Mabanol Bitumen GmbH & Co. KG
Selbe AdresseKokerei
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
André Nuno de Paiva Cardoso seit 8.10.2025 | Prokura |
Philipp Dr. Krone seit 8.10.2025 | Prokura |
Annet van der Laan seit 8.10.2025 | Prokura |
Volker Ebeling seit 8.10.2025 | Prokura |
Helmut Oldekamp seit 8.9.2023 | Prokura |
Dirk Radke seit 8.9.2023 | Prokura |
Klaus Gerd Hartges seit 8.9.2023 | Prokura |
Christoph Hendrik Lutter seit 8.9.2023 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
MB Energy GmbH (vormals: MABANAFT Deutschland GmbH)HamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht Geschäftsjahr 20231 Grundlagen der Gesellschaft MABANAFT Deutschland GmbH (das "Unternehmen") ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Mabanaft GmbH & Co. KG die mit weiteren Tochtergesellschaften (der "Konzern") als führender unabhängiger und integrierter Energiekonzern am Markt auftritt. Das Unternehmen ist, vornehmlich unter der Marke MABANAFT, im Import, Vertrieb und in der Vermarktung von Erdölprodukten, Erdgasflüssigkeiten und Chemikalien tätig und unterstützt seine Kunden beim Übergang zu umweltfreundlicheren Kraftstoffen, indem er alternative langfristige Lösungen anbietet. Das Unternehmen bietet einen ganzheitlichen Ansatz, d.h. den Kunden werden die Produkte inklusive Verarbeitung, Lagerung und Transport angeboten. Im Berichtsjahr erfolgte ein Formwechsel der Gesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Des Weiteren wurde mit der MABANAFT GmbH & Co. KG (Organträger) ein Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. 2 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Den Schätzungen der IEA zufolge ist die globale Nachfrage nach Öl im Laufe des Jahres um über 2 % auf 102 mb/d angestiegen. Dabei wird sich dieses Wachstum voraussichtlich überwiegend in einigen Ländern außerhalb der OECD abspielen - vor allem in China. Die Wirtschaft in der Eurozone stagnierte im Jahre 2023 weitestgehend und stand bei einer über dem Zielwert liegenden Inflation am Rande einer Rezession. Die chinesische Wirtschaft ist auf dem besten Wege, das angepeilte BIP-Wachstumsziel von 5 % für das Jahr 2023 zu erreichen. In den USA, wo sich die Konjunktur bisher angesichts der historischen Zinsanhebung der US-Notenbank (Federal Reserve) äußerst resilient gezeigt hat, bahnt sich hingegen allmählich eine Abkühlung an. Die Auswirkungen dieser makroökonomischen Herausforderungen werden im nächsten Jahr immer deutlicher zu spüren sein. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft Europas herrschten im Jahr 2023 negative wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Ölnachfrage ging stärker zurück als in jedem anderen Land. Der Rückgang in 2023 um 5,5 % ging hauptsächlich von Gasöl in Verbindung mit der Fertigungsindustrie aus. Die globalen Ölbestände blieben auf niedrigem Niveau bei einem gleichzeitigen Anstieg der Ölnachfrage. Das Wachstum der globalen Ölbestände im Jahr 2024 liegt über den Erwartungen. Die Sorge, dass sich der Krieg zwischen Israel und der Hamas in einen größeren regionalen Konflikt ausweiten könnte und die Ölversorgungsströme unterbricht, hat sich bisher nicht bestätigt. Sollten keine größeren unvorhergesehenen Ausfälle eintreten, befindet sich das Wachstum der weltweiten Ölbestände auf einem stabilen Aufwärtskurs. Trotz der Förderkürzungen seitens der OPEC+ befinden sich die Länder außerhalb der OPEC+ mit ihrer rekordverdächtigen Fördermenge auch weiterhin an der Spitze des weltweiten Wachstums. In Anbetracht des oben genannten erwarteten Nachfragerückgangs zeigt der Markt im Jahr 2024 eine Überangebotsphase. Zum Winteranfang 2023 auf der Nordhalbkugel überstieg die Nachfrage den vorhandenen Ölbestand und die Marktverhältnisse waren auch weiterhin anfällig für erhöhte wirtschaftliche und geopolitische Risiken. - die auch im Jahr 2024 zu sinkenden Preisen und erhöhter Volatilität führte. 3 Analyse der Vermögens- Finanz- und Ertragslage 3.1 Ertragslage und Geschäftsverlauf des Unternehmens Zur internen Steuerung werden die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren Absatzmenge, Rohertrag sowie das Betriebsergebnis (EBIT) verwandt. Trotz erhöhter Absatzmenge in Höhe von rund 6,3 Millionen Tonnen im Jahr 2023 (Vorjahr 5,2 Millionen Tonnen) blieben die Umsatzerlöse aufgrund von Preissenkungen annähernd stabil bei € 5,9 Milliarden. Der prognostizierte Umsatz zwischen € 5,2 Milliarden und 5,6 Milliarden konnte deutlich überschritten werden. Der Anstieg des Materialaufwands um € 71 Mio. auf € 5,8 Milliarden führte zu einem Rückgang des Rohertrags (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) von € 190,1 Mio. im Jahr 2022 auf € 171,3 Mio. im Jahr 2023. Dies resultiert daraus, dass die Preisreduzierung im Einkauf geringer ausfielen als beim Verkauf. Bei im Vergleich zum Vorjahr konstanter Mitarbeiteranzahl sank der Personalaufwand von T€ 19.829 auf T€ 13.682 insbesondere aufgrund wesentlich geringerer, ergebnisabhängiger Boni. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um T€ 35.821 auf TEUR 156.354 resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Transport- und Lagerkosten (+T€ 15.446), höheren Aufwendungen aus Währungsumrechnung (+ T€ 10.257) sowie Aufwendungen aus Termin- /Options/Sicherungsgeschäften (+ T€ 8.494). In Summe ergibt sich ein Rückgang des ausgewiesenen Betriebsergebnisses um T€ 49.303 auf T€ 65.465 im Jahr 2023. Damit wurde das prognostizierte Betriebsergebnis für 2023 von € 66 Mio. bis € 70 Mio. knapp verfehlt. Der Anstieg der Zinserträge um T€ 5.067 resultiert im Wesentlichen aus kurzfristigen Geldanlagen bei der Muttergesellschaft Mabanaft GmbH & Co. KG. Auf Grund des im Geschäftsjahr abgeschlossenem Ergebnisabführungsvertrages entsteht bei der Gesellschaft kein laufender Steueraufwand. Des Weiteren wird das Ergebnis im Berichtsjahr erstmalig vollständig an den Organträger, die Mabanaft GmbH & Co. KG, abgeführt. Das Jahresergebnis vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und vor Ergebnisabführung von T€ 66.407 (Vorjahr T€ 111.941) übertraf jedoch aufgrund des positiven Finanzergebnisses die Prognose zwischen € 55 Mio. und € 59 Mio. 3.2 Ertragslage und Geschäftsentwicklung nach Geschäftsbereichen Die Gesellschaft ist bestrebt, eine vollintegrierte Downstream-Energieversorgung zu betreiben, dabei wird die Steuerung des Unternehmens in die nachfolgenden Geschäftsbereiche zusammengefasst: Supply and Infrastructure Supply & Optimisation bestehend aus dem internationalen Geschäft, welches in Deutschland (einschließlich Biokraftstoffe) den Vertrieb sowie die Optimierung der Versorgung beinhaltet. Der Geschäftsbereich Supply & Optimisation und das Handelsgeschäft des Unternehmens haben das vergangene Geschäftsjahr mit einem Ergebnis abgeschlossen, das den Erwartungen weitestgehend entsprach. Das Bio-Team wurde erweitert und hat verschiedene Initiativen in der Region eingeleitet, einschließlich in den Bereichen Versorgung/Beschaffung und Blending, um die Nachfrage verschiedener Kundensegmente nach kohlenstoffarmen Kraftstoffen zu erfüllen, z. B. Sustainable Aviation Fuels (SAF) für den Geschäftsbereich Aviation. New Energy Dieses Segment umfasst die Entwicklung und den Vertrieb von innovativen, kohlenstoffarmen Energielösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um der steigenden Kundennachfrage nach nachhaltigen Produkten nachzukommen. Diese werden, sobald sie einen ausreichenden Umfang erreichen, in weitere Portfolios des Unternehmens integriert. Die Aktivitäten umfassen somit Upstream-Projekte wie die Herstellung von E-Fuels (z. B. SAF), Midstream-Investitionen in die Umnutzung der konventionellen Kraftstoffterminals von Mabanaft zur Lagerung kohlenstoffarmer/kohlenstofffreier Kraftstoffe sowie Downstream-Geschäfte, für die erste indikative Lieferverträge unterschrieben wurden, z. B. mit Reedereien. Alle kohlenstoffarmen und kohlenstofffreien Produkte sind ebenfalls abgedeckt, d. h. kohlenstoffarmer und kohlenstofffreier Wasserstoff sowie dessen Derivate und E-Fuels. Das Power, Gas & Emissions Team als Dienstleister des Unternehmens war an verschiedenen Initiativen beteiligt, unter anderem im Bereich der Bereitstellung von CO 2 -Kompensationslösungen, dem Energiekostenmanagement und dem Management von Rohstoffen für die Strom- und Gasproduktion sowie ESG. Sales and Marketing Der Schwerpunkt der Sales and Marketing liegt in erster Linie auf der engeren Ausrichtung auf die Energiebedarfe der Kunden in verschiedenen Bereichen sowie auf der engen Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich NESI, um kohlenstoffarme Kraftstoffe anbieten zu können. Unser Schwerpunkt liegt dabei darauf, unsere Bestandskunden mit einer wachsenden Palette von konventionellen und sauberen Energielösungen zu versorgen. Der Bereich Wholesale, Aviation and Marine umfasst in Deutschland die Versorgung von inländischen Großhandelsmärkten sowie Schifffahrts-/Industriekunden und hat auch in diesem Jahr wieder gute Ergebnisse erzielt. Dank unserem integrierten Geschäftsbetrieb waren wir in der Lage, trotz einer herausfordernden Situation in der Lieferkette (niedrige Wasserstände im Rhein und Überflutungen zu verschiedenen Zeitpunkten während des Jahres) die Versorgungssicherheit sicherzustellen. 3.3 Vermögens- und Finanzlage Das Geschäft des Unternehmens ist weitgehend kurzfristiger Natur. Daher sind für das Tagesgeschäft kurzfristige Betriebsmittelkreditlinien erforderlich. Das Unternehmen partizipiert an der konzernweiten Finanzierungsstrategie, notwendige Cash-Positionen/Refinanzierungen werden durch die Konzernmutter sichergestellt. Des Weiteren nimmt das Unternehmen am Cash Pooling des Mutterunternehmens teil. Die Schwankungen und Veränderungen im Umlaufvermögen sowie der kurzfristigen Verbindlichkeiten folgen regelmäßig der Preisentwicklung der Mineralölerzeugnisse und den saisonalen Veränderungen der Handelsaktivität. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um € 188,1 Mio auf € 1.007 Mio. erhöht, welches im Wesentlichen auf die Erhöhung des Vorratsbestands sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beruht. Aufgrund erhöhter Einkäufe vor dem Stichtag ist der Vorratsbestand zum Stichtag um € 72,3 Mio auf € 254,7 Mio. gestiegen. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um € 185,9 Mio. sowie der Rückgang der Forderungen aus verbundenen Unternehmen resultiert aus Forderungen gegen Oil! Tankstellen GmbH in Höhe von € 44,6 Mio. (Vorjahr: € 105,6 Mio.), welche seit der Veräußerung der Anteile an Oil! Tankstellen GmbH aus dem Konzernverbund im November 2023 als Forderungen gegen Dritte ausgewiesen werden. Die Reduzierung des Eigenkapitals von € 147,7 Mio. auf € 53,1 Mio. beruht insbesondere aus einer Ausschüttung an den Gesellschafter in Höhe von € 95 Mio. sowie auf dem im Geschäftsjahr 2023 abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrags. Im Zusammenhang mit der höheren Bilanzsumme reduzierte sich die Eigenkapitalquote von 18,0 % im Vorjahr auf 5,3%. Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen um € 56,6 Mio resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Rückstellungen für Emissionsberechtigung um € 32,0 Mio. und der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen um € 18,6 Mio. Basierend auf den Vorschriften des "Gesetz über einen nationalen Zertifikathandel für Brennstoffemissionen (Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG)" weist die Gesellschaft Rückstellungen zur Abgabe von Emissionsberechtigungen in Höhe der verursachten Emissionen in Höhe von € 170 Mio. (Vorjahr € 138 Mio.) aus, denen erworbenen Emissionszertifikate in Höhe von € 156 Mio. (Vorjahr € 123 Mio.) entgegenstehen. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um € 96,5 Mio. korrespondiert mit dem erhöhten Vorratsbestand aufgrund höherer Einkäufe zum Jahresende. Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten um € 95,3 Mio resultiert im Wesentlichen aus der höheren Umsatzsteuerverbindlichkeit (+ € 90,4 Mio). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen in Höhe von rund € 944 Mio. (2022: € 662 Mio.) sind vollständig durch Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens in Höhe von € 1.007 Mio. (2022: € 819 Mio.) gedeckt. Aufgrund der Cashpool-Vereinbarung mit der Muttergesellschaft ist die Gesellschaft jederzeit in der Lage, entstehende Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. 3.4 Zusammenfassung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Lage und das Ergebnis des Unternehmens werden von der Geschäftsführung als solide beurteilt, was seiner Fähigkeit zuzuschreiben ist, trotz der Störungen durch die russische Invasion der Ukraine und des herausfordernden Margenumfelds, insbesondere bedingt durch die Beeinträchtigungen der Lieferwege aufgrund des Niedrigwasserstands des Rheins in Deutschland, eine stabile Versorgung aufrechtzuerhalten. 4 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren 4.1 Mitarbeitende Das Unternehmen einwickelt sich dynamisch - und erfordert daher auch erhebliche Anstrengungen im Hinblick auf eine aktive, zukunftsorientierte Personalentwicklung. Zu den wichtigsten Aufgaben im Personalbereich gehören demnach sowohl die permanente Betreuung als auch die Rekrutierung und Weiterentwicklung talentierter Mitarbeitender und Führungskräfte. Als Tochtergesellschaft der Mabanaft GmbH & Co. KG profitiert das Unternehmen von der einheitlichen und standardisierten Serviceleistung des Konzerns, als auch an einer konzernweit geführten Personalstrategie. Im Jahr 2023 beschäftigte das Unternehmen durchschnittlich 68 Mitarbeitende (2022: durchschnittlich 65 Mitarbeitende). Das Unternehmen hat für 2024 eine stabile Mitarbeiterzahl auf dem Niveau des Berichtsjahres. 4.2 Absatzvolumen Der Absatz von Mineralölerzeugnissen, eine der wichtigsten internen Steuerungsgrößen des Unternehmens, lag 2023 mit rund 6,3 Mio. Tonnen über dem Vorjahreswert (rund 5,2 Mio. Tonnen), und blieb damit auf dem Niveau der prognostizierten Menge (6,2 Mio. Tonnen). Das Unternehmen hatte auf Basis der Planung für 2024 eine Erhöhung des Absatzvolumens auf 7,6 Mio. Tonnen erwartet. 5 Prognose-, Chancen- und Risikobericht 5.1 Prognosebericht Bei dem Mineralölhandel handelt es sich um einen großen, komplexen und volatilen Markt, der von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird, auf die das Unternehmen größtenteils keinen Einfluss hat und die dementsprechend nicht einfach vorhersehbar sind und nicht leicht in die Planung einbezogen werden können. Bei diesen Faktoren, auf die das Unternehmen keinen Einfluss hat, handelt es sich beispielsweise um einen frühen bzw. verspäteten Anfang des Winters und/oder dessen Ausprägung sowie Handelsmargen, Arbitragemöglichkeiten und globale Ereignisse bzw. Konflikte. Der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie der Konflikt in und um Israel hat das Jahr 2024 und wird voraussichtlich auch das Jahr 2025 prägen. Die voraussichtlich anhaltenden Embargos und Sanktionen gegen russisches Öl sowie die zunehmend als Pattsituation beschriebene Lage in der Ukraine lassen keine baldige Rückkehr zur Normalität erwarten. Gleichzeitig dürften die Zinssenkungen der EZB und der US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte 2024 sowie die Maßnahmen der chinesischen Notenbank ab 2025 ihre Wirkung in der Realwirtschaft entfalten. Mögliche Auswirkungen aus internationalen Handels- und Zollkonflikten lassen sich derzeit nicht seriös abschätzen. Die Rohölpreisentwicklung bleibt von Unsicherheiten auf der Angebots- und Nachfrageseite geprägt. Auch wenn wir im Zuge der Energiewende grundsätzlich mit einem langsamen Rückgang der Nachfrage nach Heizöl und verwandten Produkten rechnen, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2025 keinen deutlichen Mengenrückgang. Unter Berücksichtigung des derzeit unsicheren Marktumfelds ging das Unternehmen in der Planungsphase für 2024 von Umsatzerlösen in Höhe von rund € 8,5 Mrd beruhend auf einer Steigerung der Absatzmenge von ca. 20 % sowie steigenden Preisen. Aufgrund der Erwartung einer sinkenden Marge wurde für das Jahr 2024 mit einem Rohertrag in einer Bandbreite von € 98 Mio. bis € 102 Mio. und einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite von € 60 Mio. bis € 64 Mio. gerechnet. Aufgrund aktueller Erkenntnisse während der nachträglichen Erstellung des Lageberichts für das Geschäftsjahr 2023 zeichnet sich jedoch ab, dass das Ergebnis für 2024 hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben wird. Der Umsatz 2024 mit 5,8 Mrd. liegt deutlich unter der Prognose für 2024 und resultiert aus einer reduzierten Absatzmenge von 6,8 Mio Tonnen (11 % unter Plan) bei gleichzeitiger Preisreduktion entgegen der Erwartung. Der geplante Rohertrag wurde mit € 103,6 Mio. übertroffen, das Betriebsergebnis in Höhe € -4,0 Mio. lag jedoch weit unter den Erwartungen. Diese Entwicklung ist insbesondere auf den anhaltend hohem bzw. steigendem Kostendruck zurückzuführen. Gemäß der Planung für das Geschäftsjahr 2025 wird eine Absatzmenge von 8,9 Mio. Tonnen erwartet. Aufgrund des anhaltenden Preisdrucks wird jedoch nur mit einem Umsatz einer Bandbreite von € 6,5 bis € 6,9 Milliarden sowie einem Rohertrag von € 90 Mio. bis € 94 Mio. gerechnet. Als Betriebsergebnis wird mit einer Bandbreite zwischen € 55 Mio. und € 59 Mio. geplant. Die geplante Verbesserung basiert insbesondere auf Kosteneinsparungen, die durch Effizienzsteigerungen, optimierte Beschaffungsprozesse und gezielte Maßnahmen zur Senkung der Betriebsausgaben realisiert werden sollen. 5.2 Chancen- und Risikobericht 5.2.1 Allgemeine Chancen und Risiken Das Unternehmen geht bei der Planung von verschiedenen Szenarien auf Basis regulärer und bekannter Bedingungen aus. Lassen sich auf dem Markt ergebende Chancen und Risiken nicht durch konkrete Pläne zur Vermarktung stützen, werden sie nicht in den Planungszyklus aufgenommen. Dennoch bietet der Markt verschiedene sich kurzfristig ergebende Chancen und Risiken u. a. auf der Umsatz- und Ertragsebene, die durch eine genaue Marktbeobachtung und ein schnelles, flexibles Reagieren zu nutzen bzw. zu mitigieren versucht wird. Chancen und Risiken könnten in Form von Arbitragemöglichkeiten im Handel entstehen. Auch könnten sich anorganische Wachstumschancen für das Unternehmen mit der Übernahme neuer Geschäfte im Rahmen der Gesamtstrategie des Konzerns ergeben. Zu den wesentlichen Ereignissen, die die zukünftige Geschäftsentwicklung positiv oder negativ beeinträchtigen könnten, gehören:
5.2.2 Spezifische Chancen und Risiken Für die wesentlichen Risiken, insbesondere aus schwebenden Warengeschäften, hat das Unternehmen ausreichende Rückstellungen gebildet. Darüber hinaus hat das Unternehmen die folgenden wesentlichen spezifischen Risiken und Chancen - in absteigender Reihenfolge - identifiziert:
Für Informationen zur grundlegenden Ermittlung und Überwachung von Risiken verweisen wir auf den folgenden Abschnitt zum Risikomanagement. 5.2.3 Risikomanagement und -berichterstattung Im Rahmen des Risikomanagements partizipiert das Unternehmen aktiv an der Konzernstrategie, um konzernweit einheitliche Standards und Vorgehensweisen zu gewährleisten. Dieser Service wird als zentraler Bestandteil der strategischen Steuerung vom Konzern eingekauft. Hiermit wird ein ganzheitlicher und integrierter Risikomanagementansatz mit einer klaren Trennung der Verantwortlichkeiten für Risikoannahme und Risikoüberwachung gewährleistet. Dabei adressiert es die vier Hauptfunktionen: Market Risk, Credit Risk, Enterprise Risk und Product Control. Ziel der Risikomanagementfunktion ist es, unabhängig von den kaufmännischen Geschäftsfunktionen Risiken, die den angestrebten Geschäftserfolg gefährden könnten, zu identifizieren, einzuschätzen, zu bewerten und ggf. zu mindern. Der Risikomanagementprozess stützt sich auf eine unabhängige, transparente und systematische Berichterstattung. Die bestehenden Risikomanagementprozesse unterstützen konsequent die Etablierung einer effektiven Risikokultur im Konzern, um so die aktive Steuerung von Risiken aus der Geschäftstätigkeit unter volatilen Marktbedingungen zu ermöglichen. Der Prozess des Risikomanagement erfolgt in fünf Schritten: von der Risikoidentifikation und -bewertung über die Risikominderung bis hin zur Risikoberichterstattung und -überwachung. Dabei werden die ermittelten Risiken entsprechend ihren Auswirkungen auf das Ergebnis und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Im Mittelpunkt des Prozesses steht die transparente Darstellung des Risikoportfolios, einschließlich der Bewertung wirksamer Maßnahmen zur Risikominderung. Dabei stehen dem Risikoteam eine Vielzahl an Maßnahmen zur Risikominderung zur Verfügung, von der Vermeidung, Verminderung und Übertragung bis hin zur Übernahme des entsprechenden Risikos. Im Rahmen der Bewertung der bestehenden Risiken werden risikominimierende Maßnahmen bei der Berechnung des Nettorisikos berücksichtigt. Mit der Bewertung der Risiken hinsichtlich seiner Nettoeintrittswahrscheinlichkeit ergibt sich die potenzielle Ergebnisauswirkung. Mabanaft verfolgt einen ganzheitliches und unternehmensweites Risikomanagement. Dabei ergeben sich die wesentlichen aktiv gesteuerten Risiken des Konzerns aus Preisschwankungen bzw. - volatilität bei den gehandelten Rohstoffprodukten. Für die Markt-/Rohstoffpreisrisiken sind nicht nur die absoluten Preisniveaus maßgeblich, sondern auch die Preisunterschiede zwischen Standorten, Produkten und Lieferzeiträumen. Zur Überwachung und Begrenzung der aus Rohstoffpreisschwankungen/-volatilität resultierenden möglichen Verluste werden ein Value-at-Risk-Modell (VaR) und zusätzliche Stressszenarien eingesetzt. Jede Handelsaktivität unterliegt einem absoluten VaR-Limit, das in einem Handelsmandat erfasst ist. Handelsmandate umfassen darüber hinaus weitere risikobegrenzende Einschränkungen wie Positionslimits, die Anzahl der Handelsplätze, die zugelassenen physischen Produkte und Finanzinstrumente sowie Drawdown-Warnungen. Die Limits werden fortlaufend durch den Risikomanagementprozess überwacht, in dessen Rahmen tägliche Statusberichte an die Geschäftsführung und den Vorstand der Marquard & Bahls AG übermittelt werden. Das Fremdwährungsrisiko aller Kerngeschäftsbereiche des Konzerns unterliegt ebenfalls strengen Richtlinien. Jegliche Fremdwährungsrisiken in Verbindung mit den Handelsaktivitäten des Konzerns werden laufend in Abhängigkeit des zugrunde liegenden Geschäftsvorfalles abgesichert. Die Gesellschaft ist im Zusammenhang mit seiner Geschäftstätigkeit und dem Einsatz derivativer Instrumente Kreditrisiken ausgesetzt, welche laufend bewertet und überwacht werden, um sicherzustellen, dass sie sich innerhalb der festgelegten Kreditrisikokapitallimits bewegen. Darüber hinaus nutzt die Gesellschaft in großem Umfang den Banken- und Versicherungsmarkt, um etwaige Adressenausfallrisiken abzusichern. 5.2.4 Zusammenfassende Risikobeurteilung Das Unternehmen ist unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt, seien es allgemeine Risiken, die sich aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld ergeben, oder Einzelrisiken, die auf den Geschäftstätigkeiten beruhen. Das Unternehmen begegnet diesen Risiken, insbesondere denen, die sich aus den Geschäftstätigkeiten ergeben, mit einem umfassenden Risikomanagement, das durch den Konzern sichergestellt wird. Die aufgeführten Risiken sind für das Unternehmen nicht bestandsgefährdend, weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit.
Hamburg, 6. März 2025 Christoph Lutter (Amtsgericht Hamburg, HRB 182777)Geänderte Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang 2023I. Allgemeine Angaben Die MABANAFT Deutschland GmbH, Hamburg, (Mabanaft Deutschland) ist beim Amtsgericht Hamburg unter der Registernummer HRB 182777 eingetragen (bis zum 8. September 2023: HRA 98961). Mit Formwechselbeschluss vom 22. August 2023 und Eintragung im Handelsregister am 8. September 2023 wurde die MABANAFT Deutschland GmbH & Co. KG formwechselnd nach §§ 193 ff ., 214 ff UmwG in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Mit Wirksamkeit des Formwechsels schied die persönlich haftende Gesellschafterin, MABANAFT Deutschland Beteiligungs GmbH, Hamburg, aus der Gesellschaft aus. Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft (Organgesellschaft) mit der MABANAFT GmbH & Co. KG, Hamburg (Organträger), einen Ergebnisabführungsvertrag, der am 16. Oktober 2023 ins Handelsregister eingetragen wurde, abgeschlossen. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für Jahresabschlüsse von großen Kapitalgesellschaften sowie des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gliederung des Jahresabschlusses erfolgt gemäß den Vorgaben der §§ 266 und 275 HGB und wurde im Vergleich zum Vorjahr unverändert beibehalten. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt worden. Für den ursprünglich mit Datum vom 13. März 2024 aufgestellten Jahresabschluss - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 - hatte die Gesellschaft die Aufstellungserleichterungen des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen und auf die Aufstellung des Anhangs und des Lageberichts verzichtet. Da die Voraussetzungen für die Aufstellungserleichterungen nicht erfüllt wurden, wurde der mit Datum vom 13. März 2024 aufgestellte Jahresabschluss am 6. März 2025 geändert. Die Änderungen beziehen sich auf die:
Hierbei wurde festgestellt, dass ein Betrag in Höhe TEUR 29.294 als Guthaben bei Kreditinstituten anstatt unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen wurde. Dieser Betrag wurde für das Geschäftsjahr 2023 umgegliedert. Es erfolgte keine Korrektur der Vorjahreswerte (TEUR 7.311), so dass die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr diesbezüglich eingeschränkt ist. II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften maßgebend. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Vorräte werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zu Nominalwerten oder niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessen Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Emissionsberechtigungen (aus dem Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG), die entgeltlich erworben wurden, sind bei der Zugangsbewertung mit den Anschaffungskosten inkl. etwaiger Anschaffungsnebenkosten anzusetzen und unter den sonstigen Vermögensgegenständen auszuweisen. Treibhausgasquoten (THG-Quoten), die durch das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen im Inland entstanden sind und dementsprechend unentgeltlich erworben wurden, bewertet die Gesellschaft im Zugangszeitpunkt mit seinem vorsichtig geschätzten Zeitwert und weist die Gesellschaft ebenfalls unter den sonstigen Vermögensgegenständen aus. Als Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens gilt für die Emissionsberechtigungen als auch die THG-Quoten das strenge Niederstwertprinzip gem. § 253 Abs. 4 HGB, d. h., sie werden zum Bilanzstichtag mit den Anschaffungskosten oder einem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bilanziert. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt im Berichtsjahr entsprechend den maßgeblichen Regelungen des HGB nach dem Teilwertverfahren unter Verwendung eines Rechnungszinssatzes von 1,83 % p.a. (Vorjahr 1,79 % p.a.) (10-Jahresdurchschnitt) sowie einer Rentendynamik von 2,25 % p.a. (Vorjahr 2,00 % p.a.) Als biometrische Berechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Vereinfachungsregel gemäß § 253 Abs 2 Satz 2 HGB wurde in Anspruch genommen. Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag, der sich aus dem Ansatz der Pensionsrückstellungen, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre und dem Ansatz der Pensionsrückstellungen, abgezinst zu dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (1,76 %, Vorjahr 1,45 % p.a.) ergibt, beträgt T€ 60 (Vorjahr T€ 309). Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Beträgt die Restlaufzeit mehr als ein Jahr, werden die Rückstellungen mit einem der jeweiligen Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Die Rückstellungen für Mitarbeiterjubiläen wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Teilwertverfahren unter Verwendung eines durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre von 1,76 % p.a. (Vorjahr 1,45 % p.a.), unter Berücksichtigung einer Anwartschaftsdynamik von unverändert 2,5 % p.a. und der BBG-Dynamik von ebenfalls unverändert 2,50 % p.a. Als Gesellschaft, die Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel verkauft, ist Mabanaft Deutschland GmbH an die Vorschriften des "Gesetz über einen nationalen Zertifikathandel für Brennstoffemissionen (Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG)" gebunden und verpflichtet, Rückstellungen zur Abgabe von Emissionsberechtigungen in Höhe der verursachten Emissionen zu bilden. Bei der Rückstellungsbewertung nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB sind die Grundsätze für die Bewertung nach Sachleistungsverpflichtungen zu berücksichtigen. Befindet sich der zur Erfüllung der Sachleistungsverpflichtung zu liefernde Vermögensgegenstand (hier Emissionszertifikate) bereits im Bestand und steht zur Erfüllung der Verpflichtung zur Verfügung, beläuft sich der Buchwert der Sachleistungsverpflichtung auf den nach allgemeinen Grundsätzen fortgeführten Buchwert des zu liefernden Vermögensgegenstands zzgl. notwendiger Transaktionskosten. Eine Abzinsung kommt in diesen Fällen nicht in Betracht. Bestehende Verpflichtungen aus Lebenszeitarbeitskonten gegenüber Mitarbeitern werden mit Vermögensgegenständen gemäß § 246 Abs 2. Satz 2 HGB verrechnet. Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen passiviert. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden gemäß §256a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip und das Anschaffungskostenprinzip beachtet. Latente Steuern werden auf Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Der Berechnung der latenten Steuern im Vorjahr lag ein Steuersatz von 16,4% zugrunde (ausschließlich Gewerbesteuer), der sich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben hätte. Aktive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Sofern sich ein Aktivüberhang ergibt, wird von dem Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 HGB Gebrauch gemacht. Seit dem Berichtsjahr ist die Gesellschaft Organgesellschaft der MABANAFT GmbH & Co. KG, die als Organträgerin die alleinige Steuerschuldnerin ist, d.h. tatsächliche und latente Steuern sind vollständig im Jahresabschluss der Organträgerin auszuweisen, da sie allein die Besteuerungsfolgen trifft. III. Erläuterungen zur Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem beigefügten Anlagespiegel. Im Rahmen des Formwechsels in eine GmbH erfolgte die Rechtsübertragung und -einräumung einer Software (Mabatrade) von der MABANAFT KG an die Gesellschaft. Hierfür erhält die MABANFT KG keine Vergütung, sondern es erfolgt eine Einlage in die Kapitalrücklage der MABANAFT Deutschland (T€ 468). Die eingelegte Software wurde im Berichtsjahr vollständig planmäßig abgeschrieben. 2. Vorratsvermögen Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Im Berichtsjahr ist eine Wertminderung in Höhe von T€ 18.928 (Vorjahr T€ 9.576) erfolgt. Für einen Teil der Vorräte mit einem Buchwert von T€ 39.207 (Vorjahr T€ 51.669) liegen zum Stichtag Abnahmeverpflichtungen durch Dritte vor, bei denen die Preisvereinbarungen den Wertansatz decken und Verluste insofern ausgeschlossen sind. Für diese Bestände unterbleibt daher die Wertminderung auf den niedrigeren Wert des Beschaffungsmarkts. 3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von T€ 45.918 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: T€ 135.711) und in Höhe von T€ 22.532 sonstige Forderungen (Vorjahr T€ 7.001). Die zu einem festen CO 2 -Preis pro Tonne (2023: 30 EUR pro Tonne; 2022: 30 EUR pro Tonne) erworbenen Emissionszertifikate für das Geschäftsjahr 2023 werden in Höhe von € 156 Mio. (Vorjahr € 123 Mio.) unter den sonstigen Vermögensgegenstände ausgewiesen. Des Weiteren enthalten die sonstigen Vermögensgegenständen einen Überhang an THG-Quoten (T€ 7.089), der zum Marktpreis per 31. Dezember 2023 (ca. EUR 137,00) bewertet wurde, sowie Forderungen aus Veräußerung von THG-Quoten an andere Marktteilnehmer in Höhe von T€ 39.375. 4. Aktive latente Steuern Im Vorjahr ergab sich nach Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern ein Aktivüberhang, der nicht aktiviert wurde. Die temporären Differenzen in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz resultierten im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Bewertung von Handelswaren sowie Pensionsverpflichtungen sowie dem Ansatz von Drohverlustrückstellungen nach handelsrechtlichen Grundsätzen. 5. Eigenkapital Vor dem Formwechsel erfolgte mit Gesellschafterbeschluss vom 26. Juli 2023 eine Gutschrift von T€ 95.000 auf dem Ergebniskonto der Kommanditistin zur freien Verfügung. Da nur ein Bilanzgewinn in Höhe von T€ 84.671 bestand, erfolgte eine Minderung der Rücklagen (nach Formwechsel: Kapitalrücklage) um T€ 10.329. Mit Formwechsel wurden die bisherigen Kapitalanteile der Kommanditistin in Höhe von € 33 Mio. zum Stammkapital der GmbH. Alle darüberhinausgehenden Anteile am Eigenkapital der Gesellschaft, wie sie im Abschluss für das letzte Geschäftsjahr vor Wirksamwerden des Formwechsels auszuweisen waren, wurden in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB eingestellt. Im Rahmen des Formwechsels erfolgte eine Sacheinlage über TEUR 468 in die Kapitalrücklage (siehe unter Anlagevermögen). 6. Steuerrückstellungen Die im Vorjahr ausgewiesene Steuerrückstellungen beinhaltete ausschließlich Gewerbesteuer. Aufgrund des Abschlusses des Ergebnisabführungsvertrages im Berichtsjahr ergibt sich zum Bilanzstichtag keine Steuerrückstellung. 7. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen in Höhe von T€ 170.144 (Vorjahr T€ 136.585) gesetzliche Verpflichtungen gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG, in Höhe von T€ 48.684 (Vorjahr T€ 30.034) Rückstellungen für fehlende Eingangsrechnungen sowie in Höhe von T€ 29.299 (Vorjahr T€ 19.542) Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Einkaufs- bzw. Verkaufskontrakten. 8. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen in Höhe von T€ 57.648 (Vorjahr T€ 20.966) Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter aus Ergebnisabführungen bzw. Ergebnisverwendungen aus Vorjahren, in Höhe von T€ 15.012 (Vorjahr: T€ 7.346) solche aus Lieferungen und Leistungen, in Höhe von T€ 13.497 aus Cashpooling (Vorjahr: T€ 0) sowie in Höhe von T€ 0 (Vorjahr T€ 10.626) aus kurzfristigen Darlehensgewährungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Zukünftige Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitkonten gegenüber Mitarbeitern in Höhe von T€ 1.363 (i.Vj. T€ 1.443) wurden erstmalig im Geschäftsjahr 2023 mit den Aktivwerten von Rückdeckungsversicherungen in Höhe von T€ 1.363 (i.Vj. T€ 1.429) verrechnet. Dabei betrugen die Anschaffungskosten der Vermögenswerte T€ 1.363, sowie die Zeitwerte T€ 1.403. 9. Mindestbesteuerung Um die Bedenken über die ungleiche Gewinnverteilung und die ungleichen Steuerabgaben großer multinationaler Unternehmen zu adressieren, hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ("OECD") im Dezember 2021 mit den sog. "Model Rules" das Rahmenwerk für eine internationale Mindestbesteuerung (sog. "Pillar 2-Rules") veröffentlicht. Ziel der nach Maßgabe der OECD weltweit einheitlich anzuwendenden Pillar 2-Regelungen ist, Unternehmensgewinne in niedrig besteuerten Ländern durch Erhebung einer Ergänzungssteuer einer Mindestbesteuerung von 15% zu unterziehen. Die von der Europäischen Union ("EU") zur Umsetzung der Vorgaben der OECD am 15. Dezember 2022 erlassene Richtlinie hat der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des "Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung und weiterer Begleitmaßnahmen" am 10. November 2023 umgesetzt. Nach jetziger Einschätzung wird die Gesellschaft nicht oder nur geringfügig einer Ergänzungssteuer unterliegen, da die regulären Steuersätze in Deutschland oberhalb von 15% liegen. Auch wesentliche steuerfreie Erträge, die den effektiven Steuersatz auf unter 15% sinken lassen können, vereinnahmt die Gesellschaft regelmäßig nicht. V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse gliedern sich nachfolgenden Geschäftsbereichen und geographischen Regionen:
2. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten insbesondere Kurserträge aus Währungsumrechnung T€ 50.607 (Vorjahr: T€ 37.320) sowie Erträge aus Schadensersatzleistungen T€ 10.185 (Vorjahr: T€ 423). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 3.217 (Vorjahr: T€ 695) aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten. 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen Neben den Kursaufwendungen aus Währungsumrechnung T€ 55.402 (Vorjahr T€ 45.145) sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Wesentlichen Transport- und Lagerkosten von T€ 76.695 (Vorjahr T€ 61.249), Konzernumlagen von T€ 7.636 (Vorjahr: T€ 8.306), Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen von T€ 1.341 (Vorjahr T€ 353) sowie Versicherungen von T€ 1.454 (Vorjahr: T€ 1.764) enthalten. 4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfasst im Geschäftsjahr aufgrund des abgeschlossenen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags ausschließlich periodenfremde Steuererträge in Höhe von T€ 317 (Vorjahr periodenfremd: T€ 0). Bei den Steueraufwendungen des Vorjahres handelt es sich ausschließlich um Gewerbesteuer des laufenden Jahres. VI. Sonstige Angaben 1. Unternehmensverträge Zwischen der Mabanaft Deutschland GmbH und der MABANAFT GmbH & Co. KG (Organträger) besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. 2. Mitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 68 (Vorjahr: 65) Arbeitnehmer. Die Mitarbeiterzahl zum Jahresende beträgt 71 (Vorjahr: 67) und enthält ausschließlich Angestellte (davon 68 Mitarbeiter in Vollzeit (Vorjahr: 63), 3 Mitarbeiter in Teilzeit (Vorjahr: 4)). 3. Honorar des Abschlussprüfers Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar für die Abschlussprüfer gem. § 285 Nr. 17 HGB betrug T€ 118. Es entfiel mit T€ 91 auf Abschlussprüfungsleistungen (davon periodenfremd: T€ 11), mit T€ 21 (im Vorjahr: T€ 67) auf sonstige Bestätigungsleistungen und mit T€ 6 auf Steuerberatungsleistungen. 4. Konzernverhältnisse Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Marquard & Bahls Aktiengesellschaft, Hamburg, (größter Kreis von Unternehmen) einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird im Unternehmensregister offengelegt. Darüber hinaus wird die Gesellschaft in den Teilkonzernabschluss der MABANAFT GmbH & Co. KG, Hamburg, (kleinster Kreis von Unternehmen) einbezogen. Dieser Teilkonzernabschluss wird nicht offengelegt. 5. Haftungsverhältnisse Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse im Sinne von Haftung für Verbindlichkeiten oder Verpflichtungen gegenüber Dritten, die nicht bereits in der Bilanz oder im Anhang berücksichtigt sind. Es sind keine Eventualverbindlichkeiten oder sonstige haftungsrelevante Verpflichtungen bekannt, die eine Auswirkung auf die finanzielle Lage des Unternehmens haben könnten. 6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag bestehen folgende finanzielle Verpflichtungen aus Mietverpflichtungen:
7. Geschäftsführung Bis zum Formwechsel erfolgte die Geschäftsführung durch die Komplementärin MABANAFT Deutschland Beteiligungs GmbH, Hamburg, vertreten durch die Geschäftsführer:
Nach Formwechsel wurde die Geschäftsführung der MABANAFT Deutschland GmbH von Christoph Hendrik Lutter, Hamburg (Einzelvertretungsberechtigt) wahrgenommen Von der Offenlegung der Geschäftsführervergütung gemäß § 285 Nr. 9a HGB wurde aufgrund der mittelbaren Schutzwirkung des § 286 Abs. 4 HGB abgesehen. 8. Ergebnisverwendung Das Jahresergebnis in Höhe von € 66,7 Mio. wird entsprechend den Regelungen des Ergebnisabführungsvertrags (EAV) an den Organträger (Mabanaft GmbH & Co. KG) abgeführt. 9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag haben sich bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses nicht ergeben.
Hamburg, 6. März 2025 MABANAFT Deutschland GmbH Christoph Hendrik Lutter Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Nachtragsprüfung gemäß § 316 Abs. 3 HGB(Amtsgericht Hamburg, HRB 182777)Geänderte Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang 2023I. Allgemeine Angaben Die MABANAFT Deutschland GmbH, Hamburg, (Mabanaft Deutschland) ist beim Amtsgericht Hamburg unter der Registernummer HRB 182777 eingetragen (bis zum 8. September 2023: HRA 98961). Mit Formwechselbeschluss vom 22. August 2023 und Eintragung im Handelsregister am 8. September 2023 wurde die MABANAFT Deutschland GmbH & Co. KG formwechselnd nach §§ 193 ff., 214 ff UmwG in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Mit Wirksamkeit des Formwechsels schied die persönlich haftende Gesellschafterin, MABANAFT Deutschland Beteiligungs GmbH, Hamburg, aus der Gesellschaft aus. Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft (Organgesellschaft) mit der MABANAFT GmbH & Co. KG, Hamburg (Organträger), einen Ergebnisabführungsvertrag, der am 16. Oktober 2023 ins Handelsregister eingetragen wurde, abgeschlossen. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für Jahresabschlüsse von großen Kapitalgesellschaften sowie des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gliederung des Jahresabschlusses erfolgt gemäß den Vorgaben der §§ 266 und 275 HGB und wurde im Vergleich zum Vorjahr unverändert beibehalten. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt worden. Für den ursprünglich mit Datum vom 13. März 2024 aufgestellten Jahresabschluss - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 - hatte die Gesellschaft die Aufstellungserleichterungen des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen und auf die Aufstellung des Anhangs und des Lageberichts verzichtet. Da die Voraussetzungen für die Aufstellungserleichterungen nicht erfüllt wurden, wurde der mit Datum vom 13. März 2024 aufgestellte Jahresabschluss am 6. März 2025 geändert. Die Änderungen beziehen sich auf die:
Hierbei wurde festgestellt, dass ein Betrag in Höhe TEUR 29.294 als Guthaben bei Kreditinstituten anstatt unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen wurde. Dieser Betrag wurde für das Geschäftsjahr 2023 umgegliedert. Es erfolgte keine Korrektur der Vorjahreswerte (TEUR 7.311), so dass die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr diesbezüglich eingeschränkt ist. II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften maßgebend. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Vorräte werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zu Nominalwerten oder niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessen Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Emissionsberechtigungen (aus dem Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG), die entgeltlich erworben wurden, sind bei der Zugangsbewertung mit den Anschaffungskosten inkl. etwaiger Anschaffungsnebenkosten anzusetzen und unter den sonstigen Vermögensgegenständen auszuweisen. Treibhausgasquoten (THG-Quoten), die durch das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen im Inland entstanden sind und dementsprechend unentgeltlich erworben wurden, bewertet die Gesellschaft im Zugangszeitpunkt mit seinem vorsichtig geschätzten Zeitwert und weist die Gesellschaft ebenfalls unter den sonstigen Vermögensgegenständen aus. Als Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens gilt für die Emissionsberechtigungen als auch die THG-Quoten das strenge Niederstwertprinzip gem. § 253 Abs. 4 HGB, d. h., sie werden zum Bilanzstichtag mit den Anschaffungskosten oder einem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bilanziert. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt im Berichtsjahr entsprechend den maßgeblichen Regelungen des HGB nach dem Teilwertverfahren unter Verwendung eines Rechnungszinssatzes von 1,83 % p.a. (Vorjahr 1,79 % p.a.) (10-Jahresdurchschnitt) sowie einer Rentendynamik von 2,25 % p.a. (Vorjahr 2,00 % p.a.) Als biometrische Berechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Vereinfachungsregel gemäß § 253 Abs 2 Satz 2 HGB wurde in Anspruch genommen. Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag, der sich aus dem Ansatz der Pensionsrückstellungen, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre und dem Ansatz der Pensionsrückstellungen, abgezinst zu dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (1,76 %, Vorjahr 1,45 % p.a.) ergibt, beträgt T€ 60 (Vorjahr T€ 309). Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Beträgt die Restlaufzeit mehr als ein Jahr, werden die Rückstellungen mit einem der jeweiligen Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Die Rückstellungen für Mitarbeiterjubiläen wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Teilwertverfahren unter Verwendung eines durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre von 1,76 % p.a. (Vorjahr 1,45 % p.a.), unter Berücksichtigung einer Anwartschaftsdynamik von unverändert 2,5 % p.a. und der BBG-Dynamik von ebenfalls unverändert 2,50 % p.a. Als Gesellschaft, die Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel verkauft, ist Mabanaft Deutschland GmbH an die Vorschriften des "Gesetz über einen nationalen Zertifikathandel für Brennstoffemissionen (Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG)" gebunden und verpflichtet, Rückstellungen zur Abgabe von Emissionsberechtigungen in Höhe der verursachten Emissionen zu bilden. Bei der Rückstellungsbewertung nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB sind die Grundsätze für die Bewertung nach Sachleistungsverpflichtungen zu berücksichtigen. Befindet sich der zur Erfüllung der Sachleistungsverpflichtung zu liefernde Vermögensgegenstand (hier Emissionszertifikate) bereits im Bestand und steht zur Erfüllung der Verpflichtung zur Verfügung, beläuft sich der Buchwert der Sachleistungsverpflichtung auf den nach allgemeinen Grundsätzen fortgeführten Buchwert des zu liefernden Vermögensgegenstands zzgl. notwendiger Transaktionskosten. Eine Abzinsung kommt in diesen Fällen nicht in Betracht. Bestehende Verpflichtungen aus Lebenszeitarbeitskonten gegenüber Mitarbeitern werden mit Vermögensgegenständen gemäß § 246 Abs 2. Satz 2 HGB verrechnet. Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen passiviert. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden gemäß §256a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip und das Anschaffungskostenprinzip beachtet. Latente Steuern werden auf Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Der Berechnung der latenten Steuern im Vorjahr lag ein Steuersatz von 16,4% zugrunde (ausschließlich Gewerbesteuer), der sich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben hätte. Aktive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Sofern sich ein Aktivüberhang ergibt, wird von dem Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 HGB Gebrauch gemacht. Seit dem Berichtsjahr ist die Gesellschaft Organgesellschaft der MABANAFT GmbH & Co. KG, die als Organträgerin die alleinige Steuerschuldnerin ist, d.h. tatsächliche und latente Steuern sind vollständig im Jahresabschluss der Organträgerin auszuweisen, da sie allein die Besteuerungsfolgen trifft. III. Erläuterungen zur Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem beigefügten Anlagespiegel. Im Rahmen des Formwechsels in eine GmbH erfolgte die Rechtsübertragung und -einräumung einer Software (Mabatrade) von der MABANAFT KG an die Gesellschaft. Hierfür erhält die MABANFT KG keine Vergütung, sondern es erfolgt eine Einlage in die Kapitalrücklage der MABANAFT Deutschland (T€ 468). Die eingelegte Software wurde im Berichtsjahr vollständig planmäßig abgeschrieben. 2. Vorratsvermögen Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Im Berichtsjahr ist eine Wertminderung in Höhe von T€ 18.928 (Vorjahr T€ 9.576) erfolgt. Für einen Teil der Vorräte mit einem Buchwert von T€ 39.207 (Vorjahr T€ 51.669) liegen zum Stichtag Abnahmeverpflichtungen durch Dritte vor, bei denen die Preisvereinbarungen den Wertansatz decken und Verluste insofern ausgeschlossen sind. Für diese Bestände unterbleibt daher die Wertminderung auf den niedrigeren Wert des Beschaffungsmarkts. 3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von T€ 45.918 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: T€ 135.711) und in Höhe von T€ 22.532 sonstige Forderungen (Vorjahr T€ 7.001). Die zu einem festen CO 2 -Preis pro Tonne (2023: 30 EUR pro Tonne; 2022: 30 EUR pro Tonne) erworbenen Emissionszertifikate für das Geschäftsjahr 2023 werden in Höhe von € 156 Mio. (Vorjahr € 123 Mio.) unter den sonstigen Vermögensgegenstände ausgewiesen. Des Weiteren enthalten die sonstigen Vermögensgegenständen einen Überhang an THG-Quoten (T€ 7.089), der zum Marktpreis per 31. Dezember 2023 (ca. EUR 137,00) bewertet wurde, sowie Forderungen aus Veräußerung von THG-Quoten an andere Marktteilnehmer in Höhe von T€ 39.375. 4. Aktive latente Steuern Im Vorjahr ergab sich nach Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern ein Aktivüberhang, der nicht aktiviert wurde. Die temporären Differenzen in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz resultierten im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Bewertung von Handelswaren sowie Pensionsverpflichtungen sowie dem Ansatz von Drohverlustrückstellungen nach handelsrechtlichen Grundsätzen. 5. Eigenkapital Vor dem Formwechsel erfolgte mit Gesellschafterbeschluss vom 26. Juli 2023 eine Gutschrift von T€ 95.000 auf dem Ergebniskonto der Kommanditistin zur freien Verfügung. Da nur ein Bilanzgewinn in Höhe von T€ 84.671 bestand, erfolgte eine Minderung der Rücklagen (nach Formwechsel: Kapitalrücklage) um T€ 10.329. Mit Formwechsel wurden die bisherigen Kapitalanteile der Kommanditistin in Höhe von € 33 Mio. zum Stammkapital der GmbH. Alle darüberhinausgehenden Anteile am Eigenkapital der Gesellschaft, wie sie im Abschluss für das letzte Geschäftsjahr vor Wirksamwerden des Formwechsels auszuweisen waren, wurden in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB eingestellt. Im Rahmen des Formwechsels erfolgte eine Sacheinlage über TEUR 468 in die Kapitalrücklage (siehe unter Anlagevermögen). 6. Steuerrückstellungen Die im Vorjahr ausgewiesene Steuerrückstellungen beinhaltete ausschließlich Gewerbesteuer. Aufgrund des Abschlusses des Ergebnisabführungsvertrages im Berichtsjahr ergibt sich zum Bilanzstichtag keine Steuerrückstellung. 7. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen in Höhe von T€ 170.144 (Vorjahr T€ 136.585) gesetzliche Verpflichtungen gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG, in Höhe von T€ 48.684 (Vorjahr T€ 30.034) Rückstellungen für fehlende Eingangsrechnungen sowie in Höhe von T€ 29.299 (Vorjahr T€ 19.542) Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Einkaufs- bzw. Verkaufskontrakten. 8. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen in Höhe von T€ 57.648 (Vorjahr T€ 20.966) Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter aus Ergebnisabführungen bzw. Ergebnisverwendungen aus Vorjahren, in Höhe von T€ 15.012 (Vorjahr: T€ 7.346) solche aus Lieferungen und Leistungen, in Höhe von T€ 13.497 aus Cashpooling (Vorjahr: T€ 0) sowie in Höhe von T€ 0 (Vorjahr T€ 10.626) aus kurzfristigen Darlehensgewährungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Zukünftige Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitkonten gegenüber Mitarbeitern in Höhe von T€ 1.363 (i.Vj. T€ 1.443) wurden erstmalig im Geschäftsjahr 2023 mit den Aktivwerten von Rückdeckungsversicherungen in Höhe von T€ 1.363 (i.Vj. T€ 1.429) verrechnet. Dabei betrugen die Anschaffungskosten der Vermögenswerte T€ 1.363, sowie die Zeitwerte T€ 1.403. 9. Mindestbesteuerung Um die Bedenken über die ungleiche Gewinnverteilung und die ungleichen Steuerabgaben großer multinationaler Unternehmen zu adressieren, hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ("OECD") im Dezember 2021 mit den sog. "Model Rules" das Rahmenwerk für eine internationale Mindestbesteuerung (sog. "Pillar 2-Rules") veröffentlicht. Ziel der nach Maßgabe der OECD weltweit einheitlich anzuwendenden Pillar 2-Regelungen ist, Unternehmensgewinne in niedrig besteuerten Ländern durch Erhebung einer Ergänzungssteuer einer Mindestbesteuerung von 15% zu unterziehen. Die von der Europäischen Union ("EU") zur Umsetzung der Vorgaben der OECD am 15. Dezember 2022 erlassene Richtlinie hat der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des "Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung und weiterer Begleitmaßnahmen" am 10. November 2023 umgesetzt. Nach jetziger Einschätzung wird die Gesellschaft nicht oder nur geringfügig einer Ergänzungssteuer unterliegen, da die regulären Steuersätze in Deutschland oberhalb von 15% liegen. Auch wesentliche steuerfreie Erträge, die den effektiven Steuersatz auf unter 15% sinken lassen können, vereinnahmt die Gesellschaft regelmäßig nicht. V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse gliedern sich nachfolgenden Geschäftsbereichen und geographischen Regionen:
2. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten insbesondere Kurserträge aus Währungsumrechnung T€ 50.607 (Vorjahr: T€ 37.320) sowie Erträge aus Schadensersatzleistungen T€ 10.185 (Vorjahr: T€ 423). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 3.217 (Vorjahr: T€ 695) aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten. 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen Neben den Kursaufwendungen aus Währungsumrechnung T€ 55.402 (Vorjahr T€ 45.145) sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Wesentlichen Transport- und Lagerkosten von T€ 76.695 (Vorjahr T€ 61.249), Konzernumlagen von T€ 7.636 (Vorjahr: T€ 8.306), Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen von T€ 1.341 (Vorjahr T€ 353) sowie Versicherungen von T€ 1.454 (Vorjahr: T€ 1.764) enthalten. 4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfasst im Geschäftsjahr aufgrund des abgeschlossenen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags ausschließlich periodenfremde Steuererträge in Höhe von T€ 317 (Vorjahr periodenfremd: T€ 0). Bei den Steueraufwendungen des Vorjahres handelt es sich ausschließlich um Gewerbesteuer des laufenden Jahres. VI. Sonstige Angaben 1. Unternehmensverträge Zwischen der Mabanaft Deutschland GmbH und der MABANAFT GmbH & Co. KG (Organträger) besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. 2. Mitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 68 (Vorjahr: 65) Arbeitnehmer. Die Mitarbeiterzahl zum Jahresende beträgt 71 (Vorjahr: 67) und enthält ausschließlich Angestellte (davon 68 Mitarbeiter in Vollzeit (Vorjahr: 63), 3 Mitarbeiter in Teilzeit (Vorjahr: 4)). 3. Honorar des Abschlussprüfers Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar für die Abschlussprüfer gem. § 285 Nr. 17 HGB betrug T€ 118. Es entfiel mit T€ 91 auf Abschlussprüfungsleistungen (davon periodenfremd: T€ 11), mit T€ 21 (im Vorjahr: T€ 67) auf sonstige Bestätigungsleistungen und mit T€ 6 auf Steuerberatungsleistungen. 4. Konzernverhältnisse Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Marquard & Bahls Aktiengesellschaft, Hamburg, (größter Kreis von Unternehmen) einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird im Unternehmensregister offengelegt. Darüber hinaus wird die Gesellschaft in den Teilkonzernabschluss der MABANAFT GmbH & Co. KG, Hamburg, (kleinster Kreis von Unternehmen) einbezogen. Dieser Teilkonzernabschluss wird nicht offengelegt. 5. Haftungsverhältnisse Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse im Sinne von Haftung für Verbindlichkeiten oder Verpflichtungen gegenüber Dritten, die nicht bereits in der Bilanz oder im Anhang berücksichtigt sind. Es sind keine Eventualverbindlichkeiten oder sonstige haftungsrelevante Verpflichtungen bekannt, die eine Auswirkung auf die finanzielle Lage des Unternehmens haben könnten. 6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag bestehen folgende finanzielle Verpflichtungen aus Mietverpflichtungen:
7. Geschäftsführung Bis zum Formwechsel erfolgte die Geschäftsführung durch die Komplementärin MABANAFT Deutschland Beteiligungs GmbH, Hamburg, vertreten durch die Geschäftsführer:
Nach Formwechsel wurde die Geschäftsführung der MABANAFT Deutschland GmbH von Christoph Hendrik Lutter, Hamburg (Einzelvertretungsberechtigt) wahrgenommen Von der Offenlegung der Geschäftsführervergütung gemäß § 285 Nr. 9a HGB wurde aufgrund der mittelbaren Schutzwirkung des § 286 Abs. 4 HGB abgesehen. 8. Ergebnisverwendung Das Jahresergebnis in Höhe von € 66,7 Mio. wird entsprechend den Regelungen des Ergebnisabführungsvertrags (EAV) an den Organträger (Mabanaft GmbH & Co. KG) abgeführt. 9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag haben sich bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses nicht ergeben.
Hamburg, 6. März 2025 MABANAFT Deutschland GmbH Christoph Hendrik Lutter Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Lagebericht Geschäftsjahr 20231 Grundlagen der Gesellschaft MABANAFT Deutschland GmbH (das "Unternehmen") ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Mabanaft GmbH & Co. KG die mit weiteren Tochtergesellschaften (der "Konzern") als führender unabhängiger und integrierter Energiekonzern am Markt auftritt. Das Unternehmen ist, vornehmlich unter der Marke MABANAFT, im Import, Vertrieb und in der Vermarktung von Erdölprodukten, Erdgasflüssigkeiten und Chemikalien tätig und unterstützt seine Kunden beim Übergang zu umweltfreundlicheren Kraftstoffen, indem er alternative langfristige Lösungen anbietet. Das Unternehmen bietet einen ganzheitlichen Ansatz, d.h. den Kunden werden die Produkte inklusive Verarbeitung, Lagerung und Transport angeboten. Im Berichtsjahr erfolgte ein Formwechsel der Gesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Des Weiteren wurde mit der MABANAFT GmbH & Co. KG (Organträger) ein Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. 2 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Den Schätzungen der IEA zufolge ist die globale Nachfrage nach Öl im Laufe des Jahres um über 2 % auf 102 mb/d angestiegen. Dabei wird sich dieses Wachstum voraussichtlich überwiegend in einigen Ländern außerhalb der OECD abspielen - vor allem in China. Die Wirtschaft in der Eurozone stagnierte im Jahre 2023 weitestgehend und stand bei einer über dem Zielwert liegenden Inflation am Rande einer Rezession. Die chinesische Wirtschaft ist auf dem besten Wege, das angepeilte BIP-Wachstumsziel von 5 % für das Jahr 2023 zu erreichen. In den USA, wo sich die Konjunktur bisher angesichts der historischen Zinsanhebung der US-Notenbank (Federal Reserve) äußerst resilient gezeigt hat, bahnt sich hingegen allmählich eine Abkühlung an. Die Auswirkungen dieser makroökonomischen Herausforderungen werden im nächsten Jahr immer deutlicher zu spüren sein. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft Europas, herrschten im Jahr 2023 negative wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Ölnachfrage ging stärker zurück als in jedem anderen Land. Der Rückgang in 2023 um 5,5 % ging hauptsächlich von Gasöl in Verbindung mit der Fertigungsindustrie aus. Die globalen Ölbestände blieben auf niedrigem Niveau bei einem gleichzeitigen Anstieg der Ölnachfrage. Das Wachstum der globalen Ölbestände im Jahr 2024 liegt über den Erwartungen. Die Sorge, dass sich der Krieg zwischen Israel und der Hamas in einen größeren regionalen Konflikt ausweiten könnte und die Ölversorgungsströme unterbricht, hat sich bisher nicht bestätigt. Sollten keine größeren unvorhergesehenen Ausfälle eintreten, befindet sich das Wachstum der weltweiten Ölbestände auf einem stabilen Aufwärtskurs. Trotz der Förderkürzungen seitens der OPEC+ befinden sich die Länder außerhalb der OPEC+ mit ihrer rekordverdächtigen Fördermenge auch weiterhin an der Spitze des weltweiten Wachstums. In Anbetracht des oben genannten erwarteten Nachfragerückgangs zeigt der Markt im Jahr 2024 eine Überangebotsphase. Zum Winteranfang 2023 auf der Nordhalbkugel überstieg die Nachfrage den vorhandenen Ölbestand und die Marktverhältnisse waren auch weiterhin anfällig für erhöhte wirtschaftliche und geopolitische Risiken. - die auch im Jahr 2024 zu sinkenden Preisen und erhöhter Volatilität führte. 3 Analyse der Vermögens- Finanz- und Ertragslage 3.1 Ertragslage und Geschäftsverlauf des Unternehmens Zur internen Steuerung werden die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren Absatzmenge, Rohertrag sowie das Betriebsergebnis (EBIT) verwandt. Trotz erhöhter Absatzmenge in Höhe von rund 6,3 Millionen Tonnen im Jahr 2023 (Vorjahr 5,2 Millionen Tonnen) blieben die Umsatzerlöse aufgrund von Preissenkungen annähernd stabil bei € 5,9 Milliarden. Der prognostizierte Umsatz zwischen € 5,2 Milliarden und 5,6 Milliarden konnte deutlich überschritten werden. Der Anstieg des Materialaufwands um € 71 Mio. auf € 5,8 Milliarden führte zu einem Rückgang des Rohertrags (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) von € 190,1 Mio. im Jahr 2022 auf € 171,3 Mio. im Jahr 2023. Dies resultiert daraus, dass die Preisreduzierung im Einkauf geringer ausfielen als beim Verkauf. Bei im Vergleich zum Vorjahr konstanter Mitarbeiteranzahl sank der Personalaufwand von T€ 19.829 auf T€ 13.682 insbesondere aufgrund wesentlich geringerer, ergebnisabhängiger Boni. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um T€ 35.821 auf TEUR 156.354 resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Transport- und Lagerkosten (+T€ 15.446), höheren Aufwendungen aus Währungsumrechnung (+ T€ 10.257) sowie Aufwendungen aus Termin- /Options/Sicherungsgeschäften (+ T€ 8.494). In Summe ergibt sich ein Rückgang des ausgewiesenen Betriebsergebnisses um T€ 49.303 auf T€ 65.465 im Jahr 2023. Damit wurde das prognostizierte Betriebsergebnis für 2023 von € 66 Mio. bis € 70 Mio. knapp verfehlt. Der Anstieg der Zinserträge um T€ 5.067 resultiert im Wesentlichen aus kurzfristigen Geldanlagen bei der Muttergesellschaft Mabanaft GmbH & Co. KG. Auf Grund des im Geschäftsjahr abgeschlossenem Ergebnisabführungsvertrages entsteht bei der Gesellschaft kein laufender Steueraufwand. Des Weiteren wird das Ergebnis im Berichtsjahr erstmalig vollständig an den Organträger, die Mabanaft GmbH & Co. KG, abgeführt. Das Jahresergebnis vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und vor Ergebnisabführung von T€ 66.407 (Vorjahr T€ 111.941) übertraf jedoch aufgrund des positiven Finanzergebnisses die Prognose zwischen € 55 Mio. und € 59 Mio. 3.2 Ertragslage und Geschäftsentwicklung nach Geschäftsbereichen Die Gesellschaft ist bestrebt, eine vollintegrierte Downstream-Energieversorgung zu betreiben, dabei wird die Steuerung des Unternehmens in die nachfolgenden Geschäftsbereiche zusammengefasst: New Energy, Supply and Infrastructure (NESI) Supply and Infrastructure Supply & Optimisation bestehend aus dem internationalen Geschäft, welches in Deutschland (einschließlich Biokraftstoffe) den Vertrieb sowie die Optimierung der Versorgung beinhaltet. Der Geschäftsbereich Supply & Optimisation und das Handelsgeschäft des Unternehmens haben das vergangene Geschäftsjahr mit einem Ergebnis abgeschlossen, das den Erwartungen weitestgehend entsprach. Das Bio-Team wurde erweitert und hat verschiedene Initiativen in der Region eingeleitet, einschließlich in den Bereichen Versorgung/Beschaffung und Blending, um die Nachfrage verschiedener Kundensegmente nach kohlenstoffarmen Kraftstoffen zu erfüllen, z. B. Sustainable Aviation Fuels (SAF) für den Geschäftsbereich Aviation. New Energy Dieses Segment umfasst die Entwicklung und den Vertrieb von innovativen, kohlenstoffarmen Energielösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um der steigenden Kundennachfrage nach nachhaltigen Produkten nachzukommen. Diese werden, sobald sie einen ausreichenden Umfang erreichen, in weitere Portfolios des Unternehmens integriert. Die Aktivitäten umfassen somit Upstream-Projekte wie die Herstellung von E-Fuels (z. B. SAF), Midstream-Investitionen in die Umnutzung der konventionellen Kraftstoffterminals von Mabanaft zur Lagerung kohlenstoffarmer/kohlenstofffreier Kraftstoffe sowie Downstream-Geschäfte, für die erste indikative Lieferverträge unterschrieben wurden, z. B. mit Reedereien. Alle kohlenstoffarmen und kohlenstofffreien Produkte sind ebenfalls abgedeckt, d. h. kohlenstoffarmer und kohlenstofffreier Wasserstoff sowie dessen Derivate und E-Fuels. Das Power, Gas & Emissions Team als Dienstleister des Unternehmens war an verschiedenen Initiativen beteiligt, unter anderem im Bereich der Bereitstellung von CO 2 -Kompensationslösungen, dem Energiekostenmanagement und dem Management von Rohstoffen für die Strom- und Gasproduktion sowie ESG. Sales and Marketing Der Schwerpunkt der Sales and Marketing liegt in erster Linie auf der engeren Ausrichtung auf die Energiebedarfe der Kunden in verschiedenen Bereichen sowie auf der engen Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich NESI, um kohlenstoffarme Kraftstoffe anbieten zu können. Unser Schwerpunkt liegt dabei darauf, unsere Bestandskunden mit einer wachsenden Palette von konventionellen und sauberen Energielösungen zu versorgen. Der Bereich Wholesale, Aviation and Marine umfasst in Deutschland die Versorgung von inländischen Großhandelsmärkten sowie Schifffahrts-/Industriekunden und hat auch in diesem Jahr wieder gute Ergebnisse erzielt. Dank unserem integrierten Geschäftsbetrieb waren wir in der Lage, trotz einer herausfordernden Situation in der Lieferkette (niedrige Wasserstände im Rhein und Überflutungen zu verschiedenen Zeitpunkten während des Jahres) die Versorgungssicherheit sicherzustellen. 3.3 Vermögens- und Finanzlage Das Geschäft des Unternehmens ist weitgehend kurzfristiger Natur. Daher sind für das Tagesgeschäft kurzfristige Betriebsmittelkreditlinien erforderlich. Das Unternehmen partizipiert an der konzernweiten Finanzierungsstrategie, notwendige Cash-Positionen/Refinanzierungen werden durch die Konzernmutter sichergestellt. Des Weiteren nimmt das Unternehmen am Cash Pooling des Mutterunternehmens teil. Die Schwankungen und Veränderungen im Umlaufvermögen sowie der kurzfristigen Verbindlichkeiten folgen regelmäßig der Preisentwicklung der Mineralölerzeugnisse und den saisonalen Veränderungen der Handelsaktivität. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um € 188,1 Mio auf € 1.007 Mio. erhöht, welches im Wesentlichen auf die Erhöhung des Vorratsbestands sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beruht. Aufgrund erhöhter Einkäufe vor dem Stichtag ist der Vorratsbestand zum Stichtag um € 72,3 Mio auf € 254,7 Mio. gestiegen. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um € 185,9 Mio. sowie der Rückgang der Forderungen aus verbundenen Unternehmen resultiert aus Forderungen gegen Oil! Tankstellen GmbH in Höhe von € 44,6 Mio. (Vorjahr: € 105,6 Mio.), welche seit der Veräußerung der Anteile an Oil! Tankstellen GmbH aus dem Konzernverbund im November 2023 als Forderungen gegen Dritte ausgewiesen werden. Die Reduzierung des Eigenkapitals von € 147,7 Mio. auf € 53,1 Mio. beruht insbesondere aus einer Ausschüttung an den Gesellschafter in Höhe von € 95 Mio. sowie auf dem im Geschäftsjahr 2023 abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrags. Im Zusammenhang mit der höheren Bilanzsumme reduzierte sich die Eigenkapitalquote von 18,0 % im Vorjahr auf 5,3%. Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen um € 56,6 Mio resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Rückstellungen für Emissionsberechtigung um € 32,0 Mio. und der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen um € 18,6 Mio. Basierend auf den Vorschriften des "Gesetz über einen nationalen Zertifikathandel für Brennstoffemissionen (Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG)" weist die Gesellschaft Rückstellungen zur Abgabe von Emissionsberechtigungen in Höhe der verursachten Emissionen in Höhe von € 170 Mio. (Vorjahr € 138 Mio.) aus, denen erworbenen Emissionszertifikate in Höhe von € 156 Mio. (Vorjahr € 123 Mio.) entgegenstehen. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um € 96,5 Mio. korrespondiert mit dem erhöhten Vorratsbestand aufgrund höherer Einkäufe zum Jahresende. Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten um € 95,3 Mio resultiert im Wesentlichen aus der höheren Umsatzsteuerverbindlichkeit (+ € 90,4 Mio). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen in Höhe von rund € 944 Mio. (2022: € 662 Mio.) sind vollständig durch Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens in Höhe von € 1.007 Mio. (2022: € 819 Mio.) gedeckt. Aufgrund der Cashpool-Vereinbarung mit der Muttergesellschaft ist die Gesellschaft jederzeit in der Lage, entstehende Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. 3.4 Zusammenfassung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Lage und das Ergebnis des Unternehmens werden von der Geschäftsführung als solide beurteilt, was seiner Fähigkeit zuzuschreiben ist, trotz der Störungen durch die russische Invasion der Ukraine und des herausfordernden Margenumfelds, insbesondere bedingt durch die Beeinträchtigungen der Lieferwege aufgrund des Niedrigwasserstands des Rheins in Deutschland, eine stabile Versorgung aufrechtzuerhalten. 4 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren 4.1 Mitarbeitende Das Unternehmen einwickelt sich dynamisch - und erfordert daher auch erhebliche Anstrengungen im Hinblick auf eine aktive, zukunftsorientierte Personalentwicklung. Zu den wichtigsten Aufgaben im Personalbereich gehören demnach sowohl die permanente Betreuung als auch die Rekrutierung und Weiterentwicklung talentierter Mitarbeitender und Führungskräfte. Als Tochtergesellschaft der Mabanaft GmbH & Co. KG profitiert das Unternehmen von der einheitlichen und standardisierten Serviceleistung des Konzerns, als auch an einer konzernweit geführten Personalstrategie. Im Jahr 2023 beschäftigte das Unternehmen durchschnittlich 68 Mitarbeitende (2022: durchschnittlich 65 Mitarbeitende). Das Unternehmen hat für 2024 eine stabile Mitarbeiterzahl auf dem Niveau des Berichtsjahres. 4.2 Absatzvolumen Der Absatz von Mineralölerzeugnissen, eine der wichtigsten internen Steuerungsgrößen des Unternehmens, lag 2023 mit rund 6,3 Mio. Tonnen über dem Vorjahreswert (rund 5,2 Mio. Tonnen), und blieb damit auf dem Niveau der prognostizierten Menge (6,2 Mio. Tonnen). Das Unternehmen hatte auf Basis der Planung für 2024 eine Erhöhung des Absatzvolumens auf 7,6 Mio. Tonnen erwartet. 5 Prognose-, Chancen- und Risikobericht 5.1 Prognosebericht Bei dem Mineralölhandel handelt es sich um einen großen, komplexen und volatilen Markt, der von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird, auf die das Unternehmen größtenteils keinen Einfluss hat und die dementsprechend nicht einfach vorhersehbar sind und nicht leicht in die Planung einbezogen werden können. Bei diesen Faktoren, auf die das Unternehmen keinen Einfluss hat, handelt es sich beispielsweise um einen frühen bzw. verspäteten Anfang des Winters und/oder dessen Ausprägung sowie Handelsmargen, Arbitragemöglichkeiten und globale Ereignisse bzw. Konflikte. Der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie der Konflikt in und um Israel hat das Jahr 2024 und wird voraussichtlich auch das Jahr 2025 prägen. Die voraussichtlich anhaltenden Embargos und Sanktionen gegen russisches Öl sowie die zunehmend als Pattsituation beschriebene Lage in der Ukraine lassen keine baldige Rückkehr zur Normalität erwarten. Gleichzeitig dürften die Zinssenkungen der EZB und der US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte 2024 sowie die Maßnahmen der chinesischen Notenbank ab 2025 ihre Wirkung in der Realwirtschaft entfalten. Mögliche Auswirkungen aus internationalen Handels- und Zollkonflikten lassen sich derzeit nicht seriös abschätzen. Die Rohölpreisentwicklung bleibt von Unsicherheiten auf der Angebots- und Nachfrageseite geprägt. Auch wenn wir im Zuge der Energiewende grundsätzlich mit einem langsamen Rückgang der Nachfrage nach Heizöl und verwandten Produkten rechnen, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2025 keinen deutlichen Mengenrückgang. Unter Berücksichtigung des derzeit unsicheren Marktumfelds ging das Unternehmen in der Planungsphase für 2024 von Umsatzerlösen in Höhe von rund € 8,5 Mrd beruhend auf einer Steigerung der Absatzmenge von ca. 20 % sowie steigenden Preisen. Aufgrund der Erwartung einer sinkenden Marge wurde für das Jahr 2024 mit einem Rohertrag in einer Bandbreite von € 98 Mio. bis € 102 Mio. und einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite von € 60 Mio. bis € 64 Mio. gerechnet. Aufgrund aktueller Erkenntnisse während der nachträglichen Erstellung des Lageberichts für das Geschäftsjahr 2023 zeichnet sich jedoch ab, dass das Ergebnis für 2024 hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben wird. Der Umsatz 2024 mit 5,8 Mrd. liegt deutlich unter der Prognose für 2024 und resultiert aus einer reduzierten Absatzmenge von 6,8 Mio Tonnen (11 % unter Plan) bei gleichzeitiger Preisreduktion entgegen der Erwartung. Der geplante Rohertrag wurde mit € 103,6 Mio. übertroffen, das Betriebsergebnis in Höhe € -4,0 Mio. lag jedoch weit unter den Erwartungen. Diese Entwicklung ist insbesondere auf den anhaltend hohem bzw. steigendem Kostendruck zurückzuführen. Gemäß der Planung für das Geschäftsjahr 2025 wird eine Absatzmenge von 8,9 Mio. Tonnen erwartet. Aufgrund des anhaltenden Preisdrucks wird jedoch nur mit einem Umsatz einer Bandbreite von € 6,5 bis € 6,9 Milliarden sowie einem Rohertrag von € 90 Mio. bis € 94 Mio. gerechnet. Als Betriebsergebnis wird mit einer Bandbreite zwischen € 55 Mio. und € 59 Mio. geplant. Die geplante Verbesserung basiert insbesondere auf Kosteneinsparungen, die durch Effizienzsteigerungen, optimierte Beschaffungsprozesse und gezielte Maßnahmen zur Senkung der Betriebsausgaben realisiert werden sollen. 5.2 Chancen- und Risikobericht 5.2.1 Allgemeine Chancen und Risiken Das Unternehmen geht bei der Planung von verschiedenen Szenarien auf Basis regulärer und bekannter Bedingungen aus. Lassen sich auf dem Markt ergebende Chancen und Risiken nicht durch konkrete Pläne zur Vermarktung stützen, werden sie nicht in den Planungszyklus aufgenommen. Dennoch bietet der Markt verschiedene sich kurzfristig ergebende Chancen und Risiken u. a. auf der Umsatz- und Ertragsebene, die durch eine genaue Marktbeobachtung und ein schnelles, flexibles Reagieren zu nutzen bzw. zu mitigieren versucht wird. Chancen und Risiken könnten in Form von Arbitragemöglichkeiten im Handel entstehen. Auch könnten sich anorganische Wachstumschancen für das Unternehmen mit der Übernahme neuer Geschäfte im Rahmen der Gesamtstrategie des Konzerns ergeben. Zu den wesentlichen Ereignissen, die die zukünftige Geschäftsentwicklung positiv oder negativ beeinträchtigen könnten, gehören:
5.2.2 Spezifische Chancen und Risiken Für die wesentlichen Risiken, insbesondere aus schwebenden Warengeschäften, hat das Unternehmen ausreichende Rückstellungen gebildet. Darüber hinaus hat das Unternehmen die folgenden wesentlichen spezifischen Risiken und Chancen - in absteigender Reihenfolge - identifiziert:
Für Informationen zur grundlegenden Ermittlung und Überwachung von Risiken verweisen wir auf den folgenden Abschnitt zum Risikomanagement. 5.2.3 Risikomanagement und -berichterstattung Im Rahmen des Risikomanagements partizipiert das Unternehmen aktiv an der Konzernstrategie, um konzernweit einheitliche Standards und Vorgehensweisen zu gewährleisten. Dieser Service wird als zentraler Bestandteil der strategischen Steuerung vom Konzern eingekauft. Hiermit wird ein ganzheitlicher und integrierter Risikomanagementansatz mit einer klaren Trennung der Verantwortlichkeiten für Risikoannahme und Risikoüberwachung gewährleistet. Dabei adressiert es die vier Hauptfunktionen: Market Risk, Credit Risk, Enterprise Risk und Product Control. Ziel der Risikomanagementfunktion ist es, unabhängig von den kaufmännischen Geschäftsfunktionen Risiken, die den angestrebten Geschäftserfolg gefährden könnten, zu identifizieren, einzuschätzen, zu bewerten und ggf. zu mindern. Der Risikomanagementprozess stützt sich auf eine unabhängige, transparente und systematische Berichterstattung. Die bestehenden Risikomanagementprozesse unterstützen konsequent die Etablierung einer effektiven Risikokultur im Konzern, um so die aktive Steuerung von Risiken aus der Geschäftstätigkeit unter volatilen Marktbedingungen zu ermöglichen. Der Prozess des Risikomanagement erfolgt in fünf Schritten: von der Risikoidentifikation und -bewertung über die Risikominderung bis hin zur Risikoberichterstattung und -überwachung. Dabei werden die ermittelten Risiken entsprechend ihren Auswirkungen auf das Ergebnis und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Im Mittelpunkt des Prozesses steht die transparente Darstellung des Risikoportfolios, einschließlich der Bewertung wirksamer Maßnahmen zur Risikominderung. Dabei stehen dem Risikoteam eine Vielzahl an Maßnahmen zur Risikominderung zur Verfügung, von der Vermeidung, Verminderung und Übertragung bis hin zur Übernahme des entsprechenden Risikos. Im Rahmen der Bewertung der bestehenden Risiken werden risikominimierende Maßnahmen bei der Berechnung des Nettorisikos berücksichtigt. Mit der Bewertung der Risiken hinsichtlich seiner Nettoeintrittswahrscheinlichkeit ergibt sich die potenzielle Ergebnisauswirkung. Mabanaft verfolgt einen ganzheitliches und unternehmensweites Risikomanagement. Dabei ergeben sich die wesentlichen aktiv gesteuerten Risiken des Konzerns aus Preisschwankungen bzw. -volatilität bei den gehandelten Rohstoffprodukten. Für die Markt-/Rohstoffpreisrisiken sind nicht nur die absoluten Preisniveaus maßgeblich, sondern auch die Preisunterschiede zwischen Standorten, Produkten und Lieferzeiträumen. Zur Überwachung und Begrenzung der aus Rohstoffpreisschwankungen/-volatilität resultierenden möglichen Verluste werden ein Value-at-Risk-Modell (VaR) und zusätzliche Stressszenarien eingesetzt. Jede Handelsaktivität unterliegt einem absoluten VaR-Limit, das in einem Handelsmandat erfasst ist. Handelsmandate umfassen darüber hinaus weitere risikobegrenzende Einschränkungen wie Positionslimits, die Anzahl der Handelsplätze, die zugelassenen physischen Produkte und Finanzinstrumente sowie Drawdown-Warnungen. Die Limits werden fortlaufend durch den Risikomanagementprozess überwacht, in dessen Rahmen tägliche Statusberichte an die Geschäftsführung und den Vorstand der Marquard & Bahls AG übermittelt werden. Das Fremdwährungsrisiko aller Kerngeschäftsbereiche des Konzerns unterliegt ebenfalls strengen Richtlinien. Jegliche Fremdwährungsrisiken in Verbindung mit den Handelsaktivitäten des Konzerns werden laufend in Abhängigkeit des zugrunde liegenden Geschäftsvorfalles abgesichert. Die Gesellschaft ist im Zusammenhang mit seiner Geschäftstätigkeit und dem Einsatz derivativer Instrumente Kreditrisiken ausgesetzt, welche laufend bewertet und überwacht werden, um sicherzustellen, dass sie sich innerhalb der festgelegten Kreditrisikokapitallimits bewegen. Darüber hinaus nutzt die Gesellschaft in großem Umfang den Banken- und Versicherungsmarkt, um etwaige Adressenausfallrisiken abzusichern. 5.2.4 Zusammenfassende Risikobeurteilung Das Unternehmen ist unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt, seien es allgemeine Risiken, die sich aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld ergeben, oder Einzelrisiken, die auf den Geschäftstätigkeiten beruhen. Das Unternehmen begegnet diesen Risiken, insbesondere denen, die sich aus den Geschäftstätigkeiten ergeben, mit einem umfassenden Risikomanagement, das durch den Konzern sichergestellt wird. Die aufgeführten Risiken sind für das Unternehmen nicht bestandsgefährdend, weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit.
Hamburg, 6. März 2025 Christoph Lutter Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die MABANAFT Deutschland GmbH, Hamburg Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der MABANAFT Deutschland GmbH, Hamburg, (vormals MABANAFT Deutschland GmbH & Co. KG) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MABANAFT Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Hinweis zur Nachtragsprüfung Diesen Bestätigungsvermerk erteilen wir zu dem geänderten Jahresabschluss und Lagebericht aufgrund unserer pflichtgemäßen, am 13. April 2024 abgeschlossenen Prüfung und unserer am 30. April 2025 abgeschlossenen Nachtragsprüfung, die sich auf die Erstellung des Anhangs und Lageberichts und die Umgliederung der ,beauftragten Lastschrifteinzüge' in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bezog. Auf die Darstellung der Änderungen durch die gesetzlichen Vertreter im Anhang, Abschnitt "I. Allgemeine Angaben" wird verwiesen.
Hamburg, den 13. April 2024/begrenzt auf die im Hinweis zur Nachtragsprüfung genannten Änderungen: 30. April 2025 KPMG
AG
Thomas Boger, Wirtschaftsprüfer Sandy Wegner, Wirtschaftsprüferin |
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