Recover Pure Materials GmbH
Selbe AdresseRückgewinnung sortierter Werkstoffe
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Max Kaufmann seit 18.3.2025 | Prokura |
Thomas Oliver Weiss seit 11.8.2022 | Geschäftsführer |
Kevin Butsch seit 11.8.2022 | Prokura |
Thomas Heinz Frey seit 29.7.2014 | Geschäftsführer |
Thomas Klinger seit 23.6.2014 | Prokura |
Georg Steiner seit 12.9.2013 | Geschäftsführer |
Detlef Schröder seit 3.8.2006 | Prokura |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
L. Possehl & Co. mit beschränkter HaftungLübeckKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KonzernbilanzAKTIVA
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
KonzernanhangAllgemeine AngabenL. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung, Lübeck, (im Folgenden L. Possehl) ist beim Amtsgericht Lübeck im Handelsregister B unter der Nr. 9 HL eingetragen. Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) und den Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Sämtliche Beträge werden - mit Ausnahme des Gewinnverwendungsvorschlags des Mutterunternehmens - in Währungseinheiten von Tausend ausgewiesen. Konsolidierungskreis, Konsolidierungskreisveränderungen und assoziierte UnternehmenKonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss sind zum Bilanzstichtag neben dem Mutterunternehmen L. Possehl 65 (Vorjahr 66) inländische und 127 (Vorjahr 121) ausländische Unternehmen einbezogen, bei denen L. Possehl - unmittelbar oder mittelbar - einen beherrschenden Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann. Wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurde für insgesamt 17 (Vorjahr 14) Tochterunternehmen von dem Einbeziehungswahlrecht gemäß § 296 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht. Diese Gesellschaften machen zusammen weniger als 3 % der Umsatzerlöse, der Bilanzsumme und des Konzernergebnisses aus. Zu Einzelheiten wird auf die anliegende Beteiligungsübersicht verwiesen. Der Bilanzstichtag aller einbezogenen Unternehmen ist der 31.12. KonsolidierungskreisveränderungenDie Zugänge zum Konsolidierungskreis betreffen:
Darüber hinaus hat sich der Konsolidierungskreis durch zwei neu gegründete Tochtergesellschaften vergrößert. Durch zwei Liquidationen und eine Veräußerung hat sich die Anzahl der zum Konsolidierungskreis gehörenden Gesellschaften dagegen um insgesamt drei verringert. Die Veränderungen im Konsolidierungskreis haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, so dass die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr nicht beeinträchtigt ist. Assoziierte UnternehmenDie Anzahl der assoziierten Unternehmen beträgt 22 (Vorjahr 15). Bei 11 Unternehmen wird wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns gemäß § 311 Abs. 2 HGB auf eine Bewertung nach der Equity-Methode verzichtet. KonsolidierungsgrundsätzeDie Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode unter Aufdeckung sämtlicher stiller Reserven und Lasten grundsätzlich auf den Erwerbszeitpunkt bzw. auf den Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, in Einzelfällen aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für den Konzern auch rückwirkend auf den 1. Januar des Zugangsjahres bzw. nachgelagert auf den 1. Januar des Folgejahres. Ein aktiver Unterschiedsbetrag wird gemäß § 309 Abs. 1 HGB als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und über die voraussichtliche Nutzungsdauer erfolgswirksam abgeschrieben. Sofern nach Verteilung der stillen Reserven und Lasten ein passiver Unterschiedsbetrag verbleibt, wird dieser in einem separaten Posten auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen und entsprechend der Regelung in § 309 Abs. 2 HGB erfolgswirksam aufgelöst. Entkonsolidierungen erfolgen grundsätzlich erfolgswirksam. Bei der Ermittlung des Entkonsolidierungserfolges wird den erzielten Erlösen das zum Zeitpunkt des Abgangs laut Handelsbilanz II vorhandene Nettovermögen gegenübergestellt. Darüber hinaus werden aktive bzw. passive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung sowie die aus der Erstkonsolidierung resultierenden stillen Reserven bzw. Lasten, soweit sie noch nicht vollständig erfolgswirksam erfasst wurden, bestehende Eliminierungen aus Zwischenergebnissen und die bei Fremdwährungsgesellschaften vorhandenen Währungsausgleichsposten im Rahmen der Entkonsolidierung erfolgswirksam ausgebucht. Abweichend davon werden Geschäfts- oder Firmenwerte, die bis zum 31. Dezember 2009 gemäß § 309 Abs. 1 S. 3 HGB (a.F.) offen mit den Rücklagen verrechnet wurden, bei der Entkonsolidierung erfolgsneutral in den Konzerngewinnvortrag umgegliedert. Unterschiedsbeträge aus Kapitalmaßnahmen bei vollkonsolidierten Tochterunternehmen, die zu einer Änderung der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens führen, ohne dass ein Beherrschungsverlust eintritt, werden grundsätzlich erfolgsneutral in den Rücklagen erfasst. Die Kapitalaufrechnung bei den assoziierten Unternehmen erfolgt nach der Buchwertmethode im Zeitpunkt des Erwerbs. Ein nach Verteilung der stillen Reserven und Lasten verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert behandelt und planmäßig erfolgswirksam abgeschrieben. Ein verbleibender passiver Unterschiedsbetrag wird ebenfalls erfolgswirksam entsprechend seinem Charakter als Eigen- bzw. Fremdkapital aufgelöst. Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Umsätze, Aufwendungen und Erträge zwischen den einbezogenen Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Bei Lieferungs- und Leistungsbeziehungen werden Zwischenerfolgseliminierungen - soweit sie von Bedeutung sind -vorgenommen. Innenumsatzerlöse aus der Lieferung von eigenen Erzeugnissen werden in die aktivierten Eigenleistungen oder Bestandsveränderungen umgegliedert. Betreffen die Innenumsatzerlöse von Konzerngesellschaften selbst erstellte bzw. selbst entwickelte immaterielle Vermögensgegenstände, werden diese vollständig eliminiert. Der entsprechende Korrekturposten im immateriellen Anlagevermögen wird über die Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes aufgelöst. Auf Konsolidierungsvorgänge, die zu temporären oder quasi-permanenten Differenzen führen, werden Steuerabgrenzungen vorgenommen. Dabei werden aktive und passive latente Steuern in der Konzernbilanz gegeneinander aufgerechnet. WährungsumrechnungDie Berichtswährung von L. Possehl ist der Euro. Die Währungsumrechnung erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Hiernach werden die Bilanzwerte der Tochterunternehmen in einem Nicht-Euro-Land - mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zu historischen Kursen umgerechnet wird - einheitlich mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die sich aus der Veränderung der Wechselkurse gegenüber dem Vorjahresstichtag ergebenden Unterschiedsbeträge werden erfolgsneutral in dem separaten Eigenkapitalposten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" erfasst. Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge einschließlich der Jahresergebnisse erfolgt zu Durchschnittskursen. Währungsdifferenzen aus der Anwendung unterschiedlicher Wechselkurse für die Umrechnung der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden ergebnisneutral behandelt. Für die Umrechnung der bedeutendsten Fremdwährungen im Konzern werden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
Bilanzierungs- und BewertungsmethodenEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen, bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die vertragliche oder voraussichtliche Nutzungsdauer der einzelnen Vermögensgegenstände. Lizenzen und ähnliche Rechte werden regelmäßig über eine Nutzungsdauer von 1 bis 5 Jahren abgeschrieben. Aus der erstmaligen Konsolidierung resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte werden separat ausgewiesen und regelmäßig über ihre geschätzte voraussichtliche Nutzungsdauer planmäßig - soweit erforderlich auch außerplanmäßig - linear über einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren abgeschrieben. Sofern die Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden kann, wird für Neuzugänge ein Abschreibungszeitraum von 10 Jahren zugrunde gelegt. Technische aktive Unterschiedsbeträge, die aus Verlustvorträgen infolge des Auseinanderfallens des Zeitpunkts der Entstehung des Mutter-Tochter-Verhältnisses und der erstmaligen Einbeziehung resultieren, werden direkt mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige zeitanteilige, in Einzelfällen nutzungsbedingte und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen, bilanziert. Sind die Grundlagen für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr gegeben, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Fremdkapitalkosten werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Zuschüsse der öffentlichen Hand für die Anschaffung oder Herstellung von Anlagegütern werden von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten der entsprechenden Anlagegüter abgesetzt. Sachanlagen werden grundsätzlich nach der linearen Methode über ihre voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer - im Zugangsjahr pro rata temporis - abgeschrieben. Im Geschäftsbereich Elektronik werden Werkzeuge auch kombiniert nutzungs- und zeitanteilig abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Die innerhalb der Finanzanlagen ausgewiesenen assoziierten Beteiligungen werden mit ihren anteiligen Ergebnissen unter Berücksichtigung von Gewinnausschüttungen fortgeführt. Diese Veränderungen werden in der Entwicklung des Anlagevermögens als Zu- bzw. Abgang gezeigt. Die Jahresabschlüsse assoziierter Unternehmen werden - sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind - an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften angepasst. Die Beteiligungen an nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen und die übrigen Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten - gegebenenfalls vermindert um außerplanmäßige Abschreibungen -bewertet. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen sind mit dem Barwert angesetzt. Verzinsliche Darlehen werden mit ihrem Nennwert angesetzt. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bewertet. Vorräte werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, dem niedrigeren Börsen- oder Marktpreis oder dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt. Neben den Material- und Fertigungseinzelkosten werden produktionsbezogene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie die auf die Produktion entfallenden Abschreibungen auf Sachanlagen eingerechnet. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt grundsätzlich nach der Durchschnittsmethode. Hiervon abweichend werden entsprechend den geschäftsbereichsspezifischen Gegebenheiten Edelmetalle auch nach der LiFo-Methode (Last in - First out) bewertet. Für Bestandsrisiken, die sich aus einer längeren Lagerdauer oder einer verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene Abwertungen vorgenommen. Erhaltene Anzahlungen auf Vorräte werden offen von diesen abgesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit ihrem Nennwert oder gegebenenfalls mit ihrem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt. Bestehende Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen und durch eine angemessene Pauschalwertberichtigung auf die nicht einzelwertberichtigten Forderungen berücksichtigt. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens betreffen Aktienbestände und werden zu ihrem Kurswert am Bilanzstichtag - maximal jedoch zu ihren ursprünglichen Anschaffungskosten - bilanziert. Liquide Mittel werden zum Nennwert bilanziert. Fremdwährungsbestände werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Passive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden, sofern sie Fremdkapitalcharakter haben, bei Anfall der erwarteten Aufwendungen oder Verluste bzw. wenn diese wider Erwarten nicht mehr eintreten, erfolgswirksam aufgelöst. Sofern der passive Unterschiedsbetrag auf einem günstigen Gelegenheitskauf beruht und somit Eigenkapitalcharakter hat, erfolgt die ergebniswirksame Auflösung über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der erworbenen abnutzbaren Vermögensgegenstände. Sollte der wesentliche Teil aus nicht abnutzbaren Vermögensgegenständen bestehen, orientiert sich die Vereinnahmung am Verbrauch oder Abgang dieser Vermögensgegenstände. Technische passive Unterschiedsbeträge, die aus Gewinnthesaurierungen aufgrund des Auseinanderfallens des Zeitpunkts der Entstehung des Mutter-Tochter-Verhältnisses und der erstmaligen Einbeziehung resultieren, werden direkt mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Pensionsrückstellungen und vergleichbar langfristige Verpflichtungen werden mit dem von der Deutschen Bundesbank auf Basis des 10-Jahresdurchschnitts ermittelten Diskontierungssatz für eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren abgezinst. Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Bei der Bewertung kommen die Heubeck'schen Richttafeln 2018 G bzw. landesspezifische biometrische Grundlagen zur Anwendung. Aufwendungen und Erträge, die aus Änderungen des Abzinsungszinssatzes resultieren, werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Der Bewertung der Pensionsrückstellungen liegen die folgenden Bewertungsparameter zugrunde:
Die Bewertung vergleichbarer langfristiger Verpflichtungen erfolgt in einem Fall laufzeitbedingt individuell mit einem Abzinsungsfaktor von 2,50 % (Vorjahr 0,90 %). Das Deckungs- bzw. Planvermögen wird, soweit es ausschließlich der Erfüllung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen dient und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen ist, mit den zugehörigen Verpflichtungen verrechnet. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt mit dem beizulegenden Wert am Bilanzstichtag. Dieser richtet sich bei Rückdeckungsversicherungen nach dem Aktivwert der Versicherung, bei dem übrigen Planvermögen nach dem Börsen- oder Marktpreis der Finanzinstrumente. Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit den von der Deutschen Bundesbank auf der Basis eines 7-Jahresdurchschnitts ermittelten und ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzinssätzen abgezinst. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsforderungen und -Verbindlichkeiten werden - sofern kurzfristig - mit dem Wechselkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Forderungen bzw. Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Wechselkurs im Entstehungszeitpunkt oder mit dem niedrigeren bzw. höheren Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Latente Steuern werden auf Ebene der Einzelgesellschaften auf temporäre und quasi-permanente Differenzen zwischen dem Handelsbilanz- und dem Steuerbilanzwert gebildet. Zudem werden latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt, soweit diese werthaltig sind. Die Bewertung erfolgt mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt der voraussichtlichen Umkehrung. Die angewandten Steuersätze liegen zwischen 16,5 % und 40 %, für Sachverhalte im Inland sowie auf Konsolidierungsmaßnahmen beträgt der angewandte Steuersatz regelmäßig 31 %. Die aktiven und passiven latenten Steuern der Einzelgesellschaften werden mit den Posten, die sich aus Konsolidierungsvorgängen ergeben, zusammengefasst und miteinander verrechnet. Sofern aus der Aufrechnung ein aktiver Überhang verbleibt, wird von dem Aktivierungswahlrecht Gebrauch gemacht und auf einen Bilanzansatz - sofern der Überhang nicht aus latenten Steuern aus Konsolidierungsvorgängen resultiert - verzichtet. Sofern ein Passivüberhang verbleibt, wird dieser separat auf der Passivseite der Konzernbilanz ausgewiesen. Erläuterungen zur KonzernbilanzAnlagevermögenDetaillierte Informationen sind der Entwicklung des Konzernanlagevermögens zu entnehmen. 1. Immaterielle Vermögensgegenstände
Der Posten beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von T€ 343 (Vorjahr: T€ 1). Als Geschäfts- oder Firmenwerte werden neben den auf Ebene der Einzelgesellschaften aktivierten Beträgen von T€ 2.586 (Vorjahr: T€ 3.223), die über Nutzungsdauern von 5 bis zu 15 Jahren abgeschrieben werden, auch die Goodwills aus der Kapitalkonsolidierung ausgewiesen, die sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt haben:
Die Zugänge betreffen die im Geschäftsjahr erworbenen Unternehmen der AA-Gruppe, der Commonwealth Mint-Gruppe sowie die Risetec S.r.l. und die Logopak S.A.S. Darüber hinaus war ein Abgang aus einer nachträglichen Anpassung für ein in Vorjahren erworbenes Unternehmen zu verzeichnen. Gemäß DRS 23.120 ist die Nutzungsdauer eines Goodwills anhand objektiv nachvollziehbarer Kriterien festzulegen. Bei der Schätzung der voraussichtlichen Nutzungsdauern der Goodwills wurden insbesondere die Bestandsdauer und die Entwicklung der Unternehmen, die Lebenszyklen der Produkte, die Entwicklung und die Rahmenbedingungen der Absatz- und Beschaffungsmärkte, die Marktstellung der Unternehmen und deren Wettbewerbsumfeld sowie die Bindung von Schlüsselpersonen an die Unternehmen in die Ermittlung einbezogen. Auf dieser Basis wurden die Nutzungsdauern für die aus der Erstkonsolidierung im Berichtsjahr resultierenden Goodwills wie folgt festgelegt:
2. Sachanlagen
Der Posten beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von T€ 16 (Vorjahr: T€ 247). 3. Finanzanlagen
Die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist in einer gesonderten Übersicht am Ende des Anhangs aufgeführt. Auf die Angabe von Beteiligungen gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 4 HGB wird aufgrund der untergeordneten Bedeutung dieser Beteiligungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns gemäß § 313 Abs. 3 HGB verzichtet. Die folgenden inländischen Tochtergesellschaften nehmen die Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB im Berichtsjahr in Anspruch:
Die folgenden inländischen Tochtergesellschaften nehmen die Befreiungsvorschrift des § 264b HGB im Berichtsjahr in Anspruch:
Umlaufvermögen4. Vorräte
5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Auf die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind Einzelwertberichtigungen von T€ 17.447 (Vorjahr: T€ 13.465) und Pauschalwertberichtigungen von T€ 4.338 (Vorjahr: T€ 3.539) gebildet worden. 6. Liquide Mittel
7. Aktive latente SteuernZum 31. Dezember 2022 besteht ein Aktivüberhang, der sich wie folgt zusammensetzt:
Von dem ausgewiesenen Saldo am Bilanzstichtag entfallen T€ 6.427 (Vorjahr: T€ 5.638) auf Konsolidierungsvorgänge, die im Konzernabschluss bilanziert werden. Auf die Bilanzierung des übrigen Aktivüberhangs wird gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet. Die latenten Steuern entfallen im Wesentlichen auf temporäre Differenzen zwischen dem Handelsbilanz- und dem Steuerbilanzansatz bei Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen, auf steuerliche Verlustvorträge sowie auf steuerliche Ergänzungsbilanzen bei inländischen Personenhandelsgesellschaften. 8. EigenkapitalAls Gezeichnetes Kapital wird das von der alleinigen Gesellschafterin, der Possehl-Stiftung, gehaltene Stammkapital des Mutterunternehmens L. Possehl ausgewiesen. Die Entwicklung des bilanziellen Eigenkapitals ist im Konzerneigenkapitalspiegel gesondert dargestellt. 9. Unterschiedsbetrag aus der KapitalkonsolidierungDer Posten hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
Die passiven Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung haben Eigenkapitalcharakter. Der Auflösungsbetrag wird innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen. 10. PensionsrückstellungenDie Pensionsverpflichtungen und das zu deren Erfüllung bestehende Deckungs- bzw. Planvermögen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Anschaffungskosten des Plan- und Deckungsvermögens betragen T€ 21.954 (Vorjahr: T€ 25.300). In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden Erträge in Höhe von T€ 104 (Vorjahr: T€ 2.049) und Aufwendungen von T€ 3.431 (Vorjahr: T€ 383) verrechnet. 11. Übrige Rückstellungen
Für Altersteilzeitverpflichtungen besteht ein Deckungsvermögen in Höhe von T€ 1.964 (Vorjahr: T€ 1.646). Die Anschaffungskosten betragen T€ 1.851 (Vorjahr: T€ 1.453). Es sind Erträge von T€ 28 (Vorjahr: T€ 26) verrechnet worden. 12. Verbindlichkeiten
Pfandrechte und ähnliche Rechte besichern Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 9.743 (Vorjahr: T€ 1.470). Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten:
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung13. UmsatzerlöseDie Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen und geografischen Regionen ergibt sich aus den folgenden Übersichten:
14. Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und andere aktivierte Eigenleistungen
15. Sonstige betriebliche ErträgeDer ausgewiesene Betrag beinhaltet mit T€ 29.558 (Vorjahr: T€ 29.473) auf Vorjahre entfallende Beträge vorwiegend aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen sowie dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens. Darüber hinaus sind in dieser Position Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ 20.287 (Vorjahr: T€ 11.847) enthalten. 16. Materialaufwand
17. Personalaufwand
Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl nach Gruppen beträgt:
Darüber hinaus wurden im Jahresdurchschnitt 417 (Vorjahr: 365) Leiharbeitnehmer beschäftigt. 18. Sonstige betriebliche AufwendungenVon dem ausgewiesenen Betrag entfallen T€ 850 (Vorjahr: T€ 394) auf Vorjahre. Sie betreffen ausschließlich Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens. Weiterhin sind hier Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ 19.018 (Vorjahr: T€ 6.873) enthalten. 19. Beteiligungsergebnis
20. Zinsergebnis
Das Zinsergebnis beinhaltet mit T€ 4.582 (Vorjahr: T€ 10.379) den Zinsanteil aus der Veränderung der Pensionsrückstellungen und der übrigen langfristigen Rückstellungen sowie aus der Abzinsung sonstiger Aktiva und Passiva. 21. Übriges Finanzergebnis
22. Steuern vom Einkommen und vom ErtragDer Posten beinhaltet neben den laufenden Steuern auch Erträge von TEUR 1.008 für Vorjahre (Vorjahr periodenfremde Aufwendungen: T€ 2.090). Darüber hinaus sind latente Steuererträge in Höhe von T€ 789 (Vorjahr latente Steuererträge: T€ 405) enthalten. Erläuterungen zur Konzern-KapitalflussrechnungDer Finanzmittelfonds beinhaltet die Guthaben bei Kreditinstituten, die Kassenbestände und Schecks sowie die jederzeit fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Zuführungen zu Einzel- und Pauschalwertberichtigungen sowie wertminderungs- bzw. abgangsbedingte Aufwendungen im Umlaufvermögen. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Erträge resultieren vor allem aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen, Zuschreibungen im Vorratsvermögen und einem liquiditätsunwirksamen Zugang von Wertpapieren im Anlagevermögen. Sonstige AngabenHaftungsverhältnisse
Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den vorgenannten Haftungsverhältnissen ist als gering einzuschätzen, da die begünstigten Gesellschaften eine gute Bonität aufweisen und aus vergleichbaren Fällen in Vorjahren keine Inanspruchnahme erfolgt ist. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Derivative FinanzinstrumenteDerivative Finanzinstrumente werden im Konzern ausschließlich zur Absicherung von Währungs-, Metallpreis- und Zinsrisiken eingesetzt. Es werden unbedingte, in Einzelfällen auch bedingte Terminkontrakte auf Devisen und Edelmetalle sowie Swaps und Optionen auf Währungs- oder Zinsbasis abgeschlossen. Bei den Devisen- und Edelmetalltermingeschäften handelt es sich im Wesentlichen um nicht börsenmäßig gehandelte Terminkontrakte. Neben der Absicherung bilanzierter Posten werden auch erwartete Zahlungsein- und -ausgänge mit Restlaufzeiten bis Mitte Januar 2025 abgesichert. Ein Kontrakt bezüglich eines Zinsswaps hat eine Laufzeit bis Ende September 2027. Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:
Die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt nach der Mark-to-Market-Methode. Der Marktwert errechnet sich aus der Bewertung sämtlicher Geschäfte zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der ihnen zugrunde liegenden Grundgeschäfte. Die Derivate dienen ausschließlich der Absicherung von Grundgeschäften. BewertungseinheitenEs wurden Bewertungseinheiten (Micro- und Portfolio-Hedges) i.S.d. § 254 HGB mit derivativen Finanzinstrumenten gebildet, die der Absicherung von Währungsrisiken aus Grundgeschäften dienen. Mit Devisenterminkontrakten mit Laufzeiten bis Ende August 2024 werden erwartete und bereits vereinbarte Zahlungen in fremden Währungen - hauptsächlich US-Dollar - aus Verkaufs- und Einkaufskontrakten in einem Gesamtvolumen von T€ 19.064 bis zu 100% laufzeitkongruent abgesichert. Die Bewertungen erfolgten grundsätzlich nach der Critical-Term-Match-Methode. Honorar des KonzernabschlussprüfersDas vom Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB setzt sich wie folgt zusammen:
Gesamtbezüge des Vorstands sowie des AufsichtsratesDie Gesamtbezüge des Vorstands von L. Possehl betrugen im Geschäftsjahr T€ 6.311 (Vorjahr: T€ 6.620), die der Mitglieder des Aufsichtsrates T€ 290 (Vorjahr: T€ 289). Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene haben T€ 823 (Vorjahr: T€ 908) erhalten. Verpflichtungen aus laufenden Pensionen und Pensionsanwartschaften sind durch Rückstellungen von insgesamt T€ 10.642 (Vorjahr: T€ 11.032) berücksichtigt. Gewinnverwendungsvorschlag des MutterunternehmensDer Vorstand schlägt vor, aus dem Jahresüberschuss der L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung von € 73.485.110,14 und dem Gewinnvortrag von € 926.043,42 - zusammen € 74.411.153,56 - einen Teilbetrag in Höhe von € 27.767.000,00 an die Possehl-Stiftung auszuschütten, den anderen Gewinnrücklagen € 21.000.000,00 zuzuführen und den verbleibenden Betrag von € 25.644.153,56 auf neue Rechnung vorzutragen. NachtragsberichtEs haben sich nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses keine Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Possehl-Gruppe ergeben.
Lübeck, den 17. Februar 2023 L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung Dr. Joachim Brenk Mario Schreiber Dr. Henning von Klitzing Marcus Meulbroek Anteilsbesitz am 31. Dezember 2022
Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzern-Eigenkapitalspiegel
Konzernlagebericht 2022I. Grundlagen des KonzernsI.1 Konzernstruktur und GeschäftstätigkeitPossehl ist ein diversifizierter, weltweit agierender Technologiekonzern mit Stammsitz in Lübeck. Unsere Unternehmensgruppe verbindet Tradition und Innovation. So kann die Possehl-Gruppe einerseits auf eine 176-jährige Firmengeschichte zurückblicken, andererseits umfasst das heutige Unternehmensportfolio zahlreiche, überwiegend mittelständische Unternehmen, die mit ihren zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen in ihren Märkten führende Positionen einnehmen. Neben der Diversifizierung und Risikostreuung berücksichtigen wir bei unserer strategischen Ausrichtung auch die grundlegenden Zukunftstrends und Wachstumschancen. Zudem legen wir bei unseren Unternehmen Wert auf einen kontinuierlichen Cashflow und eine hohe Dividendenfähigkeit. Die Possehl-Gruppe hat sich in den vergangenen Jahren durch internes und externes Wachstum durch Akquisitionen zu einem global aufgestellten Produktionsunternehmen entwickelt. Neben dem Maschinen- und Anlagenbau bilden die Geschäftsbereiche Edelmetallverarbeitung, Elektronik und Bauleistungen weitere feste Säulen und tragen im hohen Maße zur Stabilität der Unternehmensgruppe bei. Wir haben zudem in den vergangenen Jahren unser Geschäftsfeld Identifikationslösungen ausgebaut. Zu Beginn des Vorjahres haben wir mit "Possehl Digital" unseren zehnten Unternehmensbereich gegründet, der bereits im Berichtsjahr expandierte und in den kommenden Jahren durch in- und externes Wachstum kontinuierlich erweitert werden soll. Die Possehl-Gruppe agiert weitgehend dezentral, indem operative Entscheidungen in den einzelnen Geschäftsbereichen und Gesellschaften getroffen werden. Diese haben eine große Selbstständigkeit für alle markt- und kundenorientierten Aktivitäten. Alle Konzernunternehmen verbindet das gemeinsame Possehl-Dach und ein einheitliches Werteverständnis. Zu den wesentlichen Aufgaben des Mutterunternehmens L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung (L. Possehl) als Management-Holding zählen die Unternehmensstrategie und das Portfoliomanagement einschließlich Mergers & Acquisitions, die Entwicklung von Führungs- und Führungsnachwuchskräften, die Finanzierung der Gruppe sowie das Konzernrechnungswesen und -controlling. Darüber hinaus unterstützt und berät die Holding die operativen Geschäftseinheiten bei Innovations- und Digitalisierungsthemen. L. Possehl hatte im Durchschnitt des Berichtsjahres 32 Beschäftigte, davon vier Geschäftsführer sowie drei Trainees bzw. Werkstudenten. Das Unternehmensportfolio umfasst zehn voneinander wirtschaftlich unabhängige operative Geschäftsbereiche, die nachfolgend mit ihren wesentlichen Tätigkeitsfeldern und Kundengruppen dargestellt sind:
Neben den vorstehenden zehn operativen und weitgehend autarken Geschäftsbereichen bündeln wir in und unterhalb der Konzernholding zentrale Dienstleistungen im Versicherungsbereich und auf dem Gebiet der Innovation und Digitalisierung. Possehl ist über Tochtergesellschaften und Beteiligungen in mehr als 30 Ländern präsent. Zum Konzernkreis von L. Possehl zählen 209 (im Vorjahr 202) verbundene Unternehmen, von denen 17 (im Vorjahr 14) aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht konsolidiert werden. Ferner werden 11 (im Vorjahr 4) Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Eine detaillierte Übersicht über die Gesellschaften und ihre Standorte findet sich in der Anteilsbesitzliste. I.2 KonzernstrategieDie Possehl-Gruppe befindet sich auf einem langfristig ausgerichteten Wachstumspfad. Ein Großteil der heute zur Possehl-Gruppe gehörenden Unternehmen wurde in den vergangenen zehn Jahren akquiriert. Nachdem wir unsere starke Akquisitionstätigkeit während der Pandemiezeit aufgrund der hohen Unsicherheiten zurückgefahren hatten, wurde im abgelaufenen Jahr die externe Wachstumstätigkeit wieder ausgebaut. So konnte Possehl durch Unternehmenszukäufe die Geschäftsbereiche Bauleistungen, Intralogistik, Identifikationslösungen und Edelmetallverarbeitung produktseitig und auch regional ausbauen. Im neuen Geschäftsbereich Digital wurden die Akquisitionstätigkeiten ebenfalls ausgeweitet, so dass für die kommenden Jahre ein deutliches Wachstum auch in diesem Geschäftsbereich geplant ist. Den gezielten Wachstumskurs wollen wir auch in der Zukunft fortsetzen und so den Wert von Possehl und seine Dividendenfähigkeit steigern. Der Ausbau der Geschäftsaktivitäten erfolgt sowohl über organisches Wachstum als auch über Akquisitionen, das heißt die Ergänzung bestehender Geschäftsbereiche, den Ausbau des Mittelstandssegments und den Erwerb neuer Geschäftsbereiche. Wir verstehen dabei Wachstum nicht als Selbstzweck, sondern erachten nachhaltiges und profitables Wachstum als Voraussetzung für die Unabhängigkeit und die Stabilität der Unternehmensgruppe. Possehl ist ein langfristig orientierter Investor, der dem Prinzip "Buy and Hold" folgt. Damit grenzen wir uns deutlich von den "Buy and Sell"- sowie Turnaround-Investoren ab, die ihr finanzielles und wirtschaftliches Engagement regelmäßig auf kurze Zeiträume von kaum länger als fünf Jahren beschränken. Unser Unternehmensportfolio ist neben Rentabilität und Dividendenstetigkeit auf Nachhaltigkeit, Stabilität und Risikostreuung ausgerichtet. Wir achten darauf, dass unsere Geschäftsbereiche möglichst verschiedenen Branchen angehören sowie weitgehend unterschiedlichen konjunkturellen Zyklen und regionalen Entwicklungen unterworfen sind. Diese Strategie trägt der langfristigen Orientierung unserer alleinigen Gesellschafterin, der gemeinnützigen Possehl-Stiftung, Rechnung. Die Unabhängigkeit des Possehl-Konzerns spielt bei unseren Strategieentscheidungen eine zentrale Rolle. Dieses gilt insbesondere auch für Unternehmenskäufe, die wir möglichst ohne externe Finanzierungen tätigen. Auch vermeiden wir bei Akquisitionen, wenn möglich, hohe Risiken. Für alle unsere Geschäftsbereiche und Unternehmen gilt, dass Possehl sehr langfristig und vorausschauend denkt und handelt sowie die Identität seiner Unternehmen bewahrt. Wir verstehen uns als "Unternehmergruppe" mit den entsprechenden Freiräumen für die einzelnen Gesellschaften und ihre Managementteams. I.3 SteuerungsgrößenDie Possehl-Unternehmensgruppe wird überwiegend mithilfe von finanziellen Erfolgs- und Liquiditätskennzahlen gesteuert, ergänzt um Messgrößen zur Bestimmung der Innovations- und Zukunftsfähigkeit. Wir legen großen Wert auf Transparenz, eindeutige Zurechenbarkeit von Erträgen und Aufwendungen sowie eine "bottom-line accountability" für jede einzelne Gruppengesellschaft bzw. jeden Produktbereich. Für die Beurteilung und auch Steuerung der Profitabilität verwenden wir als zentrale Leistungsindikatoren den Gewinn vor Steuern (EBT) sowie das um Steuern und Zinsen bereinigte EBIT. Zur Steuerung des Wachstums sowohl des Konzerns als auch der einzelnen Unternehmensbereiche verwenden wir als zentrale Messgröße die Umsatzerlöse. Diese Kennzahlen gelten zugleich als Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20. Eine nachhaltige Entwicklung der Umsatzerlöse und des Ergebnisses wird durch eine solide Kapitalstruktur unterstützt. Als zentrale Kenngrößen zur Steuerung der Kapitalstruktur verwenden wir die Eigenkapitalquote sowie die Entwicklung der Nettoliquidität bzw. Nettoverschuldung sowie das Net-Working-Capital. Aufgrund der sehr breit gefächerten Geschäftsfelder und Aktivitäten arbeiten wir - neben allgemein gültigen Steuerungsgrößen - auch mit geschäftsbereichsindividuellen Messgrößen. So legen wir bei unseren Maschinenbauaktivitäten und auch im Baubereich ein hohes Augenmerk auf den Auftragseingang und den Auftragsbestand. Einen Auftragseingang erfassen wir frühestens, wenn der zugrundeliegende Vertrag rechtswirksam und verbindlich ist, teilweise auch erst mit Eingang einer Anzahlung. Der Auftragsbestand stellt einen Indikator für die künftigen Umsatzerlöse aus bereits erfassten Aufträgen dar. Bei der Beurteilung des Auftragsbestands berücksichtigen wir auch den jeweiligen Fertigstellungsgrad. Wenn möglich, vergleichen wir die Ertragslage und die Marktanteile unserer Tochtergesellschaften mit den jeweiligen relevanten Wettbewerbern. Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklung spielen auch nichtfinanzielle Steuerungsgrößen eine wesentliche Rolle für den Erfolg von Possehl. Aus Konzernsicht sind die Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie die Attraktivität für hoch qualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen von zentraler Bedeutung. I.4 Forschung und EntwicklungForschung und Entwicklung hat bei Possehl einen hohen Stellenwert, und die Innovationstätigkeit hat in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich an Bedeutung zugenommen. Das profitable Wachstum und der langfristige Unternehmenserfolg von Possehl hängen in einem hohen Maße vom Innovationsgrad unserer Produkte, Dienstleistungen und Herstellungsverfahren ab. In den 176 Jahren unseres Bestehens hat sich das Verständnis von Forschung und Entwicklung immer wieder gewandelt. Die Herausforderungen der heutigen Zeit an die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit unserer Konzerngesellschaften lauten Digitalisierung, Fachkräftemangel und Nachhaltigkeit, aber auch Cyber-Crime und gestörte Lieferketten. Possehl versteht heute unter Forschung und Entwicklung wesentlich mehr als die Innovation unserer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen. Die Innovationsaufwendungen unserer Unternehmen fließen in modernes Equipment, neue Verfahren und Lösungsansätze ebenso wie in zeitgemäße Arbeitsmethoden, Wissenszuwachs und Wissensvermittlung sowie die Entwicklung neuer und digitaler Geschäftsmodelle. Forschung und Entwicklung erfolgt zum überwiegenden Teil markt- und kundenbezogen. Technische Innovationen sowie neue Produkte und Anwendungen entstehen regelmäßig in Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Dabei stehen die Entwicklung von effizienteren und umweltfreundlicheren Produkten und Verfahren sowie Qualitätsverbesserungen im Fokus unserer Tätigkeit. Einen zunehmenden Schwerpunkt der Innovationstätigkeit unserer Konzerngesellschaften stellt das Thema "Digitale Transformation der Industrie" dar. Im Sommer 2022 fand die Digitalisierungskonferenz "Possehl 4.X" wieder als Präsenz-Veranstaltung in den neuen Fabrikgebäuden in Hamburg-Harburg mit über 250 Teilnehmern statt. Sie stand diesmal unter dem Motto "Speed-Dating". Die Veranstaltung ist für unsere Fach- und Führungskräfte weltweit zum festen Ankerpunkt in ihrem Jahresablauf geworden und wird durch eine Vielzahl von Fachtagungen im weiteren Verlauf des Jahres ergänzt. Parallel haben wir das Possehl Exchange Network "PEN" ausgebaut, ein konzernweites Social Intranet, das die globale unternehmensübergreifende Vernetzung und Zusammenarbeit vereinfacht. Das von der Holding angebotene "Digital Upskilling Program" haben wir zur "Possehl Academy" ausgebaut - einer Online-Plattform, auf der wir internes und externes Fachwissen sammeln, in Kooperation mit der Universität Lübeck didaktisch aufbereiten und allen Unternehmen für Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung stellen. In den unternehmensübergreifenden Digital-Clustern können sich unsere Gesellschaften nach individuellem Bedarf und Fähigkeiten einbringen. Wir fördern den reinen Austausch und das Netzwerken ebenso wie gemeinsame Analysen und Anschaffungen bis hin zu Leuchtturmprojekten und Innovationswettbewerben. Im besten Fall erzeugt gemeinsamer Fortschritt in der Clusterarbeit neue Kompetenzen, Lösungen oder Produkte, die sich als so wertvoll für die Gruppenunternehmen und deren Kunden erweisen, dass wir daraus Ausgründungen, Joint-Ventures oder Akquisitionen ableiten. Auch außerhalb der Possehl-Gruppe engagiert sich die Holding für die Förderung von Gründern und Gründerinnen mit innovativen Ideen. Wir sind Förderer des TZL Technologiezentrums Lübeck und unterstützen gemeinsam mit weiteren namhaften Unternehmen aus der Hansestadt Lübeck und dem Bundesland Schleswig-Holstein Start-ups im Rahmen des GATEWAY49 Accelerators. Hier werden gezielt Teams unterstützt, die digitale und innovative Produkte oder Geschäftsmodelle verfolgen. Die finanzielle Stärke des Konzerns ermöglicht es unseren Unternehmen, auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten mit schlagkräftigen Forschungs- und Entwicklungsbudgets zu arbeiten und die digitale Transformation weiter voranzutreiben. Die Innovationsquoten in unseren Geschäftsbereichen unterscheiden sich voneinander und liegen für ihr jeweiliges Segment auf einem hohen Niveau. Bedeutende Innovationsprojekte werden in der Darstellung der einzelnen Geschäftsbereiche im Wirtschaftsbericht vorgestellt. I.5 NachhaltigkeitNachhaltigkeit ist eng verbunden mit Tradition. Als eine Unternehmensgruppe mit einer mehr als 175-jährigen Unternehmensgeschichte und einer gemeinnützigen Stiftung als Gesellschafterin fühlen wir uns zu ökologisch und gesellschaftlich verantwortungsvollem, fairen und nachhaltigem Handeln verpflichtet. Nachhaltigkeit ist aber vielfach auch eng mit Innovationen verknüpft. Dieses gilt beispielhaft für die Reduzierung der Emissionswerte in der Reinigungstechnik oder die Ressourcen- und Energieeffizienz bei unseren Anlagenbauern. Insoweit wird an dieser Stelle auch auf den Abschnitt zur Forschung und Entwicklung verwiesen. Alle Gesellschaften der Possehl-Gruppe sind angehalten, Emissionen und Verbräuche einzudämmen und die Fertigungsverfahren durch die Reduzierung des Energie-, Material- und Ressourcenbedarfs kontinuierlich zu verbessern. Als ein führendes Edelmetallrecycling-Unternehmen schreiben wir die generelle Wiederverwertung von Verbrauchsgütern groß. So haben wir vor Kurzem damit begonnen, das Industrierecyclinggeschäft weiter auszubauen. Generell ist das Recycling von Edelmetallen in Bezug auf die CO 2 -Bilanz wesentlich vorteilhafter als die Primärförderung. Mit drei weiteren Konzerngesellschaften sind wir zudem direkt im Umweltschutz bzw. in der Wiederaufarbeitung von Rohstoffen tätig. Viele unserer Produktionsstandorte sind nach den aktuellen Energie- und Umweltmanagementnormen zertifiziert. Zahlreiche Empfehlungen aus den durchgeführten Umweltaudits wurden bereits umgesetzt. Wir konnten hierdurch bereits sehr kurzfristig den Energieverbrauch und damit den CO 2 -Ausstoß verringern. Weitere Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge werden in den einzelnen Unternehmen bewertet und - sofern als sinnvoll erachtet - umgesetzt. Ein Großteil unserer Investitionen steht ebenfalls unter dem Stichwort "Nachhaltigkeit". Insbesondere bei dem Aus- und Neubau unserer Standorte bilden Umweltschutz und Ressourcenschonung ein entscheidendes Investitionskriterium. Beispielhaft zu nennen sind das neue Logistikzentrum am Standort Bad Oldesloe bei Hako, der Neubau des Edelstahlkompetenzzentrums bei Harburg-Freudenberger in Kroatien oder das Verwaltungsgebäude in Freudenberg bei der HF Mixing-Group. Der Energieverbrauch wird zunehmend zu einem wesentlichen Bestimmungsfaktor für die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer einer Maschine bzw. Anlage (Total Cost of Ownership). Insbesondere in unseren Maschinenbauaktivitäten unternehmen wir daher große Anstrengungen und investieren erhebliche Beträge in Forschung und Entwicklung, um Energieeffizienzpotenziale auszuschöpfen. Ein Beispiel für unser Engagement in Ökologie und Nachhaltigkeit bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit ist das rückstandslose Recycling von Altreifen unter vollständiger Rückgewinnung und Wiederverwertung der im Reifen gebundenen Rohstoffe. Die entsprechende Technologie zusammen mit den benötigten Anlagen und Prozessen wurde im Rahmen des Joint-Ventures WF Recycle-Tech entwickelt und im Vorjahr in den Markt eingeführt. Die Coronakrise hatte die Frage nachhaltiger Lieferketten noch in ein ganz anderes Licht getaucht. Wie viele Unternehmen und Wirtschaftszweige weltweit sahen sich auch unsere Konzerngesellschaften zunehmend mit Disruptionen in der Lieferkette konfrontiert. Auch hier zahlte sich die Vernetzung und Zusammenarbeit in den Clustern aus, so dass sich unsere Unternehmen teils gegenseitige Hilfestellung leisten konnten. Insbesondere aber profitierten wir von unserem Selbstverständnis und der langjährigen Tradition als fairer, verlässlicher und vertrauensvoller Partner unserer Lieferanten und Kunden. Denn gerade in Krisenzeiten zahlt sich ein solcher Umgang miteinander aus und besinnen sich die Partner auf den Wert hanseatischer Tugenden. Die positiven Erfahrungen hieraus wirken zudem nachhaltig fort. Eine weitere Herausforderung für nachhaltiges Wirtschaften ist der Schutz unserer Unternehmen, aber auch aller Partner, die unsere Produkte und Dienstleistungen einsetzen, vor der exponentiell zunehmenden Cyber-Kriminalität. Wir hatten daher entschieden, die bisherigen Aktivitäten in den Gesellschaften stärker zu koordinieren und auf einheitliche Ziele auszurichten. Dafür konnten wir wiederum auf die bereits etablierten Digital-Cluster zurückgreifen und durch die IT-Abteilungen der Geschäftsbereiche eine einheitliche und global verbindliche Gruppenstrategie erarbeiten. Dieses Possehl Cyber-Security-Framework wurde durch die Holding zur Umsetzung in den Geschäftsbereichen vorgegeben. Es definiert konkrete Maßnahmen und Priorisierungen und wird regelmäßig mit den Anforderungen unseres Versicherers abgeglichen und - falls erforderlich - weiter verschärft. Im Geschäftsjahr 2022 haben wir mit der gruppenweiten Implementierung der Corporate Social Responsibility Directive (CSRD) begonnen. Die Umsetzung derart umfangreicher Anforderungen an eine Nachhaltigkeitsberichterstattung in einer stark diversifizierten Unternehmensgruppe wie Possehl ist ausgesprochen anspruchsvoll, so sind zum Beispiel die Key Performance Indicators (KPI) in den Geschäftsbereichen unterschiedlich. Wir haben uns daher für die Umsetzung mindestens das gesamte Jahr 2023 vorgenommen und wollen zunächst mit zwei Pilot-Geschäftsbereichen beginnen. I.6 PersonalDer Wettbewerb um qualifiziertes Personal ist in allen Geschäftsbereichen hoch und wird dies voraussichtlich auch zukünftig bleiben. Gleichzeitig ist es für den langfristigen Erfolg von Possehl von elementarer Bedeutung, qualifizierte Menschen mit der richtigen Einstellung zu gewinnen und zu halten. Wir setzen dabei auf die Schaffung von Rahmenbedingungen, die Leistungsträger anziehen. In unseren Unternehmen gewährleisten wir, dass Menschen mit mittelständischen Werten selbst entscheiden und nicht von Prozessvorgaben ausgebremst werden. Gleichzeitig verbessern wir die Entwicklungsmöglichkeiten über Geschäftsbereiche hinweg und nutzen so die Kraft der Gruppe kontinuierlich. Nachdem im Geschäftsjahr 2021 die Schaffung der IT-Voraussetzungen für mobiles Arbeiten im Vordergrund stand, wurde im Berichtsjahr folgerichtig die Neuausrichtung der Zusammenarbeitsprozesse vorangebracht: Wie organisiert man Ad-hoc-Sitzungen bei Problemen in der Fertigung, wenn nur ein Teil der notwendigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen ist? Wie gehen Führungskräfte damit um, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kaum noch im Büro zu treffen? Wie erhalten wir Team-Zusammenhalt? Die Lösung dieser Fragen war herausfordernd, hat jedoch auch neue Energie freigesetzt. Und in vielen Unternehmensbereichen sind wir heute deutlich effizienter aufgestellt als vor der Coronakrise. Zum Jahresende 2022 beschäftigte Possehl weltweit 13.126 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit 178 mehr als im Jahr zuvor. Die höhere Leistung im Berichtsjahr führte in einigen Geschäftsbereichen zu einem Beschäftigungsaufbau, insbesondere in der Reinigungstechnik. Akquisitionsbedingt - und auch operativ - wuchs die Beschäftigtenzahl auch im Geschäftsbereich Edelmetallverarbeitung. Einen Rückgang der Beschäftigten verzeichnete das Mittelstandssegment. In den übrigen Gruppengesellschaften blieb die Beschäftigtenzahl im Wesentlichen unverändert. Im Jahresdurchschnitt waren in der Possehl-Gruppe 13.230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschließlich Auszubildende beschäftigt.
Mitarbeiterverteilung 2022 nach Regionen (in %)
Mitarbeiterverteilung 2022 nach Geschäftsbereichen (in %)Führungskräfte- und PersonalentwicklungDie Ausbildungsinitiativen zur Digitalisierung, die im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt gebildet haben, haben sich in die Standard-Ausbildungsaktivitäten der Geschäftsbereiche eingereiht. Wir schaffen uns aktuell eine digitale Infrastruktur, um Ausbildungsinhalte an beliebige Zielgruppen ausspielen zu können. Dieses Lernraummanagementsystem ging 2022 online und wird den interessierten Geschäftsbereichen ebenso zur Verfügung stehen, wie der Holding. In einem integrierten Konzept bauen wir bei Mitarbeitern der Geschäftsbereiche die Kompetenzen zur Erstellung digitaler Lerninhalte auf. So werden wir beispielsweise das Wissen, das im Rahmen unserer geschäftsbereichsübergreifenden Clusterarbeit entsteht, in eigene Ausbildungsprogramme umsetzen: Von Possehl für Possehl. Hier geht inhaltliche, methodische und technologische Entwicklung im Gleichschritt vonstatten. Neue inhaltliche Schwerpunkte bilden die Themen "Nachhaltigkeit" und "Führung" in all ihren Facetten. Ausbau des Talentmanagements und der Gewinnung qualifizierter Fach- und FührungskräfteDas Traineeprogramm der Possehl-Gruppe "Management und Operations" richtet sich aktuell noch primär an Absolventen ingenieurswissenschaftlicher Studiengänge und ist ein fester Bestandteil unseres Talentmanagements geworden. Wir werden das inhaltliche Profil schon im kommenden Jahrgang entsprechend der veränderten Bedarfe unserer Geschäfte öffnen. Das 15-monatige Programm umfasst einen viermonatigen internationalen Einsatz. Idealerweise bereitet es auf die Übernahme von Führungsverantwortung vor. Wir haben bislang allen Absolventen einen attraktiven Arbeitsplatz in einem unserer Gruppenunternehmen angeboten. Die große Bandbreite unserer Geschäfte stellt einen Erfolgsfaktor für die Entwicklung unserer Trainees dar: Viele unserer jungen Potentialträger verstehen durch das Kennenlernen der unterschiedlichen Geschäfte, Funktionen und Kulturen auch sich selbst noch besser und treffen dadurch sehr gute Entscheidungen für ihre Zielposition nach dem Programm. AusbildungWir investieren weiterhin in hohem Maße in die Ausbildungsberufe und bilden als attraktiver Arbeitgeber in unterschiedlichsten Berufen derzeit 415 junge Menschen vorwiegend an den deutschen Standorten aus. Gegenüber dem Vorjahr konnten wir die Zahl der Ausbildungsplätze damit leicht steigern. Bezogen auf die im Inland Beschäftigten liegt die Ausbildungsquote damit weiterhin bei gut 6 %. Wir sehen hierin einen wichtigen Beitrag, um dem steigenden Bedarf an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einem wettbewerbsintensiveren Umfeld am Arbeitsmarkt begegnen zu können. I.7 Erklärung zur UnternehmensführungFür den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat der L. Possehl & Co. mbH ist im Berichtsjahr eine Zielgröße von 33 % festgelegt worden, die innerhalb von fünf Jahren erreicht werden soll. Mit einer Quote von 25 % am Ende des Berichtsjahres wurde die Zielgröße noch nicht erreicht. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet diese Quote jedoch eine Steigerung um 8 %-Punkte. Für den Vorstand ist eine Quote von 20 % festgelegt, deren Erreichung ebenfalls innerhalb von fünf Jahren angestrebt wird. Aktuell sind keine Frauen Mitglied im Vorstand, da Neubesetzungen nicht vorgenommen worden sind. Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands beträgt der festgelegte Anteil an Frauen 50 %. Bisher konnte dieses Ziel allerdings nicht umgesetzt werden, da aktuell keine Frauen in der ersten Führungsebene von L. Possehl beschäftigt werden. Vorstand und Personalbereich sind sehr darum bemüht, für vakante Stellen auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands mindestens eine Frau in die engere Auswahl zu nehmen. Eine zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands existiert bei der L. Possehl & Co. mbH aufgrund der flachen Organisationsstruktur nicht. II. Wirtschaftsbericht
* Konzernumsatz ohne Edelmetallinhalte
II.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenZahlreiche Belastungsfaktoren verlangsamen die Erholung der WeltwirtschaftDie Weltkonjunktur hat sich im Verlauf des Berichtsjahres unter dem Eindruck hoher Energiepreise und einer allgemein großen Unsicherheit abgeschwächt. Der Krieg in der Ukraine, anhaltende Lieferengpässe und lokale Lockdown-Maßnahmen in China bremsten die Weltwirtschaft. Vor allem die großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften haben sich trotz erheblicher fiskalischer Stützungsmaßnahmen schwächer entwickelt. Zudem haben viele Notenbanken ihre Geldpolitik angesichts eines auf breiter Front hohen Inflationsdrucks deutlich gestrafft. Nachdem sich die globale Wirtschaftsleistung im Vorjahr um 5,9 % erhöht hatte, ist sie im vergangenen Jahr mit 3,2 % weniger stark gewachsen. Insbesondere das schwache Wachstum der chinesischen Wirtschaft infolge der langen Lockdowns wirkte sich belastend aus. Dessen ungeachtet fiel die Wachstumsrate etwas höher aus als vielfach prognostiziert und zu Beginn des neuen Jahres zeigten sich bereits wieder leichte konjunkturelle Aufhellungstendenzen. Die Wirtschaft im Euro-Raum hat nach einem robusten ersten Halbjahr zum Ende des Berichtszeitraums deutlich an Schwung verloren. Die stark gestiegenen Energiepreise, eine hohe Inflation sowie zuletzt deutlich gestiegene Zinsen führten zu einer Konsumzurückhaltung bei den privaten Haushalten und zu einer Investitionszurückhaltung bei den Unternehmen. Dennoch ist das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum nach vorläufigen Angaben um 3,5 % gestiegen und damit deutlich stärker als zunächst vorhergesagt. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Berichtsjahr geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine wie auch den starken Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, steigende Preise bei Nahrungsmitteln und ein andauernder Fachkräftemangel. Ungeachtet dessen hat sich die deutsche Wirtschaft mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 1,9 % gut behaupten können. Die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbereichen verlief dabei sehr unterschiedlich. Während viele Dienstleistungsbereiche von dem nahezu vollständigen Wegfall der Coronaschutzmaßnahmen profitierten, litt das verarbeitende Gewerbe insbesondere im ersten Halbjahr unter den gestörten Lieferketten und den hohen Energiepreisen. Im Baugewerbe kam es sogar zu einem spürbaren Rückgang der Wertschöpfung. Die meisten Possehl-Geschäftsbereiche durch Belastungsfaktoren negativ beeinflusstDie Unternehmen des Possehl-Konzerns sind in verschiedenen Branchen tätig und ihre Produkte und Dienstleistungen werden auf unterschiedlichen regionalen Märkten angeboten, teils national, teils weltweit. Auch folgen unsere Unternehmen zum Teil unterschiedlichen konjunkturellen Zyklen. So reagiert zum Beispiel das Edelmetallrecyclinggeschäft typischerweise antizyklisch und das Bauleistungsgeschäft ist stark abhängig vom Ausgabeverhalten der inländischen öffentlichen Hand. Innerhalb unserer Maschinenbauaktivitäten erholen sich einige Unternehmen schneller, während andere Bereiche als Spätzykliker gelten. Sowohl unser Reifengeschäft als auch der Geschäftsbereich Elektronik sind zudem von der weltweiten Automobilnachfrage abhängig. Für nahezu alle Konzernbereiche gilt, dass insbesondere die Lieferengpässe an bedeutenden Vorprodukten und auch ein sich weiter verschärfender Fachkräftemangel zu erheblichen Belastungen geführt haben. Die weiterhin hohen Beschaffungskosten haben ebenfalls vielfach die Ergebnisse belastet, da sie nicht vollständig oder nur zeitversetzt an den Absatzmarkt weitergegeben werden konnten. II.2 Prognose-Ist-VergleichFür das Geschäftsjahr 2022 waren wir in unserer Planung von einem Umsatzwachstum von rund 10 % ausgegangen. Bei unserer Planung hatten wir die negativen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine nicht berücksichtigen können. Dennoch konnten wir das geplante Umsatzwachstum -auch auf bereinigter Basis - erreichen. Bei der Zielerreichung halfen auch deutlichere Erhöhungen der Verkaufspreise als Folge des Inflationsdrucks. Der ursprünglich geplante Bestandsabbau konnte hingegen nicht vollständig realisiert werden, so dass viele Konzernbereiche mit einem weiterhin hohen Auftragsbestand in das neue Geschäftsjahr 2023 gehen. Ergebnisseitig waren wir in unserer Planung von einer leichten Ergebnissteigerung ausgegangen. Diese Verbesserung konnten wir nicht erreichen. Das Konzernergebnis vor Steuern ging hingegen um Euro 4 Mio. bzw. 3 % zurück. Ausschlaggebend waren im Wesentlichen die stark gestiegenen Beschaffungskosten, die nicht vollständig oder nicht unmittelbar weiterberechnet werden konnten, sowie die Unterbrechungen in den Lieferketten, die insbesondere im zweiten und dritten Quartal zu erheblichen Ineffizienzen in der Fertigung geführt haben. Die bereinigte EBIT-Umsatzrendite von 6,3 % lag demzufolge unterhalb der Vorjahresrendite von 7,2 % und auch leicht unterhalb der Erwartungen. II.3 Geschäftsverlauf und ErtragslageGesamtkonzernKonzernumsatz wächst zweistelligDer Konzernumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 26 % auf € 5,49 Mrd. gestiegen. Ausschlaggebend für das deutliche Umsatzplus waren einerseits im Jahresdurchschnitt höhere Edelmetallpreise in Euro sowie ein höheres Edelmetallhandelsvolumen. Ohne diesen Edelmetalleffekt stiegen die Konzernumsätze um knapp 11 %. Dieses Umsatzwachstum entfällt auf alle Geschäftsbereiche und ist primär preis- und auch wechselkursbedingt. Nur in einigen Geschäftsbereichen wurde eine tatsächliche Absatzsteigerung erzielt. Daneben kam es in einigen Geschäftsbereichen zu einem moderaten Lagerbestandsabbau. Die Veränderung der um den Edelmetallpreiseffekt bereinigten Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen zeigt die nachfolgende Übersicht:
Betrachtet man die regionale Umsatzverteilung, so ist im Berichtsjahr eine Verschiebung zugunsten der Auslandsumsätze zu erkennen. Die in Deutschland erzielten Umsätze gingen von rund 30 % im Vorjahr auf 27 % aufgrund des höheren Umsatzanteils des Edelmetallsegments zurück. Hiervon ungeachtet stellt der Inlandsmarkt auch weiterhin den bedeutendsten Einzelmarkt für Possehl dar. Der Umsatzanteil aller europäischen Länder am Gesamtumsatz des Konzerns wuchs im Berichtsjahr auf 86 %.
Umsatzerlöse 2022 nach Regionen in %Die bereinigten Konzernerlöse zeigen über die letzten fünf Jahre die folgende Entwicklung:
Bereinigte Umsatzentwicklung 2018 - 2022 in Mio. €Die Grafik verdeutlicht, dass die Possehl-Gruppe nach zwei Jahren eines leichten Umsatzrückgangs - primär bedingt durch die Auswirkungen der Coronapandemie - im Berichtsjahr ein deutliches Umsatzwachstum erzielt hat. Dieses Umsatzplus betrifft nahezu alle Geschäftsbereiche des Konzerns. Die Lieferkettenprobleme haben sich zwar in der zweiten Jahreshälfte großenteils entspannt, wirkten aber teilweise noch nach. Dieses führte dazu, dass einzelne Geschäftsbereiche - insbesondere die Reinigungstechnik - einen erheblichen Teil des Auftragsbestands erst zu Beginn des neuen Jahres verumsatzen konnte. Rohergebnis steigt um 9,1 % auf € 1,49 Mrd.Das Rohergebnis, das von einem Edelmetallpreiseffekt unbeeinflusst ist, wuchs um € 124 Mio. und damit ähnlich stark wie die bereinigten Umsatzerlöse. Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr beruht primär darauf, dass der Bestandsaufbau im Berichtsjahr deutlich geringer ausgefallen ist als noch im Jahr zuvor. Personalaufwendungen steigen deutlich um 8 %Die Personalaufwendungen betragen im Berichtsjahr € 828 Mio. nach € 767 Mio. im Vorjahr. Sie stiegen damit um rund 8 % und übertreffen nunmehr das Vorkrisenniveau von 2019. Die Gründe für den deutlichen Anstieg sind vielschichtig. Maßgeblich bestimmend für die Anstieg der Personalkosten waren die spürbaren Lohn- und Gehaltssteigerungen. Zudem stieg die Zahl der durchschnittlich Beschäftigten um 2 %. Des Weiteren lagen die Auslastung und auch die Beschäftigung in vielen Unternehmensbereichen über dem Vorjahresniveau, so dass die Aufwendungen für Personalleasing im Fertigungsbereich um nahezu € 5 Mio. gestiegen sind. Ebenso nahmen die Altersversorgungsaufwendungen deutlich stärker als im Jahr zuvor zu, da inflationsbedingt der Rententrend angepasst wurde. Sachkosten nehmen deutlich zuDie Sachkosten sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich um € 62 Mio. oder 19 % gestiegen. Bestimmend für die Erhöhung sind nahezu sämtliche Aufwandskomponenten. So nahmen die Vertriebskosten zweistellig infolge der Umsatzsteigerung und der verstärkten Vertriebs- und Reisetätigkeit zu. Ein deutliches Plus gab es auch bei den Verwaltungskosten, so zum Beispiel bei den personalbezogenen Aufwendungen für Aus- und Fortbildung. Den um € 12 Mio. höheren Wechselkursaufwendungen stehen um € 9 Mio. höhere Erträge gegenüber, so dass per Saldo ein Aufwandsüberhang von € 3 Mio. verblieb. Abschreibungen steigen auf € 102 Mio.Die Abschreibungen haben sich um € 5 Mio. auf € 102 Mio. erhöht und spiegeln die starke Investitionstätigkeit in immaterielle und Sachwerte in den vergangenen Jahren wider. In der Abschreibungsposition sind auch die Amortisationen auf Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung enthalten. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Goodwills mussten nicht vorgenommen werden. Unter Berücksichtigung der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen planmäßigen Auflösungen der passivischen Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung ergibt sich eine Belastung von gut € 23 Mio. Beteiligungsergebnis mit € 1,6 Mio. geringer als im VorjahrDas Beteiligungsergebnis spielt für den Possehl-Konzern bisher eine untergeordnete Rolle, da wir grundsätzlich Mehrheitsbeteiligungen anstreben. Das Ergebnis entfällt großenteils auf die at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Joint-Ventures. Gegenüber dem Vorjahr kam es zu einem Rückgang des Beteiligungsergebnisses aufgrund der hier erfassten planmäßigen Goodwillabschreibungen auf assoziierte Unternehmen. Zinsergebnis mit € -19 Mio. leicht verbessertDas Zinsergebnis ist mit € -19 Mio. um rund € 2 Mio. gegenüber dem Vorjahr verbessert. Innerhalb des Zinsergebnisses kam es zu zwei gegenläufigen Effekten: Zum einen nahmen die Aufwendungen für Edelmetallleihen aufgrund des deutlich gestiegenen Leihevolumens zu. Diesen Effekt kompensieren konnten die gesunkenen Zinsaufwendungen aus der Bewertung der langfristigen Rückstellungen. Aufgrund des spürbar höheren Marktzinsniveaus gingen die Belastungen aus Zinsänderungseffekten zurück. Aufgrund der besonderen Bewertungsvorschriften nach dem deutschen Handelsrecht für langfristige Rückstellungen, liegen die Abzinsungsfaktoren nunmehr deutlich unter dem Marktniveau, so dass der Entlastungseffekt nicht so stark ausgefallen ist wie bei einer Bewertung nach internationalen Bilanzierungsregeln. Ergebnis vor Steuern mit € 151 Mio. leicht unterhalb des VorjahresDas Ergebnis vor Steuern (EBT) beträgt für den Berichtszeitraum € 151 Mio. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um € 4 Mio. bzw. 3 %. Ergebnissteigerungen konnten wir in den Unternehmensbereichen Edelmetallverarbeitung, Reifentechnik, Elektronik und Identifikationslösungen erzielen. Auch die meisten weiteren Geschäftsbereiche konnten die guten Vorjahresergebnisse wieder erreichen. Lediglich im Mittelstandssegment haben die verschlechterten Rahmenbedingungen einhergehend mit operativen Problemen zu einer spürbaren Ergebnisbelastung geführt. Die Verteilung des Konzernergebnisses auf die verschiedenen Unternehmensbereiche ist weiterhin sehr ausgeglichen. Ertragsteuerquote bleibt mit 31 % stabilDie Ertragsteuerquote blieb mit rund 31 % unverändert und entspricht damit in etwa der erwarteten Quote. Berücksichtigt man zudem die Tatsache, dass die planmäßigen Goodwill-Abschreibungen steuerlich nicht berücksichtigt werden, errechnet sich eine Ertragsteuerquote von rund 27 %. Konzernjahresüberschuss mit € 100 Mio. leicht unter VorjahrDer Konzernjahresüberschuss ist gegenüber dem Vorjahr um € 3 Mio. gesunken. Bei einer unveränderten Steuerquote ist der Rückgang auf das geringere operative Ergebnis zurückzuführen. GeschäftsbereicheReifentechnik
Harburg-Freudenberger ist zusammen mit seinen Tochtergesellschaften der weltweit führende Anbieter von Maschinen und Anlagen für die Reifenindustrie sowie die Gummi- und Kautschukverarbeitung. Das Maschinenprogramm umfasst sämtliche wesentlichen Produktionsstufen von der Rohstoffaufbereitung über die Kautschukverarbeitung bis zur Vulkanisierung. Daneben beinhaltet der Geschäftsbereich die Herstellung von Anlagen für die Kunststoffverarbeitung und die Lebensmittelindustrie. Der Geschäftsbereich untergliedert sich in die drei Sparten
GeschäftsentwicklungDie Automobilbranche ist weiterhin einem fundamentalen Wandel unterworfen, der auch erhebliche Auswirkungen auf die Zulieferindustrie hat. Die Reifenbranche und deren Zulieferunternehmen, von denen Harburg-Freudenberger zusammen mit seinen Tochtergesellschaften einen weltweit führenden Platz einnimmt, sollte hiervon zunächst nicht unmittelbar betroffen sein, denn tendenziell führt die Elektromobilität sogar zu höheren Qualitätsanforderungen an die Reifen und auch zu einer höheren Abnutzung. Dennoch wirkte sich insbesondere im Vorjahr die Coronapandemie und die mit ihr gewachsene Unsicherheit negativ auf die Investitionen und damit die Maschinennachfrage aus. Insbesondere Wachstumsprojekte seitens unserer Kunden blieben aus oder wurden zeitlich geschoben. Im Berichtsjahr 2022 hat sich - nach zwei Jahren der Konsolidierung - die Nachfrage wieder deutlich belebt und die Umsätze wuchsen zweistellig. Das Vorkrisenniveau konnte allerdings auch im Berichtsjahr noch nicht wieder erreicht werden. Der weltweite Automobilmarkt war in 2022 durch zahlreiche Belastungsfaktoren geprägt. Das galt insbesondere für die Marktregionen USA und Europa. Viele Märkte waren weiterhin durch Störungen und Engpässe in den weltweiten Lieferketten beeinflusst. Dennoch lag insbesondere der weltweite Pkw-Markt über dem Vorjahresniveau und in der zweiten Jahreshälfte kam es zu einer spürbaren Aufwärtsbewegung. Staatliche Kaufanreize in China sowie eine in vielen Märkten niedrige Vergleichsbasis im Vorjahreszeitraum waren ausschlaggebend für den Anstieg. Der europäische Markt und auch der US-amerikanische Markt bewegten sich hingegen nur auf Vorjahresniveau. Während für die Reifentechnik der russische und ukrainische Markt von untergeordneter Bedeutung sind, ist die FoodTech von dem Ukraine-Krieg deutlich stärker betroffen, da beide Länder für Ölsaatenpressen und Süßwarenanlagen relevante Absatzmärkte darstellen. Dieser Belastungseffekt wird auch in der Folgezeit fortwirken. Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs Reifentechnik nahmen erwartungsgemäß um knapp 27 % zu. Trotz dieses deutlichen Wachstums konnte das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht werden. Sowohl der Unternehmensbereich HF Mixing Group als auch das TireTech-Geschäft konnten gleichermaßen zulegen. Insbesondere das Hauptprodukt Reifenheizpressen hat mit einem Plus von mehr als 40 % ein sehr starkes Wachstum verzeichnet. Auch das Mixing-Geschäft mit seinen internationalen Standorten verzeichnete eine spürbare Erholung. Allerdings führten die Lieferengpässe in der ersten Jahreshälfte zu zeitlichen Verschiebungen in der Produktion und letztlich in der Auslieferung, so dass nicht alle Umsätze planmäßig realisiert werden konnten. Mit einem entsprechend hohen Auftragsbestand geht der Unternehmensbereich in das neue Geschäftsjahr. Insgesamt stabil verliefen das Service- und Ersatzteilgeschäft. Die Gesamtleistung lag nochmals über den erzielten Umsatzerlösen, so dass es im Berichtsjahr noch einmal zu einem Bestandsaufbau gekommen ist. Der Auftragseingang erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich und lag auch deutlich oberhalb der erzielten Umsätze, so dass eine Book-to-bill-ratio von 1,3 ausgewiesen wird. Über alle Produktbereiche konnten im Berichtsjahr mehr als € 500 Mio. an Bestellungen verbucht werden. Dies bedeutet einen Zuwachs um rund ein Viertel. Gleichermaßen nahm auch der Auftragsbestand gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. Damit geht das Reifentechnikgeschäft weiter gestärkt in das neue Geschäftsjahr. InnovationenTireTechDurch die Entwicklungen der letzten Jahre haben viele Reifenproduzenten eine Neuorientierung ihrer strategischen Ausrichtung vorgenommen. Sie stehen vor neuen Herausforderungen, die sie mit unseren Lösungen und angestrebten F&E-Vorhaben bewältigen können. Gewachsene Kundenanforderungen in den Bereichen Sicherheit, Nachhaltigkeit, Freizeit und vor allem bei Reifen für Elektrofahrzeuge haben, gepaart mit lokalen Anforderungen (Robustheit, Komfort, Eco-Label, All terrain, Langlebigkeit, Schnee & Eis), einen gewaltigen Einfluss auf die strategische Ausrichtung der Reifenproduzenten. Der sogenannte "high volume"-Markt wird kleiner, vermeintliche Nischenprodukte wachsen und neue Produktlinien kommen hinzu. Aus diesen Gründen brauchen unsere Kunden Lösungen für
Dementsprechend fokussiert hat der Produktbereich Heizpressen mit der Entwicklung neuer Produkte begonnen, die sowohl für Neumaschinen als auch für den Servicebereich Anwendung finden werden. Das Digitalisierungsprojekt "Total Cost of Ownership (TCO)" in Zusammenarbeit mit einem Pilotkunden lieferte erste Ergebnisse, die für die weitere Entwicklung neuer Produkte und Retrofit-Lösungen unter den Aspekten Energieverbräuche und Produktivität sehr hilfreich sind. In diesem Produktbereich wurde zudem die Konzeptphase einer neuen Maschinengeneration im Produktsegment PKW-Heizpressen abgeschlossen. Dabei baut das Design auf dem neusten und bereits am Markt etablierten Curemaster Truck auf. Das Kundeninteresse an einer kleinen Curemaster Variante für PKW-Heizpressen ist aufgrund des energieoptimierten Bertriebs und der platzsparenden Maschinenaufstellung groß. Als wichtiger Baustein hat sich das Testfeld am Standort Hamburg-Harburg etabliert, in dem fortlaufende Neuentwicklungen und verschiedene Komponenten in Dauertests erprobt werden, die zur kontinuierlichen Maschinenoptimierung beitragen. In der Entwicklung digitaler Lösungen liegt der Fokus auf dem agilen Aufbau von Lösungsansätzen für aktuelle Problemstellungen der Kunden im intensiven globalen Wettbewerb der Automobilreifenindustrie. Dazu gehören die kontinuierliche Verbesserung der Maschinenleistung, die Erhöhung der Maschinenverfügbarkeit, die Unterstützung des Qualitätsmanagements, die Reduzierung des Energie- und Medienverbrauchs sowie die Förderung der Personalqualifizierung. Als einen Lösungsansatz für diese Anforderungen entwickelt HF die digitale App HF Xplore CP für die Zustandsüberwachung des Reifenvulkanisationsprozesses. Die Mission von HF Xplore CP ist es, den Gesundheitszustand einer Reifenheizpresse anzuzeigen und dem Produktions- und Wartungspersonal in Reifenfabriken konkrete Verbesserungsmaßnahmen vorzuschlagen. Zu den Hauptfunktionen der aktuellen Produktversion gehören die Anzeige der wesentlichen Leistungskennzahlen, die Analyse von Maschinenmeldungen und die Ableitung von Hinweisen zur Fehlerbehebung sowie die Überwachung von Maschinentaktzeiten und von Energie- und Medienverbräuchen. Die laufende Evaluierung von HF Xplore CP zusammen mit zwei Pilotkunden verspricht signifikante Steigerungen der Produktionsleistung (~3 %) und Senkungen des Energieverbrauchs (~15 %). Mixing GroupDie Schaffung von Kundenmehrwerten durch innovative Produkte und Dienstleistungen sind fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Im Januar wurde dies durch die Gründung des "Think Tanks" noch einmal konsequent unterstrichen. Eine wesentliche Aufgabe ist die Initiierung und Leitung der strategisch wichtigen Entwicklungsvorhaben der HF Mixing Group. Zur Ausrichtung der F&E-Aktivitäten wurde im ersten Quartal 2022 eine Umfrage mit 39 Kunden durchgeführt. Aus den Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit und Effizienz bei steigenden Qualitätsansprüchen wurden drei strategische Aktionsfelder abgeleitet und Einzelprojekte veranlasst.
Auch neben den Innovationen, die von unserem "Think Tank" entwickelt werden, arbeiten wir stetig daran, unsere bestehenden Produkte und Services zu erweitern, um den Kunden ein umfassendes Portfolio an Leistungen und Unterstützung anbieten zu können. Beispielhaft zu nennen sind:
Reinigungstechnik
Hako zählt zu den international führenden Herstellern von hochwertigen Maschinen und Fahrzeugen für die Reinigungs- und Kommunaltechnik. Das Unternehmen bedient mit seinen Produkten und Dienstleistungen ein weltweit breites Zielgruppenspektrum. Das Produktprogramm umfasst
Neben dem Namen Hako zählen die Marken Minuteman, PowerBoss, Multiclean und von Oertzen zu dem Geschäftsbereich. GeschäftsentwicklungDer Geschäftsbereich Reinigungstechnik konnte im Berichtsjahr ein deutliches Umsatzplus erzielen, nachdem im Jahr zuvor das Wachstum deutlich geringer ausgefallen war. Mit einem Umsatz von € 562,4 Mio. konnte die Hako-Gruppe um € 59,1 Mio. oder 11,7 % zulegen. Auch wenn ein Großteil des Umsatzwachstums preis- und auch währungskursbedingt ist, so konnte die Hako-Gruppe auch ihren Absatz und damit in einzelnen Produktbereichen ihren Marktanteil steigern. Sowohl in der Außenreinigung mit den Produkten City-Master und Multicar als auch in der Innenreinigung konnte das Unternehmen ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Über alle Produktbereiche und in nahezu alle Verkaufsregionen konnte der Geschäftsbereich spürbare Zuwächse erzielen. Neben den Eigenprodukten verzeichneten auch die Handelswaren insbesondere auf dem wichtigen französischen Markt ein deutliches Plus, während das Geschäft in Skandinavien weniger dynamisch verlief. Lieferengpässe - insbesondere in der ersten Jahreshälfte - bei einzelnen Handelswaren machten sich deutlich bemerkbar. Hervorzuheben ist, dass das deutliche Umsatzwachstum nicht zu einem Bestandsabbau geführt hat. Neben der insgesamt hohen Nachfrage führten auch die Lieferhemmnisse bei einzelnen Rohstoffen und insbesondere elektronischen Bauteilen dazu, dass - entgegen den Erwartungen - der Auftragsbestand sogar noch einmal leicht angestiegen ist und einen historisch hohen Wert aufweist. Insoweit gehen die Unternehmen des Geschäftsbereichs Reinigungsmaschinen ein weiteres Mal mit einem hohen Auftragsbestand in das neue Jahr. Bei einem Blick in die Bilanz ist zudem zu erkennen, dass ein Großteil der Umsätze erst im vierten Quartal gelegt wurde, so dass sich das Net-Working-Capital und damit verbunden die Fremdfinanzierung noch einmal erhöht haben. Auch zu Beginn des neuen Jahres hielt diese Entwicklung an, wird sich aber in den kommenden Monaten voraussichtlich entspannen. Die Profitabilität des Geschäftsbereichs hat sich allerdings nicht parallel mit dem Umsatzwachstum entwickelt, blieb aber mit einer Umsatzrendite von knapp 7 % weiterhin auf einem guten Niveau. Die hohen Belastungen aus den Lieferengpässen, gestiegene Vormaterialkosten sowie höhere Lohn- und Gehaltsaufwendungen haben sich im Berichtszeitraum stärker auf das Ergebnis ausgewirkt als noch im Jahr zuvor. Zudem führten auch Produktionsunterbrechungen und -verzögerungen in den Fertigungsbereichen zu Ineffizienzen, die im abgelaufenen Jahr stärker zu spüren waren als noch im Jahr zuvor. Einen deutlichen Produktivitätsfortschritt wird die Hako-Gruppe durch den Neubau des Logistikzentrums am Unternehmenssitz in Bad Oldesloe machen. Nachdem im abgelaufenen Jahr der Spatenstich war, soll es in 2023 planmäßig in Betrieb gehen. Mit der Inbetriebnahme werden sich die Lagerhaltung, die Lieferfähigkeit und auch die Liefertreue noch einmal verbessern. InnovationenDer Geschäftsbereich Reinigungstechnik zeichnet sich seit Jahren durch eine hohe Innovationstätigkeit aus, die die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg von Hako bildet. Umweltschutz, autonomes Fahren und Digitalisierung stellen wesentliche Schwerpunkte der Innovationstätigkeit bei Hako dar. Digitalisierung & SystemeMit der Produkteinführung der B75i zum Jahresbeginn 2023 wird die erste autonome Reinigungsmaschine vermarktet. Die anspruchsvolle inhouse Navigationssoftwareentwicklung wurde abgeschlossen und muss sich nunmehr in realen Kundeneinsätzen bewähren. Im Mittelpunkt steht nunmehr die Weiterentwicklung der Navigationssoftware, um zusätzliche, autonome Einsatzbereiche zu erschließen. Remotebasierende Servicetools, wie beispielhaft cloudbasierendes Devicemanagement und Kamerakalibrierung, wurden projektbegleitend entwickelt und sind für den bevorstehenden Aufbau des Servicenetzes für autonome Arbeitsmaschinen unverzichtbar. Mit dem Ziel zur Vollautonomie schließt sich die Entwicklung einer Dockingstation für die automatische Aufnahme aller Betriebsstoffe an. Der Bereich der Betriebsdatenerfassung und -auswertung (Hako Fleet Management) war in 2022 geprägt durch umfangreiche Releasewechsel der Low-code-Plattform Intrexx sowie durch eine grundlegende Anpassung der Datenbankstrukturen. Das Erfassen von Betriebsdaten bzw. der Online-Zugriff auf die Maschinen ist unverzichtbar geworden und herstellerunabhängige Softwareanbieter für Web-Lösungen drängen zwischen Endkunden und Maschinenhersteller. Das HFM bleibt in der ständigen Überarbeitung, um eine individuelle Gestaltung der Web-Oberfläche und deren Inhalte zu ermöglichen. Das Hako Web Portal bildet die Grundlage für ergänzende, digitale Geschäftsmodelle und dient als Plattform für interne und externe Digitalisierungsprozesse wie z.B. den Zugriff auf Applikationsvideos und Bedienungsanleitungen direkt über einen QR-Code an den Maschinen, wie auch eine automatisierte Servicecallfunktion. Die Nutzung des HFM-Webportals zur remote Fehler- und Verfügbarkeitsanalyse sowie zur Optimierung der Produktqualität hat sich in der Kommunaltechnik bewährt und wird strategisch weiter ausgebaut. Internationale und nationale Netzabdeckung sowie invalide und unvollständige Datenbestände sind und bleiben aber eine Herausforderung. ReinigungstechnikMit Blick auf Umwelt, Gesundheit und Wirtschaftlichkeit der Produkte wurde der Entwicklungsfokus weiterhin auf eine nachhaltige Nutzung von Wasser, Verschleißreduzierung von Bürsten/Pads, Verwendung von Sekundärrohstoffen, schadstoffarmen Antriebssystemen, der Reduzierung von Geräuschemission und die effizientere und damit intelligente Nutzung von Energieträgern gerichtet. Im Bereich Gesundheit konnte erstmalig auch ein Neuprodukt aus dem Bereich der handgeführten Maschinen mit dem AGR-Gütesiegel (Aktion-Gesunder-Rücken) ausgezeichnet werden. Das Produkt wurde nach strengen Prüfungskriterien als besonders rückenfreundlich empfohlen. Hako hat mit dem AGR-Gütesiegel weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Wettbewerbern am Markt. Es ist ein erklärtes Ziel und aus Unternehmenssicht eine Notwendigkeit, dass mit jeder Neuentwicklung die Ergonomie der Produkte optimiert und verbessert wird. Die nachhaltige Nutzung von Wasser und die Verschleißreduzierung der eingesetzten Bürsten und Pads konnte erfolgreich mit dem neu entwickelten und innovativen Reinigungswerkzeug ORB (orbitaler Reinigungs-Bürstenkopf) umgesetzt werden. Die neu entwickelte Antriebstechnik macht es möglich, dass Wasser sparsamer eingesetzt und der Verschleiß der Bürsten reduziert wird. Diese neue Reinigungstechnologie wird erstmalig mit dem handgeführten Scrubmaster B5 in den Markt gebracht und ist skalierbar auf die größeren handgeführten Maschinen B30 bis B45. Mit der B75i wird die Hako GmbH in 2023 eine innovative autonome Reinigungsmaschine auf den Markt bringen. Maßstäbe werden diesbezüglich im Bereich der Reinigungstechnologie und Anwendungstechnik gesetzt. In der Reinigungstechnologie wird ein neuartiges und einzigartiges Walzenbürstenaggregat inklusive Seitenbeseneinheit im Markt eingeführt, damit die Kunden beim Nass-Scheuern auch groben Schmutz aufnehmen können. An den Seitenbesen wird die innovative DUST-STOP-Technology eingesetzt, die ohne Einsatz von Wasser die Staubbildung bis zu 90 % reduzieren kann. KommunaltechnikDas Jahr 2022 war im Bereich Kommunaltechnik stark von den Aktivitäten zur Unterstützung des Serienanlaufes und Erstauslieferungen neuer Modelle gekennzeichnet. In der Citymaster-Modellreihe startete im Februar 2022 in der 3,5t Klasse mit dem Citymaster 1650 ZE die Auslieferung des ersten vollelektrischen Geräteträgers in den Markt. Die Herausforderungen bei der Überführung der Produktion, aus einer eigens eingerichteten Anlauffabrik, in eine getaktete Mixed Model Line wurden erfolgreich gemeistert. Die Implementierung einer vollelektrischen Hochvolt-Technologie in eine vormals ausschließlich mit Verbrennungsmotoren bestückte Produktionslinie ist somit gelungen. Über die zweite Jahreshälfte hinweg waren die Bereiche Entwicklung und Kundendienst intensiv in die Validierung und Verfeinerung der deutlich erweiterten Ferndiagnose eingebunden. Die zukunftsweisenden Möglichkeiten ließen sich bei der Feldverbreitung des Citymaster 1650 ZE umsetzen. Die Rückmeldungen zum Citymaster 1650 ZE durch die Endkunden bestätigen die Einsatz- und Wirkungsgleichheit des vollelektrischen Modells zum parallel weiter existierenden Schwestermodell mit Dieselantrieb. In der Multicar Modellreihe wurde der Serienanlauf des M29 in der Emissionsstufe Euro-VI-E im Spätsommer 2022 gestartet und Ende November mit der Auslieferung begonnen. Die gemeinsame Plattform mit dem Citymaster 2250 führt zur breiten Einführung des komfortsteigernden Kabinenkonzeptes. Druckmaschinen
manroland Goss web systems ist der weltweit führende Hersteller von Rollenoffsetmaschinen für den Zeitungs- und Illustrationsdruck. An dem Gemeinschaftsunternehmen hält Possehl 51 % der Geschäftsanteile. Das Produktspektrum umfasst Zeitungsdrucksysteme sämtlicher Auflagenhöhen sowie Illustrationsdruckmaschinen für den Qualitätsdruck und die Falzweiterverarbeitung von Prospekten, Beilagen, Katalogen, Zeitschriften und Büchern. Mit graphometronic ist der Geschäftsbereich zudem Systempartner für Mess- und Regelsysteme für die gesamte Druckindustrie. Neben dem Joint-Venture zählen die beiden Unternehmen manroland web produktionsgesellschaft und Industriepark Augsburg, an denen Possehl jeweils sämtliche Geschäftsanteile hält, zu dem Geschäftsbereich. GeschäftsentwicklungDas Geschäftsjahr 2022 war für den Geschäftsbereich ein erfolgreiches Jahr, wenn auch die Rahmenbedingungen weiterhin ausgesprochen herausfordernd waren und auch weiterhin sind. Der Markt für Zeitungs- und Illustrationsdruckmaschinen ist seit Jahren rückläufig, wobei sich der Markt nicht linear entwickelt, sondern im Zeitablauf erhebliche Schwankungen in der Marktnachfrage bestehen. Dieser grundsätzlichen Marktentwicklung tritt manrolandGoss insbesondere mit einem Marktanteilswachstum und neuen Produkten im Verpackungsdruck entgegen. Die höheren Auftragseingänge im späteren Verlauf des Jahres 2021 führten im Berichtsjahr lediglich zu einem moderaten Umsatzwachstum von 5,3 %. Dass das Wachstum nicht deutlich stärker ausgefallen ist, liegt insbesondere an den sehr langen Durchlaufzeiten für Neumaschinenprojekte, die sich auf mittlerweile mehr als 12 Monate verlängert haben. Die Lieferzeiten für einzelne Vorprodukte - insbesondere Elektronikbauteile - sind weiterhin sehr lang, auch wenn es insgesamt zu einer Entspannung bei den Lieferengpässen gekommen ist. Die Tatsache, dass die bestellten Stückzahlen zumeist gering sind, verlängern die Lieferzeiten vielfach. Mit den höheren Auftragseingängen ist die Beschäftigung am Produktionsstandort in Augsburg deutlich gestiegen. Hiervon hat auch die Produktionsgesellschaft stark profitiert, die ihre Profitabilität im Berichtsjahr deutlich verbessern konnte. Insgesamt stabilisierend wirkt das Service- und Ersatzteilgeschäft beim Joint-Venture manrolandGoss. Hierzu zählen Printservices (Reparaturen, Revisionen, Wartung sowie Ersatz- und Verschleißteilversorgung) und Pressupdates (Upgrades, Retrofits und Maschinenumzüge). Mit dem Aufheben der internationalen Reisebeschränkungen hat sich das Servicegeschäft wieder spürbar belebt. Auch das Vermiet- und Servicegeschäft der Immobiliengesellschaft Industriepark Augsburg entwickelt sich weiterhin positiv. Insbesondere die Nachfrage nach hochwertigen Produktionsflächen war ausgesprochen gut. Mit € 191,3 Mio. lag der Umsatz um € 9,7 Mio. über dem recht schwachen Vorjahreswert. Bedingt durch die langen Produktionszeiten bei Neumaschinen hat sich die über alle Produktbereiche deutlich verbesserte Auftragslage noch nicht in den Finanzzahlen des Unternehmens niedergeschlagen. Dieses wird sich erst in 2023 und den Folgejahren spürbar positiv auswirken. Der Auftragseingang für Neumaschinen und Service stieg auf € 325 Mio. und lag damit deutlich über dem Vorjahr und stellt einen - auch im mehrjährigen Vergleich - ausgesprochen hohen Wert dar. manrolandGoss konnte im abgelaufenen Jahr auch in neuen Regionen - zum Beispiel in Südkorea - und bei neuen Kunden Maschinenaufträge gewinnen. Es zeigt sich daher zunehmend, dass die "Last man standing" Strategie trägt. Bei Retrofits und im Service- und Ersatzteilgeschäft besteht weiteres Wachstumspotenzial. Dieses gilt insbesondere für Märkte mit einer hohen installierten Maschinenbasis, allen voran den US-amerikanischen Markt. Durch gezielte Kundenansprachen im Service- und Ersatzteilgeschäft sowie die eCommerce-Plattform MARKET-X sehen wir gute Erfolgschancen. Einen weiteren erfolgversprechenden Wachstumsbereich bildet das Verpackungsdruckgeschäft, das kontinuierlich ausgebaut wird. InnovationenDer weltweite Markt für Offset-Druckmaschinen ist seit Jahren rückläufig. Der Schwerpunkt der Innovationstätigkeiten liegt daher in den klassischen Produktbereichen Zeitungs- und Illustrationsdruck auf der Weiterentwicklung und Optimierung des bestehenden Produktportfolios. Mit dem weiteren Ausbau der inhouse entwickelten Predictive-Maintenance-Plattform "Maintellisense" bietet manrolandGoss seinen Kunden einen intelligenten und vorausschauenden Service an. Konkret geht es dabei um das sensorbasierte frühzeitige Erkennen von drohenden Maschinenausfällen und -störungen sowie die Optimierung der Performance der Anlagen. Einen weiteren Schwerpunkt der Innovationstätigkeit bildet der Verpackungsdruck. Hier gelingt es manrolandGoss die Verbindung aus Innovation, Nachhaltigkeit und höherem Kundennutzen herzustellen. Im Gegensatz zum Flexo- und Tiefdruck ist der Farbabfall im Offsetdruckverfahren deutlich geringer. Auch lassen sich der Energieverbrauch sowie die Reinigungskosten und der Einsatz von Lösemitteln spürbar senken. Konkret soll im Rahmen des Projekts "Green" der Kunststoffeinsatz deutlich reduziert werden. Diese Entwicklung ist verbunden mit der Entwicklung einer flexiblen Beschichtungsanlage, die bedarfsgerecht unterschiedliche Barriereschichten auf einen Basiskarton auftragen kann. Mit dem Erwerb des Thallo-Geschäfts ergeben sich für manrolandGoss weitere Entwicklungsfelder in dem attraktiven und wachsenden Markt für Verpackungsdruck. Im Berichtsjahr konnten weitere Maschinen erfolgreich beim Kunden in Betrieb genommen werden und auch neue Auftragseingänge erzielt werden, so dass der Verpackungsdruck zunehmend zu einer tragenden Säule des Unternehmens wird. Intralogistik
Bowe ist einer der weltweit führenden Anbieter für intelligente Automatisierungslösungen. Das Produktportfolio des Unternehmensbereichs Intralogistik umfasst Kuvertier-, Schneide- und Postsortiersysteme sowie verschiedene Anlagen für den automatisierten Post- und Paketversand sowie für Plastikkarten. Neben der Produktions- und Führungsgesellschaft in Augsburg besteht der Geschäftsbereich aus zahlreichen Vertriebs- und Servicegesellschaften weltweit. Mit Optimus Sorter und SGA Conveyor Systems AB gehören zwei führende Lösungsanbieter im Wachstumsmarkt Intralogistik, also dem Waren- und Materialfluss sowie den Informationsströmen in Unternehmen, zum Geschäftsbereich Intralogistik. Eine Mehrheitsbeteiligung besteht an dem auf Warehouse-Managementsysteme spezialisierten Softwareunternehmen Red Ledge. Im Berichtsjahr beteiligte sich die Böwe Systec GmbH an dem auf die Herstellung und Vernetzung autonomer mobiler Roboter spezialisierten Start-up MOV.AI. GeschäftsentwicklungDer Geschäftsbereich Intralogistik zeigt seit einigen Jahren ein stabil gutes Niveau und hat sich zudem als weitgehend resilient erwiesen, war doch der Geschäftsrückgang während der Coronapandemie gering. Dieses gute Niveau konnte die Bowe-Group im Berichtsjahr mit einem Gruppenumsatz von € 171 Mio. bestätigen, wenn auch die Planung nicht ganz erreicht werden konnte. Lieferkettenprobleme und damit verzögerte Maschinenauslieferungen führten zu einer Umsatzverschiebung in das neue Jahr. Unverändert positiv zu vermerken ist, dass Bowe auch weiterhin in allen relevanten Märkten erfolgreich ist, also auch im angestammten Briefgeschäft. Bei der Beurteilung der Geschäftslage, der Rahmenbedingungen und der Zukunftsaussichten sind die drei Geschäftsfelder, in denen Bowe mit seinen Tochtergesellschaften tätig ist, grundsätzlich zu unterscheiden. Während das E-Commerce Geschäft und der Paketversand sowie intelligente Automatisierungs- und IoT-Lösungen für innerbetriebliche Wertschöpfungsketten in den letzten Jahren stark zugenommen haben und voraussichtlich auch weiterhin wachsen werden, ist der Markt für Briefe seit Jahren rückläufig und dadurch geprägt, nicht vertrauliche Informationen digital und damit nicht in gedruckter Form zu versenden. Dementsprechend ist der Mailroom-Markt unverändert von einer Investitionszurückhaltung und Konzentration auf Kundenseite gekennzeichnet. Durch die hohe Innovationstätigkeit hat sich die Marktstellung von Bowe -insbesondere durch die Hochleistungskuvertieranlage Fusion - über die letzten Jahre kontinuierlich verbessert. Dies kommt dem Unternehmen auch weiterhin zugute, da insbesondere Dienstleister flexible Anlagen verlangen. Der Markt für Päckchen- und Paketsortieranlagen ist aufgrund des zunehmenden Onlinehandels in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Hier bietet Bowe in Zusammenarbeit mit den Tochtergesellschaften Optimus Sorter und SGA Conveyor vielseitige Sortier-, Kommissionier- und Transportanlagen, die auch sämtliche Postgüter einschließlich Pakete, Päckchen und Großbriefe verarbeiten, an. Aufgrund der Verbindung aus hoher Softwarelösungskompetenz und langjährigem Maschinen- und Anlagen-Know-how konnte dieser Produktbereich das hohe Umsatzniveau des vergangenen Jahres bestätigen. Dass kein spürbares Umsatzwachstum erreicht wurde, lag insbesondere an bestehenden Lieferengpässen und damit verbundenen zeitlichen Verschiebungen in der Auslieferung. Allerdings hat sich die Nachfrage in diesem Marktsegment auch etwas abgeschwächt, so dass die die Book-to-Bill-Ratio lediglich noch bei 1 liegt. Nennenswerte Projektausschreibungen wurden in die Folgejahre verschoben, so dass der Auftragsbestand leicht zurückgegangen ist, aber immer noch ein gutes Polster für das kommende Jahr darstellt. InnovationenForschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Geschäftsbereich Intralogistik erfolgen am Standort in Augsburg, für den Produktbereich des Paketsortierens auch bei Optimus Sorter in den Niederlanden. Software wird zudem bei der englischen Gesellschaft Red Ledge entwickelt. Unter dem Dach der Bowe Group bieten drei Business Units Automatisierungslösungen, die exakt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielmärkte abgestimmt sind: Bowe Systec, Bowe IQ und Bowe Intralogistics. Ob Komponente, Maschine, IoT-Lösung oder ganzheitlicher Komplettlösungsansatz - mit innovativen und passgenauen Produkten optimiert der Geschäftsbereich Intralogistik Prozesse in den unterschiedlichsten Branchen - vom modernen Mailroom, Servicebüro, Postverarbeitungszentrum bis zum Paket- oder Intralogistikbusiness. Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten orientieren sich dabei stets am Kundenbedarf und Innovationen entstehen oft direkt in der Kundenanwendung. So führte die Analyse und Weiterentwicklung der Abläufe im Zuführkanal beim Kunden "Royal Mail" zur Steigerung des Durchsatzes sowie zur Verbesserung der Aufspendequalität auf den Sorter. Aus dieser Problemlösung resultiert das Entwicklungsprojekt "perfect induct" - mit dem dieses Potential zukünftig für andere Kunden verfügbar wird. Entsprechend sind noch weitere Entwicklungsprojekte wie z.B. Merge 45°, Dual Split Tray und Single Split Tray entstanden, die sich heute in der Testphase befinden. Die Beteiligung an MOV.AI, einem Start-up, das die Entwicklung autonomer mobiler Roboter (Autonomous Mobile Robots, AMR) revolutioniert, spiegelt die strategische Sicht von Bowe auf die Rolle der Robotik in der Zukunft der Automatisierung wider. Automatisierung spielt eine immer wichtigere Rolle in der Lieferkette, insbesondere in der Intralogistik, wobei Roboter an der Spitze dieses Trends stehen. Es wird geschätzt, dass die weltweiten Auslieferungen von mobilen Lagerrobotern zwischen 2021 und 2030 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von fast 40 % aufweisen und im Jahr 2030 über 500.000 Lieferungen erreichen werden. Bisher war die Entwicklung - und vor allem der Einsatz - von autonomen mobilen Robotern (AMRs) eine kosten- und zeitintensive Aufgabe, da die monolithische, unflexible Robotersoftware eng mit der Roboterhardware verknüpft war. Die Robotics Engine Plattform von MOV.AI verändert die Art und Weise, wie autonome mobile Roboter gebaut werden, indem sie die Software von der Hardware trennt und sowohl AMR-Herstellern als auch Automatisierungsintegratoren die unternehmensgerechten Tools bietet, die sie für eine fortschrittliche Automatisierung benötigen. Die Robotics Engine Plattform TM hilft AMR-Herstellern bei der schnellen Entwicklung und Differenzierung ihrer Roboter. Automatisierungsintegratoren können diese Lösungen innerhalb von Tagen statt Monaten einsetzen und einen sicheren, unterbrechungsfreien Betrieb in den sich stetig ändernden Unternehmens- und Betriebsumgebungen gewährleisten. Edelmetallverarbeitung
Die Heimerle + Meule Group gehört zu den führenden Edelmetallunternehmen in Europa und ist mit 177 Jahren zugleich die älteste Gold- und Silberscheideanstalt in Deutschland. An den Produktionsstandorten in Pforzheim, Madrid und Birmingham werden aus edelmetallhaltigen Rückständen Feinmetalle zurückgewonnen und zu hochwertigen Produkten weiterverarbeitet. Neben den Recyclingaktivitäten ist die Gruppe ein bedeutender europäischer Zulieferer für die Schmuck- und Dentalindustrie und verfügt darüber hinaus über einen Katalog- und Onlinehandel. Mit einem Tochterunternehmen ist der Geschäftsbereich zudem ein bedeutender Zulieferer für die Juwelierindustrie in England. Im Berichtsjahr hat Heimerle + Meule seinen Footprint auf dem englischen Markt durch den Mehrheitserwerb an der Commonwealth Mint, der größten privaten englischen Münzprägeanstalt, verstärkt. GeschäftsentwicklungDie Heimerle + Meule Group hat sich über alle Gesellschaften und Regionen im Berichtsjahr ausgesprochen gut behauptet. Während die allgemeinen Rahmenbedingungen auch für dieses Geschäftsfeld herausfordernd waren, sind die spezifischen Marktbedingungen im Berichtsjahr insgesamt zufriedenstellend gewesen. Anhaltend hohe Edelmetallpreise und auch eine relativ hohe Inflationsrate begünstigten das Investmentprodukte- und Handelsgeschäft. Auch zog die Schmucknachfrage wieder leicht an. Das Recyclinggeschäft war durch die hohen Edelmetallpreise ebenfalls grundsätzlich begünstigt, blieb aber insgesamt demnach recht verhalten. Gegenüber dem Vorjahr konnte aber eine Steigerung um rund 10 % erreicht werden, da eine zeitweise höhere Volatilität beim Goldpreis zusätzliche Anreize bot, Altmetallbestände abzubauen und recyceln zu lassen. Lediglich das Industrierecyclinggeschäft lief schwächer als geplant. Hier machte sich das ausgebliebene Geschäft mit Kunden in Russland und der Ukraine negativ bemerkbar. Die negativen Folgen des Brexits waren bei den englischen Gesellschaften durchaus spürbar, konnten aber durch strategische Nachjustierungen im starken E-Commerce-Geschäft mehr als wettgemacht werden. Insgesamt entwickelten sich die englischen Standorte im Berichtsjahr ausgesprochen positiv und trugen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Die Brutto-Erlöse - also die Umsatzerlöse einschließlich Edelmetallinhalte - stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 42 %. Dieser Umsatzanstieg geht einher mit einem im Jahresdurchschnitt um rund 12 % höheren Goldpreis in Euro. Die Entwicklung der wichtigsten Edelmetallpreise zeigt die nachfolgende Grafik:
Edelmetallpreisentwicklung 2022 (in Euro/g bzw. Euro/KG) - Quelle: HeraeusBereinigt um den Edelmetallinhalt in den Umsatzerlösen stiegen die Umsätze um gut 7 %. Dabei hat sich die Rohertragsmarge über alle Gesellschaften des Geschäftsbereichs verbessert. Es konnten neben verbesserten Recyclingerträgen auch positive Margeneffekte bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen, Münzen und anderen Anlageprodukten und auch im Industrie- und Dentalgeschäft erzielt werden. Allerdings stiegen auch die Personal- und Sachkosten im Vergleich zum Vorjahr deutlich, so dass ein Teil der Rohertragsverbesserung hierdurch aufgezehrt wurde. Dennoch konnte der Geschäftsbereich im Berichtsjahr ein ausgesprochen gutes operatives Ergebnis erzielen. Der überwiegende Teil der verarbeiteten Edelmetalle wird geliehen, so dass die Gebühren hierfür einen wesentlichen Kostenfaktor darstellen. Die Leihekosten blieben für die meisten Metalle über das Jahr hinweg weitgehend stabil. Bedingt durch das deutliche höhere Leihevolumen sind die Leihekosten, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsergebnis ausgewiesen werden, absolut spürbar angestiegen. InnovationenIm Edelmetallrecycling verfügt die Heimerle + Meule Group über umfassende Zertifizierungen. Großen Wert legen wir hier auf unsere LBMA-Zertifizierung, einem sehr wichtigen Qualitäts- und Gütesiegel beim Gold. Alle Unternehmen des Edelmetallbereichs sind mindestens nach dem RJC-CoP-Standard des Responsible Jewellery Councils zertifiziert. Forschung und Entwicklung stellt einen kontinuierlichen und integralen markt- und produktionsseitigen Prozess dar. Auch im Berichtsjahr wurde die Digitalisierung der Prozessabläufe - von der Auftragsabwicklung bis zu den Produktionsprozessen in der industriellen Fertigung von Kleinteilen - gruppenweit vorangebracht. Im Laufe des Jahres 2022 wurde die neu entwickelte, hochwertige Sicherheitskapsel für die Verpackung der Goldbarren auch bei den Tochterfirmen SEMPSA JP und Cookson Precious Metals Ltd. eingeführt und dabei alle Goldbarren auf ein einheitliches Format (CI) umgestellt. Um den anhaltenden Lieferkettenproblemen aus dem Weg zu gehen, werden die Sicherheitskapseln inzwischen hauptsächlich in Deutschland hergestellt und mittels umweltschonender Pendelverpackungen "just-in-time" bereitgestellt. Aus vertrieblicher Sicht wurde im Berichtsjahr ein hohes Augenmerk auf die Fortentwicklung der Online-Aktivitäten gelegt, wodurch die Verkaufszahlen für Investmentprodukte deutlich gesteigert werden konnten. Ferner wurden die E-Commerce-Aktivitäten ("cooksongold") in weiteren europäischen Ländern durch Aufbau von B2B- und B2C-Webshops sowie Maßnahmen zur Rationalisierung und Automatisierung der Produktionsprozesse fortentwickelt. Die lokalen e-Commerce-Plattformen wurden zudem produktseitig ausgebaut. Die kontinuierliche Fortentwicklung eines Direct Metal Laser Sintering Prozesses (DMLS) - 3D-Druck - für Edelmetalle bildet ein wichtiges Entwicklungsvorhaben. Aktuell wurde in diesem Zusammenhang die Pulverherstellung für Platinlegierungen erfolgreich weiterentwickelt und auch das Schmuckgeschäft wird durch den Aufbau einer digitalen Plattform ausgebaut. Die Entwicklung und der Vertrieb von technischen Produkten und Anwendungen im 3D-Druck wird mit einer Kooperation zur weltweiten Vermarktung von Serienprodukten aus Platinlegierungen fortgesetzt. Im Jahr 2022 wurde die 3D-Drucktechnologie für industrielle Edelmetallanwendungen für Platin und Platinlegierungen weiterentwickelt, ebenso wurde auch der Schmuckbereich durch die Entwicklung einer digitalen Plattform ausgebaut. Die Entwicklung und der Verkauf von technischen Produkten und Anwendungen im 3D-Druck setzen sich mit einer Kooperation zur weltweiten Vermarktung von Serienprodukten aus Platinlegierungen fort. Es wurde ein neuer, industrieller 3D-Drucker zur Herstellung von hochwertigsten Produkten für die Glasfaserindustrie angeschafft und erfolgreich in Betrieb genommen. Das 3D-Druck Expertenteam in Großbritannien, welches sich nun um die Weiterentwicklung von industriell hergestellten PGM-Pulvern und der Herstellung von komplexen Werkstücken aus hochschmelzenden Platinlegierungen kümmert, hat in 2022 weiter massiv in die Pulverherstellung und den 3D-Druck von Edelmetallen investiert sowie die Entwicklung neuer Produkte und Fertigungsverfahren vorangetrieben. Gemeinsam mit einem namhaften Kooperationspartner werden ab 2023 die internationalen Märkte bedient. Elektronik
Possehl Electronics ist mit seinen weltweit 10 Standorten ein bedeutender Zulieferer für die Automobil- und Halbleiterindustrie. Zu den Kunden zählen bedeutende Tier 1 Automobilzulieferer und globale Halbleiterproduzenten. Die von Possehl Electronics hergestellten Komponenten werden sowohl in Elektrofahrzeuge als auch in Fahrzeugen mit Verbrennungstechnik verbaut, so dass der Geschäftsbereich von dem Strukturwandel in der Automobilproduktion weniger stark unmittelbar betroffen ist. GeschäftsentwicklungDas Geschäftsjahr 2022 war primär durch eine weitgehend stabile Nachfrage, eine nur allmähliche Entspannung der Coronabeschränkungen in China und durch Lieferkettenprobleme insbesondere in der ersten Jahreshälfte geprägt. Die weltweite Automobilnachfrage ist hierdurch nur moderat gewachsen und verharrte auf einem weltweit niedrigen Niveau. Damit blieb auch im abgelaufenen Jahr die globale Autoproduktion unter dem Stand früherer Jahre zurück. Die Nachfrage in der Halbleiterindustrie entwickelte sich ebenfalls schwächer als im Jahr zuvor. Insgesamt konnte der Geschäftsbereich Elektronik ein Umsatzplus von rund 16 % erzielen. Dieses ist vor dem Hintergrund der zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen erfreulich. Mit dieser Rate konnte der Geschäftsbereich ähnlich stark wachsen wie im Jahr zuvor. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass ein Großteil der Umsatzsteigerung durch höhere Preise und auch positive Währungseffekte bedingt ist. Während noch im Vorjahr das Semicon-Business deutlich stärker zulegen konnte, war das Wachstum in diesem Jahr relativ gleich verteilt, d.h. auch das das Automotivezuliefergeschäft konnte zweistellig zulegen. Während die Beschäftigung an den meisten Produktionsstandorten gut war, mussten wir insbesondere am Hauptsitz in Deutschland in den beiden ersten Quartalen immer wieder mit Nachfrageschwankungen zurechtkommen. Dies führte auch zu temporärer Kurzarbeit. Auch höhere Sachkosten, die nur zeitversetzt an den Absatzmarkt weitergegeben werden können, belasteten das Ergebnis. Hiervon ungeachtet erreichte das Automotive-Business im Berichtsjahr eine deutliche Effizienz- und Ergebnisveränderung. Bedingt durch höhere Belastungen am Standort in Hongkong hat sich das Ergebnis im Semicon-Bereich nicht analog zum Umsatz verbessert. Insgesamt konnte der Geschäftsbereich Elektronik dennoch eine deutliche Steigerung nicht nur beim Umsatz, sondern auch im Ergebnis erreichen, ohne jedoch an das Vor-Corona-Niveau heranzukommen. Die Gewinnung bedeutender Neuprojekte, die sich derzeit in der Industrialisierungsphase befinden, haben sich noch nicht signifikant in den Geschäftszahlen niedergeschlagen, sondern werden sich erst in den Folgejahren positiv auswirken. InnovationenInnovationen erfolgen im Geschäftsbereich Elektronik für das Automotivegeschäft am Standort in Niefern-Öschelbronn vorwiegend in Zusammenarbeit mit Kunden. Die Entwicklungsarbeiten konzentrierten sich auf eine weitere Oberflächenvariante für Einpresszonen sowie auf vorbereitende Arbeiten zum weiteren Ausbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten. Ein weiterer Fokus lag in neuen Kombinationen der Oberflächen von Einpresszonen und der zu bestückenden Leiterplatte. In enger Zusammenarbeit mit den Kunden wurden hierzu Untersuchungen an den wirtschaftlich wie technisch besten Möglichkeiten durchgeführt, die zu einigen erfolgreich abgeschlossenen Freigabequalifikationen geführt haben. Ergänzend zur pretPin®-Produktfamilie wurden Entwicklungsarbeiten an verschiedenen generischen wie auch kundenspezifischen Geometriealternativen fortgeführt. Hiermit reagiert Possehl Electronics auf kunden- und anwendungsspezifische Notwendigkeiten, um eine Grundlage für eine weitere Diversifizierung zu legen. Durch das hohe Know-how in der Entwicklung von Einpresszonen konnte bereits nach kurzer Zeit ein Serienauftrag für eine erstmals im Markt umzusetzende Einpresszone gewonnen werden. Flexible Einpresszonen von Possehl Electronics werden zwischenzeitlich weltweit verarbeitet. Im NAFTA - Raum erfolgt zudem eine lokale Herstellung von Einpresszonen. Vorbereitungen für eine Erweiterung dieser Produktionskapazitäten wurden im Berichtsjahr gestartet. Auf Basis der Erfahrungen in der Einpresszonentechnik sowie der im Markt geschätzten Fertigungstiefe für die Herstellung komplexer mechatronischer Bauelemente, die Projektabwicklungen aus einer Hand gewährleisten kann, wurden eine Vielzahl anspruchsvoller Projekte für die Automobilkunden realisiert. Darunter fallen Gehäuse für zentrale Steuereinheiten wie auch für verstärkt zur Fahrsicherheit eingesetzte Sensoren. Weiterhin wurde das aus der Eigenentwicklung stammende, patentierte Stackpac®-Gehäusekonzept für kleine Elektronikeinheiten im Berichtsjahr einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Die hohe Resonanz aufgrund der Möglichkeit einer 3-dimenstionalen Funktionalisierung von Gehäusen auf Basis wirtschaftlicher, robuster Standardtechnologien führte in Zusammenarbeit mit den Kunden zu einer Konkretisierung zukünftiger Anwendungsfelder. Neben der Möglichkeit einer Modularisierung in der Elektronik eröffnen sich neue Voraussetzungen für thermische wie auch elektrische Verbesserungen, die zukünftig insbesondere für die europäische Industrie von Interesse sein kann. Bauleistungen
Das Bauleistungssegment verfügt über ein breitgefächertes Leistungsspektrum, das in den vergangenen Jahren stetig erweitert wurde, zuletzt mit dem Erwerb von Jacbo sowie der AA-Gruppe. Der Unternehmensbereich ist mit seinen mittelständischen Gesellschaften vorwiegend in Nischenmärkten tätig. Nach Bauleistungsbereichen gliedert er sich wie folgt:
Der Baubereich von Possehl wird wesentlich durch die Entwicklung in der deutschen Bauwirtschaft bestimmt, da rund 90 % der Bauleistung im Inland erbracht werden. Der verbleibende Teil entfällt nahezu ausschließlich auf das europäische Ausland und hier insbesondere auf die angrenzenden Länder Österreich und Niederlande, in denen Possehl Spezialbau mit eigenständigen Gesellschaften im Markt vertreten ist. GeschäftsentwicklungDer Geschäftsbereich Bauleistungen konnte im Berichtsjahr an die bereits gute Vorjahresleistung anknüpfen. Und dies, obwohl sich die Baukonjunktur im Verlauf des Jahres 2022 eingetrübt hat. Ausschlaggebend für den Erfolg waren ein hoher Auftragsbestand, eine erfolgreiche M&A-Tätigkeit in den vergangenen Jahren sowie eine unverändert gute Performance in vielen Leistungsbereichen. Mit € 493 Mio. stieg der Umsatz um gut 9 % gegenüber dem Vorjahr. Mit dieser Steigerungsrate liegt das Wachstum allerdings lediglich auf Höhe des nominalen Marktwachstums, real, d.h. bereinigt um die deutlichen Preissteigerungen im Baugewerbe, kam es sogar zu einem leichten Rückgang. Nach vorläufigen Schätzungen betrug die Preissteigerung für Bauleistungen im abgelaufenen Jahr rund 15 %. Hiervon ungeachtet hat sich der Bauleistungsbereich bei Possehl in den vergangenen Jahren - durch organisches Wachstum und auch durch gezielte Akquisitionen - zu einer bedeutenden Säule innerhalb der Possehl-Gruppe entwickelt und belegt zugleich seinen ausgleichenden und stabilisierenden Effekt. Hinsichtlich der Bausparten war die Entwicklung im vergangenen Jahr unterschiedlich und auch die Aussichten für das Jahr 2023 sind differenziert. Die höheren Zinsen und auch die deutlich gestiegenen Baukosten treffen insbesondere den Wohnungsbau, in dem der Bauleistungsbereich von Possehl nur in einem kleineren Umfang tätig ist. Aber auch für die übrigen Bausparten haben sich die Prognosen deutlich eingetrübt und es wird insgesamt mit einem deutlichen realen Minus gerechnet. Im Wirtschaftsbau zeigt sich insbesondere bei Büro- und auch bei Fabrikbauten eine nachlassende Investitionsneigung. Da die Zinselastizität im Wirtschaftsbau deutlich geringer ausgeprägt ist als im Wohnungsbau, spielen für Investitionsentscheidungen die allgemeinen Konjunkturaussichten eine deutlich größere Rolle. Allerdings haben sich diese zunehmend eingetrübt, so dass es auch in diesem Bereich zu einer Belastung der Investitionsentscheidungen gekommen ist. In dem für Possehl besonders relevanten öffentlichen Bau kam es im vergangenen Jahr zu spürbar höheren Ausschreibungen. Hierin dürften sich die Nachholeffekte der Kommunen niedergeschlagen haben. Hiervon konnte der Bauleistungsbereich von Possehl noch einmal profitieren. Für das kommende Jahr ist aufgrund der finanziellen Belastungen der Kommunen allerdings tendenziell mit einem vorsichtigeren Ausschreibeverhalten der Kommunen zu rechnen. Auch wenn sich die Aussichten für die deutsche Bauindustrie leicht eingetrübt haben, so herrscht dennoch eine recht günstige Beurteilung der Geschäftslage aufgrund des weiterhin hohen Auftragsbestands vor. Dies gilt auch für unsere Bauunternehmen. Allerdings sind die Auftragseingänge in den letzten Monaten in vielen Bereichen zurückgegangen. Die Perspektiven für die deutsche Bauwirtschaft haben sich demzufolge eingetrübt, auch wenn es weiterhin Nachholeffekte in vielen Bereichen gibt und Investitionen in den Klimaschutz auf einem weiterhin guten Niveau bleiben sollten. Vor diesem Hintergrund gehen wir für das kommende Jahr von einer weiterhin hohen Bauleistung auf Vorjahresniveau für unseren Baubereich aus. Signifikantes Wachstum werden wir allerdings nur über weitere Unternehmenskäufe erreichen können. Identifikationslösungen
Der Geschäftsbereich "Identifikationslösungen" wurde vor sechs Jahren durch Ausgliederung aus dem Mittelstandssegment errichtet. Ausschlaggebend für die Eigenständigkeit waren die guten Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten. Diese haben wir in den vergangenen Jahren und auch im Berichtsjahr primär durch Unternehmenszukäufe realisieren können. Der Geschäftsbereich ist untergliedert in
Der Geschäftsbereich umfasst die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von logistisch integrierten Identifikationslösungen als Schnittstelle zwischen Produktion und Logistik sowie von digitalen Thermo-Transfer-Druckern. Hinzu kommen selbstklebende Etiketten und Thermo-Transfer-Folien. Zuletzt haben wir das stabile und verstetigende Etikettengeschäft durch den mehrheitlichen Zukauf der englischen Gesellschaft Watermill und durch den Erwerb des schwedischen Unternehmens Lari Tryck, das auf Nordvalls verschmolzen wurde, ausgebaut. Anfang 2023 konnte das Etikettengeschäft durch den Erwerb von Kölle Etiketten weiter ausgebaut werden. GeschäftsentwicklungDer Geschäftsbereich Identifikationslösungen blickt in 2022 wiederum auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Auch wenn das Umsatzwachstum von 9 % zu einem ganz wesentlichen Teil akquisitionsbedingt ist, ist bei der Betrachtung der Umsatzentwicklung zu berücksichtigen, dass das größte Papierwerk Europas längerfristig bestreikt wurde, sodass es über mehrere Monate zu einem massiven Mangel an Vorprodukten für die Etikettenproduktion gekommen ist. Dies führte gerade im ersten Halbjahr zu einer deutlichen Umsatzbeeinträchtigung mit Haftetiketten. Durch langfristige Verträge und sehr gute Beziehungen zu Lieferanten und Kunden, konnte der Effekt jedoch abgemildert werden. Im Schlussquartal, in dem Material wieder in ausreichendem Maße verfügbar war, konnte der entstandene Rückstand teilweise abgebaut werden. Dennoch wirkte sich der Streik insgesamt belastend auf die Umsatzentwicklung des Geschäftsbereichs aus. Während die operative Umsatzentwicklung insgesamt konstant blieb, hat sich die Performance der meisten Produktionsstandorte deutlich verbessert. Dies gilt insbesondere für den Standort in Hartenholm, an dem die Durchlaufzeiten für Neumaschinen deutlich gesenkt und die Margen spürbar verbessert wurden. Innerhalb der PID (Possehl IDentification Solutions) hat sich 2022 ein Team von Experten mit möglichen Akquisitionen von Softwarelösungen im Bereich Identification & Labeling beschäftigt und verschiedenste Unternehmen intensiv analysiert. Als erstes Ergebnis wurde im Dezember das norwegische Unternehmen LabelCraft von der PID akquiriert, das Software für Etikettendesign entwickelt und eine ideale Ergänzung für das PID-Produktportfolio darstellt. Weitere Gespräche mit Unternehmen, unter anderem im Bereich der Serialisierung- und Aggregationslösungen werden derzeit geführt. Wir sind davon überzeugt, dass die Identifizierung, Kennzeichnung und Nachverfolgbarkeit von Produkten und damit die lückenlose Verfolgbarkeit von Warenbewegungen für viele Industrien, wie zum Beispiel die Lebensmittel-, Automobil- und Pharmaindustrie, von hoher Relevanz ist und zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen wird. Wir können als integrierte und global aufgestellte Unternehmensgruppe mit unserem modernen Produktprogramm, dem weit gefächerten Knowhow sowie unserer hohen Software-Kompetenz vielfältige und auch individuelle Lösungen bieten. Vor diesem Hintergrund sehen wir für die künftige Entwicklung gute Möglichkeiten, den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortzusetzen. InnovationenEinen großen Fokus hat der Geschäftsbereich im vergangenen Jahr auf das Thema Digitalisierung gelegt. Das bereichsübergreifende Projekt "PID-ware" zur Entwicklung einer gemeinsamen Print-& Data-Management Software ist in vollem Gange; Teil des Projektes war die Entwicklung einer Maschinen-Daten-Plattform zusammen mit Possehl Analytics, die von allen PID-Unternehmen genutzt werden wird. Mitte 2023 wird "PID-ware" als das erste gemeinsame PID-Produkt auf dem Markt veröffentlicht. Eine wichtige Funktion hat 2022 das Unternehmen datakamp übernommen, indem es im Zuge der Verknappung von Elektronikbauteilen und Lieferstörungen von elektronischen Baugruppen die Maschinenbauunternehmen der PID intensiv mit Neuentwicklungen unterstützt hat. Des Weiteren hat das Unternehmen eine eigene, kleine Electronic Manufacturing Service-Produktionslinie aufgebaut, um neben dem Design auch die Herstellung der elektronischen Baugruppen anzubieten. Dadurch hat datakamp entscheidend dazu beigetragen, die Lieferfähigkeit der Maschinenbauunternehmen zu gewährleisten. Um das Thema Innovation gruppenweit zu treiben, hat sich ein Team der Entwicklungsmanager der Unternehmen formiert, um Entwicklungsprojekte und -pläne abzustimmen und an Innovationen in unserer Industrie gemeinsam zu arbeiten. Unterstützt werden sie dabei von externen Unternehmen und Hochschulen. Mittelstandsbeteiligungen
Das Geschäftsmodell der Possehl Mittelstandsbeteiligungen umfasst die Akquisition sowie das Führen und Entwickeln von Unternehmen vorwiegend aus dem deutschen Mittelstand mit einem Jahresumsatz von € 10 bis 70 Mio. Einen Schwerpunkt bilden hierbei Produktionsunternehmen, insbesondere aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Daneben verfolgen wir im Mittelstandssegment eine Buy-and-Build Strategie. Diese Strategie wurde in der Vergangenheit mit dem Aufbau und der Ausgründung des Geschäftsbereichs Identifikationslösungen und zuletzt mit dem Bereich FoodTech zielgerichtet umgesetzt. Der Geschäftsbereich besteht aus den folgenden Gesellschaften bzw. Gesellschaftsgruppen:
GeschäftsentwicklungDer Geschäftsbereich Mittelstandsbeteiligungen hat im Berichtsjahr ein Umsatzminus von 12 % verzeichnet. Die Entwicklung der einzelnen Unternehmen war dabei sehr unterschiedlich und auch die Gründe für die unterschiedliche Entwicklung waren durchaus vielfältig. Insgesamt lässt sich allerdings feststellen, dass die kleineren mittelständischen Unternehmen zumeist deutlich stärker unter der Lieferkettenproblematik, den gestiegenen Beschaffungspreisen und insbesondere auch unter dem Mangel an qualifiziertem Personal gelitten haben. So verzeichnete der Bereich Milchlogistik einen deutlichen Umsatzrückgang und konnte seine offensive Expansionsstrategie des Vorjahres nicht fortsetzen. Auch andere Unternehmen des Geschäftsbereichs zeigten noch keine spürbare Belebung oder mussten sogar noch einmal leichte Rückgänge verzeichnen. So war Düring auch im Berichtsjahr von einer weiterhin verhaltenen Automobilkonjunktur betroffen. Bei Gabler Maschinenbau wirkten sich die hohen Vorlauf- und langen Lieferzeiten aus. Kleine Wolke, das seine Waren nahezu ausschließlich aus China bezieht, hatte mit den Lieferengpässen und den stark gestiegenen Frachtraten zu kämpfen. Lediglich SAVO konnte von einer hohen Marktnachfrage insbesondere aus der Reinigungstechnik profitieren. Allerdings verhinderten die Lieferschwierigkeiten ein deutlicheres Umsatzwachstum. Ebenso konnte das lokale Umweltschutz-Geschäft ein erfreuliches Umsatzwachstum erzielen. Positiv zu vermerken ist der strategische Schritt bei Gabler Maschinenbau zur Entwicklung einer "Ocean Group". Nach dem Erwerb von develogic hat sich Gabler Maschinenbau an den Kieler Unternehmen north.iO, TrueOcean und NatureConnect beteiligt. Wir können so unsere bestehenden Erfahrungen in der Meerestechnologie und auf dem Gebiet der Fertigung von Unterwasserhardware mit Big Data und künstlicher Intelligenz kombinieren. Digital
Der Geschäftsbereich Digital befindet sich seit Anfang 2021 im Aufbau. Ziel ist es, neben dem Auf- und Ausbau von Digitalkompetenz in den operativen Gesellschaften und in der Holding einen eigenständigen Unternehmensbereich zu entwickeln. Die Entwicklung soll zielgerichtet auf die Bedarfe des Mittelstands ausgerichtet sein. Gestartet sind wir mit zwei Ausgründungen aus manrolandGoss: Possehl Analytics und Possehl Online Solutions. Zu Beginn des Jahres 2022 kam mit einer Minderheitsbeteiligung an cluetec ein erstes externes Unternehmen hinzu. Im Berichtsjahr konnte noch kein nennenswerter externer Umsatz erzielt werden, wohl aber wurden diverse konzerninterne Projekte angestoßen und auch realisiert. Hieraus erzielte der Geschäftsbereich einen konzerninternen Umsatz von knapp € 1,5 Mio. Dieses zeigt einerseits die hohe Leistungsfähigkeit des Digitalbereichs bereits im ersten vollen Jahr seines Bestehens, zum anderen den Bedarf an datengetriebenen Analysen und auch an E-Commerce-Lösungen. Neben den internen Aufträgen konnten auch weitere externe Kunden gewonnen werden, die in Folge zu Außenumsätzen führen werden. Zu Beginn des neuen Jahres hat der Geschäftsbereich Digital seine Wachstumsstrategie durch den Erwerb einer 45%igen Beteiligung an der cluetec GmbH, einem Digitalisierungsunternehmen mit eigenen Software-Produkten umgesetzt. Im Kern der Entwicklung von cluetec stehen die digitale Transformation, professionelle Portale und mobile Apps. Aufgrund der Minderheitsbeteiligung wird cluetec lediglich at Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Gleiches gilt für die zu Beginn des Jahres 2023 erworbene Minderheitsbeteiligung an Bitnamic, einem jungen Unternehmen, das darauf spezialisiert ist, traditionelle Serviceprozesse zu digitalisieren. Dazu bietet Bitnamic eine Augmented Reality (AR) Remote-Service-Lösung an, mit der sich Kunden oder Außendiensttechniker im Wartungsfall ortsunabhängig zur effizienten Problemlösung mit Produktexperten aus dem Kundendienst schnell und effizient verbinden können. II.4 Vermögens- und FinanzlageAnalyse der Bilanzstruktur
Die Konzernbilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 9 % auf € 2,12 Mrd. gewachsen. Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen haben sich um € 56 Mio. erhöht. Die Goodwills und auch die entgeltlich erworbenen immateriellen Anlagegüter sind im Vergleich zum Vorjahr um € 6 Mio. angestiegen, das Sachanlagevermögen nahm sogar um € 50 Mio. oder mehr als 10 % zu. Dieser Anstieg ist vorwiegend auf die hohen Investitionen in die Produktionsstandorte in den Geschäftsbereichen Reinigungstechnik und Reifentechnik zurückzuführen. Gut 10 % der Erhöhung ist akquisitionsbedingt. Das Finanzanlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr um € 20 Mio. gewachsen. Dieser deutliche Anstieg entfällt auf die im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen in den Geschäftsbereichen Intralogistik, Mittelstandsbeteiligungen und Digital. Mit € 25 Mio. entfällt der Ausweis auf Beteiligungen an assoziierten Unternehmen. Insbesondere bei der Beteiligung an Start-ups und den Investitionen in Digitalunternehmen geht Possehl vermehrt auch Minderheitsbeteiligungen ein. Das Net-Working-Capital bzw. Nettoumlaufvermögen (Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ./. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) beträgt am Jahresende € 814 Mio. gegenüber € 766 Mio. im Vorjahr. Damit hat sich das Netto-Umlaufvermögen im Berichtsjahr noch einmal weiter aufgebaut. Bei einem Vorjahresvergleich ist zudem zu berücksichtigen, dass der Vorjahresausweis rund € 100 Mio. Edelmetallbestände umfasste, die der Liquiditätsanlage dienten, so dass der operative Anstieg des Working-Capitals entsprechend höher ausfällt. Ausschlaggebend für den weiteren Anstieg des Umlaufvermögens sind eine nur zögerliche und im Jahresverlauf späte Auflösung der Lieferkettenproblematik und damit ein weiterhin hoher Auftragsbestand, eine vorsichtige und vorausschauende Lagerhaltung sowie der Inflationseffekt. Durch die hohen Fakturierungen zum Geschäftsjahresende wuchsen die Forderungen um rund € 95 Mio. Der Brutto-Vorratsbestand vor Absetzung der erhaltenen Anzahlungen stellt sich unter Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen wie folgt dar:
Aus der vorstehenden Übersicht ist erkennbar, dass der Brutto-Vorratsbestand gegenüber dem Vorjahr noch einmal zugenommen hat. So ist insbesondere der Bestand an Rohmaterialien und auch an Fertigerzeugnissen und Handelswaren gewachsen. Bei diesen Vorratskomponenten macht sich neben dem Mengen- auch der Preissteigerungseffekt nachhaltig bemerkbar. Die Anzahlungsquote hat sich, bezogen auf das gesamte Vorratsvermögen, auf 47 % erhöht. Bezogen auf den Bestand an unfertigen Erzeugnissen übersteigen die Anzahlungen diese sogar. So konnten unter anderem im Geschäftsbereich Druckmaschinen in der zweiten Jahreshälfte höhere Anzahlungsquoten mit Kunden vereinbart werden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind deutlich stärker gewachsen als die bereinigten Umsatzerlöse. Wie bereits vorstehend ausgeführt, haben hohe Fakturierungen zum Jahresende maßgeblich zu dem höheren Forderungsausweis geführt. Aber auch in dieser Position macht sich der Preissteigerungseffekt nachhaltig erhöhend bemerkbar. Die durchschnittliche Forderungslaufzeit beträgt im Berichtsjahr 31 Tage und ist gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Der Bestand an flüssigen Mitteln ist leicht um € 5 Mio. auf € 329 Mio. zurückgegangen. Berücksichtigt man den Liquiditätseffekt aus der Edelmetallanlage, so ist der Liquiditätsrückgang jedoch deutlich stärker. Das weiter gestiegene Umlaufvermögen sowie die hohen Investitionen in Sachanlagen und Unternehmenskäufe wurden nahezu ausschließlich aus dem Liquiditätsbestand finanziert. Die Bankverbindlichkeiten, von denen nur ein geringer Teil längerfristig ist, haben sich im Berichtsjahr auf € 83 Mio. erhöht. Dieser Anstieg entfällt vorwiegend auf den Geschäftsbereich Reinigungstechnik. Von den ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind € 28 Mio. langfristig. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr entfällt auf die teilweise Fremdfinanzierung des Logistikzentrums am Standort in Bad Oldesloe. Das Netto-Finanzguthaben im Gesamtkonzern als Saldogröße hat sich insgesamt um € 57 Mio. auf € 246 Mio. verringert. Auf der Passivseite wuchs das Konzern-Eigenkapital um € 66 Mio. auf € 1.238 Mio. und damit in etwa in Höhe des Konzernjahresüberschusses abzüglich der getätigten Gewinnausschüttungen. Auch wenn der US-Dollar in Relation zum Euro im vergangenen Jahr deutlich an Wert gewonnen hat, war der Währungskurseffekt auf das Konzerneigenkapital gering. Die bilanzielle Eigenkapitalquote beträgt am Jahresende knapp 59 % und ist damit etwas geringer als im Jahr zuvor. Das langfristig gebundene Vermögen ist weiterhin vollständig durch das Eigenkapital gedeckt. Die Pensionsrückstellungen sind im Berichtszeitraum um € 3 Mio. auf € 144 Mio. angestiegen. Im Berichtsjahr hat sich die inflationsbedingte Anpassung des Rententrends erhöhend ausgewirkt. Die Absenkung des Rechnungszinses fiel hingegen weniger stark aus als im Vorjahr und sank lediglich noch von 1,87 % auf 1,79 %. Das zur Deckung eines Teils der Pensionsverpflichtungen bestehende Planvermögen beträgt am Bilanzstichtag rund € 21 Mio. Dabei hat das Planvermögen bei einer englischen Konzerngesellschaft aufgrund von Marktpreisschwankungen im Berichtsjahr an Wert verloren. Die übrigen Rückstellungen sind bei einer leicht höheren Konzernleistung um € 11 Mio. gesunken. Wesentliche Veränderungen bei den einzelnen Rückstellungskomponenten haben sich nicht ergeben. Die übrigen Verbindlichkeiten haben sich im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. Den wesentlichen Einzelposten innerhalb dieser Bilanzposition bildet mit €97 Mio. das Verrechnungskonto mit der Possehl-Stiftung, die ihre Liquidität der Konzernholding zur Verfügung stellt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Verrechnungssaldo um € 7 Mio. erhöht. FinanzstrategieDie finanzielle Gesamtsteuerung der Possehl-Gruppe erfolgt durch die Konzernholding L. Possehl. Das primäre Ziel des zentralen Finanzmanagements ist die jederzeitige Sicherung der Liquidität und der Kreditwürdigkeit des Konzerns. Ferner sind die Reduzierung der Kapitalkosten, die Optimierung der Kapitalstruktur und ein effektives Risikomanagement weitere Elemente der zentralen Finanz- und Liquiditätssteuerung im Possehl-Konzern. Wir achten zudem darauf, keine Abhängigkeiten von einzelnen Banken oder Finanzinstituten einzugehen. Wir verstehen Finanzierung insgesamt als Unterstützungsfunktion für das operative Geschäft und zur Sicherstellung des nachhaltigen Wachstums der Gruppe. Ob Finanzmittel zentral beschafft und konzernintern verteilt werden oder dezentral in den einzelnen Gesellschaften aufgenommen werden, entscheiden wir fallweise. Bei der Entscheidung spielen unter anderem die Bonität der Konzerngesellschaft, die Kreditbedingungen sowie die Währung, in der die Mittel aufgenommen werden, eine Rolle. Die inländischen Gesellschaften sind weitgehend über ein physisches Cash-Pooling in den Finanzausgleich der Gruppe eingebunden. Die ausländischen Gesellschaften finanzieren sich zumeist lokal, möglichst auf einer stand-alone-Basis. Die Verschuldungspolitik des Konzerns ist konservativ und zugleich auf Flexibilität ausgerichtet. Neben wenigen langfristigen Darlehen nehmen wir in einzelnen Geschäftsbereichen fallweise kurzfristige Bankkredite zur Finanzierung des Working-Capitals auf. Über das Vorhalten ausreichender Bankkreditlinien hinaus ist die Verfügbarkeit hoher Tages- und Termingeldanlagen in der Konzern-Holding ein zentraler Bestandteil unserer Finanzstrategie, um schnell, zuverlässig und weitgehend unabhängig agieren zu können. Cashflow-Entwicklung
Die vorstehenden Zahlen entsprechen der Definition in DRS 21. Der Finanzmittelfonds umfasst die täglich fälligen Sichteinlagen, kurzfristige Finanzmittel sowie jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten. Die Cashflow-Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 ist geprägt durch einen deutlich geringeren Anstieg des Working-Capitals als im Vorjahr, eine starke Investitionstätigkeit eine gestiegene Verschuldung gegenüber Banken. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist mit € 173 Mio. gegenüber dem Vorjahr signifikant gestiegen, obwohl das Nachsteuerergebnis sogar leicht hinter dem Vorjahr zurückgeblieben ist. Die deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist primär begründet in dem hohen Bestandsaufbau im Vorjahr aufgrund der Liquiditätsanlage in Gold. Dieser Effekt hat sich im Berichtsjahr umgekehrt. Auf vergleichbarer Basis blieb der operative Cashflow demzufolge weitgehend unverändert. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug im Berichtszeitraum € -180 Mio. und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um € 91 Mio. verringert. Ausschlaggebend für den geringeren Cashflow sind die deutlich gestiegenen Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände sowie in Unternehmenskäufe. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt im Berichtsjahr € -35 Mio. Bei um € 9 Mio. höheren Dividendenzahlungen hat sich insbesondere die Aufnahme von längerfristigen Bankdarlehen verbessernd ausgewirkt, während im Vorjahr Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückgeführt worden waren. Netto-Finanzguthaben sinkt auf € 246 Mio.Der Possehl-Konzern weist am Ende des Berichtsjahres ein Netto-Finanzguthaben (Guthaben bei Kreditinstituten + Wertpapiere des Umlaufvermögens ./. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) von € 246 Mio. aus. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um € 57 Mio. Der Finanzmittelfonds, bei dem die kurzfristigen Bankschulden als Abzugsposten berücksichtigt werden, sank entsprechend um € 43 Mio. auf € 274 Mio. III. Risiko-, Chancen- und PrognoseberichtIII.1 RisikoberichtRisikogrundsätze und -managementsystemWir verfolgen eine auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit ausgerichtete Unternehmensstrategie. Unsere Risikopolitik entspricht unserem Bestreben, langfristig erfolgreich zu wachsen, die Abhängigkeit von einzelnen Branchen und Geschäftsbereichen zu minimieren und den Wert der Possehl-Gruppe kontinuierlich zu steigern. Hierbei sind wir bestrebt, unangemessene Risiken zu vermeiden und die notwendigen Risiken zu steuern. Die langfristige Perspektive unserer Gesellschafterin, der gemeinnützigen Possehl-Stiftung, lässt eine Ausrichtung des Konzerns ausschließlich an kurzfristigen Zielen nicht zu. Spekulationsgeschäfte oder andere Maßnahmen mit spekulativem Charakter werden konzernweit nicht getätigt. Derivative Finanzinstrumente setzen wir ausschließlich zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken, Rohstoffpreisschwankungen oder zur Risikobegrenzung von Zahlungsströmen in Fremdwährungen ein. Die Anlage freier Liquidität erfolgt risikoarm und dabei überwiegend in Form von Tages- und Termingeldern oder von vergleichbar sicheren Anlageprodukten. Unser Risikomanagement und -controlling ist ein integraler Bestandteil der Planung und Umsetzung unserer Geschäftsstrategien. Die Risikopolitik wird durch den Vorstand konzernweit vorgegeben. Entsprechend der Organisation der Possehl-Gruppe in einzelne operative Geschäftsbereiche ist das jeweilige Management verpflichtet, ein Risikofrüherkennungssystem zu implementieren, das auf das spezifische Geschäft und die Verantwortlichkeiten zugeschnitten ist und den übergreifenden Grundsätzen entspricht. Ziel unseres Risikomanagements ist, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Deshalb werden Risiken und Chancen transparent und systematisch aufbereitet und in die unternehmerischen Entscheidungen einbezogen. Wir sind sehr darauf bedacht, dass allen von uns eingegangenen Risiken auch angemessene Chancen gegenüberstehen. Diese werden von uns systematisch identifiziert, bewertet und gesteuert. Wir sind uns bewusst, dass erst unsere Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, es uns ermöglicht, sich bietende Chancen zu nutzen. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft gehen wir daher bewusst angemessene Risiken ein, wenn den Risiken höhere Chancen gegenüberstehen. Zusammen mit den Geschäftsbereichsverantwortlichen erörtert der Vorstand zukünftige Entwicklungschancen und Wachstumsfelder. Das gilt sowohl für das bestehende Produkt- und Leistungsportfolio als auch für neue Geschäftsfelder. Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf die Chancen und Herausforderungen in der Digitalisierung. Denn neben modernen Produktionsstätten bildet die Digitalisierung einen wesentlichen Wachstumstreiber für unser Geschäft. Sie beinhaltet ein großes Potenzial, uns als Unternehmensgruppe weiterzuentwickeln. Die Umsetzung von gruppenweiten Gemeinschaftsprojekten kann mithilfe digitaler Lösungen besser bewältigt werden. Als globale und starke Unternehmensgruppe können wir den Possehl-Unternehmen auch auf diesem Gebiet die notwendige Unterstützung und Expertise bieten. Der Possehl-Konzern verfügt über eine Reihe aufeinander abgestimmter Risikomanagement- und Kontrollsysteme, die es ermöglichen, signifikante Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Besonderes Gewicht legen wir auf die Unternehmensplanung, den Soll-Ist-Vergleich, das unterjährige Controlling sowie die Liquiditätsentwicklung der einzelnen Gesellschaften. Die Unternehmensplanung unterstützt uns, potenzielle Risiken bereits vor den wesentlichen Geschäftsentscheidungen abzuschätzen, während im Rahmen unterjähriger Controllingprozesse die eingeleiteten Gegenmaßnahmen überwacht werden. Risiken, die sich unmittelbar aus der Geschäftsentwicklung ergeben, werden durch unsere systematischen Berichterstattungsprozesse, die sich konzernweit über alle Geschäftsbereiche und Gesellschaften erstrecken, in Monatsberichten zeitnah erfasst und bewertet. Das Hauptaugenmerk legen wir hierbei auf mögliche Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigter Umsatz und Gewinn vor Steuern. Daneben monitoren wir die Entwicklung des Working-Capitals sowie die Liquidität bei unseren Gesellschaften. Aufgrund der heterogenen Struktur der Possehl-Gruppe haben wir das für alle Konzern-Gesellschaften gültige Berichtswesen um geschäftsbereichsindividuelle Informationen, Daten und Kennzahlen ergänzt. Das Investitionscontrolling umfasst die jährliche Budgetierung sowie eine Nachverfolgung der effektiv getätigten Investitionsbeträge. Alle Investitionen werden auf der Grundlage methodisch einheitlicher Renditerechnungen bewertet, wobei regelmäßig risikoadäquate Mindestrenditen vorgegeben werden. In Geschäftsbereichen mit längeren Fertigungszeiten stehen zudem Auftragseingangs- und Auftragsbestandsmeldungen sowie Vorkalkulationsprüfungen oberhalb bestimmter Auftragsgrößen im Mittelpunkt des zentralen Risikomanagements. Wir überwachen die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems. Sofern wir Schwächen oder Verbesserungsmöglichkeiten erkennen, werden umgehend Maßnahmen eingeleitet, die zu einer Beseitigung der Schwächen bzw. zur Hebung der Verbesserungspotenziale führen. Der Risikotransfer auf Versicherer wird - soweit verfügbar und wirtschaftlich vertretbar - durch den Abschluss von konzernweiten Versicherungsverträgen durch unseren eigenen Versicherungsmakler in Abstimmung mit dem Holding-Vorstand gesteuert. Als eine global agierende Unternehmensgruppe mit einem heterogenen Portfolio ist der Possehl-Konzern grundsätzlich einer Vielzahl von unvermeidbaren Risiken ausgesetzt, von denen die wesentlichen nachfolgend beschrieben werden. Wesentliche EinzelrisikenRisiken aus externen RahmenbedingungenVorhersagen über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sind in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden und werden zudem durch politische Entwicklungen überlagert. Unserer Planung für das Jahr 2023 haben wir die Annahme zugrunde gelegt, dass die Weltwirtschaft allenfalls moderat wachsen wird. Eine vielfach befürchtete Rezession wird aber nach der neuesten Einschätzung des Internationalen Währungsfonds ausbleiben. Dennoch wird das Wachstum der Weltwirtschaft voraussichtlich hinter dem durchschnittlichen Wachstum der beiden letzten Jahrzehnte zurückbleiben. Wir gehen demzufolge auch für das Jahr 2023 von herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus, auch wenn sich die Auswirkungen der Coronapandemie voraussichtlich nahezu auflösen sollten. Die geopolitischen Risiken, die hohen Energiekosten und eine weiterhin hohe Inflation bleiben aber als Risiken bestehen. Regulatorische Risiken können sich aus neuen Gesetzen und anderen veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene für unsere Geschäftsaktivitäten ergeben, wenn sie für Possehl im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für Possehl als insgesamt eher gering ein. Russland-RisikenMit dem Angriff Russlands auf die Ukraine erfolgte eine vollständige Neubewertung des Russlandgeschäfts. Die Possehl-Gruppe hatte bereits vor Beginn des Krieges nur eine geringe wirtschaftliche Präsenz auf dem russischen Markt. Der Umsatzanteil betrug lediglich rund 1 %. Im Verlauf des Jahres 2022 haben wir das Geschäft mit russischen Kunden fast vollständig eingestellt. Risiken aus offenen Forderungen und angearbeiteten Aufträgen wurden im vorliegenden Abschluss vollständig wertberichtigt. LiquiditätsrisikenZu den zentralen Aufgaben von L. Possehl als Management-Holding zählt die nachhaltige und langfristige Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit der Unternehmensgruppe. Neben der Optimierung der Konzernfinanzierung bildet die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken die Hauptaufgabe. Zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit werden liquide Mittel in ausreichendem Maße vorgehalten, um konzernweit sämtliche Zahlungsverpflichtungen stets bei Fälligkeit erfüllen zu können. Es wird zudem eine Reserve für ungeplante Mindereingänge und Mehrausgänge an Zahlungsströmen bereitgehalten. Ferner bestehen in hohem Maße Bankkreditlinien, die vorwiegend für Avale und Edelmetallleihen genutzt werden können. Infolge der hohen Edelmetallpreise ist die Auslastung der Edelmetalllinien bei Banken im Jahresverlauf gestiegen. Dennoch sind die bestehenden Reserven weiterhin ausreichend. Die Liquiditätsbeschaffung erfolgt überwiegend im Euro- und US-Dollar-Raum mit aktuell vorwiegend kurzen Laufzeiten. Zinsänderungsrisiken werden regelmäßig analysiert und gegebenenfalls bestehende Risiken durch adäquate Sicherungsgeschäfte begrenzt. Kredit- und AusfallrisikenEs besteht grundsätzlich das Risiko, dass Geschäftspartner ausfallen und die offenen Rechnungen nicht bezahlen. Dieses Ausfallrisiko wird nach unserer Einschätzung mit dem Auslaufen staatlicher Stützungsmaßnahmen zunehmen. Zur effektiven Steuerung der Kreditrisiken aus offenen Forderungen werden in den einzelnen Geschäftsbereichen regelmäßig Bonitätsanalysen durchgeführt und individuelle Kreditlimite festgelegt. Zur Minimierung der Kreditrisiken werden Transaktionen nur im Rahmen der festgelegten Limite getätigt. Außenstände und Ausfallrisiken werden von den Konzernunternehmen fortlaufend überwacht, in einzelnen Geschäftsbereichen sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Darüber hinaus sind wir bestrebt, bei Aufträgen mit einer längeren Fertigungszeit möglichst hohe Anzahlungen des Kunden zu erhalten bzw. eine Absicherung über Akkreditive oder vergleichbare Sicherungsinstrumente zu erreichen. Cyber- und InformationssicherheitsrisikenDie Zunahme von Bedrohungen für die Cybersicherheit und auch eine größere Professionalität in der Computerkriminalität führen zu Risiken in Bezug auf die Sicherheit unserer Produkte, Systeme und Netzwerke und auch zu Risiken hinsichtlich der Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten. Wie viele andere Unternehmen sind auch wir Cyberangriffen ausgesetzt. Zur Risikominimierung ergreifen wir eine Reihe von Maßnahmen, unter anderem die Schulung von Mitarbeitern, den intensiven Austausch zwischen den Gruppengesellschaften, vermehrte Investitionen in Sicherungs- und Schutzsysteme sowie den Abschluss einer weltweiten Cyber-Versicherungspolice. Dennoch bleiben Systeme, Prozesse, Produkte und Dienstleistungen unserer Unternehmen potenziell anfällig für solche Angriffe, wobei die Auswirkungen auf die einzelnen Gesellschaften unseres Konzerns unterschiedlich stark sind. Aufgrund der Vielschichtigkeit unserer Geschäftsmodelle und der unterschiedlichen IT-Systeme in den einzelnen Geschäftsbereichen sollten die Auswirkungen von Cyberattacken auf den Gesamtkonzern begrenzt sein. Risiken aus PensionsverpflichtungenIm Possehl-Konzern besteht eine größere Anzahl unterschiedlicher Versorgungszusagen, die zum Teil bei den Unternehmenserwerben mit übernommen wurden. Die einzelnen Versorgungswerke sind vollständig geschlossen. Mit Ausnahme bei der US-amerikanischen und der englischen Tochtergesellschaft im Bereich der Reifentechnik sowie drei inländischen Gesellschaften existiert kein nennenswertes Deckungsvermögen. Derartige Fondsvermögen können Kapitalmarktrisiken unterworfen sein. Wir haben bei den Kapitalanlagen tendenziell konservative Anlageformen gewählt. Bei unmittelbaren Versorgungszusagen besteht das Risiko, dass die Pensionsrückstellungen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus weiter ansteigen und das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital belasten werden. Über diesen Ergebniseffekt hinaus werden die gebildeten Rückstellungen für Anwartschaften in späteren Jahren liquiditätswirksam. Diesen zukünftigen Liquiditätsabfluss haben wir in unseren Finanzplanungen entsprechend berücksichtigt. WechselkursrisikenAus der globalen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten des Konzerns ergibt sich, dass das operative Geschäft sowie die Finanztransaktionen Risiken aus Wechselkursschwankungen, insbesondere des US-Dollars gegenüber dem Euro, ausgesetzt sind. Ein Wechselkursrisiko besteht insbesondere dann, wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung als die zugehörigen Kosten anfallen. Dieses betrifft primär den Geschäftsbereich Elektronik und teilweise auch unsere Maschinenbauaktivitäten. Zur Begrenzung der Risiken aus einer Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen werden vielfach Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung gesichert. Teilweise werden auch mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Fremdwährungsgeschäfte gesichert. Hierbei werden ganz überwiegend unbedingte, in Einzelfällen auch bedingte derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Eine nachhaltige Schwäche des US-Dollars würde dennoch die Wettbewerbsfähigkeit einiger Konzernunternehmen negativ beeinflussen. Risiken aus AkquisitionenNeben dem organischen Wachstum in den bestehenden Geschäftsfeldern erfolgt die Unternehmensentwicklung auch über Akquisitionen. Diese sind regelmäßig mit Risiken verbunden, da nicht garantiert werden kann, dass jedes erworbene Geschäft sich erfolgreich und entsprechend der ursprünglichen Planung entwickelt. Derartige Risiken versuchen wir durch Due-Diligence-Untersuchungen während des Akquisitionsprozesses weitgehend zu reduzieren. Wir sind zudem bestrebt, diese unternehmensstrategischen Risiken durch eine regelmäßige und intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung frühestmöglich zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu minimieren. Darüber hinaus berücksichtigen wir bei der Bewertung von Zielunternehmen regelmäßig keine potenziellen Synergieeffekte. Mit der Strategieerweiterung, auch in junge aufstrebende Unternehmen zu investieren oder Minderheitsbeteiligungen einzugehen, haben sich das Akquisitionsrisiken dennoch graduell erhöht. Zudem können Portfoliomaßnahmen einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf zur Folge haben und den Verschuldungsgrad und die Finanzierungsstruktur des Konzerns nachhaltig beeinflussen. Akquisitionen können auch zu einem signifikanten Anstieg der Geschäfts- oder Firmenwerte und damit grundsätzlich auch zu außerplanmäßigen Abschreibungen führen. Infolge der gestiegenen Unternehmenskaufpreise in den vergangenen Jahren ist das Risiko einer Überbewertung grundsätzlich gestiegen. Zur Begrenzung dieses Risikos achten wir bei unseren Akquisitionen darauf, unangemessen hohe Goodwills zu vermeiden. Entsprechend den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften werden Goodwills planmäßig abgeschrieben, so dass ein mögliches Bewertungsrisiko im Zeitablauf abnimmt. In 2022 betrugen die planmäßigen Abschreibungen auf Goodwills € 23 Mio. und sind damit gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Bezogen auf den Bestand beträgt die Abschreibungsquote rund 22 %. Auch aufgrund dieser vorsichtigen Bilanzierung mussten im Berichtsjahr und in den Geschäftsjahren zuvor keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Goodwills vorgenommen werden. Wesentliche branchen- und unternehmensspezifische RisikenDer Possehl-Konzern ist als Mischkonzern in verschiedenen Segmenten mit unterschiedlichen Risikostrukturen und Ausprägungen der einzelnen Risiken tätig. Die wesentlichen potenziellen Risiken der einzelnen Geschäftsfelder stellen sich wie folgt dar: BauleistungenEin wesentliches Risiko besteht darin, dass im Rahmen der Vorkalkulation von größeren Bauaufträgen Fehleinschätzungen getroffen werden und der tatsächliche Mehraufwand gegenüber dem Auftraggeber nicht abgerechnet werden kann. Dieses kann insbesondere für den Bereich Denkmalsanierung aber teilweise auch im Hochbau zum Tragen kommen, da es sich bei dieser Art von Aufträgen regelmäßig um einmalige und komplexe Bauvorhaben handelt. Zudem ist grundsätzlich das Gewährleistungsrisiko in den vergangenen Jahren gestiegen. Diesem höheren Risiko wirken wir mit hohen Qualitätsstandards, einer möglichst langfristigen Zusammenarbeit mit Subunternehmern sowie einer gezielten Auswahl von Projekten und Ausschreibungen entgegen. Maschinenbauaktivitäten und ElektronikDurch die hohe Wettbewerbsintensität besteht die ständige Herausforderung, die Effizienz in der Fertigung zu steigern und die Produktionskosten zu senken. Ferner können sich für den Bereich Elektronik aus einem Verfall des US-Dollars Beeinträchtigungen der Ertragslage ergeben. In einzelnen Bereichen bestehen darüber hinaus gewisse Abhängigkeiten von Großkunden. Hier ist es unser Ziel, durch die Akquisition zusätzlicher Kunden und einer damit einhergehenden Verbreiterung der Kundenbasis bestehende Abhängigkeiten zu verringern. In den Geschäftsfeldern Druckmaschinen und teilweise auch Intralogistik sind wir in langfristig rückläufigen Märkten tätig. Dieses erfordert eine permanente Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Kapazitäten bei einer gleichzeitigen Effizienzverbesserung. Durch unsere Herstellungsverfahren in der Elektronik sind wir dem Risiko von Boden- und Grundwasserverunreinigungen ausgesetzt. Intensive und kontinuierliche Umweltschutzmaßnahmen und umweltschonende Investitionen an unseren Produktionsstandorten tragen dazu bei, diese Risiken weitgehend zu reduzieren. Darüber hinaus werden kontinuierlich Umweltaudits durchgeführt. In der Automobilindustrie bedeuten kürzere Entwicklungszeiten bei immer komplexeren Systemen ein erhöhtes Qualitätsrisikopotenzial. Hinzu kommen weiter steigende Anforderungen an die Produkthaftung. Diesem Umstand begegnen wir mit umfangreichen Qualitätssicherungsmaßnahmen in der gesamten Wertschöpfungskette, um das Qualitätsrisiko zu reduzieren. Darüber hinaus haben wir insbesondere in diesem Geschäftsfeld Versicherungen mit hohen Deckungssummen für Produkthaftungsrisiken abgeschlossen. EdelmetallverarbeitungDie Gesellschaften des Geschäftsbereichs Edelmetallverarbeitung verfügen nur zu einem geringen Teil über eigene Edelmetallbestände. Das primär zur Durchführung des Recyclinggeschäfts notwendige Edelmetall - insbesondere Gold - leihen sich die Unternehmen des Geschäftsbereichs überwiegend bei Banken. Hierfür stehen bei verschiedenen Banken in ausreichendem Umfang Edelmetalllinien zur Verfügung. Diese sichern die grundsätzliche Lieferfähigkeit ab, allerdings können physische Verknappungen zu einem spürbaren Anstieg der Leihekosten führen. Aufgrund des hohen Leihevolumens ist auch die Höhe der Leihesätze ein entscheidender Erfolgsfaktor. Kein Bestandsrisiko für den Possehl-KonzernDie Possehl-Gruppe ist mit ihren aktuell zehn voneinander unabhängigen Geschäftsbereichen sehr breit und stabil aufgestellt. Das Chancen- und Risikoprofil ist ausgewogen. Negative Entwicklungen in einzelnen Branchen, Regionen oder Geschäftsbereichen schlagen daher nicht so stark auf den Gesamtkonzern durch. Zudem verfügt die Possehl-Gruppe auch weiterhin über eine äußerst solide Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung. Aus heutiger Sicht sind daher keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Possehl-Konzerns gefährden können. III.2 ChancenberichtIm Sinne unseres Leitspruches "Possehl - Die Unternehmergruppe" betreiben wir ein aktives Chancenmanagement, indem wir die unternehmerischen Potenziale in der Gruppe fördern und unterstützen. In engen und intensiven Gesprächen mit den Geschäftsbereichsverantwortlichen und den Geschäftsführungen unserer Tochtergesellschaften erarbeiten wir gemeinsam Marktwachstums- und Technologiepotentiale. Auch die operativen Konzerngesellschaften selbst suchen, häufig im Dialog mit den Kunden und Lieferanten, nach neuen Lösungen und innovativen Produkten, um so ihr Geschäft weiterzuentwickeln und die eigene Marktstellung zu behaupten oder auszubauen. Chancen aus AkquisitionenEine wesentliche Geschäftsaktivität von Possehl ist die Akquisition neuer Unternehmen. Damit kommt unserer M&A-Arbeit eine bedeutende Rolle zu. Die sich bietenden Akquisitionschancen versuchen wir systematisch zu nutzen. Der hervorragende Ruf von Possehl als Nachfolgeunternehmer kommt uns insbesondere im deutschen Mittelstand zugute. Die solide Eigenkapital- und Finanzausstattung der Possehl-Gruppe mit einem hohen Bestand an frei verfügbaren liquiden Mitteln eröffnet uns die Möglichkeit für weitere Akquisitionen, ohne entscheidend auf Fremdkapitalgeber angewiesen zu sein. Auch bietet der enge Possehl-Verbund unseren operativen Geschäftseinheiten einen festen Rückhalt, wirtschaftliche Abschwünge sicher zu überstehen und Entscheidungen am langfristigen Erfolg und nicht an kurzfristigen Zielen und Kennzahlen auszurichten. Junge aufstrebende Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, über den Possehl-Verbund neue Geschäftsfelder und auch Regionen zu erschließen. Ausgewählte Chancen in den operativen GeschäftseinheitenUnsere Unternehmen stehen für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren, die auf eine hohe Produktqualität zielen. Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt. Dabei sind Digitalisierung und Industrie 4.x sowohl in der Perspektive des Anbieters von digitalisierten Produkten und Services als auch aus der Sicht des Anwenders bei internen Prozessen hochrelevant. So spielen im Rahmen der digitalen Vernetzung z.B. Softwaresysteme, Big Data, künstliche Intelligenz, vorausschauende Wartung, digitale Assistenzsysteme und weitere Technologien eine immer größere Rolle, insbesondere auch für unsere Maschinenbauaktivitäten. Wir unterstützen und fördern die Anstrengungen und Vorhaben unserer Konzerngesellschaften auf diesem Gebiet ganz besonders durch ein internes Netzwerk sowie durch externe Kooperationen zum Beispiel mit Hochschulen. Kapazitätserweiterungen und Prozessverbesserungen ermöglichen es uns, an der steigenden Nachfrage nach unseren Produkten teilzuhaben und gleichzeitig wettbewerbskonform zu produzieren. Die Neubauten bzw. Erweiterungen und Modernisierungen an den Standorten in Hamburg-Harburg und Freudenberg im Geschäftsbereich Reifentechnik sind hierfür eindrucksvolle Beispiele. Mit der Errichtung eines Edelstahlkompetenzzentrums in Kroatien haben wir zudem unsere Produktionskompetenz und auch Kostenführerschaft ausgebaut. Ähnliches gilt für den Geschäftsbereich Reinigungstechnik. Auch hier haben wir in den letzten Jahren begonnen, die Werksstrukturen neu auszurichten und die verschiedenen Produktionsstandorte im In- und Ausland grundlegend zu modernisieren und zu erweitern. Durch diesen kontinuierlichen Verbesserungsprozess können wir eine höhere Flexibilität erzielen, die Durchlaufzeiten und zugleich die Stückkosten unserer Produkte verringern. Aktuell wird am Hauptstandort in Bad Oldesloe ein modernes Logistikzentrum errichtet, um der gestiegenen Nachfrage nach unseren Anlagen und Maschinen nachkommen zu können und die Lieferzeiten für unsere Kunden zu verkürzen. Im Bereich Druckmaschinen ergeben sich zukünftig weitere Synergiepotentiale, die wir konsequent nutzen wollen. Mit der Zentralisierung der Fertigung am Standort in Augsburg und der vollständigen Aufgabe des Produktionsstandortes in den USA haben sich erhebliche Einsparungen ergeben, die sich spürbar positiv ausgewirkt haben. Auch bieten sich manrolandGoss zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten aus der Erweiterung der Produktpalette, insbesondere im Verpackungsdruck. Im Bereich Intralogistik haben wir gute Möglichkeiten in den Zukunftsmärkten Warehousing, ECommerce und Paketlogistik weiter zu wachsen. Mit den beiden Mehrheitserwerben an Red Ledge und SGA Conveyor sowie der vollständigen Übernahme von Optimus Sorter in den letzten Jahren haben wir unsere Kompetenzen in diesen Marktsegmenten stark ausgebaut. Im Berichtsjahr kamen der mehrheitliche Erwerb der italienischen Gesellschaft Risetec hinzu und die Beteiligungen an MOV.AI, einem Start-up für autonome Roboter. Hiermit kann BOWE seine Kompetenz auf dem Gebiet der integrierten Automatisierungslösungen und intelligenten IoT-Softwareanwendungen ausbauen und zugleich die wirtschaftliche Unabhängigkeit erhöhen. Der Bauleistungsbereich konnte in den vergangenen Jahren von der guten Baukonjunktur insbesondere im Inland und den hohen öffentlichen Investitionen profitieren. Dieser konjunkturelle Rückenwind hat sich im Berichtsjahr allerdings deutlich abgeschwächt. Hiervon ungeachtet ist der Bedarf gleichermaßen für die Instandhaltung und Instandsetzung öffentlicher Straßen und auch für den Hoch- und Tiefbau unverändert hoch. Während bei der Instandsetzung der Verkehrswege auch weiterhin ein hoher Nachholbedarf besteht, wird insbesondere der Hochbau eine längere Zeit mit einer rückläufigen Nachfrage zu kämpfen haben. Ausgenommen hiervon ist das Geschäft mit der US-Armee in Deutschland, das voraussichtlich auch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau verbleiben wird. Ein auch weiterhin starkes Wachstumspotenzial bietet der Geschäftsbereich Identifikationslösungen. Hier ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, unter anderem durch gezielte Akquisitionen eine bedeutende Marktstellung in Europa zu erlangen. Insbesondere bei Etiketten und weiteren Verbrauchsmaterialien konnte der Geschäftsbereich in den vergangenen Jahren durch diverse Akquisitionen wachsen, zuletzt durch den Erwerb von Kölle Etiketten Anfang des neuen Geschäftsjahres. Auch zu Beginn des neuen Jahres wurde der Wachstumsprozess durch die Übernahme des Labeling-Geschäfts der skandinavischen Lexit-Gruppe fortgesetzt. Unser jüngster Geschäftsbereich "Digital" bietet ebenfalls ein hohes Entwicklungspotential. Sowohl Possehl Online Solutions als auch Possehl Analytics verfügen neben ihrer großen Digitalkompetenz über ein weitreichendes und jahrelanges Industrie Know-how. Dieses werden wir sowohl in unserer eigenen Possehl-Gesellschaften nutzen als auch durch die Akquisition von Drittkunden, insbesondere im deutschen industriellen Mittelstand. Mit weiteren Zukäufen, auch in Form von Minderheitsbeteiligungen, soll dieser Geschäftsbereich kontinuierlich ausgebaut werden. Dieses gelang Possehl Digital im abgelaufenen Jahr zwei Mal durch Beteiligungen an cluetec und Bitnamic. Von grundlegender Relevanz für das Eingehen einer Beteiligung ist dabei, dass die Digitallösungen der Unternehmen zu einem Wettbewerbsvorteil insbesondere bei mittelständischen Unternehmen vorwiegend im Produktionssektor führen. III.3 PrognoseberichtKonzernstrategieDie Kernelemente unserer Konzernstrategie - insbesondere die Orientierung an langfristigen Wachstums- und Renditezielen, der Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit unserer Konzerngesellschaften und deren Geschäftsmodelle sowie die Vermeidung von unangemessenen Risiken - bleiben unverändert gültig. Possehl wird auch zukünftig ein diversifizierter und breit aufgestellter Konzern mit einem wirksamen internen Risikoausgleich sein. Wir investieren in zukunftsträchtige Technologien und Produkte, aber auch in reife Branchen, sofern das jeweilige Produkt und die Marktstellung des Unternehmens stark sind. Erwartete wirtschaftliche RahmenbedingungenNach einem Wachstum der Weltwirtschaft um 3,2 % im abgelaufenen Jahr wird für 2023 mit einer etwas geringeren Dynamik zwischen 2 % bis 3 % gerechnet. Damit liegt das Wachstum im langfristigen Trend nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds unter dem historischen Durchschnitt. Eine hohe Inflation, getrieben von nur leicht rückläufigen Energiekosten, und steigende Finanzierungskosten werden voraussichtlich den Konsum wie auch die Investitionen belasten. Auch werden sich die pandemiebedingt hohen Auftragsbestände allmählich abbauen und geringere Auftragseingänge werden zunehmend die Produktion belasten. Aufgrund ihres bedeutenden Inlandsgeschäfts ist die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland für viele Possehl-Unternehmen wichtig. Dies gilt insbesondere für den Bauleistungsbereich und in Teilen auch für unsere Maschinenbauaktivitäten und das Edelmetallgeschäft. Die Konjunkturaussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich zuletzt zwar leicht aufgehellt und es wird allenfalls noch mit einer leichten Rezession oder sogar mit einem leichten gesamtwirtschaftlichen Plus von 0,3 % gerechnet. Dennoch bleibt das Wachstum der deutschen Wirtschaft hinter dem Vorjahr und auch den langfristigen Durchschnitt zurück. Der Inflationsdruck bleibt im laufenden Jahr weiterhin hoch und die hohen Energiekosten werden die Industrie belasten. Ebenso werden sich voraussichtlich die Auftragseingänge abschwächen. Der Fachkräftemangel wird auch weiterhin andauern oder sich sogar weiter verschärfen und das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen. Insgesamt dürften daher die externen Risikofaktoren hoch bleiben. Erwartete Entwicklung der Possehl-GruppeVor dem Hintergrund der vorstehend beschriebenen erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gehen wir allenfalls verhalten optimistisch in das Geschäftsjahr 2023. Das Unternehmensportfolio von Possehl setzt sich aus Gesellschaften zusammen, die unterschiedlichen Markt- oder Konjunkturzyklen unterliegen, weist aber einen Schwerpunkt im Bereich Investitionsgüter auf. Es beinhaltet Unternehmen, die früh auf Veränderungen im Investitionsverhalten reagieren, und solche, die eher am Ende eines Zyklus Veränderungen im Auftragseingang spüren. Veränderte Rahmenbedingungen wirken sich in unserem Portfolio demnach unterschiedlich aus und zeigen sogar teilweise gegenläufige Effekte. So reagiert unser Edelmetallgeschäft großenteils sogar antizyklisch. Den konsumnäheren Bereichen und auch den Bauleistungen kommen eine gute Binnennachfrage und die hohen staatlichen Infrastrukturinvestitionen zugute. Die stärker exportorientierten Maschinenbauaktivitäten sowie das Halbleiter- und Automotivegeschäft unterliegen zumeist zyklischen Schwankungen und sind verstärkt von der weltweiten Nachfrage abhängig. Wenn sich weltwirtschaftliche Unsicherheiten und Krisen auf die Investitionsneigung negativ auswirken, leiden diese Aktivitäten im besonderen Maße. Demzufolge sind auch die Chancen- und Risikoprofile unserer Geschäftsbereiche unterschiedlich. Bei einer Betrachtung der regionalen Absatzmärkte ist ersichtlich, dass die Possehl-Gruppe über 80 % ihrer Umsätze in Europa tätigt, so dass für die meisten unserer Geschäftsbereiche die wirtschaftliche Entwicklung im Inland und auch im europäischen Ausland von hoher Bedeutung ist. Auch wenn die Coronapandemie in 2023 voraussichtlich aus wirtschaftlicher Sicht keine nennenswerte Rolle mehr spielen wird, wirken andere Belastungen und Risiken fort. Allen voran sind die geopolitischen Spannungen zu nennen. Aber auch der sich weiter verschärfende Fachkräftemangel und die weiterhin hohe Inflation stellen erhebliche Belastungsfaktoren dar. Für das kommende Jahr gehen wir von einem - um Edelmetallpreiseffekte bereinigten -moderaten Anstieg des Umsatzniveaus aus, der leicht oberhalb der Inflationsrate liegen wird. Spürbare Umsatzzuwächse erwarten wir insbesondere in den Bereichen Reifen- und Reinigungstechnik sowie im Druckmaschinensegment. Neben der allgemeinen Marktentwicklung stimmen uns auch die höheren Auftragseingänge im abgelaufenen Jahr sowie der hohe Auftragsbestand in diesen Geschäftsbereichen zuversichtlich. Auch die übrigen Possehl-Geschäftsbereiche sollten ein moderates Umsatzwachstum erzielen können, das nicht nur auf höheren Verkaufspreisen beruht. Sowohl im Geschäftsbereich Identifikationslösungen als auch in der Intralogistik bestehen gute Wachstumschancen sowohl organisch als auch anorganisch durch weitere Unternehmenszukäufe. Der Bauleistungsbereich dürfte hingegen konjunkturbedingt einen Umsatzrückgang verzeichnen. Die Edelmetallpreise haben einen bedeutenden Einfluss auf den Konzernumsatz. Mittlerweile entfällt rund die Hälfte des Konzernumsatzes auf den Geschäftsbereich Edelmetallverarbeitung. Der in den letzten Jahren deutlich gestiegene Anteil ist insbesondere durch die höheren Edelmetallpreise, aber auch durch einen Ausbau des Handels- und Anlagegeschäfts verursacht. Steigende oder fallende Edelmetallpreise, insbesondere beim Gold, haben entsprechende positive oder negative Einflüsse auf den Konzernumsatz. In unserer Planung für 2023 gehen wir von keiner wesentlichen Veränderung der Edelmetallpreise aus. Das Budget für Zukunftsinvestitionen haben wir bereits im Vorjahr deutlich aufgestockt und wollen es auch in den kommenden Jahren auf dem hohen Niveau halten. Neben der Erweiterung und Modernisierung unserer Produktionsstandorte werden wir vermehrt in Innovation und in die Digitalisierung investieren. Die Finanzierung dieser Investitionen soll auch weiterhin vorwiegend aus den eigenen Guthaben und dem laufenden Cashflow erfolgen. Einhergehend mit einem - bei im Wesentlichen unveränderten Edelmetallpreisen - moderaten Umsatzwachstum gehen wir in unserer Prognose für das Jahr 2023 von einer ebenfalls nur leichten Ergebnisverbesserung aus. Die Profitabilität des Gesamtkonzerns gemessen anhand der bereinigten EBIT-Umsatzrendite wird voraussichtlich im kommenden Jahr in der Bandbreite zwischen 7 % und 8 % liegen. Bei einem erwarteten negativen Zinsergebnis von rund € 20 Mio. wird die bereinigte EBT-Rendite circa 1 % -Punkt darunter liegen. Wie im abgelaufenen Geschäftsjahr werden sich auch im Folgejahr Ergebniseffekte aus der planmäßigen Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. Auflösung der passivischen Unterschiedsbeträge aus den Akquisitionen der vergangenen Jahre ergeben. Diese Belastung wird um rund € 2 bis 3 Mio. über dem Vorjahr liegen. Hinsichtlich der Zinsbelastung aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen erwarten wir für das kommende Jahr eine etwas geringere Belastung, da der Zinsänderungseffekt geringer ausfallen wird. Bei einer nachhaltigen Verfestigung der Inflation kann eine Anpassung des Rententrends zu einem Anstieg der Pensionsrückstellungen und damit zu einer Ergebnisbelastung führen. Nicht berücksichtigt haben wir bei unserem Ausblick ein weiteres externes Wachstum durch Neuakquisitionen. Infolge der deutlich gestiegenen Marktzinsen und eine spürbar höhere Unsicherheit sollten sich die Unternehmenskaufpreise etwas entspannen, wodurch sich unsere Erfolgschancen als langfristig orientierter Investor tendenziell verbessern sollten. Unsere Akquisitionsaktivitäten richten wir daher verstärkt auf mittelständische Unternehmen aus, bei denen es neben der Höhe des Kaufpreises auch auf qualitative Faktoren wie Zuverlässigkeit sowie eine langfristige und stabile Perspektive für das einzelne Unternehmen ankommt. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt bildet der Ausbau unseres Digitalbereichs, in dem wir auch Minderheitsbeteiligungen eingehen, die sich - bedingt durch die Equity-Bewertung - in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nur eingeschränkt niederschlagen.
Lübeck, den 17. Februar 2023 L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung Dr. Joachim Brenk Mario Schreiber Dr. Henning von Klitzing Marcus Meulbroek BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung, Lübeck PRÜFUNGSURTEILEWir haben den Konzernabschluss der L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung, Lübeck, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILEWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIR PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. SONSTIGE INFORMATIONENDie gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHTDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTSUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Lübeck, 16. März 2023 BDO
AG
Eckmann, Wirtschaftsprüfer Dr. Wißmann, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, das zurückliegende Jahr war geprägt von Russlands Krieg gegen die Ukraine und den daraus resultierenden geopolitischen, energiepolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen. In diesem außerordentlich herausfordernden Umfeld hat die Possehl-Gruppe abermals gezeigt, dass sie gegen krisenhafte Entwicklungen resistent ist. Mit Euro 5,5 Milliarden wurde ein Rekordumsatz verbucht. Dieser war allerdings begünstigt durch den Anstieg der Edelmetallpreise und ein starkes Investmentproduktegeschäft. Auf vergleichbarer Basis stiegen die Konzernerlöse gegenüber dem Vorjahr um 11 % auf 2,7 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 170 Millionen Euro. Das breit gefächerte und zugleich innovative Portfolio von Possehl erweist sich damit als eine verlässliche und zukunftsträchtige Grundlage für einen nachhaltigen geschäftlichen Erfolg. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 die ihm nach Gesetz, Gesellschaftsvertrag und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben pflichtgemäß und mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und dessen Tätigkeit eingehend überwacht. Grundlage hierfür waren vor allem die ausführlichen Berichte des Vorstands in den Aufsichtsratssitzungen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung frühzeitig und unmittelbar eingebunden. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten sehr konstruktiv zusammen, um Possehl erfolgreich weiterzuentwickeln. Im Berichtsjahr kam der Aufsichtsrat zu fünf Sitzungen, davon vier turnusmäßige Sitzungen und eine außerordentliche Sitzung, zusammen. Die Sitzungen wurden als Hybrid-Sitzungen, d.h. als Präsenzsitzung mit der Möglichkeit der Teilnahme in virtueller Form, durchgeführt. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in den turnusmäßigen Sitzungen über die wesentlichen Akquisitionsprojekte, den Geschäftsverlauf und die Zukunftsperspektiven der einzelnen Geschäftsbereiche sowie über die Gesamtsituation des Konzerns. Dabei wurden alle grundsätzlichen Fragen der Konzernpolitik mit dem Vorstand intensiv besprochen. Hierzu gehörten insbesondere die strategische Entwicklung und die Risikosituation des Konzerns, die Unternehmensplanung sowie wesentliche Investitionsentscheidungen einschließlich Akquisitionen. Der Vorstand berichtete zudem ausführlich über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der COVID-19-Pandemie auf die Gesellschaften der Possehl-Gruppe. Dabei wurden insbesondere auch die Risiken von Engpässen in der Lieferkette erörtert. In seiner letzten Sitzung im Geschäftsjahr beschäftigte sich der Aufsichtsrat intensiv mit Nachhaltigkeitsthemen und den hierbei auf ihn zukommenden Aufgaben. Geschäftsvorfälle, die aufgrund gesetzlicher oder satzungsmäßiger Bestimmungen der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden ebenfalls eingehend geprüft und erörtert. Der Aufsichtsrat stimmte nach gründlicher Prüfung und umfassender Erörterung den Beschlussvorschlägen des Vorstands zu. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Sitzungen in einem regelmäßigen und engen Austausch mit dem Vorstand, vor allem mit dem Vorstandsvorsitzenden. Er wurde über wichtige Geschäftsvorfälle und aktuelle Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und der Entwicklung des Konzerns von Bedeutung waren, stets zeitnah und umfassend informiert. Der Aufsichtsratsvorsitzende begleitete den Vorstand bei seinen unternehmerischen Entscheidungen, insbesondere auch im Hinblick auf Unternehmenstransaktionen. Seiner Pflicht zur laufenden Überwachung des Vorstands ist der Aufsichtsrat im Berichtszeitraum umfassend nachgekommen. Jahres- und KonzernabschlussDer Abschlussprüfer, die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr nach den deutschen gesetzlichen Vorschriften geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 26. April 2023 in Gegenwart des Abschlussprüfers umfassend behandelt. Der Abschlussprüfer berichtete über den Umfang, die Schwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und ging dabei auch auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte und die vorgenommenen Prüfungshandlungen ein. Er gab den Mitgliedern des Aufsichtsrats umfassende Erläuterungen zu den Prüfungsberichten und beantwortete die Fragen des Gremiums ausführlich. Der Aufsichtsrat stimmt den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Aufsichtsrats sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 der L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung gebilligt und empfiehlt der alleinigen Gesellschafterin, der Possehl-Stiftung, diesen festzustellen. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Gesellschafterin ferner, den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 der L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung zu billigen. Der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung wurde dem Aufsichtsrat vorab zugeleitet. Der Aufsichtsrat hat diesen geprüft und befürwortet ihn. Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat und im VorstandZum Ende des Geschäftsjahres ist Herr Thomas Fischer aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Fischer für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Mit Wirkung vom 1. Februar 2023 ist Herr Stefan Dräger als Aufsichtsratsmitglied bestellt worden. Im Vorstand gab es im Berichtsjahr keine Veränderungen. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaften des Possehl-Konzerns sowie der Unternehmensleitung für ihr großes Engagement sowie die erneut herausragenden Leistungen in einem in jeglicher Hinsicht fordernden Geschäftsjahr 2022.
Lübeck, den 26. April 2023 Für den Aufsichtsrat Uwe Lüders, Vorsitzender des Aufsichtsrats Billigung des KonzernabschlussesUnsere alleinige Gesellschafterin, die Possehl Stiftung, Lübeck, hat in der Gesellschafterversammlung vom 2. Juni 2023 den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 der L. Possehl & Co. mit beschränkter Haftung gebilligt. |
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