FMO Electronics GmbHLiquidiert

In den Folgen, 98693 Ilmenau, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 305373
Vorher
Falcom Wireless Communications GmbH
Eingetragen
23.3.2000
Branche
Herstellung von Geräten und Einrichtungen der TelekommunikationstechnikHerstellung von Geräten der UnterhaltungselektronikHerstellung von elektrischem Installationsmaterial
Gegenstand
die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von Produkten der Kommunikationstechnik.

Historie

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Management

NameRolle
Jean-Luc Guerin
seit 21.11.2023
Liquidator

Konzern- und Jahresabschlüsse

Falcom Wireless Communications GmbH

Langewiesen

Jahresabschluss 2009

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2009

I. Darstellung des Geschäftsverlaufs

1. Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

Die Produktpalette der Gesellschaft adressiert folgende Märkte:

Machine-to-Machine Kommunikation

AVL - Automatic Vehicle Location

Navigation, Tracking

Mobiler Internetzugang

OEM - Produkte

Navigation und Tracking für Flotten- und Sicherheitsanwendungen, einschließlich Serveranwendungen

Falcom bietet eine vergleichsweise bereite Produktpalette. Konkurrenten wie z.B. Motorola, Siemens, Wavecom, Trimble, FastTrack oder U-Blox sind jeweils nur auf einzelne Märkte fokussiert. OEM-Produkte betreffen größere Serien kundenspezifischer Produkte, die gemeinsam mit dem Kunden entwickelt und für diese auch produziert werden. Derartige Produkte werden in allen adressierten Marktsegmenten realisiert. Doch im Massengeschäft verliert Falcom zunehmend Marktanteile, weil hier häufig anspruchslose Geräte gefordert werden, die in Asien in Massenproduktion hergestellt werden.

Falcom ist aufgrund der starken Entwicklungskompetenz in der Lage, Geräte für Spezialanwendungen, z.B. mit spezifischen oder frei programmierbaren Schnittstellen, einschließlich dazu passender Software oder Softwareapplikationen zu liefern. In diesem Bereich werden jedoch kaum größere Stückzahlen abgerufen.

Falcom definiert sich daher als Anbieter mit hoher Entwicklungskompetenz und Ressourcen für eine schnelle Produktion in kleinen bis mittleren Serien. In 2010 ist es darüber hinaus gelungen, reine Entwicklungsleistungen zu vermarkten.

2. Umsatz- und Auftragsentwicklung

Im Jahr 2009 musste die Gesellschaft erneut einen erheblichen Umsatzeinbruch verkraften. Ein zweites Jahr in Folge hat sich der Umsatz nahezu halbiert. Die Gründe sind zum Teil in einer immer noch zurückhaltenden Position der Kunden im Ergebnis der allgemeinen Verunsicherung an den Märkten zu sehen. Es gibt aber auch strukturelle Ursachen für die unbefriedigende Situation.

Um auf den Preisverfall bei Elektronikbauteilen zu reagieren, hat die Gesellschaft die Fertigungstiefe erhöht bzw. den Schwerpunkt zur Fertigung von Endprodukten verlagert. Die jetzt gefertigten Endgeräte für den industriellen und teilweise auch privaten Gebrauch sind wesentlich komplexer als reine Module, die der Kunde erst in Endgeräte einbaut. Gleichzeitig entstand aufgrund unterschiedlichster Kundenwünsche eine enorme Vielfalt an spezifischen Geräteauslegungen, was negative Auswirkungen auf die Losgrößen und die Komplexität der Fertigungsprozesse hatte und damit zu einer erheblichen Kostenbelastung führte.

Da der Vertrieb der Gesellschaft im Wesentlichen über externe Distributoren realisiert wird, besteht eine starke Abhängigkeit von diesen Partnern. Diese waren oft nicht in der Lage, komplexe und erklärungsbedürftige Produkte in den Markt zu bringen, weil es sich oft selbst um typische Bauteile-Händler handelt.

Die Gesellschaft hat auf diese Situation nur in der Weise reagieren können, dass man mit Hilfe der Distributoren, inzwischen aber auch vermehrt durch direkte Kundenansprache, versucht hat, größere anspruchsvolle Projekte zu akquirieren, bei denen anspruchsvolle, auf den Kunden zugeschnittene technische Lösungen gefragt waren. Diese werden dann in entsprechenden Stückzahlen gefertigt.

Derartige Projekte waren aber in 2009 noch die Ausnahme, was vor allem auf Zurückhaltung bei entsprechenden Anwendern und wiederholten Terminverschiebungen zurückzuführen war. Bei einem mit SIEMENS geplanten, gemeinsamen größeren Projekt für die Versicherungsbranche musste nach erheblichem Entwicklungsaufwand sogar ein Verlust konstatiert werden.

Bei Standardanwendungen und im Massengeschäft ist der Konkurrenzdruck und vor allem auch der Preisdruck osteuropäischer und asiatischer Hersteller zu groß um rentabel arbeiten zu können. Versuche, hier über große Stückzahlen rentable Aufträge zu erlangen, waren nur selten erfolgreich.

Der in 2009 sehr hohe Euro-Kurs hat das Amerika-Geschäft weitgehend zum Erliegen gebracht. Es wurden in den amerikanischen Märkten nur noch geringe Stückzahlen abgesetzt. Die Masse des Absatzes wurde in Europa und im nahen und mittleren Osten realisiert.

Die Versuche, mit dem Projekt "MiaVojo" den Markt des privaten Personal-Tracking zu erschließen, waren auch in 2009 nicht erfolgreich. Diese Plattform wurde zu einer BusinessLösung umgestaltet und wird den Systemhauskunden zur Nutzung angeboten. Erste Interessenten testen bereits die Lösung.

Der Gesellschaft fehlten die Ressourcen für eine systematische, direkte Kundenansprache im B2C-Geschäft. Die Konsequenz aus dieser Gesamtentwicklung war u.a. der Verkauf der Produktionsstätte auf Malta, welche im Bestand der Holding geführt wurde, was auch zu einer besseren Auslastung der Ressourcen in der Falcom Wireless Communications GmbH führen sollte. Trotz dieses radikalen Schrittes war das Jahr 2009 bei der Falcom Wireless Communications GmbH von Kurzarbeitsphasen in der Produktion geprägt.

3. Produktions- und Beschaffungsbereich

Falcom ist auf Design, Entwicklung und Produktion von Standard- und kundenspezifischen Hardware-Plattformen in mobilen Kommunikationssektor ausgerichtet. Die Technologien basieren u.a. auf GSM / GPRS / 3G / SAT / EDGE-, GPS- und BlueTooth / RFID -Standards.

Die Maschinen und Anlagen der Produktion entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Um Produktionsausfälle zu vermeiden, werden regelmäßig Wartungsarbeiten durchgeführt und die Mitarbeiter turnusmäßig geschult. Die Produktion kann in Mehrfach-Schicht betrieben werden.

Strategische Partnerschaften mit wichtigen Technologie-Kernlieferanten unterstützen die sehr breite Produktpalette sowie das umfangreiche Fach-Know-how. Damit entwickelt sich das Unternehmen weiterhin zu einem festen und wertvollen Partner für alle OEM's, Systemintegratoren, Dienstleistungs- und Netzwerkbetreiber, die die angewendeten Technologien in Ihre Produkte, Lösungen oder Dienstleistungspakete nutzen.

Die wichtigsten Rohmaterialien werden von Lieferanten bezogen, mit denen langfristige Geschäftsbeziehungen bestehen und die zuverlässig die Wettbewerbsfähigkeit garantieren. Für alle Materialien stehen qualitativ und preislich konkurrenzfähige Zweit- und Drittlieferanten (teilweise) zur Verfügung. Im GSM/GPRS/EDGE - Bereich wurde neben der bestehenden Partnerschaft mit Siemens ein weiterer Lieferant in das Portfolio aufgenommen. Erste Geräte dieses Lieferanten wurden auch schon produziert und an Kunden ausgeliefert.

Das Streben nach höchsten Qualitätsansprüchen wird durch die ISO-Zertifizierungen dokumentiert.

Im Beschaffungsbereich haben sich die Preiskämpfe verschärft, weil aufgrund geringerer Produktionsvolumina nicht mehr in den bisherigen großen Stückzahlen geordert werden konnte. Direktbestellungen bei Herstellern wichtiger Komponenten waren aufgrund dessen auch nicht möglich. Das Unternehmen hat im Laufe des Geschäftsjahres Lagerbestände abgebaut.

4. Investitions- und Finanzierungsmaßnahmen

Größte Investitionen im Berichtsjahr waren die Anschaffung von Werkzeugen für Gehäuse. Das Geschäftsfeld Serverlösung wurde weiterhin ausgebaut.

Das Unternehmen verwendet verschiedene Finanzierungsarten entsprechend der Fristigkeiten der zu finanzierenden Gegenstände bzw. bilanziellen Auswirkungen. Für die Anschaffung von Maschinen und Ausrüstungen werden i.d.R. Leasing- und Mietkaufmodelle in Anspruch genommen.

Im Berichtsjahr wurden keine Finanzierungen abgeschlossen. Bankverbindlichkeiten, andere Finanzierungen und sonstige Verpflichtungen wurden im Berichtsjahr vertragsgemäß bedient. Die bestehenden Kontokorrentlinien entsprachen einem Mehrfachen des Umsatz. Das Unternehmen war in 2009 Skontozahler. Finanzinstrumente werden von der Gesellschaft nicht eingesetzt. Zweigniederlassungen bestehen nicht.

5. Personal- und Sozialbereich

Falcom beschäftigte per 31.12.2009 insgesamt 80 Mitarbeiter. Davon sind 37 in der Produktion, 24 in der Entwicklung und 11 in Vertrieb bzw. Verwaltung beschäftigt. Zusätzlich werden 6 Lehrlinge ausgebildet.

Das Unternehmen qualifiziert seine Mitarbeiter selbst z.B. durch Ausbildung von Lehrlingen, welche i.d.R. übernommen werden. Neue Mitarbeiter im Bereich Ingenieurwesen werden größtenteils durch erfolgreich abgeschlossene Praktika oder betreute Diplomarbeiten gewonnen. Dies erfolgt i.d.R. in Kooperation mit der TU Ilmenau.

Maßnahmen zur Weiterbildung werden je nach Bedarf vom Unternehmen durchgeführt. Das Unternehmen schließt für die Mitarbeiter arbeitgeberfinanzierte Altersversorgungen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ab.

II. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz erneut um 49% gesunken. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, wiederum ein Verlust, hat sich verdoppelt.

  2009 (gerundet) 2008 (gerundet)
  % Mio. Euro % Mio. Euro
Working Capital 100 1,9 133 4,2
Umlaufvermögen / kurzfristiges Fremdkapital (FK)   1,9   3,1
Eigenkapitalquote 33 1,3 39 2,2
Eigenkapital (EK) + stille Beteiligung / Bilanzsumme   3,9   5,7
Deckungsgrad II 250 2,0 212 2,2
(EK + stille Beteiligung + langfristiges FK) / Anlagen   0,8   1,0
Umsatzrentabilität vor Steuern vom Ertrag -26 -1,8 -7 -0,9
Jahresüberschuss vor Steuern vom Ertrag / Umsatz   6,8   13,4
Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit        
Jahresüberschuss   -1,8   -0,8
Abschreibungen auf Anlagevermögen   0,4   0,4
Veränderungen der kurzfristigen Aktiva   1,2   0,6
Veränderungen der kurzfristigen Passiva   -1,2   -2,0
Gesamt   -1,4   -1,8

Das Working Capital wurde gegenüber dem Vorjahr um halbiert. Vor allem die Materialbestände wurden der veränderten Auftragslage entsprechend reduziert. Aufgrund der Tatsache, dass die meisten Kunden per Vorauskasse zahlen, konnten auch die Forderungsbestände halbiert und im Ergebnis gefallener Umsätze relativ niedrig gehalten werden. Die Eigenkapitalquote ist gegenüber dem Vorjahr aufgrund der gesunkenen Bilanzsumme nur gering gefallen. Der Deckungsgrad II hat sich um 16% gegenüber dem Vorjahr erhöht, was im Zusammenhang mit dem gefallenen Bestand des Anlagevermögens steht.

Die Umsatzrentabilität vor Steuern vom Ertrag war wiederum negativ und hat sich leider im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Dies ist insbesondere auf den starken Umsatzrückgang zurück zu führen, während die Kosten nicht im gleichen Maße reduziert wurden.

Der (negative) Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr als absoluter Wert etwas verbessert worden, relativ gesehen, wurde das Verhältnis von Cash-Flow zu Umsatz weiter verschlechtert.

III. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahrs

Die am Jahresbeginn noch bis Februar 2010 realisierte Kurzarbeit wurde im März vollständig aufgehoben. Die Produktion ist zweischichtig ausgelastet. Bezüglich der für den Herbst erwarteten Umsatzsteigerung werden Kooperationen mit Subunternehmern angestrebt. Im Jahr 2010 konnte die eigenständige Vermarktung von Entwicklungsleistungen erstmals in mehreren Projekten erfolgreich realisiert werden.

Im April 2010 hat Herr Ralph Leipoldt im Rahmen einer geordneten Unternehmensnachfolge als ersten Teilschritt die Geschäftsführung auf Herrn Holger Liebold übertragen.

IV. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Die derzeitige Wirtschaftskrise zeigt nach wie vor Wirkungen am Markt. Zwar rechnen wichtige Distributoren mit einem Anziehen der Kundennachfrage spätestens im 4. Quartal 2010. Am Markt herrscht aber offenbar noch Vorsicht, was Investitionen in innovative Produkte angeht.

Das Unternehmen ist darum bemüht, die eigenen Vertriebsressourcen zu erweitern, nach neuen Vertriebspartnern zu suchen, eventuell sogar auch strategische Investoren mit hoher Vertriebskompetenz. Für 2010 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 9 bis 11 Mio. €. Die tatsächliche Umsatzentwicklung ist abhängig von der Realisierung einer Reihe größerer Projekte, von denen wenigstens einige zur Ausführung kommen dürften. Mit dem erreichten Umsatz in den ersten 5 Monaten hat die Gesellschaft immerhin die Vorjahreswerte übertroffen. Das Unternehmen ist darum bemüht, neue internationale Märkte zu erschließen und gleichzeitig durch Rationalisierung der Abläufe weiter Kosten zu senken.

In einem nach wie vor harten Marktumfeld ist die Gesellschaft bemüht, auch in den Folgejahren die Umsätze wieder zu steigern. Große Hoffnungen werden trotz aller zeitlicher Verzögerungen weiter in den indischen Markt gesetzt, wo mehrere Kunden gewonnen werden konnten. Den Schwerpunkt bilden jedoch nach wie vor anspruchsvolle europäische Kunden im Bereich Industrie und Dienstleistungen. Auch die Margen des Unternehmens werden längere Zeit unter Druck bleiben, weil die Hersteller vieler Komponenten, die das Unternehmen bezieht, Preiserhöhungen angekündigt haben.

V. Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach § 289 Abs. 1 S. 5 HGB

Als gesetzlicher Vertreter einer Kapitalgesellschaft im Sinne des § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB versichere ich hiermit, das im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft der Kapitalgesellschaft nach besten Wissen so dargestellt wurden, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und dass die wesentlichen Chancen und Risiken im Sinne des § 289 Abs.1 Satz 4 HGB beschrieben wurden.

 

Langewiesen, 15. Juni 2010

Falcom Wireless Communications GmbH

Thomas Leipoldt, Geschäftsführer

Holger Liebold, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2009

AKTIVA

  2009
Euro
2008
Euro
A. Aufwendungen für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs 781.175,00 443.700,00
B. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 143.151,00 149.978,00
II. Sachanlagen    
1. Technische Anlagen und Maschinen 204.812,00 318.531,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 480.866,98 561.932,98
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 47.101,00 4.059,00
  732.779,98 884.522,98
  875.930,98 1.034.500,98
C. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.408.949,60 1.814.349,37
2. Unfertige Erzeugnisse, Unfertige Leistungen 464.316,50 454.851,53
3. Fertige Erzeugnisse, Fertige Leistungen 98.161,02 186.674,89
4. Erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen -125.591,26 -126.841,05
5. Geleistete Anzahlungen 98.014,29 1.943.850,15 33.893,53 2.362.928,27
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 258.341,71 496.900,14
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 1.404,02 849.385,55
3. Sonstige Vermögensgegenstände 74.909,94 171.803,74
  334.655,67 1.518.089,43
III. Kassenbestand, Bankguthaben 1.246,56 291.375,11
  2.279.752,38 4.172.392,81
D. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 18.387,00 26.098,00
- davon Disagio: Euro 15.7600,00 (Vorjahr: Euro 19.800,00)    
  3.955.245,36 5.676.691,79

Passiva

   
  2009
Euro
2008
Euro
A. Eigenkapital    
I. gezeichnetes Kapital 500.000,00 500.000,00
II. Kapitalrücklage 1.000.000,00 0,00
III. Gewinnrücklagen 1.547.614,45 1.547.614,45
IV. Verlustvortrag -821.144,03 0,00
V. Jahresüberschuss/ -fehlbetrag -1.852.363,24 -821.144,03
  374.107,18 1.226.470,42
B. Stille Beteiligung 1.000.000,00 1.000.000,00
C. Rückstellungen    
Sonstige Rückstellungen 531.000,00 169.000,00
  531.000,00 169.000,00
D. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.562.441,17 1.135.588,92
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: Euro 1.476.385,17 (Vorjahr: Euro 988.784,92)    
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 130.077,15 857.449,06
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: Euro 130.077,15 (Vorjahr: Euro 857.449,06)    
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 150.841,37 1.112.861,30
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: Euro 150.841,37 (Vorjahr: Euro 1.112.861,30)    
4. Sonstige Verbindlichkeiten 206.778,49 175.322,09
- davon aus Steuern: Euro 81.189,01 (Vorjahr: Euro 38.157,21)    
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: Euro 2.345,60 (Vorjahr: Euro 2.762,85)    
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: Euro 206.778,49 (Vorjahr: Euro 175.437,33)    
  2.050.138,18 3.281.221,37
  3.955.245,36 5.676.691,79

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2009

  2009
Euro
2008
Euro
1. Umsatzerlöse   6.818.232,71 13.439.678,38
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen   -79.048,90 120.530,39
3. Andere aktivierte Eigenleistungen   478.070,00 443.700,00
4. Sonstige betriebliche Erträge   221.861,19 406.828,90
5. Gesamtleistung   7.439.115,00 14.410.737,67
6. Materialaufwand      
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 4.007.548,44   10.331.265,69
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 161.635,61 4.169.184,05 183.990,11 10.515.255,80
7. Rohergebnis   3.269.930,95 3.895.481,87
8. Personalaufwand      
a) Gehälter 2.252.449,98   2.412.749,93
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 511.367,80   512.272,26
- davon für Altersversorgung: Euro 110.433,80 (Vorjahr: Euro 109.515,84)      
    2.763.817,78 2.925.022,19
9. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs   466.122,29 394.737,35
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen   1.671.709,97 1.390.228,67
11. Betriebsergebnis   -1.631.719,09 -814.506,34
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   24.336,04 56.292,23
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   241.124,19 131.273,25
14. Finanzergebnis   -216.788,15 -74.981,02
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   -1.848.507,24 -889.487,36
16. Steuern von Einkommen und vom Ertrag   0,00 -71.745,33
17. Sonstige Steuern   3.856,00 3.402,00
18. Summe Steuern   3.856,00 -68.343,33
19. Jahresüberschuss / -fehlbetrag (-)   -1.852.363,24 -821.144,03
20. Bilanzgewinn / -verlust (-)   -1.852.363,24 -821.144,03

Anhang für das Geschäftsjahr 2009

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 und 4 HGB auf. Die Regelungen des GmbH-Gesetzes wurden beachtet. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Berichtsjahr nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 1 HGB aufgestellt.

Die größenabhängigen Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften wurden teilweise bei der Erstellung des Jahresabschlusses in Anspruch genommen.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Aufwendungen für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs, immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen, bei betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern von drei bis neunzehn Jahren, bewertet. Die Geringwertigen Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs vollständig abgeschrieben. Investitionszuschüsse der Thüringer Aufbaubank wurden direkt von den ursprünglichen Anschaffungs- und Herstellungskosten der entsprechenden Vermögensgegenstände abgesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder mit den niedrigeren Werten am Abschlussstichtag angesetzt. Dabei wurde grundsätzlich das strenge Niederstwertprinzip beachtet. In die Herstellungskosten werden neben den direkten Kosten auch Anteile der Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Zinsen für Fremdkapital wurden nicht in die Bewertung einbezogen.

Die Forderungen und die übrigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bewertet. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung auf die Netto-Forderungen Rechnung getragen. Einzelwertberichtigungen wurden nicht vorgenommen. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird linear über die Laufzeit der eingestellten Beträge abgeschrieben.

Die stille Beteiligung wurde mit dem Rückzahlbetrag angesetzt. Die Rückstellungen enthalten alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und werden mit dem Wert der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet. Die Verbindlichkeiten werden zum Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Aufwendungen und Erträge werden auf das Geschäftsjahr abgegrenzt.

Fristigkeitsvermerke sowie sonstige Vermerke wurden teilweise im Anhang und in der Bilanz je nach besserer Klarheit der Darstellung ausgewiesen. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Anschaffungskurs bzw. zum amtlichen Mittelkurs der EZB am Bilanzstichtag bewertet.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Die Aufwendungen für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs betreffen das neue Geschäftsfeld "Komplettlösung" unter dem Namen T4Y. Bisher verkaufte Falcom nur Hardware an B2B-Kunden. Mit dem T4Y-Konzept bestehend aus Hardware und Software soll der Markteintritt für die Kunden der Falcom verkürzt werden. Hierzu wurde eine vollständige internetbasierende Software entwickelt. Die Anpassung/Optimierung wird auch noch in den Folgejahren fortgesetzt werden. In den Aufwendungen sind alle Kosten enthalten, die für die Erstellung der Software und der Marktaufbereitung angefallen sind. Die Aufwendungen werden ab dem Folgejahr über 4 Jahre abgeschrieben.

Die Entwicklung der Aufwendungen für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs und das Anlagevermögens ist in einer gesonderten Anlage dargestellt. Alle Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig. Forderungen gegenüber der Gesellschafterin bestanden zum Stichtag nicht (Vorjahr: Euro 849.385,55).

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält ein Disagio von Euro 15.760,00 (Vorjahr: Euro 19.800,00).

Die Sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Beträge für Rechtsanwalts- und Prozesskosten (TEUR 395), Gewährleistungen sowie für Jahresabschlusserstellung und -prüfung.

Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin bestanden zum Stichtag in Höhe von Euro 150.841,37 (Vorjahr: Euro 0,00).

Der Jahresfehlbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen. Zum Bilanzstichtag beträgt das Eigenkapital Euro 373.915,65 (Vorjahr: Euro 1.226.470,42).

Die Gewinnrücklage entwickelte sich wie folgt:

  Euro
Stand zum 1. Januar 2009 1.547.614,45
Einstellung aus Jahresüberschuss 2009 0,00
Stand zum 31. Dezember 2009 1.547.614,45

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten per 31.12.2009:

    Restlaufzeit
  Gesamtbetrag
Euro
bis 1 Jahr
Euro
1 bis 5 Jahre
Euro
über 5 Jahre
Euro
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.562.441,17 1.476.385,17 86.056,00 0,00
(Vorjahr) (1.135.588,92) (988.784,92) (146.804,00) (0,00)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 130.077,15 130.077,15 0,00 0,00
(Vorjahr) (857.449,06) (857.449,06) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 150.841,37 150.841,37 0,00 0,00
(Vorjahr) (1.112.861,30) (1.112.861,30) (0,00) (0,00)
Sonstige Verbindlichkeiten 206.778,49 206.778,49 0,00 0,00
(Vorjahr) (175.322,09) (175.322,09) (0,00) (0,00)
Gesamt 2.050.138,18 1.964.082,18 86.056,00 0,00
(Vorjahr) (3.281.221,37) (3.134.417,37) (146.804,00) (0,00)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch übereignete Vermögensgegenstände und Grundschulden besichert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind dem branchenüblichen Eigentumsvorbehalt unterworfen. Die Gegenstände des Anlagevermögens sind sicherungsübereignet.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den planmäßigen Abschreibungen sind Euro 110.925,00 Abschreibungen auf Aufwendungen für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs enthalten.

V. Sonstige Angaben

Im Geschäftsjahr 2009 wurde die Geschäftsführung von Herrn Ralf Leipoldt, Diplom-Ingenieur, Ilmenau, und Herrn Thomas Leipoldt, Elektroniker, Ilmenau ausgeführt. Beide Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des §181 BGB befreit. Herr Ralf Leipoldt ist zum 26.4.2010 als Geschäftsführer abberufen wurden. Als neuer Geschäftsführer wurde Herr Holger Liebold, Dipl-Kfm., Jena, am 29.4.2010 zum Geschäftsführer bestellt.

Die Gesellschaft hat im Berichtszeitraum durchschnittlich 80 Mitarbeiter (Vorjahr: 83) beschäftigt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen der Gesellschaft zum Stichtag:

Fälligkeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre nach 5 Jahren
Verpflichtungen aus Miet-, Leasing, Service und Providerverträgen (in TEuro) 577 1.291 216
(Vorjahr) (648) (1.669) (216)

Die Verpflichtungen nach 5 Jahren betreffen die jährlichen Zahlungsverpflichtungen auf Grund der Mietverträge mit der Falcom Holding GmbH, Langewiesen, welche auf unbestimmte Zeit abgeschlossen sind. Weiterhin bestehen noch Haftungen aus einem GA-Zuschuss über 480TEUR bis Mai 2013.

Von der Unterlassung der Angabe bestimmter Daten wurde gemäß § 286 HGB Gebrauch gemacht, insbesondere hinsichtlich der Bezüge der Geschäftsführer und der regionalen Verteilung der Umsatzerlöse.

Anlagengitter 2009

    Bewegungen im Geschäftsjahr 2009
  Anschaffungskosten 01.01.2009
Euro
Zugänge
Euro
Kürzung Anschaffungskosten
Euro
Umbuchungen
Euro
Abgänge
Euro
A. Aufwendungen für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs 443.700,00 448.400,00 0,00 0,00 0,00
B. Anlagevermögen          
I. Immaterielle Vermögensgegenstände und gewerbliche Schutzrechte 339.128,55 54.586,63 0,00 0,00 0,00
  339.128,55 54.586,63 0,00 0,00 0,00
II. Sachanlagen          
1. Technische Anlagen und Maschinen 782.867,31 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Andere Anlagen Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.595.900,43 94.939,66 0,00 4.059,00 0,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 13.100,00 47.101,00 0,00 -13.100,00 0,00
  2.391.867,74 142.040,66 0,00 -9.041,00 0,00
  2.730.996,29 196.627,29 0,00 -9.041,00 0,00
         
  Abschreibungen gesamt
Euro
Buchwert 31.12.2009
Euro
Buchwert Vorjahr
Euro
Abschreibungen Geschäftsjahr
Euro
A. Aufwendungen für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs 110.925,00 781.175,00 443.700,00 110.925,00
B. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände und gewerbliche Schutzrechte 250.564,18 143.151,00 149.978,00 61.413,63
  250.564,18 143.151,00 149.978,00 61.413,63
II. Sachanlagen        
1. Technische Anlagen und Maschinen 578.055,31 204.812,00 318.531,00 113.719,00
2. Andere Anlagen Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.214.032,11 480.866,98 561.932,98 180.064,66
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 0,00 47.101,00 4.059,00 0,00
  1.792.087,42 732.779,98 884.522,98 293.783,66
  2.042.651,60 875.930,98 1.034.500,98 355.197,29

Bestätigungsvermerk

Nach dem abschließenden Ergebnis meiner Prüfung habe ich mit Datum vom 19. November 2010 dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2009 (Anlagen 1 bis 3) und dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2009 (Anlage 4) der Falcom Wireless Communications GmbH, Langewiesen, den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

Ich habe den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Falcom Wireless Communications GmbH, Langewiesen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ggfs. ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags liegt in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Meine Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von mir durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss und den Lagebericht abzugeben.

Ich habe meine Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Ich bin der Auffassung, dass meine Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für meine Beurteilung bildet.

Meine Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ggfs. ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Krefeld, den 19. November 2010

Prof. Dr. Voos, Wirtschaftsprüfer

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