Großhandel mit Werkzeugmaschinen
MicroVision GmbH
Amsinckstraße 71, 20097 Hamburg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Drew Germain Markham seit 11.1.2026 | Geschäftsführer |
Glen William De Vos seit 20.10.2025 | Geschäftsführer |
Claudia David seit 26.8.2025 | Prokura |
Tim Luigs seit 28.9.2023 | Prokura |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
MicroVision GmbHHamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024Bilanz zum 31. Dezember 2024MicroVision GmbH, HamburgAKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2024 bis 31.12.2024MicroVision GmbH, Hamburg
Anhang zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024MicroVision GmbH, HamburgAllgemeine Angaben zum Jahresabschluss Die MicroVision GmbH hat ihren Sitz in Hamburg und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Hamburg (Reg. Nr. HRB 181525). Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuchs (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) sowie der Regelungen des Gesellschaftsvertrags der Gesellschaft aufgestellt. Die MicroVision GmbH ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Die Gesellschaft nimmt die größenabhängigen Erleichterungen des § 288 HGB teilweise in Anspruch. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Bei der Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurde gegenüber dem Vorjahr die Darstellung stetig beibehalten. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Die Nutzungsdauer beträgt zwischen 1 und 13 Jahren. Die Bewertung der Waren erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder entsprechend dem strengen Niederstwertprinzip zu niedrigeren Marktpreisen am Bilanzstichtag. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen von dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr und die Vorjahre betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern. Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurde alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt. Erläuterungen zur Bilanz Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs und befindet sich am Ende des Anhangs. Von den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen haben sonstige Vermögensgegenstände im Umfang von EUR 40.815,72 (Vorjahr: TEUR 70) eine Restlaufzeit von 1 - 5 Jahren. Von den Guthaben bei Kreditinstituten unterliegt ein Teilbetrag im Umfang von EUR 998.183,02 (Vorjahr: TEUR 88) einer Verfügungsbeschränkung. Hierbei handelt es um Bankguthaben, die als Sicherheit für Mietavale hinterlegt wurden. Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von EUR 1.174.610,28 (Vorjahr: TEUR 1.650) entfallen im Wesentlichen mit TEUR 484 (Vorjahr: TEUR 937) auf Rückstellungen aus dem Personalbereich, mit TEUR 390 (Vorjahr: TEUR 152) auf Rückstellungen für drohende Verluste sowie mit TEUR 177 (Vorjahr: TEUR 530) auf Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse enthalten Umsatzerlöse mit verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 26.388.582,60 (Vorjahr: TEUR 33.399). Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Kostenbeteiligungen an Personalaufwendungen durch verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 1.101.532,03 (Vorjahr: TEUR 357) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 796.814,65 (Vorjahr: TEUR 15). Dabei entfallen TEUR 766 (Vorjahr: TEUR 14) auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Aus der Veräußerung von immateriellen Vermögensgegenständen an die Muttergesellschaft waren im Vergleichsjahr 2023 Erträge in Höhe von TEUR 3.384 entstanden. In den Abschreibungen sind Abschreibungen auf Waren in Höhe von EUR 78.306,03 enthalten, die aufgrund verminderter Verwertbarkeit, technischen Veralterung bzw. einer gesunkenen Umschlagshäufigkeit gebildet wurden. Die Ermittlung des beizulegenden Wertes erfolgte grundsätzlich auf Basis einer retrograden Bewertung des Verkaufserlöses. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 18.209,06 (Vorjahr: TEUR 38) erfasst worden. Sonstige Angaben Geschäftsführung Im Folgenden werden die Mitglieder der Geschäftsführung genannt: Sumit Sharma, Ingenieur Anubhav Verma, seit 1. Februar 2023, Investmentmanager Dr. Thomas Luce, bis 27. Mai 2024, Vertriebsmanager Die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird gemäß der Befreiungsvorschrift nach $§ 286 Abs. 4 HGB unterlassen. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 166 (Vorjahr: 243). Dabei entfallen auf den Forschungs- und Entwicklungsbereich im Durchschnitt 133 (Vorjahr: 195) und auf den allgemeine Verwaltungsbereich 33 (Vorjahr: 48) Arbeitnehmer. Honorar des Abschlussprüfers Das gemäß § 285 Nr. 17 HGB im Geschäftsjahr 2024 als Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers beträgt EUR 84.925,88 (Vorjahr: TEUR 10). Dabei entfallen EUR 38.500,00 (Vorjahr: keine) auf Abschlussprüfungsleistungen und EUR 46.425,88 (Vorjahr: TEUR 10) auf andere Bestätigungsleistungen. Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen beträgt EUR 6.306.228,86 (Vorjahr: TEUR 7.434). Dabei entfallen EUR 1.125.849,88 (Vorjahr: TEUR 1.112) auf Fälligkeiten bis zu einem Jahr, EUR 5.180.378,98 (Vorjahr: TEUR 5.577) auf Fälligkeiten zwischen einem und fünf Jahren. Im Vorjahr bestanden zudem Verpflichtungen in Höhe von TEUR 745 mit Fälligkeiten über fünf Jahren. Das Bestellobligo zum 31. Dezember 2024 beläuft sich auf TEUR 336. Zum Bilanzstichtag bestehen wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse. Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2024 in Höhe von EUR 4.638.599,59 auf neue Rechnung vorzutragen. Konzernzugehörigkeit Die MicroVision GmbH wurde in den Konzernabschluss der MicroVision Inc., Redmond, USA einbezogen. Die MicroVision Inc., Redmond, USA stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und den größten Konzernkreis auf. Der Konzernabschluss wird auf der Internetseite der Securities & Exchange Commission https://www.sec.gov und auf der Internetseite der Gesellschaft https://ir.microvision.com/sec-filings/annual-reports veröffentlicht. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse eingetreten, die von besonderer Bedeutung sind.
Hamburg, den 10. Februar 2025
Sumit Sharma, Geschäftsführer Anubhav Verma, Geschäftsführer Entwicklung des Anlagevermögens vom 01.01.2024 bis 31.12.2024MicroVision GmbH
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024A. Grundlagen des Unternehmens A.1. Geschäftsmodell des Unternehmens Die MicroVision GmbH („MicroVision“) mit Sitz in Hamburg ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der MicroVision Inc., einem US-amerikanischen Technologieunternehmen mit Niederlassungen in Redmond und Detroit. Dabei erbringt MicroVision innerhalb des Konzernverbundes im Wesentlichen Entwicklungs-, Marketing- und Verkaufsdienstleistungen an ihre Muttergesellschaft. MicroVision ist ein Entwickler und Anbieter von Lidar-Hardware- und Softwarelösungen mit Fokus auf den Markt für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme ("ADAS") im Automobilbereich. MicroVision entwickelt Lidar-Sensoren (Light Detection and Ranging) sowie Perception- und Validierungssoftware für ADAS- und autonome Fahrzeuganwendungen in der Automobilbranche sowie für kundenspezifische Anwendungen in den Bereichen Industrie, Robotik und intelligente Infrastruktur. Die langjährige Historie von MicroVision in der Entwicklung und Vermarktung von Lidar-Systemen und den zugehörigen Softwarekomponenten verschafft dem Unternehmen eine gute Wettbewerbsposition als weltweit agierender Entwicklungs- und Vertriebspartner. Für den Automobilmarkt bietet MicroVision eine integrierte Lösung bestehend aus dem MEMS-basierten Lidar-Sensor MAVIN und einer proprietären Wahrnehmungssoftware, die in kundenspezifische ASICs integriert werden soll. Diese Lösung ist für den Verkauf an Premium-Automobilhersteller und Tier-1-Automobilzulieferer bestimmt. Die von MicroVision entwickelte ADAS-Lösung soll Edge Computing und kundenspezifische ASICs nutzen, um die Integration der Hardware und Perceptionsoftware in den ADAS-Stack eines OEMs zu ermöglichen. Zusätzlich zu dem MAVIN-Sensor mit dynamischer und hoher Reichweite für den Automobilmarkt umfasst die Produktpalette der MicroVision den MOVIA, ein Solid-State Lidar-Sensor ohne bewegliche Teile mit kurzer Reichweite für Anwendungen im Automobil- und Industriesektors, einschließlich intelligenter Infrastruktur, Robotik und anderer kommerzieller Segmente. Außerdem ist das Validierungssoftware-Tool des Unternehmens, die MOSAIK-Suite, für den Einsatz durch OEMs und Tier-1-Unternehmen zur Validierung von Fahrzeugsensoren für ADAS- und AV-Anwendungen vorgesehen. A.2. Forschung und Entwicklung Der Fokus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens liegt derzeit in der Weiterentwicklung der Perception-Software und der bestehenden Sensortechnologien. Die hierfür notwendigen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen haben im Jahr 2024 EUR 14,0 Mio. betragen (Vorjahr: EUR 21,6 Mio.). Die verminderten Aufwendungen spiegeln im Wesentlichen den Abbau der Mitarbeiterzahl im Forschungs- und Entwicklungsbereich wider. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 waren 86 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber im Vorjahr 182 im Unternehmen in den unterschiedlichen Entwicklungsbereichen tätig. Auch in der Erforschung zukünftiger Technologien für spätere Sensor-Generationen ist die MicroVision GmbH an verschiedenen Projekten beteiligt und unterhält zudem eine eigene Abteilung innerhalb des Unternehmens, die sich ausschließlich mit der Erforschung und Entwicklung neuer Sensor-Technologien und deren Einsatzmöglichkeiten beschäftigt. A.3. Beteiligungen und Zweigniederlassungen der MicroVision GmbH Die MicroVision GmbH hält analog zum Vorjahr im Geschäftsjahr 2024 keine Beteiligungen. Die Aktivitäten der Gesellschaft finden am Geschäftssitz in Hamburg statt; der ursprüngliche Geschäftssitz in Nürnberg wurde im zweiten Halbjahr 2024 eingestellt. A.4. Steuerungssystem Die Steuerung der Gesellschaft erfolgt durch Plan-Ist-Vergleiche sowie durch Zeitreihenanalysen von unterjährigen Finanzinformationen zur Ertrags-, Kosten- und Liquiditätsentwicklung. Hauptsteuerungsgröße ist die Sicherung der Liquidität. Die MicroVision GmbH ist von ihrer Muttergesellschaft MicroVision Inc. mit Entwicklungstätigkeiten beauftragt worden. Die Abrechnung der erbrachten Leistungen erfolgt über Cost-plus-Verträge, durch welche der Gesellschaft die Mehrheit der Kosten - auch für den erforderlichen Verwaltungsbereich - zuzüglich einer Marge von der Muttergesellschaft erstattet bekommt. Durch die zeitnahe Erstellung von Monatsabschlüssen und Abrechnungen an die Muttergesellschaft wird die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft gewährleistet. B. Wirtschaftsbericht B.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen B.1.a. Gesamtwirtschaftliches Umfeld In den geographisch relevanten Märkten Europa und USA entwickelte sich die Gesamtwirtschaft durchaus unterschiedlich. In Deutschland sieht das DIW Berlin - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. in ihrem Wochenbericht 50/2024 Deutschland in einer schwierigen Gemengelage aus konjunktureller Schwäche und Strukturwandel und erwartet für 2024 ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 0,2 Prozent. Ein auf Arbeitsplatzsorgen basierender zurückhaltender Konsum trotz steigender Reallöhne sowie heraufziehender Protektionismus, hohe Energiepreise und eine unklare Wirtschaftspolitik in Deutschland belasteten vor allem die deutsche Industrie. In der EU kehrte die Wirtschaft nach einer längeren Phase der Stagnation zu einem moderaten Wachstum zurück. Die Europäische Kommission geht für 2024 von einem BIP-Wachstum von 0,9% aus, wobei die Wachstumsraten in den einzelnen EU-Staaten zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen. Der US-amerikanische Markt zeigt sich weiter stabil. Für 2024 prognostiziert das statistische Bundesamt ein Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes von voraussichtlich 2,8 Prozent. B.1.b Branchenentwicklung Im Jahr 2024 hatte insbesondere in Deutschland die Automobilindustrie mit großen Herausforderungen zu kämpfen. In der für MicroVision relevanten Schlüsselindustrie ist es bei den deutschen Autobauern aufgrund der Absatzrückgänge auf dem deutschen und den internationalen Märkten, den hohen Standortkosten und der enteilten Konkurrenz im Bereich der Elektromobilität zu spürbaren Umsatzeinbußen, Mitarbeiterabbau und sogar Standortschließungen gekommen. Aufgrund der notwendigen Einsparungsmaßnahmen sind auch wesentliche Investitionen in die Ausstattung der Fahrzeuge mit Lidar-Technologie weiter zurückgestellt worden. Mit Großaufträgen für die Serienfertigung ist aktuell nicht zu rechnen. Der amerikanische Markt zeigte sich zwar deutlich stabiler, aber auch bei den amerikanischen Autoherstellern ist die Ausstattung kommender Fahrzeugmodelle mit Lidar-Sensoren vorerst in den Hintergrund getreten. Auch der Industriesektor insgesamt hat in Deutschland mit hohen Energiekosten, einer stark reglementierenden Bürokratie, Fachkräftemangel und geopolitischen Unsicherheiten zu kämpfen. Die Fertigung innerhalb des Industriesektors war gemäß Bundesamt im Gesamtjahr 2024 um 4,5 Prozent zurückgegangen. Auch die Investitionsausgaben waren im Jahr 2024 weiter rückläufig, was insgesamt zu einem schwierigen Marktumfeld für das Unternehmen geführt hat. Der LiDAR-Markt selbst ist stark fragmentiert mit vielen kleinen und großen Anbietern, welche neben Produkteinführungen auch durch Übernahmen und strategische Partnerschaften versuchten, Wettbewerbsanteile zu erlangen. B.2 Geschäftsverlauf B.2.a. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren Im Geschäftsjahr 2024 wurden die Liquidität als wesentlicher finanzieller Leistungsindikator zur Steuerung des Unternehmens identifiziert. Die Gesellschaft besitzt eine gute Eigenkapitalbasis und ist im Wesentlichen durch Cost-plus Verträge mit der Muttergesellschaft nur einem geringen Ergebnisrisiko ausgesetzt. Zu dem wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikator gehört die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen und Beschäftigung von qualifizierten Mitarbeitern. B.2.b. Nachtragsbericht Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung eingetreten, die Auswirkungen auf die Darstellung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage und der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens haben. Es wir hier auch auf die entsprechende Passage im Anhang zum Jahresabschluss verwiesen. C. Lage der Gesellschaft C.1. Vermögenslage Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2024 ist gegenüber dem Vergleichszeitraum zum 31. Dezember 2023 um EUR 6,4 Mio. auf EUR 6,6 Mio. gesunken. Das Anlagevermögen hat sich aufgrund von planmäßigen Abschreibungen und einer reduzierten Investitionstätigkeit um EUR 1,5 Mio. auf EUR 1,0 Mio. vermindert. Die Zugänge beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf EUR 0,3 Mio; demgegenüber standen Abgänge über EUR 0,2 Mio. Die Vorräte sind insbesondere aufgrund von Veräußerungen von Komponenten für die Sensorfertigung an die Muttergesellschaft MicroVision Inc. von EUR 1,0 Mio. auf EUR 0,3 Mio. gesunken. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben sich gegenüber dem Vorjahr von EUR 3,9 Mio. auf EUR 2,3 Mio. verringert. Ursächlich für diese Entwicklung war insbesondere ein Rückgang der Forderungen gegen die Muttergesellschaft MicroVision Inc., die im Wesentlichen aus Kostenweiterbelastungen resultieren. Zum Rückgang der liquiden Mittel um EUR 2,3 Mio. auf EUR 2,6 Mio. wird auf die Ausführungen im Abschnitt Finanzlage verwiesen. Die Gesellschaft unterliegt keinen wesentlichen Wechselkurseinflüssen; auch Inflationseinflüsse bestehen lediglich im normalen Umfang des Geschäftsverkehrs. Das Eigenkapital ist um den Jahresüberschuss in Höhe von EUR 0,8 Mio. auf EUR 4,7 Mio. angestiegen. Die im Vorjahr bestehenden Steuerrückstellungen in Höhe von EUR 1,9 Mio. wurden nahezu vollständig beglichen. Für das Geschäftsjahr 2024 hat die MicroVision bereits Vorauszahlungen geleistet, die die wesentlichen Steuerschulden abdecken. Die sonstigen Rückstellungen belaufen sich auf EUR 1,2 Mio. gegenüber EUR 1,7 Mio. zum 31. Dezember 2023. Hierbei zeigt sich insbesondere eine Verminderung der Rückstellungen aus dem Personalbereich (EUR 0,5 Mio.) und der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (EUR 0,3 Mio.). Gegenläufig ist ein Anstieg der Rückstellungen für Drohverluste (EUR 0,2 Mio.) zu verzeichnen gewesen, die im Wesentlichen für bereits gekündigte aber nicht mehr genutzte Büroflächen gebildet wurden. Die Verbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr 2024 von EUR 5,6 Mio. auf EUR 0,8 Mio. deutlich reduziert. Insbesondere wurden Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Verrechnungen gegenüber der Ibeo Automotive Systems GmbH i.L. in Höhe von EUR 2,8 Mio. sowie Lohnsteuerverbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt in Höhe von EUR 2,1 Mio. beglichen. C.2. Finanzlage Die Kapitalstruktur der Gesellschaft ist geordnet. Die Eigenkapitalquote hat sich insbesondere aufgrund des starken Rückgangs der Bilanzsumme von 29% auf 70% erhöht. Das Eigenkapital deckt das langfristige Anlagevermögen vollständig. Die Investitionen in Gegenstände des Anlagevermögens beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf lediglich EUR 0,2 Mio. Im Vorjahr beliefen sich die Investitionen auf EUR 18,5 Mio. im Rahmen des Asset Purchase Agreement über das Vermögen der Ibeo Automotive Systems GmbH i.L. Dieses Investitionsprojekt ist abgeschlossen. Für das Geschäftsjahr 2025 sind keine wesentlichen Investitionen geplant. Der Rückgang der liquiden Mittel von EUR 4,9 Mio. auf EUR 2,6 Mio. ist im Wesentlichen auf geleistete Ertragsteuer Vorauszahlungen für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 zurückzuführen. Von den in der Bilanz dargestellten Bankguthaben unterliegen EUR 1,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,3 Mio.) einer Verfügungsbeschränkung, da diese Gelder als Sicherheiten für Mietverträge bei einem Kreditinstitut hinterlegt wurden. Die Gesellschaft finanziert sich im Wesentlichen über Kostenweiterbelastungen für Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie sonstiger Kosten an die Muttergesellschaft MicroVision Inc. Die Gesellschaft stellt zeitnah und regelmäßig Monatsabschlüsse auf, die die Grundlagen für die Kostenweiterbelastungen beinhalten. Die Abrechnung an die Muttergesellschaft findet im Folgemonat statt, so dass die Gesellschaft ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber Dritten regelmäßig nachkommen kann. Die Liquidität des Unternehmens wird durch ein laufendes Monitoring und eine kurzfristige Liquiditätsplanung überwacht, um im Falle von Liquiditätsengpässen rechtzeitig die notwendigen Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Aus Juli 2023 besteht noch eine derzeit nicht in Anspruch genommene Kreditlinie über einen maximalen Betrag in Höhe von EUR 20,0 Mio. zu einer festen Verzinsung in Höhe von unverändert 4,0% bei der Muttergesellschaft MicroVision Inc. Derzeit bestehen keine wesentlichen Finanzierungsvorhaben. Aus dem Ende 2023 abgeschlossenen Mietvertrag für Büroräume in Hamburg bestehen zum 31. Dezember 2024 sonstige finanzielle Verpflichtungen im Umfang von EUR 6,4 Mio. Der Mietvertrag ist für eine Laufzeit von 5 Jahren vereinbart. Die Büroräume wurden im November 2024 bezogen. C.3. Ertragslage Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2024 beläuft sich auf EUR 0,8 Mio. (Vorjahr: EUR 3,7 Mio.). Aus der Veräußerung immaterieller Vermögensgegenstände an die Muttergesellschaft MicroVision Inc. war im Vorjahr ein unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesener einmaliger Gewinn in Höhe von EUR 3,4 Mio. vor Steuern erzielt worden. Im Geschäftsjahr 2024 gab es keinen vergleichbaren Effekt, so dass das der Jahresüberschuss sich im Wesentlichen aus den Erträgen aus den Cost-Plus Agreement ergibt. Die Umsatzerlöse über EUR 29,7 Mio. (Vorjahr: EUR 34,7 Mio.) entfallen mit EUR 26,4 Mio. (Vorjahr: EUR 33,4 Mio.) auf Umsätze mit der Muttergesellschaft MicroVision Inc., wovon EUR 25,5 Mio. (Vorjahr: EUR 32,5 Mio.) auf Kostenweiterbelastungen zurückzuführen sind. Die Umsatzerlöse aus Sensorverkäufen an Dritte konnten von EUR 0,9 Mio. auf EUR 2,8 Mio. gesteigert werden und sind fast ausschließlich auf inländische Kunden zurückzuführen. Hiermit verbunden sind Materialaufwendungen in Höhe von EUR 2,6 Mio. (Vorjahr: EUR 1,7 Mio.). Der Auftragsbestand beläuft sich zum 31. Dezember 2024 auf EUR 0,4 Mio. (Vorjahr: EUR 2,2 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf EUR 2,1 Mio. (Vorjahr EUR 4,0 Mio.). Enthalten sind insbesondere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (EUR 0,8 Mio.) und Sachbezüge aus Aktienausgaben der MicroVision Inc. an Mitarbeiter (EUR 1,1 Mio.; Vorjahr: EUR 0,4 Mio.). Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um EUR 1,7 Mio. auf EUR 21,3 Mio. gesunken. Enthalten sind im Geschäftsjahr 2024 Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von EUR 5,1 Mio., welche für das nächste Jahr nicht erwartet werden. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl hat sich aufgrund der durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen gegenüber dem Vorjahr von 225 auf 113 verringert. Die planmäßigen Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens sind von EUR 3,1 Mio. auf EUR 1,7 Mio. gesunken. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, welche sich auf EUR 4,9 Mio. gegenüber EUR 5,1 Mio. im Vorjahr belaufen, zeigen sich Rückgänge im Bereich der Werbekosten, der Personalbeschaffungskosten sowie der Entwicklungskosten. Demgegenüber haben sich Lizenzkosten, Rechts- und Beratungskosten sowie Zuführungen zu den Drohverlustrückstellungen gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Zuführungen zu Drohverlustrückstellungen betreffen auch die Aufgabe der Zweigniederlassung in Nürnberg Ende des dritten Quartals 2024, sowie gekündigte Büroflächen in Hamburg. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich in der Folge auf EUR 1,3 Mio. (Vorjahr: EUR 5,8 Mio.). Die Steuerquote hat sich insbesondere aufgrund der Bildung von steuerlich nicht abzugsfähigen Drohverlustrückstellungen sowie aufgrund der im Vergleich zum Ergebnis vor Steuern relativ höheren gewerbesteuerlichen Hinzurechnungstatbestände von 33,5% auf 39,1% erhöht. C.4. Gesamtaussage Die Vermögenslage der Gesellschaft ist geordnet und die Finanzlage stabil. Die Gesellschaft konnte ihren Zahlungsverpflichtungen stets nachkommen. Die MicroVision ist jedoch in hohem Maße davon abhängig, dass die Muttergesellschaft über die Cost-plus Abrechnung die regelmäßig anfallenden monatlichen Verluste ausgleicht. Das Geschäftsjahr 2024 war geprägt von mehreren Restrukturierungsmaßnahmen infolgedessen sich die Mitarbeiterzahl gegenüber dem Vorjahr 2023 nahezu halbiert hat. D. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht D.1. Chancenbericht In einem weiterhin dynamischen Marktumfeld sowohl im Automotive- und Industriesektor als auch im Bereich Infrastruktur und Robotics besteht für die gesamte MicroVision-Gruppe große Chancen, durch kundennahe Entwicklungen und Lösungen vom Marktwachstum profitieren zu können. Flache Hierarchien, sowie qualifizierte Mitarbeiter stellen hierfür sehr gute Voraussetzungen dar. Gemäß einer Studie der Mordorintelligence, Hyderab/Indien werde der globale LiDAR-Markt 2024 auf eine Größe von 2,57 Billionen US-Dollar geschätzt. Dabei werde bis 2029 ein Wachstum auf 6,38 Billionen US-Dollar erwartet, was einer Wachstumsrate von durchschnittlich 19,93 Prozent p.a. entspräche. Das Segment der selbstfahrenden Autos, autonomen Fahrzeugen und Robotern mit ADAS gehöre gemäß Studie zu den markttreibenden Faktoren. Eine Automotive LiDAR Marktanalyse des gleichen Forschungsinstituts rechnet für diesen Bereich mit einem Wachstum von 28,2 Prozent p.a. bis 2029. Auch für diesen Teilbereich wird ADAS den voraussichtlich größten Anteil bilden. Regional werde von Nordamerika als technologisch sehr fortschrittlicher Markt die größten Wachstumsimpulse ausgehen. Für den Bereich der industrial LiDAR-Segments wird von Verified Market Reports (https://www.verifiedmarketreports.com) ein durchschnittliches Marktwachstum von 19,3 Prozent bis Ende 2030 erwartet. Das entspräche einem absoluten Wachstum von 1,9 Mrd. US-Dollar auf 7,94 Mrd. US-Dollar. In diesem Segment wenden Industrien zunehmend fortschrittliche Erfassungstechnologien an, um die Effizienz, Genauigkeit und Sicherheit ihrer Produktions- und Verfahrensabläufe zu verbessern. Mit dem bestehenden Produktportfolio ist MicroVision gut aufgestellt, um von den zu erwartenden starken Wachstumsraten in den einzelnen Marktsegmenten mittel- bis langfristig zu profitieren und sich als ein wichtiger Player im Lidar-Markt zu etablieren. D.2. Risikobericht D.2.a. Risikomanagementsystem Die Gesellschaft ist als GmbH nicht dazu verpflichtet, ein formales Risikomanagementsystem einzusetzen. Die Risikosteuerung ist eingebettet in das interne Kontrollsystem. Hierbei werden insbesondere klare Prozess- und Kontrollabläufe verlangt sowie Anforderungen an theoretische und praktische Aspekte des internen Qualitätsmanagements gefordert. D.2.a. Internes Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr ihr internes Kontrollsystem deutlich ausgebaut und erfüllt die Prozess- und Kontrollanforderungen der an der NASDAQ notierten Muttergesellschaft nach den Anforderungen des Sarbanes-Oxley-Acts (SOX). Als Hauptprozesse wurden die Bereiche Abschluss- und Reporting, Forderungen / Umsatz, Treasury, Anlagevermögen, Schätzungen, Einkauf und Auszahlungen, Vorräte und Personal identifiziert. Diese Prozesse wurden durch Flowcharts sowie verbale Erläuterungen zu den Abläufen dokumentiert und werden regelmäßig auf deren Angemessenheit und Richtigkeit überprüft. Das Management prüft zweimal im Jahr die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems durch Tests von Einzelsachverhalten. Transaktionen und Buchungen im ERP-Finanzbuchhaltungssystem werden durch ein Vier-Augen-Prinzip kontrolliert und dokumentiert. Wesentliche Transaktionen und Ausgaben / Investitionen bedürfen einer Freigabe durch den Finanzvorstand. D.2.c Risikolage im Berichtszeitraum D.2.c.i. Finanzielle Risiken Risiken der aktuellen Kapitalmarktentwicklung Die MicroVision GmbH ist nicht am Kapitalmarkt tätig. Jedoch können sich Kapitalmarktrisiken auf die Gesellschaft mittelbar über die an der NASDAQ notierte Muttergesellschaft MicroVision Inc. ergeben. Da sich die Gesellschaft fast vollumfänglich über die Muttergesellschaft finanziert, hätten jegliche eintretende Risiken mit Auswirkung auf die Liquiditätsausstattung der Muttergesellschaft auch negative Folgen auf die Finanzlage der MicroVision GmbH. Zinsrisiko Die Gesellschaft verfügt über eine nicht ausgenutzte Kreditlinie von der Muttergesellschaft, die im Falle einer Inanspruchnahme mit einem festen Zinssatz verzinst wird. Im Falle einer Abzinsung von langfristigen Rückstellungen kommt der jeweils gültige und fixe Refinanzierungssatz der Muttergesellschaft zum Tragen. Als Folge unterliegt die Gesellschaft keinen wesentlichen Zinsrisiken. Währungsrisiko Die Gesellschaft hält keine fremden Währungen als Bankbestände und hat keine Kredite in Fremdwährung aufgenommen. Es bestehen keine Devisentermingeschäft oder sonstige derivative Finanzinstrumente in Fremdwährung. Weiterhin fakturiert die Gesellschaft Rechnungen ausschließlich in ihrer funktionalen Währung Euro. Die Gesellschaft unterliegt in eingeschränktem Maße Währungsschwankungen im Rahmen von Fremdwährungstransaktionen im Rahmen der Beschaffung von Waren, Lizenzen und Dienstleistungen. Liquiditätsrisiko Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt fast ausschließlich über die Erstattung anfallender Kosten durch die Muttergesellschaft. Durch einen Zeitverzug bei der Erstellung von Monatsabschlüssen besteht das Risiko, dass die Gesellschaft vorübergehend über nicht ausreichend Liquidität verfügt. Diesem Risiko wird durch eine zeitnahe Erstellung von Monatsabschlüssen und Abrechnungen mit der Muttergesellschaft begegnet. Sollte dieses in Einzelfällen nicht gelingen steht der Gesellschaft noch eine nicht ausgenutzte Kreditlinie bei der Muttergesellschaft zur Verfügung. D.2.c.ii. Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten Risiko des Forderungsausfalls Im Berichts- und im Vorjahr sind keine Forderungen ausgefallen oder mussten wertberichtigt bzw. abgeschrieben werden. Im Rahmen von Qualitätskontrollen werden Neukunden auf deren Bonität mittels Ratingagenturen überprüft, bevor diese als Kunden aufgenommen werden. Ferner erfolgt eine Vergabe von Kreditlimits anhand der Bonität, um Forderungsausfälle in wesentlichem Umfang frühzeitig zu minimieren. Im Rahmen des Forderungsmanagements wurde bei der Gesellschaft weiterhin ein Mahnprozess mit Eskalationsstufen festgelegt, der regelmäßig durchgeführt wird, um dem Risiko eines Forderungsausfalls zu begegnen. D.2.c.iii. Geschäftsrisiken Risiko mangelhafter Vertragserfüllung externer Dienstleister Bei der Entwicklung der Produkte und Technologien ist die Gesellschaft zum Teil von Dienstleistern und Lieferanten abhängig. Es besteht ein Risiko, dass die erforderlichen Vereinbarungen nicht zu akzeptablen Bedingungen ausgehandelt werden können oder die Gesellschaft mit erheblichen Verzögerungen konfrontiert wird. Sofern Entwicklungs- oder Herstellungsvereinbarungen mit Dritten eingegangen werden, hängen der Erfolg der Gesellschaft und der Gruppe von der Leistung Dritter ab. Dem Risiko wird durch ein laufendes Monitoring der Dienstleister und Lieferanten hinsichtlich Termintreue und Qualität der Waren und Dienstleistungen begegnet. Wettbewerbsrisiko Die MicroVision GmbH ist als Entwicklungsgesellschaft ihrer Muttergesellschaft nicht direkt dem Wettbewerb ausgesetzt. Jedoch sollte es der Muttergesellschaft im globalen Wettbewerb nicht gelingen, Wettbewerbsanteile bei potenziellen Kunden zu gewinnen, hätte dieses auch unmittelbare Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Die Gesellschaft versucht, Produktverbesserungen und Produktinnovationen mittels laufender Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zu erreichen und so der MicroVision-Gruppe eine gute Wettbewerbsposition zu verschaffen. D.2.c.iv. Operationelle Risiken Technologie-/Entwicklungsrisiken Als Spezialist für Systemlösungen für LiDAR-Technologie ist das Unternehmen maßgeblich abhängig von dem Erfolg bei der Entwicklung von neuen Sensor-Generationen. Unvorhergesehene technologische Herausforderungen im Zuge des laufenden Entwicklungsprozesses können hierbei zu erheblichen Mehrkosten, terminlichen Verschiebungen führen. Zur Minimierung bestehender Projektrisiken werden die laufenden Vorhaben über ein zentrales Projektmanagement im Hinblick auf die Einhaltung der zu erreichende Meilensteine und der veranschlagten Projektkosten regelmäßig gemonitort und überprüft. Ein in den Prozess integriertes Projekt-Risikomanagement unterstützt die Projektverantwortlichen dabei, projektgefährdenden Risiken zeitnah zu identifizieren, um bereits frühzeitig alternative Lösungskonzepte zu entwickeln oder andere geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung einzuleiten. Risiken aus der Nutzung von EDV-Systemen Das Unternehmen verstärkt weiterhin Cybersicherheitsmaßnahmen, um seine Informationssysteme auf der Grundlage von Industriestandards zu schützen. Zu den Maßnahmen des Unternehmens gehören Richtlinien zur Förderung der internen Compliance durch die Mitarbeiter, Richtlinien und Verfahren zur regelmäßigen Bewertung der Sicherheit seiner Informationssysteme und die Implementierung von Produkten von Drittanbietern, einschließlich Intrusion Prevention- und Detection-Lösungen, Multifaktor-Identifizierung und Antivirensoftware, um potenzielle Cybersicherheitsbedrohungen zu erkennen und sich davor zu schützen. Das Unternehmen schult seine Mitarbeiter in Fragen der Cybersicherheit mit regelmäßigen Informationen zum Risikobewusstsein, Phishing-Sensibilisierungskampagnen und Schulungsmaterialien. Mit der Erwartung eines kurz- und langfristigen strategischen Wachstums priorisiert das IT-Team des Unternehmens die Verbesserung seines Reaktionssystems und seiner Kontinuitätspläne. Eine Schlüsseldimension für die Sicherheit und Effektivität des Informationssystems des Unternehmens ist die Einhaltung von Standards, die für die Branchen, in denen es tätig ist, einzigartig sind. So ist es beispielsweise entscheidend, dass das Informationssystem des Unternehmens die TISAX-Zertifizierung erreicht. Der vom Verband der Automobilindustrie ins Leben gerufene Trusted Information Security Assessment Exchange (TISAX) ist ein weltweit anerkannter Bewertungs- und Austauschmechanismus für die Informationssicherheit in der Automobilindustrie. Automobilhersteller verlassen sich auf das TISAX-Label, um sicherzustellen, dass Zulieferer und Partner über ein solides Informationssicherheitsmanagementsystem verfügen. Um den TISAX-Bewertungsprozess erfolgreich abzuschließen, evaluiert das Unternehmen aktiv seine Cybersicherheitsmaßnahmen und sucht nach Verbesserungen, einschließlich der Beauftragung eines externen Auditors und der globalen Standardisierung seines Cybersicherheitsschulungsprogramms, um ein umfassendes und robustes System zu gewährleisten. Das Unternehmen bewertet Drittanbieter von Informationssystemen sowie alle anderen Anbieter, die Zugriff auf seine Daten haben, auf ihre Reife und Zuverlässigkeit, und aus Gründen der Unternehmenspolitik entscheidet sich das Unternehmen dafür, nur mit seriösen Anbietern zusammenzuarbeiten. Personalrisiken Um neue Produktneuentwicklungen erfolgreich zum Abschluss zu bringen, benötigt das Unternehmen engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter. Dabei ist man auf die Gewinnung und Bindung leistungsfähiger Mitarbeiter angewiesen. Aufgrund des aktuellen Fachkräftemangels und des starken Wettbewerbsumfeldes besteht das Risiko, die für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens benötigten Mitarbeiter nicht in ausreichendem Maße zu finden bzw. qualifizierte Stelleninhaber in wichtigen Schlüsselpositionen im Unternehmen zu halten. Um dem personellen Risiko entgegenzuwirken, setzt die Gruppe Aktienprogramme, freiwillige Zusatzleistungen sowie flexible Arbeitszeiten ein, um Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und verhindern so, dass dem Unternehmen wertvolles Know-How verloren geht. D.2.c.v. Sonstige Risiken Risiken aus Veränderungen des regulatorischen Umfelds Um ihre Grenzen zu schützen und den Handel auszugleichen, haben die Vereinigten Staaten von Amerika Zölle auf importierte Waren aus bestimmten Ländern eingeführt und planen, Zölle auf alle importierten Industriegüter einzuführen. Aufgrund der Geschäftsbeziehung mit der Muttergesellschaft und möglicher Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder könnten die Kosten für Komponenten für die Sensorentwicklung steigen. Risiken aus Veränderungen der steuerlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen Aufgrund des Endes der Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grüne Ende 2024 lassen sich vor der nächsten Bundestagswahl und der Bildung einer neuen Regierung schwer Details zur Risikolage ermitteln. Etwaige Gesetzesvorhaben könnten durch die neue Regierung zurückgenommen werden und durch gegenteilige Maßnahmen ersetzt werden. Durch das Fehlen eines verabschiedeten Haushalts resultieren weitere Unsicherheiten. Kriegerische Auseinandersetzungen in Europa Der anhaltende Krieg zwischen der Ukraine und Russland sowie die Spannungen im mittleren Osten könnten sich auf Westeuropa ausbreiten und somit auch für die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft zu nachteiligen Auswirkungen führen. D.2.c.vi. Gesamtbeurteilung der Risikopositionen Die MicroVision GmbH kann aufgrund von bestehenden Cost-plus-Verträgen mit der Muttergesellschaft eine solide Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aufweisen. Sie ist jedoch direkt abhängig von der wirtschaftlichen Lage ihrer Muttergesellschaft und von deren Fähigkeit, die Tätigkeiten der Gruppe am Kapitalmarkt zu finanzieren. Gelingt das nicht und führt zu einer angespannten Finanzlage der MicroVision Inc. hätte dieses auch eine unmittelbar negative Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die Gesellschaft ist mittlerweile ein reiner Entwicklungsstandort für die Software- und Sensorentwicklung innerhalb der MicroVision-Gruppe und nimmt nur noch eingeschränkt am Markt- und Wettbewerbsgeschehen teil. Die Abhängigkeit von der Muttergesellschaft ist daher auch vor diesem Hintergrund zu betonen. D.3. Prognosebericht Aufgrund der im Geschäftsjahr 2024 durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen wird für das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Rückgang des Personalaufwandes um EUR 9,6Mio. auf EUR 11,7Mio. gerechnet. Aufgrund dieses Rückgangs werden auch die Umsatzerlöse aus den Cost-plus-Verträgen mit der Muttergesellschaft signifikant geringer ausfallen. Die Mitarbeiteranzahl am Standort in Hamburg soll nur unwesentlich angepasst werden und bewegt sich damit weiterhin auf dem Niveau zum Jahresende 2024. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass der Jahresüberschuss mit knapp EUR 1 Mio. nur unwesentlich vom Jahresergebnis 2024 abweichen wird. Es wird weiterhin eine stabile Finanzlage erwartet, in welcher sich die Gesellschaft wie im Geschäftsjahr 2024 ausschließlich über die Muttergesellschaft finanzieren kann. Investitionen sind nur in geringem Umfang geplant. Die Gesamtentwicklung der MicrovIsion-Gruppe ist im Wesentlichen abhängig von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung und den zu erwartenden Auftragseingängen für die von der MicroVision Inc. angebotenen Produkte und Dienstleistungen.
Hamburg, den 10. Februar 2025 Sumit Sharma, Geschäftsführer Anubhav Verma, Geschäftsführer „BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die MicroVision GmbH, Hamburg Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der MicroVision GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MicroVision GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.“
Hamburg, 26. März 2025 Mazars GmbH & Co. KG Dirk Jessen, Wirtschaftsprüfer Philipp Fischer, Wirtschaftsprüfer Die Gesellschafterversammlung der MicroVision GmbH hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 am 25. Juni 2025 festgestellt. Die Gesellschafterversammlung der MicroVision GmbH hat am 25. Juni 2025 ferner beschlossen, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2024 in Höhe von EUR 837.269,92 auf neue Rechnung vorzutragen. |
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