Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft

Maximilianstraße 53, 80538 München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 137918
Vorher
Consal Verwaltungsgesellschaft Aktiengesellschaft
Eingetragen
4.7.2001
Branche
Mit Versicherungsdienstleistungen und Pensionskassen verbundene Tätigkeiten a. n. g.RückversicherungenTätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertretern
Gegenstand
Betrieb der Reiseversicherung in den Versicherungssparten der Schaden- und Unfallversicherung sowie der Rechtsschutzund Beistandsleistungsversicherung; Betrieb der Rückversicherung in allen Zweigen; Vermittlung von Versicherungsverträgen und Finanzdienstleistungen im nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz zulässigen Rahmen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Katja Dr. Gerke
seit 8.1.2026
Prokura
Nicole Kannler
seit 8.1.2026
Prokura
Stefan Kirchner
seit 8.1.2026
Prokura
Vorstandsmitglied
Klaus Günther Leyh
seit 10.1.2025
Vorsitzender des Vorstands
Martin Knobbe
seit 20.9.2024
Prokura
Hinrich Weimann
seit 20.9.2024
Prokura
Bianca Hertl
seit 17.10.2023
Prokura
Katharina Rossmann
seit 17.10.2023
Prokura
Sabine Sandl
seit 17.10.2023
Prokura
Rainer Helmut Link
seit 24.3.2022
Prokura
Andreas Krammer
seit 13.10.2021
Prokura
Anja Leibold
seit 13.10.2021
Prokura
Stefan Lechner
seit 13.10.2021
Prokura
Daniel Preuße
seit 1.2.2021
Prokura
Prokura
Markus Dr. Juppe
seit 1.2.2021
Prokura
Gregor Farnschläder
seit 27.1.2020
Prokura
Jens Kopischke
seit 27.1.2020
Prokura
Robert Heinlein
seit 1.8.2019
Prokura
Britta Jonas
seit 4.3.2019
Prokura
Stephan Rupieper
seit 29.6.2017
Prokura
Hans-Jürgen Becker
seit 21.1.2016
Prokura
Alexandra Schlott
seit 10.8.2015
Prokura
Bernd Böhm
seit 10.8.2015
Prokura
Jens Lauber
seit 14.9.2012
Prokura
Annette Stieff
seit 12.2.2009
Prokura
Iris John
seit 24.4.2008
Prokura
Torsten Brinkmann
seit 12.10.2007
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Geschäftsbericht 2024

Inhalt

Geschäftszahlen im Überblick

Union Reiseversicherung AG 2024 2023 2022 2021 2020
Gebuchte Bruttobeiträge Mio. € 84,0 77,5 72,6 76,6 117,7
Bilanzielle Schadenquote (brutto) % 72,6 68,5 64,1 29,4 51,6
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung Mio. € 3,9 3,6 4,7 15,9 12,4
Nichtversicherungstechnisches Ergebnis Mio. € 2,7 2,8 -0,9 -6,0 -2,2
Bilanzgewinn/Bilanzverlust Mio. € 15,7 11,5 7,4 4,2 -3,8
Eigenkapital Mio. € 27,4 22,9 18,6 32,2 24,0
Jahresergebnis Mio. € 4,4 4,3 3,4 8,2 3,1

Gremien

Aufsichtsrat

Dr. Stephan Spieleder

Vorsitzender

Mitglied des Vorstands Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts

Dr. Wolfgang Breuer

Stellvertretender Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstands Provinzial Holding AG

Dr. Dirk Christian Hermann

Vorsitzender des Vorstands SAARLAND Feuerversicherung AG

Vorstand

Klaus G. Leyh

Vorsitzender

Unternehmensentwicklung, -planung und controlling, Rechnungswesen, Kapitalanlage und -verwaltung, Revision, Recht, Steuern, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Compliance, Personal und Organisationsentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Risikomanagement

seit 1. Januar 2025

Isabella Martorell Naßl

Vorsitzende

Unternehmensplanung und Controlling, Rechnungswesen, Kapitalanlage und -verwaltung, Recht und Steuern, Personal, Betriebsorganisation, Risikomanagement

bis 31. Dezember 2024

Martin Fleischer

Mathematik und Produktentwicklung, Versicherungsmathematische Funktion, Informationstechnologie, Allgemeine Services, Datenschutz, Risikomanagement

bis 31. Dezember 2024

Katharina Jessel

Vertrieb/ Markt, Marketing, Unternehmenskommunikation, Kundenservice, Leistungsbearbeitung, Revision, Compliance, Geldwäscheprävention, Risikomanagement

bis 31. Dezember 2024

Mareike Steinmann-Baptist

Vertrieb/Markt, Marketing, Versicherungsbetrieb und Leistungsbearbeitung, Produktmanagement, Mathematik/Aktuariat, Versicherungsmathematische Funktion, Informationstechnologie/Digitalisierungstechnik, Kreditkartengeschäft, Rückversicherung, Risikomanagement

seit 1. Januar 2025

Lagebericht

Gebuchte Bruttobeträge im selbst abgeschlossenen Geschäft

Geschäft und Rahmenbedingungen

Geschäft

Die Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft, München, wurde im Jahr 2001 gegründet und gehört zusammen mit der Bayerische Beamtenkrankenkasse AG und der Union Krankenversicherung AG zur Consal Beteiligungsgesellschaft AG. Durch die enge Einbindung in die Gruppe der öffentlichen Versicherer und in die Sparkassen-Finanzgruppe stehen der Union Reiseversicherung starke Vertriebspartner und damit ein großes Potenzial an Privatkunden und Touristikunternehmen zur Verfügung.

Entwicklung der Gesamtwirtschaft

Während die Weltwirtschaft im Jahr 2024 insgesamt positive Wachstumsraten aufwies, stagnierte die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland weiterhin. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Pressemitteilung vom 15. Januar 2025, Destatis) verzeichnete das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr 2024 preisbereinigt ein Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu den Ursachen für diese Entwicklung werden die wachsende Konkurrenz auf wichtigen Absatzmärkten, hohe Energiekosten, ein anhaltend hohes Zinsniveau sowie Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Aussichten genannt.

Insbesondere die Bruttoanlageinvestitionen gingen im Jahr 2024 deutlich zurück. So waren, bedingt durch weiterhin hohe Baupreise, die Bauinvestitionen erneut rückläufig. Auch die Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge lagen merklich unter dem Vorjahresniveau.

Die deutsche Wirtschaft konnte auch nicht vom zunehmenden Welthandel profitieren. Die Importe stiegen zwar preisbereinigt leicht an, dagegen standen jedoch geringere Exporte, unter anderem bei elektrischen Ausrüstungen, Maschinen und Kraftfahrzeugen.

Vom privaten Konsum kamen nur schwache Impulse. Trotz nachlassender Inflation - die Inflationsrate lag im Jahresdurchschnitt bei voraussichtlich 2,2 Prozent - und Lohnzuwächsen erhöhte sich der private Konsum in Deutschland im Jahr 2024 preisbereinigt um nur 0,3 Prozent. Mit durchschnittlich 46,1 Mio. Personen lag die Anzahl der Erwerbstätigen zwar auf einem Rekordniveau, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind aufgrund der wirtschaftlichen Schwächephase jedoch im zweiten Jahr in Folge gestiegen.

Gestützt wurde das Wirtschaftswachstum dagegen durch die staatlichen Konsumausgaben, die vor allem aufgrund merklich höherer sozialer Sachleistungen einen Anstieg von 2,6 Prozent zeigten.

Entwicklung des Kapitalmarkts

Trotz anhaltender Rezessionssorgen, geopolitischer Spannungen und diverser Unsicherheiten verzeichneten die globalen Aktienmärkte im Jahr 2024 zahlreiche Rekorde. Durch eine restriktive Geldpolitik konnte die Inflation so weit eingedämmt werden, dass sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch das Federal Reserve System (FED) die Leitzinsen im Laufe des Jahres spürbar senken konnten. Am kurzen Ende der Zinskurve waren infolgedessen Rückgänge der Renditen zu beobachten. Gleichzeitig liefen die Zinspfade der USA und des Euroraums zunehmend auseinander. In Europa war ein deutlich stärkerer Rückgang bei den kurzfristigen Zinsen zu beobachten. Am langen Ende der Zinsstrukturkurve kam es auf Jahressicht hingegen zu einem Anstieg der Renditen, wobei in den USA die Erhöhung deutlich kräftiger ausfiel als in Deutschland. Zum Jahreswechsel rentierten 10-jährige US-amerikanische Staatsanleihen zu 4,6 Prozent und deutsche Staatsanleihen zu 2,4 Prozent.

Nach dem starken Anstieg der Aktienmärkte im Jahr 2023 setzte sich der Aufwärtstrend weiter fort und viele wichtige Aktienindizes konnten im Jahresverlauf Höchstwerte erzielen. Auf einen sehr positiven Jahresstart folgte die erste nennenswerte Schwächephase erst im August. Von dieser erholten sich die Märkte jedoch sehr schnell. Auffällig war der starke Anstieg nach der US-Präsidentschaftswahl, bei dem die US-Märkte die Schwellenländer und die europäischen Märkte hinter sich ließen. Nicht nur Aktien, sondern auch alternative Anlagen erreichten ebenfalls neue Höchststände. Im Dezember überraschte die US-amerikanische FED mit ihrem Ausblick auf das neue Jahr, in welchem weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt wurden. Getrieben wurde der Aufschwung an den Aktienmärkten abermals von den großen US-Tech-Werten. Der MSCI World verbuchte einen Zugewinn von 27,3 Prozent (Gesamtrendite in Euro). Der DAX verzeichnete ein Plus von 18,9 Prozent und der US-amerikanische S&P 500 sogar einen Zugewinn von 33,6 Prozent (Gesamtrendite in Euro). Die Schwellenländer wiederum konnten nicht Schritt halten und verbuchten lediglich ein Plus von 15,2 Prozent (Gesamtrendite in Euro).

Im Spätsommer erreichte der Euro gegenüber dem US-Dollar bei knapp unter 1,12 US-Dollar/Euro sein Jahreshoch. Anschließend verlor die europäische Gemeinschaftswährung deutlich an Wert. Zum Jahreswechsel erhielt man für einen Euro lediglich noch 1,04 US-Dollar. Über das gesamte Jahr entspricht dies einer Abwertung von 6,2 Prozent. Die in den USA - im Vergleich zum Euroraum - höheren Zinsen waren ein Grund für diese Entwicklung.

Branchenentwicklung

Die Geschäftsentwicklung in der deutschen Versicherungswirtschaft verlief trotz der bestehenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten zufriedenstellend. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) geht in einer vorläufigen Schätzung (Jahresmedienkonferenz am 13. Februar 2025, GDV) für das Jahr 2024 von einem Beitragsplus über alle Sparten der deutschen Versicherungswirtschaft in Höhe von insgesamt 5,3 Prozent (Vorjahr: 1,4 Prozent) aus.

Urlaubsreisen gehörten auch im Jahr 2024 erwartungsgemäß zu den wichtigsten Konsumwünschen in Deutschland. Für Urlaubs- und Privatreisen geht die deutsche Reisewirtschaft für 2024 von einem Umsatzvolumen von ca. 80 Milliarden Euro aus. Der Bestand an jährlich verlängernden Dauerabsicherungen war weiterhin wachsend; die meist im Rahmen von Reisebuchungen abgeschlossenen Absicherungen für eine Reise legten wieder stark zu. Auch der Bestand an Reisekarten (Kreditkarten mit inkludierter Reiseversicherung) ist weiter gewachsen.

Geschäftsentwicklung und Ergebnis

Die wirtschaftliche Entwicklung für das Geschäftsjahr 2024 verlief für die Union Reiseversicherung insgesamt positiv. Die gebuchten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft stiegen aufgrund des Wachstums des Reisemarktes auf 84,0 (77,5) Mio. Euro und lagen damit deutlich über Planniveau. Das Prämienvolumen wurde nahezu ausschließlich im Deutschlandgeschäft erzielt.

Zudem führten die steigenden Reisebuchungen zur vermehrten Inanspruchnahme von Leistungen. Die bilanzielle Bruttoschadenquote stieg daher moderat an, lag allerdings deutlich unter Plan bei 72,6 (68,5) Prozent. Die Bruttokostenquote lag leicht über Plan bei 17,9 (17,6) Prozent. Der Nettoertrag aus Kapitalanlagen lag aufgrund der Ergebnisse aus den kurzfristigen Geldmarktanlagen stark über Plan bei 2,0 (1,6) Mio. Euro. Die Combined Ratio lag mit 90,5 (86,1) Prozent signifikant über dem Vorjahresniveau, aber klar unter Plan. Das Jahresergebnis lag deutlich überplanmäßig bei 4,4 (4,3) Mio. Euro.

Hinsichtlich des Unternehmensziels "Kundenzufriedenheit" orientieren wir uns einerseits an den jährlichen Ergebnissen der bundesweiten KUBUS-Marktstudie der MSR Consulting Group - hier konkret am sogenannten "KUBUS-Index" (bestehend aus den drei Faktoren Kundenzufriedenheit, -bindung und -potenzial). Zum zweiten stützen wir uns im Rahmen des Konzernziels auf die kontinuierlich stattfindenden transaktionalen Kundenzufriedenheitsmessungen an den einzelnen Kontaktpunkten über das sogenannte Kundenbarometer als klassischem Customer-Experience-Instrument. Hier werden laufend und sehr differenziert aktuelle Fragestellungen im Rahmen der einzelnen Kundenreisen behandelt.

Im vergangenen Jahr hat sich unsere Kundenzufriedenheit auf einem gleichbleibenden Niveau eingependelt. Die Ergebnisse des Kundenbarometers zeigen eine gleichbleibende Zufriedenheit und obwohl die KUBUS -Ergebnisse in einigen KPIs leichte Rückgänge verzeichneten, sehen wir dies als eine Chance, uns weiter zu verbessern. Wir haben bereits proaktive Schritte unternommen, um den steigenden Anforderungen unserer Kunden noch besser gerecht zu werden. Dazu gehören Initiativen in den Bereichen Vertrieb und Service sowie umfangreiche Modernisierungen unserer IT-Systeme. Diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Kundenzufriedenheit nachhaltig zu erhöhen und unsere Leistungen kontinuierlich zu optimieren.

Ertragslage

Beiträge

Die gebuchten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft stiegen auf 84,0 (77,5) Mio. Euro. Das Prämienvolumen wurde nahezu ausschließlich am deutschen Markt erzielt. Mit gebuchten Bruttobeiträgen von 82,7 (76,3) Mio. Euro war die Reise-Rücktrittskosten-Versicherung nach wie vor die beitragsstärkste Versicherungsart.

Versicherungsleistungen

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle stiegen auf 60,0 (52,2) Mio. Euro. In Deutschland stiegen die Aufwendungen aufgrund steigender Reisebuchungen und der damit verbundenen vermehrten Inanspruchnahme von Leistungen auf 62,9 (52,1) Mio. Euro. In Großbritannien und Irland betrafen die Aufwendungen für Versicherungsfälle im Geschäftsjahr Nachlaufschäden aus den bestehenden Verträgen; aus der hierfür gebildeten Rückstellung ergab sich ein Abwicklungsgewinn, so dass ein Ertrag von 2,9 (-0,1) Mio. Euro vorlag.

Die bilanzielle Bruttoschadenquote lag insgesamt bei 72,6 (68,5) Prozent.

Kosten

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb stiegen aufgrund des insgesamt gestiegenen Geschäftsvolumens auf 14,8 (13,4) Mio. Euro. Dabei stiegen die Provisionsaufwendungen auf 8,4 (6,9) Mio. Euro. Im Deutschlandgeschäft stiegen dabei die Aufwendungen bei steigendem Geschäftsvolumen auf 14,7 (13,3) Mio. Euro, die Provisionsaufwendungen stiegen von 6,9 Mio. Euro auf 8,4 Mio. Euro.

Die Aufwendungen im Auslandgeschäft lagen bei 0, 1 (0,1) Mio. Euro. Wie im Vorjahr fielen keine Provisionsaufwendungen an.

Die Combined Ratio (brutto) lag bei 90,5 (86,1) Prozent.

Geschäftsverlauf nach Versicherungszweigen

Beitragsentwicklung Geschäftsjahr Vorjahr Veränderung
gebuchte Bruttobeiträge Mio. € % Mio. € % %
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung 82,7 98,5 76,3 98,5 8,4
Reisekrankenversicherung 0,8 1,0 0,7 0,9 14,3
Reisegepäckversicherung 0,1 0,1 0,1 0,1 0,0
Reise-Haftpflichtversicherung 0,1 0,1 0,1 0,1 0,0
Reiseunfallversicherung 0,1 0,1 0,1 0,1 0,0
Beistandsleistungsversicherung 0,2 0,2 0,2 0,3 0,0
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 84,0 100,0 77,5 100,0 8,4
Gesamtes Versicherungsgeschäft 84,0 77,5 8,4
Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle Geschäftsjahr Vorjahr Veränderung
Mio. € % Mio. € % %
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung -62,1 103,5 -51,2 98,1 21,3
Reisekrankenversicherung 0,3 -0,5 1,9 -3,6 -84,2
Reisegepäckversicherung 0,0 0,0 0,0 0,0 0
Reise-Haftpflichtversicherung 1,6 -2,7 -2,6 5,0 -161,5
Reiseunfallversicherung 0,0 0,0 0,1 -0,2 -100,0
Beistandsleistungsversicherung 0,2 -0,3 -0,4 0,7 -150,0
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft -60,0 100,0 -52,2 100,0 14,9
Gesamtes Versicherungsgeschäft -60,0 -52,2 14,9

Ergebnis aus Kapitalanlagen

Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen belief sich auf 2,0 (1,6) Mio. Euro.

Die Erträge aus Kapitalanlagen in Höhe von 2,0 (1,7) Mio. Euro resultierten im Wesentlichen aus laufenden Erträgen in Höhe von 1,7 (1,6) Mio. Euro und Gewinnen aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von 0,4 (0,0) Mio. Euro. Die Aufwendungen für Kapitalanlagen waren auf vergleichbarem Niveau wie im Vorjahr und können vernachlässigt werden.

Die Nettoverzinsung erreichte 3,8 (2,7) Prozent. Die laufende Durchschnittsverzinsung - berechnet nach der vom GDV empfohlenen Methode - lag bei 3,1 (2,7) Prozent.

Sonstiges Ergebnis

Die Union Reiseversicherung erzielte im Jahr 2024 Erträge aus konzernintern erbrachten Dienstleistungen. Ihnen stehen Sonstige Aufwendungen gegenüber, die sich im Wesentlichen aus konzerninternen Dienstleistungen und Aufwendungen zusammensetzen, die das Unternehmen als Ganzes betreffen. Im Saldo ergaben sich Erträge in Höhe von 0,7 (1,1) Mio. Euro. Das positive Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus dem Währungsergebnis von 0,6 (0,0) Mio. Euro. Im Vorjahressaldo ist die Auflösung von Provisionsverbindlichkeiten in Höhe von 0,9 Mio. Euro enthalten.

Jahresüberschuss

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich auf 6,6 (6,3) Mio. Euro. Der Steueraufwand stieg leicht auf 2,1 (2,0) Mio. Euro. Der Jahresüberschuss im Jahr 2024 lag bei 4,4 (4,3) Mio. Euro.

Finanzlage

Liquidität

Die zur jederzeitigen Erfüllung der laufenden Zahlungsverpflichtungen notwendige Liquidität wird durch eine mehrjährige Liquiditätsplanung sichergestellt. Diese Liquiditätsplanung berücksichtigt Einzahlungen, die im Wesentlichen aus Beiträgen, Erträgen und Rückzahlungen von Kapitalanlagen stammen. Sie werden mit den Auszahlungen zusammengeführt, die vorwiegend aus Versicherungsleistungen, Reinvestitionen in Kapitalanlagen sowie laufenden Ausgaben des Versicherungsbetriebs und Investitionen bestehen.

Investitionen

Die Investitionsschwerpunkte waren im aktuellen Geschäftsjahr Anteile an Investmentvermögen mit Zugängen in Höhe von 9,2 Mio. Euro und Einlagen bei Kreditinstituten mit Zugängen in Höhe von 5,5 Mio. Euro.

Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur der Union Reiseversicherung stellte sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Aktiva

Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Kapitalanlagen 54,2 82,4 51,8 79,3
Übrige Aktiva 11,6 17,6 13,5 20,7
Gesamt 65,8 100,0 65,3 100,0

Passiva

Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Eigenkapital 27,4 41,6 22,9 35,1
Versicherungstechnische Rückstellungen 22,8 34,7 25,2 38,6
Übrige Passiva 15,6 23,7 17,2 26,3
Gesamt 65,8 100,0 65,3 100,0

Den versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe von 22,8 (25,2) Mio. Euro sowie dem Eigenkapital in Höhe von 27,4 (22,9) Mio. Euro standen Kapitalanlagen in Höhe von 54,2 (51,8) Mio. Euro gegenüber.

Vermögenslage

Eigenkapital

Das Eigenkapital entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt:

Eigenkapital Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Eingefordertes Kapital 4,7 17,2 4,7 20,5
Kapitalrücklage 6,1 22,3 6,1 26,6
Gewinnrücklagen 0,9 3,3 0,7 3,1
Bilanzgewinn 15,7 57,2 11,4 49,8
Gesamt 27,4 100,0 22,9 100,0

Innerhalb der Gewinnrücklagen wurde der gesetzlichen Rücklage ein Betrag von 0,2 (0,2) Mio. Euro gemäß § 150 Abs. 2 AktG zugeführt.

Kapitalanlagen

Der Bestand an Kapitalanlagen lag bei 54,2 (51,8) Mio. Euro.

Die Kapitalanlagen setzten sich zum Bilanzstichtag aus Anteilen an Investmentvermögen in Höhe von 6,8 (8,4) Mio. Euro, Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren in Höhe von 23,6 (24,6) Mio. Euro, aus Sonstigen Ausleihungen in Höhe von 3,9 (4,5) Mio. Euro sowie aus Einlagen bei Kreditinstituten in Höhe von 19,9 (14,3) Mio. Euro zusammen.

Kapitalanlagen Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6,8 12,5 8,4 16,2
Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 23,6 43,5 24,6 47,5
Sonstige Ausleihungen 3,9 7,3 4,5 8,7
Einlagen bei Kreditinstituten 19,9 36,7 14,3 27,6
Gesamt 54,2 100,0 51,8 100,0

Die Bewertungsreserven beliefen sich auf -3,2 (-3,6) Mio. Euro und lagen bei -5,8 (-7,0) Prozent des Buchwerts der Kapitalanlagen.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Die Versicherungstechnischen Rückstellungen (brutto) setzten sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Versicherungstechnische Rückstellungen Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Beitragsüberträge 5,2 16,6 3,9 11,9
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 26,1 83,1 28,9 88,1
Gesamt 31,4 100,0 32,8 100,0

Die Veränderung der Versicherungstechnischen Rückstellungen im Geschäftsjahr 2024 ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle aufgrund der Einstellung des Neugeschäftes im Ausland zurückzuführen.

Zusammenfassende Aussage zur wirtschaftlichen Lage

Das Unternehmen verfügt aufgrund seiner Eigenmittelausstattung über eine gute Risikotragfähigkeit. Die vorhandenen Eigenmittel übersteigen die gesetzlich vorgeschriebenen Solvabilitätsanforderungen.

Eine detaillierte Finanzplanung zielt darauf ab, dass die Union Reiseversicherung ihren Verpflichtungen jederzeit nachkommen kann.

Die Geschäftsentwicklung und die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Union Reiseversicherung sind insgesamt positiv zu beurteilen.

Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Für das Geschäftsjahr 2024 wurde vom Vorstand am 20. Februar 2025 der Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt und gemäß § 312 Abs. 3 AktG folgende Erklärung abgegeben: "Nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem die in diesem Bericht erwähnten Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, haben wir bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Im Geschäftsjahr wurden keine berichtspflichtigen Maßnahmen ergriffen oder unterlassen."

Dienstleistungen und Ausgliederungen

Die Bayerische Landesbrandversicherung AG übernimmt mit verschiedenen Dienstleistungs- und Ausgliederungsverträgen Aufgaben aus den Querschnittsbereichen (zum Beispiel Recht, Steuern, Datenschutz, Compliance, Revision, Planung und Controlling, IT-Management, Marketing, Kapitalanlagemanagement, Personalmanagement, Rechnungswesen, Risikomanagement, Verkaufsmanagement, Vertriebspartner und Kundenmanagement sowie weitere Verwaltungsaufgaben) für verschiedene Unternehmen des Konzerns Versicherungskammer, darunter auch für die Union Reiseversicherung.

Die Rückversicherungsaktivitäten werden von der Versicherungskammer Bayern Konzern-Rückversicherung AG wahrgenommen.

Einige Aufgaben aus den Prozessen Planung und Controlling, Prozess- und Organisationsmanagement sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit wurden von der Bayerische Beamtenkrankenkasse, der Union Krankenversicherung und der Union Reiseversicherung auf die Consal Beteiligungsgesellschaft übertragen.

Im Rahmen der engen Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmen der Consal-Gruppe übertrugen sich die Bayerische Beamtenkrankenkasse, die Union Krankenversicherung und die Union Reiseversicherung gegenseitig Aufgaben.

Die Funktionen Betrieb, Schaden und Leistung sowie der Zahlungsverkehr für die Sparten Leben, Kranken und Komposit für den Privatkundenbereich übernimmt die Bayerischer Versicherungsverband VersicherungsAG mit verschiedenen Dienstleistungs- und Ausgliederungsverträgen.

Die VKBit Betrieb GmbH (VKBit) ist eine Tochtergesellschaft der InsureConnect GmbH und erbringt für die zum Konzern Versicherungskammer gehörenden Unternehmen sämtliche Aufgaben im Bereich der konzerninternen IT-Technik und IT-Infrastruktur.

Personal- und Sozialbericht

Vor dem Hintergrund sich verändernder Qualifikationsbedarfe und des zunehmenden Fachkräftemangels ist es auch für den Konzern Versicherungskammer eine Herausforderung, auch in Zukunft qualifizierte Mitarbeiter in ausreichender Anzahl zu rekrutieren und zu binden. Die strategische Personalplanung ist dabei ein zentrales Instrument, um künftige Personalbedarfe hinsichtlich Quantität und Anforderungsprofile über alle Funktionsgruppen und Unternehmen des Konzerns Versicherungskammer hinweg zu identifizieren. Für aufgrund des erhöhten Bedarfs und der Verfügbarkeit am Arbeitsmarkt als kritisch eingestufte Funktionsgruppen werden Maßnahmen entwickelt, um diesen Personalbedarf auch in Zukunft langfristig decken zu können. Im Jahr 2024 lag der Schwerpunkt auf der Steigerung der Attraktivität der Arbeitsbedingungen in vertrieblichen Funktionen. Die Maßnahmen umfassten die Themenfelder Rekrutierung, Vergütung und betriebliche Zusatzleistungen.

Mit einem vielfältigen Aus- und Weiterbildungsprogramm bietet der Konzern Versicherungskammer seinen Mitarbeitern fachliche und persönliche Förder- und Entwicklungsmöglichkeiten. Ziel ist es, mit den Angeboten die Mitarbeiter auf neue Anforderungen des Markts (zum Beispiel Digitalisierung) vorzubereiten, den Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften zu decken und das Unternehmen in Zeiten des Wandels nachhaltig und erfolgreich weiterzuentwickeln.

Zur Sicherstellung der Qualität gibt es auf beiden Führungsebenen ein mehrmonatiges Programm zur Auswahl und Entwicklung. Darüber hinaus fördert der Konzern Versicherungskammer verschiedene berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen. Des Weiteren werden Studenten- und Traineeprogramme angeboten, um den Managementnachwuchs zu fördern und sich als reizvoller Arbeitgeber zu positionieren. Zu dem Programm gehören etwa berufsbegleitende Studiengänge, insbesondere die Teilnahme am Executive Master of Insurance an der Ludwig-Maximilians-Universität München, sowie ein 14-monatiges Traineeprogramm, das Hochschulabsolventen auf eine Spezialisten- oder Führungsaufgabe im Konzern Versicherungskammer vorbereitet. Erstmals wurde im Jahr 2024 ein neues, 9-monatiges Potenzialentwicklungsprogramm zur gezielten Identifizierung und Förderung von High Potentials durchgeführt.

Eine breite Palette an fachlichen und persönlichkeitsbildenden Qualifikationen rundet zudem das allgemeine Weiterbildungsportfolio ab. Dies wird ergänzt durch das Smart Leadership Forum - ein für den Konzern Versicherungskammer speziell entwickeltes, modulares Qualifizierungsprogramm für bestehende Führungskräfte. Das Smart Leadership Forum stärkt Führungsrollen in Zeiten stetigen Wandels und reagiert auf die neuen Herausforderungen in der Arbeitswelt. Es bietet eine Vielzahl an Tools für die individuelle Lern- und Entwicklungsreise, die praxisnah und modular angewendet werden können. Das Smart Leadership Forum wurde mit Platz 3 beim InnoWard, dem Bildungspreis der Deutschen Versicherungswirtschaft, in der Kategorie "Personalentwicklung und Qualifizierung" ausgezeichnet. Die Ausarbeitung des Aus- und Weiterbildungsprogramms erfolgt zentral durch die Personalabteilung und wird im Anschluss evaluiert sowie mit dem Personalvorstand abgestimmt. Alle Personalentwicklungsmaßnahmen setzen sich individuell zusammen und werden grundsätzlich von einer Bedarfsklärung, Bewertung und Transfersicherung begleitet.

Neben Weiterentwicklungen und Förderungen der internen Mitarbeiter ist für den Konzern Versicherungskammer auch die Arbeitgeberattraktivität für externe Bewerber von hoher Bedeutung. Diese wird durch die Teilnahme an Marktforschungen und Arbeitgeberbewertungen regelmäßig überprüft. Entsprechend aktuellen und künftigen qualitativen und quantitativen Bedarfen an Mitarbeitern spricht der Konzern Versicherungskammer potenzielle Bewerber zielgruppenadäquat an und wählt diese kompetenzbasiert aus. Mit seiner Präsenz in den sozialen Netzwerken wie LinkedIn, Instagram und kununu verfolgt der Konzern Versicherungskammer das Ziel, den Bekanntheitsgrad der Arbeitgebermarken zu steigern und spezielle Zielgruppen direkt anzusprechen. Für seine Leistung in Bezug auf Arbeitsplatzqualität, Zufriedenheit von Mitarbeitern und inspirierende Unternehmenskultur wurde der Konzern Versicherungskammer für das Jahr 2024 von kununu erneut mit dem Top-Company-Siegel ausgezeichnet und gehört damit zu den Top-5-Prozent der auf kununu gelisteten Arbeitgeber. Zudem bietet er Inhouse-Veranstaltungen für Studierende von Universitäten und Hochschulen an, um diesen einen Einblick in das Unternehmen zu ermöglichen und die vielfältigen Einstiegsmöglichkeiten in den Konzern Versicherungskammer vorzustellen.

Der Konzern Versicherungskammer bietet darüber hinaus jährlich einer hohen Anzahl geeigneter Bewerber einen Ausbildungsplatz an. Neben dem Berufseinstieg über die klassische Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen beziehungsweise zum Fachinformatiker besteht auch die Möglichkeit, duale Studiengänge zu nutzen.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement umfasst als ganzheitliche Strategie die Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle aller Maßnahmen, die sowohl zur individuellen Gesundheit des einzelnen Mitarbeiters als auch zu einer gesunden Organisation beitragen. Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bietet der Konzern Versicherungskammer seinen Beschäftigten deshalb ein umfassendes und vielfältiges Programm an. Zu den Angeboten zählen unter anderem die ärztliche Beratung und Betreuung, Empfehlungen für die gesundheitsbewusste Arbeitsgestaltung, insbesondere in Zeiten des verstärkten mobilen Arbeitens von zu Hause aus, Onlinevorträge und - seminare zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen wie "Ergonomie im Homeoffice", Grippeimpfungen, Vorträge zu Ernährung und Resilienz, aktive Minipausen, Onlinesport- und Onlineentspannungsprogramme im Sportverein und im Fitnessstudio (VKB Fit) sowie ein aktives Sportevent, die sogenannten "Kammerspiele", Beiträge in der Gesundheitscommunity des Social Intranets und vieles mehr.

Der Konzern Versicherungskammer verfolgt eine familienbewusste Personalpolitik und hat diese im Rahmen mehrerer Auditierungsphasen durch die berufundfamilie Service GmbH verstärkt auf alle Konzernunternehmen in der Region ausgeweitet. Das Unternehmen fördert auf diese Weise seit vielen Jahren die Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und positioniert sich im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte und Spezialisten als attraktiver Arbeitgeber. Das nunmehr dauerhafte Zertifikat wurde zuletzt im Jahr 2022 für weitere drei Jahre mit dem Dialogverfahren von berufundfamilie erneut bestätigt. Das nächste Dialogverfahren wird im Jahr 2025 durchgeführt werden.

Der Konzern Versicherungskammer bietet seinen Mitarbeitern viele Möglichkeiten und Hilfestellungen an, um eine größere Balance zwischen Beruf und Familie zu schaffen. Ziel ist es, die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen zu stärken und die Interessen der Beschäftigten noch besser mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang zu bringen.

Beispiele für realisierte Maßnahmen finden sich auf der Ebene der Arbeitsorganisation, wie etwa die variable Arbeitszeit mit zahlreichen Teilzeitangeboten, flexiblen Regelungen zum mobilen Arbeiten sowie im Bereich der Führungskräftequalifikation und in Weiterbildungsangeboten zum Thema "Management von Beruf, Familie und Privatleben". Bei den Themen "Beruf und Kinder" sowie "Beruf und Pflege" werden die Mitarbeiter von externen Familiendienstleistern unterstützt. Zudem wurden regionale Kooperationen mit arbeitsplatznahen Kindergärten und Kinderkrippen geschlossen. Darüber hinaus unterstützt der Konzern Versicherungskammer seine Mitarbeiter mit Angeboten wie zum Beispiel dem Jobsharing für Führungskräfte oder Beratungen rund um das Thema "Elternzeit und Wiedereinstieg".

Der Konzern Versicherungskammer bietet seinen Mitarbeitern die Möglichkeit einer überwiegend arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung über eine Unterstützungskasse.

Die Vertretung der Arbeitnehmer des Unternehmens nimmt der jeweilige Betriebsrat der einzelnen Konzernstandorte wahr; die Interessen der Leitenden Angestellten vertreten die Sprecherausschüsse in den drei Gemeinschaftsbetrieben des Konzerns Versicherungskammer. Der Vorstand dankt diesen Gremien für die gute Zusammenarbeit.

Für die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen waren im Geschäftsjahr 2024 durchschnittlich 7.530 (7.271) Mitarbeiter tätig; davon waren 4.506 (4.375) Vollzeitangestellte, 1.662 (1.604) Teilzeitangestellte, 1.022 (986) angestellte Außendienstmitarbeiter und 340 (306) Auszubildende.

Die oben genannten Ausführungen sind aufgrund der Konzerneinbindung auch für die Union Reiseversicherung gültig.

Die Union Reiseversicherung beschäftigte im Geschäftsjahr 2024 durchschnittlich 12 (12) Mitarbeiter im angestellten Innen- und Außendienst.

Der Vorstand dankt allen Mitarbeitern herzlich für die geleistete Arbeit und ihr großes Engagement im Geschäftsjahr 2024.

Chancenbericht

Strukturen und Prozesse zur Identifikation und Wahrnehmung von Chancen im Rahmen des Strategie- und Geschäftsentwicklungsprozesses

Im bestehenden konzernweiten Strategie- und Geschäftsentwicklungsprozess sorgt ein übergreifender Prozess sowohl zentral als auch dezentral für eindeutige Verantwortlichkeiten in Bezug auf das frühzeitige Identifizieren und Wahrnehmen von Chancen. Dieser abgestimmte Prozess zieht sich durch alle Geschäftsfelder und Funktionen und berücksichtigt daher in gesteigertem Maße die Chancen, die sich durch Mitarbeiterpotenziale, Kundenorientierung, Vertriebspräsenz, Produkte und Kooperationen, aber insbesondere auch durch die Digitalisierung ergeben.

Im digitalen Innovationsprozess des Konzerns Versicherungskammer werden Handlungsfelder digitaler Innovation systematisch aufgegriffen, mit internen und externen Kompetenzen (unter anderem externen Beratern und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen) angereichert und auf Basis der Bedürfnisse entlang der Wertschöpfungskette in konkrete Maßnahmen überführt und skaliert. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Erkennen von Handlungsfeldern im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Data-Analytics. Gleichzeitig setzt der Konzern Versicherungskammer auf einen intensiven Austausch und Kooperationen mit Start-ups. Im Konzern Versicherungskammer gibt es klar definierte Einheiten beziehungsweise Mitarbeiter mit konkreten Zuständigkeiten und Zielen, die nach Chancen durch Kooperationen mit Start-ups suchen, um entlang der Wertschöpfungskette die Leistungsfähigkeit des Konzerns Versicherungskammer weiter zu verbessern. Zudem betreibt der Konzern Versicherungskammer ein eigenes Corporate Start-up, um durch die Erprobung von Innovationsansätzen und den Transfer in den Konzern Versicherungskammer die Chancen auf eine optimierte Adressierung der Kundenbedürfnisse zu erhöhen.

Chancen durch serviceorientierte Kundenansprache in der Region

Chancen durch Kundenorientierung

Die Zufriedenheit unserer Kunden hat sich auch im Jahr 2024 als Chance und gleichzeitig als unabdingbarer Faktor für unseren wirtschaftlichen Erfolg herausgestellt. Nur wenn wir unsere Kunden jeden Tag aufs Neue mit unseren Leistungen und Services überzeugen oder sogar begeistern können, bleiben sie uns treu und empfehlen uns weiter. Die Kundenzufriedenheit ist daher seit dem Jahr 2014 als wesentlicher Teil in den Konzernzielen verankert.

Die Entwicklung der letzten Jahre, seitdem die Digitalisierung einen signifikanten Impuls in Deutschland erfahren hat, geht auch an der Versicherungsbranche nicht spurlos vorüber. Kunden erwarten nicht nur vermehrt digitalen Service (zum Beispiel über Apps und Kundenportale), sondern damit einhergehend auch eine geringere Fehlerquote, eine höhere Bearbeitungsgeschwindigkeit sowie mehr Transparenz, Automatisierung und Datenharmonisierung in sämtlichen Prozessen und in jedem einzelnen Kontakt. Eine ausschließlich traditionelle, das heißt rein analoge Betreuung ohne Nutzung digitaler Kanäle wird heutzutage selbst von den älteren Kunden nicht mehr akzeptiert. Dass wir als einzelner Versicherer die geänderten Kundenerwartungen vermehrt auch datengetrieben bedienen müssen, bleibt für die nächsten Jahre aus informationstechnologischer, infrastruktureller, organisatorischer und auch rechtlicher Sicht eine der größten Herausforderungen, der wir uns als Konzern Versicherungskammer nicht nur stellen müssen, sondern auch stellen wollen.

Unsere aktuellen Kundenzufriedenheitsergebnisse - sowohl aus der bundesweiten (bestandsrepräsentativen) KUBUS-Studie der Firma MSR Consulting als auch aus dem unternehmensinternen (transaktional an den Kontaktpunkten messenden) Kundenbarometer - zeigen uns zum einen unsere derzeitigen Stärken auf und identifizieren zum anderen die Bereiche, in denen wir noch Verbesserungsbedarf haben. Unter anderem sehen wir, dass bereits ein einziges suboptimales Serviceerlebnis die gesamte Kundenbeziehung beeinträchtigen kann, im schlechtesten Fall sogar über Jahre hinweg. Daher ist es die wichtigste Aufgabe, die Konstanz in der Servicequalität über alle Kundenreisen1 hinweg auf einem marktüberdurchschnittlichen Niveau zu gewährleisten.

Dass wir dies heute bereits an vielen Kontaktpunkten schaffen, zeigen uns die Daten des unternehmensinternen Kundenbarometers, mit dem wir zeitnah an den jeweiligen Serviceerlebnissen das Feedback der Kunden einholen. An insgesamt 120 Messpunkten in zehn verschiedenen Kundenreisen erheben wir über das gesamte Jahr hinweg den Status der Kundenzufriedenheit bei jedem einzelnen Kontakt. Ziel ist es, möglichst viele dieser Messpunktergebnisse über den Marktdurchschnittswert zu heben, um so die gesamte Kundenbeziehung dauerhaft wert- und zufriedenheitsstiftend zu gestalten.

Denn eines ist klar: Das Ziel, ganz vorne in der Marktspitze zu sein, bleibt angesichts der steigenden Herausforderungen auch in den nächsten Jahren ein Ansporn für den gesamten Konzern Versicherungskammer. Ausreichende Investitionen in die Modernisierung und Digitalisierung unserer IT-Infrastruktur (sowohl im direkten Kontakt zum Kunden als auch in den unternehmensinternen Prozessen) sowie in kundenwirksame Ressourcen sind dafür unabdingbar. Auch die Fokussierung auf den Kunden mit seinen unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen im Sinne von "Customer Centricity"-orientierten Denk- und Verhaltensweisen im Unternehmen stellt eine wichtige Voraussetzung für einen langfristigen Erfolgspfad dar.

Ein breit diversifizierter Pool an Instrumenten der Marktforschung, des Customer-Experience-Managements sowie des Design-Thinkings und des Prototypings neuer Angebote gewährleistet im Konzern Versicherungskammer, dass die Sicht des Kunden an allen relevanten Schnittstellen erhoben und berücksichtigt wird. Über prädiktive und KI-basierte Modelle schaffen wir es sogar, das Kundenverhalten frühzeitig zu antizipieren und aktiv aufzugreifen, bevor der Kunde mit seinem Anliegen auf uns zukommt und seine (Un-)Zufriedenheit uns gegenüber äußert - dies schafft nachweislich eine höhere Gesamtzufriedenheit in unserem Kundenbestand.

1 Der Begriff der Kundenreise (Customer Journey) verdeutlicht die "Reise" des Kunden durch einen kompletten Geschäftsvorgang, also zum Beispiel bei einem Schadenfall von der anfänglichen Schadenmeldung bis zur abschließenden Schadenabrechnung. Wir messen die Zufriedenheit der Kunden in insgesamt zehn Kundenreisen (zum Beispiel Schaden- und Leistungsfall, Policierung, Vertragsänderung) Monat für Monat neu. Für diese Kundenreisen haben wir seitens der Firma MSR Consulting Group Marktreferenzwerte vorliegen, das heißt wenn im Marktdurchschnitt die Top-2-Zufriedenheit (vollkommen und sehr zufrieden) zum Beispiel in Leistung Kranken bei 75 Prozent liegt, ist es unser Bestreben, jeden Monat über diesen 75 Prozent zu liegen. Die Zufriedenheit unserer Kunden messen wir zeitnah nach Abschluss der jeweiligen Kundenreise über unser Kundenbarometer-Messinstrument (an anderer Stelle beschrieben).

Chancen durch Vertriebspräsenz

Ein breit aufgestellter Vertriebswegemix sichert der Union Reiseversicherung Zugang zu den unterschiedlichen Kundensegmenten für Reiseversicherungsprodukte. Als wichtige Ergänzung zu den - als ReiseCard vermarkteten -Kreditkarten der deutschen Sparkassen stellt die Union Reiseversicherung die Reiseabbruch- und Reise-Rücktrittskosten-Versicherung über eine große Anzahl touristischer Partner bereit. In den vergangenen Jahren wurden die zugrundeliegenden Verträge erneut verlängert und mit über 90 Prozent der deutschen Sparkassen wurde ein großer Kundenstamm gesichert. In diesem Segment sieht die Union Reiseversicherung weiterhin gute Wachstumsmöglichkeiten.

Insbesondere die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Versicherern sichert den Absatz der Versicherungsprodukte. Mit individuellem Training und einer exklusiven Betreuung der Vertriebsmitarbeiter erhält der Vertrieb eine maßgeschneiderte Unterstützung.

Die Produkte des Unternehmens sind in gängige touristische Buchungssysteme integriert, sodass Reisebüros die Produkte der Union Reiseversicherung anbieten und abschließen können.

Die digitalen Angebote und Prozesse werden weiter ausgebaut, sodass Onlinebuchungen inzwischen ein fester Bestandteil im Vertriebswegemix der Union Reiseversicherung sind.

Chancen durch Produkte

Die Union Reiseversicherung verbessert ihre Produkt- und Servicepalette kontinuierlich und berücksichtigt dabei die aktuellen Markterfordernisse, insbesondere die Bedürfnisse der Kunden und Vertriebspartner. Sowohl für das breite Kundensegment der Kreditkarten und den Vertriebsweg der öffentlichen Versicherer als auch für spezielle Touristikanbieter mit konkreten Kundensegmenten bietet die Union Reiseversicherung passende Produktlösungen.

Generell wird dabei der Ansatz verfolgt, den Kunden über den jeweiligen Zugangsweg die beste Produktauswahl bereitzustellen.

Chancen durch Engagements und Kooperationen

Die Union Reiseversicherung nutzt Kooperationen, zum Beispiel mit namhaften mittelständischen und großen Reiseveranstaltern, um neue Geschäftschancen zu erschließen und nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen oder zu sichern.

Die neue Zusammenarbeit mit dem Digitalversicherer andsafe soll die jeweiligen Stärken innerhalb der Partnerschaft nutzen und so gemeinsam den transparenten Vergleichsmarkt weiter erschließen.

Bei Notfällen im In- und Ausland steht den Kunden der Union Reiseversicherung weiterhin der mehrfach ausgezeichnete Notfallassisteur Deutsche Assistance Service GmbH zur Seite, mit dem eine enge Zusammenarbeit besteht.

Als Mitglied des Deutschen Reiseverbandes e.V. ist die Union Reiseversicherung mit anderen touristischen Dienstleistern verbunden. Die etablierte Zusammenarbeit sichert auch die Schulung, die Produktwerbung sowie die Betreuung von mehr als 1.800 Reisebüros.

Eine wichtige Säule des Geschäfts ist die zum Teil langjährige Zusammenarbeit mit namhaften mittelständischen und großen Reiseveranstaltern.

Chancen durch digitale Innovation und zukunftsorientierte Unternehmenskultur

Chancen durch Digitalisierung

Im Jahr 2024 hat der Konzern Versicherungskammer die digitale Transformation weiterentwickelt. Die Öffnung gegenüber digitalen Formaten und Lösungen hat sich bei Kunden, Vertriebspartnern und Mitarbeitern weiter verstärkt. Der Konzern Versicherungskammer setzt kontinuierlich auf neue Technologien, um den steigenden Erwartungen der Kunden gerecht zu werden und gleichzeitig Mitarbeitern flexible und effiziente Arbeitsmodelle zu bieten. Dieser strategische Fokus auf Digitalisierung und Innovation eröffnet dem Konzern Versicherungskammer neue Wachstumschancen und stärkt nachhaltig die Position im Markt, insbesondere gegenüber rein digitalen Anbietern.

Im Jahr 2024 konnte der Konzern Versicherungskammer erstmals mit dem Smart-Working-Monitor einen ganzheitlichen Blick auf eine der Konzernstrategien - die neue Arbeitswelt Smart Working - werfen. Dabei wurden neben einer unternehmensweiten Mitarbeiterbefragung Experteninterviews geführt sowie Zahlen, Daten und Fakten im Zusammenhang mit der Arbeitswelt erhoben. Des Weiteren wurde der Markt beobachtet und es wurden Zukunftsprognosen in diesem Themenfeld gespiegelt. Diese Maßnahmen unterstützen den Konzern Versicherungskammer dabei, über eine aussagekräftige Datenbasis die Arbeitswelt weiter an seine Bedarfe anzupassen. Eine Essenz war zum Beispiel die hohe Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, aber auch, dass die hybride Zusammenarbeit die Zukunft ist. Neben dem Fortschreiten der Transformation durch unser Entwicklungs - und Befähigungsprogramm "Leadership Forum " für alle führenden Rollen im Konzern konnte der Konzern Versicherungskammer den Wandel der Bürowelt an allen Standorten voranbringen. Mittlerweile sind zum Beispiel auch am größten Standort Campus Giesing die Kollaborationsräume mit hochmodernen Videokonferenzsystemen ausgestattet und am Campus werden im Januar nach einer Umbauphase die neuen Büroflächen bezogen. Das tägliche Buchen des benötigten Arbeitsplatzes (mit @work) oder des Kollaborationsraums (mit VisionR) ist wie bisher fester Bestandteil der Arbeitsroutine in großen Teilen des Konzerns Versicherungskammer. Beide Buchungstools werden im Einklang mit der Digitalisierungsstrategie fortwährend beobachtet und optimiert. Der Konzern Versicherungskammer gestaltet die Arbeitswelt nach wie vor ganzheitlich. Es wird weiterhin flexibel und hybrid nach dem Leitsatz der Vision zu der neuen Arbeitswelt - Smart Working - gearbeitet: "Arbeiten an dem Ort, zu der Zeit, mit Methoden und Techniken, die meinen Arbeitsalltag effektiver machen."

Mit der zunehmenden Digitalisierung innerhalb der Gesellschaft haben sich die Erwartungen von Kunden und Vertriebspartnern verändert. Neben einer individuellen und persönlichen Betreuung erwarten die Kunden heute eine zeitgemäße "Usability", was vor allem die digitalen Kontaktpunkte betrifft. Kunden erwarten beispielsweise, Verträge digital abschließen, Adressen in Echtzeit aktualisieren oder im Schadenfall schnell serviceorientierte Hilfe abrufen zu können. Gleichzeitig erwarten die Vertriebspartner, dass sie zeitgemäß beim Ausbau ihres Neukundengeschäfts unterstützt werden und tägliche Kundenanfragen schnell, unkompliziert und serviceorientiert bedient werden können. Die Erfüllung dieser Anforderungen ist ein wichtiger strategischer Wettbewerbsfaktor. Durch Standardisierung und Automatisierung werden notwendige Effizienzgewinne gesichert und damit die Interaktionen mit den Kunden beschleunigt. Mit dem Programm "IFIT " (Integrierte Fach- und IT-Transformation) verfolgt der Konzern Versicherungskammer genau dieses Ziel. In IFIT fokussiert sich der Konzern Versicherungskammer nach unternehmensstrategischen Gesichtspunkten auf gemeinsam verabschiedete Projekte, die in enger Zusammenarbeit zwischen fachlichen und technischen Teams umgesetzt werden. Die Einführung von Clustern zur bereichsübergreifenden Steuerung über die Geschäftsfelder entlang der Wertschöpfungskette sowie die Vernetzung von fachlichen und technischen Teams sind dabei zwei der wichtigsten Schritte und werden die fachlichen Prozesse sowie die IT-Landschaft des Konzerns Versicherungskammer nachhaltig verändern. Im Jahr 2024 wurden in IFIT zahlreiche Erfolge erreicht und wesentliche Fortschritte erzielt. Des Weiteren konnten entscheidende Fortschritte in der IT-Modernisierung erzielt werden, wobei wesentliche Meilensteine erreicht wurden. Zudem konnte bereits frühzeitig das Portfolio für das Jahr 2025 definiert werden und es gelang, kritische Engpass-Ressourcen gezielt zu identifizieren. Diese vorausschauende Planung ermöglicht es, sich gezielt auf priorisierte Projekte zu konzentrieren und Ressourcen strategisch einzusetzen. Ein weiterer Erfolg im Jahr 2024 waren die "Schnellboot-Initiativen". Diese Projekte wurden ausgewählt, um zielgerichtet Vereinfachungen zu identifizieren, die das Gesamtprojekt erleichtern. Besonders wertvoll für die Zusammenarbeit war die Etablierung eines gemeinsamen Engagements und einer einheitlichen Sicht auf Projektziele und -fortschritte. Insgesamt markieren die Erfolge des Jahres 2024 einen wichtigen Schritt in Richtung einer modernen und agilen Organisation und schaffen eine zukunftsweisende Grundlage für die ambitionierten Ziele der kommenden Jahre.

Weitere zentrale Beschleuniger für die digitale Transformation sind die Bereitschaft für Innovation und die Möglichkeit, innovative Fragestellungen in einem geschützten Rahmen zu testen. Unter der Marke "go. Innovation für alle" werden neue Trends und Technologien am Markt identifiziert und bewertet, digitale Initiativen bis hin zu einem fertigen Prototyp beziehungsweise Minimum Viable Product (MVP) umgesetzt sowie die konzernweite Innovationskultur als Grundlage für Veränderung gestärkt. Dabei ist "go. Innovation für alle" die konsequente Weiterentwicklung des im Jahr 2018 gegründeten Innovation Campus und steht für digitale Innovation im Rahmen des bestehenden Geschäftsmodells durch eine agile, crossfunktionale Arbeitsweise in Zusammenarbeit mit zahlreichen internen wie externen Akteuren.

Im Kontext der Weiterentwicklung der gesamten Wertschöpfungskette und der strategischen Handlungsfelder des Konzerns Versicherungskammer unterstützt das Team des InsurTech Hub Munich die Geschäftsfelder und Fachbereiche mit Zugängen zu externer Innovation. Die Services des Teams setzen an den individuellen Herausforderungen der Fachbereiche und Geschäftsfelder an, identifizieren externe Start-up-Lösungen und tragen so zur Weiterentwicklung des Konzerns Versicherungskammer bei. Dabei wird unter anderem auf die etablierten Partner InsurTech Hub Munich e. V. und Plug and Play zurückgegriffen, die dem Konzern Versicherungskammer den Zugang zu einem internationalen Innovations- und Start-up-Netzwerk ermöglichen. Die Innovationsprogramme sowie Markt- und Trendanalysen der Innovationspartner bieten die Möglichkeit, Impulse aufzugreifen und auf die Gegebenheiten eines regionalen Versicherers zu übertragen. In diesem Jahr hat der InsurTech Hub Munich e.V. beispielsweise mit seinem Programm ScaleAI den Fokus auf generative KI und deren Möglichkeiten für die Versicherungsbranche gelegt. Neben der Vernetzung mit KI-Start-ups wurde das Programm von Vorträgen und Workshops umrahmt. In diesen wurden vielfältige Themenfelder bearbeitet, darunter die Automatisierung im Bereich Kundenservice, KI-basierte Vertriebsansätze und die Bearbeitung komplexer Leistungsfälle.

Im aktuellen Geschäftsjahr hat der Konzern Versicherungskammer seine Kompetenz und Innovationskraft im Bereich datengetriebener Technologien und Künstlicher Intelligenz weiter ausgebaut. Ein Schwerpunkt war die Inbetriebnahme der Analytics Cloud Plattform als skalierbare Plattform für Entwicklung und Betrieb von KI-Systemen. Mit der konzernweiten Bereitstellung von KammerGPT, einem Large Language Model für den Einsatz innerhalb des Konzerns Versicherungskammer, wurde begonnen, die Potenziale der generativen KI zu nutzen. In enger Zusammenarbeit mit mehreren Fachbereichen konnte die KI-basierte Digitalisierung und Automatisierung umgesetzt werden. Die Stärkung der Datenkompetenz der Mitarbeiter stand ebenfalls im Fokus. Die Data Academy wurde fortgesetzt und um ein neues webbasiertes Training ergänzt, das für alle Mitarbeiter verfügbar ist. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Datenkompetenz im gesamten Unternehmen zu erhöhen und die Fähigkeit der Mitarbeiter zu verbessern, datengetriebene Entscheidungen zu treffen. Ein weiterer Meilenstein war die Erarbeitung und Einführung einer konzernweiten KI-Richtlinie. Diese Richtlinie stellt sicher, dass der Einsatz von KI im Einklang mit der im Jahr 2024 verabschiedeten EU-KI-Verordnung erfolgt, und bietet einen Rahmen für die verantwortungsvolle Nutzung von KI-Technologien. Darüber hinaus wurde ein Datenkatalog eingeführt, der die Transparenz und Zugänglichkeit von Datenquellen innerhalb des Konzerns Versicherungskammer verbessert und die Grundlage für weitergehende datenbasierte Innovationen schafft.

Chancen durch Mitarbeiter

Der Konzern Versicherungskammer hat die aktuellen Themen wie den demografischen Wandel, die fortschreitende Digitalisierung und sich wandelnde Kundenbedürfnisse im Blick und passt dahingehend stetig die Prozesse und Ziele an. Deshalb stehen die proaktive Förderung vielfältiger Kompetenzen, die gezielte und langfristige Förderung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter und Talente sowie die Gewinnung von Nachwuchstalenten an vorderster Stelle.

Grundlage für eine respektvolle und wertschätzende Zusammenarbeit ist ein diskriminierungs - und vorurteilsfreies Arbeitsumfeld, in dem unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale, Lebensentwürfe, Kompetenzen und Perspektiven der Mitarbeiter als Erfolgsfaktoren verstanden werden.

Als Unterzeichner der Charta der Vielfalt fördert der Konzern Versicherungskammer den soziokulturellen Mix der Gesellschaft und legt dabei besonderes Augenmerk unter anderem auf Demografie, Umgang mit technischer Entwicklung, Herkunft, Wertvorstellung, Tradition, Flexibilität und Veränderung. Wir definieren Diversity als Wert unseres Konzerns Versicherungskammer gemäß dem Grundsatz "Wir leben Vielfalt".

Führungskräfte und Mitarbeiter engagieren sich in innerbetrieblichen Arbeitsgruppen zu jährlich wechselnden Diversity-Themen und im Rahmen von Initiativen des Frauennetzwerks. Auf Vorstandsebene ist der Konzern Versicherungskammer auf verschiedenen Plattformen und Veranstaltungen wie Initiativen des Arbeitgeberverbands der Versicherungsunternehmen in Deutschland, zum Beispiel "Women in Leadership & Culture", vertreten.

Zusammenfassung und Ausblick

Der strategisch wesentlichste Faktor für den langfristigen Ausbau von Marktposition und Ertragskraft ist für die Union Reiseversicherung die Kundenzufriedenheit. Im Rahmen von zahlreichen Initiativen und Projekten findet ein intensiver Dialog mit bestehenden und potenziellen Kunden statt. Produktinnovationen und -verbesserungen werden so an Kundenbedürfnissen ausgerichtet. Die Nähe zum Kunden zeigt sich beim Versicherer der Regionen auch in einem flächendeckenden Service- und Vertriebsnetz mit hoher regionaler Präsenz und starker Verbundenheit mit den Vertriebspartner. Durch zahlreiche Engagements und Kooperationen zeigt die Union Reiseversicherung soziale Verantwortung und positioniert sich dabei am Markt als zuverlässiger und sozial engagierter Versicherer der Regionen. Da bei achtet die Union Reiseversicherung stets auf eine Ausgewogenheit zwischen Kundenbedürfnissen, Kostenbewusstsein und Unternehmensinteressen. Somit sieht sich die Union Reiseversicherung für zukünftige Wachstumsfelder regional entsprechend positioniert.

Die Union Reiseversicherung zielt darauf ab, die aufsichtsrechtlichen Risikokapitalanforderungen durch ein solides Anlageportfolio und sein systematisches Risikomanagement nachhaltig sicherzustellen.

Der Vorstand sieht das Erkennen und Wahrnehmen von Chancen als integralen Bestandteil des Managements. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung ist eine klare und transparente Strategie, die auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielt, sowie deren entsprechende Umsetzung. Daher werden die Veränderungen der Rahmenbedingungen laufend beobachtet, um frühzeitig Chancen zu identifizieren und mit passenden Versicherungsprodukten flexibel auf diese reagieren zu können.

Risikobericht

Risikostrategie

Die Verpflichtung und das Engagement der Unternehmensleitung, den kritischen und bewussten Umgang mit Risiken zu forcieren, sind in der Risikostrategie des Unternehmens dokumentiert. Diese leitet sich aus der Geschäftsstrategie und der übergeordneten Risikostrategie des Konzerns Versicherungskammer ab. In der Risikostrategie des Unternehmens werden der potenzielle Einfluss von Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie deren Handhabung festgelegt. Die Risikostrategie wird vom Vorstand beschlossen und einmal jährlich im Aufsichtsrat erörtert.

Die Steuerung der Risikotragfähigkeit des Unternehmens erfolgt auf Basis eines Limitsystems, das sich an den in der Risikostrategie beschriebenen Anforderungsdimensionen orientiert. Dadurch soll die Risikotragfähigkeit des Unternehmens auf strategischer und operativer Ebene gewährleistet werden.

Strukturen und Prozesse des Risikomanagements

Das Risikomanagement im Unternehmen ist darauf ausgerichtet, dass im Sinne des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) sowie gemäß §§ 26 ff. Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) gefährdende Entwicklungen und wesentliche Risiken frühzeitig erkannt und adäquate Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Es orientiert sich dabei konsequent an den Anforderungen des VAG sowie an den Anforderungen von Solvency II.

Die Struktur des Unternehmens sorgt für eine angemessene Funktionstrennung zur Vermeidung von Interessenkonflikten sowie für eine eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten. Dabei wird eine Trennung zwischen dem Aufbau von Risikopositionen und deren Bewertung und Steuerung berücksichtigt.

Der Vorstand ist verantwortlich für die Durchführung und Weiterentwicklung des Risikomanagements. Er trifft hier gemäß § 91 Abs. 2 AktG geeignete Maßnahmen, damit der Fortbestand des Unternehmens gesichert ist und gefährdende Entwicklungen frühzeitig erkannt werden. Dabei wird er vom Risikoausschuss unterstützt, der entsprechende Empfehlungen an den Vorstand des Unternehmens ausspricht.

Die Aufgabe der Risikomanagementfunktion wird im Konzern Versicherungskammer zentral von der Hauptabteilung Konzernrisikocontrolling ausgeführt. Sie koordiniert die Risikomanagementaktivitäten auf allen Ebenen und in allen Geschäftsbereichen. Dabei wird sie von den dezentralen Risikocontrollingeinheiten unterstützt.

Das dezentrale Risikocontrolling des Unternehmens setzt sich aus dem Kapitalanlagecontrolling, dem Spartenaktuariat Schaden/Unfall, der Rückversicherung sowie den dezentralen Controllingeinheiten zusammen.

Die Kombination aus dezentralen und zentralen Risikomanagementeinheiten ermöglicht es, Risiken frühzeitig und flächendeckend zu identifizieren, einzuschätzen und vorausschauend zu steuern.

Die Risiko- und Ertragssituation des Unternehmens wird mithilfe eines Ampel- und Limitsystems überwacht und gesteuert. Im Konzern Versicherungskammer dienen darüber hinaus verschiedene Gremien (zum Beispiel Risikoausschuss, Governance-Ausschuss, Modellkomitee) der Entscheidungsvorbereitung und fördern die Risikokultur sowie die Umsetzung konzernweiter Standards.

Risiken, die sich nachhaltig negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens auswirken, werden im Rahmen des Risikomanagementsystems identifiziert, analysiert, bewertet, gesteuert und überwacht.

Neue Risiken werden identifiziert, bestehende Risiken aktualisiert und regelmäßig auf Wesentlichkeit überprüft - sowohl laufend als auch in einer jährlichen Risikoinventur. Die Risiken werden in den Fachbereichen dezentral erfasst und durch das zentrale Risikomanagement in einem Risikobestandsführungssystem zusammengeführt.

Die Bewertung der Risiken erfolgt aus regulatorischer und ökonomischer Sicht. Für die regulatorische Betrachtung wird die Solvabilitätskapitalanforderung gemäß der Solvency -II-Standardformel berechnet. Aus ökonomischer Sicht erfolgt die Bewertung der Risiken im Rahmen der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA) mithilfe von Sensitivitätsanalysen und Simulationsrechnungen (Stresstests). Diese bildet die Basis für ein ganzheitliches Risikomanagementsystem und umfasst die Bewertung des Gesamtsolvabilitätsbedarfs unter Berücksichtigung der Geschäfts- und Risikostrategie der Gruppe, des spezifischen Risikoprofils, der Risikotoleranz und der festgelegten Risikotoleranzschwellen. Die Angemessenheit des Vorgehens zur Risikoquantifizierung wird jährlich im Rahmen des ORSA-Prozesses und gegebenenfalls anlassbezogen durch das Risikomanagement überprüft.

Um Risiken zu vermeiden beziehungsweise zu reduzieren, werden spezifische Handlungsstrategien plausibilisiert und bei Bedarf weiterentwickelt.

Das Reporting über eingegangene Risiken, über die aktuelle Risikosituation und die Risikotragfähigkeit des Unternehmens erfolgt über die Risikomanagementfunktion.

Die Berichte informieren die Entscheidungsträger und den Aufsichtsrat unterjährig über die Entwicklung des Gesamtrisikoprofils sowie der im Limitsystem festgelegten Kennzahlen. Bei Limitüberschreitung werden umgehend Maßnahmen zur Risikominderung getroffen.

Die Interne Revision prüft die Abläufe des Risikomanagements auf Basis eines jährlich zu aktualisierenden Prüfungsplans und berichtet über die Ergebnisse an die Geschäftsleitung.

Risikoprofil

Das Risikoprofil des Unternehmens wird insbesondere von Marktrisiken und versicherungstechnischen Risiken dominiert.

Die versicherungstechnischen Risiken spiegeln den Umstand wider, dass die versicherten Schäden über den kalkulierten Erwartungen liegen können. Wesentliches Risiko ist dabei das Prämien- und Reserverisiko.

Basierend auf den Ergebnissen des vergangenen ORSA zeigt sich die Bedeutung dieser Risikokategorien in einem starken Auswirkungspotenzial auf die Solvabilitätsquote.

Das Risikoprofil umfasst zudem Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (Gegenparteiausfallrisiko), operationelle Risiken aus menschlichem, technischem, prozessualem oder organisatorischem Versagen sowie Liquiditätsrisiken, strategische Risiken und Reputationsrisiken. Innerhalb aller Risikokategorien werden auch Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt, also Risiken, die sich aus Ereignissen oder Bedingungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung ergeben.

Bedingt durch die geänderten aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen nach dem endgültigen Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der EU hat sich das Unternehmen nach intensiver Bewertung der Handlungsalternativen Anfang Juli 2021 dazu entschlossen, das Geschäft im Vereinigten Königreich zu beenden. Durch die Beendigung des Neugeschäfts im Vereinigten Königreich hat sich die gesamte Risikolage des Unternehmens, insbesondere das versicherungstechnische Risiko, deutlich reduziert.

Im ORSA wurden insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kapitalanlage und die Versicherungstechnik analysiert. Bei der Risikobewertung der Klimarisiken in der Kapitalanlage wurden zum einen physische Risiken in Betracht gezogen, also Risiken im Zusammenhang mit Extremwetterereignissen, wie zum Beispiel Sturm, Überschwemmung und Hagel, und zum anderen transitorische Risiken, die sich durch den Übergang auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft ergeben können. Im ORSA für das Geschäftsjahr wurden die Zeithorizonte 2034 und 2050 analysiert und es wurde festgestellt, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kapitalanlage im Szenario bezogen auf physische Risiken sehr gering sind. Die Auswirkungen transitorischer Risiken sind im entsprechenden Szenario Marktwertverluste, insbesondere durch die Annahme weiterer Zinsanstiege. Auch in der Versicherungstechnik zeigen die Analysen, dass die aufgrund des Klimawandels zu erwartenden höheren physischen Risiken die Risikotragfähigkeit des Konzerns Versicherungskammer nicht gefährden.

Als Folge der stetig zunehmenden Digitalisierung gewinnen Cyberrisiken sowie Maßnahmen zu deren Mitigation und zur Sicherstellung der Informationssicherheit an Bedeutung.

Geopolitische Krisensituationen können mit einem daraus resultierenden Einbruch an den Kapitalmärkten sowie den schlechteren Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft auch die Versicherungsbranche treffen. Die mit geopolitischen Krisen verbundenen Auswirkungen auf die Energieversorgung und Lieferketten können die Wirtschaftsaussichten weiter eintrüben und zusammen mit einer hohen Inflation zu weiter rückläufigen Realeinkommen führen. Die wirtschaftliche Perspektive der Versicherer ist dadurch verstärkt von großer Unsicherheit geprägt.

Für die Reiseversicherung bedeutet dies insbesondere, dass damit auch die Kosten für Urlaubsreisen steigen und die Reiseintensität/-häufigkeit beeinflusst werden kann. Es kann zudem zu Verschiebungen in den Reisezielen kommen, da die Kunden andere Destinationen ansteuern oder auf Urlaubsreisen verzichten, sodass sich in Summe gegenläufige Auswirkungen auf die Nachfrage in der Reiseversicherung und auf das Schadenaufkommen ergeben können.

Diese Entwicklung wird möglicherweise zur Folge haben, dass die Unternehmen im Konzern Versicherungskammer aufgrund des mit der Inflation verbundenen Kostenanstiegs gezwungen sind, die Versicherungsprämien nach oben anzupassen, was wiederum ebenfalls Auswirkungen auf das Neugeschäft haben kann.

Der aus dem Preisanstieg und der Inflation resultierende Zinsanstieg der beiden vergangenen Jahre führte zu einem deutlichen Abschmelzen der Kapitalanlagereserven. Der zinsinduzierte Rückgang der Bewertungsreserven beeinflusst die handelsrechtliche Risikotragfähigkeit des Unternehmens.

Marktrisiko

Das Marktrisiko bemisst sich an der Ungewissheit in Bezug auf Veränderungen von Marktpreisen und -kursen (inklusive Zinsen, Aktienkursen und Devisenkursen) sowie an den Abhängigkeiten und ihren Volatilitätsniveaus. Es leitet sich direkt oder indirekt aus Schwankungen in der Höhe beziehungsweise Volatilität der Marktpreise für die Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Finanzinstrumente ab.

Die Kapitalanlagen des Unternehmens werden nach dem Prinzip der unternehmerischen Vorsicht angelegt. Die Steuerung der Marktrisiken zielt darauf ab, die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Grundsätze zur Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität sowie eine angemessene Mischung und Streuung im Anlageportfolio zu gewährleisten. In einem Anlagekatalog sind zulässige Anlageklassen und Anlagegrundsätze enthalten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Marktrisiken, die insbesondere aus der Anlagetätigkeit resultieren, quantifizierbar und beherrschbar sind. Im Rahmen der Anlageplanung werden diese Vorgaben präzisiert. Dies ist im Wesentlichen die dauerhafte Bedeckung der Verpflichtungen durch Sicherungsvermögen. Für die verabschiedete Anlageplanung validiert die Gesellschaft die Erfüllbarkeit der Solvenzkapitalanforderung.

Die Marktrisiken umfassen auch Nachhaltigkeitsrisiken (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung [ESG]). Eine konkrete Einordnung und ausführliche Darstellung der Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt im ausgewiesenen Abschnitt.

Insbesondere der Zinsanstieg der Vorjahre birgt entsprechende Risiken, denn dieser führt zu höheren Renditen in der Neu- und Wiederanlage. Dem steht jedoch ein deutlicher Anstieg stiller Lasten aus den Vorjahren gegenüber. Das Unternehmen hat durch die Anpassung seiner strategischen Asset-Allocation Maßnahmen ergriffen, um trotz höherer stiller Lasten von den verbesserten Kapitalmarktbedingungen profitieren zu können.

Die Kapitalanlagen des Unternehmens sind nahezu ausschließlich in Zinsträger investiert und somit dem Zinsrisiko und dem Spreadrisiko ausgesetzt. Die Zinsträger entfallen überwiegend auf Staatsanleihen (3,8 Mio. Euro), auf Unternehmensanleihen (19,4 Mio. Euro) sowie auf kurzfristige Anlagen in Termingelder beziehungsweise Geldmarktfonds (26,9 Mio. Euro).

Insbesondere im indirekten Bestand enthaltene Aktien, außerbörsliche Eigenkapitalinstrumente, Private Equity, Rohstoffe sowie zum Teil Anlageinstrumente mit Merkmalen von Aktien und Schuldverschreibungen unterliegen dem Aktienrisiko. Das Unternehmen ist dem Aktienrisiko zum Bilanzstichtag jedoch nicht ausgesetzt, da keine Positionen in Aktien gehalten werden.

Das Immobilienrisiko betrifft sowohl direkt gehaltene Grundstücke und Gebäude als auch Immobilienfonds und Immobilienbeteiligungen im indirekten Bestand. Das Unternehmen besitzt zum Bilanzstichtag jedoch keine Positionen in Immobilien - weder im direkten noch im indirekten Bestand - und ist somit diesem Risiko nicht ausgesetzt.

Das Wechselkursrisiko aus Fremdwährungsinvestitionen wird durch zielgerichtetes Hedging reduziert. Zudem erfolgt eine enge Überwachung des Run-off in Folge der Beendigung des Neugeschäfts im Vereinigten Königreich Anfang Juli 2021.

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko entsteht dadurch, dass sich die Marktwertveränderungen aller zinssensitiven Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nicht gegenläufig ausgleichen.

Unterstellt man im Bereich der Zinsträger zum Bilanzstichtag eine Verschiebung der Zinskurve um einen Prozentpunkt nach oben, führt dies zu einer Verminderung des Zeitwerts um 1,5 Mio. Euro. Da es sich um zinsinduzierte Veränderungen handelt, resultieren keine Auswirkungen auf das Ergebnis. Die gesetzliche Bilanzierungshilfe nach § 341 b HGB und die Bildung stiller Lasten reichen aus, um die handelsrechtliche Auswirkung dieses Szenarios zu kompensieren. Das Unternehmen hat die Fähigkeit, die Kapitalanlagen dauerhaft zu halten.

Spreadrisiko

Das Spreadrisiko ergibt sich aus dem Volumen und der Art der festverzinslichen Wertpapiere, der Bonität der Emittenten sowie der zugrunde liegenden Duration. Die Volatilität der Credit Spreads gegenüber dem risikolosen Zins und die daraus resultierenden Veränderungen der Marktwerte der Kapitalanlagen stellen das Spreadrisiko dar.

Die Kreditqualität des Bestands an Zinsträgern zeigt sich daran, dass zum Stichtag 100,0 Prozent der Zinsträger mit einer Bonitätsbeurteilung im Investmentgrade-Bereich bewertet wurden.

Die Aufteilung nach Bonitätsstufen stellt sich im Unternehmen für den Kapitalanlagebestand an Zinsträgern nach Zeitwerten (volumengewichtet) wie folgt dar:

Anteile der Bonitätsstufen
in Prozent
Zinsträger AAA/AA A/BBB BB/B CCC/D/NR
Staatsanleihen und -darlehen 100,0 - - -
Unternehmensanleihen 2,1 97,9 - -
Pfandbriefe/Covered Bonds 100,0 - - -
Sonstige Zinsträger 53,6 46,4 - -
Gesamtbestand 38,3 61,7 - -

Die Diversifikation der Kapitalanlage soll durch die Einhaltung der internen Vorgaben bezüglich Mischung und Streuung sichergestellt werden. Bei Identifikation von negativen Entwicklungen werden entsprechende Handlungsmaßnahmen umgesetzt.

Wechselkursrisiko

Das Wechselkursrisiko beschreibt das aus zukünftigen Wechselkursentwicklungen resultierende Risiko hinsichtlich des beizulegenden Zeitwerts oder der künftigen Zahlungsströme eines monetären Finanzinstruments.

Zur Reduzierung des bilanziellen Währungskursrisikos ist weiterhin eine gezielte Aktiv -Passiv-Steuerung mit dem Ziel aufgesetzt, die in Fremdwährung gehaltenen Aktiva und Passiva im Gleichgewicht zu halten.

Konzentrationsrisiko

Die Kapitalanlage des Unternehmens muss sowohl zwischen den Anlageklassen als auch innerhalb derselben ein Mindestmaß an Diversifikation aufweisen, um eine übermäßige Anlagekonzentration und die damit einhergehende Kumulierung von Risiken in den Portfolios zu vermeiden. Die Mischung der Vermögensanlagen soll durch einen Risikoausgleich zwischen den verschiedenen Anlagen anlagetypische Risiken begrenzen und so die Sicherheit des gesamten Bestands mit herstellen. Es gilt der Grundsatz, dass eine einzelne Anlageklasse nicht überwiegen darf.

Es werden Limite in Bezug auf Anlageart, Emittenten und regionale Konzentrationen in internen Leit- und Richtlinien festgelegt und deren Einhaltung wird laufend überwacht. Das Konzentrationsrisiko wird dadurch gemindert und ist dementsprechend auf Gesamtportfolioebene von untergeordneter Bedeutung.

Nachhaltigkeitsrisiko

Der Konzern Versicherungskammer ist Mitglied der Investoreninitiative "Principles for Responsible Investment" (PRI). Er hat sich dadurch verpflichtet, Themen bezüglich Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (ESG) in die Analyse- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen, in der Investitionspolitik und -praxis zu berücksichtigen und zur Fortentwicklung der Einbeziehung von ESG-Faktoren in Anlageentscheidungen beizutragen.

Es findet eine laufende Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen bezüglich des Themas Nachhaltigkeit statt. Mit ESG-Aspekten verbundene Chancen und Risiken werden bei Anlageentscheidungen durch Spezialisten der unterschiedlichen Anlageklassen analysiert und berücksichtigt. Zudem werden bei Bedarf vertiefende Analysen auf Portfolioebene zur Identifizierung von Nachhaltigkeitsrisiken durchgeführt.

Hierbei liegt der Fokus in der Kapitalanlage auf Klimarisiken. Dabei werden zum einen physische Risiken in Betracht gezogen, also Risiken im Zusammenhang mit Extremwetterereignissen, wie zum Beispiel Sturm, Überschwemmung und Hagel, und zum anderen transitorische Risiken, die sich durch den Übergang auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft ergeben können.

Im ORSA für das Geschäftsjahr wurden die Zeithorizonte 2034 und 2050 analysiert und es wurde festgestellt, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kapitalanlage im Szenario bezogen auf physische Risiken sehr gering sind. Die Auswirkungen transitorischer Risiken sind im entsprechenden Szenario Marktwertverluste, insbesondere durch die Annahme weiterer Zinsanstiege. Die Risikotragfähigkeit der Solvabilitätsquote im Rahmen des ORSA war grundsätzlich nicht gefährdet.

Versicherungstechnisches Risiko

Das versicherungstechnische Risikoprofil des Unternehmens ist durch das Prämien-/Reserverisiko geprägt.

Das Unternehmen beobachtet im Geschäftsjahr eine Normalisierung des Beitragswachstums und der Schadenentwicklung auf ein Niveau vergleichbar mit dem vor der Coronaviruas-Pandemie.

Prämien-/Reserverisiko

Das Risiko entsteht aus Schwankungen in Bezug auf das Eintreten, die Häufigkeit und die Schwere der versicherten Ereignisse. Es umfasst den Umstand, dass sich die zukünftigen Prämien als unzureichend für den Ausgleich von Ansprüchen erweisen oder erhöht werden müssen.

Das Reserverisiko bezeichnet die Gefahr, dass die versicherungstechnischen Rückstellungen nicht ausreichen, um noch nicht regulierte, aber bereits eingetretene Schäden zu regulieren.

Um den versicherungstechnischen Risiken zu begegnen, werden sowohl bei der Tarifkalkulation als auch bei der Dotierung der Schadenreserve angemessene Sicherheiten einkalkuliert. Zudem werden die Risiken durch gezielte Risikoselektion im Rahmen der Annahmepolitik weiter eingegrenzt.

Zufallsbedingte Schwankungen werden durch eingegangene Rückversicherungsverträge begrenzt. Die Rückversicherungsordnung wird jährlich entsprechend der gegebenen Risikotragfähigkeit im Einklang mit der Risikostrategie überprüft und angepasst.

Die Inflation hat Einfluss auf die Schadenhöhe und somit auf die Höhe der Schadenrückstellungen. Steigende Schäden und etwaige notwendige Anpassungen der Schadenrückstellungen können Auswirkungen auf das versicherungstechnische Ergebnis (brutto) des Unternehmens haben. In der Tarifkalkulation und der Bestimmung der versicherungstechnischen Rückstellungen werden Inflationsentwicklungen angemessen berücksichtigt.

Die bilanzielle Schadenquote (netto) des Jahres 2024 in Höhe von 62,2 Prozent liegt über dem durchschnittlichen Niveau der letzten zehn Jahre.

Das Nettoabwicklungsergebnis liegt bei 15,6 (6,5) Prozent der Eingangsschadenrückstellung.

Bilanzielle Schadenquoten (netto) in Prozent

Gegenparteiausfallrisiko

Das Gegenparteiausfallrisiko bezeichnet das Risiko von Verlusten aufgrund von unerwarteten Ausfällen oder Verschlechterungen der Bonität von Banken, Rückversicherern, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern.

Der Vertrieb von Versicherungsprodukten durch Vermittler ist für das Unternehmen von entscheidender Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg. Um das Forderungsausfallrisiko gegenüber Vermittlern gering zu halten, kommt der Auswahl sowie der laufenden Überprüfung der Vermittler eine besondere Aufmerksamkeit zu.

Die fälligen wertberichtigten Ansprüche gegenüber Versicherungsnehmern und Vermittlern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 3,7 Mio. Euro. Davon entfielen 0,007 Mio. Euro auf Forderungen, die älter als 90 Tage waren.

Die durchschnittliche Ausfallquote der Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft der vergangenen drei Jahre belief sich auf 2,7 Prozent.

Darüber hinaus besteht gegenüber Rückversicherungspartnern ein Forderungsausfallrisiko, das von dem Unternehmen laufend überwacht wird. Diesem Risiko wird mit einem etablierten Auswahlprozess sowie mit laufender Überwachung der Kreditwürdigkeit entgegengewirkt. Das konzernweite Rückversicherungsgeschäft wird nahezu vollständig durch den konzerninternen Rückversicherer (Rating "AA-") kanalisiert und an den Markt gegeben.

Die Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 0,6 Mio. Dem Gegenparteiausfallrisiko wurde darüber hinaus mit Bonitätsprüfungen bei der Annahme beziehungsweise im Bestand mit getroffenen Maßnahmen im Mahnverfahren begegnet.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass ein Unternehmen aufgrund von mangelnder Liquidität beziehungsweise Fungibilität von Assets nicht in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen.

Das Liquiditätsmanagement des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, allen finanziellen Verpflichtungen jederzeit und dauerhaft nachkommen zu können. Die Planung unterliegt regelmäßigen Analysen der Soll-Ist-Abweichung und wird turnusmäßig aktualisiert. Unter einer angemessenen Reserve für Liquiditätsengpässe wird das Vorhandensein ausreichender liquider Vermögenswerte verstanden, die zur Bedienung von kurzfristig schwankenden Zahlungsverpflichtungen vorzuhalten sind. Der Liquiditätsbedarf steht unter anderem in Abhängigkeit vom Stornoverhalten der Kunden, welches durch Inflation beeinflusst werden kann. Die Entwicklung des Stornos wird laufend überwacht und in den Liquiditätsbetrachtungen berücksichtigt. Weil der Saldo aus Beiträgen, Leistungen und Rückflüssen aus Kapitalanlagen positiv ist, ist das Unternehmen in der Lage, die Kapitalanlagen langfristig zu halten.

Aufgrund der für den gesamten Planungszeitraum prognostizierten jährlichen Liquiditätsüberschüsse und der hohen Fungibilität der Wertpapierbestände soll gewährleistet werden, dass sämtliche Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber allen Versicherungsnehmern, jederzeit erfüllt werden können. Die strategische Asset-Allocation gibt Mindestanforderungen an die Liquidität einzelner Assetklassen vor.

Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko kann durch menschliches, technisches, prozessuales oder organisatorisches Versagen oder aufgrund von externen Einflüssen hervorgerufen werden. Es umfasst insbesondere Risiken in den Bereichen Informationsverarbeitung, Personal, Recht sowie Betrugsfälle, jedoch nicht strategische oder Reputationsrisiken. Zur Strukturierung der operationellen Risiken verwendet das Unternehmen die Kategorisierung des Operational Risk Insurance Consortium (ORIC).

Durch die Implementierung eines wirksamen und funktionsfähigen Internen Kontrollsystems (IKS) sowie dessen planmäßige Überwachung durch die Interne Revision wird operationellen Risiken entgegengewirkt.

In Zusammenarbeit zwischen Fachabteilung und Risikomanagement erfolgt eine enge Beobachtung der Risiken, Vorschläge zur Verbesserung von Prozessen werden gemeinsam erarbeitet.

Zum Schutz gegen den Ausfall von Datenverarbeitungssystemen (zum Beispiel im Falle eines Cyberangriffs) sowie zur Gewährleistung der Informationssicherheit und der kontinuierlichen technischen Weiterentwicklung hat das Unternehmen zahlreiche technische und organisatorische Maßnahmen zur Risikominimierung getroffen, unter anderem die IT-Compliance und IT-Governance, Awareness-Kampagnen sowie ständige Sicherheits- und Qualitätsprüfungen durch interne und externe Spezialisten. Regelmäßig getestete Notfallkonzepte können im Bedarfsfall abgerufen werden und beschränken damit gezielt das Risiko aus möglichen technischen Störungen oder sonstigen Ausfällen. Zur frühzeitigen Erkennung von Cyberangriffen und somit zur Schadensminimierung betreibt die Bayerische Landesbrandversicherung als zentraler IT-Dienstleister des Konzerns Versicherungskammer ein eigenes 7x24-Stunden-Security-Operation-Center, in dem alle Security Incidents des Konzerns klassifiziert und risikobasiert behandelt werden. Für alle nicht von der zentralen IT bereitgestellten Anwendungen (IDV) liegt eine zentral gehaltene Dokumentation inklusive Risikobewertung vor. Ein Einsatz von IDVs als kritische oder wichtige Systeme ist nicht zulässig.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bietet Möglichkeiten, die auch risikobehaftet sind, wie etwa die Gefahr von Fehlern in automatisierten Prozessen. Das Management der Risiken aus KI orientiert sich an dem am 1. August 2024 in Kraft getretenen europäischen Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz (EU-KI-VO) sowie an den entsprechenden Prinzipien und Leitlinien der European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Das ganzheitliche Business-Continuity-Management (BCM)-System des Unternehmens, das auch das Notfall- und Krisenmanagement umfasst, dient der Sicherung der Betriebsfortführung. Die zentrale BCM-Koordinationsfunktion wird von Vertretern aus allen Ressorts in fachlichen Themenstellungen unterstützt und berichtet an entscheidungsrelevante Gremien über wesentliche risikorelevante Feststellungen sowie über die durchgeführten Übungen und Tests.

Personalrisiken des Konzern Versicherungskammer, die beispielsweise aus Fluktuation oder Motivationsverlust bei Mitarbeitern resultieren können, werden durch strategische Personalplanung, regelmäßige Mitarbeitergespräche, personelle Förderungs- und Fortbildungsprogramme, flexible Arbeitszeitgestaltung sowie betriebliches Gesundheitsmanagement entgegengewirkt.

Um rechtliche Risiken, die aus gesetzlichen oder vertraglichen Rahmenbedingungen entstehen können, zu minimieren und um frühzeitig reagieren zu können, beobachten die juristischen Abteilungen des Konzerns Versicherungskammer laufend neue Regelungen und Gesetzesentwürfe. Um dem potenziellen Risiko zu begegnen, das sich aus höchstrichterlichen Urteilen und Gesetzgebungsvorhaben ergeben könnte, werden Auswirkungen potenzieller Änderungen frühzeitig analysiert und bei Bedarf risikomindernde Maßnahmen ergriffen. Eine Frühwarnfunktion ergibt sich hier aus der aktiven Verbandsarbeit, die es dem Unternehmen ermöglicht, notwendige Anpassungen frühzeitig vorzunehmen.

Betrugsrisiken beschränkt das Unternehmen durch umfangreiche Überwachungs-, Sicherheits- und Regulierungsmaßnahmen. Der Bereich Compliance sowie die Geldwäschefunktion tragen unter anderem dazu bei, potenziell auftretende Betrugsrisiken frühzeitig identifizieren und vermeiden zu können.

Strategisches Risiko

Das strategische Risiko spiegelt sich darin wider, dass strategische Geschäftsentscheidungen oder ihre unzureichende Umsetzung negative Folgen für die gegenwärtige oder zukünftige Geschäftsentwicklung eines Unternehmens haben können. Ein strategisches Risiko kann sich auch daraus ergeben, dass Geschäftsentscheidungen nicht an ein geändertes Wirtschafts- oder Kundenumfeld angepasst werden. Die Risikostrategie des Unternehmens soll dazu beitragen, dass die Organisation in einem dynamischen Umfeld trotz möglicher Risiken gewinnbringend handeln kann.

Das Unternehmen überprüft jährlich seine Risikostrategie und passt die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an.

Aufgrund der Beendigung des Neugeschäfts im Vereinigten Königreich führt das Unternehmen dort eine strukturierte Abwicklung des Geschäfts durch. Diese ist bereits weitgehend abgeschlossen. Im Rahmen dieser Abwicklung führt die britische Aufsicht eine Prüfung durch, deren Dauer und Ergebnisse noch nicht absehbar sind.

Insgesamt hat das Unternehmen seine strategische Ausrichtung an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst und eine Fokussierung auf das Deutschlandgeschäft bei gleichzeitiger Erhöhung der Diversifikation eingeleitet. Hierzu gehört der weitere Ausbau der Vertriebskanäle in Deutschland, darunter insbesondere die zusätzliche Stärkung des Vertriebs über die Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe. Zusätzlich werden interne Abläufe optimiert, um neue und langfristige Partner angemessen zu betreuen und das gemeinsame Geschäft weiterzuentwickeln. Das Unternehmen nutzt seine verbesserten Service-Angebote und die Chancen, die die Digitalisierung eröffnet, um die Attraktivität seines Angebotes für Kunden auf Reisen weiter auszubauen.

Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko ist jenes Risiko, das sich aufgrund einer möglichen Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ergibt. Für die Reputation des Unternehmens ist jeder Kontakt der Mitarbeiter, der Führungskräfte und der Vorstandsmitglieder zu Kunden, Vertriebspartnern und Eigentümern sowie zur gesamten Öffentlichkeit wichtig.

Die Analyse des Risikos wird anhand eines Szenarioansatzes in Zusammenarbeit zwischen dem Konzernrisikocontrolling und der verantwortlichen Hauptabteilung Unternehmenskommunikation durchgeführt. Hier wird unterstellt, dass negative Ereignisse, die von der Presse oder den sozialen Medien aufgegriffen werden, zu einem Neugeschäftsrückgang führen könnten.

Zur Sicherung der Reputation des Unternehmens sind in der Aufbau- und Ablauforganisation zahlreiche Prozesse und Aktivitäten verankert, wie beispielsweise die Einberufung eines Krisenstabs. In den für die jeweilige Situation einberufenen Arbeitsgruppen werden alle weiteren Maßnahmen und Aktivitäten festgelegt, um das Reputationsrisiko präventiv und reaktiv zu minimieren. Der Bereich Compliance trägt innerhalb des Konzerns Versicherungskammer unter anderem dazu bei, potenziell auftretende Reputationsrisiken aufgrund von Rechtsverstößen frühzeitig identifizieren und vermeiden zu können.

Zudem hat sich der Konzern Versicherungskammer zur Einhaltung des GDV -Verhaltenskodexes (Verhaltenskodex des GDV für den Vertrieb von Versicherungsprodukten) zur kundenfreundlichen Beratung und Betreuung sowohl durch die Unternehmen als auch durch die Vertriebspartner des Konzerns Versicherungskammer zu regelmäßigen Schulungen verpflichtet. Einen weiteren reputationsrelevanten Mehrwert für die Kunden liefert der Konzern Versicherungskammer durch den Beitritt zum Code of Conduct des GDV, der Verhaltensregeln für den Umgang mit Kundendaten in der Versicherungswirtschaft beinhaltet.

Im Rahmen des laufenden Risikomanagementprozesses wird das Reputationsrisiko regelmäßig überprüft.

Zusammenfassung und Ausblick

Das Unternehmen verfügt über ein Risikomanagementsystem, das es ermöglicht, bestehende und absehbare Risiken zu erkennen, zu bewerten und zu steuern. Durch die stetige Weiterentwicklung und Anpassung aller wesentlichen Prozesse, Systeme und Verfahren ist das Unternehmen auf die sich ändernden internen und externen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Risikolage vorbereitet.

Seit Beendigung des UK-Geschäfts fokussiert sich das Unternehmen auf das Deutschland-Geschäft bei gleichzeitig stärkerer Diversifizierung. Durch Bindung bestehender und zukünftiger Partner sowie Anpassungen an Produkt und Service begegnet es auch den Veränderungen bei Kundenverhalten und Schadenentwicklung. Die Chancen der Digitalisierung werden genutzt, um die Kundenservices kontinuierlich zu verbessern.

Geopolitische Risiken sowie biopolitische Risiken in Verbindung mit dem demografischen und klimatischen Wandel gehören zu den Themen, die das Unternehmen weiterhin kontinuierlich und fokussiert beobachten wird, um bei Bedarf rechtzeitig risikomindernde Maßnahmen zu ergreifen.

Die Zunahme von Homeoffice-Arbeitsplätzen und die stetig fortschreitende Digitalisierung sowie die wachsende Nutzung von Künstlicher Intelligenz rücken Cyberrisiken in den Fokus der Risikobetrachtung des Unternehmens. Zudem gewinnen durch den gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit ESG-Risiken - also physische Risiken als Folge von Extremwetterereignissen, transitorische Risiken aus dem Übergang in eine kohlenstoffarme Wirtschaft sowie Greenwashing-Risiken aus irreführenden Anbieterinformationen zur ESG-Konformität von Produkten - zunehmend an Bedeutung. Bei der Steuerung dieser Nachhaltigkeitsrisiken besteht die Herausforderung für Unternehmen aktuell insbesondere darin, die Gewinnung erforderlicher und vor allem valider Daten zu optimieren.

Aus heutiger Sicht liegen keine Erkenntnisse über mögliche Risiken oder Gefahren vor, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

Die gemäß Solvency II geforderte Kapitalausstattung ist gegeben. Die Risikotragfähigkeit des Unternehmens für die aktuelle Risikosituation ist sichergestellt.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die deutsche Wirtschaft bewegt sich in einem Umfeld hoher Unsicherheiten. Hierzu tragen die angespannte geopolitische Lage mit ihren akuten und latenten Krisenherden sowie die Erwartung zunehmender Handelsbeschränkungen und Handelskonflikte aufgrund des Wahlausgangs in den USA bei, aber auch die Ungewissheit bezüglich der künftigen Ausrichtung der deutschen Wirtschaftspolitik mit dem Ende der Ampelkoalition. Dies belastet die Unternehmensinvestitionen und lässt auch nur geringe Impulse aus dem Außenhandel für die exportorientierte deutsche Wirtschaft erwarten.

Auch von Seiten des privaten Konsums dürften nur schwache Wachstumsimpulse ausgehen. Zwar haben sich die Reallöhne in den letzten beiden Jahren positiv entwickelt, die wirtschaftliche Schwächephase, verbunden mit einer steigenden Zahl von Unternehmensinsolvenzen, wirkt sich aber zunehmend negativ auf den Arbeitsmarkt aus. Die damit verbundene Unsicherheit dürfte eine anhaltend zurückhaltende Konsumneigung der privaten Haushalte bewirken.

Vor dem Hintergrund der spürbaren Entspannung der inflatorischen Entwicklung ist im Jahr 2025 mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik der Zentralbanken zu rechnen. Mögliche Leitzinssenkungen würden sich in rückläufigen Finanzierungskosten für Unternehmen und Verbraucher widerspiegeln und tendenziell positiv auf die Investitionstätigkeit wirken. Für die weltweiten Aktienmärkte werden moderate Kursgewinne erwartet.

Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung prognostizierte in einer Pressemitteilung vom 12. Dezember 2024 für das Gesamtjahr 2025 ein Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 0,4 Prozent bis 1,1 Prozent. Das Eintreten des optimistischeren Szenarios setzt dabei voraus, dass die deutsche Wirtschaft ihre strukturellen Herausforderungen bewältigen kann.

Branchenentwicklung

Die deutsche Versicherungswirtschaft erwartet nach Schätzungen des GDV für das Jahr 2025 insgesamt ein Beitragswachstum von rund 5 Prozent (Jahresmedienkonferenz am 13. Februar 2025, GDV).

Entscheidenden Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der Versicherungswirtschaft werden die weitere Entwicklung des Marktzinsniveaus für die Lebensversicherung, die inflatorischen (Nachhol-)Effekte in der Kranken- sowie Schaden- und Unfallversicherung sowie die Auswirkungen der konjunkturellen Schwächephase haben. Zudem besteht Unsicherheit bezüglich der künftigen politischen Ausrichtung nach der Bundestagswahl in Deutschland, unter anderem hinsichtlich der Reform des Altersvorsorgesystems, in der Nachhaltigkeitsthematik und bei der Vertriebsregulierung.

Anhaltende regionale und internationale Konflikte beeinflussen vor allem Reiseplanungen für Urlaubsziele mit Krisen, kriegerischen Vorkommnissen oder Terrorgefahr. Der Mittelmeerraum wird dennoch weiterhin Schwerpunkt der privaten Urlaubsreisen aus Deutschland heraus sein. Die Lebenshaltungskosten hier und in vielen Destinationen werden weniger stark ansteigen als im Jahr 2024 und dennoch auch künftig zu Preissteigerungen in der Tourismusbranche und somit zu steigendem Absicherungsbedarf der Kunden führen. Das gesteigerte Bewusstsein und anhaltende Transparenz zu Reiseversicherungen in der Bevölkerung fördern weiterhin den Ausbau der Dauerabsicherungen sowie die Kaufbereitschaft für Reiseversicherungen sowohl im Rahmen der konkreten Reisebuchung als auch bereits in der Planungsphase oder im Zusammenhang mit Beratungsgesprächen durch Finanzberater.

Unternehmensentwicklung1

Die Union Reiseversicherung erwartet im Inlandsgeschäft ein positives Ergebnis leicht unter Vorjahresniveau. Für das in Abwicklung befindliche Auslandsgeschäft wird ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet.

Insgesamt werden die Beiträge im Jahr 2025 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle werden weiter überproportional ansteigen.

Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb werden voraussichtlich leicht sinken. Insgesamt geht die Union Reiseversicherung insbesondere aufgrund des Anstiegs der Schadenaufwendungen von einer moderat höheren Combined Ratio sowie einem leicht sinkenden versicherungstechnischen Ergebnis aus. Für das Unternehmensziel "Kundenzufriedenheit" wird gemäß der bundesweiten KUBUS-Marktstudie der MSR Consulting Group eine positive Entwicklung angestrebt. Konkret bedeutet das: Die Kennzahlen des breit definierten "KUBUS-Index" sollen sich gegenüber dem Vorjahr absolut, das heißt in Punkten, und relativ, das heißt gegenüber dem Wettbewerb, verbessern.

Zusätzlich sollen die einzelnen Erlebnisse der Kunden in den jeweiligen Kundenreisen, die über das unternehmensinterne CX-Instrument ("Kundenbarometer") zeitnah transaktional gemessen werden, in ihrem Begeisterungsanteil die Marktbenchmarks mehrheitlich übertreffen. Dafür wird an insgesamt 120 Messpunkten in zehn unterschiedlichen Kundenreisen über das gesamte Jahr verteilt zeitnah nach einem Serviceerlebnis das Feedback der Kunden eingeholt und direkt an die betroffenen Serviceeinheiten zurückgespielt, um dort umgehend mögliche erforderliche Maßnahmen treffen zu können. Diese Messungen gewährleisten zudem frühzeitig eine entsprechend treffsichere Prognose für die retrospektiven KUBUS-Befragungen im Sinne der ganzheitlichen Kundenorientierung des Unternehmens.

Die Union Reiseversicherung wird ihre sicherheitsorientierte Anlagepolitik fortführen. Bei einem leicht sinkenden Marktzinsniveau geht das Unternehmen von einem etwas geringeren Ergebnis aus der Kapitalanlage aus. Die prognostizierte Entwicklung wird im Jahr 2025 zu einem leicht positiven Jahresergebnis unter Vorjahresniveau führen.

1 Die für die Union Reiseversicherung zur Unternehmenssteuerung herangezogenen bedeutsamsten Leistungsindikatoren sind die gebuchten Bruttobeiträge, die Aufwendungen für Versicherungsfälle und Versicherungsbetrieb, das Kapitalanlageergebnis sowie der Jahresüberschuss.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Der vorliegende Prognosebericht enthält Einschätzungen für die künftige Entwicklung des Unternehmens, die auf Basis von Planungen, Prognosen und der vorsichtigen Abwägung aller bekannten Chancen und Risiken gemacht werden können. Aufgrund unbekannter Risiken, Ungewissheiten und Unsicherheiten handelt es sich um Annahmen, die so nicht eintreten oder nicht vollständig eintreffen müssen. Die Gesellschaft kann für die getroffenen Prognosen keine Haftung übernehmen und verpflichtet sich gleichzeitig nicht, diese an die tatsächlich eintretenden Einflüsse anzupassen oder zu aktualisieren.

Definitionen

Bilanzielle Schadenquote (brutto)

Die bilanzielle Schadenquote (brutto) ist der in Prozent ausgewiesene Anteil der Aufwendungen für Versicherungsfälle (brutto) an den verdienten Bruttobeiträgen.

Brutto/Netto

"Brutto" bedeutet vor Abzug der Rückversicherungsanteile und "netto" nach Abzug der Rückversicherungsanteile, auch "für eigene Rechnung" genannt.

Combined Ratio (brutto) nach GDV

Die Combined Ratio (brutto) ist das Verhältnis von Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb, die Versicherungsleistungen und die sonstigen versicherungstechnischen Bruttopositionen zu den abgegrenzten Prämien.

Kostenquote (brutto)

Die Kostenquote (brutto) ist das Verhältnis der Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (brutto) zu den verdienten Beiträgen (brutto).

Laufende Durchschnittsverzinsung nach Verbandsformel

Die laufende Durchschnittsverzinsung beinhaltet die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen abzüglich der laufenden Aufwendungen für Kapitalanlagen und setzt diese ins Verhältnis zum mittleren Bestand der Kapitalanlagen am 1. Januar und am 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres.

Nettoverzinsung

Die Nettoverzinsung beinhaltet alle Erträge aus Kapitalanlagen abzüglich aller Aufwendungen für Kapitalanlagen und setzt diese ins Verhältnis zum mittleren Bestand der Kapitalanlagen am 1. Januar und am 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres.

Nichtversicherungstechnisches Ergebnis

Das nichtversicherungstechnische Ergebnis ist die Differenz aus Erträgen und Aufwendungen, die nicht direkt dem Versicherungsgeschäft zugerechnet werden können.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis ist die Differenz aus Erträgen und Aufwendungen aus dem Versicherungsgeschäft. Zusammen mit dem Ergebnis der nichtversicherungstechnischen Rechnung abzüglich der Steuern weist es den Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag des Versicherers aus.

Versicherungszweige und Versicherungsarten

Reisegepäckversicherung

Reise-Haftpflichtversicherung

Reisekrankenversicherung

Reise-Rücktrittskosten-Versicherung

Reiseunfallversicherung

Beistandsleistungsversicherung

Jahresabschluss

Bilanz zum 31. Dezember 2024

Aktivseite

In € Geschäftsjahr Vorjahr
A. Kapitalanlagen
I. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.758.766 8.359.560
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 23.607.751 24.644.289
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 1.166.119 1.679.611
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 2.745.637 2.779.790
3.911.756 4.459.401
4. Einlagen bei Kreditinstituten 19.906.379 14.317.152
54.184.652 51.780.402
54.184.652 51.780.402
B. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 181.072 11.500
2. Versicherungsvermittler 3.491.641 3.416.644
3.672.713 3.428.144
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 595.133 379.625
davon: an verbundene Unternehmen: 36.641 (0) €
III. Sonstige Forderungen 610.227 446.128
davon: an verbundene Unternehmen: 34.024 (15.378) €
4.878.073 4.253.897
C. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 4.630.753 5.192.035
II. Andere Vermögensgegenstände 1.817.295 3.659.269
6.448.048 8.851.304
D. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 307.797 367.548
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 2.886 2.605
310.683 370.153
E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0 1.261
Summe der Aktiva 65.821.456 65.257.017

Passivseite

in € Geschäftsjahr Vorjahr
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 18.133.100 18.133.100
abzüglich nicht eingeforderter ausstehender Einlagen -13.426.204 -13.426.204
4.706.896 4.706.896
II. Kapitalrücklage 6.054.511 6.054.511
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 910.567 688.319
2. andere Gewinnrücklagen 3.931 3.931
914.498 692.250
IV. Bilanzgewinn 15.682.849 11.460.163
27.358.754 22.913.820
B. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 5.229.537 3.896.468
2. davon ab: Anteil Für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -337.191 -340.271
4.892.346 3.556.197
II. Rückstellung Für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 26.138.012 28.923.466
2. davon ab: Anteil Für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -8.270.227 -7.365.076
17.867.785 21.558.390
III. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 0 0
2. davon ab: Anteil Für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 23.755 121.135
23.755 121.135
22.783.886 25.235.722
C. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen Für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 627.094 608.389
II. Steuerrückstellungen 2.977.527 2.560.921
III. Sonstige Rückstellungen 1.270.302 1.283.990
4.874.923 4.453.300
D. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber:
1. Versicherungsnehmern 93.130 79.676
2. Versicherungsvermittlern 28.870 11.254
122.000 90.930
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 5.470.281 7.494.930
davon: gegenüber verbundenen Unternehmen: 5.470.281 (7.494.930) €
III. Sonstige Verbindlichkeiten 5.211.612 5.068.315
davon: gegenüber verbundenen Unternehmen: 1.070.951 (1.098.804) €
davon: aus Steuern: 292.051 (348.284) €
10.803.893 12.654.175
Summe der Passiva 65.821.456 65.257.017

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024

Posten
in €
Geschäftsjahr Vorjahr
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 83.966.320 77.461.681
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -41.416.872 -39.282.188
42.549.448 38.179.493
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -1.333.069 -1.288.319
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen -3.080 -426.077
-1.336.149 -1.714.396
41.213.299 36.465.097
2. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung
693 9
3. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag -62.762.254 -54.225.862
bb) Anteil der Rückversicherer 33.437.079 28.969.340
-29.325.175 -25.256.522
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 2.785.454 2.024.271
bb) Anteil der Rückversicherer 905.151 644.985
3.690.605 2.669.256
-25.634.570 -22.587.266
4. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen
a) Sonstige versicherungstechnische Netto-Rückstellungen 97.379 -43.795
97.379 -43.795
5. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb -14.776.977 -13.408.707
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 3.014.165 3.129.543
-11.762.812 -10.279.164
6. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung -21.435 0
7. Zwischensumme 3.892.554 3.354.881
8. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 3.892.554 3.354.881
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus anderen Kapitalanlagen
aa) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 1.691.124 1.644.220
1.691.124 1.644.220
b) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 352.758 46.160
2.043.882 1.690.380
2. Aufwendungen Für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen -42.071 -55.682
-42.071 -55.682
2.001.811 1.634.698
2.001.811 1.634.698
3. Sonstige Erträge 1.323.567 2.593.029
davon: aus der Währungsumrechnung: 1.092.117 (1.168.450) €
4. Sonstige Aufwendungen -654.154 -1.457.877
davon: aus der Währungsumrechnung: -468.750 (-1.120.847) €
669.413 1.135.152
5. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 6.563.778 6.324.731
6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.124.179 -2.015.042
7. Sonstige Steuern 5.334 -5.861
-2.118.845 -2.020.903
8. Jahresüberschuss 4.444.933 4.303.828
9. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 11.460.163 7.371.526
10. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage -222.247 -215.191
-222.247 -215.191
11. Bilanzgewinn 15.682.849 11.460.163

Anhang

Angabe zur Identifikation

Die Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft mit Firmensitz in der Maximilianstraße 53, 80530 München, wird im Handelsregister beim Amtsgericht München unter der Handelsregister-Nummer HRB 137918 geführt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Rechnungslegungsvorschriften

Der Jahresabschluss wurde nach den Bestimmungen des HGB, des AktG und des VAG in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in der aktuellen Fassung erstellt.

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit wurden die Einzelposten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung grundsätzlich in vollen Eurobeträgen ausgewiesen. Die Angaben im Anhang wurden vereinzelt auch gerundet auf volle Tsd. Euro dargestellt. Durch kaufmännische Rundungen können sich bei der Addition der Einzelwerte Abweichungen zu den andernorts angegebenen Summen und Werten ergeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Kapitalanlagen

Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere wurden gemäß § 341b Abs. 2 Halbsatz 1 HGB nach den für das Umlaufvermögen geltenden Vorschriften zu Anschaffungskosten beziehungsweise zum niedrigeren Börsen- oder Marktwert am Bilanzstichtag (strenges Niederstwertprinzip) bewertet.

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere wurden gemäß § 341b Abs. 2 Halbsatz 2 HGB nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften zu fortgeführten Anschaffungskosten beziehungsweise bei dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert (gemildertes Niederstwertprinzip) bewertet, da diese dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen. Die Amortisation der Differenz zwischen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag erfolgte unter Anwendung der Effektivzinsmethode nach § 341c Abs. 3 HGB über die Restlaufzeit.

Namensschuldverschreibungen sowie Schuldscheinforderungen und Darlehen wurden gemäß § 341b Abs. 1 HGB nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei Namensschuldverschreibungen wurde das Wahlrecht der Nennwertbilanzierung gemäß § 341c Abs. 1 HGB nicht angewendet. Die Amortisation der Differenz zwischen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag erfolgte unter Anwendung der Effektivzinsmethode nach § 341c Abs. 3 HGB über die Restlaufzeit.

Einlagen bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert angesetzt.

Wertaufholungsgebot und Zuschreibungen

Das Wertaufholungsgebot gemäß § 253 Abs. 5 HGB wurde beachtet.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Einlagen bei Kreditinstituten wurden gemäß § 256a Satz 1 HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger wurden gemäß § 256a Satz 2 HGB die §§ 253 Abs. 1 Satz 1 und 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht angewendet.

Verbindlichkeiten und Rückstellungen wurden mit dem Buchkurs beziehungsweise gegebenenfalls mit dem zum Bilanzstichtag höheren Geldkurs umgerechnet.

Forderungen

Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wurden zum Nennwert angesetzt und am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft wurden grundsätzlich zum Nennwert, vermindert um etwaige Wertberichtigungen, angesetzt.

Sonstige Forderungen wurden zum Nennwert angesetzt und am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Sonstige Vermögensgegenstände

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand sowie Andere Vermögensgegenstände wurden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt und am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Auf die Währungsumrechnung von laufenden Guthaben bei Kreditinstituten wurden gemäß § 256a Satz 2 HGB die §§ 253 Abs. 1 Satz 1 und 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht angewendet

Rechnungsabgrenzungsposten

Die unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesenen Beträge entfallen auf das aktuelle Geschäftsjahr und waren am Bilanzstichtag noch nicht fällig. Sie wurden mit Nominalbeträgen angesetzt.

Beitragsüberträge

Die Beitragsüberträge für das in Deutschland vermittelte Geschäft werden erhoben, indem die übertragungsfähigen Teile der Beiträge grundsätzlich einzeln für jeden Versicherungsvertrag, pro rata temporis, verwendet werden. Die Beitragsüberträge für das Maklergeschäft werden pauschal kalkuliert.

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Die Rückstellungen für bekannte Versicherungsfälle wurden im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft grundsätzlich je Schadenfall einzeln ermittelt. Sie umfassten Leistungsverpflichtungen aus Versicherungsfällen, bei denen die Höhe, der Zahlungszeitpunkt oder die Zahlungsdauer noch unsicher sind.

Für noch unbekannte Schäden wurden Spätschadenrückstellungen nach den Erfahrungen der Vorjahre gebildet. In der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wurden die Anteile der Rückversicherer gemäß den Rückversicherungsverträgen in Abzug gebracht.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen betrafen ausschließlich die Wiederauffüllungsprämienrückstellung. In diversen Rückversicherungsverträgen sind Wiederauffüllungsprämien und deren Berechnungsformel auf Anfalljahresbasis vereinbart. Nachgemeldete Großschadenaufwendungen lösen demnach (je nach Vertragsbetroffenheit und vereinbarter Berechnungsformel) Zahlungen und Rückstellungen für (erwartete) Wiederauffüllungsprämien des betroffenen Anfalljahres aus (abhängig von Bruttozahlungen und Bruttoreserven).

Pensionsrückstellungen

Die Pensionsrückstellungen wurden gemäß § 253 HGB ermittelt und nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Die Bewertung der Versorgungsverpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method). Hierbei werden sowohl die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen von Gehältern und Renten bei der Bewertung berücksichtigt. Die Ermittlung der Rückstellung erfolgt auf Basis modifizierter Heubeck-Richttafeln RT 2018 G, bei denen die Sterbewahrscheinlichkeiten für den Gesamtbestand auf 90 Prozent (im Vorjahr: 80) der Grundwerte vermindert wurden.

Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen wurden - jeweils bezogen auf das Jahresende und mit wirtschaftlicher Wirkung für das Folgejahr - getroffen. Des Weiteren wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Pensionsrückstellungen mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,90 Prozent (im Vorjahr: 1,83 Prozent) zu bewerten, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Zudem wurde die jährliche Steigerungsrate für Gehälter unverändert einheitlich mit 2,75 Prozent und für Renten mit 2,10 Prozent (im Vorjahr: 2,10 Prozent) angesetzt. Des Weiteren wurde von einer Fluktuation von 2,30 Prozent bei Frauen und 2,70 Prozent bei Männern ausgegangen.

Für die Bewertung der Pensionsrückstellungen wurde ein Rechnungszins von 1,90 Prozent verwendet. Dieser ist identisch mit dem von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2024 veröffentlichten Zinssatz gemäß §253 Abs 2 HGB.

Die Bewertungen der Rückstellungen für Altersteilzeit- und Jubiläumsverpflichtungen erfolgten nach versicherungsmathematischen Grundsätzen und biometrischen Rechnungsgrundlagen auf Basis modifizierter Heubeck-Richttafeln RT 2018 G, bei denen die Sterbewahrscheinlichkeiten für den Gesamtbestand auf 90 Prozent der Grundwerte vermindert wurden (ausgenommen Altersteilzeit).

Die Bewertung dieser Verpflichtungen erfolgte im Wesentlichen analog zu den Pensionszusagen und auf Basis der gleichen Rechnungsannahmen (mit Ausnahme des Rechnungszinses). Der Ausweis erfolgte unter den Sonstigen Rückstellungen.

Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre von 1,51 Prozent (Vorjahr: 1,00 Prozent) bewertet, wobei wie im Vorjahr ein zum Bilanzstichtag prognostizierter Zinssatz zugrunde gelegt wurde, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von einem Jahr ergibt.

Dabei ist zu beachten, dass der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2024 veröffentlichte Zinssatz von 1,50 Prozent um einen Basispunkt abweicht. Der hieraus sich ergebende Bewertungsunterschied ist unwesentlich.

Für die Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen wurde ein durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre von 1,73 Prozent (Vorjahr: 1,46 Prozent) verwendet, wobei wie im Vorjahr ein zum Bilanzstichtag prognostizierter Zinssatz zugrunde gelegt wurde. Für die Abzinsung wurde eine Restlaufzeit von neun Jahren unterstellt. Dieser ist identisch mit dem von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2024 veröffentlichten Zinssatz gemäß §253 Abs. 2 HGB.

Die Pensionsrückstellungen sowie die Altersteilzeitrückstellungen wurden mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung dieser Schuld dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet.

Steuerrückstellungen und übrige Sonstige Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen sowie alle übrigen Sonstigen Rückstellungen wurden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Geschäft, Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft sowie Sonstige Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.

Aktive und passive latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden für die Unterschiede in den Wertansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge angesetzt.

Die Bewertung temporärer beziehungsweise quasi permanenter Differenzen sowie der steuerlichen Verlustvorträge erfolgte mit dem für das Geschäftsjahr geltenden kombinierten Steuersatz für Körperschaftsteuer (KSt) inklusive Solidaritätszuschlag (SolZ) und Gewerbesteuer (GewSt) in Höhe von 32,3 (32,3) Prozent.

Die passiven latenten Steuern entstanden aus Bewertungsunterschieden bei den Kapitalanlagen und den Sonstigen Rückstellungen. Die aktiven latenten Steuern, die mit den passiven latenten Steuern saldiert werden, beruhen im Wesentlichen auf Bewertungsunterschieden bei der versicherungstechnischen Rückstellung und der Pensionsrückstellung.

Für den verbleibenden Aktivüberhang wurden entsprechend dem Wahlrecht des § 274 HGB im Berichtsjahr keine latenten Steuern bilanziert.

Das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz, MinStG) und weiterer Begleitmaßnahmen ist in Deutschland ab dem Jahr 2024 verpflichtend anzuwenden.

Die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts hat als verantwortliches Mutterunternehmen für den gesamten Konzern Versicherungskammer die Regelungen zum Mindeststeuergesetz geprüft und eine Betroffenheitsanalyse vorgenommen. Die qualitative Betroffenheitsanalyse hat ergeben, dass der Konzern Versicherungskammer grundsätzlich von dem Anwendungsbereich des Mindeststeuergesetzes umfasst wird. Eine quantitative Betroffenheit besteht jedoch nicht, da die Übergangsregelung bei untergeordneter internationaler Tätigkeit nach § 83 MinStG für den Konzern Versicherungskammer greift und in Anspruch genommen wird.

Auch für die Union Reiseversicherung wird die Übergangsregelung nach § 83 MinStG in Anspruch genommen. Aus diesem Grund wird diese Kapitalgesellschaft von der Mindeststeuer befreit.

Für alle weiteren Handlungen wird die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts als Verantwortliche für den gesamten Konzern Versicherungskammer tätig werden.

Sonstiges

In der Bilanz wurden die Abzugsbeträge mit einem Minuszeichen dargestellt. Aufwände wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit einem Minuszeichen und Erträge ohne Vorzeichen dargestellt.

Der Begriff "Beteiligungsunternehmen" wurde gleichbedeutend für die Formulierung "Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht" verwendet.

Entwicklung der Kapitalanlagen im Geschäftsjahr 2024

Aktivposten Bilanzwerte Vorjahr
Tsd. €
Zugänge
Tsd. €
Umbuchungen
Tsd. €
Abgänge
Tsd. €
Zuschreibungen
Tsd. €
Abschreibungen
Tsd. €
A. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Summe A. I. 0 0 0 0 0 0
A. I. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 8.360 9.173 0 -10.774 0 0
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 24.644 12 0 -1.048 0 0
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 1.680 0 0 -514 0 0
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 2.779 0 0 -33 0 0
4. Einlagen bei Kreditinstituten 14.317 5.498 0 0 91 0
5. Summe A. I. 51.780 14.682 0 -12.368 91 0
Insgesamt 51.780 14.682 0 -12.368 91 0
Aktivposten Bilanzwerte
Geschäftsjahr
Tsd. €
A. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Summe A. I. 0
A. I. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.759
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 23.608
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 1.166
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 2.746
4. Einlagen bei Kreditinstituten 19.906
5. Summe A. I. 54.185
Insgesamt 54.185

Erläuterungen zur Bilanz

Aktiva

A. Kapitalanlagen

Zeitwert der Kapitalanlagen gemäß § 54 RechVersV Geschäftsjahr Vorjahr
Buchwerte
Tsd. €
Zeitwerte
Tsd. €
Buchwerte
Tsd. €
Zeitwerte
Tsd. €
A. Kapitalanlagen
I. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.759 6.948 8.360 8.598
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 23.608 20.838 24.644 21.337
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 1.166 955 1.680 1.466
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 2.746 2.382 2.779 2.435
3.912 3.337 4.459 3.901
4. Einlagen bei Kreditinstituten 19.906 19.906 14.317 14.317
54.185 51.029 51.780 48.153
54.185 51.029 51.780 48.153
Bewertungsreserven zum Bilanzstichtag -3.156 -3.627

Die Bewertungsreserven beliefen sich auf -3.156 (-3.627) Tsd. Euro und lagen bei -5,8 (-7,0) Prozent des Buchwerts der Kapitalanlagen.

Bei Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren in Höhe eines Buchwerts von 23.608 (Zeitwert: 20.838) Tsd. Euro, bei Namensschuldverschreibungen in Höhe eines Buchwerts von 1.166 (Zeitwert: 955) Tsd. Euro und bei Schuldscheinforderungen und Darlehen in Höhe von 2.746 (Zeitwert: 2.382) Tsd. Euro wurde von einer Abschreibung abgesehen, da die vorübergehende Wertminderung nicht auf eine Bonitätsverschlechterung zurückzuführen war.

Die Zeitwerte wurden, abhängig von der jeweiligen Anlageart, nach folgenden Methoden ermittelt:

Der Zeitwert von an der Börse notierten Aktien, Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren wurde mit dem letzten zum Bilanzstichtag verfügbaren Börsenkurs ermittelt.

Der Zeitwert von Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren und Sonstigen Ausleihungen wurde für nichtnotierte Anleihen mit dem Discounted-Cashflow-Verfahren zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der jeweiligen Bonitäts- und Liquiditätsabschläge ermittelt. Der Zeitwert von an der Börse notierten Anleihen wurde mit dem letzten zum Bilanzstichtag verfügbaren Börsenkurs ermittelt. Bei strukturierten Produkten wurden zusätzlich optionale Anteile (Callrechte, Swaptions) mithilfe von anerkannten Optionspreismodellen (Black-Scholes-Modell) bewertet.

Bei Einlagen bei Kreditinstituten wurde der Nennwert angesetzt, der dem Zeitwert entspricht.

A. I. 1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Bei dem Zugang in Höhe von 9.173 Tsd. Euro handelt es sich um einen Geldmarktfonds.

A. I. 2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere wurden im Geschäftsjahr und im Vorjahr in voller Höhe dem Anlagevermögen zugeordnet.

A. I. 4. Einlagen bei Kreditinstituten

Die Zuschreibungen enthielten Währungskursgewinne in Höhe von 91 Tsd. Euro.

B. I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:

2. Versicherungsvermittler

Die Forderungen gegenüber Versicherungsvermittlern beinhalten Forderungen gegenüber inländischen Vermittlern in Höhe von 570.056 (591.865) Euro sowie gegenüber ausländischen Vermittlern in Höhe von 2. 921.585 (2.824.779) Euro, letzterem stehen Verbindlichkeiten gegenüber.

B. III. Sonstige Forderungen

In der Position Sonstige Forderungen sind 34.024 (15.378) Euro gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten.

C. II. Andere Vermögensgegenstände

Andere Vermögensgegenstände in Höhe von 1.817.295 (3.659.269) Euro betreffen nahezu vollständig die voraussichtliche Steuererstattung für 2023 in Höhe von 1.798.756 Euro.

D. II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten

In dieser Position sind im Wesentlichen abgegrenzte Zinserträge in Höhe von 307.797 (367.548) Euro enthalten.

Passiva

A. I. Eingefordertes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt 18.133.100 Euro. Es ist eingeteilt in 843.400 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 21,50 Euro, die nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden können und auf die ein Betrag in Höhe von 4.706.896 Euro eingefordert und einbezahlt ist.

Der alleinige Aktionär, die Consal Beteiligungsgesellschaft AG, München, teilte das Bestehen einer Beteiligung an der Gesellschaft gemäß § 20 Abs. 1 beziehungsweise 4 AktG mit.

A.III. Gewinnrücklagen

A. III.1 gesetzliche Rücklage

Im Geschäftsjahr wurde der gesetzlichen Rücklage ein Betrag von 222.247 Euro gemäß § 150 Abs. 2 AktG zugeführt.

B. Versicherungstechnische Rückstellungen

Die Bruttorückstellungen der Union Reiseversicherung setzten sich wie folgt zusammen:

Geschäftsjahr
Vorjahr
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung 17.910.647 13.386.392
Reisekrankenversicherung 10.900.752 14.935.477
Reisegepäckversicherung 48.196 37.387
Reise-Haftpflichtversicherung 2.160.368 3.835.096
Reiseunfallversicherung 148.867 166.906
Beistandsleistungsversicherung 198.719 458.676
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 31.367.549 32.819.934
Gesamtes Versicherungsgeschäft 31.367.549 32.819.934

B. II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (brutto)

Geschäftsjahr
Vorjahr
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung 12.978.599 9.755.583
Reisekrankenversicherung 10.750.838 14.770.408
Reisegepäckversicherung 23.451 18.228
Reise-Haftpflichtversicherung 2.129.956 3.811.545
Reiseunfallversicherung 119.169 142.439
Beistandsleistungsversicherung 135.999 425.263
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 26.138.012 28.923.466
Gesamtes Versicherungsgeschäft 26.138.012 28.923.466

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle resultierte mit 12.695.004 Euro aus dem Auslandsgeschäft.

Im Jahr 2024 gab es einen Abwicklungsgewinn (netto) in Höhe von 3.361.811 Euro, der insbesondere aus der positiven Entwicklung bei den Vorjahresschäden aus der Versicherungsart Reisekranken resultierte.

C. I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Geschäftsjahr
Vorjahr
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 627.094 608.389
Gesamt 627.094 608.389

Die Anschaffungskosten der mit den Pensionsrückstellungen zu verrechnenden Vermögensgegenstände entsprachen dem Zeitwert und beliefen sich auf 16.788 Euro. Der Zeitwert umfasste bei Rückdeckungsversicherungen das Deckungskapital des Versicherungsvertrags zuzüglich unwiderruflich zugeteilter Überschussanteile. Die entsprechenden Vermögensgegenstände wurden mit dem Erfüllungsbetrag für die Pensionsrückstellungen in Höhe von 643.882 Euro verrechnet.

Im Zuge der Verrechnung wurden Erträge in Höhe von 284 Euro mit Aufwendungen in Höhe von 11.418 Euro verrechnet.

Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (1,90 Prozent) ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (1,96 Prozent) ein negativer Unterschiedsbetrag in Höhe von 5.598 Euro.

C. III. Sonstige Rückstellungen

Geschäftsjahr
Vorjahr
Ausstehende Rechnungen 551.000 505.000
Provisionszahlungen 400.000 380.000
Betriebsprüfung 125.900 123.300
Variable Vergütung 96.297 182.622
Jahresabschlusskosten 67.489 62.906
Jubiläumszuwendungen 12.409 13.836
Sonstige 17.207 16.326
Gesamt 1.270.302 1.283.990

Die Altersteilzeitrückstellung wurde im Geschäftsjahr aufgelöst. Die entsprechenden Vermögensgegenstände wurden mit dem Erfüllungsbetrag für die Altersteilzeitverpflichtungen verrechnet. Im Zuge der Verrechnung wurden Erträge in Höhe von 107 Euro mit Aufwendungen in Höhe von 94 Euro verrechnet.

D. II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft

Der Rückgang der Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft betraf die Versicherungskammer Bayern Konzern-Rückversicherung und resultiert im Wesentlichen aus der höheren Schadenquote im Vergleich zum Vorjahr.

D. III. Sonstige Verbindlichkeiten

Die Sonstigen Verbindlichkeiten betrafen überwiegend Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Vermittlern, denen Forderungen gegenüberstehen sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Steuerverbindlichkeiten.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beliefen sich insgesamt auf 90.518 Euro, davon 35.857 Euro aus Mietverhältnissen gegenüber Dritten.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. 1. a)-d) Verdiente Beiträge für eigene Rechnung

Von den gebuchten Bruttobeiträgen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft entfielen 539 (-36.994) Euro auf das im Ausland und 83.965.781 (77.498.675) Euro auf das im Inland gezeichnete Geschäft.

Geschäftsjahr
Vorjahr
Gebuchte Bruttobeiträge 83.966.320 77.461.681
Verdiente Bruttobeiträge 82.633.251 76.173.362
Verdiente Nettobeiträge 41.213.299 36.465.097
Gebuchte Bruttobeiträge Gebuchte Bruttobeiträge Geschäftsjahr
Vorjahr
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung 82.671.838 76.299.060
Reisekrankenversicherung 796.696 721.058
Reisegepäckversicherung 51.770 85.165
Reise-Haftpflichtversicherung 112.730 105.497
Reiseunfallversicherung 117.451 108.513
Beistandsleistungsversicherung 215.835 142.388
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 83.966.320 77.461.681
Gesamtes Versicherungsgeschäft 83.966.320 77.461.681
Verdiente Bruttobeiträge Verdiente Bruttobeiträge Geschäftsjahr
Vorjahr
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung 81.370.599 75.132.852
Reisekrankenversicherung 811.851 643.745
Reisegepäckversicherung 46.184 74.764
Reise-Haftpflichtversicherung 105.868 93.657
Reiseunfallversicherung 112.218 96.293
Beistandsleistungsversicherung 186.531 132.051
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 82.633.251 76.173.362
Gesamtes Versicherungsgeschäft 82.633.251 76.173.362
Verdiente Nettobeiträge Verdiente Nettobeiträge Geschäftsjahr
Vorjahr
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung 40.073.836 35.626.957
Reisekrankenversicherung 762.816 511.020
Reisegepäckversicherung 46.184 74.764
Reise-Haftpflichtversicherung 82.891 71.707
Reiseunfallversicherung 61.041 48.598
Beistandsleistungsversicherung 186.531 132.051
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 41.213.299 36.465.097
Gesamtes Versicherungsgeschäft 41.213.299 36.465.097

Anzahl der mindestens einjährigen Versicherungsverträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

Geschäftsjahr Anzahl der Verträge Vorjahr Anzahl der Verträge
Reise-Rücktrittskosten Versicherung 56.232 45.074
Reisekrankenversicherung 9.084 7.226
Reisegepäckversicherung1 800 0
Reise-Haftpflichtversicherung 0 0
Reiseunfallversicherung 0 0
Beistandsleistungsversicherung1 53.957 0
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 120.073 52.300

1) Aufgrund einer systembedingten Umstellung wurde die Anzahl der Jahresverträge für dieBeistandsleistungsversicherung sowie die Anzahl der Reisegepäckversicherung erstmalig ausgewertet. Im Jahr 2023 belief sich die Anzahl der Versicherungsverträge in der Sparte Beistandsleistungsversicherung auf 43.949 und in der Reisegepäckversicherung auf 924.

I. 3. Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle

Geschäftsjahr
Vorjahr
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung -62.145.317 -51.206.399
Reisekrankenversicherung 293.396 1.872.623
Reisegepäckversicherung -16.614 1.330
Reise-Haftpflichtversicherung 1.592.814 -2.579.788
Reiseunfallversicherung 5.449 129.953
Beistandsleistungsversicherung 293.473 -419.310
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft -59.976.799 -52.201.591
Gesamtes Versicherungsgeschäft -59.976.799 -52.201.591

I. 5. a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb

Geschäftsjahr
Vorjahr
Abschlussaufwendungen -12.649.329 -11.360.017
Verwaltungsaufwendungen -2.127.649 -2.048.690
Gesamtes Versicherungsgeschäft -14.776.977 -13.408.707
Geschäftsjahr
Vorjahr
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung -11.219.623 -10.127.993
Reisekrankenversicherung -2.858.005 -2.587.062
Reisegepäckversicherung -37.088 -50.356
Reise-Haftpflichtversicherung -499.445 -504.728
Reiseunfallversicherung -74.440 -74.254
Beistandsleistungsversicherung -88.376 -64.314
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft -14.776.977 -13.408.707
Gesamtes Versicherungsgeschäft -14.776.977 -13.408.707

Bei den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb sind die Abschlussaufwendungen stark gestiegen. Dies resultiert aus dem stark wachsenden Beitragsvolumen in Deutschland, insbesondere bei Großveranstaltern.

I. 8. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung

Geschäftsjahr
Vorjahr
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung 4.449.552 6.204.404
Reisekrankenversicherung -2.110.763 574.157
Reisegepäckversicherung -7.518 25.737
Reise-Haftpflichtversicherung 1.177.211 -3.001.938
Reiseunfallversicherung -7.554 104.094
Beistandsleistungsversicherung 391.626 -351.573
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 3.892.554 3.554.881
Gesamtes Versicherungsgeschäft 3.892.554 3.554.881

Rückversicherungssaldo

Anteil der Rückversicherer an den Anteil der Rückversicherer an den Geschäftsjahr
Vorjahr
verdienten Beiträgen -41.419.952 -39.708.266
Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 34.342.230 29.614.325
Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 3.014.165 3.129.544
Veränderung der übrigen vers.techn. Netto-Rückstellung 97.379 -43.795
Gesamtes Versicherungsgeschäft -3.966.178 -7.008.192

Der Rückversicherungssaldo teilte sich wie folgt auf:

Geschäftsjahr
Vorjahr
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung 3.535.438 7.594.060
Reisekrankenversicherung 357.933 -644.846
Reisegepäckversicherung 0 0
Reise-Haftpflichtversicherung 22.026 11.080
Reiseunfallversicherung 50.781 47.898
Beistandsleistungsversicherung 0 0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 3.966.178 7.008.192

II. 3. Sonstige Erträge

In diesem Posten sind Währungskursgewinne in Höhe von 1.092.117 (1.168.450) Euro enthalten.

II. 4. Sonstige Aufwendungen

Der Rückgang der Währungskursaufwendungen von 468.750 (1.120.847) Euro resultiert größtenteils aus der günstigen Devisenkursentwicklung. Weiterhin sind in dieser Position Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen in Höhe von 11.381 (10.115) Euro enthalten.

Sonstige Angaben

Anzahl der Mitarbeiter

Bei der Union Reiseversicherung waren im Jahr 2024 durchschnittlich 12 Mitarbeiter beschäftigt.

Mitarbeiter

Geschäftsjahr Vorjahr
Innendienst-Vollzeitmitarbeiter 1 1
Innendienst-Teilzeitmitarbeiter 2 2
Angestellte Außendienstmitarbeiter 9 9
Gesamt 12 12

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personal-Aufwendungen

Geschäftsjahr
Tsd. €
Vorjahr
Tsd. €
1. Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft -8.335 -6.751
2. Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB -88 -116
3. Löhne und Gehälter -863 -1.005
4. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung -156 -147
5. Aufwendungen für Altersversorgung -59 -94
6. Aufwendungen insgesamt -9.501 -8.113

Gesamthonorar Abschlussprüfer

Abschlussprüfer der Union Reiseversicherung AG ist die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC GmbH).

Die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB für Leistungen an die Union Reiseversicherung AG, München, sind im Konzernabschluss der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, enthalten.

Die Abschlussprüfungsleistungen umfassten die Jahresabschlussprüfung, die Prüfung der Solvabilitätsübersicht und die Prüfung des Abhängigkeitsberichts.

Gremien

Die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind im Kapitel "Gremien" auf den Seiten 9 beziehungsweise 10 genannt. Diese Seiten sind Bestandteil des Anhangs.

Die Bezüge des Vorstands beliefen sich auf 89.880 Euro, an ehemalige Mitglieder des Vorstands wurden 36.121 Euro gezahlt.

Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat beliefen sich auf 12.000 Euro.

Konzernzugehörigkeit

Die Union Reiseversicherung AG, München, gehört zum Konzern Versicherungskammer. Die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen auf und wird die Union Reiseversicherung in den Konzernabschluss einbeziehen.

Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, wird im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Der Konzernabschluss steht auf www.vkb.de zur Verfügung.

Nachtragsbericht

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor.

Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns

Geschäftsjahr
Jahresüberschuss 4.444.933
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 11.460.163
Einstellung in die Gesetzliche Rücklage gemäß § 150 Abs. 2 AktG -222.247
Bilanzgewinn 15.682.849

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von 15.682.849 Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

 

München, den 20. Februar 2025

Union Reiseversicherung AG

Der Vorstand

Leyh

Steinmann-Baptist

Verwendung des Bilanzgewinns 2024

Im Rahmen der Hauptversammlung vom 24. März 2025 wurde folgender Beschluss gefasst:

Die Hauptversammlung hat beschlossen, den Bilanzgewinn in Höhe von 15.682.849 Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

 

München, den 24. März 2025

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft, München

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

[1] Bewertung der Schadenrückstellungen

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

[1] Bewertung der Schadenrückstellungen

(1) Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Rückstellungen (sog. "Schadenrückstellungen") in Höhe von € 26,1 Mio brutto (39,7 % der Bilanzsumme) bzw. € 17,9 Mio netto (27,1 % der Bilanzsumme) ausgewiesen.

Versicherungsunternehmen haben versicherungstechnische Rückstellungen insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen der gestiegenen Inflationsraten auf die Bildung der Schadenrückstellungen in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben.

Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten Methoden und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrundeliegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen überprüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der gestiegenen Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt.

Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Schadenrückstellungen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 21. März 2024 als Abschlussprüfer gewählt.

Wir wurden am 25. September 2024 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2020 als Abschlussprüfer der Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Ludger Koslowski.

 

München, den 26. Februar 2025

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Ludger Koslowski, Wirtschaftsprüfer

ppa. Matthias Zeitler, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben den Vorstand im abgelaufenen Geschäftsjahr bei der Erfüllung der ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben beraten und überwacht. Wir überzeugten uns von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung und fassten die erforderlichen Beschlüsse.

Inhalt der Beratungen im Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2024 fanden zwei Sitzungen des Aufsichtsrats statt. In diesen Sitzungen sowie durch periodische schriftliche Berichte ließen wir uns durch den Vorstand über die Geschäfts- und Risikoentwicklung sowie grundsätzliche geschäftspolitische Aspekte unterrichten.

In der ersten Sitzung im Frühjahr 2024 behandelte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023. Zudem informierte der Vorstand uns über die Geschäftsplanung und die aktuelle Risikoentwicklung. In der Sitzung wurden ferner Beschlüsse zum Bericht über die Beauftragung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2023, zur Überwachung der Abschlussprüfung anhand der sog. Audit Quality Indicators für das Geschäftsjahr 2023 gefasst. Des Weiteren erfolgten Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung, insbesondere zur Gewinnverwendung und zur Beauftragung des Abschlussprüfers. Abschließend wurde der Entwicklungsplan des Aufsichtsrats (Selbstevaluation) für das Geschäftsjahr 2024 beschlossen.

In der zweiten Sitzung im Herbst 2024 wurden neben Personalia-Themen die Geschäftsentwicklung 2024 und die daraus abgeleitete Planung für das Jahr 2025 behandelt. Der Vorstand unterrichtete uns zusätzlich über die aktuelle Risikoentwicklung. Darüber hinaus wurde ein Beschluss zur Bestellung des neuen Verantwortlichen Aktuars gefasst.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich im Geschäftsjahr 2024 intensiv in das Gremium eingebracht. Die 3 amtierenden Mandatsträger im Aufsichtsrat haben an allen durchgeführten Sitzungen teilgenommen. Die durchschnittliche Teilnahmequote des Aufsichtsrats liegt somit bei 100 Prozent.

Jahresabschlussprüfung 2024

Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) prüfte den Jahresabschluss und den Lagebericht der Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft. Nach Abschluss der Prüfungen wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Der Bericht des Abschlussprüfers wurde in der Sitzung des Aufsichtsrats am 24. März 2025 erörtert. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung teil, erläuterte die wesentlichen Prüfungsergebnisse und stand für Fragen zur Verfügung. Wir haben uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch PwC angeschlossen. Auf Grundlage unserer Prüfungen von Jahresabschluss, Lagebericht, des Vorschlags für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie der von Seiten des Abschlussprüfers erteilten Auskünfte billigten wir den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss 2024 und den Lagebericht. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen haben wir geprüft. Der Abschlussprüfer hat den Bericht mit dem folgenden Vermerk bestätigt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind;

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Dieser Beurteilung schließen wir uns an. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung sind gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen keine Einwendungen zu erheben.

Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Union Reiseversicherung Aktiengesellschaft sowie dem Vorstand für ihren engagierten Einsatz im Jahr 2024

 

München, den 24. März 2025

Für den Aufsichtsrat

Dr. Spieleder

Dr. Breuer

Dr. Hermann

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