Volksbank Jever eG

Jever

Stammdaten

Register
Amtsgericht Oldenburg GnR 130010
Eingetragen
1.2.1900
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute des GenossenschaftssektorsKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, insbesondere a) Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Einlagen; b) Gewährung von Krediten aller Art; c) Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie Durchführung von Treuhandgeschäften; d) Durchführung des Zahlungsverkehrs; e) Durchführung des Auslandsgeschäftes einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; f) die Vermögensberatung, Vermögensbildung und Vermögensverwaltung; g) Erwerb und Veräußerung sowie Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; h) Vermittlung und Verkauf von Bausparverträgen, Vermittlung von Versicherungen und die Vermittlung und Verwaltung von Immobilien; i) Ankauf, Erschließung und Vermarktung von Grundstücken, deren Projektierung sowie Erwerb, Bau, Verwaltung und Veräußerung von Wohn- und Gewerberaum und wohnwirtschaftliche Betreuung; j) sonstige Geschäfte, die geeignet sind, dem Zweck der Genossenschaft zu dienen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Martin Schadewald
seit 17.8.2023
Prokura
Waldemar Kelm
seit 17.8.2023
Vorstandsmitglied
Andre Niemeyer
seit 23.6.2021
Vorstandsmitglied
Jens Bruhnken
seit 8.1.2020
Prokura
Stefan König
seit 2.1.2017
Prokura
Jens Küpker
seit 1.4.2014
Prokura
Frank Marquardt
seit 16.12.2005
Prokura

Beteiligungen

NameAnteil
19.85%
WORKCARE GmbHAufgelöst
9.09%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Volksbank Jever eG

Jever

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Als Genossenschaftsbank besteht unsere Kernaufgabe darin, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kunden und 19.924 Mitglieder zu fördern. Darin gründet sich auch die enge regionale Bindung an das Geschäftsgebiet mit insgesamt 13 Standorten in den Kommunen Jever, Schortens, Wilhelmshaven, Wangerland, Sande und Wangerooge.

Die Bank hat als zentrale Geschäftsaktivitäten das Privat- und Firmenkundengeschäft sowie als Ergänzung zum Kundengeschäft und zur Liquiditäts-, Ertrags- und Risikosteuerung das Eigen- und Beteiligungsgeschäft. Das Institut nutzt darüber hinaus das Leistungsangebot innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe (gFG).

Die Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Arbeitnehmer ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Durch interne und externe Schulungsmaßnahmen konnte der Ausbildungsstand der Mitarbeiter aktuell gehalten werden. In der langfristigen Personalplanung wurden 19 Altersteilzeitvereinbarungen berücksichtigt. Am Jahresende befanden sich 14 junge Menschen bei uns in der Ausbildung, davon zwei im dualen Bachelor-Studiengang "Banking and Finance".

Zur Erfüllung von § 1 EinSiG i. V. m. § 1 Abs. 3d Satz 1 KWG gehört die Bank der BVR Institutssicherung (BVR-ISG-Sicherungssystem) an. Das BVR-ISG-Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR-ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt.

Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR-ISG-Sicherungssystem tätig.

Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit unterhalten wir Zweigniederlassungen in Hohenkirchen (Volksbank Wangerland) und in Sande (Volksbank Sande).

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands leicht um 0,3 % im Vergleich zum Vorjahr, beeinträchtigt durch die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie. Diese Belastungen führten zu einer Reduktion der Inflationsrate von 6,9 % im Jahr 2022 auf 5,9 %, sodass das Preisniveau weiterhin hoch blieb. Der private Konsum ging um 0,7 % zurück, was hauptsächlich auf den Anstieg der Verbraucherpreise zurückzuführen ist, der die Kaufkraft der Haushalte beeinträchtigte. Die staatlichen Konsumausgaben sanken ebenfalls um 1,5 %. Investitionen in Ausrüstungen stiegen um 3,0 %, während Bauinvestitionen um 2,7 % zurückgingen. Im Baugewerbe sank die Bruttowertschöpfung um 0,2 %, beeinflusst durch hohe Baukosten und gestiegene Zinsen. Der Dienstleistungssektor legte um 0,5 % zu, mit besonders starkem Wachstum in den Bereichen Informations- und Kommunikationsdienstleistungen sowie Grundstücks- und Wohnungswesen. In der Landwirtschaft stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung um 1,4 %, begleitet von einem Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 0,5 % auf 550.000 Menschen. Der Arbeitsmarkt blieb robust mit einer leichten Zunahme der Erwerbstätigenzahl um 300.000 auf 45,9 Millionen Menschen. Die Inflationsrate zeigte einen rückläufigen Trend, insbesondere bei Energiepreisen, während die Preise für Nahrungsmittel weiter stiegen.

Die Finanzmärkte wurden 2023 von der weiterhin restriktiven Geldpolitik der Notenbanken dominiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erhöhten ihre Leitzinsen auf die höchsten Niveaus seit der globalen Finanzkrise. Die Fed beendete ihren Zinserhöhungszyklus am 27.Juli 2023 bei einem Korridor von 5,25 bis 5,5 %, während die EZB ihren Leitzins auf 4,0 % für die Einlagefazilität und 4,5 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität anhob. Parallel dazu reduzierte die EZB ihre Anleihekaufprogramme, wodurch die Nachfrage nach Anleihen sank und die langfristigen Zinsen stiegen. An den Anleihemärkten führten diese Maßnahmen zu hoher Volatilität. Das Jahr begann mit einer Kurserholung von Staatsanleihen, gefolgt von einem erneuten Anstieg der Renditen aufgrund der restriktiven Geldpolitik. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe erreichte im September ihren Höchststand von 2,97 %, sank jedoch zum Jahresende auf 2,03 %.

Die US-Regionalbankenkrise und die Schieflage der Credit Suisse verursachten zwischenzeitliche Verwerfungen an den Märkten, die sich jedoch erholten. Die Aktienmärkte reagierten positiv auf die sinkenden Inflationsraten und die damit verbundene Aussicht auf Zinssenkungen im Jahr 2024. Der Euro wertete gegenüber dem US-Dollar leicht von 1,07 auf 1,10 auf, unterstützt durch die Zinserhöhungen der EZB und die geopolitische Stabilität in Europa. Der DAX erholte sich nach den Krisen und schloss das Jahr nahe seinem Rekordhoch mit einem Jahresplus von 20,3 %. Die Finanzmärkte wurden trotz geopolitischer Unsicherheiten durch die Aussicht auf eine moderatere Geldpolitik im Jahr 2024 gestützt.

Das bilanzielle Kundengeschäft der 697 Kreditgenossenschaften mit ihren fast 17,8 Millionen Mitgliedern verlor im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt an Dynamik. Die bilanziellen Kundeneinlagen einschließlich der Inhaberschuldverschreibungen gingen leicht um -0,1 % zurück und die Kundenkredite nahmen moderat um 2,6 % zu. Die addierte Bilanzsumme blieb konstant bei 1.175 Mrd. Euro.

In der Wirtschaftsregion stieg die Arbeitslosenquote in Friesland auf 5,0 % und in Wilhelmshaven auf 11,2 %. Der Milchauszahlungspreis für die landwirtschaftlichen Betriebe sank ab dem Frühling 2023 deutlich unter das Vorjahresniveau.

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen:

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE vor Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl BE vor Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme.

Das bei der Ermittlung der Leistungskennzahl berücksichtigte Betriebsergebnis vor Bewertung stimmt mit dem im Abschnitt Ertragslage ausgewiesen Betrag weitgehend überein.

Als Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Produktivität unseres Instituts wurde die Cost Income Ratio (nachfolgend: "CIR") bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar.

Das Wachstum der bilanziellen Kundeneinlagen und -kredite definieren wir als Indikator für die Generierung von Erträgen, die Zukunftsfähigkeit unseres Instituts, die zukünftige Ertragskraft und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im aktuellen Zinsumfeld. Für das Geschäftsjahr 2023 wurden Wachstumsannahmen für das Kundenkreditgeschäft in Höhe von 3,19 % und das Kundeneinlagengeschäft in Höhe von 1,16 % getroffen.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Kapitalausstattung dient die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgen in den nächsten Abschnitten.

Bislang wurden noch keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zur internen Steuerung unserer Genossenschaftsbank herangezogen.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Die Entwicklung der von uns definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Unser Betriebsergebnis vor Bewertung verbesserte sich von TEUR 12.350 auf TEUR 19.300. Die Rentabilitätskennzahl BE vor Bewertung/dBS erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 0,94 % auf 1,45 %. Die CIR lag im Geschäftsjahr 2023 bei 50,2 % (Vorjahr: 59,9 %). Die Gesamtkapitalquote belief sich auf 15,82 %; ein Zuwachs von 0,42 %-Punkten gegenüber dem Vorjahr.

Erwartet haben wir ein BE vor Bewertung/dBS von 1,36 %, eine CIR von 49,6 % und eine Gesamtkapitalquote von 16,2 %.

Die Entwicklung unseres Leistungsindikators BE vor Bewertung/dBS hat unsere Prognose übertroffen, da sich der Anstieg des Zinsniveaus positiv auf unseren Zinsüberschuss ausgewirkt hat. Durch die über den Erwartungen liegenden Preissteigerungen hat die CIR unseren Zielwert leicht verfehlt. Die Entwicklung der Gesamtkapitalquote lag aufgrund stärker gestiegener Eigenmittelanforderungen unterhalb unserer Erwartungen.

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 1.357.236 1.329.026 28.210 2,1
Außerbilanzielle Geschäfte *) 333.852 376.434 -42.582 -11,3

*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen) und Derivatgeschäfte (ohne in strukturierten Produkten enthaltene Derivate).

Der deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegende Bilanzsummenzuwachs ist das Ergebnis der nachfolgend dargestellten Entwicklungen im Kunden- und Eigengeschäft. Das außerbilanzielle Volumen sank durch den Rückgang offener Kreditzusagen und durch die Fälligkeit von Derivaten zur Zinssicherung.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 1.045.254 1.015.929 29.325 2,9
Wertpapieranlagen 185.201 186.040 -839 -0,5
Forderungen an Kreditinstitute 78.433 77.899 534 0,7

Die Kundenforderungen sind unter Beachtung unserer risikoorientierten Kreditpolitik und trotz des erhöhten Zinsniveaus gegenüber dem Vorjahr gestiegen; gleichwohl liegt die Erhöhung leicht unter dem bankeigenen Planwert aber über dem Bundesdurchschnittswert. Das Wachstum wurde schwerpunktmäßig im Firmenkundengeschäft realisiert. Private Immobilienfinanzierungen gingen auch aufgrund der hohen Kauf- und Baukosten leicht zurück. Überwiegend langfristige Zinsbindungen wurden nachgefragt. Die Wertpapieranlagen haben wir in Übereinstimmung mit unserer Markteinschätzung und unter Berücksichtigung aufsichtsrechtlicher Anforderungen ebenso wie die Forderungen an Banken annähernd konstant gehalten.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 304.073 288.486 15.587 5,4
Spareinlagen 281.002 272.369 8.633 3,2
andere Einlagen 591.514 606.789 -15.275 -2,5

Die Zunahme bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beruht auf einem leicht gestiegenen globalen Refinanzierungsbestand. Sicherheit und Verfügbarkeit, aber auch Rentabilität waren bedeutende Faktoren bei der Geldanlageentscheidung unserer Kunden. Fällige Einlagen sowie Neuanlagen wurden überwiegend in kurzfristig verfügbare Termineinlagen und Spareinlagen mit Kündigungssperrfristen angelegt. Insgesamt ergibt sich ein deutlich unterhalb unserer Planung und leicht über dem Bundesdurchschnitt liegender Rückgang von 0,8 % im Kundeneinlagengeschäft. Unter Berücksichtigung der deutlichen Ausweitung der Geschäftsguthaben unserer Mitglieder konnte der Gesamtbestand der Einlagen inkl. Mitgliedschaften konstant gehalten werden.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 2.041 2.062 -21 -1,0
Vermittlungserträge 1.656 2.874 -1.219 -42,4
Erträge aus Zahlungsverkehr 4.676 4.557 120 2,6

Insgesamt sind die Erträge im Dienstleistungsgeschäft gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Den Zuwächsen im Zahlungsverkehr standen deutliche Rückgänge im Kreditvermittlungsgeschäft und stabile Erträge aus dem Wertpapiergeschäft gegenüber.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 31.620 22.048 9.572 43,4
Provisionsüberschuss 2) 7.560 8.627 -1.067 -12,4
Verwaltungsaufwendungen 18.286 17.434 852 4,9
a) Personalaufwendungen 10.806 11.002 -196 -1,8
b) andere Verwaltungsaufwendungen 7.480 6.432 1.048 16,3
Betriebsergebnis vor Bewertung 3) 19.295 12.710 6.584 51,8
Bewertungsergebnis 4) -1.708 -2.779 1.071 -38,5
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 17.586 9.931 7.655 77,1
Steueraufwand 4.513 3.024 1.489 49,2
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 10.500 5.000 5.500 110,0
Jahresüberschuss 2.574 1.908 666 34,9

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

3) Saldo aus den GuV-Posten 1 bis 12

4) Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16

Aufgrund des im Verhältnis zu den Vorjahren hohen Zinsniveaus konnte der Zinsüberschuss sowohl das Vorjahresniveau als auch das erwartete Zinsergebnis von 28,5 Mio. EUR deutlich übertreffen. Ein wesentlicher Teil des gestiegenen Zinsüberschusses resultierte aus Geschäften mit Derivaten. Der erreichte Provisionsüberschuss lag unter dem Niveau des Vorjahres. Die geplanten Werte konnten aufgrund des stark zurückgegangenen Kreditvermittlungsgeschäfts nicht erreicht werden.

Die Personal- und anderen Verwaltungsaufwendungen lagen leicht über unserem Budgetansatz von 17,1 Mio. EUR und über den Vorjahreswerten. Die Personalkosten lagen zwar leicht über den geplanten Werten, jedoch leicht unter den Werten des Vorjahres. Der Anstieg der anderen Verwaltungsaufwendungen war durch Kosten für nachhaltige Sanierungsmaßnahmen geprägt.

Das insgesamt über dem Planwert von 18,6 Mio. EUR liegende Betriebsergebnis vor Bewertung ermöglicht eine absolute Stärkung des Eigenkapitals und des Fonds für allgemeine Bankrisiken. Im Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme liegt das Ergebnis deutlich über dem Niveau des Durchschnitts unseres Verbandes, die CIR lag deutlich günstiger als der Durchschnitt unseres Verbandes.

Das Bewertungsergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich erhöht, liegt aber insgesamt im erwarteten Rahmen. Es setzt sich aus Bewertungsaufwendungen für das Kundenkreditgeschäft und Bewertungserträgen aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft zusammen.

b) Finanzlage

Kapitalstruktur

Unsere Kapitalstruktur ist geprägt von Kundeneinlagen aus der Region in Höhe von 872,5 Mio. EUR bzw. 64,3 % und den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 304,1 Mio. EUR bzw. 22,4 % der Bilanzsumme.

Die Struktur der Kundeneinlagen ist durch einen hohen Anteil kurzfristiger Einlagen gekennzeichnet. Die täglich fälligen Einlagen haben zum Bilanzstichtag 2023 einen Anteil von 58,8 % (Vorjahr: 65,2 %) an den Kundeneinlagen.

Innerhalb der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben die Verbindlichkeiten aus zweckgebundenen Mitteln einen Anteil von 43,0 % (Vorjahr: 47,4 %).

Investitionen

2023 wurde die kontinuierliche Investitionspolitik der vergangenen Jahre fortgesetzt. Insbesondere lag der Fokus auf dem Ausbau der digitalen Infrastruktur, wie z. B. mobile Arbeitsplätze und moderne und sichere Selbstbedienungsangebote. Zudem wurde die Bank weiter nachhaltig ausgerichtet, indem die Fassade der Hauptstelle energetisch saniert und ein modernes Wohn- und Geschäftshaus mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gebaut wurde.

Liquidität

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung. Durch unsere Refinanzierungsstruktur besteht nur eine geringe Abhängigkeit von Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt.

Die Zahlungsfähigkeit unseres Instituts war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit gegeben. Die Vorschriften der Liquidity Coverage Ratio (LCR) haben wir stets eingehalten.

Bei Liquiditätsschwankungen kann die Bank auf hochliquide Aktiva und ausreichende Liquiditätsreserven auch in Form von Bankguthaben zurückgreifen. Durch die Einbindung in die genossenschaftliche FinanzGruppe und den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund bestehen weitere Refinanzierungsmöglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit der Kreditgenossenschaft zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen jederzeit gesichert.

c) Vermögenslage

Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von einem hohen Anteil an Reserven bestehend aus Rücklagen und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken. Darüber hinaus bestehen Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken weiter gestärkt. Der Anteil des bilanziellen Eigenkapitals an der Bilanzsumme konnte auf 12,6 % (Vorjahr: 11,4 %) ausgebaut werden.

Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital.

Die relevanten Vorgaben des KWG sowie der CRR wurden eingehalten.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich auf 0,19 % (Vorjahr: 0,14 %). Unter Berücksichtigung der Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB würde sich eine Kapitalrendite von 0,96 % (Vorjahr: 0,51 %) ergeben.

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 170.886 151.291 19.596 13,0
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 165.914 155.200 10.714 6,9
Harte Kernkapitalquote 14,7 % 14,3 %
Kernkapitalquote 14,7 % 14,3 %
Gesamtkapitalquote 15,8 % 15,4 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Das Eigenkapital konnte in 2023 weiter gestärkt werden. Angemessene Eigenmittel, auch als Bezugsgröße für eine Reihe von Aufsichtsnormen, bilden neben einer stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage unserer soliden Geschäftspolitik.

Die Struktur unserer Kundenforderungen und der räumliche Umfang unseres Geschäftsgebietes ermöglichen uns eine ausgewogene branchen- und größenmäßige Streuung unseres Kreditgeschäftes.

Die Kundenforderungen machten zum Geschäftsjahresschluss 77,0 % der Bilanzsumme aus.

Die durch die Vertreterversammlung festgesetzten Kredithöchstgrenzen für einzelne Kreditnehmer sowie sämtliche Kreditgrenzen des KWG wurden während des gesamten Berichtszeitraumes eingehalten.

Die Forderungen an unsere Kunden haben wir auch zum Jahresende 2023 wieder nach handelsrechtlichen Gesichtspunkten bewertet. Die für erkennbare Risiken gebildeten Einzelwertberichtigungen wurden von dem entsprechenden Aktivposten abgesetzt. Für latente Risiken ermittelte Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 wurden von den entsprechenden Aktivposten abgesetzt bzw. als Rückstellungen berücksichtigt.

Darüber hinaus bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 119.657 110.838 8.819 8,0
Liquiditätsreserve 65.544 75.202 -9.659 -12,8

Der Wertpapierbestand wurde unter risiko- und ertragsorientierten Gesichtspunkten und in Übereinstimmung mit unserer Markteinschätzung leicht zurückgefahren. Unter Berücksichtigung von Buchwerten (ohne Zinsabgrenzungen) entfallen 93,4 Mio. EUR auf festverzinsliche und 41,5 Mio. EUR auf variabel verzinsliche Wertpapiere. Es handelt sich ausschließlich um auf Euro emittierte Wertpapiere. Zudem hielten wir Investmentanteile in Höhe von 49,3 Mio. EUR. Wesentliche Veränderungen in der Struktur sowie den Bonitätseinstufungen der Emittenten bei den Wertpapieranlagen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht ergeben.

Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve sind nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Die dem Anlagevermögen zugeordneten Wertpapiere sind nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Abschreibungen auf diesen Teilbestand wurden in Höhe von TEUR 6.470 vermieden.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das Wachstum des für die Bank wichtigsten Geschäftsbereichs, dem Geschäft mit Kunden, setzte sich fort. Im Kreditgeschäft konnten die geplanten Wachstumswerte erreicht werden. Im Einlagengeschäft wurden die Erwartungen aus der Eckwertplanung auch aufgrund der Erhöhung der Geschäftsguthaben deutlich verfehlt.

Die Vermögenslage der Bank zeichnet sich unverändert durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung aus, da die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowohl im Vorjahr als auch im Geschäftsjahr übererfüllt wurden. Für erkennbare und latente Risiken in den Kundenforderungen sind Wertberichtigungen gebildet worden. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch Abzug von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen worden.

Finanzlage und Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen.

Vor dem Hintergrund eines weiterhin hohen Zinsniveaus und der nachlassenden Inflation hat sich die Ertragslage der Bank deutlich verbessert und unsere ambitionierten Erwartungen sogar leicht übertroffen.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

Unsere im Risikohandbuch dokumentierte Geschäfts- und Risikostrategie basiert auf einem Strategieprozess und ist ausgerichtet auf das Kundengeschäft mit Mitgliedern und Kunden aus unserer Region. Wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie sind die aus der Risikotragfähigkeit der Bank abgeleiteten Teilstrategien für die wesentlichen Geschäftsaktivitäten Vertrieb, Immobilien sowie Eigengeschäfte und Beteiligungen.

Mit Hilfe einer strategischen Eckwert- und Kapitalplanung für einen Zeitraum von 5 Jahren steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch Experten auf Basis von Marktprognosen. Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR-Control ermittelt.

Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie die Teilstrategien werden im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig und ggf. anlassbezogen überprüft. Das von uns verwendete Strategiemodell zeigt den organisatorischen Rahmen für die Strategie(über)prüfung und für die Vernetzung der strategischen und operativen Gesamtbanksteuerung auf.

Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die vollständige Vermeidung von Risiken, sondern die Risiken so zu begrenzen, dass die zielkonforme Fortführung sowie die Risikotragfähigkeit der Bank in mehreren Perspektiven zu keiner Zeit gefährdet wird. Dabei beachten wir vor allem die folgenden Grundsätze:

Die Bestimmung unserer Risikotragfähigkeit nehmen wir nach der normativen und der ökonomischen Perspektive als komplementäre, sich ergänzende Ansätze vor. Die zur Risikotragfähigkeitssteuerung eingesetzten Methoden und Verfahren berücksichtigen somit sowohl das Ziel der Fortführung unseres Instituts (normative Perspektive), als auch den Schutz unserer Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (ökonomische Perspektive).

Die Verantwortung für eine solide Governance der Risikotragfähigkeitssteuerung (ICAAP) trägt der Vorstand unseres Instituts. Der Vorstand beschließt zudem die Festlegung der wesentlichen Elemente der Risikosteuerung und deren wesentlichen Annahmen.

Unser ICAAP (Interner Prozess zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit) ist in den übergreifenden Managementrahmen integriert.

Im Rahmen unserer Risikoinventur identifizieren und beurteilen wir alle wesentlichen Risiken.

Wir verzichten auf Geschäfte, deren Risiko vor dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit und der Risikostrategie unserer Bank nicht vertretbar sind (Vermeidung von Risiken).

Wir bauen systematisch Geschäftspositionen auf, bei denen Ertragschancen und Risiken in angemessenem Verhältnis stehen (Akzeptanz von Risiken).

Wir betreiben Risikobegrenzung durch Übertragung nicht strategiekonformer Risiken auf andere Marktteilnehmer (beispielsweise über Versicherungsverträge oder durch Schließung offener Positionen über Derivate) (Reduzierung von Risiken).

Wir vermeiden weitgehend Risikokonzentrationen durch quantitative Instrumente (u. a. Limitsysteme) oder qualitative Risikoanalysen.

Wir betreiben Schadensbegrenzung durch aktives Management aufgetretener Schadensfälle (Kompensation von Risiken).

Wir stellen durch regelmäßige Stresstests die Angemessenheit unserer Risikotragfähigkeit auch unter widrigen Bedingungen sicher.

Wir führen regelmäßig einen Überprüfungsprozess durch, in welchem die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikotragfähigkeit sowie die eng damit verbundenen Dokumente und Prozesse (bspw. Risikobericht und Risikoinventur) hinterfragt werden.

Wir haben ein System zur Früherkennung von Risiken implementiert. Vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft sehen wir dies als eine zentrale Aufgabe an. Die zuständigen Organisationseinheiten berichten unmittelbar an den Vorstand. In diesem Rahmen ist ein Risikocontrolling- und Managementsystem mit adäquaten Instrumenten zur Messung, Analyse, Überwachung und Steuerung der Risiken eingerichtet.

Unsere Entscheidungsträger werden durch das interne Berichtsystem über die Geschäfts- und Risikoentwicklung frühzeitig informiert, um Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen zu können.

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbestand die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden.

Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von 5 Jahren ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive, die in unserem Institut barwertnah ermittelt wird, werden das Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Ausgangspunkt bei der barwertnahen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist eine indirekte Berechnung, die auf Bilanzgrößen bzw. aufsichtlichen Kapitalgrößen aufsetzt und diese Werte um stille Lasten und Reserven aus ökonomischer Sicht korrigiert.

Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen aufzufangen.

Die Risikomessung für die in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit berücksichtigten Risikoklassen erfolgt mithilfe geeigneter Value-at-Risk (VaR)-Modelle mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % mit einem Risikobetrachtungshorizont von einem Jahr. Bei den Risikoklassen, für die kein statistisches Verlustverteilungsmodell verwendet wird, erfolgt eine expertenbasierte Risikoeinschätzung, die dem Ausmaß nach dem 99,9 %-Quantil entspricht. Die Risikoaggregation erfolgt ohne Berücksichtigung von Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoarten additiv.

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR).

Das bankintern festgelegte Mindestniveau der LCR beträgt 105,0 %. Die LCR betrug zum Bilanzstichtag 166,3 %.

Zusätzlich wird die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung in einem zeitlichen Horizont von bis zu einem Jahr auf.

Die NSFR betrug zum Bilanzstichtag 115,1 %.

Im Rahmen unserer Mitwirkung an der Aufrechterhaltung der Verbundliquidität wollen wir übereinstimmend mit den "Grundsätzen zur Liquiditätshaltung in der genossenschaftlichen FinanzGruppe" Fremdkapitalanlagen im Umfang von mindestens 7,5 % der Kundeneinlagen bei der DZ BANK unterhalten.

In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz Stress-Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus. Wir haben einen Mindest-Überlebenshorizont von 9 Monaten für die Plan-Liquiditätsablaufbilanz sowie die Stress-Liquiditätsablaufbilanzen definiert; dieser wurde im Berichtszeitraum nicht unterschritten.

Die Offenlegung der Risikomanagementziele und -politik entsprechen den Anforderungen des Artikels 435 CRR. Die Risikomanagementziele und -strategien werden dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

Risiken

Als Risiko definieren wir die negative Abweichung vom erwarteten Ergebnis bzw. Planwert aufgrund von Unsicherheit. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit von möglichen Risiken verschafft sich unsere Geschäftsleitung, einmal im Jahr im Rahmen der Risikoinventur sowie anlassbezogen, einen Überblick über die Risiken unserer Bank auf Gesamtinstitutsebene. Dabei werden auch übergreifende Risiken wie das Modell-, Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiko sowie Risikokonzentrationen in der Wesentlichkeitsbewertung der einzelnen Risikoklassen berücksichtigt.

Zum Abschlussstichtag werden das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das operationelle Risiko sowie das Liquiditätsrisiko als wesentliche Risiken bewertet.

Für unsere Risikobeurteilung zum Abschlussstichtag legen wir konsistent zum Prognosezeitraum einen Zeitraum von 1 Jahr zu Grunde, in dem auch das Vorliegen von bestandsgefährdenden Risiken beurteilt wird.

Bestandsgefährdende Risiken (wesentliche Risiken mit hohen Auswirkungen) liegen für den hier zugrunde gelegten Beurteilungszeitraum von 1 Jahr nicht vor.

Adressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiko

Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Ratingmigration und/oder der adressbezogenen Spreadveränderung entstehen. Es umfasst das Kreditrisiko im Kundengeschäft, im Eigengeschäft sowie weitere Kreditrisiken, wie beispielsweise das Ländertransferrisiko.

Das Adressrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich bedeutend ein.

Zur Steuerung des Kreditrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein (im wesentlichen VR-Rating). Zur Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeiten verwendet die Bank vorrangig die Verfahren der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Um die Spezifika der einzelnen Kundensegmente abbilden zu können, sind für unterschiedliche Kundensegmente separate Ratingverfahren im Einsatz.

Gemäß unseren Grundsätzen zur Risikosteuerung nehmen wir zur Absicherung von Kreditrisiken werthaltige Sicherheiten herein. Ratingnoten und Sicherheiten fließen in alle relevanten Kreditprozesse ein - von der Kreditvergabe bis zur Kreditüberwachung.

Neben der Steuerung von Kreditrisiken auf Kundenebene, nehmen wir die Steuerung auch auf Portfolioebene vor. Zu diesem Zweck ist ein Limitsystem, unter anderem bezogen auf die Risikokonzentration in den größten Branchen, implementiert. Im Rahmen der Kreditrisikosteuerung wird das Portfolio sowohl nach Bonitätsklassen, Größenklassen, Branchen, Sicherheiten und weiteren Risikotreibern sowie deren Entwicklung analysiert und die Einhaltung des Limitsystems überwacht. Zur Begrenzung der Einzelemittentenrisiken werden vom Vorstand kombinierte Kontrahenten- und Emittentenlimite beschlossen. Vorstand und Aufsichtsrat werden monatlich bzw. quartalsweise über die Entwicklung des Portfolios sowie über die Auslastung der Einzel- und Strukturlimite informiert.

Daneben stellen die Mindestanforderungen an die Kreditvergabe risikobegrenzende Maßnahmen beim Einzelgeschäft dar. Kreditentscheidungen werden in Abhängigkeit vom Risikogehalt über unterschiedliche Kompetenzstufen getroffen. Die Bewertung der Kreditengagements und gegebenenfalls die Bildung einer Risikovorsorge erfolgen in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Vorschriften. Als zentrales Kriterium für die Prüfung der akuten Ausfallrisiken wird die Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit herangezogen. Die Bank prüft die Bildung von Risikovorsorge bei Vorliegen von Frühwarnsignalen und Ausfallkriterien. Sanierungsbedürftige und notleidende Engagements werden in einem marktunabhängigen Bereich betreut bzw. überwacht. Die Quote notleidender Kredite beträgt zum Stichtag 2,1 %.

Wir ermitteln monatlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Kundengeschäfte (KPM-KG) barwertig unter VR-Control einen unerwarteten Verlust (Credit-Value-at-Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Kreditrisikoprämien in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die modellierten Verluste auf Basis des LGD-Modells als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Sektorparameter zugrunde liegen.

Auf dieser Basis ergibt sich zum 31. Dezember 2023 ein Credit-Value-at-Risk (CVaR) für die nächsten 12 Monate in Höhe von 7,9 Mio. Euro. Das entspricht einer Limitauslastung von 65,8 %.

Das Kreditrisiko bei Eigenanlagen wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption der Bank monatlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG) ermittelt. Grundlage der Berechnungen sind verschiedene Marktpartnersegmente, die differenzierte Spread- und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatrizen aufweisen. Die Ermittlung des in der Risikomessung angesetzten unerwarteten Verlustes (Risikoszenario) basiert auf einer Haltedauer von 250 Tagen.

Für das Eigengeschäft im Direktbestand (ohne Fonds) ergibt sich auf dieser Basis zum 31. Dezember 2023 ein CVaR für die nächsten 12 Monate in Höhe von 9,4 Mio. Euro.

Adressenausfallrisiken aus Fonds werden mittels einer von der Kapitalanlagegesellschaft ermittelten Ex-ante-Value-at-Risk-Kennziffer berücksichtigt, die nur das Adressenausfallrisiko abbildet. Demnach folgt aus dem Fondsbestand ein zusätzliches Adressrisiko von 1,5 Mio. EUR. Das Marktpreisrisiko des Fonds berücksichtigen wir mittels einer separaten Ex-ante-Value-at-Risk-Kennziffer.

Der gesamte Value-at-Risk aus dem Eigengeschäft zum 31. Dezember 2023 beträgt damit 10,9 Mio. Euro mit einer Limitauslastung von 77,7 %.

Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ BANK auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen von Fondsgesellschaften, vor allem der Union Investment. Auch hier werden die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Portfoliomodell überwacht. Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen, Diversifikation in viele Anlageklassen und Beschränkung auf gute Bonitäten.

Marktrisiken

Das Marktrisiko beschreibt die Gefahr, dass aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern Verluste entstehen können. Marktrisiken umfassen Zins-, Aktien- und Währungsrisiken sowie sonstige Marktrisiken.

Das Marktrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein.

Im Rahmen der ökonomischen Risikomessung des Zinsrisikos berechnen wir monatlich einen Value-at-Risk, der auf szenariobasierten Haltezeiträumen von 250 Tagen abstellt. Als Szenariotechnik verwenden wir eine Skalierung über eintägige Verbarwertungen mittels Resampling. Zur angemessenen Erhöhung der Reagibilität des Modells versehen wir es mit einem Risikozuschlag. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control.

Ergänzend werden weitere barwertige Berichtsgrößen als zusätzliche Informationen bei geschäftspolitischen Entscheidungen berücksichtigt.

Der damit zum 31. Dezember 2023 ermittelte Risikowert für Zinsänderungsrisiken (ohne Fonds) beläuft sich auf 26,8 Mio. Euro mit einer Limitauslastung von 74,3 %.

Marktrisiken aus Fonds werden mittels einer von der auflegenden Fondsgesellschaft gelieferten Ex-ante-Value-at-Risk-Kennziffer im Risikolimitsystem berücksichtigt, die nur das Marktrisiko abbildet. Dabei werden Korrelationen zwischen verschiedenen Marktrisikoklassen genutzt. Zum Stichtag entfielen innerhalb des Marktrisikos 58 % auf Aktien, 21 % auf Währungen, 13 % auf Zinsen, 7 % auf Immobilien und 1 % auf sonstige Risikoklassen. Der damit zum 31. Dezember 2023 ermittelte Value-at-Risk beläuft sich auf 10,3 Mio. Euro mit einer Limitauslastung von 69,0 %

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos, des Refinanzierungskostenrisikos und des Marktliquiditätsrisikos auftreten.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Die Bank erachtet das Liquiditätsrisiko insgesamt als wesentlich im Sinne des Aufsichtsrechts und als betriebswirtschaftlich bedeutendes Risiko.

Die Berücksichtigung des Refinanzierungskostenrisikos in der ökonomischen Perspektive erfolgt vierteljährlich unter Berücksichtigung historischer Schwankungen des Refinanzierungsspreads.

Der zum 31. Dezember 2023 ermittelte Risikowert beläuft sich auf 1,1 Mio. Euro mit einer Limitauslastung von 22,8 %.

Operationelles Risiko

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein.

Anhand der Risikoinventur stufen wir das operationelle Risiko als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich bedeutend ein.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert und kommuniziert. Die Abgrenzung umfasst auch den Umgang mit nicht eindeutig zuordenbaren Schadensfällen, Beinaheverlusten und damit zusammenhängenden Ereignissen.

Wesentliche operationelle Risiken werden jährlich identifiziert und analysiert. Hierzu wird auf eine Schadensfalldatenbank zurückgegriffen, in die eingetretene Schäden eingestellt werden.

Operationellen Risiken begegnen wir u. a. nach den Grundsätzen kaufmännischer Vorsicht durch einen angemessenen Versicherungsschutz, durch das bestehende innerbetriebliche Kontrollsystem, das implementierte Compliance- und Beauftragtenwesen und die Tätigkeit unserer Internen Revision. Sofern wir Tätigkeiten auslagern, sind die Auslagerungsunternehmen vorzugsweise Verbundunternehmen oder arbeiten mit Verbundgremien zusammen. Im Komitee für operationelle Risiken behandeln wir regelmäßig Entwicklungen zur Risikokategorie und erarbeiten ggf. weitere Steuerungsmaßnahmen.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen.

Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem lT-Bereich abgestimmt.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare und die Inanspruchnahme juristischer Beratung im Fall von Rechtsstreitigkeiten.

Im Rahmen der ökonomischen Perspektive wird für die operationellen Risiken vierteljährlich ein Risikowert berechnet.

Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte unerwartete operationelle Risiko beläuft sich auf 6,2 Mio. Euro (Limitauslastung 77,9 %).

Weitere Risiken

Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei potenziellen Beteiligungsrisiken, dem Immobilienrisiko, dem Reputationsrisiko und dem Vertriebsrisiko. Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen. Aktuell stufen wir alle weiteren Risiken als unwesentlich ein.

Die Aggregation aller aus der Risikoinventur als unwesentlich hervorgegangenen Risikoklassen überstieg nicht unsere Obergrenze für die Unwesentlichkeit.

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Im Rahmen unserer ökonomischen und normativen Zinsbuchsteuerung setzen wir verschiedene Zinssicherungsinstrumente ein. Dabei handelt es sich primär um den Einsatz von bilanziellen und derivativen Geschäften in Form von Refinanzierungsmitteln im Interbankengeschäft sowie um Zinsswaps und Caps für die Aktiv-Passiv-Steuerung bzw. zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos.

Zum Bilanzstichtag waren Zinsbegrenzungsgeschäfte (Caps) in Höhe von 95,0 Mio. EUR, Festzinszahlerswaps in Höhe von 145,0 Mio. EUR und Globaldarlehen bzw. Namensschuldverschreibungen von 170,0 Mio. EUR im Bestand. Kontrahent in allen Kontrakten ist die DZ BANK, der wir kein relevantes Ausfallrisiko zuordnen.

Gesamtbild der Risikolage

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) in den von uns simulierten Risiko- bzw. Plan- und Stressszenarien gegeben. Die internen Simulationen kommen darüber hinaus zum Ergebnis, dass die Liquidität sichergestellt und die Eigenmittelanforderungen erfüllt werden.

Zum 31. Dezember 2023 ist das Gesamtrisikolimit der Bank zu 70,3 % ausgelastet, der Anteil des Gesamtrisikos am gesamten Risikodeckungspotenzial beträgt 32,0 %.

Nach dem derzeitigen Planungsstand ist die Risikotragfähigkeit angesichts der laufenden Ertragskraft und der Vermögens- bzw. Substanzsituation des Instituts auch im Prognosezeitraum gegeben. Die Vermögensrendite entwickelt sich von 1,32 % zum Stichtag prognosegemäß über 1,23 % per Ende 2024 auf über 1,5 % zum Ende des fünfjährigen Prognosehorizonts.

Die aufsichtlichen Eigenmittel erhöhten sich um 10,7 Mio. EUR auf 165,9 Mio. EUR gegenüber Ende 2022. Im Rahmen der Anfang 2023 durchgeführten Aufstockungsaktion erhöhten sich die Geschäftsguthaben der Mitglieder um zusätzliche 7,2 Mio. EUR. Per Jahresende haben wir Mitglieder ohne sonstige Geschäftsbeziehung zu uns ausgeschlossen. Die vorgegebenen Anforderungen der CRR und des KWG wurden im Geschäftsjahr 2023 jederzeit eingehalten. Die harte Kernkapitalquote von 14,72 % übersteigt die aufsichtlichen Anforderungen daran um 6,4 %-Punkte.

Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar. Die dargestellten sowie in risikoklassenübergreifenden adversen und Stressszenarien ermittelten Risikolagen werden die künftige Entwicklung unserer Bank voraussichtlich nicht wesentlich negativ beeinträchtigen bzw. sind verkraftbar.

Trotz der gestiegenen Zinsen und der erlebten Inflation konnten wir in 2023 Zuwächse im Kundenkreditgeschäft verzeichnen. Wir sehen wieder stärkeres Marktpotenzial aus der Finanzierung von energetischen Maßnahmen und einer Erholung der Bauinvestitionen und haben Maßnahmen zur Hebung des Potenzials eingeleitet. Weiterhin erfolgen Prolongationen im Bestand zu deutlich höheren Zinsen als zu den auslaufenden Niveaus.

Aus unseren Derivaten zur Aktiv-Passiv-Steuerung erwarten wir nennenswerte Ertragsüberschüsse. Durch frühere, umfangreiche Umwidmungen unseres Depot-A-Bestands in die Bewertung nach dem gemilderten Niederstwertprinzip ist unser Bestand weitgehend gegen zinsinduzierte Abschreibungen immunisiert. Durch anstehende Fälligkeiten werden stille Lasten sukzessive abgebaut. Wiederanlagen finden zu höheren Kupons statt. Drohverlustrückstellungen für die verlustfreie Zinsbuchbewertungen werden im Prognosezeitraum nicht erforderlich.

Die Konditionsbeiträge aus dem Kundeneinlagengeschäft sind deutlich gegenüber der Niedrigzinsphase angestiegen. Im abgelaufenen Jahr erlebten wir einen verschärften Wettbewerb um Kundeneinlagen. Es ist uns gegen Jahresende 2023 aber gelungen, einen zwischenzeitlichen Einlagenrückgang durch die Wiederaufnahme von Produkten mit Laufzeitbindung und attraktiver Verzinsung zu stoppen und weitgehend umzukehren. Wir gehen davon aus, dass das granulare Kundeneinlagengeschäft auch im Prognosezeitraum das Fundament unserer Refinanzierung bleiben wird.

D. Prognosebericht

Laut Planung vom Jahresende 2023 erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr 2024 Jahr ein moderates Wachstum des Geschäftsvolumens, das deutlich über dem des Vorjahres liegt. Dabei gehen wir von einem Anstieg des durchschnittlichen Geschäftsvolumens von 5,2 % aus. Im Kundenkreditgeschäft planen wir für das Geschäftsjahr 2024 ein Wachstum in Höhe von 5,6 % im Privatkunden- bzw. 5,5 % im Firmenkundengeschäft. Im Kundeneinlagengeschäft haben wir für 2024 Wachstumsannahmen in Höhe von 2,2 % im Privatkunden- sowie 5,0 % im Firmenkundengeschäft getroffen.

Die Zinsmarge wird aufgrund des höheren Zinsniveaus mit entsprechenden Auswirkungen auf die Refinanzierungskosten leicht zurückgehen. In unseren Planungsrechnungen gehen wir von leicht sinkenden Verwaltungsaufwendungen und konstanten Erträgen im Provisionsgeschäft aus. Wir erwarten ein leicht höheres Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 20,9 Mio. EUR bzw. 1,49 % in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme. Die CIR wird sich demnach auf 47,6 % leicht reduzieren.

Aus der Kapitalplanung für die Jahre 2024-2028 ergeben sich für das geplante Wachstum im Kreditgeschäft unter der Prämisse von Gewinnthesaurierungen und dem Ausbau der Anrechnung von durch Grundpfandrechte auf Immobilienkredite besicherten Risikopositionen derzeit keine Erkenntnisse für zusätzlichen Kapitalbedarf. Dabei wurde angenommen, dass die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen auch im Jahr 2024 und Folgeperioden gültig bleiben. Die für 2024 geplante Gesamtkapitalquote wird leicht auf 15,9 % steigen.

 

Jever, 29. Mai 2024

Volksbank Jever eG

Der Vorstand

Andre Niemeyer

Waldemar Kelm

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Volksbank Jever eG, Jever

Genossenschaftsregisternummer 130010 beim Amtsgericht Oldenburg

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 6.062.315,24 6.840
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 6.062.315,24 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 76.983.832,07 75.169
b) andere Forderungen 1.448.775,98 78.432.608,05 2.730
4. Forderungen an Kunden 1.045.254.107,76 1.015.929
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 554.864.777,74 (509.774)
Kommunalkredite 9.230.917,93 (11.224)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 27.465.868,19 27.517
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 27.465.868,19 (27.517)
bb) von anderen Emittenten 108.415.191,31 135.881.059,50 114.808
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 59.537.231,22 (67.622)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 135.881.059,50 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 49.319.748,01 43.715
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 19.849.303,61 20.132
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 2.838.450,00 22.687.753,61 2.839
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 2.800.000,00 (2.801)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.694.429,52 2.694
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 1.026.253,03 1.630
darunter: Treuhandkredite 1.026.253,03 (1.630)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 25.990,26 37
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 25.990,26 0
12. Sachanlagen 10.906.088,67 9.880
13. Sonstige Vermögensgegenstände 1.677.391,51 1.320
14. Rechnungsabgrenzungsposten 3.268.289,34 3.786
Summe der Aktiva 1.357.236.034,50 1.329.026

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 1.560.667,06 157
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 302.512.391,43 304.073.058,49 288.329
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 212.764.208,02 270.491
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 68.237.904,20 281.002.112,22 1.878
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 513.325.615,70 573.533
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 78.187.959,00 591.513.574,70 872.515.686,92 33.256
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 1.026.253,03 1.630
darunter: Treuhandkredite 1.026.253,03 (1.630)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.101.695,46 901
6. Rechnungsabgrenzungsposten 298.981,75 217
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 4.111.297,00 4.782
b) Steuerrückstellungen 844.386,67 153
c) andere Rückstellungen 2.378.176,95 7.333.860,62 2.408
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 97.400.000,00 86.900
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 19.987.898,34 12.954
b) Kapitalrücklage 7.113.450,56 7.113
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 24.753.560,33 24.046
cb) andere Ergebnisrücklagen 20.457.880,81 45.211.441,14 19.750
d) Bilanzgewinn 1.173.708,19 73.486.498,23 528
Summe der Passiva 1.357.236.034,50 1.329.026
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 11.448.325,39 11.583
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 11.448.325,39 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 82.403.202,11 82.403.202,11 109.851
darunter: Lieferverpflichtungen aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 32.612.224,64 21.186
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 2.504.355,99 35.116.580,63 1.794
darunter: in a) und b) angefallene negative Zinsen 202,89 (5)
2. Zinsaufwendungen 5.547.030,30 29.569.550,33 3.371
darunter: erhaltene negative Zinsen 10.202,60 (192)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 1.162.518,93 828
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 537.638,21 611
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 350.000,00 2.050.157,14 1.000
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 8.720.401,52 9.885
6. Provisionsaufwendungen 1.160.234,50 7.560.167,02 1.258
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 382.718,68 708
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 8.834.164,17 9.056
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.971.766,90 10.805.931,07 1.945
darunter: für Altersversorgung 360.983,27 (388)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 7.480.167,04 18.286.098,11 6.432
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 1.217.510,11 1.079
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 764.418,25 160
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 1.790.582,54 2.424
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 -1.790.582,54 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 355
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 82.331,98 82.331,98 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 17.586.316,14 9.931
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.477.432,97 2.991
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 35.174,98 4.512.607,95 33
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 10.500.000,00 5.000
25. Jahresüberschuss 2.573.708,19 1.908
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
2.573.708,19 1.908
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
2.573.708,19 1.908
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 700.000,00 690
b) in andere Ergebnisrücklagen 700.000,00 1.400.000,00 690
29. Bilanzgewinn 1.173.708,19 528

3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Volksbank Jever eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden angewandt:

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden mit dem Nennwert angesetzt. Unterschiedsbeträge zwischen den höheren Nennwerten und den Auszahlungsbeträgen wurden, soweit diese Beträge Zinscharakter haben, passiv abgegrenzt.

Die erkennbaren Risiken aus dem Kreditgeschäft sind durch angemessene Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen gedeckt. Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft werden Pauschwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 gebildet. Die ermittelten Teilbeträge für das bilanzielle Kreditgeschäft werden von Forderungen an Kunden abgesetzt. Die Teilbeträge für das außerbilanzielle Geschäft werden unter den anderen Rückstellungen passiviert und entsprechend von den Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften bzw. von den unwiderruflichen Kreditzusagen abgesetzt. Die Berechnung der Pauschalwertberichtigung erfolgt auf Grundlage des im Rahmen des internen Risikomanagements ermittelten erwarteten Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien (Bewertungsvereinfachungsverfahren). Der erwartete Verlust wird unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt für alle nicht akut ausfallgefährdeten Forderungen an Kreditinstitute (soweit erforderlich) und Forderungen an Kunden sowie die nach §§ 26, 27 RechKredV unter der Bilanz auszuweisenden Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen (einschließlich widerruflicher und unwiderruflicher Kreditzusagen) ermittelt.

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Liquiditätsreserve) wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren Börsen- oder Marktpreis oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere würden nur bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben werden (gemildertes Niederstwertprinzip). Anschaffungskosten über pari wurden linear über die Restlaufzeit bis zum niedrigeren Einlösungskurs, jedoch nicht unter den Marktwert am Bilanzstichtag abgeschrieben. Bei Anschaffungskosten über pari erfolgte bei vier Wertpapieren in Vorjahren in analoger Anwendung von § 340e Abs. 2 HGB im Jahr der Anschaffung eine Sofortabschreibung auf den Nennwert. Für die Bewertung der Wertpapiere wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen. Sofern für Wertpapiere kein aktiver Markt bestand, wurde der beizulegende Wert mit Hilfe anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt.

Im Wertpapierbestand enthaltene strukturierte Finanzinstrumente, die nach dem strengen Niederstwertprinzip auf Basis einer Notierung auf einem aktiven Markt bewertet werden können, werden als einheitlicher Vermögensgegenstand bilanziert, auch wenn sie durch das eingebettete Derivat erhöhte oder zusätzliche (andersartige) Risiken oder Chancen aufweisen, weil die besonderen Risiken des strukturierten Finanzinstruments durch eine objektivierte Bewertung zutreffend dargestellt werden.

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zum Nennwert.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Anlagewerte und die Sachanlagen wurden zu den Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Dabei wurden grundsätzlich die steuerlich zulässigen Abschreibungssätze zugrunde gelegt. Die Bewertung erfolgte unter Beibehaltung von in Vorjahren gemäß § 254 HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung in Verbindung mit § 6b EStG vorgenommenen Abschreibungen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250 wurden als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250 und bis zu EUR 1.000 wurde eine Poolabschreibung nach steuerrechtlichen Vorgaben vorgenommen.

Sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert bzw. zu den Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag. Unterschiedsbeträge zwischen dem Erfüllungsbetrag und dem niedrigeren Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten wurden in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Die Unterschiedsbeträge wurden planmäßig auf die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt.

Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) zugrunde. Verpflichtungen aus Pensionsanwartschaften wurden mittels Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Methode) angesetzt. Laufende Renten- und Altersversorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern sind mit dem Barwert bilanziert. Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,82 % wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren festgelegt. Dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV). Der insoweit berücksichtigte Rechnungszinsfuß wurde aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ermittelt.

Bei den Rückstellungen für die betriebliche Altersvorsorge wurden erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 2,20 % (Vorjahr: 2,00 %) und bei den Rückstellungen für laufende Pensionen eine Rentendynamik in Höhe von 2,20 % (Vorjahr: 2,00 %) zugrunde gelegt.

Im Übrigen wurden für erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst.

Die erstmalige Einbuchung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgte mit dem abgezinsten Betrag (Nettomethode).

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht.

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen wurden mit dem Nennwert bzw. in Höhe der zugrunde liegenden Verbindlichkeit abzüglich Pauschalrückstellungen angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände, Verbindlichkeiten und Avale wurden mit dem EZB-Referenzkursen des Bilanzstichtages umgerechnet.

Bei Zinsbegrenzungsvereinbarungen wird die gezahlte Prämie über die Laufzeit verteilt, sofern diese der Absicherung von Zinsänderungsrisiken dienen. Dazu wird bei Fälligkeit der einzelnen Teiloptionen der auf diese entfallende Prämienanteil erfolgswirksam ausgebucht. Ausgleichszahlungen aus Zinsbegrenzungsvereinbarungen werden zeitanteilig abgegrenzt.

Die zinstragenden Positionen und Finanzinstrumente des Bankbuchs einschließlich der zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv- / Passiv-Steuerung) abgeschlossenen Zinsderivate werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert im Kundenkreditgeschäft sowie Eigengeschäft und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Bei den zurechenbaren Gebühren- und Provisionserträgen werden im Wesentlichen Kontoführungsgebühren, Postenentgelte und Kartenentgelte, sofern die jeweilige Karte Bestandteil des Kontomodells ist, angesetzt. Gemäß einer internen Erhebung bzw. Schätzung wird der Anteil der Verwaltungskosten für die Bestandsführung der zinsbezogenen Geschäfte an den gesamten Verwaltungsaufwendungen ermittelt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt. Bei der Bemessung der voraussichtlich noch anfallenden Verwaltungskosten für die Bestandsführung der zinsbezogenen Geschäfte werden Overheadkosten anteilig berücksichtigt. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Der Jahresabschluss ist unter Berücksichtigung von Vorwegzuweisungen zu den Ergebnisrücklagen aufgestellt worden. Dabei sind die nach der Satzung erforderlichen Mindestzuführungen erfüllt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Herstellungskosten zu Beginn des Zugänge (a) Zuschreibungen (b) Umbuchungen (a) Abgänge (b) Anschaffungs- / Herstellungskosten am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
b) entgeltlich erwor- 182.456 0 (a) 0 (a) 182.456
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 19.924.796 1.873.576 (a) 0 (a) 21.798.373
0 (b) 0 (b)
b) Betriebs- und 6.046.397 587.107 (a) 0 (a) 5.285.306
Geschäftsausstattung 0 (b) 1.348.198 (b)
Summe a 26.153.649 2.460.683 (a) 0 (a) 27.266.135
0 (b) 1.348.198 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
EUR
Zugängen (a) Zuschreibungen (b)
EUR
Umbuchungen (a) Abgängen (b)
EUR
Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Buchwerte Bilanzstichtag (Vorjahr)
EUR
Immaterielle Anlagewerte
b) entgeltlich erwor- 145.703 10.763 (a) 0 (a) 0 (a) 156.466 25.990
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b) 0 (b) (36.753)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 12.033.880 645.461 (a) 0 (a) 0 (a) 12.679.341 9.119.032
0 (b) 0 (b) 0 (b) (7.890.916)
b) Betriebs- und 4.057.281 561.287 (a) 0 (a) 0 (a) 3.498.250 1.787.057
Geschäftsausstattung 0 (b) 0 (b) 1.120.317 (b) (1.989.117)
Summe a 16.236.864 1.217.511 (a) 0 (a) 0 (a) 16.334.057 10.932.079
0 (b) 0 (b) 1.120.317 (b) (9.916.786)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
EUR
Veränderungen (saldiert)
EUR
Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR
Wertpapiere des Anlagevermögens 110.035.596 8.850.881 118.886.477
Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 22.972.300 -284.546 22.687.754
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.694.430 0 2.694.430
Summe b 135.702.326 8.566.335 144.268.661
Summe a und b 161.855.975 155.200.740

D. Erläuterungen zur Bilanz

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 78.138.821 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 13.122.529 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 16.304.447 (ohne Zinsabgrenzung) fällig.

Die in den Posten A 5 und A 6 enthaltenen Wertpapiere sind wie folgt gegliedert:

börsenfähig davon:
EUR börsennotiert
EUR
nicht börsennotiert
EUR
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 135.881.060 107.747.709 28.133.351 104.386.475
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 49.319.748 0 49.319.748 0

Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet.

Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB sind für marktpreisbezogene Wertveränderungen unterblieben, da Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen bei den betreffenden Wertpapieren nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten sind. Anzeichen für eine Bonitätsbeeinträchtigung des jeweiligen Emittenten oder andere dauernde Wertminderungen sind nicht erkennbar.

Der Buchwert der betreffenden Wertpapiere beträgt EUR 104.386.475, der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf EUR 97.916.031.

In den Forderungen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen sind:

Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kunden (A 4) 1.186.095 1.421.976

Wir halten an folgenden Unternehmen nennenswerte Beteiligungen:

Anteil am Gesellschaftskapital Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz % Jahr TEUR Jahr TEUR
a) NGB AG & Co. KG, Hannover 1,07 2022/2023 1.750.733 2022/2023 37.901
b) HAERTLE VVB Hausverwaltungs GmbH, Wilhelmshaven 100,00 2022 292 2022 -3
c) GEV Grundstücks- Erschließungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH, Jever 100,00 2022 1.250 2022 385
d) Volksbank Jever Immobilien GmbH, Jever 100,00 2022 1.070 2022 500
e) VBJ Anlage GmbH, Jever 100,00 2022 984 2022 17

Mit den unter Buchstaben b) bis e) genannten Unternehmen besteht ein Konzernverhältnis. Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, weil aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 296 Abs. 2 HGB) auf die Aufstellung verzichtet werden konnte.

In den Sachanlagen (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 8.588.170 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 1.787.057 enthalten.

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (A 14) sind Unterschiedsbeträge zwischen dem Ausgabebetrag und dem höheren Erfüllungsbetrag von Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt EUR 3.951 (Vorjahr: EUR 17.703) enthalten.

In den folgenden Posten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kunden (A 4) 4.088.000 4.088.000
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 31.686.617 16.637.088

In den Vermögensgegenständen sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 1.433.897 enthalten.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Forderungen an Kunden (A 4) 29.016.262 74.221.586 280.832.434 647.837.517

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 12.897.892 9.101.795 104.431.137 174.390.190
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2ab) 0 13.645.232 54.247.957 0
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2bb) 56.568.537 15.410.043 6.142.356 2.240

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 258.965.002 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 265.163 (Vorjahr EUR 215.454) enthalten.

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde. Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus steuerlich nicht nachvollzogenen Wertberichtigungen im Bereich der Forderungen an Kunden sowie der Wertpapiere und aus temporären Differenzen im Bereich der Rückstellungen. Diesen stehen geringere passive latente Steuern im Bereich der Sachanlagen gegenüber.

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind:

Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (P 2) 1.879.456 1.190.407

Die im gezeichneten Kapital (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 19.027.127
b) der ausscheidenden Mitglieder 958.772
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 2.000
Rückständige fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile EUR 369

Die Kapital- und Ergebnisrücklagen (P 12b) und c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Kapitalrücklage
EUR
Gesetzliche Rücklage
EUR
andere Ergebnisrücklagen
EUR
Stand 01.01.2023 7.113.451 24.045.822 19.750.142
Einstellungen
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 7.738 7.738
- aus Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 700.000 700.000
Stand 31.12.2023 7.113.451 24.753.560 20.457.880

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Die ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden. Die ausgewiesenen Beträge unter 1b) unter dem Bilanzstrich zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Akute Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind nicht erkennbar.

Von den Verbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 130.822.594

In den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 5.330.817 enthalten.

In der nachfolgenden Tabelle sind die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivatgeschäfte (Nichthandelsbestand), die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt waren, zusammengefasst (§ 36 RechKredV bzw. § 285 Nr. 19 HGB). Neben der Gliederung nach Produktgruppen wird die Fälligkeitsstruktur auf Basis der Nominalbeträge angegeben (Angaben in TEUR):

Nominalbetrag Restlaufzeit beizulegender Zeitwert
<= 1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre Summe negativ positiv
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
- Zins-Swap (gleiche Währung) 0 30.000 115.000 145.000 608 12.611
- Zinsbegrenzungsvereinbarungen (Cap) - Käufe 0 0 95.000 95.000 0 14.903

Der unter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (A 14) erfasste Buchwert der Zinsbegrenzungsvereinbarungen des Nichthandelsbestands beläuft sich auf EUR 3.264.338.

Der beizulegende Zeitwert der zinsbezogenen Geschäfte wird mit IT-Verfahren auf der Grundlage wissenschaftlich anerkannter Bewertungsalgorithmen ermittelt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte bei Zinsswap-Vereinbarungen durch Diskontierung der zukünftigen erwarteten Zahlungsströme auf den Barwert. Für die Wertermittlung der Zinsbegrenzungsvereinbarungen (Optionen) werden Optionspreismodelle eingesetzt. Deren Einsatz erfolgt auf der Basis der allgemein anerkannten grundlegenden Annahmen. Danach bestimmt sich der Wert einer Option insbesondere nach dem Wert des zugrunde liegenden Basisobjektes und dessen Volatilität, dem vereinbarten Basispreis, Basiszinssatz oder Basisindex, dem risikolosen fristenadäquaten Zinssatz sowie der Restlaufzeit der Kontrakte.

Die vorstehend genannten zinsbezogenen Geschäfte dienen der Reduzierung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos aller zinstragenden Positionen (Aktiv- / Passiv-Steuerung). Die Geschäfte wurden dem Zinsbuch zugewiesen und nach den allgemeinen Regeln und Anforderungen im Zinsbuch bewertet.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die für das Geschäftsjahr ermittelten Aufzinsungseffekte für Zinsrückstellungen aus Zinsprodukten wurden unter den Zinsaufwendungen erfasst. Dadurch hat sich der Zinsüberschuss per Saldo um EUR 976 (Vorjahr: EUR 349) vermindert.

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für die Vermittlung von Wertpapieren nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit EUR 10.320 (Vorjahr: EUR 3.750) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen.

Die Effekte aus der Veränderung des Diskontierungssatzes bei den Pensionsrückstellungen sind im Personalaufwand enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 91.356 (Vorjahr: EUR 94.027) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Steuerrechtliche Abschreibungen (gemäß § 6b EStG) aus früheren Geschäftsjahren wurden im Geschäftsjahr in Höhe von noch EUR 343.330 beibehalten. Das Jahresergebnis wurde hierdurch geringfügig positiv beeinflusst.

F. Sonstige Angaben

An die Mitglieder des Vorstands wurden Gesamtbezüge gewährt in Höhe von EUR 744.320. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen EUR 426.810 und die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates EUR 102.907.

Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31. Dezember 2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 2.659.035.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 18.401 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 3.234.508.

Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 18.314; diesem stehen ausreichend frei verfügbare Rücklagen gegenüber.

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Form einer möglichen Leistungsverpflichtung gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von EUR 3.076.828.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 5 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 70 87
Gewerbliche Mitarbeiter 0 35
75 122

Außerdem wurden durchschnittlich 14 Auszubildende beschäftigt.

Nachfolgende Tabelle zeigt die Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr:

Anzahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile
Anfang 2023 20.065 33.073
Zugang 2023 642 15.114
Abgang 2023 783 2.120
Ende 2023 19.924 46.067
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 6.537.307
Höhe des Geschäftsanteils EUR 500

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:

Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V.

Raiffeisenstraße 26

26122 Oldenburg

Mitglieder des Vorstands

Niemeyer, Andre, - Vorstandssprecher -, Geschäftsleiter Marktfolge- und Verwaltungsbereich

Kelm, Waldemar, Geschäftsleiter Marktbereich (seit 1.7.2023)

Engelbrecht, Michael, Geschäftsleiter Marktbereich (bis 30.6.2023)

Schadewald, Martin, Geschäftsleiter Marktbereich (bis 30.6.2023)

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf

Sabin, Doortje, - Vorsitzende -, Prokuristin der Brune-Mettcker Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

Harms, Burkhard, - stellvertretender Vorsitzender -, selbstständiger Steuerberater

Dr. Bessel-Habeck, Inka, selbstständige Juristin

Coordes, Uwe, selbstständiger Apotheker

Dirks, Carsten, angestellter Landwirt

Onnen-Lübben, Inke, Geschäftsführerin C-Port Zweckverband Interkommunaler Industriepark Küstenkanal

Rothert, Maike, selbstständige Steuerberaterin (seit 20.6.2023)

Seeger, Jochen, selbstständiger Rechtsanwalt

Stenzel, Christiane, selbstständige Kauffrau (bis 20.6.2023)

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 2.573.708,19 - nach den im Jahresabschluss mit EUR 1.400.000,00 ausgewiesenen Einstellungen in die Rücklagen (Bilanzgewinn von EUR 1.173.708,19) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 6,00 % 1.163.515,05
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 5.096,57
b) Andere Ergebnisrücklagen 5.096,57
1.173.708,19

 

Jever, 19. März 2024

Volksbank Jever eG

Der Vorstand

Andre Niemeyer

Waldemar Kelm

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Volksbank Jever eG, Jever

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Volksbank Jever eG, Jever (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung der Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 1.045,3 Mio. EUR. Dies entspricht 77,0 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen jeweils unter Abzug von Risikovorsorgen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 11,5 Mio. EUR und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 82,4 Mio. EUR.

Die Identifizierung von Wertminderungen und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen unterliegen wesentlichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird. Daher ist die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen für den Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt nach unserer Einschätzung einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben zunächst beurteilt, ob die Systeme bzw. Prozesse der Bank derart ausgestaltet sind, dass akute Risiken mit hinreichender Sicherheit rechtzeitig erkannt werden und gegebenenfalls eine Risikovorsorge in ausreichendem Umfang gebildet wird. Unsere Prüfungshandlungen umfassten alle für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Bereiche.

In der Folge haben wir uns von der Funktionsfähigkeit der Regelungen bzw. Prozesse durch Prüfung in Stichproben überzeugt. Hierbei haben wir insbesondere auf die eingerichteten relevanten Kontrollen der Bank abgestellt.

Auf Basis der Erkenntnisse der Aufbau-, Prozess- und Funktionsprüfungen haben wir analytische Prüfungshandlungen durchgeführt, um Kreditengagements zu identifizieren, bei denen es Anhaltspunkte für ein akutes Ausfallrisiko gibt. Dabei wurde der Datenbestand der Bank in Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. In diesem Zuge wurden neben den Ratingeinstufungen insbesondere die Höhe der ungesicherten Kreditteile sowie die Gesamtzusage berücksichtigt.

Hierauf aufbauend haben wir bewusst ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung unterzogen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Angaben der Bank zur Bilanzierung und Bewertung von Forderungen im Kreditgeschäft sind im Anhang im Abschnitt B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden enthalten.

Im Lagebericht sind Ausführungen zu den Auswirkungen der Zinsentwicklung auf das Kreditgeschäft der Bank, den Kreditstrukturen sowie den Verfahren der Risikoerkennung enthalten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht:

- Prüferische Durchsichten der Jahresabschlüsse beherrschter Unternehmen

- Prüfung des Depot- und Wertpapierdienstleistungsgeschäfts

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Wallach.

 

Oldenburg, 13. Juni 2024

Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V.

Kolk, Wirtschaftsprüfer

Wallach, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte drei Ausschüsse eingerichtet (allgemeiner Prüfungsausschuss, Kreditausschuss und Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten).

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Durch Ablauf der Wahlzeit scheiden in diesem Jahr Frau Dr. Inka Bessel-Habeck, Herr Uwe Coordes und Herr Burkhard Harms aus dem Aufsichtsrat aus. Die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates ist zulässig.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.

 

Jever, 3. Juni 2024

Der Aufsichtsrat

Vorsitzende

Doortje Sabin

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023

("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Volksbank Jever eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Volksbank Jever eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Volksbank Jever eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge, Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 39.563.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 144,5.

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 17.586.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 4.477 und betreffen laufende Steuern.

Die Volksbank Jever eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Vertreterversammlung vom 18.06.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 2.573.708,19 wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

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Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
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