Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 186124
Eingetragen
3.2.2000
Branche
Vermittlungstätigkeiten für BeherbergungsdienstleistungenVermittlungstätigkeiten für die PersonenbeförderungErbringung sonstiger reisebezogener Dienstleistungen a. n. g.
Gegenstand
Redaktionelle Gestaltung und Produktion von Fernsehsendungen und sonstigen Präsentationen in elektronischen Medien zum Zwecke der Darstellung und Bewerbung von Urlaubszielen und Reisen, Vermittlung von Reisen ohne Einschränkung des Zielgebietes über elektronische Medien, sowie Veranstaltung von Reisen jeder Art.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (3)

NameAnteil
SOSTNT Luxembourg S.à r.l.LUX
42.49%
40.77%
16.74%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

RT/ Raiffeisen Touristik Group GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

EUVIA TRAVEL GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.11.2022 bis zum 31.10.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2023

1 Geschäft und Rahmenbedingungen

1.1 Allgemeines

EUVIA TRAVEL GmbH

Die EUVIA TRAVEL GmbH (nachfolgend auch kurz EUVIA) ist die Betreibergesellschaft von sonnenklar.TV, Deutschlands führendem TV-Reiseshopping-Sender, und hat ihren Geschäftssitz in München. Über die Marke "sonnenklar.TV" ist EUVIA als Reisevermittler über diverse Vertriebskanäle aktiv. Zu den primären Vertriebskanälen zählen das Fernsehen (per Kabel und Satellit), Internet sowie Call-Center.

Organisation und Leitung

Die EUVIA TRAVEL GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung deutschen Rechts, deren Organe die Geschäftsführung und die Gesellschafterversammlung darstellen. Dabei trägt die Geschäftsführung die Gesamtverantwortung für die Leitung des Unternehmens.

Die Ernennung und Abberufung der Geschäftsführer richten sich nach § 46 GmbHG. Gesellschaftsvertragsänderungen erfolgen nach den Regelungen des § 53 ff. GmbHG.

Geschäftsführungsstruktur

Die Geschäftsführung der EUVIA TRAVEL GmbH bestand zum Bilanzstichtag aus einem alleinigen Geschäftsführer.

Geschäftstätigkeit

Die EUVIA TRAVEL GmbH operiert als Reisevermittler und ist für den Verkauf von Pauschalreisen zuständig. Hierfür steht die Organisation in engem Kontakt zu Reiseveranstaltern, die als Zulieferer der Reiseprodukte dienen. Für die Reisevermittlung nutzt EUVIA eine Multi-Channel-Strategie, bestehend aus Fernsehangeboten, Internetbuchung, Call-Center und Reisebüros, die im Franchise- oder Shop-in-Shop-Konzept betrieben werden. EUVIA unterteilt sich in die Abteilungen Programm, Produktbeschaffung und -distribution, Studiotechnologie, CRM, Portalmanagement und Marketing. Professionelle Moderatoren sowie abwechselnde Studiogäste sorgen für tägliche abwechslungsreiche Live-TV-Unterhaltung.

1.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Allgemeine Entwicklung

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nachdem das Bruttoinlandsprodukt der deutschen Volkswirtschaft in 2022 noch ein Plus von 1,8 % aufwies, hat sich das Jahr 2023 - obwohl es keinerlei Corona-bedingte Einschränkungen mehr gab - entgegen den Erwartungen vieler Analysten mit einem Rückgang um -0,3 % negativ entwickelt. Lediglich die Ausrüstungsinvestitionen (+3,0 % z.Vj.) konnten sich noch positiv entwickeln; alle anderen Indikatoren wie z.B. der private Konsum (-0,8 % z.Vj.), die Staatsausgaben (-1,7% z.Vj.), die Bauinvestitionen (-2,1% z.Vj.) oder auch die Exporte (-1,8% z.Vj.) lagen unter Vorjahr. 1

Neben unverändert bestehenden geopolitischen Unsicherheiten (u.a. mit Auswirkungen auf Energiesicherheit und Lieferketten) belasten zunehmend auch lokale Standortfaktoren wie hohe Energiepreise, entgegen aller Ankündigungen weiter zunehmende Bürokratie und hohe Lohnabschlüsse die deutsche Wirtschaft. Zusätzlich haben auch die unverändert hohe Inflationsrate (+5,9 % nach +6,9 % i.Vj.) und das aufgrund der Zinspolitik der EZB deutlich gestiegene Zinsniveau als weitere Belastungsfaktoren gewirkt.

Der für die Touristik wichtige Indikator der Entwicklung am Arbeitsmarkt zeigt sich mit einer Arbeitslosenquote von 5,7 % hingegen noch vergleichsweise robust (Vorjahr 5,3 %).

Branchenentwicklung

Gemäß dem FVW/Traveltalk-Dossier "Deutsche Veranstalter 2022/23" lag der von den in diesem Dossier erfassten Veranstalter in der DACH-Region erzielte Gesamtumsatz der Veranstalterreise im abgelaufenen Touristikjahr bei 26,0 Mrd. EUR, welcher im Vergleich zum nur noch gering durch Corona belasteten Vorjahr ein Wachstum von +23,4 % bedeutete. Allerdings resultiert dieses Wachstum vor allem aus Preisanstiegen in fast allen Urlaubsdestinationen. Dies zeigt sich auch in der Gästezahl, die sich im Vergleich zum Vorjahr lediglich um +6,0 % erhöht hat. Im Vergleich zum von Corona unbelasteten Jahr 2019 hat sich die Gästezahl hingegen um 21,0 % reduziert, wobei insbesondere einkommensschwächere Haushalte und Familien auf die Buchung einer Veranstalterreise verzichtet haben. Der fakturierte Gesamtumsatz der im ta.ts- Reisebürospiegel erfassten Reisebüros lag in 2023 mit +30,8 % ebenfalls erfreulich über Vorjahr. Während die Kreuzfahrten mit +40,9 % und der Flugverkehr mit +39,5 % deutliche Aufholeffekte verzeichnen konnten, hat sich die klassische Touristik (inkl. Kreuzfahrten) mit +19,1 % etwas schlechter entwickelt. Die Anzahl der Reisebüros in Deutschland dürfte sich auch in 2023 weiter reduziert haben. Zwar werden keine fundierten Zahlen mehr veröffentlicht, eine Umfrage der Touristik Aktuell unter Technikanbietern der Touristik zeigte aber zuletzt einen Rückgang im Vergleich zu 2019 von 20-25 %.

1 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 15. Januar 2024

Umsatzentwicklung und Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr

Als Reisevermittler hat die EUVIA TRAVEL GmbH ihren Schwerpunkt im Vertrieb von Reisen, insbesondere über die Vertriebskanäle Fernsehen, Internet, Apps und Telefon. EUVIA bietet seinen Kunden eine weltweite Produktpalette an. Zudem verkauft die EUVIA Travel GmbH in der Nacht ihre Sendezeit an Infomercial-Anbieter.

Der Verkauf von Sendezeiten (Media Marketing) wurde auch im Geschäftsjahr 2022/2023 weiterhin, wenn auch in geringerem Maße, zurückgenommen, um den Fokus stärker auf das Kerngeschäft - den Verkauf von Reisen - zu richten. Im operativen Mittelpunkt stand das vorsichtige Hochfahren aller vorpandemischen Marketingaktivitäten, wobei gleichzeitig eine sensible und umsichtige Kostensteuerung gewährleistet wurde.

Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurde die Liquidität und das Ergebnis nicht mehr durch Auszahlungen von Überbrückungshilfen (5 Mio. EUR im Vorjahr) der Muttergesellschaft gesichert, sondern primär durch eine gezielte und strategische Kostensteuerung. Gleichzeitig belasteten jedoch weiterhin die gestundeten Leistungen aus dem vorletzten Geschäftsjahr die Liquidität, was zu einem negativen Effekt von fast 1,9 Mio. Euro führte. Mit diesen Zahlungen konnten jedoch nahezu alle Stundungen - bis auf einen Restbetrag von 27.000 Euro - vollständig beglichen werden.

Die Buchungslage verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr, erreichte jedoch noch nicht das Vorpandemieniveau. Trotz der Herausforderungen wurde ein klarer Aufwärtstrend erkennbar, der die Erholung des Geschäfts unterstreicht.

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im aktuellen Geschäftsjahr betrug 80 (Vorjahr: 76). Zusätzlich waren zum 31. Oktober 2023 bei der EUVIA 2 Auszubildende (Vorjahr: 1) beschäftigt. Die beschäftigten Mitarbeiter arbeiten in angemieteten Geschäftsräumen in München.

EUVIA wies im Geschäftsjahr 2022/2023 Umsatzerlöse in Höhe von Mio. EUR 31,4 aus. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2021/2022 waren es Mio. EUR 28,7.

Die Umsatzerlöse wurden überwiegend in Deutschland erzielt.

Das EBITDA im Geschäftsjahr 2022/2023 beträgt Mio. EUR 3,8.

2 Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.1 Vermögens- und Finanzlage

Die Aktivseite der Bilanz ist geprägt durch das Umlaufvermögen. Dieses beläuft sich auf Mio. EUR 17,8 (Vorjahr: Mio. EUR 15,3) und macht damit 92,2 % (Vorjahr: 91,7 %) der Bilanzsumme aus. Das Anlagevermögen beträgt Mio. EUR 1,5 (Vorjahr: Mio. EUR 1,3). Das immaterielle Vermögen entfällt primär auf Lizenzen und Rechte und darauf geleistete Anzahlungen, die im Zusammenhang mit der sonnenklar.TV-Internetseite stehen. Das Umlaufvermögen besteht überwiegend aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Unternehmen der FTI- Gruppe sowie der RT/Raiffeisen Touristik Group GmbH und liquiden Mitteln. Die liquiden Mittel, bestehend aus Bankguthaben und Kassenbestand, betragen zum Stichtag Mio. EUR 9,5 (Vorjahr: Mio. EUR 7,5).

Auf der Passivseite sind Schulden (Rückstellungen und Verbindlichkeiten) in Höhe von Mio. EUR 8,4 (Vorjahr: Mio. EUR 8,6) ausgewiesen. Von den Rückstellungen in Höhe von Mio. EUR 3,1 (Vorjahr: Mio. EUR 2,9) entfallen Mio. EUR 1,9 (Vorjahr: Mio. EUR 1,1) auf Steuerrückstellungen. Von den Verbindlichkeiten in Höhe von Mio. EUR 5,2 (Vorjahr: Mio. EUR 5,6) entfallen Mio. EUR 2,8 (Vorjahr: Mio. EUR 5,0) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Sonstige Verbindlichkeiten betragen Mio. EUR 0,7 (Vorjahr: Mio. EUR 0,4) und entfallen primär auf Umsatzsteuerverbindlichkeiten.

2.2 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2022/2023 haben sich die Umsatzerlöse aus Provisionen und Sendezeitverkäufen bzw. die Kabelnetz-, Satellit- und Leitungskosten sowie die Produktionskosten im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

GJ 2022/2023 GJ 2021/2022 Veränderung
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR %
Provisionsumsatz 26,4 23,5 2,9 12,3
Umsatz Sendezeitverkauf 2,1 3,0 -0,9 -30,0
Kabelnetz-, Satellit- und Leitungskosten -7,3 -7,2 -0,1 1,4
Produktionskosten -4,8 -4,0 -0,8 20,0
Gesamt 16,3 15,3 1,0 6,5

Die im Zusammenhang mit der Vertriebstätigkeit angefallenen Kabelnetz-, Satellit- und Leitungskosten betragen Mio. EUR 7,3 bzw. 23,3 % vom Gesamtumsatz nach Mio. EUR 7,2 bzw. 25,0 % vom Umsatz im Vorjahr. Die angefallenen Produktionskosten belaufen sich auf Mio. EUR 4,8 (15,3 % vom Gesamtumsatz) und betrugen im Vorjahr Mio. EUR 4,0 (14,2 % vom Gesamtumsatz).

Die Personalaufwendungen lagen bei Mio. EUR 4,6 bzw. 14,4 % vom Gesamtumsatz nach Mio. EUR 4,8 bzw. 16,7 % vom Gesamtumsatz im Vorjahr. Die Personalaufwendungen ergeben sich bei durchschnittlich 80 Mitarbeitern (Vorjahr: durchschnittlich 76 Mitarbeiter) und 2 Auszubildenden (Vorjahr: 1 Auszubildende).

Das EBITDA beläuft sich auf Mio. EUR 3,8 nach Mio. EUR 5,6 im Vorjahr.

Nach Abzug von Abschreibungen ergibt sich im Geschäftsjahr 2022/2023 ein EBIT von Mio. EUR 3,5 nach Mio. EUR 5,3 im Vorjahr.

Auf Ebene der Gesellschaft ergaben sich Steueraufwendungen in Höhe von Mio. EUR 0,8 (Vorjahr: von Mio. EUR 0,9).

Der Jahresüberschuss beläuft sich auf Mio. EUR 2,9 (Vorjahr: Mio. EUR 4,4).

2.3 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Das Unternehmen wird primär über die finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse sowie EBITDA gesteuert.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (Headcount) ist der nichtfinanzielle Leistungsindikator, der zur direkten Steuerung der Geschäftstätigkeit genutzt wird. Neben einer effizient geführten Organisation sind wir in unseren Tätigkeiten darauf bedacht, die Bereiche Mitarbeiterqualifikation, Qualität unserer Produkte sowie Branchenkenntnisse zu fördern sowie unseren Marktanteil zu erhöhen, diese werden aber nicht zur direkten Steuerung der Geschäftstätigkeit eingesetzt.

Qualifikation und Motivation unserer Mitarbeiter:

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von EUVIA sind ein wesentlicher Teil des Kapitals. Ihre Identifikation mit dem Unternehmen und ihr Engagement für dessen Ziele leisten einen entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg. Nachhaltig wird ein umfassender Engagement Survey - Initiatives & Action Plan umgesetzt. Die Mitarbeiter sollen umfassend weiter qualifiziert und motiviert werden. Dazu gehören zahlreiche Maßnahmen wie Weiterbildung, Prämien- und Boni-Anreize und Maßnahmen zur Erhöhung der Mitarbeitermotivation.

Themen wie Home-Office und auch Mobile Office und die dafür benötigten technischen Voraussetzungen wurden weiter ausgebaut, um bereits beschäftigte Mitarbeiter zu halten und auch vor allem im hart umkämpften Recruiting-Markt wettbewerbsfähig zu sein.

Qualität der Produkte:

Die individuell buchbaren Reiseleistungen und Reisepakete der EUVIA zeichnen sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei hoher Qualität aus.

Branchenkenntnisse:

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die nachhaltige Entwicklung von EUVIA war und ist die Ausweitung der Vertriebsaktivitäten sowie ein fundiertes Wissen über den touristischen, aber auch medialen Markt. Um die zunehmenden Aktivitäten im Vertrieb sicherzustellen, gestaltet und begleitet EUVIA die mediale Entwicklung aktiv mit und passt sich stetig einer veränderten Werbelandschaft an. Des Weiteren wird die Veränderung des Kunden- Nutzen-Verhaltens regelmäßig analysiert, um die Vertriebsaktivitäten optimal anzupassen.

3 Risiko- und Chancenbericht

3.1 Risikobericht

3.1.1 Risikopolitik

Die Risikopolitik der EUVIA TRAVEL GmbH orientiert sich an dem Ziel, den Wert des Unternehmens stetig und nachhaltig zu steigern, die mittelfristigen finanziellen Ziele zu erreichen und den Fortbestand des Unternehmens langfristig zu sichern.

3.1.2 Risikomanagement

EUVIA ist im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Wir definieren Risiken im weitesten Sinne als die Gefahr, unsere finanziellen, operativen oder strategischen Ziele nicht wie geplant zu erreichen. Das Management von Risiken aus dem operativen Geschäft liegt dabei in erster Linie bei der Geschäftsführung. EUVIA verfügt über ein Berichtswesen, das ein Controlling aller wirtschaftlich relevanten Eckdaten ermöglicht. Es wird durch eine ständige Verfolgung der Finanzströme ergänzt.

3.1.3 Risikokategorien

3.1.3.1 Umfeld- und Branchenrisiken

Das Buchungsverhalten der Kunden in der Touristik wird wesentlich durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen und externe Faktoren beeinflusst. Politische Ereignisse, Naturkatastrophen, Epidemien oder terroristische Anschläge wirken sich auf Urlaubsentscheidungen und damit den Geschäftsverlauf in einzelnen Märkten aus. EUVIA begegnet diesen Risiken mit einer breiten Streuung seiner touristischen Aktivität in weltweit über 100 Zielgebieten.

Mit zunehmender Wettbewerbsintensität und dem Auftritt weiterer Marktteilnehmer mit neuen Geschäftsmodellen nehmen die Marktrisiken zu. Beispiele hierfür sind der Verkauf von Reiseleistungen über das Internet und Niedrigpreis-Fluggesellschaften, die den Vertrieb von Reisen negativ beeinflussen können. Um dieses Risiko zu begrenzen, ist EUVIA selbst im Bereich E-Commerce aktiv, um im Wettbewerb mit eigenen Internet-Angeboten vertreten zu sein.

3.1.3.2 Risiken aus der Insolvenz der FTI Touristik GmbH

Am 3. Juni 2024 haben die FTI Touristik GmbH und einige ihrer Tochtergesellschaften, darunter die BigXtra GmbH, Insolvenzanträge gestellt. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der EUVIA TRAVEL GmbH, da diese einen wesentlichen Anteil ihrer Buchungen mit Produkten der FTI Touristik GmbH und BigXtra GmbH erzielt hat. Konkret machten Buchungen dieser Veranstalter etwa 80 % des Gesamtvolumens der EUVIA TRAVEL GmbH aus.

Die Provisionszahlungen aus von uns vermittelten Reisen, die im April und im Mai stattfanden (vor der Insolvenz), wurden von der FTI Touristik GmbH bislang nicht an die EUVIA TRAVEL GmbH geleistet. Darüber hinaus wurden sämtliche bereits gebuchten Reisen, die ab Juni 2024 hätten stattfinden sollen, von FTI Touristik GmbH und BigXtra storniert. Diese Situation hat nicht nur finanzielle Auswirkungen auf die EUVIA TRAVEL GmbH, sondern stellt auch die Planbarkeit und Verlässlichkeit des bisherigen Geschäftsmodells mit diesen Veranstaltern grundlegend in Frage.

Die Insolvenz der FTI Touristik GmbH und ihrer Tochtergesellschaften, insbesondere der BigXtra GmbH, stellte erhebliche Herausforderungen für die EUVIA TRAVEL GmbH dar. Diese Risiken traten in folgenden Bereichen auf:

3.1.3.2.1 Wegfall des Leitveranstalters und dessen Produktportfolios

Mit der Insolvenz der FTI Touristik GmbH und BigXtra GmbH verlor die EUVIA TRAVEL GmbH ihren Hauptveranstalter und damit das zentrale Produktportfolio, das etwa 80 % der Buchungen ausmachte. Dies führte zu einer massiven Einschränkung des Angebots und gefährdete kurzfristig die Wettbewerbsfähigkeit der EUVIA TRAVEL GmbH.

3.1.3.2.2 Negativer Effekt auf Ergebnis und Liquidität aufgrund ausgefallener Provisionen

Die ausstehenden Provisionszahlungen für abgereiste Buchungen aus April und Mai 2024 sowie der Wegfall zukünftiger Provisionen durch stornierte Buchungen belasteten die Liquidität und das Ergebnis der EUVIA TRAVEL GmbH erheblich. Die fehlenden Einnahmen stellten ein akutes finanzielles Risiko dar.

3.1.3.2.3 Abhängigkeit von zentralen Dienstleistungen sowie IT-Strukturen der FTI Touristik GmbH

Die EUVIA TRAVEL GmbH nutzte wesentliche Dienstleistungen und IT-Strukturen der FTI Touristik GmbH. Zu den genutzten Dienstleistungen gehörten unter anderem Controlling, Personalverwaltung, Buchhaltung, IT-Support und Treasury. Auf technischer Seite war die EUVIA TRAVEL GmbH zudem auf Hardware, Internet- und Telefonleitungen, Server, Provider-Verträge sowie Windowsnetzwerke und -systeme angewiesen. Durch die eingeschränkte Funktionsfähigkeit dieser Systeme und Dienstleistungen infolge der Insolvenz kam es direkt zu Störungen in den operativen Prozessen und zu einer Beeinträchtigung der Effizienz der EUVIA TRAVEL GmbH.

3.1.3.2.4 Gefährdung des Callcenters (ERF 24)

Ein weiteres Tochterunternehmen der FTI Touristik GmbH, das Callcenter ERF 24, erbrachte zentrale Dienstleistungen für die EUVIA TRAVEL GmbH. Dazu gehörten die Abwicklung von Buchungen sowie die Bearbeitung von Service-Anfragen und die Provisionsabrechnung und -zahlung. Mit der Insolvenz war auch die Funktionsfähigkeit dieses Callcenters massiv gefährdet, was zu erheblichen Störungen in den operativen Abläufen der EUVIA TRAVEL GmbH führte.

3.1.3.3 Erfolgreiche Maßnahmen und Lösungen

Um die Auswirkungen der Insolvenz der FTI Touristik GmbH und ihrer Tochtergesellschaften zu bewältigen und die Geschäftstätigkeit der EUVIA TRAVEL GmbH nachhaltig zu stabilisieren, wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, die die zuvor beschriebenen Risiken erfolgreich adressierten.

3.1.3.3.1 Diversifizierung des Produktportfolios

Innerhalb weniger Tage nach der Insolvenz wurden die ersten alternativen Reiseveranstalter identifiziert und eingebunden. Bereits nach wenigen Wochen konnte das Produktportfolio durch die Zusammenarbeit mit weiteren Veranstaltern erheblich erweitert werden. Ab Juli 2024 stand der EUVIA TRAVEL GmbH ein durchgehend breites Angebot zur Verfügung, das auf sechs verschiedene Veranstalter verteilt war. Im August 2024 wurde die Zusammenarbeit mit weiteren Veranstaltern ausgebaut. Schnittstellen und Prozesse wurden dabei nach kurzer Zeit implementiert, sodass ein nahtloser Übergang gewährleistet werden konnte. Heute ist das Produktportfolio breiter als zuvor, da keine Abhängigkeit von einem einzigen Reiseveranstalter mehr besteht, wodurch die Flexibilität und Vielfalt erhöht wurden. Gleichzeitig wurde das Klumpenrisiko eines einzigen Veranstalters für die Zukunft auf verschiedenste Veranstalter diversifiziert.

3.1.3.3.2 Stärkung der Liquidität und Ergebnissicherung

Die Liquiditätsplanung der EUVIA TRAVEL GmbH zeigte, dass trotz der Verluste durch die Insolvenz von FTI Touristik und BigXtra die finanzielle Stabilität der Gesellschaft gesichert war. Dies ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: Zum einen verfügte die EUVIA TRAVEL GmbH über ausreichende liquide Reserven, die auf Tagesgeldkonten hinterlegt waren. Zum anderen konnten durch die schnell herbeigeführten Alternativen im Veranstalterportfolio bereits zeitnah Neubuchungen generiert und im Weiteren ausgebaut werden. Ergänzend trugen zeitnahe, zusätzliche Umsätze aus den Bereichen Sales Marketing und Mediaverkauf dazu bei, die Liquidität zu stärken. Diese Maßnahmen sicherten nicht nur die Zahlungsfähigkeit, sondern schufen auch eine solide Basis, um das Geschäft nachhaltig weiterzuführen.

3.1.3.3.3 Unabhängigkeit von zentralen Dienstleistungen und IT-Strukturen

Die EUVIA TRAVEL GmbH stellte binnen kurzer Zeit eigenständige IT-Infrastrukturen und -Dienstleistungen bereit. Dies umfasste die Beschaffung neuer Hardware, die Implementierung unabhängiger Internet- und Telefonleitungen, die Einrichtung eigener Server und die Neugestaltung von Windowsnetzwerken und -systemen. Gleichzeitig wurden eigenständige Lösungen für Controlling, Personalverwaltung, Buchhaltung, IT-Support und Treasury etabliert. Damit konnte die Abhängigkeit von der FTI Touristik GmbH vollständig eliminiert werden, wodurch die Geschäftsprozesse künftig unabhängig und sicher aufgestellt sind.

3.1.3.3.4 Erhalt bestehender Service- und Buchungsabwicklungsstrukturen

Das akute Risiko, das durch die Insolvenzbedrohung des Callcenters erf24 touristic Services GmbH, Erfurt, entstand, konnte durch den Kauf des Callcenters durch die EUVIA TRAVEL GmbH gelöst werden. Mit dieser Übernahme wurden sämtliche Strukturen, Prozesse, Kompetenzen und Zahlläufe gesichert. Dadurch konnte nicht nur die Kontinuität in der Abwicklung von Buchungen, Service-Anfragen sowie Provisionsabrechnungen gewährleistet werden, sondern auch die Kontrolle über diese zentralen Abläufe gestärkt werden. Diese Maßnahme stellte sicher, dass die Servicequalität aufrechterhalten wurde und die operative Stabilität langfristig gesichert ist.

3.1.3.4 Geschäftliche Risiken

Risiken können sich durch eine Veränderung des linearen Fernsehens ergeben, wenn diese durch eine Anpassung des Geschäftsmodells von EUVIA nicht aktiv begleitet werden. Diesem Risiko wird mit einer regelmäßigen Analyse über das Nutzungsverhalten der Medien begegnet. Daraus resultierend setzt EUVIA vermehrt auf "unique content" in Form von Live-Übertragungen aus den Destinationen, die mit einem erhöhten Entertainmentcharakter einhergehen.

Essenzieller Bestandteil der zukünftigen Branchenentwicklung ist der stark ansteigende Anteil der Kunden, die ihre Reisen über das Internet buchen - vor allem im Mobile-Bereich. Hierbei besteht das Risiko, dass es nicht gelingt, die Vertriebsplattform über das Internet weiter auszubauen und die Churn-Rate gleichzeitig zu verbessern. Um diesem Risiko vorzubeugen, wurden Kompetenzen innerhalb der RT/Raiffeisen Touristik Group gebündelt.

3.1.3.5 Personalrisiken

Wesentlicher Erfolgsfaktor für das Unternehmen ist die Belegschaft (Humankapital). Als Risiko in diesem Bereich sehen wir Austrittsrisiken von Mitarbeitern in Führungs- oder Schlüsselpositionen und den damit verbundenen Know-how-Verlust. Um dem entgegenzuwirken, sieht die Geschäftsführung es als eine zentrale Aufgabe, das bestehende Personal in seiner fachlichen Qualifikation laufend durch interne und externe Schulungsmaßnahmen zu fördern. Daher wurden umfassende Maßnahmen zur Förderung und Weiterentwicklung der Führungsqualitäten in allen Hierarchiebereichen ins Leben gerufen. Durch diese Maßnahmen werden jedoch nicht nur die fachlichen und sozialen Kompetenzen gefördert, es fördert im selben Ausmaß das Betriebsklima, da die bereichs- und abteilungsübergreifende Zusammensetzung der jeweiligen Gruppen wesentlich die Interaktion fördert. Dies führt zu einem bereichsübergreifenden Verständnis, reduziert Konfliktpotenziale und erhöht die Corporate Identity.

Generell wird dem Personalrisikomanagement eine hohe Bedeutung im Unternehmen eingeräumt. Hier sieht sich nicht nur die Personalabteilung in der Verpflichtung, sondern neben der Geschäftsführung auch jede einzelne Führungskraft. Groupweit wurden Maßnahmen ergriffen, das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu steigern. Mobiles Arbeiten ist bereits Teil des Arbeitsplatzkonzepts.

3.1.3.6 Informationstechnische Risiken

Die Geschäftsprozesse in der Touristik sind in hohem Maße von den installierten Informationssystemen abhängig. Beispielsweise sind die Buchungssysteme sowie sämtliche administrativen Bereiche IT-basiert. Darüber hinaus gewinnt das Internet nicht nur als Vertriebskanal, sondern auch als Basistechnologie zur Automatisierung von Geschäftsprozessen zwischen Geschäftspartnern weiter an Bedeutung.

Für IT-Betrieb, Entwicklung, Systembetreuung und Support sind internationale, leistungsstarke Partner als IT- Dienstleister tätig. Die IT-Governance wird durch ein externes und alle Geschäftsfelder umfassendes IT-Führungsgremium gewährleistet, das hierbei durch ein aus IT-Direktoren bestehendes Expertenteam unterstützt wird.

Um zu gewährleisten, dass die Geschäftsprozesse sicher und effizient ablaufen, werden die IT-Systeme ständig überprüft, weiterentwickelt und im Rahmen des Lifecycle-Managements ausgetauscht. Die Regelungen zur Informationssicherheit werden ebenfalls permanent verbessert. Sie umfassen beispielsweise die Implementierung von Firewalls, Virenscannern und Verschlüsselungsmechanismen. Des Weiteren werden gegen möglichen Datenmissbrauch und -verlust zusätzliche Maßnahmen angewendet: Zugangs- und Zugriffsschutzsysteme, Back-up- Verfahren sowie die Spiegelung geschäftskritischer Systeme, Websites und Infrastrukturkomponenten in zwei räumlich voneinander getrennten Rechenzentren.

3.1.3.7 Finanzinstrumente

Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite der Bilanz im Wesentlichen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände. Auf der Passivseite entsprechen die Finanzinstrumente den Verbindlichkeiten. Kreditrisiken beziehen sich auf den möglichen Ausfall von Schuldnern und auf eventuelle Bonitätsverschlechterungen. Möglichen Ausfallrisiken wird durch Einzelwertberichtigungen und pauschalierte Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Ausfallrisiko begrenzt sich auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände und entspricht dem Bilanzansatz dieser Instrumente.

Risikorangfolge

Die Risiken aus der Insolvenz der FTI Touristik GmbH sehen wir als am bedeutsamsten an. Die übrigen Risiken sind in etwa für sich gesehen gleich bedeutsam.

Auf Grundlage unserer Beurteilung der gegenwärtigen Risikosituation und der von uns ergriffenen Maßnahmen sehen wir die Unternehmensfortführung als voraussichtlich gesichert an.

3.2 Chancenbericht

Für die zukünftige Entwicklung unseres Geschäftes betrachten wir die nachfolgenden Faktoren als relevant:

Durch die Integration der EUVIA in die Konzernstruktur bei der RT-Gruppe führten bei der EUVIA zu Chancen. Aufgrund der engen Verflechtung der Gesellschaften EUVIA, TVG und RT-Touristik, die nunmehr unter einheitlicher Führung stehen, lassen sich Synergien heben. Die Franchise-Reisebürokette sonnenklar.TV, die bei der TVG angesiedelt ist, arbeitet nun deutlich intensiver und im Gleichklang mit der EUVIA als Lizenzgeber der Marke sonnenklar.TV zusammen. Ein einheitlicher Auftritt aus einem Guss, die Schaffung gemeinsamer Prozesse, die Nutzung von Synergieeffekten ist seitdem deutlich besser möglich.

Die Marke sonnenklar. TV hat in Deutschland einen Bekanntheitsgrad von mehr als 80 %. Der Sender hat einen hohen Streuverlust, weil viele Zuschauer zwar das Programm verfolgen, aber anschließend eine andere Reise in ihrem Reisebüro vor Ort buchen. Der Impuls ist zwar von sonnenklar.TV ausgegangen, der Umsatz ist aber direkt bei einem Reiseveranstalter platziert worden. Dieser Verkaufsimpuls sollte in Zukunft in den Reisebüros verlängert werden, so dass die Marke auch in jedem Reisebüro in Deutschland anzutreffen ist. Dies funktioniert nur dadurch, dass sonnenklar.TV am Schluss auch eine Veranstaltermarke ist und somit eine einheitliche Kommunikation und Kundenansprache erfolgen kann. Dies kommt im Ergebnis allen beteiligten Gesellschaften zugute.

4 Prognosebericht

Auf der Basis von vorläufigen Zahlen hat die EUVIA TRAVEL GmbH das Geschäftsjahr 2023/24 aufgrund der Insolvenz der FTI Touristik GmbH und der BigXtra GmbH mit einem deutlichen Umsatzrückgang auf etwa Mio. EUR 24 und einem negativen EBITDA von etwa Mio. EUR 3 abgeschlossen. Für das Geschäftsjahr 2024/25 wird wieder ein deutlicher Anstieg der Umsatzerlöse auf etwa Mio. EUR 31 und ein positives EBITDA von Mio. EUR 3 erwartet.

Aufgrund der bestehenden Liquiditätsreserven in Höhe von etwa Mio. EUR 5 im Dezember 2024 und der geplanten Geschäftsentwicklung gehen wir davon aus, dass die Liquidität der EUVIA sichergestellt ist.

 

München, den 13. Dezember 2024

Kristijan Schellinger, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Oktober 2023

AKTIVA

31. Oktober 2023 Vorjahr
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 1.272.878,91 440.728,76
2. Geleistete Anzahlungen 112.160,08 833.472,00
1.385.038,99 1.274.200,76
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 71.249,63 14.418,67
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.048,59 3.649,97
79.298,22 18.068,64
1.464.337,21 1.292.269,40
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 568.419,14 524.695,67
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.958.291,62 6.160.405,35
3. Sonstige Vermögensgegenstände 742.130,42 1.054.181,80
8.268.841,18 7.739.282,82
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 9.506.612,17 7.525.508,59
17.775.453,35 15.264.791,41
C. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 93.063,83 94.792,29
19.332.854,39 16.651.853,10

PASSIVA

31. Oktober 2023 Vorjahr
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 5.827.066,49 5.827.066,49
III. Verlustvortrag 2.233.983,11 -2.169.502,53
IV. Jahresüberschuss 2.892.466,70 4.403.485,64
10.978.516,30 8.086.049,60
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 1.946.713,29 1.103.849,06
2. Sonstige Rückstellungen 1.183.180,90 1.835.665,53
3.129.894,19 2.939.514,59
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.806.933,51 4.970.613,54
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.688.292,39 238.315,66
3. Sonstige Verbindlichkeiten 729.218,00 417.359,71
5.224.443,90 5.626.288,91
19.332.854,39 16.651.853,10

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2023

2022/2023 2022/2023 Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 31.425.807,48 28.705.190,06
2. Sonstige betriebliche Erträge 460.007,81 5.551.871,20
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Waren -8.744.407,66 -8.643.240,38
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -3.417.060,84 -2.628.655,46
-12.161.468,50 -11.271.895,84
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -3.899.449,30 -4.099.111,41
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge -748.988,89 -707.431,84
-4.648.438,19 -4.806.543,25
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und auf Sachanlagen -227.142,47 -238.743,50
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -11.254.839,26 -12.622.973,86
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 130.128,95 0,00
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.741,21 -3.855,24
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -829.847,91 -909.563,93
10. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss 2.892.466,70 4.403.485,64

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. November 2022 bis 31. Oktober 2023

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss wird nach den Vorschriften des HGB sowie des GmbHG aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewandt.

Die EUVIA TRAVEL GmbH, München, (HRB 186124, Amtsgericht München) ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i.S. des § 267 Abs. 2 HGB und beachtet hinsichtlich der Bilanzierung und Bewertung die allgemeinen Bestimmungen der §§ 242 bis 256a HGB sowie die ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften gemäß §§ 264 bis 278 HGB.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, insgesamt im Anhang aufgeführt. Soweit einzelne Posten in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst werden, erfolgt eine Aufgliederung im Anhang.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden nach der linearen Methode abgeschrieben. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt drei Jahre. Betriebswirtschaftliche Software-Systeme werden über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten bewertet und, sofern abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Mietereinbauten werden in 5 bis 12 Jahren, die übrige Betriebs- und Geschäftsausstattung in 3 bis 13 Jahren abgeschrieben. Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von EUR 250,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und unter den Abgängen erfasst. Wirtschaftsgüter ab einem Wert von EUR 250,00 bis zu einem Wert von EUR 1.000,00 werden in einen Sammelposten eingestellt und über 5 Jahre linear abgeschrieben und nach Ablauf dieser 5 Jahre als Abgang erfasst.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. mit dem am Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Möglichen Ausfallrisiken wird durch Einzelwertberichtigungen und pauschalierte Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Guthaben bei Kreditinstituten und die Kassenbestände wurden zum Nennwert angesetzt.

Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden - sofern vorliegend - entsprechend § 253 Abs. 2 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre gem. RückAbzinsV abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei Restlaufzeiten größer einem Jahr wird das Imparitäts-, Realisations- und Anschaffungskostenprinzip beachtet.

Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt nach Erbringung der Lieferung oder Leistung und damit mit dem Gefahrenübergang; bei Vermittlungsleistungen ist dies der Zeitpunkt der Abreise des Reisegastes.

2. Erläuterungen zum Jahresabschluss

2.1 Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Zusammensetzung des Anlagevermögens sowie die Entwicklung der einzelnen Posten sind im Anlagengitter (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.10.2023 31.10.2022
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 568 525
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.958 6.160
Sonstige Vermögensgegenstände 742 1.054
8.268 7.739

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit Gesellschaften der FTI-Gruppe.

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt nominal EUR 25.000,00 und ist unverändert zum Vorjahr.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 1.946 (Vorjahr: TEUR 1.104) resultieren aus der Rückstellung für Körperschaftsteuer mit TEUR 1.153 und Gewerbesteuer mit TEUR 523 inklusive Solidaritätszuschlag von TEUR 63 für 2023 sowie einer Rückstellung für die Betriebsprüfung für den Zeitraum 2011 bis 2015.

In den sonstigen Rückstellungen sind als wesentliche Posten Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 1.099; Vorjahr: TEUR 1.518) und personalbezogene Rückstellungen (TEUR 84; Vorjahr: TEUR 317) enthalten.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr liegen nicht vor.

Verbindlichkeiten

31.10.2023 31.10.2022
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.807 4.971
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.688 238
Sonstige Verbindlichkeiten 729 417
5.224 5.626

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 729 (Vorjahr: TEUR 417) beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 675 (Vorjahr: TEUR 357).

Zu den oben aufgeführten Verbindlichkeiten bestehen keine Sicherheiten. Sämtliche weiteren Verbindlichkeiten im Berichtsjahr und im Vorjahr haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen i.S.d. § 285 Nr. 3a HGB sowie Angaben nach § 285 Nr. 3 HGB

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt Mio. EUR 20,1 und beinhaltet insbesondere sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen, Verträgen mit Satelliten- und Kabelnetzbetreibern sowie aus Verträgen zur Sicherung von Sendefenstern.

Die genannten sonstigen finanziellen Verpflichtungen entfallen wie folgt auf die einzelnen Jahre:

2023/2024 2024/2025 2025/2026 2026/2027 2027/2028 2028/2029 Bis 2033/2034 Total
Mieten 563 563 563 563 563 0 2.815
Satellit 2.640 1.713 1.713 1.713 713 0 8.492
KFZ 21 15 2 0 0 0 38
Kabelnetzbetreiber 4.195 640 0 0 0 0 4.835
Sendefenster 118 6 0 0 0 0 124
Sonstiges 1.215 257 0 0 0 0 1.472
Gesamt 8.752 3.194 2.278 2.276 1.276 0 17.776

2.2 Erläuterungen zur GuV

Umsatzerlöse

Die Umsätze setzen sich - aufgegliedert nach Umsatz aus Verkauf Sendefenster und Provisionsumsatz - wie folgt zusammen:

2022/2023 2021/2022
TEUR TEUR
Provisionserlöse 26.365 23.525
Verkauf Sendefenster 2.124 2.656
sonstige Umsatzerlöse 2.937 2.524
31.426 28.705

In den sonstigen Umsatzerlösen sind enthalten: Werbekostenzuschüsse (TEUR 834; Vorjahr: TEUR 425), Umsätze aus Anzeigenschaltung (TEUR 618; Vorjahr: TEUR 661) sowie weitere übrige Umsatzerlöse (TEUR 1.485; Vorjahr: TEUR 1.438).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 460 (Vorjahr: TEUR 5.552) enthalten im Wesentlichen aktivierte Fremdleistungen.

Materialaufwand

Die ausgewiesenen Materialaufwendungen (TEUR 12.161; Vorjahr: TEUR 11.272) umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Kabelnetzbetreibung (TEUR 4.422; Vorjahr: TEUR 4.166), Satellitenkosten (TEUR 2.670; Vorjahr: TEUR 2.829) sowie Sendefenster (TEUR 202; Vorjahr: TEUR 124).

Personalaufwand

Der Personalaufwand beinhaltet wie im Vorjahr keine Aufwendungen für die Altersversorgung.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 11.255 (Vorjahr: TEUR 12.623) umfassen im Wesentlichen Miete, Kosten für Werbung und Callcenter sowie Verwaltungsaufwendungen.

3. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer, berechnet über 4 vorangegangene Quartalsstichtage betrug im Geschäftsjahr 80 (davon 80 Angestellte und 0 gewerbliche Arbeitnehmer).

Konzernzugehörigkeit

Die EUVIA TRAVEL GmbH, München, gehört zum Konzern der RT/Raiffeisen Touristik Group GmbH, Altötting, (kleinster Konsolidierungskreis) sowie der SOSTNT Luxembourg S.à r.l., Luxemburg, (größter Konsolidierungskreis) und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Der Konzernabschluss der RT/Raiffeisen Touristik GmbH, Altötting, ist im Bundesanzeiger erhältlich. Der Konzernabschluss der SOSTNT Luxembourg S.à r.l., Luxemburg, wird in Luxemburg veröffentlicht.

Abschlussprüferhonorar

Im Geschäftsjahr sind für Abschlussprüfungsleistungen Aufwendungen über TEUR 54 erfasst worden.

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht)

Im Juni 2024 haben die FTI Touristik GmbH und deren Tochtergesellschaft BigX-tra Touristik GmbH Insolvenz angemeldet. Da die EUVIA Travel GmbH wesentliche Teile ihrer Provisionserlöse aus der Vermittlung von Reisen der BigX-tra Touristik GmbH erzielt hat, ergaben sich durch diese Insolvenzanmeldungen erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EUVIA Travel GmbH. Zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldungen bestanden offene Forderungen gegen Unternehmen des FTI Touristik Konzerns in Höhe von etwa Mio. EUR 5. Daneben sind durch den Ausfall von Reisen der BigX-tra Touristik GmbH nach der Insolvenzanmeldung Provisionserlöse in Höhe von etwa Mio. EUR 9 aus bereits vermittelten Reisen weggefallen. Um die Fortführung der Geschäftstätigkeit sicherzustellen, wurde mit Datum vom 15. Juli 2024 die Gesellschaft erf24 touristic Services GmbH, Erfurt, die als Dienstleister für das Geschäftsmodell der Gesellschaft wichtig ist, von einer Tochtergesellschaft der FTI Touristik GmbH erworben. Außerdem wurden zur Kompensation des Wegfalls der Umsätze mit der BigX-tra Touristik GmbH nach deren Insolvenz Verträge mit anderen Reiseveranstaltern geschlossen.

Daneben hat die EUVIA Travel GmbH im Januar 2024 eine Zahlung in Höhe von Mio. EUR 4 aus staatlichen Überbrückungshilfen erhalten, die über den Gesellschafter RT/Raiffeisen Group GmbH beantragt wurden.

Auf der Basis von vorläufigen Zahlen hat die EUVIA TRAVEL GmbH das Geschäftsjahr 2023/24 aufgrund der Insolvenz der FTI Touristik GmbH und der BigXtra GmbH mit einem deutlichen Umsatzrückgang auf etwa Mio. EUR 24 und einem negativen EBITDA von etwa Mio. EUR 3 abgeschlossen. Zum 31. Oktober 2024 betrug der Bestand der liquiden Mittel Mio. EUR 7.

Ansonsten sind wesentliche Ereignisse nach Ende der Berichtsperiode bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses nicht bekannt geworden.

Ergebnisverwendung

Für das Geschäftsjahr 2022/2023 ergab sich ein Jahresergebnis (Gewinn) in Höhe von TEUR 2.892. Der Geschäftsführer schlägt vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführung

Geschäftsführer:

Schellinger, Kristijan, Bergkirchen Geschäftsführer

Die Angabe zu den Gesamtbezügen der Geschäftsführung unterbleibt nach § 286 Abs. 4 HGB.

 

München, den 13. Dezember 2024

Kristijan Schellinger, Geschäftsführer

Anlagengitter

Anschaffungs-/Herstellungskosten (AHK)
In EURO Stand am 31.10.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.10.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 3.463.073,26 196.071,44 0,00 833.472,00 4.492.616,70
2. Geleistete Anzahlungen 833.472,00 112.160,08 0,00 -833.472,00 112.160,08
4.296.545,26 308.231,52 0,00 0,00 4.604.776,78
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 2.183.863,41 81.757,00 0,00 0,00 2.265.620,41
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 802.746,85 9.221,76 -225.466,01 0,00 586.502,60
2.986.610,26 90.978,76 -225.466,01 0,00 2.852.123,01
Anlagevermögen 7.283.155,52 399.210,28 -225.466,01 0,00 7.456.899,79
Abschreibungen
In EURO Stand am 31.10.2022 Zuführungen Abgänge Umbuchungen Stand am 31.10.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte -3.022.344,50 -197.393,29 0,00 0,00 -3.219.737,79
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
-3.022.344,50 -197.393,29 0,00 0,00 -3.219.737,79
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen -2.169.444,74 -24.926,04 0,00 0,00 -2.194.370,78
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -799.096,88 -4.823,14 225.466,01 0,00 -578.454,01
-2.968.541,62 -29.749,18 225.466,01 0,00 -2.772.824,79
Anlagevermögen -5.990.886,12 -227.142,47 225.466,01 0,00 -5.992.562,58
In EURO Nettobuchwerte 31.10.2023 Nettobuchwerte 31.10.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen und Rechte 1.272.878,91 440.728,76
2. Geleistete Anzahlungen 112.160,08 833.472,00
1.385.038,99 1.274.200,76
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 71.249,63 14.418,67
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.048,59 3.649,97
79.298,22 18.068,64
Anlagevermögen 1.464.337,21 1.292.269,40

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die EUVIA TRAVEL GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der EUVIA TRAVEL GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Oktober 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der EUVIA TRAVEL GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Oktober 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 13. Dezember 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Franz Klinger, Wirtschaftsprüfer

Markus Kraus, Wirtschaftsprüfer

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