Stammdaten

Register
Amtsgericht Duisburg HRB 21421
Eingetragen
17.7.2006
Branche
Herstellung von Gipserzeugnissen für den BauTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Baustoffen und AnstrichmittelnGroßhandel mit sonstigen Baustoffen und Bauelementen
Gegenstand
die Herstellung und Verarbeitung, der Handel mit, der Vertrieb und Verkauf von Baustoffen und Bauelementen aller Art, die aus Baustoffprodukten aller Arten bestehen können, insbesondere auch aus Systemlösungen im Wohn- und Wirtschaftsbau mit und ohne Bauleistung, sowie alle damit zusammenhängender Geschäfte..

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Simone Wunsch
seit 2.2.2026
Prokura
Stefan Pohlmann
seit 14.10.2025
Prokura
Christian Bartsch
seit 16.9.2025
Prokura
Nicole Rebling
seit 16.9.2025
Prokura
Ramona Tooren
seit 5.9.2025
Prokura
Daniel Voßkamp
seit 9.7.2025
Prokura
Armin Meinert
seit 27.5.2025
Prokura
Florian Wisch
seit 2.1.2025
Prokura
Florian Dornbusch
seit 18.6.2024
Prokura
Aldin Herić
seit 18.6.2024
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Britta Stracke
seit 1.12.2023
Prokura
Dana Gronemann
seit 30.3.2023
Prokura
Daniel Marczinkowsky
seit 20.10.2022
Geschäftsführer
Manfred Streng
seit 24.1.2014
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Xella International S.A.LUX
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
500.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Xella Aircrete Systems GmbH

Duisburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht der für das Geschäftsjahr 01.01. bis 31.12.2023

Inhaltsverzeichnis

1 Geschäftstätigkeit

2 Wirtschafts- und Branchenbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage

2.2 Bauwirtschaft in Deutschland

2.3 Beschaffungsmärkte

3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1 Ertragslage und Geschäftsverlauf der Gesellschaft

3.2 Investitionen

3.3 Finanzlage

3.4 Vermögenslage

4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

4.1 Nachhaltigkeitsstrategie (ESG-Strategie)

4.2 Mitarbeiter

4.3 Arbeitssicherheit

4.4 Governance und Compliance

4.5 Umwelt und Klima

4.6 Effizientes und nachhaltiges Bauen und Renovieren

5 Risiko- und Chancenbericht

5.1 Risikobericht

5.2 Chancenbericht

6 Prognosebericht

6.1 Zukünftige Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage

6.2 Zukünftige Entwicklung der Bauwirtschaft in Deutschland

6.3 Zukünftige Entwicklung der Beschaffungsmärkte

6.4 Zukünftige Ertrags- und Finanzlage

1 Geschäftstätigkeit

Die Xella Aircrete Systems GmbH ist im Wirtschafts- und Wohnbau tätig. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und Verarbeitung, der Handel mit sowie der Vertrieb und Verkauf von Baustoffen und Bauelementen aus Porenbeton, insbesondere von großformatigen Wand- und Dachelementen.

Die Xella Aircrete Systems GmbH ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Xella Baustoffe GmbH. Diese wiederum ist eine Zwischenholding der Geschäftseinheit Baustoffe in der Xella Gruppe. Die gesamte operative Organisation ist - über Zwischenholdings - der Führungsgesellschaft LSF10 XL Investments S.à r.l. mit Sitz in Luxemburg unterstellt. Diese wiederum ist Teil der Lone Star Gruppe. Lone Star ist ein führendes Private-Equity-Unternehmen, das in Immobilien, Unternehmensanteile und andere Finanzanlagen investiert sowie Finanzmittel bereitstellt.

2 Wirtschafts- und Branchenbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage

Das Jahr 2023 war geprägt von einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) folgend hat sich die Weltwirtschaft trotz Inflation und massiver Reaktion der Geldpolitik besser entwickelt als befürchtet. Im Ergebnis verlangsamte sich die Expansion des globalen Welthandels im Jahr 2023 aber. Das IfW verzeichnete für 2023 ein globales Welthandelsvolumen von 2,0%. Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnet das Kieler Institut für Weltwirtschaft für 2023 eine globale Wachstumsrate von +3,0%, nach +3,3% im Vorjahr. Im Laufe des Jahres 2023 gingen die Rohstoff- und Energiepreise von ihren Höchstständen zurück, die Inflation verlangsamte sich und die unterstützenden fiskalpolitischen Maßnahmen liefen aus, die zur Dämpfung der negativen Auswirkungen des Energiepreisanstiegs und der Pandemie eingeführt worden waren. Die Unsicherheit unter den Wirtschaftsakteuren blieb jedoch bestehen, und auch die geopolitischen und wirtschaftlichen Spannungen nahmen zu.

Auf der Makroebene entwickelten sich die europäischen Volkswirtschaften aufgrund der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine wie der Inflation und der darauf reagierenden Geldpolitik schwach. Für die Europäische Union verzeichnet das IfW demnach lediglich ein Wachstum von +0,5%, nach +3,5% im Vorjahr. Diese Abschwächung der Dynamik ist vor allem auf die Stagnation der deutschen Wirtschaft zurückzuführen, die innerhalb der EU ein Gewicht von fast 1⁄4 hat. Laut IfW ging das BIP in Deutschland im Jahr 2023 um -0,3% zurück, nach +1,8% im Jahr 2022.

Die schwache Dynamik in den europäischen Volkswirtschaften wirkte sich auch auf den Baumarkt aus, der eine strategische Rolle bei der Erholung der Volkswirtschaften nach der Pandemie spielte. Diesmal sind die Auswirkungen jedoch negativ: Das verlangsamte Wirtschaftswachstum, steigende Baupreise und Finanzierungskosten sowie die große Unsicherheit unter den Marktteilnehmern führten zu einem Rückgang der Bautätigkeit, insbesondere im Wohnungsbau.

2.2 Bauwirtschaft in Deutschland

Auch der Bausektor in Deutschland ist von der aktuellen wirtschaftlich schwierigen Situation betroffen. Für das Jahr 2023 verzeichnen die Experten von Euroconstruct einen Rückgang der Neubauinvestitionen in Deutschland um -5,4% und einen Einbruch der Baugenehmigungen im Wohnungsbau um -28,0%. Betrachtet man die verschiedenen Typen, so sind es vor allem die Ein- und Zweifamilienhäuser, die verlieren. Deren Genehmigungen gehen um 38,6% zurück, während sie sich bei Mehrfamilienhäusern um -23,5% verminderten. Bei der Betrachtung der Fertigstellungen von Wohnungen im Jahr 2023 in Deutschland nennt Euroconstruct einen Rückgang von -8,6%, der vor allem durch das Segment der Einfamilienhäuser mit einem Rückgang von -10,0% getrieben wird. Dies ist auch eine Folge der Entwicklung der Baugenehmigungen bei Einfamilienhäusern, im Vergleich zu 2021 hat sich diese Zahl fast halbiert. Das auf die deutsche Bauwirtschaft spezialisierte Marktforschungsinstitut Heinze interpretiert das Bild für 2023 ähnlich wie die Euroconstruct-Experten.

Gründe für diese nachhaltig negative Entwicklung sind ein starker Anstieg der Zinssätze und andere inflationäre Kostenentwicklungen, Kaufkraftverlust der privaten Haushalte, schwächeres Wirtschaftswachstum, eine angespanntere Situation der öffentlichen Haushalte, sinkende Immobilienpreise oder eine geringere Rentabilität von Bauprojekten. In Summe führt dies zu mehr Unsicherheit bei Investoren und privaten Hausbauern. Das zeigt sich auch darin, dass das Neugeschäft mit Hypothekenkrediten für den Hauskauf an private Haushalte zwischen 2022 und 2023 um mehr als 30% eingebrochen ist.

Generell ist das Renovierungsvolumen weniger konjunkturabhängig, da die Nachfrage auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten tendenziell stabiler ist als im Neubausektor. Die Klimaziele innerhalb der Europäischen Union und die Bedeutung des Gebäudebestands für die Erreichung dieser Ziele werden die Renovierungsaktivitäten in diesem Jahrzehnt unterstützen. Das prognostizierte Volumen der Renovierungsarbeiten für Gebäude in der Euroconstruct-Zone sinkt um -1,3%, während der Neubau um -5,2% abnimmt.

2.3 Beschaffungsmärkte

Rohstoffe und ihre uneingeschränkte Verfügbarkeit zählen zu den Schlüsselfaktoren für den Erfolg der Xella Aircrete Systems GmbH, da sie nahezu die Hälfte des Materialaufwands ausmachen. Ferner sind Transportdienstleistungen, Energie, Verpackungsmaterialien und sonstige Waren und Dienstleistungen wichtige Einsatzfaktoren.

Im Jahr 2023 war die Beschaffung das ganze Jahr über von inflationären Kostenentwicklungstendenzen betroffen. Insbesondere bei den wichtigsten Rohstoffen war der Preisdruck aufgrund des oligopolistischen Charakters der Märkte (z.B. Zement, Kalk) hoch. Auch der Anstieg der Arbeitskosten trieb die Preisentwicklung vor allem bei den dienstleistungsbezogenen Materialgruppen an. Die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Produkten und Dienstleistungen war 2023 unproblematisch und veränderte sich im Vergleich zu 2022 in allen Märkten positiv, da die Nachfrage zurückging und die Lieferketten z.B. bei Paletten, Stahl oder Zement reibungslos funktionierten.

Im Jahr 2022 hatte sich das gesamte europäische Energiemarktumfeld auf den Kopf gestellt. Auf dem kurzfristigen Spot- und Terminmarkt wurden hohe Preisniveaus verzeichnet. Hauptauslöser für diese Entwicklung waren der Krieg in der Ukraine und geringere Gaslieferungen aus Russland nach Europa. Im Jahr 2023 beruhigten sich der Energiemarkt und die daraus resultierenden Preise wieder. Obwohl es kaum noch Gaslieferungen aus Russland gab, war die Energieversorgungssicherheit in ganz Europa gewährleistet und die Belieferung von Gas nach Europa lag auf einem hohen Niveau. Darüber hinaus ging die Gesamtenergienachfrage zurück, was teilweise auf die schwächere Wirtschaftslage zurückzuführen war, aber auch auf ein mildes Winterwetter in den Jahren 2022 / 2023 mit dem daraus resultierenden geringen Heizbedarf. Zudem haben hohe Gasspeicherbestände in ganz Europa die Energiepreise weiter beruhigt.

3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Xella Aircrete Systems GmbH beendete das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 mit einem Verlust (Ergebnis vor Verlustübernahme) von T€ 1.705. Dieser Verlust wurde gemäß des am 5. Januar 2005 abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrags von der Xella Baustoffe GmbH ausgeglichen.

Insgesamt verlief das Geschäftsjahr 2023 aufgrund des Einbruchs der Baubranche schwierig. Die wesentlichen Kennzahlen Umsatz und EBITDA verschlechterten sich signifikant. Zudem wurde ein Jahresfehlbetrag vor Verlustübernahme ausgewiesen. Der Umsatz sank auf T€ 33.169 vor allem aufgrund des massiven Absatzrückgangs sowohl im Wirtschafts- als auch im Wohnbau. Auch die deutliche Reduzierung des EBITDA auf einen Aufwandssaldo in Höhe von T€ 1.132 ist vor allem darauf zurückzuführen.

3.1 Ertragslage und Geschäftsverlauf der Gesellschaft

in T€ (sofern nicht anders angegeben) Veränderung
finanzielle Leistungsindikatoren sind fettgedruckt 2023 2022 abs. in %
Gesamtumsatz 33.169 42.145 -8.976 -21,3%
Rohertrag 13.139 16.673 -3.535 -21,2%
Rohertrag Marge 39,6% 39,6% 0,0%
EBITDA -1.132 833 -1.965
EBITDA Marge -3,4% 2,0% -5,4%
Investitionen 531 532 -1 -0,2%
Ø Beschäftigte (in Vollzeitäquivalenten) 123 125 -3 -2,2%

Hinweis zur Darstellung der Werte in dieser Tabelle: alle Werte stellen exakt ermittelte Werte dar, die erst anschließend auf eine Nachkommastelle der jeweiligen Einheit (T€ oder %) gerundet wurden.

Die Planung und Steuerung der Xella Aircrete Systems GmbH basiert vor allem auf der Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren sind demnach Umsatz und EBITDA. Darüber hinaus werden weitere, mit diesen finanziellen Leistungsindikatoren im Zusammenhang stehende Kennzahlen wie Rohertrag oder bereinigtes EBITDA zur Steuerung verwendet.

Der Umsatz beinhaltet alle Erlöse aus Verkäufen von Produkten und Dienstleistungen sowie Erlöse aus sonstigen Nebenleistungen. Umsätze werden sowohl mit Dritten als auch mit verbundenen Unternehmen generiert.

Der Rohertrag setzt sich zusammen aus dem Umsatz, aus Erträgen aus der Erhöhung oder Aufwendungen aus der Verminderung des Bestands an fertigen Erzeugnissen und aus Erträgen aus anderen aktivierten Eigenleistungen, vermindert um den Materialaufwand.

Das EBITDA stellt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dar. Als bereinigtes EBITDA wird es um Einmaleffekte und Sondereinflüsse wie z. B. Restrukturierungsaufwendungen oder Erträge oder Aufwendungen aus außergewöhnlichen Geschäftsvorfällen korrigiert.

Negative Umsatzentwicklung

Der Umsatz der Xella Aircrete Systems GmbH verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um 21,3% auf T€ 33.169. Zu dieser negativen Entwicklung trug vor allem der Umsatz mit Dritten bei. Der signifikante Rückgang des Drittumsatzes resultierte maßgeblich aus geringeren Absätzen sowohl im Bereich Wirtschaftsbau als auch im Wohnbau, die einhergingen mit dem rückläufigen Markt, der geprägt war durch hohe Baukosten und ein deutlich gestiegenes Zinsniveau. Vor allem im Wirtschaftsbau erzielte Preiserhöhungen konnten diesen Rückgang bei Weitem nicht kompensieren.

Rückläufig verlief zudem der Umsatz an verbundene Unternehmen, vor allem bedingt durch niedrigere Absätze an die Xella Deutschland GmbH. Auch diese Absatzminderungen resultierten aus dem nachlassenden Markt und dem geringeren Bedarf der Xella Deutschland GmbH, durch die Xella Aircrete Systems in ihrem Porenbeton-Absatz unterstützt zu werden.

Für das Geschäftsjahr 2023 wurden geringere Absätze und ein deutlicher Umsatzrückgang von mehr als 10% trotz positiver Preiseffekte im Wirtschaftsbau prognostiziert. Die Absatzrückgänge im Wirtschaftsbau lagen jedoch sogar über den Erwartungen, so dass auch die Umsatzminderung stärker ausfiel. Auch die vermutete Reduzierung des Geschäfts mit verbundenen Unternehmen trat ein.

Stabilisierung der Rohertragsmarge trotz rückläufigem Rohertrag

Der Rohertrag der Xella Aircrete Systems GmbH sank gegenüber dem Vorjahr um 21,2% auf T€ 13.139, die Rohertragsmarge konnte mit 39,6% jedoch stabil gehalten werden und veränderte sich gegenüber dem Vorjahr nicht. Zu dieser Entwicklung trug vor allem das signifikante Umsatzminus bei, dem ein prozentual betrachtet ebenso großer Rückgang des Materialaufwands gegenübersteht. Die Aufwendungen aus Bestandsveränderungen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2023 mit T€ 942 nachteilig gegenüber dem Vorjahr mit Aufwendungen in Höhe von T€ 117, bedingt durch einen größeren Lagerabbau vor allem von Porenbetonsteinen, aber auch von Montagebauteilen.

Der Materialaufwand verringerte sich um T€ 6.267 auf T€ 19.088 und damit ähnlich stark wie der Umsatz. Ursächlich für den Rückgang war vor allem die signifikante Verminderung der Produktionsmenge. Im Geschäftsjahr 2023 wurden demnach kaum noch Porenbetonsteine und deutlich weniger Montagebauteile produziert, um den Marktgegebenheiten und der sinkenden Nachfrage Rechnung zu tragen. Mengenbedingt sanken zudem die Aufwendungen für Frachten und Handelswaren. Dem gegenüber standen negative Effekte aus Inflation vor allem bei Kalk, Zement und Sand, während die Stahlpreise sanken.

Für 2023 wurde mit einer Fortsetzung des hohen Inflationsniveaus und höheren Preisen für wesentliche Rohstoffe wie Kalk, Sand und Zement geplant. Das ist wie erwartet eingetroffen. Die erwarteten Preissteigerungen bei Stahl gab es dagegen nicht und auch signifikant höhere Energiekosten konnten durch das bestehende Hedging vermieden werden. Insgesamt sollten in 2023 positive Mengeneffekte überwiegen und der Materialaufwand gesenkt werden. Das hat sich realisiert.

EBITDA wird negativ

Die Xella Aircrete Systems GmbH weist im Geschäftsjahr 2023 ein EBITDA mit einem Aufwandssaldo in Höhe von T€ -1.132 aus (Vorjahr: T€ 833) und musste somit einen Einbruch erleiden. Der Rückgang war mit T€ 1.965 geringer als der um T€ 3.535 verschlechterte Rohertrag, resultierend aus höheren sonstigen Erträgen und geringeren Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich in 2023 auf T€ 817 (Vorjahr: T€ 447) vor allem aufgrund von gestiegenen periodenfremden Erträgen und höheren Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen.

Die Personalaufwendungen nahmen um T€ 890 auf T€ 9.225 ab. Hier spiegeln sich Einsparmaßnahmen im Zusammenhang mit der angespannten wirtschaftlichen Situation wider. Positive Effekte wurden durch den Abbau von Urlaub und Überstunden sowie eingesparten Gehältern im Zusammenhang mit Kurzarbeit erzielt. Der durchschnittliche Personalbestand sank demzufolge um 3 Vollzeitäquivalente. Zudem fielen geringere Rückstellungen für Mitarbeiterboni im Zusammenhang mit der verschlechterten Geschäftsentwicklung an. Auch die geringere Zuführung zur Pensionsrückstellung trug positiv zur Verringerung des Personalaufwands bei.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 309 auf T€ 5.862. Einsparungen konnten insbesondere durch den fast vollständigen Verzicht auf Leiharbeitnehmer erzielt werden. Auch die produktionsbezogenen Aufwendungen für Instandhaltung, Reinigung und Bewachung verminderten sich. Höhere Kosten fielen dagegen für Marketing, für an verbundene Unternehmen zu entrichtende Umlagen und für periodenfremde Sachverhalte an.

Reduzierte Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen wurden für das Geschäftsjahr 2023 prognostiziert und konnten realisiert werden. Das konnte jedoch die negativen Effekte aus dem massiven Absatzrückgang insgesamt nur geringfügig kompensieren, so dass das erwartete, deutlich rückläufige EBITDA eingetreten ist.

Negative Geschäftsentwicklung führt zu Verlustübernahme

Im Vorjahr erzielte die Xella Aircrete Systems GmbH noch einen Überschuss in Höhe von T€ 313, der entsprechend dem Ergebnisabführungsvertrag an die Xella Baustoffe GmbH abgeführt wurde. Der schlechten Geschäftsentwicklung folgend ergab sich für das Geschäftsjahr 2023 jedoch ein Fehlbetrag in Höhe von T€ 1.705, welcher von der Xella Baustoffe GmbH übernommen werden musste. Wesentliche Veränderungen in Positionen unterhalb des EBITDA gab es dabei nicht.

Die Abschreibungen verringerte sich um T€ 5 auf T€ 468. Das Finanzergebnis verschlechterte sich aufgrund der Abführung von Zinsen aus dem Cash-Pooling um T€ 46 und belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf einen Aufwand in Höhe von T€ 130. Die Erträge aus Beteiligungen lagen bei T€ 54 (Vorjahr: T€ 66). Die sonstigen Steuern beliefen sich unverändert auf T€ 28.

3.2 Investitionen

Im Berichtsjahr 2023 lagen die Investitionen der Xella Aircrete Systems GmbH mit T€ 531 auf dem Niveau des Vorjahres mit T€ 532. Während sich die schwierige Geschäftslage bei den Ersatzinvestitionen bei einem Rückgang um T€ 318 deutlich bemerkbar machte, wurde verstärkt in Arbeitsschutz und Energieeffizienz investiert. Im Bereich des Arbeitsschutzes wurde demnach vor allem in das Sicherheitskonzept einer Schneidanlage investiert. Optimierungsinvestitionen gab es in 2023 keine.

3.3 Finanzlage

Die Xella Aircrete Systems GmbH ist in das Cash-Pooling der Xella Gruppe mit der Xella International GmbH als Cash-Pooling Führerin eingebunden, so dass sich die Liquidität der Gesellschaft in den Forderungen gegen die Xella International GmbH widerspiegelt. Diese erhöhte sich von T€ 1.281 zum Vorjahresstichtag auf T€ 1.780 zum 31. Dezember 2023. Die Erhöhung resultierte vor allem aus der Zahlung des Verlustausgleichs der Xella Baustoffe GmbH.

3.4 Vermögenslage

Insgesamt verminderte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 31. Dezember 2022 um T€ 1.921 auf T€ 9.830.

Die Xella Aircrete Systems GmbH ist ein produzierendes Unternehmen mit Werk in Alzenau. Dieses spiegelt sich auch im Anlagevermögen wider, das sich gegenüber dem Vorjahresstichtag um insgesamt T€ 62 auf T€ 4.156 erhöhte. Daraus ergibt sich eine Anlagenintensität von 42,3% (Vorjahr: 34,8%). Der Anstieg erfolgte ausschließlich in den Sachanlagen, da die Investitionen in 2023 höher waren als die planmäßigen Abschreibungen.

Das Umlaufvermögen reduzierte sich insgesamt um T€ 1.983 auf T€ 5.674. Dabei lagen die Vorräte zum 31. Dezember 2023 mit T€ 2.520 um T€ 1.764 unter dem Vorjahreswert. Dabei sanken die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe maßgeblich durch die deutlich weniger ausgeprägte Bevorratung von Stahl und die Fertigerzeugnisse im Zusammenhang mit dem Lagerabbau. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände, abzüglich der Cash-Pooling Forderungen, verminderten sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 639 auf T€ 1.373, maßgeblich aufgrund niedrigerer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit der negativen Umsatzentwicklung, aber auch durch geringere Forderungen aus Erstattungen von Mineralöl- und Energiesteuer. Dagegen erhöhten sich die Cash-Pooling Forderungen in der Berichtsperiode von T€ 1.281 auf T€ 1.780.

Das Eigenkapital blieb zum 31. Dezember 2023 unverändert bei T€ 541. Der Fehlbetrag in Höhe von T€ 1.705 wurde auf Basis des Gewinnabführungsvertrags von der Xella Baustoffe GmbH ausgeglichen. Damit liegt die Eigenkapitalquote mit 5,5% um 0,9 Prozentpunkte über der Vorjahresquote.

Die Rückstellungen nahmen um T€ 1.075 ab und lagen zum 31. Dezember 2023 bei T€ 7.692. Dabei verminderten sich vor allem die Rückstellungen für Kundenboni im Zusammenhang mit dem Umsatzrückgang, die Rückstellungen für Mitarbeiterboni im Zusammenhang mit der schwachen Geschäftsentwicklung und die Rückstellungen für nicht genommenen Urlaub im Zusammenhang mit dem Abbau von Urlaub aufgrund der eingeführten Kurzarbeit.

Die Verbindlichkeiten beliefen sich zum Bilanzstichtag auf T€ 1.597 und lagen damit um T€ 846 unter dem Niveau des Vorjahresstichtags. Dieser Rückgang resultierte maßgeblich aus gesunkenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, auch hier im Zusammenhang mit der rückläufigen Geschäftsentwicklung.

4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Xella Aircrete Systems GmbH möchte ihren Teil dazu beitragen, eine nachhaltige Welt aufzubauen und bietet energieeffiziente, kostenoptimierte und nachhaltige Lösungen für Bau- und Renovierungsprojekte an. Nicht nur die Produkte stehen für Nachhaltigkeit, auch das Unternehmen hat den Anspruch, personelle, natürliche und finanzielle Ressourcen bestmöglich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu nutzen. Entsprechend wird die Leistungsfähigkeit der Xella Aircrete Systems GmbH nicht nur an den finanziellen, sondern auch an nichtfinanziellen Leistungsindikatoren gemessen.

Unterstützt wird die Xella Aircrete Systems GmbH bei den verschiedenen Themenbereichen durch die Xella Gruppe, konkret durch die verschiedenen Zentralfunktionen in den Holding-Gesellschaften Xella International GmbH und Xella Baustoffe GmbH sowie ebenfalls Xella Deutschland GmbH. Sofern in den folgenden Abschnitten die Xella Gruppe erwähnt wird, beinhaltet das insofern auch die Xella Aircrete Systems GmbH.

4.1 Nachhaltigkeitsstrategie (ESG-Strategie)

Die Xella Aircrete Systems GmbH spielt eine proaktive Rolle bei der Verringerung der Auswirkungen auf die Umwelt und trägt zum Kampf gegen den Klimawandel bei durch die Entwicklung von Produkten und Prozessen, die weniger CO 2 verbrauchen, Abfälle vermeiden und die Wiederverwendung oder das Recycling von Produkten erhöhen. Zudem setzt sich das Unternehmen mit allen seinen Führungskräften jederzeit für die Sicherheit der Mitarbeiter ein. Zusammen bilden diese Aspekte die Grundlage der ESG-Strategie (Environmental, Social, Governance).

Das Ziel der Xella Gruppe, effiziente, erschwingliche und nachhaltige Lösungen für Wohn- und Geschäftsgebäude anzubieten, wurde im Jahr 2023 durch den Abschwung in der Bauindustrie vor eine große Herausforderung gestellt. Dennoch wurde die Entscheidung getroffen, den Nachhaltigkeitsverpflichtungen und den gesetzten Zielen treu zu bleiben, um die langfristige ESG-Strategie umzusetzen. Und in diesem Sinne hat die Xella Gruppe trotz des finanziellen Drucks der Marktsituation einige spürbare Fortschritte erzielt. Die neu definierten CO 2 -Emissionsziele und der Fahrplan zu ihrer Erreichung wurden von der Science Based Targets Initiative (SBTi) bis Ende 2023 genehmigt. Mit der Umsetzung zielgerichteter Maßnahmen im gesamten Unternehmen wurde bereits begonnen. Zudem wurde die Kreislauffähigkeit der Rohstoffe und Produkte mit Pilotprojekten weiterentwickelt. Nicht zu vergessen wird kontinuierlich an der Schaffung eines Arbeitsplatzes gearbeitet, der die Sicherheit für alle Mitarbeiter gewährleistet.

Die ESG-Strategie der Xella Gruppe basiert auf drei Säulen:

Verringerung von CO 2 -Emissionen und Bereitstellung von Baumaterialien mit einem geringen CO 2 Fußabdruck:

 

Es erfolgt eine aktive Suche nach Möglichkeiten zur Reduzierung der CO 2 e-Emissionen nach Scope 1 und 2 in den eigenen Produkten und Prozessen. Außerdem erfolgt eine proaktive Zusammenarbeit mit den wichtigsten Rohstofflieferanten innerhalb der Lieferkette, um CO 2 -Emissionen nach Scope 3 zu reduzieren.

Entwicklung der Kreislauffähigkeit der Baustoffe:

 

Für die Xella Aircrete Systems GmbH geht es bei der Kreislaufwirtschaft darum, einen regenerativen Ansatz in jeden Aspekt der Prozesse einzubinden, der auf der fast vollständigen Recyclingfähigkeit von Porenbeton basiert. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, den Verbrauch an neuen Rohstoffen zu reduzieren, mit der Zielsetzung, spätestens ab dem Jahr 2030 keine Porenbetonreste mehr zu deponieren. Produktionsabfälle sollen in die Produktion zurückgeführt, die Abfallmenge auf der Baustelle begrenzt und der Zugang zu Abbruchprodukten als Rohstoff weiter ausgebaut werden.

Sicherer Arbeitsplatz:

 

Durch beträchtliche Investitionen in Sicherheitsschulungen ist der Slogan "Safe work. Safe life" Teil der Unternehmens-DNA und -Kultur geworden.

4.2 Mitarbeiter 1

Kompetente, leistungsfähige und engagierte Mitarbeiter sind das Fundament für den Erfolg und die Weiterentwicklung der Xella Aircrete Systems GmbH. Ziel ist es, auf den verschiedenen betrieblichen Ebenen und entsprechend den fachlichen Anforderungen sehr gut qualifizierte und hoch engagierte Mitarbeiter zu beschäftigen und ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Dazu tragen die hochwertige Ausbildung der Xella Aircrete Systems GmbH und die Investitionen in die Qualifikation der Mitarbeiter ebenso bei wie eine faire, leistungsorientierte Vergütung, ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld und flexible Möglichkeiten zur Vereinbarung von Beruf und Familie. Höchste Priorität bei der Xella Aircrete Systems GmbH hat die Arbeitssicherheit und Gesundheit der Beschäftigten.

Entwicklung der Anzahl der Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 waren in der Xella Aircrete Systems GmbH durchschnittlich 133 Mitarbeiter beschäftigt. Zum Vorjahr bedeutet dies einen Aufbau von 2 Mitarbeitern bzw. 1,5%.

Die Fluktuationsrate im Jahr 2023 betrug 6,6% (2022: 2,5%). Für die Ermittlung der Fluktuationsrate werden die Austritte innerhalb eines Jahres (ohne Pensionierungen) ins Verhältnis zur durchschnittlichen Anzahl der unbefristet beschäftigten Mitarbeiter des gleichen Jahres gesetzt. Diese Arbeitsverhältnisse machten Ende 2023 in der Xella Aircrete Systems GmbH 89,9% des Mitarbeiterbestands aus (2022: 91,3%). Die durchschnittliche Beschäftigungsdauer in der Xella Aircrete Systems GmbH lag bei 14,7 Jahren (Vorjahr: 15,3 Jahre).

Bewerberansprache und Rekrutierung

Der Bereich Human Resources unterstützt alle Funktionsbereiche bei der Suche nach kompetenten Fach- und Führungskräften. Im Jahr 2023 lag ein Schwerpunkt auf der Einführung des neu gestalteten Jobportals mit einem moderneren und benutzerfreundlicheren Rahmen. Darüber hinaus wurde an einem Marketingansatz gearbeitet, um bestimmte Mitarbeitergruppen wie Auszubildende in den sozialen Medien anzusprechen und zu gewinnen.

Aus- und Weiterbildung

Durch die berufliche Förderung und Entwicklung der Mitarbeiter möchte die Xella Aircrete Systems GmbH die Qualifikation und Erfahrungen der Belegschaft den sich wandelnden Anforderungen der Industrie und Arbeitswelt anpassen und somit auch den zukünftigen Erfolg sichern.

Junge Talente werden im Rahmen der Ausbildungs- und Traineeprogramme gefördert. Die Xella Aircrete Systems GmbH bietet jungen Menschen zahlreiche berufliche Einstiegschancen in den technischen Bereichen. Im Jahr 2023 beschäftigte die Xella Aircrete Systems GmbH 7 Auszubildende.

In der Xella Aircrete Systems GmbH werden Mitarbeiter aktiv auf ihrem Berufs- und Karriereweg begleitet und die Entwicklung der Talente gefördert. Ziel ist es, die Fähigkeiten und Kenntnisse der Mitarbeiter optimal einzusetzen und bestmöglich zu entfalten.

Daher bietet die Xella Aircrete Systems GmbH den Mitarbeitern und Führungskräften eine breite Palette an internen und externen Weiterbildungen zu unterschiedlichen Themen, von jobspezifischen bis zu Softskill Trainings, in verschiedenen Formen an, z.B. als interne Schulungen vor Ort, E-Learning-Möglichkeiten oder externe Seminare und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden 84 verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt. Mehr als 50 Mitarbeiter nahmen an den Schulungen teil, die Anzahl der Trainingsstunden aller Schulungsteilnehmer betrug mehr als 1.100.

Die Xella Aircrete Systems GmbH bietet ihren Mitarbeitern unterschiedliche Arbeitszeitmodelle zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ihr Job soll sich flexibel an die Lebenssituation der Mitarbeiter anpassen, nicht umgekehrt. Dazu gehört auch standortunabhängiges, mobiles Arbeiten.

4.3 Arbeitssicherheit

Sicherheit steht in der Xella Gruppe ganz oben auf der Liste der Grundwerte. Sicherheit wird nicht einfach als eine Priorität betrachtet, die sich leicht ändern könnte, sondern als Teil der Unternehmenskultur. Sicherheit ist die Art und Weise, die sich in jedem Aspekt unseres Geschäfts (z.B. Planung, Herstellung, Lieferung) widerspiegelt. Der Schutz der Mitarbeiter, die im Mittelpunkt des Unternehmens stehen, und die Gewährleistung, dass sie nach jedem Arbeitstag sicher zu ihren Familien nach Hause zurückkehren, ist ein zentraler Grundsatz der Geschäftspraxis.

Sicherheit ist in der Führung der Manager und in der Denkweise der Mitarbeiter verankert. Die zentrale EHS-Abteilung (Environment, Health and Safety) und lokale Sicherheitsexperten unterstützen die Vorgesetzten bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen sowie bei der monatlichen Überwachung und Berichterstattung. Gemeinsam arbeiten sie kontinuierlich an der Verbesserung der Gesundheits- und Sicherheitsstandards. Die Grundlage der Gesundheits- und Sicherheitsstandards bildet die Konzernrichtlinie für Gesundheit und Sicherheit, die die Risikobewertung, die Unterweisung und Schulung der Mitarbeiter, die Untersuchung von Vorfällen und die Berichterstattung umfasst. Audits, Inspektionen und eine regelmäßige Berichterstattung über Gesundheits- und Sicherheitsindikatoren sorgen für konzernweite Transparenz über Leistung und Fortschritt in diesem Bereich. Im Rahmen der Konzernrichtlinie und nach konzernweiten Risikobewertungen wurden die wichtigsten Gefahren innerhalb des Unternehmens ermittelt und Sicherheitsstandards zu deren Vermeidung formuliert.

Zusätzlich zu diesen organisatorischen Sicherheitsverbesserungen und trotz widriger Marktbedingungen wurde auch im Geschäftsjahr 2023 konsequent und kontinuierlich in Sicherheitsverbesserungen investiert.

Das Hauptaugenmerk lag auch im Jahr 2023 auf der weiteren Umsetzung der Sicherheitskultur, die von allen Führungskräften vorangetrieben wird. Um Führungskräfte in die Lage zu versetzen, eine Führungsrolle in Sachen Sicherheit zu übernehmen, wurden im Rahmen des Total Safety Leadership-Programms Schulungen für Führungskräfte eingerichtet. Darüber hinaus wurden Führungskräfte im Rahmen des Sicherheitstrainings im Jahr 2023 geschult und Dialog und Feedback zwischen ihnen und den Mitarbeitern gefördert.

Erfreulicherweise - aber nicht selbstgefällig - gibt es Fortschritte in den wichtigsten Sicherheitszielbereichen. Die Zahl der Unfälle mit Ausfalltagen (Lost Time Injuries, LTIs) ist im Jahr 2023 deutlich zurückgegangen. Dies spiegelt sich auch in der Häufigkeitsrate der Unfälle mit Ausfalltagen (LTIFR) wider, die im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 ebenfalls gesunken ist. Der Leistungsindikator LTI-FR entspricht der Anzahl der Unfälle mit mehr als einem Ausfalltag pro 1.000.000 Arbeitsstunden.

4.4 Governance und Compliance

Die Xella Aircrete Systems GmbH möchte ein vertrauenswürdiger, verlässlicher Geschäftspartner sein, der ein hohes Ansehen genießt. Dementsprechend existiert ein Compliance-Management-System, welches zur Unterstützung des Ziels dient, dass alle Mitarbeiter die gesetzlichen Anforderungen sowie interne Regeln und Richtlinien einhalten.

Die Compliance-Governance sowie Standards und Richtlinien gelten auf Konzernebene und demnach auch für alle Mitarbeiter der Xella Aircrete Systems GmbH. Die Compliance-Funktion ist verantwortlich für die Aufrechterhaltung, die Umsetzung und die Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems der Gruppe. Lokale Compliance-Beauftragte sowie Datenschutz- und Informationssicherheitskoordinatoren unterstützen das zentrale Compliance-Team bei der Umsetzung von Compliance-Aufgaben. Das lokale Management der einzelnen Xella Gesellschaften trägt die Verantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen, Vorschriften und Unternehmensstandards in den jeweiligen Ländern.

Alle Compliance-Instrumente und -Maßnahmen werden regelmäßig überprüft und an die regulatorischen Anforderungen sowie an Veränderungen im Risikoumfeld angepasst. Das Compliance-Management-System umfasst "Integrity Reporting Channels", ein Meldesystem für Mitarbeiter und externe Stakeholder, um vertraulich über vermeintliche externe (rechtliche) und interne Compliance-Verstöße zu informieren (Whistleblower-Prozess). Relevante Compliance-Risiken werden im Rahmen des regelmäßigen Risikomanagementprozesses ermittelt und mit dem Management erörtert.

4.5 Umwelt und Klima

Die Xella Gruppe hat sich zu einem kurzfristigen, wissenschaftlich fundierten Emissionsreduktionsziel verpflichtet, indem sie sich der Initiative Science Based Targets (SBTi) angeschlossen hat. Am 30. November 2023 hat die Science Based Targets-Initiative bestätigt, dass die eingereichten wissenschaftsbasierten Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen mit den SBTi-Kriterien und -Empfehlungen übereinstimmen. SBTi hat Xellas Zielsetzung für die Bereiche 1 und 2 als im Einklang mit einem 1,5°C-Zielpfad stehend eingestuft:

Xella verpflichtet sich, die absoluten Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen bis 2030 um 42% zu reduzieren, ausgehend von einem Basisjahr 2021.

Xella verpflichtet sich außerdem, die absoluten Scope-3-Treibhausgasemissionen aus eingekauften Gütern und Dienstleistungen innerhalb des gleichen Zeitraums um 25 % zu reduzieren.

Der Dekarbonisierungsfahrplan wird durch ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 (EMS) flankiert, um sicherzustellen, dass das Unternehmen alle gesetzlichen und behördlichen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus werden an den Produktionsstandorten regelmäßig Energieanalysen durchgeführt, die eine Reihe neuer Ideen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Umsetzung der effektivsten Maßnahmen hervorbringen.

CO 2 -Emissionen

Die vier Säulen der CO 2 Roadmap - Scope 1 und 2 sind:

Verbesserung der Energieeffizienz: Die Senkung des Energieverbrauchs ist ein Gewinn für das Unternehmen, da sowohl weniger CO 2e-Emissionen als auch Kosteneinsparungen erzielt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde in neue und energieeffizientere Maschinen investiert, LED-Beleuchtung installiert und das Stopp-Start-Maschinenmanagement optimiert. Parallel dazu wurde ein Schulungsprogramm ins Leben gerufen, um das Bewusstsein auf Werksebene zu schärfen, damit Manager und Bediener die Notwendigkeit zur Verbesserung der Produktionsprozesse verstehen und in die Praxis umsetzen.

Kraftstoffwechsel: Beim Ausstieg aus der Nutzung von Kohle als Energiequelle wurden bereits große Fortschritte gemacht, insbesondere durch den Ersatz alter, kohlebefeuerter Anlagen durch neue, hocheffiziente Hybrid-Dampferzeuger, die mit Erdgas betrieben werden. Sobald sauberer, umweltfreundlicher Wasserstoff als Energiequelle zur Verfügung steht, können diese Hybridkessel leicht angepasst werden, um die CO 2-Emissionen weiter zu senken.

Erneuerbare Energien: Es werden fortlaufend Maßnahmen erforscht, die helfen können, nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, z.B. durch die Installation von Solaranlagen in den Werken. Dadurch sollen Kapazitäten an erneuerbaren Energien erhöht werden.

Grüne Energiebeschaffung: Der Energiebedarf, der bisher nicht optimiert oder sogar vollständig vermieden werden kann, wird teilweise durch die Beschaffung von grüner Energie gedeckt.

Scope 3 Emissionen

Die Bewertung der Scope-3-Emissionen, die 2022 von externen Spezialisten von thinkstep-anz durchgeführt wurde, bestätigte das Ausmaß, in dem Scope-3-Emissionen den gesamten Carbon Footprint von Xella beeinflussen. Dabei zeigte sich, dass ein großer Teil der gesamten CO 2e-Emissionen unter die Scope 3-Kriterien fällt, d.h. innerhalb der Lieferkette und nicht direkt von Xella emittiert wird. Ein erheblicher Teil davon entfiel auf Transport und Vertrieb. Der größte Beitrag kam jedoch aus der Lieferung der Rohstoffe Zement und Kalk, die eine kohlenstoffintensive Produktion erfordern.

Ressourcenschonung durch Kreislaufwirtschaft

Bau- und Abbruchabfälle machen mehr als ein Drittel aller in Europa anfallenden Abfälle aus. Und die meisten Bestandteile von Bau- und Abbruchabfällen haben einen Wert. Daher sind die Reduzierung, Wiederverwendung und das Recycling von Abfällen und Nebenprodukten aus den Produktionsprozessen eine große Herausforderung für die Baubranche. In der Xella Aircrete Systems GmbH wurden weitere Schritte unternommen, um die Kreislauffähigkeit der Materialien zu entwickeln.

Ziel ist, die Umweltauswirkungen der Xella Aktivitäten zu minimieren und natürliche Ressourcen in geringerem Umfang und effizienter zu nutzen. Die Entwicklung der Kreislauffähigkeit der Materialien wird auch dazu beitragen, die CO 2 -Emissionen zu reduzieren und den CO 2 -Gehalt der Produkte zu verringern, da Porenbeton fast vollständig recycelbar ist. Im Rahmen der Entwicklung der ESG-Roadmap wurde im vergangenen Jahr der erste Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft definiert: Bis 2030 sollen keine Porenbetonreste oder Produktionsbruch mehr auf Deponien entsorgt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Maßnahmen überdacht und neu ausgerichtet. Es sollen innovativere Wege für die Verwendung dieser Materialien gefunden und neue Rezepturen für Produkte getestet werden.

4.6 Effizientes und nachhaltiges Bauen und Renovieren

Technologie und Forschung

Die Xella Aircrete Systems GmbH möchte energieeffizienten und bezahlbaren Wohn- und Arbeitsraum ermöglichen, und dies so nachhaltig wie möglich. Mit Hilfe der Produkte können energieeffiziente, langlebige und nachhaltige Gebäude errichtet werden. Zusätzlich bemüht sich die Xella Aircrete Systems GmbH stetig darum, die wärmedämmenden Eigenschaften der Produkte und deren Kreislauffähigkeit weiter zu verbessern. Daher wird in der Xella Gruppe in Innovation und Forschung investiert und eine eigene Technologie- und Forschungsgesellschaft betrieben.

Expertenteams kümmern sich um die Themen Mineralogie, Baustoffprüfung, Bauingenieurwesen, Bauphysik und Chemie. Dabei stehen sowohl Produkt- und Prozessforschung als auch Anwendungsforschung und Bauphysik im Fokus der Technologie- und Forschungsarbeiten. Des Weiteren ist die Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft eine akkreditierte Prüfstelle für Baustoffe.

Die Xella T&F prüft und verbessert bestehende und entwickelt neuartige Materialien und Baustoffe. Durch die Weiter- und Neuentwicklung von Rezepturen soll unter anderem die Wärmedämmeigenschaft sowie die Kreislauffähigkeit der Baustoffe weiter verbessert werden. Dies umfasst auch die Entwicklung neuer Rezepturen, um den Anteil von Sekundärrohstoffen, sprich recycelten Materialien, weiter zu erhöhen.

Digitalisierung

In der aktuellen Wirtschaftslage, die durch einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum und an qualifizierten Arbeitskräften auf den Baustellen gekennzeichnet ist, möchte die Xella Aircrete Systems GmbH effiziente Lösungen für das Bauen und Renovieren anbieten. Dabei liegt der Fokus auf der Digitalisierung von Prozessen. Es existieren eine Reihe digitaler Lösungen, die es ermöglichen, Produkte schneller zu Kunden zu bringen und sie dabei zu unterstützen, effizienter und kostengünstiger zu bauen und so die Gesamtkosten zu senken. Eine wesentliche Initiative ist dabei der digitale Planungsdienst blue.sprint. Mit Hilfe von blue.sprint können Gebäude- und Wandmodelle in einem dreidimensionalen digitalen Zwilling dargestellt werden, was eine bessere und schnellere Planung ermöglicht, Fehler reduziert und Material spart. Durch die digitale Zusammenarbeit innerhalb des 3D Building Information Modeling (BIM) des Kunden wird der gesamte Rohbau optimiert und dabei Verwaltungskosten, Abfall und Materialkosten gespart und die Bauzeit verkürzt.

5 Risiko- und Chancenbericht

5.1 Risikobericht

Wesentlicher Einflussfaktor für den Erfolg der Xella Gruppe ist die Identifikation und Steuerung von Chancen und Risiken. Basis hierfür ist das konzernweite Risikomanagementsystem, in welches die Xella Aircrete Systems GmbH einbezogen ist. Dieses ist darauf ausgerichtet, die wesentlichen Risiken zu erfassen, alle notwendigen Risikosteuerungsmaßnahmen einzuleiten sowie die bestehenden Risiken und eingeleiteten Gegenmaßnahmen zu überwachen. Ziel ist nicht die strikte Vermeidung aller Risiken, sondern eine individuelle Risikosteuerung und -bewältigung. In der Xella Gruppe werden regelmäßig alle konzernrelevanten Risiken mittels einer systematischen Risikoinventur anhand eines gruppeneinheitlichen Risikokatalogs nach Risikokategorien und Risikofeldern erfasst. Unter Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Auswirkung werden die Risiken bewertet und dem Risikomanagement Board vorgelegt. Regelmäßige Planung und die kontinuierliche Berichterstattung aus allen betroffenen Landesgesellschaften sind essenzielle Bestandteile der Risikosteuerung. Das Risikomanagementsystem zielt darauf ab, dass die relevanten allgemeinen, rechtlichen und unternehmensspezifischen Risiken regelmäßig erfasst, bewertet, vorausschauend gesteuert und überwacht werden können.

Die folgenden weiteren Risiken für das Geschäftsjahr 2024 sind nach der Auswirkung auf die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der Xella Aircrete Systems GmbH, Umsatz und EBITDA, in absteigender Reihenfolge aufgeführt:

Absatz- und Wettbewerbsrisiken

Die Märkte, in denen die Xella Aircrete Systems GmbH produziert und verkauft, sind einem intensivem Wettbewerb ausgesetzt. Dieser Wettbewerb hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, unter anderem von der Wahrnehmung der Marken und der Kundenbindung, der Qualität und der Verlässlichkeit der Produkte, der Breite des Produktangebots, dem Produktdesign und Produktinnovationen, den Vertriebswegen, dem Umfang und der Qualität der Services und dem Preis.

Darüber hinaus sind die Märkte durch eine Vielzahl von regionalen Produzenten und auch einigen größeren internationalen Herstellern gekennzeichnet. Zu den Wettbewerbsfaktoren gehören die Anzahl der Wettbewerber in einem bestimmten Markt, ihr Ausmaß an vertikaler Integration und ihre Preispolitik, die Nachfrageentwicklung und die Produktionskapazität sowie der Zugang zu Rohstoffen und deren Preise.

Preise können sich als Reaktion auf bereits kleinere, von der Xella Aircrete Systems GmbH nicht beeinflussbare Veränderungen von Angebot und Nachfrage, allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und anderen Marktbedingungen verändern. Wenn sich das Absatzvolumen, die Preise oder die Gewinnmargen durch nicht vorhersehbare Marktveränderungen oder verschärfte Wettbewerbsbedingungen wesentlich verringern, kann dies erhebliche negative Auswirkungen auf das Geschäft haben.

Weitere Risiken stehen im Zusammenhang mit den deutlich gestiegenen Bauzinsen. Lag der Bauzins mit einer 10-jährigen Laufzeit im Januar 2022 noch im Bereich von 1%, ist dieser seit einigen Monaten auf einen Zins bei 10 Jahren Laufzeit von über 4% gestiegen. Die steigenden Baukosten zusammen mit den höheren Zinsen in einem sich eintrübenden wirtschaftlichen Umfeld führten bereits zu einem Rückgang an Baugenehmigungen, der sich weiter fortsetzen und sich negativ auf die Absatzseite auswirken könnte. Der geplante Umsatz und das EBITDA könnten dadurch nicht erreicht werden. Das Risiko wird als mittleres Risiko eingeschätzt.

Beschaffungsrisiken

Für die Herstellung von Produkten müssen Rohstoffe, Energie und andere Einsatzstoffe beschafft werden, der Bezug von Transportdienstleistungen ist notwendig für die Belieferung der Kunden. Die Einkaufspreise der bezogenen Einsatzfaktoren können dabei je nach Marktsituation deutlich schwanken und Kosten erhöhen. Eine Unterbrechung der Versorgung kann einen Ausfall der Produktion nach sich ziehen.

Energiekosten machen einen großen Anteil an der Kostenstruktur der Xella Aircrete Systems GmbH aus, so dass sich Veränderungen der Energiepreise spürbar auf das Ergebnis auswirken. Die Energiepreise sind sowohl von internationalen als auch von nationalen Marktentwicklungen abhängig. In den letzten beiden Jahren beeinflussten zudem die Sanktionen infolge des Krieges in der Ukraine, einschließlich der Gegenmaßnahmen, die Preise für wichtige Energieträger wie Öl und Gas. Dies führte zunächst zu einem massiven Anstieg der Energiepreise. In 2023 gingen diese Preise jedoch wieder deutlich zurück. Es ist nicht auszuschließen, dass die hohen Schwankungen der Energiepreise auch in absehbarer Zukunft anhalten. Dem Risiko steigender Energiepreise wird durch den Abschluss von Termingeschäften oder Fixpreisverträgen mit Versorgern begegnet. Neben den Preisrisiken ist Xella auch Risiken in der Energieversorgung ausgesetzt, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine. Eine Unterbrechung der Versorgung kann zu Produktionsausfällen führen und würde sich negativ auf das Betriebsergebnis auswirken, wenn die Nachfrage nicht aus dem Lagerbestand gedeckt werden kann.

Ferner werden zum Beispiel auch Aluminium und Stahl so weit wie möglich durch Festpreisvereinbarungen und Eindeckungskontingente abgesichert. Sollten die Marktpreise jedoch erheblich ansteigen, kann dies nicht vollständig durch derartige Vereinbarungen aufgefangen werden. Dem Risiko steigender Preise für unsere Rohstoffe begegnen wir zudem durch einen möglichst sparsamen Einsatz von Ressourcen und die Hinzunahme von wiederverwendbaren Produkten im Rahmen der Kreislaufwirtschaft. Der Einfluss auf das geplante EBITDA aufgrund steigender Bezugspreise wird für 2024 als mittleres Risiko eingeschätzt.

Personalrisiken

Das Engagement und die Fähigkeiten der Mitarbeiter sowie das von ihnen aufgebaute Expertenwissen sind entscheidende Faktoren für den Erfolg der Xella Aircrete Systems GmbH. Personalrisiken ergeben sich unter anderem durch die Personalbeschaffung, mangelnde Qualifikation und durch Fluktuation. Scheiden Mitarbeiter in Schlüsselpositionen aus dem Unternehmen aus, können wichtiges Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen abfließen und es besteht die Gefahr, die Positionen nicht gleichwertig und zeitnah nachzubesetzen. In der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation ist zudem der Abbau von Stellen erforderlich, so dass Nachbesetzungen gar nicht erfolgen. Dies kann zu erhöhten Kosten, gegebenenfalls sogar zu Umsatzeinbußen führen. Attraktive Vergütungs- und Arbeitszeitmodelle, vielfältige Karriereperspektiven, umfangreiche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen oder ein modernes und gesundes Arbeitsumfeld sollen Personalrisiken begrenzen. Die Auswirkung auf das geplante EBITDA wird daher als gering eingeschätzt.

Risiken der Informationssicherheit und Datenschutzrisiken

IT-gestützte Geschäftsprozesse sind verschiedenen Informationssicherheitsrisiken ausgesetzt. Risiken können durch menschliche Fehler, organisatorische oder technische Abläufe oder Sicherheitslücken in der Informationsverarbeitung entstehen. Dadurch können die Vertraulichkeit von Daten, die Verfügbarkeit von Systemen und die Integrität von Informationen gefährdet werden.

In der Xella Aircrete Systems GmbH sind Strukturen und Prozesse etabliert, um sicherzustellen, dass in der Informationsverarbeitung alle personenbezogenen Daten gemäß Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und gegebenenfalls weiteren national geltenden Gesetzen verarbeitet werden. Innerhalb des Konzerns wird eine Datenschutz-Organisation gebildet. Die entsprechenden Mitarbeiter nehmen an Schulungen zum verantwortungsbewussten Umgang mit personenbezogenen Daten teil, zudem wird die Aufmerksamkeit auf dieses Thema durch Sensibilisierungskampagnen aufrechterhalten. Jeder neue Vertragspartner oder Dienstleister wird ebenfalls daraufhin geprüft, ob er die datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt.

Da die Datenschutzorganisation Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ist, wird die Umsetzung neuer Anforderungen ermöglicht, um das Risiko der Nichteinhaltung zu mindern. Das Risiko des Verlustes personenbezogener Daten, die im zentral geführten Datenverarbeitungssystem aufbewahrt werden, wird zum einen durch ihre Speicherung in zwei räumlich getrennten Rechenzentren und zum anderen durch die Umsetzung entsprechender Rollen- und Autorisierungskonzepte der Systeme minimiert. Eine Unterbrechung der Konnektivität hat eine begrenzte Auswirkung auf das geplante EBITDA, da die Produktionssysteme im Werk autark betrieben werden.

Die Risikosituation im Bereich Cyber-/ Informationssicherheit ergibt sich aus der zunehmenden globalen Bedrohungslage. Cyber-Attacken auf Unternehmen haben ein hohes Niveau erreicht. Entsprechend erweitern wir unsere technischen und organisatorischen Maßnahmen, aktualisieren interne Prozesse und Regelungen und führen regelmäßig Sicherheitstests durch.

Derzeit wird der Effekt auf das geplante EBITDA noch als gering eingeschätzt.

Produktionstechnische Risiken

Die Ertragslage ist davon abhängig, dass die Anlagen im Werk durchgehend in der benötigten Qualität und Quantität produzieren können. Die Produktionsprozesse und Technologien sind komplex. Daher können trotz umsichtiger Wartung, Reparatur und Ersatzinvestitionen wesentliche Produktionsunterbrechungen nicht ausgeschlossen werden, die die Produktivität und Profitabilität der Xella Aircrete Systems GmbH negativ beeinflussen könnten. Produktionstechnische Risiken werden durch verschiedene Versicherungen reduziert, Lieferengpässe und das Risiko möglicher Konventionalstrafen durch Belieferung aus anderen Werken der Xella Gruppe minimiert. Die Auswirkung auf das geplante EBITDA wird daher als gering eingeschätzt.

Regulatorische Risiken

Die Xella Gruppe unterliegt einer Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Standards auf regionaler, nationaler und EU-Ebene. Hierzu gehören unter anderem Wettbewerbs- und Kartellgesetze sowie Gesetze über Anti-Geldwäsche und Handelssanktionen. Zur rechtzeitigen Risikoerkennung und zur Risikosteuerung erfolgt eine kontinuierliche Beobachtung der legislatorischen Entwicklung, um frühzeitig adäquate Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Darüber hinaus wird, wo sinnvoll, eng mit den relevanten Institutionen zusammengearbeitet, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Der Einfluss auf das geplante EBITDA wird als gering eingeschätzt.

Umweltrisiken

Zur Reduzierung und Vermeidung von Umweltrisiken investiert die Xella Aircrete Systems GmbH kontinuierlich in nachhaltige Umweltschutzmaßnahmen in den Produktionsbetrieben. Hierdurch werden Umweltbelastungen minimiert sowie ein schonender Umgang mit Ressourcen sichergestellt. Sofern Umweltrisiken zum Bilanzstichtag bekannt waren, wurden Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet. Darüber hinaus wird das Risiko auf das geplante EBITDA als gering eingeschätzt.

Rechnungslegungsbezogene Risiken

Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird zur Abbildung der buchhalterischen Vorgänge Standardsoftware eingesetzt, wobei die Zugriffsberechtigungen der Beteiligten differenziert geregelt sind. Grundsätze der Funktionstrennung, wie beispielsweise das Vier-Augen-Prinzip, sind Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses. Die Einhaltung dieser Prinzipien wird stichprobenartig innerhalb eines risikoorientierten Prüfungsplans durch die Abteilung Corporate Internal Audit geprüft. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister erstellt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit solcher rechnungslegungsbezogenen Risiken wird daher als sehr niedrig und der Einfluss auf das geplante EBITDA daher als gering eingeschätzt.

Finanzielle Risiken

Die Xella Aircrete Systems GmbH ist in das Cash-Pooling der Xella Gruppe eingebunden. Liquiditätsrisiken sind nicht erkennbar. Die Anlage der liquiden Mittel erfolgt über die Xella Gruppe bei verschiedenen Banken, so dass das Ausfallrisiko einzelner Kreditinstitute reduziert ist. Ein möglicher Ausfall bestimmter wesentlicher Forderungen wird durch eine Warenkreditversicherung gedeckt.

Rechtliche Risiken

Die Xella Aircrete Systems GmbH stellt komplexe Produkte her, bei denen trotz ständiger Produktionskontrolle und Produktüberwachung etwaige Produktfehler nicht vollständig auszuschließen sind. Die Produkte haben zudem regelmäßig eine erhebliche Nutzungsdauer, so dass Produktfehler ggf. auch erst einige Jahre nach Auslieferung sichtbar und entdeckt werden. Sich hieraus möglicherweise ergebende Haftungsfragen sind diffizil und es ist möglich, dass sich die Xella Aircrete Systems GmbH auch nach Ablauf von vertraglichen Gewährleistungsfristen einer Haftung ausgesetzt sehen kann oder zumindest im Rahmen der Produktbeobachtungspflicht tätig werden muss.

Hinsichtlich der Risiken aus schwebenden Rechtsverfahren wurden zum Bilanzstichtag Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet. Für spezifische Haftungsrisiken und Schadensfälle werden grundsätzlich Versicherungen abgeschlossen. Der Umfang dieser Versicherungen wird laufend überprüft und orientiert sich am wirtschaftlichen Verhältnis von maximalem Risiko zu Versicherungsprämien. Der Einfluss auf das geplante EBITDA wird als gering eingeschätzt.

Fortbestand der Xella Aircrete Systems GmbH gesichert

Zum 31. Dezember 2023 lagen keine Risiken vor, die den Fortbestand der Xella Aircrete Systems GmbH gefährden.

5.2 Chancenbericht

Neben dem Risikomanagement ist auch die Beurteilung und Nutzung von Chancen ein wichtiger Bestandteil erfolgreicher Geschäftsleitung. Ziel ist es, interne und externe Chancen, die sich positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg der Xella Aircrete Systems GmbH auswirken können, zu identifizieren und entsprechende Umsetzungsmaßnahmen festzulegen. Grundlage für die Identifikation von Chancen ist die kontinuierliche Beobachtung und Analyse der für die Xella Aircrete Systems GmbH relevanten Märkte, des Wettbewerbsumfelds sowie globaler Trends.

Die folgenden Chancen für das Geschäftsjahr 2024 sind nach der Relevanz für die wesentlichen finanziellen Kennzahlen der Xella Aircrete Systems GmbH in absteigender Reihenfolge aufgeführt:

Steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Energie- und Ressourceneffizienz

Die recyclebaren und energieeffizienten Baustoffe der Xella Aircrete Systems GmbH sollen dazu beitragen, die Energieeffizienz und Langlebigkeit von Gebäuden zu unterstützen und die Umwelt und das Klima zu schützen. Hier besteht eine Chance sowohl durch bestehende Produkte als auch durch Produktinnovationen den Marktanteil im zunehmend nachgefragten Segment der energieeffizienten Baustoffe weiter auszubauen.

Über den Klimawandel hinaus ist die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft ein wichtiges Thema für die Bauindustrie, um den Einsatz von neuen Rohstoffen zu verringern. Baustoffe der Xella Aircrete Systems GmbH bestehen überwiegend aus mineralischen Rohstoffen und sind nahezu vollständig recycelbar. Daher ist die Umstellung von Wertschöpfungsketten auf Wertschöpfungszyklen nicht nur aus ökologischen Gründen erforderlich, sondern bietet auch ökonomische Chancen.

Um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, ist ein Leitsatz, mit weniger mehr zu produzieren. Ein wichtiger Bestandteil, um dieses Ziel zu erreichen, ist der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft. Es sollen neue Wege gesucht werden, um alte Materialien in der Produktion wiederzuverwenden, anstatt neue Rohstoffe anzuschaffen, und es soll in Maschinen und Methoden investieren werden, um Abfälle in den Werken zu reduzieren.

Digitalisierung als Wachstumstreiber

Die Digitalisierung ist ein Megatrend unserer Gesellschaft, auch in der Baubranche. Durch digitale Prozesse können Bauprozesse effizienter und kostengünstiger umgesetzt werden und somit der Bau notwendigen bezahlbaren Wohnraums beschleunigt werden. Die Xella Aircrete Systems GmbH hat die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Baubranche und damit für ihr Geschäftsmodell frühzeitig erkannt, ihren Kunden digitale Dienstleistungen angeboten und mit der Digitalisierung eigener interner Prozesse und Abläufe begonnen. Digitale Dienstleistungen, wie der digitale Planungsservice blue.sprint, bieten den Kunden einen Mehrwert und für die Xella Aircrete Systems GmbH die Chance, neue Geschäftsfelder und damit Umsatz- und Ertragspotenzial zu generieren. Intern unterstützen digitalisierte Anwendungen darin, Prozesse effizienter, schneller und dadurch zum Teil auch kostengünstiger zu gestalten.

Nachfrage nach bezahlbarem und nachhaltigem Wohnraum

Die Nachfrage nach nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum steigt in Deutschland. Nicht nur die Digitalisierung trägt ihren Teil zum effizienten Bau neuer Gebäude bei, sondern auch der Trend modular und großformatig zu bauen. Im Vergleich zu anderen Baustoffen sind Großwandelemente aus Porenbeton leichter und preiswerter zu verarbeiten und transportieren, dadurch kann auch CO 2 eingespart werden. Es wird erwartet, dass der Bedarf an großformatigen Wandbauelementen weiter ansteigen wird, mit zusätzlichem Potential für das Geschäftsmodell der Xella Aircrete Systems GmbH.

6 Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2024 wird die wirtschaftliche Entwicklung mit hohen Baukosten und zugleich einem hohen Zinsniveau weiterhin als schwierig eingeschätzt. Dennoch plant die Xella Aircrete Systems GmbH mit einem leichten Anstieg des Umsatzes, resultierend vor allem aus höheren Absätzen im Wohnbau und einer positiven Preisentwicklung in Wohn- und Wirtschaftsbau. Insgesamt wird daher mit einem moderat steigenden EBITDA geplant. Diese Einschätzung steht aber unter der Bedingung eines sich nicht noch weiter abschwächenden Marktumfelds.

Bei den im Folgenden dargestellten Prognosen handelt es sich um geplante Entwicklungen, die von den tatsächlichen Ergebnissen wesentlich abweichen können.

6.1 Zukünftige Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage

Im Jahr 2023 sind die Energiekosten gesunken, die Inflation hat sich verlangsamt, die Reallöhne steigen langsam, aber die Unsicherheit bleibt bei allen Wirtschaftsakteuren hoch. Diese Vorsicht beruht auf geopolitischen Spannungen wie dem anhaltenden Krieg in der Ukraine oder der zunehmend instabilen Lage im Nahen und Mittleren Osten, die sich auch auf die Lieferketten auswirken. Hinzu kommen weitere wirtschaftliche Auseinandersetzungen, eine uneinheitliche Wirtschaftspolitik wie in Europa und innenpolitische Unsicherheiten wie in den USA. Unter diesen Umständen gehen die Forscher des IfW in ihrer Märzprognose für die Weltwirtschaft von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von +2,8% im Jahr 2024 nach +3,0% im Jahr 2023 aus, wobei das Wachstum vor allem von außerhalb Europas getragen wird. Allerdings gehen die Prognosen davon aus, dass es keine fiskalischen Impulse geben wird und dass die sich verschärfenden politischen und geopolitischen Spannungen keine Auswirkungen auf den Welthandel und die Weltwirtschaft haben.

Europa befindet sich derzeit in einer wirtschaftlichen Schwächephase, die mit einem gedämpften privaten Konsum, ungünstigen Finanzierungsbedingungen und fehlenden Exportimpulsen einhergeht. Diese wirtschaftlichen Entwicklungen sollen sich laut IfW im Laufe des Jahres 2024 in Richtung günstigerer Bedingungen verändern. Der private Konsum wird von steigenden Reallöhnen profitieren, eine geringere Inflation wird zu besseren Finanzierungsbedingungen führen, und auch von den Exportmärkten erwartet das IfW mehr Impulse. Dies soll 2024 zu einem erwarteten Wachstum von 0,8% für die Europäische Union und 0,7% für die Eurozone führen.

Für Deutschland prognostiziert das IfW eine Stagnation von 0,1% und demnach deutlich weniger als in der EU insgesamt. Das Institut der deutschen Wirtschaft liegt in seiner Einschätzung mit 0,0% auf diesem Niveau. Die aktuelle Situation zeigt demnach keine Signale für eine Verbesserung in Deutschland. Der ifo Geschäftsklima-Index für Mai, der die Stimmung in der Wirtschaft untersucht, zeigt sich gegenüber den Vormonaten immerhin leicht verbessert. Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich schrittweise aus der Krise heraus und auch im Bauhauptgewerbe zeigten sich die Unternehmer zufriedener mit den laufenden Geschäften und mit weniger pessimistischen Erwartungen, wobei der Auftragsmangel ein zentrales Problem bleibt. Auf der Verbraucherseite ist das Bild ähnlich: Das GfK Konsumklima per Mai 2024 verzeichnet eine weitere Belebung, die Konsumstimmung stieg auf den höchsten Wert seit zwei Jahren, liegt allerdings immer noch auf einem niedrigen Niveau. Ein Grund dafür ist der verbesserte Indikator für die Einkommenserwartungen.

6.2 Zukünftige Entwicklung der Bauwirtschaft in Deutschland

Schon vor der Immobilienkrise wurden Neubauprojekte in Deutschland komplexer und anspruchsvoller. Höhere Hürden und Kosten für die Finanzierung, explodierende Baupreise, deutlich geringere öffentliche Fördermittel ließen viele Projekte nicht mehr realisierbar erscheinen. Während 2023 z.B. Rohbauunternehmen noch von Auftragsbeständen profitierten, nimmt dieser Puffer sukzessive ab. Euroconstruct entsprechend weisen alle Marktinformationen auf eine weitere Verschlechterung der Situation hin und beziffert die negativen Auswirkungen in Deutschland mit -9,7% bei den Neubauinvestitionen und -11,8% bei den Baugenehmigungen.

Für 2024 prognostiziert Euroconstruct einen Rückgang der Investitionen in den Wohnungsneubau in Deutschland um weitere -15%, entsprechend der geschätzten Zahl der Baugenehmigungen. Euroconstruct erwartet demnach in Deutschland einen Rückgang von 65 Tausend Einfamilienhaus-Genehmigungen auf 60 Tausend (-7,7%) und bei Mehrfamilienhäusern einen Genehmigungseinbruch von 190 Tausend auf 165 Tausend für 2024 (-13,2%), was sich auf -11,8% für die gesamten Wohnungsbaugenehmigungen in 2024 summiert.

Das auf die deutsche Bauwirtschaft spezialisierte Marktforschungsinstitut Heinze kommt für Deutschland zu einer anderen Einschätzung. Es geht in seinem Marktbericht vom Dezember 2023 für 2024 von einem Anstieg der Wohnungsbaugenehmigungen um +12,6% aus. Heinze prognostiziert für 2024 einen Anstieg der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um +16,1%, während die Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser um +13,8% steigen sollen. Der Optimismus von Heinze stützt sich auf Anzeichen einer Stabilisierung bei den Auftragsbüchern und Wohnungsbaudarlehen im November 2023, die sich als nicht nachhaltig erwiesen haben, sowie auf Bemühungen der öffentlichen Hand, Verfahrens- und Genehmigungshürden abzubauen, wodurch Nachholeffekte bei den Genehmigungen zu erwarten sind, da Heinze das Jahr 2023 als Tiefpunkt interpretiert.

Die Xella Aircrete Systems GmbH sieht die positive Prognose von Heinze als nicht realistisch an und geht davon aus, dass die negativen Auswirkungen auf Wohnungsbauaktivitäten sogar eher noch größer sein werden als von Euroconstruct eingeschätzt.

Das Renovierungssegment wird als wichtiger Stabilisierungsfaktor für den gesamten Bausektor gesehen. Euroconstruct errechnet für den Renovierungsmarkt 2024 im Hochbau (d.h. Wohnbau und Nichtwohnbau) in Deutschland mit +0,3% eine Stagnation.

6.3 Zukünftige Entwicklung der Beschaffungsmärkte

Die Xella Aircrete Systems GmbH geht davon aus, dass die Beschaffungsmärkte auch im Jahr 2024 unter Inflationsdruck stehen werden. Insbesondere die Rohstoffe, die Xella für die Produktion einsetzt, werden aufgrund des oligopolistischen Charakters der Märkte unter Kostendruck bleiben (z.B. Kalk, Zement, Sand, Gips). Die Transportkosten steigen aufgrund von Maut- und CO 2 -Abgaben. Die Preise für volatile Rohstoffe (Stahl, Aluminium, Holz) sind gesunken und werden voraussichtlich auf einem höheren, aber stabileren Niveau bleiben. Generell nehmen die Verfügbarkeiten zu, und für fast alle Rohstoffmärkte ist bereits ein Nachfragerückgang absehbar. Eine enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten, Kostenmanagement und die Stärkung strategischer Liefer- und Kostenverbesserungsprojekte sind nach wie vor erforderlich, um die allgemeinen Marktentwicklungen zu bewältigen und künftige Chancen zu nutzen.

Die hohen Lagerbestände der europäischen Erdgasspeicherunternehmen Ende 2023, verbunden mit einem relativ warmen Winterwetter und einem Rückgang der Energienachfrage, haben zu stabilen Preisen Anfang 2024 geführt, die zum Teil sogar unter das Niveau von 2023 gefallen sind. Es ist davon auszugehen, dass das Preisniveau von 2023 Bestand haben wird, wenn die bestehenden Konflikte (z.B. der Ukraine-Krieg) nicht eskalieren und neue Konflikte nicht aufflammen werden.

6.4 Zukünftige Ertrags- und Finanzlage

Die Xella Aircrete Systems GmbH plant für das Geschäftsjahr 2024 mit einem leichten Anstieg des Drittumsatzes, bei steigenden Preisen sowohl für Porenbetonsteine als auch für Montagebauteile. Zudem soll der Absatz im Bereich Wohnbau gesteigert werden, wohingegen der Absatz im Wirtschaftsbau eher leicht rückläufig ausfallen dürfte. Das Geschäft mit verbundenen Unternehmen wird sich voraussichtlich leicht erhöhen, vor allem durch höhere Umsätze mit Partnergesellschaften in Skandinavien und Polen, bei gegenläufig reduzierten Absätzen an die Xella Deutschland GmbH. Insgesamt wird daher der Umsatz voraussichtlich um 5-10% steigen.

Auf der Kostenseite setzt sich das hohe Inflationsniveau nicht weiter fort, es wird nicht mit signifikanten Inflationssteigerungen gerechnet. Die schwierige Marktsituation wird sich demnach auch bei Lieferanten zeigen, die ihre Preise ebenso schwierig entwickeln können wie die Xella Aircrete Systems GmbH ihre Verkaufspreise. Allerdings wird mit einer deutlichen Zunahme von Energiekosten gerechnet, da die Preise für Strom- und Gashedging signifikant über dem Vorjahr liegen. Auch bei Frachtaufwendungen wird ein Anstieg der Preise erwartet, u.a. durch höhere Maut. Höhere Preise für von der Tochtergesellschaft Porenbetonwerke Europor GmbH zugekaufte Montagebauteile werden zudem die Aufwendungen für Handelswaren deutlich steigen lassen. Die Produktionsmenge wird als relativ konstant eingeschätzt, so dass größere Mengeneffekte nicht zu erwarten sind.

Die Xella Aircrete Systems GmbH zielt darauf ab, mit weiteren Einsparmaßnahmen die Personalaufwendungen zu reduzieren, trotz weiterer Lohn- und Gehaltssteigerungen. Geringere sonstige betriebliche Aufwendungen werden vermutlich vor allem bei Marketingaufwendungen entstehen, während produktionsbezogene Aufwendungen durch das konstante Produktionsniveau nicht weiter sinken sollten.

Den beschriebenen Erwartungen für den Umsatz und die Kostenpositionen folgend wird insgesamt wieder ein positives und damit steigendes EBITDA erwartet. Diese Einschätzung steht aber unter der Bedingung eines sich nicht noch weiter abschwächenden Marktumfelds.

 

Duisburg, den 15.07.2024

Daniel Marczinkowsky

Dr. Cevin Pohlmann

Aldin Heric

1 In diesem Lagebericht wird aus Gründen besserer Lesbarkeit generell die männliche Form verwendet, auf eine Unterscheidung, z. B. zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wird verzichtet.

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0
0 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 764 832
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.075 1.476
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 568 552
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 75 560
3.482 3.420
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 674 674
674 674
4.156 4.094
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.040 1.869
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.480 2.415
2.520 4.284
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 954 1.338
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.842 1.385
3. Sonstige Vermögensgegenstände 357 572
(davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr: T€ 3 ; Vorjahr T€ 3)
3.153 3.295
III. Guthaben bei Kreditinstituten 1 78
5.674 7.657
9.830 11.751

Passiva

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 500 500
II. Andere Gewinnrücklagen 37 37
III. Gewinnvortrag 4 4
541 541
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 4.846 4.781
2. Sonstige Rückstellungen 2.846 3.986
7.692 8.767
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.302 2.010
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 136 4
3. Sonstige Verbindlichkeiten 159 429
(davon aus Steuern T€ 73 ; Vorjahr T€ 82)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 3 Vorjahr T€ 11)
1.597 2.443
9.830 11.751

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
T€
2022
T€
1. Umsatzerlöse 33.169 42.145
2. Erhöhung (+)/Verminderung (-) des Bestands an fertigen Erzeugnissen -942 -117
3. Sonstige betriebliche Erträge 817 447
33.044 42.475
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -15.925 -20.650
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -3.163 -4.705
-19.088 -25.355
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -7.214 -7.985
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -2.012 -2.131
(davon für Altersversorgung T€ 363 ; Vorjahr T€ 508)
-9.226 -10.116
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -468 -473
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.862 -6.171
8. Erträge aus Beteiligungen von verbundenen Unternehmen 54 66
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2 4
(davon an verbundene Unternehmen T€ 2; Vorjahr T€ 4)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -132 -88
(davon an verbundene Unternehmen T€ 45; Vorjahr T€ 0)
11. Ergebnis nach Steuern -1.676 342
12. Sonstige Steuern -28 -28
13. Jahresergebnis vor Gewinnabführung -1.705 313
14. Erträge aus Verlustübernahme 1.705 0
15. Aufwendungen aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags 0 -313
16. Jahresüberschuss 0 313

Anhang 2023

I. Allgemeine Angaben

Die Xella Aircrete Systems GmbH hat ihren Sitz in Duisburg und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Duisburg HRB 21421.

Der Jahresabschluss der Xella Aircrete Systems GmbH für das Geschäftsjahr 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) für mittelgroße Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Vorschriften der GmbHG aufgestellt.

Die Xella Aircrete Systems GmbH, Duisburg, steht über ihre Alleingesellschafterin Xella Baustoffe GmbH, Duisburg, als abhängiges Unternehmen unter der Kontrolle der LSF10 XL Investment S.à r.l., Luxemburg. Als deren Tochtergesellschaft ist sie mit allen Gesellschaften des Xella Konzerns verbunden. Der Jahresabschluss trägt diesen Unternehmensverbindungen Rechnung.

Die Xella Aircrete Systems GmbH ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB und nimmt die größenabhängigen Erleichterungen nach § 288 Abs. 2 HGB in Anspruch.

Der Abschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang (einschließlich Anlagen- und Verbindlichkeitenspiegel).

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die Angaben erfolgen in T€ und können aufgrund von Rundungsdifferenzen um T€ 1 abweichen.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Anlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear pro rata temporis abgeschrieben. Soweit notwendig erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen.

Aktivierungen von selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB wurden nicht vorgenommen.

Immaterielle Wirtschaftsgüter werden mit einer Nutzungsdauer von 3 Jahren abgeschrieben.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßig linear und - bei voraussichtlich dauernder Wertminderung - außerplanmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer.

Es gelten folgende Nutzungsdauern:

Gebäude 10 bis 50 Jahre
Plätze und Außenbefestigungen 10 bis 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 2 bis 27 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- u. Geschäftsausstattung 3 bis 20 Jahre

Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten, angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten und den fertigungsbedingten Wertverzehr des Anlagevermögens.

Die Zugänge des Geschäftsjahres werden pro rata temporis abgeschrieben.

Geringwertige Vermögensgegenstände, die einer selbständigen Nutzung fähig sind und deren Anschaffungskosten € 250,00 nicht übersteigen, werden direkt im sonstigen betrieblichen Aufwand gebucht.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von über € 250,00 bis zu € 800,00 werden im Zugangsjahr aktiviert und voll abgeschrieben.

Geleistete Anzahlungen werden mit dem Nennwert angesetzt.

Unter den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen mit den Anschaffungskosten angesetzt. Abschreibungen werden nur auf Grund voraussichtlicher und dauerhafter Wertminderung vorgenommen.

Umlaufvermögen

Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips gemäß § 255 Abs. 2 HGB bewertet.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren erfolgt zum gewogenen Durchschnittspreis. In die Herstellungskosten werden die Einzelkosten, angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, die Fertigungsgemeinkosten und der Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch angemessene Abschläge berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie flüssige Mittel

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu Nominalwerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Erkennbaren Risiken wird durch Einzelabwertungen Rechnung getragen.

Die liquiden Mittel sind zu Nennwerten aktiviert.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Pensionsrückstellungen

Die Pensionsrückstellungen sind gemäß den Vorschriften des § 253 HGB unter Verwendung des Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt worden. Dabei wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB das Wahlrecht zur pauschalen Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre in Anspruch genommen, der sich bei einer angenommenen pauschalen Laufzeit von 15 Jahren ergibt. Dieser betrug im Dezember 2023 1,83 %. Der prognostizierte Zinssatz weicht um 0,01 %-Punkte von den durch die Deutsche Bundesbank veröffentlichten Zinssätzen ab. Wesentliche Auswirkungen aus der Anwendung des prognostizierten Zinssatzes haben sich nicht ergeben. Der Unterschiedsbetrag gemäß §253 Abs.6 HGB beträgt somit zum Stichtag 51.832,00 €. Weiterhin wurden bei der Berechnung ein Gehaltstrend von 3 %, und ein Rententrend von 2,25 % unter Anwendung der Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zu Grunde gelegt. Fluktuationswahrscheinlichkeiten sind in Abhängigkeit von Alter und Dienstzeit berücksichtigt worden.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und alle ungewissen Verbindlichkeiten. Bei Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden künftig zu erwartende Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag entsprechend der Laufzeit mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre vorgenommen. Für künftige Kostensteigerungen werden 2 % angesetzt.

Die Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen wurde auf Grundlage des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Der Berechnung liegen eine unterstellte pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren sowie der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten sieben Jahre zugrunde. Die Bewertungsparameter entsprechen denen der Pensionsrückstellungen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Latente Steuern

Latente Steuern werden wegen des bestehenden Organschaftsverhältnisses mit der XI (BM) Holdings GmbH im handelsrechtlichen Jahresabschluss nicht ausgewiesen.

III. Weitere Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Aufgliederung und Entwicklung der Posten des Anlagevermögens sind im Anlagenspiegel dargestellt.

Anlagenspiegel
(in T€)
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2023
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1 Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 147 0 0 0 147
147 0 0 0 147
II. SACHANLAGEN
1 Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.106 11 31 0 2.148
2 Technische Anlagen und Maschinen 8.181 394 442 0 9.017
3 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.128 111 27 -41 1.225
4 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 560 15 -500 0 75
11.975 531 0 -41 12.465
III. FINANZANLAGEN
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 674 0 0 0 674
674 0 0 0 674
Summe Anlagevermögen 12.796 531 0 -41 13.286
Anlagenspiegel
(in T€)
Abschreibungen
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Zuschreibung Stand 31.12.2023
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1 Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 147 0 0 0 147
147 0 0 0 147
II. SACHANLAGEN
1 Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.274 110 0 0 1.384
2 Technische Anlagen und Maschinen 6.705 237 0 0 6.942
3 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 575 121 -39 0 657
4 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
8.554 468 -39 0 8.983
III. FINANZANLAGEN
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0
Summe Anlagevermögen 8.701 468 - 39 0 9.130
Anlagenspiegel
(in T€)
Buchwert
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1 Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0
0 0
II. SACHANLAGEN
1 Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 764 832
2 Technische Anlagen und Maschinen 2.075 1.476
3 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 568 552
4 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 75 560
3.482 3.420
III. FINANZANLAGEN
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 674 674
674 674
Summe Anlagevermögen 4.156 4.094

Finanzanlagen

Anteilsbesitz

Gesellschaft
(in T€)
Eigenkapital Beteiligungsquote 31.12.2023 Jahresüberschuss 2023
Porenbetonwerk EUROPOR GmbH, Boxberg 4.434 51% + 418

Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe betragen T€ 1.040 (Vorjahr T€ 1.869).

Die Posten fertige Erzeugnisse i. H. v. T€ 1.457 (Vorjahr T€ 2.400) und Handelswaren i. H. v. T€ 23 (Vorjahr T€ 16) werden unter den Posten fertige Erzeugnisse und Waren aufgrund der Gliederungsbestimmung nach § 266 Abs. 2 B I Nr. 3 HGB zusammengefasst und betragen zusammen T€ 1.480 (Vorjahr T€ 2.416).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die Forderung gegen verbundene Unternehmen enthalten T€ 1.780 Forderungen aus dem Konzernverrechnungsverkehr gegenüber der Cashpoolführerin Xella International GmbH sowie T€ 62 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Alle Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit unter einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen aus den kreditorischen Debitoren, Ansprüchen aus Energiesteuererstattungen.

Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt unverändert T€ 500.

Die Gewinnrücklage i. H. v. T€ 37 ergab sich aus der Umbewertung im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung des BilMoG im Jahr 2010.

Gewinnvortrag

Der Gewinnvortrag i. H. v. T€ 4 stammt aus vor organschaftlicher Zeit.

Rückstellungen

Die Pensionsrückstellungen wurden für Anwartschaften und laufende Renten gebildet. Von der Übergangsregelung gem. Art. 67 Abs. 1 Satz 2 EGHGB wurde Gebrauch gemacht und auch in 2023 wurde 1/15 (T€ 53) des Unterschiedsbetrages zum 1. Januar 2023 als Aufwand der Pensionsrückstellung zugeführt. Die danach noch bestehende Unterdeckung von T€ 53 wird innerhalb der verbleibenden Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2024 der Pensionsrückstellung zugeführt.

Genau wie im vom Vorjahr wurde der Zuführungsbetrag des Geschäftsjahres 2023 (T€ 53) gesondert als "davon-Vermerk" bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen als "Aufwendungen nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB" erfasst.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten zum 31. Dezember 2023 im Wesentlichen Umsatzboni T€ 1.298 (Vorjahr T€ 1.915), Abfindungen T€ 374 (Vorjahr T€ 258), Garantieverpflichtungen T€ 98 (Vorjahr T€ 120), die Vorsorge für Personalaufwendungen T€ 530 (Vorjahr T€ 962), bestehend aus Sonderzahlungen T€ 260, der Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen T€ 175, nicht genommener Urlaub T€ 82 und flexible Arbeitszeit T€ 13.

Verbindlichkeiten

Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten geht aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel hervor.

Restlaufzeiten
Gesamt
T€
bis zu 1 Jahr
T€
größer 1 Jahr
T€
Davon größer 5 Jahre
T€
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (kurzfristig) 1.302 1.299 3 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 136 136 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 159 159 0 0
- davon aus Steuern 73 73 0 0
1.597 1.594 3 0
Davon gesichert
T€
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 31.12.2022
T€
Restlaufzeit größer einem Jahr 31.12.2022
T€
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen (kurzfristig) 0 2.001 9
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 4 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 429 0
- davon aus Steuern 0 82 0
0 2.434 9

Es bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin Xella Baustoffe GmbH.

Die Verbindlichkeiten sind nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.

IV. Weitere Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Aufgliederung und Entwicklung der Abschreibungen auf das Anlagevermögen sind im Anlagenspiegel dargestellt.

Außerplanmäßige Abschreibungen wurden im Geschäftsjahr nicht vorgenommen.

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

Umsatzerlöse
(in T€)
2023 2022
Umsatzerlöse mit Fremden 27.655 34.083
Umsatzerlöse mit verbundene Unternehmen 5.514 8.062
Gesamt 33.169 42.145

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten mit T€ 524 (Vorjahr T€ 374) aperiodische Erträge aus der Auflösung von langfristigen und kurzfristen Rückstellungen, die im Wesentlichen aus der Auflösung von Geschäftsausgaben und der Auflösung von Palettenrückstellung bestehen. Darüber hinaus sind sonstige periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 218 enthalten, die zum großen Teil aus der Korrektur der Mengenabrechnung mit der Europor resultieren. Die sonstigen neutralen Erträge betragen T€ 62.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten mit T€ 2.587 (Vorjahr T€ 2.288) im Wesentlichen Kosten für Dienstleistungen von verbundenen Unternehmen, bestehend aus Umlagen für die Ausleihung von Arbeitskräften T€ 413, IT-Kosten T€ 567, Vertriebs- u. Verwaltungskosten T€ 694, sonstige Konzernleistungen T€ 52 sowie Lizenzgebühren T€ 751 und Leasingaufwendungen i. H. v. T€ 100. Die Instandhaltungsaufwendungen betragen T€ 1.049 (Vorjahr T€ 1.208). Die periodenfremden Aufwendungen betragen T€ 225 (Vorjahr T€ 59).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten in Höhe von T€ 53 Aufwendungen nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB (Aufstockung der Pensionsrückstellung).

Die Zinsen und sonstigen Aufwendungen enthalten T€ 88 (Vorjahr T€ 87) Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen sowie sonstigen langfristigen Personalkostenrückstellungen.

Die sonstigen Steuern enthalten Grundsteuer T€ 22 (Vorjahr T€ 22) und Kfz-Steuer T€ 5 (Vorjahr T€ 6).

Die Xella Aircrete System GmbH hat einen Verlust vor Ergebnisabführung in Höhe von T€ 1.705 erzielt, der von der Xella Baustoffe GmbH im Rahmen der Verlustübernahme ausgeglichen wurde. Die Xella Baustoffe GmbH hat im Vorjahr den Gewinn in Höhe von T€ 313 von der Xella Aircrete System GmbH übernommen.

V. Sonstige Angaben

Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte das Unternehmen folgende Mitarbeiter:

Arbeitnehmer 01.01.-31.12.23 01.01.-31.12.22
Gewerbliche 90 89
Angestellte 37 38
Gesamt 127 127

Mitglieder der Geschäftsführung

Daniel Marczinkowsky, Zweibrücken

Geschäftsführer (Sprecher) Vertrieb der Xella Deutschland GmbH, Duisburg

Aldin Heric, Tuzla, Bosnien und Herzegowina (ab 01.05.2024)

Kaufmännischer Geschäftsführer der Xella Deutschland GmbH, Duisburg

Dr. Cevin Marc Pohlmann, Hoisdorf (ab 01.02.2024)

Geschäftsführer Technik/Produktion der Xella Deutschland GmbH, Duisburg

Sven Nedved, Hamburg (bis 30.04.2024)

Kaufmännischer Geschäftsführer der Xella Deutschland GmbH, Duisburg

Jörg Hurtz, Kriegsfeld (bis 29.02.2024)

Geschäftsführer Technik/Produktion der Xella Deutschland GmbH, Duisburg

Die Geschäftsführer bekommen keine Bezüge seitens der Gesellschaft.

Konzernzugehörigkeit

Die Xella Aircrete Systems GmbH, Duisburg, steht unter ihre Alleingesellschafterin, Xella Baustoffe GmbH, Duisburg, unter der Kontrolle der LSF10 XL Investments S.à r.l., Luxemburg. Die LSF10 XL Investments S.à r.l., Luxemburg, stellt für den größten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss auf, in den die XI (BM) Holdings GmbH einbezogen ist. Als deren Tochterunternehmen ist sie mit allen Gesellschaften des Xella Konzerns verbunden. Der befreiende Konzernabschluss der LSF10 XL Investments S.à r.l., Luxemburg, wird in englischer Sprache beim Registre des Commerce et des Sociétés, Luxemburg, und in englischer Sprache bei der das Unternehmensregister führenden Stelle in Deutschland eingereicht. Eine Pflicht zur Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses besteht daher nicht.

Der befreiende Konzernabschluss wird nach den IFRS, wie sie in der EU angewendet werden aufgestellt und weicht insoweit von den deutschen handelsrechtlichen Bilanzierungs, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden ab.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen bestehen in folgender Höhe:

Sonstigefinanzielle Verpflichtungen(in T€) 202420252026

Sonstige finanzielle Verpflichtungen
(in T€)
2024 2025 2026 2027
2027Pacht Werk Alzenau 95 89 84 81
an verbundene Unternehmen 95 89 84 81
Fahrzeug Leasing 296 262 175 134
an Fremde 296 262 175 134
Gesamt 391 351 259 215

Der Pachtvertrag ist zum Bilanzstichtag ungekündigt.

Zum 01. Januar 2018 wurde ein neuer Zusammenarbeitsvertrag zwischen der Xella Aircrete Systems GmbH, der Tochtergesellschaft Porenbetonwerk EUROPOR GmbH und weiterer Vertragsparteien wirksam. In diesem Vertrag wurden Regelungen getroffen hinsichtlich der Produktionsmenge der Porenbetonwerk EUROPOR GmbH und Bezugsrechten der Gesellschafter. Abhängig vom Ausüben der Bezugsrechte besteht auch eine Abnahmeverpflichtung der Xella Aircrete Systems GmbH. Für das Jahr 2024 ist geplant, das Bezugsrecht in Höhe von € 7,6 Mio. auszuüben.

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben liegt bei T€ 1 (Vorjahr T€ 0).

Nachtragsbericht

Hohe Baukosten und ein hohes Zinsniveau führen zu rückläufigen Absatzmengen die durch Preiserhöhungen nicht kompensiert werden und daher zu einem deutlichen Umsatzrückgang führen. Zu den Maßnahmen und Auswirkungen der Xella Aircrete Systems GmbH verweisen wir auf die Erläuterungen im Lagebericht.

Außerbilanzielle Geschäfte

Zum Bilanzstichtag lagen keine weiteren außerbilanziellen Geschäfte vor.

Geschäfte mit nahestehenden Personen

Berichtspflichtige Geschäfte mit nahestehenden Personen lagen zum Bilanzstichtag nicht vor.

 

Duisburg, den 15.07.2024

Xella Aircrete Systems GmbH

Die Geschäftsführung

Daniel Marczinkowsky

Aldin Heric

Dr. Cevin Marc Pohlmann

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Xella Aircrete Systems GmbH, Duisburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Xella Aircrete Systems GmbH, Duisburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Xella Aircrete Systems GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Essen, den 15. Juli 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stefan Wienands, Wirtschaftsprüfer

ppa. Jens Niemeyer, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 18.07.2024 festgestellt.

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