TP Digital Services Berlin GmbH
Wohlrabedamm 32, 13629 Berlin, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sonia Cheurfa seit 12.11.2025 | Geschäftsführer |
Rainer Majcen seit 12.11.2025 | Geschäftsführer |
Ansgar, geb. Keller Albers seit 2.7.2024 | Geschäftsführer |
Kalliopi Grypari seit 2.7.2024 | Geschäftsführer |
Klaus-Peter Bergmann seit 30.1.2023 | Geschäftsführer |
Olaf Tenge seit 22.2.2022 | Prokura |
Tim Oliver Langjahr seit 8.1.2020 | Prokura |
Sarah-Fabienne Latsch seit 8.1.2020 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 47.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Majorel Berlin GmbHBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 20231. Grundlagen des Unternehmens 1.1 Geschäftsmodell Majorel ist ein global agierender BPO (Business Process Outsourcing) Dienstleister im Bereich Customer Experience Management für national und international renommierte Unternehmen. Unter anderem ist Majorel einer der Marktführer im deutschsprachigen Markt. Die Unternehmensgruppe Majorel entstand 2019 aus einem Joint-Venture zwischen Bertelsmann und dem marokkanischen Callcenter-Betreiber Saham, die ihre Customer Experience Geschäfte zu einem neuen Unternehmen zusammenführten. Seit dem 08.11.2023 ist Majorel Teil von Teleperformance, dem marktführenden Unternehmen der CallCenter Branche im deutschen Sprachraum, da Bertelsmann und die Saham Group ihre Anteile an Majorel an Teleperformance übertragen haben. Teleperformance ist einer der führenden global ausgerichteten Konzerne im Bereich der digital integrierten Geschäftsdienstleistungen. Die Gruppe unterstützt große Unternehmen in verschiedenen Branchen als strategischer Partner. Sie bietet ein One Office-Support-Dienstleistungsmodell an, das drei Bereiche kombiniert: Customer Experience Management, Back-Office-Dienste und Business Process Knowledge Services. Die Gruppe ist in 80 Ländern mit über 300 Sprachen und in rund 170 Märkten aktiv. Majorel bietet seinen Auftraggebern sowohl klassische Kundenkommunikation sowie Consulting als auch digitale Branchenlösungen - von Social Media Betreuung bis hin zu Robotic Process Automation, Chatbots und Analytics. Die Unternehmensgruppe erbringt im deutschsprachigen Raum Servicecenter-Tätigkeiten für Unternehmen verschiedener Branchen - von IT-Hightech, Banken und Versicherungen, Energie und Telekommunikationsanbietern bis hin zu E-Commerce und Airlines. Die Customer-Experience-Strategie ist hierbei an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet. Durch die Eingliederung in den Teleperformance Konzern erwartet Majorel eine Stärkung der Marktposition und eine bessere Profitabilität durch das Heben von Synergieeffekten. Ferner erweitert sich das Netzwerk, insbesondere durch den Kontakt zu den anderen Teleperformance Standorten in Deutschland, was die Recruitingfähigkeit verbessern wird. Die Majorel Berlin GmbH mit Sitz in Berlin (im Folgenden die "Gesellschaft") ist Teil von der Unternehmensgruppe Majorel in Deutschland und bietet Kundenkommunikations-dienstleistungen für Unternehmen der Branchen IT-Hightech, Telekommunikation und Banken an. 1.2 Forschung und Entwicklung Die F&E-Aktivitäten von Majorel werden zentral (teils auf Ebene der Unternehmensgruppe Majorel in Deutschland, teils in der internationalen Majorel Organisation) gebündelt und das Knowhow wird den lokalen Dienstleistungsstandorten zur Verfügung gestellt. Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte liegen auf den Bereichen Cognitive CRM (Künstliche Intelligenz, Spracherkennung, semantische Suchsysteme), Social Media, Automatisierung sowie in der Weiterentwicklung branchenspezifischer IT-Plattformen. Den F&E-Aktivitäten liegt ein Lebenszyklus-Modell zu Grunde, in dessen Rahmen zukunftsweisende Technologien zunächst in Labor- und Pilotprojekten evaluiert und ggf. für einen späteren Produktionseinsatz vorbereitet werden. Es kann sich hier themenabhängig sowohl um die interne Softwareentwicklung als auch um die Analyse und Integration von Produkten des Drittmarktes oder Kombinationen daraus handeln. Struktur und Vorgehen zielen auf Synergien im Bereich F&E ab, die bei dezentraler Umsetzung der Aktivitäten schwer zu realisieren wären. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Entwicklung 2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Weltwirtschaft expandierte im Jahr 2023 vergleichsweise verhalten. Wichtige Rahmenbedingungen, die für die Abschwächung im Jahr 2022 wesentlich verantwortlich waren, wie gestiegene Energiepreise, Lieferengpässe oder die Null-Covid-Politik in China, verbesserten sich deutlich. Allerdings belasteten die hohen Inflationsraten und die geldpolitische Straffung, die zu deutlich höheren Finanzierungskosten führte und somit die Ausgabeneigung bremste. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 3,1 Prozent nach 3,4 Prozent im Jahr 2022. Der Euroraum konnte das Wachstumstempo des vorangegangenen Jahres nicht halten. Das reale BIP stieg im Jahr 2023 um 0,5 Prozent nach 3,5 Prozent im Vorjahr. Belastend wirkten vorwiegend eine hohe Inflation sowie die Folgen des Krieges in der Ukraine. Die deutsche Wirtschaft ist in eine Rezession gerutscht. Das reale BIP sank im Jahr 2023 um 0,3 Prozent nach einem Wachstum von 1,8 Prozent im Vorjahr. Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohe Inflation bremste insbesondere den privaten Konsum. Zudem dämpften ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen sowie eine geringere Nachfrage aus dem Ausland die Wirtschaftsleistung. Auch in Frankreich ließ die konjunkturelle Dynamik nach. Das reale BIP-Wachstum im Jahr 2023 betrug 0,9 Prozent nach 2,5 Prozent im Jahr 2022. 2.1.2 Branchenbezogene Entwicklung Der Outsourcing-Sektor im Bereich Kundenkommunikation profitierte 2023 noch von den Ausläufern der Corona Pandemie und der hierdurch gestiegenen Nachfrage nach Outsourcing Dienstleistungen. Zur Kostenoptimierung nimmt der Markt weiterhin eine relevante Rolle ein, welche zu anhaltendem Wachstum führt. Auch die zunehmende Automatisierung von Prozessen und die Digitalisierung in der Kommunikation führten nicht zu einem Rückgang der Volumina, was Branchenexperten auf das notwendige Zusammenspiel von KI-Tools und Agent zurückführen. Aufgrund dessen, dass Produkte und Dienstleistungen immer substituierbarer werden und das Internet eine hohe Preistransparenz ermöglicht, wird die Customer Experience zu einem entscheidenden Differenzierungsfaktor im Wettbewerb. Der gesamte Markt für Kundenkommunikation unterlag unverändert einer hohen Wettbewerbsintensität, die zunehmend zu Marktkonsolidierungen führt. Die Unternehmensgruppe Majorel in Deutschland konnte sich in diesem wettbewerbsintensiven Markt erfolgreich behaupten, was zu einem vorteilhaften Übernahmeangebot durch den Marktführer Teleperformance führte. Trotz zahlreicher Konsolidierungen und Firmenübernahmen ist die Kundenkommunikationsbranche weiterhin sehr fragmentiert. Wenige Akteure zeigen signifikante Umsätze, während ein Großteil des Marktvolumens sich auf kleinere Unternehmen verteilt. Im wichtigen Bereich der Mitarbeiterakquise steht die Gesellschaft nicht nur im brancheninternen Wettbewerb, sondern auch im Wettbewerb mit Arbeitgebern für diverse un- und angelernte Tätigkeiten. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung des gesamten Arbeitsmarktes für die Branche besonders relevant. Die Arbeitslosenquote erreichte per Anfang Dezember 2023 einen Wert von 5,7 % und stieg damit um 0,3 %- Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund der schwachen Konjunktur herrschen Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote blieb dennoch auf einem insgesamt geringen Niveau. Die beschriebenen Faktoren schränkten die Möglichkeiten zur Mitarbeiterakquise ein, daher spielt die Schulung der vorhandenen Mitarbeiter eine zunehmend wichtige Rolle. Das Unternehmen hat diesen Trend bereits erkannt und stärkt durch die Fokussierung und Arbeit an diesem wichtigen Thema auch zukünftig die Marktposition von Majorel. 2.2 Geschäftsverlauf Wir weisen darauf hin, dass in den nachfolgenden Kapiteln Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können. 2.2.1 Steuerung der Gesellschaft Die Steuerung der Gesellschaft erfolgt im Rahmen von jährlichen Budgetplanungen, quartärlichen Forecasts, sowie durch Zielvereinbarungen und regelmäßige Meetings und in Einzelfällen auch durch ad-hoc-Abstimmungen. Die Gesellschaft wird anhand von strategischen und operativen Vorgaben und verschiedenen finanziellen Kenngrößen geführt. Für die Steuerung des operativen Geschäfts der Gesellschaft sind die Umsatzerlöse aus der operativen Geschäftstätigkeit (konsolidierte Umsatzerlöse laut Geschäftsführer-Reporting) und das Ergebnis vor Steuern und Finanzierung (EBIT) als primäre Steuerungsgrößen anzusehen. Die Steuerungsgrößen werden auf Basis der Rechnungslegung nach IFRS ermittelt. In der Steuerungsgröße konsolidierte Umsatzerlöse laut Geschäftsführer-Reporting (im Folgenden auch kurz: "IFRS-Umsatzerlöse" genannt) sind die Umsätze um interne Leistungszulieferungen anderer deutscher Majorel Einheiten bereinigt. 2.2.2 Ertragslage Zur Darstellung der Ertragslage dient die nachfolgende Gewinn- und Verlustrechnung:
Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres in Höhe von 114.983 T€ haben sich gegenüber dem Vorjahr um 21.590 T€ verringert, was überwiegend durch gesunkene Umsatzerlöse im Bereich der Customer Relationship Services erklärbar ist. Die gesunkenen Umsatzerlöse, im Bereich Customer Relationship Services, resultierten im Wesentlichen aus einem gesunkenen Auftraggebervolumen im Bereich IT Hightech. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich im Vorjahresvergleich um 64 T€ auf 1.690 T€ verringert. Dies ist im Wesentlichen auf geringere Erträge durch Weiterbelastungen/ Kostenerstattungen und Währungsumrechnungen zurückzuführen. Die Materialaufwendungen enthalten hauptsächlich Aufwendungen für Personalleasing. Die Material- und Personalaufwendungen belaufen sich im Berichtsjahr in Summe auf 106.481 T€ und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 19.140 T€ verringert. Die Verringerung resultiert im Wesentlichen aus geringeren Aufwendungen für Personalleasing. Die Abschreibungen sind um 124 T€ gesunken. Die Verringerung resultiert im Wesentlichen aus geringeren Abschreibungen für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Vorjahresvergleich um 373 T€ auf 13.774 T€ erhöht. Sie beinhalten Aufwendungen, die insbesondere für von mehreren Gesellschaften der Gruppe gemeinsam genutzte Overhead- und Stabsdienstleistungen, IT-Dienstleistungen, Mieten und Abfindungen entstanden sind. Das Zinsergebnis beläuft sich im Berichtsjahr in Summe auf -124 T€ und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 113 T€ verringert. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag entsprechen den Vorjahreswerten und betragen 1 T€. Sie resultieren aus Steueraufwendungen für Quellensteuer im Ausland. Das Ergebnis nach Steuern beträgt im Berichtsjahr -3.840 T€ und hat sich vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Entwicklungen gegenüber dem Ergebnis nach Steuern des Vorjahres um 2.877 T€ verringert. Der Verlust in Höhe von 3.840 T€ wurde zum 31. Dezember 2023 aufgrund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags von der Majorel Holding Deutschland GmbH übernommen. Überleitung auf die Steuerungsgrößen Aus den handelsrechtlichen Umsatzerlösen leitet sich die Steuerungsgröße IFRS-Umsatzerlöse wie folgt ab:
Im Geschäftsjahr 2022 wurde kein Lagebericht erstellt. Insofern kann vorliegend keine Analyse der Abweichungen der prognostizierten Werte mit den tatsächlichen Ist-Werten des Geschäftsjahres 2023 vorgenommen werden. Die Unterschiede bei der Steuerungsgröße IFRS-Umsatzerlöse lassen sich im Wesentlichen auf die Umlagen zurückführen, welche lediglich nach HGB als Umsatz klassifiziert werden. Aus dem handelsrechtlichen Ergebnis nach Steuern leitet sich die Steuerungsgröße EBIT nach IFRS wie folgt ab:
Im Geschäftsjahr 2022 wurde kein Lagebericht erstellt. Insofern kann vorliegend keine Analyse der Abweichungen der prognostizierten Werte mit den tatsächlichen Ist-Werten des Geschäftsjahres 2023 vorgenommen werden. Der Unterschied zwischen dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern nach HGB und dem EBIT nach IFRS lässt sich auf unterschiedliche Rechnungslegungsvorschriften zurückführen. Im Wesentlichen setzt sich der Unterschied aus der Bilanzierung von Rückstellungen für Pensions- und Jubiläumsverpflichtungen, der Bilanzierung und Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen sowie den Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS 16 zusammen. 2.2.3 Vermögens- und Finanzlage In der folgenden Bilanzübersicht sind die einzelnen Posten nach wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten zusammengefasst: 2.2.3.1 Vermögenslage Die Bilanzsumme der Gesellschaft bewegt sich mit 29.046 T€ über dem Niveau des Vorjahres. Im Einzelnen entwickelten sich die Posten wie folgt:
Das Anlagevermögen verringerte sich um 131 T€ auf 292 T€. Dies ist hauptsächlich auf außerplanmäßige Abschreibungen auf die Büros, Fabriken & Gebäude zurückzuführen. Innerhalb des Umlaufvermögens haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 983 T€ und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 2.155 T€ erhöht. Insgesamt bewegt sich das Umlaufvermögen mit 28.712 T€ über dem Niveau des Vorjahres. Die Rückstellungen sind im Wesentlichen, aufgrund der sonstigen Rückstellungen, um 2.287 T€ auf 5.951 T€ gesunken. Die Verbindlichkeiten bewegen sich mit 23.070 T€ insgesamt über dem Niveau des Vorjahres. Während sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 228 T€ verringert haben, haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 5.600 T€ erhöht und die sonstigen Verbindlichkeiten um 55T€ verringert. Aufgrund des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags blieb das Eigenkapital mit 25 T€ im Vergleich zum Vorjahr unverändert. 2.2.3.2 Finanzlage Investitionen Die Gesamtinvestitionen des Geschäftsjahres in Höhe von 26 T€ betreffen im Wesentlichen Sachanlagen. Die Abschreibungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 132 T€. Die Investitionstätigkeit der Gesellschaft ist durch die technische Ausstattung zur Aufrechterhaltung des operativen Geschäftsbetriebes, insbesondere in die bestehende Infrastruktur, sowie allgemeine Anschaffungen von Geschäftsausstattung und Betriebsmitteln geprägt. Im Regelfall orientiert sich die Investitionstätigkeit des Unternehmens am operativen Bedarf. Für 2024 sind überwiegend Investitionen in IT-Hardware in Höhe von ca. 20 T€ geplant. Liquidität Im Berichtsjahr war die Gesellschaft über einen Cashpool-Vertrag in den Majorel-Konzern eingebunden. Darüber hinaus besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der Majorel Holding Deutschland GmbH. Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtsjahr zu jedem Zeitpunkt sichergestellt. 2.3 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf im Berichtsjahr sowie die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft, welche in die Unternehmensgruppe Majorel in Deutschland eingebunden ist, unter Berücksichtigung der Märkte als nicht zufriedenstellend. 3. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht 3.1 Risiken- und Chancenbericht 3.1.1 Risiken Die relevanten Kernrisiken für die Gesellschaft sind vor dem Hintergrund der Einbindung in den weltweiten Teleperformance Konzern sowie der spezifischen Gegebenheiten in Deutschland zu sehen und lassen sich in die Bereiche Marktrisiken, Kundenrisiken und Risiken in Geschäftsprozessen gliedern. Für die Risiken ergibt sich die folgende Rangfolge mit abnehmendem Risiko: Marktrisiken, Kundenrisiken und Risiken in den Geschäftsprozessen. Im Bereich der Marktrisiken stellt das knappe Angebot von qualifizierten Arbeitskräften und die daraus ggf. resultierende Beschränkung eines möglichen Volumenwachstums das größte Risiko für die Gesellschaft dar. Die Gesellschaft hat sich vor diesem Hintergrund einer engagierten und konsequenten Personalarbeit verschrieben, die neben einem professionellen Rekrutierungsansatz insbesondere auf die Mitarbeiterbindung abzielt. Letztere wird u. a. durch Angebote zu Mitarbeiterschulungen und Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung von Führungskräften unterstützt. Bei der Verlängerung von Kundenverträgen besteht die Herausforderung, eine Preisbildung zu realisieren, die die Finanzierung wettbewerbsfähiger Gehälter und somit die Sicherung der Mitarbeiterbasis ermöglicht. Diese Herausforderung wächst im Kontext der geplanten weiteren Mindestlohnanpassungen. Aufgrund der hohen Abhängigkeit von Großkunden ist der Bereich der Kundenrisiken und dabei das Risiko des Kundenverlusts bzw. des Verlusts signifikanter Volumina ebenfalls ein relevantes Risiko. Die Gesellschaft sucht und realisiert daher stetig Maßnahmen zur Verbesserung der Produktivität und Kosteneffizienz, um den Auftraggebern attraktive Konditionen bei gleichbleibend hoher Qualität und Kundenzufriedenheit zu bieten. Gleichzeitig verfügt die Gesellschaft über ein hinreichend diversifiziertes Kundenportfolio, um übermäßige Abhängigkeiten von einzelnen Kunden weitestmöglich zu vermeiden. Zur Minimierung des Risikos trugen in der Vergangenheit auch außerplanmäßige hochmargige Kundenprojekte bei. Risiken in den Geschäftsprozessen ergeben sich zum einen aus physischen Risiken, etwa bezüglich der Verlässlichkeit der IT-Infrastruktur, und zum anderen aus Prozessrisiken in der Umsetzung der Dienstleistungserbringung. Beide Bereiche werden durch ein Internes Kontrollsystem und adäquate IT Security Systeme abgedeckt, welche unter anderem durch die Elemente Reporting, Reaction und Review sowohl kurzfristige Heilung als auch nachhaltige Vermeidung sicherstellen sollen. Das Gesamtbild der Risikolage der Gesellschaft zeigt unter Berücksichtigung der Einbindung in den weltweiten Teleperformance Konzern keine wesentlichen Risiken, die nicht von der Gesellschaft getragen werden können. 3.1.2 Chancen Für die Chancen aus dem Geschäftsmodell von Majorel ergibt sich die folgende Rangfolge mit abnehmendem Potenzial: Generierung zusätzlicher Umsatzbeiträge durch das anhaltende Wachstum des deutschen Outsourcing-Marktes, Generierung zusätzlicher Umsatzbeiträge im Bereich der digitalen Lösungen und Prozessoptimierungen und Kostensenkungspotenziale. Haupttreiber ist dabei das anhaltende Wachstum des deutschen Outsourcing-Marktes im Bereich Kundenkommunikation. Die Geschäftsführung ist daher optimistisch, dass weitere Aufträge für Kontaktvolumen akquiriert werden können. Voraussetzung für die Umsatzrealisierung ist jedoch die gleichzeitige Rekrutierung von Mitarbeitern in entsprechendem Umfang. Hier kann die geplante weitere Erhöhung des Mindestlohnes als Chance gesehen werden, das Gehaltsniveau an andere Branchen anzupassen und somit einen Auftrieb bei der Rekrutierung von Mitarbeitern zu erreichen. Darüber hinaus führt das Thema Mindestlohnerhöhung auch weiterhin zur Aufnahme von Preisverhandlungen mit den Kunden und bietet daher großes Potenzial, die Profitabilität der Geschäfte in Deutschland noch weiter zu steigern. Weitere Chancen basieren im Wesentlichen auf Umsatzgewinnen im Bereich der digitalen Lösungen sowie aus Leistungen des neu geschaffenen Bereichs Consulting. Positiv beeinflusst wird dieser Trend auch durch das kontinuierliche Wachstum der Majorel Gruppe. Aufgrund der Akquisition der Majorel Gruppe durch den Teleperformance Konzern gehören die Unternehmen nun zum Marktführer und haben Zugriff auf ein großes Netzwerk an Experten und Kunden. Zusätzlich stehen weiterhin Prozessoptimierungen und Kostensenkungspotenziale zur Generierung von Chancen für die Gesellschaft im Vordergrund. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die Zusammenführung der Organisationseinheiten Majorel und Teleperformance (Heben der Synergieeffekte). Die Geschäftsleitung der Unternehmensgruppe erwartet zudem positive Impulse aus einer Fokussierung auf den operativen Betrieb und damit einhergehende Standardisierung im Zuge der organisationalen Integration der in der Unternehmensgruppe Majorel zusammengelegten CRM-Geschäfte. 3.2 Prognosebericht Für das Geschäftsjahr 2024 geht die Gesellschaft von der folgenden Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingung aus. Das Wachstum der Weltwirtschaft wird auf historisch schwachem Niveau verharren. Ein wesentlicher Grund für die verhaltenen Aussichten sind die Zinserhöhungen der Notenbanken. Mit einer restriktiveren Geldpolitik soll der postpandemische Inflationsschub eingedämmt werden. Im Jahr 2024 werden sich insbesondere die verzögerten Auswirkungen der restriktiveren Geldpolitik stärker in der Weltwirtschaft niederschlagen. In Abhängigkeit von der jeweiligen Zinssensitivität, fällt die konjunkturelle Abkühlung von Land zu Land unterschiedlich aus. Hinzu kommen die dämpfenden Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen. Die ersten Zentralbanken könnten im Verlauf des Jahres jedoch an das Ende ihrer Straffungszyklen gelangen, was eine konjunkturelle Stütze darstellen würde. Gemäß der Prognose des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) wird die Weltproduktion im Jahr 2024 um 2,9 Prozent zunehmen nach einem Anstieg um 3,1 Prozent im Jahr 2023. Vor dem Hintergrund einer sinkenden Inflation, einer Erholung des Einkommens der privaten Haushalte und einer steigenden Auslandsnachfrage dürfte das Wirtschaftswachstum im Euroraum wieder etwas höher ausfallen. Das realwirtschaftliche Wachstum soll nach Einschätzung des IfW im Jahr 2024 bei 0,8 Prozent liegen. In Deutschland dürfte die Wirtschaftsleistung in 2024 wieder zulegen. Das IfW rechnet für Deutschland mit einem realen Wachstum des BIP von 0,1 Prozent. Die reale Wachstumsrate für Frankreich wird bei 1,0 Prozent erwartet. Aus dem fortgesetzten Trend zur Digitalisierung von Inhalten und Vertriebskanälen sowie dem zunehmenden Einfluss der Schwellenländer werden sich auch in den kommenden Jahren Chancen und Risiken ergeben. Durch eine strategische Ausrichtung der Gesellschaft erwartet Majorel, in zunehmendem Maße von den sich daraus ergebenden Chancen zu profitieren. Die Auftraggeber-Struktur der Gesellschaft, mit den Branchen Automotive, Public sowie IT und Hightech, wird voraussichtlich auch im kommenden Geschäftsjahr stabil bleiben. Für die Geschäftsführung stehen die fortlaufende Stabilisierung und Optimierung von Produktivität und Profitabilität im Vordergrund. Klares Ziel bleibt die wirtschaftliche Erbringung der Dienstleistungen bei einer hohen Kundenzufriedenheit und einem nachhaltig positiven Geschäftsergebnis. Vor diesem Hintergrund geht die Geschäftsführung für das kommende Geschäftsjahr von leicht sinkenden IFRS-Umsatzerlösen sowie von einem moderat steigenden IFRS-EBIT aus. Begünstigt durch die oben erwähnten insgesamt positiven Prognosen & Chancen für das Geschäftsjahr 2024 geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich das IFRS-EBIT moderat verbessert. Der Grund hierfür ist vor allem eine Verbesserung der Kostenstruktur. 4. Erklärung zur Unternehmensführung Gemäß § 52 Abs. 2 GmbHG hat die Gesellschafterversammlung der Majorel Berlin GmbH zum 28.05.2024 beschlossen, dass für den Frauenanteil in der Geschäftsführung eine Zielgröße von 20% festgelegt wird. Die Frist zur Zielerreichung wurde auf den 31.12.2028 bestimmt. Die Frauenquote in der Geschäftsführung betrug im Geschäftsjahr 2023 jeweils 0%. Als Begründung für die Festlegung der Zielgröße von 20% in der Geschäftsführung wird die traditionell männerdominierte Industrie und die besonders stark ausgeprägte Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen sowie der hart umkämpfte Arbeitsmarkt für weibliche Führungskräfte genannt. Gemäß § 36 Satz 1 GmbHG hat die Geschäftsführung für die beiden Führungsebenen unter der Geschäftsführung am 28.05.2024 ebenfalls eine Frauenquote festgelegt. Sie beträgt 30% für die Führungsebene 1 (Bereichsleiter) und 60% für die Führungsebene 2 (Abteilungsleiter). Die Frist zur Zielerreichung ist jeweils auf den 31.12.2028 bestimmt. Im Geschäftsjahr 2023 betrug die Frauenquote in beiden Führungsebenen 0% und 60%.
Berlin, den 29. Mai 2024 Jens Walter Grünenberger, Geschäftsführer Klaus-Peter Bergmann, Geschäftsführer Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023Allgemeine Angaben Seit dem 08.11.2023 ist Majorel Teil von Teleperformance, dem mark tführenden Unternehmen der CallCenter Branche im deutschen Sprachraum, da Bertelsmann und die Saham Group ihre Anteile an Majorel an Teleperformance übertragen haben. Teleperformance ist einer der führenden global ausgerichteten Konzerne im Bereich der digital integrierten Geschäftsdienstleistungen. Die Gruppe unterstützt große Unternehmen in verschiedenen Branchen als strategischer Partner. Sie bietet ein One Office-Support-Dienstleistungsmodell an, das drei Bereiche kombiniert: Customer Experience Management, Back-Office-Dienste und Business Process Knowledge Services. Die Gruppe ist in 80 Ländern mit über 300 Sprachen und in rund 170 Märkten aktiv. Die Majorel Berlin GmbH hat ihren Sitz in Berlin. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Registernummer HRB 213571 B im Handelsregister eingetragen. Grundlagen der Rechnungslegung Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag 31.12.2023 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den entsprechenden Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Bilanzierung und Bewertung Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Vom Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wird kein Gebrauch gemacht. Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die planmäßigen Abschreibungssätze und -methoden orientieren sich an den betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauern. Die entgeltlich erworbenen, immateriellen Vermögensgegenstände werden in drei Jahren bis fünf Jahren und sechs Monaten abgeschrieben. Die beweglichen Gegenstände des Anlagevermögens werden in drei bis 19 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen erfolgen linear. Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Bei Anlagegütern, deren Anschaffungskosten 800 € nicht übersteigen, erfolgt die vollständige Abschreibung im Jahr der Anschaffung. Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 250 € sofort aufwandswirksam erfasst. Geschäfts- oder Firmenwerte Der Geschäfts- oder Firmenwert wird entsprechend der individuellen betrieblichen Nutzungsdauer über fünf Jahre linear abgeschrieben. Vorräte Die Vorräte sind unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert. Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Bestandsrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Bei den Erzeugnissen wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung angewendet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert angesetzt. Alle Risiken aus den Forderungen und den sonstigen Vermögensgegenständen werden durch aktivisch abgesetzte Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Guthaben bei Kreditinstituten sowie Kassenbestände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Bereits geleistete Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen, werden im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Rückstellungen Die Bewertung der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Berechnungsverfahren mittels der "Projected-Unit-Credit-Method". Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G i.d.F. Oktober 2018" von der Heubeck-Richttafeln-GmbH verwendet. Die Pensionsrückstellungen werden pauschal entsprechend einer Laufzeit von 15 Jahren, mit dem von der Deutschen Bundesbank vorgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz für Altersvorsorgeverpflichtungen der vergangenen zehn Jahre abgezinst. Bei der Festlegung des Zinssatzes wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Zinssatz bis zu drei Monate vor dem Bilanzstichtag festzustellen. Der Zinssatz wird zum 30.11. des Geschäftsjahres festgestellt und bei unterstelltem unverändertem Zinsniveau auf den Bilanzstichtag fortgeschrieben. Zudem werden in der Berechnung zukunftsbezogene Bewertungsparameter mit Gehaltstrend, Rententrend und Fluktuation berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen sind nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages. Zukünftige Kosten- und Preissteigerungen werden berücksichtigt, soweit ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Der anzuwendende Zinssatz wird von der Deutschen Bundesbank bekanntgegeben. Zur Erfüllung bestimmter Verpflichtungen aus der Altersversorgung und vergleichbarer langfristig fälliger Verpflichtungen sind entsprechende Mittel in einer Rückdeckungsversicherung, in Wertpapieren und in treuhänderisch gebundenem Barvermögen angelegt. Sie dienen ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen und sind dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen. Die Rückdeckungsversicherung dient der Rückdeckung von Beträgen zur Pension-Höherversorgung. Die Rückdeckungsversicherung ist mit dem Aktivwert, der aus dem zum Schluss der Versicherungsperiode berechneten Deckungskapital, mindestens jedoch aus dem garantierten Rückkaufswert, sofern ein solcher vereinbart ist, bzw. aus dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital abgeleitet wird, bewertet. Die Wertpapiere dienen der Erfüllung entsprechender Zusagen an Mitarbeiter. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der dem Marktpreis entspricht. Altersversorgungsverpflichtungen, deren Höhe sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren bestimmt, werden gemäß § 253 Absatz 1 Satz 3 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere angesetzt. Das Barvermögen, welches der Erfüllung von Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern dient, wird zum Nominalwert bewertet. Das Deckungsvermögen wurde gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Entsteht durch die Verrechnung ein aktiver Unterschiedsbetrag, so wird dieser in der Bilanz gesondert als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen. Übersteigt der Zeitwert des Deckungsvermögens die historischen Anschaffungskosten, unterliegt dieser Teil gemäß § 268 Absatz 8 HGB einer Ausschüttungssperre. Gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB werden auch die Aufwendungen und Erträge aus der Abzinsung der Verpflichtungen und aus dem zu verrechnenden Vermögen miteinander verrechnet. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Passive Rechnungsabgrenzungsposten Bereits erhaltene Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen, werden im passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Fremdwährungsumrechnung Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet: Fremdwährungsforderungen sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Konzernzugehörigkeit Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Teleperformance S.E. Paris/Frankreich einbezogen. Diese stellt als oberstes Mutterunternehmen einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) für den größten und zugleich kleinsten Kreis auf. Der Konzernabschluss ist auf deren Internetseite einsehbar. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Für die Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens wird auf den Anlagenspiegel verwiesen, der dem Anhang als Anlage beigefügt ist. Forderungen Sämtliche Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. 491 T€ (Vorjahr: 608 T€) und aus sonstigen Forderungen i. H. v. 5.374 T€ (Vorjahr: 3.102 T€) zusammen. Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Berechnung der Pensionsrückstellungen erfolgte unter Verwendung des von der Deutschen Bundesbank vorgegebenen durchschnittlichen Marktzinses von 1,82 % p.a. (Vorjahr: 1,78 % p.a.). Der Gehaltstrend wurde mit 2,25 % p.a. (Vorjahr: 2,25 % p.a.) und der Rententrend mit 1,0 % p.a. (Vorjahr: 1,0 % p.a.) unterstellt. Darüber hinaus wurden unternehmensspezifische altersabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeiten berücksichtigt. Zur Erfüllung bestimmter Verpflichtungen aus der Altersversorgung der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel in einer Rückdeckungsversicherung angelegt. Das Deckungsvermögen wurde gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Die aus dem Deckungsvermögen resultierenden Erträge wurden mit dem Aufwand aus den korrespondierenden Altersversorgungsverpflichtungen verrechnet. Folgende Werte unterlagen der Verrechnung gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB:
Erträge aus dem Deckungsvermögen wurden mit Aufwendungen aus den Verpflichtungen i. H. v. 0 T€ (Vorjahr: 0 T€) verrechnet. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen gewährte Boni von 2.076 T€, Personalkosten i. H. v. 1.223 T€, Drohverlustrückstellungen von 597 T€, Rückbauverpflichtungen von 453 T€ sowie ausstehende Rechnungen von 408 T€. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. 11.965 T€ (Vorjahr: 16.576 T€) sowie sonstigen Verbindlichkeiten i. H. v. 10.211 T€ (Vorjahr: 0 T€) zusammen. Die starke Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erklärt sich dadurch, dass es zum 08.11.2023 einen Anteilseignerwechsel gab. Zu den verbundenen Unternehmen bestehen zum Abschlussstichtag noch keine vergleichbar engen Intercompany Beziehungen, sodass die Position insgesamt stark gesunken ist. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Umsatzerlöse nach Regionen
* Armenien, Georgien, Nordmazedonien,
Türkei
Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus der Erbringung von Contact-Center-Dienstleistungen (110.762 T€), weiteren Dienstleistungen an verbundene Unternehmen (2.778 T€) sowie aus Mieten und Pachten und Neben- und Zusatzerlösen (1.443 T€). Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge i. H. v. 1.059 T€. Diese ergeben sich ausschließlich aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten außergewöhnliche Aufwendungen i. H. v. 2.056 T€, welche sich aus Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen zusammensetzen. Sonstige Angaben Honorare der Abschlussprüfer Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt für das Geschäftsjahr 2023 insgesamt 78 T€. Das Honorar entfällt vollständig auf Abschlussprüfungsleistungen. Arbeitnehmer Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 991 Arbeitnehmer beschäftigt.
Nachtragsbericht Nach Ablauf des Geschäftsjahres sind keine weiteren Ereignisse eingetreten, die für die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft und der Einschätzung zu den Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung führen könnten. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Gebäudemietverträgen in Höhe von 1.831 T€ und KFZ-Leasing in Höhe von 60 T€. Von den Verpflichtungen aus Gebäudemietverträgen bestehen 2 T€ gegenüber verbundenen Unternehmen. Geschäftsführung Geschäftsführer der Gesellschaft sind bzw. waren:
ErgebnisverwendungsvorschlagWegen des bestehenden Gewinnabführungsvertrages entfällt eine anderweitige Verwendung des Jahresergebnisses.
Berlin, den 29. Mai 2024 Majorel Berlin GmbH Jens Walter Grünenberger Klaus-Peter Bergmann Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Majorel Berlin GmbH, Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Majorel Berlin GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Majorel Berlin GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 4 des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt Der Jahresabschluss der Majorel Berlin GmbH für das vorherige, am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr wurde nicht geprüft. Die Vergleichsangaben sind ungeprüft. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 4 "Erklärung zur Unternehmensführung" des Lageberichts enthalten ist. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Bielefeld, den 7. Juni 2024 KPMG
AG
Reuter, Wirtschaftsprüfer Benson, Wirtschaftsprüfer ErgebnisverwendungsbeschlussBeschluss der Gesellschafterin der Majorel Berlin GmbH, Berlin Unter Verzicht auf alle Frist- und Formvorschriften des Gesellschaftsvertrages wird Folgendes beschlossen: Wegen des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages entfällt eine anderweitige Verwendung des Jahresergebnisses.
Düsseldorf, den 15.08.2024 Majorel Holding Deutschland GmbH Ansgar Albers Michel Peter Schmidt Feststellung des Jahresabschlusses Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 15. August 2024 festgestellt. |
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