellschaften 0 0 0 96.741
Gesellschafter 20.875 491.913 0 0
Kreditinstitute 15.774 201.779 42.665 999.294
Lieferungen und Leistungen 0 40.442 0 19.729
Sonstige Finanzschulden (inkl. Rückerstattungsverbindlichkeiten) 0 71.165 0 215
Originäre Finanzschulden 36.649 805.299 42.665 1.115.979
Derivative Finanzschulden (Hedge Accounting) 14.825 0 1.515 0
Derivative Finanzschulden 14.825 0 1.515 0
Gesamt 51.474 805.299 44.180 1.115.979
31.12.2020 Nach 2025
Zins Tilgung Summe
TEUR TEUR TEUR
Personengesellschaften 0 1.015.309 1.112.050
Gesellschafter 0 0 512.788
Kreditinstitute 19.324 629.230 1.908.066
Lieferungen und Leistungen 0 0 60.171
Sonstige Finanzschulden (inkl. Rückerstattungsverbindlichkeiten) 0 40 71.420
Originäre Finanzschulden 19.324 1.644.579 3.664.495
Derivative Finanzschulden (Hedge Accounting) 0 0 16.340
Derivative Finanzschulden 0 0 16.340
Gesamt 19.324 1.644.579 3.680.835

456 Tilgungsleistungen zu den Gesellschafterdarlehen des Flughafens München erfolgen ausschließlich aufgrund gesonderter Tilgungsvereinbarungen. Soweit bis zum Abschlussstichtag keine verbindlichen Tilgungsbeschlüsse vorliegen, werden Tilgungsleistungen auf Gesellschafterdarlehen dem Intervall bis ein Jahr zugeordnet.

457 Tilgungsleistungen zu originären Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften werden jeweils mit dem erwarteten Abfindungsbetrag gezeigt. Als Fälligkeitszeitpunkt gilt hier der frühestmögliche Kündigungszeitpunkt der Gesellschafter.

458 Die nachfolgenden Tabellen zeigen die vertraglich vereinbarten Leasingzahlungen und die Buchwerte der kurz- und langfristigen Leasingverbindlichkeiten:

31.12.2021 2022 2023 bis 2026 nach 2026
TEUR TEUR TEUR
Leasingverbindlichkeiten 3.783 6.459 9.815
31.12.2021 Summe der vertraglich vereinbarten undiskontierten Cashflows Buchwert kurzfristige Leasingverbindlichkeiten Buchwert langfristige Leasingverbindlichkeiten
TEUR TEUR TEUR
Leasingverbindlichkeiten 20.057 3.508 15.673
31.12.2020 2021 2022 bis 2025 nach 2025
TEUR TEUR TEUR
Leasingverbindlichkeiten 5.185 8.312 11.550
31.12.2020 Summe der vertraglich vereinbarten undiskontierten Cashflows Buchwert kurzfristige Leasingverbindlichkeiten Buchwert langfristige Leasingverbindlichkeiten
TEUR TEUR TEUR
Leasingverbindlichkeiten 25.047 4.867 18.168

IX. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

459 Im Geschäftsjahr 2021 entwickelten sich die Buchwerte im Zusammenhang mit der Finanzierungstätigkeit wie folgt:

in TEUR Verbindlichkeiten mit assoziierten Unternehmen und Beteiligungen Finanzschulden aus Darlehen Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern
Bilanz zum 01.01.2021 6.789 1.824.289 512.788
Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen 438.350
Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen bei Kreditinstituten -158.394
Auszahlungen für die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten
gezahlte Zinsen (ohne Bauzeitzinsen) -9.354
Zahlungsmittelflüsse aus dem konzernweiteren Cashmanagement mit assoziierten und Beteiligungsunternehmen 5.121
Auszahlungen aus Bauzeitzinsen -6.687
Zahlungsmittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit 5.121 263.915 0
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes
sonstige Veränderungen -12.816 17.545 10.467
Bilanz zum 31.12.2021 -906 2.105.749 523.255
in TEUR Leasingverbindlichkeiten Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften Derivative Finanzschulden Gesamt
Bilanz zum 01.01.2021 23.036 334.619 16.301
Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen 438.350
Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen bei Kreditinstituten -158.394
Auszahlungen für die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten -5.340 -5.340
gezahlte Zinsen (ohne Bauzeitzinsen) -269 -14.762 -24.385
Zahlungsmittelflüsse aus dem konzernweiteren Cashmanagement mit assoziierten und Beteiligungsunternehmen 5.121
Auszahlungen aus Bauzeitzinsen -6.687
Zahlungsmittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit -5.609 0 -14.762 248.665
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes -18.210 -12.719 -30.929
sonstige Veränderungen 1.754 31.768 12.343 61.061
Bilanz zum 31.12.2021 19.181 348.177 1.163
in TEUR Verbindlichkeiten mit assoziierten Unternehmen und Beteiligungen Finanzschulden aus Darlehen Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern
Bilanz zum 01.01.2020 13.040 1.406.192 502.327
Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen 515.850
Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen bei Kreditinstituten -96.899
Auszahlungen in Verbindung mit Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften
Auszahlungen für die Tilgung der Leasingverpflichtungen
gezahlte Zinsen (ohne Bauzeitzinsen) -8.647
Zahlungsmittelflüsse aus dem konzernweiteren Cashmanagement mit assoziierten und Beteiligungsunternehmen 4.231
Auszahlungen aus Bauzeitzinsen -8.543
Zahlungsmittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit 4.231 401.761 0
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes -2.593
sonstige Veränderungen -10.482 18.929 10.461
Bilanz zum 31.12.2020 6.789 1.824.289 512.788
in TEUR Leasingverbindlichkeiten Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften Derivative Finanzschulden Gesamt
Bilanz zum 01.01.2020 24.987 354.047 28.916
Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen 515.850
Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen bei Kreditinstituten -96.899
Auszahlungen in Verbindung mit Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften -11.713 -11.713
Auszahlungen für die Tilgung der Leasingverpflichtungen -6.437 -6.437
gezahlte Zinsen (ohne Bauzeitzinsen) -297 -14.683 -23.627
Zahlungsmittelflüsse aus dem konzernweiteren Cashmanagement mit assoziierten und Beteiligungsunternehmen 4.231
Auszahlungen aus Bauzeitzinsen -8.543
Zahlungsmittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit -6.734 -11.713 -14.683 372.862
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes -62.599 -12.420 -77.612
sonstige Veränderungen 4.782 54.884 14.488 93.062
Bilanz zum 31.12.2020 23.035 334.619 16.301

X. Erläuterungen zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen

460 Oberstes Mutterunternehmen des Flughafens München ist die Flughafen München GmbH. Die Geschäftsanteile der Flughafen München GmbH werden unmittelbar vom Freistaat Bayern (51 %), von der Bundesrepublik Deutschland (26 %) und der Landeshauptstadt München (23 %) gehalten (siehe Kapitel F.VII.12). Entscheidungen, die die geschäftlichen Grundlagen der Gesellschaft berühren oder bestimmte risikobehaftete Geschäfte beinhalten, treffen die Gesellschafter einstimmig. Im Übrigen werden Entscheidungen mit einfacher Mehrheit getroffen.

1. Geschäfte mit Behörden

461 Die Geschäftsanteile der Flughafen München GmbH werden unmittelbar von der öffentlichen Hand gehalten. Sämtliche Behörden der beteiligten Gebietskörperschaften sind daher als nahestehend einzustufen.

462 Geschäftsvorfälle mit Behörden resultieren überwiegend aus unbefristeten Mietverhältnissen mit der Bundes- und Landespolizei und dem Zoll. An Behörden berechnete Entgelte dürfen die erstattungsfähigen Aufwendungen nicht übersteigen. Sie unterliegen einer regelmäßigen Preisprüfung. Die aus Geschäftsbeziehungen mit Behörden resultierenden Umsätze und Aufwendungen sind für den Konzernabschluss nicht wesentlich. Signifikante offene Posten bestehen nicht.

2. Geschäfte mit Unternehmen der öffentlichen Hand

463 Unternehmen, deren finanz- und geschäftspolitische Entscheidungen von der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Bayern oder der Landeshauptstadt München beherrscht, gemeinschaftlich beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden, zählen ebenfalls zu den nahestehenden Unternehmen des Flughafens München.

464 Zu den nahestehenden Unternehmen der öffentlichen Hand zählen Kreditinstitute mit unmittelbarer Beteiligung der öffentlichen Hand (unter anderem Bayerische Landesbank Anstalt des öffentlichen Rechts, Kreditanstalt für Wiederaufbau und LfA Förderbank Bayern) und Kreditinstitute mit mittelbarer Beteiligung über Sondervermögen, wie zum Beispiel den Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin (darunter die Commerzbank AG). Transaktionen mit diesen Kreditinstituten resultieren aus Finanzschulden (Darlehen) und Derivaten (Zinsswaps).

2021 2020
TEUR TEUR
Originäre Finanzschulden
Zinszahlungen -10.373 -16.989
Tilgungen -137.660 -83.407
Ziehungen 438.350 135.850
Derivative Finanzschulden
Zinszahlungen -14.762 -14.683

465 Darüber hinaus zählen zu den nahestehenden Unternehmen der öffentlichen Hand Unternehmen und Anstalten des öffentlichen Rechts, die Bund und Freistaat mit der Ausführung hoheitlicher Aufgaben am Flughafen München und im Rahmen der Luftverkehrsüberwachung beauftragt haben (darunter DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, SGM Sicherheitsgesellschaft am Flughafen München GmbH, Deutscher Wetterdienst Anstalt des öffentlichen Rechts). Die Geschäftsvorfälle mit diesen Unternehmen resultieren überwiegend aus unbefristeten Mietverträgen.

466 Der Flughafen München unterhält Geschäftsbeziehungen zu weiteren Unternehmen, deren Finanz- und Geschäftspolitik von der öffentlichen Hand zumindest maßgeblich beeinflusst wird. Hierzu zählen beispielsweise die Gesellschaften der Unternehmensgruppen Deutsche Post AG, Telekom Deutschland GmbH und Deutsche Bahn AG. Zwischen dem Flughafen München und diesen Unternehmensgruppen bestehen wechselseitige Lieferungs- und Leistungsbeziehungen, die jedoch insgesamt für das Konzernergebnis von untergeordneter Bedeutung sind.

3. Geschäfte mit assoziierten Unternehmen und Unternehmen, die wegen Wesentlichkeit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen wurden

467 Der Konsolidierungskreis der Flughafen München GmbH beinhaltet zwei assoziierte Unternehmen (EFM - Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München mbH sowie Reach Airports LLC). Das Gemeinschaftsunternehmen MediCare Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH beziehungsweise Munich AirportClinic GmbH und das Tochterunternehmen FMV - Flughafen München Versicherungsvermittlungsgesellschaft mbH werden wegen der nicht gegebenen Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

468 Zwischen dem Flughafen München und diesen Gesellschaften bestehen wechselseitige Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit den folgenden Auswirkungen auf Konzernergebnis, - vermögenswerte und -schulden:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Forderungen (brutto) 6.483 8.382
Verbindlichkeiten 7.388 1.592
2021 2020
TEUR TEUR
Umsatzerlöse 8.825 12.240
sonstige Erträge 0 1
Gesamtleistung 8.825 12.241
Materialaufwand 7.041 6.196
Sonstige Aufwendungen 347 114
Aufwendungen 7.388 6.310
Zinsergebnis 133 139

469 Die Umsatzerlöse betreffen Mieterlöse inklusive Nebenkosten sowie Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen. Der Materialaufwand resultiert aus Rangierleistungen und aus betriebsmedizinischen Leistungen.

4. Geschäfte mit nahestehenden Personen

471 Dem Flughafen München nahestehend sind zudem die Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats der Flughafen München GmbH.

472 Die Vergütung der Mitglieder der Geschäftsführung setzt sich aus dem Festgehalt und einer variablen erfolgsabhängigen Tantieme zusammen:

Vergütung Geschäftsführung 2021 Festgehalt Tantiemen und sonstige Bezüge Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Jost Lammers 400 330 730
Andrea Gebbeken (bis 30.09.2021) 184 104 288
Thomas Weyer (bis 30.09.2021) 239 141 380
Nathalie Leroy (ab 01.10.2021) 83 61 144
Jan-Hendrik Andersson (ab 01.11.2021) 55 62 117
Gesamt 961 698 1.659
Vergütung Geschäftsführung 2020 Festgehalt Tantiemen und sonstige Bezüge Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Jost Lammers 385 348 733
Andrea Gebbeken 245 137 382
Thomas Weyer 319 179 498
Gesamt 949 664 1.613

473 In den sonstigen Bezügen sind Sachbezüge, vertragliche Nebenleistungen sowie Einmalzahlungen enthalten. Für die aktive Geschäftsführung wurden im Geschäftsjahr Zuführungen in die Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 382 (2020: TEUR 346) getätigt. Die Rückstellungen für Pensionszusagen an Geschäftsführer:innen betragen TEUR 0 (31.12.2020: TEUR 3.460).

474 Frühere Mitglieder der Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen erhielten im Geschäftsjahr 2021 Gesamtbezüge von TEUR 997 (2020: TEUR 1.071). Für künftige Pensionsleistungen sowie für Anwartschaften auf Hinterbliebenenversorgung sind Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 18.582 (31.12.2020: TEUR 15.240) gebildet.

475 Die Bezüge des Aufsichtsrats betrugen TEUR 33 (2020: TEUR 33).

476 Kredite an oder eingegangene Haftungsverhältnisse zugunsten von Organmitgliedern bestehen nicht.

XI. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

477 Die Folgen aus den militärischen Handlungen in der Ukraine seit Ende Februar 2022 sind derzeit noch nicht absehbar, könnten sich aber negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

478 Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres 2021 sind nicht eingetreten.

 

München, den 8. April 2022

Jost Lammers

Nathalie Leroy

Jan-Henrik Andersson

Konzernlagebericht 31.12.2021

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell des Konzerns

1.1.1 Grundlagen

1 Die Flughafen München GmbH (im Folgenden FMG) hat ihren Sitz in München. Als Muttergesellschaft des Flughafen München Konzerns (im Folgenden Flughafen München) betreibt sie den Verkehrsflughafen München.

2 Der Flughafen München ist in den Geschäftsfeldern Aviation, Commercial Activities, Real Estate und Participations, Services & External Business tätig. Das Leistungsprofil des Konzerns deckt nahezu alle am Flughafen-Campus verfügbaren Leistungen ab - vom Flugbetrieb über die Passagier- und Frachtabfertigung bis zum Einzelhandel, zum Hotelgewerbe und zur Gastronomie. Dieses integrierte Geschäftsmodell und seine Wertschöpfungstiefe heben den Flughafen München vom europäischen Wettbewerb ab.

3 Der Flughafen München bekennt sich zu einer nachhaltigen Unternehmenspolitik. Die Orientierung an ökonomischen, ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Zielen sichert die Akzeptanz des Flughafens und damit die Entwicklungsfähigkeit seines Geschäftsmodells.

1.1.2 Grundzüge der Leitung und Kontrolle

Governance-Struktur

4 Eigentümer der FMG sind der Freistaat Bayern mit 51,0 %, die Bundesrepublik Deutschland mit 26,0 % und die Landeshauptstadt München mit 23,0 %.

5 Oberstes Kontroll- und Entscheidungsgremium ist die Gesellschafterversammlung. Sie trifft einstimmige Entscheidungen über die geschäftlichen Grundlagen des Konzerns, unter anderem den Flughafenausbau und die Aufnahme von Darlehen. Mit Ausnahme von zentralen Entscheidungen erfolgt die Beschlussfassung mit einfacher Mehrheit.

Aufsichtsrat

6 Die FMG verfügt über einen Aufsichtsrat nach §§ 1 Abs. 1, 6 MitbestG. Der Aufsichtsrat übt Kontroll- und Mitbestimmungsrechte aus. Er bestellt die Mitglieder der Geschäftsführung und legt deren Vergütung fest. Auch Geschäfte, die bestimmte Wertgrenzen oder Laufzeiten überschreiten, bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Die Arbeitnehmervertreter:innen im Aufsichtsrat werden von der Konzernbelegschaft gewählt, die Gesellschaftervertreter von der Gesellschafterversammlung ernannt. Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder endet mit der Gesellschafterversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach Amtszeitbeginn beschließt.

7 Der Aufsichtsrat hat einen Vorschlagsausschuss, einen Arbeitsausschuss und einen Personalausschuss bestellt. Vorschlags-, Arbeits- und Personalausschuss wurden unter anderem mit den folgenden Aufgaben betraut:

8 Vorschlagsausschuss

Vorschlagsrecht für die Bestellung eines Mitglieds der Geschäftsführung für den Fall, dass die Abstimmung im Aufsichtsrat im ersten Wahlgang nicht die notwendige Zweidrittelstimmenmehrheit für das zu bestellende Mitglied der Geschäftsführung erreicht

9 Arbeitsausschuss

Stellungnahme zu den Beschlussvorlagen der Geschäftsführung, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen

Zustimmung anstelle des Aufsichtsrats zu bestimmten Rechtsgeschäften, die festgelegte Wertgrenzen oder Laufzeiten überschreiten

10 Personalausschuss

Gestaltung der Verträge der Geschäftsführung (mit Ausnahme der Vergütung), Generalbevollmächtigten und Prokuristen:innen

Zustimmung zu der Festlegung und Änderung der Vergütungsregeln im außertariflichen Bereich des Konzerns, zu der Einstellung oder Änderung der Gehaltsstufe bestimmter Angestellter ab einer festgelegten Gehaltsstufe beziehungsweise Vergütungshöhe sowie zu der Einführung oder Änderung betrieblicher Vorsorgeleistungen, unter anderem der betrieblichen Altersversorgung

Geschäftsführung

11 Die Mitglieder der Geschäftsführung der FMG sind in der Regel für fünf Jahre bestellt; eine erneute Bestellung ist zulässig. Die Geschäftsführung besteht aus drei Mitgliedern, vertritt die FMG nach außen und trägt die Verantwortung für die Unternehmenspolitik und die strategische Ausrichtung des Konzerns. Sie legt den Wirtschaftsplan vor und steuert die Geschäftsentwicklung.

12 Die Geschäftsführer:innen der FMG erhalten eine erfolgsunabhängige (Festgehalt) und eine erfolgsabhängige Vergütung mit kurz- und mittelfristiger Anreizsetzung (Tantieme). Die Tantieme ist vor allem an den Konzernjahresüberschuss vor Steuern gebunden.

Frauenquote

13 Im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern legen Aufsichtsrat und Geschäftsführung der FMG Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Geschäftsführung sowie den ersten beiden Leitungsebenen fest.

14 Für den Aufsichtsrat wurde als Zielgröße bis zum 30. Juni 2024 ein Frauenanteil von 25 % festgelegt. Die Arbeitnehmervertreter:innen im Aufsichtsrat werden gewählt, die Vertreter:innen der Anteilseigner vorwiegend funktionsgebunden besetzt. Insofern ist die Möglichkeit zur direkten Beeinflussung des Frauenanteils im Aufsichtsrat eingeschränkt.

15 Der derzeitige Frauenanteil in der Geschäftsführung von 33 % soll bis zum 30. Juni 2024 beibehalten werden.

16 Unter der Prämisse, dass auf den beiden höchsten Führungsebenen im Rahmen des Veränderungsprogramms Restart strukturelle und personelle Veränderungen stattfinden, wurde für die erste Leitungsebene ein Zielwert für einen Anteil an Frauen zum 30. Juni 2024 auf 25 % festgesetzt. Für die zweithöchste Führungsebene wurde der Zielwert auf 30 % festgelegt.

1.1.3 Geschäftstätigkeit

1.1.3.1 Organisationsstruktur

17 Die Organisationsstruktur des Konzerns gliedert sich in die Geschäfts-, Service- und Konzernbereiche der FMG. Die Steuerung sowie das interne Berichtswesen der Geschäftsfelder erfolgt in erster Linie über die Konzernsteuerung der FMG. Die in der Abbildung dargestellten Geschäftsfelder umfassen die Geschäfts- und Servicebereiche der FMG und die in die Geschäftsfelder eingebundenen Konzerngesellschaften. Die Geschäftsfelder werden in den nachfolgenden Kapiteln erläutert.

1) Die MediCare Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH ist mit 100 % an der Munich AirportClinic GmbH beteiligt.
2) Die AeroGround Flughafen München GmbH ist mit 100 % an der AeroGround Berlin GmbH beteiligt.
3) Die Munich Airport International GmbH ist mit 100 % an der Munich Airport US Holding LLC, mit 60 % an der amd.sigma strategic airport development GmbH und mit 50 % an der ORAT AMS Group V.O.F. beteiligt. Die Munich Airport US Holding LLC ist wiederum mit 100 % an der Munich Airport NJ LLC (vormals EWR Terminal One LLC) und mit 51 % an der Reach Airport LLC beteiligt.

Geschäfts-, Service- und Konzernbereiche der FMG (Stand 31. Dezember 2021)

18 Verglichen mit dem Vorjahr haben sich im Geschäftsjahr 2021 keine grundlegenden Änderungen an der rechtlichen und organisatorischen Struktur ergeben. Wesentliche Anteilserhöhungen oder -reduzierungen haben nicht stattgefunden. Eine detaillierte Übersicht der Anteilsverhältnisse ist im Konzernanhang dargestellt.

19 Insgesamt gehören dem Konzern 16 vollkonsolidierte Unternehmen, zwei assoziierte Unternehmen, eine Joint Operation und vier nicht-konsolidierte Unternehmen an. Diese werden durch das Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement entsprechend der jeweils zugeordneten Geschäftsbereichsstrategie gelenkt.

20 Mit dem Veränderungsprogramm "Restart" wurden zum 1. Januar 2022 die organisatorischen Maßnahmen umgesetzt.

1.1.3.2 Geschäftsfeld Aviation

Infrastruktur für Airlines und Passagiere

21 Das Geschäftsfeld Aviation umfasst den Betrieb der Luftverkehrsinfrastruktur des Flughafens München.

22 Für die Bereitstellung und den Betrieb der Luftverkehrsanlagen werden folgende Entgelte in Rechnung gestellt:

Bemessungsgrundlage
Start- und Landeentgelt Höchstabfluggewicht des Luftfahrzeugs (Maximum Take-off Mass - MTOM) bei Start und Landung
Lärmorientiertes Grundentgelt Festbetrag je Start und Landung in Abhängigkeit von der Lärmklasse und der Tages-/Nachtzeit
Schadstofforientiertes Grundentgelt Ausgestoßenes Stickoxidäquivalent je Landung
Passagierentgelt Anzahl der Passagier:innen beim Start
Frachtentgelt Anzahl der Verkehrseinheiten bei Start/Landung
Abstellentgelt Höchstabfluggewicht (je angefangene 24 Stunden, ab 16 Stunden)
Sicherheitsentgelt Anzahl der Passagier:innen und/oder Verkehrseinheiten beim Start
Entgelt für Passagier:innen mit eingeschränkter Mobilität (Person with reduced mobility - PRM-Entgelt) Anzahl der Passagier:innen beim Start
Entsorgungsentgelt Anzahl der Passagier:innen beim Start

23 Im Geschäftsjahr 2021 ist die neue Entgeltrahmenvereinbarung mit einheitlichen Bestimmungen für alle Luftfahrtgesellschaften in Kraft getreten, welche die Entwicklung der Luftverkehrsentgelte bis einschließlich 2030 grundsätzlich regelt und damit die Refinanzierung der Infrastruktur in einem festgelegten Umfang sicherstellt.

24 Aufgrund der langen Laufzeit wurden drei Haltepunkte festgelegt, um Prognoseunsicherheiten durch Monitoring und gegebenenfalls eine Nachsteuerung der Entgeltentwicklung begegnen zu können. Für das Jahr 2021 wurde krisenbedingt keine Entgelterhöhung eingepreist. Strukturelle Anpassungen der Entgeltordnung führten insbesondere zu einer stärkeren Betonung umweltbezogener Entgeltbestandteile bei gleichzeitiger Reduktion der gewichtsabhängigen MTOM-Entgelte.

25 Beispielsweise führen erweiterte Lärmklassen nun zu einer differenzierteren Eingruppierung der Flugzeugtypen. Zusätzlich wurden Aufschläge auf das Lärmentgelt in den Nachtrandzeiten festgelegt - und zwar separat für jeden Start und jede Landung, um den Verursacher präzise zuzuordnen.

26 Der Flughafen München betreibt zwei Start- und Landebahnen mit einer maximalen Kapazität von 90 Flugbewegungen pro Stunde im Tagesbetrieb bei Normalauslastung. Diese Kapazität war in den Jahren vor Corona im Normalbetrieb über weite Strecken ausgeschöpft. Generell gilt, dass zwischen 22 und 6 Uhr der Flugbetrieb nur in stark eingeschränktem Umfang und nur mit besonders lärmarmem Fluggerät zulässig ist. Im Linien- und Charterverkehr dürfen nicht mehr als 28 planmäßige Flugbewegungen je Nacht stattfinden. Auch Fracht kann aufgrund der strikten Nachtflugregelung in dieser Zeit nur in Ausnahmefällen befördert werden. Erleichterungen gibt es nur für sogenannte Homebase-Airlines und verspätete Flüge. In der Zeit von 0 bis 5 Uhr sind lediglich Nachtluftpost- und Vermessungsflüge der Deutschen Flugsicherung zugelassen. Ausnahmen bilden zum Beispiel Not- und Hilfeleistungsflüge, Landungen aus Flugsicherheitsgründen sowie Flüge in begründeten Ausnahmefällen, die das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr als zuständige Behörde bewilligt.

27 Die Terminals werden je nach Bedarf kontinuierlich optimiert und erweitert. Der geplante Flugsteig am Terminal 1 soll zukünftige Anforderungen an effiziente Sicherheitskontrollen und Terminalinfrastruktur erfüllen. Vor dem Hintergrund der massiven Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ist der Zeitplan für das Ausbauprojekt gestreckt worden. Einzelne Bereiche der Terminals waren auch 2021 von Schließungen betroffen.

28 Durch seine zentrale Lage in Europa, inmitten der Metropolregion München, die sich als Innovations-, Wissens- und Wirtschaftsstandort mit einer breit aufgestellten Wirtschaftsstruktur auszeichnet, ist der Flughafen München strategisch bestens positioniert. Das Wachstum der Bevölkerung und der Beschäftigten in der wirtschaftlich bedeutenden Flughafenregion hat sich durch die Coronavirus-Pandemie allerdings verlangsamt. In den Jahren vor Corona verzeichnete der Flughafen München unter den großen deutschen Drehkreuzen den höchsten Anteil an Geschäftsreisenden und war damit für besonders werthaltige Linienverbindungen prädestiniert. Die demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Bayern und vor allem im Flughafeneinzugsgebiet lassen trotz Einbrüchen mittel- bis langfristig eine weitere Zunahme der Verkehrsnachfrage am Flughafen München erwarten. Weitere Erläuterungen hierzu sind im Abschnitt "Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen" zu finden.

29 In Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa AG (im Folgenden Deutsche Lufthansa) hat sich der Flughafen München über die Jahre zu einem bedeutenden internationalen Luftverkehrsdrehkreuz entwickelt. Gemeinschaftlich getragene Ausbaumaßnahmen wie das Terminal 2 und das Satellitengebäude, die Planungen für den T-Stiel des Satellitengebäudes sowie die Zusage der Lufthansa zur Stationierung der Airbus A350-Langstreckenflotte in München sind Fundamente einer nachhaltigen Partnerschaft, die für langfristiges Wachstum steht. Allerdings ist nach vorliegenden Meldungen nicht mehr mit einer Rückkehr der bislang in München stationierten A380 zu rechnen, da die Deutsche Lufthansa dieses Flugzeugmuster nicht mehr betreiben wird. Auch während der Coronavirus-Pandemie bekräftigt die Deutsche Lufthansa ihre Bindung zum Flughafen München und sichert dem Wirtschaftsstandort Bayern mittelfristig weltweite Flugverbindungen zu. 1

30 Aufgrund seiner vielversprechenden Marktposition und der erfolgreichen Kooperation mit der Deutschen Lufthansa verfügte der Flughafen München, gemessen an der Zahl der Flugziele, vor der Corona-Krise über eines der dichtesten Netze kontinentaler Verbindungen in Europa. Stark frequentierte Umsteigeverbindungen stellten den optimalen Anschluss Bayerns an Europa und die Welt sicher. Die Kombination aus einem dichten Netz an innerdeutschen wie innereuropäischen Zubringern und einer starken lokalen Nachfrage ermöglichte es, ein attraktives Portfolio an Langstreckenflügen ab München anzubieten. Aufgrund der touristischen Attraktivität des Standorts sowie des wachsenden Einzugsgebiets mit einer wohlhabenden Bevölkerung wurde der Flughafen München zunehmend für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen interessant. Mit einer Rückkehr auf das Verkehrsniveau von 2019 ist nach derzeitiger Prognose der International Air Transport Association (IATA) allerdings erst im Jahr 2024 zu rechnen. Die Deutsche Lufthansa geht davon aus, dann wieder ein Drehkreuz am Münchner Flughafen mit rund 30 stationierten Langstreckenmaschinen zu betreiben. 2

31 Zusätzlich hemmen die deutsche Luftverkehrssteuer und fehlende Verkehrsrechte beziehungsweise protektionistische Maßnahmen in Asien das zukünftige marktgerechte Wachstum am Flughafen München. Die in China betriebene Zero-Covid-Strategie limitiert die Reisetätigkeit zusätzlich, andere Länder Asiens schreiben eine vierzehntägige Zwangsquarantäne in einem speziellen Hotel vor. 3

32 Das Frachtgeschäft am Flughafen München ist stark von der Entwicklung des Passagierverkehrs abhängig. Grund ist, dass im Regelfall am Flughafen München der größte Teil der Luftfracht - über 80 % - als Beiladefracht auf normalen Langstreckenflügen transportiert wird. Weltweit liegt der Anteil der Beiladefracht am Luftfrachtaufkommen bei gut 50 %. 4

1.1.3.3 Geschäftsfeld Commercial Activities

Erstklassiger Service und Angebote entlang des Passagierwegs

33 Das Geschäftsfeld Commercial Activities ist für die Entwicklung, Vermarktung und Verwaltung der kommerziell nutzbaren Flächen des gesamten Flughafens München verantwortlich. Dies umfasst sowohl die strategische Planung des Branchenmixes in Bezug auf Einzelhandels-, Service- und Gastronomieflächen als auch die Vermietung und Vergabe von Konzessionen an Dritte und Konzerngesellschaften.

34 Der Flughafen München unterhält rund 18.500 Quadratmeter gastronomische Flächen (Vorjahr: 21.000) und etwa 20.700 Quadratmeter Einzelhandels- und Serviceflächen. Veränderungen zum Vorjahr ergaben sich aufgrund meist temporärer Schließungen einzelner Einheiten. Auf rund 71 % der Gesamtfläche betreiben Tochtergesellschaften der FMG eigene Einzelhandels- oder Gastronomiebetriebe.

1 A350_Daten_und_Fakten_DE-Treibstoff_LufthansaGoup_Hintergrund
2 IATA forecasts solid long-term aviation recovery-The Moodie Davitt Report; Lufthansa stärkt München den Rücken - aeroTELEGRAPH
3 China- Reise- und Sicherheitshinweise - Auswärtiges Amt; Japan-Covid-19_lnformatinen - auswärtiges Amt
4 Statistischer Jahresbericht 2019; China- Reise- und Sicherheitshinweise - Auswärtiges Amt; Air cargo traffic by type- belly cargo & main cargo 2019 - Statista

35 Auch das 5-Sterne-Hotel im Zentralbereich des Flughafens München zählt zum Verantwortungsbereich von Commercial Activities. Es verfügt über 551 Zimmer und 30 Tagungsräume.

36 Das Geschäftsfeld entwickelt und vermarktet auch nachfrageorientierte Parkraumkapazitäten. Derzeit stehen rund 34.600 Stellplätze zur Verfügung, davon sind rund 20.800 terminalnah.

37 Commercial Activities vermarktet ebenfalls die Werbeträger und Werbeflächen des Flughafens München. Aufmerksamkeitsstarke Werbeflächen mit wenig Streuverlust und individuellen Inszenierungsmöglichkeiten kennzeichnen das Angebot der sogenannten Out-of-Home-Werbung am Flughafen München.

38 Zum Leistungsportfolio des Geschäftsfelds zählt außerdem das Eventgeschäft.

1.1.3.4 Geschäftsfeld Real Estate

Immobilienstandort mit hoher Attraktivität

39 Das Geschäftsfeld Real Estate entwickelt, betreibt und vermarktet alle Immobilien und Grundstücke des Flughafens München, sowohl on- als auch off-Campus. Der Immobilienstandort ist in lagespezifische Areale aufgeteilt, die unter dem Begriff AirSite vermarktet werden.

40 Als Immobilienstandort hat der Flughafen München viel zu bieten: ein attraktives Umfeld, eine gute Straßenverkehrsanbindung, sehr gute Parkmöglichkeiten und ein umfassendes Angebot an Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs. Die bestehende Schienenverkehrsanbindung wurde durch den Erdinger Ringschluss in Richtung Osten ausgebaut, um eine bessere Erreichbarkeit des Flughafens zu erzielen. Darüber hinaus wurde durch die Inbetriebnahme der zwei zusätzlichen Spuren des Flughafenzubringers Ost Ende 2020 die Straßenverkehrsanbindung weiter optimiert. Insbesondere für die Erschließung der AirSite West und des Parkzentrums West ist der im Dezember 2020 in Betrieb genommene Brückenschlag über die Zentralallee (Knoten West 0) von großer Bedeutung.

41 Entsprechend den hohen Ansprüchen an das Gesamtareal wurde ein städtebauliches Konzept entwickelt, das kontinuierlich fortgeschrieben und bereits mit ersten Hochbauten in der Umsetzung sichtbar wird.

1.1.3.5 Geschäftsfeld Participations, Services & External Business

Participations & External Business: Full-Service-Provider

42 Die übrigen Gesellschaften des Konzerns runden das Angebot des Flughafens ab. Die wesentlichsten Tochtergesellschaften sind:

43 AeroGround Gesellschaften

Die Gesellschaften AeroGround Flughafen München GmbH (AE München) und AeroGround Berlin GmbH (AE Berlin) erbringen land- und luftseitige Abfertigungsleistungen für Airline-Kunden an den Standorten München sowie Berlin. Zu den wesentlichen Geschäftsfeldern zählen vor allem die klassischen vorfeldseitigen Bodenverkehrsdienstleistungen der Flugzeugbe- und -entladung (Ramp and Baggage Handling), die Transportleistungen von Passagierinnen und Crews sowie vorfeldseitige Frachttransporte.

44 aerogate

Die aerogate München Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigungen mbH bietet am Flughafen München die Dienstleistungen Passagierabfertigung, Operation Services mit Ramp Supervision, Ticketing Service sowie Lost & Found mit Gepäckzustellung und Arrival-Service an. Zum Angebot zählen auch Leistungen im Bereich der allgemeinen Luftfahrt sowie Beratungs- und Trainingsleistungen.

45 Cargogate

Als reglementierter Beauftragter verrichtet die Cargogate Munich Airport GmbH Leistungen in Bezug auf den Umschlag von Luftfracht und die Abwicklung der damit verbundenen Zollformalitäten. Darüber hinaus bietet Cargogate die Abfertigung aller gängigen Sondergüter wie Gefahr-, Kühl- und Wertgüter an. Cargogate ist seit September 2018 als einziger Luftfrachtabfertiger am Campus zertifiziert nach Pharma Good Distribution Practice (GDP#9). Als ausgewiesener Spezialist betreibt die Gesellschaft im Namen der FMG die von der EU vorgeschriebene Grenzkontrollstelle und das Animal Reception Center.

46 MAI

Die Munich Airport International GmbH und deren Beteiligungen bieten weltweit Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche an. Sie hat sich vom Berater für Flughafeninbetriebnahmeprojekte (ORAT) zu einem international agierenden Flughafenbetreiber entwickelt.

Services: Energie, IT und Digital für alle Mieter am Flughafen

47 Neben den Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften sind auch die Servicebereiche des Flughafens München am Außenumsatz beteiligt. Den bedeutendsten Beitrag leisten die folgenden Servicebereiche:

48 Technik

Der Servicebereich ist für den sicheren, wirtschaftlichen und technischen Betrieb der Flughafeninfrastruktur verantwortlich. Dazu zählen unter anderem die Energie- und Wärme-/Kälteversorgung, die Instandhaltung von Gebäuden und flughafenspezifischen Anlagen sowie das Fahrzeugmanagement für Serienfahrzeuge und Abfertigungsgeräte. Zudem ist dieser Bereich im Rahmen seines Energiemanagements maßgeblich an der Umsetzung der CO 2 -Strategie des Flughafens München beteiligt.

49 IT

Der Servicebereich IT bietet seinen Kunden:innen am Flughafen München verschiedene Dienstleistungen aus den Feldern der Medien- und Kommunikationstechnik, der IT-Arbeitsplatzausstattung sowie der Server-, Datenbank- und Speicher-Systemtechnik an. Die Kernkompetenzen des Bereichs liegen in der Integration unterschiedlicher, technischer IT-Plattformen sowie in der Vorhaltung maßgeschneiderter systemtechnischer Lösungen zur Unterstützung logistischer Prozesse am Flughafen München. Im Rahmen der digitalen Transformation unterstützt der Servicebereich IT aktiv Veränderungsprozesse zur Fort- oder Neuentwicklung digitaler Geschäftsmodelle und zur Verknüpfung von Wertschöpfungsketten zu Wertschöpfungsnetzwerken. Dabei gewinnen die Beachtung sicherheitsrelevanter Vorgaben (CyberSecurity) sowie die Einhaltung konzernweiter einheitlicher Standards zunehmend an Bedeutung.

50 Die Aktivitäten im Geschäftsfeld Participations, Services & External Business (ohne Abfertigungsdienste) tragen einen geringen Anteil zum Außenumsatz des Konzerns bei, daher wird auf eine ausführliche Erläuterung im Abschnitt wirtschaftliches Umfeld verzichtet. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Geschäftsaktivitäten sind im Geschäftsverlauf erläutert. Die Entwicklungen zu den Abfertigungsdienstleistungen im Konzern wurden in den Passagen im Geschäftsverlauf Aviation aufgenommen.

1.2 Steuerungssystem und Wertemanagement

51 Der Flughafen München misst die Leistung seiner Führungskräfte mithilfe finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen. Die bedeutsamsten sind die Kennzahlen zur unternehmerischen Nachhaltigkeit und zur Qualität. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) deckt die ökonomische Perspektive ab, während der Passagiererlebnisindex (PEI) über die Erreichung der Qualitätsziele, die als strategische Stoßrichtung die Steigerung der Kundenzufriedenheit vorsehen, den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Die CO 2 -Einsparungen decken die ökologische Perspektive ab. Mit der Aufnahme der Unfallhäufigkeitsrate (Lost Time Incident Frequency = LTIF) als soziale Steuerungskennzahl in das Steuerungssystem ab dem Jahr 2022 verwendet der Konzern Kennzahlen aus allen drei Perspektiven des klassischen Nachhaltigkeitsmanagements (Ökonomie, Ökologie und Soziales).

52 Um die Relevanz der bedeutsamsten Leistungsindikatoren für Stakeholder zu ermitteln und regelmäßig zu bestätigen, befragt die FMG jedes Jahr interne und externe Anspruchsgruppen.

Ergebnis vor Steuern (EBT)

53 Die Ergebnisziele der Führungskräfte werden auf Basis des Ergebnisses vor Steuern (EBT) formuliert.

54 Das EBT ist die Ausgangsgröße zur Bestimmung der Ertragskraft. Es handelt sich um das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, ermittelt unter Anwendung der Internationalen Rechnungslegungsstandards in ihrer durch die Europäische Kommission in europäisches Recht übernommenen Fassung.

CO 2 -Einsparungen

55 Mit der Kennzahl "CO 2 -Einsparungen" wird die Reduktion der Emissionen durch die gezielte Umsetzung von CO 2 -Einsparmaßnahmen in Tonnen gemessen. Aber auch Faktoren wie die Schonung von Ressourcen oder der effiziente Einsatz von Energie lassen sich damit berücksichtigen. Es werden nur Maßnahmen gezählt, welche jährlich wiederkehrende Einsparungen zur Folge haben (zum Beispiel Austausch der Beleuchtung). Einmalige Einspareffekte, wie das Kaufen einer definierten Menge an Biodiesel, werden zwar ausgewiesen, in der Bilanz aber nicht berücksichtigt. Der Flughafen München hat sich Ende des Jahres 2016 als Klimaziel gesetzt, den Betrieb ab dem Jahr 2030 CO 2 -neutral abzuwickeln. Mindestens 60 % der Emissionen sollen effektiv eingespart, der verbleibende Rest mit hochwertigen Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden. In die Betrachtung fließen die durch Energiebereitstellung und Kraftstoffverbrauch vom Flughafen München selbst verursachten Emissionen (Scope 1) und die Emissionen aus der zugekauften Energie (Scope 2) ein.

Passagiererlebnisindex (PEI)

56 Der PEI ist ein Messmodell für Kundenzufriedenheit, das es dem Flughafen München erlaubt, standortspezifische, an die Bedürfnisse der Zielgruppen angepasste Zielwerte abzuleiten und die Handlungsfelder zur Leistungsverbesserung den vorhandenen Kundenkontaktpunkten zuzuweisen. Aus Gründen der Objektivität ermittelt ein unabhängiger, externer Dienstleister diese Werte. Er erhebt in Primärbefragungen regelmäßig während des gesamten Jahresverlaufs die Zufriedenheit von abfliegenden und ankommenden Reisenden. Auf Quartalsbasis und am Jahresende erhält der Flughafen München so zahlreiche Detailinformationen über die Zufriedenheit seiner Fluggäste in zehn Kategorien entlang der Passagiererlebniskette. Die ursprünglich für das ganze Jahr 2021 geplanten Messungen fanden aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Pandemie nur in der zweiten Jahreshälfte 2021 statt.

Unfallhäufigkeitsrate (LTIF)

57 Die LTIF stellt eine benchmarkfähige Unfallhäufigkeitsrate dar. Sie setzt die Anzahl der Arbeitsunfälle in Relation zu den geleisteten Arbeitsstunden. Zur Ermittlung der LTIF zählen ausschließlich Arbeitsunfälle mit einer Ausfallzeit ab einem Tag. Wegeunfälle werden hier nicht berücksichtigt. Arbeitsunfälle sind gemäß § 8 SGB VII Unfälle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach § 2, 3 oder 6 begründenden Tätigkeit (versicherte Tätigkeit). Unfälle sind zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führen. Diese Kennzahl wird im ersten Jahr für die beiden größten Konzernunternehmen (FMG und AE München) erhoben. Zukünftig werden weitere Gesellschaften einbezogen.

58 Die Steuerungsintention ist die Reduktion der Häufigkeit von Arbeitsunfällen, unfallbedingten Ausfallzeiten und damit verbundenen Unfallkosten sowie die Sensibilisierung zur Unfallthematik insgesamt.

1.3 Innovations- und Ideenmanagement

59 Das Innovationsmanagement soll systematisch die Innovationskultur im Unternehmen fördern und die Umsetzung von Innovationsprojekten unterstützen. Im Fokus stehen dabei neue Dienstleistungen und Produkte, die zum wirtschaftlichen Erfolg sowie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beitragen.

60 Der Flughafen München nutzt hierfür eine digitale bereichsübergreifende Trendscouting-Plattform, über die relevante Markt- und Technologie-Trends aufgespürt und gemeinsam mit Expert:innen aus den Fachbereichen analysiert werden. Ziel ist es, frühzeitig Trends mit Wandelungspotenzial für den Flughafen München zu erkennen sowie Entwicklungsmöglichkeiten für neue Produkte und Services zu identifizieren. Weiterhin soll das Trendmanagement Fokus und Orientierung sowie wesentliche Inputs für die Strategiearbeit des Konzerns geben.

61 Darüber hinaus betreibt der Flughafen München die digitale Ideenmanagement-Plattform "InnovationPilot", über die alle Mitarbeitenden Verbesserungsvorschläge für interne Prozesse wie auch Anregungen für neuartige Angebote für Kund:innen und Passagier:innen einbringen können. Über die Plattform werden ebenfalls offene Kampagnen und Umfragen gestartet, die auch externe Stakeholder adressieren.

62 Konkrete Ideen, die für den Flughafen München relevante Trends bedienen, münden in Innovationsprojekte, die gemeinsam mit den Fachbereichen und externen Partnern bis zum Proof of Concept umgesetzt werden. Hierzu zählen auch eine Reihe von Ideen zur Digitalisierung und deren kommerziellen Nutzung.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliches Umfeld

2.1.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die Wirtschaft erholt sich vom krisenbedingten Einbruch

63 Für ein internationales Luftverkehrsdrehkreuz wie den Flughafen München ist neben der nationalen auch die internationale Wirtschaftsentwicklung entscheidend.

64 Die Weltwirtschaft erholt sich langsam von der Corona-Krise. Die Auswirkungen der Pandemie belasteten jedoch weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung. Neben den bekannten Eindämmungsmaßnahmen bremsten seit Jahresbeginn zunehmende Liefer- und Kapazitätsengpässe die globale Wirtschaftsentwicklung. Das weltweite reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2021 um 6,0 % (2020: - 3,0 %). Die Wachstumsrate lag damit 0,5 Prozentpunkte oberhalb der Vorjahresprognose. 5

65 In den Schwellenländern wuchs die Wirtschaft mit einer Rate von insgesamt 7,3 % (Vorjahr: -0,4 %). Beim Blick auf einzelne Länder erholte sich die Wirtschaft der Volksrepublik China vergleichsweise schnell vom krisenbedingten Einbruch und erreichte bereits im frühen Jahresverlauf 2020 das Vorkrisenniveau. Jedoch wurde im Jahr 2021 auch die chinesische Volkswirtschaft von den Krisenauswirkungen belastet. Der Dienstleistungsbereich war pandemiebedingt zeitweise erheblich eingeschränkt. Die Industrie wurde durch anhaltende Engpässe bei Vorprodukten, temporären Produktionsausfällen im Zusammenhang mit lokal ansteigenden Infektionszahlen sowie einer Stromrationierung in weiten Teilen der energieintensiven Produktion belastet. Insgesamt ergab sich für 2021 jedoch eine solide Wachstumsrate von 8,1 % (2020: 2,3 %). Auch Indien wurde im Frühjahr besonders heftig von einer neuen Corona-Infektionswelle getroffen. Das bremste die bis zu diesem Zeitpunkt kräftige Erholung der indischen Wirtschaft. Die Wachstumsrate des realen BIP lag 2021 in Indien bei 7,4 % (Vorjahr: -6,9 %). 6

66 Die Wirtschaftsleistung der Industrienationen hat sich vom Einbruch des Vorjahres erholt und erreichte im dritten Quartal 2021 erstmals wieder ihr Vorkrisenniveau. Insgesamt verzeichneten die fortgeschrittenen Volkswirtschaften 2021 eine Zunahme des BIP um 4,9 %. Die US-Wirtschaft legte um 5,5 % zu. Einen wesentlichen Anteil zur wirtschaftlichen Erholung trugen die privaten Konsumausgaben bei. Die britische Wirtschaft expandierte sogar mit einer Rate von 6,6 %. Tragende Säule war hier die Erholung des privaten Konsums. Die industrielle Produktion wurde dagegen auch dort durch die weltweiten Lieferengpässe bei wichtigen Vorprodukten belastet. Darüber hinaus kam es in Folge der Pandemie und des Brexits zur Abwanderung ausländischer Arbeitnehmer vor allem im Gastgewerbe und in der Transportbranche. 7

5 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2021/22, November 2021
6 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2021/22, November 2021
7 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2021/22, November 2021

Wachstum BIP 2020 und 2021 8

68 Im Euroraum erholte sich das BIP (+5,0 %) deutlich im Vergleich zum Vorjahr und die Wirtschaftsleistung expandierte um 4,9 %. Das Wachstum ist dabei vergleichsweise heterogen über die Mitgliedsstaaten verteilt. Der Dienstleistungsbereich war im ersten Quartal durch die Beschränkungen im Zuge der Pandemie belastet und erholte sich schrittweise im weiteren Jahresverlauf Andererseits überwand die Industrieproduktion zunächst schnell den Einbruch im Jahr 2020, litt aber im Jahresverlauf 2021 zunehmend unter Lieferengpässen wichtiger Vorprodukte. Durch das breitflächig eingesetzte Instrument der Kurzarbeit konnte ein signifikanter Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert werden. Gleichzeitig nahm die Inflation im Zuge der wirtschaftlichen Erholung stark zu. Nichtdestotrotz ist die Geldpolitik der europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin expansiv ausgerichtet. 9

Wachstum BIP 2020 und 2O21 10

8 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021
9 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2021/22, November 2021
10 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021

70 Auch die deutsche Wirtschaft befindet sich in der Erholungsphase. Der Dienstleistungsbereich entwickelte sich nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Frühsommer positiv. Allerdings kam es mit der Zunahme des Infektionsgeschehens im Herbst zu Einschränkungen. Die weltweiten Lieferengpässen bei entsprechenden Vorprodukten belasteten das verarbeitende Gewerbe, den Handel und die Industrie deutlich. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 3,1 %, hierbei verzeichnete der Monat November mit 5,2 % den höchsten Wert seit 30 Jahren. Die Erholung zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr im privaten Konsum (+0,4 %), bei Im- und Exporten (+7,8 % / +7,3 %) sowie bei den Bruttoanlageinvestitionen (+1,6 %). Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 %. Insgesamt stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2021 mit einer Rate von 2,5 %. 11

71 Der Ölpreis (Marke Brent) schwankte 2021 in einem Intervall zwischen 51 und 86 US-Dollar je Barrel. Der Tiefstand wurde zu Jahresbeginn verzeichnet, der Höchststand Ende Oktober. Zum Jahresende lag der Ölpreis bei rund 79 US-Dollar je Barrel. 12

2.1.1.1 Wirtschaftliches Umfeld Luftverkehr (Aviation)

Zweites Corona-Jahr im Luftverkehr

72 Das zweite Jahr mit gravierenden, pandemiebedingten Beschränkungen zeigte erhebliche Auswirkungen auf den Luftverkehr. Ein Großteil der Fluggesellschaften weltweit musste staatliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Der Deutschen Lufthansa gelang es allerdings im Jahresverlauf, die nur teilweise in Anspruch genommenen Staatshilfen komplett am freien Markt zu refinanzieren. Auch Flughäfen litten in hohem Maße unter den wirtschaftlichen Auswirkungen des einbrechenden Verkehrs. Erst im weiteren Jahresverlauf hellte sich die Situation auf und die Nachfrage kehrte zurück, auch wenn sie weiterhin deutlich hinter dem Referenzjahr 2019 zurückblieb. 13

73 Eine Passagierbefragung der IATA (International Air Transport Association) zeigte, dass 86 % der Passagierinnen den Covid 19-Maßnahmen an Bord von Flugzeugen großes Vertrauen entgegenbrachten. Die Fluggäste akzeptierten die geltenden Regeln und standen den Maßnahmen demnach aufgeschlossen gegenüber. Dieses Fazit bestätigte ebenso eine am Flughafen München durchgeführte Befragung. 14 Laut IATA gaben allerdings 60 % der Reisenden an, die Reisebeschränkungen durch die Regierungen seien zu weit gegangen, 75 % beklagten einen Verlust an Lebensqualität und 86 % befürworteten eine Öffnung der Grenzen. 15 Ein Wunsch, der auch durch Analysen der Weltgesundheitsorganisation WHO gestützt wurde. 16 Ein Großteil der Verkehrseinbrüche der vergangenen zwei Jahre und des damit einhergehenden wirtschaftlichen Verlustes der Luftverkehrsbranche ist auf kurzfristig verhängte Reisebeschränkungen und der daraus folgenden Verunsicherung der Kund:innen zurückzuführen.

11 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021
12 IATA, Losses Reduce but Challenges Continue - Cumulative $201 Billion Losses for 2020-2022, 04. Oktober 2021
13 Kredite und Einlagen des Bundes vorzeitig zurückgezahlt - die Bundesregierung
14 FMG-Befragung-Coronamaßnahmen.pdf
15 IATA-annual-review-2021 (Stand Oktober 2021)
16 https://www.who.int/news/item/19-01-2022-statement-on-the-tenth-meeting-of-the-international-health-regulations-(2005)-emergency-committee-regarding-the-coronavirus-disease-(covid-19)-pandemic

74 Die weltweiten Verkehrseinbrüche sind nach Meldungen der IATA mit einem Rückgang um -58,4 % an verkauften Passagierkilometern (verglichen mit dem Referenzjahr 2019), nach -65,9 % im Vorjahr, weiterhin verheerend. Im Vergleich zum Vorjahr wurde jedoch seit April ein deutliches Plus erzielt. Besonders betroffen war und ist der internationale Passagierverkehr (-75,5 % zu 2019), wo die pandemiebedingten Reisewarnungen und -beschränkungen am stärksten wirkten. Dagegen erwies sich der Inlandsverkehr weltweit mit-28,2 % zum Jahr 2019 als relativ krisenresistent. So lag beispielsweise die Entwicklung der Inlandsverbindungen in Russland mit +24,2 % sogar über dem Niveau des Jahres 2019. Ähnlich entwickelte sich der chinesische Inlandsmarkt, bis diverse Corona-Ausbrüche die Entwicklung hemmten. Trotzdem wurden noch 75,6 % des Vorkrisenniveaus erreicht. Der US- amerikanische Inlandsmarkt näherte sich bis auf 76,2 % an die Ergebnisse von 2019 an, wobei Flughäfen in Regionen ohne Covid-Restriktionen (zum Beispiel Miami) die Krise bereits vollständig überwunden haben. 17

75 Die Nachfrage nach Luftfracht blieb 2021 weltweit hoch. Treiber waren neben der wirtschaftlichen Entwicklung Engpässe in der Containerschifffahrt. Bei hohen Frachtraten wuchs die Luftfracht, gemessen in Frachttonnenkilometern, um 6,9 % im Vergleich zu 2019 - zum Vorjahr sogar um 18,7 %, und erzielte das beste Jahresergebnis seit 1990. Das Angebot an Frachttonnenkilometern verbesserte sich zum Vorjahr um 13,8 %, auch durch die schrittweise Rückkehr der auf der Passagierlangstrecke transportierten Beiladefracht. 18

76 Nach Ausführungen des europäischen Flugsicherungsdienstleisters Eurocontrol erholte sich der europäische Luftverkehr im Jahr 2021 zwar, blieb jedoch mit 6,2 Millionen Flügen weiterhin deutlich unter dem Wert des Jahres 2019 (-44 %). Auf Länderebene war Deutschland überdurchschnittlich betroffen und erreichte nur 50 %. Eine Betrachtung der Verkehrszahlen an Flughäfen zeigte, dass München mit einem Verlust von -64 % des Verkehrsaufkommens nach Manchester zusammen mit Düsseldorf der am stärksten betroffene Flughafen der Top 40 Airports war. Besonders litten die großen Passagierdrehkreuze Europas, die zugleich von lokalen wie weltweiten Corona-Restriktionen betroffen waren. Flughäfen mit hohem Anteil an Privat- und Urlaubsreisenden sowie starkem Inlandsverkehr waren weniger betroffen. 19

77 Die in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) organisierten Flughäfen verzeichneten im Jahr 2021 deutlich bessere Verkehrszahlen als im Vorjahr. Insgesamt wurden 78,5 Millionen Passagiere (+23 %) abgefertigt, was allerdings um 68,6 % unter dem Ergebnis von 2019 lag. Das Cargo-Aufkommen (Luftfracht und Luftpost) erreichte dagegen mit 5.405.841 Tonnen einen neuen Höchststand (+17,4 %) und übertraf das Jahr 2019 um 13,0 %. 20

78 Der Bericht zur Lage der Branche des Bundesverbands der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zeigt eine unterdurchschnittliche Entwicklung deutscher Fluggesellschaften. Im europäischen Vergleich zu 2019 gingen die verkauften Passagierkilometer in Deutschland um -70 % zurück, in Gesamteuropa um -61 % und weltweit um -58 %. Am besten entwickelten sich die nordamerikanischen Airlines, die -39 % verloren. Dagegen waren die asiatischen Airlines mit -67 % und Fluggesellschaften aus dem mittleren Osten mit -70 % genauso stark betroffen. In Deutschland verloren deutsche Fluggesellschaften 2 % Marktanteil, was unter anderem auf eine kontinuierliche Verschiebung von Verkehren zu außereuropäischen Drehkreuzen zurückzuführen ist. 21

17 IATA. Air Passenger Market Analysis, December 2021; vgl. Dez 2019 mit Dez 2021 hier: https://www.miami-airport.com/airport_stats.asp
18 IATA Air Cargo Market Analysis December 2021
19 Aviation Intelligence Unit Think Paper #15 - January 2022 (Eurocontrol)
20 12.2021 ADV-Monatsstatistik.pdf
21 BDL-Jahreszahlen2021_Lagebericht.pdf

79 Nach Rückgängen von teilweise über 90 % zu Jahresbeginn stabilisierte sich nach Aussage des BDL die Nachfrage in den Sommermonaten um zum Jahresende, ausgelöst durch die "Omikron-Variante", erneut zu stagnieren. Auch die Zahl der Flugbewegungen war nach Analysen des BDL (SRS Analyser) schwach und lag bei nur 39 % der Flüge des Jahres 2019. Damit verlief die Entwicklung deutlich verhaltener als in europäischen Referenzstaaten. Insbesondere Staaten mit hohem Touristikaufkommen profitierten, wie die Türkei mit 65 % und Griechenland mit 71 % des Aufkommens aus 2019, ebenso wie Staaten mit starkem Inlandsverkehr. Der innerdeutsche Verkehr dagegen ist durch Distanzen bestimmt, die auch per Pkw oder Bahn zurückgelegt werden können. Zudem war der von internationalem Verkehr geprägte europäische Drehkreuzverkehr von den Reisebeschränkungen besonders betroffen. Gleichzeitig führten wettbewerbsverzerrende Rahmenbedingungen zu Verlagerungen an außereuropäische Hubs. 22

Die International Civil Aviation Organization (ICAO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, schätzt die monetären Verluste der Fluggesellschaften im Passagierverkehr weltweit für das Jahr 2020 auf 372 Milliarden Dollar und für das Jahr 2021 auf 324 Milliarden Dollar; dies entspricht fast einer Milliarde Dollar Verlust pro Tag. Verglichen mit 2019 verloren die Fluggesellschaften weltweit im Jahr 2020 circa -60 % ihrer Passagiere und im Jahr 2021 -49 %. Auch die Deutsche Lufthansa wurde schwer getroffen und war nach Pressemeldungen in Spitzenzeiten der Pandemie mit Kosten bis zu einer Million Euro pro Stunde konfrontiert. 23

2.1.1.2 Wirtschaftliches Umfeld Commercial Activities

Stationärer Einzelhandel verliert weiter

80 Trotz der Coronavirus-Pandemie geht der Handelsverband Deutscher Einzelhändler von einem Umsatzwachstum in Höhe von 1,8 % auf 587,8 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr aus. Dieses Wachstum entsteht großteils im Online-Handel (2021: +19,2 %). Der stationäre Einzelhandel leidet aufgrund der anhaltenden Krise. Vor allem der Bekleidungshandel verlor weitere 9 % seiner Umsätze gegenüber dem Vorjahr und somit -30 % gegenüber 2019. 24

81 Im Handel ist der Geschäftsklimaindex deutlich gesunken; im Dezember 2021 gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Punkte. 25

Gastronomie und Hotelgewerbe - Umsatzentwicklung stagniert

82 Der reale Umsatz im Gastgewerbe hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Nominal ist der Umsatz um 2 % gestiegen. Im Vergleich zu 2019 wurde jedoch real 40 % und nominal fast 36 % weniger umgesetzt. 26

83 In den einzelnen Wirtschaftsbereichen zeigten sich folgende Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen fiel der Umsatz um 3,0 %, was preisbereinigt einen Rückgang von 4,3 % darstellt. Die Gastronomie verzeichnete einen realen Umsatzrückgang in Höhe von 8,6 % und der Cateringbereich in Höhe von 3,2 %. 27

22 BDL-Jahresbilanz 2021
23 ICAO_coronavirus_Econ_Impact; https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/corona-lufthansa-rekordverlust-100.html
24 HDE, Jahrespressekonferenz, Februar 2022; Februar 2022
25 ifo Geschäftsklima Deutschland nach Wirtschaftsbereichen
26 Gastgewerbeumsatz 2021 real voraussichtlich unverändert gegenüber dem Vorjahr - statistisches Bundesamt
27 DEHOGA, Pressemitteilung November 2021, 14. Februar 2022; Gastgewerbeumsatz 2021 real voraussichtlich unverändert gegenüber dem Vorjahr - statistisches Bundesamt

Werbewirtschaft - Außenwerbung erreicht neue Bestmarke

84 In der für den Flughafen relevanten Werbegattung Out-of-Home wurde ein Umsatzrekord von 2,5 Milliarden Euro erzielt. Der Bruttoumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 8 % gestiegen und sogar das bisher beste Jahr 2019 wurde um 1 % übertroffen. 28

Parkraumbewirtschaftung - Abhängigkeit vom Passagieraufkommen

85 Die Passagierrückgänge aufgrund der Pandemie setzen dem Parkgeschäft weiterhin zu. Auch wenn grundsätzlich aus Hygienegründen der Anteil von Fahrten im eigenen Auto stieg, ist aufgrund der 2021 andauernden Mobilitätseinschränkungen ein insgesamt deutlich niedrigeres Reiseaufkommen zu verzeichnen.

2.1.1.3 Wirtschaftliches Umfeld Immobilienvermarktung (Real Estate)

Münchner Bürovermietungsmarkt im Aufwärtstrend

86 Der Bürovermietungsmarkt in München konnte das Jahr 2021 mit einem guten Schlussquartal beenden und schloss bei einem Flächenumsatz von 664.500 m 2 , wovon 55.200 m 2 auf Eigennutzer fielen. Der Aufwärtstrend aus dem Vorquartal hielt somit weiter an und das umsatzschwache erste Halbjahr fiel nicht mehr so stark ins Gewicht. Der 10-Jahres-Durchschnitt wurde um 15 % unterschritten, der Flächenumsatz lag jedoch im Vergleich zu 2020 um 17 % höher (2020: 567.800 m 2 ). Im Segment zwischen 1.001 und 5.000 m 2 macht sich bemerkbar, dass Unternehmen wieder nach Büroflächen suchen, nachdem sie in der ersten Pandemiephase zunächst abwartend agierten. 29

87 Ende 2021 standen mit 1.055.600 m 2 rund 268.000 m 2 mehr Flächen leer als ein Jahr zuvor. Die Leerstandsrate lag im Geschäftsjahr bei 4,7 % (2020: 3,5 %). Der Anstieg der Leerstandquote ist im letzten Quartal zum Stillstand gekommen, denn es gab im Vergleich zum Vorquartal nahezu keine Veränderung der kurzfristig verfügbaren Fläche. Im Stadtgebiet betrug der Leerstand 3,7 %, im Umland standen 7,5 % des Bestandes leer. 30

88 Die Mietpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr. Die Durchschnittsmiete des Gesamtmarkts erhöhte sich um 9 % auf 23,50 €/m 2 (2020: 21,50 €/m 2 ) und die Spitzenmiete um 5 % auf 41,50 €/m 2 (2020: 39,50 €/m 2 ). Die Entwicklung bei der Spitzenmiete ergab sich, weil die Neubauvermietungen in Spitzenlagen deutlich über 40,00 €/m 2 lagen. Der Flächenanteil der hochpreisigen Anmietungen war relativ hoch und führte auch zu einer Steigerung der Durchschnittsmiete. Die Durchschnittsmiete lag im Umland bei 13,70 €/m 2 (2020: 13,10 €/m 2 ). Bei den Angebotsmieten ist weiterhin eine Seitwärtsbewegung der Preise zu beobachten. 31

89 Im Jahr 2022 wird es eine beträchtliche Anzahl an Neubauflächen auf dem Markt geben. Es werden fast 600.000 m 2 fertiggestellt, von denen 56 % noch verfügbar sind (2020: 276.000 m 2 ). Hohe Fertigstellungszahlen treffen auf eine unterdurchschnittliche Nachfrage, daher muss auch im Jahr 2022 mit steigenden Leerständen gerechnet werden. Die Vermarktung wird länger dauern, weil die Neubauflächenknappheit der Jahre vor der Pandemie nun nicht mehr gegeben ist. Generell stehen Neubauflächen bei Mietern aber nach wie vor hoch im Kurs, da sich dort neue Bürokonzepte meist einfacher umsetzen lassen. 32

28 Fachverband Außenwerbung e.V., Pressemitteilung" Neue Bestmarke für OOH" vom 18.1.2022, 14 Februar 2022
29 Colliers: Starkes Schlussquartal auf dem Münchner Büromarkt - Pressemitteilung vom 7. Januar 2022
30 Colliers: Starkes Schlussquartal auf dem Münchner Büromarkt - Pressemitteilung vom 7. Januar 2022
31 Colliers: Starkes Schlussquartal auf dem Münchner Büromarkt - Pressemitteilung vom 7. Januar 2022
32 Colliers: Starkes Schlussquartal auf dem Münchner Büromarkt - Pressemitteilung vom 7. Januar 2022

90 Die deutsche Wirtschaft erholt sich langsamer als ursprünglich erhofft. Daher dürfte es auch auf dem Münchner Büromarkt noch etwas dauern, bis die Nachfrage wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Allerdings hat der Markt im letzten halben Jahr seine Stärke auch in Krisenzeiten gezeigt. Man rechnet für das Jahr 2022 mit einem Flächenumsatz von 650.000 m 2 bei moderat steigenden Leerständen. Bei den Marktmieten ist in den meisten Marktsegmenten mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen wobei die Spitzenmieten jedoch noch weiter ansteigen können. 33

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Wichtige Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr

Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Flughafen München

91 Die Entwicklung am Flughafen München ist im zweiten Jahr in Folge durch die Coronavirus-Pandemie geprägt. Einschneidende Reisebeschränkungen und wiederholte Lockdowns in wichtigen Auslandsmärkten haben die Fluggäste stark verunsichert und deren Buchungs- und Reiseverhalten verändert. Die bis Mitte des Jahres 2021 deutlich gelockerten Reisebeschränkungen führten in den Sommermonaten zu einem starken Nachfrageschub - nach einem extrem schwachen ersten Halbjahr 2021. Die positive Entwicklung des Sommers setzte sich im Herbst mit einer merklichen Angebotserweiterung fort, die von den Passagier:innen auch angenommen wurde. Diesen Aufschwung dämpfte die Ende November aufgetretene Omikron-Variante. Weitere Erläuterungen zur Verkehrsentwicklung sind im Abschnitt "Geschäftsverlauf Aviation" zu finden.

92 Im Gegensatz zum Vorjahr gab es im Jahr 2021 keine Allgemeinverfügungen beziehungsweise Schließungen von Einzelhandels- und Gastronomieeinheiten. Im ersten Halbjahr konnten die einzelnen Mieter selbst entscheiden, wie sie mit Blick auf die Passagierprognosen ihre Einheiten öffnen. Ab dem 30. Juli 2021 wurde eine eingeschränkte Betriebspflicht in Kernbereichen eingeführt. Für weitere Erläuterungen wird auf den Abschnitt "Geschäftsverlauf Commercial Activities" Bezug genommen.

93 Um den weiterhin geringen Ergebniszahlen entgegenzuwirken und die Liquidität zu sichern, wurden die im Vorjahr eingeleiteten Gegensteuerungsmaßnahmen im Konzern sowohl im Aufwands- als auch im investiven Bereich fortgeführt. Mit einem strikten Kostenmanagement konnte der operative Verlust im Jahr 2021 reduziert werden.

94 Mit Beginn der Pandemie wurde das Satellitengebäude nicht mehr zur Passagierabfertigung genutzt. Erst zum 1. Dezember 2021 erfolgte eine teilweise Öffnung. Auch das Terminal 1 war in dieser Zeit temporär geschlossen, um Kosten zu senken. Zudem wurde auch 2021 ein Teil der Instandhaltungs- und Umbaumaßnahmen auf später verschoben. Alle betrieblich nicht zwingend notwendigen Sachausgaben wurden gestrichen. Zusätzlich befindet sich seit Anfang April 2020 ein Teil der Beschäftigten am Standort München in Kurzarbeit.

95 Um die Kosten am Standort München nachhaltig zu reduzieren und den Flughafen München auch künftig auf das veränderte Marktumfeld auszurichten, wurde das im Vorjahr initiierte Veränderungsprogramm "Restart" fortgesetzt. Hier wurden organisatorische und effizienzsteigernde Maßnahmen entwickelt sowie die Anpassung der Personalkapazität angestrebt. Zum 1. Januar 2022 wurden diese organisatorischen Veränderungen im Rahmen der Neuausrichtung des Konzerns umgesetzt.

33 Colliers: Starkes Schlussquartal auf dem Münchner Büromarkt - Pressemitteilung vom 7. Januar 2022

96 Viele der geplanten Investitionsvorhaben aus dem Generalausbauplan wurden unter anderem hinsichtlich ihrer betrieblichen Notwendigkeit, ihrer strategischen Bedeutung und vor dem Hintergrund bestehender Verträge überprüft. Aus dieser Überprüfung erfolgten entsprechende Reduzierungen oder zeitliche Verschiebungen. Davon nicht betroffen waren Maßnahmen mit einem hohen baulichen Fortschritt.

97 In Summe ist der operative Aufwand im Geschäftsjahr 2021 weiterhin auf einem geringen Niveau.

98 Um die Liquidität weiter auszubauen und zusätzliche finanzielle Flexibilität zu schaffen, nahm der Konzern bis zum Jahresende Darlehen in Höhe von insgesamt 425 Millionen EUR auf.

Meilenstein auf dem Weg zum Erdinger Ringschluss

99 Nach drei Jahren Bauzeit konnte der Rohbau der Tunnelverlängerung des Erdinger Ringschlusses, als Weiterführung der Bahnstrecke von Freising über den Flughafen München nach Erding, im September 2021 fristgerecht fertiggestellt werden.

100 Die Kosten für den Rohbau werden vom Flughafen München getragen und in Form eines verzinslich zurückzuzahlenden Zuschusses vom Freistaat Bayern vorfinanziert. Mit Inbetriebnahme der Tunnelverlängerung wird für den Flughafen München die Zahlung der Investitionskosten fällig.

Baufortschritt bei diversen Baumaßnahmen trotz Coronavirus-Pandemie

101 Im Jahr 2021 konnte die Erweiterung des östlichen Vorfelds im Bereich des Terminals 2 um eine Fläche von insgesamt 180.000 Quadratmetern abgeschlossen werden. Als Ergebnis stehen 23 neue Abstellpositionen zur Verfügung.

102 Auch die Erweiterung des Terminals 1 um einen Flugsteig wurde fortgeführt. Zentrale Ziele dieser Ausbaumaßnahme sind eine bedarfsgerechte Anpassung insbesondere der Sicherheitskontrollen des Non-Schengen-Bereichs sowie die Steigerung der Aufenthalts- und Servicequalität im Terminal 1.

103 Zudem schreitet das Projekt "LabCampus" auf dem Areal AirSite West voran. Der Bau der beiden ersten Bürogebäude wurde konsequent vorangetrieben. Es ist mit einer Fertigstellung 2022/2023 zu rechnen.

2.2.2 Geschäftsverlauf Aviation

Erholung der Verkehrszahlen im zweiten Corona-Jahr im Vergleich zum Vorjahr

Zu-/Abnahme
Rundungsbedingte Abweichungen möglich 2021 2020 Absolut Relativ
Flugbewegungen 153.097 146.833 6.264 4,3 %
Passagier:innen (in Millionen) 12,5 11,1 1,4 12,4 %
Luftfrachtumschlag (in Tonnen) 166.713 145.113 21.600 14,9 %
Luftpostumschlag (in Tonnen) 6.594 5.815 779 13,4 %

104 Mit 12,5 Millionen Passagier:innen (+12,4 %) und 153.097 (+4,3 %) Flugbewegungen konnte der Flughafen München das Verkehrsergebnis des ersten Corona-Jahres übertreffen. Allerdings liegen die Verkehrszahlen noch weit unter den Ergebnissen des letzten regulären Betriebsjahres 2019: passagierseitig um rund -74 %, bei den Flugbewegungen um circa -63 % und bei der Luftfracht um circa -48 %. Die negativen Einflüsse der Corona-Pandemie sind also bei Weitem noch nicht ausgestanden.

105 Anders als im Vorjahr wirkten die Corona-Beschränkungen bereits ab Jahresbeginn. Mit den Osterferien und vor allem ab Pfingsten setzte, einhergehend mit Reiseerleichterungen, eine spürbare Erholung bis in den Winterflugplan ein. Die starke Zunahme der Corona-Fallzahlen ab Mitte Oktober sowie erneute verschärfte Reiseauflagen und die Sorge um die Ende November aufgetretene "Omikron-Variante" dämpften die Verkehrsentwicklung zum Jahresausgang.

Flugbewegungen in Tausend nach Kalenderwochen 2019/2020/2021 (gewerblicher Verkehr)

106 Im Jahr 2021 war der Langstreckenverkehr von den weltweiten Reisebeschränkungen am stärksten betroffen. Ab der zweiten Jahreshälfte erholte sich dieses Segment langsam. Der USA-Verkehr litt zunächst unter den einseitigen Einreisebeschränkungen für EU-Bürger:innen, zog aber im November nach deren Lockerung deutlich an. Extrem eingeschränkt blieben die Verbindungen nach Asien. In Summe blieb die Langstrecke mit 1,2 Millionen Passagier:innen (-31 %) hinter dem Vorjahr zurück, zu 2019 waren es sogar -86 %.

107 Der innerdeutsche Verkehr war anfänglich die Stütze des Verkehrsaufkommens mit stabiler Nachfrage, verlor jedoch im Jahresverlauf seine Spitzenposition an den kontinentalen Verkehr. Die Einführung der 3G-Regelung für Passagierinnen im innerdeutschen Markt verschärfte ein weiteres Mal die Rahmenbedingungen. Das führte zu Passagierrückgängen von -10 % zum Vorjahr. Verglichen mit 2019 stehen die erzielten 2,3 Millionen Inlandspassagier:innen für einen Rückgang von -76 %.

108 Da im Jahresverlauf die europäischen Reisebeschränkungen immer mehr reduziert wurden, nahm der kontinentale Luftverkehr in München wieder an Fahrt auf und entwickelte sich zum erfolgreichsten Segment mit einem Plus von knapp +32 %. Trotzdem bedeuten 9 Millionen Passagier:innen ein Minus von fast -70 % im Vergleich zum Ergebnis des Jahres 2019. Erst gegen Jahresende, als zahlreiche Länder mit erneuten Reisebeschränkungen auf steigende Fallzahlen reagierten, ließ diese Dynamik nach.

109 Im Jahresverlauf stabilisierten sich Passagier- und Umsteigeverkehr durch erweiterte Angebote und die damit einhergehende verbesserte Konnektivität. Dies manifestierte sich insbesondere ab Ende September mit der Wiedereinführung des vierten Umsteigeknotens durch die Deutsche Lufthansa. Im Jahresvergleich lag der Umsteigeranteil mit 36 % über dem Wert des Vorjahres (34 %), jedoch unter dem des Jahres 2019 (38 %). Im Dezember 2021 erreichte der Umsteigeranteil sogar den Spitzenwert von 48 % und untermauert die Stärke und Bedeutung des Hub-Verkehrs am Standort München.

Passagiere in Millionen nach Kalenderwochen 2019/2020/2021 (gewerblicher Verkehr)

110 Die Luftfracht blieb auch im zweiten Jahr der Pandemie eine wichtige Stütze der Verkehrsentwicklung und konnte im Vergleich zum Vorjahr ein deutlich besseres Ergebnis (+14,9 % und 166.713 Tonnen gewerblichen Luftfrachtumschlag) ausweisen. Die weltweite Disruption der Verkehrsströme, vor allem der Containerschifffahrt, steigerte die Nachfrage nach Luftfracht. Der Sonderstatus Münchens als Passagierdrehkreuz mit einem historisch hohen Anteil der Beiladefracht von über 80 % dämpfte diesen Effekt jedoch erheblich. Dieses Angebot brach mit dem pandemiebedingten weitgehenden Entfall der Passagierlangstrecke im Prinzip weg. Daher ging die Beiladefracht im Vergleich zum Vorjahr um -0,4 % auf 94.519 Tonnen nochmals leicht zurück. Die auf reinen Frachtmaschinen transportierte Nurfracht füllte die große Angebotslücke und wuchs mit 43,7 % auf 72.194 Tonnen massiv. Die Proportionen verschoben sich stark und der Anteil der Beiladefracht am Frachtaufkommen lag im Jahr 2021 nur noch bei 57 %.

111 Der Luftpostumschlag wuchs auf rund 6.594 Tonnen (+13,4 %), liegt aber weiterhin mit -64,2 % unter dem Ergebnis von 2019.

112 Im Vergleich mit den in der ADV organisierten Flughäfen entwickelte sich der Flughafen München zum Vorjahr trotz steigender Verkehrszahlen leicht unterdurchschnittlich. In der Krise bündelte die Deutsche Lufthansa ihre Verkehre am Drehkreuz Frankfurt, daher war München als zweites Drehkreuz besonders betroffen. Im Lauf des zweiten Halbjahres konnte der Flughafen München jedoch aufholen und lag im Dezember sogar über dem ADV-Schnitt, da die Deutsche Lufthansa auch in München ihr Angebot wieder ausbaute.

113 Im Cargo-Verkehr profitierten vor allem die reinen Frachtairports mit 24-Stunden-Betrieb sowie der Flughafen Frankfurt als Heimatbasis von Lufthansa Cargo.

Verkehr 2021 34 ADV München
Bewegungen (gesamter Verkehr) +11,4 % +4,3 %
Passagier:innen (gewerblicher Verkehr) +23,0 % +12,4 %
Cargo (Luftfracht und Luftpost inklusive Transit) +16,9 % +14,8 %

114 Die Rangfolge der passagierreichsten europäischen Flughäfen ist seit Pandemiebeginn extremen Verwerfungen ausgesetzt. Der ehemals verkehrsreichste Flughafen London-Heathrow fiel beispielsweise temporär aus den Top Ten. Der Flughafen München war ebenfalls stark betroffen und rutschte im Jahresverlauf auf Platz 20 ab, konnte jedoch zum Jahresende eine Verbesserung auf Rang 16 erreichen. Insbesondere Flughäfen in Russland und der Türkei waren aufgrund des starken Inlandsaufkommens weniger betroffen. Somit rangierten zum Jahresende unter den Top Ten fünf Flughäfen aus diesen Ländern. 35

115 Um notwendige Einspareffekte zu erzielen, wurde die Nutzung der Terminalinfrastruktur an das schwankende Passagieraufkommen und geltende Abstandsregelungen angepasst. Bis zum 1. Dezember 2021 war der Terminal 2-Satellit geschlossen. Die anschließende Teilöffnung beruhte auf der dort durchgeführten Sonderkontrolle für USA-Flüge. Das Terminal 1 war vom 1. Dezember 2020 bis zum 22. Juni 2021 geschlossen.

116 Da sich die pandemiebedingten Verkehrsrückgänge auch im Jahr 2021 fortsetzten, nutzte der Flughafen München die Situation, um grundlegende Sanierungsmaßnahmen am Start- / Landebahnsystem vorzunehmen. Entsprechende Maßnahmen hätten sonst in den kommenden Jahren nachts und mit erheblich höherem Kostenaufwand durchgeführt werden müssen.

Bodenabfertigungsdienstleistungen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld

117 Das Jahr 2021 war für die beiden Tochtergesellschaften AE München und AE Berlin, wie für die gesamte deutsche Luftverkehrsbranche, in der ersten Jahreshälfte durch geringe Abfertigungszahlen infolge der weltweiten Coronavirus-Pandemie gekennzeichnet.

118 Am Flughafen München gibt es zwei Bodenabfertigungslizenzen. Eine davon ist fest an die Tochtergesellschaft AeroGround Flughafen München GmbH (AE München) vergeben. 2021 verzeichnete die AE München einen Abfertigungsmengenanstieg von 10,4 %. Der Marktanteil stieg um 3,9 Prozentpunkte und lag damit im Jahresdurchschnitt 2021 bei 55,1 %. Dies lässt sich unter anderem auf eine Verschiebung des Marktanteils bei der Deutschen Lufthansa zurückführen, was auch einen höheren Marktanteil im Terminal 2 zur Folge hatte.

119 Auch im Terminal 1 ergab sich aus der stärkeren Erholung der Kunden im Vergleich zum Wettbewerber Swissport-Losch ebenfalls ein geringfügig gestiegener Marktanteil.

120 AE Berlin fertigte im Berichtsjahr 17.661 Turnarounds ab (2020: 10.077 Turnarounds). Der Marktanteil am Standort Berlin stieg im Vergleich zum Vorjahr im Passagierverkehr auf 43 % (2020: 24 %) und im Frachtverkehr auf 18 % (2020: 3 %). Der Anstieg der Marktanteile ist auf die beiden neu gewonnen Großkunden Lufthansa Group und Eurowings zurückzuführen, die AE Berlin ab der Eröffnung des neuen Flughafens BER im November 2020 übernommen hat.

34 ADV, ADV-Monatsstatistik 12/2021, Januar 2022
35 Airports Council International u. Eigenerhebung, Februar 2022

2.2.3 Geschäftsverlauf Commercial Activities

121 Im Vergleich zum Vorjahr blieben die Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Commercial Activities aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Pandemie und dem dadurch weiterhin geringen Passagieraufkommen auf Vorjahresniveau. Aufgrund der Passagiereinbrüche wurden am Flughafen München bereits 2020 Terminalbereiche geschlossen, die 2021 sukzessive wieder öffneten:

am 26. März Eröffnung Check-in-Bereich im Zentralgebäude sowie am 19. Mai Check-in im Modul C.

Wiedereröffnung der Abflugbereiche im Terminal 1, Module B, C und , das Modul A ab 23. Juni in Peak-Zeiten.

am 1. Dezember Teilöffnung des Terminal 2-Satelliten

122 Im Geschäftsjahr gab es keine angeordneten Schließungen der Einzelhandels- und Gastronomieeinheiten. Im ersten Halbjahr oblag es den Mietern selbst zu entscheiden, ob sie mit Blick auf die Passagierprognosen ihre Einheiten öffneten. Ab dem 30. Juli wurde eine eingeschränkte Betriebspflicht in den Kernbereichen von 7:30 bis 16 Uhr eingeführt.

123 Um die Belastung für die Mieter zu reduzieren und diese langfristig am Standort München zu halten, erfolgten primär für den passagierabhängigen Einzelhandel beziehungsweise die Gastronomie und differenziert nach der Art und Umfang der Einschränkungen, soweit rechtlich zulässig und geboten, in Einzelfällen Anpassungen der Mieten beziehungsweise der Mietverträge analog 2020.

Einzelhandel - Umsatzentwicklung stärker eingebrochen als die Passagierzahlen

124 Trotz der gestiegenen Passagierzahlen und der schrittweisen Öffnung von Terminalbereichen sind die Umsatzerlöse im Einzelhandel unterproportional gestiegen. Hier enthalten ist der 2021 eingetretene ganzjährige Effekt der Corona-Krise.

Gastronomie und Hotel leiden weiterhin unter der Pandemie

125 Die aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen eingebrochenen Umsätze in den Restaurants und Bars sind absolut und pro Passagier:in betrachtet gegenüber dem Vorjahr trotz Ganzjahreseffekt der Krise leicht gestiegen.

126 Das Hotel verzeichnete wegen der gesunkenen Nachfrage nach Übernachtungen und Konferenzen abermals Umsatzrückgänge. Die Zeit konnte für Modernisierungsmaßnahmen genutzt werden. Bei den Skytrax Awards 2020 wurde das 5-Sterne-Hotel im Zentralbereich des Flughafens München als zweitbestes Flughafenhotel in Europa ausgezeichnet. 36 Dieser Award wurde 2021 aufgrund der Pandemie ausgesetzt. 37

Parken - Nachfrage steigt mit Passagieraufkommen

127 Die Passagierentwicklung am Flughafen München hat einen starken Einfluss auf das Parkgeschäft. Zwar ist der Anteil an Anreisen mit Auto beziehungsweise Carsharing gegenüber dem Geschäftsjahr 2020 gestiegen, dies aber nur bei einer sehr geringen absoluten Menge. Das nicht direkt passagierabhängige Geschäftsfeld Mieterparken verzeichnete leichte Umsatzrückgänge.

36 SKYTRAX, World's Best Airport Hotels 2020, Dezember 2020
37 SKYTRAX, World's Best Airport Hotels 2021, Dezember 2021

Werbung - herausforderndes Marktumfeld

128 Entgegen dem Branchentrend im Jahr 2021 sind die Umsätze am Flughafen aufgrund der geringen Passagiermenge und des damit weniger attraktiven Werbestandorts gesunken. Zusätzlich reduzierte sich aufgrund der 2021 teilweise andauernden Terminalschließungen die Zahl der langfristigen Verträge (unter anderem Fluggastbrücken, Raucherlounges).

2.2.4 Geschäftsverlauf Real Estate

Fortlaufende Standort- und Immobilienentwicklung

129 Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zeigten sich auch im Bereich Real Estate. Diverse geplante Bauprojekte sind weiterhin gestoppt oder zurückgestellt. Bei laufenden Projekten meldeten die bauausführenden Firmen Mehrkosten und Behinderungen an. Insgesamt liegt das Ergebnis dennoch in etwa auf Vorjahresniveau. Während die Mieterlöse leicht sanken, wurde durch Maßnahmenschiebung sowie -priorisierung bei Umbau und Instandhaltung eine Reduzierung der Kosten erreicht. Die seitens diverser Mieter 2020 und 2021 gestellten Anfragen zu Zahlungszielverlängerungen und Mietminderungen konnten einvernehmlich geklärt werden.

130 Die Entwicklung des Zukunftsprojekts LabCampus auf dem Areal AirSite West schreitet voran. Im Vorjahr erfolgte der Baubeginn der ersten beiden Bürogebäude, deren Fertigstellung für 2022/2023 geplant ist. Die Vermarktungsaktivitäten zeigten erste Erfolge.

131 Zur besseren Anbindung der AirSite West waren weitreichende Erschließungsmaßnahmen erforderlich. Diese konnten im Jahr 2021 fertiggestellt werden.

132 Im Zusammenhang mit dem Erdinger Ringschluss wurden im östlichen Areal des Flughafens die Tunnelbauarbeiten fortgesetzt, um die Erreichbarkeit des Flughafens auf der Schiene zu verbessern. Der bestehende Tunnel, der derzeit auf der Höhe des Satellitengebäudes des Terminals 2 endet, wird in östlicher Richtung um rund 1,5 Kilometer verlängert und um ein 300 Meter langes Rampenbauwerk, über welches die Züge wieder an die Oberfläche gelangen, ergänzt. Die FMG schloss den Tunnelrohbau im Jahr 2021 ab. Nun rüstet die DB Netz AG diesen mit den für den Zugverkehr notwendigen technischen Ausstattungen aus.

133 Der Flughafen München baut derzeit einen neuen Flugsteig am Terminal 1. Die Erweiterung dient einerseits der Verbesserung der Abfertigungsqualität bei Großraumflugzeugen und Non-Schengen-Passagier:innen, die durch eine veränderte Verkehrsstruktur dringend erforderlich wurde. Zudem ergab sich aufgrund wesentlich gestiegener Anforderungen an die Sicherheitskontrollen seit der Eröffnung des Terminals 1 im Jahr 1992 die Notwendigkeit, Personen- und Warenkontrollen auszubauen. Mit der Erweiterung um diesen Flugsteig kann die Abfertigungsqualität im Terminal 1 den Ansprüchen der Passagiere, Airlines und Behörden wieder gerecht werden.

134 Das Gesamtkonzept für die Erweiterung sieht einen in drei Ebenen gegliederten Baukörper vor, der sich aus einem an das Terminal 1 angrenzenden Kerngebäude und einem Flugsteig zusammensetzt. Dieser wird mit den bestehenden Modulen A und B verbunden sein und rund 320 Meter in das westliche Vorfeld des Flughafens München hineinreichen. An dem Flugsteig können dann bis zu zwölf Flugzeuge andocken. Die Gesamtfläche der Erweiterung inklusive der Umbauten im bestehenden Ankunftsbereich B beträgt rund 95.000 Quadratmeter. Die Rohbauarbeiten wurden 2021 weitestgehend abgeschlossen. Die Arbeiten an den Fassaden und dem Dach wurden 2021 gestartet. Die vier Verbindungsbrücken zum Terminal 1 sind beauftragt. 2022 sollen die Ausschreibungen für den Innenausbau und die Haustechnik erfolgen, der Beginn des Innenausbaus ist ab Q1 2023 geplant.

135 Um sowohl den bereits am Flughafen München tätigen als auch neuen Mitarbeitenden geeigneten Wohnraum zur Verfügung stellen zu können, werden seit 2019 Wohnobjekte unterschiedlichster Beschaffenheit angemietet. Zusätzlich sind Wohnhäuser, die dem Flughafen gehören, renoviert und zu Wohnheimen umgebaut worden. Auch das Ende 2019 in Hallbergmoos eröffnete Hotel für Mitarbeitende mit 196 Betten steht weiterhin zur Verfügung. Aufgrund der aktuellen Personalpolitik (Einstellungsstopp, Altersteilzeit- und Freiwilligenprogramm) besteht derzeit kaum Nachfrage von Mitarbeitenden. Dennoch soll das Projekt "FMG und Wohnen" als Instrument des HR-Marketings langfristig fortgeführt werden, kurzfristig erfolgt jedoch zur Minimierung des Defizits eine Vermarktung der Wohnungen und Zimmer an Externe.

136 Im Bereich der AirSite West konnte in diesem Jahr das Parkhaus P44 mit 2.000 Stellplätzen eröffnet werden. Die voranschreitende Immobilienentwicklung in der AirSite West (LabCampus, FMG-Konzernzentrale) erfordert mehr Parkraumkapazitäten, um den Anforderungen in der Zukunft gerecht zu werden.

137 Nach erfolgreicher Standortsuche in Deutschland hat das Unternehmen Argo AI GmbH den ersten Bauabschnitt eines Forschungs- und Entwicklungsgeländes für autonomes Fahren im südlichen Bebauungsband Mitte 2021 in Betrieb genommen. Neben dem circa 55.000 m 2 großen Gelände konnte ein Mietvertrag über Werkstatt- sowie Büroflächen im derzeit im Bau befindlichen Gebäude auf dem LabCampus abgeschlossen werden. Der Bau des zweiten und damit letzten Bauabschnitts startet im Jahr 2022.

138 Die Modernisierungsmaßnahmen im Hotel Hilton gehen voran: Im November 2021 wurde die Modernisierung der Zimmer und Flure im Bettenhaus Ost abgeschlossen, derzeit sind das Bettenhaus West sowie der Tausch der Atriumdachverglasung an der Reihe. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts erfolgt voraussichtlich Ende 2022.

2.3 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

2.3.1 Ertragslage

Ergebnis nach Steuern weiterhin von der Pandemie geprägt

139 Im Geschäftsjahr 2021 konnte das Ergebnis nach Steuern (EAT) des Flughafens München um TEUR 60.105 auf TEUR -261.296 verbessert werden. Nachfolgend werden die Entwicklungen im Einzelnen erläutert.

Zu-/Abnahme
2021 2020 Absolut Relativ
TEUR TEUR TEUR %
Umsatzerlöse 601.276 579.672 21.604 3,7
sonstige Erträge 79.206 44.543 34.663 77,8
Gesamtleistung 680.482 624.215 56.267 9,0
Materialaufwand -249.702 -232.577 -17.125 7,4
Personalaufwand -419.095 -408.606 -10.489 2,6
sonstige Aufwendungen -57.501 -144.870 87.369 -60,3
EBITDA -45.816 -161.838 116.022 -71,7
Abschreibungen -239.851 -242.016 2.165 -0,9
EBIT -285.667 -403.854 118.187 -29,3
Finanzergebnis 1 -50.590 -29.566 -21.024 71,1
EBT -336.257 -433.420 97.163 -22,4
Ertragsteuern 74.961 112.019 -37.058 -33,1
EAT -261.296 -321.401 60.105 -18,7

1 hierin ist auch das Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen enthalten.

140 Die Verkehrserholung im Jahr 2021 führte zu einem Anstieg der Umsatzerlöse aus Flughafenentgelten von TEUR 164.782 auf TEUR 187.437 (+13,7 %). Nichtdestotrotz befinden sich die Umsatzerlöse auf einem geringen Niveau und sind weiterhin von der Coronavirus-Pandemie geprägt.

141 Auch die Umsatzerlöse aus Abfertigungsdiensten erhöhten sich insgesamt um TEUR 7.937 (+12,0 %), vor allem im Bereich der Dienstleistungen für Bodenabfertigungen. Alle Airlines passten immer wieder kurzfristig ihre Flugangebote an die entsprechenden Reisebeschränkungen an.

142 Die Umsatzerlöse in den anderen Bereichen entwickelten sich wie folgt:

Umsatzaufteilung (in TEUR)

143 In den übrigen Umsatzerlösen sind weltweite Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche in Höhe von TEUR 26.747 (2020: TEUR 20.247) enthalten.

144 Die sonstigen Erträge beinhalten mit TEUR 12.083 Einmaleffekte aus Wirtschaftshilfen (November- und Dezemberhilfen) im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie für eine Tochtergesellschaft.

145 Nach fast 30 Jahren Betriebszeit nimmt der Sanierungsbedarf der Bauten aus der ersten Ausbaustufe des Flughafens München weiter zu. Dementsprechend stiegen die Aufwendungen für Sanierungs-, Optimierungs- und Umbaumaßnahmen (+TEUR 19.285), vor allem im Zuge der im Jahr 2021 durchgeführten Modernisierung im Hotel. Dagegen blieben die restlichen Kosten im Materialaufwand, trotz des Anstiegs des Flugverkehrs, durch die fortgeführten Kostensenkungsmaßnahmen im Konzern auf dem Niveau des Vorjahres.

146 Der Personalaufwand des Flughafens München erhöhte sich insbesondere durch die weiteren Personalanpassungsprogramme, die im Jahr 2021 konzernweit gestartet und umgesetzt wurden. Insgesamt reduzierte sich der Mitarbeitendenbestand von durchschnittlich 9.384 auf 8.569.

147 Bereinigt um die im Vorjahr bilanzierten Aufwendungen für Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Veränderungsprogramm "Restart" (TEUR 76.868) reduzierten sich die sonstigen Aufwendungen insgesamt um 15,4 % (-TEUR 10.501) aufgrund des strikten Kostenmanagements im Konzern.

148 In den Abschreibungen (TEUR 239.851; 2020: TEUR 242.016) sind Wertminderungen von Vermögenswerten in Höhe von TEUR 31.081 (2020: TEUR 42.495) enthalten. Diese beziehen sich im Geschäftsjahr 2021 vor allem mit TEUR 26.300 auf Vermögenswerte, die durch neu abgeschlossene Mietverträge bewertet wurden. Im Vorjahr waren in den Wertminderungen vor allem mit TEUR 24.663 getätigte Planungsleistungen der dritten Start- und Landebahn, die durch die Verschiebung im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie neu zu erbringen sind, enthalten.

149 Das Finanzergebnis (inklusive Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen) verschlechterte sich um TEUR 21.024 auf TEUR -50.590. Ursächlich hierfür waren vor allem die zahlungsunwirksamen Effekte aus der Neubewertung der Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften im sonstigen Finanzergebnis.

150 In den Ertragsteuern sind tatsächliche Steueraufwendungen in Höhe von TEUR 2.587 (2020: Steuerertrag von TEUR 704) sowie latente Steuererträge von TEUR 77.548 (2020: TEUR 111.315) enthalten. Die hohen latenten Steuererträge sind im Wesentlichen auf den Ansatz von steuerlichen Verlustvorträgen zurückzuführen, da die Konzerngesellschaften davon ausgehen, in den nächsten Jahren wieder positive Ergebnisse zu erwirtschaften.

2.3.2 Vermögens- und Finanzlage

Vermögen - der Flughafen München sichert seine Liquidität im zweiten Corona-Jahr

Zu-/Abnahme
31.12.2021 31.12.2020 Absolut Relativ
TEUR TEUR TEUR %
Langfristige Aktiva 5.328.662 5.315.139 13.523 0,3
Kurzfristige Aktiva 1 164.483 213.451 -48.968 -22,9
davon Zahlungsmittelbestand 16.963 9.717 7.246 74,6
Aktiva 5.493.145 5.528.590 -35.445 -0,6
Eigenkapital 1.815.132 2.064.962 -249.830 -12,1
Übrige langfristige Passiva 2 2.754.453 2.530.126 224.327 8,9
Übrige kurzfristige Passiva 2 923.560 933.502 -9.942 -1,1
Passiva 5.493.145 5.528.590 -35.445 -0,6

1 einschließlich Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht
2 einschließlich Finanzschulden aus Personengesellschaften

151 Der Anstieg der langfristigen Aktiva (+TEUR 13.523) betraf im Wesentlichen mit TEUR 8.939 die vertraglichen Vermögenswerte sowie mit TEUR 6.984 die aktiven latenten Steuern.

152 Im Geschäftsjahr 2021 reduzierten sich die Liquiditätsreserven des Flughafens München aufgrund der Krise von TEUR 67.985 auf TEUR 34.984. Der Bestand zum Jahresende resultierte aus der Neuaufnahme von Finanzmitteln zur Liquiditätssicherung, die in den kurzfristigen Aktiva enthalten sind. Darüber hinaus reduzierten sich die sonstigen Vermögenswerte (-TEUR 13.523) auf TEUR 19.263, bedingt durch die im Vorjahr höhere Forderungen gegen das Finanzamt.

153 Die Veränderung des Eigenkapitals auf TEUR 1.815.132 resultiert im Wesentlichen aus dem Konzernjahresfehlbetrag des laufenden Geschäftsjahres von TEUR 261.296.

154 Der Anstieg der langfristigen Schulden auf TEUR 2.754.453 ist vor allem auf die Aufnahme von Finanzmitteln von insgesamt TEUR 425.000 zur Liquiditätssicherung zurückzuführen.

155 In den kurzfristigen Schulden sind Tilgungen von Darlehen enthalten, die im Geschäftsjahr 2022 fällig werden. Insgesamt beträgt der Saldo zum Stichtag TEUR 172.673 (Vorjahr: TEUR 212.751). Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten um TEUR 33.409 auf TEUR 145.006.

Kapitalstruktur - Aufnahme von Darlehen zur Liquiditätssicherung

Zu-/Abnahme
31.12.2021 31.12.2020 Absolut Relativ
TEUR TEUR TEUR %
Gezeichnetes Kapital 306.776 306.776 0 0,0
Rücklagen 90.083 133.651 -43.568 -32,6
übriges Eigenkapital 1.418.253 1.624.515 -206.262 -12,7
davon Jahresergebnis -261.296 -321.401 60.105 -18,7
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 20 20 0 0,0
davon Jahresergebnis 0 1 -1 -100,0
Eigenkapital 1.815.132 2.064.962 -249.830 -12,1
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften 348.177 334.619 13.558 4,1
Gesellschafterdarlehen 1) 523.255 512.788 10.467 2,0
Darlehen mit fester Zinsbindung 1.591.512 1.220.872 370.640 30,4
Darlehen mit variabler Zinsbindung 514.238 603.417 -89.179 -14,8
Darlehen 2.105.750 1.824.289 281.461 15,4
Derivate 1.297 16.341 -15.044 -92,1
Sonstige Schulden 699.534 786.052 -86.518 -11,0
Fremdkapital 3.678.013 3.474.089 203.924 5,9
Eigenkapitalquote 33,0% 37,3%

1) inklusive gestundete Zinsen

156 Die Eigenkapitalquote sank vor allem aufgrund des Ergebnisses des Geschäftsjahres sowie der Aufnahme von Darlehen zur Liquiditätssicherung.

157 Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten des Flughafens München können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden:

Finanzierungsart Währung Zinsbindung Restschuld Zinssatz von bis
TEUR % %
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften EUR ergebnisabhängig 348.177 - -
Gesellschafterdarlehen EUR variabel/ ergebnisabhängig 491.913 Bassiszins zzgl. Marge
Darlehen EUR variabel 516.536 3M und 6M EURIBOR zzgl. Marge
Darlehen EUR fest 1.592.366 0,16 3,46

Konditionen langfristiger Darlehen (Stand 31.12.2021)

158 Die Gesellschafterdarlehen stehen unbefristet zur Verfügung und werden anhand des Basiszinssatzes zuzüglich einer Marge verzinst.

159 Die Darlehen sind mit üblichen nicht-finanziellen Covenants, unter anderem Pari-Passu-Erklärungen, ausgestattet. Darüber hinaus bestehen weitere allgemein übliche Vereinbarungen zur Rückzahlung bei Veränderungen in der Gesellschafterstruktur. Finanzielle Covenants wurden nicht vereinbart.

160 Risiken aus Zins- und Wechselkursschwankungen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mittels Zinspayerswaps und Devisentermingeschäften. Die Zinssicherungen werden als Bewertungseinheit bilanziert.

Fixzins
Sicherungsgeschäfte Nominal von bis
% %
Zinspayerswaps TEUR 55.000 0,50 0,60
Devisentermingeschäfte 1 TEUR 2.573
Terminkurs
Sicherungsgeschäfte von bis Grundgeschäfte
EUR/ USD
Zinspayerswaps Konsortialkredite
Devisentermingeschäfte 1 1,18 1,22 erwartete Transaktionen

1 Diese Sicherungsbeziehungen werden nicht bilanziert.

Kapitalflussrechnung in TEUR

161 Aufgrund der besseren Verkehrsentwicklung sowie dem strikten Kostenmanagement im Geschäftsjahr 2021 konnte der Mittelabfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit (Vorjahr: TEUR 116.048) im zweiten Corona-Jahr deutlich reduziert werden.

162 Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ergab sich vor allem aus den Investitionen in Bauprojekte. Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 124.197 auf TEUR 248.665 insbesondere aufgrund der geringeren Aufnahme von langfristigen Finanzschulden zur Sicherung der Liquidität sowie der höheren Tilgungen von Darlehen.

Investitionen

163 Im Geschäftsjahr 2021 lagen die Investitionen in selbstgenutzte Sachanlagen am Flughafen München insgesamt bei TEUR 244.628. Dem standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 199.553 gegenüber.

164 In diesen Investitionen sind vor allem Kosten für Bauprojekte enthalten, die im Geschäftsjahr 2021 noch nicht abgeschlossen waren. Hierzu zählten unter anderem Investitionen im Zusammenhang mit der Erschließung der AirSite West inklusive dem Projekt "LabCampus", der Erweiterung und der Modernisierung des Terminals 1 sowie dem Ausbau des Bahntunnels für den Erdinger Ringschluss.

165 Zudem wurden Bauprojekte wie die Vorfelderweiterung Ost, das Parkhaus P44 und die Teststrecke für autonomes Fahren abgeschlossen und in Betrieb genommen.

166 Weitere Erläuterungen hierzu sind im Abschnitt 2.2.1 "Wichtige Ereignisse im abgeschlossenen Geschäftsjahr" zu finden.

2.4 Zielerreichung und Gesamtaussage

167 Im Vergleich zum Vorjahr und zur prognostizierten Entwicklung haben sich diese Leistungsindikatoren wie folgt entwickelt:

Ist Prognose
2020
EBT (in TEUR) -433.420
CO 2 -Einsparungen (in Tonnen) 1)2) 2.373 Rückgang
Passagiererlebnisindex 3) 78,12 unverändert
Prognose Ist
von bis 2021
% %
EBT (in TEUR) gleichbleibend -336.257 übertroffen
CO 2 -Einsparungen (in Tonnen) 1)2) -15,7 -10,7 1.083 nicht erreicht
Passagiererlebnisindex 3) 0,0 0,0 84,98 übertroffen

1) Ist-Wert CO 2 -Einsparungen 2021 ohne Einsparung durch Nutzung PCA, also nur Energieeffizienz und Bereitstellung
2) Je nach Datengrundlage werden die Einsparungen auf Basis von Messungen, Produktdatenblättern oder Leistungsangaben auf Typenschildern ermittelt und in der CO2-Datenbank dokumentiert. In Ausnahmefällen wird auf Erfahrungswerte vergleichbarer, bereits abgeschlossener und verifizierter Maßnahmen zurückgegriffen.
3) 2021 konnte bei der Gesamtzufriedenheit aus dem Passagiererlebnisindex lediglich der Wert aus der zweiten Jahreshälfte 2021 als Zielwert herangezogen werden, da nur in diesem Zeitraum Passagierbefragungen stattfanden.

Ergebnis vor Steuern (EBT)

168 Das EBT des Flughafens München im Geschäftsjahr 2021 ist weiterhin von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie geprägt. Trotz drastischer Gegensteuerungsmaßnahmen sowohl im Aufwands- als auch im investiven Bereich konnten die rückläufigen Ergebniszahlen nicht vollständig kompensiert werden. Nichtdestotrotz konnte durch ein striktes Kostenmanagement ein besseres EBT als geplant erreicht werden.

CO 2 -Einsparungen

169 Zur Erreichung der langfristigen Klimaschutzziele werden jährlich verbindliche Zielvorgaben für Bereiche und Töchter des Konzerns vereinbart. Sie beinhalten Vorgaben zur Umsetzung und Anrechnung von Effizienzmaßnahmen sowie Sonderziele zum Aufbau CO 2 -mindernder Techniken. Beispiele hierfür sind der verstärkte Einsatz der Mehrmotorentechnik in den Lüftungsanlagen der Terminals 1 und 2 sowie der Umstieg auf energieeffiziente LED-Beleuchtung. Pandemiebedingt führte unter anderem die hohe Kurzarbeitsquote in Kombination mit erheblichen Lieferverzögerungen dazu, dass die Umsetzung von CO 2 -Einsparmaßnahmen stark zurückging. Zusätzlich beeinflusst der jährlich vom Umweltbundesamt veröffentlichte Emissionsfaktor die Zielerreichung. Ein sinkender Emissionsfaktor hat zur Folge, dass für gleichbleibende CO 2 -Reduktionen mehr Einsparungen vorgenommen werden müssen. 2021 lag der Emissionsfaktor mit 0,427 kg/kWh etwa 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Passagiererlebnisindex (PEI)

170 Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete der Flughafen München gegenüber 2020 gemessen am PEI bei der Zufriedenheit der Passagier:innen einen starken Anstieg. Bedingt durch die Coronavirus-Pandemie fanden lediglich in der zweiten Jahreshälfte Passagierbefragungen statt. Der deutlich höhere Wert bei der Gesamtzufriedenheit im Vergleich zum Vorjahr ist damit zu begründen, dass zum einen die Prozesse bei verhältnismäßig geringem Verkehrsaufkommen im Vergleich zu früheren Jahren sehr stabil liefen. Zum anderen haben neue Konstellationen wie zum Beispiel ein veränderter Passagiermix (zum Beispiel weniger Vielfliegende, die die Abläufe besser beurteilen können) und die Freude darüber, wieder reisen zu können, kritische Stimmen weniger werden lassen.

171 Um den Anforderungen eines 5-Star-Airports gerecht zu werden, hat der Flughafen München auch 2021 wieder Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung umgesetzt. Diesbezüglich wurden die berührungslosen automatisierten Technologien im Terminalbereich mit der Inbetriebnahme von Self-Boarding-Gates erweitert. Diese sind neben dem Terminal 2 nun auch im Terminal 1, Modul A, vorzufinden. Zudem können Flugreisende Echtzeitinformationen über die aktuellen Wartezeiten bei der Sicherheits- und Passkontrolle auf der Flughafen-Website einsehen.

3 Nachtragsbericht

172 Die Folgen aus den militärischen Handlungen in der Ukraine seit Ende Februar 2022 sind derzeit noch nicht absehbar, könnten sich aber negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Wir verweisen auf die weiteren Erläuterungen in den Kapiteln "Prognostizierter Geschäftsverlauf" und "Risiko".

4 Ausblick, Risiken- und Chancenbericht

4.1 Ausblick

4.1.1 Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

173 Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine und ihre politischen und wirtschaftlichen Folgen stellen derzeit ein zusätzliches wesentliches Risiko für die Entwicklung der Weltwirtschaft, die Preise wichtiger Energieträger wie Öl und Gas und die weitere Erholung der gesamten Luftfahrtindustrie dar. In den nachfolgenden Erläuterungen zum Ausblick auf 2022 sind die Auswirkungen der Krise noch nicht enthalten, da diese derzeit nicht abschätzbar sind.

174 Die Weltwirtschaft befindet sich derzeit in der Erholungsphase. Das ifo-Institut prognostiziert für 2022 und 2023 ein Wirtschaftswachstum von 4,4 % beziehungsweise 3,2 %. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden die wirtschaftliche Entwicklung auch im Jahr 2022 prägen. Es ist davon auszugehen, dass in vielen Ländern noch gesundheitspolitische Maßnahmen gesetzt werden. Die wirtschaftliche Erholung wird dadurch gehemmt. Im Laufe des Jahres 2021 kam es weltweit zu Lieferengpässen, insbesondere bei wichtigen industriellen Vorprodukten. Diese haben sich bis zuletzt verstärkt und werden die Weltwirtschaft auch 2022 belasten. Anpassungen in den Produktionsabläufen, eine Verbesserung der Pandemielage und preisliche Allokationsmechanismen sollten die Situation jedoch auf absehbare Zeit entschärfen. Die Unternehmensstimmung ist in den meisten Ländern mehrheitlich optimistisch. Sehr hohe Auftragsbestände im Industriebereich dürften zudem die Investitionsdynamik beschleunigen. 38

175 Die Wirtschaftsleistung der Industrienationen dürfte laut Prognose des ifo-Instituts im Jahr 2022 mit einer Rate von 4,1 % expandieren. Für die USA wird ein kräftiges Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 4,4 % erwartet. Die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie wird dabei durch expansive fiskalpolitische Impulse gestützt. Weiterhin bestehende Lieferengpässe bremsen jedoch die US-amerikanische Industrieentwicklung. Für das Vereinigte Königreich wird mit 5,1 % für 2022 ebenfalls ein hohes Wirtschaftswachstum prognostiziert. Dienstleistungsbereich und privater Konsum werden aufgrund der kaum mehr vorhandenen Corona-Maßnahmen nur mehr marginal von den Folgen der Pandemie belastet. Die industrielle Entwicklung wird jedoch 2022 noch durch Lieferengpässe gehemmt. Infolge des Brexits kommt es in einigen Bereichen zu Arbeitskräfteengpässen. 39

176 Die Gruppe der Schwellenländer wird 2022 laut Prognose insgesamt ein Wirtschaftswachstum von 4,9 % erzielen. Die chinesische Volkswirtschaft dürfte 2022 nach einer bisher starken Erholung lediglich mit einer Rate von 5,1 % zulegen. Lieferschwierigkeiten bei industriellen Vorprodukten, eine weniger expansiv ausgerichtete Geld- und Fiskalpolitik sowie ein härterer Kurs bei der Regulierung verschiedener Wirtschaftsbereiche bremsen die konjunkturelle Dynamik in China. Indien war im Frühjahr 2021 besonders stark von einer Infektionswelle des Coronavirus (Delta-Variante) betroffen. Dies führte zu einer Unterbrechung der wirtschaftlichen Erholung, die sich nun aber fortsetzen dürfte. Die prognostizierte Wachstumsrate Indiens ist mit 9,7 % dementsprechend hoch. 40

38 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021
39 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2021/22, November 2021
40 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2021/22, November 2021

177 In der Eurozone wird die Wirtschaftsleistung 2022 um voraussichtlich 3,9 % zulegen. Neben den bereits genannten Lieferengpässen wird die Konjunktur durch das in den Herbst- und Wintermonaten verstärkte Infektionsgeschehen belastet. Seit Herbst 2021 zeigte sich in weiten Teilen Europas bereits eine steigende Infektionsdynamik. Viele Länder haben daher ihre gesundheitspolitischen Maßnahmen wieder verstärkt. Es ist davon auszugehen, dass die Wirtschaft des Euroraums dadurch vor allem im ersten Quartal 2022 belastet wird. Wirtschaftliche Schäden werden aber meist durch staatliche Stützungsmaßnahmen abgefedert. In den Sommermonaten dürfte es daher analog zum Vorjahr zu einer kräftigen Erholung kommen. Das ifo-Institut rechnet in Frankreich für 2022 mit einer Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,5 %. Für Italien und Spanien werden Wachstumsraten von 4,4 % beziehungsweise 5,5 % prognostiziert. 41

178 Die deutsche Volkswirtschaft wird 2022 laut Prognose um 3,7 % expandieren. Aufgrund des hohen Industrieanteils wird die konjunkturelle Lage in der Bundesrepublik besonders durch die anhaltenden Lieferengpässe belastet. Der Anteil der Unternehmen, deren Produktion dadurch behindert ist, liegt derzeit auf einem historisch hohen Niveau. Dies ist auch eine der entscheidenden Triebfedern für die aktuell hohe Inflationsrate. Anpassungen in Produktionsabläufen, eine Entschärfung der Pandemielage und preisliche Allokationsmechanismen dürften die Situation allerdings bis Ende 2022 entschärfen. Für 2022 wird eine Inflationsrate von 3,3 % prognostiziert. 2023 dürfte sich dann bei einer Inflationsrate von 1,8 % eine Normalisierung beim Anstieg der Verbraucherpreise einstellen. Der Dienstleistungsbereich wird vor allem im ersten Quartal 2022 durch Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie belastet. Anders als im Vorjahr ist allerdings nicht von flächendeckenden Schließungen auszugehen. Im Sommerhalbjahr ist dann mit einer deutlichen Erholung des Dienstleistungsbereichs zu rechnen. Ebenso wird die Erholung am Arbeitsmarkt wohl im ersten Quartal stagnieren und dann wieder an Fahrt gewinnen. Insgesamt dürfte die Arbeitslosenquote von jahresdurchschnittlich 5,7 % im Jahr 2021 auf 5,2 % im Jahr 2022 fallen. Die Finanzpolitik wird 2022 weiterhin expansiv ausgerichtet bleiben, allerdings weniger stark als noch im Vorjahr. 2023 dürften dann die pandemiebedingten Maßnahmen auslaufen und damit keine fiskalische Relevanz mehr besitzen. 42

179 Der Ölpreis (Marke Brent) stieg 2021 im Vergleich zum Krisenjahr 2020 deutlich an. Im Jahr 2021 lag der Ölpreis im Jahresdurchschnitt bei 70,40 USD je Barrel (2020:41,80 USD je Barrel). Das ifo-Institut ging bis zum Ausbruch der Ukraine-Krise davon aus, dass der Ölpreis im Jahr 2022 sein Niveau nur marginal auf 71,80 USD je Barrel erhöht. 43 Derzeit gehen Marktteilnehmer angesichts des Ukraine-Konflikts von einer anhaltend hohen Volatilität aus.

180 Die demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Bayern und vor allem im Flughafeneinzugsgebiet lassen trotz kurzfristiger Einbrüche mittel- bis langfristig eine weitere starke Zunahme der Verkehrsnachfrage am Flughafen München erwarten. Nach den Ergebnissen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik wird die Einwohnerzahl Bayerns bis zum Jahr 2040 gegenüber 2020 um 3,9 % wachsen. Insbesondere in der Region München wird mit einer starken bis sehr starken Bevölkerungszunahme gerechnet. In der Landeshauptstadt München wird von 8,2 % ausgegangen; der Landkreis München dürfte um 6,9 % zulegen. Vier der am stärksten wachsenden Landkreise befinden sich zudem im nahen Einzugsgebiet des Flughafens München. Für die Landkreise Ebersberg und Dachau wird ein Wachstum von 10,3 % beziehungsweise 10,5 % prognostiziert, für die Landkreise Pfaffenhofen a. d. Ilm und Landshut 11,3 % beziehungsweise 11,8 %. 44

41 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021
42 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021
43 ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021
44 Bayrisches Landesamt für Statistik, Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2040, Januar 2022

181 Der weltweite Luftverkehrsmarkt leidet stark unter der Coronavirus-Pandemie. Die Aussichten für die nähere Zukunft sind weniger positiv als die anderer Branchen. Die weiterhin bestehenden Reisebeschränkungen stellen nach wie vor eine erhebliche Belastung dar. Während der Krise konnte der Luftverkehr jedoch seine Systemrelevanz unter anderem durch den Transport medizinischer Güter beweisen. Die IATA ging bis zum Ausbruch der Ukraine-Krise davon aus, dass sich die weltweite Luftverkehrsnachfrage 2022 weiter erholen und weltweit bei 61 % des Vorkrisenniveaus liegen wird. Während für den Inlandsverkehr eine Erholung auf 93 % prognostiziert wird, dürfte sich der internationale Luftverkehr deutlich verhaltener entwickeln und daher 2022 lediglich 44 % seines Vorkrisenniveaus erreichen. 45

4.1.2 Prognostizierter Geschäftsverlauf

182 Die Luftfahrtindustrie ist bis heute stärker und unmittelbarer als andere Branchen von den Folgen der Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Weltweit verhalten sich die Coronavirus-Fallzahlen von Staat zu Staat unterschiedlich. Nichtdestotrotz geht der Flughafen München für das Jahr 2022 von einer deutlichen Erholung aus, nachdem sich die Reisenachfrage im Jahr 2021 positiv entwickelte. Aktuell rechnet der Konzern mit Passagierzahlen, die sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Das erwartete Passagieraufkommen liegt damit bei rund zwei Dritteln des Vorkrisenniveaus von 2019.

183 Nach derzeitiger Einschätzung rechnet die Geschäftsführung damit, im Jahr 2024 das Verkehrsvolumen aus 2019 wieder zu erreichen. Diese Annahme ist jedoch weiterhin mit großer Unsicherheit verbunden und hängt stark davon ab, wie schnell die Pandemie weltweit eingedämmt werden kann, insbesondere durch eine globale Anwendung von Impfstoffen. Weltweit sind die Impfquoten aber noch nicht ausreichend hoch, so dass neue Virusvarianten entstehen könnten. Wenn diese wieder zu steigenden Inzidenzzahlen und umfangreichen Reiserestriktionen führen sollten, dann würde daraus eine "wesentlich" negative Auswirkung auf den Geschäftsverlauf, die Ertragslage und alle finanziellen Kennzahlen im Konzern resultieren.

184 Der Flughafen München geht davon aus, dass die Folgen der Krise die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns auch im Jahr 2022 in allen Geschäftsfeldern noch nachhaltig beeinflussen werden. Inwiefern die Folgen des militärischen Konflikts zwischen Russland und der Ukraine und der bereits verhängten Sanktionsmaßnahmen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hat, ist derzeit nicht abschätzbar.

185 In Abhängigkeit vom weiteren Verlauf des Kriegs in der Ukraine sowie der Coronavirus-Pandemie sind Abweichungen von der nachfolgenden gegebenen Prognose möglich.

186 Bezüglich der Erlöse aus Flughafenentgelten geht die Geschäftsführung von einer Steigerung analog zur Verkehrsentwicklung aus, unter Bezugnahme auf die neu abgeschlossene mehrjährige Entgeltrahmenvereinbarung.

187 Die Umsätze im Einzelhandel werden sich analog zur Erholung des Verkehrs ebenfalls positiv entwickeln. Im Gegensatz zu 2021 wird für 2022 die ganzjährige Öffnung aller Shops angenommen.

188 Für die Umsätze aus Gastronomie und Hotel sowie aus Abfertigungsdiensten, Parken und Werbung wird ein im Vergleich zur Verkehrsentwicklung unterproportionales Wachstum angenommen.

189 Bei den Umsätzen aus Vermietung und Verpachtung wird im Vergleich zu 2021 eine im Wesentlichen konstante Entwicklung erwartet.

45 IATA, Losses Reduce but Challenges Continue - Cumulative $201 Billion Losses for 2020-2022, 4. Oktober 2021

190 Die übrigen Umsätze, zu denen unter anderem Durchsatzentgelte für die Flugbetriebsstoffversorgung, Umsätze für Versorgungsleistungen und Treibstoffe sowie weltweite Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche gehören, entwickeln sich deutlich unterproportional zum Verkehrswachstum, hängen von diesem aber auch nur bedingt ab.

191 In Summe rechnet die Geschäftsführung in etwa mit einer Verdopplung der Umsätze gegenüber dem Jahr 2021.

192 Der Materialaufwand dürfte im Vergleich zu den Umsätzen in Summe unterproportional steigen. Die darin enthaltenen Instandhaltungs- und Umbaumaßnahmen werden zunehmen, bedingt durch entsprechende Nachholeffekte aus den Jahren 2020 und 2021 sowie unter anderem im Zusammenhang mit einer Modernisierung im Hotel Hilton.

193 Der Personalaufwand im Konzern wird in etwa um ein Fünftel steigen. Hauptgrund dafür ist einerseits die nur noch reduzierte Förderung von Kurzarbeit durch die öffentliche Hand und andererseits die verringerten Kurzarbeitsquoten 2022 wegen der wieder steigenden Inanspruchnahme des Personals für Projekte und betriebsrelevante Prozesse und Aufgaben. Diesem aufwandserhöhenden Effekt stehen aber auch aufwandsreduzierende Effekte entgegen. Durch natürliche Fluktuation, Verrentung und das Veränderungsprogramm "Restart" wird die Anzahl der Beschäftigten im Konzern im Jahresdurchschnitt verglichen mit dem Vorjahr sinken. Aufwandsreduzierend wirkt außerdem der in Teilen des Konzerns angewendete Notlagentarifvertrag für die deutschen Flughäfen.

194 Auch die sonstigen Aufwendungen werden voraussichtlich im Zuge der geschäftlichen Belebung steigen.

195 Die Abschreibungen werden sich aufgrund von im Jahr 2021 vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte verringern.

196 Beim Finanzergebnis wird eine Verschlechterung aufgrund der jährlichen Aufzinsungseffekte im Zusammenhang mit den Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften erwartet.

197 Vor dem Hintergrund der im Vergleich zum Vorkrisenniveau weiterhin eher niedrigen Umsatzerlöse und der nur bedingt möglichen Gegensteuerung auf der Aufwandsseite (Reduzierung der Ausgaben auf das betriebsnotwendige und gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß), geht der Flughafen München davon aus, dass im Geschäftsjahr 2022 auch nach Umsetzung umfangreicher Gegenmaßnahmen das Ergebnis vor Steuern (EBT) weiterhin negativ sein wird.

198 Die Geschäftsführung unternimmt massive Anstrengungen, die Liquidität zu sichern beziehungsweise zusätzliche finanzielle Flexibilität zu schaffen. Dies erfolgt über Einsparungen bei sämtlichen Kosten und Investitionen. So werden zum Beispiel verschiebbare Bauprojekte, welche nicht betriebsnotwendig oder von großer strategischer Relevanz sind, in die Zukunft verschoben. An strategischen Projekten wie dem Flugsteig T1 und LabCampus hält die Geschäftsführung auch weiterhin fest. Die Ergebnisse des Programms "Restart" werden in 2022 und auch in den Folgejahren umgesetzt, was insbesondere reduzierende Maßnahmen im personellen Bereich durch Vorruhestandsregelungen und Freiwilligenprogramme beinhaltet.

199 Bezüglich sich abzeichnender Liquiditätsbedarfe steht der Flughafen München in ständigem Austausch mit seinen Hausbanken. Im Laufe des Jahres 2022 wird die Verkehrs-, Ergebnis- sowie Liquiditätsprognose kontinuierlich aktualisiert und in Abhängigkeit von der weiteren Krisenentwicklung entschieden, wann und in welchem Umfang eine Erhöhung der existierenden Kreditlinien initiiert und gegebenenfalls neue Mittel aufgenommen werden müssen. Damit ist sichergestellt, dass der Konzern jederzeit über die notwendige Liquidität verfügt.

200 Der angenommene Liquiditätsverbrauch setzt voraus, dass die Gegenmaßnahmen bei den Aufwendungen, Investitionen und im personellen Bereich realisiert werden, der Verkehr sich wieder erholt und das erwartete Niveau erreicht. Treten diese Prämissen nicht in der dargestellten Form ein, kann dies zu einem höheren Liquiditätsbedarf und infolgedessen zu einem früheren Verbrauch der bestehenden Liquiditätsreserven führen. Dieser gegebenenfalls höhere Liquiditätsbedarf kann durch den Flughafen München aus heutiger Sicht auf dem Kapitalmarkt gedeckt werden.

201 Prognostizierte bedeutsamste finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren:

2021 2022
Ist Prognose
von bis
% %
EBT (in TEUR) -336.257 Anstieg 50,0 90,0
CO 2 -Einsparungen (in Tonnen) 1)2) 1.083 Anstieg 88,0 93,0
Passagiererlebnisindex Gesamtzufriedenheit 3) 84,98 unverändert 0,0
Unfallhäufigkeitsrate (LTIF) 4) Rückgang -3,0

1) Ist-Wert CO 2 -Einsparungen 2021 ohne Einsparung durch Nutzung PCA, also nur Energieeffizienz und Bereitstellung
2) Je nach Datengrundlage werden die Einsparungen auf Basis von Messungen, Produktdatenblättern oder Leistungsangaben auf Typenschildern ermittelt und in der CO 2 -Datenbank dokumentiert. In Ausnahmefällen wird auf Erfahrungswerte vergleichbarer, bereits abgeschlossener und verifizierter Maßnahmen zurückgegriffen.
3) 2021 konnte bei der Gesamtzufriedenheit aus dem Passagiererlebnisindex lediglich der Wert aus der zweiten Jahreshälfte 2021 als Zielwert herangezogen werden, da nur in diesem Zeitraum Passagierbefragungen stattfanden.
4) Als Vergleichszeitraum wurde 2019 (LTIF: 21,96) herangezogen

Ergebnis vor Steuern (EBT)

202 Insgesamt rechnet der Flughafen München mit einem deutlich verbesserten EBT, welches aber immer noch negativ sein wird. Die genaue Entwicklung ist vor allem vom Fortgang der Corona-Pandemie abhängig und derzeit nur schwer abzuschätzen. Damit bleibt der Flughafen München auch 2022 deutlich hinter dem Rekordjahr 2019 vor der Krise zurück.

CO 2 -Einsparungen

203 Bei den CO 2 -Einsparungen wird nach dem starken Rückgang 2021 mit einem beträchtlichen Anstieg im Jahr 2022 gerechnet. Aufgrund von Lieferverzögerungen werden für 2021 geplante und bereits begonnene Maßnahmen teilweise erst im Jahr 2022 fertiggestellt. Für das Jahr 2022 werden zusätzliche Einsparungen aus Effizienzmaßnahmen angestrebt. Die geplanten Maßnahmen sollen vor allem den Energiebedarf bei Beleuchtung und Raumlufttechnik verringern.

Passagiererlebnisindex (PEI)

204 Der Prognosewert von 84,98 beim Passenger-Experience-Index (PEI) für das Jahr 2022 wird auf dem Niveau des Jahres 2021 angesetzt, da die Auswirkungen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie auf den PEI derzeit nicht eingeschätzt werden können. Für das Jahr 2022 wird grundsätzlich erwartet, dass sich die Passagierentwicklung des zweiten Halbjahres 2021 fortsetzt.

Unfallhäufigkeitsrate (LITF)

205 Aufgrund der derzeitigen Corona-Lage und deren Auswirkungen auf den Flugverkehr, ist die aktuelle Entwicklung bei der Unfallhäufigkeitsrate (LITF) schwer vorhersehbar. Die Prognose der Unfallzahlen für 2022 orientiert sich an den prognostizierten geleisteten Arbeitsstunden für 2022. Dabei wird eine Verbesserung des LTIF in Höhe von 3 % angenommen.

206 Um dieses Ziel zu erreichen, sind Maßnahmen geplant, die die möglichen Auswirkungen auf das Unfallgeschehen minimieren. Das Projekt zur Stärkung der Arbeitssicherheitskultur bei AE München wird so bald wie möglich weitergeführt. Ziel ist die Reduktion der Arbeitsunfälle durch ein sicheres Verhalten am Arbeitsplatz. Außerdem wird im Dialog mit den Führungskräften die Arbeitsorganisation in der FMG und AE München mit dem Fokus auf Unfallgeschehen /-reduzierung und Gefährdungsbeurteilungen analysiert und bei Bedarf optimiert. Darüber hinaus sind im Rahmen der psychischen Gefährdungsbeurteilungen Schulungen für die Führungskräfte ab dem zweiten Quartal 2022 geplant.

4.2 Chancen- und Risikobericht

4.2.1 Risikomanagementsystem

207 Die Geschäftsführung der FMG und aller Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ist für die Früherkennung und Abwendung von Risiken, die den Fortbestand des Verkehrsflughafens und der Beteiligungen gefährden, verantwortlich. Die Konzernleitung trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem und legt mit der Kommunikation und Definition der Unternehmensstrategie und -ziele die wesentliche Grundlage dafür fest. Sie formuliert Vorgaben für den Prozess und die organisatorische Ausgestaltung des Risikomanagements.

208 Mit dem Risikomanagementsystem sollen Ereignisse und Entwicklungen, die sich negativ auf die strategische und operative Zielerreichung auswirken können, rechtzeitig erkannt und geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen entwickelt werden. Es berücksichtigt alle Dimensionen der unternehmerischen Tätigkeit - sowohl ökonomische als auch ökologische und gesellschaftliche.

209 Die allgemeinen Grundsätze des Risikomanagements im Konzern sowie die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der im Risikomanagement beteiligten Funktionsträger:innen regelt die Risikomanagementrichtlinie. Diese ist auf das international anerkannte Rahmenmodell "COSO ERM" (Committee of Sponsoring Organisations of th Treadway Commission - Enterprise Risk Management) ausgerichtet.

210 Als zusätzliche unterstützende Steuerungs-, Kontroll- und Überwachungsinstanz innerhalb des Risikomanagementsystems dient der Risikomanagementausschuss. Als ranghöchstes Organ des Risikomanagements ist er direkt der Geschäftsführung unterstellt und besteht aus der Geschäftsführung Finanzen und Infrastruktur, der Leitung der Geschäftsbereiche Aviation, Commercial Activities und Real Estate, den Leiter:innen der Konzernbereiche Recht, Gremien, Compliance und Umwelt, Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement, Konzernsicherheit, Konzernentwicklung und Corporate Communication & Politics, der Leitung des Servicebereichs IT sowie dem:r Risikomanagen in. Die Leitung Compliance ist im Risikomanagementausschuss als Gast beteiligt. Aufgabe des Risikomanagementausschusses ist es, die Risiken aus Konzernperspektive zu analysieren und die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen zu überwachen. Er unterstützt bei der Entwicklung des Risikomanagementsystems sowie bei der Risikoidentifikation, -beurteilung und -steuerung. Der Risikomanagementausschuss tagt vierteljährlich und beschließt den Risikobericht, der anschließend der Geschäftsführung und den Gesellschaftern vorgelegt wird.

211 Der Risikomanagementprozess umfasst die nachfolgenden Schritte. Zur Unterstützung dieses Prozesses ist systemseitig eine Koordinations- und Kommunikationsplattform eingerichtet.

Identifikation und Kommunikation von Risiken

213 Alle Bereichsleiter:innen und Geschäftsführer:innen der Tochter- und Beteiligungsunternehmen sind für die Identifikation und Bewertung von Risiken verantwortlich. In den jeweiligen Bereichen erfolgt die Koordination, Verwaltung, Dokumentation und Weitergabe aller risikorelevanten Informationen durch der:die jeweilige:n Risikobetreuer:in. Der:die Risikomanager:in prüft die Risikomeldungen der Bereiche auf Plausibilität und Einhaltung der konzernweiten Standards zur Risikobewertung. Er:sie fasst die Einzelmeldungen der Bereiche in einem Risikobericht, unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit für den Konzern, zusammen und berichtet vierteljährlich an die Geschäftsführung und Gesellschafter. Zudem besteht für erstmals identifizierte, existenzgefährdende Risiken eine Ad-hoc-Berichtspflicht an die Geschäftsführung.

214 Als Grundlage für einen bewussten Umgang mit Risiken ist jeder einzelne Mitarbeitende in das unternehmensweite Risikomanagement involviert. Jeder Mitarbeitende trägt die Verantwortung, Gefahren im eigenen Bereich zu beseitigen und Hinweise auf bestehende Risiken unverzüglich an seine:n Vorgesetzte:n zu melden.

Bewertung von Risiken

215 Die systematische Risikobewertung ermöglicht es, festzustellen, in welchem Umfang die einzelnen Risiken die Erfüllung der Unternehmensziele und -strategien des Flughafens München gefährden und welche Risiken sich möglicherweise bestandsgefährdend auswirken können. Dazu werden die Faktoren Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit/-häufigkeit in einer zweidimensionalen Risikomatrix dargestellt. Die Schadenshöhe beschreibt, mit welchem Ergebniseffekt bei Eintritt des Schadensereignisses zu rechnen ist. Bei im Zeitverlauf wiederkehrenden Ereignissen wird mit der Eintrittshäufigkeit gearbeitet. Zunächst erfolgt die Bewertung ohne Berücksichtigung von Maßnahmen zur Risikobegrenzung (Brutto-Risiken, siehe Abschnitt "Risiken"). Anschließend werden die Risiken nach Einleitung beziehungsweise Umsetzung von risikomindernden Maßnahmen bewertet (Netto-Risiken, siehe Abschnitt "Risiken").

Risikohandhabung

216 Ausgehend von der Risikoanalyse werden im Einklang mit der Unternehmensstrategie und ökonomischen Aspekten geeignete Gegenmaßnahmen zur Risikohandhabung festgelegt. Zu den Strategien der Risikobewältigung zählen: kontrollieren, versichern, minimieren, eliminieren und abwälzen. Die Risikoverantwortlichen haben die Aufgabe, Gegenmaßnahmen zur Bewältigung von Risiken in dem jeweils betroffenen Bereich festzulegen und umzusetzen.

Risikoüberwachung

217 Der:die Risikomanager:in überwacht kontinuierlich die Effektivität des Risikomanagements. Zudem erfolgt eine separate Überwachung durch die interne Revision.

4.2.2 Compliance-Management-System

218 Compliance beinhaltet die Einhaltung aller für den Flughafen München relevanten Gesetze, Vorschriften und Vorgaben, nationaler und internationaler Normen und Standards sowie unternehmensinterner Regelungen und Richtlinien. Der Flughafen München hat dazu ein konzernweites Compliance-Management-System eingerichtet, das die Gesamtheit aller organisatorischen Vorkehrungen, mit denen die Einhaltung der genannten Regeln gewährleistet werden kann, umfasst.

219 Die Konzerneinheit Compliance berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung und jährlich an den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand des Compliance-Management-Systems.

220 Darüber hinaus werden Compliance-Risiken bei Überschreiten der internen Schwellenwerte im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung und die Gesellschafter kommuniziert. Es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Risikomanagement und Compliance statt.

221 Erstmalig wurde der Geschäftsführung ein Code of Conduct vorgelegt. Dieser Verhaltenskodex beinhaltet die Grundsätze und Leitlinien für ein werte- und gesetzeskonformes Verhalten im Flughafen München Konzern.

Compliance-Risiken erkennen und minimieren

222 Die Konzerneinheit Compliance erstellt jährlich gemeinsam mit den Bereichen der FMG die Compliance-Risikoanalyse und führt sie mit den Compliance-Risikoanalysen der Tochter-/Beteiligungsgesellschaften zusammen.

223 Die Bewertung der Compliance-Risiken erfolgt analog zum Risikomanagement. Nach Abschluss der Compliance-Risikoanalyse wird die Geschäftsführung in einem Bericht über die Ergebnisse informiert.

224 Im Jahresbericht Compliance an den Aufsichtsrat der FMG wird ebenfalls über die Ergebnisse der Compliance-Risikoanalyse informiert. Liegen für ein Risiko trotz aller ergriffenen Gegenmaßnahmen ein hohes Schadenspotenzial und gleichzeitig eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit vor, wird dies im Bericht näher beleuchtet.

225 Für das Jahr 2021 bleiben nach Berücksichtigung der getroffenen Gegenmaßnahmen keine erheblichen Compliance-Risiken bestehen. Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie wurden mit höchster Priorität entsprechende Schutzmaßnahmen für die Gesundheit der Beschäftigten und Kund:innen getroffen.

Korruptionsprävention

226 Die Compliance-Grundsätze und die Geschenke-/Einladungsrichtlinie unterstützen Geschäftsführung, Führungskräfte und Beschäftigte bei einem gesetzeskonformen und ethischen Verhalten am Arbeitsplatz. Sie sind im Intranet veröffentlicht und somit allen Beschäftigten zugänglich. Darüber hinaus verweisen die Grundsätze auf die Beachtung weiterer betriebsinterner Vorgaben, wie beispielsweise die Einhaltung des öffentlichen Vergaberechts bei Beschaffungs- und Vergabevorgängen, die Datenschutzorganisation oder die Informationssicherheit. Dadurch werden Prozessabläufe intern und extern transparent und nachvollziehbar. Bei Vergaben und Ausschreibungsverfahren fordert der Flughafen München von Bietern eine Verpflichtungserklärung, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Korruption zu vermeiden. Bei Verstößen sind Sanktionen vorgesehen, zum Beispiel der Ausschluss von der Auftragsvergabe.

227 Die Position des:r Antikorruptionsbeauftragten wird durch die Leitung der Konzerneinheit Compliance wahrgenommen. Für das Jahr 2021 sind keine bestätigten Korruptionsfälle im Konzern bekannt.

Kommunikation und Schulung

228 Eine Kernaufgabe der Konzerneinheit Compliance ist die Schulung und Beratung der Beschäftigten, der Führungskräfte und der Geschäftsführung der FMG in Compliance-Fragen, um so Compliance-Verstöße bereits präventiv zu verhindern.

229 Alle Mitarbeitenden und Führungskräfte werden regelmäßig mit den Compliance-Dokumenten sowie mit ihren Aktualisierungen und Neuerungen vertraut gemacht. Infolge der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie wurde die Compliance-Unterweisung der Beschäftigten im Jahr 2021 flexibel sowohl persönlich als auch digital durchgeführt. Die Kenntnisnahme wurde dokumentiert.

230 Um das Bewusstsein für Compliance-Themen und Datenschutzverletzungen zu steigern, hat die Geschäftsführung beschlossen, dass das webbasierte Compliance-Training konzernweit für alle Beschäftigten einmal jährlich, ergänzend zur Compliance-Unterweisung durch die jeweilige Führungskraft, verpflichtend zu absolvieren und mit einem Test erfolgreich abzuschließen ist. Die Schulung wurde inhaltlich neu konzipiert sowie technisch auf den neuesten Stand gebracht und entspricht somit den aktuellsten Herausforderungen. Eine englischsprachige Version des Trainings konnte ebenfalls 2021 live geschaltet werden.

231 Schulungen im Rahmen des Leadership-Excellence-Programms mussten aufgrund der Coronavirus-Pandemie entfallen und werden modifiziert im Jahr 2022 entsprechend den aktuellen Entwicklungen wieder aufgenommen.

232 Die Geschäftsführung befasst sich in einem fortlaufenden Prozess in kurzen Abständen mit dem Thema Compliance, der Aufsichtsrat wird in regelmäßigen Abständen unterrichtet.

Elektronisches Hinweisgebersystem

233 Über ein elektronisches Hinweisgebersystem, das Business Keeper Monitoring System (BKMS®) können Mitarbeitende des Flughafens München, Geschäftspartner und auch Kunden Hinweise auf unternehmensschädigendes Verhalten geben. Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung und Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten wird das Hinweisgebersystem fortan auch in englischer Sprache angeboten. Ferner können Dokumente nun auch anonymisiert auf elektronischem Weg zugeleitet werden. Daneben steht die Konzerneinheit Compliance internen und externen Personen auch über weitere Kommunikationswege (Telefon, E-Mail, persönliches Gespräch) als Ansprechpartner bei Hinweisen auf Compliance-Verstöße und zur Beratung zur Verfügung. In den Ausschreibungsunterlagen werden die Interessenten über die Möglichkeit zur Nutzung des BKMS® bei Verdacht auf einen Compliance-Verstoß informiert.

Datenschutz

234 Der Flughafen München hat umfassende Maßnahmen zur Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) getroffen. Die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften haben Datenschutzbeauftragte benannt, die die Beratungs- und Überwachungsaufgaben gemäß DSGVO wahrnehmen. In den Fachbereichen der FMG wurden zudem Datenschutzkoordinator:innen implementiert, um die Themen und Risiken der Fachbereiche entsprechend identifizieren und abbilden zu können. Sie werden durch die Konzerneinheit Compliance in Zusammenarbeit mit dem:r Datenschutzbeauftragten fortlaufend geschult, informiert und beraten. Seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie wird dies auch kurzfristig flexibel über verschiedene Medien gehandhabt.

235 Die konzernweite Datenschutzrichtlinie wurde neu konzipiert mit dem Ziel, ein einheitliches und hohes Niveau für den Schutz betroffener Personen bei der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten innerhalb des Flughafen München Konzerns zu gewährleisten und die Einhaltung des Datenschutzes sicherzustellen.

236 Die Verantwortung für die Einhaltung des Datenschutzes für ihre jeweiligen Verarbeitungsprozesse liegt im Einzelnen dezentral bei den einzelnen Fachbereichen der FMG beziehungsweise bei den Tochter-/Beteiligungsgesellschaften.

237 Der:die Datenschutzbeauftragte der FMG ist für die Beratung und Unterstützung der Fachbereiche zuständig und ist in den meisten Tochter-/Beteiligungsunternehmen unmittelbar als Datenschutzbeauftragter bestellt. Der:die Datenschutzbeauftragte der FMG ist disziplinarisch der Konzerneinheit Compliance unterstellt und hat eine unmittelbare, unabhängige Berichtslinie zur Geschäftsführung.

238 Aufgrund der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie fanden im Jahr 2021 die Schulungsmaßnahmen für Konzernmitarbeitende und Führungskräfte zur weiteren Sensibilisierung in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit fast ausschließlich digital statt. Daneben wurde laufend über das Intranet informiert. In Einzelfällen war zudem eine fachliche und individuelle Beratung für mehr Sicherheit im Umgang mit personenbezogenen Daten gewährleistet.

4.2.3 Risiken

239 Im Folgenden werden die Risiken erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit beziehungsweise auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie die Reputation des Flughafens München ausüben könnten. Die Risiken werden jeweils vor (Übersicht Brutto-Risiken) und nach Berücksichtigung geeigneter Gegenmaßnahmen (Übersicht Netto-Risiken) dargestellt.

240 Die Risikobetrachtung bezieht sich auf die wirtschaftliche Belastung im angegebenen Betrachtungszeitraum. Zum 31. Dezember 2021 wurden für den Flughafen München folgende wesentliche Brutto-Risiken identifiziert:

241 Die aktuellen militärischen Handlungen in der Ukraine und die hierdurch ausgelösten Sanktionen können negative Einflüsse auf die Rohstoffversorgung und die Weltwirtschaft haben, die zurzeit noch nicht absehbar sind. Zum jetzigen Zeitpunkt unterliegt die weitere Entwicklung der Ukraine-Krise und deren Auswirkungen auf die Luftfahrtindustrie einer hohen Unsicherheit und kann Auswirkungen auf die Bewertung der Risiken im Konzern haben.

Risiken aus dem Eintritt von Ereignissen höherer Gewalt

Risiko Beschreibung und Analyse Gegenmaßnahme(n)
242 Naturkatastrophen Langanhaltende und intensive Niederschläge verbunden mit Schneeschmelze und wassergesättigten Böden südlich von München bis zu den Alpen können entsprechende Hochwasserabflüsse in der Isar verursachen. Ein hierdurch bedingter Bruch der Isardämme sowie der Hochwasserschutzdeiche bei Freising könnte zu einer Überflutung im Flughafenbereich führen. Das Wasserwirtschaftsamt hat die Isar neu vermessen. Untersuchungen haben ergeben, dass die bestehenden Hochwasserschutzdeiche im Einflussbereich des Flughafens bei intensiven Niederschlägen und Sturzfluten, welche bei entsprechenden Wetterlagen auftreten können, ausreichend sind. Zudem soll eine Überprüfung der Entwässerungssicherheit innerhalb des Flughafens erfolgen, um die Voraussetzungen für einen "Hochwasser-TÜV" zu schaffen.
Dauerhaft überwacht der Flughafen München das Abwasserabflussgeschehen und führt Instand- haltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durch. Durch ein Krisen- und Risikomanagement am Flughafen München werden die Gegenmaßnahmen auf operativer Ebene verstärkt. Die Ereignisse Erdbeben, Sturm, Hagel und Hochwasser sind versichert.
243 Anschlag auf den Luftverkehr / Terror am Standort Der Luftverkehr unterliegt einer Bedrohung durch terroristische Anschläge. Relevante Angriffsziele stellen hierbei Luftfahrzeuge und Infrastruktureinrichtungen dar. Neben Personen- und Sachschäden wäre als Folge zumindest kurzfristig mit einem Rückgang von Flugbewegungen und Passagierzahlen zu rechnen. Zur Abwendung eines terroristischen Anschlags ergreift die Konzernsicherheit strategische, operative sowie technische/organisatorische Maßnahmen: Vorhaltung ausreichender und gut ausgebildeter Personalressourcen, bauliche Maßnahmen zur Gewährleistung moderner und zugelassener Sicherheitstechnik und Infrastruktur, Überwachung der Dienstleistungsqualität durch nachhaltige Qualitätsmaßnahmen sowie ständiger Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden. Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen sind versichert.
244 Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben Für Sicherheitsaufgaben in überlassenen Bereichen sind die Luftfahrtunternehmen verantwortlich. Luftfahrtunternehmen erfüllen in diesen Bereichen die gleiche Aufgabe wie Flughafenbetreiber, unterliegen jedoch nicht der gleichen Aufsichtsbehörde. Für den Flughafen München besteht das Risiko, dass im Rahmen von Inspektionen Mängel in überlassenen Bereichen aufgedeckt werden und dadurch der Flughafen insgesamt seinen Sicherheitsstatus verliert. Aktuell ist ein Tochterunternehmen der FMG mit der Wahrnehmung operativer Sicherheitsaufgaben in den überlassenen Bereichen beauftragt; dessen Leistungserbringung unterliegt regelmäßigem Monitoring durch die FMG. Darüber hinaus erfolgt ein gegenseitiger, intensiver Austausch mit den zuständigen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden.
Fehlerhaftes Kontrollverhalten könnte zu Sach- und Personenschäden sowie Reputationsverlust führen.
245 Markteinbruch durch Seuche / Krankheit Der Flughafen München ist Ein-, Aus- und Umsteigeplatz für Millionen von Reisenden und somit ein mögliches Einfallstor für Bakterien und Viren aus aller Welt. Der Ausbruch von Epidemien/Krankheiten kann zu Markteinbrüchen mit reduzierten Flugbewegungen und Passagierzahlen führen. Infolge der Coronavirus-Pandemie gewinnt dieses Risiko besonders an Bedeutung. Aktuell ist erkennbar, dass durch die Coronavirus-Pandemie am Flughafen München enorme wirtschaftliche Belastungen entstehen, was seit Anfang der Pandemie einen sehr hohen Ergebniseinbruch verursachte. Weltweit sind die Impfquoten noch nicht hoch genug, sodass neue Virusvarianten entstehen könnten. Die Auswirkungen auf die Folgejahre sind derzeit wegen der hohen Unsicherheit nicht seriös abschätzbar. Der Flughafen München unterliegt dem Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV-DG) und bedient sich einer Tochtergesellschaft zur Erfüllung der notwendigen Funktionen. Ebenso werden die von der EASA (European Union Aviation Safety Agency) vorgegebenen Regeln, die regelmäßig durch die Aufsichtsbehörde geprüft werden, erfüllt.
Beispiele für Schutzmaßnahmen vor Ansteckung sind: berührungslose Zugänge und Armaturen, regelmäßige Hygieneinspektionsprüfungen, Sicherheitsabstände sowie "eGates" zur berührungslosen Identifikation mittels Gesichtserkennungstechnologie.
Die von der EASA sowie von der europäischen Gesundheitsbehörde (ECDC) ausgesprochenen Empfehlungen für ein sicheres Reisen in Zeiten der Pandemie werden umgesetzt. Vor Ort ist die "Task Force Infektiologie Flughafen" des Bayerischen Gesundheitsministeriums im Einsatz. Mit dem "ACI Airport Health Certificate" bestätigt die ACI World die erfolgreiche Umsetzung effektiver Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen München.
Zu den wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen finden sich Erläuterungen im Risiko "Konjunktur".
246 Großbrand Im Falle einer Beschädigung oder Zerstörung von Terminals oder Infrastrukturanlagen durch einen Großbrand ist mit Sach- und Personenschäden sowie bedeutenden und langfristigen Betriebsunterbrechungen zu rechnen. Zur Minimierung des Großbrandrisikos ergreift der Flughafen München alle notwendigen Maßnahmen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes. Dazu betreibt er eine eigene Flughafenfeuerwehr. Das Risiko Großbrand ist zusätzlich durch eine Feuerversicherung (Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung) sowie eine Betriebshaftpflichtversicherung (Haftpflichtansprüche Dritter) minimiert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.
247 Flugunfall Flugunfälle oder Schäden an Flugzeugen können zu Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen und Folgeschäden führen. Zur Minimierung des Risikos unterhält der Flughafen München eine Flughafenfeuerwehr, einen medizinischen Dienst und ein Seelsorgeteam. Das Risiko Flugunfall ist durch Haftpflicht- und Kaskoversicherungen minimiert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Marktrisiken

Risiko Beschreibung und Analyse Gegenmaßnahme(n)
248 Verlust / Beeinträchtigung Hub, Einstellung/Reduzierung Airlines Die weltweite Corona-Pandemie hat eine in diesem Ausmaß beispiellose Auswirkung auf den Luftverkehr, auf die gesamte Reisebranche und auf weitere Teile der Gesamtwirtschaft. Aktuell ist der Planungshorizont der Fluggesellschaften sehr kurzfristig bedingt durch die international unterschiedlichen Quarantäne- und Einreisebeschränkungen in zahlreichen Zielgebieten. Verstärkt wird die Unsicherheit durch die Ende 2021 bekannt gewordene "Omikron"-Variante. Die Zusammenarbeit des Flughafens München mit der Deutschen Lufthansa beruht auf gemeinschaftlichen Investitionen und langfristigen Kooperationsabkommen.
Trotz der Coronavirus-Pandemie und deren Auswirkungen auf den Flugverkehr wird die Zusammenarbeit zwischen dem Flughafen München und der Deutschen Lufthansa fortgeführt.
Ungeachtet dessen unterstreicht die Deutsche Lufthansa ihr Bekenntnis zum Standort München. Neben einer deutlichen Angebotsausweitung im Sommerflugplan 2022 werden zusätzlich zur gesamten eigenen Airbus A350 Flotte weitere, geleaste Maschinen gleichen Typs in München stationiert. Darüber hinaus verstärken Maschinen des Typs Airbus A340 das Premiumsegment. In diesem Zusammenhang ist die Absichtserklärung (Letter of Intent) zwischen beiden Parteien für die Erweiterung des Satelliten sowie das Projekt "Partnerschaft MUC 2030" zu sehen.
Auch in der aktuellen Krise wird die intensive Zusammenarbeit mit der Lufthansa fortgeführt, um das weltweit renommierte Drehkreuz weiter zu entwickeln. Darüber hinaus erhielt der Flughafen München 2021 durch das Institut Skytrax erneut die Spitzenbewertung als "5-Star-Airport". Dies ist die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Neuanfang nach der Coronavirus-Pandemie.
Für andere Airlines, die schon vor der Pandemie mit finanziellen Problemen kämpften, ist die weitere Entwicklung unsicher.
Das Risiko für einen kurzfristigen Verlust des Hubs wird daher als "gering" eingestuft.
249 Konjunktur Als Folge einer schwachen Konjunktur können die im Planungsprozess unterstellten Wachstumsparameter nicht erreicht werden, was sich negativ auf die Ergebnisentwicklung auswirkt. Die Reduzierung der Ausgaben mittels Kostensenkungsmaßnahmen in allen Bereichen, der sozial verträgliche Personalabbau, die Kurzarbeit sowie eine kurzfristige Kürzung des Investitionsbudgets in nicht kritischen Bereichen sollen die Folgen von Konjunktureinbrüchen mindern.
Während größerer Wirtschaftskrisen kann es zu einem Zusammenbruch der Kreditfinanzierungsmärkte kommen. Zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit bestehen revolvierende Kreditlinien beziehungsweise können Darlehen am Kapitalmarkt aufgenommen werden.
Zunehmende protektionistische Tendenzen könnten den Welthandel im Allgemeinen, insbesondere aber den europäischamerikanischen Handel und damit den transatlantischen Luftverkehrsmarkt belasten. Daraus könnten sich für den Flughafen München wachstumshemmende Effekte ergeben. Im Zuge der Corona-Pandemie hat der Flughafen München diese Gegenmaßnahmen frühzeitig eingeleitet, um die wirtschaftlichen Belastungen zu reduzieren. Ziel ist eine Ergebnis- und Liquiditätssicherung.
Zusätzlich zu den oben genannten Erläuterungen besteht durch den Ausbruch der Pandemie eine starke Belastung der weltweiten Konjunktur. Seit dem 2. Quartal 2021 ist im weltweiten Luftverkehrsmarkt eine langsame Erholungsphase spürbar.
Da die weitere Entwicklung der Pandemie unter anderem wegen möglicher Virusmutationen ungewiss ist, sind alle Prognosen mit sehr hohen Unsicherheiten behaftet. Aktuell ist nicht seriös abschätzbar, welche wirtschaftlichen Belastungen hieraus für den Flughafen München in den Folgejahren entstehen werden. Das weiterhin größte ökonomische Risiko stellt eine Verschlechterung des Pandemieverlaufs dar, was zu einer Ausweitung oder Neuauflage von Infektionsschutzmaßnahmen und zu einer Dämpfung der Konsum- und Investitionsausgaben führen kann.

Betriebliche Risiken

Risiko Beschreibung und Analyse Gegenmaßnahme (n)
250 IT-Ausfall / Cyber-Angriffe Ständige neue technologische Entwicklungen und die weltweit zunehmende Gefahr von Cyber-Angriffen führen zu Risiken in Bezug auf die Sicherheit von IT-Systemen und Netzwerken sowie die Datensicherheit. Im Bereich Cyber-Kriminalität ist ein zunehmendes, abstraktes Gefahrenpotenzial vorhanden, das einer stetigen Beobachtung und Einschätzung bedarf. Die unternehmenskritischen IT-Systeme sind grundsätzlich redundant und an räumlich getrennten Standorten untergebracht. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind über eine All-Risk-Versicherung abgedeckt.
Ein Ausfall der IT für den Verkehrsbetrieb kann zu Betriebsunterbrechungen führen. Dies hätte finanzielle Einbußen sowie Reputationsschäden zur Folge. Zur Abwendung einer Cybercrime-Attacke werden durch ein Informationssicherheitsmanagement strategische, technische und organisatorische Maßnahmen vorgegeben und kontrolliert, Führungskräfte und Mitarbeitende erhalten regelmäßig Schulungen. Im Juni 2021 bestätigte ein Audit das branchenübliche Sicherheitsniveau als Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS).
Im eigenen Kompetenzzentrum gegen Cyber-Kriminalität erarbeiten IT-Spezialisten des Flughafens gemeinsam mit erfahrenen IT-Security-Unternehmen neue Verfahren zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität. Zur Schadensreduzierung hat die FMG eine Versicherung gegen Cyber-Risiken abgeschlossen.
Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.
251 Wasserschaden Ein Wasserschaden durch den Bruch von Trink- oder Löschwasserhauptleitungen kann zu einem Ausfall von wichtigen Infrastrukturanlagen für den Flugbetrieb führen. Ferngesteuerte Notabschiebeeinrichtungen und zusätzliche Sicherungen der Rohrverbindungen begrenzen einen möglichen Schaden. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind versichert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.
252 Änderung von nationalen und EU-weiten Sicherheitsvorgaben Für den Flughafen München gelten nationale und EU-weite Luftsicherheitsvorgaben, die unter anderem die Themenschwerpunkte Flughafensicherheit, Fluggast- und Handgepäckkontrollen, Luftfracht- und Luftpost- sowie Warenkontrollen umfassen. Sicherheitsvorgaben werden fortlaufend an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Daraus können für den Flughafen München sowohl prozessuale als auch infrastrukturelle Änderungen entstehen. Entsprechende finanzielle Belastungen wären die Folge. Über Verbands- und Gremienarbeit versucht der Flughafen München, die Auswirkungen möglichst gering zu halten. Durch frühzeitige Information über laufende Gesetzgebungsverfahren wird eine rechtzeitige Umsetzung der Sicherheitsauflagen sichergestellt.
Zusätzliche, durch infrastrukturelle Änderungen entstandene Ausgaben werden der Entgeltrahmenvereinbarung zugrunde gelegt.
253 Nichtbestehen einer EU-Sicherheitsinspektion Die Luftfahrtbehörden der EU führen Sicherheitsinspektionen an Flughäfen durch. Bei Nichterfüllen der Sicherheitsstandards und anschließender Verfehlung des Nachaudits kann der Flughafen München seinen "Clean"-Status verlieren. Die Folgen wären eine Erhöhung der Sicherheitsauflagen, eine erhebliche Behinderung in den betrieblichen Prozessen, Wettbewerbsnachteile sowie ein Imageverlust. Der Flughafen München führt ein durchgängiges und strenges Qualitätsmanagement zur Steuerung der Qualität aller Sicherheitsaspekte am Flughafen München durch.
Die durchgeführten Qualitätskontrollen haben gezeigt, dass die getroffenen Gegenmaßnahmen sowie das konsequente Monitoring wirken und ein - in Theorie und Praxis - sehr gut geschultes Personal eingesetzt wird.
254 Ver- und Entsorgungseinrichtungen Die unzureichende Verfügbarkeit von betriebsnotwendigen Medien wie Strom, Wärme, Kälte, Trink- und Löschwasser, Abwasser und Abfall kann zu Sachschäden und Betriebsunterbrechungen führen. Wartung und Instandhaltung, Netzredundanzen und Bevorratung reduzieren das Risiko von Versorgungslücken. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind versichert.
Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.
255 Sanierung Ground Handling Der Erfolg der Sanierung des ehemaligen Geschäftsbereichs Ground Handling könnte durch folgende ungewisse Ereignisse und Umstände gefährdet werden: nachhaltige Verkehrsrückgänge bei Bestandskunden, Abfertigungsverluste aufgrund der Abgabe von Teilflotten an Dritte, aggressive Preispolitik der Wettbewerber und zunehmender Preisverfall am Flughafen München. In den Verhandlungen zur Verlängerung des Langfristvertrags mit einem wichtigen Kunden der AE München wurde Ende 2016 ein Vertrag bis Oktober 2024 abgeschlossen. Dadurch konnten einhergehende Sanierungstarifverträge verlängert werden.
Durch die Coronavirus-Pandemie gewinnt dieses Risiko immer mehr an Bedeutung, da hohe Verkehrsrückgänge zu verzeichnen sind. Zur Kompensation von wegfallenden Abfertigungsvolumina finden laufend Gespräche mit potenziellen Neukunden statt. Im Fall eines Abfertigungsverlusts werden Kapazitäten und damit einhergehende Kosten abgebaut. Es erfolgen eine ständige Kontrolle und ein Reporting des Sanierungsfortschritts beziehungsweise Sanierungspfads.
Um das Ground Handling wegen des pandemiebedingt deutlichen Einbruchs der Abfertigungsvolumina zukunftsfähig aufzustellen, wurde das Veränderungsprogramm "Restart" umgesetzt.
256 Personalsituation Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie befindet sich der Flughafen München im Krisenmodus. Wegen der massiven Verkehrseinbrüche geht der Konzern derzeit von einem deutlich niedrigeren Personalbedarf aus. Zur Ergebnis- / Liquiditätssicherung wird die Personalkapazität an die gesunkene Arbeitsmenge angepasst.
Der Flughafen München konzentriert sich auf die Bewältigung der Krise und ergreift Maßnahmen, die einerseits die Gesundheit der Mitarbeitenden sicherstellen sollen und andererseits dazu dienen, die wirtschaftlichen Konsequenzen abzufedern. Das konzernweite Veränderungsprogramm "Restart" beinhaltete hierzu den Abschluss von Vorruhestandsvereinbarungen sowie eine Reorganisationsvereinbarung mit den Arbeitnehmervertreter:innen.
Unabhängig von der angespannten Personalsituation wird darauf geachtet, dass ausreichend qualifiziertes Personal zur Aufrechterhaltung der Betreiberverantwortung zur Verfügung steht. Nach Beendigung der Möglichkeit zur Kurzarbeit wirkt der zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und Verdi / Beamtenbund dbb für die Flughafen München GmbH abgeschlossene Notlagentarifvertrag ebenfalls ergebnis- und liquiditätssichernd.
257 Drohnen Nachdem die Bundesregierung 2017 verschärfte Regeln zum Betrieb von Drohnen in Flughafenkontrollzonen beschlossen hatte, ergänzte die EU-Kommission 2019 eine Vorschrift zum sicheren Betrieb von Drohnen. Auf nationaler Ebene wurde auf dieser Grundlage die rechtliche Zuständigkeit geregelt. An allen deutschen Verkehrsflughäfen ist die Deutsche Flugsicherung (DFS) zuständig. Einzelheiten hierzu wurden am 17. Juni 2021 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und sind in Kraft. Um Auswirkungen auf den Betrieb unter Safety- und Security-Aspekten möglichst gering zu halten, hat der Flughafen München Maßnahmen ergriffen. Hierzu gehören unter anderem die Mitwirkung an der einheitlichen Regulation von Drohnenverkehr über Verbände (ADV, ACI, BDL) sowie die Mitwirkung bei EASA-Initiativen, die Aufklärung der Öffentlichkeit und die Mitwirkung bei einem Testprojekt zur "Technologie für zukünftige Drohnendetektion" mit der DFS.
Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung wird die Detektion und Abwehr von Drohnen als hoheitliche Aufgabe eingeordnet. Sie liegt somit nicht beim Flughafenbetreiber. Die im Testprojekt gezeigten Systeme müssen weiterentwickelt werden, damit ein effektiver, verlässlicher Einsatz an Verkehrsflughäfen gewährleistet ist. Dazu ist die DFS mit Unterstützung des Flughafens München in engem Austausch mit Systemherstellern.
Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Rechtliche Risiken

Risiko Beschreibung und Analyse Gegenmaßnahme(n)
258 Dritte Start- und Landebahn Bedingt durch die Verschiebung der Entscheidung zur Realisierung der dritten Start- und Landebahn sind alle bisher angefallenen Planungs- und Grunderwerbskosten kontinuierlich auf ihre Werthaltigkeit hin zu überprüfen und gegebenenfalls abzuschreiben. Die Bestätigung des Planfeststellungsbeschlusses durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) vom 19. Februar 2014 und im Folgejahr durch das Bundesverwaltungsgericht hat eine Begrenzung der rechtlichen Risiken für die Projektumsetzung zur Folge.
Auswirkungen aus dem 2018 vereinbarten Moratorium sowie der Corona-Pandemie wurden in den Vorjahren bilanziell berücksichtigt. 2021 gab es keinen Anpassungsbedarf. Als Gegenmaßnahmen zum signifikanten Unternehmenswertverlust sind die Diversifikation der Produktpalette und die Ausweitung des Auslandsgeschäfts geplant beziehungsweise bereits in der Umsetzung. In den Vorjahren startete das Projekt "LabCampus", mit dem der Flughafen München beabsichtigt, einen einzigartigen Standort für Innovation und branchenübergreifende Kooperation zu schaffen. Die Expansion in den USA wird weiterhin umgesetzt.
Ohne Kapazitätserweiterung durch den Bau der dritten Start- und Landebahn könnte es mittel- und langfristig zu einem signifikanten Unternehmenswertverlust kommen. Beeinflusst wird dieser vor allem durch ein Stagnieren beziehungsweise einen Rückgang des Verkehrsaufkommens und damit verbunden durch geringere Erlöse in den Bereichen Aviation und Non-Aviation. Die dritte Start- und Landebahn bleibt für den Flughafen München mittel- und langfristig ein zentrales strategisches Zukunftsprojekt.
Die weitere Entwicklung der Coronavirus-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Luftverkehrsindustrie unterliegen zum derzeitigen Zeitpunkt einer hohen Unsicherheit und hängen insbesondere von den internationalen Reisebeschränkungen und -warnungen ab. Aufgrund des aktuellen Impfgeschehens ist vorgesehen, das Risiko 2022 neu zu bewerten und hinsichtlich der Einstufung zu überprüfen.
259 EU-Datenschutz-Grundverordnung Neben den in der Risikomatrix aufgeführten rechtlichen Risiken bestehen Risiken im Zusammenhang mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die DSGVO erweitert die bestehenden Pflichten aus dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und erhöht die rechtlichen, betrieblichen und technisch-organisatorischen Anforderungen an den Datenschutz. Eine Verletzung dieser Rechte und Pflichten könnte hohe Bußgelder, Schadenersatzklagen, Abmahnungen sowie Reputationsschäden nach sich ziehen. Am Flughafen München wurde das Projekt zur Umsetzung der Anforderungen der DSGVO erfolgreich abgeschlossen. Damit wurden organisatorische Strukturen, Prozesse und deren Dokumentation angepasst sowie das Bewusstsein für Datenschutz im Konzern geschärft.
Aktuell werden am Flughafen München Fragestellungen im Zusammenhang mit der Nutzung der Videoüberwachung durch das CCTV-System (Closed Circuit Television) betrachtet. Als Gegenmaßnahmen für Datenschutzrisiken aus dem CCTV wurden insbesondere folgende Maßnahmen getroffen: Rollennutzungskonzept, Neubeschilderung zum Hinweis auf Videoüberwachung, Neuverhandlung der Betriebsvereinbarung zu CCTV, Konsolidierung der Rechtsgrundlage, Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung.
Auch hat der Flughafen München Datenschutzbeauftragte benannt sowie Datenschutzkoordinaton:innen implementiert, die fortlaufend durch die Konzerneinheit Compliance geschult und sensibilisiert werden.
Das Brutto-Risiko liegt hierfür unter der Risikotoleranzgrenze der FMG und ging daher nicht in die Darstellung der Risikomatrix ein.
260 Baupreissteigerungen Risiken können bei Bauprojekten durch Baupreissteigerungen, Lieferantenausfälle, Planungsverzögerungen und externe Einflüsse aus Öffentlichkeit, Umwelt, Politik, Technologiewechsel, Regeln der Technik oder sonstige Anforderungen entstehen, unter anderem durch die Verschiebung von Bauvorhaben. Die Investitionsprojekte werden hinsichtlich ihrer betriebswirtschaftlichen Rentabilität, ihrer Finanzierbarkeit und der mit den Investitionen verbundenen Risiken angemessen geplant und während der Durchführung laufend überwacht.
2021 verzeichneten die Preise im deutschen Baugewerbe ihren höchsten Anstieg seit 1970. Wesentliche Ursache hierfür sind die Preissteigerungen bei Roh- und Ausbauarbeiten. Derzeit werden nur diejenigen Projekte umgesetzt, die unter dem Aspekt der Eigentümer- beziehungsweise Betreiberverantwortung für den Flughafen München betriebsrelevant und -notwendig sind, sich bereits in der Umsetzung befinden oder für die eine gesetzliche Verpflichtung besteht beziehungsweise für strategische Zukunftsprojekte.
Das Brutto-Risiko liegt hierfür unter der Risikotoleranzgrenze der FMG und ging daher nicht in die Darstellung der Risikomatrix ein.

261 Der Flughafen München ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit unterschiedlichen Rechtsstreitigkeiten konfrontiert. Diese können insbesondere zur Zahlung von Schadenersatz oder im Rahmen von Bauprojekten zu Änderungen der Leistungsvergütung führen. Ferner können weitere Rechtsstreitigkeiten eingeleitet oder bestehende Rechtsstreitigkeiten ausgeweitet werden. Neben den Sachverhalten, für die bereits bilanzielle Vorsorge getroffen wurde, erwartet der Flughafen München aus weiteren bekannten Fällen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage.

262 Bei ausländischen Tochtergesellschaften können sich im Rahmen der Beratung von anderen Flughäfen und des Betriebs von Terminals insbesondere Risiken aus der Übernahme der operativen Betriebsverantwortung im Ausland ergeben. Flughafenbetreiberprojekte unterliegen wie der Standort München selbst allgemeinen volkswirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Risiken. Aus risikominimierenden Gründen arbeitet der Flughafen München daher mit lokalen Partnern zusammen, die über Erfahrungen hinsichtlich der jeweiligen landestypischen Bestimmungen und Gegebenheiten verfügen. Im Zusammenhang mit Flughafenbetreiberprojekten, die in der Regel lange Laufzeiten vorweisen, ergeben sich insbesondere aus der Einschätzung der zukünftigen Luftverkehrsentwicklung und des Konsumverhaltens der Flugreisenden Risiken. Dies wurde insbesondere durch die Coronavirus-Pandemie verstärkt sichtbar. Ein mögliches Ausbleiben des Wachstums und/oder ein möglicherweise rückläufiger Luftverkehr, unter anderem verbunden mit verspäteten Ausbauvorhaben, könnten die Ertragsentwicklung der ausländischen Gesellschaften wesentlich nachteilig beeinflussen, woraus sich folglich Risiken für das investierte Kapital ergäben. Der Flughafen München ist derzeit bestrebt, mit entsprechenden vertraglichen Regelungen gegenüber dem Auftraggeber einen Ausgleichsmechanismus zu vereinbaren. Um vor allem Haftungsrisiken für den Flughafen München zu begegnen, wurden im Ausland lokale Gesellschaften mit beschränkter Haftung gegründet, welche als selbstständige Einheiten und als lokale Auftragnehmer agieren. Ebenso können Risiken durch unvorhergesehene behördliche Eingriffe in die Tarif-, Steuer- und Abgabenstruktur der Flughäfen oder auch durch vertragliche Verletzungen zum Nachteil der Flughafenbetreiber entstehen.

263 Ein allgemeines Risiko besteht auch aus steuerlichen (Betriebs-)Prüfungen von Steuerbehörden.

264 Zusätzlich zu den in der Matrix dargestellten Risiken bestand im Vorjahr das Risiko im Zusammenhang mit Flächenenteisungsmittel. Durch erfolgreiche Gegenmaßnahmen ist dieses Risiko zum 31. Dezember 2021 unter die Risikotoleranzgrenze gefallen.

Finanzrisiken

265 Für die nachfolgend aufgeführten Brutto-Finanzrisiken lag die erwartete wirtschaftliche Belastung zum 31. Dezember 2021 unter der Meldegrenze. Sie gingen daher nicht in die Risikoberichterstattung ein. Die Überwachung und Steuerung dieser Risiken sind Aufgabe des zentralen Finanz- und Cashmanagements.

Risiko Beschreibung und Analyse Gegenmaßnahme(n)
266 Währungsrisiken Soweit geplanten Umsätzen in Fremdwährungen keine entsprechenden währungskongruenten Ausgaben gegenüberstehen, ergeben sich Währungsrisiken. Währungsrisiken sichert der Flughafen München mit Devisentermingeschäften ab.
267 Kredit- und Bonitätsrisiken Kredit- und Bonitätsrisiken entstehen vor allem aus kurzfristigen Geldanlagen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Geldanlagen erfolgen nur bei (in der Regel deutschen) Kreditinstituten, die einer entsprechenden Einlagensicherung unterliegen.
Zum Management von Bonitätsrisiken gehören eine Bonitätsprüfung der Kunden, eine stetige Überwachung der offenen Posten und ein stringentes Mahnwesen. In Abhängigkeit von der Bonität werden bestimmte Aufträge nur gegen Vorauszahlung oder Stellung von Sicherheiten in Form von Bürgschaften erbracht.
268 Zinsänderungsrisiko Zinsrisiken ergeben sich im Wesentlichen aus variabel verzinsten Finanzschulden aus Darlehen sowie Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern. Zinsrisiken aus variabel verzinsten Finanzschulden aus Darlehen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mit Zinspayerswaps.
269 Liquiditätsrisiko Der Flughafen München überwacht im Rahmen der langfristigen Wirtschaftsplanung und der kurz- und mittelfristigen Finanzplanung das Risiko. Um die Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen, werden auf Basis einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten. Zur Sicherstellung der Liquidität in der Pandemie hat der Flughafen München ein gesondertes Liquiditätsmanagement aufgesetzt. Die Liquiditätsplanung berücksichtigt dabei das laufende Geschäft, die Investitionen sowie die Finanzierungsaspekte für den gesamten Konzern.
Im Zuge der Coronavirus-Pandemie gewinnt dieses Risiko immer mehr an Bedeutung. Neben den Kostenreduzierungen, wie unter den Risiken "Konjunktur" und "Personalsituation" beschrieben, steht das Verschieben beziehungsweise das Vermeiden von Investitionsprojekten im Fokus.
Es können sich Risiken aus der Kreditvergabepraxis der Banken und geänderte Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Darüber hinaus hat der Flughafen München zur Liquiditätssicherung im Jahr 2021 Darlehen über ein Gesamtvolumen von 425 Mio. EUR abgeschlossen. Zudem bestehen revolvierende Kreditlinien.

270 Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen verbleiben folgende Netto-Risiken:

4.2.4 Chancen

271 Der Flughafen München steht als internationales Luftverkehrsdrehkreuz im Wettbewerb mit anderen großen Verkehrsflughäfen. Für den Erhalt und Ausbau der Marktposition des Flughafens ist ein funktionelles und zielgerichtetes Chancenmanagement von zentraler Bedeutung. Dies ist am Flughafen München integraler Bestandteil der Strategie- und Planungsprozesse. Als Chancen werden künftige Entwicklungen und Ereignisse gesehen, die zu einer positiven Planungs- oder strategischen Zielabweichung führen können. Dabei werden sowohl externe (zum Beispiel Veränderungen im Marktumfeld) als auch interne Chancen (zum Beispiel Programme zur Effizienzsteigerung) betrachtet.

272 Für die Ableitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Chancennutzung sind alle Bereichsleiter:innen und Geschäftsführer:innen der Tochter- und Beteiligungsunternehmen verantwortlich. Sie werden dabei durch den Konzernbereich Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement unterstützt. Darüber hinaus sind prinzipiell alle Mitarbeitenden der Flughafen München GmbH in den Geschäftsfeldern und ihrer Tochtergesellschaften dazu angehalten, im Rahmen ihrer täglichen Arbeit Chancen zu identifizieren und an ihre Vorgesetzten zu melden. Um die unternehmenseigenen Ressourcen optimal zu nutzen, betreibt der Flughafen München neben einem klassischen Ideenmanagement auch ein professionelles und toolgestütztes Innovationsmanagement (Erläuterungen hierzu im Kapital 1.3 Innovations- und Ideenmanagement).

273 Grundsätzlich strebt der Flughafen München ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken an. Sofern es wahrscheinlich ist, dass die Chancen eintreten, wurden diese bereits in die Prognose 2022 beziehungsweise die mittel- und langfristige Planung aufgenommen. Die dargestellten Chancen konzentrieren sich deshalb auf künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für den Flughafen München positiven Abweichung von der Prognose und der mittel- und langfristigen Planung führen können.

274 Die Bewertung der Chancen orientiert sich an der Systematik der Risikobewertung. Der aus den Chancen resultierende wirtschaftliche Vorteil und die Eintrittswahrscheinlichkeit werden analog zu den betrachteten Risiken in die folgenden Kategorien eingeteilt:

Wirtschaftlicher Vorteil Betrag in €
gering 1 bis 5 Mio.
mittel 5 bis 30 Mio.
hoch 30 bis 150 Mio.
sehr hoch größer 150 Mio.
Eintrittswahrscheinlichkeit Prozentuele Intervalle
sehr gering 5 - 10 %
gering 10-25%
mittel 25-50%
hoch > 50 %

275 Die Eintrittswahrscheinlichkeit und finanziellen Auswirkungen (wirtschaftlicher Vorteil) werden, anders als bei den Risiken, nicht separat ausgewiesen, sondern in den Chancenkategorien "hohe Relevanz" und "geringe Relevanz" zusammengefasst.

276 Da der Flughafen München mit teils sehr langen Planungszeiträumen konfrontiert ist, erfolgt für die Chancen zusätzlich eine Angabe des Eintrittszeitpunktes in kurz-, mittel- oder langfristig.

Fristigkeit Zeitraum
kurzfristig < 2 Jahre
mittelfristig 2 - 5 Jahre
langfristig > 5 Jahre

277 Im Vergleich zum Vorjahr haben sich zum 31. Dezember 2021 geringfügige Änderungen bei den identifizierten Chancen ergeben. Die Chance "Off-Campus" wurde grundsätzlich überarbeitet und in "Internationales Geschäft" umbenannt.

Chancen Bewertung Eintrittszeitpunkt Zusammenfassung der Maßnahmen
Entwicklung der Coronavirus-Pandemie hohe Relevanz kurz- und mittelfristig • systematische Beobachtung der Pandemieentwicklung und Maßnahmenableitung
• enge Zusammenarbeit mit relevanten Stakeholdern (vor allem Airlines)
Volkswirtschaftliche Entwicklung hohe Relevanz kurz- und mittelfristig • fortlaufende Beobachtung der globalen Wirtschaftsentwicklung
• Ableitung von Maßnahmen zur Chancennutzung in allen relevanten Geschäftsfeldern
Marktentwicklung hohe Relevanz kurz-, mittel- und langfristig • intensive Airline-Akquise
• Qualitätsmanagement
• enge Zusammenarbeit mit Systempartner DLH
Regulierung und Gesetzgebung geringe Relevanz langfristig • Verbandsarbeit
• Nutzung der Expertise im Bereich Corporate Communication & Politics
Schienenanbindung hohe Relevanz langfristig • intensiver Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern und der Deutschen Bahn
• eigene Expertise im Bereich Schienenanbindung
Zins- und Wechselkursentwicklung geringe Relevanz kurzfristig • Anpassung Produkt- und Service-Portfolio im Einzelhandelsbereich
Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen (CO 2 -Strategie) geringe Relevanz langfristig • Fokussierung auf regionale, regenerative Energieversorgung und Einführung emissionsreduzierender Technologien
Interne Prozess- und Effizienzverbesserungen geringe Relevanz kurzfristig • intensive Nutzung der im Unternehmen vorhandenen Expertise
• effiziente Ausrichtung sowie organisatorische Veränderungen
Internationales Geschäft geringe Relevanz mittel- bis langfristig • intensive Beobachtung relevanter Märkte
• professionelle Kundenakquise
• laufende Anpassung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios
Real Estate geringe Relevanz langfristig • intensive Beobachtung relevanter Märkte
• professionelle Kundenakquise

Tabelle - Übersicht Chancen am Flughafen München

Entwicklung der Corona-Pandemie

278 Die Reise- und Tourismusindustrie ist aufgrund der weltweit stark eingeschränkten Mobilität besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Die weitere Entwicklung insbesondere hinsichtlich der Mobilitätsbeschränkungen ist daher von herausragender Bedeutung für die Erholung im weltweiten Luftverkehr und damit auch für den ökonomischen Erfolg des Flughafens München. Aktuell wird allgemein davon ausgegangen, dass die Luftverkehrsindustrie mehrere Jahre brauchen wird, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Weiterer medizinischer Fortschritt und die Ausbreitung äußerst ansteckender, aber weniger pathogener Virusvarianten könnten zu einem schnelleren Ende der Pandemie führen. Die verbliebenen internationalen Reisebeschränkungen und -warnungen könnten dann früher als erwartet aufgehoben werden. Dies hätte einen deutlich positiven Einfluss auf das EBT des Flughafens München. Der Konzern beobachtet die weitere Entwicklung systematisch und steht im Rahmen seiner Akquisetätigkeit in engem Kontakt mit Fluggesellschaften. Ziel ist es, überdurchschnittlich an einer Erholung zu partizipieren.

279 Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer frühzeitigen Erholung aktuell als gering eingestuft wird, ist die daraus resultierende Chance aufgrund ihres hohen Ergebniseffekts mit "hoher Relevanz" zu bewerten.

Volkswirtschaftliche Entwicklung

280 Es besteht eine enge Korrelation zwischen dem Wachstum des nationalen sowie globalen Wirtschaftsaufkommens und des Luftverkehrs (Zusammenhang wird aktuell durch staatliche Reisebeschränkungen und Reisezurückhaltung in der Bevölkerung überlagert). Die Coronavirus-Pandemie stürzte die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise. Es kam in fast allen großen Volkswirtschaften zu einem deutlichen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Im Geschäftsjahr 2021 war eine Erholung der Weltwirtschaft zu beobachten, die sich 2022 fortsetzen dürfte. Krisenbedingte Lieferschwierigkeiten bei wichtigen Vorprodukten, die insbesondere die Industrie belasten, hemmen die grundsätzlich positive Entwicklung. Auch waren Konsummöglichkeiten durch die anhaltenden Corona-Regeln eingeschränkt, was zu einer erheblichen Überschussersparnis bei den privaten Haushalten führte. Sollten sich die Lieferschwierigkeiten zügig auflösen und die angehäuften Ersparnisse ausgegeben werden, besteht die Chance einer schnelleren Erholung der Wirtschaft und eines damit einhergehenden Wachstums des Luftverkehrs.

281 In den vergangenen Jahren konnten in verschiedenen Ländern protektionistische handelspolitische Tendenzen beobachtet werden. Prominente Beispiele hierfür sind die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit). Da das Luftverkehrsaufkommen stark vom Grad der Globalisierung der Weltwirtschaft abhängt, haben protektionistische Maßnahmen grundsätzlich einen bremsenden Effekt auf den weltweiten Luftverkehr. Sollten sich diese Tendenzen in den Folgejahren umkehren und politisch wieder verstärkt auf die globale Arbeitsteilung gesetzt werden, könnte dies das Wirtschafts- und Luftverkehrswachstum fördern.

282 Unterschiedliche Unternehmensbereiche des Flughafens München beobachten intensiv alle weltweit relevanten Volkswirtschaften. So werden Potenziale für die verschiedenen Geschäftsfelder (zum Beispiel Aviation, Commercial, internationales Geschäft) erkannt und entsprechende Maßnahmen zur Chancennutzung dezentral eingeleitet.

283 Da die volkswirtschaftliche Entwicklung einen der zentralen Einflussfaktoren für den Luftverkehr darstellt, sind die daraus resultierenden Chancen kurz- und mittelfristig mit "hoher Relevanz" zu bewerten.

Marktentwicklung

284 Entwicklungen bei den Fluggesellschaften sind von besonderer Bedeutung für das Verkehrsaufkommen an Flughäfen. Die Fluggesellschaften stehen aktuell vor historisch beispiellosen Herausforderungen. Die momentane Situation ist aufgrund des nach wie vor deutlich eingeschränkten Verkehrsaufkommens mit erheblichen Verlusten für die Fluggesellschaften verbunden. Da vor Ausbruch der Pandemie bereits ein klarer Trend hin zu einer Konsolidierung des europäischen Airline-Markts zu beobachten war, ist nun aufgrund der Krisenauswirkungen mit einer Fortsetzung beziehungsweise sogar mit einer Intensivierung dieses Trends zu rechnen. Aktuell ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Flugreisen über einen längeren Zeitraum unterhalb des Vorkrisenniveaus verbleibt. Im Falle einer weitreichenden Konsolidierung der Fluggesellschaften würde sich die Nachfrage allerdings auf weniger Anbieter verteilen. Darüber hinaus erscheint es möglich, dass die verbleibenden Netzwerk-Carrier verkleinert aus der Krise hervorgehen und sich auf Drehkreuzstandorte konzentrieren, um ihre Verkehre effizient zu bündeln.

285 Der Flughafen München betreibt seit Längerem ein intensives Qualitätsmanagement und hat als einer von wenigen Flughäfen weltweit den Status eines 5-Star-Airports. Auch verfügt er über ein äußerst attraktives Einzugsgebiet, sowohl hinsichtlich geschäftlicher als auch privater Reisen und betreibt seit Jahren eine professionelle Airline-Akquise. Mit der Deutschen Lufthansa hat der Flughafen München einen wichtigen Kunden, der am Standort München ein Drehkreuz betreibt und auch zukünftig daran festhalten möchte. Darüber hinaus beruht die Zusammenarbeit auf gemeinschaftlichen Investitionen und langfristigen Kooperationsabkommen.

286 Sollte es zu einer weitgehenden Konsolidierung des Airline-Markts kommen, könnte der Flughafen München mittelfristig überproportional an der Erholung im Luftverkehrsmarkt partizipieren, was zu einer überplanmäßigen Ergebnisentwicklung führen könnte.

287 Obwohl eine solche Entwicklung aufgrund der aktuellen Situation unsicher ist, ist die daraus resultierende Chance aufgrund ihres Einflusses auf die weitere Unternehmensentwicklung mittel- und langfristig mit "hoher Relevanz" zu bewerten.

Regulierung und Gesetzgebung

288 Der Luftverkehr ist ein historisch stark regulierter Markt. Dementsprechend stellen Gesetze, Verordnungen und internationale Abkommen auch in der heutigen Zeit noch einen entscheidenden Einflussfaktor für den Luftverkehr dar. Die Einführung neuer sowie die Änderung bestehender Regulierungen kann Risiken, aber auch Chancen für die Marktteilnehmer bergen.

289 Im Jahr 2011 führte die Bundesregierung mit der deutschen Luftverkehrsabgabe eine Ticketsteuer ein, welche zum 1. April 2020 erhöht wurde. Die Abgabe dient der Umsetzung von klimapolitischen Zielen. Ziel der Erhöhung ist es, eine Verlagerung des Verkehrsaufkommens auf die Schiene zu erreichen. Die Luftverkehrsabgabe hat aufgrund ihres nationalen Charakters wettbewerbsverzerrende Effekte im europäischen Luftverkehrsmarkt zur Folge. Dies führt dazu, dass Flugreisende aus grenznahen Gebieten vermehrt Flughäfen im Ausland als Abflugort wählen. Sollte die Luftverkehrssteuer durch effektivere internationale klimapolitische Instrumente abgelöst werden, könnten dadurch wettbewerbsverzerrende Effekte abgebaut werden. Dies könnte in der Folge zu einer Erhöhung des Verkehrsaufkommens am Flughafen München führen.

290 Im Zuge der aktuellen Krise nahm die Diskussion zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums (Single European Sky) an Fahrt auf. Die Europäische Kommission hat das Programm Single European Sky bereits im Jahr 1999 gestartet. Neben der Einführung einheitlich hoher Sicherheitsstandards wird dabei auf eine Erweiterung der Luftraumkapazität und eine ökonomischere supranationale Kooperation der einzelnen nationalen Flugsicherungsorganisationen abgezielt. Konkret geht es unter anderem darum, den Airlines wirtschaftlichere Flugrouten (direkte Luftlinie) zu ermöglichen, da hier immer noch erhebliches Verbesserungspotenzial besteht. Durch effizientere Flugrouten könnten signifikant Kerosin eingespart und damit CO 2 -Emissionen vermieden werden (bis zu 10 %). Während Letzteres einen positiven Imagegewinn für den Luftverkehr als Ganzes mit sich bringen könnte, würde sich Ersteres aufgrund der niedrigeren Kosten positiv auf die Nachfrage nach Flugreisen auswirken. Es handelt sich bei Single European Sky allerdings um eine überaus komplexe Thematik, da dabei Fragen nationaler Souveränität der einzelnen europäischen Staaten berührt werden. Die Erarbeitung von Lösungsansätzen muss dementsprechend im Zusammenspiel aller nationalen und europäischen Akteure und im Dialog mit der Industrie stattfinden.

291 Um Chancen aus Regulierung und Gesetzgebung adäquat zu nutzen, unterhält der Flughafen München die Abteilung Politik & Region und engagiert sich in verschiedenen Luftverkehrsverbänden, wie etwa dem BDL. Zentrales Ziel ist es dabei, wichtige Regulierungen für den Luftverkehrssektor mitzugestalten und wettbewerbsverzerrenden Effekten entgegenzuwirken.

292 Zusammenfassend betrachtet sind die Chancen aus Regulierung und Gesetzgebung aufgrund der geringen Eintrittswahrscheinlichkeit aktuell mit "geringer Relevanz" zu bewerten.

Schienenanbindung

293 Insbesondere die EU fordert seit Längerem eine möglichst effiziente und damit ressourcenschonende Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, vor allem die großen europäischen Drehkreuzflughäfen optimal an die Schieneninfrastruktur anzubinden. Im Zusammenhang mit der intensiv geführten Klimaschutzdebatte hat dieses Thema in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen.

294 Hinsichtlich der Schienenanbindung des Münchner Flughafens sind mit dem Erdinger Ringschluss, der Walpertskirchener Spange, der zweiten Stammstrecke in München sowie der Ausbaustrecke 38 München-Mühldorf-Freilassing/Salzburg mehrere Projekte in der konkreten Planung beziehungsweise in der Umsetzung. Sollte darüber hinaus eine adäquate Anbindung an das Fernbahnnetz erfolgen, könnte der Flughafen München effizient in ein künftiges multimodales Verkehrssystem integriert werden. Das Passagiereinzugsgebiet würde sich dadurch erweitern und damit eine überplanmäßige Ergebnisentwicklung ermöglichen.

295 Der Flughafen München verfügt über die nötige Expertise zu diesem Thema und steht in intensivem Kontakt mit regionalen und überregionalen Behörden sowie mit der Deutschen Bahn. Ziel ist es dabei, eine optimale Anbindung des Flughafens an das Fernbahnnetz zu realisieren, was einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil mit sich bringen würde. Die resultierende Chance ist langfristig mit "hoher Relevanz" zu bewerten.

Zins- und Wechselkursentwicklung

296 Günstige Zins- und Wechselkursentwicklungen können sich positiv auf das Finanzergebnis des Konzerns auswirken. Dementsprechend können Währungseffekte aus der Umrechnung von Ergebnissen, die nicht auf Euro lauten, in die funktionale Währung des Konzerns (Euro) die Finanzergebnisse positiv beeinflussen.

297 Im Einzelhandelsgeschäft am Flughafen München spielen internationale Kunden (außerhalb der Eurozone) aufgrund teilweise deutlich überdurchschnittlicher Retail-Ausgaben eine besondere Rolle. Interne Analysen haben ergeben, dass sich Schwankungen im Wechselkurs (Euro versus Fremdwährung) signifikant auf die Einzelhandelserlöse auswirken. Eine Aufwertung relevanter Fremdwährungen gegenüber dem Euro bietet daher das Potenzial einer überplanmäßigen Ergebnisentwicklung. Aufgrund der krisenbedingt niedrigen Passagierzahlen und des damit verbundenen Einbruchs der Einzelhandelsumsätze ist dieser Effekt im Vergleich zu den Vorjahren allerdings deutlich abgeschwächt.

298 Das Zinsniveau liegt nach wie vor auf einem historisch niedrigen Stand. Eine Verbesserung der Finanzierungskonditionen kann weitgehend ausgeschlossen werden. Der Flughafen München geht daher in seiner Planung von steigenden Zinssätzen für Darlehen mit variabler Verzinsung aus. Sollte das Zinsniveau im Planungszeitraum allerdings weniger stark steigen als angenommen, hätte dies einen positiven Effekt auf das EBT des Konzerns.

299 Nichtsdestotrotz geht der Flughafen München insgesamt davon aus, von vorteilhaften Entwicklungen auf den Finanzmärkten profitieren zu können.

300 Insgesamt ist die aus Zins- und Wechselkursentwicklungen entstehende Chance aufgrund der aktuellen Krisensituation kurzfristig betrachtet mit "geringer Relevanz" zu bewerten.

Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen

301 Der Flughafen München verfolgt das Klimaziel "CO 2 -Neutralität bis 2030". Er wird den von ihm beeinflussbaren CO 2 -Footprint durch eine Kombination von Reduktions- und Offsetting-Maßnahmen auf null senken. Die Umsetzung dieser CO 2 -Strategie ist mit Kosten verbunden. Im Bereich der Energieerzeugung und -einsparung sowie der erneuerbaren Energien ist allgemein eine fortschreitende Effizienzsteigerung zu beobachten. Sollte sich diese Entwicklung in beschleunigtem Maß fortsetzen, könnten durch ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei der emissionsarmen Energieerzeugung die Kosten für die CO 2 -Neutralität des Flughafens München das erwartete Niveau unterschreiten. Die Bereiche Umwelt, Technik sowie das strategische Nachhaltigkeitsmanagement des Flughafens beobachten diesbezügliche Trends.

302 Langfristig könnte eine damit verbundene überplanmäßige Ergebnisentwicklung einhergehen. Trotz sich ändernder politischer Anreiz- beziehungsweise Sanktionsmechanismen ist die daraus resultierende Chance aufgrund des vergleichsweise geringen Ergebniseffekts mit "geringer Relevanz" zu bewerten.

Interne Prozess- und Effizienzverbesserungen

303 Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie haben den Flughafen München dazu veranlasst, das Veränderungsprogramm "Restart" aufzusetzen. Das Programm diente dazu, das Unternehmen zukunftsfähig und effizient aufzustellen. Neben Maßnahmen zur Anpassung der Personalkapazität wurden im Rahmen des Programms auch organisatorische Veränderungen erarbeitet. Die Führungsstrukturen sowie die Schnittstellen zwischen Abteilungen standen dabei ebenso auf dem Prüfstand wie die Unternehmensstrategie und die Konzernstruktur. Erste Abschätzungen zu ergebnisverbessernden Effekten des Programms sind Bestandteil der den Gremien der FMG Ende 2020 vorgelegten mittelfristigen Planung. Die Maßnahmen des Programms wurden im Laufe des Jahres 2021 konkretisiert und anschließend umgesetzt. Da die wirtschaftlichen Effekte des Veränderungsprogramms "Restart" bereits in der mittelfristigen Planung des Flughafens München berücksichtigt und dabei ambitionierte Zielsetzungen unterstellt wurden, ist die Wahrscheinlichkeit einer deutlich überplanmäßigen Entwicklung als gering einzustufen. Die daraus resultierende Chance wird demnach aktuell mit "geringer Relevanz" bewertet.

Internationales Geschäft

304 Das internationale Geschäft des Flughafens München könnte sich besser entwickeln als erwartet.

305 Nach der Pandemie wird sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld erholen und die Nachfrage nach Beratungs- und Managementleistungen wieder steigern. Mittelfristig könnten auch der weitere Zukauf von flughafenaffinen Beratungsfirmen sowie das Eingehen von neuen strategischen Partnerschaften die lokale Marktposition des internationalen Geschäfts in wichtigen Zielmärkten stärken. Damit können einerseits ein schnellerer Markteintritt gewährleistet, lokale Netzwerke übernommen und lokale Personalkostenstrukturen aufgebaut werden. Andererseits kann durch Zukäufe das Produktportfolio komplementär erweitert und so die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

306 Aktuelle Entwicklungen zeigen zudem, dass immer mehr Regierungen ihre Flughäfen mittels Public Private Partnerships oder Konzessionen in die Hände des Privatsektors geben wollen. Hier könnten sich Chancen für den Einstieg in Flughafenkonzessionen oder den Abschluss von langfristigen Managementverträgen für das internationale Geschäft ergeben.

307 Der Konzern beobachtet hierzu intensiv alle relevanten Märkte und Entwicklungen, betreibt eine professionelle Kundenakquise und passt das Produkt- und Dienstleistungsportfolio laufend den marktseitigen Anforderungen an. So können sich ergebende Chancen optimal genutzt werden.

308 Mittel- und langfristig könnte eine damit verbundene überplanmäßige Ergebnisentwicklung einhergehen. Die daraus resultierende Chance ist allerdings aufgrund des vergleichsweise geringen Ergebniseffekts mit "geringer Relevanz" zu bewerten.

Real Estate

309 Die aktuell großen ökologischen und ökonomischen Herausforderungen setzen Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland unter einen hohen Innovations- und Kollaborationsdruck. Dies könnte zu einem erweiterten Bedarf an Kooperationsstandorten und Testflächen führen.

310 Der Flughafen München schafft mit seinem Projekt "LabCampus" ein neuartiges Innovationszentrum, das auf branchenübergreifende Zusammenarbeit, gemeinsames Entwickeln, Testen, Präsentieren und Realisieren ausgerichtet ist. Aktuell sind unter anderem mit der sogenannten Multifunktionsarena infrastrukturelle Maßnahmen in unmittelbarer Nähe zum LabCampus geplant. Dies könnte zu einer deutlich höheren Attraktivität des Immobilienstandorts Flughafen München führen. Höhere Ertragsströme und eine damit einhergehende schnellere Umsetzung des LabCampus wären die Folge (zusätzliche Gebäude und weitere Cluster können mit den entsprechenden Ertragsströmen früher realisiert werden). Langfristig besteht daher das Potenzial einer deutlich überplanmäßigen Ergebnisentwicklung.

311 Der Konzern beobachtet intensiv alle relevanten Märkte und betreibt eine professionelle Kunden-Akquise, um sich diesbezüglich am Markt ergebende Chancen optimal zu nutzen.

312 Obwohl für eine solche Entwicklung eine gewisse Eintrittswahrscheinlichkeit besteht, ist die resultierende Chance aufgrund des langfristigen Wirkungshorizonts aktuell mit "geringer Relevanz" zu bewerten.

4.2.5 Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation

313 Für den Flughafen München als zweitgrößten Verkehrsflughafen in Deutschland und einen der größten Airports in Europa ist es wichtig, sich bietende Chancen aktiv zu nutzen, um durch ein stetiges Wachstum seine Position am Markt zu sichern und weiter zu verbessern. Aber auch Risiken rechtzeitig zu erkennen und ihnen systematisch entgegenzuwirken, ist ein zentrales Ziel des Flughafens München.

314 So wird jedes Jahr die aktuell erwartete Wirkung möglicher Ereignisse und Entwicklungen bereits in der Geschäftsplanung berücksichtigt. Die berichteten Chancen und Risiken sind als über das prognostizierte Unternehmensergebnis hinausgehende potenzielle Abweichungen definiert. Der Flughafen München konsolidiert und aggregiert die von den Unternehmensbereichen und Konzerngesellschaften gemeldeten Risiken und berichtet vierteljährlich an die Geschäftsführung und Gesellschafter. Chancen werden unter Einbezug des Konzernbereichs Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement identifiziert und gesteuert.

315 Die Ausbreitung des Coronavirus und seine Auswirkungen auf den globalen Flugverkehr haben die Risikosituation des Flughafens München signifikant negativ beeinflusst. Unter Berücksichtigung dieser aktuellen Situation erfolgte mit Beginn der Pandemie eine Überprüfung beziehungsweise eine Neueinstufung der Risiken. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie sich weiterhin auf das Ergebnis auswirken werden. Allerdings ist der weitere Fortgang der Pandemie nicht absehbar, sodass eine abschließende Risikoeinschätzung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist.

316 Aus dem konzernweiten Risikomanagementsystem wie auch nach Einschätzung der Geschäftsführung waren im aktuellen Prognosezeitraum keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Flughafens München gefährden. Die Geschäftsführung ist davon überzeugt, dass der Zugang zu Liquidität zur Deckung des Finanzierungsbedarfs wie im Vorjahr möglich ist, um die durch die Coronavirus-Pandemie bedingten Herausforderungen zu überwinden. Die grundsätzliche Ertragskraft des Flughafens München mit den diversifizierten Geschäftsfeldern bildet eine solide Grundlage, um die Chancen für die zukünftige Geschäftsentwicklung zu nutzen und die hierfür notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

317 Der Flughafen München weist darauf hin, dass verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen.

 

München, den 8. April 2022

Jost Lammers

Nathalie Leroy

Jan-Henrik Andersson

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Flughafen München Gesellschaft mit beschränkter Haftung, München

Prüfungsurteile.

Wir haben den Konzernabschluss der Flughafen München Gesellschaft mit beschränkter Haftung, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern- Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Flughafen München Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die sonstigen Informationen umfassen die übrigen Teile des integrierten Berichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise, vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 29. April 2022

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Anita Botzenhardt, Wirtschaftsprüfer

ppa. Martina von Möller, Wirtschaftsprüferin

Beschlüsse der 182. Gesellschafterversammlung vom 04.07.2022

Punkt 2 Jahresabschluss 2021 mit Lagebericht, Bericht des Aufsichtsrats, Entlastung der Geschäftsführer und des Aufsichtsrats mit Bestellung des Abschlussprüfers, Ergebnisverwendung 2021 inkl. Bericht über die Rentabilität der Gesellschaft (§ 90 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AktG)

1.

Der als Anlage beigefügte Bericht des Aufsichtsrates wird zur Kenntnis genommen.

2.

Der Jahresabschluss 2021 der Flughafen München GmbH wird festgestellt und der Konzernabschluss 2021 gebilligt.

3.

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von € 202.812.010,82 wird mit dem Gewinnvortrag in Höhe von € 1.124.552.827,27 verrechnet und auf neue Rechnung vorgetragen.

4.

Den Geschäftsführern wird Entlastung für das Geschäftsjahr 2021 erteilt.

5.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrates wird Entlastung für das Geschäftsjahr 2021 erteilt.

6.

Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, wird als Abschlussprüfer für den Jahresabschluss 2022 der Flughafen München GmbH sowie den Konzernabschluss 2022 bestellt.

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat ließ sich durch die Geschäftsführung über die Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie über die wesentlichen Geschäftsvorfälle in seinen Sitzungen und durch schriftliche Berichte regelmäßig und eingehend unterrichten. Der Aufsichtsrat hat in seinen Sitzungen und den Sitzungen seiner Ausschüsse alle wichtigen Angelegenheiten der Gesellschaft beraten und im Rahmen seiner satzungsmäßigen Zuständigkeit die ihm obliegenden Entscheidungen getroffen. Der Aufsichtsrat trat dazu im Geschäftsjahr zu fünf Sitzungen zusammen. Der Arbeitsausschuss hat vier Sitzungen durchgeführt. Der Personalausschuss hat fünf Mal getagt.

Zum Ablauf des 30.09.2021 haben sowohl Frau Andrea Gebekken als Geschäftsführerin für Commercial und Security als auch Herr Thomas Weyer als Geschäftsführer für Finanzen und Infrastruktur die Flughafen München GmbH (FMG) nach erfolgreichen Jahren in der Geschäftsführung verlassen. Der Aufsichtsrat dankt beiden ehemaligen Geschäftsführern für ihre großen Verdienste um den Flughafen München. Am 01.10.2021 hat Frau Nathalie Leroy ihre Tätigkeit als neu durch den Aufsichtsrat bestellte Geschäftsführerin der FMG für Finanzen und Infrastruktur - und zum 01.11.2021 hat Herr Jan-Henrik Andersson seine Tätigkeit als neu durch den Aufsichtsrat bestellter Geschäftsführer der FMG für Commercial und Security aufgenommen. Beiden neuen Geschäftsführern wünscht der Aufsichtsrat viel Erfolg bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben.

Der von der Geschäftsführung vorgelegte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 und der Lagebericht der FMG sowie des Konzerns sind durch die zum Abschlussprüfer bestellte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Nach eigener Prüfung hat der Aufsichtsrat von dem Prüfungsergebnis Kenntnis genommen und keine Einwendungen erhoben.

Er billigt gem. § 52 Abs. 1 GmbHG i. V. m. § 171 Abs. 2 AktG den Jahresabschluss der FMG und den Konzernabschluss. Er schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresabschluss der FMG festzustellen und den Konzernabschluss zu billigen.

Den Geschäftsführern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spricht der Aufsichtsrat Dank und Anerkennung für die im Geschäftsjahr 2021 geleistete erfolgreiche Arbeit aus.

 

München, den 04. Juli 2022

Für den Aufsichtsrat

Staatsminister Albert Füracker, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Flughafen München GmbH

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.