Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 266950
Eingetragen
11.6.2021
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Gegenstand geändert, nun: Erbringung von Wertpapierdienstleistungen gemäß § 2 Wertpapierinstitutsgesetz, nämlich die Anlage- und Abschlussvermittlung nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 und Nr. 5 Wertpapierinstitutsgesetz. Die Gesellschaft ist nicht befugt, sich bei der Erbringung von Wertpapierdienstleistungen Eigentum oder Besitz an Geldern oder Wertpapieren von Kunden zu verschaffen oder auf eigene Rechnung mit Finanzinstrumenten zu handeln. Beratung im Bereich der Planung, Konzeption, Umsetzung und Implementierung der Tokenisierung von Unternehmensanteilen und sonstigen Werten zur Finanzierung von Unternehmen, soweit dies keiner staatlichen oder behördlichen Genehmigung bedarf, sowie die strategische und sonstige Beratung von Unternehmen und Übernahme der Geschäftsführungsfunktion anderer Gesellschaften.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Brian Elders
seit 16.3.2023
Prokura
Michael Dvorak
seit 16.3.2023
Prokura
Alexander Rapatz
seit 11.6.2021
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Black Manta Capital Partners S.à.r.l.LUX
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Black Manta Capital Partners S.à.r.l.
Luxembourg
150.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BMCP GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

BILANZ zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 35.964,19 61.450,46
2. Forderungen an Kunden 57.838,00 17.975,00
3. Sonstige Vermögensgegenstände 70.283,90 39.689,57
4. Rechnungsabgrenzungsposten 11.212,25 6.498,47
175.298,34 125.613,50

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
1. Sonstige Verbindlichkeiten 46.745,36 1.050,00
2. Rückstellungen
a) andere Rückstellungen 51.460,00 48.558,50
3. Eigenkapital
a) Eingefordertes Kapital
gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
b) Kapitalrücklage 630.000,00 575.000,00
c) Bilanzverlust 602.907,02- 548.995,00-
175.298,34 125.613,50

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

BMCP GmbH

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit - und Geldmarktgeschäften 2.051,59 533,29
2. Zinsaufwendungen 9,00 0,00
2.042,59 533,29
3. Provisionserträge 245.201,70 98.514,00
4. Sonstige betriebliche Erträge 0,00 34.000,07
5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 27.000,00 39.375,00
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 110,56 9.172,53
27.110,56 48.547,53
b) andere Verwaltungsaufwendungen 268.100,25 341.989,87
295.210,81 390.537,40
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 11.588,75- 287,52
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 23.210,00 9.937,50
8. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 5.675,75 10.000,00
9. Jahresfehlbetrag 53.912,02 257.715,06
10. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 548.995,00 291.279,94
11. Bilanzverlust 602.907,02 548.995,00

Anhang zum Jahresabschluss auf den 31. Dezember 2023

BMCP GmbH

München

Firmenname laut Registergericht: BMCP GmbH
Firmensitz laut Registergericht: München
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: München
Register-Nr.: HRB 266950

Der Jahresabschluss der BMCP GmbH wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt.

Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetztes, des Kreditwesengesetzes (KWG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) sowie des Wertpapierinstitutsgesetzes (WpIG) zu beachten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Die anderen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Ab- oder Aufzinsungen erfolgten nicht.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

3. Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Eine grundlegende Abweichung von den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres fand nicht statt.

4. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Bilanz und GuV

Angaben zu Forderungen

Die täglich fälligen Forderungen gegenüber Kreditinstituten betragen € 35.964,19.

Gegenüber Kunden bestanden Forderungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr in Höhe von € 69.443,00.

Für zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung ungewisse Forderungen wurde per 31.12.2023 eine Einzelwertberichtigung durch Abschreibung in Höhe von € -11.605,00 vorgenommen.

Angaben zu sonstigen Vermögensgegenständen

Bei den sonstigen Vermögensgegenständen handelt es sich um Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (BMCP Limited, Ireland und BMCP Consulting GmbH, Österreich) mit einer Restlaufzeit von bis zu fünf Jahren.

Soweit die sonstigen Vermögensgegenstände auf der Grundlage von Darlehensverträgen beruhen, wurden diese mit 4% p.a. verzinst.

Angaben zu Verbindlichkeiten

Der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt € 46.745,36.

Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen in Höhe von € 51.460,00 tragen den am Abschlussstichtag erkennbaren Risiken und sonstigen ungewissen Verpflichtungen Rechnung. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Betrages angesetzt worden und beinhalten Aufwendungen für die Prüfung des Jahresabschlusses durch die Wirtschaftsprüfung (€ 32.000) und Aufwendungen für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Erstellung der Steuererklärungen des Geschäftsjahres (€ 5.800).

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr € 50.000,00. Ausstehende und nicht eingeforderte Einlagen bestehen nicht.

Gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB wird eine Kapitalrücklage in Höhe von € 630.000,00 ausgewiesen. Diese hat sich im Vergleich zum Vorjahr um € 55.000,00 erhöht.

Verwaltungsaufwendungen

Im Posten andere Verwaltungsaufwendungen (insg. € 268.100,25) sind i.W. Fremdleistungen im Zusammenhang mit den im Berichtsjahr erzielten Erträgen (€ 149.459,24, Fremdleistungen im Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit der Gesellschaft (€ 27.805,95), Aufwendungen für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses und der Steuererklärungen des Geschäftsjahres (€ 53.436,49), Werbekosten (€ 5.611,31),Beiträge und Gebühren (5.068,84) ausgewiesen sowie Rechts- und Beratungskosten (€ 1.733,59).

Vorgänge besonderer Bedeutung

Mit Gesellschafterbeschluss vom 30.03.2023 erfolgte eine Einstellungen in die Kapitalrücklage der Gesellschaft i.H.v. € 15.000 und mit Gesellschafterbeschluss vom 31.07.2023 erfolgte eine weitere Einstellung in die Kapitalrücklage der Gesellschaft in Höhe von € 40.000. Die Rücklagen sind zum Bilanzstichtag voll eingezahlt.

Die Inflation im Jahr 2022 in Höhe von rd. 8% und im Jahr 2023 mit weiterhin rd. 6% spielen nicht nur eine wesentliche Rolle für die Weltwirtschaft und Kapitalmärkte, sondern werden aufgrund der Auswirkungen auf die Innovationskraft und den Innovationswillen von institutionellen Investoren und Marktteilnehmern voraussichtlich auch die weitere Geschäftsentwicklung der Gesellschaft beeinflussen.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung für den Jahresabschluss haben sich nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht ergeben

5. Sonstige Pflichtangaben

Namen der Geschäftsführer

Die Geschäfte des Unternehmens wurden durch folgende Person geführt:

Name Beruf Wohnort Zeitraum
Alexander Rapatz CEO Wien 01.01.-31.12.2023

Der Geschäftsführer hat Einzelvertretungsbefugnis und ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Forderungen an den Geschäftsführer bestanden zum Abschlussstichtag in Höhe von € 750,-. Die Forderung wurde im Monat Januar 2024 beglichen. Eine Verzinsung wurde nicht vorgenommen.

Vergütungen an den Geschäftsführer wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht gezahlt.

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Im Berichtszeitraum wurden im Durchschnitt 1,0 Arbeitnehmer beschäftigt.

Unterschrift der Geschäftsleitung

 

München, 05. Februar 2024

Alexander Rapatz, Geschäftsführer

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Geschäftstätigkeit

Die BMCP GmbH (in der Folge "BMCP" genannt) wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 26. September 2018 als 100%-ige Tochtergesellschaft der Black Manta Capital Partners S.á r.l. in Berlin gegründet. Am 11. Juni 2021 wurde der Sitz der Gesellschaft nach München verlegt und ist nun beim Amtsgericht München unter HRB 266950 registriert. Die Gesellschaft hat zwei wesentliche Schwestergesellschaften, die ebenfalls 100%-ige Tochtergesellschaften der Black Manta Capital Partners S.á r.l. sind. Zum einen ist dies die Betriebsgesellschaft in Österreich, BMCP Consulting GmbH, und zum anderen ist dies die IT-Gesellschaft in Irland, BMCP Limited. Für die BMCP Consulting GmbH besteht Geschäftsführeridentität.

Am 5. August 2019 erhielt die Gesellschaft von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Erlaubnis nach § 32 KWG (nunmehr § 2 Abs. 2 Nr. 3 und Nr. 5 WpIG) zur Erbringung von Anlage- und Abschlussvermittlung. Die Aufnahme des erlaubnispflichtigen Geschäftes wurde zum 31. August 2019 angezeigt. Die BMCP ist ein kleines, nicht verflochtenes Wertpapierinstitut.

Unternehmensgegenstand der BMCP ist die Anlage- und Abschlussvermittlung im Bereich tokenisierter Vermögensgegenstände (so genannte Security Token), sowie die Planung, Konzeption, Umsetzung und Implementierung der Tokenisierung für Emittenten.

Den Emittenten wird hierzu eine für diese jeweils individualisierte Investment-Plattform entwickelt und zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit unseren Technologie-Partnern erstellt BMCP - auf Basis der jeweiligen Ausgestaltung - Security Tokens, welchen sog. Smart Contracts zugrunde liegen.

Die tokenisierten Emissionen (i.e. Security Token Offerings ("STO")) werden über BMCP potenziellen Investoren präsentiert und vorgestellt. Je nach individueller Ausgestaltung der STOs werden den Investoren Kapitalmarktprospekte oder sonstige, rechtlich notwendige Dokumentation zum Download angeboten. Im Fall einer positiven Investment-Entscheidung durch einen Investor wird dieser durch KYC- (Know Your Customer) und AML- (Anti Money Laundering) Verfahren geleitet.

Bei den Kundengruppen von BMCP handelt es sich um

Later-Stage Startups mit ersten Umsätzen und einem Finanzierungsbedarf von EUR 5m+;

Kleine und mittelständische Unternehmen;

Immobilien-Entwickler und Bauherren;

Eigentümer von Rohstoffen bzw. Rohstoffvorkommen; und

Immobilien, Venture Capital und Private Equity Fonds.

Abhängig von der rechtlichen Ausgestaltung der jeweiligen Emission, werden über BMCP sowohl Privatanleger als auch professionelle Investoren in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union adressiert.

Aktuelle Herausforderungen der Gesellschaft bestehen vor allem in der stetigen Weiterentwicklung der Plattform sowie in der Einbindung der Produkte und Leistungen der Gesellschaft in den traditionellen Finanzmarkt. Das zunehmend spürbare Kundenbedürfnis nach digitalisierten Lösungen erfordert eine Ausweitung der notwendigen Kompetenzen, Kenntnisse und Erfahrungen der Gesellschaft. Von der Auswahl der Mitarbeiter über die IT-Infrastruktur bis zur Definition der relevanten Prozesse und Kontrollverfahren besteht eine Vielzahl von Handlungsfeldern, die entscheidend für den zukünftigen Erfolg der Gesellschaft sind.

Zudem beeinflussen externe Faktoren die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft. Hierzu zählen u.a. die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die rechtlichen und politischen Einflussfaktoren wie bspw. die Regulierung von Krypto-Assets, sowie ökologische und soziale Rahmenbedingungen in Bezug auf den Zugang und Wissen über Krypto-Assets im Allgemeinen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Finanz- und Tokenisierungs-Sektor

Als digitaler Anbieter von Wertpapierdienstleistungen auf Basis der Blockchain-Technologie befasst sich die Gesellschaft noch mit einer derzeit gegebenen, jedoch wachsenden, Nische am Kapitalmarkt.

Zudem wird Blockchain-Technologie am traditionellen Kapitalmarkt für Wertpapieremissionen nach wie vor nur bedingt eingesetzt: im Gegensatz zu ICOs, müssen Security Token Offerings als digitale Wertpapieremission den gleichen regulatorischen Anforderungen entsprechen wie eine traditionell verbriefte Wertpapierbegebung. Auch werden tokenisierte Vermögensgegenstände in den einzelnen Jurisdiktionen der Europäischen Union unterschiedlich regulatorisch behandelt.

Dieser Umstand zeigt, dass die Innovation, respektive die Weiterentwicklung im Security-Token- Sektor, vor allem national / supranational und weniger international geprägt ist - dies im Gegensatz zu Kryptowährungen. Der Umstand, dass Security Token lediglich auf der gleichen Grundlagentechnologie, nämlich Blockchain, basieren, dürfte eine erste Erklärung liefern, warum sich ein Großteil der Krypto-Enthusiasten nicht für digitale Wertpapiere interessiert.

Dennoch wurden Ende des Jahres 2023 und Anfang des Jahres 2024 mehrere tokenisierte Finanzprodukte Produkte von traditionell etablierten Finanzunternehmen - wie Black Rock - begeben und erfolgreich platziert 1.

Bei verschiedenen Umfragen im Jahr 2023 und 2024 geht die positive Stimmungslage gegenüber digitalen Vermögenswerten bei institutionellen Investoren weiter. Laut einer Studie von Adam Street Partners vom 4. März 2024 2 , gaben neun von zehn Anlegern an, in den Jahren 2024-2025 in Kryptowährungen oder auf Blockchain ausgerichtete Möglichkeiten investieren zu wollen (ein Anstieg um 11 Prozentpunkte gegenüber 2022). 57 % dieser Befragten sagen, dass sie dies mit hoher Wahrscheinlichkeit tun werden. Auch eine Studie von EY-Parthenon aus 2023 3 zeigt, dass 47% der Hedgefonds und institutionellen Vermögensverwalter daran interessiert sind, ihre eigenen Vermögenswerte zu tokenisieren. Zu den Hauptgründen für die Tokenisierung von Vermögenswerten gehören der Zugang zu neuen Investoren und Kapital sowie eine erhöhte Liquidität (53 % bzw. 47 % der Befragten). Zu den wichtigsten Anlageklassen oder Wertpapierarten, die von Interesse sind, gehören Publikumsfonds, private Fonds und Immobilienfonds. 60 % der befragten Institutionen würden Tokenisierung auf einer öffentlich zugelassenen Blockchain durchführen.

1 https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-03-27/blackrock-tokenized-fund-draws-160-million-inweek-since-debut
2 https://www.adamsstreetpartners.com/insights/2024-global-investor-survey/
3 https://www.ey.com/en_us/financial-services/how-institutions-are-investing-in-digital-assets

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Allgemeine Unternehmensentwicklung

Das abgelaufene Geschäftsjahr war einerseits durch diverse Krisen am Kapital- und Kryptomarkt, sowie auch durch positive Meldungen von institutionellen Investoren in Bezug auf die Adaption von Blockchain-Technologie geprägt. Die Gesellschaft konnte neue Kunden im In- und Ausland für STO- Projekte gewinnen. Mit zusätzlichem Kapital in der Gesellschaft und neu gewonnenen Partnern im Geschäftsjahr 2023 erlebte die Gesellschaft einen Aufschwung an Kundeninteresse in der zweiten Jahreshälfte 2023.

Aufgrund der angespannten Situation im Kapital- und Kryptomarkt sowie der noch immer hohen technischen Hürde für Anleger in Bezug auf Security Token konnten im Geschäftsjahr 2023 dennoch nur wenige Provisionserlöse aus der Vermittlungstätigkeit erzielt werden.

Im 1. Quartal 2023 konnten zwei neue Gesamtprokuristen für die Gesellschaft gewonnen werden.

2.3 Steuerung der BMCP

Die interne Steuerung und Überwachung der Gesellschaft erfolgt durch regelmäßige Prüfung und Berichterstattung der Finanzkennzahlen durch den Geschäftsführer sowie Rücksprache und Beratungen mit den Gesamtprokuristen der Gesellschaft.

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft, welche regelmäßig überwacht und geprüft werden, sind

Verwaltungsaufwendungen und

Provisionserträge.

2.4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Gesellschaft ist mit einem gezeichneten Eigenkapital in Höhe von EUR 50.000,00 ausgestattet. Zusätzlich hat der Alleingesellschafter Black Manta Capital Partners S.à r.l. im Jahr 2023 55.000,00 in die Kapitalrücklage eingezahlt, welche somit zusammen mit den früheren Kapitalerhöhungen eine Höhe von insgesamt EUR 630.000,00 ergibt.

Das Kernkapital der Gesellschaft betrug zum 31.12.2023 EUR 77.092,98. Die Harte Kernkapitalquote gemäß Art. 54 IFR betrug zum 31.12.2023 90,58%.

Die Vermögensgegenstände belaufen sich im Wesentlichen auf täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von EUR 35.964,19, Kundenforderungen in Höhe von EUR 57.838,00 sowie sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 70.283,90.

Im Berichtsjahr wurden uneinbringliche Forderungen in Höhe von EUR 11.605,00 vollständig als Forderungsverluste behandelt.

Die im Berichtsjahr durchgeführten Kapitalmaßnahmen im März 2023 um weitere EUR 15.000,00 (voll eingezahlt) sowie im Juli 2023 um weitere EUR 40.000,00 (voll eingezahlt) führten zu einem Anstieg der Kapitalrücklage. Hierdurch war die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft jederzeit gewährleistet und die Gesellschaft konnte ihre finanziellen Verpflichtungen jederzeit erfüllen.

Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr zum 31.12.2023 betragen EUR 46.745,36.

Die Rückstellungen belaufen sich auf EUR 51.460,00 und beinhalten überwiegend Rückstellungen für Aufwendungen für die Erstellung des Jahresabschlusses und die Jahresabschlussprüfung 2023.

Die Bilanzsumme beläuft sich auf EUR 175.298,34.

Die Provisionserträge aus Beratung, Strukturierung, technischer Umsetzung und Abwicklung von Security Token Offerings lagen im Jahr 2023 mit EUR 245.201,70 (Vorjahr EUR 98.514,00) unter dem Planwert von EUR 326.0000.

Demgegenüber hatte die Gesellschaft im Jahr 2023 Verwaltungsaufwendungen in Höhe von EUR 268.100,25, die zu einem großen Teil aus Auslagerungen im Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit der Gesellschaft bestanden. Kostentreiber waren insbesondere sonstige Beratungskosten. Die fixen Gemeinkosten betragen im Jahr 2023 EUR 330.009,56 (Vorjahr EUR 346.907,33).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist im Jahr 2023 negativ und führte zu einem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 53.912,02 (Vorjahr: EUR 257.715,06). Mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr beträgt der Bilanzverlust zum 31.12.2023 insgesamt EUR 602.907,02.

Nach Auffassung der Geschäftsführung ist die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Unternehmens zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses gegenüber den Vorjahren insgesamt zufriedenstellend, jedoch bleibt die Entwicklung der Gesellschaft hinter den Erwartungen zurück.

3. Nachtragsbericht

Die jüngsten Entwicklungen am Kapital- und Kryptomarkt, insbesondere der Aufschwung in der allgemeinen Marktakzeptanz in Bezug auf Kryptowährungen und Finanzprodukte mit unterlegten Krypto-Assets, haben auf die Gesellschaft keine direkten, finanziellen Auswirkungen, jedoch könnten sich diese Entwicklungen auf die Zielerreichung der Gesellschaft positiv auswirken.

Es erfolgten Einstellungen in die Kapitalrücklage der Gesellschaft im März 2024 um EUR 12.000,00 (voll eingezahlt).

Im März 2024 wurde zudem die CONDA Capital GmbH, einer der führenden Crowdfunding- Dienstleister aus Österreich, als vertraglich gebundener Vermittler der Gesellschaft gewonnen. Im April 2024 wurde die StegX GmbH, Frankfurt, als vertraglich gebundener Vermittler der Gesellschaft für Immobilienprojekte gewonnen. Die Gesellschaft erhofft sich dadurch, weitere Projekte am deutschsprachigen Kapitalmarkt erfolgreich umzusetzen und eine größere Zielgruppe an Investoren für diese zu gewinnen.

Am 24. April 2024 hat die Gesellschaft den an die BaFin am 19. August 2022 gestellten Erlaubnisantrag nach der SF-VO zurückgezogen.

Am 30. Mai 2024 hat die Muttergesellschaft der BMCP GmbH, die Black Manta Capital Partners S.à.r.l., einen Vertrag mit neuen Eigenkapitalinvestoren abgeschlossen. Hiervon wurden am 5. Juni 2024 EUR 50.000,00 in die Kapitalrücklage der Gesellschaft zugeführt (voll eingezahlt).

4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

4.1 Prognosebericht

4.1.1 Prämissen der Prognose

Der Prognosebericht sollte im Zusammenhang mit den anderen Kapiteln in diesem Lagebericht gelesen werden. Die im folgenden Prognosebericht enthaltenen Zukunftsaussagen basieren auf Einschätzungen und Schlussfolgerungen aus den zum jetzigen Zeitpunkt vorliegenden Informationen. Sie stützen sich auf eine Reihe von Annahmen, die sich auf zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse beziehen und die in unsere Unternehmensplanung eingeflossen sind.

Bezüglich des Eintritts der zukünftigen Entwicklungen oder Ereignisse bestehen Ungewissheiten und Risiken, von denen viele Faktoren außerhalb der Möglichkeit unserer Einflussnahme stehen; insbesondere sind die konkreten Auswirkungen des andauernden Russland-Ukraine-Krieges, sowie der Nahost Konflikt auf die Wirtschaft, einzelne Märkte und Branchen derzeit nicht abschließend abschätzbar. Entsprechend sind die Zukunftsaussagen von hoher Unsicherheit geprägt und tatsächliche Entwicklungen oder Ereignisse können von diesen Aussagen abweichen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass die Prognosemöglichkeit in einem volatilen Umfeld nur eingeschränkt gegeben ist.

Dabei definieren wir Chancen als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für uns positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können; Risiken hingegen definieren wir als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für uns negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

4.2 Prognoseberichterstattung

Die weitere Entwicklung der Gesellschaft hängt sowohl von internen als auch externen Einflussfaktoren ab.

Externe, nicht zu beeinflussende Faktoren sind die weitere Entwicklung der Bekanntheit und Akzeptanz der Tokenisierung von Vermögensgegenständen als Finanzierungs- und Anlageinstrument seitens kapitalsuchender Unternehmen und Investoren sowie das Entstehen regulierter Sekundärmärkte für Security Tokens, die Auswirkungen auf den Geschäftserfolg der Gesellschaft haben werden.

Zudem werden die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung am Kapitalmarkt, die Kriege in der Ukraine und Gaza-Streifen, sowie die Inflation weiterhin eine wesentliche Rolle für die Weltwirtschaft spielen, was wiederum Auswirkungen und Einfluss auf die Innovationskraft und den Innovationswillen von institutionellen Investoren und Marktteilnehmern haben wird. Die jüngste Prognose des IMF (International Monetary Fund) in seinem World Economic Outlook 4 , prognostiziert das globale Wachstum für 2024 mit 3,1 Prozent und für 2025 mit 3,2 Prozent, wobei die Prognose für 2024 um 0,2 Prozentpunkte höher ausfällt als im World Economic Outlook vom Oktober 2023, da die USA und mehrere große Schwellen- und Entwicklungsländer widerstandsfähiger sind als erwartet und China fiskalische Unterstützung erhält. Die Prognose für 2024-25 liegt jedoch unter dem historischen (2000-19) Durchschnitt von 3,8 Prozent, da die erhöhten Leitzinsen der Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung, die Rücknahme der fiskalischen Unterstützung angesichts der hohen Verschuldung die Wirtschaftstätigkeit belasten und das zugrunde liegende Produktivitätswachstum gering ist. Die Inflation geht in den meisten Regionen schneller zurück als erwartet, da die Probleme auf der Angebotsseite und die restriktive Geldpolitik überwunden sind. Es wird erwartet, dass die globale Gesamtinflation im Jahr 2024 auf 5,8 Prozent und im Jahr 2025 auf 4,4 Prozent fallen wird, wobei die Prognose für 2025 nach unten korrigiert wurde.

4 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january- 2024

Auch der Markt für Security Token ist ein Wachstumsmarkt. Die Größe des Tokenisierungsmarktes ist in den letzten Jahren exponentiell gewachsen. Er wird von USD 2,8 Milliarden im Jahr 2023 auf voraussichtlich USD 3,45 Milliarden im Jahr 2024 mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 23,2 % wachsen 5.

Es wird erwartet, dass der Tokenisierungsmarkt auch in den Jahren danach ein exponentielles Wachstum verzeichnen wird. Er soll bis 2028 auf USD 8,32 Milliarden anwachsen, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 24,6 %. Das prognostizierte Wachstum wird voraussichtlich durch Faktoren wie die Zunahme grenzüberschreitender Zahlungen, das kontinuierliche Wachstum mobiler und kontaktloser Zahlungssysteme, einen verstärkten Fokus auf die Sicherheit von Gesundheitsdaten, Verbesserungen bei der Sicherheit der Lieferkette und das Aufkommen dezentraler Finanzen angetrieben werden. Weitere wichtige Trends, die für den Prognosezeitraum prognostiziert werden, sind die Integration der Blockchain-Technologie, die Tokenisierung von physischen Vermögenswerten, die Einführung von nicht-fungiblen Token (NFTs), die Integration von Kl und maschinellem Lernen und der Anstieg von Tokenisierung als Dienstleistung (TaaS).

Zu den internen Einflussfaktoren zählen der Aufbau eines Pools an für diese Anlageform interessierten Investoren, die Gewinnung attraktiver Tokenisierungsprojekte sowie die Mitarbeitergewinnung. Aufgrund von Neukundenabschlüssen sowie einer bereits bestehenden Pipeline an weiteren STO-Projekten werden bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 weitere STO- Projekte durchgeführt. Damit wird auch ein Anstieg der Provisionserträge einhergehen. Die Gesellschaft plant, im Jahr 2024 Umsatzerlöse i.H.v. ca EUR 312.000 zu erzielen, wobei diese wesentlich von der weiteren Marktentwicklung abhängig sind. Darüber hinaus bieten sich Chancen im Zusammenhang mit neuen Kooperationen, beispielsweise mit der Wiener Börse. Die Verwaltungsaufwendungen, insbesondere die Personalkosten, sollen 2024 stabil gehalten werden und nur bei einer tatsächlich sehr positiven Geschäftsentwicklung erhöht werden. Die Gesellschaft geht davon aus, dass im Geschäftsjahr 2024 die Erträge die Aufwände leicht übersteigen werden, sodass ein operativ moderat positives Ergebnis angestrebt wird.

5 https://www.researchandmarkets.com/reports/5766554/tokenization-global-market-report#rela0-4602280

Die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen, insbesondere an die Eigenmittel- und Liquiditätsvorschriften, ist maßgeblich von der Realisierung der Provisionserträge im Jahr 2024 abhängig. Darüber hinaus ist die Gesellschaft maßgeblich von der Betriebsgesellschaft BMCP Consulting GmbH, Österreich, der IT-Gesellschaft BMCP Limited, Irland, sowie der Gesellschafterin Black Manta Capital Partners S.à r.l., Luxembourg, abhängig.

4.3 Risikobericht & Wesentliche Risiken

4.3.1 Risikocontrollingsystem

Grundlage für das Risikocontrollingsystem der Gesellschaft ist die Geschäfts- und Risikostrategie, die jährlich evaluiert und gegebenenfalls angepasst wird. Ziele sind insbesondere:

Sicherung betriebswirtschaftlicher Erfolgspotenziale und des Fortbestandes der Gesellschaft.

Systematisches Erkennen und Bewerten von Risiken, die die Geschäftslage gefährden können.

Zielgerichtete Informationen des Managements und der Gesellschafter über die Risikosituation.

Auslösen von Steuerungsmaßnahmen zur Bewältigung oder Vermeidung von Risiken.

Erfüllung von gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Als Wertpapierinstitut im Sinne des Wertpapierinstitutsgesetzes (WpIG) wendet die Gesellschaft die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) in der jeweils aktuellen Fassung weiterhin sinngemäß an, wobei die Anforderungen lediglich insoweit zu beachten, wie dies vor dem Hintergrund der Größe sowie von Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten geboten erscheint (Proportionalitätsprinzip).

Basierend auf der Geschäfts- und Risikostrategie hat die Gesellschaft angemessene Strategien, Grundsätze, Verfahren und Systeme zur Risikosteuerung eingerichtet, die eine Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken und damit verbundener Risikokonzentrationen sowie deren Ursachen und Auswirkungen auf die Eigenmittel des Wertpapierinstituts gewährleisten. Für die Gesellschaft als kleines Wertpapierinstitut betrifft dies die Risiken für die Kunden sowie Liquiditätsrisiken. In der Risikoinventur wurden die beiden Risikogruppen zentral entlang den nach der MaRisk als wesentlich eingestuften identifizierten Risiken (Adressenausfallrisiko, Marktpreisrisiko, Liquiditätsrisiko und operationelles Risiko) zugeordnet. Die Geschäftsführung ist verantwortlich für das Risikocontrollingsystem und erachtet das Risikocontrollingsystem unter Berücksichtigung der Art, des Umfangs und der Komplexität der dem Geschäftsmodell innewohnenden Risiken und der Geschäfte als ausreichend.

4.3.2 Geschäftsrisiken

Die BMCP GmbH befindet sich aufgrund Ihres Geschäftsmodells noch immer in der Aufbauphase und hat für die folgenden Jahre weitere Projekte geplant. Damit ist das Geschäftsmodell noch nicht vollständig etabliert. Die Umsetzung und Realisation der geplanten Projekte sowie der damit zusammenhängenden Erträge sind insoweit mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet.

Darüber hinaus ist zur Entwicklung und Etablierung des Geschäftsmodells frisches Kapital notwendig. Durch die Gesellschafterin wurden 2023 Einzahlungen in Höhe von EUR 55.000,00, sowie 2024 bis dato Einzahlungen in Höhe von EUR 62.000,00 in die Kapitalrücklage geleistet. Die Gesellschaft benötigt zur Umsetzung ihrer Ziele sowie zur Deckung der bestehenden Geschäftsrisiken weiteres Eigen- und/oder Fremdkapital bzw. Erträge aus weiteren Projekten. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage ist die Erhöhung von Eigen- und Fremdkapital für Startups mit wesentlichen Risiken verbunden.

Die Gesellschaft ist im Rahmen der Einbindung in die Gruppe von den Schwestergesellschaften abhängig. In diesem Zusammenhang ist die Gesellschaft auf die weitere Unterstützung durch nicht marktübliche Verträge mit den Schwester- und Muttergesellschaften angewiesen. Damit bestehen wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit der Gruppe.

Die dargestellten wesentlichen Unsicherheiten stellen einzeln und in Summe wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit der BMCP GmbH, München, dar. Insbesondere die Einhaltung der Eigenmittel- und Liquiditätsanforderungen sind aufgrund der genannten Risiken mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Infolgedessen bestehen Risiken, die den Bestand des Wertpapierinstituts gefährden könnten.

Das Kostenrisiko resultiert einerseits aus der nicht vollständigen Planbarkeit der laufenden betrieblichen Aufwendungen, andererseits aus der unterjährigen Überschreitung geplanter Kostenkompensationen, bedingt durch veränderte Leistungsstrukturen oder abweichende Preisstrukturen. Insbesondere in der Aufbauphase ist dieses Risiko stark erhöht, dem die Gesellschaft mit einer entsprechend konservativen Kosten- / Budgetplanung begegnet. Die Gesellschaft hat nicht marktübliche Verträge mit den Schwestergesellschaften geschlossen, die für die BMCP GmbH niedrigere Aufwendungen ermöglichen. Insbesondere vor diesem Hintergrund kann die Gesellschaft die Liquiditätsanforderungen steuern sowie die Einhaltung der Eigenmittelanforderungen gewährleisten.

Die Neu-Kundengewinnung und damit zusammenhängende Nutzung der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells ist wesentlich für den Erfolg der Gesellschaft.

Darüber hinaus kann eine stärkere Regulierung oder Maßnahmen durch die Aufsicht zu höheren Verwaltungskosten führen bzw. zu erhöhten Eigenmittel- und Liquiditätsanforderungen führen.

Insbesondere aufgrund der länderübergreifenden Verflechtung bestehen steuerliche Chancen und Risiken für die Gesellschaft.

4.3.3 Liquiditätsrisiken

Ein Liquiditätsrisiko besteht für die Gesellschaft in unzureichender kurzfristiger Liquidität, die durch das Eintreten von Kosten- und Provisionsrisiken, nicht erfolgreicher Aufnahme von Eigenkapital und eigenkapitalähnlichen Finanzmitteln von Investoren sowie operationellen Risiken verursacht werden kann. Die Gesellschaft versucht diesem Risiko durch eine langfristige Liquiditäts- und Finanzierungsplanung entgegenzuwirken, und zwar in enger Abstimmung mit den Gesellschaftern.

Die Liquidität der Gesellschaft wird über das laufende Monitoring, monatliche Auswertungen der Buchhaltung sowie einen rolling forecast der Cash-Flow-Planung durch die Geschäftsführung eng überwacht. Dies stellt sicher, dass die Gesellschaft jederzeit in der Lage ist, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.

4.3.4 Operationelle Risiken

Operationelle Risiken sind Risiken von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von Menschen, internen Prozessen und Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden, einschließlich Auslagerungsrisiken. Die wesentlichen Tätigkeiten der Gesellschaft werden derzeit überwiegend von den Mitgliedern der erweiterten Geschäftsführung ad personam wahrgenommen. Bei längeren Ausfällen von Mitgliedern der erweiterten Geschäftsführung könnte es hier zu operationellen Risiken kommen. Dem soll in Zukunft durch den Aufbau von zusätzlichen Personalkapazitäten und die Einführung weiterer Vertretungsregelungen begegnet werden.

Hinsichtlich der Auslagerungsrisiken ist festzuhalten, dass die Gesellschaft für die Durchführung ihrer Dienstleistungen u.a. von Fremdsoftware abhängig ist. Diese werden in wesentlichen Teilen von den beiden Schwestergesellschaften für die Gesellschaft erbracht. Sollten einzelne Software-Anbieter wider Erwarten ihre Geschäftsfähigkeit einstellen, könnte dies die Geschäftstätigkeit kurzfristig negativ beeinflussen. Um diese Risiken zu vermindern, beobachtet die Gesellschaft den Markt für Tokenisierungssoftware und könnte, sofern erforderlich, zu einem neuen Anbieter wechseln. Sollten dagegen eine der Schwestergesellschaften oder die Gesellschafterin ausfallen, besteht für die Gesellschaft ein existenzielles Risiko.

Darüber hinaus können sich Rechts- und Reputationsrisiken auf die Zielerreichung der BMCP auswirken. Auch kann die Nichteinhaltung regulatorischer Vorgaben zu einer Belastung des Ergebnisses führen. Regulatorik spielt für die Gesellschaft durchgehend eine wichtige Komponente und ist auch wesentlicher Treiber der Verwaltungskosten. Sie sind Chancen (bereits genannt) und Risiken für die Gesellschaft. Zum einen durch eine verstärkte Regulierung als auch durch die Nichteinhaltung aufsichtlicher Maßnahmen. Unabhängig von der Höhe ist diese im regulierten Bereich immer wahrscheinlicher - siehe hierzu die Vielzahl veröffentlichter Maßnahmen gegen FDI der BaFin.

4.3.5 IT-Risiko

IT-Risiken bestehen u.a. durch Angriffe aus dem Internet oder dem Netzwerk oder durch Datenverlust aufgrund interner Schwachstellen. Die BMCP GmbH hat hierzu mit ihren IT-Dienstleistern vertraglich sichergestellt, dass zu jedem Zeitpunkt höchstmöglicher Schutz vor Angriffen Dritter auf das Tokensierungs-Portal geboten wird. Darüber hinaus werden Mitarbeiter für den Umgang mit Daten sensibilisiert und geschult. Im System gespeicherte Daten werden zudem in jeweiligen back-ups täglich gesichert. Die wesentlichen Schutzziele zur Vorbeugung von IT-Risiken sind Vertraulichkeit der Daten, Integrität (Identitätsmanagement, Zugangs- und Berechtigungssysteme) sowie jederzeitige Verfügbarkeit der Daten.

4.3.6 Adressenausfallrisiken

Unter dem Adressenausfallrisiko versteht die BMCP GmbH das Risiko von Verlusten aufgrund unerwarteter Ausfälle oder unerwarteter Bonitätsverschlechterungen von Geschäftspartnern. Forderungen entstehen aufgrund des Geschäftsmodells ausschließlich gegen Emittenten, nicht aber gegenüber Investoren oder Anlegern. Jeder potenzielle Emittent wird im Zuge der Geschäftsanbahnung von BMCP geprüft und auf die Erfolgswahrscheinlichkeit der Emission bewertet. Zur Vorsorge für potenzielle Zahlungsausfälle - insbesondere des erfolgsabhängigen Honorars - können in der GuV Wertberichtigungen gebildet werden. Diese können konkret für einen Kunden gebildet werden (Einzelwertberichtigungen), wenn für diesen ein Ausfall als wahrscheinlich begründet wird. Wertberichtigungen können aber auch für latente - allgemein bestehende - Risiken gebildet werden (Pauschalwertberichtigungen). Diese Vorsorge wird mit Erfahrungswerten - z.B. durchschnittliche Ausfälle der letzten Jahre - untermauert. Die Zahlungseingänge werden jedoch monatlich überwacht. Aufgrund der Honorarstruktur mit einem Großteil von erfolgsabhängigen Komponenten (und insbesondere keinem Kreditrisiko für BMCP), ist das Adressenausfallsrisiko gering.

Aufgrund des bestandsgefährdenden Risikos besteht ein Folgerisiko für die Werthaltigkeit der gewährten gruppeninternen Darlehen, die unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen werden.

4.3.7 Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken äußern sich in der Gefahr von unerwarteter Unsicherheit über Veränderungen von Marktpreisen und Marktkursen und den zwischen ihnen bestehenden Korrelationen und Volatilitäten. Die Gesellschaft betreibt derzeit keine Kreditgeschäfte, sodass sie derzeit keinen Handlungsbedarf sieht.

4.4 Chancen

Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2023 nur geringe Provisionserträge aus der Anbahnung von Platzierungen von Security Tokens erzielen, jedoch konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr wesentlich gesteigert werden. Zudem konnten einige namhafte Kunden aus Europa, USA und Asien für die Planung, Strukturierung und Abwicklung von Security Token Offerings gewonnen werden. Im Jahr 2024 wird ein stärkerer Ausbau des Geschäftsvolumens erwartet, da die Bekanntheit der Gesellschaft und ihres Dienstleistungsangebotes durch die laufende Teilnahme an internationalen Konferenzen sowie Medienberichterstattung (direkt oder indirekt durch Kunden) konstant ansteigt. Dies bewirkt eine stetig wachsende Nachfrage auf Seiten kapitalsuchender Unternehmen. Zudem befindet sich ein größeres Projekt mit der Wiener Börse in der Anbahnung.

Die Anzahl potenzieller Investoren in Security Tokens steigt stetig, obwohl diese nach wie vor - gemessen an anderen Anlagemöglichkeiten am Kapitalmarkt - gering ist. Zudem erhöhen erfolgreiche STOs die Bekanntheit dieser Anlageform vor allem auch bei Kleinanlegern. Starke Nachfrage nach Kapital einerseits und stetig steigendes Investoreninteresse andererseits ergeben ein großes Geschäftspotenzial in den kommenden Jahren.

Zusätzlich verstärkt sich der Fokus immer mehr auf eine stärkere Regulierung des Marktes - was auf der anderen Seite wiederum einen Vorteil für die Gesellschaft bedeuten kann, da diese ausschließlich im regulierten Bereich tätig ist.

In diesem Jahr haben bereits mehrere große Unternehmen wie Black Rock oder Wisdom Tree den Prozess der Tokenisierung für Offerings und Transaktionen zunutze gemacht. Dies bietet nicht nur ein enormes Potenzial zur Verbesserung von Transparenz, Übertragbarkeit und Kosten- sowie Settlement-Effizienz, sondern auch der Marktzugänglichkeit. Sollte sich die Tokenisierung in ähnlicher Geschwindigkeit weiter durchsetzen, könnte aus Sicht der Gesellschaft der Wert von tokenisierten Vermögenswerten in den nächsten Jahrzehnten in die Milliarden von EUR gehen.

Wesentliche Voraussetzung für das Wahrnehmen der Chancen ist die erfolgreiche und weiterhin notwendige Finanzierung der Gesellschaft durch Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel durch Investoren.

4.5 Zusammenfassung

Da sich die Gesellschaft im Wachstum befindet, ist sie von weiteren Finanzierungen abhängig. Eine fortlaufende Budgetplanung, insbesondere in enger Absprache mit dem bestehenden Gesellschafterkreis, reduziert das Liquiditätsrisiko. Die weitere Entwicklung der Gesellschaft ist auch maßgeblich von der erfolgreichen Realisierung/Umsetzung von geplanten Projekten abhängig Zudem spielen die weitere Zins- und Inflationsentwicklung und die diversen Krisen in der Ukraine oder im Gaza-Streifen nicht nur eine wesentliche Rolle für die Weltwirtschaft und Kapitalmärkte, sondern auch - aufgrund der Auswirkungen auf die Innovationskraft und den Innovationswillen von institutionellen Investoren und Marktteilnehmern - auf die weitere Entwicklung der Gesellschaft.

Durch die optimale Verbindung von Technologie- und Finanzexpertise stellt die Gesellschaft eine Plattform für Emittenten und Investoren zur Verfügung, um die Vorteile der Digitalisierung von Wertpapieren (Security Token) zu nutzen. Dabei unterstützt die Gesellschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Rahmen eines Security Token Offerings. Die ganzheitliche Bereitstellung der Angebote als integrierte und direkt einsetzbare Lösung reduziert den Aufwand aufseiten der Emittenten. Der Austausch mit Banken, Vermögensverwaltern, Börsen und anderen Wertpapiervermittlern bestätigt sowohl den grundsätzlichen Marktbedarf als auch die strategische Positionierung der Gesellschaft.

Nichtsdestotrotz verweist die Gesellschaft darauf, dass die Geschäftsführung aktuell davon ausgeht, dass die Geschäftstätigkeit der BMCP Gruppe die Zuführung weiterer Finanzierungsmittel im Jahr 2024 erfordert, um ab diesem Zeitpunkt die steigenden Aufwendungen weiter decken zu können. Die Geschäftsführung ist aufgrund der grundsätzlich positiven Entwicklung im Geschäftsjahr 2023, dem Einstieg eines neuen Investors im Juni 2024, sowie weiteren Gesprächen der Black Manta Capital Partners S.a r.l. mit neuen Investoren zuversichtlich, dass die Finanzierungsmittel entsprechend erlangt werden können. Sollte es entgegen der Erwartung der Geschäftsführung nicht gelingen, die notwendigen Kapitalzuführungen, insbesondere in Form von Eigenkapital für die Black Manta Capital Partners S.á r.l. zu erlangen, kann dies zur Zahlungsunfähigkeit der BMCP-Gruppe führen. Dies stellt eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Geschäftstätigkeit der BMCP GmbH dar und ist folglich ein bestandsgefährdendes Risiko.

Die Geschäftsführung bewertet - auf Basis der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und internen Unternehmenskennzahlen - die Annahme der Unternehmensfortführung jedoch grundsätzlich positiv. Insgesamt geht die Geschäftsführung davon aus, dass die BMCP GmbH in der Lage ist, ihre Geschäftstätigkeit auf absehbare Zeit fortzuführen. Die positiven Marktbedingungen, die derzeit stabile Finanzlage, die gesteigerte operative Effizienz und strategischen Initiativen bilden eine solide Grundlage für zukünftiges Wachstum und nachhaltigen Erfolg.

 

München, 28. Juni 2024

Alexander Rapatz, Geschäftsführer

2. WIEDERGABE DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS

Nach dem Ergebnis unserer Prüfung haben wir am 31. Mai 2024 dem als Anlagen 1 bis 3 beigefügten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und dem als Anlage 4 beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 der BMCP GmbH, München den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, der von uns an dieser Stelle wiedergegeben wird:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die BMCP GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der BMCP GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der der BMCP GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen:

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023, sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für unsere Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf den Abschnitt "Annahme zur Unternehmensfortführung" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "Prognose-, Risikobericht" des Lageberichts, in denen der gesetzliche Vertreter ausführt:

"Die BMCP GmbH befindet sich aufgrund Ihres Geschäftsmodells noch immer in der Aufbauphase und hat für die folgenden Jahre weitere Projekte geplant. Damit ist das Geschäftsmodell noch nicht vollständig etabliert. Die Umsetzung und Realisation der geplanten Projekte sowie der damit zusammenhängenden Erträge sind insoweit mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet.

Darüber hinaus ist zur Entwicklung und Etablierung des Geschäftsmodells frisches Kapital notwendig. Durch die Gesellschafterin wurden 2023 Einzahlungen in Höhe von EUR 55.000,00, sowie 2024 bis dato Einzahlungen in Höhe von EUR 62.000,00 in die Kapitalrücklage geleistet. Die Gesellschaft benötigt zur Umsetzung ihrer Ziele sowie zur Deckung der bestehenden Geschäftsrisiken weiteres Eigen- und/oder Fremdkapital bzw. Erträge aus weiteren Projekten. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage ist die Erhöhung von Eigen- und Fremdkapital für Startups mit wesentlichen Risiken verbunden.

Die Gesellschaft ist im Rahmen der Einbindung in die Gruppe von den Schwestergesellschaften abhängig. In diesem Zusammenhang ist die Gesellschaft auf die weitere Unterstützung durch nicht marktübliche Verträge mit den Schwester- und Muttergesellschaften angewiesen. Damit bestehen wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit der Gruppe."

Insbesondere die Einhaltung der Eigenmittel- und Liquiditätsanforderungen sind aufgrund der genannten Risiken mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Die Geschäftsführung geht daher aktuell davon aus, dass die Geschäftstätigkeit der BMCP-Gruppe die Zuführung weiterer Finanzierungsmittel erfordert, um die steigenden Aufwendungen weiter decken zu können. Sollte es entgegen der Erwartung der Geschäftsführung nicht gelingen, die notwendigen Kapitalzuführungen zu erlangen, kann dies zur Zahlungsunfähigkeit der BMCP-Gruppe führen.

Wie in der Angabe "Annahme zur Unternehmensfortführung" im Anhang und dem Abschnitt "Zusammenfassung" im Lagebericht dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass wesentliche Unsicherheiten bestehen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können und einzeln oder in Summe ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellen.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt

Der Jahresabschluss und Lagebericht der BMCP GmbH für das vorherige, am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr wurden von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der mit Datum vom 29. September 2023 nicht modifizierte Prüfungsurteile zu diesem Jahresabschluss und Lagebericht abgegeben hat.

Verantwortlichkeit des gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

Die Verwendung des vorstehend wiedergegebenen Bestätigungsvermerks außerhalb dieses Prüfungsberichts setzt unsere vorherige Zustimmung voraus.

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) erfordert unsere erneute Stellungnahme, soweit dabei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird. Wir weisen diesbezüglich auf § 328 HGB hin.

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