Volksbank Überherrn e.G.

Stammdaten

Register
Amtsgericht Saarbrücken GnR 5
Eingetragen
5.4.1928
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsBausparkassenKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Gegenstand
Die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, insbesondere die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Einlagen; die Gewährung von Krediten aller Art; die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften; die Durchführung des Zahlungsverkehrs; die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen und Immobilien; die Vermittlung und Erbringung von Service- und Dienstleistungen und der Verkauf von Waren zur Erhöhung der Attraktivität der Geschäftsstellen; die Errichtung und Projektierung von Gebäuden, der Erwerb von Immobilien (Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Gebäude, Wohnungs- oder Teileigentum) sowie der Verkauf, die Vermietung und die Verwaltung von Immobilien.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Peter Lorson
seit 7.10.2021
Vorstandsmitglied
Dirk K.H. Straßer
seit 12.7.2006
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Volksbank Überherrn e.G.

Überherrn

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Volksbank Überherrn eG, Überherrn Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Gliederung des Lageberichts

I. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

II. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

II.1 Rahmenbedingungen

II.2 Finanzielle Leistungsindikatoren

II.3 Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

II.4 Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

II.4.1 Ertragslage

II.4.2 Finanz- und Liquiditätslage

II.4.3 Vermögenslage

II.4.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

III. Risiko- und Chancenbericht

IV. Prognosebericht

I. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Die Volksbank Überherrn eG ist eine unter der Genossenschaftsregisternummer 5 beim Amtsgericht in Saarbrücken eingetragene und regional tätige Kreditgenossenschaft mit Sitz in Überherrn. Organe sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Generalversammlung.

Zweck unserer Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder, insbesondere durch die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften. Die Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen werden auf der Grundlage der Erlaubnis gemäß § 32 i. V. m. §§ 61, 64e des Kreditwesengesetzes (KWG) getätigt.

Die Bank ist zur Erfüllung der Pflichten zur Einlagensicherung aus § 1 des Einlagensicherungsgesetzes (EinSIG) der amtlich anerkannten BVR-Institutssicherung GmbH (BVR-ISG) angeschlossen. Ferner ist die Bank auch der freiwilligen Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR-SE) angeschlossen, die als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz im sogenannten dualen System parallel zur BVR-ISG tätig ist.

II. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

II.1 Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Kreditgenossenschaften im abgelaufenen Geschäftsjahr stellt sich wie folgt dar:

Konjunktur in Deutschland

Auch im Jahr 2023 beeinträchtigten die Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf durchschnittlich 5,9 % in 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch.

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, bspw. über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahost-Konflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen.

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,3 %) sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (-4,5 %) erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,5 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,7 % wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei.

Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen in 2023 mit +3,0 % erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+4,0 %). Hier stützen die abnehmenden Lieferengpässe die Entwicklung, die eine sukzessive Abarbeitung der aufgestauten Auftragsbestände ermöglichten. Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Sie wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich, trotz eines witterungsbedingt günstigen Jahresauftakts, um 2,7 %. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen ein leicht negativer Impuls (-0,1 %) für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus.

Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 2,2 % bzw. 3,4 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang des Exportgeschäfts war die im Jahresverlauf schwächer werdende weltwirtschaftliche Gangart. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten die deutschen Exportunternehmen, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen wie der chemischen Industrie. Dämpfend auf die Importe wirkte wiederum die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Da die Importe jedoch stärker sanken als die Exporte, wirkte der Außenhandel als Ganzes rechnerisch mit einem Wachstumsbeitrag von +0,6 % dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts entgegen.

Die staatlichen Einnahmen expandierten 2023 mehr als die Ausgaben. Befördert wurde das Einnahmenwachstum nicht zuletzt durch steigende Sozialbeiträge und höhere Verkaufserlöse, unter anderem weil die Umsätze der meisten Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs mit der Einführung des 49-Euro-Tickets dem Sektor Staat zugerechnet wurden. Stärkste Treiber des Ausgabenwachstums waren Anpassungen bei den Renten und Pensionen sowie höhere Zinsaufwendungen. Hinzu kamen umfangreiche Mehrausgaben zur Abmilderung der Energiekrise, wie die Zahlungen für die Gas-, Fernwärme- und Strompreisbremsen der Bundesregierung. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit gab in Relation zum nominal kräftig gestiegenen Bruttoinlandsprodukt leicht von 2,5 % im Vorjahr auf 2,1 % nach. Die staatliche Schuldenquote, die 2022 noch bei 66,1 % lag, dürfte auf rund 65 % gesunken sein. Erste amtliche Angaben zur Schuldenquote im Jahr 2023 werden voraussichtlich Ende April 2024 veröffentlicht.

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Millionen Menschen im Vorjahr auf 2,6 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (5,3 %). Zudem hielt der Beschäftigungsaufbau an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um gut 300.000 auf einen neuen Rekordwert von rund 45,9 Millionen Menschen.

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr.

Im Verarbeitenden Gewerbe belasteten die trotz der nachlassenden Preisdynamik insgesamt noch immer sehr hohen Energiepreise, die nur langsam schwindenden Materialengpässe und die globale Nachfrageschwäche die Lage. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs gab daher nochmals leicht nach. Sie sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % und damit in gleichem Umfang wie 2022. Innerhalb der Industrie zeigten sich abermals sehr unterschiedliche Entwicklungen, wie die Produktionsdaten verdeutlichen. Während die wichtige Automobilindustrie die noch recht hohen Auftragsbestände vom Jahresbeginn teilweise abarbeiteten und ihre Erzeugung um deutliche 10,9 % steigern konnte, ging die Produktion im ebenfalls gewichtigen Maschinenbau um 1,3 % zurück, auch wegen der schwachen in- und ausländischen Nachfrage. Die stärksten Produktionseinbußen mussten aber erneut einige energieintensiven Industriezweige hinnehmen. Dazu zählen die chemische Industrie (-10,8 %), deren Produktion auf den niedrigsten Stand seit 1995 sank, die Herstellung von Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erde (-14,4 %) sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung (-3,7 %). Ungeachtet des neuerlichen Wertschöpfungsrückgangs legte die Erwerbstätigenzahl im Verarbeitenden Gewerbe um 0,2 % auf fast 7,5 Mio. Menschen etwas zu.

Die Baukonjunktur präsentierte sich abermals schwach. Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr (- 3,3 %) verminderte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Baugewerbes 2023 nochmals, wenngleich mit einer Veränderungsrate von -0,2 % weniger stark als zuvor. Hemmend auf die Aktivitäten des Wirtschaftsbereichs wirkten vor allem die weiterhin hohen Baukosten, der anhaltende Mangel an Arbeitskräften und die, wegen der gestiegenen Zinsen, verschlechterten Finanzierungsbedingungen. Hiervon war insbesondere der Hochbau betroffen, während sich die Geschäfte im Tiefbau und im Ausbaugewerbe vergleichsweise besser entwickelten. Darauf deuten unter anderem die amtlichen Umsatzdaten hin, die allerdings nicht preisbereinigt, sondern lediglich in jeweiligen Preisen verfügbar sind. So expandierte der baugewerbliche Umsatz im Hochbau in den ersten drei Quartalen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lediglich um 1,1 %. Im Tiefbau und im Ausbaugewerbe kam es hingegen zu kräftigen Zuwächsen um 12,2 % und um 15,7 %, befördert einerseits durch einen regen Straßenbau und anderseits durch eine hohe Nachfrage nach energetischen Sanierungen. Trotz der allgemeinen Schwäche hielt der Stellenaufbau im Baugewerbe an. Die Erwerbstätigenzahl stieg um 0,5 % auf 2,6 Mio. Personen an.

Das Handwerk hat die vielfältigen Herausforderungen des Jahres 2023 vergleichsweise robust gemeistert. Darauf lässt der Geschäftsklimaindikator des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks schließen, der nach einem Rückgang im Vorjahr wieder über die Marke von 100 Punkten stieg, die eine Grenze zwischen einer positiven und einer negativen Konjunkturlage markiert. Differenziert nach den einzelnen Gewerbezweigen zeigten sich aber teilweise recht unterschiedliche Entwicklungen. Dies verdeutlichen die Umsatzdaten der amtlichen Handwerksberichterstattung, die ebenfalls nur in jeweiligen Preisen vorliegen. Demnach übertraf der Umsatz des gesamten Handwerks in den ersten drei Quartalen seinen entsprechenden Vorjahreswert um 6,5 %. Besonders deutlich fiel das Wachstum im Kraftfahrzeuggewerbe (+9,0 %) und im Ausbaugewerbe (+8,0 %) aus, angeregt durch eine spürbare Belebung der Neuwagen- und Gebrauchtwagenmärkte sowie durch die hohe Nachfrage nach Energieeffizienzmaßnahmen und nach Photovoltaik-Anlagen. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf (+5,8 %) und in den Bauhauptgewerken (+1,2 %) stiegen die Umsätze demgegenüber weniger deutlich, was angesichts der allgemein schwachen Industrie- und Baukonjunktur nicht verwundert.

Im Einzelhandel haben die im Vorjahresvergleich nur wenig verminderten Preisanstiege merkliche Spuren hinterlassen. Wegen der Kaufkraft zehrenden Inflation hielten sich die Verbraucher mit ihren Ausgaben zurück. Zusätzlich dämpften die hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten die Anschaffungsneigung. Vor diesem Hintergrund sank der preisbereinigte Einzelhandelsumsatz um deutliche 3,3 %, nachdem er bereits 2022 um 0,7 % nachgegeben hatte. In den stärker von der Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 war der Einzelhandelsumsatz noch um 4,8 % und 0,6 % gestiegen, befördert unter anderem durch eine Sonderkonjunktur im Internet- und Versandhandel. Besonders deutlich sank der Umsatz 2023 im Einzelhandel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf (-7,4 %) und im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (-6,0 %). Auch im Internet- und Versandhandel (-3,9 %) musste ein überproportionaler Rückgang hingenommen werden. Im sonstigen Einzelhandel (-0,5 %), der bspw. Fahrräder und Bücher umfasst, fiel die Entwicklung demgegenüber günstiger aus und im Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren (+2,6 %) konnte sogar ein Umsatzplus erzielt werden, entgegen der allgemeinen Tendenz.

Der Dienstleistungssektor blieb 2023 eine zentrale Stütze der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs legte mit einem Anstieg um 0,5 % allerdings weniger dynamisch zu als im Vorjahr (+3,0 %). Innerhalb des tertiären Sektors fiel das Wachstum in den Bereichen Informations- und Kommunikationsdienstleister (+2,6 %) und sonstige Dienstleister (+1,8 %) am deutlichsten aus, weiterhin befördert durch die in vielen Lebensbereichen voranschreitende Digitalisierung bzw. das Auslaufen von Infektionsschutzmaßnahmen. Auch in den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen (+1,1 %) und öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %) fiel das Wachstum überdurchschnittlich stark aus. Deutlich schwächer entwickelten sich die Bereiche Unternehmensdienstleister (+0,4 %), Finanz- und Versicherungsdienstleister (-0,4 %) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe (-1,0 %), wofür nicht zuletzt die kraftlose Industriekonjunktur verantwortlich war. Die Erwerbstätigenzahl stieg im Dienstleistungssektor als Ganzes um knapp 300.000 bzw. 0,9 % auf fast 34,6 Mio. Menschen. Bezogen auf die Gesamtwirtschaft sind damit 9 von 10 zusätzlichen Arbeitsplätzen in diesem Sektor entstanden.

Die ökonomischen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine blieben für die landwirtschaftlichen Betriebe 2023 ein wichtiges Thema. Angesichts der kriegsbedingt engen Versorgungslage an den globalen Nahrungsmittel- und Rohstoffmärkten kam es kurzfristig in einigen Bereichen zu enormen Preissteigerungen. Darüber hinaus wurde die Landwirtschaft durch strukturelle Veränderungen in der Tier- und hier vor allem in der Schweinehaltung beeinflusst, die zu einer geringeren Erzeugung von tierischen Lebensmitteln führten. Da jedoch die Erzeugerpreise allgemein stärker stiegen als die Betriebsmittelpreise, konnten viele Betriebe wieder zur wirtschaftlichen Profitabilität zurückfinden. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes stieg das Unternehmensergebnis im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2022/2023 gegenüber dem Vorjahr um 45 % auf 115.400 Euro. Abgesehen von den Wein- und Obstbaubetrieben konnten nahezu alle Betriebsformen ihr Ergebnis steigern. Auch im gesamten Agrarsektor, zu dem neben der Landwirtschaft die Forstwirtschaft und die Fischerei gezählt werden, hat sich die wirtschaftliche Lage verbessert. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung expandierte um 1,4 %, allerdings begleitet von einem weiteren Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 0,5 % auf rund 550.000 Menschen.

Finanzmärkte

Das langsame, noch andauernde Abklingen des Inflationsschocks des Jahres 2022 dominierte das vergangene Jahre 2023 an den Finanzmärkten. Die Notenbanken setzten ihre geldpolitischen Straffungen aus dem Vorjahr fort und erhöhten ihre Leitzinsen weiter. Die größten westlichen Notenbanken, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve der USA (Fed), erreichten damit 2023 nach achtzehn Monaten Erhöhungsphase die höchsten Leitzinsniveaus seit der globalen Finanzkrise von 2008; im Falle der EZB die höchsten seit Einführung des Euro. Im Zuge dieser Zinspolitik sanken die konjunkturellen Aussichten der Weltwirtschaft aufgrund der steigenden Finanzierungskosten. Auch die Entwicklung in China trug zur einsetzenden Konjunkturbremsung bei, da das dortige Wachstum durch eine Immobilienkrise und Nachwirkungen der strengen Null-Covid-Politik geschwächt wurde. Geopolitische Unsicherheiten wie der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel intensivierte Nahost-Konflikt oder die Rivalität zwischen China und den USA belasteten die Konjunkturaussichten ebenfalls.

Die Finanzmärkte entwickelten sich trotz dieser Belastungen positiv und bewerteten die rückläufigen Inflationsraten des Jahres 2023 als Zeichen für eine schnellere als noch zu Jahresbeginn erwartete Zinssenkungen im Jahr 2024. So fiel die Verbraucherpreisinflation in den USA zum Jahresende auf 3,4 %, nachdem sie im Januar 2023 noch bei fast doppelt so hohen 6,4 % gelegen hatte. Im Euroraum war sie im selben Zeitraum von 8,6 % auf 2,9 % gefallen. Zwar entwickelte sich die für die Geldpolitik maßgebliche Kernrate, die um die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrung bereinigt ist, weniger dynamisch. Sie fiel in den USA von 5,6 % auf 3,9 % und im Euroraum von 7,1 % auf ebenfalls 3,9 %. Doch die Finanzmärkte reagierten stark auf die Rückgänge, wodurch Aktien- und Anleihekurse vor allem zum Jahresende deutlich zulegten.

Die US-Notenbank Fed beendete am 27. Juli 2023 ihren geldpolitischen Straffungskurs bei einem Leitzinskorridor von 5,25 % bis 5,5 %. Damit erhöhte die Fed ihre Zinsen 2023 noch um 100 Basispunkte, nachdem sie 2022 mit 425 Basispunkten das Gros ihrer geldpolitischen Reaktion auf den Inflationsschock bereits vollzogen hatte. Den Abbau ihrer Bestände an Staatsanleihen und Mortgage-backed securities (hypothekarisch besicherten Wertpapiere) setzte die US-Notenbank in dem von ihr 2022 festgelegten Tempo fort.

Von August 2023 bis Dezember 2023 hielt die Fed ihre Leitzinsen schließlich stabil und kündigte an, diesen Kurs bis ins Jahr 2024 beibehalten zu wollen. Senkungen der Leitzinsen schloss die Fed in ihrer Außenkommunikation auch für 2024 bis zu jenem, noch zu erreichenden Zeitpunkt aus, an dem die Inflation gesichert zum Zielwert von 2 % zurückkehrt. Weitere Zinserhöhungen hielt sie sich für den Fall wieder steigender Inflation hingegen explizit offen, trotz zum Jahresende rückläufiger Kerninflationsraten.

Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um insgesamt 200 Basispunkte. Am 20. September 2023 erreichten die Leitzinsen ihren vorläufigen Höhepunkt mit 4 % für die Einlagefazilität und 4,5 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität sowie 4,75 % für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Damit überschritt die EZB erstmals ihr vor der Finanzkrise erreichtes Leitzinsniveau, als die Einlagefazilität im Maximum bei 3,25 % gelegen hatte. Auf den nachfolgenden Sitzungen bis zum Jahresende bestätigte die EZB dieses Zinsniveau und kündigte ähnlich der Fed an, es so lange aufrecht halten zu wollen, bis die Inflation das mittelfristige EZB-Ziel von 2 % wieder erreicht.

Parallel zu ihren Leitzinserhöhungen fuhr die EZB auch ihre Anleihekaufprogramme weiter zurück, um dadurch ihre restriktive Geldpolitik zu verstärken. Dadurch ging die zusätzliche Nachfrage der Notenbank an den Anleihemärkten deutlich zurück, die in der Niedrigzinsphase dazu gedient hatte, die langfristigen Zinsen zu senken. Indem sie diese Nachfrage entzog, wollte die EZB die langfristigeren Zinsen wieder steigen lassen und damit die Wirkung ihrer zuerst die kurzen Fristen beeinflussenden Leitzinsen unterstützen.

Ab Juli 2023 wurden fällig werdende Anleihen im Portfolio des 2014 eingeführten Programms APP nicht wieder reinvestiert, nachdem sie zuvor noch teilweise reinvestiert worden waren. Im Schnitt wurden 2023 monatlich ungefähr 27,6 Milliarden Euro APP-Volumen nicht wieder reinvestiert. Auf der letzten geldpolitischen Sitzung am 14. Dezember 2023 entschied die Notenbank zudem, fällig werdende Anleihen des 2020 aufgelegten Pandemiekaufprogramms PEPP ab Juli 2024 nur noch teilweise zu reinvestieren. Damit möchte sie ihre geldpolitische Straffung verstärken. Das Portfolio soll im Schnitt monatlich um 7,5 Milliarden Euro schrumpfen. Zum Jahresende 2024 sollen, laut Erklärung des EZB-Präsidiums, die Reinvestitionen dann komplett eingestellt werden. Das PEPP-Portfolio belief sich zum Jahresende 2023 auf rund 1,7 Billionen Euro, das APP-Portfolio auf rund 3 Billionen Euro.

Inflations- und Zinserwartungen sowie die tatsächlichen Entscheidungen der Notenbanken prägten die Anleihemärkte 2023 in Form hoher Volatilität. Das Jahr begann, nach den starken Kursverlusten durch Kriegs-, Inflations- und Zinsschocks in 2022, mit einer Kurserholung von Staatsanleihen. In der Folge fielen ihre Renditen. So belief sich die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen am 02. Februar 2023 auf 2,07 %, nach noch 2,56 % an Neujahr. Aufgrund der weiterhin restriktiven Politik der Notenbanken stiegen die Renditen danach jedoch wieder an. In der Spitze erreichte die zehnjährige Bundesanleihe am 02. März 2023 eine Rendite von 2,75 %. Im Zuge der US-Regionalbankenkrise und der Schieflage der Credit Suisse, die zu einer von den Schweizer Behörden organisierten Zusammenlegung mit dem Schweizer Konkurrenten UBS führte, fiel diese Rendite jedoch bis zum 20. März auf 2,1 % zurück.

Dieses Auf und Ab setzte sich im weiteren Jahresverlauf fort. Im Vorfeld der geldpolitischen Sitzungen der Notenbanken, vor allem der Fed und der EZB, stiegen oder fielen die Renditen teils deutlich. Im Nachgang der Sitzungen setzte in der Regel eine zum Vorfeld gegenläufige Korrektur ein. Gleiches galt für neue Inflationszahlen aus den USA oder Europa. Bis Ende September tendierten die Renditen dabei aufwärts und die Kurse abwärts. Die zehnjährige Bundesanleihe erreichte ihre maximale Rendite von 2,97 % am 28. September 2023.

Im vierten Quartal und insbesondere zum Jahresende erholten sich die Kurse der Anleihen jedoch deutlich, wodurch die zugehörigen Renditen sanken. Die zehnjährige Bundesanleihe erbrachte zum Jahresende mit 2,03 % ein Fünftel weniger Rendite als zum Jahresanfang. Ähnlich entwickelten sich andere Anleihen des Euroraumes, während amerikanische und britische Anleihen zwar ebenfalls Kursgewinne zum Jahresende verzeichneten, wegen der unterschiedlichen Zinszyklen damit aber nur auf die Niveaus des Jahresauftakts zurückfielen. Die Anleihen folgten hierbei den Erwartungen der Märkte an eine 2024 deutlich sinkende Inflation mit entsprechenden Leitzinssenkungen der Notenbanken.

Die europäische Gemeinschaftswährung wertete im Verlauf des Jahres 2023 leicht von 1,07 US-Dollar auf 1,10 US-Dollar auf. Dabei profitierte die Gemeinschaftswährung von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die ihre Leitzinsen um 200 Basispunkte erhöhte, während die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen um niedrigere 100 Basispunkte anhob. Dies verringerte den Zinsabstand der großen Währungsräume und ließ den Euro als Devise nach einem schwachen Jahr 2022 attraktiver werden. Weiterhin profitierte die Gemeinschaftswährung von der insgesamt erfolgreichen Selbstverteidigung der Ukraine gegen Russlands Invasion. Diese ließ Sorgen um ein Übergreifen der russischen Aggression auf andere europäische Staaten stärker in den Hintergrund treten. Der geopolitische Risikoabschlag des Euro gegenüber dem Dollar sank auf das Gesamtjahr gesehen.

Dennoch blieb der Euro relativ zum Dollar anfällig und reagierte insbesondere auf Veränderungen der geopolitischen Lage und das Zinsverhalten der EZB. So sank der Euro vom 30. August 2023 bis zum 13. Oktober 2023 von 1,09 US-Dollar auf 1,05 US-Dollar. In dieser Zeitspanne beendete die EZB einerseits ihre Zinserhöhungen, während andererseits die Hamas mit ihren Terrorangriffen auf Israel einen kriegsähnlichen Konflikt entfachte. Da dieser Konflikt im weiteren Verlauf des Jahres 2023 aber weitgehend isoliert blieb und die Finanzmärkte zum Jahresende für die Fed bereits deutliche Leitzinssenkungen im Jahr 2024 einpreisten, konnte sich der Euro wieder erholen und das Jahr 2023 mit 1,10 US-Dollar beschließen.

Die Aktienmärkte setzten zum Jahresauftakt die Erholung von Ende 2022 fort. Der DAX stieg vom 01. Januar 2023 bis zum 09. März 2023 um 12,3 % auf 15.633,21 Punkte. Anschließend erschütterte jedoch die Krise der US-Regionalbanken die Finanzmärkte, insbesondere die plötzliche Zahlungsunfähigkeit der Silicon Valley Bank. Dies löste einen Schock auf den Aktienmärkten aus. Bis zum 17. März 2023 verlor der DAX etwa 5,5 % seines Kurswertes. Die Verluste konzentrierten sich dabei auf Finanzwerte. Zugleich führte die Unsicherheit in den USA, aber auch global zu größeren Bewegungen von Bankeinlagen, insbesondere von solchen oberhalb der Einlagensicherungsgrenzen. Die Krise kulminierte mit der Fusion der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS am 19. März 2023, die die Schweizer Behörden zur Abwicklung der erstgenannten Bank organisiert hatte. Dieser Akt konnte die Märkte beruhigen und ermöglichte die Erholung der Aktien- und Finanzmärkte von dem kurzzeitigen Einbruch.

Diese Erholung flachte zum Sommer hin ab, setzte sich aber trotz wiederkehrender Volatilität insbesondere um die Leitzinsentscheide der Notenbanken fort. Ende Juli 2023 notierte der DAX bei 16.446,83 Punkten und damit 18,1 % über seinem Jahreseinstandswert. Über den Spätsommer und beginnenden Herbst gingen die Kurse wieder leicht zurück, nachdem sich optimistische Einschätzungen des ersten Halbjahres nicht oder nur teilweise bewahrheitet hatten. Diese Korrektur erreichte ihren Tiefpunkt mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Der DAX verlor im Oktober 4,3 % und fiel damit auf 14.716,54 Punkte zurück. Da der Konflikt bis zum Jahresende weitgehend auf den Gazastreifen begrenzt blieb, setzte im November bereits eine neuerliche, vorsichtige Erholung an den Aktienmärkten ein.

Zum Jahresende 2023 verstärkte sich die Erholung aufgrund sinkender Inflationszahlen und damit verbundener Hoffnungen auf Leitzinssenkungen der Notenbanken, womit eine Belebung der Konjunktur im Jahr 2024 verbunden wurde. Der DAX legte von Anfang November bis Jahresende um 13,1 % zu. Dadurch schloss er das Jahr mit 16.751,64 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 % im Plus ab. Im globalen Vergleich entwickelte sich der deutsche Leitindex damit ähnlich zum Euro Stoxx 50, der 19,2 % zulegen konnte, aber schwächer als der S&P 500 und der Nasdaq Composite. Letztere konnten 24,2 % bzw. 43,4 % zulegen.

Kreditgenossenschaften

In einem gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld konnten die 697 Volksbanken und Raiffeisenbanken, PSD Banken, Sparda-Banken sowie die sonstigen Genossenschaftsbanken ihr Kredit- und Einlagengeschäft mit ihren über 30 Millionen Privat- und Firmenkunden im Geschäftsjahr 2023 teilweise leicht ausweiten. Im Vergleich zu den Vorjahren verlor das bilanzielle Kundengeschäft insgesamt jedoch an Dynamik.

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene Wirtschaftsschwäche dauerte in Deutschland das gesamte Jahr 2023 an. Sie war geprägt durch mehrere kräftige Leitzinsanhebungen und damit einhergehend auch höheren Kreditzinssätzen, aber auch durch einen gravierenden Fachkräftemangel und Materialengpässe sowie einen deutlichen Kaufkraftentzug als Ergebnis der nach wie vor hohen Teuerung. Überlagert wurden diese Einflüsse von den hohen Unsicherheiten infolge des eskalierenden Nahost-Konflikts zum Jahresende 2023 und dem wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts.

Dennoch konnten die deutschen Genossenschaftsbanken in diesem dämpfenden Wirtschaftsumfeld ihre Kreditvergabe leicht steigern. So erhöhten sich die bilanziellen Kundenforderungen der Genossenschaftsbanken im Vorjahresvergleich um 20 Milliarden Euro auf 777 Milliarden Euro (+2,6 %). Die Entwicklung der Kundeneinlagen blieb weitgehend stabil. Das gestiegene Zinsniveau eröffnete den Kunden erstmals seit der Negativ- und Nullzinsphase attraktive Anlagemöglichkeiten in klassischen Fest- und Termingeldern oder Sparbriefen. Viele Kunden schichteten ihre während der Corona-Pandemie gebildeten hohen Sichteinlagenbestände in diese Einlagenformen um. Anderseits belasteten die höheren Lebenshaltungskosten infolge der Inflation die Sparfähigkeit der Kunden. Im Ergebnis betrugen die Kundeneinlagen der Genossenschaftsbanken Ende 2023 860 Milliarden Euro (-0,2 %). Die addierte Bilanzsumme aller Genossenschaftsbanken blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1.175 Milliarden Euro konstant.

Das Kreditgeschäft der Volksbanken und Raiffeisenbanken hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt, die hohen Wachstumsraten der Vorjahre wurden aber nicht wieder erreicht und schwächten sich im Jahr 2023 ab. Der Nachfragerückgang seit der zweiten Jahreshälfte 2022 insbesondere bei langfristigen Immobilienfinanzierungen und das damit verbundene rückläufige Kreditneugeschäft schlagen sich im Vergleich zu den Vorquartalen deutlicher in den Bestandsveränderungen im Aggregat aller Genossenschaftsbanken nieder.

Per Dezember 2023 nahmen die Kreditbestände der Genossenschaftsbanken an Nichtbanken um 20 Milliarden Euro oder 2,6 % auf 777 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr (Dezember 2022) zu. Damit liegt die aktuelle prozentuale Veränderung mit gut vier Prozentpunkten deutlich unter der Wachstumsrate der Vorjahre (Veränderung 2022/2021 +6,5 %, 2021/2020 +6,9 % und 2020/2019 +6,2 %). Auch im Vergleich zum Vorquartal (September 2023) stiegen die Kreditbestände nur noch leicht um 0,7 %.

Treiber des Kreditwachstums bei den Genossenschaftsbanken sind weiterhin die langfristigen Forderungen, welche per Ende 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Milliarden Euro oder 2,5 % auf 696 Milliarden Euro zulegten. Die Zinserhöhungen infolge der Inflationsbekämpfung durch die EZB bremsten insbesondere auf Privatkundenseite das langfristige Immobilienneugeschäftsvolumen deutlich. Angesichts konjunktureller Unsicherheit, hoher Inflation, der gestiegenen Finanzierungskosten und eingetrübten Aussichten auf dem Wohnimmobilienmarkt wurden Wohnungsbaukredite im letzten Jahr nur noch leicht aufgebaut. Höhere Kreditzinsen und sinkender Mittelbedarf für Anlageinvestitionen reduzierten zudem die Kreditnachfrage auf der Firmenkundenseite. So ist der Finanzierungsbedarf für gewerbliche Immobilien zurückgegangen. Leerstände und Preisrückgänge bei Gewerbeimmobilien wirken hier dämpfend.

Die Kreditnachfrage im kurzfristigen Bereich war mit 7,8 % dynamischer als im langfristigen Laufzeitband. Im mittelfristigen Laufzeitband legten die Kreditbestände nur noch um 0,9 % zu. Die mittelfristigen Forderungen wuchsen im Ergebnis leicht auf 45 Milliarden Euro. Die kurzfristigen Forderungen stiegen um 3 Milliarden Euro auf 36 Milliarden Euro. Aufgrund der Abschwächung der Problemlage an den Energiemärkten sowie einer zunehmenden Normalisierung der Lieferketten hat die Nachfrage insbesondere von kurz- und mittelfristigen Krediten der Firmenkunden zur Deckung des Liquiditätsbedarfs in den letzten Monaten weiter abgenommen, bleibt aber hoch, wie die Veränderungsrate im kurzfristigen Laufzeitband zeigt.

Die Kreditbestände legten in beiden Geschäftsfeldern - Privat- und Firmenkundengeschäft - zu. Die Kredite an Privatkunden insgesamt wuchsen per Ende 2023 um 1,3 % (oder 5 Milliarden Euro) auf 363 Milliarden Euro. Gut neun Zehntel der Kredite an Privatkunden waren Wohnbaukredite (325 Milliarden Euro, Zunahme +1,7 % bzw. +6 Milliarden Euro). Ferner sicherten sich Unternehmen und Selbständige sowie sonstige Firmenkunden angesichts der Unsicherheiten über den wirtschaftlichen Fortgang Liquidität und Kreditlinien. Die Firmenkundenkredite stiegen - bei merklich rückläufigem Wachstum - um 3,8 % (oder +15 Milliarden Euro) auf 414 Milliarden Euro.

Die Nachfrage nach privaten Wohnbaufinanzierungen blieb weiterhin verhalten. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2022 war ein Nachfragerückgang bei Immobilienfinanzierungen erkennbar. Die Neugeschäftsvolumina sind seit den EZB-Leitzinserhöhungen seit Mitte 2022 deutlich rückläufig. Der Boom am Wohnimmobilienmarkt wird weiter nachlassen. Angesichts konjunktureller Unsicherheit, des Kaufkraftverlusts infolge der hohen Inflation, der gestiegenen Finanzierungskosten und eingetrübten Aussichten auf dem Wohnimmobilienmarkt bei hohen Immobilien- und Baupreisen wurden Wohnungsbaukredite im Jahr 2023 nur noch leicht aufgebaut. Zusätzlich dürften sich die Kreditvergabespielräume der Genossenschaftsbanken durch weitere aufsichtliche Vorgaben reduzieren, indem bei der Eigenmittelunterlegung seit Februar 2023 ein antizyklischer Kapitalpuffer von 0,75 % und ein sektoraler Systemrisikopuffer auf die Risikoaktiva von Wohnimmobilien in Höhe von 2,00 % zu berücksichtigen sind. Im Ergebnis stieg die private Wohnbaufinanzierung der Genossenschaftsbanken im Jahr 2023 nur noch um 1,7 % auf 325 Milliarden Euro.

Die Marktanteile der Genossenschaftsbanken haben sich 2023 erfreulich entwickelt. Sie bleiben auf hohem Niveau und erfahren im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung. Der Marktanteil aller Kundenkredite stieg von 17,8 % um 0,3 %-Punkte auf 18,1 %, der Privatkunden-Marktanteil stieg ebenfalls leicht um 0,2 %-Punkte auf 24,1 %, der Kredit-Marktanteil bei nichtfinanziellen Unternehmen und wirtschaftlich Selbständigen erhöhte sich um 0,5 %-Punkte auf 22,4 %. Der Marktanteil bei den wirtschaftlich Selbständigen (Gewerbekunden) legte leicht um 0,1-%-Punkte auf 34,6 % zu.

Die Kreditvergabe der Genossenschaftsbanken zeichnet sich durch eine konservative Ausgestaltung aus. Neun Zehntel der vergebenen Kredite weisen eine anfängliche Zinsbindung von über fünf Jahren auf. Relativ längere Zinsbindungsfristen schützen Kreditkunden besser vor Zinsänderungsrisiken und damit vor Unsicherheiten über die zukünftige Zins- und Tilgungsbelastung. 95 % der von Genossenschaftsbanken ausgereichten Kredite sind mittel- und langfristige Finanzierungen. Diese Langfristpräferenz - verbunden mit festen Konditionen - verschafft den Privat- und Firmenkunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken Sicherheit und Transparenz bei ihren Finanzierungen.

Einlagenzuflüsse verzeichneten die Genossenschaftsbanken im Jahr 2023 vor allem bei Termineinlagen und Sparbriefen. Ihr kräftiger Anstieg entsprach zum Großteil den Nettoabflüssen täglich fälliger Einlagen und kurzfristiger Spareinlagen. Ausschlaggebend für die aktuelle Einlagenentwicklung sind die Renditeunterschiede zwischen den verschiedenen Anlageformen, die sich im Zuge der weiteren Anhebung der Leitzinsen im Jahr 2023 nochmals vergrößerten. Vor diesem Hintergrund schichteten die Kunden ihre Einlagenportfolios teilweise von hoch liquiden, niedrig verzinsten Einlagen zu höher verzinsten Anlageformen mit etwas längerem Anlagehorizont um. Erstmals ist in Summe ein geringfügiger Einlagenabfluss im Aggregat der Genossenschaftsbanken festzustellen, indem Einlagenmittel der Kunden für Konsum und Investition verwendet werden. Negative Wachstumsraten im Einlagengeschäft verzeichneten die Genossenschaftsbanken zuletzt zu Beginn des Jahres 2001. Der im März 2023 seit mehr als 20 Jahren erstmals festzustellende bestandsmäßige Rückgang der Sichtguthaben konnte noch nicht gestoppt werden. Bei den Spareinlagen-Produkten zogen die Kunden in Summe angesichts kaum anziehender Spareinlagenzinsen deutlich Gelder ab.

Die Kundeneinlagen der Genossenschaftsbanken blieben in Summe weitgehend konstant; sie sanken leicht im Vergleich zum Vorjahr um -1,5 Milliarden Euro oder -0,2 % auf 860 Milliarden Euro. Zulegen konnten die Termineinlagen, die insgesamt um 93 Milliarden Euro (oder 166,3 %) auf 149 Milliarden Euro stiegen. Der Bestand an Sparbriefen nahm auf Jahresfrist um fast das Vierfache zu. Er stieg um 260,1 % (oder 15 Milliarden Euro) auf 21 Milliarden Euro deutlich. Der Sichteinlagenbestand sank um -77 Milliarden Euro auf 548 Milliarden Euro (-12,3 %). Die Spareinlagen schmolzen um gut ein Fünftel oder -33 Milliarden Euro auf 141 Milliarden Euro ab (-19,0 %).

Im Einlagengeschäft (mit Nichtbanken) hat der Wettbewerbsdruck infolge der gestiegenen Habenzinssätze für Einlagenprodukte deutlich zugelegt; der Marktanteil der Kreditgenossenschaften in diesem Segment sank 2023 um 0,4 %-Punkte auf 18,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Sichteinlagen ging der Marktanteil um 1,2 %-Punkte auf 20,2 % zurück. Die hohe Zunahme der Termineinlagen schlug sich auch in einem stark gestiegenen Marktanteil nieder; er stieg von 5,4 % in 2022 um 6,1 %-Punkte auf 11,5 % in 2023. Den höchsten Marktanteil im Einlagengeschäft haben die Kreditgenossenschaften bei den Spareinlagen (31,2 %, Rückgang um -1,1 %-Punkte gegenüber dem Vorjahr).

Unverzichtbare Grundlage der soliden Geschäftspolitik der Volksbanken und Raiffeisenbanken ist neben einer jederzeit ausreichenden Liquidität eine angemessene und robuste Eigenkapitalausstattung sowie Eigenkapitalbildung. Den Genossenschaftsbanken ist es im Jahr 2023 gelungen, das bilanzielle Eigenkapital mit einem Plus von 3,2 % auf 64 Milliarden Euro zu steigern. Die Rücklagen legten um 2,6 % auf 47 Milliarden Euro zu, die Geschäftsguthaben (gezeichnetes Kapital) wuchsen um 4,8 % auf 17 Milliarden Euro. Mit dieser Eigenkapitalausstattung können die Genossenschaftsbanken die Kreditwünsche der Privatkunden sowie gleichermaßen die der Firmenkunden auch in Zukunft erfüllen. Angesichts des Investitionsbedarfs auf Privat- und Firmenkundenseite in Bereichen wie der energetischen Sanierung, CO2-freie Energieerzeugung und Digitalisierung ist mittelfristig wieder mit einem wachsenden Kreditgeschäft zu rechnen.

Die (aggregierte/addierte) Bilanzsumme aller 697 Genossenschaftsbanken blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1.175 Milliarden Euro weitgehend konstant. Zum leichten Rückgang der addierten Bilanzsumme von -0,5 Milliarden Euro trugen neben den rückläufigen Kundeneinlagen auch die Fälligkeiten und weitere freiwillige Rückzahlungen im Rahmen der gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der dritten Serie (GLRG III) bei.

Die durchschnittliche Bilanzsumme je Institut liegt aktuell bei knapp 1,7 Milliarden Euro. Die Spannweite bei den Bilanzsummen reicht unter den Genossenschaftsbanken von knapp 35 Millionen Euro für die kleinste bis 51 Milliarden Euro für die größte Bank.

Der Konsolidierungsprozess unter den Instituten setzte sich gegenüber dem Vorjahr in einem leicht erhöhten Umfang fort. Die Zahl der selbständigen Genossenschaftsbanken lag per Ende 2023 bei 697 Banken. Sie sank fusionsbedingt um 40 Institute bzw. um -5,4 % im Vergleich zum Vorjahr. 55 Banken betrieben neben dem Bankgeschäft auch das Warengeschäft (Vorjahr: 62 Institute).

Die Kunden der Genossenschaftsbanken schätzen die räumliche Nähe zu ihren Ansprechpartnern und Beratern in den gut 7.200 Bankstellen. Der rückläufige Trend bei der Anzahl der Filialen setzte sich im Jahr 2023 im Vergleich zu den Coronajahren leicht abgeschwächt fort. Die Corona-Pandemie beschleunigte einschneidend das Kundennutzungsverhalten von Filialen. Kunden und Mitglieder gingen seltener persönlich in die Zweigstellen und nutzten stattdessen immer mehr die digitalen Angebote und Services für ihre Bankgeschäfte. Die VR Banking App ist als zentraler mobiler Zugangsweg bei den Kunden der Genossenschaftsbanken gut etabliert. Auch digital-persönliches Banking im "KundenServiceCenter" wurde als Zugangsweg von den Kunden verstärkt genutzt.

Verminderte Kundenkontakte in der Filiale und die weiter voranschreitende Nutzung der Digitalisierung zeigen sich im Ergebnis deutlich in einem grundlegenden Strukturwandel bei den personenbesetzten Zweigstellen, wenngleich sich dieser Effekt aktuell im Jahr 2023 im Vergleich zu den Pandemiejahren 2020 bis 2022 weniger dynamisch auswirkte: Die Zahl der Zweigstellen sank im zurückliegenden Jahr auf 6.510 (Veränderung zum Vorjahr -265 Zweigstellen, -3,9 %). Die Zahl der Bankstellen (Hauptstellen plus personenbesetzte Zweigstellen) sank um 305 (-4,1 %) auf 7.207 Bankstellen. Gleichzeitig wurden Kernfunktionen der Zweigstellen/Filialen - wie bediente Servicefunktion und Beratungsfunktion - in den verbleibenden Filialen gestärkt. In den letzten Jahren ist eine deutliche Entwicklung hin zu größeren Filialen zu erkennen. Die Zahl der SB-Stellen sank um 217 auf 3.885 (Vorjahr: 4.102, Veränderung zum Vorjahr -5,3 %).

Nachlassende Bargeldnutzung, der Bezug von Bargeld an Ladenkassen (POS) mittels girocard sowie die Nutzung von mobilen Bezahlverfahren führen zu einem steten Rückbau der bestehenden Bargeldquellen der Kunden in Genossenschaftsbanken - insbesondere bei der Zahl der Geldautomaten. Ende 2023 gab es bei den Genossenschaftsbanken noch 14.696 Geldautomaten. Ihre Anzahl ist damit um 824 im Vergleich zu 2022 zurückgegangen. Der insgesamt hohe Rückgang in den drei letzten Jahren von gut 2.600 Geldautomaten dürfte auch als Ergebnis der Risikoanalyse von Geldautomaten-Standorten und des umgesetzten bankindividuellen Sicherheitskonzepts zu werten sein, um die Gefahr einer Geldautomaten-Sprengung zu minimieren und dadurch den Schutz von Personen und Sachwerten zu verbessern.

Aktuell beträgt die Zahl der Mitglieder der Genossenschaftsbanken 17,8 Millionen (Vorjahr 17,9 Millionen, Netto-Rückgang von gut -160.000 Mitgliedern, -0,9 %). Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis wurde zudem die Beteiligungsmöglichkeit der bestehenden Mitglieder durch Zeichnung zusätzlicher Geschäftsanteile genutzt. Mit dem höheren Zinsniveau werden sich auch zukünftig die Dividenden auf Geschäftsanteile bei den Genossenschaftsbanken tendenziell erhöhen und damit verbessert sich die Attraktivität der Mitgliedschaft weiter.

II.2 Finanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir finanzielle Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen. Die folgenden Kennzahlen stellen neben dem Jahresüberschuss unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar:

Betriebsergebnis vor Bewertung / durchschnittlichen Bilanzsumme

Betriebsergebnis nach Bewertung / durchschnittlichen Bilanzsumme

Aufwands- / Ertragsrelation (CIR = Cost-Income-Ratio)

Als Leistungsindikator für die Ertragskraft der Bank wurde die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme festgelegt. Diese Kennzahl setzt das Ergebnis der Bank als Saldo von Erträgen und Aufwendungen aus dem operativen Geschäft in Relation zum Geschäftsvolumen, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Das Betriebsergebnis vor Bewertung wird analog der Erfolgsübersicht ermittelt. Abweichungen zur Gewinn- und Verlustrechnung ergeben sich hierbei insbesondere beim Ausweis des betriebswirtschaftlich außerordentlichen und periodenfremden Ergebnisses sowie den sonstigen Steuern.

Als Leistungsindikator für die nachhaltige Ergebnisstabilisierung und Eigenkapitaldotierung der Bank wurde die Relation des Betriebsergebnisses nach Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme festgelegt. Diese Kennzahl setzt das operative Ergebnis nach Bewertungsänderungen (Risikokosten) in Relation zum Geschäftswachstum, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Das Betriebsergebnis nach Bewertung wird analog der Erfolgsübersicht ermittelt und entspricht der Darstellung im Prüfungsbericht. Abweichungen zur Gewinn- und Verlustrechnung ergeben sich hierbei insbesondere beim Ausweis des Bewertungsergebnisses im Hinblick auf die Bildung bzw. Auflösung von stillen Reserven nach § 340f HGB.

Als Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz oder Produktivität unseres Instituts wurde die Cost-Income-Ratio (nachfolgend: "CIR") bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zu den erwirtschafteten Erträgen dar.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt in den nächsten Abschnitten.

II.3 Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Die in den folgenden Abschnitten dargestellten Vergleichswerte basieren auf den Daten des Genoverband e.V. zur Entwicklung und Ertragslage der Mitgliedsbanken und beziehen sich - sofern nichts anderes angegeben ist - auf die Größenklasse 100 Mio. EUR bis 250 Mio. EUR.

Für die Beurteilung und Konkretisierung der nachfolgenden Ausführungen haben wir zudem folgende Einstufung vorgenommen:

Beurteilung Abweichung / Veränderung
sehr deutlich / stark > 10 %
deutlich / spürbar > 4 % und <= 10 %
leicht / moderat > 1 % und <= 4 %
konstant <= 1 %

Im Einzelnen stellte sich der Geschäftsverlauf wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 117.425 113.444 3.981 3,5
Außerbilanzielle Geschäfte *) 4.400 2.903 1.497 51,6

*)  Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten) und 2 (Andere Verpflichtungen).

Im Geschäftsjahr 2023 ist die Bilanzsumme der Volksbank Überherrn eG erneut gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg sie von 113.444 TEUR auf 117.425 TEUR moderat an. Dies entspricht einem Bilanzsummenwachstum von 3.981 TEUR bzw. 3,5 %. Die Erhöhung der Bilanzsumme ist hauptsächlich auf die Ausweitung der Kundeneinlagen zurückzuführen, wobei die Bankenrefinanzierungen im Geschäftsjahr ebenfalls erhöht wurden. Die Vergleichsbanken verzeichneten zum Jahresende einen Bilanzsummenrückgang von 1,3 %.

Zum 31.12.2023 standen die außerbilanziellen Geschäfte mit insgesamt 4.400 TEUR zu Buche. Gegenüber dem Vorjahr (2.903 TEUR) entspricht diese Veränderung einem starken Anstieg von 1.497 TEUR bzw. 51,6 %. Dabei haben sich die Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen um 29 TEUR bzw. 8,8 % reduziert, während die unwiderruflichen Kreditzusagen um 1.526 TEUR bzw. 59,3 % angestiegen sind.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 76.223 72.470 3.753 5,2
Wertpapieranlagen 5.321 6.739 -1.418 -21,0
Forderungen an Kreditinstitute 15.921 11.134 4.786 43,0

In der Struktur des Aktivgeschäfts sind im Berichtsjahr größere Bestandsveränderungen in den drei dargestellten Bilanzpositionen (vgl. vorstehende Tabelle) festzustellen.

Die Kundenforderungen entwickelten sich besser als prognostiziert und konnten im Geschäftsjahr insgesamt deutlich ausgeweitet werden.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Kundenforderungen demnach von 72.470 TEUR auf 76.223 TEUR, was einem deutlichen Anstieg von 3.753 TEUR bzw. 5,2 % entspricht. Ursächlich hierfür war insbesondere eine gestiegene Kreditnachfrage durch private und gewerbliche Immobilieninvestoren. Die Beteiligungen an gewerblichen Immobilienfinanzierungen innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe haben wir wie geplant reduziert; diese belaufen sich zum Jahresende 2023 auf 6.750 TEUR (Vorjahr 7.550 TEUR). Auf Verbandsebene stieg das Kreditvolumen der Banken mit einer vergleichbaren Größenordnung im letzten Jahr um 4,6 %.

Der Anteil der Kundenforderungen an der Bilanzsumme beträgt zum Jahresende 2023 64,9 % gegenüber 63,9 % im Vorjahr.

Die durch die Generalversammlung festgesetzten Kredithöchstgrenzen für die einzelnen Kreditnehmer sowie sämtliche Kreditgrenzen des KWG wurden während des gesamten Berichtszeitraumes eingehalten.

Die Forderungen an Kunden wurden am Jahresende 2023 wieder mit Vorsicht bewertet. Für erkennbare und erhöht latente Risiken bestehen in ausreichender Höhe Einzelwertberichtigungen und Vorsorgereserven, die von den entsprechenden Aktivposten in der Bilanz abgesetzt wurden.

Die Wertpapieranlagen in der Position "Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere" haben sich gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich reduziert. Zum 31.12.2023 betragen diese 5.321 TEUR (Vorjahr 6.739 TEUR), was einem Minus von 1.418 TEUR bzw. 21,0 % entspricht. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Verkauf von Wertpapieren zurückzuführen. Die aus dem Verkauf zugeflossenen Mittel haben wir überwiegend für die Finanzierung des Neukreditgeschäftes, aber auch für die Investition in Termineinlagen der DZ BANK verwendet.

Unsere Wertpapieranlagen setzen sich wie folgt zusammen:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 1.198 798 400 50,1
Liquiditätsreserve 4.123 5.941 -1.818 -30,6

Die eigenen Wertpapieranlagen der Position "Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere" machen weiterhin nur einen relativ geringen Anteil von rund 4,5 % (Vorjahr: 5,9 %) an der Bilanzsumme aus. Die Vergleichsinstitute weisen hier einen Anteil von 16,0 % (Vorjahr 18,4 %) aus.

Zum Jahresende 2023 waren insgesamt rd. 94,2 % unserer Wertpapieranlagen bei der DZ BANK platziert.

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen. Umwidmungen von festverzinslichen Wertpapieren des Umlaufvermögens in das Anlagevermögen wurden nicht vorgenommen.

Die wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere wurden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden demnach nur bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag abgeschrieben. Dadurch wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert in Höhe von insgesamt 36 TEUR (Vorjahr 36 TEUR) vermieden.

Das Emittentenrisiko der im Bestand gehaltenen Wertpapiere ist weiterhin als gering anzusehen, da ausschließlich in Wertpapieremittenten mit Ratingeinstufung im Investmentgrade investiert wurde.

Die Forderungen an Kreditinstitute haben sich in 2023 auf 15.921 TEUR (Vorjahr 11.134 TEUR) stark erhöht. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 4.786 TEUR bzw. 43,0 %. Ursächlich für diese Entwicklung ist insbesondere die weitere Investition in Termineinlagen der DZ BANK aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus.

Die Bilanzposition "Sachanlagen" hat sich im Geschäftsjahr 2023 um 983 TEUR auf einen Bilanzwert von 16.294 TEUR (Vorjahr 17.277 TEUR) bzw. 5,7 % spürbar reduziert. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf Verkäufe von Renditeimmobilien zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2023 haben wir vier Renditeobjekte mit einem Buchwertvolumen von insgesamt ca. 1 Mio. EUR verkauft. Durch die Verkäufe konnten wir insgesamt Buchgewinne von ca. 194 TEUR generieren und damit unser Eigenkapital weiter stärken.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 16.813 16.045 768 4,8
Spareinlagen 22.972 27.656 -4.684 -16,9
andere Einlagen 63.817 57.107 6.710 11,7

In der Struktur des Passivgeschäfts sind im Berichtsjahr größere Bestandsveränderungen insbesondere bei den Kundeneinlagen (vgl. vorstehende Tabelle) festzustellen.

Die Bilanzposition "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" ging mit 16.813 TEUR in die Bilanz 2023 ein und lag somit 768 TEUR bzw. 4,8 % über dem Vorjahresniveau (16.045 TEUR). Dieser Anstieg ist auf die Ausweitung von Refinanzierungsmitteln zurückzuführen.

Unsere Kundeneinlagen entwickelten sich entsprechend den Prognosen und konnten im Geschäftsjahr 2023 insgesamt moderat ausgeweitet werden. Zum Bilanzstichtag standen die Kundengelder mit 86.789 TEUR (Vorjahr 84.763 TEUR) zu Buche, d.h. ein Plus von 2.026 TEUR bzw. 2,4 %. Die Vergleichsbanken auf Verbandsebene verzeichneten bei ihren Kundengeldern einen Rückgang von 2,8 %.

Die Veränderung innerhalb der Bilanzposition zeigt dabei eine recht unterschiedliche Entwicklung. Die Spareinlagen erreichten zum Jahresultimo einen Bestand von 22.972 TEUR, was gegenüber dem Vorjahresbestand einem sehr deutlichen Rückgang von 4.684 TEUR bzw. 16,9 % entspricht. Demgegenüber haben sich die anderen Verbindlichkeiten, bestehend aus täglich fälligen Einlagen und Kundengeldern mit vereinbarter Laufzeit um 6.710 TEUR bzw. 11,7 % auf einen Jahresendbestand von 63.817 TEUR sehr deutlich erhöht. Im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen hauptsächlich kurzfristige Anlagen mit täglicher Verfügbarkeit bevorzugt wurden, sind im Geschäftsjahr aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus auch wieder vermehrt mittel- bis längerfristige Einlagen nachgefragt worden. Die täglich fälligen Kundengelder haben sich demnach um 3.665 TEUR bzw. 6,5 % auf nunmehr 53.131 TEUR (Vorjahr 56.796 TEUR) reduziert. Gleichzeitig sind die anderen Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist, bestehend aus Termineinlagen und Sparbriefen, sehr deutlich um 10.376 TEUR auf einen Jahresendbestand von 10.686 TEUR (Vorjahr 310 TEUR) angestiegen. Davon entfallen 8.498 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) auf Termineinlagen und 2.188 TEUR (Vorjahr 310 TEUR) auf Sparbriefe.

Investitionen

Im Mittelpunkt der Investitionen im Berichtsjahr 2023 stand die Renovierung einer Wohnung in einem Renditeobjekt sowie die Anschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattung in den Bereichen EDV, Betriebsvorrichtungen und Fuhrpark. Zu nennen in diesem Zusammenhang ist insbesondere die weitere Investition in zwei Photovoltaik-Anlagen für unsere Bankgebäude in Überherrn und Altforweiler.

Unser Bestand an Renditeimmobilien zeichnet sich nach wir vor durch einen zeitgemäßen Zustand der Objekte und stetige Renovierungen aus. Alle Objekte verfügen über eine gute Substanz und Ausstattung. Vor diesem Hintergrund sehen wir in den nächsten Jahren auch keine erhöhten Investitionsfolgekosten. Ebenso sehen wir derzeit auch keine Anzeichen für einen Investitionsstau oder ein erhöhtes Leerstandsrisiko. Eine weitere Investition in Renditeobjekte ist derzeit nicht geplant. Vielmehr ist die derzeitige Geschäftsfeldstrategie des Bereichs "Renditeimmobilien" auf eine Bestandserhaltung ausgerichtet, wobei wir aber Verkäufe einzelner Immobilien bei entsprechenden Angeboten nicht ausschließen.

II.4 Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

II.4.1 Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 2.358 1.827 531 29,1
Provisionsüberschuss 2) 829 771 58 7,5
Verwaltungsaufwendungen 2.127 2.035 92 4,5
a) Personalaufwendungen 1.413 1.371 41 3,0
b) andere Verwaltungsaufwendungen 715 664 51 7,6
Betriebsergebnis vor Bewertung 1.380 920 460 50,0
Bewertungsergebnis -141 -580 439 -75,7
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 1.450 474 977 206,1
Steueraufwand 315 209 107 51,1
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 845 75 770 1026,7
Jahresüberschuss 290 190 100 52,5

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

Der Zinsüberschuss ist nach wie vor die primäre Erfolgskomponente unserer Bank. Mit einem Zinsergebnis von 2.358 TEUR (Vorjahr 1.827 TEUR) haben wir im Geschäftsjahr ein Plus von 531 TEUR bzw. 29,1 % und damit eine sehr deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Die Zinsspanne zum Jahresende hat sich dementsprechend von 1,65 % der durchschnittlichen Bilanzsumme in 2022 auf nunmehr 2,05 % verbessert und liegt damit auch wieder über der durchschnittlichen Zinsspanne der Vergleichsbanken von 2,01 % (Vorjahr 1,81 %). Die gegenüber den Vergleichsbanken höhere Zinsspanne ist insofern bemerkenswert, als dass wir noch 14.629 TEUR in Renditeimmobilien als "Zinsersatzgeschäft" investiert haben. Maßgeblich für die gegenüber der ursprünglichen Planung deutliche Verbesserung unseres Zinsergebnisses ist im Wesentlichen das gestiegene Zinsniveau. Dabei profitieren wir auch von unseren variablen verzinslichen Anleihen im Depot A sowie den ebenfalls variabel verzinslichen gewerblichen Immobilienfinanzierungen der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Zudem haben wir auch - wie bereits im Abschnitt "Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs" erläutert - weiter in Eigenanlagen (Wertpapiere und Termingelder) investiert, wodurch ebenfalls eine Verbesserung des Zinsertrages erreicht werden konnte. Aber auch das überdurchschnittliche Wachstum im Kundenkreditgeschäft bei gleichzeitig erhöhten Zinsniveau brachte höhere Zinsen und Disagioerträge für Darlehen mit sich.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 1 1 0 29,4
Vermittlungserträge 302 278 24 8,6
Erträge aus Zahlungsverkehr 466 420 46 10,9

Der Provisionsüberschuss per 31.12.2023 liegt mit 829 TEUR über dem Vorjahresniveau von 771 TEUR und verzeichnete somit ein deutliches Plus von 58 TEUR bzw. 7,5 %. Der Anstieg des Provisionsüberschusses ist vornehmlich auf höhere Provisionserträge aus der Immobilienvermittlung und dem Zahlungsverkehr zurückzuführen. Die Provisionsspanne ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls angestiegen und belief sich im Jahr 2023 auf 0,72 % (Vorjahr 0,69 %). Unsere Provisionsspanne liegt auch weiterhin deutlich über dem Verbandsdurchschnitt der Vergleichsbanken, die im Geschäftsjahr eine Provisionsspanne von 0,63 % (Vorjahr 0,63 %) erzielten. Das erzielte Provisionsergebnis ist somit als gut einzustufen.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen insgesamt haben sich in 2023 im Vorjahresvergleich spürbar um 92 TEUR bzw. 4,5 % erhöht, wobei sich die Personalaufwendungen moderat um 41 TEUR bzw. 3,0 % und die anderen Verwaltungsaufwendungen deutlich um 51 TEUR bzw. 7,6 % erhöht haben.

Der leichte Anstieg des Personalaufwands ist vornehmlich auf moderate Tariferhöhungen und höhere variable Vergütungen für die Immobilienvermittlung zurückzuführen. Allerdings ist der Personalaufwand in 2023 auch durch die Teilauflösung einer Altersteilzeitrückstellung sowie Erstattungen und Übernahme von Gehaltszahlungen durch Krankenkassen wegen Arbeitsunfähigkeit von Mitarbeitern positiv beeinflusst. In Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme ist der Personalaufwand nahezu konstant geblieben und beträgt zum Ende des Geschäftsjahres 1,23 % (Vorjahr 1,24 %). Damit liegt unsere Personalaufwandsquote weniger deutlich über der der Vergleichsbanken von 1,13 % als im Vorjahr (1,05 %).

Die Erhöhung bei den anderen Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwendungen) resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Aufwendungen für Bürobedarf, Raumaufwendungen sowie Prüfungs-, Outsourcing- und Schulungskosten, wobei sich insbesondere die Prüfungskosten des Genoverbandes e.V. sehr stark um rund 17 TEUR bzw. 23 % gegenüber dem Vorjahr erhöht haben. Die hohe Kostensteigerung belastet unsere Kostenseite stark. Aufgrund unserer Größe sind wir im Vergleich mit anderen Banken der genossenschaftlichen FinanzGruppe überproportional mit Prüfungskosten belastet.

Zum Jahresende 2023 beträgt die Relation der anderen Verwaltungsaufwendungen zur durchschnittlichen Bilanzsumme 0,62 % (Vorjahr 0,60 %) und ist damit nach wie vor deutlich besser ausgeprägt als die Sachkostenspanne der Vergleichsbanken, die im Geschäftsjahr bei 0,70 % (Vorjahr 0,63 %) liegt.

In der Gesamtbetrachtung hat sich auch die Relation des Verwaltungsaufwandes (allgemeine Verwaltungsaufwendungen inkl. Abschreibungen auf Sachanlagen) zur durchschnittlichen Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr ebenfalls erhöht. Nach 2,15 % im Jahr 2022 haben wir zum Jahresende 2023 einen spürbaren Anstieg auf 2,19 % verzeichnet, so dass wir auch weiterhin deutlich über dem Niveau des entsprechenden Vergleichswertes auf Verbandsebene von 1,93 % (Vorjahr 1,77 %) liegen. Ursächlich für die vergleichsweise höhere Verwaltungsaufwandsquote sind neben den höheren Personalaufwendungen auch deutlich höhere Abschreibungen, hauptsächlich für unsere Renditeobjekte, die in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme 0,34 % (Vorjahr 0,32 %) ausmachen. Die Vergleichsinstitute weisen hier lediglich einen Wert von 0,10 % (Vorjahr 0,09 %) aus. Aufgrund der im Geschäftsjahr getätigten Verkäufe von Renditeimmobilien wird sich die Abschreibungsquote perspektivisch jedoch wieder verringern. Gegenüber dem Planwert sind die Verwaltungsaufwendungen um 102 TEUR bzw. 3,89 % geringer ausgefallen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge aus Mieteinnahmen konnten wir im Geschäftsjahr nochmals deutlich um 38 TEUR bzw. 5,0 % auf nunmehr 793 TEUR (Vorjahr 755 TEUR) ausbauen.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung, als finanzieller Leistungsindikator für die Ertragskraft, lag zum 31.12.2023 bei 1.380 TEUR bzw. 1,20 % der durchschnittlichen Bilanzsumme. Gegenüber dem Vorjahreswert von 920 TEUR bzw. 0,83 % der durchschnittlichen Bilanzsumme entspricht dies einem sehr starken Anstieg von 460 TEUR bzw. 50,0 %. Unser Betriebsergebnis vor Bewertung liegt auch deutlich über dem Niveau der Kreditgenossenschaften mit einer vergleichbaren Größenordnung, die 0,93 % (Vorjahr 0,75 %) erreichten. Das von der Bank für das Geschäftsjahr formulierte Planziel von 1,00 % der durchschnittlichen Bilanzsumme wurde damit ebenfalls deutlich übertroffen.

Als Folge der verbesserten Ertragslage im Geschäftsjahr hat sich auch die CIR (Aufwands- / Ertragsrelation), als finanzieller Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz bzw. Produktivität, von 72,2 % in 2022 auf 64,6 % in 2023 spürbar verbessert und liegt dementsprechend auch unter dem für das Geschäftsjahr formulierten Zielkorridor von 70,0 % bis 72,0 %. Im Vergleich mit dem Verbandsdurchschnitt von 67,8 % (Vorjahr 71,6 %) weist die Bank damit ebenfalls eine bessere CIR aus.

Das Bewertungsergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 439 TEUR bzw. 75,7 % sehr deutlich verbessert und betrug insgesamt -141 TEUR bzw. -0,12 % in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme, nach -580 TEUR bzw. -0,52 % im Vorjahr.

Das Betriebsergebnis nach Bewertung, als finanzieller Leistungsindikator für die Ertragsstabilisierung bzw. Eigenkapitaldotierung, lag folglich bei 1.239 TEUR bzw. 1,08 % der durchschnittlichen Bilanzsumme, nach 340 TEUR respektive 0,31 % im Vorjahr. Gegenüber dem ursprünglichen Planwert von 968 TEUR bzw. 0,85 % der durchschnittlichen Bilanzsumme ist das tatsächliche Betriebsergebnis nach Bewertung um 271 TEUR bzw. 28,0 % deutlich höher ausgefallen. Während das Bewertungsergebnis im Eigenanlagengeschäft um 12 TEUR geringfügig schlechter ausgefallen ist als geplant, hat sich das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft gegenüber dem Planwert um 41 TEUR besser entwickelt. Ursächlich hierfür ist, dass die Planung des Bewertungsergebnisses im Kreditgeschäft im Vergleich zu den tatsächlichen Belastungen der letzten Jahre vorsichtig bzw. konservativ erfolgt.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit hat sich mit 1.450 TEUR im Vorjahresvergleich um 977 TEUR sehr deutlich erhöht, was vornehmlich auf die bereits dargestellten Entwicklungen, zum Teil auch auf die realisierten Buchgewinne aus den Verkäufen von Renditeimmobilien, zurückzuführen ist.

Der Jahresüberschuss zum 31.12.2023 beträgt 290 TEUR bzw. 0,25 % der durchschnittlichen Bilanzsumme und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 100 TEUR ebenfalls sehr deutlich erhöht. Im Vergleich zum Planwert von 0,21 % haben wir damit ebenfalls ein deutlich besseres Ergebnis erzielt.

Die Entwicklung der bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren übertrafen unsere Erwartungen bzw. Prognosen. Die Gründe für die Entwicklung der bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2023 wurden bereits vorstehend erläutert.

II.4.2 Finanz- und Liquiditätslage

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung.

Die aufsichtsrechtlich vorgeschriebene "Liquidity Coverage Ratio" (LCR) wurde im Berichtszeitraum stets eingehalten. Unsere LCR belief sich zum Jahresende auf 324 % (Vorjahr 173 %) bei einer geforderten Mindesthöhe von 100 %. Gleiches gilt auch für die "simplified Net Stable Funding Ratio" (sNSFR). Diese Kennzahl belief sich zum Jahresende auf 110 % (Vorjahr 112 %) bei einer geforderten Mindesthöhe von 100 % und wurde in 2023 ebenfalls stets eingehalten.

Die Volksbank Überherrn eG war jederzeit in der Lage, den Zahlungsverpflichtungen nach Art, Höhe und Fristigkeit nachzukommen. Auch die gegenüber der Deutschen Bundesbank bestehenden Mindestreserveverpflichtungen wurden vollumfänglich erfüllt.

Aufgrund unserer Liquiditätsplanung und -steuerung, der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und der vorhandenen Liquiditätsreserven sind für die kommenden Jahre derzeit keinerlei Beeinträchtigungen oder Störungen der Zahlungsfähigkeit zu erkennen.

Zusammenfassend beurteilen wir die Finanz- und Liquiditätslage unseres Hauses nach wie vor als geordnet.

Die von uns getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung der Liquiditätskennziffern im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen.

II.4.3 Vermögenslage

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 12.798 11.688 1.111 9,5
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 12.195 11.966 228 1,9
Harte Kernkapitalquote 15,2 % 15,1 %
Kernkapitalquote 15,2 % 15,1 %
Gesamtkapitalquote 15,9 % 15,8 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Angemessene Eigenmittel, die als Bezugsgröße für eine Reihe von Aufsichtsnormen dienen, spielen neben einer stets ausreichenden Liquidität in unserer geschäftspolitischen Zielsetzung eine bedeutende Rolle. Die vorgegebenen Anforderungen der CRR und des KWG wurden von uns im Geschäftsjahr 2023 stets eingehalten.

Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken weiter gestärkt. Das Eigenkapital gemäß Bilanzposition P12 betrug zum Jahresende insgesamt 7.898 TEUR gegenüber 7.633 TEUR im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 265 TEUR bzw. 3,5 %. Gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme macht das Eigenkapital gemäß Bilanzposition P12 einen Anteil von rd. 6,9 % (Vorjahr 6,9 %) aus.

Der Fonds für allgemeine Bankrisiken wurde um 845 TEUR bzw. 20,8 % sehr deutlich aufgestockt und erreicht zum Jahresende eine Größenordnung von 4.900 TEUR bzw. 4,3 % der durchschnittlichen Bilanzsumme, nach 4.055 TEUR bzw. 3,7 % im Vorjahr. Unter Berücksichtigung des bestehenden Fonds für allgemeine Bankrisiken beträgt das bilanzielle Eigenkapital der Volksbank Überherrn eG 12.798 TEUR (Vorjahr 11.688 TEUR), was in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme einer Kapitalquote von rd. 11,1 % (Vorjahr 10,5 %) entspricht. Die Banken auf Verbandsebene weisen zum Jahresende hier einen Wert von 10,3 % (ohne Dotierungen aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres) aus. Die aufsichtsrechtliche Kernkapitalquote und die harte Kernkapitalquote belaufen sich - vor Dotierung aus dem Ergebnis 2023 - auf 15,2 % und sind im Vergleich zum Vorjahreswert von 15,1 % nahezu konstant geblieben. Auch die Gesamtkapitalquote ist - vor Dotierung aus dem Ergebnis 2023 - mit 15,9 % gegenüber dem Vorjahreswert von 15,8 % nahezu unverändert geblieben. Die aufsichtsrechtlich geforderten Mindestanforderungen wurden jederzeit erfüllt.

Zusammenfassend beurteilen wir die Vermögenslage unseres Hauses nach wie vor als geordnet. Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des Eigenkapitals als auch die Eigenkapitalstruktur und -ausstattung als solches sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital. Mit der vorhandenen Eigenmittelausstattung erfüllen wir die aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Die geforderten Kern- und Gesamtkapitalquoten können wir nach unserer Kapitalplanung auch zukünftig einhalten.

II.4.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die geschäftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 war durch ein deutliches Wachstum im Kundenkreditgeschäft und ein moderates Wachstum im Kundeneinlagengeschäft geprägt. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 3,5 % auf 117.425 TEUR (Vorjahr 113.444 TEUR). Sowohl im Kredit- als auch im Einlagengeschäft wurden die Erwartungen aus unserer Planung erfüllt bzw. sogar übertroffen.

Die Ertragslage unseres Hauses beurteilen wir im Vergleich zum Vorjahr und im Vergleich zur ursprünglichen Planung als sehr gut. Mit 1,20 % (Vorjahr 0,83 %) der durchschnittlichen Bilanzsumme übertrifft unser Betriebsergebnis vor Bewertung nicht nur unsere Erwartungen aus der Planung, sondern auch den Durchschnitt der Vergleichsbanken. Das Betriebsergebnis nach Bewertung fiel mit 1,08 % (Vorjahr 0,31 %) der durchschnittlichen Bilanzsumme ebenfalls deutlich höher aus als ursprünglich geplant und liegt auch über dem Betriebsergebnis nach Bewertung der Vergleichsbanken, die hier einen Wert von 1,04 % (Vorjahr -0,19 %) ausweisen. Der Jahresüberschuss in Höhe von 290 TEUR (Vorjahr 190 TEUR) ist um 100 TEUR höher als im Vorjahr und reicht aus, um die Rücklagen - über die Vorwegzuweisungen hinaus - adäquat zu dotieren.

III. Risiko- und Chancenbericht

III.1 Risikomanagementsystem und -prozess

Die Ausgestaltung unseres Risikomanagementsystems ist bestimmt durch unsere ökonomisch nachhaltige Geschäftsstrategie und die dazu konsistente Risikostrategie sowie die hieraus abgeleiteten Ziele. Für die Ausarbeitung dieser Strategien ist der Vorstand verantwortlich. In unserer Geschäfts- und Risikostrategie wird aufgezeigt, mit welchen strategischen Zielen und Maßnahmen wir die langfristige Existenz unserer Bank nachhaltig sichern wollen. Somit beschreibt unsere ökonomisch nachhaltige Geschäftsstrategie auf Grundlage unseres Geschäftsmodells die wesentlichen Geschäftsaktivitäten unserer Bank. Inhalt der Risikostrategie sind die Ziele des Risikomanagements sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele unter der Prämisse der jederzeitigen Sicherstellung der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit. Die vom Vorstand festgelegte Geschäfts- und Risikostrategie wird im Rahmen eines Strategieprozesses regelmäßig und ggf. anlassbezogen überprüft sowie dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

Das Risikocontrolling hat die Aufgabe, Risikosteuerungs- und -controllingprozesse einzurichten, die eine frühzeitige Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken und damit verbundener Risiko- und Ertragskonzentrationen gewährleisten. Es überwacht die vom Vorstand festgelegten Limite und Frühwarnindikatoren und berichtet an die festgelegten Informationsempfänger. Die Risikocontrolling-Funktion wird vom Vorstand Marktfolge/Kontrolle wahrgenommen.

Im Rahmen der von uns regelmäßig (mindestens jährlich) sowie ggf. anlassbezogen durchgeführten Risikoinventur identifizieren, quantifizieren, beurteilen und dokumentieren wir unsere Risiken. In diesem Prozess werden die für die Bank wesentlichen Risiken und die damit verbundenen Risiko- und Ertragskonzentrationen festgelegt und das Gesamtrisikoprofil bestimmt. Dabei werden grundsätzlich auch übergreifende Risiken wie das Modell-, Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiko bei der Wesentlichkeitsbewertung der einzelnen Risikoklassen berücksichtigt. Folgende Risikokategorien wurden von der Bank als wesentlich eingestuft:

Kreditrisiko

Marktrisiko

Liquiditätsrisiko

Operationelles Risiko

Immobilienrisiko

Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgen auf der Basis der Risikotragfähigkeit der Bank, bei der wir grundsätzlich eine normative und eine ökonomische Perspektive zugrunde legen. Als weiteren wesentlichen Baustein zur Begrenzung der Risiken legen wir zudem Frühwarnindikatoren und Strukturlimite für einzelne Risikoarten fest.

Die Entwicklung unseres Instituts planen und steuern wir durch eine Eckwert- bzw. Kapitalplanung für einen Zeitraum von fünf Jahren sowie mit Hilfe von Zielplanungs- und Limitsystemen, wobei der Begrenzung der Risiken, die aus unserer Geschäftstätigkeit resultieren, eine besondere Bedeutung beigemessen wird.

Zum Zwecke der Risikoberichterstattung sind feste Kommunikationswege und Informationsempfänger bestimmt. Die für die Risikosteuerung relevanten Daten werden vom Risikocontrolling zu einem internen Berichtswesen aufbereitet und verdichtet. Die Informationsweitergabe an Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt dabei entweder im Rahmen der regelmäßigen Risikoberichterstattung oder in Form einer ad hoc-Berichterstattung.

Die von uns getroffenen aufbauorganisatorischen Vorkehrungen und Kontrollen in den Arbeitsabläufen dienen einer prozessintegrierten Überwachung der Risikomanagementaktivitäten. Sowohl im Aktiv- als auch im Passivbereich besteht eine Trennung zwischen Markt- und Marktfolgebereich. Die Zuordnung der einzelnen Zuständigkeitsbereiche ist in einem Organisationsplan festgelegt. Für jede Stelle liegt eine Stellenbeschreibung vor. Die Aufgabenbereiche und Kompetenzen sind ausreichend geregelt und abgegrenzt. Die verschiedenen Aufgabenbereiche des Vorstandes sind in einem Geschäftsverteilungsplan, ebenfalls getrennt nach Markt- und Markfolgebereichen, einzelnen Mitgliedern des Vorstandes zugeordnet.

Die Funktionsfähigkeit und Angemessenheit des Risikomanagements wird durch die Interne Revision geprüft, die darüber hinaus auch eine ständige Überwachung der Organisation und des Rechnungswesens durch ihre Prüfungshandlungen gewährleistet. Zudem verfügt die Bank über eine wirksame MaRisk-Compliance-Funktion, die den Risiken, die sich aus der Nichteinhaltung wesentlicher rechtlicher Regelungen und Vorgaben ergeben und zu einer Gefährdung des Vermögens der Bank führen können, entgegenwirkt.

Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit unter Berücksichtigung der Vorgaben der Geschäfts- und Risikostrategie.

III.2 Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit

Risikotragfähigkeit

Mit Wirkung zum 01. Januar 2023 wurde die Berechnung der Risikotragfähigkeit auf die aufsichtsrechtlich geforderte normative und ökonomische Perspektive umgestellt. Dabei wenden wir in der ökonomischen Perspektive den vereinfachten "Säule 1+-Ansatz" an. Die Anwendung des Säule 1+-Ansatzes ist nur für "sehr kleine und zugleich wenig komplexe Institute" zulässig und an bestimmte Anforderungen geknüpft. Diese Anforderungen und Voraussetzungen werden von uns derzeit erfüllt. Unsere Selbsteinschätzung zur Anwendung des Säule 1+-Ansatzes wird regelmäßig, mindestens einmal jährlich sowie anlassbezogen überprüft.

Unsere zur Risikotragfähigkeitssteuerung eingesetzten Methoden und Verfahren berücksichtigen somit, als komplementäre, sich ergänzende Ansätze, das Ziel der Fortführung unseres Instituts (normative Perspektive) als auch den Schutz unserer Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (ökonomische Perspektive).

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit ab. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen neben den aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen und Zielgrößen auch Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie bspw. die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die Kapital- und sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden.

Die normative Perspektive bilden wir, ausgehend von der Gesamtbankplanung, über einen Zeithorizont von fünf Jahren ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie bspw. Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab und wird in einem vierteljährlichen Turnus ermittelt. Die Risikotragfähigkeit ist gegeben, wenn das ökonomische Risikodeckungspotenzial die dazu konsistent ermittelten ökonomischen Risiken laufend abdeckt.

Die Ermittlung des ökonomischen Risikodeckungspotenzials erfolgt dabei barwertnah und unabhängig von Bilanzierungskonventionen in der externen Rechnungslegung. Ausgangspunkt bei der Ermittlung des ökonomischen Risikodeckungspotenzials ist eine indirekte Berechnung, die auf Bilanzgrößen bzw. aufsichtlichen Kapitalgrößen aufsetzt und diese Werte um stille Lasten und Reserven aus ökonomischer Sicht korrigiert.

Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen aufzufangen.

Bei der Risikomessung in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit kommen bei dem von uns genutzten "Säule 1+-Ansatz" zusätzliche Vereinfachungen bei der Risikomessung zur Anwendung. Die Risikomessung erfolgt dabei in einem zweistufigen Verfahren.

In einem ersten Schritt werden die wesentlichen Risiken, die gemäß den aufsichtsrechtlichen Anforderungen der Säule 1 schon mit Eigenmitteln zu unterlegen sind (z.B. Kreditrisiko und operationelles Risiko), mit den entsprechenden Werten aus dem regulatorischen Meldewesen berücksichtigt. Es wird also die jeweilige aus dem Risiko resultierende Eigenmittelanforderung (risikogewichteter Positionsbetrag multipliziert mit 8 %) angesetzt. In einem zweiten Schritt werden dann die wesentlichen Risiken, die nicht oder nicht hinreichend in der Säule 1 abgedeckt sind (z.B. Zinsrisiko und Immobilienrisiko), anhand vereinfachter Verfahren zusätzlich berücksichtigt und zu den Risikowerten der Säule 1 addiert.

Anzumerken in diesem Zusammenhang ist jedoch auch, dass es bei der Quantifizierung der Säule 1-Risiken tendenziell zu einer Überschätzung des Risikos kommt, da u.a. auch Risiken abgedeckt werden, die im Rahmen der Risikoinventur als nicht wesentlich eingestuft worden sind (z.B. Beteiligungsrisiko). Zudem erfolgt die Risikoaggregation durch Addition der einzelnen Risikowerte. Diversifikationseffekte werden somit nicht berücksichtigt, weshalb das Risiko dadurch tendenziell auch zu hoch ausgewiesen wird.

Für die Risikotragfähigkeitsbetrachtung in der ökonomischen Perspektive werden die Risiken grundsätzlich rollierend über einen einheitlich langen künftigen Zeitraum von 1 Jahr (Risikobetrachtungshorizont) betrachtet. Der Einjahreshorizont ist bei den Säule 1-Risikowerten implizit gegeben. Gleiches gilt für den von der Aufsicht geforderten Konservativitätsansatz. Bei den nicht in Säule 1 berücksichtigten Risikoklassen entspricht das Konversativitätsniveau in etwa einem Konfidenzniveau von 99,9 %. Dies gilt auch für eine ggf. expertenbasierte Risikoeinschätzung.

Zum Jahresende 2023 haben wir ein verfügbares Risikodeckungspotenzial von 13.620 TEUR ermittelt. Unter Berücksichtigung des Abzugsposten für nicht wesentliche Risiken von 700 TEUR und einem Managementpuffer von 300 TEUR, ergibt sich demnach ein berücksichtigtes Risikodeckungspotenzial von 12.620 TEUR. Um unterjährige Schwankungen des Risikodeckungspotenzials aufzufangen, ziehen wir jedoch nicht das gesamte berücksichtigte Risikodeckungspotenzial zur Deckung der Risiken heran, sondern nur einen vom Vorstand festgelegten Anteil. Dieser Anteil wird als Gesamtbank-Risikolimit bezeichnet und beträgt zum Bilanzstichtag 9.000 TEUR. Das freie Risikodeckungspotenzial (Limitreserve) in Höhe von 3.620 TEUR entspricht demnach dem berücksichtigten Risikodeckungspotenzial abzgl. des Gesamtbank-Risikolimits. Zum 31.12.2023 ist das berücksichtigte Risikodeckungspotenzial durch das Gesamtbank-Risikolimit zu 71,3 % ausgelastet.

Das auf die wesentlichen Risikoarten allokierte Gesamtbank-Risikolimit von 9.000 TEUR ist zum Bilanzstichtag mit 86,1 % ausgelastet. Die aggregierten Risikobeträge in Höhe von 7.745 TEUR verteilen sich auf die wesentlichen Risiken wie folgt:

Risiko Limit Risiko Auslastung
TEUR TEUR %
Kreditrisiko 4.700 4.468 95,1
Marktrisiko 2.300 1.471 64,0
Zinsrisiko 2.300 1.471 64,0
Operationelles Risiko 500 486 97,2
Immobilienrisiko 1.500 1.320 88,0
Wertänderungsrisiko 1.300 1.170 90,0
Mietausfallrisiko 200 150 74,8
Gesamt 9.000 7.745 86,1

Eine ausführliche Darstellung der von der Bank als wesentlich eingestuften Risiken erfolgt unter Punkt "III.3 Risiken".

Liquiditätstragfähigkeit

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand der Überwachung der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl "Liquidity Coverage Ratio" (LCR). Zusätzlich wird die "simplified Net Stable Funding Ratio" (sNSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung auf. Im Berichtszeitraum wurden sowohl die LCR als auch die sNSFR jederzeit eingehalten. Auf die Ausführungen zu Punkt "II.4.2 Finanz- und Liquiditätslage" wird entsprechend verwiesen.

In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz auch Stress-Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus. Wir haben einen Mindest-Überlebenshorizont von 18 Monaten für die Plan-Liquiditätsablaufbilanz und von 6 Monaten für die Stress-Liquiditätsablaufbilanzen definiert. Im Berichtszeitraum wurde weder der Mindest-Überlebenshorizont für die Plan-Liquiditätsablaufbilanz noch der für die Stress-Liquiditätsablaufbilanz unterschritten.

III.3 Risiken

III.3.1 Kreditrisiko

Das Kreditrisiko bezeichnet die Gefahr einer möglichen negativen Abweichung vom Erwartungs- bzw. Planwert einer Position, die durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich Ausfall und/oder durch eine Spreadveränderung einer Adresse verursacht wird. Das Kreditrisiko umfasst die Risikoklassen Ausfallrisiken, Migrationsrisiken, Spreadrisiko, Kontrahenten-, Abwicklungs- und Lieferrisiko, Besicherungsrisiko sowie die sonstigen Kreditrisiken.

Im Einzelnen umfasst das Kreditrisiko das "Kreditrisiko Kundengeschäft" als auch das "Kreditrisiko Eigengeschäft". Unter dem "Kreditrisiko Kundengeschäft" subsummieren wir das "Bonitäts- u. Besicherungsrisiko", das wiederum das "Migrations- und Ausfallrisiko" umfasst. Das "Kreditrisiko Eigengeschäft" untergliedert sich in das "Bonitäts- u. Besicherungsrisiko" (inkl. Migrations- und Ausfallrisiko), das "Markt-Spreadrisiko" sowie das "Kontrahentenrisiko". Im "Markt-Spreadrisiko" sind diejenigen Risiken erfasst, die sich allein aus allgemeinen Veränderungen der Marktwahrnehmung ergeben. Innerhalb des "Kreditrisiko Eigengeschäft" wird auch das Kontrahentenrisiko, das durch den Ausfall eines Kontrahenten des Instituts entsteht, subsumiert. Weitere Kreditrisiken, bspw. das FX-Mismatch-Risiko oder das Ländertransferrisiko haben für unser Haus keine Relevanz.

Sowohl das "Kreditrisiko Kundengeschäft" als auch das "Kreditrisiko Eigengeschäft" stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Die Kreditrisiken aus dem Kunden- und dem Eigengeschäft können die Vermögens- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen. Anhaltspunkte für eine wesentliche Beeinträchtigung der Liquiditätslage sehen wir derzeit nicht.

Durch die Anwendung des Säule 1+-Ansatzes greifen wir für die Ermittlung des Kreditrisikos auf die mittels Kreditrisikostandardansatz (KSA) errechneten Eigenmittelanforderungen aus dem regulatorischen Meldewesen für das "Kredit-, das Gegenparteiausfall- u. das Verwässerungsrisiko" zurück (risikogewichteter Positionsbetrag aus CA2 0040/0010 multipliziert mit 8 %). Darüber sind insbesondere die folgenden Risikoklassen abgedeckt:

Ausfall- und Migrationsrisiko im Kunden- und Eigengeschäft

Kontrahenten-, Abwicklungs- und Lieferrisiko

Besicherungsrisiko

Beteiligungsrisiko

Immobilienrisiko (Wertänderungsrisiko)

Da die Eigenmittelanforderungen für das Kreditrisiko gemaß Säule 1 implizit auch das Immobilienrisiko (Wertänderungsrisiko) enthalten, das für unser Haus ebenfalls eine wesentliche Risikoklasse darstellt, werden die Eigenmittelanforderungen für das Immobilienrisiko (Wertänderungsrisiko) bei der Risikoklasse "Kreditrisiko" in Abzug gebracht und der Risikoklasse "Immobilienrisiko" zugerechnet. Das Immobilienrisiko (Wertänderungsrisiko) ergibt sich dabei rechnerisch aus den Buchwerten der Immobilien zum Bilanzstichtag multipliziert mit 8 %.

Das Kreditrisiko bewegte sich im Geschäftsjahr stets innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte Kreditrisiko beläuft sich auf 4.468 TEUR mit einer Limitauslastung von 95,1 %.

Kundengeschäft

Zur Steuerung des Kreditrisikos setzen wir im Kundengeschäft vorrangig die VR-Ratingverfahren ein, die für die wesentlichen Segmente im Kundengeschäft entwickelt worden sind. Bei Anwendung der VR-Ratingverfahren wird ein Kreditengagement einer Ratingklasse nach der VR-Masterskala zwischen 0a und 3e zugeordnet. Für die jeweiligen Ratingklassen wurden in der genossenschaftlichen FinanzGruppe (gFG) abgestufte statistische Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt. Die Ausfallwahrscheinlichkeit für die Ratingklassen 4a bis 4e (Ausfallstatus) ist auf 100,00 % festgelegt. Die weiteren Ratingverfahren sind von untergeordneter Bedeutung und werden entsprechend auch nur in Ausnahmefällen verwendet.

Gemäß unseren Grundsätzen zur Kreditvergabe und Risikosteuerung nehmen wir zur Absicherung von Kreditrisiken werthaltige Sicherheiten herein. Ratingnoten und Sicherheiten fließen in alle relevanten Kreditprozesse ein - von der Kreditvergabe bis zur Kreditüberwachung.

Daneben werden Kreditentscheidungen in Abhängigkeit vom Risikogehalt über unterschiedliche Kompetenzstufen getroffen. Die Bewertung der Kreditengagements und ggf. die Bildung einer Risikovorsorge erfolgen in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Vorschriften. Als zentrales Kriterium für die Prüfung der akuten Ausfallrisiken wird die Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit herangezogen. Wir prüfen die Bildung einer Risikovorsorge bei Vorliegen von Frühwarnsignalen und Ausfallkriterien. Sanierungsbedürftige und notleidende Engagements werden in einem marktunabhängigen Bereich betreut bzw. überwacht.

Auf Portfolioebene erfolgt die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken im Kundengeschäft auf der Basis von Risiko- und Strukturlimiten sowie Steuerungsvorgaben für das Neugeschäft. Unsere Auswertungen geben Auskunft über die Verteilung des Kreditvolumens nach Branchen, Größenklassen, Sicherheiten und Ratingklassen. Mit Kreditrisiken verbundene Risikokonzentrationen werden somit angemessen gesteuert und überwacht.

Eigengeschäft

Für die Steuerung und Beurteilung der Kreditrisiken im Eigengeschäft greifen wir auf die Ratingergebnisse anerkannter Ratingagenturen, Einschätzungen der DZ BANK sowie eigene Analysen von Berichten bzw. Veröffentlichungen und eigene Beobachtungen, insbesondere in Form der Spreadentwicklung der Emittenten zurück.

Den Kreditrisiken aus Eigengeschäften begegnen wir u.a. dadurch, dass wir hauptsächlich Eigenanlagen der genossenschaftlichen FinanzGruppe halten und keine Wertpapiere von Emittenten bzw. aus Emissionen erwerben, deren Rating von einer anerkannten Ratingagentur mit schlechter als "Investment Grade" beurteilt wurde. Zudem halten wir derzeit ausschließlich strategische Beteiligungen an Unternehmen der genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Beteiligungsrisiken haben wir als nicht wesentliche Risikoart eingestuft. Die Überwachung der Beteiligungen erfolgt auf Basis der Jahresabschlüsse und anderer seitens der jeweiligen Unternehmen veröffentlichten Informationen sowie im Rahmen der Jahresabschlussbewertung.

Das Kreditrisiko im Eigengeschäft begrenzen wir darüber hinaus durch ein System interner Strukturlimite. Unsere Auswertungen geben Auskunft über die Verteilung der Eigengeschäfte nach Emittenten, Branchen, Größenklassen, Produkten und Ratingklassen.

Länderrisiken sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

III.3.2 Marktrisiko

Das Marktrisiko beschreibt die Gefahr, dass aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern Verluste entstehen können. Marktrisiken umfassen Zins-, Aktien- und Währungsrisiken sowie sonstige Marktrisiken.

Marktrisiken bestehen lediglich im Hinblick auf das Zinsrisiko. Aktien- und Währungsrisiken sowie sonstige Marktrisiken sind derzeit nicht vorhanden.

Das Zinsrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Die Risiken, die sich aus dieser Risikoart ergeben, können die Ertragslage wesentlich beeinträchtigen. Anhaltspunkte für eine wesentliche Beeinträchtigung der Vermögens- und/oder Liquiditätslage sehen wir derzeit nicht.

Da das Zinsrisiko nicht in Säule 1 berücksichtigt bzw. abgedeckt ist, erfolgt die Risikoermittlung im Rahmen der ökonomischen Risikomessung anhand eines vereinfachten Verfahrens. Hierbei knüpfen wir an die Auswirkungen des "Zinsschocks" gemäß BaFin-Rundschreiben "Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch" an. Demzufolge wird als Risikowert für das Zinsrisiko die höchste negative Barwertänderung aus dem Standardtest zum Zinsrisikokoeffizient angesetzt. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control.

Das Markt- bzw. das Zinsrisiko bewegte sich im Geschäftsjahr stets innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte Markt- bzw. Zinsrisiko beläuft sich auf 1.471 TEUR mit einer Limitauslastung von 64,0 %.

III.3.3 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko, illiquide zu werden bzw. höhere Kosten für Liquidität aufwenden zu müssen. Basierend auf dieser grundlegenden Definition wird die Systematisierung des Liquiditätsrisikos differenziert nach dem Zahlungsunfähigkeitsrisiko, dem Refinanzierungsrisiko sowie dem Marktliquiditätsrisiko.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Da das Zahlungsunfähigkeitsrisiko aufgrund seiner Eigenart nicht sinnvoll mit Risikodeckungspotenzial begrenzt und somit nicht in die klassische Risikotragfähigkeit integriert werden kann, wird es im Risikomanagement der Bank in gesonderten Analysen betrachtet und gesteuert. Eine Anrechnung im Rahmen der Risikotragfähigkeit erfolgt somit nicht.

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank wird maßgeblich durch das Kundengeschäft bestimmt. Sie stellt die Basis der Liquiditätsausstattung dar. Des Weiteren unterstützt die bestehende Verbundstruktur die geforderte Diversifikation der Refinanzierungsquellen bzw. des Liquiditätspuffers (hinsichtlich Geschäftspartnern und Emittenten, Produkten, Laufzeiten und Regionen). Das Refinanzierungskostenrisiko wurde im Rahmen der Risikoinventur als unwesentlich eingestuft. Für das Refinanzierungsrisiko wird bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ein angemessener Abzugsposten berücksichtigt.

Das Marktliquiditätsrisiko berücksichtigen wir sowohl im Rahmen des Zahlungsunfähigkeitsrisikos als auch im Rahmen des Refinanzierungsrisikos. Es wird deshalb auch über diese Risikoarten analysiert und gesteuert. Eine gesonderte Betrachtung erfolgt somit nicht. Die Gefahr, dass mangels ausreichender Marktliquidität Liquidationen erschwert werden, hat aufgrund der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund eine geringe Bedeutung für die Zahlungsfähigkeit unserer Bank.

Die Bank erachtet das Liquiditätsrisiko insgesamt als wesentlich im Sinne des Aufsichtsrechts. Risiken, die die Vermögenslage, die Ertragslage oder die Liquiditätslage wesentlich beeinträchtigen können, sind nicht vorhanden.

Die Steuerung und Überwachung des Liquiditätsrisikos erfolgt zum einen über Zielvorgaben für die aufsichtlichen Liquiditätskennzahlen LCR und sNSFR und zum anderen durch das Vorhalten einer angemessenen Liquidität in verschiedenen Perspektiven. Als weitere steuerungsrelevante Kennziffer haben wir darüber hinaus auch einen (Mindest-)Überlebenshorizont für das Plan- und steuerungsrelevante Stressszenario definiert. Dieser gibt den Zeitraum an, für den der Liquiditätspuffer den identifizierten Liquiditätsbedarf im jeweiligen Szenario abdecken kann. Als wesentlichen Baustein zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos setzen wir zudem Einzel- und Strukturlimite ein, um u.a. auch mit Liquiditätsrisiken verbundene Risikokonzentrationen angemessen steuern und überwachen zu können.

Eine Liquiditätsmanagementfunktion wurde mit dem Ziel der Liquiditätssteuerung eingerichtet, um in Phasen eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses einschließlich eines Stressfalls die Zahlungsfähigkeit zu sichern und eine Unterschreitung der bankaufsichtlichen Liquiditätsquoten zu verhindern. Zudem besteht für den Fall eines Liquiditätsengpasses ein Notfallplan. Bei den Eigenanlagen der Bank achten wir auf ein hohes Maß an Liquidierbarkeit, damit wir jederzeit kurzfristig auf unerwartete Zahlungsstromschwankungen reagieren können.

III.3.4 Operationelles Risiko

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken und dolose Handlungen ein.

Anhand der Risikoinventur stufen wir die operationellen Risiken als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Risiken, die die Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätslage wesentlich beeinträchtigen können, sind nicht vorhanden.

Für die Berechnung der operationellen Risiken im Rahmen der ökonomischen Perspektive greifen wir aufgrund der Anwendung des Säule 1+-Ansatzes auf die errechneten Eigenmittelanforderungen aus dem Meldewesen für das "Operationelle Risiko" (Basisindikatoransatz) zurück (risikogewichteter Positionsbetrag aus CA2 0600/0010 multipliziert mit 8 %).

Das operationelle Risiko bewegte sich im Geschäftsjahr stets innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Limits. Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte gesamte operationelle Risiko beläuft sich auf 486 TEUR (Limitauslastung 97,2 %).

Wir haben eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien zum Risikomanagement fixiert und kommuniziert. Die Abgrenzung umfasst auch den Umgang mit nicht eindeutig zuordenbaren Schadensfällen, Beinaheverlusten und damit zusammenhängenden Ereignissen.

Die operationellen Risiken werden jährlich identifiziert und analysiert. Hierzu greifen wir auf eine Schadensfalldatenbank zurück. Darin werden die von uns identifizierten wesentlichen operationellen Risiken sowie die eingetretenen bedeutenden Schadensfälle erfasst, sofern sie die vom Vorstand festgelegte Bagatellgrenze übersteigen.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum der Atruvia AG betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich einer Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen.

Den operationellen Risiken begegnen wir mit unterschiedlichen Maßnahmen. Dazu zählen insbesondere Arbeitsanweisungen, die Einhaltung einer ausreichenden Funktionstrennung, die laufende Optimierung der Arbeitsabläufe, Mitarbeiterschulungen, der Einsatz von Sicherheits-, Compliance-, Datenschutz- und Geldwäschebeauftragten, laufende Investitionen in neue IT-Systeme über das von uns beauftragte Rechenzentrum, Backup-Einrichtungen, Prüfung der Verfahren und Systeme durch die Interne Revision sowie Versicherungen (z.B. Diebstahl- und Betrugsrisiken). Zusätzlich hat unser Haus ein Notfallkonzept erstellt. Dem Rechtsrisiko begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare. Zudem besteht für alle wesentlichen Schadensereignisse, insbesondere auch in Bezug auf bankinterne IT-Risiken, ein umfassender Versicherungsschutz.

Die im Zusammenhang mit dem Kredit- und Marktrisiko auftretenden operationellen Risiken werden bei diesen Risikoarten abgebildet und gesteuert.

III.3.5 Immobilienrisiko

Das Immobilienrisiko haben wir im Rahmen der Risikoinventur als wesentliche Risikoklasse eingestuft. Die Limitierung und Begrenzung des Immobilienrisikos erfolgt somit im Rahmen des Limitsystems für die ökonomische Risikotragfähigkeit als eigenständige Risikoklasse.

Als Immobilienrisiko definieren wir die Gefahr von negativen Abweichungen vom Erwartungs- bzw. Planwert infolge (potenzieller) negativer Wertveränderungen des eigenen Immobilienbestands durch eine Verschlechterung der allgemeinen Immobiliensituation oder einer Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der einzelnen Immobilien (z.B. Leerstände, veränderte Nutzungsmöglichkeiten, Bauschäden, etc.).

Im Einzelnen umfasst das Immobilienrisiko das "Wertänderungsrisiko" (= nachteilige Entwicklung des Objektwerts von Immobilienpositionen) und das "Mietausfallrisiko" (= nachteilige Entwicklung der Mieterträge von Immobilienpositionen).

Ausgehend von unserer Risikoinventur stufen wir das Immobilienrisiko als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Die Risiken, die sich aus dieser Risikoklasse ergeben, können die Vermögens- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen. Anhaltspunkte für eine wesentliche Beeinträchtigung der Liquiditätslage sehen wir derzeit nicht.

Durch die Anwendung des "Säule 1+-Ansatzes" greifen wir für die Ermittlung des Wertänderungsrisikos auf die errechneten Eigenmittelanforderungen gemäß Säule 1 auf Grundlage der in der Forderungsklasse "Sonstige Positionen" vorhandenen Bestände an Renditeimmobilien zurück (Buchwerte aus CA2 0211/0010 multipliziert mit 8 %). Da die Forderungsklasse "Sonstige Positionen" nicht ausschließlich Renditeimmobilien enthält, werden die weiteren Nicht-Renditeimmobilienbestände entsprechend in Abzug gebracht.

Für die Ermittlung des Mietausfallrisikos, das nicht in der Säule 1 berücksichtigt ist, verwenden wir einen vereinfacht quantifizierten Risikowert auf Basis von Abschlägen. Konkret ermitteln wir einen Ertragsrückgang der Mieterträge anhand eines Abschlagsfaktors in Höhe von 20 %.

Das Immobilienrisiko bewegte sich im Geschäftsjahr stets innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte gesamte Immobilienrisiko (Wertänderungs- und Mietausfallrisiko) beläuft sich auf 1.320 TEUR (Limitauslastung 88,0 %).

Dem Immobilienrisiko begegnen wir mit unterschiedlichen Maßnahmen. So beobachten wir regelmäßig die Entwicklungen in dem von uns definierten Investitionsmarkt (Überhitzung der Immobilienpreise, Immobilienblase, etc.), um frühzeitig negativen Entwicklungen entgegenwirken zu können. Zudem betreiben wir eine aktive Portfoliodiversifikation durch Investitionen in verschiedene Immobilienarten und -standorte, die wir aufgrund der regionalen Ausrichtung auch beurteilen können. Der allgemeinen Wertminderung der Objekte tragen wir durch regelmäßige Abschreibungen auf den Buchwert Rechnung. Dem Sachwertrisiko, als Gefahr eines unerwarteten Wertverlustes bei Gegenständen des Sachanlagevermögens, tragen wir durch eine angemessene Versicherung der Objekte sowie eine jährliche Versicherungsinventur Rechnung. Zudem versichern wir unsere Objekte auch grundsätzlich gegen Elementarschäden.

III.3.6 Sonstige Risiken

Im Rahmen der Risikoinventur analysieren wir auch Beteiligungs-, Geschäfts-, Nachhaltigkeits-, Pensions-, Kapitalabzugs- sowie Lastschriftrisiken. Zudem betrachten wir auch querschnittliche Risiken wie das Modell-, Reputations- und das Nachhaltigkeitsrisiko. Die Relevanz und Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen. Aktuell stufen wir die genannten Risiken als nicht relevant bzw. unwesentlich ein. Für die von uns als nicht wesentlich eingestuften Risiken berücksichtigen wir einen angemessenen pauschalen Abzugsposten bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials.

III.4 Gesamtbild der Risikolage

Die Volksbank Überherrn eG verfügt über ein angemessenes und wirksames Risikomanagement und -controlling, das eine jederzeitige Sicherstellung der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit, eine frühzeitige Identifizierung und Steuerung von Risiken und Risikokonzentrationen sowie eine adressatengerechte Risikoberichterstattung und Informationsverteilung gewährleistet.

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) gegeben.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden die festgelegten Risikolimite stets eingehalten. Die vorgegebenen Anforderungen der CRR und des KWG wurden im Geschäftsjahr 2023 ebenfalls jederzeit eingehalten. Aufgrund der Ergebnisse unserer Kapitalplanung gehen wir davon aus, dass wir auch in den nächsten Jahren die Kapitalanforderungen einhalten werden. Die Sicherstellung der Liquidität ist ebenfalls gegeben, so dass auch die Liquiditätsanforderungen im Betrachtungszeitraum erfüllt werden.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die von uns eingerichteten Verfahren zur Ermittlung der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit insgesamt eine vorsichtige bzw. sehr konservative Ermittlung der Risiken und des Risiko- bzw. Liquiditätsdeckungspotenzials gewährleisten.

Nach dem derzeitigen Planungsstand ist sowohl die Risiko- als auch die Liquiditätstragfähigkeit der Bank im Berichtszeitraum 2024 und den folgenden Berichtsperioden gegeben. Demnach werden die dargestellten Risiken die künftige Entwicklung unserer Bank nicht wesentlich beeinträchtigen können. Bestandsgefährdende Risiken sind ebenfalls nicht erkennbar.

IV. Prognosebericht

Die Prognosen, die sich auf die voraussichtliche Entwicklung der Volksbank Überherrn eG für das nächste Geschäftsjahr 2024 beziehen, stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis der zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen und Planungsrechnungen getroffen haben. Wir weisen darauf hin, dass sich die Prognosen durch die Veränderungen der zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, da diese mit erheblichen Unwägbarkeiten behaftet sind.

Konjunktur in Deutschland

Die Wirtschaft in Deutschland ist weiterhin angeschlagen, auch wenn sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft nach einem schwachen Jahresauftakt zuletzt sichtbar aufgehellt hat.

So ist bspw. der ifo-Geschäftsklimaindex - als wichtigstes Stimmungsbarometer für die Konjunktur in Deutschland - im März 2024 auf 87,8 Punkte gestiegen, nach 85,7 Punkten im Februar dieses Jahres. Spürbar aufgehellt zeigen sich die Erwartungen, aber auch die Lageeinschätzung der Unternehmen hat sich verbessert und wurde das erste Mal in diesem Jahr mehrheitlich positiv bewertet, wenn auch nur marginal. Allerdings bewegt sich der ifo-Geschäftsklimaindex trotz des jüngsten Anstiegs nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Von einer konjunkturellen Trendwende kann somit noch keine Rede sein.

Im Gegenteil: Die bisher vorliegenden Konjunkturindikatoren deuten darauf hin, dass sich die konjunkturelle Schwächephase in Deutschland erst einmal fortsetzen wird und zugleich auch mit schwindenden Wachstumskräften einher geht. In der lahmenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung überlagern sich somit konjunkturelle und strukturelle Faktoren.

Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2023 und damit auch im Gesamtjahr 2023 um 0,3 % schrumpfte, dürfte die deutsche Wirtschaftsleitung ihren Rückgang im ersten Quartal 2024 zwar erst einmal gestoppt haben, für mehr als eine Stagnation wird es wohl aber nicht reichen. Damit tritt die deutsche Wirtschaft zunächst weiterhin auf der Stelle und bewegt sich auf einem Niveau, das kaum über dem vor der Corona-Pandemie liegt.

Somit ist auch die Perspektive für das laufende Jahr 2024 zunächst noch getrübt. Energie ist weiterhin teurer als vor dem Russland-Ukraine-Krieg und bleibt damit ein Wettbewerbsnachteil für die deutsche Industrie. Auch der Nahost-Konflikt birgt weiterhin Risiken für die Wirtschaft und die Finanzmärkte. Zudem spricht die angespannte Weltkonjunktur gegen ein starkes Exportgeschäft auf Vor-Corona-Niveau und bürokratische Hemmnisse für Investitionen lassen sich nicht so schnell abbauen. Aber auch die hohen Zinsen und Baukosten am Immobilienmarkt sowie der anhaltende Arbeits- und Fachkräftemangel beeinflussen die deutsche Konjunktur negativ.

Insgesamt bleiben die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig. Die anhaltende Konjunkturschwäche dürfte in 2024 auch zu weiter steigenden Insolvenzzahlen führen. Dennoch gehen wir von einer zaghaften Erholung der Konjunktur für das Jahr 2024 aus. Vor allem der deutlich reduzierte Inflationsdruck ist ein gutes Zeichen. Im Jahresdurchschnitt 2023 lag die Inflationsrate noch bei 5,9 %, wobei die Monatswerte November und Dezember 2023 mit 3,2 % bzw. 3,7 % bereits einen klar rückläufigen Trend zeigten. Auch in den ersten Monaten des Jahres 2024 zeigt sich die Inflationsrate weiter rückläufig. Nach 2,9 % bzw. 2,5 % in den Monaten Januar und Februars dieses Jahres, dürfte die Inflationsrate im März 2024 bei voraussichtlich 2,2 % liegen.

Aus unserer Sicht wird eine gesamtwirtschaftliche Erholung jedoch frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2024 einsetzen, wobei die Dynamik nicht all zu groß ausfallen dürfte, so dass sich die Erholungseffekte stärker in das kommende Jahr verlagern.

Wir gehen daher für das laufende Jahr von einer stagnierenden bis leicht steigenden Wirtschaftsleistung bei gleichzeitig weiterhin rückläufiger Inflation aus. Nach unserer Einschätzung dürfte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 2024 zwischen +0,1 % und +0,4 % betragen. Die Inflationsrate erwarten wir im Jahresdurchschnitt 2024 zwischen 2,3 % bis 2,7 % und damit wieder deutlich näher am Inflationsziel der EZB von 2 %.

Finanzmärkte

Im Jahr 2023 hat sich der im Vorjahr begonnene Richtungswechsel der wesentlichen Notenbanken weltweit in den Finanzmärkten fortgesetzt. Nachdem die US-amerikanische Fed ihr Wertpapierankaufprogramm bereits im Jahr 2022 einstellte, hat auch die EZB die Bestände des Anleihekaufprogramms im Jahr 2023 schrittweise reduziert und das Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP) auslaufen lassen.

Darüber hinaus hat die Fed die Federal-Funds-Rate-Zinsspanne im Jahr 2023 bis auf 5,5 Prozent angehoben, wobei der Zenit damit erreicht zu sein scheint und Zinssenkungen für 2024 erwartet werden. Auch der Hauptrefinanzierungssatz der EZB stieg im Jahr 2023 auf 4,5 %. Angesichts der stärker als zunächst erwartet sinkenden Inflationsrate wird auch im Euro-Raum in der zweiten Jahreshälfte 2024 von ersten Reduktionen des Leitzinses ausgegangen. Von daher rechnen wir beginnend ab Juni dieses Jahres noch mit zwei bis drei moderaten Leitzinssenkungen durch die EZB. Somit dürfte sich nach unserer Prognose der Hauptrefinanzierungssatz der EZB zum Jahresende 2024 zwischen 3,5 % und 3,75 % bewegen.

Die Inversion der Zinsstrukturkurve wird trotz der prognostizierten Leitzinssenkungen der EZB noch für geraume Zeit Bestand haben. Eine allmähliche Normalisierung der Zinsstrukturkurve erwarten wir ab Ende 2024 bzw. Anfang 2025.

Voraussichtlicher Geschäftsverlauf und Lage

Sowohl im Kundenkredit- als auch im Kundeneinlagengeschäft rechnen wir für 2024 mit moderaten Zuwächsen. Dabei wird für das Geschäftsjahr 2024 ein Wachstum im Kundenkreditgeschäft zwischen 2,5 % und 3,0 % und bei den Kundeneinlagen zwischen 2,0 % und 2,5 % angenommen.

Bezüglich der Zinserwartung rechnen wir für die Jahre 2024 und 2025 mit einer leicht fallenden und immer noch inversen Zinsstrukturkurve. Ab Ende 2024 bzw. Anfang 2025 gehen wir von einer allmählichen Normalisierung der Zinsstrukturkurve bei nahezu konstanten Zinsen aus.

Unter der Prämisse der angenommenen Wachstumsraten im Kundengeschäft und unserer Zinsprognose soll der Zinsüberschuss im Geschäftsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr in absoluten Zahlen leicht ausgebaut werden.

Der Provisionsüberschuss wird im Geschäftsjahr 2024 voraussichtlich das hohe Niveau des Vorjahres nicht ganz erreichen und leicht rückläufig sein. Insbesondere im Bereich der Immobilienvermittlung rechnen wir mit leicht geringeren Provisionseinnahmen. Ungeachtet dessen erwarten wir aber aufgrund unserer ganzheitlichen Beratung und unseren kurzen Entscheidungswegen auch für das Geschäftsjahr 2024 ein gegenüber den Vergleichsbanken überdurchschnittliches Provisionsergebnis, womit dem zinsunabhängigen Dienstleistungsbereich weiterhin eine hohe Bedeutung zu kommt.

Beim Personalaufwand haben wir neben tariflichen Steigerungen, auch zusätzliche Mitarbeiterkapazitäten, Nachfolgeregelungen sowie Effekte aus Altersteilzeitrückstellungen berücksichtigt.

Die Planung der anderen Verwaltungsaufwendungen erfolgt auf Basis detaillierter Budgets, die insbesondere auch die weiterhin steigenden Preise unserer Verbund- und Geschäftspartner berücksichtigen. Unter Bereinigung des Einflusses von nicht jährlich anfallenden Positionen erwarten wir wieder steigende Aufwendungen.

Bedingt durch den Verkauf von vier Renditeimmobilien im Geschäftsjahr 2023 wird sich der Abschreibungsaufwand und das sonstige betriebliche Ergebnis durch den Wegfall von Mieterträgen in 2024 moderat reduzieren. Unsere Renditeobjekte werden aber auch in den kommenden Jahren weiterhin einen wichtigen Ertragsbestandteil ausmachen. Perspektivisch gesehen, wollen wir aber unseren Bestand an Renditeobjekten weiter reduzieren und damit auch den vor allem zeitlichen Aufwand für die Immobilienverwaltung reduzieren.

Aufgrund der weiterhin angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation können negative Auswirkungen auf unser Kreditgeschäft in Form von Kreditausfällen durch Insolvenzen nicht ganz ausgeschlossen werden. Aus Vorsichtsgründen planen wir mit stark steigenden Bewertungsaufwendungen für das Kreditgeschäft. In Bereich der Eigenanlagen gehen wir insbesondere vor dem Hintergrund unserer Zinserwartung von einem verbesserten Bewertungsergebnis als im Vorjahr aus.

Zusammenfassend erwarten wir für 2024 im Vergleich zum Vorjahr ein prozentual zur durchschnittlichen Bilanzsumme leicht sinkendes Betriebsergebnis vor Bewertung, bei einer stärkeren Risikobelastung aus dem Kredit- und Eigenanlagengeschäft.

Nach unserer Planung für das Geschäftsjahr 2024 wird sich das Betriebseregbnis vor Bewertung zwischen 1,15 % und 1,20 % und das Betriebsergebnis nach Bewertung zwischen 1,03 % und 1,08 % der durchschnittlichen Bilanzsumme bewegen. Die Cost-Income-Ratio planen wir zwischen 65 % und 67 %.

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2024 eine Geschäftsentwicklung mit einem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit, das sich zwar aufgrund des Sondereffekts in 2023 sehr deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus bewegen wird, aber immer noch mehr als ausreichend ist, das notwendige Kapital für die Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen selbst zu erwirtschaften.

Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Qualität und die Quantität der Eigenkapitalausstattung können nach unserer Kapitalplanung mindestens für die nächsten fünf Jahre erfüllt werden. Aus der Kapitalplanung für die nächsten fünf Jahre ergeben sich für das geplante Wachstum im Kreditgeschäft unter der Prämisse von Rücklagenzuführungen und Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB sowie der Einwerbung von Geschäftsguthaben keine Erkenntnisse für einen zusätzlichen Kapitalbedarf. Dabei wurde angenommen, dass die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen über die Jahre leicht steigen werden. Die aufsichtsrechtlichen Kennziffern im Eigenmittelbereich werden wir, ausgehend von unserer Kapitalplanung, in den folgenden Geschäftsjahren einhalten.

Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass im Prognosezeitraum auch die Zahlungsfähigkeit jederzeit gewährleistet sein wird. Aufgrund der aktuellen Liquiditätsausstattung und unserer vorausschauenden Liquiditätsplanung und -steuerung ist derzeit und auch zukünftig nicht mit Beeinträchtigungen oder Störungen der Zahlungsfähigkeit zu rechnen.

Chancen und Risiken

Chancen in der geschäftlichen Entwicklung resultieren aus einer über der Erwartung liegenden Entwicklung der konjunkturellen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus würde eine frühere "Normalisierung" der derzeit noch inversen Zinsstrukturkurve zu einer besseren Entwicklung im Prognosezeitraum führen. Unser Geschäftsmodell zeigt trotz der widrigen Umstände weiterhin eine hohe Zukunftsfähigkeit.

Aufgrund der Fälligkeitsstruktur der in der Liquiditätsreserve gehaltenen Wertpapiere und im Hinblick auf den Bestand an variabel verzinslichen Positionen, lassen sich bei einem moderaten Anstieg des Zinsniveaus künftige Kursänderungsrisiken begrenzen. Zudem würde sich eine derartige Zinsentwicklung durch kurzfristige Wiederanlagemöglichkeiten und unterjährige Zinsanpassungen positiv auf die Ertragslage der Bank auswirken. Dagegen würde eine wieder stark fallende Zinsstrukturkurve unsere Ertragslage zunächst deutlich belasten.

Risiken in der geschäftlichen Entwicklung sehen wir vor allem dann gegeben, wenn sich die Konjunkturprognose entgegen unserer Erwartung wieder verschlechtert bzw. wenn es krisenbedingt wieder zu einem starken Abschwung der Weltwirtschaft, bis hin zu einer tiefen Rezession kommt.

Ausgehend von einer solchen Entwicklung ist mit einer stark rückläufigen Kreditnachfrage und einem spürbar sinkenden Zins- und Provisionsüberschuss zu rechnen, was letztendlich auch zu deutlich fallenden Betriebsergebnissen führt. Darüber hinaus sind damit auch ungünstige Folgen für die Bonität unserer Kreditnehmer aufgrund von Arbeitslosigkeit, für die Immobilienpreise in unserem Geschäftsgebiet sowie für unser Bewertungsergebnis im Kundenkreditgeschäft zu erwarten.

Mit Blick auf den Finanz- und Kapitalmarkt würde eine stark steigende Zinsstrukturkurve unser Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in 2024 am stärksten belasten. Ursächlich hierfür wären insbesondere erhöhte Bewertungsaufwendungen aus den Wertpapieren der Liquiditätsreserve.

Überherrn, 15. Mai 2024 Volksbank Überherrn eG

Der Vorstand:

Dirk K.-H. Straßer       Peter Lorson

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023
Volksbank Überherrn eG, Überherrn Genossenschaftsregisternummer 5 beim Amtsgericht Saarbrücken

Aktivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 1.042.780,85 623
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 1.453.262,46 3.869
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 1.453.262,46 (3.869)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 2.496.043,31 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 8.046.999,51 9.621
b) andere Forderungen 7.873.625,32 15.920.624,83 1.514
4. Forderungen an Kunden 76.222.542,52 72.470
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 53.658.743,53 (51.367)
Kommunalkredite 20.921,19 (56)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
bb) von anderen Emittenten 5.320.927,74 5.320.927,74 6.739
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 3.622.580,70 (5.395)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 5.320.927,74 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,00 0
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 637.708,30 638
darunter:
an Kreditinstituten 222.845,03 (223)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 113.050,00 750.758,30 113
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 105.000,00 (105)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 228.215,45 281
darunter: Treuhandkredite 228.215,45 (281)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0
12. Sachanlagen 16.294.189,34 17.277
13. Sonstige Vermögensgegenstände 192.021,77 301
Summe der Aktiva 117.425.323,26 113.444

Passivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 0,00 0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 16.812.506,53 16.812.506,53 16.045
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 19.313.626,96 25.311
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 3.658.480,71 22.972.107,67 2.345
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 53.130.502,79 56.796
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 10.686.325,97 63.816.828,76 86.788.936,43 310
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 228.215,45 281
darunter: Treuhandkredite 228.215,45 (281)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 253.952,03 193
6. Rechnungsabgrenzungsposten 86.941,32 45
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 0,00 0
b) Steuerrückstellungen 131.751,00 0
c) andere Rückstellungen 324.689,59 456.440,59 430
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 4.900.000,00 4.055
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 1.062.036,00 1.046
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 3.361.000,00 3.237
cb) andere Ergebnisrücklagen 3.361.000,00 6.722.000,00 3.237
d) Bilanzgewinn 114.294,91 7.898.330,91 113
Summe der Passiva 117.425.323,26 113.444
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weiter-
gegebenen abgerechneten Wechseln
0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 301.313,43 330
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 301.313,43 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 4.098.524,83 4.098.524,83 2.572
darunter: Lieferverpflichtungen
aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 2.713.442,23 1.855
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 211.852,52 2.925.294,75 82
darunter: in a) und b)
angefallene negative Zinsen
0,00 (11)
2. Zinsaufwendungen 589.326,05 2.335.968,70 134
darunter: erhaltene
negative Zinsen
0,00 (26)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 0,00 0
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 22.085,98 24
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 22.085,98 0
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs-
oder Teilgewinnabführungsverträgen
0,00 0
5. Provisionserträge 859.342,03 796
6. Provisionsaufwendungen 30.233,77 829.108,26 25
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 1.014.871,20 774
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 1.125.322,09 1.123
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 287.260,06 1.412.582,15 249
darunter: für Altersversorgung 89.121,49 (79)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 714.679,30 2.127.261,45 664
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
394.993,04 354
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 88.590,26 53
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen
zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
140.731,54 455
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung
von Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 -140.731,54 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,
Anteile an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
0,00 0
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an
verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen
behandelten Wertpapieren
0,00 0,00 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 1.450.457,85 474
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 315.342,42 200
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen -184,25 315.158,17 8
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 845.000,00 75
25. Jahresüberschuss 290.299,68 190
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 495,23 0
290.794,91 190
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
290.794,91 190
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 88.250,00 39
b) in andere Ergebnisrücklagen 88.250,00 176.500,00 39
29. Bilanzgewinn 114.294,91 113

Volksbank Überherrn eG, Überherrn 3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Volksbank Überherrn eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden ebenfalls mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt und der Betrag den Bagatellbetrag von EUR 1.000 überschreitet - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen abgedeckt. Den latenten Risiken im Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen. Für die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung wurde zum 31. Dezember 2023 der erwartete Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien auf Basis einer vereinfachten Methodik zu Grunde gelegt. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt dabei unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit sowie des Blankovolumens für alle unter den Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden ausgewiesenen Geschäften sowie für unter der Bilanz auszuweisende Eventualverpflichtungen und anderen Verpflichtungen (einschließlich Kreditzusagen). Im Hinblick auf Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen erfolgt die bilanzielle Erfassung in Form einer Rückstellung.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Wertpapiere

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen. Die Anschaffungskosten werden nach der Durchschnittskostenmethode ermittelt. Umwidmungen von festverzinslichen Wertpapieren des Umlaufvermögens in das Anlagevermögen wurden wie im Vorjahr nicht vorgenommen.

Die wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere wurden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden demnach nur bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag abgeschrieben.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften wurden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert.

Sachanlagen

Die Sachanlagen wurden zu den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert, linear vorgenommen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250 wurden als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250 und bis zu EUR 1.000 wurde eine Poolabschreibung nach steuerrechtlichen Vorgaben vorgenommen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach den Grundsätzens des strengen Niederstwertprinzips.

Aktive latente Steuern

Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde.

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Rückstellungen

Für ungewisse Verbindlichkeiten wurden Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet. Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst.

Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierbei werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt und von dem positiven Überschuss die Risiko- und Bestandsverwaltungskosten abgezogen. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Die Altersteilzeitrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels Anwartschaftsbarwertverfahren mit einem Zinssatz von 1,75 % bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ermittelt. Als Rechnungsgrundlage werden die "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde gelegt.

Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen

Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden - soweit vorhanden - in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht.

Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinserträgen und Zinsaufwendungen wird in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde nach teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Zugänge (a) Umbuchungen (a) Anschaffungs- /
Herstellungskosten zu Zuschreibungen (b) Abgänge (b) Herstellungskosten
Beginn des am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 10.765 0 (a) 0 (a) 10.765
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 19.056.591 115.044 (a) -1.680 (a) 18.168.151
Gebäude 0 (b) 1.001.804 (b)
b) Betriebs- und 970.004 179.795 (a) 0 (a) 1.100.426
Geschäftsausstattung 0 (b) 49.372 (b)
Summe a 20.037.360 294.839 (a) -1.680 (a) 19.279.342
0 (b) 1.051.176 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Abschreibungen Zugängen (a) Umbuchungen (a) Abschreibungen am Buchwerte
Beginn des Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen (b) Abgängen (b)
Ende des Bilanzstichtag
Geschäftsjahres (gesamt) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
Geschäftsjahres (gesamt)
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 10.765 0 (a) 0 (a) 0 (a) 10.765 0
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 2.148.438 302.241 (a) 0 (a) 0 (a) 2.312.852 15.855.299
Gebäude 0 (b) 0 (b) 137.826 (b)
b) Betriebs- und 601.457 92.752 (a) 0 (a) 0 (a) 661.536 438.891
Geschäftsausstattung 0 (b) 0 (b) 32.673 (b)
Summe a 2.760.660 394.993 (a) 0 (a) 0 (a) 2.985.153 16.294.190
0 (b) 0 (b) 170.499 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
Veränderungen (saldiert)

Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR EUR EUR
Wertpapiere des 798.131 400.000 1.198.131
Anlagevermögens
Beteiligungen und 750.758 0 750.758
Geschäftsguthaben
bei Genossenschaften
Anteile an 0 0 0
verbundenen Unter-
nehmen
Summe b 1.548.889 400.000 1.948.889
Summe a und b 21.586.249 18.243.079

D. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 15.920.625 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 928.173 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig
davon:
börsennotiert
nicht börsennotiert
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR EUR EUR EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 5.320.928 4.122.797 1.198.131 998.131

Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet.

Im Posten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) sind außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB in Höhe von EUR 35.625 unterblieben.

Bei den Wertpapieren handelt es sich ausschließlich um Nachranganleihen (AT1-Anleihen) der DZ BANK AG. Diese wurden unter strategischen Gesichtspunkten mit Dauerhalteabsicht erworben und dementsprechend auch schon bei Erwerb dem Anlagevermögen zugeordnet. Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen bei den betreffenden Wertpapieren sind nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten. Anzeichen für eine Bonitätsbeeinträchtigung des Emittenten oder andere dauernde Wertminderungen sind ebenfalls nicht erkennbar.

Der Buchwert der betreffenden Wertpapiere beträgt EUR 1.198.131, der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf EUR 1.166.638.

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen sowie in den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0 0 15.920.625 11.134.452
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 0 0 5.013.664 5.734.056

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2023 wie folgt:



Anteil am Gesellschafts- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz kapital % Jahr TEUR Jahr TEUR
a) DZ BANK AG, Frankfurt am Main 0,00 2022 10.638.000 2022 380.000
b) Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, Schwäbisch Hall 0,00 2022 1.812.302 2022 0
c) R+V Versicherung AG, Wiesbaden 0,00 2022 2.397.253 2022 0
d) Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main 0,00 2021 1.722.827 2021 730.949
e) DZ 1. Beteiligungs
GmbH & Co. KG,
Neu-Isenburg
0,03 2022 992.482 2022 24.518
f) Atruvia AG,
Frankfurt am Main
0,01 2022 448.074 2022 7.592

Bei den unter Buchstaben b) und c) genannten Unternehmen besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit dem Unternehmen zu a).

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um Forderungen an Kunden (A 4).

Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 1.226.435 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 438.891 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A13) sind keine wesentlichen Einzelbeträge enthalten.

Nachrangige Vermögensgegenstände

In dem folgenden Posten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten/Unterposten Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
A5 b) 1.198.131 798.131

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:


bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 3.500.000 0 0 4.300.000
Forderungen an Kunden (A 4) 3.149.374 3.678.992 19.046.935 49.419.069

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:


bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 11.904 133.049 566.157 16.012.099
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2a ab) 295.708 1.675.907 1.686.865 0
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 1.827.000 6.617.000 1.741.000 447.000

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 16.089.297 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel für Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1).

Sonstige Verbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Sonstige Verbindlichkeiten" (P 5) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten: 

31.12.2023
EUR
Einbehaltene Abgaben aus Steuern 54.694

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 63.045 (Vorjahr EUR 17.339) enthalten. Die Unterschiedsbeträge werden planmäßig auf die Laufzeit der Forderungen verteilt.

Latente Steuern

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich unter Berücksichtigung eines Steuersatzes von 30,88 % ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde. Der aktive Überhang ergibt sich vornehmlich aus der Bewertung der Kundenforderungen und der Wertpapiere.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 0 0 16.089.297 15.250.175

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 1.030.602
b) der ausscheidenden Mitglieder 31.434

Die Ergebnisrücklagen (P 12c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage andere Ergebnisrücklagen
EUR EUR
Stand 01.01.2023 3.236.750 3.236.750
Einstellungen
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 36.000 36.000
- aus Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 88.250 88.250
Stand 31.12.2023 3.361.000 3.361.000

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute und latente Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind durch Rückstellungen gedeckt. Die unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen ausschließlich breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für Kunden bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden.

Die unter Posten 1b) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Beträge zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 723.209

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Negative Zinsen aus Aktivgeschäften sind in den Zinserträgen (GuV 1) als Reduktion des Zinsertrags bzw. in den Zinsaufwendungen (GuV 2) aus Passivgeschäften als Reduktion des Zinsaufwands nicht enthalten.

Die für das Geschäftsjahr ermittelten Auf- und Abzinsungseffekte für Zinsrückstellungen aus Zinsprodukten wurden unter den Zinserträgen und den Zinsaufwendungen erfasst.

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für die Vermittlung, insbesondere für die Immobilien- und Kreditvermittlung, sowie die Vermittlung von Bausparverträgen und Versicherungen nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein und machen 0,3 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Mieterträge in Höhe von EUR 792.674 (Vorjahr EUR 754.899) aus im Geschäftsjahr vermieteten Immobilien enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 2.177 (Vorjahr EUR 3.275) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 212.825 enthalten. Davon entfallen EUR 194.323 auf Buchgewinne aus dem Verkauf von Renditeimmobilien.

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen EUR 5.490.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 449.127 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 620.240. 

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Gemäß des Statuts der Sicherungseinrichtung haben wir gegenüber dem Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) eine Garantieerklärung abgegeben. Damit ist die Möglichkeit der Verpflichtung in Höhe von EUR 218.092 gegeben.

Ferner besteht gemäß § 7 der Beitritts- und Verpflichtungserklärung zum institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH eine Beitragsgarantie gegenüber der BVR-ISG. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Personalstatistik

 Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 12 2
Gewerbliche Mitarbeiter 0 4
12 6

Außerdem wurden durchschnittlich 3 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der
Mitglieder
Anzahl der
Geschäftsanteile
Haftsummen
EUR
Anfang 2023 2.749 14.478 2.171.700
Zugang 2023 111 540 81.000
Abgang 2023 104 468 70.200
Ende 2023 2.756 14.550 2.182.500
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 4.146
Die Haftsummen haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 10.800
Höhe des Geschäftsanteils EUR 75
Höhe der Haftsumme je Anteil EUR 150

Kapitalrendite

Die Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt 0,25 % (Vorjahr 0,17 %).

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Das vom Prüfungsverband für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich in folgende Honorare auf:

- Abschlussprüfungsleistungen EUR 61.600
- Andere Bestätigungsleistungen EUR 2.090
- Steuerberatungsleistungen EUR 5.592

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:


Genoverband e.V.
Wilhelm-Haas-Platz 63263 Neu-Isenburg 

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf     

Straßer, Dirk K.-H., Vorstand Markt/Handel
Lorson, Peter, Vorstand Marktfolge/Kontrolle

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf    

Obringer, Josef, - Vorsitzender - , Steuerberater

Strauß, Susanne, - stellvertretende Vorsitzende - , Business Analyst , Commerzbank AG Filiale Luxembourg

Reiner, Eric, Geschäftsführer, LS bau-support GmbH

Bro-Lenhof, Caroline, Werkleiterin, Melfor GmbH, (seit 29.6.2023)

Rink, Manfred, - Vorsitzender - , Diplom-Informatiker i.R., (bis 29.6.2023)

Fries, Rudolf, Rektor i.R., (bis 29.6.2023)

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 290.299,68 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 495,23 sowie nach den im Jahresabschluss mit EUR 176.500,00 ausgewiesenen Einstellungen in die Rücklagen (Bilanzgewinn von EUR 114.294,91) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 5,00 % 52.024,62
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 31.000,00
b) Andere Ergebnisrücklagen 31.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 270,29
114.294,91
Überherrn, 15. Mai 2024 Volksbank Überherrn eG

Der Vorstand

Dirk K.-H. Straßer  Peter Lorson

"Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Volksbank Überherrn eG, Überherrn

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Volksbank Überherrn eG, Überherrn (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung der Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 76.222,5 TEUR. Dies entspricht 64,9 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 301,3 TEUR und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 4.098,5 TEUR. Die Identifizierung von Wertminderungen und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen sowie die Bemessung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen unterliegen wesentlichen Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass ein Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird. Die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen ist für den Jahresabschluss und insbesondere für die Ertragslage von entscheidender Bedeutung.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir zunächst beurteilt, ob die für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Systeme und Prozesse der Genossenschaft derart ausgestaltet sind, dass akute Risiken mit hinreichender Sicherheit rechtzeitig erkannt werden und gegebenenfalls eine Risikovorsorge in ausreichendem Umfang gebildet wird. Anschließend haben wir uns von der Funktionsfähigkeit der Regelungen und Prozesse überzeugt. Dabei haben wir Kontrollmaßnahmen der Genossenschaft in den zur Bewertung der Kundenforderungen relevanten Prozessen der Genossenschaft identifiziert. Für die relevanten Kontrollmaßnahmen haben wir deren Aufbau bzw. Ausgestaltung gewürdigt und uns vergewissert, dass diese Kontrollen eingerichtet sind. In Folge haben wir uns von der Wirksamkeit der eingerichteten relevanten Kontrollen der Genossenschaft während des Geschäftsjahres stichprobenhaft überzeugt. Des Weiteren haben wir analytische Prüfungshandlungen durchgeführt. Dabei wurde der Datenbestand der Genossenschaft in Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. In diesem Zuge wurden neben den Ratingeinstufungen insbesondere die Höhe der ungesicherten Kreditteile und die Gesamtzusage berücksichtigt. Aufbauend auf den vorstehend genannten verschiedenen Prüfungshandlungen haben wir bewusst bzw. zufällig ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung unterzogen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Angaben der Bank zur Bilanzierung und Bewertung von Forderungen im Kreditgeschäft sind im Anhang im Abschnitt Erläuterung zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden enthalten. Darüber hinaus sind im Lagebericht Ausführungen zur Steuerung und Überwachung der Adressenausfallrisiken, zu den Kreditstrukturen und den Verfahren der Risikoerkennung enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen:

- die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben keine Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft erbracht.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Philipp Roebling.

 

Neu-Isenburg, 27. Mai 2024

Genoverband e.V.

Lena Loreth Philipp Roebling
Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Generalversammlung vom 20.06.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 290.299,68 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 495,23 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Volksbank Überherrn eG, Überherrn Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Im Jahr 2023 hat der Aufsichtsrat insgesamt sieben Sitzungen abgehalten. Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat bildeten der Risikobericht gemäß MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Bank.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Genoverband e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Generalversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Generalversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Durch Ablauf der Wahlzeit scheidet in diesem Jahr kein Aufsichtsratsmitglied aus dem Aufsichtsrat aus. Eine Neuwahl für ein weiteres Aufsichtsratsmandat wird empfohlen.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.

Überherrn, im Juni 2024

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender: Josef Obringer

Volksbank Überherrn eG, Überherrn Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Volksbank Überherrn eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Volksbank Überherrn eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Volksbank Überherrn eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinsüberschuss (Zinserträge abzgl. Zinsaufwendungen), laufende Erträge aus Beteiligungen und Geschäftsguthaben, Provisionsüberschuss (Provisionserträge abzgl. Provisionsaufwendungen) und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 4.202.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 13,4. 

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 1.450.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 315 und betreffen laufende Steuern.

Die Volksbank Überherrn eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

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