Weiterer Kraftwerke eGbR
Selbe AdresseWärme- und Kältehandel
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Anna Katharina Dr. Weiterer seit 2.9.2025 | Geschäftsführer |
Paul Conrad Weiterer seit 8.11.2016 | Geschäftsführer |
Stephan Dipl.-Kfm. Weiterer seit 13.12.2005 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 35.00% | |
| 17.50% |
| Name | Anteil |
|---|---|
| 47.50% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Landhandel Weiterer GmbHAlgermissenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Landhandel Weiterer GmbH PrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Landhandel Weiterer GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Landhandel Weiterer GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hildesheim, 29. Februar 2024 Dr.
Hesse & Partner mbB
Timo Hesse, Wirtschaftsprüfer Sebastian Schötz, Wirtschaftsprüfer BILANZ zum 30. Juni 2023Landhandel Weiterer GmbH, AlgermissenAKTIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG vom 01.07.2022 bis 30.06.2023Landhandel Weiterer GmbH, Algermissen
Anhang für das Geschäftsjahr 2022/2023Allgemeine Angaben zum UnternehmenDie Landhandel Weiterer GmbH hat ihren Sitz in Algermissen. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hildesheim unter der Nummer HRB 1974 eingetragen. A. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDer Jahresabschluss ist nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Handelsgesetzbuches sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind unverändert beibehalten worden. Die Grundsätze der Darstellungsstetigkeit wurden beachtet. Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert, bezogen auf die Nutzungsdauer von 15 Jahren, wird beibehalten. Diese Nutzungsdauer basiert auf der Dauer der Verwertbarkeit des branchenspezifischen Know-How sowie der Nutzung des erworbenen Kunden- und Lieferantenstamms. Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf der Grundlage steuerlich anerkannter Höchstsätze linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von 800,00 € werden in diesem Wirtschaftsjahr sofort abgeschrieben. Die Beteiligungen wurden zu ihren Anschaffungskosten angesetzt bzw. mit dem niedrigen beizulegenden (Teil-) Wert bewertet. Umlaufvermögen Die Bewertung der Handelswaren (Vorräte) erfolgt zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bzw. zu den niedrigeren Tagespreisen. Verwertungsrisiken sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Die Forderungen, Sonstigen Vermögensgegenstände sowie Liquiden Mittel sind mit den Nominalwerten aktiviert. Erkennbaren Einzelrisiken ist durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch einen pauschalen Abschlag berücksichtigt. Rückstellungen Die Pensionsrückstellungsbildungen wurden gem. § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Für die Ermittlung der Pensionsrückstellung wurde die Projected Unit Credit Methode (PUC-Methode) angewendet. Die Bewertung erfolgt auf Grundlage der folgenden Prämissen:
Die Pensionsverpflichtung beträgt TEUR 129 (Vorjahr TEUR 131). Aus Vereinfachungsgründen wurden die Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahres ergibt. Für die Pensionsrückstellungen existierten keine Rückdeckungsverträge. Aufgrund der Umstellung der Berechnung der Pensionsrückstellung ab dem Jahr 2016 mit einem Rechnungszinssatz auf der Basis der 7-Jahres Durchschnitt auf einen 10-Jahres Durchschnitt unterliegt der Differenzbetrag in Höhe von TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 7) der Ausschüttungssperre. Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Von dem Wahlrecht der Abzinsung kurzfristiger Rückstellungen wird kein Gebrauch gemacht. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag passiviert. Bewertungseinheiten Den aus dem Handel mit Getreiden und Ölsaaten resultierenden Preisrisiken wird durch den Abschluss entsprechender Termingeschäfte begegnet. Soweit die Voraussetzungen zur Bildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB erfüllt und die Sicherungsbeziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument hergestellt und dokumentiert wurde, werden entsprechende Bewertungseinheiten zwischen dem Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft gebildet. Sofern die Voraussetzungen nicht gegeben sind, wird das Derivat zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Marktwert bewertet. Im Geschäftsjahr wurden keine Bewertungseinheiten gebildet. B. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist aus dem Anlagenspiegel zu ersehen. Finanzanlagen Die Finanzanlagen entfallen auf die Beteiligung von 50% an der P. Schneider Transporte GmbH, Gudensberg-Dorla, mit einem Eigenkapital laut letzten vorliegenden Jahresabschlusses zum 30. Juni 2023 von TEUR 288 (Vorjahr: TEUR 223), sowie einem Jahresergebnis von TEUR 23 (Vorjahr: TEUR 43). Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen betreffen in Höhe von TEUR 6.559 (Vorjahr: TEUR 2.853) verbundene Unternehmen und resultierten in Höhe von TEUR 6.500 (Vorjahr: TEUR 2.745) aus Darlehen und der Restbetrag aus laufenden Lieferungs- und Leistungsverkehr. In den Forderungen sind weitere TEUR 310 (Vorjahr: TEUR 438) gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 4.000 und wird mit einem Anteil von TEUR 2.100 von der Agrar-Lagerhaus-Holding GmbH, Algermissen, und mit einem Anteil von TEUR 1.900 von der Landhandel Leinetal GmbH, Algermissen, gehalten. Rückstellungen Die Sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Beträge für Weihnachtsgratifikationen, Tantiemen, Urlaubsansprüche, Überstundenvergütung, Jahresabschlusskosten, Aufbewahrungspflichten nach § 257 HGB, Berufsgenossenschaftsbeiträge sowie Schwerbehindertenausgleichsabgabe. Verbindlichkeiten Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten sowie der Bilanzvermerke ergeben sich aus dem Verbindlichkeitenspiegel (s. Anlage 1 zum Anhang). Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gem. § 251 HGB i. V. m. § 268 Abs. 7 S. 1 HGB Neben den in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten gibt es noch eine selbstschuldnerische Höchstbetrags-Bürgschaft von TEUR 10.000 zur Sicherung bestimmter Forderungen bei Kreditinstituten. Die Verpflichtung besteht gegenüber dem verbundenen Unternehmen der Agrarhandel vor Ort GmbH, Watenstedt. Die Inanspruchnahme der Gesellschaft aus dem beschriebenen Haftungsverhältnis wird aufgrund der soliden Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung der Agrarhandel vor Ort GmbH, Watenstedt als sehr unwahrscheinlich eingestuft. Latente Steuern Es bestehen folgende Unterschiede zwischen den Werten in der Handels- und Steuerbilanz: a.) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Handelsbilanz TEUR 129 TEUR (Vorjahr: TEUR 131) Steuerbilanz TEUR 75 (Vorjahr: TEUR 76) b.) Drohverlustrückstellung Handelsbilanz TEUR 107 (Vorjahr: TEUR 46) Steuerbilanz TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) c.) Einzelwertberichtigungen auf Forderungen Handelsbilanz TEUR 813 (Vorjahr: TEUR 457) Steuerbilanz TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) d.) Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen Handelsbilanz TEUR 158 (Vorjahr: TEUR 135) Steuerbilanz TEUR 171 (Vorjahr: TEUR 148) e.) Sonstige Vermögensgegenstände Handelsbilanz TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) Steuerbilanz TEUR 1.055 (Vorjahr: TEUR 1.028) Zur Bewertung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 30 % verwendet. Insoweit besteht ein Überhang aktiver latenter Steuern, für die das Wahlrecht zur Aktivierung nicht ausgeübt wird. Insofern erfolgt kein Ausweis latenter Steuern. C. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungUmsatzerlöse Die Umsatzerlöse wurden im Handel mit folgenden Waren erzielt:
Eine Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geografisch bestimmten Märkten erfolgt nicht. Da sich die Tätigkeitsbereiche und geografisch bestimmten Märkte untereinander nicht wesentlich unterscheiden. Sonstige Erträge Der Posten sonstige betriebliche Erträge betrifft Erträge aus der Herabsetzung der Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigung auf Forderungen in Höhe von TEUR 268 (Vorjahr: TEUR 204), Erträge aus Versicherungserstattungen über TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 24), wie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 8). Personalaufwand Der durchschnittliche Personalbestand der Gesellschaft betrug im Geschäftsjahr 112 (Vorjahr: 116) Mitarbeiter. Davon sind 84 Voll- oder Teilzeitbeschäftigte und 28 Aushilfen. Der Personalaufwand enthält in Höhe von TEUR 17 (Vorjahr: TEUR 16) Aufwendungen für Altersversorgung. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen Forderungsverluste von TEUR 129 (Vorjahr: TEUR 18) und Aufwendungen für die Einstellung in die Einzel- und Pauschalwertberichtigung von TEUR 647 (Vorjahr: TEUR 179). Darüber hinaus resultieren TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 518) aus der Wertberichtigung sonstiger Vermögensgegenstände. Finanzergebnis In den Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Zinserträge von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 92 (Vorjahr: TEUR 48) enthalten. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr: TEUR 17) und ein Aufwand aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 3) enthalten. Steueraufwand Der Posten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfasst TEUR 1.427 (Vorjahr: TEUR 1.281) Steueraufwendungen die das laufende Jahr betreffen. Sonstige Angaben Aus den abgeschlossenen Betriebspachtverträgen bestehen jährliche finanzielle Verpflichtungen in Höhe der Pachtzinsen. Die Betriebspachtverträge sind aktuell ungekündigt und laufen daher mindestens bis zum 30. Juni 2025. Daraus ergeben sich nach derzeitigem Vertragsstand finanzielle Verpflichtungen von TEUR 2.930 pro Jahr. Die Verträge bestehen vollumfänglich mit verbundenen Unternehmen. Daneben bestehen weitere sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen in Höhe von TEUR 40. Alle Beträge verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer. Derivative Finanzinstrumente Zur Absicherung von Preisänderungsrisiken werden mit Handelspartner erstrangiger Bonität Terminkontrakte über den Ein- und Verkauf von Getreide und Ölsaaten sowie standardisierte börsengehandelte Warenterminkontrakte als Optionsgeschäfte auf Agrarrohstoffe eingesetzt. Für offene Kontraktpositionen, für die die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten nicht gegeben waren, ist zum Bilanzstichtag eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Im laufenden Wirtschaftsjahr wurde eine Rückstellung von TEUR 107 (Vorjahr: TEUR 46) gebildet. Die Bewertung der Ein- und Verkaufskontrakte erfolgt zu Marktpreisen am Bilanzstichtag. Börsliche Warentermingeschäfte werden auf Basis börsentäglicher Notierungen für die jeweiligen Rohstoffe und der sich ergebenden Differenzen zwischen Termin- und Tageskursen bewertet. Die Marktbewertung erfolgt auf Grundlage von einem Handelshaus bereitgestellter Bewertungen. Abschlussprüferhonorar Auf die Angaben bezüglich des Honorars des Abschlussprüfers gem. § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, da die Angaben im Konzernabschluss der Agrar-Lagerhaus-Holding GmbH, Algermissen, enthalten sind. Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt vor, das Jahresergebnis auf neue Rechnung vorzutragen. Nachtragsbericht Trotz der wirtschaftlichen Einflüsse aus den Nachwirkungen der COVID Pandemie, dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, sowie der weiterhin zu erwartenden hohen Energiekosten wird auch in den Folgejahren noch mit einem positiven Ergebnis gerechnet. Es besteht unter den derzeitigen Bedingungen kein Zweifel an der Fähigkeit zur Fortführung der Unternehmertätigkeit. Geschäftsführung Im Berichtsjahr gehörten der Geschäftsführung an:
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung betragen TEUR 538 (Vorjahr: TEUR 351). Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Agrar-Lagerhaus-Holding GmbH, Algermissen, einbezogen. Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht.
Algermissen, den 29. Februar 2024 Landhandel Weiterer GmbH Michael Weiterer Paul Conrad Weiterer Stephan Weiterer Jörg Wrede ANLAGENSPIEGEL zum 30. Juni 2023Landhandel Weiterer GmbH
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023 zum 30.06.2023Inhaltsverzeichnis 1. Grundlage der Gesellschaft 1.1 Geschäftsmodell der Gesellschaft 1.2 Ziele und Strategien 1.3 Forschung und Entwicklung 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Entwicklung der Agrarbranche 2.1.1 Ausblick Ente 2023 2.2 Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens 2.2.1 Umsatz- und Auftragsentwicklung 2.2.2 Investitionen und Finanzierung 2.2.3 Personalbereich 2.2.4 Zertifizierung 3. Darstellung der Lage 3.1 Vermögenslage 3.2 Finanzlage 3.3 Ertragslage 3.4 Investitionen 4. Prognose und Chancen- & Risikobericht 4.1 Prognose 4.2 Chancen- und Risikobericht 4.3 Risikomanagementziele - und Methoden betreffend Finanzinstrumente 5. Sonstige Angaben - Zweigniederlassungsbericht 6. Geschäftsführung 1. Grundlage der Gesellschaft1.1 Geschäftsmodell der Gesellschaft Das Geschäftsmodell der Landhandel Weiterer GmbH (LHW) besteht im Wesentlichen aus dem Hauptgeschäftsbereich Agrarhandel. Die LHW ist überwiegend in den Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen als Agrarhandelshaus tätig und fokussiert sich dabei auf die Marktfruchtbauregionen Nord- und Ostdeutschlands, wo Getreide und Ölsaaten im intensiven Ackerbau im Überschuss erzeugt werden können und in Richtung großer Kunden vermarktet werden müssen. In dieser Funktion tritt sie als Aufkäufer für die erzeugten Ackerfrüchte wie Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchte auf und ist hier Logistiker bei Lagerung, Aufbereitung und Transport sowie Händler für die Vermarktung an die Mühlen, Großhändler und Mischfutterindustrie in Nord- und Westdeutschland. Ebenfalls wird die Vermarktung der Produkte im Export gesucht. Darüber hinaus ist die LHW im Betriebsmittelgeschäft tätig und versorgt die Landwirte mit Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünge-, Pflanzenschutz- sowie Futtermitteln und anderen landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln. 1.2 Ziele und Strategien Der deutsche Agrarmarkt ist stark genossenschaftlich dominiert. Im Arbeitsgebiet der LHW sind mit der Agravis Raiffeisen AG (mit Töchtern und Primärgenossenschaften), der Raiffeisen Waren GmbH Kassel, der team agrar AG (über Roth Agrarhandel) und der BayWa AG große Agrarhandelskonzerne vertreten. Zudem gibt es auch eine Anzahl weiterer Primärgenossenschaften und privater Agrarhändler. In diesem hochkompetitiven Umfeld sind eine stabile positive Unternehmensentwicklung und eine ausgezeichnete Eigenkapitalsituation extrem wichtig. Der deutsche Agrarsektor ist seit längerem ein nur noch langsam wachsender Markt. In Folge der Veränderungen im EEG, bei der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union) durch zunehmende Ökologisierung und Extensivierung der Produktion sowie durch nationale Gesetze wie die neue Düngeverordnung sind dem Wachstum der landwirtschaftlichen Produktion in Zukunft enge Grenzen gesetzt worden. Wachstumschancen ergeben sich oft nur dort, wo Wettbewerber ausscheiden. Dies macht es erforderlich, bei Chancen schnell zu handeln und auf diese Weise Wachstum zu generieren. In diesem wettbewerbsintensiven Umfeld hat die LHW ihre Fokussierung im Ackerbaubereich. Diese starke Fokussierung auf die Erzeugung und Vermarktung von Marktfrüchten in ackerbaustarken Regionen ermöglicht uns schlanke Strukturen im Overhead sowie kurze Informationswege innerhalb der Ebenen. Zudem setzen wir im Geschäft mit den Landwirten auf kompetente Mitarbeiter mit engen Beziehungen zur Kundschaft, um die Kundenbindung und Kundenzufriedenheit nachhaltig und langfristig zu entwickeln. Der im Februar 2022 erfolgte Angriff Russlands auf die Ukraine sowie der derzeitige Krieg Israels gegen die palästinensische Terrorgruppe Hamas im Gaza-Streifen beeinflussen die Ziele der LHW nicht direkt, wobei die Entwicklungen auf der internationalen Marktebene auch Auswirkungen auf unser Geschäft hatten und auch zukünftig haben werden. 1.3 Forschung und Entwicklung Forschung und Entwicklung führen wir nicht durch. 2. Wirtschaftsbericht2.1 Entwicklung der Agrarbranche In unserem Arbeitsgebiet dominiert der Anbau von Weizen, Gerste und Raps. Darüber hinaus spielen in der Landwirtschaft Zuckerrüben und Energiemais eine große Rolle. Seit einigen Jahren konnten wir zudem Dinkel als weitere Feldfrucht im Arbeitsgebiet erfolgreich etablieren. Hinsichtlich der Lage der Landwirtschaft zur Ernte 2022 bzw. für die Prognose wird auszugsweise und inhaltlich aus den Ernteberichten 2022 und 2023 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zitiert. Die vergangenen Monate waren für die Landwirtschaft besonders herausfordernd. Infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine reagierten die Märkte auf drohende Knappheit und Unsicherheit mit steigenden Preisen. Die Kosten für Betriebsmittel wie Dünger und Pestizide stiegen in bislang unbekannte Höhen, weil die Energieträger, vor allem das Gas, deutlich teurer wurden. Alles in allem verteuerte sich die landwirtschaftliche Produktion spürbar. Wintergetreide und Raps profitierten in vielen Regionen, leider aber nicht überall, von den Niederschlägen. Im vergangenen Winter konnten die vorgenannten Arten so gestärkt Hitze und Trockenheit im Frühsommer trotzen. Anders sah die Lage beim Körnermais aus; oft blieb den Landwirten nichts anderes übrig, als ihn zu Silage zu verarbeiten, um überhaupt etwas zu retten. Auch die nachgelagerten Grünlandschnitte fielen der Trockenheit zum Opfer und führten zu fehlenden Winterfutter für die Tiere. Die Ernte 2022 ist erneut unter schwierigen Witterungsbedingungen herangewachsen und hat teilweise auch wieder Schaden durch Wetterextreme genommen. Von Februar und April einmal abgesehen, gab es in allen Monaten des Jahres 2022 zu wenig Niederschläge. Auch in diesem Jahr gab es eine ausgeprägte Frühjahrs- und Sommertrockenheit. Deutschlandweit fehlten rd. 40 Prozent der sonst im Sommer üblichen Niederschläge. Wochenlange Trockenheit, Hitzetage und "Tropennächte" ließen Bäche austrocknen und Flusspegel auf teils historisch niedrige Pegelstände sinken. Über Tage machten Wald- und Feldbrände Schlagzeilen. Dann folgte der Umbruch; nach den schier endlosen Hitzeperioden kam es in einigen Regionen zu einem schlagartigen Wetterumschwung. Von den Unwettern waren viele Regionen betroffen, die Unwetterschäden blieben glücklicherweise meistens lokal begrenzt. Doch wenn ein Sturmtief eine Region traf, waren teils Totalausfälle der noch nicht eingebrachten Ernte zu beklagen. "Nebenan", oft nur wenige Kilometer entfernt, blieben Felder und Ernten verschont. Für Getreide ohne Körnermais wurde eine Erntemenge 2022 von rund 39,7 Millionen Tonnen erwartet und fiel damit um rd. 4,8 % höher als im Vorjahr aus. Der sechsjährige Durchschnitt, also das Mittel der Jahre 2016 bis 2021, wird damit um rd. 1,5 % übertroffen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung im Wesentlichen auf einen deutlich verbesserten durchschnittlichen Hektarertrag, der die rückläufige Erntefläche überkompensierte. Trotz der im Jahresvergleich um rd. 2,6 % geringeren Anbaufläche für Winterweizen gelang durch den erhöhten Hektarertrag in dieser Getreideart, die die ertragsstärkste Art darstellt, ein um rd. 4,6 % erhöhtes Gesamtergebnis. Zusammen mit den ebenfalls stark ausgeweiteten Erträgen für Sommerweizen konnte der Weizenertrag um rd. 5,1 % gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet werden. Somit stellt Weizen abermals das dominante Vermarktungsprodukt für unser Haus da. Erneut sind große regionale Unterschiede bei den Flächenerträgen aufgetreten, verursacht durch regional heterogene Witterung. Je nach Bodenqualität und Niederschlagsverteilung unterscheiden sich die Ernteergebnisse bereits kleinräumig erheblich. Im Durchschnitt aller Getreidearten ohne Körnermais liegt der festgestellte Hektarertrag bei 70,2 Dezitonnen, das sind 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr sowie rd. 3,7 Prozent im Vergleich zum langfristigen Mittel. Die deutsche Rapsanbaufläche konnte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wiederholt die Marke von 1 Mio. Hektar bewirtschaftete Fläche überschreiten. Mit rund 1,8 Millionen Hektar wurde die Anbaufläche erneut um rd. 8,6 % gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet. Gegenüber dem langjährigen Mittel fällt die Anbaufläche jedoch um rd. 2,4 % geringer aus. Die Hektarerträge fallen mit durchschnittlich 39,5 Dezitonnen um rd. 12,6 % höher gegenüber der Vorjahresernte und sogar rd. 17,6% gegenüber dem langjährigen Durchschnitt aus, weisen aber - wie beim Getreide - eine große regionale Variabilität auf. Insgesamt konnten zur Ernte 2022 eine Erntemenge von rd. 4,3 Millionen Tonnen Raps realisiert werden. Somit blieb auch in dieser Ernte der Rapsanbau die dominierende Ölfrucht in Deutschland. Beim FAO Getreidepreisindex, der die internationale Preisentwicklung im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 abbildet, war bereits seit Mitte 2020 ein anhaltender Aufwärtstrend zu beobachten. Im Mai 2022 erreichte der Index mit 173,5 einen historischen Höchststand, fiel aber im Juni und Juli wieder zurück. Die rasch wechselnde Nachrichtenlage veranlasste auch die Terminmärkte zu hektischen Preisausschlägen, zuletzt im Zusammenhang mit den Verhandlungen über die Schaffung eines sicheren Korridors für ukrainische Getreideexporte im Schwarzen Meer, aber auch nach Bekanntwerden optimistischerer Ernteprognosen. An der Matif Paris lag der vordere Septemberkontrakt für Weizen Anfang September 2021 bei 216,75 Euro je Tonne und stieg bis auf 269,75 Euro je Tonne am 25. November 2021. Danach setzte eine Seitwärtsbewegung ein. Bereits Mitte Februar, also kurz vor dem russischen Überfall auf die Ukraine, begann ein neuer Höhenflug, der mit einem Höchststand 438,25 Euro je Tonne Mitte Mai 2022 endete. Am 22. August 2022 erreichte der Schlusskurs noch 321,50 Euro je Tonne. Die deutschen Erzeugerpreise folgten dem Entwicklungstrend auf internationaler Ebene, das heißt nach einem Höchststand im Laufe des Frühjahrs sind die Preise seit Anfang Juni stark rückläufig, liegen aber noch durchgängig über dem Vorjahresniveau. Konträr verhielt es sich bei der Verkaufsbereitschaft der Landwirte. Versuchten Anfangs viele Landwirte weiter auf steigende Preise zu spekulieren, kam es bei dann deutlich rückläufigen Preisen zu erhöhten Abgabemengen. 2.1.1 Ausblick Ente 2023 2.1.1.1 Getreide Prognosen zur globalen Getreideproduktion wurden wie üblich in den vergangenen Monaten permanent angepasst, gehen aber derzeit trotz lokal auftretenden ungünstigen Vegetationsbedingungen von einem überdurchschnittlichen Ergebnis aus. Allerdings steigt laut Aussagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des Wetterphänomens El Niño ab der zweiten Jahreshälfte 2023. Weltweite Temperaturrekorde, Dürre in Australien sowie in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas, aber auch Überschwemmungen könnten die Folge sein und die Ernteaussichten für die zweite Hälfte des Wirtschaftsjahres 2023/24 einschränken. Der Internationale Getreiderat (IGC) erwartet in seiner Augustschätzung für das Wirtschaftsjahr 2023/24 eine globale Getreideerzeugung (ohne Reis) von 2.294 Millionen Tonnen. Damit läge das Ergebnis nur knapp unter dem Höchststand im Wirtschaftsjahr 2021/22 und würde die Vorjahresproduktion um rund 31 Millionen Tonnen übertreffen. Zwar wird mit 784 Millionen Tonnen eine um rund 19 Millionen Tonnen kleinere Weizenproduktion als im Vorjahr erwartet, gleichzeitig wird jedoch eine deutlich größere Erntemenge bei Körnermais prognostiziert, die 61 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr betragen könnte. Der globale Verbrauch könnte jedoch nach Schätzungen des IGC mit 2.307 Millionen Tonnen Getreide ebenfalls einen neuen Höchststand erreichen und somit die Erzeugung übertreffen. Es werden folglich erneut leicht rückläufige Endbestände (-2,2 % gegenüber dem Vorjahrsendbestand) für das laufende Wirtschaftsjahr erwartet. Der Getreidepreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bildet die internationale Preisentwicklung im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 ab. Im Mai 2022 erreichte der Index seinen bisherigen Höchststand infolge des durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine getriebenen Preisanstiegs am globalen Getreidemarkt. Seit Jahresbeginn 2023 ist der Index für Getreide wieder kontinuierlich gesunken; im Juli lag er mit 173,5 Punkten knapp 15 Prozent unter dem Vorjahreswert. Angesichts der von Juli 2022 bis Juli 2023 wirksamen Schwarzmeer-Getreide-Initiative, die den Export von ukrainischem Getreide über den Seeweg ermöglichte, sowie einer auskömmlichen Weltgetreideernte 2022/23 haben sich die Preise am Weltmarkt etwas beruhigt. An der Matif Paris, dem für die europäische Erzeugerpreisbildung relevantesten Terminmarkt, lag der vordere Septemberkontrakt für Weizen Anfang August 2022 noch bei rund 340 Euro pro Tonne, während er in diesem Jahr im gleichen Zeitraum rund 100 Euro je Tonne niedriger zeichnete. Diese deutliche Reduzierung zieht sich durch alle Getreidearten. Insgesamt beleibt jedoch anzumerken, dass sich im langfristigen Mittel die Preise weiterhin auf hohen, wenn nicht sogar zu hohem, Niveau bewegen. 2.1.1.2 Ölsaaten Laut dem August-Bericht des USDA (United States Department of Agriculture) zu den globalen Ölsaatenmärkten zeichnet sich bei der weltweiten Erzeugung der sieben wichtigsten Ölpflanzen für das Wirtschaftsjahr 2023/24 in der Summe ein weiteres Rekordergebnis ab. Die im Jahresvergleich erwarteten Rückgänge bei Sojabohnen aus den USA, welche weltweit die wichtigste Ölsaat darstellt, werden durch höhere Ernteerwartungen für Sojabohnen aus Brasilien und Argentinien sowie Sonnenblumen aus Russland und der Ukraine mehr als kompensiert. Mit 664 Millionen Tonnen würde das sehr gute Vorjahresergebnis noch um 5,5 Prozent übertroffen. Der globale Verbrauch wird auf rund 644 Millionen Tonnen geschätzt. Die Endbestände sollen wie im vorangegangenen Wirtschaftsjahr 2022/23 steigen (auf knapp 137 Millionen Tonnen). Das höhere Angebot lässt wieder starke Exportaktivitäten erwarten und wirkt sich dämpfend auf die Preisentwicklung aus. Anders als noch im letzten Jahr kann der Rapsanbau dagegen nicht zum gesteigerten Ergebnis der weltweiten Ölsaatenbilanz beitragen. Das USDA geht von einer in etwa stabilen Anbaufläche von rund 42,3 Millionen Hektar aus. Insgesamt erwartet die Behörde einen leichten Rückgang der Erntemenge um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 86,1 Millionen Tonnen. Der FAO-Preisindex für pflanzliche Öle hat als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zwischen Februar und März 2022 um 50 Indexpunkte zugenommen. Dieser sprunghafte Anstieg mündete im bisherigen Höchstwert des FAO-Preisindex für pflanzliche Öle von 251,8 Punkten im März 2022. Noch bis zum Juli 2022 lag der Index über dem Vorjahreswert. Danach drehte sich das Verhältnis und die Indexwerte der zweiten Hälfte 2022 lagen trotz anhaltendem Kriegsgeschehen unterhalb des Vorjahresniveaus. Diese Entwicklung wurde vor allem von einer sehr guten weltweiten Ölsaatenernte gefördert. Da sich für das aktuelle Erntejahr bereits früh eine weitere Steigerung der Erzeugung abzeichnete, hat der Index auch in der ersten Jahreshälfte 2023 seine rückläufige Entwicklung fortgesetzt. Der vorläufige Tiefststand seitdem wurde mit 115,8 Punkten im Juni 2023 erreicht. Erst im Juli, der Monat, in dem Russland das Schwarzmeerabkommen hat auslaufen lassen, hat sich der Index wieder auf 129,8 Punkte gesteigert. Auch der europäische Terminmarkt reagiert mit hektischen Schwankungen auf politische Entwicklungen und Wetternachrichten. Der Novemberkontrakt 2023 der Matif lag Anfang September 2022 - nach Abschluss der europäischen Rapsernte - bei 623 Euro je Tonne. Eine erste Preisspitze wurde mit 655 Euro je Tonne am 1. November 2022 erreicht. Seither ging es auch hier tendenziell abwärts und die Höchstwerte des Jahres 2022 wurden deutlich unterschritten. 2.2 Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens 2.2.1 Umsatz- und Auftragsentwicklung Die Umsatzentwicklung war wiederum geprägt durch geopolitische Sonderfaktoren und stellt somit erneut ein Ausnahmejahr da. Insgesamt konnte der Umsatz von 171,9 Mio. Euro auf 222,4 Mio. Euro gesteigert werden. Der Umsatzzuwachs begründet sich im Wesentlichen auf die Erhöhung der Umsatzerlöse in den Bereichen Getreide, Düngemittel und Schädlingsbekämpfung, die den höheren Preisen geschuldet ist. Im Wirtschaftsjahr 2022/2023 konnten insgesamt 439.728 Tonnen Getreide und Ölsaaten vermarktet werden, gegenüber 383.345 Tonnen im Vorjahr. Der Anstieg resultiert insbesondere aus der erhöhten Einkaufsmenge im abgelaufenen Wirtschaftsjahr; 449.959 Tonnen gegenüber 403.599 Tonnen im Vorjahr. Die Bestandsmenge von Getreide belief sich zum 30.06.2022 auf 20.600 Tonnen und auf 39.283 Tonnen zum 30.06.2023 Der Absatz von Pflanzenschutzmitteln konnte im Wirtschaftsjahr mit 11,9 Mio. EUR nach 12,2 Mio. EUR nahezu konstant gehalten werden. Die weiteren Aussichten in diesem Segment bleiben jedoch aufgrund der seitens der EU bzw. auf Bundesebene verfolgten Zulassungspolitik für neue und/oder bestehende Wirkstoffe eher pessimistisch. Nachdem der Düngemittelumsatz im vorausgegangenen Wirtschaftsjahr sich nahezu verdoppelte, kam es im abgelaufenen Jahr erneut zu einer wertmäßigen Erhöhung des Umsatzes auf 40,9 Mio. Euro nach 35,7 Mio. Euro im Vorjahr. Diese Entwicklung ist insbesondere dem volatilen Preisgefüge geschuldet. So erhöhten sich z. B. der Preis für eine Tonne Volldünger in der Spitze auf rd. 1000 Euro und lag doch zum Bilanzstichtag wieder bei rd. 340 Euro. Mengenmäßig wurden mit 75.719 Tonnen 8.267 Tonnen weniger Düngemittel im Wirtschaftsjahr 2022/2023 umgesetzt. Zum 30. Juni 2023 belief sich der Bestand auf 8.526 Tonnen Stickstoffdünger, Kali, Grund- bzw. Volldünger. Vor dem Hintergrund der neuen Düngeverordnung verbunden mit der unsicheren Entwicklung der Energiepreise bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Geschäftsablauf seit dem Frühjahr 2020 hat für die Branche zahlreiche und teils unvorhergesehene Folgen. Auf der operativen Seite konnte unser Unternehmen zwar Betriebsschließungen der eigenen Filialen und Ansteckungen der Mitarbeiter durch angepasste Hygienemaßnahmen wirkungsvoll verhindern, allerdings kam es durch eigene "Quarantänemaßnahmen" in Verdachtsfällen zu Personalengpässen in einigen Betriebsteilen. Logistische Probleme, zum Beispiel durch geänderte Dienstpläne bei den Schleusen und durch Corona-bedingt fehlende LKW-Fahrer, vor allem aus dem europäischen Ausland, erschwerten auch im abgelaufenen Wirtschaftsjahr die fristgerechte Vermarktung. Die aktuelle Lage im Herbst/Winter 2023 stellt uns erneut vor Herausforderungen. Die Effekte der geopolitischen Entwicklungen führten auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Verwerfungen, die sich insbesondere in Kurskorrekturen für die von uns gehandelten Warengruppen zeigten. Auch Unsicherheiten und Zurückhaltung bei den Käufern und Verkäufern am physischen Markt konnte beobachtet werden und wurde von uns durch unser internes Risikomanagement aufgefangen. Krisenbedingte Subventionsprogramme wurden im Geschäftsjahr weiterhin nicht in Anspruch genommen. 2.2.2 Investitionen und Finanzierung Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wurden Ersatzinvestitionen im geplanten Umfang durchgeführt. Es wurden diverse Anschaffungen an Maschinen und Fahrzeugen getätigt. 2.2.3 Personalbereich Unser Unternehmen beschäftigte durchschnittlich 83,7 Mitarbeiter sowie 6,5 Auszubildende und 30,8 Aushilfen. Die Aushilfskräfte waren insbesondere zur Erntezeit beschäftigt. Die Mitarbeiterfluktuation, gemessen an der Anzahl von Kündigungen und Neueinstellungen, die als nichtfinanzieller Leistungsindikator einzustufen ist, bewegt sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Der Personalaufwand erhöhte sich durch allgemeine Gehaltssteigerungen sowie die Zahlung einer steuerlich begünstigten Inflationsausgleichsprämie für das Gesamthaus leicht auf 4,9 Mio. Euro nach 4,5 Mio. Euro im Vorjahr. Die diversen COVID-19-Pandemiewellen seit Frühjahr 2020 konnten wir ohne Kurzarbeit oder Entlassungen durchstehen. Einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden allerdings bereits bei geringstem Verdacht in "Quarantäne" geschickt. Unser großer Dank geht an dieser Stelle an das ganze Team, welches die wiederkehrenden Ausfälle einiger Kolleginnen und Kollegen in dieser belastenden Zeit mit großem Engagement aufgefangen hat. Auch die getroffenen Arbeitsschutz-Maßnahmen am Arbeitsplatz waren wirkungsvoll, so dass es unter den Mitarbeitern nicht zu einer weiteren Ansteckung und den damit verbundenen Betriebsschließungen gekommen ist. Die Mitarbeiter setzen sich engagiert für unser Unternehmen ein. Allen Mitarbeitern danken wir für ihren großartigen Einsatz. 2.2.4 Zertifizierung Unser Unternehmen stellt sich den gesellschaftlichen, umweltbezogenen und sozio-ökologischen Herausforderungen unserer Branche. Wir haben den Anspruch nachhaltig, effizient und ressourcenschonend unseren Beitrag zur Ernährung in Deutschland zu leisten. Ausfluss dieses Anspruchs, der als weiterer nichtfinanzieller Leistungsindikator einzustufen ist, ist die regelmäßige Zertifizierung nach GMP+, VLOG und REDCert Standards bzw. Zertifikaten. Seit dem Berichtsjahr 2019/2020 ist darüber hinaus unser Haus auch für den Handel mit Getreide, Ölsaaten, Leguminosen, Futtermitteln und Saatgut nach Standard EU VO 2018/848 Bio-zertifiziert. 3. Darstellung der Lage3.1 Vermögenslage Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorjahr von 46,2 Mio. Euro um 10,6 Mio. Euro auf 56,8 Mio. Euro. Auf der Aktivseite erhöhte sich der Wert der Sachanlagen vor allem bedingt durch geleistete Anzahlungen im Bau von 1,1 Mio. Euro auf 4,3 Mio. Euro. Der Warenbestand reduzierte sich analog der vorgenannten volatilen Preisentwicklungen preisbedingt von 16,8 Mio. Euro auf 13,8 Mio. Euro. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen konnten erneut ausgeweitet werden; sie belaufen sich nunmehr stichtagsbedingt auf 18,0 Mio. Euro nach 15,8 Mio. Euro im Vorjahr. Ebenfalls stichtagsbedingt ist der Ausweis von freien Linien bei den Hausbanken, deren Kreditlinien im Jahresverlauf genutzt werden. Bedingt durch die erstmalige operative Tätigkeit der "neuen" Agrarhandel vor Ort GmbH wurden die Ausleihungen an verbundene Unternehmen deutlich ausgeweitet. Auf der Passivseite konnte das Eigenkapital durch Gewinnthesaurierung von 28,1 auf 30,9 Mio. Euro oder 54,2 % der gesteigerten Bilanzsumme von 56,8 Mio. Euro verbessert werden. Nennenswerte Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten bestehen weiterhin nicht. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen valutieren zum Berichtsstichtag bei 21,6 Mio. Euro nach 16,0 Mio. Euro am vorherigen Berichtsstichtag. 3.2 Finanzlage Durch die Eigenmittel, den positiven Cashflow und die Kreditlinien unserer Hausbanken verfügen wir über eine solide Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung. Unsere durchgehend kurzfristigen Verbindlichkeiten konnten zu jedem Zeitpunkt im Jahr ordnungsgemäß bedient werden. Aufgrund der guten Planbarkeit des Betriebsmittelgeschäfts sowie der jährlichen Regelmäßigkeit landwirtschaftlicher Produktion kann die Liquidität im Jahresverlauf sehr gut mittels historischer Daten prognostiziert und gesteuert werden. Vor allem die Laufzeitkongruenz von Forderungen und Verbindlichkeiten ist zur Liquiditätssteuerung ein wichtiges Instrument. Im Warengeschäft ist diese Laufzeitkongruenz regelmäßig gegeben. Die Laufzeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen konnte im Berichtzeitraum durch eine aktive Forderungsüberwachung von 33 auf 29 Tagen verkürzt werden. Die Laufzeit der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhte sich trotz des deutlich erhöhten Materialaufwands leicht um einen Tag auf 38 Tage. Längerfristige Forderungen aufgrund verlängerter Warenkredite zur Erntevorfinanzierung werden individuell auf den Finanzierungsbedarf der Kunden abgestimmt und entsprechend gegenfinanziert. 3.3 Ertragslage Die Ertragslage im abgelaufenen Jahr ist als gut zu bezeichnen. Die Umsatzerlöse stiegen erneut deutlich von 171,9 Mio. Euro auf 223,3 Mio. Euro und damit stärker als die Prognose des letzten Jahresberichts. Bedingt durch die deutlich gesteigerten Materialaufwendungen, deren Anstieg den Anstieg der Gesamtleistung leicht überstieg, erhöhte sich die Materialaufwandsquote von 89,73 % auf 91,56 %. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten im Berichtszeitraum leicht zurückgefahren werden und liegen mit 9,6 Mio. Euro oder 4,3 % der Gesamtleistungen unter dem Wert des Vorjahres von 5,5 %. Trotz des deutlich erhöhten Zinsniveaus wurde erneut ein positives Zinsergebnis erzielt. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag stiegen in Folge des ausgewiesenen Jahresergebnisses leicht um 0,15 Mio. Euro auf 1,43 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss, der als wesentlicher finanzieller Leistungsindikator verwendet wird, stieg auf 2,8 Mio. Euro. Diese Steigerung führt zu einem deutlich besseren Ergebnis als die Prognose des letzten Jahresberichtes, wobei die besonderen geopolitischen Faktoren im Zusammenhang mit der Preisentwicklung für landwirtschaftliche Waren nicht zu prognostizieren waren. Insgesamt ist das Jahresergebnis mit einer Umsatzrendite von 1,28 % mehr als zufriedenstellend, jedoch auf Grund der geopolitischen Lage erneut nicht mit den Vorjahren vergleichbar. 3.4 Investitionen Investitionen wurden im Berichtszeitraum in Höhe von 0,795 Mio. Euro für Sachanlagen getätigt; Investitionen in Finanzanlagen oder in immaterielle Anlagengüter erfolgten nicht. Daneben sind ebenfalls 795 TEuro für geleistete Anzahlungen im Bau aufgebracht wurden. 4. Prognose und Chancen- & Risikobericht4.1 Prognose Auf unsere Ausführungen unter Gliederungspunkt 2.1 ff. wird verwiesen. Die anhaltend hohen Volatilitäten und Preise bei Energie und Rohstoffen werden auch für das Wirtschaftsjahr 2023/2024 unser Ergebnis beeinflussen. Bedingt durch die seit dem Jahreswechsel 2022/2023 rückläufige teilweise übertriebene Preisentwicklung in den von uns gehandelten Warengruppen wird es zu einer Normalisierung der Umsatzerlöse kommen. Gesamtwirtschaftlich zeigt sich bedingt durch das deutlich gestiegene Zinsniveau, welches einerseits die Inflationszahlen sich rückläufig entwickeln lässt, anderseits aber die konjunkturelle Lage negativ beeinflusst, eine Tendenz zur Rezession. Aufgrund dieser Entwicklungen verbunden mit den Erkenntnissen aus der Ernte 2023 wird für das Geschäftsjahr 2023/2024 mit einem rückläufigen Umsatz sowie einem gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich rückläufigen Jahresergebnis gerechnet. Hinsichtlich der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren erwarten wir eine Mitarbeiterfluktuation auf Niveau des Vorjahres bzw. einen Erhalt der aktuellen Zertifizierungen. 4.2 Chancen- und Risikobericht Positiv auf die Landhandel Weiterer GmbH wirkt es sich aus, dass die hochwertigen Brotgetreide der hiesigen Ackerbauregionen bei inländischen Mühlen und Verarbeitern weiterhin sehr gefragt sind. Zudem scheint die rege gesellschaftliche Diskussion um Nachhaltigkeit, Regionalität und die Risiken hochglobalisierter Lieferketten durch die Ereignisse der letzten Jahre ein gewisses Umdenken in Bezug auf die einheimische Lebensmittelproduktion einzuleiten. Die starke Abhängigkeit insbesondere des Energiesektors von der geopolitischen Lage und damit verbunden der Düngemittelproduktion, deren Distribution ein wesentlichen Eckpfeiler für unser Geschäftsergebnis darstellt, bleibt, verbunden mit der weiterhin hohen Inflation und den volatilen Märkten für landwirtschaftliche Produkte, ein nicht zu unterschätzendes Risiko für unser Haus. 4.3 Risikomanagementziele - und Methoden betreffend Finanzinstrumente Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unterliegen dem Debitorenmanagement. Die Entwicklung der Außenstände wird nach Kundengruppen differenziert von der Geschäftsleitung überwacht. Ausfall- und Zinsrisiken werden zum Abschlussstichtag durch die Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt. Die Fakturierung erfolgte ausschließlich in Euro, sodass keine Währungsrisiken bestehen. Den aus dem Handel von Getreide- und Ölsaaten resultierenden Preisrisiken wird durch den Abschluss entsprechender Warentermingeschäfte begegnet. 4.3.1 Technische Risiken Technische Risiken ergeben sich vor allem durch verdeckte Produktmängel bei den gehandelten Produkten. An Lebens- und Futtermittel werden hohe Ansprüche an die Sicherheit und Qualität der Rohstoffe gestellt. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, sodass wir ein zertifiziertes Monitoringsystem nach GMP+ B3 betreiben. Dieses System gewährleistet die Sicherheit in den Prozessen Handel, Erfassung und Umschlag von Getreide und Futtermitteln. Zudem sind wir nach GMP+ BCN QM Milch zertifiziert, sodass auch die Prozessanforderungen des Futtermittelsicherheitssystem QM Milch erfüllt sind. Teil dieser Systeme ist die sorgfältige Wareneingangskontrolle durch die eigenen Labore sowie Teilnahme an weitreichenden übergeordneten staatlichen wie privaten Prüfsystemen. Diese gewährleisten durch Stichprobennahe aus dem laufenden Prozess die ständige Einhaltung der Anforderungen sowie die Wirksamkeit der eigenen Prozesse und Kontrollen. Die Produkthaftung sowie die Haftung für Umweltrisiken werden zudem über geeignete Haftpflichtversicherungen abgesichert. 4.3.2 Wirtschaftliche Risiken Zum Branchenrisiko wurde im Bericht schon ausführlich Stellung genommen. Wir versuchen den Risiken durch eine gute Eigenkapitalausstattung zu begegnen, sodass das Unternehmen evtl. auftretenden Risiken gewachsen ist. Finanzrisiken ergeben sich für Händler in volatilen Märkten vor allem durch Preisschwankungen auf Beschaffungs- und Absatzmärkten, sowohl durch Veränderungen der Kurse an den Warenterminbörsen sowie am Kassamarkt. Wir setzen auf eine Kombination aus Sicherungsgeschäften am Warenterminmarkt sowie auf eine zentrale Steuerung unserer physischen Positionen bei Getreide und Ölsaaten. Auf diese Weise können wir die risikobehafteten offenen Positionen gezielt steuern. Generell wird so gesteuert, dass das Risiko zu jedem Zeitpunkt beherrschbar und durch Eigenkapital vollständig gedeckt ist. Währungskursrisiken ergeben sich nicht, da alle Kunden innerhalb der Eurozone aktiv sind. Zinsrisiken werden durch die beschriebene Kongruenz der Laufzeiten minimiert, sodass kurzfristige Finanzierungen in der Regel auch Umlaufvermögen in Form von Warenbeständen oder kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüberstehen. Das Anlagevermögen sowie alle langfristigen Investitionen werden ebenso langfristig über Eigenkapital oder langfristige Finanzierungen abgebildet. Auf diese Weise können die Zinsen auf beiden Seiten bei Veränderungen effektiv aufeinander abgestimmt werden. Das Adressausfallrisiko bei landwirtschaftlichen Betrieben wird als sehr gering eingestuft, da durch hohe Kapitalreserven in Form von Ackerland in der Regel stets genug Kapitaldeckung vorhanden ist. Dennoch wird bei größeren offenen Positionen oder bei nicht fristgerechter Rückführung der Kreditlinien ein intensiver Kontakt zu den Betrieben gesucht. In diesem Fällen sind bewusste Abtretungen der Direktzahlungen, das Früchtepfand sowie Vorkontrakte auf die wachsende Ernte die Absicherungsformen der Wahl. In risikoreicheren Fällen ist auch eine Grundschuld insbesondere auf Ackerflächen als Sicherheit eine effektive Absicherungsform. Im Bedarfsfall versuchen wir mit den Betrieben zusammen, langfristige Konzepte zur Entschuldung und Sanierung zu entwickeln. Dabei steht für uns immer die langfristige Betriebsfortführung und somit der Erhalt unseres Kunden im Vordergrund. Das Liquiditätsrisiko wurde bereits im Kapitel der Liquiditätslage angesprochen. 4.3.3 Operationelles Risiko Das Personalrisiko ist als gering einzustufen. Die Personalfluktuation ist in allen Betriebsteilen des Unternehmens extrem gering. Zudem kann der Ausfall einzelner Mitarbeiter durch die Teamstrukturen durch die Kollegen aufgefangen werden. Dennoch bleibt es konstante Aufgabe der Geschäftsleitung, stets genügend Fachpersonal für unser Haus zu gewinnen. Einen wesentlichen Baustein hierfür sehen wir in der betrieblichen Ausbildung, die wir seit Jahren erfolgreich praktizieren. Die IT-Risiken sind durch redundante Datenbanken, Investitionen in moderne Infrastruktur sowie neue Server zuletzt erneut verringert worden. In dem Bereich setzten wir sowohl bei Hardware als auch bei Software auf externe Dienstleister. Ein gewisses Risiko existiert aufgrund der schlechten Netzinfrastruktur in den ländlichen Gegenden Deutschlands. Dieses Risiko kann bei uns durch den netzunabhängigen Inselbetrieb der Waagerechner etwas gemildert werden, sodass eine Aufrechterhaltung der Prozesse in begrenztem Umfang auch ohne Netzwerkverbindung möglich ist. 4.3.4 Strategisches Risiko Die Wettbewerbsfähigkeit ist gegenüber den Wettbewerbern relativ gut, was sich auch in unserer Rentabilitätskennzahl Jahresüberschuss zeigt. Dennoch ist die ständige Weiterentwicklung des Geschäftsbetriebs in Verbindung mit strenger Kostenkontrolle existenziell wichtig. Langfristige Strategien sind im Europäischen Agrarsektor aktuell schwer zu entwickeln, da durch die GAP-Reform (Gemeinsame Agrarpolitik der EU) 2021 die Branche neuen Regeln unterworfen wurde. Die aktuell verabschiedete GAP bringt einen Umbau hin zu mehr Nachhaltigkeit und Konditionalitäten in der Landwirtschaft (Maßnahmen zu guter landwirtschaftlichem und ökologischem Zustand (GLÖZ-Maßnahmen)) . Die Wetterereignisse der letzten Jahre machen deutlich, dass das Risiko von Naturkatastrophen und Extremereignissen auch in Deutschland zunimmt. Die Landwirtschaft ist davon besonders betroffen. Effektive Maßnahmen zur Absicherung sind aktuell kaum verfügbar, und die Vorhersage der Ereignisse ist nahezu unmöglich. Auch weiteren externen Risiken mit hoher Unsicherheit, wie der Seuchenentwicklung bei der Afrikanischen Schweinepest seit einigen Jahren, kann kaum durch Strategien begegnet werden. Auch internationale Krisen, Kriege und Handelsrestriktionen stellen, wie der Ukraine-Konflikt aber auch der Konflikt im Nahen Osten, die daraus resultierenden Handelssanktionen und deren Auswirkungen auf die globalen Lieferketen zeigen, ein substantielles Risiko da. Hiervon sind die innerdeutschen Lieferketten, in denen wir als Unternehmen agieren, deutlich weniger stark betroffen als die internationalen Konzerne. Dennoch sind die Auswirkungen solcher Krisen durch steigende Preisvolatlitäten und steigende Risiken bei den internationalen Marktpartnern nicht zu vernachlässigen. Wir setzen daher konsequent auf eine langfristige Zusammenarbeit mit strategisch und finanziell sicher aufgestellten Partnern, sowie auf eine möglichst breite Streuung unserer Absatz- und Beschaffungswege. 5. Sonstige Angaben - ZweigniederlassungsberichtDer Hauptsitz der Gesellschaft ist Algermissen. Landhandelsstandorte werden betrieben in: Algermissen, Pattensen, Barnten, Benthe, Schellerten, Hildesheim, Almstedt, Banteln, Bilshausen, Bockenem, Hardegsen, Hedemünden, Opperhausen, Westerode, Gudensberg, Steinbrück, Östrum und Lischeid. Bei allen diesen vorgenannten Landhandelsstandorten handelt es sich um unselbständige Niederlassungen ohne Eintragung ins Handelsregister. Die Betriebsstätten werden auf eigenen oder auf gepachteten Grundstücken betrieben. 6. GeschäftsführungIm Berichtsjahr gehörten der Geschäftsführung an:
Algermissen, am 19. Februar 2024 Landhandel Weiterer GmbH Michael Weiterer Stephan Weiterer Paul C. Weiterer Jörg Wrede |
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