Stammdaten

Register
Amtsgericht Pinneberg HRB 17221 PI
Vorher
NEA Norddeutsche Energieagentur für Industrie und Gewerbe GmbHE.ON Hanse Wärme GmbH
Eingetragen
5.7.1927
Branche
Wärme- und KältehandelTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernHerstellung von Solarwärmekollektoren
Gegenstand
Die Lieferung von Energie aus Anlagen zur Wärme-, Kraft-, Kälte- und Klimaerzeugung sowie die Planung und der Betrieb von Energieanlagen, insbesondere Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Heizwerke und Rohrnetze, Klima- und Kälteerzeugungsanlagen, Notstromversorgungen, Wasserkraftwerke sowie Solaranlagen, ferner von Anlagen aller Art zur Energieeinsparung und rückgewinnung sowie zur Erzeugung und Verwertung regenerativer Energien. Die Gesellschaft ist berechtigt, alle Maßnahmen und Rechtsgeschäfte durchzuführen, die der Zweckerreichung unmittelbar oder mittelbar dienen. Sie kann sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, insbesondere der Bestimmungen des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz - EnWG) zur Erfüllung ihrer Aufgaben anderer Unternehmen bedienen, Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art erwerben oder gründen und sich an solchen Unternehmen in jeder zulässigen Form beteiligen sowie Unternehmensverträge abschließen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stefan Wittenberg
seit 11.6.2025
Prokura
Ina Holl
seit 29.8.2024
Geschäftsführer
Karin Thiess
seit 29.8.2024
Prokura
Kai Kowallik
seit 4.8.2023
Prokura
Nikolaus Dr. Meyer
seit 20.1.2023
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Ronald Müller
seit 20.1.2023
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

HanseWerk Natur GmbH

Quickborn/Krs. Pinneberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Die HanseWerk Natur GmbH

1.2. Strategie

1.3. Technologie und Innovation

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.2. Energiepolitische und rechtliche Rahmenbedingungen

2.3. Geschäftsverlauf

2.4. Finanzielle Leistungsindikatoren

2.5. Ertragslage

2.6. Vermögenslage

2.7. Finanzlage

3. Mitarbeiter und Umwelt

3.1. Arbeitsplätze

3.2. Arbeitssicherheit

3.3. Umwelt- und Naturschutz

4. Prognosebericht

5. Risikobericht

6. Chancenbericht

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Die HanseWerk Natur GmbH

Die HanseWerk Natur GmbH (im Folgenden kurz HanseWerk Natur oder die Gesellschaft), ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der HanseWerk AG, Quickborn. Die Gesellschaft unterhält neben dem Hauptsitz in Quickborn sechs Betriebsstandorte im Versorgungsgebiet. Regional deckt die HanseWerk Natur mit ihrer Tätigkeit im Wesentlichen die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ab.

An den Betriebsstandorten gewährleisten erfahrene Mitarbeiter den sicheren Betrieb der rund 945 Anlagen und rund 127 Wärmenetze.

Mit dem Namensbestandteil "Hanse" bekennen wir uns klar zur Verwurzelung in der Region und zur Partnerschaft auf Augenhöhe mit den Menschen im Norden. Mit "Werk" führen wir einen etablierten Begriff aus der Energiebranche in unserer Firmierung. Der Begriff "Natur" unterstreicht unseren Anspruch, hocheffiziente und klimaschonende Energielösungen anzubieten und perspektivisch für eine fossilfreie Energiewelt zu sorgen.

Die HanseWerk Natur ist ein voll integriertes Energiedienstleistungsunternehmen. Die wirtschaftliche Betätigung der Gesellschaft erstreckt sich insbesondere auf die Lieferung von Energie aus Anlagen zur Wärme-, Kälte- und Stromerzeugung sowie den Betrieb von Anlagen zur Energieerzeugung oder -verteilung. Darüber hinaus erbringt die Gesellschaft energienahe Dienstleistungen. Neben unmittelbaren Privatkunden gehören vor allem Wohnungsbaugesellschaften, Industrieunternehmen, Dienstleistungsunternehmen, Stadtwerke und Netzbetreiber zum Kundenkreis.

1.2. Strategie

Auch im Geschäftsjahr hat sich unsere Strategie bewährt. Unsere Vision ist:

EINE NACHHALTIGE ENERGIEWELT FÜR ALLE IM NORDEN!

Die HanseWerk-Gruppe ist als Anbieter von regionalen Energielösungen tätig und hat ihre Kompetenzen, unter anderem den Bau und Betrieb von Strom-, Gas- und Wärmenetzen sowie Wärmeerzeugungsanlagen, in verschiedenen Tochtergesellschaften gebündelt. Die HanseWerk Natur sieht sich im Bereich Wärme durch die strategische Ausrichtung der HanseWerk-Gruppe und durch die öffentlichen Bestrebungen zur Wärmewende und kommunalen Wärmeplanung in ihrem Geschäftsmodell bestärkt. Mit dem Selbstverständnis als Treiber und Macher der Wärmewende agiert die HanseWerk Natur im Norden. Im Rahmen eines ambitionierten Wachstumskurses ist für die Jahre bis 2030 eine Verdreifachung der jährlichen Investitionen geplant. Die Investitionen werden zur Defossilisierung der Bestandsnetze eingesetzt. Zusätzlich soll Wachstum durch Neugeschäft und Aufrüstung der Bestandsnetze erzielt werden. Im Fokus stehen Netzverdichtungen, Neukundengewinnung sowie die Kundenbindung.

Das Geschäftsfeld der technischen Dienstleistungen, insbesondere Betriebsführungen von Energieanlagen, soll stetig weiter ausgebaut werden.

Damit die HanseWerk Natur die Wachstumsbestrebungen erreicht, ist ein starker Ausbau der Personalkapazitäten vorgesehen - das personelle Wachstum hat bereits begonnen. Zusätzlich wird die Digitalisierung konsequent weiterverfolgt, um die Sicherung eines immer effizienteren Anlagenbetriebes und das intelligente Management der energiewirtschaftlichen Prozesse zu gewährleisten.

Ein wichtiger Baustein der Finanzierung der gesamten Investitionen bilden Fördermittel, unter anderem aus dem Bundesprogramm effiziente Wärmenetze.

1.3. Technologie und Innovation

Als Wärmeversorger setzt die HanseWerk Natur in besonderem Maße auf innovative Technologien und Erneuerbare Energien. Ein starker Fokus liegt in den kommenden Jahren auf der konsequenten Umsetzung der Defossilisierungsstrategie. Mit unterschiedlichen Partnern wird an Energie- und Wärmelösungen für unsere Kunden sowie zur Transformation unserer Fernwärmenetze gearbeitet, wie an folgenden Projekten beispielhaft verdeutlicht wird:

Das Projekt "Stellinger Linse" in Hamburg zur Realisierung einer Quartierslösung mit Solarthermie und Biomethan-BHKW wurde in diesem Jahr erfolgreich umgesetzt. Im Herbst 2023 gingen die letzten Solarthermieanlagen in Betrieb und nun werden die rund 1.600 Wohneinheiten zu 70 Prozent über Solarthermieanlagen und ein Biomethan-BHKW versorgt. Daraus ergibt sich eine CO 2 -Ersparnis von ca. 75 %.

Für das Heizwerk in Kropp in Schleswig-Holstein wurde in diesem Geschäftsjahr ein Transformationsplan hin zu einer fossilfreien Lösung entwickelt und in die Umsetzung gebracht. Im bestehenden Heizwerk wird eine Holzpellet-Kesselanlage sowie eine luftgekoppelte Großwärmepumpe zugebaut, um den bestehenden Erdgaskessel zu ersetzen. Der bereits bestehende Bezug von Wärme einer Biogasanlage bleibt bestehen. Für Planung und Bau werden Fördermittel aus dem Bundesprogramm effiziente Wärmenetze eingesetzt, um trotz hoher Investitionen maßvolle Wärmepreise zu gewährleisten. Somit ist das Projekt Kropp beispielhaft für die Dekarbonisierung eines Bestandsnetzes der HanseWerk Natur.

Ein charakteristisches Vertriebsprojekt ist der Neuvertrag für die Wärmeversorgung eines Quartiers in Tessin in Mecklenburg-Vorpommern. Im Zuge der Nachverdichtung eines bestehenden Wohnquartiers ist der Umbau der bisherigen fossilen Erzeugungsanlagen auf eine Versorgung mittels einer Pelletanlage erfolgt. Auf diese Weise konnten die energetischen Anforderungen für die Neubauten erfüllt und das Gesamtquartier auf eine fossilfreie Versorgung umgestellt werden. Daraus folgt eine CO 2 -Ersparnis von mindestens 70 %.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Besonders die Energiekrise hat in Deutschland deutliche Spuren hinterlassen. Seit Beginn des Ukraine-Krieges und dem damit verbundenen beschleunigten Anstieg der Energiepreise wurden zahlreiche Gesetze und Verordnungen verabschiedet, um das Funktionieren des Energiemarktes sicherzustellen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten sowie die Industrie und die Haushalte zu entlasten. Aus Sicht des Sachverständigenrates sollte das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 % steigen. Trotz umfangreicher Maßnahmen wurde die deutsche Wirtschaft von den stark gestiegen Energiepreisen und den hohen Anteil der energieintensiven Industriezweige geschwächt. Zusätzlich beeinflussen die Inflation und die Zinserhöhungen die Wirtschaft. Für das Gesamtjahr 2023 wird laut Prognose des Sachverständigenrates ein Rückgang von 0,4 % erwartet, nach einem Anstieg von 1,8 % im Vorjahr. Die konjunkturelle Schwäche macht sich zunehmend auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Zudem meldeten von Januar bis September 2023 die deutschen Amtsgerichte 24,7 % mehr Anträge für Unternehmensinsolvenzen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind zurückgegangen. Insbesondere haben sich die Lieferketten im Laufe des Berichtsjahres weitestgehend erholt.

Nachdem im letzten Jahr die Energiepreise - und hierbei insbesondere die Gaspreise - nahezu ungebremst stiegen, pendelten sie sich im Geschäftsjahr bei einem deutlich geringeren Niveau wieder ein. Zu Jahresbeginn 2023 kostete eine MWh Gas am Spotmarkt in Deutschland rund 63 €. Zum Ende des Geschäftsjahres pendelten sich die Preise bei zirka 44 € ein. Für Strom war die Entwicklung ähnlich. Zu Jahresbeginn kostete eine MWh Strom am Spotmarkt 90 €, zum Ende des Geschäftsjahres zirka 65 €. Damit liegt das Preisniveau insgesamt aktuell wieder unterhalb des Niveaus vor Beginn des Ukraine-Krieges, jedoch ist es immer noch etwa doppelt so hoch, wie im langfristigen Mittel vor Beginn der Energiekrise.

Über das ganze Geschäftsjahr hinweg war eine Teuerung der Nahrungsmittel spürbar. Die Energiekosten gingen hingegen deutlich zurück. Der Sachverständigenrat kam in seiner Novemberprognose für das Gesamtjahr 2023 auf eine durchschnittliche Inflationsrate von rund 6,1 % für Deutschland. Zum Ende des Berichtsjahres sank die Inflationsrate allerdings deutlich aufgrund des Rückgangs der Energiepreise. Somit betrug sie im November nur noch 3,2 %. Weitere Gründe für die rückgängige Inflation sind die Geldpolitik und sinkende Rohstoffpreise. Die Europäische Zentralbank hat aufgrund der hohen Inflation die Leitzinsen auf 4,5 % angehoben. Infolgedessen sind die am Kapitalmarkt zu verzeichnenden Zinsen zur Fremdfinanzierung ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Der Energieverbrauch in Deutschland lag nach den vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. im Jahr 2023 bei 10.791 Petajoule. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Rückgang von ca. 7,9 %. Die Energieeinsparung ist hauptsächlich auf den Rückgang der wirtschaftlichen Leistung in Deutschland zurückzuführen. Besonders die energieintensiven Industriezweige verzeichneten einen Produktionsrückgang. Der Erdgasverbrauch sank deutschlandweit um 4,3 %. Ursächlich für den Nachfragerückgang ist die Einsparung bei den Verbrauchern. Die Witterung hatte deutschlandweit nur einen geringen Einfluss auf die Verbrauchsentwicklung. Die Stromerzeugung durch Erdgas hatte hingegen einen gegenläufigen Effekt und stieg um 1 %.

2.2. Energiepolitische und rechtliche Rahmenbedingungen

Das Jahr 2023 war von besonderer energiepolitischer Dynamik geprägt, die zum einen die Begrenzung der Auswirkungen geopolitischer Krisen auf europäische Energiemärkte und zum anderen die weitere Umsetzung der Klimaschutzziele zum Ziel hatte. In Fortsetzung der politischen Maßnahmen zur Bewältigung der Energiekrise wurden auf europäischer und nationaler Ebene Maßnahmen getroffen, um die Energiepreise zu stabilisieren und die unter anderem durch Energiepreise getriebene Inflation zu begrenzen.

Um Verbraucher vor anhaltend bzw. nachlaufend hohen Energiepreisen zu schützen, wurden die Gesetze über nationale Preisbremsen für Strom, Gas und Fernwärme angepasst und die Instrumente jeweils bis Ende 2023 verlängert. Auch die Frage zusätzlicher Energiesubventionen für industrielle Großverbraucher ("Industriestrompreis") prägte die energiepolitische Debatte im Jahresverlauf. Diese Instrumente, aber auch weitere Förderprogramme im Umfeld der Klimapolitik, stehen zum Jahresende bzw. im ersten Quartal 2024 vor dem Aus, da das Bundesverfassungsgericht in einem weitreichenden Urteil der bisherigen Finanzierungspraxis der Regierungskoalition die Grundlage entzog.

Im Bereich der Wärmeversorgung wurden 2023 Grundsteine für eine schrittweise Dekarbonisierung gelegt. So werden durch ein neues Gesetz zur Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Fernwärme zum einen Regeln für die kommunale Wärmeplanung aufgestellt und zum anderen ein Transformationspfad für Nah- und Fernwärmenetze vorgegeben. Während bisher nur wenige Kommunen zur Aufstellung kommunaler Wärme- und Kältepläne verpflichtet sind, schreibt das Gesetz zur Wärmeplanung für alle Kommunen eine solche Planung vor. Die entsprechenden Details dazu müssen in einer nachgelagerten Landesgesetzgebung geregelt werden. Sobald die Kommunen auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben eine Wärmeplanung erstellt haben, greifen auch die Vorgaben des ebenfalls novellierten Gebäudeenergiegesetzes, dass dann grundsätzlich einen EE-Anteil von 65 % für Neuheizungen vorschreibt.

2.3. Geschäftsverlauf

Das Jahr 2023 war durch eine verhältnismäßig milde Witterung sowie das geänderte Verbrauchsverhalten unserer Kunden geprägt. Das maßgebliche Temperaturniveau lag unter dem Niveau der Planannahmen.

Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit bezog das Unternehmen 1.461,2 GWh (Vorjahr 1.739,2 GWh) Energie bestehend aus Erdgas (56,6 %; Vorjahr 53,4 %), Fremdwärme (21,7 %; Vorjahr 23,0 %), Biogas (9,9 %; Vorjahr 9,0 %), Bioerdgas (11,5 %; Vorjahr 13,9 %) und Heizöl (0,3 %; Vorjahr 0,7 %). Damit stammten 43,1 % (Vorjahr 45,8 %) des Energiebezuges der Gesellschaft aus regenerativen Energien und thermischer Abfallverwertung.

Die gelieferte Wärme wurde zu 43,2 % (Vorjahr 37,6 %) aus konventionellen Kesselanlagen erzeugt. Aus eigenen Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung mit den Brennstoffen Erdgas, Biogas und Bioerdgas stammen 28,9 % (Vorjahr 28,2 %). Den restlichen Anteil von 27,9 % (Vorjahr 34,2 %) liefern Fremdwärmebezüge aus Erneuerbaren Energien und thermischer Abfallverwertung.

Durch den veränderten Mix der Einsatzstoffe haben sich die CO 2 -Emissionen der HanseWerk Natur auf rund 177.000 t CO 2 e erhöht. Durch die im Geschäftsjahr eingeschlagene Strategie sollen diese Emissionen nachhaltig gemindert werden.

Im Verlauf des Jahres 2023 wurde der Geschäftsverlauf maßgeblich von der Entwicklung der Rohstoffmärkte beeinflusst, insbesondere vom Gasmarkt. Davon war die Gesellschaft in der Beschaffung der Brennstoffe für die Wärmeversorgung als auch bei den vertrieblichen Aktivitäten betroffen.

Mit Blick auf den Energiemarkt kann das Umfeld weiterhin als sehr dynamisch beschrieben werden. 2023 verbesserte sich die Versorgungslage mit Erdgas in Deutschland. Damit verbunden reduzierten sich auch die Preise auf den Erdgasspotmärkten im Laufe des Jahres 2023 deutlich.

Allerdings ist auch festzuhalten, dass weiterhin Flexibilitäten - als Abweichung des tatsächlichen Verbrauchs zum prognostizierten Verbrauch - nicht am Markt angeboten wurden. Dabei war die größte Herausforderung der Gesellschaft das Kundeneinsparverhalten aufgrund der drohenden Gasmangellage zu prognostizieren, sowie genau zu bestimmen, wie die Witterung im Jahresverlauf sein wird. Der Erdgasverbrauch wird dadurch signifikant beeinflusst. Daraus ergaben sich für die Gesellschaft in 2023 in einigen Phasen Chancen, überwiegend aber signifikante Risiken. Die kurzfristigen Erdgaspreise haben sich von 63 €/MWh auf 44 €/MWh im Geschäftsjahr verringert.

Von weiterer Bedeutung für die HanseWerk Natur sind die Beschaffungskosten von Biomethan. Diese sind durch eine gesteigerte Nachfrage sowohl in der Energiebranche wie auch aus dem Kraftstoffmarkt beeinflusst. Während der Durchschnittspreis für die Beschaffung laut ArGe Biomethan im Jahr 2022 noch bei 70 €/MWh lag, lagen die Angebote im Laufe des Jahres 2023 zwischen 110 €/MWh und 200 €/MWh. Da die Biomethanbeschaffung langfristig angelegt war, wurden anteilig an der Gesamtmenge geringe Mengen unterjährig beschafft.

Bei Fremdwärme und Biogas stiegen die Beschaffungspreise bei den bereits kontrahierten Mengen, aufgrund der Beschaffungskosten, die an Erdgaspreise gekoppelt sind.

Vertrieblich haben wir in schwierigem Umfeld Erfolge verzeichnet. Die vertrieblichen Aktivitäten waren maßgeblich geprägt durch die Volatilität der Preise der Energieträger. Der deutliche Rückgang der Erdgaspreise im Laufe des Jahres 2023 hat dazu geführt, dass sich der wirtschaftliche Druck zur Dekarbonisierung von bestehenden fossilen Erzeugungsanlagen im Vergleich zu 2022 deutlich verringert hat.

Allerdings sind die Erfahrungen aus den Auswirkungen aus dem Krieg in der Ukraine auf die Energiekostenentwicklung in Deutschland in der Gesellschaft weiterhin sehr präsent und haben in vielen Bereichen zu einem Umdenken beim Thema Energieversorgung geführt. Als Resultat ist die Anzahl der Projektanfragen für rein regenerative Energielösungen im Jahr 2023 weiter stark angestiegen. Die für das Jahr 2023 gesteckten Vertriebsziele konnten erreicht werden.

Insgesamt konnten im Jahr 2023 62 (Vorjahr 74) neue Kundenverträge größtenteils im Bereich Energielieferung abgeschlossen werden. Die Vertragsleistung der neuen Energielieferverträge beläuft sich auf eine Leistung von rund 16,3 MW (Vorjahr 12,4 MW). Hinzu kommt eine signifikante Anzahl an signifikante Verlängerungen von Bestandskundenverträgen.

Bei den Bestandskunden wurde in diesem Jahr die erfolgreiche Umstellung der Preisgleitklauseln für den Arbeitspreis weiter vorangetrieben, die der geänderten Erdgasbeschaffung Rechnung tragen. Durch diese Umstellung ergeben sich für die Kunden stabile, nicht mehr wie insbesondere in den Jahren 2021 und 2022 von den hohen Volatilitäten des kurzfristigen Erdgasmarktes abhängige, Preise.

Zudem prägte das Geschäftsjahr die Umsetzung der gesetzlichen Entlastungsmaßnahmen für unsere Kunden. So waren bei der Abrechnung die Vorgaben aus der Umsatzsteuersenkung, der Soforthilfe Dezember 2022 und der Wärmepreisbremse zu berücksichtigen. Im Jahr 2023 vereinnahmte die HanseWerk Natur für die Kunden die Zahlungen aus der Soforthilfe und Wärmepreisbremse. Die Umsetzung der staatlichen Vorgaben war für die Gesellschaft mit hohem Aufwand verbunden. So war das Kundenkontaktvolumen weiterhin überdurchschnittlich hoch. Außerdem hat sich der Informationsbedarf der Kunden gegenüber den Vorjahren auf Grund der vielen gesetzlichen Änderungen und damit verbundenen Rückfragen durch den Kunden deutlich erhöht - mit der Konsequenz längerer Gesprächszeiten im Kundenservice.

Der Verlauf des Geschäftsjahres der HanseWerk Natur war zusammengefasst wie im Vorjahr im Wesentlichen geprägt von einer durch hohe Preisstände und starke Preisvolatilitäten belasteten Entwicklung des Bestandsgeschäftes und des Wachstumsgeschäftes.

Insgesamt bewertet die Geschäftsführung die derzeitige wirtschaftliche Lage der HanseWerk Natur, trotz temporär hoher Ergebnisbelastung, als stabil.

2.4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die HanseWerk Natur steuert ihr Geschäft nach finanziellen Kennzahlen, die aus dem Rechenwerk nach HGB abgeleitet werden. Als zentrale finanzielle Leistungsindikatoren dienen dabei die Gewinnabführung sowie der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit.

Ausgehend von der Gewinnabführung des Jahres 2022 in Höhe von +3,5 Mio. € (Gewinnabführung) wurde für das Geschäftsjahr 2023 eine Gewinnabführung deutlich oberhalb des Vorjahres prognostiziert. Abweichend zur Prognose wurde ein Verlust im Berichtsjahr von -10,7 Mio. € erwirtschaftet. Der Verlust ist im Vergleich zur Prognose überwiegend auf niedrigere energiewirtschaftliche Ergebnisbeiträge zurückzuführen. Es ist festzustellen, dass durch die Krise der Energiemärkte und zusätzlich durch Abrechnungskorrekturen die Gesellschaft im dritten Jahr in Folge ein unterdurchschnittliches Ergebnis ausweist.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich auf 80,5 Mio. €, was eine deutliche Überschreitung der Prognose des vorherigen Jahres darstellt. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die erhaltenen Einzahlungen aus staatlichen Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen der Dezemberhilfe und der Wärmepreisbremse zurückzuführen.

2.5. Ertragslage

Der Wärmeabsatz (einschließlich Kälteabsatz) beträgt 924,5 GWh und liegt somit um 7,9% unter dem Vorjahreswert. Ursächlich hierfür waren insbesondere die vergleichsweise milde Witterung und das anhaltend geänderte Verbrauchsverhaltens unserer Kunden durch die Energiekrise und die einhergehende Wärmepreisentwicklung. Die Wärmeumsatzerlöse erhöhten sich allerdings durch Preisanpassungen, die sich hauptsächlich an der Entwicklung der Beschaffungspreise orientieren, von 179,5 Mio. € im Vorjahr auf 226,3 Mio. € im Berichtsjahr. Der Stromabsatz liegt mit 270 GWh um 12 GWh bzw. 4,7 % über dem Vorjahresniveau. Die Stromumsatzerlöse lagen mit 66,4 Mio. € unter dem Vorjahresniveau von 68,2 Mio. €. Die Erträge der Stromvermarktung waren durch die im Jahresverlauf rückläufigen Marktpreise geprägt. Die energiewirtschaftlichen Umsatzerlöse sind zudem durch Abrechnungskorrekturen für Vorjahre, auch durch das Energieeinsparverhalten unserer Kunden in Folge der deutlich gestiegenen Energiepreise, beeinflusst. Unter Berücksichtigung von Sonstigen Umsatzerlösen in Höhe von 14,3 Mio. € (Vorjahr 11,1 Mio. €), die Kundenaufträge für Betriebsführungen und Dienstleistungen betreffen, ergeben sich Umsatzerlöse von insgesamt 307,0 Mio. € (Vorjahr 258,8 Mio. €).

Die Sonstigen betrieblichen Erträge liegen im Berichtsjahr bei 4,9 Mio. € (Vorjahr 2,1 Mio. €). Im Wesentlichen resultieren die positiven Effekte aus einem Anlagenverkauf und der Auflösung von Rückstellungen.

Der Materialaufwand liegt bei 266,5 Mio. €, nach 207,6 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg resultiert - gleichgerichtet mit der Entwicklung der Wärme- und Stromumsatzerlöse - vor allem aus preisbedingt stark gestiegenen Aufwendungen für Brennstoffe und Fremdwärmebezüge sowie den gestiegenen Kosten bei den Netznutzungsentgelten. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen zum Betrieb und zur Instandhaltung der Anlagen innerhalb des Materialaufwands liegen leicht über dem Niveau des Vorjahres.

Der Personalaufwand liegt im Berichtsjahr mit 24,1 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres (19,1 Mio. €). Diese sind durch den Personalaufwuchs zur Umsetzung der Defossilisierungsstrategie begründet. Als weiteren Effekt, der zur Erhöhung des Personalaufwandes führt, ist die Tarifsteigerung zu nennen.

Die Abschreibungen liegen mit 17,9 Mio. € leicht über dem Niveau des Vorjahres von 17,1 Mio. €. Ursächlich sind das Investitionsverhalten sowie eine außerplanmäßige Abschreibung auf ein Bauvorhaben.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhen sich von 11,4 Mio. € auf 14,0 Mio. €. Hier sind vor allem der Anstieg von IT-Aufwendungen und bezogenen Fremdleistungen.

Das weiterhin negative Finanzergebnis verbesserte sich auf -1,7 Mio. € (Vorjahr -2,6 Mio.€). Weiterhin wesentlicher Bestandteil sind die zur Finanzierung der Investitionen und des Geschäftes anfallenden Zinsen. Die Verbesserung resultiert maßgeblich aus den geringeren Zinsen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen infolge der Zinswende sowie die Verbesserung des Ergebniseffektes aus dem Deckungsvermögen.

Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr ein Verlust in Höhe von 10,7 Mio. €, nach einem Gewinn von 3,5 Mio. €. Ursächlich ist vor allem der geringere energiewirtschaftliche Ergebnisbeitrag sowie die Abrechnungskorrekturen.

2.6. Vermögenslage

Das Vermögen der Gesellschaft ist im Wesentlichen durch das Anlagevermögen von 163,9 Mio. € (Vorjahr 146,8 Mio. €) geprägt. Bei einer Bilanzsumme von 219,5 Mio. € (Vorjahr 233,2 Mio. €) beträgt die Anlagenquote 74,7 % (Vorjahr 63,0 %). Im Berichtsjahr wurden 37,1 Mio. € investiert, nach 21,5 Mio. € im Vorjahr. Die übrigen Aktiva verringerten sich von 86,4 Mio. € im Vorjahr auf 55,0 Mio. € im Berichtsjahr. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 78,8% von 58,9 Mio. € auf 12,5 Mio. €, da unter anderem die Einzahlungen durch die Wärmepreisbremse vereinnahmt wurden. Diese konnten die erhöhten Wärmepreise bei gleichzeitig geringeren Wärmeabsatz vollständig kompensieren. Dieser Effekt überträgt sich auch auf die liquiden Mittel, die sich um 2,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Durch den Verlust des Geschäftsjahres stiegen zudem die Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Vorräte stiegen aufgrund der Berücksichtigung von CO 2-Emissionsrechten sowie durch noch nicht fertiggestellte Kundenaufträge gegenüber dem Jahr 2022.

Die Vermögenslage ist branchentypisch geprägt und durch die Entwicklungen auf dem Wärmemarkt gekennzeichnet.

2.7. Finanzlage

Die Finanzlage der Gesellschaft ist geordnet. Das langfristig gebundene Anlagevermögen ist durch Eigenkapital, Sonderposten, die im Geschäftsjahr gestiegenen langfristigen Personalrückstellungen sowie langfristige konzerninterne Darlehensverbindlichkeiten weitgehend gedeckt. Für den kurzfristigen Finanzbedarf bzw. die Anlage von Finanzüberschüssen ist ein Finanzclearing mit der Muttergesellschaft vereinbart. Zum Stichtag besteht ein Forderungssaldo, zum 31. Dezember 2022 bestand noch eine erhebliche Verbindlichkeit gegenüber der Gesellschafterin. Die bilanzielle Eigenkapitalquote beträgt bei einem unveränderten bilanziellen Eigenkapital von 59,0 Mio. € nunmehr 26,9 %, nach 25,3 % im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten verringerten sich von 110,7 Mio. € im Vorjahr auf nunmehr 84,1 Mio. €. Die Verringerung des CashPool-Saldos aufgrund von Zahlungszuflüssen durch die Erstattungen aus der Wärmepreisbremse wurden zum Teil durch die gestiegenen Verbindlichkeiten aus dem Gasbezug gedämpft.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich auf 80,5 Mio. €, im Vergleich zu -23,9 Mio. € im Vorjahr. Diese Steigerung ist maßgeblich auf staatliche Hilfen sowie die Erhöhung der Abschlagszahlungen der Kunden zurückzuführen, was wiederum zu einer Reduzierung des Forderungsbestandes geführt hat.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich im aktuellen Berichtsjahr auf -31,6 Mio. € im Vergleich zu -21,7 Mio. € im Vorjahr. Diese Zunahme ist auf eine verstärkte Investition in zukunftsweisende Projekte zurückzuführen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit verzeichnete im aktuellen Berichtszeitraum eine Reduktion von 3,9 Mio. € im Vorjahr auf -0,8 Mio. €. Diese Entwicklung ist vor allem auf erhaltene Zuschüsse zurückzuführen, die die finanzielle Situation positiv beeinflusst haben. Gegenläufig wirkt die Ergebnisabführung aus dem Jahr 2022.

3. Mitarbeiter und Umwelt

3.1. Arbeitsplätze

Im Jahresdurchschnitt sind 211 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt, nach 201 im Vorjahr.

Gut ausgebildete und hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis des Unternehmenserfolges der HanseWerk Natur sowie unserer Dienstleister.

3.2. Arbeitssicherheit und aktives Gesundheitsmanagement

Zum verantwortungsbewussten Wirken der HanseWerk Natur gehört das nachhaltige Engagement für den Arbeits- und Gesundheitsschutz unserer eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Partnerfirmen. Daher ist der systematische Arbeits- und Gesundheitsschutz fester Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie und Ausdruck unseres Handelns.

Maßgeblich für die Bewertung unserer Leistung im Bereich Arbeitsschutz ist u. a. der "Total Recordable Injury Frequency Index" (TRIF), der die Gesamtzahl der arbeitsbedingten Unfälle pro eine Million Arbeitsstunden misst. Im Berichtsjahr lag der TRIF über dem Vorjahresniveau. Derweil finden auch weiterhin regelmäßige und intensive Unterweisungen und Einweisungen sowie Audits statt.

Die Führungskräfte sind aufgerufen, alle Unfälle und Beinahe-Unfälle elektronisch zu dokumentieren, zu analysieren und in ihren Teams zu diskutieren, um Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Ein so unterstützter regelmäßiger Austausch zwischen Führungskräften und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern macht HSE-Aspekte auf allen Ebenen präsent und erlebbar.

Im Jahr 2023 hatte die HanseWerk Natur eine Befragung unter allen Beschäftigten zum Thema "Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastung" durchgeführt und eine erhöhte Arbeitslast festgestellt. Die HanseWerk Natur hat darauf reagiert, die Personalaufstockung angestoßen und verbesserte Geschäftsprozesse aufgesetzt.

3.3. Umwelt- und Naturschutz

Einige der durch das Unternehmen betriebenen Erzeugungsanlagen fallen in den Geltungsbereich der 4. BImSchV. Die Auflagen und Anforderungen aus den Genehmigungen werden im Rahmen des betrieblichen Umweltmanagements systematisch umgesetzt. Die Überprüfung auf Einhaltung der Auflagen erfolgt wiederkehrend durch die zuständigen Überwachungsbehörden (Umweltämter), externe und interne Audits. Überdies findet regelmäßig ein Jahresgespräch mit der BG ETEM statt, in dessen Zuge ebenfalls Betriebsbesichtigungen durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Überwachungen haben sich im Jahr 2023 nur geringfügige Mängel und Verbesserungshinweise ergeben.

Diese Systematik findet gleichermaßen Anwendung in den Bereichen "Gefahr- und wassergefährdende Stoffe" sowie "Abfall/Entsorgung". Für den erstgenannten Bereich wird ein zentrales Kataster geführt, in dem die Gefährlichkeit und maximale Lagermenge anlagenbezogen dokumentiert ist. Eine Aktualisierung findet regelmäßig statt. Ebenso werden alle Entsorgungsvorgänge zentral registriert und ausschließlich zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe beauftragt. Die Nachweisbücher werden durch die zuständigen Behörden kontrolliert. Im Betrachtungszeitraum kam es zu keinen Umweltschäden, diesbezüglichen Schadenersatzleistungen oder Altlastenbeseitigungen.

Die Gesellschaft ist am Standort Quickborn nach den Standards DIN EN ISO 14001, DIN EN ISO 45001 und DIN EN ISO 50001 zertifiziert.

4. Prognosebericht

Leichtes Wirtschaftswachstum für 2024 erwartet

Geprägt durch die sinkende Inflation zum Jahresende erwartet der Sachverständigenrat im Jahr 2024 wieder einen Aufwärtstrend. In seinem Jahresgutachten wird insgesamt ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,7 % prognostiziert. Es ist laut Experten mit einem leichten Anstieg des privaten Konsums zu rechnen, die zu einer verhaltenden konjunkturellen Erholung führen wird.

Für das Jahr 2024 ist wegen der weiterhin hohen Energiepreise, aber auch der Auswirkungen der Energie- und Wärmewende, abermals ein Rückgang der Energieverbräuche zu erwarten.

Ergebnis deutlich oberhalb des Berichtsjahres erwartet

Für das Folgejahr wird mindestens eine stabile Absatzmengen prognostiziert. Weitere Energiesparmaßnahmen der Kunden und auslaufende Energielieferungsverträge werden durch Zuwachs aus Neuanschlüssen durch Netzverdichtungen sowie durch die Bewirtschaftung neuer Wärmeversorgungsnetze insofern kompensiert.

Das Unternehmen erwartet im Prognosezeitraum, trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen bei Ansatz einer durchschnittlich zu erwartenden Witterung bei einer allgemein stabilisierten und weniger volatilen Energiepreisentwicklung sowie durch den Entfall von Abrechnungseffekten des Geschäftsjahres wieder deutlich steigende energiewirtschaftliche Ergebnisbeiträge. Unter einer Geschäftsausweitung bei technischen und energienahen Dienstleistungen prognostiziert die Geschäftsführung für 2024 ein deutlich verbessertes Ergebnis im zweistelligen Millionenbereich vor Gewinnabführung.

Beim Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit rechnet die Geschäftsführung für 2024 trotz einer gesteigerten Ergebniserwartung mit einem deutlichen Rückgang auf ein Normalniveau, da die staatlichen Hilfen entfallen werden.

5. Risikobericht

Ziele, Methoden und organisatorische Verankerung

Im Rahmen der umfangreichen Aktivitäten als regionaler Energiedienstleister, mit den Schwerpunkten Wärmelieferung und Energieeffizienz, ist die HanseWerk Natur einer Reihe von sehr unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Der künftige Erfolg unseres unternehmerischen Handelns hängt mithin vom adäquaten Umgang mit den Risiken ab.

Die HanseWerk Natur hat auf Basis geltender Richtlinien mit entsprechenden Dokumentations- und Meldepflichten ein Risikomanagementsystem eingerichtet. Der Risikomanagement-Regelkreis, bestehend aus Risikoidentifikation, Risikoanalyse und -bewertung sowie Risikosteuerung und Risikoüberwachung, ist in die Aufbau- und Ablauforganisation des Unternehmens bzw. der Unternehmensgruppe eingebettet. Das Risikomanagement wird als kontinuierlicher Prozess im Unternehmen verstanden und gelebt. Die Geschäftsführung informiert den Gesellschafter regelmäßig im Rahmen der Risikoberichterstattung und, wenn notwendig, auch ad hoc.

Aktuelle Risikosituation

Die aktuelle Risikoberichterstattung lässt keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risiken erkennen. Insofern hat sich die Gesamtrisikolage im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert, wenngleich sich eine deutliche Erhöhung der Marktrisiken sowie der externen Risiken eingestellt hat. Der Erwartungswert der Risiken liegt deutlich unter den Planergebnissen des Betrachtungszeitraums. Nennenswerte Risiken, denen wir entweder mit Risikokompensation, -reduzierung bzw. -vermeidung oder aber mit vertretbarer Risikoakzeptanz begegnen, stellen sich in folgenden Kategorien mit entsprechender Rangfolge der Bedeutung zum Gesamtrisiko dar, wobei die Marktrisiken zum Berichtszeitpunkt 69 % und die Technologischen Risiken 14 % des Gesamtrisikos ausmachen:

Marktrisiken

Marktrisiken sehen wir insbesondere in Absatzschwankungen im klassischen Wärmegeschäft. Insbesondere milde Witterungsverhältnisse sowie verhaltensbedingte Minderabnahme können die Ertragslage negativ beeinflussen.

Auf der Bezugsseite bestehen Risiken in der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den im Energiebeschaffungs- und -erzeugungsmix relevanten Fremdwärmebezugsmengen sowie in möglichen Abweichungen des vereinbarten Erdgasbezugs mit der Folge einer Begleichung von Über- und Unterdeckungen über den Spotmarkt. Ferner ist eine Überspeisung des Bilanzkreises Biomethan als Marktrisiko nicht ausgeschlossen mit der Folge, dass Mengen nicht mehr einsetzbar sind und verfallen. Den beschriebenen Margenrisiken wird insbesondere mit einem umfassenden energiewirtschaftlichen Controlling und einem verbesserten Risiko Management begegnet.

Im Vergleich zu den Jahren vor dem Ukraine-Krieg sind die Marktrisiken deutlich erhöht. Ursächlich dafür sind insbesondere eine angepasste Einschätzung zur Preisrisiken auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten, das verringerte Angebot an Absicherungsinstrumenten auf den Märkten sowie die hohen Volatilitäten. Auch wenn sich das Risiko wegen der erwarteten künftigen Preisentwicklung um rund 12 % im Vergleich zum Vorjahr verringert hat, sind die Identifikation und das proaktive Management dieser Marktrisiken unerlässlich, um langfristige Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum in der dynamischen Energiebranche zu gewährleisten.

Technologische Risiken

Der Einsatz komplexer technischer Anlagen kann zu Betriebsstörungen, Unfällen und Umweltschäden führen, welche die Ertragslage beeinträchtigen können. Diese Risiken werden minimiert durch detaillierte Arbeits- und Verfahrensanweisungen, Verbesserung der Verfahren und Techniken, vorausschauende Wartungsprogramme, die Präsens unseres Betriebspersonals in der Fläche unserer Versorgungsgebiete sowie Schulungs- und Weiterbildungsprogramme. Soweit betriebswirtschaftlich sinnvoll bestehen geeignete Versicherungen.

Die Technologischen Risiken haben sich verglichen mit dem Vorjahr leicht erhöht, was auf einen größeren Anlagenpark zurückzuführen ist. Das Risiko ist um rd. 10 % gestiegen.

Kontrahenten-Risiken

Es bestehen Zahlungsausfallrisiken aus den Kundenbeziehungen. Dies gilt insbesondere für Liegenschaften, deren Wärmekosten aus der gewerblichen Wärmelieferung gemäß der Verordnung über die Verteilung der Heizkosten (HKVO) auf eine verhältnismäßig hohe Anzahl Mieter zu verteilen sind. Hier trägt die Gesellschaft das Zahlungsausfallrisiko aus den Mieterzahlungen. Die Gesellschaft ist bestrebt, die Zahlungsausfallrisiken durch veränderte Vertragsstrukturen und aktives Forderungsmanagement weiter zu reduzieren.

Die Kontrahenten-Risiken sind basierend auf den Erfahrungen aus dem Forderungsmanagement und auch aufgrund des insgesamt preisbedingt steigenden Forderungsniveaus im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken.

Operative Risiken

Der immer komplexer werdende Einsatz von Informationstechnologie im Zuge der sich ständig wandelnden Anforderungen an eine IT-Landschaft in der Energiewirtschaft führt zu einem generellen Risiko von Kostensteigerungen, aber auch zu nachgelagerten prozessualen Risiken unter anderem in der Abrechnung. Die Aufrechterhaltung der IT-Systeme wird durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten sowie durch diverse technologische Sicherungsmaßnahmen gewährleistet.

Auch allgemeine Kostensteigerungen außerhalb der IT sind nicht auszuschließen - sei es im primär verantworteten Kostenbereich oder bei den sekundären Kosten, etwa der Dienstleistungserbringung durch Dritte oder Konzerngesellschaften. Wir begegnen derartigen Risiken mit einem standardisierten und etablierten Kostencontrolling.

Sich ändernde Vorschriften zum Immissionsschutz können zu Risiken führen. So ist etwa der Stoff Formaldehyd, der bei Verbrennungsprozessen auftritt, als "wahrscheinlich karzinogen bei Menschen" eingestuft worden. Dem wird wiederum durch laufende Modernisierung und Optimierung des Anlagenparks entgegengewirkt.

Dem Grunde und der Höhe nach gibt es bei den operativen Risiken nur eine leichte Reduzierung im Vergleich zur Vorjahresbetrachtung.

Externe Risiken

Externe Risiken umfassen neben den aktuellen Klagen und Rechtsprechungen zu Preisanpassungsklauseln und öffentlich bekannt gemachten Preisanpassungen sowie entsprechenden behördlichen Untersuchungen auch mögliche Risiken aus der Veränderung bzw. Interpretation von rechtlichen Rahmenbedingungen. Sich verändernde steuerliche Rahmenbedingungen können ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Ertragslage nach sich ziehen. Energiesteuererstattungen generieren sich aus in Blockheizkraftwerken eingesetzten Erdgas- und Bioerdgasmengen. Unsicherheiten resultieren hier noch aus der aktuellen Durchführungsverordnung zum Energiesteuergesetz mit Blick auf die Behandlung vergangener Jahre. In 2023 erhöhte sich die Unsicherheit über die emissionssteuerliche Behandlung bei der Erzeugung von Wärme und Strom aus Biomethan erheblich.

Risiken bestehen bei der Gewinnung und Ausschüttung von Fördermitteln aus dem Bundesprogramm effiziente Wärmenetze sowie Landesförderprogrammen. Entsprechende Mittel sind bei laufenden und kurzfristig bevorstehenden Investitionsvorhaben eingeplant. Entsprechende Förderbescheide stehen unter Haushaltsvorbehalt und neue Zusagen setzen die Verfügbarkeit von Mitteln im jeweiligen Programm voraus. Sollten sich entsprechende Risiken materialisieren, würde die Rentabilität laufender Investitionsvorhaben gefährdet und könnten künftige Investitionsmaßnahme verzögert werden. Aufgrund der hohen politischen Priorität der Wärmewende werden diese Risiken als moderat bewertet.

Das Risiko hat sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt erheblich erhöht und wird detailliert überwacht.

6. Chancenbericht

Chancen werden mit Blick auf Ziele, Methoden und organisatorische Verankerung analog zu den Risiken behandelt. Die Gesamtlage der Chancen hat sich wie auch die Risikolage im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Wir akzeptieren manche Risiken in dem Bewusstsein, dass mit den Risiken auch Chancen einhergehen können. So können sich witterungsbedingte Entwicklungen sowie mengen- und preisseitige Prämissen zur Erzielung von energiewirtschaftlichen Ergebnisbeiträgen auch deutlich positiver darstellen als in der Unternehmensprognose angenommen. Die insgesamt gestiegenen Volatilitäten an den Beschaffungs- und Absatzmärkten führen nicht lediglich zu höheren Risiken, sondern korrespondierend auch zu höheren Chancen unter günstigen Bedingungen.

Chancen ergeben sich zudem übergeordnet aus der energiepolitischen Debatte und dem damit einhergehenden Umbau des Energiesystems in Deutschland unter starker Einbeziehung smarter Netze und dezentraler Erzeugerstrukturen. Diese Situation bietet durchaus die nicht unerhebliche Chance für neue Geschäftsmodelle und Innovationen, die sich sowohl aus dem Zusammenwachsen des Strom- und Wärmemarktes als auch aus der stärkeren Verzahnung von Energieerzeugung, -transport, -speicherung und -verbrauch ergeben. Die HanseWerk Natur sieht sich hier als dezentraler Energiedienstleister gut aufgestellt und hat bereits verschiedene Lösungsansätze erarbeitet und damit begonnen, diese erfolgreich am Markt zu platzieren. Im Prognosezeitraum soll ein adäquater Ressourceneinsatz die proaktive Ergreifung von Chancen mit langfristig mittelgroßer Auswirkung unterstützen, und das Potential über die reine Energielieferung hinaus soll weiter erschlossen werden.

Die Chancen der Gesellschaft liegen darüber hinaus in der weiteren Zusammenführung von Kompetenz und Verantwortung für das Geschäft mit dezentralen Energielösungen im Konzern und der damit verbundenen Übernahme von Tätigkeiten für andere Konzerngesellschaften. Damit wären durchaus spürbare bis mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis verbunden. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der E.ON-Strategie mit Fokus auf Energienetze und Kundenlösungen. Die Bündelung von Kompetenz am Sitz und Verwaltungsstandort Quickborn ist bereits Ausdruck entsprechenden unternehmerischen Handelns zur konsequenten Ergreifung von Chancen.

 

Quickborn, 31. Januar 2024

Die Geschäftsführung

Dr. Gerta Gerdes-Stolzke

Dr. Nikolaus Meyer

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Inhaltsverzeichnis

Bilanz der HanseWerk Natur GmbH

Gewinn- und Verlustrechnung der HanseWerk Natur GmbH

Anhang der HanseWerk Natur GmbH

Allgemeine Grundlagen

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aktiva

Passiva

Erläuterung zur Bilanz

Anlagevermögen

Umlaufvermögen

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Eigenkapital

Zuschüsse

Rückstellungen

Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Sonstige betriebliche Erträge

Materialaufwand

Personalaufwand

Abschreibungen

Finanzergebnis

Erträge aus Verlustübernahme

Sonstige Angaben

Angaben nach Energiewirtschaftsgesetz

Durchschnittliche Beschäftigungszahl

Organe der Gesellschaft

Organbezüge

Bezüge der Geschäftsführung

Honorar des Abschlussprüfers

Entwicklung des Anlagevermögens

Nachtragsbericht

Bilanz

der HanseWerk Natur GmbH

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Anlagevermögen 163.919 146.756
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.821 2.409
Sachanlagen 162.090 144.339
Finanzanlagen 8 8
Umlaufvermögen 55.007 86.345
Vorräte 10.403 9.270
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 42.249 76.725
Flüssige Mittel 2.355 350
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 543 72
Aktiva 219.469 233.173
Eigenkapital 59.029 59.029
Gezeichnetes Kapital 4.625 4.625
Kapitalrücklage 53.800 53.800
Gewinnrücklagen 359 359
Gewinnvortrag 245 245
Zuschüsse 21.815 18.704
Rückstellungen 54.533 44.711
Verbindlichkeiten 84.092 110.729
Passiva 219.469 233.173

Gewinn- und Verlustrechnung

der HanseWerk Natur GmbH

in T€ 2023 2022
Umsatzerlöse 307.010 258.766
Erhöhung/Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen 622 -166
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.422 924
Sonstige betriebliche Erträge 4.855 2.079
Materialaufwand -266.504 -207.606
Personalaufwand -24.095 -19.110
Abschreibungen -17.907 -17.097
Sonstige betriebliche Aufwendungen -13.968 -11.374
Finanzergebnis -1.720 -2.638
Ergebnis nach Steuern -10.285 3.778
Sonstige Steuern -453 -252
Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn - -3.526
Erträge aus Verlustübernahme 10.738 -
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag - -

Anhang

der HanseWerk Natur GmbH

Allgemeine Grundlagen

Die HanseWerk Natur GmbH mit Sitz in Quickborn wird beim Amtsgericht Pinneberg unter der Nummer HRB 17221 PI im Handelsregister geführt.

Der Jahresabschluss wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in Verbindung mit dem GmbH-Gesetz (GmbHG) sowie des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (EnWG) aufgestellt.

Die HanseWerk Natur GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft.

Der Jahresabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, die Beträge werden in Tausend Euro (T€) angegeben. Abgerundete Beträge kleiner 1 T€ werden dabei mit 0 T€ und Nullwerte mit - T€ angegeben.

Um die Klarheit und Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, werden einzelne Posten gemäß § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die HanseWerk Natur GmbH ist Bestandteil einer Gruppe von Unternehmen, die gemäß § 3 Nr. 38 EnWG als vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen gilt.

Die HanseWerk Natur GmbH wird in den Konzernabschluss der E.ON SE, Essen (HRB 28196), einbezogen.

Die E.ON SE, Essen, ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Konzernabschluss und Konzernlagebericht werden nach § 325 HGB im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Zwischen der HanseWerk Natur GmbH und der HanseWerk AG, Quickborn (HRB 5802 PI), als herrschende Gesellschafterin besteht, wie im Vorjahr, ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aktiva

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und bei zeitlich begrenzter Nutzung planmäßig linear abgeschrieben.

Bei Leasinggeschäften, bei denen der Leasingnehmer wirtschaftlicher Eigentümer wird, wird der Leasinggegenstand in Höhe der Anschaffungskosten zzgl. etwaiger Nebenkosten in den immateriellen Vermögensgegenständen aktiviert und planmäßig linear abgeschrieben.

Für Sachanlagen, die vor dem 1. Januar 2010 vorhanden waren und degressiv abgeschrieben wurden, wurde das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB ausgeübt und die degressive Abschreibung fortgeführt. Zugänge ab dem Geschäftsjahr 2010 werden ausschließlich linear entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen enthalten neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen im Wesentlichen die folgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern zugrunde:

Immaterielle Vermögensgegenstände 3 bis 75 Jahre
Grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 33 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs‐ und Geschäftsausstattung 1 bis 23 Jahre

Abnutzbare Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten von mehr als 250 € und bis zu 800 € werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben. Abnutzbare Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten 250 € nicht übersteigen, werden im Zugangsjahr voll aufwandswirksam berücksichtigt. Bei der Abschreibungsdauer wird grundsätzlich auf die Nutzungsdauer des wirtschaftlichen Werteverzehrs abgestellt. Zu deren Ermittlung werden die steuerlichen Abschreibungstabellen herangezogen, soweit die dort genannten Nutzungsdauern innerhalb der Bandbreite handelsrechtlich zulässiger Nutzungsdauern liegen.

Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung aufgrund technischer bzw. wirtschaftlicher Gründe.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten angesetzt. Verzinsliche Ausleihungen werden mit ihren Nennwerten, langfristige unverzinsliche und unterverzinsliche Ausleihungen mit ihren Barwerten bilanziert.

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfasst und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Bewertung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt im Einklang mit § 240 Abs. 4 HGB mittels des Durchschnittskostenverfahrens. Die Herstellungskosten unfertiger Leistungen enthalten neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens.

Die durch staatliche Zuteilung unentgeltlich erworbenen Emissionsberechtigungen sind zu Anschaffungskosten von Null angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit ihren Nennbeträgen abzüglich notwendiger Wertberichtigungen bilanziert. Es werden alle erkennbaren Einzelrisiken berücksichtigt.

Innerhalb der Forderungen aus Energielieferungen ist der abgegrenzte, noch nicht abgelesene Verbrauch der Kunden, mit den erhaltenen Abschlagszahlungen verrechnet worden. Die Ermittlung der abgegrenzten Forderungen erfolgt mittels anerkannter Schätzverfahren kundenindividuell.

Flüssige Mittel werden zum Nennwert bilanziert.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel in Fondsanteilen angelegt. Die Fondsanteile werden vom E.ON Pension Trust e.V., Essen, treuhänderisch für die HanseWerk Natur GmbH verwaltet.

Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Das Deckungsvermögen teilt sich auf in am aktiven Markt gelistetes Vermögen (ca. 85 %) und nicht am aktiven Markt gelistetes Vermögen (ca. 15 %). Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wird, soweit es sich um am aktiven Markt gelistetes Vermögen handelt, durch die beauftragten Verwaltungsgesellschaften unter Zuhilfenahme von Börsenkursen bewertet. Sofern es sich um nicht am aktiven Markt gelistetes Vermögen handelt, werden die Werte mit Hilfe allgemein anerkannter Bewertungsmethoden, wie zum Beispiel des Discounted-Cash-Flow-Verfahrens bei Immobilienbewertungen, unter Verwendung branchenspezifischer Annahmen zum Abschlussstichtag abgeleitet. Die jeweilige Verwaltungsgesellschaft respektive die dort beauftragten Gutachter legen die Bewertungsannahmen, wie Zinssätze, fest.

Die betreffenden Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen und sind dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen. Sie sind gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen zu verrechnen. Entsprechend wird mit den zugehörigen Aufwendungen und Erträgen aus Zinseffekten und aus dem zu verrechnenden Vermögen verfahren. Der sich ergebende Verpflichtungsüberhang wird unter den Rückstellungen erfasst. Der die Verpflichtungen übersteigende beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wird als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen.

Passiva

Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennbetrag angesetzt.

Zuschüsse enthalten den Sonderposten für Investitionszuschüsse sowie Ertragszuschüsse.

Erhaltene Investitionszuschüsse sind zu Nennbeträgen bewertet und werden ab dem Fertigstellungszeitpunkt entsprechend der jeweils vorgesehenen Nutzungsdauer der Anlagengegenstände zugunsten der sonstigen betrieblichen Erträge aufgelöst.

Ertragszuschüsse beinhalten die von Kunden vereinnahmten Baukostenzuschüsse. Die Auflösung der Baukostenzuschüsse erfolgt linear über eine Gesamtdauer von grundsätzlich 20 Jahren zugunsten der Umsatzerlöse.

Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken im Rahmen der handelsrechtlichen Vorschriften ausreichend Rechnung und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Bei den sonstigen Rückstellungen sind auch zukünftige Preis- und Kostensteigerungen mit einbezogen, sofern ausreichend objektive Hinweise für ihren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer originären Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

Die Bewertung der Pensionen erfolgt nach dem international anerkannten Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode). Nach diesem Verfahren errechnet sich die Höhe der Pensionsverpflichtungen aus der zum Bilanzstichtag erdienten Anwartschaft unter Berücksichtigung eines Gehalts-/Karrieretrends und einer Rentendynamik. Für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen, die Altersversorgungscharakter haben, wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt.

Die Bewertung der vergleichbar langfristig fälligen sonstigen Rückstellungen erfolgt ebenfalls nach dem international anerkannten Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode) unter Berücksichtigung eines Gehalts-/Karrieretrends. Zur Diskontierung der Jubiläums- und Treueurlaubsverpflichtungen sowie für Sterbegeldverpflichtungen wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzins der vergangenen sieben Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt.

Zur Abzinsung der Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen sowie aus Vorruhestandsvereinbarungen werden den Restlaufzeiten entsprechende durchschnittliche Marktzinssätze der vergangenen sieben Jahre zugrunde gelegt. Der für diese Durationen maßgebliche Zins wurde mittels linearer Interpolation aus den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssätzen abgeleitet.

Den versicherungsmathematischen Rückstellungsberechnungen liegen als Rechnungsgrundlagen die Richttafeln 2018 G von K. Heubeck zugrunde. Als Bewertungsendalter werden grundsätzlich die frühestmöglichen Altersgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung unter Berücksichtigung der Regelungen des RV-Altersgrenzenanpassungsgesetzes vom 20. April 2007 herangezogen. Für Mitarbeiter mit abgeschlossenen Altersteilzeit- oder Vorruhestandsvereinbarungen wird das vertraglich vereinbarte Endalter berücksichtigt. Des Weiteren werden branchenübliche Fluktuationswahrscheinlichkeiten verwendet.

Der Rückstellungsbewertung liegen folgende Annahmen zugrunde:

31.12.2023 31.12.2022
Gehalts-/Karrieretrend 2,95 % p.a. 2,75 % p.a.
Rentendynamik - andere Anspruchsberechtigte, die nicht einer vereinbarten Garantieanpassung unterliegen 2,40 % p.a. 2,00 % p.a.
Rechnungszins Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1,82 % p.a. 1,78 % p.a.
Rechnungszins Jubiläums- und Treueurlaubsverpflichtungen sowie Sterbegeldverpflichtungen 1,74 % p.a. 1,44 % p.a.
Rechnungszins Altersteilzeitverpflichtungen 1,08 % p.a. -
Rechnungszins Vorruhestandsverpflichtungen 1,08 % p.a. 0,59 % p.a.

Aus der Übernahme von Versorgungsverpflichtungen im Rahmen des Mitarbeiterwechsels im E.ON-Konzern bestehen Freistellungsansprüche gegenüber der E.ON SE, Essen. Bis zum 28. August 2023 bestanden diese Freistellungsansprüche gegenüber der MEON Pensions GmbH & Co. KG, Essen. Das Gesellschaftsvermögen der MEON ist am 28. August 2023 im Rahmen der Gesamtrechtsnachfolge auf die E.ON SE, Essen, angewachsen. Die Bewertung der Freistellungsforderung erfolgt analog der Bewertung der zugrundeliegenden Versorgungsverpflichtung.

Die Freistellungsforderung wird unter den Ausleihungen im Finanzanlagevermögen ausgewiesen.

Erträge und Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen sowie aus Änderungen der Zinssätze werden gesondert unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen. Ergibt sich aus der Verrechnung der Aufwendungen aus der Aufzinsung (einschließlich Zinssatzänderung) von den Pensionsrückstellungen und den weiteren langfristigen Rückstellungen für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern und dem zu verrechnenden Deckungsvermögen ein Nettoertrag, so wird dieser in den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen ausgewiesen. Im Aufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen sind die Aufwendungen für langfristige Rückstellungen enthalten.

Zur Abzinsung der sonstigen Rückstellungen werden den Restlaufzeiten entsprechende durchschnittliche Marktzinssätze der vergangenen sieben Jahre zugrunde gelegt.

Für die zur Deckung des Emissionsausstoßes des aktuellen Jahres und im Folgejahr abzugebenden Emissionsberechtigungen wird zum Abschlussstichtag eine Rückstellung in Höhe der Anschaffungskosten bzw. des niedrigeren Marktpreises gebildet. Bei der Bewertung gilt die Fiktion, dass zuerst unentgeltlich zugeteilte Emissionsberechtigungen verbraucht werden.

Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erläuterung zur Bilanz

Anlagevermögen

Die in der Bilanz zusammengefasst ausgewiesenen Posten des Anlagevermögens und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr werden in einer gesonderten Aufstellung - Entwicklung des Anlagevermögens - dargestellt. Sie ist integraler Bestandteil des Anhangs.

Der Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 und 11a HGB stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Gesellschaft Anteil
%
Eigenkapital per 31.12.2017
T€
Ergebnis 31.12.2017
T€
Gottburg Verwaltungs GmbH i.L., Leck 49,90 29 0
Gottburg Energie- und Wärmetechnik GmbH & Co. KG i.L., Leck 49,90 750 114

In 2018 hatte die HanseWerk Natur ihre Beteiligung an der Gottburg Energie- und Wärmetechnik GmbH & Co. KG i.L., Leck, und an der Gottburg Verwaltungs GmbH i.L., Leck, sowie die bestehenden Ausleihungen aufgrund einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung in Höhe von 1.812 T€ vollständig wertberichtigt. Diese Einschätzung gilt für 2023 unverändert.

Aus der Übernahme von Versorgungsverpflichtungen im Rahmen des Mitarbeiterwechsels im E.ON-Konzern besteht ein Freistellungsanspruch gegen die E.ON SE, Essen (bis 28. August 2023: EON Pensions GmbH & Co. KG, Essen), als Gesamtrechtsnachfolgerin der MEON Pensions GmbH & Co. KG in Höhe von 8 T€ (Vorjahr 8 T€).

Umlaufvermögen

Vorräte

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.337 6.825
Unfertige Leistungen 3.066 2.445
10.403 9.270

In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind entgeltlich erworbene Emissionsberechtigungen in Höhe von 6.836 T€ (Vorjahr 6.357 T€) enthalten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Gesamtbetrag davon > 1 Jahr Gesamtbetrag davon > 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.457 - 58.942 -
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 19.652 - 7.212 -
davon gegen die Gesellschafterin 16.890 - 4.526 -
davon aus Lieferungen und Leistungen 2.104 - - -
davon aus Verlustübernahme 10.738 - - -
davon aus Verrechnungs- und Finanzverkehr 4.048 - - -
Sonstige Vermögensgegenstände 10.140 78 10.571 78
42.249 78 76.725 78

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen neben den Forderungen aus Energielieferungen auch Forderungen aus abgegrenzten, nicht fakturierten Lieferungen und Leistungen (215.508 T€; Vorjahr 173.641 T€), die mit erhaltenen Abschlägen (107.274 T€; Vorjahr 109.685 T€) verrechnet wurden. Zudem wurden bereits vereinnahmte, noch nicht bei Kundenabrechnungen berücksichtigte staatliche Beiträge im Rahmen der Wärmepreisbremse in Höhe von 94.102 T€ (Vorjahr 0 T€) forderungsmindernd berücksichtigt.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten im Wesentlichen mit 5.166 T€ (Vorjahr 3.443 T€) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, denen Abschlagszahlungen in Höhe von 1.328 T€ (Vorjahr 646 T€) gegenüberstehen. Gegenüber der Gesellschafterin bestehen Ansprüche aus dem umsatzsteuerlichen Organschaftsverhältnis in Höhe von 1.027 T€ (Vorjahr 4.413 T€).

Die sonstigen Vermögensgegenstände resultieren zum größten Teil aus Steuererstattungsansprüchen für Strom- und Energiesteuer in Höhe von 6.677 T€ (Vorjahr 6.556 T€).

Die Gesellschaft hat zum 30. Dezember 2023 als Mitgliedsunternehmen ihren Austritt aus der Versorgungskasse Energie VVaG i. L., Hannover, erklärt. Mit Ablauf des 30. Dezember 2023 entstand ertragswirksam ein Anspruch auf Auszahlung der anteiligen Verlustrücklage der Versorgungskasse Energie VVaG i. L., Hannover, in Höhe von 121 T€.

Flüssige Mittel

Der Bestand an Flüssigen Mitteln wird in Form von Guthaben bei Kreditinstituten gehalten.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Aus der Verrechnung des beizulegenden Zeitwerts des Deckungsvermögens im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen ergibt sich ein aktiver Unterschiedsbetrag, der sich wie folgt zusammensetzt:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Versorgungsverpflichtungen, die durch den Treuhandvertrag Past Service gesichert sind
Erfüllungsbetrag -4.175 -4.165
Beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens 4.718 4.237
davon Fondsanteile 4.717 4.237
davon liquide Mittel 0 0
Nettowert 543 72

Die Anschaffungskosten der Fondsanteile betragen 4.724 T€ (Vorjahr 4.798 T€). Bei den ausgewiesenen flüssigen Mitteln entsprechen die Anschaffungskosten dem ausgewiesenen Zeitwert.

Eigenkapital

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Gezeichnetes Kapital 4.625 4.625
Kapitalrücklage 53.800 53.800
Gewinnrücklagen 359 359
davon andere Gewinnrücklagen 359 359
Gewinnvortrag 245 245
59.029 59.029

Das Stammkapital ist voll eingezahlt und wird vollständig von der HanseWerk AG gehalten.

Die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB beträgt 53.800 T€.

Zum Bilanzstichtag besteht kein abführungsgesperrter Betrag gemäß § 268 Abs. 8 HGB aus der Bewertung des Deckungsvermögens zum beizulegenden Zeitwert (Vorjahr 0 T€).

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren (1,82 % p.a.) und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (1,74 % p.a.) beträgt zum Bilanzstichtag 488 T€ (Vorjahr 2.307 T€). Eine Abführungssperre besteht für diesen Sachverhalt nicht.

Zuschüsse

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Investitionszuschüsse 6.906 4.434
Ertragszuschüsse 14.909 14.270
21.815 18.704

Rückstellungen

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Rückstellungen für Pensionen 27.494 24.585
Sonstige Rückstellungen 27.039 20.126
54.533 44.711

Die Rückstellungen für Pensionen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitern ab. Die Finanzierung erfolgt teils durch den Arbeitgeber und im Rahmen von Gehaltsumwandlungen teils durch die Arbeitnehmer.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Emissionsberechtigungen, Rückstellungen im Personalbereich, Rückstellungen für noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen und Rückstellungen für vertragliche Verpflichtungen sowie energiewirtschaftliche Risiken zusammen.

Verbindlichkeiten

in T€ 31.12.2023
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag ≤ 1 Jahr > 1 Jahr davon > 5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.306 3.306 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.222 15.222 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 62.931 22.931 40.000 40.000
davon gegenüber der Gesellschafterin 592 592 - -
davon aus Lieferungen und Leistungen 592 592 - -
davon aus Ergebnisabführung - - - -
davon aus Verrechnungs- und Finanzverkehr - - - -
davon aus Lieferungen und Leistungen 22.776 22.776 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 2.633 2.255 378 -
davon aus Steuern 484 484 - -
84.092 43.714 40.378 40.000
in T€ 31.12.2022
davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag ≤ 1 Jahr > 1 Jahr
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.082 2.082 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19.169 19.169 -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 87.103 47.103 40.000
davon gegenüber der Gesellschafterin 45.609 45.609 -
davon aus Lieferungen und Leistungen 1 1 -
davon aus Ergebnisabführung 3.526 3.526 -
davon aus Verrechnungs- und Finanzverkehr 42.082 42.082 -
davon aus Lieferungen und Leistungen 1.339 1.339 -
Sonstige Verbindlichkeiten 2.375 1.986 389
davon aus Steuern 223 223 -
110.729 70.340 40.389

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die nicht die Gesellschafterin betreffen, bestehen unter anderem aus verzinslichen Darlehen einschließlich Zinsen in Höhe von 40.155 T€ (Vorjahr 40.156 T€).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beläuft sich auf 117.288 T€. Es handelt sich hierbei um Verpflichtungen aus Dienstleistungs- und Mietverträgen sowie aus offenen Bestellungen und aus Gas- und Fremdwärmebezugsverträgen. Hiervon entfallen 76.118 T€ auf verbundene Unternehmen.

Die Gesellschaft verpflichtete sich im Rahmen des Treuhandvertrags Past Service gegenüber dem E.ON Pension Trust e.V. fortlaufend genügend Treuhandvermögen zur Sicherung der Versorgungsverpflichtungen zu übertragen. Sofern keine ausreichende Sicherung vorliegt, hat der E.ON Pension Trust e.V. einen Anspruch auf Übertragung von Treuhandvermögen gegenüber der Gesellschaft.

Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

in T€ 2023 2022
Wärmeerlöse 226.336 179.510
Stromerlöse 66.388 68.190
Umsatzerlöse für Betriebsführung 5.941 5.179
Umsatzerlöse aus Abrechnungsdienstleistungen 1.109 995
Sonstige Umsatzerlöse 7.236 4.892
307.010 258.766

Die Umsätze werden ausschließlich im Inland erzielt.

In den Sonstigen Umsatzerlösen sind auch die Auflösungen der Ertragszuschüsse in Höhe von 1.389 T€ (Vorjahr 1.249 T€) ausgewiesen.

Aus der Verbrauchsabgrenzung der energiewirtschaftlichen Umsatzerlöse sowie der korrespondierenden Materialaufwendungen ergeben sich branchentypische aperiodische Effekt. Die Ertragslage ist im Geschäftsjahr in Höhe von 10.101 T€ ergebnismindernd beeinflusst.

Sonstige betriebliche Erträge

in T€ 2023 2022
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen 410 370
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.173 464
Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 2.694 65
Schadensersatz und Kostenerstattungen 68 278
Übrige Erträge 510 902
4.855 2.079

Die Gesellschaft hat zum 30. Dezember 2023 als Mitgliedsunternehmen ihren Austritt aus der Versorgungskasse Energie VVaG i. L., Hannover, erklärt. Mit Ablauf des 30. Dezember 2023 entstand ertragswirksam ein Anspruch auf Auszahlung der anteiligen Verlustrücklage der Versorgungskasse Energie VVaG i. L., Hannover, in Höhe von 121 T€.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten 3.867 T€ periodenfremde Erträge. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen setzen sich aus Schätzungsänderungen, dem Entfall von Verpflichtungsgrundlagen sowie Abrechnungen gegenüber Kunden zusammen.

Materialaufwand

in T€ 2023 2022
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 254.112 195.379
Aufwendungen für bezogene Leistungen 12.392 12.227
266.504 207.606

Personalaufwand

in T€ 2023 2022
Löhne und Gehälter 18.109 15.756
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 5.986 3.354
davon für Altersversorgung 2.927 454
24.095 19.110

Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung (einschließlich Zinssatzänderung) der langfristigen Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen ergeben; sie sind im Zinsergebnis ausgewiesen.

Abschreibungen

Die Abschreibungen entfallen ausschließlich auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen. Diese enthalten 461 T€ (Vorjahr 0 T€) außerplanmäßige Abschreibungen.

Finanzergebnis

in T€ 2023 2022
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0 0
davon aus verbundenen Unternehmen 0 0
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 433 66
davon aus der Abzinsung von Rückstellungen 390 21
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.153 -2.704
davon an verbundene Unternehmen -2.072 -403
davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen -29 -2.301
-1.720 -2.638

Im Ertrag aus der Abzinsung von Rückstellungen ist auch der Nettoertrag von Pensions- und langfristigen Personalrückstellungen in Höhe von 288 T€ (Vorjahr 2.296 T€ Aufwand) enthalten. Dieser setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2023 2022
Aufwendungen aus der Aufzinsung (einschließlich Zinssatzänderung) -260 -1.097
Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen - -1.199
Erträge aus dem Deckungsvermögen 548 -
288 -2.296

In den Aufwendungen aus der Aufzinsung sind neben Aufwendungen aus der Aufzinsung in Höhe von 534 T€ (Vorjahr 526 T€) auch Erträge aus Zinssatzänderungen in Höhe von 274 T€ (Vorjahr 571 T€ Aufwendungen) enthalten. Die Erträge im Zusammenhang mit dem Deckungsvermögen unterteilen sich in sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 2 T€ (Vorjahr 3 T€), sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 8 T€ (Vorjahr 0 T€), Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von 0 T€ (Vorjahr 43 T€) sowie Erträge aus der Zeitwertbewertung in Höhe von 554 T€ (Vorjahr 1.245 T€ Aufwendungen).

Erträge aus Verlustübernahme

Im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrag werden 10.738 T€ Verlust von der HanseWerk AG, Quickborn, ausgeglichen.

Sonstige Angaben

Angaben nach Energiewirtschaftsgesetz

Es bestanden folgende Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen bzw. assoziierten Unternehmen gemäß § 6b Abs. 2 EnWG:

Die HanseWerk Natur GmbH ist in das konzerninterne Cash-Pooling mit der HanseWerk AG eingegliedert. Zum Bilanzstichtag beläuft sich die Forderung aus dem Cash-Pooling auf 4.048 T€. Die Zinsaufwendungen hieraus betragen 1.735 T€. Die entsprechende Verzinsung erfolgt zu marktüblichen Konditionen.

Bezug von sonstigen Leistungen, insbesondere kaufmännische und IT-Dienstleistungen von der Schleswig-Holstein Netz AG, Quickborn, in Höhe von 3.273 T€.

Sonstige bezogene Leistungen im Rahmen von kaufmännischen Dienstleistungen von der HanseWerk AG, Quickborn, beliefen sich auf 517 T€.

Von der HanseWerk AG, Quickborn, wurden unentgeltlich Stromerzeugungsanlagen zur Verfügung gestellt.

Von der rEVUlution GmbH, Essen, wurden im Geschäftsjahr Emissionszertifikate in Höhe von 4.926 T€ beschafft.

Von der SERVICE plus GmbH, Neumünster, wurden im Geschäftsjahr 2023 IT-Dienstleistungen in Höhe von 316 T€ bezogen. Für die SERVICE plus GmbH, Neumünster, wurden im Geschäftsjahr kaufmännische Dienstleistungen in Höhe von 63 T€ erbracht.

Für die Stadtwerke Ribnitz-Damgarten GmbH, Ribnitz-Damgarten, wurden technische Betriebsführungsleistungen in Höhe von 242 T€ erbracht.

Von der Hamburg Gas Consult GmbH, Hamburg, bezogene technische Dienstleistungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 1.482 T€.

Für die E.ON Energy Solutions GmbH, Essen, wurden technische Dienstleistungen sowie technische Betriebsführungsleistungen in Höhe von 184 T€ erbracht.

Darlehensverträge über 40.000 T€ mit E.ON International Finance B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande, (Zinsaufwendungen 338 T€). Alle Darlehen wurden zu marktüblichen Konditionen aufgenommen.

Durchschnittliche Beschäftigungszahl

in Personen 2023 2022
Arbeiter 43 43
Angestellte 161 151
Leitende Angestellte 7 7
Gesamt 211 201

Organe der Gesellschaft

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung der HanseWerk Natur GmbH setzt sich wie folgt zusammen:

Dr. Gerta Gerdes-Stolzke

Wirtschaft/Vertrieb Leiterin - Regionale Energielösungen der HanseWerk AG, Quickborn

Dr. Nikolaus Meyer

Technik/Betrieb

Organbezüge

Bezüge der Geschäftsführung

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen betragen im Jahr 2023 167 T€. Ebenfalls sind für diesen Personenkreis für laufende Pensionen 2.193 T€ Rückstellungen gebildet.

Hinsichtlich der Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Honorar des Abschlussprüfers

Die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers sind in der Gesamtangabe im Konzernabschluss der E.ON SE, Essen, enthalten.

Entwicklung des Anlagevermögens

in T€ Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 15.588 496 -65 106 16.125
Immaterielle Vermögensgegenstände 15.588 496 -65 106 16.125
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 21.622 1.075 -314 1.207 23.590
Technische Anlagen und Maschinen 291.654 10.021 -4.303 14.342 311.714
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.335 468 -379 238 8.662
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 21.250 23.964 -41 -15.893 29.280
Sachanlagen 342.861 35.528 -5.037 -106 373.246
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 8 - - - 8
Beteiligungen 1.512 - - - 1.512
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 300 - - - 300
Finanzanlagen 1.820 - - - 1.820
Anlagevermögen 360.269 36.024 -5.102 - 391.191
in T€ Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023 31.12.2023 31.12.2022
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte -13.179 -1.185 60 -14.304 1.821 2.409
Immaterielle Vermögensgegenstände -13.179 -1.185 60 -14.304 1.821 2.409
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -8.595 -536 146 -8.985 14.604 13.027
Technische Anlagen und Maschinen -183.626 -14.795 3.617 -194.804 116.911 108.028
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -6.301 -930 325 -6.906 1.756 2.034
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - -461 - -461 28.819 21.250
Sachanlagen -198.522 -16.722 4.088 -211.156 162.090 144.339
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - - 8 8
Beteiligungen -1.512 - - -1.512 - -
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht -300 - - -300 - -
Finanzanlagen -1.812 - - -1.812 8 8
Anlagevermögen -213.513 -17.907 4.148 -227.272 163.919 146.756

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2023 liegen nicht vor.

 

Quickborn, 31. Januar 2024

HanseWerk Natur GmbH

Die Geschäftsführung

Dr. Gerta Gerdes-Stolzke

Dr. Nikolaus Meyer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die HanseWerk Natur GmbH, Quickborn

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der HanseWerk Natur GmbH, Quickborn, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der HanseWerk Natur GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB‌‌ unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG‌ zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist nachfolgend weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätsmanagementstandard: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG‌ zu dienen.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

 

Hamburg, den 1. Februar 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Müllensiefen, Wirtschaftsprüfer

Sieprath, Wirtschaftsprüferin

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde am 26. Februar 2024 festgestellt.

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