Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 155922
Eingetragen
30.1.2014
Branche
Vermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels CarsharingErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologiePersonenbeförderung mit Fahrzeug mit Fahrer auf Abruf
Gegenstand
Die Entwicklung, Vermarktung und Umsetzung lT-optimierter Mobilitätskonzepte. Hierzu gehört u.a. IT-optimierte Personenbeförderung mit Mietwagen.

Historie

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Management

NameRolle
Bruno Ginnuth
seit 30.1.2014
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

14.01% identifiziert86.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
J** H******
7.05%
B**** G******
6.96%

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Deutsche Bahn Aktiengesellschaft
86.00%

Gesellschafter
Beta

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Deutsche Bahn Aktiengesellschaft
Germany
268.619 €
86.00%
J** H******
22.008 €
7.05%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Konzern- und Jahresabschlüsse

GHT Mobility GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Inhaltsverzeichnis

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Bilanz zum 31. Dezember 2019

AKTIVA

31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.028,56 25.101,56
15.028,56 25.101,56
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 16.867,00 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.273.354,00 546.691,00
4.290.221,00 546.691,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 572.040,76 7.141.000,00
2. Beteiligungen 0,00 138.871,76
572.040,76 7.279.871,76
4.877.290,32 7.851.664,32
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 90.216,65 4.671,94
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.814.156,86 6.243.853,65
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 259.578,94
4. Sonstige Vermögensgegenstände 470.054,86 794.740,84
3.374.428,37 7.302.845,37
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 9.802.626,68 1.785.954,24
13.177.055,05 9.088.799,61
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 792.414,34 75.364,96
D. NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG 14.405.025,99 0,00
33.251.785,70 17.015.828,89

PASSIVA

31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 312.361,00 239.633,00
II. Kapitalrücklage 30.954.466,03 19.027.074,03
III. Verlustvortrag -7.104.279,47 -4.723.492,71
IV. Jahresfehlbetrag -38.567.573,55 -2.380.786,76
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 14.405.025,99 0,00
0,00 12.162.427,56
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Sonstige Rückstellungen 347.878,48 421.098,56
347.878,48 421.098,56
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.419.880,36 0,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 40.005,24 24.385,12
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.554.012,21 271.505,00
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 26.760.396,58 3.929.289,03
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 28.198,00
6. Sonstige Verbindlichkeiten 129.612,83 178.925,62
- davon aus Steuern: EUR 116.979,86 (Vorjahr: EUR 162.665,30)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 240,58 (Vorjahr: EUR 10.783,23)
32.903.907,22 4.432.302,77
33.251.785,70 17.015.828,89

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

2019 2018
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 4.215.923,52 1.901.367,92
2. Sonstige betriebliche Erträge 214.007,08 6.262.993,13
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -3.672.684,15 -1.558.893,16
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -147.344,57 -2.490.328,59
-3.820.028,72 -4.049.221,75
4. Rohergebnis 609.901,88 4.115.139,30
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.069.297,72 -3.470.867,07
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.136.175,23 -1.076.610,54
-7.205.472,95 -4.547.477,61
6. Abschreibungen
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -838.106,63 -142.993,52
b) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten -18.179.000,00 0,00
-19.017.106,63 -142.993,52
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.626.854,78 -1.729.789,19
8. Betriebsergebnis -31.239.532,48 -2.305.121,02
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 565.708,74 126.425,05
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 565.708,74 (Vorjahr: EUR 122.946,01)
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen -6.725.994,00 0,00
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.167.755,81 -201.978,79
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR -1.060.524,39 (Vorjahr: EUR -201.977,62)
12. Finanzergebnis -7.328.041,07 -75.553,74
13. Ergebnis nach Steuern -38.567.573,55 -2.380.674,76
14. Sonstige Steuern 0,00 -112,00
15. Jahresfehlbetrag -38.567.573,55 -2.380.786,76

Anhang für das Geschäftsjahr 2019

Allgemeine Angaben

Die Firma der Gesellschaft lautet GHT Mobility GmbH mit Sitz in Berlin. Die Gesellschaft ist unter der Registernummer HRB 155922 B beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des HGB und des GmbHG aufgestellt.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag gemäß den §§ 267, 267a HGB die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft auf und nimmt daher bei der Aufstellung und Offenlegung teilweise die entsprechenden größenabhängigen Erleichterungen in Anspruch.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewendet.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgte unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB). Die Annahme wird auf die Zusage ausreichender Gesellschafterfinanzierungen zumindest für die folgenden Geschäftsjahre 2020 sowie 2021 gestützt.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, um planmäßige Abschreibungen sowie gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, sofern abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen sowie gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Geringwertige Vermögensgegenstände wurden im Geschäftsjahr voll abgeschrieben.

Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert oder - sofern erforderlich - zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bilanziert, sofern eine dauerhafte Wertminderung vorliegt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden grundsätzlich mit dem Nennwert bzw. den Anschaffungskosten bilanziert. Möglicher Ausfall und sonstigen Risiken werden durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert aktiviert.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurde für Ausgaben gebildet, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Das Eigenkapital ist zum Nennwert angesetzt.

Die Rückstellungen decken alle zum Zeitpunkt der Jahresabschlusserstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten ab und sind nach vernünftigen kaufmännischen Grundsätzen ermittelt. Die Rückstellungen wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Angaben zur Bilanz

Die Aufgliederung und Entwicklung der Anlagenwerte sind aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Aufgrund der voraussichtlich dauernden Wertminderung wurden im Geschäftsjahr 2019 Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 6.726 (Vorjahr: TEUR 0) außerplanmäßig abgeschrieben.

Im Geschäftsjahr 2019 erfolgte eine Erhöhung des gezeichneten Kapitals in Höhe von TEUR 72. Das gezeichnete Kapital beläuft sich zum 31. Dezember 2019 somit auf TEUR 312 (Vorjahr: TEUR 240). Zudem wurde die Kapitalrücklage durch Einzahlung und Umwandlung eines Wandeldarlehens von TEUR 19.027 auf TEUR 30.954 erhöht.

Die Verbindlichkeiten setzen sich zum 31. Dezember 2019 wie folgt zusammen:

Art der Verbindlichkeiten Höhe der Verbindlichkeit Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis zu 5 Jahre Restlaufzeit mehr als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
1 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.420 1.950 2.470 0
(Vorjahr) (0) (0) (0) (0)
2 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 40 40 0 0
(Vorjahr) (24) (24) (0) (0)
3 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.554 1.554 0 0
(Vorjahr) (272) (272) (0) (0)
4 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 26.760 17.760 9.000 0
(Vorjahr) (3.929) (3.929) (0) (0)
5 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0
(Vorjahr) (28) (28) (0) (0)
6 Sonstige Verbindlichkeiten 130 130 0 0
(Vorjahr) (179) (179) (0) (0)
Gesamt 32.904 21.434 11.470 0
(31. Dezember 2018) (4.432) (4.432) (0) (0)

Von den ausgewiesenen Verbindlichkeiten ist ein Gesamtbetrag von 4.414 TEUR durch Pfandrechte, Sicherungsübereignung, Eigentumsvorbehalt, Sicherheitsabtretung o. Ä. gesichert.

Gegenüber Gesellschaftern bestehen zum Bilanzstichtag nachfolgende Rechte und Pflichten (§ 42 Abs.3 GmbHG):

Ausleihungen 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)
Forderungen 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)
Verbindlichkeiten 26.097 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern werden in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen und bestehen zum Bilanzstichtag in voller Höhe in Form von Wandelschuldverschreibungen inklusive zugehöriger Verzinsung.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Neben den bereits erwähnten Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 6.726 wurden zum Bilanzstichtag außerplanmäßige Abschreibungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 18.179 (Vorjahr: EUR TEUR 0) vorgenommen.

Sonstige Angaben

Geschäftsführung:

Im Berichtsjahr wurden die Geschäfte durch Herrn Bruno Ginnuth, Kaufmann, geführt.

Von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB wurde in Bezug auf § 285 Nr. 9 a und b Gebrauch gemacht.

Mitarbeiter:

Während des Geschäftsjahrs wurden durchschnittlich 130 Arbeitnehmer (Vorjahr: 76) beschäftigt.

Beteiligungsverhältnisse:

Tochtergesellschaft Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital 31.12.2019 Jahresergebnis 2019
% EUR EUR
CleverCar GmbH Berlin 100 -22.988,83 -35.930,18
CleverShuttle Augsburg GmbH Augsburg 100 9.603,45 -1.277,67
CleverShuttle Berlin GmbH Berlin 100 -6.255.782,13 -10.714.424,24
CleverShuttle Bielefeld GmbH Bielefeld 100 9.177,08 -1.518,17
CleverShuttle Bochum GmbH Bochum 100 9.126,24 -1.570,35
CleverShuttle Bonn GmbH Bonn 100 9.180,96 -1.517,05
CleverShuttle Bremen GmbH Bremen 100 9.215,31 -1.481,35
CleverShuttle Dortmund GmbH Dortmund 100 9.048,28 -1.652,75
CleverShuttle Dresden GmbH Dresden 100 -1.037.919,44 -900.668,53
CleverShuttle Duisburg GmbH Duisburg 100 9.186,25 -1.509,92
CleverShuttle Düsseldorf GmbH * Düsseldorf 100 10.696,62 -1.803,38
CleverShuttle Essen GmbH Essen 100 9.033,97 -1.472,02
CleverShuttle Frankfurt GmbH Frankfurt/Main 100 -1.047.894,27 -951.797,94
CleverShuttle Garching GmbH Garching 100 11.631,88 -1.092,99
CleverShuttle Hamburg GmbH Hamburg 100 -4.899.384,14 -3.674.829,35
CleverShuttle Karlsruhe GmbH Karlsruhe 100 9.022,82 -1.672,61
CleverShuttle Köln GmbH Köln 100 65.924,36 -59.622,98
CleverShuttle Leipzig GmbH * Leipzig 62,65 -1.280.078,86 -1.046.064,54
CleverShuttle Mannheim GmbH Mannheim 100 58.456,86 -2.135,55
CleverShuttle München GmbH München 100 -3.506.170,18 -5.229.587,11
CleverShuttle Münster GmbH Münster 100 8.823,28 -1.872,24
CleverShuttle Nürnberg GmbH Nürnberg 100 9.213,07 -1.482,54
CleverShuttle Stuttgart GmbH Stuttgart 100 -901.387,07 -600.674,35
CleverShuttle Wiesbaden GmbH Wiesbaden 100 9.186,56 -1.508,87
CS Leipzig GmbH Leipzig 100 8.923,90 -1.775,84

* Eigenkapital und Ergebnis zum 31.12.2018

Sonstige Verpflichtungen

Aus bereits abgeschlossenen Verträgen bestehen in den Folgeperioden sonstige Verpflichtungen in Höhe von rd. EUR 2,1 Mio.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die zum Ende des Geschäftsjahrs erstmals in der Volksrepublik China aufgetretene neuartige Lungenkrankheit COVID-19 entwickelte sich im Verlauf des 1. Quartals 2020 zu einer weltweiten Pandemie. Das genaue Ausmaß der Pandemie auf die Gesellschaft lässt sich aus Sicht der Geschäftsführung noch nicht abschließend beurteilen und auch die finanziellen Auswirkungen nicht konkret darstellen. In der Gesamtbetrachtung überwiegen die Risiken aus der Pandemie gegenüber den hieraus entstehenden Chancen. Es ist daher in den folgenden Geschäftsjahren mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren zu rechnen. Über Dauer und mögliches Ausmaß der Pandemie bestehen nach wie vor erhebliche Unsicherheiten.

Die vollständig eigenwirtschaftlich betriebenen Fahrbetriebe in Berlin, Dresden und München wurden zum Ende Juni 2020 eingestellt. Der Betrieb in Kiel endete zum 31. Oktober 2020. CleverShuttle wird ab diesem Zeitpunkt somit noch in den Städten Düsseldorf und Leipzig aktiv sein.

 

Berlin, den 2. März 2021

Bruno Ginnuth, Geschäftsführer

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2019

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2019 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 65.309,33 0,00 0,00 0,00 65.309,33
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 65.309,33 0,00 0,00 0,00 65.309,33
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 17.624,00 0,00 0,00 17.624,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 750.263,68 5.245.760,18 0,00 870.005,88 5.126.017,98
Summe Sachanlagen 750.263,68 5.263.384,18 0,00 870.005,88 5.143.641,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7.141.000,00 12.500,00 144.534,76 0,00 7.298.034,76
2. Beteiligungen 138.871,76 5.663,00 -144.534,76 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 7.279.871,76 18.163,00 0,00 0,00 7.298.034,76
Summe Anlagevermögen 8.095.444,77 5.281.547,18 0,00 870.005,88 12.506.986,07
Abschreibungen
Stand 01.01.2019 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 40.207,77 10.073,00 0,00 0,00 50.280,77
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 40.207,77 10.073,00 0,00 0,00 50.280,77
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 757,00 0,00 0,00 757,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 203.572,68 827.276,63 0,00 178.185,33 852.663,98
Summe Sachanlagen 203.572,68 828.033,63 0,00 178.185,33 853.420,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 6.725.994,00 0,00 0,00 6.725.994,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 6.725.994,00 0,00 0,00 6.725.994,00
Summe Anlagevermögen 243.780,45 7.564.100,63 0,00 178.185,33 7.629.695,75
Buchwerte
Stand 31.12.2019 Stand 31.12.2018
EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.028,56 25.101,56
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 15.028,56 25.101,56
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 16.867,00 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.273.354,00 546.691,00
Summe Sachanlagen 4.290.221,00 546.691,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 572.040,76 7.141.000,00
2. Beteiligungen 0,00 138.871,76
Summe Finanzanlagen 572.040,76 7.279.871,76
Summe Anlagevermögen 4.877.290,32 7.851.664,32

LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

I. Grundlagen des Unternehmens

Die GHT Mobility GmbH, Berlin, (nachfolgend "GHT" genannt) entwickelt, vermarktet und realisiert IT-optimierte, umweltfreundliche Mobilitätskonzepte. Sie und ihre Tochterunternehmen betreiben unter der Marke CleverShuttle in mehreren deutschen Großstädten Ridepooling-Verkehre. Beim Ridepooling wird ein IT-Algorithmus eingesetzt, der automatisch Fahrgemeinschaften zwischen Fahrgästen bildet, die unabhängig voneinander zur gleichen Zeit an ein ähnliches Ziel gelangen möchten. Auf diese Weise teilen sich Fahrgäste die Fahrt und den Fahrpreis möglichst effizient. Die Buchung einer Fahrt erfolgt über eine Smartphone-App. Alle Fahrten werden durch professionelle, festangestellte Fahrer mit unternehmenseigenen Fahrzeugen ausgeführt.

Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit sind integrale Werte des Unternehmens. Als einzige Ridepooling-Unternehmung Deutschlands setzen die GHT und ihre Tochterunternehmen ausschließlich Fahrzeuge mit batterieelektrischem, Wasserstoff- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb ein. Durch das flächendeckende Angebot einer günstigen Tür-zu-Tür-Beförderung sowie die Bündelung der Fahrtwünsche soll die Anzahl der privaten Fahrzeuge in deutschen Städten auf Dauer reduziert werden. Durch die damit verbundene Verringerung von Lärm, Abgasen und Flächenverbrauch soll die Lebensqualität in Städten verbessert werden.

Die GHT wurde im Jahr 2014 gegründet. Nach der Entwicklungs-, Test- und Vorbereitungsphase startete der erste Fahrbetrieb im Februar 2016 in München. Die Gründer führen das Unternehmen nach wie vor aktiv selbst: Bruno Ginnuth die Bereiche Geschäftsentwicklung, Marketing und Finanzen, Jan Hofmann den Bereich Fahrbetrieb und Slava Tschurilin die Bereiche Technologie und Algorithmus.

Die GHT ist die Management-Holding der CleverShuttle-Gruppe. Der operative Betrieb in den Städten wird durch Tochtergesellschaften ausgeführt. Das Management der GHT führt diese Tochtergesellschaften strategisch. Darüber hinaus erbringt die GHT zentrale Dienstleistungen für ihre Töchter, insbesondere die Entwicklung der technischen Plattform und operativer Prozesse, die Verwaltung des Fuhrparks, das Marketing, die Personalwerbung und das Rechnungswesen. Zum 31. Dezember 2019 beschäftigte die GHT 125 Mitarbeitende. Die Deutsche Bahn AG hält zum Stichtag 83,87% der Anteile der GHT; in den Konzernabschluss der DB ist sie als assoziiertes Unternehmen einbezogen.

II. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt. Zwar fiel das Wachstum geringer aus als in den Vorjahren, trotzdem konnte die Weltkonjunktur real wachsen. Handelskonflikte sowie die insbesondere daraus resultierenden Unsicherheiten in den weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben die Dynamik des Weltwirtschaftswachstums insgesamt im Vergleich zu den Vorjahren reduziert. Zudem kamen mit der Brexit-Thematik sowie geopolitische Spannungen weitere Faktoren hinzu. Insgesamt stützte die expansivere Geldpolitik die globale Konjunktur und die Kapitalmärkte, so dass die Auswirkungen der einzelnen Unsicherheiten und negativen Einflüsse insgesamt begrenzt werden konnten. Die Weltbank hat in diesem Zuge ihre Wachstumsprognose für die Weltkonjunktur für das Jahr 2019 von noch bis Juni 2019 2,9% auf 2,6% gesenkt.

Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2019 das zehnte Jahr in Folge gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt nahm im Jahr 2019 preisbereinigt um 0,6 % zu 1.Die positive Entwicklung spiegelt sich in der stetig sinkenden Arbeitslosenquote wider. Der Jahresdurchschnitt betrug 4,99 %, eine Verringerung um 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Beschäftigungsstand erhöhte sich um 400.000 Personen auf den Rekordstand von 45,3 Mio. Erwerbstätigen.

Die konjunkturelle Dynamik hat sich allerdings merklich verlangsamt. In den fünf vorangegangenen Jahren betrug das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts noch durchschnittlich etwa 2,0 % pro Jahr. Die Verlangsamung des Wachstums ist insbesondere auf eine Schwäche der Industrie vor dem Hintergrund eines flauen Welthandels zurückzuführen. Dem stehen nach wie vor mehrheitlich prosperierende Dienstleistungsbereiche sowie eine Hochkonjunktur im Bausektor gegenüber.

Die privaten Konsumausgaben bleiben eine verlässliche Stütze der Binnenkonjunktur. Hierzu tragen der hohe Beschäftigungsstand sowie die merkliche Erhöhung der verfügbaren Einkommen bei. Diese waren im dritten Quartal 2019 um 3,4 % höher als im Vorjahr. Zum Jahresende zeigt sich jedoch auch im privaten Konsum eine Abnahme der Dynamik.

Das Preisklima ist von eher geringen Teuerungsraten unterhalb der 2 %-Marke geprägt. Die Inflationsrate wird im Jahr 2019 voraussichtlich bei 1,4 % liegen (1,8 % im Vorjahr). Für den nachlassenden Preisauftrieb spielten rückläufige Kraftstoffpreise eine wichtige Rolle.

2. Entwicklung der Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr

Der Sektor des Ridepoolings ist nach wie vor in der Entstehung begriffen. Der Verbund Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) listet aktuell 25 Ridepooling-Verkehre in 21 deutschen Städten und Gemeinden 2, von denen der überwiegende Teil in den vergangenen eineinhalb Jahren gestartet wurde. Sieben der Verkehre werden durch GHT beziehungsweise ihre Tochterunternehmen betrieben. Der VDV zählt hierzu auch einen Verkehr in Köln, für welchen eine behördliche Genehmigung besteht, welcher bislang jedoch nicht realisiert wurde. Bei zwölf der gelisteten Verkehre und somit etwa der Hälfte handelt es sich um kleine Betriebe mit weniger als 20 Fahrzeugen, welche überwiegend Experimentalcharakter haben oder einen zeitlich und örtlich eng begrenzten Dienst anbieten. Lediglich in Berlin und Hamburg betreiben GHT und ihre Wettbewerber größere Verkehre von bis zu 200 Fahrzeugen.

Amtliche Statistiken zur Entwicklung der Ridepooling-Branche in Deutschland werden bislang nicht erhoben. Daher stützt sich eine Beschreibung der Entwicklung im Wesentlichen auf Daten, welche durch die derzeit aktiven Ridepooling-Anbieter veröffentlicht werden. Einen starken Wachstumsschub erfuhr die Branche in der zweiten Jahreshälfte 2018 und der ersten Jahreshälfte 2019. Unter den Marken BerlKönig im September 2018 in Berlin und Moia im August 2018 in Hannover sowie im April 2019 in Hamburg sind zwei große Wettbewerber in den Markt eingetreten. Beide Unternehmen haben nach eigenen Angaben innerhalb eines Jahres nach Betriebsaufnahme jeweils mehr als 1 Mio. Fahrgäste befördert 3. Dieses schnelle Wachstum untermauert eine beträchtliche Nachfrage für Ridepooling in den deutschen Metropolen.

1 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2020): Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Januar 2020. URL: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2020/2020115-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar-2020.html [zuletzt abgerufen am 10.11.2020]
2 Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (2020): Ridepooling-Projekte in Deutschland. URL: https://www.vdv.de/liste-ridepooling.aspx [zuletzt abgerufen am 10.11.2020]
3 Berliner Verkehrsbetriebe (2019): Inklusionspreis für den BerlKönig (Pressemitteilung, 12. November 2019). URL: https://www.bvg.de/de/Unternehmen/Medien/Presse/Pressemitteilungen/Detailansicht?newsid=3556 [zuletzt abgerufen am 10.11.2020]; Eva Eusterhus, Welt (2019): VW-Tochter Moia knackt die Million. URL: https://www.welt.de/regionales/hamburg/article199963628/VW-Tochter-Moia-knackt-die-Million.html [zuletzt abgerufen am 10.11.2020]

Aus Fahrgastsicht stellt Ridepooling einen Hybriden zwischen Liniennahverkehr und Taxi dar. Der Liniennahverkehr ist, gemessen an der Zahl der Fahrgäste, in 2019 erneut leicht gewachsen. Über alle Verkehrsmittel wurden in Summe 11.616,8 Mio. Fahrgäste befördert (+0,4 % gegenüber Vorjahr) 4. Insgesamt 5.267,1 Mio. Fahrgäste nutzen Omnibusse (-0,4 % gegenüber Vorjahr). Laut der letzten veröffentlichten Schätzung des Bundesverbands Taxi und Mietwagen nutzten im Jahr 2018 440 Mio. Fahrgäste ein Taxi oder einen Mietwagen 5. Auch dieser Markt ist damit seit 2010 stetig leicht gewachsen, im Schnitt um 0,6 % pro Jahr.

3. Unternehmenssteuerung und Leistungsindikatoren

Aufgrund ihrer Funktion als Management-Holding ist die Geschäftsentwicklung der GHT im Wesentlichen abhängig von der Entwicklung ihrer Beteiligungen, d.h. der Betreibergesellschaften des CleverShuttle-Dienstes in den bedienten Städten.

Zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung erhebt und analysiert die GHT finanzielle sowie nicht-finanzielle Leistungsindikatoren. Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse sowie das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Steuern und Zinsen, EBIT). Bedeutsame nicht-finanzielle Leistungsindikatoren sind die Anzahl der Beförderungen und die Pooling-Quote. Eine Beförderung entspricht einer ausgeführten Buchung. Eine Buchung kann auch mehrere Sitzplätze für mehrere Fahrgäste umfassen. Die Anzahl der beförderten Fahrgäste liegt daher im Regelfall über der Anzahl der Beförderungen. Die Pooling-Quote ist der Anteil der geteilten Beförderungen an den gesamten Beförderungen. Beförderungen gelten als geteilt, wenn sie zumindest abschnittsweise gleichzeitig durch dasselbe Fahrzeug ausgeführt werden. Eine einzelne Buchung mit mehreren Fahrgästen gilt im Sinne der verwendeten Definition einer Beförderung nicht als geteilt.

4. Geschäftsverlauf und Entwicklung der GHT im abgelaufenen Geschäftsjahr

Die Entwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres ergibt insgesamt ein ambivalentes Bild. Gemessen an der Anzahl der Beförderungen sind die GHT und ihre Tochtergesellschaften stark gewachsen. Im Dezember 2019 wurden auf der CleverShuttle-Plattform mit 152.000 Beförderungen annährend doppelt so viele Beförderungen wie im Vorjahresmonat (Dez 2018: 77.000 Beförderungen; +97,4 %) ausgeführt. Während erst im Dezember 2018 und damit 35 Monate nach Betriebsbeginn der 1 millionste Fahrgast befördert wurde, wurden für den 2 millionsten Fahrgast im Juni 2019 nur mehr 6 Monate benötigt. Getragen wurde dieses Wachstum durch die Vergrößerung der Fahrzeugflotten in Berlin von 40 auf 150 Fahrzeuge, in München von 25 auf 78 Fahrzeuge sowie in Leipzig von 37 auf 68 Fahrzeuge. Jede zweite Beförderung war geteilt.

Mit Kiel im Juli 2019 und Düsseldorf im November 2019 wurde CleverShuttle in zwei neuen Städten gestartet. In beiden Städten wird der Fahrbetrieb durch Gemeinschaftsunternehmen zwischen der GHT und einem regional aufgestellten Unternehmen ausgeführt: In Kiel mit der Kieler Zeitung, Verlags- und Druckerei KG-GmbH & Co. Die GHT hält an diesem Gemeinschaftsunternehmen 40% der Anteile. Partner in Düsseldorf ist die Stadtwerke Düsseldorf AG. Hier halten beide Gesellschafter je 50 % der Anteile am Gemeinschaftsunternehmen. Beide Joint-Ventures untermauern die Strategie der GHT, Fahrbetriebe in neuen Städten zukünftig in enger Kooperation mit lokalen Partnern aufzubauen.

4 Statistisches Bundesamt (2020): Personenverkehr mit Bussen und Bahn, 4. Vierteljahr 2019. URL: https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Transport-Verkehr/Personenverkehr/Publikationen/Downloads-Personenverkehr/personenverkehr-busse-bahnen-vierteljahr-2080310193244.pdf_blob=publicationFile [zuletzt abgerufen am 10.11.2020]
5 Statista (2020): Anzahl beförderter Personen im Taxi- und Mietwagenverkehr in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2018. URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12501/umfrage/befoerderte-personen-durch-taxi-und-mietwagenverkehr/ [zuletzt abgerufen am 10.11.2020]

Um die Leistungsfähigkeit der CleverShuttle-Plattform weiter nachhaltig zu erhöhen, hat die GHT ihre Fähigkeiten zu ihrer technischen Weiterentwicklung und operativen Betreuung durch die Rekrutierung diverser Spezialisten ausgebaut. Zahlenmäßig besonders stark wurden die Abteilungen für Softwareentwicklung und Datenanalyse sowie für operatives Management und operative Prozesse erweitert. Insgesamt erhöhte sich der Personalstand der GHT im abgelaufenen Geschäftsjahr von anfangs 88 Mitarbeitende auf 125 Mitarbeitende.

Zur Unterstützung des weiteren Wachstums der GHT wurde Anfang Oktober 2019 mit der Mitsui & Co. Ltd. ein weiterer strategischer Investor für die Gesellschaft gewonnen. Mitsui erwarb im Zuge einer gemeinsamen Finanzierungsrunde mit dem bestehenden Mehrheitsgesellschafter Deutsche Bahn AG 11,6 % der Anteile an der GHT.

Den expansiven Entwicklungen gegenüber standen die Betriebsaufgaben der Tochtergesellschaften in den Städten Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart zum 15. Oktober 2019. Während es sich bei Frankfurt am Main und Stuttgart um vergleichsweise kleine Betriebe mit weniger als zehn Fahrzeugen handelte, war Hamburg gemessen am Beförderungsaufkommen zum Zeitpunkt der Schließung der zweitgrößte CleverShuttle-Standort.

Im weiteren Verlauf des Jahres wurde die Erkenntnis gewonnen, die angestrebte Innovation des Transportmarkts und die damit verbundenen finanziellen Ziele des Unternehmens mit der bisherigen Strategie nicht wie geplant erreichen zu können. In der Folge begann im 4. Quartal 2019 eine strategische Neuausrichtung der gesamten Unternehmung mit dem Ziel, Ridepooling-Verkehre in den ÖPNV zu integrieren und als Dienstleister im Auftrag für Nahverkehrsunternehmen zu betreiben. Als Konsequenz dieser Neuausrichtung wurden die verbliebenen, vollständig eigenwirtschaftlich betriebenen Fahrbetriebe in Berlin, Dresden und München im folgenden Geschäftsjahr zum Ende Juni 2020 eingestellt. Aus dem gleichen Grund verzichtet GHT auf eine Beteiligung an der weiteren Finanzierung der Gesellschaft in Kiel. Da auch die Mehrheitsgesellschafterin Kieler Nachrichten von einer Weiterfinanzierung absieht, endete der Betrieb der Gesellschaft zum 31. Oktober 2020. CleverShuttle wird ab diesem Zeitpunkt somit noch in den Städten Düsseldorf und Leipzig aktiv sein.

III. Erläuterungen zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

1. Ertragslage

Die GHT schloss das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von 38,6 Mio. EUR ab. Der Jahresfehlbetrag liegt damit deutlich über dem ursprünglich geplanten Wert von 11,8 Mio. EUR. Die Abweichung resultiert im Wesentlichen aus erheblichen außerplanmäßigen Abschreibungen in Folge der Schließung der Standorte Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart im Geschäftsjahr 2019 sowie aufgrund der im laufenden Geschäftsjahr 2020 durchgeführten Schließung der Standorte Berlin, Dresden und München. Die Abschreibungen setzen sich zusammen aus einer vollständigen Wertberichtigung der Forderungen aus Darlehen gegen die betroffenen Tochtergesellschaften in Höhe von 18,2 Mio. EUR sowie Abschreibungen der Anteile an den entsprechenden Tochtergesellschaften in Höhe von 6,7 Mio. EUR. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Rückzahlung der Darlehen sowie die Rückzahlung des geleisteten Eigenkapitals aufgrund der Betriebseinstellungen unwahrscheinlich geworden ist. Ohne diese Wertberichtigungen und Abschreibungen würde der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2019 bei 13,7 Mio. EUR liegen.

Die GHT erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 4,2 Mio. EUR nach 1,9 Mio. EUR im Vorjahr. Dieser besteht nahezu ausschließlich aus Erlösen aus der Weiterbelastung der Aufwendungen für die Beschaffung, den Betrieb und das Management des Fuhrparks von GHT an ihre Tochtergesellschaften. Durch die Weiterbelastungen wurde der Materialaufwand der GHT in Höhe von 3,8 Mio. EUR, der sich größtenteils aus den Aufwendungen für den Fuhrpark mit Ausnahme von Abschreibungen auf Fahrzeuge zusammensetzt, vollständig kompensiert. Als reine Management-Holding generierte die GHT keine nennenswerten externen Umsatzerlöse. Die Erlöse der Fahrbetriebe fließen direkt den jeweiligen Tochtergesellschaften zu und werden dort zur Refinanzierung des Geschäftsbetriebs verwendet.

Der Personalaufwand der GHT lag mit 7,2 Mio. EUR (Vorjahr 4,5 Mio. EUR) deutlich unter dem Planansatz von 10,5 Mio. EUR. Grund hierfür ist, dass trotz des starken Wachstums des Personals im Jahresdurchschnitt 25 Mitarbeitende weniger beschäftigt wurden als budgetiert. Insgesamt hatte die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt 125 Mitarbeitende (Vorjahr 56 Mitarbeitende).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe 5,6 Mio. EUR (Vorjahr 4,5 Mio. EUR) setzen sich im Wesentlichen aus Werbekosten in Höhe von 2,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,4 Mio. EUR), Aufwendungen für Software-Lizenzen und IT in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR) und Raumkosten in Höhe von 0,6 Mio. EUR (Vorjahr 0,2 Mio. EUR) zusammen.

Das Finanzergebnis betrug -7,3 Mio. EUR. Die Zinserträge in Höhe von 0,6 Mio. EUR resultieren in voller Höhe aus den verzinsten Gesellschafterdarlehen der GHT an ihre Tochtergesellschaften. Die Zinsaufwendungen von insgesamt 1,2 Mio. EUR bestehen in Höhe von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,2 Mio. EUR) aus Zinsen aus den erhaltenen Gesellschafterdarlehen der Deutschen Bahn AG sowie in Höhe von 0,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,0 Mio. EUR) aus Zinsaufwendungen durch die neu aufgenommenen Fahrzeugfinanzierungen. Aufgrund der bereits erläuterten Abschreibung im Bereich der Anteile an verbundenen Unternehmen in Folge der geschlossenen Standorte, entstand ein einmaliger negativer Effekt von -6,7 Mio. EUR, der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

2. Finanzlage

Das Eigenkapital hat sich zum Stichtag insbesondere durch die notwendigen Abschreibungen der Anteile an verbundenen Unternehmen und Wertberichtigungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert. In diesem Zusammenhang wird erstmals ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 14,4 Mio. EUR ausgewiesen. Im Vorjahr wurde ein Eigenkapital in Höhe von 12,2 Mio. EUR bilanziert. Im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung im Rahmen der Beteiligung der Mitsui & Co. Ltd. An der Gesellschaft und der gleichzeitigen Wandlung eines Wandeldarlehens der Deutschen Bahn AG haben sich das gezeichnete Kapital von 240 TEUR im Vorjahr auf 312 TEUR sowie die Kapitalrücklage von 19,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 31,0 Mio. EUR im zum 31. Dezember 2019 erhöht.

Aufgrund des aktuell defizitären Geschäfts ist die Gesellschaft auf die Finanzierung durch ihre Gesellschafter angewiesen. Neben der Kapitalerhöhung wurde die Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr mittels Wandeldarlehen durch ihre Mehrheitsgesellschafterin Deutsche Bahn AG finanziert. Dies führt zu einem Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 3,9 Mio. EUR auf 26,8 Mio. EUR. Der überwiegende Teil dieser Wandeldarlehen wird zum Ende des Geschäftsjahres 2021 fällig. Dagegen sind die Verbindlichkeiten der GHT gegenüber ihren Tochtergesellschaften gesunken. Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit wurden der Gesellschaft umfangreiche liquide Mittel zugeführt. Sie verfügte zum Abschlussstichtag über einen hohen Zahlungsmittelbestand von 9,8 Mio. EUR (Vorjahr 1,8 Mio. EUR). Durch weitere Finanzierungmaßnahmen durch ihre Gesellschafter und die Prolongation der Wandeldarlehen bis zum 31. Dezember 2021 ist die Finanzierung der Gesellschaft bis Mitte 2021 sichergestellt. Die Abhängigkeit der GHT von weiteren Finanzierungszusagen und Liquiditätszuführungen aus dem Gesellschafterkreis bleibt ein wesentliches Liquiditätsrisiko, welches auch in der folgenden Risikoberichterstattung ausführlich erläutert wird.

Im 1. Quartal 2019 hat die GHT insgesamt 150 Nissan eNV-200 Elektro-Vans erworben. Die Finanzierung der Fahrzeuge erfolgt mit einem langfristigen Bankkredit. Die Restschuld betrug zum Ende des Geschäftsjahrs 4,4 Mio. EUR und stellt in voller Höhe die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten dar. Die weitere Aufnahme von Fremdkapital, abgesehen von notwendigen Gesellschafterdarlehen, ist nicht geplant.

Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 0,3 Mio. EUR auf 1,6 Mio. EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr resultiert im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Kfz-Leasing, Kfz-Versicherungen, bezogene Leistungen im Bereich Online-Marketing sowie Softwareaufwendungen. Die Erhöhung stammt insbesondere aus dem Ausbau der Holdingtätigkeit und dem Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

3. Vermögenslage

Die mit der Entwicklung der CleverShuttle-Plattform verbundenen Kosten werden unmittelbar im Jahr ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst. Die GHT weist daher in der Bilanz keine immateriellen Vermögensgegenstände im Zusammenhang mit der selbst entwickelten technischen Plattform aus.

Die Sachanlagen der GHT bestehen im Wesentlichen aus aktivierten Fahrzeugen. Ihr Bestand erhöhte sich durch den bereits oben genannten Kauf von 150 Nissan eNV-200 im 1. Quartal 2019 deutlich auf 4,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,5 Mio. EUR).

Die Abschreibungen auf die Anteile an den von der Betriebseinstellung betroffenen Tochtergesellschaften reduzierten die Finanzanlagen auf 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 7,1 Mio. EUR). Diese bestehen nun im Wesentlichen aus den Anteilen an den noch aktiven Tochtergesellschaften in Düsseldorf und Leipzig.

Im Umlaufvermögen werden im Wesentlichen Forderungen der GHT an ihre Tochtergesellschaften aus Gesellschafterdarlehen ausgewiesen. Nach einem starken unterjährigen Anstieg aufgrund der laufenden Finanzierung der Geschäftsbetriebe, sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aufgrund der mit der Betriebseinstellung verbundenen Wertberichtigungen zum Stichtag mit 2,8 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von 6,2 Mio. EUR. Bedingt durch die Finanzierungstätigkeit der Gesellschafter im Dezember 2019 verfügte die GHT zum Ende des Geschäftsjahres über einen hohen Zahlungsmittelbestand von 9,8 Mio. EUR (Vorjahr 1,8 Mio. EUR).

4. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das Geschäftsjahr 2019 markierte einen Wendepunkt in der Entwicklung der Gesellschaft. In der ersten Jahreshälfte wurden erhebliche Mittel in die Skalierung der bestehenden eigenwirtschaftlichen Verkehre investiert. Nachdem in der zweiten Jahreshälfte erkennbar wurde, die angestrebten Unternehmensziele auf diesem Weg nicht wie geplant erreichen zu können, erfolgte eine strategische Neuausrichtung, die für das abgelaufene Geschäftsjahr mit erheblichen negativen Einmaleffekten aus Abschreibungen einherging. Gleichzeitig ist die Gesellschaft im Begriff, sich gestützt auf ihre bisherigen Erfahrungen eine führende Position im wachstumsstarken Markt der im ÖPNV integrierten Ridepooling-Verkehre zu sichern. Im Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung bleibt die GHT auch im folgenden Geschäftsjahr abhängig von zusätzlichen, umfangreichen Gesellschafterfinanzierungen, bevor sie mit dem neu ausgerichteten Geschäftsmodell in der langfristigen Perspektive ab den Geschäftsjahren 2023 einen positiven Cashflow erzielen kann. Unter Berücksichtigung der Chancen und Risiken der Neuausrichtung blickt die Geschäftsführung daher optimistisch in die Zukunft.

IV. Prognosebericht

1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der Ausblick für die Gesamtwirtschaft hat sich im Zuge der Corona-Krise deutlich negativ entwickelt. Die Ausbreitung des Coronavirus und die wirtschaftlichen Folgen der Eindämmungsmaßnahmen zwingen die Wirtschaft in eine Rezession.

Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im ersten Quartal 2020 saisonbereinigt um 2,2% geschrumpft, nach -0,1% im vierten Quartal und +0,3% im dritten Quartal 2019. Der Einbruch im ersten Quartal ist gravierend, denn die Corona-Krise traf die Wirtschaft nur wenige Wochen des Quartals mit voller Wucht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2020 gegenüber dem 1. Quartal 2020 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 10,1% gesunken. Das war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970. Er fiel noch deutlich stärker aus als während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise (-4,7% im 1. Quartal 2009).

Im 2. Quartal 2020 waren rund 44,7 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ging die Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum 1. Quartal 2020 saisonbereinigt um 618.000 Personen oder 1,4 % zurück und damit so stark wie noch nie seit der deutschen Vereinigung. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Krise in Deutschland, ging die Zahl der Erwerbstätigen im 2. Quartal 2020 saisonbereinigt ebenfalls um 1,4 % oder 634.000 Personen zurück.

Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen hat sich nach den katastrophalen Vormonaten etwas erholt. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist zuletzt auf 94,5 Punkte im August gestiegen. Im Mai war er in Zusammenhang mit der Corona-Krise noch bei 79,5 Punkten, im April sogar bei 74,2 Punkten. Die Unternehmen beurteilten die aktuelle Lage im Vergleich zum Vormonat merklich besser. Ihre Erwartungen fielen zudem leicht optimistischer aus. Die deutsche Wirtschaft ist gemäß dem ifo-Institut auf Erholungskurs. Das Bruttoinlandsprodukt ist im 3. Quartal 2020 gegenüber dem 2. Quartal 2020 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 8,2 % gestiegen.

2. Künftige Entwicklung der Geschäftstätigkeit

Im 4. Quartal 2019 begann eine konsequente Neuausrichtung der CleverShuttle-Plattform mit dem Ziel, Ridepooling-Verkehre zukünftig in den ÖPNV zu integrieren und sie als Dienstleister im Auftrag von Nahverkehrsunternehmen zu betreiben. Derartige Verkehre werden als DRT-Verkehre bezeichnet (DRT = Demand-Responsive Transport). Die Möglichkeiten reichen von der Ergänzung und Verdichtung bestehender Angebote, bis zum Ersatz bislang unwirtschaftlicher Linienverkehre durch bedarfsgerechte Verkehrslösungen. Diese Vorteile können je nach Ausgestaltung des DRT-Verkehrs sowohl in Innenstädten, Randgebieten, als auch ländlichen Regionen erzielt werden. Der ÖPNV soll dadurch deutschlandweit für Nutzer insgesamt attraktiver und für Verkehrsunternehmen gleichzeitig wirtschaftlicher werden. Hierdurch soll der ÖPNV als Rückgrat der Verkehrswende im Kontext des Klimaschutzes gestärkt werden.

Gestützt auf ihre ausgereifte technische Plattform, im fünfjährigen Echtbetrieb entwickelten und optimierten operativen Prozesse und den als starke Referenz dienenden eigenwirtschaftlichen Verkehren hat die GHT das Potenzial, der Marktführer für die Realisierung von DRT-Verkehren zu werden. Dieses Potenzial konnte mit dem Gewinn der Ausschreibung des DRT-Verkehrs HeinerLiner in Darmstadt - das bis dato größte ausgeschriebene Projekt in diesem Segment - im September 2020 untermauert werden. An weiteren laufenden Ausschreibungen für diverse Dienstleistungen um DRT-Verkehre ist die GHT als aussichtsreicher Kandidat beteiligt.

Im Zuge dieser Bemühungen wird der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der GHT kurz- und mittelfristig auf der technischen Weiterentwicklung der CleverShuttle-Plattform sowie der Anbahnung entsprechender Partnerschaften mit dem ÖPNV liegen. Die GHT wird hierzu ihre bisherigen personellen und technischen Ressourcen weitgehend beibehalten und neu ausrichten. Ein Abbau von Ressourcen ist nur für die Bereiche vorgesehen, die nach ihrer Art ausschließlich dem Geschäft mit eigenwirtschaftlichen Verkehren dienen können.

3. Entwicklung der Finanz- und Ertragslage

Durch die beschriebene Neuausrichtung werden die Geschäftsjahre 2020 und 2021 eine Phase der Produktentwicklung darstellen. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass der aktuellen Kostenstruktur und der bereits durchgeführten Kostenreduzierung jährlich steigende Umsatzerlöse gegenüberstehen.

Aufgrund der mit der Neuausrichtung des Geschäftsmodells durchgeführten Schließung aller vollständig eigenwirtschaftlichen Fahrbetriebe, wird sich das Jahresergebnis auf Ebene der Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 deutlich verbessern. Für das um die Sondereffekte aus den Schließungen bereinigte Ergebnis vor Steuern der GHT werden dagegen keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet. Hintergrund ist, dass personelle und technische Ressourcen nur in begrenztem Maß abgebaut werden und mit den Betriebseinstellungen Erlöse aus der Weiterbelastung der Fahrzeugaufwendungen an die betroffenen Tochtergesellschaften entfallen. Die Neuausrichtung und die damit geplante Erzielung von deutlich höheren Umsatzerlösen wird im Geschäftsjahr 2020 noch nicht vollständig umgesetzt sein. Entsprechend prognostiziert die Geschäftsführung für 2020 ein gegenüber dem aktuellen Jahr ohne Berücksichtigung der außerplanmäßigen Abschreibungen und Wertberichtigungen unverändertes Jahresergebnis. Entsprechend wird sich das ausgewiesene Jahresergebnis in 2020 durch den Wegfall von Wertberichtigungen und Abschreibungen gegenüber 2019 deutlich verbessern.

Diese Aussagen zum zukünftigen Geschäftsverlauf und zu den dafür als maßgebend beurteilten Einflussfaktoren basieren auf den Einschätzungen der Geschäftsleitung. Insbesondere kann eine Prognose durch die beschriebene Neuausrichtung nur mit Einschränkungen vorgenommen werden. Grundsätzlich bergen Prognosen das Risiko, dass die Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß tatsächlich eintreten. Die wesentlichen Risiken sind im Risiko- und Chancenbericht erläutert.

V. Chancen- und Risikobericht

1. Liquiditätsrisiko

Zur Deckung der laufenden Verluste des sich noch im Wachstum befindenden Geschäfts sind die GHT und ihre Tochtergesellschaften bis auf Weiteres auf die Finanzierung durch ihre Gesellschafter angewiesen.

Die Finanzierung der GHT wird durch ihre Investoren Deutsche Bahn AG und Mitsui & Co. Ltd. gewährleistet. Die Finanzierung für das Folgegeschäftsjahr 2020 ist durch bereits vollzogene Finanzierungsvereinbarungen gesichert. Die Bewilligung weiterer Mittel, die für das Geschäftsjahr 2021 zwingend notwendig sind, hängt wesentlich vom geschäftlichen Erfolg der GHT im neuen Geschäftsfeld DRT ab. Hier konnten insbesondere mit dem Gewinn der Ausschreibung in Darmstadt bereits bedeutende Erfolge erzielt werden. Auch wenn die Geschäftsführung davon ausgeht, dass insbesondere durch die aktuellen Erfolge bei der Neuausrichtung der GHT und auch erst kürzlich im Oktober 2020 sowie im Februar 2021 abgeschlossene Finanzierungsmaßnahmen die Geschäftsstrategie von den Gesellschaftern unterstützt wird, ist die Abhängigkeit hinsichtlich der notwendigen Liquiditätsunterstützung ein wesentliches Risiko. Sofern die Gesellschafter keine neuen Finanzierungen und keine weitere Liquidität zur Verfügung stellen, ist der Bestand der Gesellschaft gefährdet.

Die Tochtergesellschaft in Düsseldorf wird gemeinschaftlich durch ihre Gesellschafter GHT und Stadtwerke Düsseldorf AG finanziert. Aus Sicht der GHT besteht das Risiko, dass die Mitgesellschafterin Stadtwerke Düsseldorf AG aus der weiteren Finanzierung ausscheidet, sodass der Finanzbedarf der Tochtergesellschaft allein durch die GHT zu tragen wäre. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos wird aufgrund der konstruktiven Zusammenarbeit der Gesellschafter, der Bonität der Stadtwerke Düsseldorf AG und bestehender vertraglicher Finanzierungsvereinbarungen in ausreichender Höhe als niedrig beurteilt.

2. Zinsrisiken und -chancen

Die GHT ist durch Ihre Verbindlichkeiten grundsätzlich einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Es bestehen derzeit allerdings keine Anhaltspunkte, dass sich die Finanzierungskonditionen der Investoren für GHT zukünftig verschlechtern. Da künftige Finanzierungen ausschließlich aus Mitteln der Gesellschafter geplant sind, bestehen keine wesentlichen Auswirkungen einer kurz- bis mittelfristigen Veränderung des Marktzinssatzes auf die Finanzlage der GHT.

Da die operativen Tochterunternehmen ausschließlich durch Gesellschafter und die GHT finanziert werden, gelten die Risikoerwägungen auf Ebene der GHT analog auch für diese Tochterunternehmen.

Bei der im laufenden Geschäftsjahr 2019 abgeschlossenen Bankfinanzierung wurden ein fixer Zinssatz vereinbart.

3. Beteiligungsrisiken

Die einzelnen Standorte und Joint-Ventures werden in eigenen Gesellschaften geführt, woraus grundsätzlich ein Beteiligungsrisiko besteht. Im Regelfall überwacht ein zentrales Beteiligungscontrolling die Entwicklung der Beteiligungen und erkennt dadurch Risiken rechtzeitig. Im Rahmen des Beteiligungscontrollings erfolgen für die jeweiligen Tochterunternehmen und Joint-Ventures periodische Soll/Ist-Vergleiche für den gesamten Kostenbereich sowie eine laufende Überwachung der Erlösseite.

4. COVID-19-Pandemie

Die zum Ende des Geschäftsjahrs erstmals in der Volksrepublik China aufgetretene neuartige Lungenkrankheit COVID-19 entwickelte sich im Verlauf des 1. Quartals 2020 zu einer weltweiten Pandemie. Im weiteren Verlauf des Jahres löste dies eine bislang beispiellose Wirtschaftskrise aus. Von den zur Eindämmung der Pandemie eingeführten Beschränkungen des öffentlichen Lebens (Lockdown), der Veränderung der Arbeitsweise (Heimarbeit) sowie dem allgemeinen Rückgang der Wirtschaftsaktivität besonders betroffen ist der Transportsektor.

Für CleverShuttle bedeutet diese Krise Chancen und Risiken. Einerseits könnte die Meidung großer Menschenansammlungen in engen, geschlossenen Räumen, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, zu einer verstärkten Nachfrage nach individuellen Mobilitätslösungen während der Dauer der Pandemie führen. Entsprechend wurden im April und Mai 2020 ausschließlich Einzelfahrten angeboten. Zur gleichen Zeit wurde der Plattform eine neue Buchungsoption für Einzelfahrten zum höheren Preis als Alternative zum regulären Angebot geteilter Fahrten hinzugefügt. Es wird davon ausgegangen, durch diese Anpassungen die Nachfrage während der Dauer der Pandemie zu stützen.

Andererseits ist damit zu rechnen, dass die Beförderungszahlen in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 insgesamt erheblich hinter dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres zurückbleiben. Vom 1. auf das 2. Quartal 2020 sind die Beförderungszahlen auf ein Viertel zurückgegangen. Nach einer Erholung im 3. Quartal bewegen sie sich auf etwa der Hälfte des Vorkrisen-Niveaus.

Aus dem allgemeinen Geschäftsrückgang im Transportwesen erwächst das Risiko, dass die Investitionsbereitschaft von Nahverkehrsunternehmen in DRT-Verkehre kurzfristig sinkt. Für die GHT würde dies eine langsamere Entwicklung des neuen Geschäftsfeld mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das Ergebnis bedeuten. Langfristig könnte die dauerhafte Etablierung von Heimarbeit, als Alternative zur Arbeit im Büro, möglicherweise zu einer nachhaltigen Verringerung der Nachfrage nach innerstädtischer Mobilität führen.

In der Gesamtbetrachtung überwiegen die Risiken aus der Pandemie kurz- und mittelfristig gegenüber den hieraus entstehenden Chancen. Es ist daher in den folgenden Geschäftsjahren mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren zu rechnen. Über Dauer und mögliches Ausmaß der Pandemie bestehen nach wie vor erhebliche Unsicherheiten.

5. Chancen und Risiken aus dem Markt für DRT-Verkehre

Der Markt für DRT-Verkehre ist im starken Wachstum begriffen. Während im Jahr 2020 schätzungsweise etwa 100 Fahrzeuge in rund 30 DRT-Verkehren eingesetzt wurden, rechnet die Unternehmensführung der GHT für 2021 bereits mit etwa 50 Verkehren mit insgesamt 500 Fahrzeugen. Neben der Erhöhung der Zahl an Fahrzeugen und Verkehren wird somit auch eine Steigerung der mittleren Größe der Projekte erwartet. Durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von DRT-Verkehren überall in Deutschland erscheint ein Wachstum des Marktes bis 2025 auf eine mittlere vierstellige Anzahl an Fahrzeugen möglich.

Aus der rapiden Marktentwicklung ergeben sich für GHT erhebliche Wachstumschancen. Da sich dabei die Geschäftstätigkeit von eigenwirtschaftlichen Verkehren mit hohem operativem Aufwand und Kapitaleinsatz hin zur Bereitstellung von Software und Prozesswissen verschiebt, ist dieses Wachstum zugleich mit geringerem Einsatz personeller und finanzieller Ressourcen realisierbar. Neben dem Umfang kann damit auch die Dynamik der Geschäftsentwicklung gesteigert werden. Gestützt auf ihre umfassenden Kompetenzen aus den eigenwirtschaftlichen Verkehren, kann die GHT dem Markt ein vielfältiges Dienstleistungsangebot über die gesamte Wertschöpfungskette von DRT-Verkehren bieten, welches von einzelnen Services wie Fahrpersonal- oder Fuhrparkmanagement, hin zur Konzeption und Umsetzung vollständiger Verkehre reicht.

Getragen wird das Wachstum des DRT-Markts vom Willen einer Mobilitätswende als zentraler Säule des Klimaschutzes auf allen politischen Ebenen. Auf kommunalpolitischer Ebene wird der Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge angestrebt. In diesem Punkt besitzt die GHT als einziger Anbieter, der von der Gründung an ausschließlich Fahrzeuge mit batterieelektrischen und Wasserstoffantrieb eingesetzt und die hierfür notwendigen operativen Fähigkeiten entwickelt hat, ein Alleinstellungsmerkmal im Markt.

6. Regulatorische Chancen und Risiken

Die Beförderung von Personen ist in Deutschland im Personenbeförderungsgesetz (PBefG) geregelt. Demnach unterliegt die geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen der behördlichen Genehmigung. Das Personenbeförderungsgesetz und die auf seiner Basis erteilten Genehmigungen stellen daher die rechtliche Geschäftsgrundlage der Fahrbetriebe dar. Aus der regulatorischen Ausgestaltung des Personenbeförderungsgesetzes und dessen Auslegung durch die zuständige Behörde im Rahmen Genehmigungsverfahrens können sich somit bedeutende Chancen und Risiken ergeben.

In der aktuell gültigen Fassung sieht das Personenbeförderungsgesetz keinen eigenen Genehmigungstatbestand für Pooling-Verkehre wie CleverShuttle vor. Der Fahrbetrieb in Leipzig ist derzeit gemäß der Meistentsprechungsklausel als mietwagenähnlicher Verkehr, jener in Düsseldorf als Experimentalverkehr genehmigt. Genehmigungsinhaber sind die jeweiligen Tochtergesellschaften der GHT. Die Genehmigungen gelten befristet. Für den Fahrbetrieb in Leipzig besteht eine Genehmigung bis Dezember 2022, für den Fahrbetrieb in Düsseldorf bis September 2023.

Das Personenbeförderungsgesetz soll im Jahr 2021 reformiert werden. Für CleverShuttle ist die Reform mit erheblichen Chancen verbunden. Nach aktuellem Stand beinhaltet sie die Schaffung eigener Genehmigungstatbestände für ÖPNV-Pooling- und Nicht-ÖPNV-Pooling-Verkehre, wodurch derzeit bestehende Rechtsunsicherheiten beseitigt werden würden. Darüber hinaus soll für ÖPNV-Pooling-Verkehre, die im Fokus der neuen strategischen Ausrichtung der GHT stehen, die bisher bestehende Rückkehrpflicht entfallen. Hierdurch würde die Anzahl von Leerfahrten erheblich reduziert. Gleichzeitig wäre eine nachfragegerechte Bereitstellung von Fahrzeugen im Betriebsgebiet möglich, was Wartezeiten reduzieren und damit die Attraktivität des Angebots für Kunden erhöhen würde. Die hierdurch erzielte erheblichen Steigerung der betrieblichen Effizienz würde zu einer deutlichen Verbesserung der finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren führen. Die Umsätze eines ÖPNV-Pooling-Verkehrs würden voraussichtlich dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen. Die damit einhergehenden Vergünstigungen des Fahrpreises könnten die Nachfrage zusätzlich erhöhen.

Sollte sich die Novellierung des Personenbeförderungsgesetz bis zum Jahr 2023 verzögern, müssten die bestehenden Genehmigungen auf Grundlage der bisherigen Gesetzeslage verlängert werden. Es besteht das Risiko, dass diese Verlängerungen versagt werden, wodurch die den Fahrbetrieb durchführenden Tochtergesellschaften unmittelbar in ihrem Bestand gefährdet wären. Dieses Risiko wird im Falle Düsseldorfs dadurch verstärkt, dass die derzeitige gesetzliche Genehmigungshöchstdauer für Experimentalverkehre von vier Jahren mit der aktuellen Genehmigung bereits ausgeschöpft ist, wodurch eine Verlängerung zusätzlich die Änderung des Genehmigungstatbestands in eine normierte Verkehrsart im Sinne des Personenbeförderungsgesetzes voraussetzt. Dies ist mit zusätzlichen Unsicherheiten darüber verbunden, ob die zuständige Behörde in Düsseldorf die Voraussetzungen für eine Genehmigung nach einer normierten Verkehrsart als erfüllt ansieht. Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos eines Versagens von Genehmigungsverlängerungen nach aktueller Rechtslage wird im Hinblick auf den fortgeschrittenen Stand des Gesetzgebungsverfahrens für die Novellierung des PBefG und die bislang enge und positive Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden als niedrig eingeschätzt.

7. IT-Risiken

Die GHT und ihre Tochtergesellschaften nutzen eine in den Kernkomponenten selbst entwickelte technische Plattform zur Durchführung des Fahrbetriebs. Teilweise oder vollständige Ausfälle der Plattform oder ihrer Kernkomponenten können wesentliche Geschäftsunterbrechungen zur Folge haben. Mögliche Cyberangriffe können zu Systemausfällen und dem Verlust vertraulicher Daten und den damit verbundenen Reputations- und Haftungsrisiken führen.

Um das Risiko von Systemausfällen zu verringern, werden alle Änderungen vor der Implementierung im Echt-System durch eine eigene Abteilung für Qualitätssicherung in umfassenden, großteils vollautomatischen Verfahren getestet. Die Plattform wird auf Servern eines Cloud-Computing-Anbieters betrieben, welcher eine hohe Verfügbarkeit notwendiger Hardware und deren unabhängige Energieversorgung sicherstellt. Mehrstufige Sicherheitskonzepte erhöhen den Schutz vor unberechtigten Zugriffen.

8. Personalrisiken

Die individuellen Fähigkeiten, fachlichen Kompetenzen und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden tragen wesentlich zum Erfolg der GHT bei. Personalrisiken können sich im Wesentlichen aus Engpässen bei der Gewinnung geeigneten Personals und zu hoher Fluktuation ergeben. Diese Faktoren könnten durch mit der strategischen Neuausrichtung verbundenen Unsicherheiten verstärkt werden.

Die GHT begegnet diesen Risiken mittels einer vorausschauenden Personalplanung, eines leistungsgerechten Vergütungssystems, der Förderung von Verantwortungsübernahme sowie einer intensiven, transparenten und inklusiven Kommunikation der Unternehmensentwicklung und -strategie durch monatliche Mitarbeitendenversammlungen und Email-Rundschreiben durch die Geschäftsführung.

9. Reputationsrisiken

Die positive Besetzung der Marke CleverShuttle vor allem mit den Attributen Umweltfreundlichkeit und faire Arbeitsbedingungen ist ein wesentliches Gut für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der GHT. Reputationsrisiken resultieren aus Handlungen oder Unterlassungen, insbesondere Verfehlungen und kriminelle Handlungen, durch welche das Ansehen der GHT oder der Marke CleverShuttle beschädigt werden, und den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf Kapital, Liquidität und Erträge. Diese Auswirkungen können durch negative mediale Berichterstattung und eine unzureichende Krisenkommunikation noch verstärkt werden.

Als eines der Grundprinzipien unternehmerischen Handelns und im Hinblick auf die strengen Teilnahmevoraussetzungen öffentlicher Ausschreibungen von DRT-Verkehren achtet die GHT besonders auf die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen, im Besonderen den Vorschriften des Arbeitsrechts und des Personenbeförderungsgesetzes. Eine eigene Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit überwacht fortlaufend die mediale Berichterstattung und wird bei möglicherweise öffentlichkeitswirksamen Unternehmensentscheidungen frühzeitig eingebunden, um Reputationsrisiken durch eine geeignete Kommunikationsstrategie proaktiv zu begrenzen.

10. Gesamteinschätzung der Geschäftsführung zur Risiko- und Chancensituation

Die wesentlichen Chancen und Risiken der GHT sind mit der strategischen Neuausrichtung auf den DRT-Markt verknüpft. Bedeutende Chancen erwachsen aus dem starken Wachstum dieses Markts und der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes, welche mit der Schaffung eigener Genehmigungstatbestände für Pooling-Verkehre bedeutende Verbesserungen der regulatorischen Grundlage mit sich bringen könnte. Bedeutende Risiken können sich aus einer allgemein langsamen Entwicklung des DRT-Markts insbesondere aufgrund des Fortdauerns der Covid-19-Pandemie sowie Misserfolgen bei Ausschreibungen für DRT-Verkehre durch ein nicht bedarfsgerechtes Produktportfolio ergeben. In der Abhängigkeit der GHT von ihren Gesellschaftern im Hinblick auf Liquiditätsunterstützung besteht ein wesentliches Risiko; bei Ausbleiben der Liquiditätsunterstützung wäre der Bestand der Gesellschaft gefährdet.

 

Berlin, 2. März 2021

Bruno Ginnuth, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die GHT Mobility GmbH, Berlin

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der GHT Mobility GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der GHT Mobility GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Pflichtgemäß weisen wir darauf hin, dass die Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 14.405 bilanziell überschuldet ist. Eine Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne liegt aufgrund von Rangrücktrittsvereinbarungen, die in Zusammenhang mit Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in einer Gesamthöhe von TEUR 26.097 abgegeben wurden, nicht vor. Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt 3. Erläuterungen zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft bilanziell überschuldet ist und einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag ausweist.

Die Gesellschaft befindet sich aktuell noch in der Aufbauphase und strategischen Ausrichtung. Derzeit ist die Gesellschaft noch nicht in der Lage, ausreichend Erträge und Liquiditätszuflüsse zu erwirtschaften, um die Aufwendungen und Zahlungsverpflichtungen leisten zu können. Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt V. Chancen und Risikobericht des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft von weiteren Finanzierungsrunden der Gesellschafter und entsprechenden Liquiditätszuflüssen abhängig ist. Wie in Abschnitt V. Chancen und Risikobericht dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

Hamburg, den 2. März 2021

nbs partners
GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Boris Michels, Wirtschaftsprüfer

Tobias Schreiber, Wirtschaftsprüfer

Die Feststellung des Jahresabschlusses 2019 der GHT Mobility GmbH erfolgt am 15.6.2021.

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