Centaurus NE GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Virginie Pontlevoy seit 25.3.2026 | Prokura |
Philipp Moritz Dr. Schäfer seit 9.9.2021 | Prokura |
Jan Kengelbach seit 3.1.2020 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Kühne Holding AG | 85.87% |
Apollo 11 S.à.r.l. | 13.33% |
| 0.64% | |
| 0.16% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Apollo 5 GmbHStarnbergKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Konzerngesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzernkapitalflussrechnung Konzerneigenkapitalspiegel Konzernanhang Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen (Mio. EUR, %, usw.) auftreten. Konzerngesamtergebnisrechnung
KonzernbilanzAKTIVA
PASSIVA
Konzernkapitalflussrechnung
Konzerneigenkapitalspiegel
Konzernanhang1. Grundlagen der Abschlusserstellung 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 2.1 Konsolidierungsgrundsätze 2.2 Konsolidierungskreis 2.3 Neue Rechnungslegungsvorschriften 2.4 Fremdwährungsumrechnung 2.5 Ermessensentscheidungen und Schätzungen 2.6 Umsatzerlöse 21 Immaterielle Vermögenswerte 2.8 Sachanlagen 2.9 Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 2.10 Vorräte 2.11 Ertragsteuern 2.12 Finanzinstrumente 2.13 Finanzerträge und Finanzaufwendungen 2.14 Wertberichtigung finanzieller Vermögenswerte 2.15 Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 2.16 Leasingverhältnisse 3. Finanzrisikomanagement 3.1 Kreditausfallrisiko 3.2 Liquiditätsrisiko 3.3 Marktrisiko 4. Erläuterungen zur Konzerngesamtergebnisrechnung 4.1 Umsatzerlöse 4.2 Sonstige betriebliche Erträge 4.3 Materialaufwand 4.4 Personalaufwand 4.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.6 Finanzerträge 4.7 Finanzaufwendungen 4.8 Ertragsteuern 5. Erläuterungen zur Konzernbilanz 5.1 Immaterielle Vermögenswerte 5.2 Sachanlagen 5.3 Nutzungsrechte 5.4 Vorräte 5.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.6 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.7 Sonstige Vermögenswerte 5.8 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.9 Eigenkapital 5.10 Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 5.11 Sonstige Rückstellungen 5.12 Finanzielle Verbindlichkeiten 5.13 Sonstige Verbindlichkeiten 6. Weitere Erläuterungen 6.1 Zusätzliche Erläuterungen zu Leasingverhältnissen 6.2 Zusätzliche Erläuterungen zu Finanzinstrumenten 6.3 Eventualverbindlichkeiten 6.4 Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen 6.5 Anteilsbasierte Vergütungen 6.6 Honorare der Abschlussprüfer 6.7 Nachtragsbericht 1. Grundlagen der Abschlusserstellung Der Konzernabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 schließt die Apollo 5 GmbH und ihre Tochtergesellschaften (gemeinsam bezeichnet als "Aenova", der "Konzern" oder die "Aenova Group") ein. Die Apollo 5 GmbH ("die Gesellschaft") ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht mit registriertem Firmensitz in Berger Straße 8-10, 82319 Starnberg, Deutschland. Die Apollo 5 GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 199543 registriert. Die Muttergesellschaft der Apollo 5 GmbH ist die Apollo 8 GmbH, Starnberg, Deutschland. Die Apollo 8 GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 200075 registriert. Hauptanteilseigner der Apollo 8 GmbH ist die Apollo 11 S.à r.l., Luxemburg. Oberstes beherrschendes Unternehmen ist der Fonds BC European Capital IX, Guernsey, Vereinigtes Königreich. Das Mutterunternehmen, welches den Konzernabschluss für den größten und zugleich auch kleinsten Kreis an Unternehmen aufstellt, ist die Apollo 8 GmbH, Starnberg, Deutschland. Dieser Konzernabschluss wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Die Aenova Group ist einer der weltweit größten pharmazeutischen Auftragshersteller hinsichtlich Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln. Aenova ist mit insgesamt 14 Produktionsstandorten in sechs Ländern aktiv. Im März 2023 wurde beschlossen, im Zuge einer strategischen Neuausrichtung den Standort Wolfratshausen zu schließen. Ein Teil des Produktportfolios wird zur Optimierung des Produktionsnetzwerkes der Aenova an andere Produktionsstandorte transferiert. Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit § 315e HGB und mit allen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung in der Europäischen Union (EU) anzuwenden waren, sowie in Übereinstimmung mit den Veröffentlichungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Die Konzerngesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die funktionale Währung des Konzerns darstellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Millionen Euro (Mio. EUR) mit einer Nachkommastelle auf- oder abgerundet. Der vorliegende Konzernabschluss ist von der Geschäftsführung am 28. März 2024 genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben worden. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die spezifischen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden, wie im Folgenden dargestellt, stetig für alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden und Stichtage von den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften angewandt. 2.1 Konsolidierungsgrundsätze In den Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen einbezogen, die von der Apollo 5 GmbH unmittelbar oder mittelbar beherrscht werden. Die Gesellschaft erlangt die Beherrschung, wenn sie die Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann. Konzerninterne Gewinne und Verluste, Aufwendungen und Erträge sowie die konzernintern bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden im Zuge der Konzernabschlusserstellung eliminiert. 2.2 Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 beinhaltet neben der Apollo 5 GmbH insgesamt 22 vollkonsolidierte Tochtergesellschaften (2022: 22 Tochtergesellschaften).
Für alle deutschen Tochtergesellschaften, mit Ausnahme der CleanLog GmbH, wurden für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen. Für die Temmler Ireland Limited wurden ebenfalls die Befreiungsvorschriften des Abschnitt 357 des irischen Companies Act 2014 in Anspruch genommen. 2.3 Neue Rechnungslegungsvorschriften Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 waren die folgenden vom IASB verabschiedeten und von der EU freigegebenen Standards sowie Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:
* Vorzeitige Anw endung bei AENOVA
Mustervorschriften für Pillar 2-Änderungen an IAS 12 Der Konzern ist in Deutschland, das ein neues Gesetz zur Einführung der globalen Mindestbesteuerung erlassen hat, tätig. Da das neue Gesetz in Deutschland erst mit Wirkung für das Geschäftsjahr 2024 anwendbar ist, ergeben sich keine Auswirkungen auf den tatsächlichen Steueraufwand des Geschäftsjahres 2023. Der Konzern geht davon aus, dass er der Mindeststeuer in Bezug auf seine Tätigkeit in der Schweiz unterliegen wird, da der gesetzliche Steuersatz unter 15,0% liegt. Basierend auf einer vereinfachten Berechnung ergibt sich in der Schweiz für 2023 ein effektiver Steuersatz (ETR) von 13,0%. Die IFRS-Ergebnisse vor Steuern betragen in der Schweiz 45,0 Mio EUR, was zu einer Top Up Tax von rund 0,9 Mio EUR führen würde. Die weiteren in der Tabelle aufgelisteten Änderungen bestehender IFRS-Standards haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Neu herausgegebene, aber noch nicht angewandte Rechnungslegungsvorschriften Folgende, vom IASB herausgegebene und von der EU bereits freigegebene Rechnungslegungsverlautbarungen (ausgenommen die Änderungen an IAS 7 und IAS 21 deren Endorsement noch aussteht) sind noch nicht verpflichtend anzuwenden und von Aenova auch noch nicht vorzeitig angewendet worden:
Die in der Tabelle aufgelisteten neu herausgegebenen, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsverlautbarungen werden erwartungsgemäß keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben. 2.4 Fremdwährungsumrechnung Fremdwährungstransaktionen Geschäftsvorfälle, die in anderen Währungen als der funktionalen Währung abgewickelt werden, werden mit dem aktuellen Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls erfasst. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum Bilanzstichtag in Fremdwährungen geführt werden, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste aus diesen Fremdwährungsbewertungen erfasst Aenova erfolgswirksam. Nicht-monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zu historischen Wechselkursen fortgeführt. Konzernunternehmen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen der Fremdwährungsgesellschaften werden im Konzern zum Durchschnittskurs der Berichtsperiode umgerechnet. Alle sich ergebenden Fremdwährungsdifferenzen werden in einem separaten Posten innerhalb der sonstigen Bestandteile des Eigenkapitals erfasst. 2.5 Ermessensentscheidungen und Schätzungen Bei der Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS muss die Geschäftsführung Ermessungsentscheidungen sowie Annahmen treffen und Schätzungen vornehmen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft. Schätzungsänderungen werden in der Periode erfasst, in der die Änderung der Annahmen eintritt. Unternehmenszusammenschlüsse Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen werden Schätzungen bei der Bewertung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten vorgenommen. Grundsätzlich werden die beizulegenden Zeitwerte basierend auf der Prognose zukünftiger Cashflows ermittelt. Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwert Geschäfts- oder Firmenwerte werden jährlich auf Wertminderung überprüft und darüber hinaus zu jedem Zeitpunkt, zu dem Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Ein Geschäfts- oder Firmenwert muss den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("Cash Generating Unit" bzw. "CGU") bzw. Gruppen von CGUs zugeordnet werden, für die ein positiver Synergieeffekt erwartet wird. Diese Zuordnung erfolgt auf der niedrigsten Ebene, auf der der Geschäfts oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Die Definition von CGUs oder Gruppen von CGUs innerhalb des Konzerns, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, wie auch die Zuordnung von Geschäfts- oder Firmenwerten, welche im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden, zu CGUs oder Gruppen von CGUs, ist Gegenstand von Annahmen und Schätzungen der Geschäftsführung. Der Buchwert der CGUs wird im Rahmen der Werthaltigkeitstests mit dem erzielbaren Betrag der CGUs verglichen. Ein Wertminderungsaufwand auf den Geschäfts- oder Firmenwert wird erfasst, wenn der Buchwert der CGU inklusive des zugehörigen Geschäfts- oder Firmenwerts den erzielbaren Betrag der CGU übersteigt. Der erzielbare Betrag ist definiert als der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die wichtigsten Annahmen, auf denen die Ermittlung des Nutzungswertes basiert, beinhalten geschätzte Wachstumsraten sowie gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten. Die Prognosen der künftigen Cashflows berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und basieren auf der besten von der Unternehmensleitung vorgenommenen Einschätzung künftiger Entwicklungen. Zu den wichtigsten Annahmen hinsichtlich des beizulegenden Zeitwertes verweisen wir auf Abschnitt 5.1. Die Abzinsungssätze spiegeln die aktuellen Markteinschätzungen hinsichtlich des Zeitwerts des Geldes und der den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils zuzuordnenden spezifischen Risiken wider. Die Berechnung des Diskontierungszinssatzes berücksichtigt den risikolosen Zins, ein entsprechendes unternehmensspezifisches Risiko und Fremdkapitalkosten. Wirtschaftliche Nutzungsdauer von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten Die wirtschaftlichen Nutzungsdauern langfristiger Vermögenswerte basieren auf Schätzungen der Geschäftsführung. Der Konzern überprüft die geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten am Ende jedes Geschäftsjahres. Ertragsteuern Die Gesellschaft und ihre Tochterunternehmen werden regelmäßigen Steuerprüfungen unterzogen. Steuerberechnungen sowie steuerrelevante Vorgänge werden mit den lokal zuständigen Steuerbehörden abgestimmt. Da das Ergebnis dieser Steuerprüfungen unsicher ist, erfolgt eine Einschätzung der Geschäftsführung über die Höhe der notwendigen Rückstellungen, sowohl für tatsächliche als auch für latente Steuern vom Einkommen und Ertrag, unter Einbeziehung externer Berater und des Diskussionsstandes mit der jeweiligen Steuerbehörde. Bei der Ermittlung der aktiven latenten Steuern sind Einschätzungen über die künftig zu versteuernden Einkommen sowie die Zeitpunkte, zu denen die aktiven latenten Steuern realisiert werden können, zu treffen. Da künftige Geschäftsentwicklungen unsicher sind und sich teilweise dem Einfluss der Geschäftsführung entziehen, sind die zu treffenden Annahmen im Zusammenhang mit der Ermittlung aktiver latenter Steuern in erheblichem Maß mit Unsicherheiten verbunden. Aktive latente Steuern bestehen bei Aenova unter anderem auf Verlustvorträge. Sie werden für alle bestehenden steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftig zu versteuerndes Einkommen bzw. passive latente Steuern verfügbar sind, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Die Kosten von leistungsorientierten Pensionsplänen basieren auf versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese beinhalten Schätzungen und Annahmen über Diskontierungszinssätze, zukünftige Gehaltssteigerungen, Sterberaten und zukünftige Pensionssteigerungen. Aufgrund der Langfristigkeit dieser Pläne unterliegen diese Schätzungen und Annahmen gewissen Unsicherheiten. Sonstige Rückstellungen Sonstige Rückstellungen werden erfasst, wenn eine wirtschaftliche, rechtliche oder ökologische Verpflichtung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird, dessen Höhe sich verlässlich schätzen lässt. Die Schätzung zukünftiger Kosten unterliegt diversen Unsicherheiten, insbesondere rechtlicher Unsicherheiten in Bezug auf anzuwendende Gesetze und Regelungen sowie Unsicherheiten bezüglich der tatsächlichen Bedingungen in verschiedenen Ländern und an verschiedenen Standorten. Die Kosten werden auf Basis von früheren Erfahrungen in vergleichbaren Fällen, Expertenmeinungen, aktuellen Kosten und neuen Entwicklungen, die Einfluss auf die Kosten haben, geschätzt. Änderungen dieser Schätzungen könnten einen Einfluss auf das zukünftige Ergebnis des Konzerns haben. Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige Bankverbindlichkeiten, kurzfristige Leasingverbindlichkeiten und sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten haben im Allgemeinen Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr. Die Buchwerte abzüglich der Wertberichtigungen entsprechen in etwa den beizulegenden Zeitwerten. Der beizulegende Zeitwert langfristiger Bankverbindlichkeiten sowie langfristiger Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen wird anhand abgezinster künftiger Zins- und Tilgungszahlungen ermittelt. Bei Aenova bestehen zwei Managementbeteiligungsprogramme (MEP). Zu den Details siehe Abschnitt 6.5. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts des alten MEP wurde im Jahr 2020 im Rahmen eines mathematischen Modells anhand einer Monte-Carlo-Simulation bestimmt. Die dem Modell zugrunde gelegte Volatilität wurde von vergleichbaren börsennotierten Unternehmen ("Peer Group") abgeleitet. Der risikolose Zinssatz entsprach dem einer laufzeitäquivalenten deutschen Staatsanleihe. Der Kaufpreis der Anteile für das neue MEP leitete sich vom Fair Value der Anteile zum jeweils relevanten Ausgabezeitpunkt ab. 2.6 Umsatzerlöse Der Umsatz wird auf Grundlage der in den Verträgen mit Kunden festgelegten Gegenleistung ermittelt. Aenova erfasst Erlöse, wenn die Verfügungsgewalt über ein Gut oder eine Dienstleistung an den Kunden übertragen wird. Fertigung von Arzneimittelprodukten - Umsatzrealisierung über einen Zeitraum Erlöse und die dazugehörigen Kosten werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst, also bevor die Ware vom Kunden abgeholt bzw. abgenommen wurde. Voraussetzungen dabei sind, dass Aenova Arzneimittel gemäß Kundenspezifikation herstellt, die keine alternative Nutzungsmöglichkeit für Aenova aufweist und dass Aenova bei einer Kündigung vom Kunden einen Zahlungsanspruch auf Erstattung der bisher entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Marge hat. Rechnungen werden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen gestellt. Nicht in Rechnung gestellte bereits erbrachte Leistungen werden als Vertragsvermögenswerte ausgewiesen. Erhaltene Anzahlungen werden als Vertragsverbindlichkeiten dargestellt. Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Fertigung von Arzneimittelprodukten - Umsatzrealisierung zu einem Zeitpunkt Für alle anderen Fertigungsaufträge erlangen Kunden die Verfügungsgewalt über die Produkte entsprechend der vertraglich vereinbarten Incoterms. Zu diesem Zeitpunkt werden Rechnungen erstellt und Umsätze realisiert. Erbringung von Dienstleistungen Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen beziehen sich v. a. auf analytische Serviceleistungen, Auftragsentwicklungen und Produkttransfers. Der Kunde steuert die gesamten laufenden Arbeiten während der Dienstleistungserbringung. Erlöse und die dazugehörigen Kosten werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst. Die Feststellung des Fertigstellungsgrades, nach dem die Umsatzerlöse erfasst werden, erfolgt auf Basis vertraglich geregelter Leistungsabschnitte (sog. "Milestones"), nach erfolgter Abnahme durch den Kunden. Die Bestimmung des Leistungsfortschritts stellt somit eine outputorientierte Methode dar. Rechnungen werden gemäß Milestones gestellt. Erhaltene Anzahlungen werden als Vertragsverbindlichkeiten berücksichtigt. 2.7 Immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK) oder, sofern sie im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Der Geschäfts- oder Firmenwert stellt den Wert dar, um den die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten übersteigen. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, aber mindestens jährlich auf Werthaltigkeit getestet (vgl. Abschnitt 2.5). 2.8 Sachanlagen Sachanlagen werden zu AHK angesetzt und linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Falls einzelne Komponenten eines Anlagenguts, welche einem bedeutsamen Anschaffungswert im Verhältnis zum Gesamtwert des Anlagenguts aufweisen, unterschiedliche Nutzungsdauern haben, werden diese Komponenten getrennt bilanziert und abgeschrieben (Komponentenansatz).
Der Ansatz von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten erfolgt mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Die Differenz zum Buchwert wird als Wertminderung erfasst. 2.9 Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen Aenova prüft Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer auf eine Wertminderung, sofern Anhaltspunkte für einen möglichen Wertberichtigungsbedarf vorliegen. Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung. 2.10 Vorräte Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus AHK und Nettoveräußerungswert bewertet. Als Verbrauchsfolgeverfahren wird die gleitende Durchschnittspreismethode angewendet. Zu den Anschaffungskosten zählen alle Kosten des Erwerbs, welche angefallen sind, um die Vorräte an ihren aktuellen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen fixen und variablen Material- und Fertigungsgemeinkosten, soweit sie im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufspreis im gewöhnlichen Geschäftsverkehr abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten. 2.11 Ertragsteuern Der Ertragssteueraufwand bzw. Steuerertrag stellt die Summe aus tatsächlichem und latentem Steueraufwand bzw. Steuerertrag dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das jeweilige Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Ergebnis vor Ertragsteuern laut Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in früheren oder späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den laufenden Steueraufwand wird auf Grundlage der geltenden bzw. bis zum Bilanzstichtag gesetzlich fixierten Steuersätze berechnet. Die tatsächlichen Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Darüber hinaus beinhalten die im Geschäftsjahr ausgewiesenen tatsächlichen Steuern auch Anpassungsbeträge hinsichtlich eventuell anfallender Steuerzahlungen bzw. -erstattungen für noch nicht endgültig veranlagte Jahre, allerdings ohne Zinszahlungen bzw. Zinserstattungen und Strafen auf Steuernachzahlungen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie realisiert werden können. Nur bei Bestehen eines steuerlichen Verlustvortrags oder einer ungenutzten Steuergutschrift wird keine Steuerverbindlichkeit oder Steuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, sondern stattdessen die aktive Latenz für die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften angepasst. Latente Steuern sind die erwarteten Steuerbe- und -entlastungen aus den Differenzen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden in den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften, verglichen mit den Wertansätzen im Konzernabschluss nach IFRS. Latente Steuern werden nicht für folgende temporäre Differenzen erfasst: erstmalige Aktivierung von Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten in einer Transaktion, die kein Unternehmenszusammenschluss ist und die weder nach IFRS noch steuerlich einen Gewinn oder Verlust nach sich zieht sowie Differenzen aufgrund von Investitionen in Tochterunternehmen in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass diese sich nicht in absehbarer Zukunft umdrehen werden. Zusätzlich werden keine latenten Steuern auf temporäre Differenzen bei der erstmaligen Bilanzierung eines Geschäfts- oder Firmenwerts gebildet. Latente Steuern werden unter Verwendung des Steuersatzes, der voraussichtlich zum Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen gelten wird, basierend auf Gesetzen, die zum Stichtag in Kraft oder verabschiedet sind, berechnet. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn es ein einklagbares Recht gibt, die tatsächlichen Steuerverbindlichkeiten und Steuerguthaben zu saldieren und diese sich auf Steuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt oder für unterschiedliche Steuersubjekte erhoben werden, die jedoch beabsichtigen, ihre Steuerverbindlichkeiten und -forderungen gemeinsam beizulegen oder deren Steuerverbindlichkeiten und -forderungen gleichzeitig realisiert werden. Aktive latente Steuern werden in der Höhe gebildet, in der es wahrscheinlich ist, dass zukünftig positive zu versteuernde Ergebnisse erwirtschaftet werden, gegen welche die temporären Differenzen aufgerechnet werden können. Die aktiven latenten Steuern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und um den Betrag reduziert, für den es unwahrscheinlich erscheint, dass ein entsprechendes Steuerguthaben genutzt werden kann. Die Veränderungen der latenten Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen im sonstigen Ergebnis oder unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesen Fällen werden die latenten Steuern ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder unmittelbar im Eigenkapital dargestellt. Der Konzern wendet die vorübergehende, verpflichtende Ausnahmeregelung hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben, an und erfasst diese als tatsächlichen Steueraufwand /-ertrag zum jeweiligen Entstehungszeitpunkt. 2.12 Finanzinstrumente Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu dem Zeitpunkt angesetzt, zu dem diese entstanden sind. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem Aenova Vertragspartei entsprechend der Vertragsbestimmungen des Finanzinstruments wird. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet. Alle anderen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei einem Posten, der nicht zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) bewertet wird, werden die Transaktionskosten, die direkt seinem Erwerb bzw. seiner Ausgabe zurechenbar sind, hinzugerechnet bzw. abgezogen. Finanzielle Vermögenswerte werden unter Zugrundelegung ihrer vertraglichen Zahlungsstromeigenschaften und des Geschäftsmodells, in dem sie gehalten werden, in folgende Klassen unterteilt:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zu fortgeführten Anschaffungskosten (FLAC) unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten erfolgt nach deren Tilgung, d.h. wenn diese erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Derivative Finanzinstrumente können in andere Kontrakte eingebettet sein, so dass ein hybrides Finanzinstrument vorliegt. Besteht gemäß IFRS 9 eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Derivat, so wird dieses vom Basisvertrag separat bilanziert und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Sofern gemäß IFRS 9 keine Trennung vorgesehen ist, erfolgt die Bilanzierung des hybriden Instruments in Gänze, basierend auf der Klassifizierung des Basisvertrags. Transaktionskosten aus der Refinanzierung des Konzerns, welche direkt der Fremdkapitalaufnahme zurechenbar sind, werden von der Verbindlichkeit in Abzug gebracht und entsprechend der Effektivzinsmethode anteilig über die Laufzeit der Darlehen erfolgswirksam aufgezinst. Nicht direkt zurechenbare Transaktionskosten werden im Aufwand erfasst. 2.13 Finanzerträge und Finanzaufwendungen Finanzerträge umfassen Zinserträge auf angelegtes Kapital, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente und Währungsgewinne. Zinserträge werden dann erfolgswirksam erfasst, wenn sie unter Verwendung der Effektivzinsmethode anfallen. Finanzaufwendungen umfassen Zinsaufwendungen auf Darlehen, den Effekt aus der Aufzinsung von Rückstellungen, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente, Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte und Währungsverluste. Fremdkapitalkosten werden grundsätzlich gemäß der Effektivzinsmethode erfolgswirksam erfasst. 2.14 Wertberichtigung finanzieller Vermögenswerte Aenova betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als nicht einbringbar, wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Kreditverpflichtungen vollständig zahlen kann. Aenova nimmt Wertberichtigungen in der Höhe vor, in der kein Zahlungseingang erwartet wird. Für erwartete Kreditverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte berechnet Aenova das Ausfallkreditrisiko auf Basis der Höhe des über die Gesamtlaufzeit zu erwartenden Kreditverlustes. Über die Laufzeit erwartete Kreditverluste sind erwartete Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. Der Konzern verwendet dafür eine Wertberichtigungsmatrix (vgl. Abschnitt 5.5). Der Konzern wendet für sonstige finanzielle Vermögenswerte und für die liquiden Mittel die Ausnahmeregelung des IFRS 9 an, da diese ein geringes Ausfallrisiko besitzen. Alle Wertminderungen werden unabhängig von der Klassifizierung erfolgswirksam erfasst. 2.15 Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Der Konzern unterhält verschiedene Pensionspläne. Diese Pläne sind grundsätzlich durch Zahlungen an externe Einheiten (treuhänderisch verwaltete Fonds, Versicherungsgesellschaften, Pensions- und Unterstützungskassen) finanziert. Der Konzern verfügt sowohl über Leistungs- als auch über Beitragspläne. Die Pensionsrückstellung wird jährlich von unabhängigen Gutachtern unter Verwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens unter Berücksichtigung künftig erwarteter Gehalts- und Rententrends für jeden leistungsorientierten Pensionsplan separat bestimmt. Die bereits erdiente Anwartschaft wird auf den Barwert diskontiert. Dies erfolgt unter Verwendung von Zinssätzen, die aus den Renditen für hochklassige Unternehmensanleihen der Währung, in der die Pensionsleistung gezahlt werden sollen und deren Restlaufzeit, die in etwa der Laufzeit der Verpflichtung bis zur Auszahlung entspricht, abgeleitet werden. Der beizulegende Zeitwert des zugehörigen Planvermögens wird von der Bruttopensionsverpflichtung abgezogen. Hieraus ergibt sich die anzusetzende Nettoschuld. Die Gesellschaft bestimmt den Nettozinsaufwand (-ertrag) durch Multiplikation der Nettoschuld zu Periodenbeginn mit dem der Diskontierung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung am Periodenbeginn zugrunde liegenden Zinssatz, unter Berücksichtigung unterjähriger Zahlungen und Beiträge. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die aus erfahrungsbedingten Anpassungen und Veränderungen der versicherungsmathematischen Annahmen resultieren, sowie der Unterschied zwischen tatsächlich realisierter Planvermögensrendite und der zu Periodenbeginn unter Verwendung des Rechnungszinses erwartete Rendite, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis erfasst. Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung oder Plankürzung, erfasst die Gesellschaft die hieraus resultierenden Effekte als nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand im Gewinn oder Verlust der Periode. Die im Rahmen von Beitragsplänen zu zahlenden Beträge werden aufwandswirksam erfasst und als Personalaufwand ausgewiesen, wenn die Verpflichtung zur Zahlung der Beträge entsteht. 2.16 Leasingverhältnisse Falls der zugrunde liegende Vermögenswert nicht von geringem Wert ist, erfasst Aenova als Leasingnehmer am Bereitstellungsdatum für Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten einen Vermögenswert für das Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit. Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringem Wert werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst. Aenova bilanziert Leasing- und Nichtleasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente. Nutzungsrechte umfassen im Rahmen der erstmaligen Bewertung die entsprechende Leasingverbindlichkeit zuzüglich anfänglicher direkter Kosten und Leasingraten, die zu oder vor Beginn des Leasingverhältnisses geleistet werden. Die Folgebewertung der Nutzungsrechte erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen. Hinzu kommen Effekte aus der Neubewertung der Leasingverbindlichkeit. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den Leasingzeitraum abgeschrieben. Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder die Ausübung einer Kaufoption hinreichend sicher ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstands ermittelt. Die Bestimmung der erwarteten Nutzungsdauern erfolgt nach den Vorschriften für Sachanlagen. Leasingverbindlichkeiten werden erstmalig mit dem Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen bewertet, die unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes abgezinst werden. Leasingverbindlichkeiten werden nachfolgend zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie werden im Falle von Änderungen oder Neubewertungen des Leasingverhältnisses angepasst. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes verwendet der Konzern Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und nimmt Anpassungen vor, um die Leasingbedingungen zu berücksichtigen. 3. Finanzrisikomanagement Aenova ist finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Das Konzernrisikomanagement konzentriert sich auf unvorhersehbare Ereignisse auf den Finanzmärkten und versucht nachteilige Effekte auf das Gruppenergebnis zu minimieren. Die Gesamtverantwortung für die Etablierung und Überwachung eines konzernweiten Risikomanagements liegt bei der Geschäftsführung. Das Risikomanagement wird von definierten Verantwortlichen innerhalb der Abteilungen Corporate Accounting, Corporate Controlling und Treasury nach festgelegten Vorgaben, die von der Geschäftsführung genehmigt wurden, ausgeführt. Die Risikoidentifikation, -bewertung und -absicherung erfolgt in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den operativen Geschäftseinheiten. Dieser Abschnitt gibt Informationen über die Risikopositionen, die Ziele des Risikomanagements, die Methoden und Prozesse, das Risiko zu messen und zu steuern sowie über die Kapitalsteuerung. Die Kreditverträge der Aenova Group enthalten Financial Covenants. Aenova überwacht die Einhaltung dieser Kennzahlen fortlaufend auf Basis von Forecasts und Simulationen. Sämtliche Covenants wurden im Berichtsjahr mit genügend Spielraum eingehalten. 3.1 Kreditausfallrisiko Das Ausfallrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlustes, falls ein Kunde oder Geschäftspartner in Bezug auf ein Finanzinstrument seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann. Es erwächst hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns gegenüber Kunden. Der Buchwert finanzieller Vermögenswerte entspricht hierbei dem maximalen Ausfallrisiko.
Das Ausfallrisiko wird von einer zentralen Stelle (Kreditrisikomanagement) analysiert und gesteuert. Die ausstehenden Beträge werden wöchentlich analysiert und bewertet. Zudem werden Maßnahmen mit den zuständigen Kundenverantwortlichen festgelegt. Bei neuen Geschäftsbeziehungen erfolgt durch die Einzelgesellschaft zur Festlegung risikoadäquater Zahlungs- und Lieferbedingungen grundsätzlich eine eigenverantwortliche Analyse der Ausfallrisiken. Das zentrale Kreditrisikomanagement prüft und genehmigt die Bedingungen einzelfallbezogen, wenn möglich unter Hinzunahme der Einschätzung externer und unabhängiger Ratingagenturen. Externe Kunden-Ratings werden verwendet, sofern diese vorliegen. Soweit diese nicht vorliegen, wird basierend auf einer qualitativen Analyse des Kunden, Erfahrungswerten und weiteren Kriterien eine interne Risikoprüfung durchgeführt. Bedeutende Risikokonzentrationen lagen im Berichtszeitraum nicht vor, da sich der Gesamtbestand der Forderungen auf eine ausreichend hohe Zahl an Einzelkunden aus verschiedenen Ländern verteilte. Waren werden mit Eigentumsvorbehaltsklauseln verkauft, sodass für Aenova im Falle eines Zahlungsausfalls eine gesicherte Forderung besteht. Verlustraten werden auf Grundlage der tatsächlichen Kreditverluste der letzten drei Jahre berechnet. Diese Raten wurden - sofern notwendig - mit Skalierungsfaktoren multipliziert, um die Unterschiede zwischen den wirtschaftlichen Bedingungen zum Zeitpunkt der Sammlung der historischen Daten, den derzeitigen Bedingungen und der Sicht des Konzerns auf die wirtschaftlichen Bedingungen über die erwartete Laufzeit der Forderungen widerzuspiegeln. Der bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten maximal zu berücksichtigende Zeitraum ist die maximale Vertragslaufzeit, in der der Konzern einem Kreditrisiko ausgesetzt ist. 3.2 Liquiditätsrisiko Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass Aenova nicht in der Lage sein wird, seinen finanziellen Verpflichtungen, wie beispielsweise der Tilgung von Finanzschulden oder der Begleichung von Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, bei deren Fälligkeit nachzukommen. Treasury stellt im Rahmen der Liquiditätssteuerung sicher, dass immer ausreichend liquide Mittel vorhanden sind, um den Zahlungsverpflichtungen sowohl unter normalen als auch unter erschwerten Bedingungen rechtzeitig nachzukommen, ohne dabei inakzeptable Verluste oder das Risiko einer Rufschädigung eingehen zu müssen. Hiervon ausgenommen sind mögliche Einflüsse von außergewöhnlichen Ereignissen, wie beispielsweise Naturkatastrophen, die nicht verlässlich planbar sind. Zum Zwecke der kurz- und mittelfristigen Liquiditätssteuerung wird eine Liquiditätsvorschau erstellt. Die Erstellung erfolgt durch die Konzern-Gesellschaften. Die Konsolidierung und Auswertung erfolgt auf Ebene der Aenova Holding GmbH. Die Liquiditätsvorschau berücksichtigt dabei die Finanzierungspläne der Aenova (Zins- und Tilgungszahlungen), die Einhaltung bestimmter finanzieller Kennzahlen ("Financial Covenants"), die Einhaltung interner Zielvorgaben bezüglich Bilanzkennzahlen und - soweit vorhanden - externe regulatorische oder gesetzliche Vorgaben. Aenova nutzt die Liquiditätsvorschau, um die wesentlichen Zahlungsbewegungen zu verfolgen und eine ausreichende Liquidität in der Aenova Group zu gewährleisten. Weiterhin nutzt der Konzern die monatlichen Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Working Capital Planungen und Investitionsmeldungen zur Überwachung der mittel- und langfristigen Liquidität. Neben der effektiven Steuerung der Liquidität und des Working Capitals verringert der Konzern das Liquiditätsrisiko durch ein revolvierendes Darlehen. Der überwiegende Teil der Verbindlichkeiten ist hinsichtlich Rückzahlungszeitpunkt fixiert. Die Risikokonzentration besteht im Wesentlichen gegenüber der UniCredit Bank GmbH, München. Durch die ausreichend vorhandene Liquidität sowie die bestehenden Kreditlinien sieht sich Aenova einer moderaten Risikokonzentration ausgesetzt. Die vertraglich vereinbarten zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse der bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten sind in der folgenden Tabelle undiskontiert dargestellt. Diese beinhaltet Zins- und Tilgungszahlungen. Zahlungsmittelabflüsse von finanziellen Verbindlichkeiten, die auf Anfrage rückzahlbar sind, werden zum frühestmöglichen Rückzahlungszeitpunkt dargestellt. Zahlungen, deren Höhe von einem variablen Zinssatz abhängen, werden zu den Marktbedingungen am jeweiligen Bilanzstichtag dargestellt. Zum 31. Dezember 2023 ist nicht abzusehen, dass die Zahlungsmittelabflüsse wesentlich früher oder mit einem wesentlich abweichenden Betrag entstehen können.
3.3 Marktrisiko Fremdwährungsrisiko Fremdwährungsrisiken resultieren aus operativen Tätigkeiten sowie Investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe. Das Fremdwährungsrisiko einzelner Tochtergesellschaften wird anhand der jeweiligen funktionalen Währung gesteuert und optimiert. Das Konzernmanagement hat Vorgaben aufgestellt, nach denen sich die Einzelgesellschaften gegen Fremdwährungsrisiken absichern müssen. Einzelgesellschaften, die wesentliche Transaktionen in anderer Währung als ihrer funktionalen Währung tätigen, sind verpflichtet, sich gegen wesentliche Fremdwährungsrisiken unter Einbeziehung von Treasury abzusichern. Die Absicherung erfolgt überwiegend durch das Vorhalten von Fremdwährungen. Den operativen Einheiten ist es untersagt, aus spekulativen Gründen Derivate abzuschließen, Finanzmittel in Fremdwährungen aufzunehmen oder anzulegen. Die Fremdwährungscashflows werden laufend analysiert und können bei Bedarf durch Termingeschäfte wie Devisenoptionen oder Forward Geschäfte abgesichert werden, um Währungsverluste zu vermeiden. Zahlungsüberhänge aus Verkaufstransaktionen werden durch eine natürliche Absicherung über die Steuerung der Zahlungsein- und -ausgänge in der jeweiligen Währung ausgeglichen (Natural Hedge Strategie). Das Risiko aus Währungsschwankungen wird derzeit als gering eingestuft und ist daher nicht Teil der regelmäßigen Berichterstattung an die Geschäftsführung. Zinsrisiko Das Zinsrisiko der Aenova ergibt sich aus den langfristigen, variabel verzinslichen Darlehen. Durch die Aufnahme von Fremdmitteln zu variablen Zinsen unterliegt der Konzern einem Cashflow-Zinsrisiko. Durch Fremdmittel zu festen Zinsen unterliegt der Konzern einem Fair Value-Zinsrisiko. Die Gruppe analysiert ihre Zinsrisiken auf dynamischer Basis. Basierend auf den verschiedenen Szenarien kann der Konzern sein Cashflow-Zinsrisiko durch Zinscaps steuern. Mit Abschluss eines Zinscaps wird der Referenzzinssatz durch eine Obergrenze limitiert. Aenova ist aufgrund des variablen Zinssatzes des Konsortialdarlehens einem Zinsrisiko ausgesetzt. Die Zinssätze setzen sich aus einer festen Marge und einer variablen Zinskomponente auf Basis des EURIBOR (1, 2, 3 oder 6 Monate) zusammen. Die variable Komponente ist mit einem Floor von 0,0% versehen, sodass bei einem EURIBOR von kleiner 0,0% die Marge plus 0,0% als variabler Zins angesetzt wird. Zum 31. Dezember 2023 beträgt der Nominalbetrag der langfristigen Bankdarlehen mit variablem Zinssatz 569,4 Mio. EUR. Aenova sieht in Anbetracht der hohen Absicherungskosten keinen eindeutigen Vorteil durch den Einsatz von Zinsabsicherungsinstrumenten und nutzt daher aktuell keine Zinssicherungsinstrumente. Die Sensitivitätsanalyse zeigt die Effekte einer Veränderung des Marktzinssatzes von 100 Basispunkten auf das Ergebnis vor Steuern, sowie auf das Eigenkapital.
Die Analyse basiert auf den folgenden Annahmen:
4. Erläuterungen zur Konzerngesamtergebnisrechnung 4.1 Umsatzerlöse Die folgenden Tabellen zeigen die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden:
Die folgende Tabelle zeigt Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:
Die Vertragsvermögenswerte betreffen im Wesentlichen Ansprüche des Konzerns auf Gegenleistung für abgeschlossene, aber zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen aus der Auftragsfertigung von Arzneimitteln. Die Vertragsvermögenswerte werden in die Position "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" umgegliedert, sobald die Rechte vorbehaltlos werden. Dies geschieht in der Regel mit Rechnungsstellung an den Kunden. Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen von Kunden erhaltene Investitionszuschüsse für die Anschaffung von Maschinen und Werkzeugen zur Herstellung von Arzneimitteln. Sie werden über einen bestimmten Zeitraum als Umsatzerlöse realisiert. 4.2 Sonstige betriebliche Erträge
Aktivierte Eigenleistungen betreffen größtenteils Eigenleistungen im Zusammenhang mit Ein- und Umbauten von Sachanlagen. Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten u. a. verrechnete Sachbezüge für Firmenwagen, Job-Fahrräder und Firmenfitnessprogramme. 4.3 Materialaufwand
4.4 Personalaufwand
Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne enthalten im Wesentlichen den Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 4.117 (2022: 4.063), davon im Produktionsbereich 2.563 (2022: 2.537) Mitarbeiter, im Qualitätsbereich 768 (2022: 701) Mitarbeiter und in sonstigen Bereichen 786 (2022: 825) Mitarbeiter. 4.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Anlagen- und Maschinenaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung der Produktionsanlagen. Die hierin enthaltenen Energiekosten sind zusammen mit den Wartungskosten und dem Aufwand für Rechtsstreitigkeiten, die im Zusammenhang mit der Schließung des Standorts in Wolfratshausen stehen, Haupttreiber des Anstieges im Vergleich zum Vorjahr. Sonstige Materialgemeinkosten beinhalten im Wesentlichen Verbrauchsmaterialien für Labor- und Analysetätigkeiten, Verpackungsmaterialen für Fracht, Arbeitskleidung sowie Materialkosten, die nicht in den Materialstücklisten aufgeführt werden. Die Rechts- und Beratungsaufwendungen beinhalten neben den Kosten für Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung v. a. Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit strategischen Projekten. 4.6 Finanzerträge
Die sonstigen Finanzerträge betreffen Erträge aus der Bewertung von Derivaten. Für weitere Ausführungen wird auf Abschnitt 6.2 verwiesen. 4.7 Finanzaufwendungen
Zinsaufwendungen für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten entfallen hauptsächlich auf Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit den Bankdarlehen sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Bankdarlehen, welche mittels der Effektivzinsmethode bewertet werden. Die sonstigen Finanzaufwendungen im Jahr 2022 beinhalten größtenteils Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten. Für weitere Ausführungen wird auf Abschnitt 6.2 verwiesen. 4.8 Ertragsteuern
Der Ermittlung der laufenden Steuern wird in Deutschland auf ausgeschüttete und einbehaltene Gewinne ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz von 15,0% sowie ein darauf entfallender Solidaritätszuschlag von 5,5% zugrunde gelegt. Zusätzlich zur Körperschaftssteuer wird für in Deutschland erzielte Gewinne Gewerbesteuer erhoben. Für die Gewerbesteuer errechnet sich ein durchschnittlicher Steuersatz von 13,7% (2022: 13,6%), woraus ein inländischer Gesamtsteuersatz von 29,5% resultiert. Dieser wird zu der Bewertung inländischer latenter Steuern verwendet. Das von ausländischen Tochtergesellschaften erzielte steuerliche Ergebnis wird auf Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts ermittelt und mit dem im Sitzland maßgeblichen Steuersatz versteuert. Die hierfür angewandten Steuersätze betragen zwischen 12,5% und 28,8%. Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitungsrechnung zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich ausgewiesenen Ertragssteueraufwand dar. Der in der Überleitungsrechnung angewendete Steuersatz in Höhe von 29,5% (2022: 29,4%) ist der inländische Gesamtsteuersatz.
Die Erhöhung im Vorjahr bilanzierter aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1,0 Mio. EUR bezieht sich im Wesentlichen auf die Apollo 5 GmbH (2022: Reduzierung um 2,0 Mio. EUR). Es erfolgte kein Ansatz auf übrige Verluste, da eine Nutzbarkeit der Verlustvorträge aufgrund einer mehrjährigen Steuerplanung als nicht wahrscheinlich eingeschätzt wird. Die steuerlichen Verlustvorträge in Deutschland sind unter Berücksichtigung der Mindestbesteuerung in ihrer Höhe und Vortragsfähigkeit unbegrenzt nutzbar. In Luxemburg sind die steuerlichen Verlustvorträge unbegrenzt und ohne Beschränkung nutzbar. Hingegen ist in anderen Ländern ein Verlustvortrag nur auf eine bestimmte Zeit möglich (z. B. Schweiz: sieben Jahre; USA: 20 Jahre). Die steuerlichen Verlustvorträge und Steuerguthaben belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf 218,6 Mio. EUR (2022: 145,1 Mio. EUR). Es wurden hierauf aktive latente Steuern von 13,1 Mio. EUR (2022: 5,4 Mio. EUR) angesetzt, soweit ausreichend zu versteuernde temporäre Differenzen vorliegen bzw. sofern eine Nutzung auf Grundlage der Geschäftserwartungen wahrscheinlich ist. Es wurden aktive latente Steuern auf steuerguthaben der Haupt Pharma Latina S.r.l. und der Temmler Italia S.r.l. angesetzt. Auf Zinsvorträge in Höhe von 431,7 Mio. EUR (in 2022: 388,8 Mio. EUR) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet. Die Zinsvorträge resultieren aus nicht abzugsfähigen Zinsaufwendungen für Bank- und Gesellschafterdarlehen aufgrund § 4h EStG ("Zinsschranke"). Es erfolgte kein Ansatz der Zinsvorträge, da aufgrund der Finanzierungsstruktur und der mehrjährigen Unternehmensplanung eine Nutzbarkeit der Zinsvorträge als nicht wahrscheinlich eingeschätzt wird. Die aktiven und passiven latenten Steuern wurden auf temporäre Differenzen für die folgenden Bilanzposten gebildet:
In den passiven latenten Steuern sind erfolgsneutral erfasste latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in Höhe von -1,5 Mio. EUR (2022: - 3,0 Mio. EUR) enthalten. Aktive latente Steuern werden in dem Maße gebildet als ausreichend zu versteuernde temporäre Differenzen vorliegen bzw. soweit es hinreichend wahrscheinlich ist, dass zukünftig ein positives steuerliches Ergebnis erwirtschaftet wird. Der Konzern hat, vor Saldierung, aktive latente Steuern in Höhe von 67,6 Mio. EUR (2022: 52,6 Mio. EUR) für die Geschäftsjahre 2024 bis 2028 angesetzt. Sofern dies rechtlich zulässig ist, werden aktive latente Steuern mit passiven latenten Steuern saldiert. Insgesamt bestehen temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 2,7 Mio. EUR (2022: 1,9 Mio. EUR), für die keine passiven latenten Steuern gebildet wurden, da mit einer Realisierung der temporären Differenzen in absehbarer Zukunft nicht zu rechnen ist. 5. Erläuterungen zur Konzernbilanz 5.1 Immaterielle Vermögenswerte
Der Geschäfts- oder Firmenwert wird für den Werthaltigkeitstests den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) zugeordnet. Aufgrund der erfolgten Reorganisation im Dezember 2023 treten ab dem Geschäftsjahr 2023 die einzelnen Produktionsstandorte an die Stelle der bisherigen drei Geschäftssegmente des Konzerns. Die Reallokation des Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt nach Maßgabe der relativen Werte zum 31. Dezember 2023. Die Produktionsstandorte bilden gleichzeitig die niedrigste Ebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für Managementzwecke überwacht wird.
Der erzielbare Betrag aller CGUs basiert auf ihrem Nutzungswert (Vorjahr CGU SEL beizulegender Zeitwert). Der Nutzungswert wurde auf Basis zukünftiger Cashflows berechnet. Diese sind aus der durch die Geschäftsführung genehmigten Planung 2024-2028 abgeleitet. Die Planung basiert auf der Entwicklung der Umsatzvolumina in den einzelnen Märkten, erwarteten neuen Produkten und Erfahrungswerten. Nach dem Geschäftsjahr 2028 werden für die Entwicklung der Planumsätze und des EBITDA konstante Wachstumsraten angenommen. Der Buchwert der CGU Gronau ist höher als ihr erzielbarer Betrag von 0,6 Mio. EUR, sodass im Jahr 2023 ein Wertminderungsaufwand von 6,1 Mio. EUR in den Abschreibungen erfasst wurde. Davon entfallen 0,1 Mio. EUR auf den Geschäfts- oder Firmenwert und 6,0 Mio. EUR auf Sachanlagen. Die Wertminderung ist auf die im Geschäftsjahr durchgeführte Organisationsänderung, welche folglich zu einer Änderung der CGUs führte, zurückzuführen. Der Buchwert der CGU Bad Aibling ist höher als ihr erzielbarer Betrag von 20,0 Mio. EUR, sodass im Jahr 2023 ein Wertminderungsaufwand von 6,0 Mio. EUR in den Abschreibungen erfasst wurde. Davon entfallen 6,0 Mio. EUR auf den Geschäfts- oder Firmenwert. Die Wertminderung ist auf die im Geschäftsjahr durchgeführte Organisationsänderung, welche folglich zu einer Änderung der CGUs führte, zurückzuführen. Jede ungünstige Veränderung der Annahmen würde zu einer weiteren Wertminderung führen. Demgegenüber würden vorteilhaftere Annahmen zu einer geringeren Wertminderung führen. Bei allen CGUs mit signifikantem Geschäfts- oder Firmenwert übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert deutlich. Damit sich ein Wertminderungsbedarf ergäbe, müssten die wesentlichen Annahmen in einem erheblichen Maße geändert werden, welches die Geschäftsführung als nicht wahrscheinlich einstuft. Folgende grundsätzliche Annahmen liegen der Abzinsung und der Planung zugrunde:
* Durchschnitt der kommenden fünf Jahre
Die nachhaltige Wachstumsrate beträgt einheitlich 1%. Sie übersteigt nicht die im Durchschnitt erwartete langfristige Inflationsrate und wurde zudem für die Ermittlung des Terminal Value verwendet. Im Rahmen des Erwerbs der Aenova Group wurden Kundenstämme aktiviert. Abgesehen vom Kundenstamm "Contract Manufacturing Organisation" sind alle Kundenstämme vollständig abgeschrieben. Die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer des verbliebenen Kundenstammes beträgt 5,4 Jahre (2022: 6,2 Jahre). 5.2 Sachanlagen
Im Geschäftsjahr wurden Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 16,1 Mio. EUR (2022: 3,7 Mio. EUR) erfasst, wovon 9,0 Mio. EUR auf den Standort Wolfratshausen entfallen und 6,0 Mio. EUR auf die Wertminderung einer CGU zurückzuführen sind (vgl. Abschnitt 5.1). Die zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf 2,7 Mio. EUR (2022: 0,0 Mio. EUR) und stehen im Zusammenhang mit der Schließung des Standortes in Wolfratshausen. Der Ansatz erfolgt mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Die Differenz zum Buchwert wurde als Wertminderung erfasst. Für 2024 sind Investitionen in Höhe von 44,8 Mio. EUR (2023: 18,2 Mio. EUR) vertraglich vereinbart. 5.3 Nutzungsrechte
5.4 Vorräte
Die im Jahr 2022 gebildeten Sicherheitsbestände zur Abfederung gestörter Lieferketten konnten im Laufe des Jahres 2023 zum Teil wieder abgebaut werden. Die Wertminderungen auf das Bruttovorratsvermögen, z. B. aufgrund von Gängigkeitsabwertungen oder Qualitätsmängeln, belaufen sich auf 19,0 Mio. EUR (2022: 8,3 Mio. EUR). Davon stehen 5,6 Mio. EUR im Zusammenhang mit der Schließung des Standorts in Wolfratshausen. Im Jahr 2023 wurden Vorräte in Höhe von 327,9 Mio. EUR (2022: 284,2 Mio. EUR) aufwandswirksam verbraucht. 5.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Das durchschnittliche Zahlungsziel der Kunden beträgt 40 Tage (2022: 39 Tage).
Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das geschätzte Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte:
Der Anstieg der erwarteten Kreditverluste ist im Wesentlichen auf die Zunahme der Insolvenzen zurückzuführen. Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der erwarteten Kreditverluste dar:
Die Entwicklung der erwarteten Kreditverluste für Vermögenswerte, welche zum FVOCI bewertet werden, verlief im Jahresverlauf wie folgt:
Sieben deutsche, zwei italienische und zwei schweizerische Produktionsstandorte haben Verträge über ein stilles Factoring abgeschlossen. In den Verträgen ist geregelt, dass bestimmte Teile der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft werden. Weiterhin ist in den Verträgen geregelt, dass das Delkredererisiko auf die Factoringgesellschaften übergeht. Ein bestimmter Teil der verkauften Forderungen wird von den Factoringgesellschaften zur Finanzierung von Erlösschmälerungen einbehalten und somit nicht refinanziert. Dieser Betrag wurde als sonstiger finanzieller Vermögenswert bilanziert. In Deutschland laufen die bestehenden Verträge bei drei Standorten bis Mitte Juni 2024 und können bis Mitte März 2024 beidseitig gekündigt werden. Anderenfalls verlängern sich diese stillschweigend um ein weiteres Jahr. Ein weiterer Produktionsstandort hat aufgrund seiner bevorstehenden Schließung den Factoringvertrag vorzeitig zum 31. Dezember 2023, mit Wirkung ab 01.01.2024, beendet. Bei den weiteren drei Standorten sind die Verträge auf unbestimmte Zeit geschlossen. Es bestehen beidseitige Kündigungsoptionen mit einer Frist von 6 Monaten zum Monatsende. An den italienischen Standorten hat der Vertrag kein Ablaufdatum und kann jederzeit gekündigt werden. An den Standorten in der Schweiz laufen die Verträge bis Ende 2024 bzw. bis Ende Januar 2025 und können mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt werden. Andernfalls verlängern sich diese stillschweigend um ein weiteres Jahr. Die angekauften Forderungen belaufen sich auf 96,4 Mio. EUR (2022: 81,0 Mio. EUR). 5.6 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Zur Entwicklung der Derivate wird auf Abschnitt 6.2 verwiesen.
5.7 Sonstige Vermögenswerte
Langfristige Ertragsteueransprüche umfassen den erwarteten Rückerstattungsbetrag entsprechend dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Rumänien. Ungeplant waren in 2022 an rumänische Steuerbehörden Ertragssteuern zu entrichten. Gegen diese zu einer Doppelbesteuerung führenden Maßnahme ist ein nationalstaatliches Rechtsmittelverfahren in Rumänien anhängig. Es ist davon auszugehen, dass die genannten Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden und die Summe zurückfließen wird. Übrige sonstige Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen 2,9 Mio. EUR Planvermögen aus leistungsorientierten Pensionsplänen.
Die Erhöhung der übrigen sonstigen Vermögenswerte ist auf eine Zunahme bei den Rechnungsabgrenzungsposten zurückzuführen. 5.8 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom unmittelbaren Zahlungsmittelbedarf zwischen einem Tag und drei Monaten betragen. 5.9 Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der Apollo 5 GmbH beträgt zum Bilanzstichtag 25 TEUR und wird komplett von der Apollo 8 GmbH gehalten. Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2023 vollständig einbezahlt. Es besteht aus einem Anteil mit einem Nennwert von 25 TEUR. Die Kapitalrücklagen enthalten Rücklagen aus anteilsbasierten Vergütungen. Für weitere Ausführungen hierzu wird auf Abschnitt 6.5 verwiesen. Die sonstigen Bestandteile des Eigenkapitals umfassen:
Für eine detaillierte Darstellung der Entwicklung wird auf den Konzerneigenkapitalspiegel verwiesen. 5.10 Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen für Leistungszusagen Der Konzern verfügt über unterschiedliche Leistungszusagen in diversen Konzerngesellschaften, die verschiedenste Regelungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses umfassen. Leistungsbegünstigte dieser Zusagen sind im Wesentlichen Arbeitnehmer bzw. deren Hinterbliebene in Deutschland, in der Schweiz und in Irland. Die Leistungspläne umfassen 2.103 (2022: 2.103) Anspruchsberechtigte, davon 1.149 (2022: 1.242) aktive Mitarbeiter, 605 (2022: 520) ehemalige Mitarbeiter mit unverfallbaren Ansprüchen sowie 349 (2022: 341) Pensionäre und Hinterbliebene. Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestandes auf den Endbestand für die Nettoverpflichtung aus Leistungszusagen und deren Bestandteile:
In Deutschland existieren verschiedene leistungsorientierte Versorgungspläne. Ein leistungsorientierter Versorgungsplan gewährt den Berechtigten mit Erreichen des 65. Lebensjahres in Abhängigkeit der rentenfähigen Dienstjahre einen bestimmten Prozentsatz des letzten Gehalts bei Eintritt des Versorgungsfalles. Aus einem weiteren leistungsorientierten Versorgungsplan stehen den Berechtigten mit Erreichen des 65. Lebensjahres Leistungen zu, deren Höhe von der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängt. In Form von Direktzusagen stehen den berechtigten Mitarbeitern im Rahmen einer Entgeltumwandlung mit Vollendung des 65. Lebensjahres Versorgungsleistungen zu. Den regulatorischen Rahmen bildet in Deutschland das Betriebsrentengesetz. Demzufolge orientiert sich die Rentenanpassungsverpflichtung für Pensionszusagen an der aktuellen Inflation, soweit die Zusage keine festgeschriebene jährliche Anpassung vorsieht. In der Schweiz existieren verschiedene beitragsorientierte Versorgungspläne unter Berücksichtigung einer Garantieverzinsung, die sowohl gesetzlich vorgeschriebene als auch freiwillige Leistungen im Versorgungsfall vorsehen. Die jährlichen Beiträge werden auf Basis des Gehalts ermittelt und an eine Sammelstiftung geleistet. Die Zahlungen sind durch eine Versicherung rückversichert, die das Ausfallrisiko trägt. In dem Fall, dass der Versicherungsvertrag durch die Vorsorgeeinrichtung oder die Versicherung gekündigt wird, muss der Arbeitgeber ggf. Sanierungsbeiträge leisten. Hieraus folgend werden im Konzern die Pläne als leistungsorientierte Zusagen klassifiziert. Zum Zeitpunkt des Renteneintritts werden die aufgelaufenen Beiträge inklusive der Rendite mittels Umwandlungsfaktoren in eine Rente umgewandelt, die an den Versorgungsberechtigten ausgezahlt wird. Ein Teil oder die gesamte Leistung können durch den Versicherten auch in Form einer Kapitalauszahlung bezogen werden. Der Stiftungsrat der Sammelstiftung, der sich paritätisch aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzt, überprüft die Steuerung und Verwaltung der Pensionspläne, welche in der Sammelstiftung organisiert sind. Den regulatorischen Rahmen in der Schweiz bildet das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Die leistungsorientierten Versorgungspläne in Irland sind für Neueintritte geschlossen. Die Leistung bei Rentenbeginn, die in Form einer Rente ausgezahlt werden, ist endgehalts- und dienstzeitabhängig. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bildet das Pensionsgesetz ("Pensions Act"). Die Versorgungspläne unterliegen einer Mindestdotierung, die durch die Pensionsaufsichtsbehörde vorgegeben und überwacht wird. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Verpflichtung aus Leistungszusagen beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 11 Jahre (i. Vj. 10 Jahre). Zum 31. Dezember 2023 beziehen sich 30,6 Mio. EUR (2022: 29,6 Mio. EUR) des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die nicht über Planvermögen finanziert werden und 73,6 Mio. EUR (2022: 64,4 Mio. EUR) des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die ganz oder teilweise aus Planvermögen finanziert werden. Das von der Sammelstiftung gehaltene Planvermögen in der Schweiz besteht ausschließlich aus Guthaben aus Versicherungsverträgen bei einer Lebensversicherungsgesellschaft. Das Planvermögen in Irland wird von einem Pension Trust, der rechtlich unabhängig ist, verwaltet und ist hauptsächlich in Aktien und Anleihen investiert. Das Planvermögen in Deutschland besteht aus Rückdeckungsversicherungen, die zur Absicherung der Zusagen abgeschlossen wurden, sowie aus Vermögen, welches in einen Pensionsfonds eingezahlt wurde. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens setzt sich aus den folgenden Kategorien zusammen:
Für sämtliche Eigen- und Fremdkapitalinstrumente sowie die sonstigen Vermögenswerte bestehen Marktpreisnotierungen an aktiven Märkten. Die erwarteten Arbeitgeberbeiträge für 2024 belaufen sich auf voraussichtlich 3,4 Mio. EUR. Der pro Land gewichtete Durchschnitt der zugrundeliegenden versicherungsmathematischen Annahmen lässt sich wie folgt darstellen:
Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden in Deutschland die Heubeck-Richttafeln 2018 G, in der Schweiz die BVG2020 GT und in Irland die ILT15 verwendet. Ein Anstieg bzw. Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen um 0,25 Prozentpunkte hätte auf den Barwert der Pensionsverpflichtungen zum Bilanzstichtag folgende prozentuale Auswirkungen:
Bei einem Anstieg der Lebenserwartung um 1 Jahr würde sich die Verpflichtung aus Leistungszusagen um 2,0% (2022: 1,9%) erhöhen, bei einem Rückgang der Lebenserwartung um 1 Jahr würde sich die Verpflichtung um -2,0% (2022: -1,9%) verringern. Die Sensitivitätsanalysen basieren auf der Veränderung einer versicherungsmathematischen Annahme während alle anderen Annahmen konstant bleiben. Die Sensitivitäten wurden in gleicher Weise ermittelt wie die DBO zum 31. Dezember 2023. Ändern sich mehrere Annahmen gleichzeitig, so muss der sich daraus ergebende Effekt nicht zwangsläufig der Summe der Einzeleffekte entsprechen. Die Effekte der einzelnen Annahmeänderungen sind nicht linear. Rückstellungen für Zusatzansprüche Altersversorgung Italien Unter den Rückstellungen für Zusatzansprüche Altersversorgung Italien sind Rückstellungen im Zusammenhang mit dem "Trattamento di fine rapporto" bei den zwei Gesellschaften in Italien enthalten. Es handelt sich um eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen in Italien, nach der den Mitarbeitern bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Abfindung zusteht. Rückstellungen für Dienstjubiläen und Sabbaticals Arbeitnehmer einzelner Tochterunternehmen in der Schweiz und in Deutschland haben Anspruch auf Jubiläumsgelder und Sabbaticals. Die Rückstellungen wurden in Einklang mit IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren berechnet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die gleichen Sterbetafeln wie für die Pensionszusagen verwendet. Der anzuwendende gewichtete Diskontierungssatz betrug in 2023 3,0% (2022: 3,0%). 5.11 Sonstige Rückstellungen
Sämtliche Rückstellungen beruhen unter anderem auf Ermessensspielräumen, Annahmen, Vergangenheitserfahrungen und Schätzungen, die gewissen Unsicherheiten (in Bezug auf Höhe und Zeitpunkt der Inanspruchnahme) unterliegen. Die Bewertung und Bilanzierung der einzelnen Rückstellungen werden entsprechend der Einschätzungen der Geschäftsführung aufgrund von Vergangenheitserfahrungen vorgenommen. Gewährleistungen Die Berechnung der Rückstellung erfolgt sowohl auf Basis historischer Erfahrungswerte als auch auf Basis von Erwartungen bzgl. der zukünftigen Ausfälle der verkauften Produkte innerhalb der Gewährleistungsfrist. Die Rückstellungen für Gewährleistungen beziehen sich im Wesentlichen auf Produkte, die in den Geschäftsjahren 2022 und vor allem im Jahr 2023 verkauft wurden. Der Konzern erwartet, den überwiegenden Teil der Rückstellungen im Jahr 2024 in Anspruch zu nehmen. Rechtsstreitigkeiten Der Konzern erwartet den überwiegenden Teil der Rückstellungen, welche im Zusammenhang mit der Schließung des Standortes in Wolfratshausen stehen, erst nach 2024 in Anspruch zu nehmen. Restrukturierung Die Restrukturierungsrückstellungen betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für Aufhebungsverträge und Abfindungen. Die wesentlichen Auszahlungen, die im Rahmen von Einzelvereinbarungen bestimmt wurden, sollen im Jahr 2024 zur Auszahlung kommen. Übrige sonstige Rückstellungen Die übrigen sonstigen Rückstellungen betreffen neben Rückbauverpflichtungen und Kundenboni diverse Sachverhalte mit geringem Wert. 5.12 Finanzielle Verbindlichkeiten
Das "First Lien" Darlehen verfügt zum Stichtag über einen Nominalbetrag von 565,0 Mio. EUR bei einem Basiszins von 4,5% plus EURIBOR (1, 2, 3 oder 6 Monate). Falls der EURIBOR 0,0% unterschreitet, werden 0,0% angesetzt. Die Abweichung zwischen den Nominalbeträgen und den Buchwerten resultiert aus der Anwendung der Effektivzinsmethode gemäß IFRS 9. Die Kreditlinie des revolvierenden Darlehens beträgt 50,0 Mio. EUR. Zum 31. Dezember 2023 wurde diese nur in Form von Bürgschaften in Höhe von 0,2 Mio. EUR (2022: 0,2 Mio. EUR) in Anspruch genommen. Zur Besicherung der Ansprüche der Banken sind bestimmte Geschäftsanteile verpfändet und Garantien abgegeben worden. 5.13 Sonstige Verbindlichkeiten
Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Zuwendungen der öffentlichen Hand zu Investitionsprojekten.
6. Weitere Erläuterungen 6.1 Zusätzliche Erläuterungen zu Leasingverhältnissen Der Konzern mietet Grundstücke und Gebäude, Produktionsanlagen und sonstige Maschinen, Kraftfahrzeuge sowie Büro- und Geschäftsausstattung. Die Laufzeit der Leasingvereinbarungen in der Anlageklasse Grundstücke und Gebäude beträgt typischerweise bis zu zwanzig Jahre. Der Konzern hat keine Kaufoption auf Grundstücke und Gebäude vereinbart und es findet auch kein automatischer Eigentumsübergang statt. Aenova mietet Gebäude sowohl für Administrations- als auch Produktionszwecke. Manche Leasingvereinbarungen sehen zusätzliche Mietzahlungen auf Basis der Veränderung lokaler Preisindizes vor. Leasingvereinbarungen für Produktionsanlagen haben in der Regel eine vertragliche Laufzeit zwischen einem Jahr und zehn Jahren. Darüber hinaus mietet der Konzern IT-Ausstattung mit vertraglichen Laufzeiten bis zu fünf Jahren. Ein Teil dieser Leasingvereinbarungen ist entweder kurzfristig oder ihnen liegen Gegenstände von geringem Wert zugrunde. Für kurzfristige oder geringwertige Leasingvereinbarungen wurden weder Nutzungsrechte noch Leasingverbindlichkeiten erfasst. Einige Leasingverhältnisse enthalten Verlängerungsoptionen, die während der unkündbaren Vertragslaufzeit ausübbar sind. Der Konzern prüft beim Abschluss neuer Verträge die Aufnahme von Verlängerungsoptionen, um operative Flexibilität zu gewährleisten. Am Bereitstellungsdatum erfolgt eine Beurteilung, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist. Bei Produktionsanlagen und -gebäuden mit Kündigungsoptionen von drei oder sechs Monaten geht Aenova von einer Leasinglaufzeit aus, die von der langfristigen Planung abhängt und berücksichtigt, ob die Ausübung einer Option zur Verlängerung des Leasingvertrags mit ausreichender Sicherheit möglich ist. Bei Leasingeinrichtungen, welche für administrative Zwecke genutzt werden (z. B. Gebäude oder gemietete Wohnungen), nimmt Aenova eine unkündbare Leasinglaufzeit von drei oder sechs Monaten an. Demzufolge werden solche Leasingverträge als kurzfristige Leasingverträge behandelt und Aenova erfasst weder Nutzungsrechte, noch Leasingverbindlichkeiten. Der Konzern bestimmt am Ende jedes Geschäftsjahres erneut, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist, falls ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen, welche innerhalb der Kontrolle von Aenova liegt, eintritt. Am Ende der Berichtsperiode ist die Aenova Leasingverhältnisse eingegangen, welche erst im Jahr 2024 zu bilanzieren sind. Der initiale Wert der Brutto-Leasingverbindlichkeiten aus diesen Verträgen beträgt 8,9 Mio. EUR (2022: 25,3 Mio. EUR). Der Konzern verleast einige gewerblich genutzte Immobilien unter. Aus Leasinggebersicht werden sämtliche Leasingverhältnisse als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft. Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht diskontierten Leasingzahlungen.
6.2 Zusätzliche Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
Das Ergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, enthält im Wesentlichen Zinsaufwendungen für Bankdarlehen in Höhe von -44,1 Mio. EUR (2022: -27,3 Mio. EUR) sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Bankdarlehen, die mittels der Effektivzinsmethode bewertet werden, in Höhe von -7,5 Mio. EUR (2022: -7,5 Mio. EUR). Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten:
Die Bewertungseffekte resultieren aus der Anwendung der Effektivzinsmethode. Die folgende Tabelle stellt den Buchwert und beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der in den einzelnen Bilanzposten enthaltenen Finanzinstrumente nach Klassen sowie nach Bewertungskategorien dar:
Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der übrigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird für diese Posten angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Finanzinstrumente werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt. Zur Diskontierung werden marktübliche, auf die entsprechenden Laufzeiten bezogene Zinssätze verwendet. Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (FVOCI) sowie Forderungen gegen Factoringgesellschaften wird davon ausgegangen, dass der beizulegende Zeitwert dem Nominalwert entspricht. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der Konzern so weit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Fair Value-Hierarchie eingeordnet:
Soweit erforderlich wird eine Umgliederung zwischen den einzelnen Stufen am Ende der Berichtsperiode vorgenommen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Umgliederungen vorgenommen. Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestands auf den Endbestand für beizulegende Zeitwerte der Stufe 3:
Bei der Finanzierungsvereinbarung des First Lien und den darin eingebetteten Derivaten handelt es sich um ein zusammengesetztes Finanzinstrument mit mehreren eingebetteten Optionen. Letztere sind dabei als trennungspflichtige Derivate mit einem Buchwert von insgesamt 8,5 Mio. EUR (2022: 4,3 Mio. EUR) dem beizulegenden Zeitwert Stufe 3 zuzuordnen. Die durch Aenova jederzeit ausübbaren Optionen ermöglichen einerseits die vorzeitige Tilgung der Darlehensverbindlichkeiten zu festgelegten Ausübungspreisen und sehen andererseits einen Zinsfloor von 0,0% vor. Diese eingebetteten Optionen werden bilanziell als ein Derivat angesehen. Für die eingebetteten Optionen sind am Abschlussstichtag keine beobachtbaren Marktpreise verfügbar. Diese Optionen werden mithilfe eines Hull-White-Modells bewertet. Dabei werden als wesentliche Inputfaktoren EUR-Swap-Zinssätze sowie Credit-Default-Swap-Sätze vergleichbarer Unternehmen vom Stichtag und historische Credit-Default-Swap-Volatilitäten verwendet. Zum aktuellen Abschlussstichtag wurden Zinssätze in Höhe von 3,9% (2022: 2,8%), Credit-Default-Swap-Sätze in Höhe von 429 Basispunkten (2022: 510 Basispunkte) sowie Credit-Default-Swap-Volatilitäten in Höhe von 1,7% (2022: 1,1%) verwendet. Die verwendeten Werte stellen nach unserer Einschätzung den jeweils besten Schätzwert dar. Wären für die Zinssätze, die Credit-Default-Swap-Sätze und Credit-Default-Swap-Volatilitäten andere Werte verwendet worden, hätten sich andere beizulegende Zeitwerte errechnet. Diese hypothetischen Abweichungen (Sensitivitäten) sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. In der Berichtsperiode wurde für die am Abschlussstichtag im Bestand befindlichen Optionen im Rahmen der Stufe 3-Bewertung im Finanzergebnis ein Nettoertrag von 4,2 Mio. EUR (2022: Nettoaufwand von -5,8 Mio. EUR) erfasst. Zur Entwicklung der Buchwerte in der Berichtsperiode wird auf die obenstehende Tabelle verwiesen. Die im Berichtszeitraum erfolgswirksam erfassten Wertänderungen waren im Wesentlichen auf Bewegungen der Credit-Default-Swap-Sätze zurückzuführen. Die nachstehende Tabelle zeigt die Ergebnisse einer Sensitivitätsanalyse für die Buchwerte des eingebetteten Derivats (Kündigungsrechts zur Finanzierungsvereinbarung First Lien), die der Stufe 3 zugeordnet sind, in Abhängigkeit der nicht beobachtbaren Eingangsparameter:
6.3 Eventualverbindlichkeiten Zum 31. Dezember 2023 bestehen bei Aenova Haftungsrisiken aus Avalen in Höhe von 2,0 Mio. EUR (in 2022: 2,0 Mio. EUR). Eine Inanspruchnahme wird als möglich, jedoch nicht wahrscheinlich erachtet, weshalb kein Ansatz als Rückstellung erfolgt. Schätzungen über die voraussichtliche Höhe oder den Zeitpunkt der Inanspruchnahme sind nicht möglich. Es besteht ein latentes Risiko, dass nicht alle in der Vergangenheit erdienten Verpflichtungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfasst sind. Eine ausreichend verlässliche Abschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Höhe der eventuell bestehenden Verpflichtungen ist nicht möglich. Im Zusammenhang mit der Schließung des Standorts in Wolfratshausen wurden die von Kunden geltend gemachten Ansprüche bewertet und zurückgestellt. Aufgrund der laufenden Verhandlungen besteht ein Risiko, dass je nach Ausgang der Verhandlungen nicht alle Ansprüche von den gebildeten Rückstellungen gedeckt sind. 6.4 Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen Nahestehende Unternehmen und Personen sind gemäß IAS 24 solche, die direkt oder indirekt Beherrschung auf das Unternehmen ausüben oder die Möglichkeit haben, wesentlichen Einfluss auf das Unternehmen auszuüben. Muttergesellschaft und oberstes Mutterunternehmen Zum Stichtag bestehen gegenüber den Muttergesellschaften bzw. dem obersten Mutterunternehmen Darlehensforderungen in Höhe von 1,5 Mio. EUR (2022: 1,0 Mio. EUR). Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen des Unternehmens Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der Apollo 5 GmbH stellen gemäß IAS 24 als Mitglieder der obersten Führungs- und Überwachungsebene der Aenova Group nahestehende Personen dar. Infolge der Änderung der Organisationstruktur gehören die weiteren Mitglieder des Executive Leadership Teams (ELT) ab Juni 2023 ebenfalls zum Management in Schlüsselpositionen. Die gesamte Vergütung für die Geschäftsführung und das weitere ELT in Höhe von 3,8 Mio. EUR (2022: 1,9 Mio. EUR) bezieht sich auf fixe und variable kurzfristig fällige Leistungen. Davon entfallen 0,1 Mio. EUR auf Aufwendungen für Altersversorgung (2022: 0,1 Mio. EUR). Die Bezüge der bei Aenova beschäftigten Arbeitnehmer-Vertreter des Aufsichtsrats betragen im Geschäftsjahr 2023 0,4 Mio. EUR (2022: 0,4 Mio. EUR). Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats belief sich im Jahr 2023 auf 0,1 Mio. EUR (2022: 0,1 Mio. EUR). Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen sind nahe Verwandte der Personen in Schlüsselpositionen und Unternehmen, welche von nahestehenden Unternehmen und Personen beherrscht werden oder auf diese einen maßgeblichen Einfluss ausüben. Aenova verkaufte im Geschäftsjahr 2023 Güter und Dienstleistungen in Höhe von 0,0 Mio. EUR (2022: 2,9 Mio. EUR) an bzw. erwarb Güter und Dienstleistungen in Höhe von 1,6 Mio. EUR (2022: 6,2 Mio. EUR) von sonstigen nahestehenden Unternehmen. Zum Stichtag bestehen gegenüber dem Kreis der sonstigen nahestehenden Unternehmen offene Forderungen in Höhe von 0,3 Mio. EUR (2022: 0,9 Mio. EUR) bzw. offene Verbindlichkeiten in Höhe von 0,0 Mio. EUR (2022: 1,1 Mio. EUR). 6.5 Anteilsbasierte Vergütungen Die Geschäftsführer und ausgewählte Führungskräfte der Aenova Group halten über zwei Management KGs Anteile an der Apollo 11 S.à r.l. Bei den Managementbeteiligungsprogrammen handelt es sich um ein im Jahr 2014 aufgelegtes Programm (altes MEP) und eines aus 2020 (neues MEP). Die Management KGs sind an der Apollo 11 S.à r.l. beteiligt, die wiederum sämtliche Anteile an der Aenova Group hält. Die Anteile werden von der Apollo Warehouse S.à r.l. bzw. der Apollo Warehouse 2 S.à r.l. als erfüllende Gesellschaften gewährt. Die Apollo 11 S.à r.l. und die Aenova Group stehen unter gemeinsamer Beherrschung, da derjenige, der die Apollo 11 beherrscht, auch die Apollo 5 GmbH beherrscht. Die erfüllenden Gesellschaften Apollo Warehouse S.à r.l. und Apollo Warehouse 2 S.à r.l. sind über die KG-Anteile Gesellschafter an der Apollo 11 S.à r.l. Damit liegen aus Sicht der empfangenden Gesellschaft die Managementbeteiligungsprogramme im Anwendungsbereich des IFRS 2. Es handelt sich um anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten, da die Unternehmen den Managern Anteile zu einem vereinbarten Preis gewähren. Bewertet werden diese Transaktionen mit dem Fair Value zum Gewährungszeitpunkt. Da die empfangende Gesellschaft (Apollo 5 GmbH) keine Verpflichtung zur Erfüllung hat, ist die Vergütung als "equity-settled" in der Kapitalrücklage als Einlage von Gesellschaftern bilanziert. Für den Fall des Ausscheidens eines Beteiligten aus der Aenova Group existieren sogenannte "Leaver"- Bedingungen. In welcher Form diese anzuwenden sind, hängt von der Art des Austritts ab. Diese Bedingungen bestimmen den vertraglich vereinbarten Rückkaufpreis der Anteile. Der Preis wird nach diesen Mechanismen in einer Bandbreite zwischen dem ursprünglich eingezahlten Kapital und dem Marktwert der rückzukaufenden Anteile bestimmt. Da sich der Kaufpreis der Anteile für das neue MEP vom Fair Value der Anteile zum Ausgabezeitpunkt ableitet, wurde den Empfängern kein Vorteil gewährt. Der Fair Value zum Gewährungszeitpunkt (grant date fair value - GDFV) beträgt damit Null. Für das alte MEP wird grundsätzlich ein Exit Bonus gewährt, wenn die Höhe des Exit-Erlöses einen vereinbarten Mindest-Schwellenwert übersteigt. Der Exit kann entweder über einen Börsengang oder eine Veräußerung der Aenova Group stattfinden. Die Höhe der Vergütung ist abhängig von der Höhe des Exit-Erlöses abzüglich damit verbundener Kosten sowie der Höhe der Beteiligung des jeweiligen Bezugsberechtigten. Der Fair Value wurde unter Einbezug verschiedener Annahmen anhand eines Optionspreismodells bewertet. Bei vorzeitigem Ausscheiden eines Mitarbeiters finden spezifische Exit-Klauseln Anwendung. Darin werden die Kriterien für die Bildung eines Anspruchs und die Höhe des Exit-Bonus festgelegt. Die Anwartschaftsdauer (vesting period) des Managementprogramms beträgt 4 Jahre. Die Bewertung der Vorteilsgewährung wurde anhand von Unternehmensbewertungen der Aenova Group vorgenommen, deren Basis die von der Geschäftsführung verabschiedete Unternehmensplanung war. Die Bewertung des Exit Bonus wurde anhand einer Monte Carlo Simulation vorgenommen. Anfang 2018 wurde das alte MEP modifiziert, indem die Multiplikatoren, die den Schwellenwert sowie die Höhe des Exit Bonus bestimmen, gesenkt wurden. Dadurch hat sich der Fair Value der Anteile erhöht. Alle Anteile am alten MEP waren zum 31. Dezember 2018 vollständig erdient. Im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms im Geschäftsjahr 2020 wurde den Teilnehmern am bereits bestehenden Programm die Möglichkeit geboten, ihre Beteiligung und noch bestehende Bonusansprüche zu verkaufen. Davon wurde teilweise Gebrauch gemacht. Diejenigen, die das Angebot angenommen haben, erhielten entsprechende Auszahlungen von der Apollo 11 S.à r.l. Im Geschäftsjahr 2023 haben fünf Beteiligte das neue MEP verlassen. Es gab vier Zugänge zum neuen MEP. Daraus ergaben sich keine bilanziellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. 6.6 Honorare der Abschlussprüfer
6.7 Nachtragsbericht Im Zeitraum vom 31. Dezember 2023 bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses sind keine Ereignisse eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf den vorliegenden Abschluss haben.
Starnberg, 28. März 2024 Apollo 5 GmbH Jan Kengelbach, Geschäftsführer Konzernlagebericht für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023Grundlagen des Konzerns Wirtschaftsbericht Chancen- und Risikobericht Prognosebericht Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen (Mio. EUR, %, usw.) auftreten. 1. Grundlagen des Konzerns Der Aenova-Konzern (im Folgenden bezeichnet als "Aenova" oder "Aenova Group") besteht aus der Muttergesellschaft Apollo 5 GmbH mit Sitz in Starnberg sowie 22 Tochterunternehmen. Aenova ist zum Ende des Geschäftsjahres mit insgesamt 14 Produktionsstandorten in sechs Ländern aktiv. Vertreten ist die Gruppe in sechs europäischen Ländern und den USA. Die Unternehmensgruppe beschäftigt unverändert ca. 4.100 Mitarbeiter (Vorjahr ca. 4.100 Mitarbeiter). Der vorliegende Konzernabschluss umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023. Im März 2023 wurde beschlossen, im Zuge einer strategischen Neuausrichtung den Standort Wolfratshausen zu schließen. Ein Teil des Produktportfolios wird zur Optimierung des Produktionsnetzwerkes der Aenova an andere Produktionsstandorte transferiert. 1.1 Geschäftsmodell des Konzerns Die Aenova Group ist einer der weltweit führenden pharmazeutischen Auftragshersteller für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Wertschöpfungskette der Entwicklung und Herstellung aller gängigen Darreichungsformen und Produktgruppen. Dazu zählen unter anderem
Die verarbeiteten Wirkstoffe reichen von gängigen generischen Stoffen wie z. B. Paracetamol und Ibuprofen bis hin zu speziellen hochpotenten Aktivsubstanzen wie Hormonen und Zytostatika. Aenova ist ein B2B (business to business) Dienstleister mit jahrzehntelanger Erfahrung und Kompetenz im Pharma- und Healthcare-Bereich. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot wird von Originatoren (Entwicklern patentgeschützter Produkte), Generikafirmen sowie Anbietern von Nahrungsergänzungsmitteln und tiermedizinischen Produkten genutzt. Die Kernaktivitäten der Unternehmensgruppe entlang der Wertschöpfungskette sind:
1.2 Ziele und Strategien Der globale Gesundheitsmarkt wird in den kommenden Jahren weiter stabil wachsen - mit Wachstumsraten bei verschreibungspflichtigen Medikamenten über 4%. 1 Gründe für dieses Wachstum sind unter anderem die fortwährende Innovation in der pharmazeutischen Forschung, welche zur Erschließung von bisher unbehandelbaren Erkrankungen führt, der demographische Wandel, ein steigendes Gesundheitsbewusstsein sowie der wachsende Wohlstand sowohl in den Industriestaaten als auch in den Schwellenländern. 2 3 Darüber hinaus ist zu erwarten, dass sich der Outsourcing-Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird, verbunden mit einer weiteren Konsolidierung von Produktionskapazitäten. 4 5 Auftragshersteller bauen ihre technologischen Fähigkeiten weiter aus, um die sich ändernden Ansprüche ihrer Kunden zur Entwicklung neuer Medikamente ideal zu bedienen 6 7. Aenova wird als CDMO (contract development and manufacturing organization), also als Dienstleister für Entwicklung und Fertigung von pharmazeutischen und Consumer-Healthcare (CHC) Produkten, von diesem Umfeld profitieren. Im Rahmen der Unternehmensstrategie steht neben der Produktqualität insbesondere eine hohe Kundenzufriedenheit durch marktkonforme Lieferzeiten und hohe Lieferzuverlässigkeit im Fokus. Als Unternehmen mit starkem europäischen Herstellungsnetzwerk, das die gesamte Bandbreite von Darreichungsformen abdeckt, kann Aenova auch von der Rückführung (Reshoring) 8 pharmazeutischer Herstellung aus asiatischen Ländern nach Europa und Nordamerika profitieren, die zur Vereinfachung globaler Wertschöpfungsketten sowie zur Absicherung der Lieferketten beiträgt. 9
1 Statista, Prescription Drugs (Pharmacies) -
Worldwide, Januar 2024
Fünf Punkte bilden das Werteversprechen der Aenova Group:
Die Strategie der Aenova umfasst zwei zentrale Säulen, die darauf abzielen, die aktuelle Position zu stärken und langfristige Wachstumstreiber aufzubauen. In Bezug auf die erste Säule konzentriert sich die Gruppe auf einen intensiven Kundenfokus, die Optimierung von Kapazität und Flexibilität sowie die Erreichung operativer Exzellenz. Kurze Lieferzeiten von 4-6 Monaten werden angestrebt, sowie klare Ziele für On Time Delivery (OTD) über 90,0%. Die Verfolgung makelloser Qualität und eine nachweisliche Effizienzsteigerung durch kontinuierliche Verbesserungen und Kostenoptimierung sind ebenfalls zentrale Elemente (incl. Steigerung der OEE 10 auf 50,0%). Dies lässt sich unter dem Ziel, in allen Standorten kontinuierlich besser als die Konkurrenz zu performen, zusammenfassen und insgesamt das Wachstum im bestehenden Kundenstamm fördern, die relative Preisgestaltungsmacht erhöhen und maximale Versorgungssicherheit für Patienten gewährleisten. Die zweite Säule konzentriert sich auf den Aufbau langfristiger Wachstumstreiber. Dies beinhaltet die Herstellung von mehr innovativen, komplexeren, patentgeschützten und damit höhermargigen Produkten inklusive großer Moleküle und das Schließen von Dosierungsformlücken. Im Fokus steht die Expansion mit fünf Plattformen: Abfüllung steriler Liquida in Latina, Herstellung von high potent Medikamenten auf Basis hochwirksamer wirksamer Wirkstoffe in Regensburg, Abfüllung niedrig dosierter Tabletten und Kapseln in Münster sowie die beiden großvolumigen Plattformen zur Herstellung von Weichkapseln (Cornu) und Solida (Tittmoning). Durch den Ausbau der Entwicklungskompetenz sowie der Unterstützung bei klinischen Studien strebt Aenova an, die aktuelle Pipeline an neuen Medikamenten zu stärken. Das Ziel ist neue profitable Wachstumsfeder zu erschließen. Pharma: Originatoren und Generika, OTC Aenova unterstützt seine Kunden bei der Entwicklung und Herstellung von Produkten, sowohl im Bereich von Originatoren- als auch bei Generika-Produkten, ob verschreibungspflichtig oder Over-The-Counter (OTC).
10 Overall Equipment Effectiveness (OEE):
Gesamtanlageneffektivität.
Die forschenden Pharmaunternehmen fokussieren sich zunehmend auf ihre Kernkompetenzen der innovativen Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Die Produktion wird, insbesondere nach Ablauf der Patente, von den forschenden Pharmaunternehmen immer weniger als strategische Kernkompetenz angesehen. Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung sogenannter virtueller Pharmafirmen, inklusive Biotech-Startups, die sich ausschließlich auf die Entdeckung und Entwicklung neuer Medikamente konzentrieren, die Herstellung aber externen Partnern überlassen. Bereits heute werden mehr neu zugelassene Medikamente durch virtuelle Pharmafirmen Biotechs entwickelt als durch die führenden Pharmafirmen. Diese Trends werden sich voraussichtlich in der Zukunft weiter verstärken. 11 12 Aenova ist hier ein kompetenter Partner, vor allem weil auch die großen Pharmaunternehmen zunehmend Herstellungskosten in den Fokus nehmen. Mit steigendem Kostendruck kommen Outsourcing-Maßnahmen an CDMOs immer häufiger zum Tragen. Mit der wachsenden Komplexität von Darreichungsformen steigt der Bedarf an komplexen Herstellungsdienstleistungen. Sowohl im Bereich der Entwicklung als auch in Bezug auf die technischen Möglichkeiten wurde das Angebot der Gruppe in 2024 ausgebaut, um die Position des Unternehmens weiter zu stärken. Generell zeichnet sich auch die Generika-Industrie weiterhin durch stabile Volumina aus, aber auch durch höhere Preissensitivität insbesondere im Commodity Segment. Große Unternehmen werden große Teile ihrer Fertigung in diesem Segment outsourcen und die eigene Wertschöpfung auf stärker differenzierbare Produkte und Dienstleistungen konzentrieren. Das Ziel der Aenova, in diesem Segment zu wachsen, wird u. a. erreicht durch:
CHC Dieses Segment umfasst den Bereich der pharmazeutischen, nicht verschreibungspflichtigen Medikamente. CHC-Produkte werden in vielen Aenova-Werken nach Pharmastandard produziert. Ein Subsegment ist der Bereich Nahrungsergänzungsmittel, der seitens Aenova vor allem mit Weichgelatinekapseln aus Cornu, Rumänien, bedient wird. Aus Cornu kann Aenova seinen Kunden eine sehr breite Produktpalette an Kapselgrößen und Nahttechnologien sowie große Erfahrung bei der Wirkstoffverarbeitung anbieten. Mit dem wettbewerbsfähigen Full-Service Angebot im Bereich Weich- und Vegagelkapseln inklusive Coating und Verpackung hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 weiteres Wachstum generiert. Aenova plant in diesem Geschäft weiter zu wachsen. Hierbei wird sich die Gruppe weiterhin auf hochwertige VMS (Vitamines, Minerals, Supplements) wie z. B. spezielle Naturextrakte fokussieren. Tiergesundheit In diesem Segment plant Aenova die marktführende Position bei Antibiotika zu verteidigen und weiter auszubauen. Große globale Veterinärunternehmen haben ihren Fokus auf Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Sales gelegt. Aenova setzt hier auf langjährige Partnerschaften und plant gerade bei den größten Anbietern in diesem Segment weiter zu wachsen. Vor allem in Europa ergänzen kleinere, regionale Unternehmen das Kundenspektrum.
11 vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen,
Biopharmazeutika: Eine Erfolgsgeschichte in Zahlen, Mai
2023;
https://fastercapital.com/de/inhalt/Revolutionaere-Arzneimittelforschung--Der-Einfluss-von-Biotech-Startups.html;
Dezember 2023;
1.3 Forschung und Entwicklung Aenova erbringt im Kundenauftrag Entwicklungsdienstleistungen für verschiedene Darreichungsformen pharmazeutischer Produkte. Die Entwicklungsdienstleistungen umfassen alle Bereiche der Produktentwicklung, d.h. Formulierungs- und Prozessentwicklung, analytische Methodenentwicklung und Zulassung von Arzneimitteln. Aenova deckt mit der Entwicklung von Weichgelatinekapseln, festen Darreichungsformen (inkl. hochpotenter APIs und Hormone) sowie halbfesten und flüssigen Darreichungsformen (inkl. steriler Injektabilia) ein breites Portfolio ab. Die Gruppe betreibt jedoch keine eigenen Forschungsaktivitäten zur Identifikation oder zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe. Entwicklungsdienstleistungen sind ein wesentlicher Baustein der Wertschöpfungskette des Unternehmens. Langjährige Erfahrung und das große Technologiespektrum des Aenova Netzwerks tragen zu dem Angebot im Bereich der pharmazeutischen Entwicklung und Lohnherstellung bei. Die Zusammenarbeit mit Kunden schon während der Entwicklung und die Begleitung ihrer Projekte von der Unterstützung klinischer Studien (Clinical Trial Supply Management) über Validierung, Registrierung und Markteinführung ist die Basis für eine lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dabei bietet Aenova in der klinischen Entwicklung einen ganzheitlichen Service, der von der Erstellung der klinischen Muster über Verpackung, Verblindung bis hin zum Transport zu den jeweiligen Studienzentren reicht. Aenova bündelt seine Entwicklungsangebote in spezialisierten Kompetenzzentren. Die Nähe der Entwicklungseinheiten zur kommerziellen Fertigung kommt dem Kundenbedürfnis nach einem ganzheitlichen Service aus einer Hand entgegen. So unterstützt Aenova eine zeitgerechte Umsetzung von Transfer- und Entwicklungsprojekten sowie den reibungslosen Hochlauf der kommerziellen Fertigung für die Kunden. Aenova hat 2023 an 13 Standorten insgesamt 251 Development- und TechTransfer Projekte durchgeführt. Davon entfallen 78 auf Entwicklungsprojekte im Kundenauftrag, die sich in verschiedenen Umsetzungsphasen befanden (inklusive Clinical Trial Management). Es wurden 12 neue Projekte gestartet (Vorjahr 15 neue Projekte), deren Bearbeitung sich über die nächsten Jahre erstrecken wird. Im Bereich des Technology Service wurden im vergangenen Geschäftsjahr konzernweit 173 (Vorjahr 213) Transferprojekte bearbeitet und 175 (Vorjahr 163) Produkt Life Cycle Management Projekte durchgeführt. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Entwicklung der Wirtschaft Im Jahr 2023 haben sich die wirtschaftlichen Herausforderungen für Europa und insbesondere in Deutschland fortgesetzt. So sorgen u.a. weiterhin der russische Angriffskrieg auf die Ukraine sowie der Überfall der Hamas auf Israel und der daraus resultierende Krieg im Gaza-Streifen für politische Unsicherheit. Jedoch ist die Inflation, die im Oktober 2022 europaweit einen historischen Höchststand von 10,6% erreicht hatte, kontinuierlich gesunken und hat sich mit 2,9% im Dezember 2023 dem EZB- Ziel von 2,0% wieder deutlich angenähert. 13 In Deutschland lag die Inflation im selben Monat bei 3,7%. 14
13
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72328/umfrage/entwicklung-der-jaehrlichen-inflationsrate-in-der-eurozone/#:~:text=Die%20Inflationsrate%20in%20der%20Eurozone,bestehen%20der%20Eurozone%20gemessen%20wurde,
Januar 2024
Die sich im Laufe des Jahres 2023 erst senkende Inflation sowie hohe Energiekosten als Folge des Krieges in der Ukraine waren maßgebliche Gründe dafür, dass Deutschland einen Rückgang des BIP von 0,3% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen hatte. 15 Damit bildete Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern der Eurozone eine Ausnahme, die durchschnittlich ein leichtes Wachstum zu verzeichnen hatten. Entwicklung des Pharma- und Consumer Healthcare Marktes Als die WHO im Mai 2023 das Ende des Covid-19-Pandemie erklärte, hatte die Weltwirtschaft mit diversen geopolitischen und wirtschaftlichen Turbulenzen zu kämpfen. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld mit Inflation, hohen Zinssätzen und einem angespannten Arbeitsmarkt belastete zwar auch die Pharmaindustrie, aber sie zeigte trotz allem eine positive Marktentwicklung. Nach Aussage des aktuellen IQVIA Berichtes erreichten die weltweiten Arzneimittelausgaben im Jahr 2023 rund 1,6 Billionen US-Dollar und damit einen Zuwachs von 8,0% zum Vorjahr. 25,0% der Ausgaben entfielen dabei auf Generika, die zum Vorjahr um rund 3,0% zulegten. Spezialmedikamente zur Behandlung chronischer, komplexer und seltener Krankheiten machten 2023 dagegen rund 40,0% der weltweiten Ausgaben aus. Dieser Anteil wird bis 2028 rund 43,0% erreichen. 16 Bis 2028 werden die weltweiten Arzneimittelausgaben laut IQVIA auf voraussichtlich 2,3 Billionen US- Dollar anwachsen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate von 5,0-8,0%. Der führende Therapiebereich Onkologie wird bis 2028 voraussichtlich um 14,0-17,0% wachsen. Das Wachstum des Bereichs Immunologie wird sich bis 2028 mit der Einführung neuer Biosimilars trotz robusten Volumenwachstums deutlich um 2,0-5,0% verlangsamen. Diabetes, der drittgrößte Therapiebereich, wird in den nächsten fünf Jahren um 3,0-6,0% wachsen. Es wird prognostiziert, dass die weltweiten Ausgaben für Adipositas jährlich um 24,0-27,0% steigen und im Jahr 2028 rund 74 Milliarden US-Dollar erreichen werden - gegenüber 24 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023. 17 Klinische Studien sind weltweit ein wichtiger Bestandteil der Arzneimittelentwicklung. Die Zahl der registrierten klinischen Studien ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen (um knapp 10,0% allein im Vorjahr). Im Jahr 2023 wurden weltweit fast 479.000 klinische Studien registriert. 18 Im Consumer Healthcare Bereich war neben der Inflation und den gestiegenen Lebenshaltungskosten vor allem die Preisgestaltung ein zentrales Thema. Verbraucher standen zunehmend vor der Entscheidung, wofür sie ihr Geld ausgeben wollten. Auch wenn es global deutliche Unterschiede gab, wie Preiserhöhungen umgesetzt wurden, zeigten sich einige Consumer-HealthCare Kategorien erhöhungsfreundlicher als andere. 19 Laut IQVIA erreichte der globale OTC-Markt, als Teil des CHC-Segments, im Jahr 2023 einen Umsatz von rund 188 Mrd. US$ bei einer Wachstumsrate von 6,8%. Grund dafür waren neben den Preisanstiegen in vielen Produktkategorien, auch eine ausgeprägte Erkältungswelle mit weltweit hohen Inzidenzen. 20 Die größten Märkte sind nach wie vor Amerika und Westeuropa, während die Schwellenländer ein stärkeres Wachstum zeigen. Erkältungsmittel machen rund ein Viertel des OTC-Marktes aus und stellen traditionell das größte Segment dar, gefolgt von den VMHS (Vitamins, Minerals, Herbals, Supplements), die rund ein Fünftel am Gesamtmarkt ausmachen.
15
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2112/umfrage/veraenderung-des-bruttoinlandprodukts-im-vergleich-zum-vorjahr/,
Januar 2024
IQVIA erwartet in den nächsten vier Jahren einen positiven, robusten Aufwärtstrend im OTC-Markt. Für Hersteller von rezeptfreien Gesundheitsprodukten und Well-being-Mitteln bedeutet dies, dass sie in einem derzeit eher instabilen Weltmarkt ein gewisses Maß an Sicherheit annehmen können. 21 Markt für Auftragsentwicklung und -fertigung Der Markt für Auftragsentwicklung und -herstellung (CDMO) bleibt nach Einschätzung von Evaluate Pharma trotz aller Herausforderungen wie Inflation, Zinssteigerungen und Arbeitskräftemangel ein Wachstumstreiber im Pharmabereich. Lohnhersteller bleiben wichtige Partner für Pharmaunternehmen, da sie über die notwendige Flexibilität verfügen, um auch anspruchsvolle und komplexe Arzneimittel wirtschaftlich zu produzieren. 22 Aufgrund des massiven Fokus der Pharmaindustrie auf Spezialmedikamente (u.a. in der Onkologie), setzen innovative CDMOs auf die Entwicklung und Herstellung komplexer, auch HPAPI- basierter 23 Produkte, bieten ihren Kunden spezielle Containment-Lösungen an, entwickeln und produzieren Medikamente mit verbesserter Bioverfügbarkeit oder auch spezielle patientenorientierte Formulierungen. 24 CDMOs, die sich auf die Entwicklung und/oder Herstellung innovativer und komplexer Produkte fokussieren und darüber hinaus in anspruchsvollere Technologien und Anlagen investieren, haben bei der Akquise von innovativen Kunden letztlich einen Vorteil gegenüber solchen CDMOs, die lediglich einfache und kostengünstige Generika anbieten können. 25 Nach Berechnungen von L.E.K. Consulting 26 erreichte der CDMO-Markt für Human- und Tierarzneimittel im Jahr 2023 rund 45 Milliarden Euro. Gestützt durch eine robuste Wachstumsprognose des pharmazeutischen Endmarktes und eine günstige CDMO-Outsourcing-Dynamik, wird für den 5- Jahres-Zeitraum bis 2028 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von rund 7,0% prognostiziert. Für das Jahr 2028 wird der CDMO-Mark auf ein Volumen von 64 Milliarden Euro geschätzt. 27 Dabei wird das Segment der innovativen, verschreibungspflichtigen Arzneimittel größtenteils durch das Wachstum von Biologika, ADCs28 und HPAPIs getrieben, und wächst schneller als das Generika- Segment. Treiber im Bereich der Tierarzneimittel ist insbesondere das Haustiersegment, aber auch im Nutztiersegment wird eine wachsende Nachfrage von Produkten erwartet. 29 Eine Steigerung der Outsourcing-Rate wird für alle Darreichungsformen prognostiziert, allerdings wird diese unterschiedlich stark ausfallen. Die durchschnittliche Wachstumsrate für den Zeitraum 2023 bis 2028 wird für sterile Liquida auf 11,0%, für nicht-sterile Liquids auf rund 7,0% und für Solida auf rund 6,0% geschätzt. 30 Es wird erwartet, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der Pharmabranche aufgrund von Pipeline-Investitionen und Innovationen in dem Betrachtungszeitraum um ca. 3,0% jährlich steigen. 31
21 IQVIA Flashlight 97 and Aenova analysis
https://www.iqvia.com/media/iqvia/pdfs/germany/flashlight/flashlight-97-iqvia122023.pdf,
Dezember 2023
2.2 Geschäftsverlauf Aenova hatte im Geschäftsjahr 2023 das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte mit zweistelligem Umsatzwachstum und dem besten jemals erzielten operativen Ergebnis (bereinigtes EBITDA). Die nachfolgende Tabelle enthält wichtige Kennzahlen für einen Überblick über den Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2023 aus legaler Sicht und bereinigt um die Effekte des in der Abwicklung befindlichen Standortes Wolfratshausen:
* Bereinigt um Standort Wolfratshausen
Im Jahr 2023 erzielte die Aenova Group Umsätze von 856,4 Mio. EUR, 14,3% über dem Vorjahr (+107,2 Mio. EUR) und deutlich über Budget (+47,7 Mio. EUR). Die Umsatzzunahme ist sowohl auf Mengen- als auch auf Preiseffekte zurückzuführen. Der volumenbedingte Anstieg resultiert aus starker Nachfrage/Marktwachstum sowie dem Ausbau der eigenen Kapazitäten und Neuaufträgen in den Bereichen Pharma und Nahrungsergänzungsmittel. Über ein Fünftel des Gesamt-Umsatzzuwachses kann auf stark gestiegene Volumina bei Diabetes-Medikamenten zurückgeführt werden. Im Nachgang der Corona-Pandemie stieg zudem der Bedarf an Erkältungsmitteln, Narkosemitteln, Dermatika und Antiseptika. Weiterhin ist eine hohe Nachfrage nach Vitaminpräparaten und Antibiotika zu beobachten. Insbesondere bei Hypnotika/Sedativa war das Geschäft jedoch rückläufig. Neben den oben genannten Markt- und Geschäftseinflüssen gab es keine wesentlichen Veränderungen im Produkt- bzw. Dienstleistungsportfolio, die einen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten. In 2023 konnten ca. 161,6 Mio. EUR an neuen Geschäftsabschlüssen (Peak Sales) generiert werden (2022: 85,0 Mio. EUR). Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA konnte auf 124,7 Mio. EUR gesteigert werden, gegenüber 97,0 Mio. EUR im Vorjahr, ein Anstieg von mehr als 27,7 Mio. EUR. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die im Jahresverlauf gestiegenen Umsatzerlöse sowie auf die durchgeführten Preiserhöhungen zurückzuführen, die die auf hohem Niveau verharrenden Energie- und weiter steigenden Rohstoffpreise sowie Personalkosten mehr als kompensierten und damit den negativen Inflationseffekte des Vorjahres ausglichen. Das ausgewiesene EBITDA war im Jahr 2023 durch Sondereffekte beeinflusst und lag mit 94,6 Mio. EUR daher leicht unter dem budgetierten Wert (- 2,7 Mio. EUR), aber über dem Vorjahr (+8,0 Mio. EUR). Stark belastend hat sich im Geschäftsjahr die Abwicklung des Produktionsstandortes Wolfratshausen (Sondereffekte in Höhe von -21,5 Mio. EUR) sowie die Aufgabe des Sterilgeschäftes am Standort Gronau (Sondereffekte in Höhe von -6,4 Mio. EUR) ausgewirkt, die zu einer reduzierten Betriebsleistung, negativen operativen Ergebnissen sowie zu erheblichen Sonderaufwendungen führten. Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 32,7 Mio. EUR (Vorjahr 46,2 Mio. EUR) erzielt. Dies war auch bedingt durch die Sondereffekte im Zusammenhang mit der Schließung von Wolfratshausen und der Aufgabe des Sterilgeschäftes am Standort Gronau sowie in diesem Zusammenhang vorgenommene Sonderabschreibungen auf das Anlagevermögen. Das Jahr war auch von einem Anstieg der Investitionstätigkeit geprägt, um Kapazitäten auszubauen und weitere Wachstumsplattformen zu entwickeln. Die Investitionen beliefen sich auf 46,4 Mio. EUR bzw. inklusive über Leasing finanzierter Investitionen auf 72,6 Mio. EUR. Der um die Ergebnisse des Standortes Wolfratshausen proformierte und um die weiteren Sondereffekte bereinigte Umsatz lag bei 833,4 Mio. EUR, ein Anstieg von 16,7% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresbetrag. Das proformierte EBITDA betrug 137,1 Mio. EUR, ein Anstieg von mehr als 35,3 Mio. EUR gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresbetrag. Es konnte pro forma ein positives Jahresergebnis von 16,4 Mio. EUR sowie ein pro forma positiver Free Cash Flow von 8,4 Mio. EUR erwirtschaftet werden. 2.3 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Die Geschäftsführung der Aenova steuert den Aenova-Konzern im Wesentlichen anhand von Umsatz und EBITDA sowie den folgenden finanziellen Kennzahlen:
1) EBITDA 32 -bezogene Indikatoren
2) Working Capital/Cash Management 35
32 Earnings before Interest, Tax, Depreciation,
and Amortization (EBITDA): Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen auf das Anlagevermögen inkl.
Abschreibungen auf Firmenwerte und Beteiligungen
Im Geschäftsjahr 2023 hat eine Umgestaltung der Organisations- und Führungsstruktur der Aenova Gruppe stattgefunden. Mit der im Dezember 2023 abgeschlossenen Reorganisation treten somit für interne Steuerungszwecke die einzelnen Produktionsstandorte an die Stelle der bisherigen drei Geschäftssegmente des Konzerns. 2.4 Ertragslage Die nachfolgende Tabelle enthält die konsolidierte Ergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023.
* Bereinigt um Standort Wolfratshausen
Aenova erzielte im Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 856,4 Mio. EUR und übertraf den Vergleichswert des Vorjahres um 107,2 Mio. EUR. Die Umsätze wurden in folgenden Regionen erzielt:
Die Umsatzsteigerungen wurden hauptsächlich in Deutschland und im Rest von Europa realisiert. Die Erhöhung in Deutschland resultierte aus starken Zuwächsen bei mehreren Topkunden. Im Rest von Europa wurde das Wachstum vor allem mit Kunden im westeuropäischen Raum (u.a. Schweiz und Irland) erzielt. Durch eine verbesserte Auftragsabwicklung in der Produktion, konnte der Auftragsrückstand zum Ende des Geschäftsjahres abgebaut werden. Der Auftragsbestand in Höhe von 460,0 Mio. EUR hat sich gegenüber dem Vorjahr (469,0 Mio. EUR) leicht reduziert. Die gegenüber dem Vorjahr leicht reduzierten sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 8,5 Mio. EUR (Vorjahr 8,8 Mio. EUR). Diese entfallen im Wesentlichen auf aktivierte Eigenleistungen im Zusammenhang mit Ein- und Umbauten von Sachanlagen, sowie der Auflösung von in Vorperioden gebildeten Rückstellungen und abgegrenzten Verbindlichkeiten. Der Materialaufwand lag bei 327,9 Mio. EUR (Vorjahr 284,2 Mio. EUR) und enthält im Wesentlichen Aufwendungen aus dem Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (312,7 Mio. EUR; Vorjahr 268,5 Mio. EUR). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist auf das höhere Produktionsvolumen sowie die aufgrund der angespannten Lieferketten gestiegenen Materialpreise zurückzuführen. Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 299,5 Mio. EUR (Vorjahr 272,2 Mio. EUR). Die deutlich gestiegene Gesamtleistung 39 wirkt sich vorteilhaft auf die Personalaufwandsquote aus (35,0%; Vorjahr 36,2%). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 142,1 Mio. EUR (Vorjahr 117,5 Mio. EUR) waren im Geschäftsjahr insbesondere durch höhere Energiekosten 41,6 Mio. EUR (Vorjahr 36,7 Mio. EUR), gestiegene Wartungskosten (26,2 Mio. EUR, Vorjahr 22,7 Mio. EUR) sowie durch Einmalaufwendungen für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Schließung des Standortes Wolfratshausen von 6,0 Mio. EUR belastet. Im Geschäftsjahr lagen die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte mit 73,7 Mio. EUR unter dem Vergleichswert (Vorjahr 82,0 Mio. EUR). Während die planmäßigen Abschreibungen sich mit 51,5 Mio. EUR in etwa auf Vorjahresniveau bewegten (Vorjahr 50,7 Mio. EUR), war im Geschäftsjahr zusätzlicher Wertminderungsaufwand bei den Sachanlagen von 16,1 Mio. EUR sowie auf den Firmenwert von 6,1 Mio. EUR in den Abschreibungen berücksichtigt. Die Abschreibungen bei den Sachanlagen beziehen sich im Wesentlichen auf die Schließung des Standortes Wolfratshausen und die Aufgabe des Sterilgeschäftes am Standort Gronau. Die Abschreibungen der Firmenwerte betreffen in Höhe von 0,1 Mio EUR den Standort Gronau sowie in Höhe von 6,0 Mio EUR den Standort Bad Aibling infolge der im Geschäftsjahr durchgeführten Organisationsänderung. Insgesamt wurde ein Wertminderungsaufwand von 22,2 Mio. EUR (Vorjahr 31,3 Mio. EUR) erfasst. Der Rückgang ist auf eine im Geschäftsjahr 2022 vorgenommenen Wertberichtigung des Firmenwertes (27,2 Mio. EUR) zurückzuführen. Das Nettofinanzergebnis des Geschäftsjahres betrug - 61,9 Mio. EUR nach -50,1 Mio. EUR im Vorjahr. Der Anstieg im Vergleich zur Vorperiode resultiert im Wesentlichen aus dem allgemein gestiegenen Zinsniveau. Gegenläufig wirken die Erträge aus der Derivatebewertung in Höhe von 4,2 Mio. EUR (Vorjahr -5,8 Mio. EUR). Weitere Ausführungen zur Finanzierungstruktur werden im Kapitel 2.7 gemacht. Die Ertragssteuern in Höhe von 8,2 Mio. EUR beinhalten laufende sowie latenten Steuern. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert (-0,6 Mio. EUR) ist zurückzuführen auf das deutlich höhere Ergebnis der Besteuerung hinsichtlich latenter Steuern infolge temporärer Differenzen. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA von 124,7 Mio. EUR lag deutlich über dem Vorjahreswert (+27,7 Mio. EUR). Die Sondereffekte beinhalten sämtliche einmalige Aufwendungen und Erträge, die nicht im Rahmen des normalen Geschäfts anfallen. Im Geschäftsjahr 2023 gehörten dazu im Wesentlichen Restrukturierungskosten und weitere Sonderaufwendungen die in Zusammenhang mit der Schließung des Fertigungsstandortes Wolfratshausen und Aufgabe des Sterilgeschäftes am Standort Gronau stehen.
39 Umsatzerlöse plus
Bestandsveränderungen
Insgesamt stellt sich die Ertragslage 2023, insbesondere bedingt durch ein insgesamt erfolgreicheres Agieren am Markt, als deutlich verbessert dar. Die Gesellschaft hat es im Geschäftsjahr vermocht, durch die Bereitstellung neuer Technologieplattformen signifikant Geschäft hinzugewinnen und Volumensteigerungen zu realisieren. Gleichzeitig konnten die anhaltenden Kostensteigerungen im Materialbereich durch beschaffungsseitige Optimierungsmaßnahmen sowie die Durchsetzung von Preiserhöhungen am Markt kompensiert werden. Belastend wirkten sich auf das Ergebnis die, insbesondere durch gestiegene Energiepreise sowie Einmaleffekte in Zusammenhang mit der Schließung bzw. Restrukturierung zweier Standorte erhöhten sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus, so dass im Ergebnis Aenova Group einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 32,7 Mio. EUR (Vorjahr 46,2 Mio. EUR) ausweist. 2.5 Finanzlage Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum Stichtag auf 10,4 Mio. EUR (Vorjahr 20,7 Mio. EUR). Sie bestanden fast vollständig aus Guthaben bei Bankinstituten. Innerhalb der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ergaben sich folgende Entwicklungen: Der Zahlungsmittelzufluss aus der betrieblicher Tätigkeit (abzüglich gezahlter Ertragssteuern) belief sich auf 106,5 Mio. EUR (Vorjahr 50,7 Mio. EUR). Dieser war im Geschäftsjahr durch ein deutlich verbessertes operatives Ergebnis sowie durch einen gezielten Abbau des Working Capitals 40 getrieben. Insbesondere der gezielte Abbau des Vorratsvermögens an allen Produktionsstandorten sowie ein fokussiertes Forderungsmanagement zum Jahresende wirkten sich dabei positiv aus. Dieser Effekt wurde durch, im Geschäftsjahresverlauf, planvoll zurückgeführte Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen teilweise kompensiert. Der Netto-Zahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit (-46,4 Mio. EUR, Vorjahr -36,2 Mio. EUR) gibt im Wesentlichen die Investitionen in Sachanlagen (-45,2 Mio. EUR) sowie Einnahmen aus der Veräußerung von Sachanlagevermögen (1,0 Mio. EUR) wieder. Die Investitionen betrafen neben den Erhaltungsaufwendungen insbesondere strategische Investitionen für den Ausbau und die Modernisierung diverser Produktionsstandorte, insbesondere Latina, Tittmoning, Cornu und Regensburg. Es wurde sowohl in Gebäude- und Maschinenkapazität als auch in IT-Systeme investiert. Der Zahlungsmittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -70,5 Mio. EUR (Vorjahr - 47,6 Mio. EUR) resultierte hauptsächlich aus gezahlten Zinsen (- 60,2 Mio. EUR), sowie aus der Begleichung von Leasingverbindlichkeiten (-11,9 Mio. EUR). Hinsichtlich der Kapitalstruktur wird auf die Abschnitte 2.6 und 2.7 verwiesen. 2.6 Vermögenslage In der nachstehenden Übersicht wird die Vermögenslage zum Stichtag dargestellt: AKTIVA
PASSIVA
Die Gesamtinvestitionen in das erworbene Anlagevermögen des Geschäftsjahres in Höhe von 43,3 Mio. EUR teilen sich auf in Investitionen in Grundstücke und Gebäude (4,1 Mio. EUR), Anlagen und Maschinen (15,1 Mio. EUR), Anlagen im Bau inkl. Anzahlungen (21,2 Mio. EUR), IT-Ausstattung inkl. Software (2,6 Mio. EUR) und Sonstiges (0,3 Mio. EUR). Etwa zwei Drittel der Investitionen betrafen strategische Projekte. Die Investitionen in Nutzungsrechte beliefen sich auf 26,2 Mio. EUR. Dabei entfielen 11,4 Mio. EUR auf Grundstücke und Gebäude sowie 13,5 Mio. EUR auf Anlagen und Maschinen. Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich größtenteils aus einem Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 235,4 Mio. EUR (Vorjahr 241,5 Mio. EUR) sowie Kundenbeziehungen in Höhe von 12,8 Mio. EUR (Vorjahr 15,7 Mio. EUR) zusammen. Der Rückgang bei den Kundenbeziehungen war bedingt durch planmäßige Abschreibungen. Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen das als eingebettete Derivat bilanzierte Kündigungsrecht der "First Lien" Kreditfazilität. Der Anstieg des Postens ist auf die zum Bilanzstichtag vorgenommene Anpassung auf den Fair Value zurückzuführen. Die Zuschreibung von 4,2 Mio. EUR wird als Finanzertrag gezeigt. Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen zum Stichtag 226,0 Mio. EUR (Vorjahr 242,3 Mio. EUR). Die in der Vorperiode zur Glättung von Effekten aus den gestörten Lieferketten gezielt aufgebauten Sicherheitsbestände, wurden im Laufe des Jahres 2023 deutlich zurückgeführt, was wesentlich zu einer Abnahme des Vorratsvermögens auf 69,1 Mio. EUR (Vorjahr 81,7 Mio. EUR) beitrug. Zusätzlich wurden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 32,2 Mio. EUR (Vorjahr 40,0 Mio. EUR) reduziert. Dieser Effekt war im Wesentlichen auf die Schließung des Standortes Wolfratshausen und die Aufgabe des Sterilgeschäftes am Standort Gronau zurückzuführen. Weitere Bestandteile des Bilanzpostens sind Vertragsvermögenswerte von 72,4 Mio. EUR (Vorjahr 69,5 Mio. EUR), sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 10,4 Mio. EUR (Vorjahr 20,7 Mio. EUR). Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte von 2,7 Mio. EUR betreffen die am Standort Wolfratshausen zum Verkauf vorgesehenen langfristigen Vermögenswerte. Das Eigenkapital bestand zum Stichtag aus gezeichnetem Kapital in Höhe von 25 TEUR (Vorjahr 25 TEUR), einer Kapitalrücklage von 555,5 Mio. EUR (Vorjahr 555,5 Mio. EUR), einem Bilanzverlust von 605,1 Mio. EUR (Vorjahr 572,4 Mio. EUR) und sonstigen Bestandteilen von 5,7 Mio. EUR (Vorjahr 8,5 Mio. EUR). Im Bilanzverlust ist der Jahresfehlbetrag in Höhe von 32,7 Mio. EUR (Vorjahr 46,2 Mio. EUR) enthalten. Die Veränderung in den sonstigen Bestandteilen des Eigenkapitals ist auf die negativen Effekte aus der Neubewertung von Pensionsrückstellungen abzüglich latenter Steuern in Höhe von 4,6 Mio. EUR zurückzuführen. Insbesondere bedingt durch den Jahresfehlbetrag ergibt sich ein negatives Eigenkapital von 43,9 Mio. EUR (Vorjahr negatives Eigenkapital 8,4 Mio. EUR). Die langfristigen Verbindlichkeiten beliefen sich zum Stichtag auf 771,6 Mio. EUR (Vorjahr 741,0 Mio. EUR). Sie bestanden im Wesentlichen aus langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 628,0 Mio. EUR (Vorjahr 606,4 Mio. EUR). Bedeutende Positionen innerhalb der langfristigen Verbindlichkeiten waren außerdem die Pensionsrückstellungen (45,2 Mio. EUR, Vorjahr 40,2 Mio. EUR), die hauptsächlich durch die versicherungsmathematische Neubewertung von Annahmen und Erfahrungswerten um 4,9 Mio. EUR gestiegen sind, sowie die passiven latenten Steuern (71,7 Mio. EUR, Vorjahr 73,7 Mio. EUR). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 164,1 Mio. EUR (Vorjahr 166,6 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken von 92,6 Mio. EUR auf 77,2 Mio. EUR und sind damit ursächlich für den größten Teil der Minderung. Haupttreiber für den Rückgang ist die Schließung des Standortes Wolfratshausen, der Abbau des Rochstoffbestandes zum Jahresende sowie die Reduzierung der Überfälligkeiten. Gegenläufig wirkt die Erhöhung der Rückstellungen, welche im Zusammenhang mit der Schließung des Standortes Wolfratshausen und die Aufgabe des Sterilgeschäftes am Standort Gronau steht. Insgesamt hat sich die Vermögenslage im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere durch die Kosten infolge der Schließung des Standortes Wolfratshausen ungünstig entwickelt. 2.7 Finanzierungsstruktur Die UniCredit Bank GmbH, München, fungierte als Agent für das First Lien Darlehen. Die Kroll Agency and Trustee Services Limited, London, agiert weiterhin als Sicherheitsagent (Security Agent). Das First Lien Darlehen verfügte zum Bilanzstichtag 2023 über einen Nominalbetrag von 565 Mio. EUR bei einem Basiszins von 4,5% plus Euribor (1, 2, 3 oder 6 Monate). Die Laufzeit des endfälligen Darlehens endet am 6. März 2026. Darüber hinaus steht der Aenova Group eine Kreditlinie in Form eines revolvierenden Darlehens in Höhe von 50 Mio. EUR zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2023 wurde diese nur in Form von Bürgschaften in Höhe von 0,2 Mio. EUR in Anspruch genommen. Die Laufzeit des Darlehens reicht bis zum 6. September 2025. 2.8 Personal- und Sozialbereich Die Aenova Group beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr im Durchschnitt 4.117 Arbeitnehmer (2022: 4.063 Arbeitnehmer). Die Gesellschaft verfügt über ein gruppenweites eingerichtetes Feedback- und Zieleprozesssystem. Das Ziel dieses Instruments ist es, einen offenen Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeitern zu etablieren und die Belegschaft als Ganzes sowohl persönlich als auch professional, planvoll und bedarfsgerecht zu entwickeln. Am Ende dieses Feedback-orientierten Dialoges steht ein Entwicklungsplan für unsere Mitarbeiter. Dafür bietet die Aenova Group umfangreiche Fach- und Führungstrainings an allen unseren Standorten an. Aufgrund der angespannten Lage am Arbeitsmarkt und den damit verbundenen hohen Aufwendungen bei der Talentgewinnung, legt die Aenova Group vermehrt den Fokus auf die Entwicklung der bestehenden Belegschaft. Der beschriebene Feedback- und Zieleprozess bildet somit auch die Grundlage für die interne Nachfolgeplanung. Im Bereich ESG wurden weitere Maßnahmen gezielt umgesetzt, so dass die Aenova Group mit der Ecovadis Auszeichnung in Silber ausgezeichnet wurde. Als Teilnehmer des UN Global Compact Netzwerks zeigt die Aenova Group weiterhin, welche Bedeutung Menschenrechten, Arbeitsnormen und Umweltschutz in der mittel- bis langfristigen Ausrichtung des Unternehmens haben. Diversity wird auch weiter im Fokus bei der Aenova Group bleiben. Die Aenova Group ist Unterzeichner und aktiver Teilnehmer der "Charta der Vielfalt". Um eine gemeinsame Unternehmenskultur zu schaffen und so die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen weiter zu erhöhen, wurden die Unternehmenswerte in der gesamten Aenova Group kommuniziert und verankert. Um nun herauszufinden, wie die Umsetzung der Werte in der Organisation wahrgenommen wird und wie zufrieden die Kollegen sind, wurde eine gruppenweite, digitale Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Die Teilnahmequote lag bei 67,0%. Die Ergebnisse zeigen, dass das Engagement der Mitarbeiter über die Maßen hoch ist. Mit stetig hohem Engagement im Rahmen der Ausbildung junger Menschen nimmt die Aenova Group auch ihre soziale Verantwortung wahr. Seit Jahren ermöglicht das Unternehmen jungen Menschen eine Ausbildung als Pharmakant/in, Chemielaborant/in, Maschinen- und Anlagenführer/in, Fachkraft für Lagerlogistik, Fachinformatiker/in, Industriemechaniker/in, Bürokaufmann/frau, Industriekaufmann/frau u. a., wodurch auch ein wesentlicher Beitrag zur internen Nachwuchssicherung geleistet wird. In 2023 waren über 90 Auszubildende in der Group beschäftigt. Darüber hinaus engagiert sich die Aenova Group immer wieder sozial. Das beinhaltet u.a. die Zusammenarbeit mit einer Behinderteneinrichtung, welche die Inklusion von behinderten Kollegen/Innen fördert, wie auch mehrere Spendenaktionen für die Opfer des Ukraine-Krieges sowie für lokale Tafeln. 2.9 Gesamtaussage Die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr lag weit über den Erwartungen. Der planvolle Aufbau von neuen Geschäftsbereichen und Technologien hat das Angebotsspektrum der Aenova erweitert und an die Anforderungen der Kunden angepasst. Neue Technologieplattformen konnten mit diversen Kunden erfolgreich eingeführt werden und führten zu einer bedeutenden Nachfragesteigerung. Gleichzeitig konnten signifikanten Kostensteigerungen insbesondere aus den Bereichen Material und Energie durch Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden. Die Aenova Group hat im Geschäftsjahr die Weichen zu einer Konsolidierung ihrer Produktionsstandorte gestellt und sich von defizitären Geschäftsbereichen getrennt. Die Einmalaufwendungen dieses Restrukturierungsprozesses sind vollständig im Jahresabschluss berücksichtigt. Das Finanzergebnis zeigt sich aufgrund des allgemein höheren Zinsniveaus belastet. Gegenläufig wirken die Erträge aus der Derivatebewertung. Im Ergebnis weist die Aenova Group für das Geschäftsjahr 2023 einen Jahresfehlbetrag von 37,2 Mio. EUR aus (Vorjahr 46,2 Mio. EUR). Die weitergeführten und die für das Geschäftsjahr 2024 neu geplanten Investitions- und Optimierungsmaßnahmen sind strategisch angelegt und werden sich weiter positiv auf die zukünftigen Ergebnisse auswirken. 3. Chancen- und Risikobericht Die operativen Prozesse der Aenova sind darauf ausgerichtet, kurz- und mittelfristige Risiken und Chancen zu identifizieren, um im Falle von Risiken rechtzeitig gegensteuern bzw. Chancen nutzen zu können. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements ist jeder Standort und jeder Funktionsbereich gefordert, Risiken zu identifizieren und einzuschätzen, diese zu steuern sowie Maßnahmen für deren Bewältigung zu erarbeiten. Die Gesamtüberwachung wird standortübergreifend durch die Geschäftsführung wahrgenommen. Materielle Risken werden im Rahmen der erweiterten Aenova Geschäftsleitung regelmäßig diskutiert und es wird eine Einschätzung hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Materialität getroffen. Es wurden keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert. Das Gesamtbild der Risikolage wird von der Geschäftsführung als moderat eingeschätzt. 3.1 Geopolitik In der Berichtsperiode hat sich die globale politische Lage teilweise erheblich verschärft und die Volatilität in den Märkten hat sich nach Corona nicht entspannt. Insbesondere aufgrund des Krieges in der Ukraine, ergänzt durch Spannungen im chinesisch-amerikanischen Verhältnis sowie der Eskalation des Konflikts in Israel muss die globale Wirtschaft mit zahlreichen Herausforderungen umgehen. Konsequenzen ergaben sich bei den Preisen für Energien, bestimmten Rohstoffen, eine höhere Inflation, angespannten Lieferketten und ein schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft. Der von Russland im Jahr 2022 begonnene Angriffskrieg in der Ukraine und seine Auswirkungen auf die Aenova Group hat nur in untergeordneter Weise den Konzernumsatz beeinflusst. Die in den Vorjahren ergriffenen Maßnahmen wie z. B. Weitergabe der Kostensteigerungen von Energie und Material an die Kunden, Sicherung des Preises für Energiekonsum haben Wirkung gezeigt und wurden erfolgreich bei der Kostenkontrolle umgesetzt. Auch für das Jahr 2024 hat Aenova den größten Teil seines Energiebedarfs preisgesichert. Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten sind Handelsaktionen für Arzneimittel von den westlichen Sanktionen gegen Russland ausgenommen, jedoch ist nicht auszuschließen, dass Aenova-Kunden ihr Geschäft in diesen Ländern weiter reduzieren. Die Effekte der angespannten globalen politischen Lage sind schwer einzuschätzen und bergen unvorhersehbare Risiken bezogen auf die Rohstoff- sowie Finanzmärkte. Dies könnte zu hoher Währungsvolatilität, weiter steigender Inflation, Lieferengpässen und einer möglichen weiteren Wirtschaftsrezession führen. Veränderungen in diesen Rahmenbedingungen könnten sich nachteilig auf die Einnahmen und Margen der Aenova Group auswirken. Die seit einiger Zeit von Aenova beobachteten anhaltenden Spannungen zwischen China, den USA und Europa könnten Auswirkungen auf die gesamte Pharma Branche haben. Die politische Unsicherheit könnte eventuell die internationale Zusammenarbeit bei der Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln beeinträchtigen. Des Weiteren könnten die Handelsbeschränkungen und geopolitischen Spannungen die Lieferketten stören, was sich potenziell auf die Produktion und Verfügbarkeit von pharmazeutischen Rohstoffen auswirken würde. Um dem entgegenzuwirken, die Engpässe und damit verbundene Herausforderungen bei der Beschaffung von Materialen insbesondere aus dem asiatischen Raum zu minimieren, ist Aenova in enger Abstimmung mit Kunden und Lieferanten, um das Risiko durch vorausschauende Disposition über die Verfügbarkeit von Rohstoffen zu reduzieren. Die Geschäftsführung stuft das Risikoniveau für Versorgungsengpässe aus den asiatischen Ländern als moderat ein. Der Konflikt im Nahen Osten hat möglicherweise vielschichtige Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung und Lieferketten für Rohstoffe. Unterbrechungen in den Handelswegen, beschädigte Infrastrukturen und Unsicherheiten in der Region könnten zu Lieferengpässen bei der Verfügbarkeit von Medikamenten führen. Dadurch, dass keine direkte Handelsaktivitäten für Pharma-Produkte mit Israel bestehen, schätzt die Geschäftsführung das Risiko im Zusammenhang des Krieges zwischen Israel und der Hamas für Aenova Geschäft als gering (Vorjahr moderat) ein. 3.2 Wettbewerb Der Wettbewerb im Bereich der Auftragsentwicklung und -herstellung (CDMO) bleibt intensiv. Da die Kosten für die Entwicklung und Markteinführung neuer Pharmazeutika weiter steigen, wenden sich immer mehr Unternehmen an CDMOs, um sie durch den komplexen und kostspieligen Prozess der Arzneimittelentwicklung und -herstellung zu führen. Dies gilt insbesondere für preissensible Märkte wie Generika und Nahrungsergänzungsmittel, erstreckt sich aber auch auf hochwertige Segmente patentgeschützter Medikamente und Biosimilars, die eine sehr hohe Nachfrage verzeichnen, einschließlich Impfstoffe. Trotz makroökonomischer Herausforderungen bleibt der Gesundheitsmarkt ein Wachstumssektor. Ein Schlüsselfaktor dafür ist die stetig steigende Nachfrage nach Pharmazeutika, getrieben durch Faktoren wie eine wachsende Bevölkerung, eine alternde Gesellschaft und zahlreiche Innovationen, die zu einer besseren Behandlung von Krankheiten führen. Als einer der größten europäischen Auftragsentwickler und -hersteller für die Pharmaindustrie und das Gesundheitswesen spielt die Aenova Group eine entscheidende Rolle bei der Versorgung von Kunden um letztendlich Patienten weltweit mit lebensrettenden oder lebensverbessernden Medikamenten zu versorgen. Wir beobachten mehrere positive Trends. Die Nachfrage übertrifft die Prognosen deutlich, was eine erhebliche Wachstumschance darstellt. Zudem haben Probleme bei wichtigen Wettbewerbern eine Möglichkeit für Aenova geschaffen, um von Markverschiebungen zu profitieren. Die Lieferketten stabilisieren sich, wenn auch auf höherem Niveau als zuvor, was trotz der Herausforderungen auf einen Schritt hin zu größerer Vorhersehbarkeit und Zuverlässigkeit im Produktionsprozess hindeutet. Darüber hinaus gab es einen Anstieg der Verkäufe, da Kunden bestrebt sind, volumenstarke, patentgeschützte Produkte zu Aenova zu verlagern, in Anerkennung des Wertes und der Expertise, die Aenova in den komplexen Prozess der pharmazeutischen Entwicklung und Herstellung einbringt. Diese Verschiebung spiegelt das Vertrauen in die Fähigkeit von Aenova wider, hochwertige und anspruchsvolle Produkte zu handhaben, und festigt weiter seine Position auf dem Markt. Um den mit dem Wettbewerb im Bereich der Auftragsentwicklung und -herstellung (CDMO) verbundenen Risiken zu begegnen, hat die Aenova Group sein Engagement für operationelle Exzellenz und Kundenservice in das Zentrum der Unternehmensstrategie gestellt. Neue S&OP-Praktiken, hohe CapEx-Investitionen, die Reduzierung von Lagerbeständen und die Verbesserung der Liefermetriken, helfen der Gesellschaft taktisch durch aktuellen Marktdynamiken zu navigieren und legen strategisch ein solides Fundament für anhaltendes Wachstum und Erfolg. Im Ergebnis sind die Risiken substanzgefährdender Umsatzverluste aufgrund der hohen regulatorischen Anforderungen im Zusammenhang mit etwaigen Produkttransfers zu Marktbegleitern und der mit der Qualifizierung neuer Hersteller verbundenen Kosten nach wie vor als gering (Vorjahr gering) zu bewerten. 3.3 Insourcing Als Lohnfertiger ist die Aenova dem Risiko ausgesetzt, dass Kunden eigene Produktionskapazitäten nutzen, um diese auszulasten (Insourcing) bzw. Kapazitäten aufbauen und Produktionsvolumina von Aenova abziehen. Anderseits gibt es auch durch interne Engpässe erzwungene Outsourcings von Originalpräparaten, welches den Status und das Profil von CDMOs gestärkt, die bislang eher von älteren Produkten und Generika abhängig waren. Das generelle Bestreben der Kunden sich produktionsseitig schlank aufzustellen und sich auf Entwicklung und Vermarktung zu konzentrieren, hält an. Dies stellt sich als mittelhohe Chance für die Aenova dar. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass der CDMO Markt in den kommenden 5 Jahren stärker als der pharmazeutische Endmarkt wachsen wird, was durch stärkeres Outsourcing im Vergleich zu Insourcing getrieben wird. 41 Dem Insourcing-Risiko begegnet Aenova im Übrigen mit hohem Serviceniveau von der Entwicklungsdienstleistung und termingerechter Produktion bis hin zur Logistik, über eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur und dauerhaft gute Qualität. In Verbindung mit der Breite des Leistungsangebots der Aenova insbesondere im Bereich Fill & Finish stärken diese Faktoren die Kundenbindung in einem Umfeld, in dem das Interesse von Kunden an stabilen Partnerschaften mit strategischen CDMO-Partnern stetig steigt. Darüber hinaus sind Insourcingaktivitäten mit Wechselbarrieren verbunden. Sollten einzelne Kunden dennoch Teile des Portfolios insourcen, kann sich Aenova aufgrund der notwendigen Vorlaufzeiten, mindestens im stärker regulierten Pharmasegment, entsprechend vorbereiten und mit Produktionsumstellungen reagieren. Die Risiken aus Insourcing werden daher insgesamt als gering (Vorjahr gering) angesehen. 3.4 Beschaffung/Preisrisiko Die globale Beschaffung von Rohmaterialien und die damit verbundenen Markteffekte, speziell bei der Entwicklung von Materialpreisen und Materialverfügbarkeiten, bergen für Aenova sowohl Chancen als auch Risiken. Angespannte Lieferketten aufgrund makroökonomischer Volatilität, Kapazitätsengpässe bei speziellen Rohstoffen, Energiepreiserhöhungen sowie steigende Transportkosten können große Schwankungen der Beschaffungspreise bewirken, die die Entwicklung der Margen negativ beeinflussen können. Dies trifft sowohl für chemische Substanzen wie Vitamine, aber in besonderem Maße auch für biologische Materialien wie pflanzliche Extrakte zu, deren Verfügbarkeit stark durch Klima und Erntebedingungen beeinflusst ist, aber auch im Packmittelbereich für einige Vormaterialien wie beispielsweise spezielle Folien, Glas, etc. Der zentrale, global agierende strategische Einkauf der Aenova definiert strategische Warengruppen, bündelt somit Bedarfe und leitet spezifische Einkaufsstrategien ab. Dadurch stärkt die Aenova Group als führender europäischer Auftragshersteller ihre Position auf dem Beschaffungsmarkt mit Zugang zu attraktiven Konditionen und Lieferbedingungen. Um Risiken zu minimieren, wird der Beschaffungsmarkt permanent durch den strategischen Einkauf beobachtet; daraus abgeleitet, werden Verhandlungen mit Lieferanten geführt. Ziel ist es, für wesentliche Rohmaterialien alternative Lieferanten aufzubauen, um Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten und potenzielle Lieferengpässe zu vermeiden. Der strategische Einkauf unterstützt darüber hinaus standortübergreifend die Disposition der Werke. In enger Abstimmung mit den Kunden werden kritische Materialien frühzeitig bestellt. Bedarfsgerechte, skalierbare Kontrakte flankiert durch Beschaffung über Händler sowie selektive Nutzung von Luftfrachttransporten tragen ebenfalls dazu bei, auftretende Lieferengpässe abzufedern. Die volatile Marktsituation und die damit verbundenen Versorgungsrisiken für Materialien aus China und Indien bestehen gleichwohl zurzeit weiter. Aenova steht in intensivem Kontakt mit Lieferanten und Kunden und ist generell gut aufgestellt, um eine zeitgerechte Belieferung zu abgestimmten Preisen sicher zu stellen. Soweit Kostensteigerungen insbesondere im Materialbereich nicht abgewendet werden können, werden diese angemessen an die Kunden weitergereicht. Das Risiko von Produktionsstillständen oder Produktionsverzögerungen durch eingeschränkte Materialverfügbarkeit wird wesentlich von exogenen Einflüssen geprägt, deren Effekte die Aenova durch die oben definierten Maßnahmen zu minimieren versucht. In Anbetracht der definierten Maßnahmen stuft die Geschäftsführung das Risiko im Bereich Beschaffung/Preisrisiko als moderat (Vorjahr moderat) ein. 3.5 Markt/Nachfragerisiko Mittel- und langfristig blickt die Aenova Group einer positiven Marktentwicklung und einer wachsenden Nachfrage nach CDMO-Dienstleistungen entgegen. Pharma-Unternehmen arbeiten mit Full-Service- Partnern zusammen, um Kosten und Komplexität zu reduzieren, das Lieferkettenrisiko zu minimieren, ihre Entwicklungsprodukte nahtlos durch die verschiedenen klinischen Phasen in die kommerzielle Fertigung bringen zu können sowie die Markteinführung von Produkten zu beschleunigen. Durch die Zusammenarbeit mit CDMOs werden interne Ressourcen frei, so dass sich Pharmaunternehmen auf neue Produkte in der Pipeline konzentrieren können. Aenova ist eine der wenigen CDMO-Plattformen weltweit, die fast alle Darreichungsformen und eine breite Palette innovativer Technologien anbieten (one-stop-shop) und damit sehr gut positioniert, um an der positiven Marktentwicklung teilzuhaben. Mit den bereits getätigten sowie weiteren geplanten strategischen Investitionen in Fill & Finish PFS-Kapazitäten kann die Aenova ihren Kunden, die aufgrund der stark gestiegenen Bedarfe insbesondere in den Bereiche Onkologie, Diabetes und Adipositas weltweit Kapazitätsengpässen begegnen, ein Angebot machen. Auch mit einem verstärkten Fokus auf Entwicklungsdienstleistungen beispielsweise für hochpotenten Solida oder für Arzneimittel, die eine verbesserte Bioverfügbarkeit benötigen, ist Aenova gut positioniert, um auf die wachsende und breite Nachfrage nach patientenzentrierten Darreichungsformen (z. B. ODTs und Weichkapseln) zu reagieren. Im vergangenen Jahr belastete das schwierige wirtschaftliche Umfeld mit Lieferschwierigkeiten von Rohmaterialien, hohen Energiekosten, Inflation, hohen Zinssätzen und einem angespannten Arbeitsmarkt auch die Pharmaindustrie. Ökonomen prognostizieren für das Jahr 2024 einen Rückgang der Inflation und ein stabileres finanzpolitisches Umfeld, das Investitionen und Wachstum wieder begünstigen wird. Auch Aenova rechnet 2024 mit einer positiven Auftragslage, wobei abzuwarten bleibt, wie schnell sich Lieferengpässe und die angespannte Arbeitsmarktsituation normalisieren. Die Geschäftsführung stuft das Risiko einer generell negativen Nachfrageentwicklung als gering (Vorjahr gering) ein. 3.6 Investitionen Die Auswahl und Planung von Großinvestitionsmaßnahmen bezogen auf den Ausbau und Erneuerung von Produktionsstandorten kann zu einer falschen Allokation von Investitionsmitteln führen. Dies könnte einen negativen Einfluss auf den Geschäftsverlauf der Aenova Group haben. Überschreitungen der geplanten Kosten, verspäteten Inbetriebnahmen, Mietausfälle oder Mietminderungen sowie unzureichende Mängelverfolgungen können zu einem erhöhten Aufwand führen und als weitere Risikofaktoren gesehen werden. Zur Minimierung dieser Risiken bedient sich die Aenova externer und interner Fachkräfte sowie eines fortlaufenden Projektcontrollings. Die Geschäftsführung stuft das Risiko auf den Geschäftsverlauf als moderat (Vorjahr noch nicht benannt) ein. 3.7 Personal Um am Arbeitsmarkt als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden hat Aenova eine neue Arbeitgebermarke entwickelt und implementiert. Die Kampagne nennt sich "Faces of Excellence" und stellt die Mitarbeiter der Aenova Group in den Mittelpunkt. Die Social Media Auftritte wurden für alle Standorte harmonisiert. Darüber hinaus hat Aenova an vier deutschen Standorten Out of Home Kampagnen und gleichzeitig Werbung über unterschiedliche Social Media Kanäle gestartet. Der Erfolg der Kampagne ist groß. Conversion Raten von 7,0% und über 900 Bewerber an vier Standorten. Zusätzlich hat Aenova Group die Recruiting Aktivitäten in Drittländern erhöht, um eine signifikante Anzahl an direkten Mitarbeitern zu gewinnen. Die Integration läuft vielversprechend und zeigt die Offenheit der Aenova Group für Diversität. Nichtsdestotrotz ist der Kampf am Arbeitsmarkt für Talente nach wie vor vorhanden. Hinzu kommt eine sehr hohe Wechselbereitschaft von Angestellten, besonders in Deutschland. Mit Blick auf das angestrebte Umsatz- und EBITDA-Wachstum ist das Risiko des Fach- und Führungskräftemangels als hoch (Vorjahr hoch) anzusehen. 3.8 Zins- und Währungsrisiken Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit ist Aenova grundsätzlich einem Zins- und Währungsrisiko ausgesetzt. Das konzernweite Risikomanagement konzentriert sich auf unvorhersehbare Ereignisse auf den Finanzmärkten und versucht nachteilige Effekte auf das Konzernergebnis zu minimieren. Die variablen Zinskomponenten der langfristigen Darlehen verfügten 2023 über einen Floor von 0,0%. Stiege die Inflation, könnten Hedging-Instrumente genutzt werden. Aufgrund der hohen Kosten, die für die Platzierung eines Zinscaps erforderlich sind, hat Aenova beschlossen, im Jahr 2023 kein Hedging zu nutzen. Aenova ist Fremdwährungsrisiken ausgesetzt, da Fakturawährung und die Währung, in der die Auftragskosten anfallen, zum Teil nicht deckungsgleich sind. Bei den meisten Transaktionen ergibt sich eine natürliche Währungssicherung, beispielsweise agiert die US-Tochtergesellschaft im amerikanischen Markt sowohl als Einkäuferin als auch als Verkäuferin. In der Schweiz wird ein wesentlicher Anteil von Ein- und Verkauf in der funktionalen Währung von Aenova, dem Euro, getätigt. Dadurch reduzieren sich die Währungsrisken, denen Aenova ausgesetzt ist. Fremdwährungsrisiken werden regelmäßig analysiert und eingeschätzt, um zeitnah Maßnahmen zur Währungsabsicherung zu ergreifen und dieses Risiko zu reduzieren. Der Bereich Corporate Treasury identifiziert, bewertet und adressiert Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Geschäftseinheiten und dem strategischen Einkauf. Die Risiken aus Zins- (moderat) und Währungsschwankungen (gering) stuft die Geschäftsführung insgesamt als moderat (Vorjahr moderat) ein. 3.9 Liquiditäts- und Ausfallrisiken Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass Aenova nicht in der Lage sein wird, seinen finanziellen Verpflichtungen bei deren Fälligkeit nachzukommen. Hierzu zählen insbesondere die Tilgung von Finanzschulden sowie die Begleichung von Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und Mitarbeitern. Der Konzern stellt im Rahmen der Liquiditätssteuerung sicher, dass immer ausreichend liquide Mittel vorhanden sind. Zum Zwecke der kurz- und mittelfristigen Liquiditätssteuerung wird eine Liquiditätsvorschau erstellt. Diese berücksichtigt die erwarteten Einzahlungen, die Finanzierungspläne der Aenova (Zinszahlungen), die bestehenden und zu erwartenden Verbindlichkeiten und Zahlungsverpflichtungen, notwendige Investitionen sowie die Einhaltung bestimmter finanzieller Kennzahlen ("Financial Covenants). Die Liquiditätsvorschau für das Geschäftsjahr 2024 hängt stark von den Prämissen ab, die der Planungsrechnung zugrunde liegen: Der geplante Anstieg der Umsatzerlöse basiert auf Mengenwachstum und Preisanpassungen. Die Bruttomarge bleibt weitgehend konstant. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen steigen unterproportional zum Umsatzwachstum. Im Bereich der Personalaufwendungen sind Erhöhungen zu erwarten, hauptsächlich durch tarifliche Einflüsse und sonstige Gehaltsanpassungen, aber auch durch selektiven Personalaufbau in Bereichen mit Volumensteigerungen und Kompetenzaufbau. Der Einsatz von Lean Tools wurde in 2023 weiter vorangetrieben, auch wurden produktivitätssteigernde Investitionen durchgeführt. Die Planungsprämissen für das Geschäftsjahr 2024 sehen weitere Optimierungsmaßnahmen vor. Aenova nutzt die Liquiditätsvorschau, um die wesentlichen Zahlungsströme zu verfolgen und eine ausreichende Liquidität in der Aenova Group zu gewährleisten. Weiterhin nutzt der Konzern die monatlichen Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Working Capital-Planungen und Investitionsanträge zur Überwachung der mittel- und langfristigen Liquidität. Neben der effektiven Steuerung der Liquidität und des Working Capitals verringert der Konzern das Liquiditätsrisiko durch ein revolvierendes Darlehen von der UniCredit Bank GmbH, München in Höhe von 50,0 Mio. EUR. Zum 31. Dezember 2023 wurde dieses nur in Form von Bürgschaften in Höhe von 0,2 Mio. EUR in Anspruch genommen. Die Geschäftsführung schätzt das Liquiditätsrisiko als moderat (Vorjahr gering) ein. 3.10 Einhaltung der Financial Covenants Aenova hat gemäß den zum Stichtag laufenden Kreditverträgen Financial Covenants einzuhalten und gesondert zu prüfen, sofern die Inanspruchnahme des revolvierenden Darlehens (RCF) den Schwellenwert von 40,0% übersteigt. Im Geschäftsjahr 2023 war eine Prüfung der Financial Covenants durchgängig nicht erforderlich. Falls wesentliche Planungsprämissen nicht eintreten, besteht ein Risiko, dass Aenova die Forecasts bzw. Simulationen und damit ggf. die Financial Covenants nicht erreicht. Ein Bruch der Covenants hätte zur Folge, dass die Bankdarlehen fällig gestellt werden bzw. die Banken von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen könnten. Aenova überwacht die Einhaltung der bedingten Financial Covenants unter dem RCF fortlaufend auf Basis von Forecasts und Simulationen. Nach Einschätzung der Geschäftsführung besteht nur ein geringes (Vorjahr gering) Risiko, dass die Financial Covenants nicht eingehalten werden. 4. Prognosebericht Für das Jahr 2024 prognostizierten Ökonomen einen Rückgang der Inflation und ein insgesamt stabileres finanzpolitisches Umfeld, welches wieder verstärkt Investitionen und Wachstum begünstigen wird. So hat auch das Ifo-Institut seine BIP-Wachstumsprognose für Deutschland für 2024 von 1,4% auf 0,9% gesenkt, maßgeblich getrieben durch das von Unsicherheit geprägte zurückhaltende Investitionsverhalten von privaten Haushalten und Unternehmen. Die Wachstumsprognose für die gesamten Eurozone liegt für 2024 bei 0,8%. Für die Schweiz wird ein Wachstum von 1,1% und für die USA von 2,1 % erwartet. 42 Die dem Prognosebericht zugrunde liegende Planung ist Ende 2023 verabschiedet worden. Die Planung für 2024 basiert ausschließlich auf organischem Wachstum. Für die Folgejahre wird weiterhin ein steigendes Wachstum bei wesentlich verbesserter Ertrags- und Liquiditätslage erwartet. Diese Einschätzung beruht insbesondere auf den erwarteten Entwicklungen auf den Pharma- und Consumer-Healthcare-Märkten, auf der Pipeline bereits gewonnenen Geschäfts, auf den bereits korrigierten Energiepreisen sowie auf den strategischen Projekten und Optimierungsmaßnahmen, die der Konzern in den Geschäftsjahren 2019 bis 2023 auf den Weg gebracht hat. Im Pharma-Markt wird aufgrund des Auslaufens wesentlicher Patente in den nächsten Jahren weiterhin mit fortdauern anwachsenden Volumina und einer Zunahme der Marktanteile von Generikaprodukten gerechnet. Es wird gleichzeitig erwartet, dass der intensive Wettbewerb im Generika-Segment anhalten wird. Die forschenden Pharmaunternehmen fokussieren sich weiterhin auf ihre Kernkompetenzen Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Der Trend zum Outsourcing hält an, darüber hinaus wird die in den Vorjahren beobachtete Konsolidierung der Lieferantenbasis weiter anhalten. Insbesondere im Hinblick auf eine schnelle und verlässliche Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten sieht Aenova eine sich verstärkende Tendenz hin zu kurzen Reaktionszeiten und Skalierbarkeit in der Lieferkette. Der Consumer-Healthcare-Bereich wird von unterschiedlichen Markttrends beeinflusst. Gesättigte OTC- Märkte wie Deutschland verzeichnen einen leichten Rückgang im OTC-Geschäft über Apotheken, andererseits aber ein Wachstum bei günstigeren Vertriebskanälen. Dienstleister für die Pharmaindustrie müssen kostenseitig wettbewerbsfähig sein; Differenzierungsmöglichkeiten ergeben sich durch hohe Lieferzuverlässigkeit sowie durch ein umfangreiches Leistungsangebot, das neben der Produktion unterschiedlicher Darreichungsformen auch Entwicklungsdienstleistungen und Logistik umfasst. Gleichzeitig sind die kontinuierlich steigenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen und es ist ein kontinuierlich hoher Qualitätsstandard zu gewährleisten. Die Aenova hat strategische Initiativen definiert und Maßnahmen eingeleitet, um sich den Marktgegebenheiten entsprechend zu positionieren und somit für die Zukunft optimal aufgestellt zu sein:
Für das Geschäftsjahr 2024 wird eine Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet - dies reflektiert einerseits weiter steigende Volumina, auch durch Neuaufträge, andererseits Preiserhöhungen zur Kompensation steigender Personal- und anderer Faktorkosten. Erwartet werden weitgehend konstante Rohmaterialkosten, was zu einem niedrigen einstelligen prozentualen Anstieg der Bruttomarge führt. Dem Wegfall der einmaligen Sonderkosten im Zusammenhang mit der Schließung des Standortes Wolfratshausen stehen höhere Personal- und andere operative Kosten gegenüber, insbesondere durch Tariferhöhungen und der Rekrutierung zusätzlichen Personals angesichts steigender Volumina im Hochlauf von Neuaufträgen sowie der Stärkung der Gruppenfunktionen. Für die bereinigte EBITDA-Marge wird daher eine Erhöhung um ein bis zwei Prozentpunkte erwartet (ohne Wolfratshausen eine nur leichte Margensteigerung), was zu einer Erhöhung des bereinigten EBITDA im niedrigen zweistelligen Bereich führt. Für das EBITDA wird eine hohe Steigerung erwartet (rund 50%), insbesondere aufgrund der Reduktion der Sonderkosten. Durch die Weiterführung des Investitionsprogramms in der Unternehmensgruppe wird die Wettbewerbsfähigkeit weiter gesteigert. In der Planung für das Jahr 2024 wird in der Konsequenz davon ausgegangen, dass die Liquiditätslage des Konzerns weiterhin stabil bleiben wird. Aenova rechnet für das Geschäftsjahr 2024 mit folgender Kennzahlenentwicklung:
Die Einschätzungen in diesem Bericht basieren auf dem derzeitigen Kenntnisstand und den zum Aufstellungszeitpunkt vorhandenen Informationen. Aufgrund von Unsicherheiten jeder Planung kann die tatsächliche Entwicklung von den gegenwärtigen Einschätzungen abweichen. Die Risiken aus der aktuellen Kriegssituation zwischen Russland und der Ukraine, einer möglichen Eskalation, einer Auseinandersetzung zwischen den USA und China sind nicht konkret abschätzbar. Insgesamt sind keine Risiken erkennbar, die den Bestand der Unternehmensgruppe gefährden.
Starnberg, 28. März 2024 Apollo 5 GmbH Jan Kengelbach, Geschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Apollo 5 GmbH, Starnberg Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Apollo 5 GmbH, Starnberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzerngesamtergebnisrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Apollo 5 GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 28. März 2024 KPMG
AG
Bergler, Wirtschaftsprüfer Querfurth, Wirtschaftsprüferin |
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