BoGroupGermany GmbH
Selbe AdresseVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Dohyun Kwon seit 18.2.2025 | Geschäftsführer |
Sungyong Jung seit 5.5.2022 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Hanwha Q CELLS Investment Co. Ltd. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Hanwha Q CELLS GmbHBitterfeld-WolfenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 20231. Allgemeine Erläuterungen Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 der Hanwha Q CELLS GmbH wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Umsatzkostenverfahren angewendet. Bei der Bilanzierung und Bewertung wird von der Fortführung des Unternehmens nach § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB ausgegangen. Die Hanwha Q CELLS GmbH hat zur Sicherung der Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs sowie der Investitionen, die für den strategischen Wandel erforderlich sind, auf Basis der aktuellen Finanzierungs- und Liquiditätsplanung Finanzierungsmaßnahmen eingeleitet. Durch die Gesellschafterin sind bis zum 15. August 2024 Zuzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von 66,3 Mio. EUR geleistet worden. Die künftige Finanzierung der Gesellschaft wird durch Maßnahmen der Gesellschafterin gewährleistet, indem Eigenkapitalzuführungen mittels sonstiger Zuzahlungen in das Eigenkapital von rund EUR 30,0 Mio durchgeführt werden sollen. Zudem besteht zur Absicherung der Finanzierung die zeitlich unbefristete Patronatserklärung der ultimativen Muttergesellschaft, Hanwha Solutions Corp. Seoul/Südkorea, vom 11. März 2022. Demgemäß ist die Hanwha Q CELLS auf die Finanzierung durch die Gesellschafterin angewiesen. Diese Ereignisse und Gegebenheiten zeigen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko darstellt. Sitz der Hanwha Q CELLS GmbH ist Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 18663 im Register des Amtsgerichts Stendal eingetragen. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss ist in Euro (EUR) aufgestellt. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Es wird kaufmännisch gerundet. Hierdurch kann es zu Rundungsdifferenzen kommen. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von Komponenten zur regenerativen Stromerzeugung, insbesondere Photovoltaikzellen und Modulen sowie auch korrespondierenden Komponenten wie Wechselrichter, Energiespeicher und Unterkonstruktionen, und die Erstellung, der Vertrieb und Betrieb von Systemen zur regenerativen Stromerzeugung sowie die Erbringung jeweils damit verbundener Dienstleistungen, der Vertrieb von Stromprodukten aus erneuerbaren Energiequellen und Gas als auch jeweils von damit verbundenen Produkten und Dienstleistungen zum Energiemanagement. Die alleinige Gesellschafterin der Hanwha Q CELLS GmbH ist zum 31.12.2023 die Hanwha Q CELLS Investment Co. Ltd., George Town/ Kaimaninseln. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag 25.000,0 TEUR. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 2.1. Anlagevermögen Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Die ausgewiesenen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Investitionen in technische Anlagen und Maschinen werden nach der linearen Methode und ggf. unter Berücksichtigung eines Schichtfaktors abgeschrieben. Die Höhe der planmäßigen Abschreibungen orientiert sich an der jeweiligen gewöhnlichen planmäßigen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände in Anlehnung an die von der Finanzverwaltung veröffentlichten AfA-Tabellen. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis einschließlich 800,00 EUR werden im Jahr des Zuganges voll abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. 2.2. Umlaufvermögen Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet; das Niederstwertprinzip wird beachtet. Die unfertigen Leistungen sind grundsätzlich zu Herstellungskosten bewertet; das Niederstwertprinzip wird beachtet. Die Herstellungskosten beinhalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Gängigkeitsrisiken wird durch Wertabschläge Rechnung getragen. Handelswaren werden zu Anschaffungskosten, sofern in Fremdwährung, mit dem Stichtagskurs zum Anschaffungszeitpunkt bewertet. Es werden keine Zinsen für Fremdkapital in die Herstellungskosten nach § 255 Abs. 3 HGB einbezogen. Geleistete Anzahlungen sind zu Anschaffungskosten bewertet worden. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten erfasst, wobei erkennbaren Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen worden ist. Das allgemeine Kreditrisiko wurde durch eine Wertberichtigung in Höhe von 1,0 % auf den um die Umsatzsteuer und Einzelwertberichtigungen gekürzten, zum Bilanzstichtag noch offenen Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen berücksichtigt. Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert angesetzt. 2.3. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. 2.4. Eigenkapital Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert. 2.5. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen Die Rückstellungen sind so bemessen, dass sie in angemessenem und ausreichendem Umfang den erkennbaren Verpflichtungen und Risiken aus ungewissen Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen Rechnung tragen. Das Abzinsungswahlrecht bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger wird nicht ausgeübt. Bei der Betrachtung von drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften, insbesondere bei schwebenden Energiegeschäften, wird vom Einzelbewertungsgrundsatz abgewichen und für Zwecke der Bewertung die Einkaufs- und Verkaufsverträge zu Portfolien gemäß IDW RS ÖFA 3 zusammengefasst. Die zusammengefassten Verträge basieren auf physischen Lieferungen von Strommengen für das Lieferjahr 2024 und werden gemeinsam gesteuert, d.h. die Volumina der Einkaufsverträge werden aus den prognostizierten Volumina der Verkäufe abgeleitet. Die Gewährleistungsrückstellungen für den Produktionsbereich decken neben einzelfallbezogenen Gewährleistungen langfristig gegebene, branchenübliche Gewährleistungen ab. Hanwha Q CELLS GmbH garantiert für einen Zeitraum von 12 Jahren, dass die Module keine Material- oder Verarbeitungsfehler aufweisen (Produktgarantie). Für einen Zeitraum von 25 Jahren gewährt Hanwha Q CELLS GmbH weitere Leistungsgarantien für Module. Die Berechnung der Gewährleistungsrückstellungen für die langfristig gegebenen, branchenüblichen und nicht einzelfallbezogenen Gewährleistungen ist mit Unsicherheiten behaftet. Basis der Schätzung der Garantierückstellungen sind im Wesentlichen die auf Grundlage der bei der Hanwha Q CELLS GmbH vorliegenden Historie ermittelten Garantieaufwendungen. Änderungen dieser Annahmen können sich auf das künftige Ergebnis des Unternehmens auswirken. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen stellt die abgebildete Garantierückstellung die beste Schätzung zum Stichtag dar. 2. 6. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. 2.7. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. 2.8. Latente Steuern Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes von 29,8 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und den Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung würde vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch gemacht werden. Die sich ergebende Steuerbelastung und die sich ergebende Steuerentlastung werden gewichtet nach Fristigkeiten saldiert in der Bilanz angesetzt. Im Geschäftsjahr 2023 ergab sich insgesamt eine passive latente Steuer. 2.9. Währungsumrechnung Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet, soweit deren Restlaufzeit ein Jahr oder weniger beträgt. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden am Bilanzstichtag unter Beachtung des Imparitätsprinzips zum historischen Kurs oder zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. 3. Erläuterungen zur Bilanz 3.1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel in der Anlage zu diesem Anhang dargestellt. 3.2. Finanzanlagen Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Anteile an verbundenen Unternehmen: Unmittelbare Beteiligungen der Hanwha Q CELLS GmbH:
1 Die Angaben beziehen sich auf den
ungeprüften Jahresabschluss 2023 nach IFRS
2 Ungeprüfter Jahresabschluss 2023 nach
brasilianischen Rechnungslegungsvorschriften
3 Ungeprüfter Jahresabschluss 2023 HGB
4 Geprüfter Jahresabschluss 2023 HGB
* Die Umrechnung erfolgte mit den
Umrechnungskursen zum Bilanzstichtag
Der Bilanzansatz des Finanzanlagevermögens in 2023 wurde zum einen durch den Erwerb des Teilkonzerns der SunErgetic Holding B.V. beeinflusst, was zu einem Anstieg der Finanzanlagen führte (Anstieg des Bilanzansatzes um 12.127,0 TEUR). Zum anderen hat sich der Bilanzansatz der DES Energy PV2 GmbH & Co. KG durch eine durchgeführte Sach- und Bareinlage in 2023 erhöht (Anstieg um 6.008,4 TEUR). Auf die Beteiligungsansätze an der Hanwha Q CELLS Günes Enerjisi A. S. und der Hanwha Q CELLS Chile S.p.A. bestehen Wertberichtigungen in Höhe von 24.368,7 TEUR bzw. 24.750,6 TEUR. Ebenso wurde die zu Beginn des Jahres 2024 vorgenommene Schließung der Beteiligung Q CELLS do Brasil Consultoria Empresarial Ltda. in den Zahlen 2023 abgebildet (vorgenommene Abwertung 141,7 TEUR). In 2023 wurde zudem die Liquidation der Hanwha Q CELLS Günes Enerjisi A.S. beschlossen und auf den Weg gebracht. Mittelbare Beteiligungen der Hanwha Q CELLS GmbH:
1 Die Angaben beziehen sich auf den
ungeprüften Jahresabschluss 2023 nach IFRS
2 Geprüfter Jahresabschluss 2023 HGB
* Die Umrechnung erfolgte mit den
Umrechnungskursen zum Bilanzstichtag
Des Weiteren hat die Hanwha Q CELLS GmbH folgende Anteile an assoziierten Unternehmen:
Auf den Bilanzansatz der Q&G PV Solutions GmbH wurde eine Wertberichtigung in Höhe von 7,2 TEUR vorgenommen, was den erwarteten Verlust aus dem Anfang 2024 durchgeführten Verkauf der Gesellschaft abbildet. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen zum Bilanzstichtag zeigt folgende Tabelle:
Das zum Stichtag bestehende Darlehen betrifft die deutsche Gesellschaft Q Power Solutions GmbH. 3.3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben, wenn nicht anders angegeben, wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Gegen den Gesellschafter Hanwha Q CELLS Investment Co. Ltd., George Town/ Kaimaninseln, bestanden zum Stichtag 31. Dezember 2023 keine Forderungen (Vj. 2.043,5 TEUR, welche sich aus einem gewährten Darlehen und daraus resultierenden Zinsansprüchen zusammensetzten). Die sonstigen Forderungen aus 2023 betrafen im Namen von deutschen verbundenen Unternehmen verauslagte Aufwendungen und Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen. Die Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen aus Darlehen in Höhe von 75,9 TEUR (Vorjahr 56,9 TEUR) mit einer Laufzeit von über einem Jahr enthalten. 3.4. Flüssige Mittel Von den Guthaben bei Kreditinstituten waren 9.365,6 TEUR (Vj. 8.149,1 TEUR) in ihrer Verfügung beschränkt und somit nicht frei verwendbar. 3.5. Eigenkapital Die Kapitalrücklage hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. 3.6. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen setzen sich zum Stichtag wie folgt zusammen:
3.7. Verbindlichkeiten Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten nach Fristigkeit ergibt sich aus nachstehender Übersicht (Zahlen zum 31.12.2022 sind in Klammern angegeben):
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen (6.745,7 TEUR; Vj, 88.848,8 TEUR), erhaltenen Darlehen (149.177,7 TEUR; Vj. 81.013,6 TEUR) und ausstehenden Beteiligungszahlungen (6.232,2 TEUR; Vj. 18.145,0 TEUR). Zum Stichtag bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter Hanwha Q CELLS Investment Co. Ltd. 3.8. Latente Steuern Bei der Bewertung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 29,8 % zugrunde gelegt. Im Geschäftsjahr ergab sich analog zum Vorjahr insgesamt eine passive latente Steuer für Bilanzunterschiede mit kurzfristigem Charakter, welche saldiert mit den aktiven latenten Steuern ausgewiesen wird. Die saldierten aktiven und passiven Latenzen resultieren unter anderem aus Fremdwährungsbewertungen von Forderungen und Verbindlichkeiten sowie unterschiedlich hohen außerplanmäßigen Abschreibungen im Anlagevermögen. Entwicklung der latenten Steuern Die latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt:
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Die Umsatzerlöse wurden im Inland mit 54,6 % (Vorjahr 40,4 %) und im Ausland mit 45,4 % (Vorjahr 59,6 %) erzielt, davon übrige EU 71,1 % (Vorjahr 75,7 %) und sonstige Regionen 28,9 % (Vorjahr 24,3 %). In den Herstell-, Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten sind folgende Material- und Personalkosten enthalten:
Die Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 2.761,9 TEUR (Vorjahr 5.945,2 TEUR), im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen und Einzelwertberichtigungen. Im Geschäftsjahr 2023 sind insgesamt 6.474,2 TEUR für Abschreibungen (Vorjahr 5.718,8 TEUR) aufgelaufen, worin keine außerplanmäßigen Abschreibungen enthalten sind (Vorjahr 608,8 TEUR außerplanmäßigen Abschreibungen insbesondere auf technische Anlagen und Maschinen wegen dauernder Wertminderung). Es wurden zudem außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen mit 141,7 TEUR sowie auf Beteiligungen mit 7,2 TEUR erfasst (Vorjahr 30,0 TEUR auf Anteile an verbundenen Unternehmen). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten keine außergewöhnlichen Belastungen (analog Vorjahr). Die Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 79,8 TEUR (Vorjahr 94,6 TEUR), im Wesentlichen aus den Verlusten im Anlagenbereich (analog zum Vorjahr). Bei den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergibt sich ein Aufwand in Höhe von 1.090,0 TEUR (Vorjahr 3.305,7 TEUR). Darin enthalten sind Aufwendungen aus der Bildung von latenten Steuerrückstellungen in Höhe von 489,8 TEUR (Vorjahr 90,5 TEUR). 5. Sonstige Angaben 5.1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Das Bestellobligo für Anlagevermögen betrug per 31.12.2023 18.155,1 TEUR (Vorjahr 12.555,8 TEUR). Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und sonstigen Verträgen in Höhe von 18.639,8 TEUR (Vorjahr 19.950,6 TEUR). Darüber hinaus wurden Stromeinkaufsverträge in Form von außerbörslichen Termingeschäften in Höhe von 14.007,5 TEUR für die Absicherung des Stromkundengeschäftes geschlossen. 5.2. Haftungsverhältnisse Im Zusammenhang mit der Finanzierung eines PV-Projektes des assoziierten Unternehmens Burdur Enerji A.S. (Istanbul/Türkei) hat die Hanwha Q Cells GmbH gemeinsam mit einem anderen Gesellschafter die Garantie für einen Bankkredit sowie sämtliche damit zusammenhängende Verpflichtungen in Höhe von 40 Mio. USD übernommen. Der Kredit ist zum Stichtag in Höhe von 9,3 Mio. USD (Vorjahr 9,3 Mio. USD) in Anspruch genommen worden. Das Risiko der Inanspruchnahme aus der Garantie wird seitens der Gesellschaft aufgrund des aktuell eingeschränkten Geschäftsbetriebs als gering eingeschätzt. Darüber hinaus hat Hanwha Q Cells GmbH im Oktober 2019 im Rahmen der Fertigstellung von Solarparks und den später erfolgenden SPV-Verkäufen in der Türkei gegenüber den Investoren Garantien in Höhe von 68 Mio. USD für eine Laufzeit von zehn Jahren übernommen. Das Risiko, für die abgegebenen Garantien in Anspruch genommen zu werden, wird gegenwärtig von der Hanwha Q CELLS aufgrund des aktuell eingeschränkten Geschäftsbetriebs als sehr gering eingeschätzt. 5.3. Angabe nach § 285 Nr. 30a HGB Die Gesellschaft erwartet keine Auswirkungen des zum nächsten Geschäftsjahr im steuerlichen Erhebungszeitraum 2024 in Kraft tretenden Mindeststeuergesetzes auf den eigenen Steueraufwand. Die Hanwha Q CELLS ist im Hinblick auf die Primärergänzungssteuer kein Gruppenträger und keine gemeinsame Muttergesellschaft aller im Inland belegenen Geschäftseinheiten im Sinne des § 3 Abs. 3 Satz 2 MinStG. Es wird nicht davon ausgegangen, dass die Hanwha Q CELLS von der Konzernobergesellschaft als inländische Gruppenträgerin der Konzernmindeststeuergruppe gemäß § 3 Abs. 3 Satz 3 MinStG benannt wird. 5.4. Personal Im Jahresdurchschnitt waren ohne Geschäftsführer 740 (Vorjahr 671) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon entfallen 87 (Vorjahr 69) auf die Produktion bzw. F&E Pilotlinie sowie 625 (Vorjahr 549) auf Verwaltung und Technologie. Zudem waren bei der Hanwha Q CELLS GmbH durchschnittlich 28 (Vorjahr 53) Auszubildende beschäftigt. 5.5. Konzernabschluss Die Hanwha Solution Corp., Ltd. (ehem. Hanwha Chemical Corp)., Seoul/Korea, stellt den Konzernabschluss nach den IFRS-Vorschriften für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der Hanwha Solution Corp., Ltd., Seoul/Korea, wird wiederum in den Konzernabschluss der Hanwha Corporation, Seoul/Korea, nach den IFRS-Vorschriften als oberste Konzerngesellschaft einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss der Hanwha Solution Corp. ist auf der Internetseite der Gesellschaft (https://www.hanwhasolutions.com) veröffentlicht. Der Konzernabschluss der Hanwha Corporation ist auf der Internetseite der Gesellschaft (www.hanwhacorp.co.kr) veröffentlicht. 5.6. Abschlussprüferhonorar Der Abschlussprüfer hat für das abgelaufene Geschäftsjahr Abschlussprüfungsleistungen von 276,0 TEUR (Vorjahr 296,4 TEUR) erbracht. Darüber hinaus fielen für Steuerberatungsleistungen 416,0 TEUR (Vorjahr 287,3 TEUR) und für sonstige Leistungen 50,8 TEUR an (Vorjahr 246,7 TEUR). 5.7. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag Es gab keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die wesentliche finanzielle Auswirkungen auf den Jahresabschluss haben. Am 13. Juli 2024 ist Hanwha Q CELLS Ziel eines Hackerangriffs geworden. Den bestehenden Sicherheitssystemen und der schnellen Reaktion des Sicherheitspersonals in der IT, die sehr schnell die Verbindungen zur Außenwelt abgeschaltet haben, ist es zu verdanken, dass größerer Schaden in Bezug auf Datenverluste verhindert werden konnte. Die für Hanwha Q CELLS kritische Infrastruktur konnte innerhalb kurzer Zeit wieder hergestellt werden. Dennoch löste der Hackerangriff eine Störung fast aller internen Systeme aus, sodass es zu teils deutlichen Verzögerungen in den internen Prozessabläufen kam. Die wichtige interne Kommunikation konnte durch den sofortigen Aufbau von alternativen Systemen fast unmittelbar wieder hergestellt werden. Bezogen auf die externe Kommunikation und Bearbeitung von Eingangsrechnungen und Kundenanfragen kam es zu zum Teil deutlichen Verzögerungen. 5.8. Geschäftsführer Als Geschäftsführer waren bestellt und tätig (Datum der Gültigkeit gemäß Gesellschafterbeschluss):
Der Geschäftsführung wurden im Geschäftsjahr 2023 Gesamtbezüge von 1.487,5 TEUR (Vorjahr 1.852,1 TEUR) gewährt. 5.9. Vorschlag der Ergebnisverwendung Das Geschäftsjahr 2023 endet mit einem Jahresfehlbetrag von 70.367,4 TEUR. Die Geschäftsleitung schlägt vor, diesen auf neue Rechnung vorzutragen.
Bitterfeld-Wolfen OT Thalheim, den 30. August 2024 Geschäftsführung gez. Moon Hwan Cha gez. Sungyong Jung gez. Jongmin Kang Entwicklung des Anlagevermögens 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023I. Wirtschaftsbericht 1. Geschäftsmodell Hanwha Q CELLS GmbH (im Folgenden Hanwha Q CELLS) ist ein Photovoltaik (PV)-Unternehmen mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen, Deutschland, und gehört zum südkoreanischen Hanwha Konzern, dem siebtgrößten Konzern in Südkorea. In Berlin unterhält die Hanwha Q CELLS eine Niederlassung, in der sich im Wesentlichen große Teile des Sales Bereichs, des Marketings, die Abteilungen für das Stromkundengeschäft und das PV-Projektgeschäft sowie einige Entwicklungsingenieure befinden. Als Komplettlösungsanbieter bildet die Hanwha Q Cells GmbH die komplette Wertschöpfungskette ab und bietet seinen Kunden schlüsselfertige Photovoltaikanlagen an. Hanwha Q CELLS bietet privaten und gewerblichen Kunden ganzheitliche Energielösungen auf Basis von eigenen Solarmodulen - "Engineered in Germany". Dies umfasst sowohl komplette Aufdach-Solaranlagen inklusive Speicher und sonstiger Technologie zur Energiesteuerung für Privat- und Industriekunden als auch deren Planung, Realisierung sowie Betriebs-, Wartungs- und Monitoring-Dienstleistungen. Bei der Installation der Anlagen greift Hanwha Q CELLS teilweise auf Subunternehmen zurück. Zusätzlich haben Kunden die Möglichkeit, von Hanwha Q CELLS mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt zu werden. Derzeit ist Deutschland der Zielmarkt für diesen Geschäftsbereich. Zukünftig ist geplant, diese Systemlösungen sukzessive auf dem gesamteuropäischen Markt einzuführen. Hanwha Q CELLS Produkte werden in Bitterfeld-Wolfen (Deutschland) entwickelt und in den Produktionswerken des Hanwha Konzerns in Korea, Malaysia, China und den USA hergestellt. Die enge Verzahnung von Forschung & Entwicklung mit der Produktion an den internationalen Standorten ermöglicht es Hanwha Q CELLS, innovative und technologisch führende Produkte und Lösungen sowie neue Fertigungsmethoden zu entwickeln und zeitnah in die laufende Produktion zu überführen. Hanwha Q CELLS verkauft ihre Produkte über ein internationales Vertriebsnetzwerk mit Repräsentanzen bzw. Betriebsstätten überwiegend in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien. Drei weitere Vertriebsgesellschaften in der Türkei, in Chile und in Brasilien, die rechtlich zu 100 % der Hanwha Q CELLS gehören, werden operativ vom Headquarter in Seoul/Südkorea geführt. Die Gesellschaften in der Türkei und in Brasilien befinden sich in der Abwicklung. Über Handelsvertretungen ist die Hanwha Q CELLS in zahlreichen weiteren Ländern Europas vertreten. Mit ihrem gesamten Produktportfolio konzentriert sich die Hanwha Q CELLS auf den Vertrieb von PV-Produkten und ganzheitlichen Energielösungen in Europa sowie die Erbringung von Dienstleistungen für Technologie, Innovation, Forschungs-, Entwicklungs- und Qualitätsmanagement für den Hanwha Konzern. Die alleinige Gesellschafterin der Hanwha Q CELLS GmbH ist die Hanwha Q CELLS Investment Co. Ltd., George Town/Kaimaninseln. Die Hanwha Q CELLS Investment Co. Ltd. ist wiederum eine 100 % Tochtergesellschaft der Hanwha Q CELLS Co. Ltd., George Town/Kaimaninseln. Diese gehört ihrerseits zum Q CELLS Headquarter, der Hanwha Solutions Corporation, Seoul, Südkorea. Die Q CELLS Gruppe bildet eine von drei rechtlich unselbstständigen Divisionen der Hanwha Solutions Corporation. Die Q CELLS Division der Hanwha Solutions Corporation in Seoul, Südkorea, ist der exekutive Hauptsitz der Hanwha Q CELLS Gruppe. Der Hauptstandort für Technologie, Innovation, für Forschungs- & Entwicklungs- sowie Qualitätsmanagement für Photovoltaikprodukte des Hanwha Q CELLS Konzerns ist die Hanwha Q CELLS GmbH in Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, Deutschland. 2. Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2023 Das Jahr 2023 war stark geprägt von den Auswirkungen des politischen und energiepolitischen Schocks des Jahres 2022. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine führte zu stark steigenden Gas- und Strompreisen. Die starke Abhängigkeit von russischem Gas führte zu ernsthaften Energiesicherheitsbedenken und ließen die Solarenergie in einem völlig neuen Licht erscheinen. Solarenergie gilt als kostengünstige und schnell einsetzbare Technologie für die Stromerzeugung. Gemessen am Anteil an weltweiten Produktionskapazitäten wird der internationale Photovoltaik-Markt deutlich von China dominiert. Über 80 % der Solarmodule stammen aus China. Um diese Abhängigkeit zu verringern, hat die USA mit dem Inflation Reduction Act ein hoch attraktives Subventionsprogramm für den Aufbau einer lokalen Solarindustrie erlassen. Hanwha Q CELLS America ist diesem Aufruf gefolgt und hat im Jahr 2022 ein 2,5 Mrd. USD Investitionsprojekt für eine voll integrierte Solarfertigung angekündigt, das bis 2024 umgesetzt sein soll. Auch die Europäische Union hat mit dem Net Zero Industry Act ein vergleichbares Investitionsprogramm beschlossen. Ziel ist es, die komplette Wertschöpfungskette wieder in Europa anzusiedeln und mittel- bis langfristig 40 % des europäischen Bedarfs aus lokaler Produktion zu decken. Hanwha Q CELLS verfolgt diese Entwicklung mit großem Interesse und prüft die Machbarkeit einer europäischen Fertigung. Aufgrund der Verwerfungen an den Strombörsen musste Hanwha Q CELLS sein Handelsgeschäft und die Belieferung von Stromkunden weiter zurückfahren und verfolgte eine Strategie der Konsolidierung. Durch stark gestiegene Preise haben viele Endkunden ihre Verträge gekündigt. Die Umsatzerlöse im Bereich Energy Retail, hauptsächlich bestehend aus dem Energiegeschäft und dem Verkauf von PV Komplettpakten insbesondere an Privatkunden, beliefen sich im Jahr 2023 auf 160,7 Mio. EUR (Vorjahr: 104,8 Mio. EUR). Im Jahr 2023 bestand das Ziel insbesondere darin, die Kundenanzahl zu stabilisieren und das Geschäftsfeld weiter auszubauen. Auch im Jahr 2023 konnten im Bereich des Energy Trading mehrere Stromkaufvereinbarungen (PPA - Power-Purchase-Agreement) aus Solarenergie abgeschlossen werden. Mit Hilfe dieser ist es der Hanwha Q CELLS möglich, ihr Stromportfolio flexibler zu gestalten und Preisvorteile gegenüber dem Handel am OTC-Markt zu erzielen. Zum Stand vom 31. Dezember 2023 hat Hanwha Q-Cells insgesamt 1.685 Anlagen verkauft (Vorjahr: 2.043). Im Geschäftsjahr 2023 konnte die Residential-Sparte 24.000 Leads verzeichnen (Vorjahr: 20.651) und verschickte 7.130 Angebote (Vorjahr: 8.456) an seine Kunden. Gleichzeitig entwickelt sich der Umsatz im Jahr 2023 auf 73,8 Mio. EUR (Vorjahr: 3,1 Mio. EUR). Hanwha Q CELLS hat in einem sehr dynamischen Umfeld im Jahr 2023 ihre organisatorische und personelle Struktur weiterhin der Entwicklung mehrfach angepasst. So wurde der Bereich RES DES in die Unterbereiche Energy Retail und Sell & Bill gesplittet. Ersterer konzentriert sich hauptsächlich auf das Endkundengeschäft im Bereich der Energieversorgung. Sell & Bill hingegen legt sein komplettes Augenmerk auf den Vertrieb, die Errichtung und die Abrechnung PV-Anlagen. In dieser Einheit wurden bereits seit 2022 umfangreiche Implementierungen und Änderungen hinsichtlich der Prozesse und Strukturen begonnen, um den bereits erwähnten Steigerungen der Absatzpotentiale gerecht zu werden. Die organisatorischen und personellen Erweiterungen werden sich auch im Jahr 2024 noch weiter fortsetzen. Die Hanwha Q CELLS hat im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 561,4 Mio. EUR (Vorjahr: 937,9 Mio. EUR) erzielt, der aufgrund der vorstehend beschriebenen strukturellen Anpassungen um 40,1 % niedriger ausfiel als im Vorjahr. Der erzielte Umsatz in 2023 blieb deutlich hinter den sehr hohen Erwartungen der Geschäftsführung bzw. des koreanischen Headquarters für 2023 zurück. Von dem Gesamtumsatz entfielen 226,1 Mio. EUR auf Solarmodule, 109,5 Mio. EUR auf KITs (Bausatz), 62,4 Mio. EUR auf Serviceleistungen, 86,3 Mio. EUR auf das Energiegeschäft, 73,9 Mio. EUR auf PV Komplettpakete sowie 3,2 Mio. EUR auf sonstige Umsatzerlöse. Der Jahresfehlbetrag beläuft sich auf -70,4 Mio. EUR (Vorjahr: Jahresüberschuss: 21,5 Mio. EUR). 2.1. Ziele und Strategien Die südkoreanische Hanwha-Gruppe betrachtet die Versorgung von Privathaushalten und Unternehmen mit ganzheitlichen Energielösungen inklusive Solaranlagen und damit verbunden die Photovoltaik als eines der wichtigsten Wachstumsfelder der Zukunft. Dabei will Hanwha Q CELLS zukünftig eine führende Rolle einnehmen, um den Kunden ganzheitliche Lösungen für die Stromerzeugung und -belieferung aus erneuerbaren Energiequellen von höchster Qualität bei gleichzeitig möglichst niedrigen Stromgestehungskosten zu bieten. Ziel ist es, sich gegen die chinesische Konkurrenz als einer der führenden Anbieter für Komplettlösungen aus dem Bereich Photovoltaik und erneuerbare Energien zu behaupten. Das Geschäftsmodell der Hanwha Q CELLS wurde deswegen bereits vor einigen Jahren um das Geschäftsfeld Stromhandel mit erneuerbaren Energien erweitert. Um den Anspruch eines Anbieters von Komplettlösungen zu erfüllen, ging Hanwha Q CELLS eine Reihe von strategischen Partnerschaften mit Dienstleistern rund um die Themen Stromhandel, Einspeisung und Speicherung ein. Mit der Konzentration auf die drei Geschäftsfelder globale Qualitätssicherung, weltweit zentrale Forschung und Entwicklung, europäische Vertriebsaktivitäten für Photovoltaikprodukte und innovative Stromlösungen an den Standorten in Bitterfeld-Wolfen und Berlin nimmt Hanwha Q CELLS einen wichtigen Stellenwert innerhalb der Energiesparte von Hanwha Solutions ein. Das Unternehmen wird sich dabei noch stärker auf das Marktsegment der privaten und gewerblichen Aufdachanlagen konzentrieren, in dem die Modulpreise am attraktivsten sind. Hanwha Q CELLS beschafft die in Bitterfeld-Wolfen entwickelten und von den Schwestergesellschaften in Korea, Malaysia und China vergleichsweise kostengünstig produzierten PV-Module für den eigenen Vertrieb. Als Komplettanbieter sauberer Energielösungen bietet Hanwha Q CELLS ihren privaten und gewerblichen Kunden das gesamte Spektrum von Produkten und Dienstleistungen, die für eine unabhängige sowie nachhaltige Energieversorgung erforderlich sind: leistungsstarke, qualitativ hochwertige Photovoltaikprodukte - vom Solarmodul über intelligente Speicher bis zur Wallbox - und Versorgungsverträge für grünen Strom sowie softwarebasierte Energielösungen. Ein weiteres Betätigungsfeld der Gesellschaft liegt auf den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um die Herstellung der Q CELLS-Technologie zukunftsorientiert an den Produktionsstandorten der Schwestergesellschaften zu optimieren. Ziel ist es, die Leistung, die Qualität und die Langlebigkeit der Produkte kontinuierlich zu verbessern, Systemkosten zu reduzieren und den Gesamtnutzen für die Kunden zu steigern. 2.2. Markt und Wettbewerb Im Jahr 2023 sind die Auswirkungen dieses Paradigmenwechsels sehr deutlich geworden und zeigen sich in Rekordinstallationen in der gesamten Europäischen Union. Infolgedessen wurden 55,9 GW an neuen PV-Anlagen in den 27 Mitgliedstaaten installiert, was einer Wachstumsrate von 40% gegenüber 2022 entspricht. Bemerkenswert ist, dass die jährliche Wachstumsrate das dritte Jahr in Folge mindestens 40% beträgt. Deutschland war mit großem Abstand der größte Einzelmarkt der EU. Insgesamt wurden 14,7 GW an Solarmodulen neu installiert. Dies ist das erste Mal, dass die jährlichen Installationen eines europäischen Landes die 10-GW-Marke überschreiten. Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Juli 2022 trat Anfang 2023 in vollem Umfang in Kraft und löste einen starken Boom nach Solaranlagen aus - insbesondere bei privaten Dachanlagen, die um 148% wuchsen. Hanwha Q CELLS konnte von diesem starken Marktwachstum für private Dachanlagen profitieren, die mit rund 50 % das größte Marktsegment ausmachten. Allerdings war im Jahresverlauf ein deutlicher Preisverfall für Solarmodule zu verzeichnen. Auslöser hierfür waren die umfangreichen Kapazitätserweiterungen von chinesischen Wettbewerbern. Gleichzeitig wurde chinesischen Produkten der Zugang zum US-amerikanischen Markt durch Schutzzölle erschwert, sodass der europäische Markt mit Modulen aus China überschwemmt wurde. Die deutsche Solarbranche stützt sich hauptsächlich auf Aufdachanlagen, die für den Eigenverbrauch errichtet werden. Getrieben durch hohe Endkundenpreise für Strom setzen die allermeisten Endkunden auch auf Batteriespeicher, um möglichst viel von dem erzeugten Solarstrom selbst zu verbrauchen. Die deutsche Regierung hat die Bedeutung der Solarenergie erkannt und sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung 80 % und bis 2035 100 % betragen. Die installierte Solarkapazität soll daher bis 2030 auf 215 GW anwachsen. 2.3. Forschung und Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Hanwha Q CELLS, mit einem Aufwand von 29,7 Mio. EUR in 2023 (Vorjahr 24,8 Mio. EUR), umfassen die Bereiche Solarzellen, Solarmodule und Solarsysteme. Den Mitarbeitenden in der Forschung und Entwicklung stehen eine Pilot-Linie mit Fertigungstools für die Zellfertigung, eine Prototypen Linie für den Modulbau, ein Modul Test Center, ein Systemlabor, physikalische und chemische Labore mit umfassender Mess- und Analysetechnik sowie ein firmeneigenes Testfeld für Solarmodule zur Verfügung. Um die Kompatibilität mit den Fertigungsstandorten zu gewährleisten, wurde die Pilotlinie für die Zellentwicklung, die Module Prototypen Linie und das Module Test Center für die Herstellung und Verarbeitung von M10 Zellen und damit verbundener neuer Modulformate umgestellt. Seit Anfang 2023 werden ausschließlich Zellen im M10 Format verarbeitet. Damit ist die Forschung und Entwicklung am Standort Bitterfeld-Wolfen mit den Fertigungsaktivitäten an den weltweiten Produktionsstandorten kompatibel. Neben der eigenen Forschungs- und Entwicklungskompetenz pflegt Hanwha Q CELLS weiterhin den Kontakt zu führenden nationalen und internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, was als wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung der Produkte betrachtet wird. Die erneute Auszeichnung mit dem n-tv Life & Living Award 2023 als einer der beliebtesten Anbieter für Solartechnik in Deutschland unterstreicht, dass Hanwha Q CELLS ihren Ruf als Anbieter hervorragender Services und eines qualitativ hochwertigen Produktportfolios erfolgreich auf dem heimischem Endverbrauchermarkt verteidigen konnte. So setzte sich Hanwha Q CELLS im stark umkämpften Marktumfeld der Solartechnologie erneut gegenüber zehn Mitbewerbermarken durch. Die Vergabe basiert auf den Bewertungen und dem Feedback von mehr als 41.000 befragten Kunden. Insgesamt werden mehr als 600 Unternehmen aus verschiedenen Branchen bewertet. Hanwha Q CELLS wurde im Jahre 2023 zum achten Mal in Folge als "Top Performer" durch die PV Evolution Labs PV in deren "Module Reliability Scorecard 2023" ausgezeichnet. Jedes Jahr würdigt das amerikanische Testlabor mit dieser "Scorecard" Hersteller, deren Solarmodule besonders gut in den unabhängigen Tests dieses Labors abschneiden. In 2023 wurde Hanwha Q CELLS von EUPD Research, dem international renommierten Energieforschungsinstitut, mit dem "Top Brand PV 2023"-Siegel ausgezeichnet. In Europa erhielt Hanwha Q CELLS dieses Siegel zum zehnten Mal in Folge. Das Top Brand PV-Siegel ist eine der anerkanntesten und prestigeträchtigsten Auszeichnungen in der globalen Solarbranche als Zeichen für PV-Qualität und Zuverlässigkeit. Die Fertigungsstandorte in Korea, den USA, Malaysia und China wurden bei der Prozessverbesserung und -weiterentwicklung auch im Jahr 2023 intensiv durch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Hanwha Q CELLS unterstützt. Die integrierte Fertigungskapazität für Solarzellen und Module betrug zum Jahresendende 2023 im Gesamtkonzern 10 GW. Insgesamt lag der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Modulbereich 2023 in der Qualifizierung und Produktionseinführung der auf der neuen Q.ANTUM NEO Solarzelle basierenden Q.TRON Module. Die neue n-type Q.ANTUM NEO Solarzelle nutzte die bewährte 12 Busbar-Halbzelltechnologie nun auch in Kombination mit Zellen des Formats M10. Die Generation G2 erreicht mit diesen M10 Zellen Modulwirkungsgrade von bis zu 22,7% und damit Modulleistungsklassen von bis zu 435 Wp (108 Halbzellen) bzw. bis zu 635 Wp (156 Halbzellen). Die Q.TRON G2 Module zählen hinsichtlich Leistung, Ertrag und Kosteneffizienz zu den führenden PV-Modulen auf dem Weltmarkt. Im Jahr 2023 wurde die Entwicklung der Q.ANTUM NEO Solarzelle, fortgesetzt und deren Produktion am Standort Südkorea unterstützt. Am Entwicklungsstandort in Thalheim konnten 25,3 % mittlerer Zellwirkungsgrad und 25,76 % Zellwirkungsgrad der besten Zelle gezeigt werden. Dieses Ergebnis wurde durch Installation und Betrieb neu beschaffter Maschinen ermöglicht. Der Start der Massenfertigung des zugehörigen Modulprodukts Q.TRON-G2 M erfolgte Ende Q1 2023 in der Fertigungslinie in Korea. Die erfolgreiche Zertifizierung des Q.TRON-G2 XL Produkts für die Fertigung wurde Ende 2023 abgeschlossen. Die Umsetzung der im Jahr 2020 angekündigten Investitionen für die Entwicklung der nächsten Zellgeneration wurde nach Genehmigung des Bauantrags im Jahr 2021 begonnen und im Jahr 2023 fortgesetzt. Diese Investitionen umfassen neben der Installation neuer Prozessmaschinen auch umfassende Umbaumaßnahmen im Bereich der Pilotlinie für Zellentwicklung. Mit der Umstellung der neuen Maschinen auf das M10 Format erreichte die integrierte Entwicklung von Tandem-Solarzellen auf Basis von Silizium eine neue Phase; auf Zellen im M10 Format wurde Ende 2023 in Thalheim ein höchster Wirkungsgrad von 28,0% gezeigt. Die M10 Umstellung der Pilotlinie für Zellentwicklung, der Prototypen Linie für den Modulbau sowie des Modul Test Centers bedeuteten zusätzliche Investitionen in neue Maschinen und in bauliche Veränderungen. Die Umrüstung auf das M10 Format wurde Anfang 2023 erfolgreich abgeschlossen. Alle bisher bewilligten Projekte wurden 2023 fortgeführt. Zusätzlich wurden drei neue Projekte durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz der Bundesrepublik Deutschland mit Fördermitteln für die Hanwha Q CELLS mit einer Fördersumme von 1,3 Mio. EUR bewilligt. Die Fördermittel werden je nach Projekt über einen Zeitraum von zwei bis vier Jahren ausgeschüttet. Durch den andauernden, sehr großen F&E-Bedarf im Bereich der Perowskit-Silizium-Tandemtechnologie befinden sich weitere F&E-Förderprojekte in der Vorbereitung. Daher wird auch für 2024 und darüber hinaus mit Neubewilligungen von Förderprojekten in Millionenhöhe gerechnet. 2.4. Qualitätsmanagement Die Aktivitäten des global agierenden Bereiches Qualitätsmanagement der Hanwha Q CELLS beinhalten die folgenden Themen:
Das globale Qualitätsmanagement ist den lokalen Qualitätsmanagementabteilungen der Produktionsstätten fachlich weisungsbefugt. Darüber hinaus beinhaltet der Bereich das technische Dienstleistungsmanagement für externe Dienstleistungen und die Bearbeitung von Serviceanfragen von Endkunden im europäischen und amerikanischen Raum. Zu den erfolgreichen Weiterentwicklungen und Neuerungen des Qualitätsmanagements der Hanwha Q CELLS zählen:
3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Das Hauptgeschäftsfeld der Hanwha Q CELLS stellt darauf ab, die komplette Wertschöpfungskette im Portfolio zu haben, um so ihren Kunden schlüsselfertige Photovoltaikanlagen zu bieten. Dies umfasst sowohl komplette Aufdach-Solaranlagen inklusive Speicher und sonstiger Technologie zur Energiesteuerung für Privat- und Industriekunden als auch deren Planung, Realisierung sowie Betriebs-, Wartungs- und Monitoring-Dienstleistungen. Zudem verfolgte das Unternehmen das Stromhandelsgeschäft und den Vertrieb von Haushaltsstrom aus erneuerbaren Energien an Privathaushalte auch in 2023 weiter. Daneben verzeichnet Hanwha Q CELLS Umsätze aus der Weiterverrechnung von Aufwendungen für die globale Qualitätssicherung für den Konzern sowie die Verrechnung von zentral erbrachten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die i. W. den ausländischen Produktionsstätten zugutekommen. Für all dies zusammengenommen erzielte die Hanwha Q CELLS einen Jahresfehbetrag in Höhe von 70,4 Mio. EUR. Dieses Ergebnis spiegelt die Entwicklungen des sehr dynamischen Umfeldes im Solarmarkt in 2023 wider, was von einem deutlichen Preisverfall für Solarmodule im Jahresverlauf, umfangreichen Kapazitätserweiterungen von chinesischen Wettbewerbern und politischen und energiepolitischen Spannungen geprägt war. Hanwha Q CELLS setzte zur Steuerung des Unternehmens u. a. die finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, betriebliche Aufwendungen (Vertriebskosten zuzüglich allgemeiner Verwaltungskosten) und operatives Ergebnis ein. In den nachfolgenden Abschnitten sind wesentliche Veränderungen der Ertragslage und deren Ursachen beschrieben. Sofern im Folgenden Planzahlen genannt werden, beziehen sich diese auf die Vorschriften nach den IFRS, weil die konzerninterne Berichterstattung und Planerstellung den IFRS-Vorschriften folgen. 3.1. Ertragslage Die Ertragslage stellt sich im aktuellen Geschäftsjahr wie folgt dar:
Die Gesamtleistung ist im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen mit dem Verkauf von Solarmodulen und PV-Systemen und dem Stromhandelsgeschäft sowie dem Verkauf von PV-Komplettpakten an Privatkunden erzielt worden. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der Umsatz einen erheblichen Rückgang mit 40,1 %. Dies ist auf geringere Absatzvolumina im Modul- und PV-System-Bereich ebenso zurückzuführen wie auf den im Jahresverlauf deutlich einsetzenden Preisverfall für Solarmodule. Auslöser hierfür waren die umfangreichen Kapazitätserweiterungen von chinesischen Wettbewerbern. Gleichzeitig wurde chinesischen Produkten der Zugang zum US-amerikanischen Markt durch Schutzzölle erschwert, sodass der europäische Markt mit Modulen aus China überschwemmt wurde. Die Herstellungskosten haben sich im Vergleich zum Vorjahr entsprechend dem Rückgang der Umsatzerlöse ebenfalls verringert. Der sprunghafte Rückgang der Verkaufspreise im Jahresverlauf konnte trotz Anpassung der Einkaufspreise für die von den Produktionsgesellschaften bezogenen PV-Module nicht kompensiert werden, wodurch sich der prozentuale Anteil des Materialaufwandes bezogen auf die Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat. Der Personalaufwand (als Teil von Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten) liegt mit 65,0 Mio. EUR (Vorjahr: 53,0 Mio. EUR) auf einem deutlich höheren Niveau gegenüber dem Vorjahr, was im Wesentlichen auf die höhere Anzahl der Mitarbeiter im Unternehmen und damit einhergehenden höheren Personalaufwendungen zurückzuführen ist. Der Anstieg der Gehälter für bestehendes Personal um durchschnittlich 7,3 % fiel im Geschäftsjahr 2023, bedingt durch den hohen Inflationsausgleich, gegenüber dem Vorjahr mit lediglich 1,0% deutlich höher aus. Im Gegensatz zum Vorjahr beinhalten die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von 6,5 Mio. EUR (als Bestandteil der Vertriebskosten und der allgemeinen Verwaltungskosten) in 2023 keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Abschreibungen aufgrund des gestiegenen Investitionsvolumens auf einem höheren Niveau angesiedelt. Der Rückgang der allgemeinen Verwaltungskosten resultiert im Wesentlichen aus den niedrigeren Aufwendungen in Bezug auf Gewährleistungen (- 5,3 Mio. EUR), Rechts- und Beratungsaufwendungen (- 5,1 Mio. EUR) sowie den in 2023 aufwandreduzierenden Forschungsförderungen (-1,7 Mio. EUR). Dazu gegenläufig ist ein Anstieg für Aufwendungen bezüglich Fremdarbeiten (+ 3,1 Mio. EUR), Mietaufwendungen (+1,6 Mio. EUR) und Personalbeschaffungskosten (+ 1,3 Mio. EUR) zu erkennen. Im Jahr 2023 wurden Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen i. H. v. 0,1 Mio. EUR vorgenommen (Vorjahr 0,03 Mio. EUR). Die Entwicklung des Finanzergebnisses ist ursächlich auf die Ausschüttung von Dividende einer ausländischen Tochtergesellschaft und Erträge aus Gewinnabführungsverträgen zurückzuführen. Darüber hinaus übersteigen die Zinsaufwendungen aufgrund neu aufgenommener Darlehen sowohl gegenüber Banken und als auch Konzerngesellschaften ebenso wie im Vorjahr die Zinserträge aus den von der Hanwha Q CELLS herausgegebenen Darlehen an Konzernunternehmen sowie die Erträge aus der Verzinsung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist aufgrund des negativen Geschäftsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger ausgefallen (im Vorjahr maßgeblich durch die Bildung einer Steuerrückstellung für das Jahr 2022 aufgrund des positiven Jahresergebnisses beeinflusst). Durch den gegenüber dem Vorjahr deutlichen Umsatzrückgang aus dem operativen Geschäft liegt die Ertragslage für das Jahr 2023 weit hinter dem von der Geschäftsführung erwarteten Niveau. Die Ertragslage wird insbesondere durch die am Markt zu erzielenden Preise und Absatzmengen bestimmt. Die Verkaufspreise richten sich dabei nach den Preisen der Wettbewerber. Der Herstellungsaufwand (COGS) wird durch das Setzen der Transferpreise durch die Konzernführung bestimmt. Daneben können Sondereffekte, wie gestiegene Transport- und Energiekosten, und weitere äußere Einflüsse, wie die Inflationsentwicklung, die Ertragslage beeinflussen. Diese Effekte führen dazu, dass die Gesamtleistung des Unternehmens wesentlich schlechter ausfällt als für 2023 erwartet wurde. Mit den im Jahr 2023 gegenüber den Planzahlen deutlich geringer ausfallenden Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten konnten der rückläufige Umsatz und die damit einhergehende niedrigere Gesamtleistung des Unternehmens nicht kompensiert werden, was zu einem deutlich schlechteren operativen Ergebnis im Vergleich zum Plan führte. 3.2. Finanz- und Vermögenslage Die Finanz- und Vermögensstruktur stellt sich wie folgt dar:
Aufgrund des negativen Jahresergebnisses hat sich das Eigenkapital insgesamt gegenüber dem Vorjahr verringert und stellt zum 31. Dezember 2023 rund 7,8 % (Vorjahr: 19,7 %) der Bilanzsumme dar. Die Entwicklung des immateriellen Anlagevermögens und der Sachanlagen ist durch planmäßige Abschreibungen und getätigte Investitionen zur Weiterentwicklung der Zelleneffizienz im Forschungs- und Entwicklungsbereich begründet. Der Bilanzansatz des Finanzanlagevermögens hat sich im Wesentlichen durch den Erwerb einer Gesellschaft sowie eine durchgeführte Sach- und Bareinlage in eine bestehende Gesellschaft in 2023 erhöht (Anstieg der Anteile an verbundenen Unternehmen um 18,1 Mio. EUR). Zudem wurde eine Ausleihung in Höhe von 1,5 Mio. EUR an ein verbundenes Unternehmen herausgegeben. Das Vorratsvermögen konnte vor allem durch Optimierung der Beschaffungsprozesse und Nutzung der vorhandenen Bestände zur Bedienung des Endkundengeschäfts hinsichtlich schlüsselfertige Photovoltaikanlagen verringert werden. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände liegen stichtagsbedingt unter dem Vorjahresniveau. Die flüssigen Mittel sind gegenüber dem Vorjahr um 28,5 Mio. EUR gesunken. Hohe Investitionen in die Erweiterung des Geschäftsbetriebs und der Kauf neuer Gesellschaften führten trotz der Aufnahme von Krediten, Abbau von Lagerbeständen und Verringerung der Verbindlichkeiten zu einer Minderung des Eigenkapitals. Die Mittelabflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit (-73,1 Mio. EUR; Vorjahr: -134,7 Mio. EUR) sind ebenso negativ wie die Mittelabflüsse durch Ausgaben für Investitionen (-41,4 Mio. EUR; Vorjahr: -49,2 Mio. EUR). Dem gegenüber steht jedoch der positive Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (+85,9 Mio. EUR; Vorjahr: +167,6 Mio. EUR). Der Free Cashflow des Geschäftsjahres als Summe aus diesen drei Cashflow-Arten ist deswegen mit -28,5 Mio. EUR negativ (Vorjahr -16,3 Mio. EUR). Von den Guthaben bei Kreditinstituten waren 9,3 Mio. EUR (Vorjahr: 8,1 Mio. EUR) in ihrer Verfügung beschränkt und somit nicht frei verwendbar. Diese Mittel dienten im Wesentlichen zur Besicherung des Lastschriftgeschäftes im Zusammenhang mit dem Energiehandelsgeschäft. Die Steuerrückstellungen beinhalten in der Hauptsache Steuern für Einkommen und Ertrag für das Geschäftsjahr 2015 und die damit verbundenen abgegrenzten Zinsforderungen sowie die Steuern für Einkommen und Ertrag für das Geschäftsjahr 2022 aufgrund des positiven Jahresergebnisses. Die sonstigen Rückstellungen sind gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Mio. EUR gestiegen und resultieren im Wesentlichen aus den Rückstellungen für Gewährleistungen, für variable Vergütungen und für Resturlaube. Die Zusammensetzung der sonstigen Rückstellungen wurde im Anhang explizit dargestellt. Die Abnahme der Verbindlichkeiten ist im Wesentlichen auf geringeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowohl gegenüber Dritten von 20,1 Mio. EUR als auch gegenüber verbundenen Unternehmen von 82,1 Mio. EUR sowie geringere Verbindlichkeiten aus ausstehenden Beteiligungszahlungen von 11,9 Mio. EUR zurückzuführen. Demgegenüber stehen jedoch die Aufnahme von Darlehen gegenüber Banken in Höhe von saldiert 15 Mio. EUR und mehrere Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 78 Mio. USD. Das konzerninterne Zahlungsziel von durchschnittlich 90 Tagen für die Bezahlung von Modullieferungen an die Produktionsgesellschaften wurde im Laufe des Geschäftsjahres meist vollständig ausgeschöpft. Die Barmittelbestände zum Stichtag lagen im Schnitt auf einem niedrigeren Niveau als im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten insgesamt vier Darlehen im Wert von insgesamt 127,0 Mio. EUR, die neben einem festen auch einen variablen Zinsanteil beinhalten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind zum Bilanzstichtag um 20,1 Mio. EUR gesunken. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Lieferungen und Leistungen, erhaltenen Darlehen und ausstehenden Beteiligungszahlungen. Mit Ausnahme zweier Darlehen i. H. v. insgesamt 102,0 Mio. EUR und einem geringfügigen Teil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind die gesamten Verbindlichkeiten fast ausschließlich kurzfristiger Natur. Der Unternehmenswert der Hanwha Q CELLS wird neben finanziellen Einflussfaktoren auch von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren mitbestimmt. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die nicht für die Steuerung relevant sind, lassen sich im Wesentlichen in vier interne Kategorien unterteilen, für die jährliche Zielvorgaben festgelegt werden. Diese vier internen Kategorien betreffen: Technologie-Entwicklungsziele, insbesondere im Bereich der Zell- und Moduleffizienzsteigerung und der Entwicklung neuer Modultypen, und Vertriebsziele, insbesondere die Steigerung des Kundenvolumens sowohl im B2B Bereich als auch B2C für das Aufdachanlagengeschäft, sowie die Einhaltung von Kostenvorgaben bzw. Senkung von Kosten, z.B. im Bereich der Lieferkosten oder sonstigen Verwaltungskosten, und Prozessverbesserungen zur weiteren Qualitätssteigerung und Effizienz der bestehenden Ablaufprozesse. Die Messung der Zielerreichung für 2023 ist abgeschlossen. Die genannten Ziele konnten zum Teil gerade im Bereich der R&D und des Qualitätsmanagements übererfüllt werden. In der Außenansicht nimmt die Kundenzufriedenheit eine führende Rolle in den Betrachtungen der Geschäftsleitung ein. Sowohl technologische Entwicklungen als auch ein bestmöglicher Support zur Befriedigung von Kundenbelangen haben einen prioritären Stellenwert. Dazu unterhält Hanwha Q CELLS neben dem eigentlichen Vertrieb mit enger Kundenbindung und einer ausgeprägten internationalen Qualitätssicherung verschiedene Unterstützungsabteilungen, wie beispielsweise den Customer Support und ein eigenes Claim Management. Die weitere Verbesserung der Kundenzufriedenheit ist eines der vorrangigsten Ziele für das Jahr 2024. Die Hanwha Q CELLS investiert in Absprache mit der koreanischen Konzernleitung viel in die Forschung und Weiterentwicklung neuer Produkte. Das Unternehmen ist in besonderem Maße vom Erfolg der Entwicklungsaktivitäten abhängig, um in einem globalen Wettbewerb weiterhin eine führende technologische Position in der Photovoltaikindustrie einnehmen zu können. Die mit Hochdruck vorangetriebene Forschungs- und Entwicklungstätigkeit geht einher mit der erfolgreichen Beantragung zahlreicher Fördermittel durch den Bund und das Bundesland Sachsen-Anhalt. Darüber hinaus spielen Umweltaspekte für die Unternehmensführung eine wesentliche Rolle. So ist das Unternehmen bestrebt, durch eigens gesetzte Energieeinsparziele, Strom für den Eigenbedarf aus Solarenergie zu erzeugen und die Abläufe in der Entwicklung, aber auch in der Verwaltung unter ökologischen Aspekten effizienter zu gestalten. Ziel der unternehmerischen Verantwortung und damit ebenfalls ein wesentlicher nichtfinanzieller Leistungsindikator ist die Einhaltung des eigenen Code of Conduct, der die gesetzlichen und betrieblichen Vorgaben für das Verhalten von Mitarbeitenden, insbesondere im Umgang mit Kunden, Zulieferern, Behörden und anderen Anspruchsgruppen beschreibt. Im Fokus stehen weiter besonders relevante Aspekte zu den Themen Arbeitnehmerbelange, soziale Belange, die Achtung von Menschenrechten, Umweltbelange sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Zur Wahrung dieser Werte finden regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden statt. II. Chancen- und Risikobericht Ziele des Chancen- und Risikomanagements von Hanwha Q CELLS sind die Steuerung und Minimierung von Risiken, die Nutzung von unternehmerischen Chancen sowie die Vermeidung der Bestandsgefährdung des Unternehmens. Dies dient der Sicherstellung des künftigen Erfolgs sowie dem Erreichen der Unternehmensziele. Jeder Mitarbeiter ist im Rahmen seiner Kompetenzen zu einem bewussten und verantwortlichen Umgang mit Chancen und Risiken angehalten. Nach Einschätzung der Geschäftsführung sind die Chancen und Risiken, die sich aus der technologischen Weiterentwicklung der bestehenden Modultechnologie ergeben, insbesondere die Entwicklung des privaten PV-Aufdachgeschäfts für den zukünftigen Verlauf der Ertragslage am bedeutendsten. Eine ebenso hohe Bedeutung misst die Geschäftsführung dem Risiko aus der Entwicklung der Verkaufspreise für Solarmodule bei, die durch Einflussnahmen chinesischer Wettbewerber starken Schwankungen unterliegen können. Und schließlich ist die Konzentration auf das private Aufdachanlagengeschäft mit hohen finanziellen und organisatorischen Herausforderungen verbunden, die ebenfalls ein bedeutendes Risikopotenzial bergen. 1. Wesentliche Chancen Deutliche Marktchancen erwartet sich die Geschäftsführung aus der weiteren Entwicklung des Stromgeschäfts für Privat- und Industriekunden und die Verknüpfung von bestehender Solartechnik mit innovativen Energielösungen. Diesen Chancen stehen ebenso hohe Risiken gegenüber, falls eine kritische Kundenanzahl über einer break-even Schwelle nicht erreicht wird oder sich der Stromhandelspreis für die Hanwha Q CELLS ungünstig entwickeln sollte. 2. Wesentliche Risikofelder Sofern im Folgenden eine Klassifizierung der Risiken stattfindet, bezieht sich diese immer auf eine Einschätzung des Bruttorisikos, also vor risikominimierenden oder risikovermeidenden Maßnahmen. Insgesamt sieht die Geschäftsführung aktuell keine Risiken, die den Fortbestand der Hanwha Q CELLS gefährden würden.
2.1 Absatz Im Geschäftsfeld des Vertriebs von Solaranlagen ist die Gesellschaft auch von der weiteren Entwicklung der Förderbedingungen in wichtigen Absatzländern und der Relation von Angebot und Nachfrage abhängig. Deutschland als wichtigstem Einzelmarkt kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Rund 12 % des heimischen Stromverbrauchs werden inzwischen aus Photovoltaikanlagen gedeckt. Die aktuelle Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die in Deutschland installierte Solarstromkapazität bis 2030 auf 215 GW auszubauen und künftig alle geeigneten Dachflächen für die Solarenergie-Erzeugung zu nutzen. Um dies zu ermöglichen, plant die Bundesregierung eine Reihe an Gesetzesnovellierungen, um Marktbarrieren schnell abzubauen und Netzanschlüsse, Zertifizierungen sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Die Regierungspläne und das außerordentlich positive Image der Photovoltaik in der Bevölkerung lassen die Solarbranche daher sehr positiv auf die kommenden Jahre blicken. Die Marktpreise für Solarmodule sind nach einem Höhenflug im Jahr 2022 im Jahr 2023 dramatisch gefallen. Hanwha Q CELLS versucht, diese Risiken durch das Angebot von innovativen Gesamtlösungen mit Premium-Produkten zu verringern, die sich in ihrer Kosten-/Nutzen-Relation vom Wettbewerb abheben. Basierend auf der Analyse von Absatzmärkten werden diese Produkte schwerpunktmäßig in Marktsegmenten positioniert, die eine hohe Aufnahmefähigkeit für Premium-Produkte aufweisen. Dabei nutzt Hanwha Q CELLS die Möglichkeiten, welche die Einbindung in den Hanwha-Konzern bietet, um sowohl die Marktstellung in bereits bestehenden, wichtigen PV-Märkten zu festigen, als auch neue PV-Märkte zu erschließen. Für das Geschäftsfeld Energieversorgung an Privat- und Geschäftskunden gelten die immanenten Risiken aus dem Stromhandel. Aktuell hat die Hanwha Q CELLS mit den bestehenden Kunden noch nicht eine kritische Masse erreicht, um die Kosten aus dem Stromeinkauf sowie die Vertriebskosten voll zu decken. Sowohl Risiken als auch Chancen bestehen aus der Preisentwicklung an der Strombörse. Eine wichtige Rolle bei der Vermarktung der Energietarife spielen Stromanbieter-Vergleichsportale. Durch attraktive Konditionen für Endkunden und eine geeignete Platzierung auf diesen Seiten wird der Großteil der Neukunden akquiriert. Die unternehmenseigene Webseite spielt ebenfalls eine zentrale Rolle bei der Vermarktung des Angebots. Als flankierende Maßnahmen werden Online-Werbung und Vertriebskooperationen eingesetzt. Über das bestehende Q.PARTNER Netzwerk erhält das Unternehmen Zugang zu einem deutschlandweiten Installateurs-Netzwerk. Diese Unternehmen sollen in Zukunft noch enger an Hanwha Q CELLS gebunden werden. Darüber hinaus hat die Hanwha Q CELLS eine bereits am Markt etablierte und nahezu deutschlandweit operierende Installationsgesellschaft erworben, die die für den geplanten Wachstumskurs benötigen Installationskapazitäten signifikant erweitert. Perspektivisch plant Hanwha Q CELLS den Aufbau von weiteren eigenen Installations-Kapazitäten, um die komplette Wertschöpfungskette vom Solarmodul bis zur fertig installierten Solaranlage zu kontrollieren. Insgesamt misst die Geschäftsführung den Chancen und Risiken aus der technologischen Weiterentwicklung der eigenen Produkte, verbunden mit der Möglichkeit, neue finanzielle Fördermittelquellen zu erschließen, der Unterstützung einer kostengünstigen Produktion in den Werken, der Preisentwicklung für PV-Module am Markt und nicht zuletzt dem Vorantreiben der neuen Geschäftsfelder eine sehr hohe Bedeutung bei. 2.2 Beschaffung Die Beschaffungsprozesse der Hanwha Q CELLS beinhalten verschiedene Bereiche: Modulbeschaffung, die Beschaffung von Komponenten für das private und gewerbliche Endkundengeschäft, Strombeschaffung, Gasbeschaffung sowie die Beschaffungen für die R&D Abteilung. Der Einkauf der Hanwha Q CELLS in Deutschland gliedert sich in die Beschaffungsbereiche direktes und indirektes Material. Jeder dieser Bereiche hat spezifische Risiken und Möglichkeiten. 2.2.1 Modulbeschaffung Im zukünftig weiter auszubauenden europäischen Vertriebsgeschäft des Hanwha Konzerns ist die Hanwha Q CELLS bei der Beschaffung der Handelswaren sowohl von der allgemeinen Preis- und Kostenentwicklung im Solarmarkt als auch von den Preisvereinbarungen mit den Produktionsgesellschaften des Hanwha Konzerns abhängig. Risiken aufgrund von Lieferverzögerungen bzw. Lieferausfällen wird durch entsprechende enge Abstimmungen mit den Produktionsgesellschaften, durch Nutzung alternativer Transportwege und eine entsprechende Bevorratung entgegengewirkt. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus der Preisvolatilität und aus Wechselkursen bei der Beschaffung in Fremdwährungen. Wechselkursschwankungen beim Einkauf von Modulen sind als gering einzuschätzen, weil der Einkauf auf Euro-Basis erfolgt und die Preise für die Module monatlich den aktuellen US-Dollar/Euro-Kursen angepasst werden. Zur kurzfristigen Absicherung von unvorhersehbaren Marktentwicklungen kann die Gesellschaft auf die finanzielle Unterstützung des Konzerns zurückgreifen. Hierzu hat die übergeordnete Muttergesellschaft, die Hanwha Solutions Corp, Seoul/Südkorea, mit Datum vom 11. März 2022 eine Patronatserklärung an die Hanwha Q CELLS abgegeben. 2.2.2 Komponentenbeschaffung für das Endkundengeschäft mit Aufdachanlagen Als Komplettanbieter für Photovoltaik Anlagen und Energielösungen im privaten und gewerblichen Sektor ist der Einkauf verantwortlich für die Beschaffung von strategisch wichtigen Materialien, beispielsweise von Solarmodulen, Wechselrichtern, Stromspeichern, Wallboxen, Befestigungsmaterialien wie z.B. Unterkonstruktionen und vielen weiteren mechanischen und elektronischen Komponenten. Diese Materialien, die direkt in Produkte und Lösungen eingehen, fallen in den Beschaffungsbereich für direkte Materialien. Viele dieser Materialien werden durch Hanwha Q CELLS in China beschafft oder wurden in China hergestellt und werden in Deutschland über deutsche Lieferanten beschafft. Die Hanwha Q CELLS hat für alle wichtigen direkten Materialien langfristige und strategische Partnerschaften mit führenden Lieferanten abgeschlossen. Diese Partnerschaften gehen über die reine Beschaffung mittels eines regulären Liefervertrages hinaus und erhöhen die Versorgungssicherheit, liefern eine planbare Kostenentwicklung für Materialien und bieten Hanwha Q CELLS eine Plattform für gemeinsame technologische Entwicklungen und Innovationen mit Lieferanten. Ein weiterer Vorteil der Partnerschaften ist, dass Hanwha Q CELLS sich mit ihren Lieferanten auch über die Vorlieferanten abstimmen und so bedeutsame Risiken früh erkennen kann. Neben den strategischen Partnerschaften sind für strategische Materialien Zweitlieferanten gefunden worden. Dies dient der Vermeidung von Lieferengpässen, Versorgungsrisiken, Preiserhöhungen und zu hohen Abhängigkeiten vom Lieferanten. Die Qualität der beschafften Materialien wird durch einen umfassenden Qualitätsvertrag abgesichert sowie durch regelmäßige Lieferantenaudits und Besuche vor Ort. Die Audits erfolgen im Team mit den Abteilungen GQM, Product Engineering und Einkauf. Der Einkauf hat ein Risikomanagement zur Früherkennung und Vermeidung von Beschaffungsrisiken für strategische Materialien etabliert. Mit Blick auf internationale Lieferketten mit Schwerpunkt in China musste Hanwha Q CELLS diverse Maßnahmen ergreifen, um proaktiv Risiken zu erkennen, einzuschätzen und zu vermeiden. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit den Lieferanten. Versorgungsrisiken werden durch ein Bevorratungskonzept mit einer Verteilung auf mehrere Lagerstandorte in Deutschland und Europa sowie mit ausreichend definierten Sicherheitsbeständen versucht auszuschließen. Geopolitisch stellt China als Beschaffungsmarkt ein Risiko für Hanwha Q CELLS dar. Das Verhältnis und die Spannungen zwischen China und Taiwan und die damit verbundene Bedrohung und Eskalation durch eine mögliche kriegerische Auseinandersetzung sind schwer einzuschätzen. Hanwha Q CELLS ist hier wie viele andere Photovoltaik-Anbieter auf den chinesischen Markt angewiesen. Es gibt Alternativlieferanten für einige Komponenten, aber insbesondere im Geschäftsjahr 2024 und in den Folgejahren müssen umsetzbare Alternativen und De-Coupling Strategien und Maßnahmen etabliert werden. Im Rahmen der strategischen Partnerschaften plant Hanwha Q CELLS dies gemeinsam mit bestehenden Lieferanten. Die Beschaffung außerhalb Chinas geht allerdings einher mit enormen Kostensteigerungen im Material. Eine weitere Herausforderung in der Zusammenarbeit mit internationalen Lieferanten ist die Vorbereitung auf die Anforderungen aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Hanwha Q CELLS hat hier bereits sehr gute Standards in den bestehenden Lieferverträgen vereinbart und hält diese auch durch regelmäßige Audits und andere Kontrollinstrumente nach. 2.2.3 Strombeschaffung Hanwha Q CELLS setzt ihre strategische Vision fort, indem sie Rahmenlieferverträge mit renommierten Energieunternehmen abschließt, um die Liquidität zu verbessern und die Preisgestaltung zu optimieren. Das Trading & Portfoliomanagement hat einen Rahmen für das Risikomanagement etabliert, der nicht nur die Identifizierung und Überwachung von Risiken ermöglicht, sondern auch eine aktive Rolle bei der kontinuierlichen Entwicklung und Betreuung dieses Prozesses spielt. Dieser maßgeschneiderte Ansatz sichert nicht nur die Stabilität und Zuverlässigkeit der Energiebeschaffung und des Energiehandels, sondern ermöglicht es auch, flexibel auf sich verändernde Marktbedingungen zu reagieren. Ziel ist es, durch die Bereitstellung entsprechender Ressourcen eine ständige Lieferbereitschaft für die Kunden sicherzustellen und dabei mittels geeigneter Sicherungsgeschäfte selbst eine auskömmliche Marge in einem höchst volatilen Markt zu erzielen. Im Zuge dessen wird eine intensivere Zusammenarbeit mit renommierten kommunalen Stadtwerken durch das Trading & Portfoliomanagement vorangetrieben. Die Implementierung einer entsprechenden Buchstruktur optimiert die Verwaltung von Erzeugungsanlagen und Vertriebskunden. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit zwischen dem Trading & Portfoliomanagement und dem Controlling in der Abteilung Planning & Strategy, um sicherzustellen, dass die Beschaffungskosten im Einklang mit der Geschäftsplanung bleiben. Ebenso wurden innovative Beschaffungsprozesse implementiert, einschließlich einer Tranchenbeschaffung zur Risikominimierung und Absicherung der Beschaffungskosten. Ca.30% des prognostizierten Energiebeschaffungsbedarfs werden durch langfristige Power Purchase Agreements (PPA) abgedeckt, um eine Grundstabilität des benötigten Stromportfolios sicherzustellen. Die Ertragschancen aus dem Stromhandelsgeschäft für das Portfolio mit sauberen Energielösungen sind stark von den Marktentwicklungen mit Strom aus erneuerbaren Energien sowie vom Handelserfolg an der Strombörse abhängig. Die Geschäftsführung hat zur Überwachung der Aktivitäten des Trading&Portfoliomanagements ein regelmäßig stattfindendes Hedging & Risk Management Committee eingerichtet und misst den Chancen und Risiken aus dem Stromhandelsgeschäft eine hohe Bedeutung bei. 2.2.4 Gasbeschaffung Zur Absicherung der Belieferung des F&E Standorts in Thalheim mit Erdgas werden Lieferverträge mit namhaften Energieversorgungen abgeschlossen. Risiken aus schwankenden Gaspreisen wird durch Marktbeobachtung zur Bestimmung der Einkaufzeitpunkte von Teilmengen entgegengewirkt (https://www.eex.com/en/market-data/natural-gas/futures). Die Liefermengen für 2024 bis 2026 wurden aufgrund des aktuell günstigen Marktumfelds bereits zu 100% mit einem Liefervertrag abgesichert. Insgesamt misst die Geschäftsführung den beschriebenen Beschaffungsbereichen eine besondere Bedeutung bei. Das gilt insbesondere in den Bereichen, in denen sich Hanwha Q CELLS zu einer kontinuierlichen Energieversorgung von Kunden vertraglich verpflichtet hat. 2.3 Forschung und Entwicklung Die Forschung und Entwicklung nimmt für den Standort in Thalheim einen hohen Stellenwert ein. Risiken bestehen insbesondere dadurch, trotz kontinuierlichen Weiterentwicklungen und innovativen Lösungen gegenüber dem Wettbewerb zurückzufallen. Um dies zu verhindern, müssen die knappen finanziellen Ressourcen für die Forschung und Entwicklung sinnvoll eingesetzt werden. Besonders wichtig ist es auch, die Entwicklungsergebnisse in die Serienreife zu überführen und sie so auch vor Ort in den Werken für die Massenproduktion tauglich zu machen. Eine der Hauptaufgaben des Standorts Thalheim ist die Forschung an neuen Solarzellkonzepten. Darüber hinaus stehen die Entwicklung fertigungstauglicher Prozesse für die Herstellung, die Weiterentwicklung bestehender Zellprozesse bezüglich Wirkungsgradsteigerung sowie Kostensenkung und deren Transfer in die Fertigung im Fokus der Entwicklungsbestrebungen. Die Entwicklung von Modulkonzepten und Modulprodukten, die auf diesen Solarzellkonzepten basieren, abzusichern sowie die hohen Q CELLS Qualitätsstandards auch in Zukunft zu erfüllen und nachhaltig zu gewährleisten, sind weitere Aufgaben des Entwicklungsstandorts Thalheim. In diesem Sinne wurden im Jahr 2023 die im Jahr 2018 gestarteten langfristigen Zellentwicklungsprojekte fortgesetzt. In den genannten Funktionen erbringt die Gesellschaft Dienstleistungen, die entsprechend einer konzernweiten Betrachtung bei der Bemessung der Preis- und Abrechnungssystematik - ohne eine primäre Einflussnahmemöglichkeit durch Hanwha Q CELLS selbst - zu berücksichtigen sind. Die Geschäftsführung misst dem Streben nach einer Verbesserung der Zell-Effizienz, der Unterstützung der Serienreife für die Fertigung neuer, verbesserter Produkte in den Produktionsstand-orten und der schnellen Einführung neuer Produkte eine sehr hohe Bedeutung bei. 2.4 Recht Aufgrund der laufenden Geschäftstätigkeit ist Hanwha Q CELLS rechtlichen Risiken aus vertraglichen Beziehungen zu Kunden, Lieferanten, anderen Geschäftspartnern und Mitarbeitern ausgesetzt. Schwerpunktmäßig liegen diese Risiken in der Preisgestaltung beim Verkauf von Modulen sowie PV-Systemen und weiteren Produkten, der Haftung und Gewährleistung für Produkte und Systeme sowie im Bereich des Patentrechts und sind somit von hoher Bedeutung für die Gesellschaft. Weiterhin bestehen rechtliche Risiken bei der Preisgestaltung und Vertragsdurchführung mit Stromkunden sowie bei Projektgeschäften, bei denen es um die Kombination beim Bau von PV-Anlagen und Stromverkauf geht oder um Installation von PV-Anlagen bei Kunden im Auftrag von Hanwha Q CELLS. Im letzteren Fall geht es um Preis-, aber auch Haftungs- und Gewährleistungsrisiken und potenzielle Streitigkeiten mit Kunden, Geschäftspartnern und Konkurrenten. Um die Risiken aus diesen potenziellen Rechtsstreitigkeiten zu minimieren, verfügt Hanwha Q CELLS über eine eigene Rechtsabteilung und greift darüber hinaus bei Bedarf auf externe Rechtsberater zurück. Im Jahr 2019 hat Hanwha Q CELLS Patentrechtsverletzungsklagen gegen drei Konkurrenzunternehmen erhoben, die nach Auffassung von Hanwha Q CELLS die eigenentwickelte Passivierungstechnologie unberechtigt verwenden und damit das bestehende Patent verletzen. In erster Instanz wurden alle drei Verfahren zugunsten von Hanwha Q CELLS entschieden und eine Verletzung des Patents durch das Gericht festgestellt. Die Konkurrenzunternehmen haben hiergegen Berufung eingelegt. Die Verfahren befinden sich derzeit in zweiter Instanz. Gegen weitere Konkurrenzunternehmen wurden 2021 und 2022 Klagen erhoben. Darüber hinaus haben die Konkurrenzunternehmen das bestehende Patent vor dem EPA (Europäischen Patentamt in München) angegriffen. Im September 2022 wurde dieses Verfahren in erster Instanz durch die Patentinhaberin Hanwha Solutions Corporation gewonnen und das Patent für weiterhin bestehend erklärt. Die Konkurrenzunternehmen haben Berufung eingelegt. Die Entscheidung vom September 2022 wirkt sich auf die oben genannten, auch durch Hanwha Q CELLS geführten Patentverletzungsverfahren positiv aus. Die Berufungsverfahren beim EPA wurden noch nicht abgeschlossen. Im Jahr 2023 konnten jedoch mit einigen weiteren Konkurrenzunternehmen Verfahren durch Vergleich beendet werden. Im Rahmen der Produkthaftung führt Hanwha Q CELLS Untersuchungen in Bezug auf bestimmte mögliche Qualitätsmängel an Bauteilen eines Zulieferers zur Erfüllung der Produktbeobachtungspflicht durch. Die betroffenen Modultypen, für die diese Bauteile verwendet wurden, stammen aus der Produktion in vergangenen Jahren. Inzwischen werden die Bauteile nicht mehr verwendet. In Bezug auf die vorgenannte Untersuchung von potenziellen Mängeln prüft die Rechtsabteilung die einschlägigen gesetzlichen und vertraglichen Pflichten. Die Untersuchungen und rechtlichen Prüfungen sind bereits Anfang 2020 abgeschlossen worden. Hieraus resultierend wurden folgende Maßnahmen ergriffen: Meldung eines potenziellen Produktrisikos, das sich auf das betroffene Bauteil bezieht, bei der zuständigen Behörde und Produktwarnung der betroffenen Kunden. Ggf. sind der Austausch und die Reparatur von Modulen bei Verbrauchern notwendig. Die Umsetzung dieser Maßnahmen dauert an. Im Jahr 2023 wurden im Rahmen der üblichen Produktbeobachtungen bei Wechselrichtern eines Zulieferers Qualitätsmängel festgestellt. Die Qualitätsmängel wurden beim betreffenden Zulieferer gerügt und werden sukzessive durch ein Firmware-Update behoben. In Abstimmung mit der Marktüberwachungsbehörde in Dessau-Roßlau wurden betroffene Kunden gewarnt, um eine möglichst hohe Mitwirkung bei den Firmware updates zu sichern. Im Jahr 2023 gab es aufgrund einer Produktwarnung Reklamationen auf ehemals verwendete Module in Höhe von 1,5 Mio. EUR (Vorjahr 1,9 Mio. EUR). Diese werden rechtlich geprüft und ggf. abgeholfen oder abgewiesen. In einem größeren Fall (Wert von 8,8 Mio EUR) wurden die Ansprüche des Kunden abgewiesen. Das Verfahren wird weiter in der Berufungsinstanz fortgesetzt. In einem weiteren Verfahren in Frankreich wurde gegen Hanwha Q CELLS GmbH geurteilt. Aufgrund der vollständigen Mangelhaftigkeit des Urteils hat Hanwha Q CELLS Berufung eingelegt. Aufgrund rechtlicher Unklarheiten gibt es auch weiterhin einige gerichtliche Auseinandersetzung in Deutschland, Italien, Dänemark und Frankreich. In den Verfahren geht es zumeist um die Frage von Mängeln an den Modulen und die Prüfung, ob Gewährleistungsansprüche oder Garantien bestehen. Problematisch ist in diesen Fällen, dass die Voraussetzungen der Garantiebedingungen der ursprünglichen Verkäuferin, der ehemaligen Q-Cells SE, vom Kunden nicht erfüllt worden sind und somit keine Garantie durch die Hanwha Q CELLS übernommen werden konnte. Bezüglich der Gewährleistungsansprüche lässt sich zudem feststellen, dass in den allermeisten Fällen die vertraglich vereinbarte Verjährungsfrist inzwischen verstrichen ist. Im Jahr 2023 konnte eines der Verfahren in Deutschland durch Vergleich beendet werden. Weitere Klagen sind in Deutschland sowie nach Beweissicherungsverfahren in Italien abgewiesen worden. In Italien wurde gegen diese richterliche Entscheidung allerdings Berufung eingelegt. Eine weitere Klage gegen die Hanwha Q CELLS wurde in 2023 in Deutschland (Klagegegenstand 1,4 Mio EUR) eingereicht. Die Hanwha Q CELLS hat in ausreichendem Maße durch entsprechende Rückstellungsbildungen bilanzielle Risikovorsorge betrieben. Im Rahmen des im Aufbau befindlichen Projektgeschäfts zur Lieferung und Installation von PV-Anlagen bei Kunden werden des Öfteren Mängelrechte geltend gemacht. Gegebenenfalls führt dies auch zur Einleitung von Verfahren mit niedrigem Streitwert. Des Weiteren versuchen Wettbewerber gelegentlich, Hanwha Q CELLS aufgrund ihrer umfangreichen geschäftlichen Aktivitäten abzumahnen. Diese Verfahren führen im Falle eines Unterliegens in der Regel nur zu einer Verpflichtung zur Zahlung von Abmahn- sowie Gerichts- und Anwaltskosten. Ausstehende Zahlungen von Kunden (idR für den Bezug von Modulen, Speichern und weiteren Komponenten) werden von Hanwha Q CELLS, falls notwendig, gerichtlich durchgesetzt. Einige Solarparkbetreiber könnten angesichts von in 2024 auslaufender Garantiefristen Klageverfahren gegen die Hanwha Q CELLS anstreben. Betroffen wären hierbei Module aus Lieferungen der ehemaligen Q CELLS SE. Die Geschäftsführung misst den rechtlichen Risiken insgesamt eine hohe Bedeutung bei und widmet diesen eine besondere Aufmerksamkeit. 2.5 Gewährleistungsrisiken Gewährleistungsrisiken Die Risiken aus Haftung und Gewährleistung für Produkte und Systeme reduziert Hanwha Q CELLS durch ein umfangreiches Qualitätsmanagement basierend auf der DIN EN ISO 9001:2015. Dieses umfasst die Beschaffung von hochwertigen Rohmaterialien, eng definierten Sortierkriterien für kristalline Solarzellen und Module sowie eine umfassende Qualitätskontrolle bei allen Produktionsstandorten für Solarmodule, belegt durch das Quality Controlled PV Programm, das zusammen mit dem TÜV Rheinland entwickelt worden ist. Der fortlaufende Dialog mit Kunden sowie regelmäßige Kundenbefragungen und -events sind wichtige Bausteine für weitere Qualitätsverbesserungen. Den Gewährleistungsrisiken wird besondere Bedeutung beigemessen. Im Zuge der kontinuierlichen Bemühungen zur Verbesserung der Qualitätskriterien und Qualitätsprüfungen hat Hanwha Q CELLS festgestellt, dass im Laufe des Betriebs Polyamid-Rückseitenfolien eines bestimmten Lieferanten Fehlerbilder in Solarmodulen entwickeln können. Andere Solarmodulhersteller haben sehr wahrscheinlich diese Art von Rückseitenfolien ebenfalls verwendet. Für diesen Qualitätsmangel hat Hanwha Q CELLS bereits in 2019 eine besondere Gewährleistungsrückstellung gebildet und zwischenzeitlich teilweise durch Reparaturen oder Ersatzleistungen verbraucht. Diese Risikovorsorge betrifft Solarmodule, die bis 2013 produziert wurden. Produkte aus späteren Jahren und aus aktueller Produktion sind nicht betroffen. Hanwha Q CELLS hat vorsorglich alle relevanten Stellen, darunter insbesondere die betroffenen Kunden, über diesen Mangel informiert. Hanwha Q CELLS wird ihre Garantieversprechen bei berechtigten Ansprüchen erfüllen und die Solarmodule reparieren. Falls eine Reparatur nicht möglich ist, werden die Solarmodule ersetzt. Ferner wurde dieser Mangel zum Anlass genommen, das Qualitätsmanagement weiter zu verstärken. So sind strengere und weltweit organisierte Testkriterien eingeführt worden, die weit über das geforderte Maß und über den Industriestandard hinausgehen. Diese umfassen sowohl die Tests zur Auswahl der eingesetzten Materialien als auch die Testprozeduren zur Bewertung der Produktstabilität, verbunden mit den Abstellmaßnahmen, die bei Auffälligkeiten umgesetzt werden. Ein weiterer wichtiger Baustein für die Sicherung der zukünftigen Qualität der Produkte ist die Zentralisierung und Digitalisierung wichtiger Daten. Dahingehend werden die global zur Verfügung stehenden Daten automatisiert und harmonisiert und diese "big data" dann mit geeigneten Werkzeugen ausgewertet, um weitere Verbesserungspotentiale zu identifizieren und umzusetzen. Eine Zusammenarbeit mit anderen organisatorischen Bereichen ist unabdingbar, damit die gewonnenen Erkenntnisse aus den Daten zu einem Mehrwert für unsere Kunden umgesetzt werden können. 2.6 Finanzielle Risiken Als ein weltweit agierendes Unternehmen ist Hanwha Q CELLS im Rahmen der Geschäftstätigkeit finanziellen Risiken ausgesetzt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Unternehmenspolitik ist es, die aus dem operativen Geschäft resultierenden finanziellen Risiken zu begrenzen. Dazu werden regelmäßig Bestandsaufnahmen und Prüfungen hinsichtlich möglicher Risikokonzentrationen vorgenommen und bedarfsweise und im Einzelfall entsprechende Sicherungsinstrumente eingesetzt. Die vorhandene Patronatserklärung der Hanwha Solutions Corp. zugunsten der Hanwha Q CELLS sichert darüber hinaus die Zahlungsfähigkeit ab. Zur Besicherung der zum Stichtag valutierenden Darlehen
hat die Hanwha Solutions Corporation entsprechende Bürgschaften zugunsten der Hanwha Q CELLS abgegeben. Die Avallinien wurde zum Stichtag 2023 bei der Commerzbank mit 2,5 Mio. EUR und bei der BNP Paribas mit 20 Mio. EUR in Anspruch genommen. Darüber hinaus bestehen zum Stichtag eine Kreditlinie und ein Kredit, die durch die Hanwha Solutions Corp. besichert sind, allerdings nicht in Anspruch genommen wurden:
Für die Entwicklung von Solarprojekten (Aufdachanlagen) und die Abwicklung von Verträgen mit Modulkunden (M&S-Segment) muss Hanwha Q CELLS bei Bedarf unterschiedliche Garantien zugunsten von Geschäftspartnern ausstellen. Dazu zählen Garantien:
Diese Garantien werden für das eigene Geschäft der Hanwha Q CELLS ausgestellt, können aber auch für das Geschäft der Tochtergesellschaften genutzt werden. Das gesamte Garantievolumen, das über Banken und Versicherungen im Namen der Gesellschaft zum Stichtag ausgelegt wurde, betrug 22,5 Mio. EUR (Vorjahr: 24,2 Mio. EUR) und teilte sich wie folgt auf:
Für das Jahr 2024 erwartet die Hanwha Q CELLS ein auszulegendes leicht gegenüber 2023 erhöhtes Garantievolumen von rd. 23 Mio. EUR. Für die Ausstellung dieser Garantien hat die Gesellschaft mit einer Reihe von in- und ausländischen Banken und Versicherungen Verträge abgeschlossen, die die Ausstellung der Garantien ermöglichen. Da die Ertragskraft der Hanwha Q CELLS allein als Sicherheit für die garantieausstellenden Banken und Versicherungen zum Teil nicht ausreicht, muss Hanwha Q CELLS weitere Sicherheiten in Form von Cash Collaterals (Barhinterlegungen) oder Parental Guarantees (Garantien einer Konzernmuttergesellschaft) bei diesen hinterlegen. Risiken bestehen darin, dass eine ausgestellte Garantie in Anspruch genommen (gezogen) wird, sofern die Gesellschaft ihren Verpflichtungen aus der Garantie nicht nachkommt. In diesem Fall müsste Hanwha Q CELLS den in Anspruch genommenen Wert an das garantieausstellende Institut erstatten. Im Geschäftsjahr 2023 wurde die im August 2020 begonnene und aufgrund der Covid-19-Pandemie mehrfach für längere Zeiträume unterbrochene steuerliche Betriebsprüfung für die Geschäftsjahre 2014 bis 2017 fortgesetzt. Der Prüfungsschwerpunkt betrifft Verrechnungspreisthemen; die vorgelegte Transferpreisdokumentation ist von der Betriebsprüfung positiv gewürdigt worden. Bisher vorgetragene Einschätzungen und Würdigungen der Betriebsprüfung werden von Hanwha Q CELLS und der beauftragten Steuerberatungsgesellschaft teilweise nicht geteilt. Es ist generell davon auszugehen, dass sich aus der Betriebsprüfung final Feststellungen ergeben werden, welche die bestehenden Verlustvorträge reduzieren. Für darüber hinausgehende etwaige Steuernachzahlungen ist bereits in Vorjahren eine Rückstellung gebildet worden, die auf Grundlage der aktuellen Szenarienberechnungen nicht zu erhöhen ist. Aus dem aktuellen Diskussionsstand ergibt sich insoweit kein Anpassungsbedarf. Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Lohnsteueraußenprüfung für die Geschäftsjahre 2019 bis 2021 beendet, deren Feststellungen sich insbesondere auf eine unterbliebene Lohnversteuerung bestimmter Sachbezüge sowie auf Fragen der Besteuerung von Expatriates bezogen. In weiten Teilen der Lohnsteueraußenprüfung ist ein Einvernehmen mit der Lohnsteueraußenprüfung erzielt worden. Die für die Folgen aus der Lohnsteueraußenprüfung im Vorjahr gebildete Rückstellung hat die aus der Prüfung resultierenden und von Hanwha Q CELLS getragenen Steuerzahlungen in vollem Umfang abgedeckt. Möglichen Steuerrisiken misst die Hanwha Q CELLS eine insgesamt hohe Bedeutung bei. 2.7 Liquiditätsrisiken Die Ermittlung des Liquiditätsbedarfs und -bestands erfolgt durch eine rollierende Liquiditätsplanung. Ziel ist es, die Zahlungsfähigkeit durch Vorhalten entsprechender liquider Mittel und durch Steuerung von Ein- und Auszahlungen jederzeit zu sichern, um sämtliche geplante Zahlungsverpflichtungen zur jeweiligen Fälligkeit erfüllen zu können. Die liquiden Mittel werden hauptsächlich in Form von Tages- und Termingeldanlagen vorgehalten. Sollte die zukünftige Geschäftsentwicklung anders als im Prognosebericht beschrieben verlaufen, könnte die Hanwha Q CELLS bei zusätzlichem Finanzbedarf auf externe Finanzierungen angewiesen sein. Darüber hinaus könnte Hanwha Q CELLS u. a. auf Gesellschafterdarlehen und auf Garantien der Konzern-Muttergesellschaft zurückgreifen. Auf die Ausführungen zur Finanzierung in Abschnitt III. Prognosebericht wird verwiesen 2.8 Kreditrisiken Zur effektiven Steuerung der Kreditrisiken aus offenen Handelsforderungen hat Hanwha Q CELLS einen einheitlichen Risikomanagementprozess etabliert. Ein zeitnahes und leistungsfähiges Forderungscontrolling in Verbindung mit regelmäßigen Bonitäts- und Altersstrukturanalysen reduziert die Wahrscheinlichkeit von Forderungsausfällen. Zur Reduzierung des Ausfallrisikos wird ein Großteil der Forderungen aus Produktverkäufen durch Warenkreditversicherungen abgesichert. Zudem wurden interne Kreditlimits für Kunden definiert, um mögliche Ausfälle gering zu halten. Die Forderungen aus Darlehen und anderen finanziellen Sachverhalten werden sachverhaltsbezogen gesteuert. Die Länderrisiken aus Warenlieferungen und Geldanlagen werden kontinuierlich erfasst, methodisch bewertet und zentral gesteuert. Ein Kreditmanagement für das Geschäft mit Stromkunden ist mit der Einführung einer entsprechenden Abrechnungssoftware etabliert worden. Die Überwachung der Zahlungseingänge erfolgt dabei über eine Software-as-a-Service-Lösung eines externen Dienstleisters, zu dem eine automatisierte Schnittstelle in die Buchhaltungssysteme der Hanwha Q CELLS besteht. Kreditrisiken haben eine hohe Bedeutung für die Hanwha Q CELLS. Das Ausfallrisiko in Bezug auf Geldanlagen und Zahlungsmittel wird durch die Streuung der Anlagen bei verschiedenen Finanzinstituten reduziert. Die Bonität der Banken wird regelmäßig überwacht. Hanwha Q CELLS arbeitet im Wesentlichen mit externen Finanzdienstleistern guter Bonität zusammen. Finanzanlagen erfolgen nach intern festgelegten Limits, die vorwiegend anhand des Ratings von anerkannten Agenturen (z. B. Moody's, S&P) definiert werden. Alle Kreditrisiken werden durch die eigene Treasury Abteilung überwacht. Kundenausfallrisiken werden durch ein eigenes Risikomanagement innerhalb der Abteilung Sales überwacht. 2.9 Währungsrisiken Währungsrisiken aus Finanzinstrumenten ergeben sich aus Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die in einer anderen Währung als in Euro bestehen. Generell wird das Ziel verfolgt, möglichst wenig Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung zu halten und die Chancen und Risiken aus diesen Positionen ausgeglichen zu gestalten. Zu spekulativen Zwecken werden Finanzinstrumente nicht eingesetzt. Hanwha Q CELLS ist durch den Schwerpunkt auf den Beschaffungsmarkt China dem chinesischen Yuan und damit Währungsrisiken ausgesetzt. Daher versucht Hanwha Q CELLS, Lieferverträge in Dollar abzuschließen und Einkäufe in Fremdwährungen grundsätzlich immer zu reduzieren bzw. auszuschließen. In aller Regel werden keine ausländischen Zahlungsmittelbestände gehalten, sondern diese, falls erforderlich, kurzfristig eingekauft oder entsprechend verkauft. Falls dennoch offene Positionen in Fremdwährung bestehen sollten, wird der Abschluss geeigneter Sicherungsgeschäfte - unter Abwägung von Chancen und Risiken - regelmäßig überprüft, um das Risiko eines negativen Effektes auf die Finanz- und Ertragslage zu reduzieren. Wareneinkäufe und Kundenlieferungen werden wo immer möglich in Euro abgewickelt. Wird der Modulverkauf in einer Fremdwährung abgeschlossen, so erfolgt der entsprechende Einkauf dieser Module ebenfalls in derselben Währung. Auf diese Weise wird das Fremdwährungsrisiko auf die Konzernleitung übertragen. Kurzfristig für Zahlungen benötigte Fremdwährungen werden bei Bedarf eingekauft, während erhaltene Fremdwährungen (i. W. US-Dollar und britische Pfund) sofort gegen Euro verkauft werden, um keine Fremdwährungspositionen zu halten. Ansonsten wird der Umfang einer notwendigen Absicherung regelmäßig ganzheitlich evaluiert. Trotz der internationalen Ausprägung der Gesellschaft und damit verbundener Fremdwährungssalden sind Währungsrisiken aktuell von geringer Bedeutung für das Unternehmen. 2.10 Zinsrisiken Zinsrisiken bestehen in Form eines Zinsänderungsrisikos für folgende mit einem variablen Zinssatz abgeschlossene Darlehen:
Im aktuellen Umfeld der Zinserhöhung im Euroraum werden diese Zinsrisiken regelmäßig beobachtet. Für die Steuerung des Zinsänderungsrisikos wird der Abschluss geeigneter Sicherungsgeschäfte - unter Abwägung von Chancen und Risiken - regelmäßig überprüft, um das Risiko eines negativen Effektes auf die Finanz- und Ertragslage zu reduzieren. Die Risiken sind trotz der hohen Inflation aufgrund der vergleichsweise stabilen und vorhersagbaren Zinssituation im Euroraum gering. Insgesamt sind die Zinsrisiken zum Abschlussstichtag von untergeordneter Bedeutung. 2.11 Kreditzusagen und übernommene Finanzgarantien Hanwha Q CELLS hat keine außerbilanziellen Kreditzusagen an externe Unternehmen gewährt. Für von Banken im Namen von Hanwha Q CELLS gegebene Garantien bestehen an die Banken verpfändete Finanzanlagen oder Bürgschaften einer übergeordneten Muttergesellschaft (Parental Guarantees). Im Zusammenhang mit der Finanzierung eines PV-Projektes des assoziierten Unternehmens Burdur Enerji A.S. (Istanbul/Türkei) hat die Hanwha Q Cells GmbH gemeinsam mit einem anderen Gesellschafter die Garantie für einen Bankkredit sowie sämtliche damit zusammenhängende Verpflichtungen in Höhe von 40 Mio. USD übernommen. Der Kredit ist zum Stichtag in Höhe von 9 Mio. USD (Vorjahr 9 Mio. USD) in Anspruch genommen worden. Das Risiko der Inanspruchnahme aus der Garantie wird seitens der Gesellschaft als gering eingeschätzt. 2.12 Umfeldrisiken / politische Risiken Umfeldrisiken auf politisch-rechtlicher Ebene entstehen durch Rahmenbedingungen, die durch die Aktivitäten des Staates, insbesondere der Gesetzgebung, sowie durch die allgemeine Rechtsprechung vorgegeben werden. Neben klimapolitischen Vorgaben stellen auch verbraucherrechtlichen Vorgaben die Unternehmen zunehmend vor neue Aufgaben, die einen erheblichen Einfluss auf Vertrieb, Beschaffung und Kundenverweildauer haben können und die die gesamte Energiewirtschaft vor erhebliche Herausforderungen stellen. Fortlaufende Änderungen und der damit verbundene Anpassungsbedarf der Prozesse belasten die vorhandenen Ressourcen erheblich. Gleichzeitig bedeutet der politische Wille zu einem beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien ein enormes Chancenpotential, das die Hanwha Q CELLS versuchen wird zu nutzen. Daneben stellen geopolitische Veränderungen wie der von Russland begonnene Krieg in der Ukraine eine enorme Unsicherheit für Unternehmen dar. Nicht zuletzt betrifft dies die Verfügbarkeit von Rohstoffen, die Verzögerung oder gar Unterbrechung von Lieferketten (beispielhaft sind hier die Spannungen im Roten Meer mit den Überfällen durch die Huthi-Rebellen auf Handelsschiffe zu nennen) und die gestiegene Unsicherheit für die Energieversorgung von privaten Haushalten und Unternehmen überhaupt. Die Hanwha Q Cells ist gegenwärtig nicht direkt vom Ukraine-Krieg betroffen, weil die Ukraine bislang kein Absatzgebiet für die Gesellschaft ist und auch aus der Ukraine keine Vor- oder Endprodukte bezogen werden. Gleichwohl beeinflusst der Ukraine-Krieg hinsichtlich seines gesamtwirtschaftlichen Einflusses die weitere Entwicklung der Hanwha Q CELLS, so insbesondere durch die steigenden Energiepreise, Verzögerungen in den Lieferketten sowie durch die in 2023 allgemein gestiegene Inflationsrate. Die Geschäftsführung beobachtet regelmäßig die geopolitischen Entwicklungen und misst diesen eine nicht unwesentliche Bedeutung für die eigene geschäftliche Entwicklung bei. III. Prognosebericht Sofern im folgenden Prognosebericht Planzahlen genannt werden, beziehen sich diese auf die Vorschriften nach den IFRS, weil die konzerninterne Berichterstattung und Planerstellung den IFRS-Vorschriften folgen. Für Deutschland geht der Bundesverband Solarwirtschaft für 2024 von einem Gesamtmarkt von 16,5 GW aus. Im für Hanwha Q CELLS wichtigen Segment der privaten Dachanlagen erwartet der BSW allerdings einen Rückgang um 10 % auf 6,6 GW. Grund hierfür ist die gegenüber dem Vorjahr gesunkene Bereitschaft, in private Aufdachanlagen zu investieren, weil sich die Beschaffungspreise für alternative, konventionelle Energiebeschaffung auf einem etwas höheren Niveau als zu Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine stabilisiert haben und politisch veranlasste Förderbedingungen ausgelaufen und nicht erneuert worden sind. Langfristig wird aber in allen Marktsegmenten ein nachhaltiges Wachstum erwartet. Treiber dieses erwartet starken Wachstums ist das Bekenntnis der Politik, die gesetzten Klimaschutzziele im Stromsektor zu erreichen. Hierzu zählt auch die konsequente Ausrichtung auf einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien. Solarenergie ist heute die kostengünstigste Stromquelle und wird einen entsprechend großen Anteil an der künftigen Stromerzeugung stellen. Die Folgen des Klimawandels sind heute weltweit spürbar, und die Bereitschaft zur Investition in klimaschonende Formen der Energieerzeugung steigt. Angesichts dieser weltweiten Entwicklung ist Hanwha Q CELLS sehr zuversichtlich, dass die Branche in eine nachhaltige Wachstumsphase eintreten wird. Nach dem über viele Jahre anhaltend starken Verfall der Marktpreise für Solarmodule hat sich die Geschäftsführung in Abstimmung mit dem koreanischen Headquarter dazu entschieden, den Handel mit PV-Modulen aufzugeben bzw. auslaufen zu lassen. Dieser in 2022 begonnene strategische Wandel zu einem Komplettanbieter von PV-Lösungen (DES-Geschäft) für gewerbliche sowie in der Hauptsache private Endkunden wird konsequent weiterverfolgt. Zu diesem Komplettangebot gehört auch die Vermarktung von Strom aus regenerativen Energien an Endkunden, die im Portfolio der Hanwha Q CELLS ein weiteres wichtiges Standbein in den Geschäftsaktivitäten einnehmen wird. Damit verbunden ist der weitere Aufbau des Geschäfts für B2B-Energiedienstleistungen mittels Power Contracting und Direktvermarktung. Die wachsende Nachfrage nach der Installation von Solaranlagen auf Hausdächern und selbst erzeugtem Strom auf dem Wohnmarkt wird die Gesamtstruktur des Geschäfts von Hanwha Q CELLS im Jahr 2024 und darüber hinaus verändern. Hanwha Q CELLS kann durch die Zusammenarbeit mit Vertriebs- und Installationspartnern einen integrierten Service im Rahmen seines Residential Sell&Bill Business anbieten. Zusätzlich gehören Finanzierungsangebote über das "buy now-pay later" (BNPL) Programm zu den Serviceangeboten an die Kunden. Das Stromhandelsgeschäft hat sich für Hanwha Q CELLS im Jahr 2023 rückläufig entwickelt. Diesen Trend will die Geschäftsführung in 2024 umkehren und wieder in eine Wachstumsphase eintreten. Das Ziel, bis zum Ende des Jahres 2024 bis zu 80.000 Haushalte mit Strom aus erneuerbaren Energien zu beliefern, wurde bereits im Juli 2024 erreicht und soll bis zum Jahresende nochmals erweitert werden. Für das gesamte DES-Geschäft erwartet die Geschäftsführung keine positive Entwicklung, weil für die Umstellung des Geschäftsmodells weiter mit hohen Investitionen gerechnet wird. Diese Investitionsaufwendungen fallen im Wesentlichen für den Ausbau der Vertriebswege, die Steigerung der Kundenzufriedenheit, die hohe Anzahl an neu einzustellendem Personal zum Aufbau der neuen Fachbereiche und für allgemeine Ausgaben für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs an. Zu diesen allgemeinen Ausgaben zählen verschiedene Investitionen in die Erweiterung der IT-Plattformen und die Digitalisierung, die Entwicklung des VPP-Geschäfts sowie Risikoversicherungen und BNPL-Finanzierungskosten für die Entwicklung von Sell&Bill-Geschäftsprodukten. Daneben wird Hanwha Q CELLS den in 2023 begonnene Ausbau von Vertriebspartnerschaften mit auf Online-Sales und Door-to-Door-Vertrieb spezialisierten Unternehmen fortsetzen. Weitere Akquisitionen von Installationsunternehmen für Solaranlagen oder Beteiligungen an solchen sind in 2024 denkbar. Ziel ist es, dabei stärker in lokalen Absatzmärkten vertreten zu sein und die regionale Service Präsenz weiter auszubauen. Aufgrund strategischer Entscheidungen hat sich die Hanwha Q CELLS von ihren Beteiligungen in der Türkei und in Brasilien getrennt. Diese Gesellschaften wurden aufgrund eines Beschlusses des koreanischen Headquarters liquidiert. Die Austragung aus dem örtlichen Handelsregister der brasilianischen Beteiligung erfolgte im Januar 2024. Für das Geschäftsjahr 2024 geht die Geschäftsführung von einem Stromabsatz für Privat-, Gewerbe-, Geschäftskunden von ca. 54 MWh aus. Dabei prognostiziert sie für das Jahr 2024 für den Retailbereich ein Operating Profit in der Größenordnung von rund -5,8 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dieses Ergebnis keine Verbesserung. Das Jahr 2024 wird noch immer durch den Umbau des Unternehmens zu einem Komplettanbieter von Energielösungen geprägt sein, der mit weiteren hohen Investitionen in die Digitalisierung des Geschäfts, Marketingkosten und den Aufbau der Mitarbeitenden verbunden sein wird. Erst in einer weiteren Konsolidierungsphase von ein bis zwei Jahren wird die Basis für ein profitables Wachstum im Endkundensegment geschaffen werden, die neben effektiven Vertriebs- und Beschaffungsprozessen auch effiziente, digitale und kundenfreundliche Anwenderportale beinhalten wird. Ein großes strategisches Augenmerk legt der koreanische Mutterkonzern nach wie vor auf die am Standort Bitterfeld-Wolfen ansässige Forschung und Entwicklung. Im globalen Kontext bildet dieser Standort einen bedeutenden Pfeiler für die technologische Weiterentwicklung in den Produktionsstandorten. Im Jahr 2024 richtet Hanwha Q CELLS den Blick weiter auf die Entwicklung von Solartechnologien der nächsten Generation, wobei das Hauptaugenmerk der zentralen Forschungsabteilung nach den Vorgaben der Konzernmutter weiter auf der Entwicklung und Innovation von neuen n-Typ-Zellen als auch von Perowskit-Tandemzellen liegt. So ist für 2024 die Markteinführung von Modulen mit der neuen Q.ANTUM NEO Technology auf Basis des M10 Wafer Formats geplant. Die zugehörige Technologie wurde am Standort in Thalheim entwickelt und zur Marktreife geführt. Die neue Q.TRON Modulreihe wird neue Maßstäbe in Bezug auf Leistungsklasse, Energieertrag und Langlebigkeit setzen. Die leistungsstärksten Module für Freiflächenanlagen werden dabei im Format 108 Halbzellen bis zu 440 Wp pro Modul aufweisen. Die Ergebnisse der R&D Abteilung sowie die für den Konzern erbrachten globalen QM-Leistungen werden verursachungsgerecht an die empfangenden Konzerngesellschaften verrechnet. Die Weiterverrechnung erfolgt auf Basis einer Cost-Plus Regelung. Bis zum Ende des Monats Juni 2024 wurden 34,2 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum 32,3 Mio. EUR) an Konzerngesellschaften berechnet. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 wird mit einer Weiterverrechnung von ca. 71,5 Mio. EUR gerechnet. Bis Ende des Monats Juni 2024 lagen die Umsätze bei 136,2 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 323,7 Mio. EUR), was gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum eine Verringerung um 42,1 % entspricht (alle Angaben nach IFRS). Die Umsatzverringerung ist i. W. auf den bereits geschilderten strategischen Wandel zu einem Komplettanbieter von PV-Aufdachanlagen zurückzuführen. Das deutlich hochvolumigere Handelsgeschäft mit PV-Modulen wurde hingegen zurückgeführt. Die hinter den Erwartungen zurückgebliebene Umsatzentwicklung für PV-Komplettlösungen bei gleichzeitiger Abschmelzung des PV-Modul Handelsgeschäfts führte zu gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunkenen Umsätzen. Erst mit dem Abschluss einer robusten Digitalisierung, eines ausgereiften und greifenden Marketingkonzepts und einer etablierten Präsenz mit entsprechenden Servicegrundlagen auf lokalen Märkten rechnet die Geschäftsführung, damit profitabel zu werden. Schließlich benötigte es auch eine höhere Bereitschaft der privaten Haushalte verbunden mit entsprechenden Förderanreizen seitens der Politik, in Aufdach-PV-Anlagen zu investieren, um eine gewisse Energieautarkie zu erlangen. Insgesamt würde eine Entspannung in der Bauwirtschaft ganz allgemein und eine Stabilisierung der Zinsen auf einem niedrigeren Niveau zu einer Belebung der Investitionsbereitschaft von privaten und gewerblichen Kunden führen. Andererseits wurde seitens der Politik keine klar erkennbare Linie für Investoren vorgegeben, die erneuerbaren Energien in Deutschland mit entsprechenden Fördermitteln weiter anzukurbeln. Die Änderungen aus der neusten EGG-Novelle versprechen nicht ausreichende Förderanreize, um den Markt für private PV-Aufdachanlagen deutlich zu beleben. Das lange politische Tauziehen um das "Heizungsgesetz" tat sein Übriges, die Verunsicherung bei Investoren weiter zu steigern. Im Gegenzug ist festzuhalten, dass chinesische Hersteller nach einer weitgehenden Beendigung der Lieferkettenprobleme für die Branche der erneuerbaren Energien, den europäischen Markt in einem bisher nicht bekannten Ausmaß mit Solarmodulen versorgen, sodass die Preise für Solarmodule bis Mitte 2024 erneut auf historische Tiefststände sanken. Diese Effekte zusammengenommen führten dazu, dass die ambitionierteren Umsatzziele der Hanwha Q CELLS für 2024 nicht erreicht werden können. Darüber hinaus führt der begonnene und noch nicht abgeschlossene Strategiewechsel mit einer noch im Aufbau befindlichen Fokussierung auf das PV-Aufdachgeschäft zu einem weiteren geplanten Rückgang in der Umsatzentwicklung. Dieser zunächst rückläufige Umsatztrend soll in den kommenden Jahren durch den Umbau des Geschäftsbetriebs hin zu einem Full Energy Solution Provider wieder umgekehrt werden. Für das Gesamtjahr 2024 wird nach einem modifizierten Businessplan mit Umsatzerlösen von 363,1 Mio. EUR gerechnet. Nach derzeitigen Einschätzungen dürfte der tatsächliche Jahresumsatz sogar noch in einer Bandbreite von 20 % bis 30 % unter diesem Businessplan liegen. Bis einschließlich Juni 2024 hat die Gesellschaft ein negatives Ergebnis vor Steuern von 51,2 Mio. EUR (ermittelt nach IFRS) erzielt. Gemäß der weiteren Planung geht die Geschäftsführung bis zum Ende des Jahres von einem deutlich negativen operativen Ergebnis von ca. 74,4 Mio. EUR aus. Im Vergleich zu 2023 geht die Geschäftsführung im Jahr 2024 davon aus, dass sich die Vertriebs- und Verwaltungskosten aufgrund von Preissteigerungen in allen Bereichen weiter erhöhen werden. Um diesem Trend teilweise entgegentreten zu können, hat die Geschäftsführung im Mai 2024 ein Kostensenkungsprogramm gestartet, so dass die betrieblichen Aufwendungen (SG&A ohne COGS) mit einer Maximalhöhe von 111,0 Mio. EUR geplant werden. Die Geschäftsführung beobachtet die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sehr genau. Für die Vermögens- und Ertragslage der Hanwha Q CELLS ist die weitere Entwicklung des Geschäfts mit privaten PV-Aufdachanlagen als dem zukünftigen Hauptumsatzsegment entscheidend. So hat die Geschäftsführung ihre direkte Gesellschafterin, die Hanwha Q CELLS Investment Co. Ltd., mit Einladung vom 17. Mai 2024 zu einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung eingeladen, die am 24. Mai 2024 stattfand. In dieser wurde die Gesellschafterin gemäß § 49 Abs. 3 GmbHG vom hälftigen Verzehr des Stammkapitals unterrichtet. Die Gesellschafterin sicherte anschließend ausreichend liquide Mittel zu, um den Fortbestand der Hanwha Q CELLS GmbH zu gewährlisten. Hanwha Q CELLS wird Investitionen in die Wachstumsstrategie nicht aus eigenen Mitteln finanzieren können. Bereits für Mitte 2024 zeichnet sich ab, dass die Liquidität der Gesellschaft nicht ausreichend sein wird, um den laufenden Geschäftsbetrieb als auch die Investitionen, die für den strategischen Wandel erforderlich sind, aufzubringen. Daneben sind auch kapitalerhöhende Maßnahmen notwendig, um das aufgrund der jahrelang anhaltend negativen Ertragslage angegriffene Kapital zu stabilisieren. Zu diesen Maßnahmen gehören bereits beschlossene oder ausgeführte oder geplante Maßnahmen, die durch jeweilige Letter of Intent von der Muttergesellschaft abgesichert sind:
Für den Fall, dass die Liquidität zur Finanzierung des anstehenden Wachstums und der geplanten Innovationen nicht ausreicht, stehen weitere Finanzierungshilfen durch die Muttergesellschaft bzw. durch den Hanwha-Konzern zur Verfügung. Zur Planung des Liquiditätsbedarfs findet ein laufendes Monitoring durch die Controlling-Abteilung in enger Abstimmung mit dem Headquarter in Korea statt. Darüber hinaus werden auch verstärkt Finanzierungen über Geschäftsbanken vereinbart, die durch den Mutterkonzern abgesichert werden. In diesem Zusammenhang hält die Hanwha Q CELLS laufend Kontakt mit deutschen und ausländischen Banken. Darüber hinaus haben Kostenkontrollen und die Einhaltung des gesetzten und mit dem Hanwha Konzern abgestimmten Aufwandsbudgets in der Strategie der Geschäftsführung eine sehr hohe Priorität. Aufgrund der oben geschilderten Maßnahmen ist eine bilanzielle Überschuldung innerhalb des Prognosezeitraums derzeit nicht angezeigt. Eigenkapital ist in ausreichendem Maße vorhanden bzw. ist von der Muttergesellschaft in Aussicht gestellt. Die künftige Finanzierung der Gesellschaft wird durch Maßnahmen der Gesellschafterin gewährleistet, indem weitere Eigenkapitalzuführungen mittels Zuzahlung in die Kapitalrücklage von rund 30,0 Mio. Euro durchgeführt werden sollen. Zudem besteht zur Absicherung der Finanzierung die zeitlich unbefristete Patronatserklärung der ultimativen Muttergesellschaft, Hanwha Solutions Corp., Seoul/Südkorea, vom 11. März 2022. Demgemäß ist die Hanwha Q CELLS auf die Finanzierung durch die Gesellschafterin angewiesen. Diese Ereignisse und Gegebenheiten zeigen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko darstellt. Der Prognosebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen zur Entwicklung der Hanwha Q CELLS. Diese Aussagen beruhen auf heutigen Annahmen und Einschätzungen und unterliegen insofern Unsicherheiten. Auch wenn die Geschäftsführung davon überzeugt ist, dass die getroffenen Annahmen und Planungen zutreffend sind, können tatsächliche Entwicklungen und Ergebnisse in der Zukunft aufgrund einer Vielzahl von internen und externen Faktoren hiervon abweichen. Neben den aktuellen geopolitischen Veränderungen beeinflusst die globale wirtschaftliche Entwicklung die Rohstoff-, Einkaufs- und Absatzpreise. Zukunftsprognosen werden durch eine wachsende Anzahl an unsicheren Parametern in einer zunehmend komplexeren und schnelllebigeren Welt schwieriger. Positiv sieht die Geschäftsführung den erkennbaren politischen Willen, die Energiewende in Deutschland schneller voranzutreiben. Die tatsächliche Umsetzung dieser Willensbekundung hängt wiederum von einer Vielzahl von Faktoren, wie z. B. der ausreichenden Verfügbarkeit von Installationsbetrieben und möglicher weiterer Förderbedingungen ab. IV. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f. HGB Auf Basis des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat die Geschäftsführung die Zielquote des Frauenanteils für den am 1. Januar 2022 beginnenden Erfüllungszeitraum mit einer Dauer bis zum 31. Dezember 2026 festgelegt. Die Hanwha Q CELLS hat keinen Aufsichtsrat. Bisher ist kein Antrag zur Gründung eines Aufsichtsrats gestellt worden. Die strategische Ausrichtung der Gesellschaft wird über die übergeordnete Muttergesellschaft, die Hanwha Solutions Corp., Seoul, Süd-Korea, mitbestimmt und überwacht. An der Gründung eines Aufsichtsrates besteht insofern kein Interesse. Mit der Verabschiedung des Zweiten Führungspositionen-Gesetz FüPoG II hat die Hanwha Q CELLS die Verpflichtung über die Frauenquote in Führungspositionen zu berichten. Die Zielgröße für den Frauenanteil in der Geschäftsführung wird aus den folgenden Gründen auf 0% gesetzt. Bei der Besetzung der Geschäftsführung durch die Hanwha Solutions Corp. ist grundsätzlich keine angemessene Berücksichtigung bzw. Beteiligung von Frauen vorgesehen. Vielmehr stehen Eigenschaften wie die Persönlichkeit, der Sachverstand und eine Führungskompetenz in international geprägten Konzernstrukturen im Vordergrund. Hinzu kommt die Notwendigkeit gegenüber der übergeordneten Muttergesellschaft, auf Koreanisch kommunizieren zu können sowie intern mindestens mit einem guten Englisch. Die Geschäftsführung wurde bisher stets durch koreanisch-stämmige Herren besetzt. Die Einführung einer Frauenquote in der Geschäftsführung allein aus Gründen der Chancengleichheit wird seitens des Gesellschafters nicht befürwortet. Grundsätzlich soll die Besetzung einer Geschäftsführungsposition unabhängig vom Geschlecht erfolgen, sondern vielmehr von den notwendigen Kompetenzen für diese Position bestimmt werden. Bisher haben sich im Hanwha Konzern keine Frauen dafür gefunden. Der Frauenanteil in den obersten drei Führungsebenen stellt sich wie folgt dar:
Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, 30. August 2024 Geschäftsführung Moon Hwan Cha Sungyong Jung Mog Jongmin Kang Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Hanwha Q CELLS GmbH, Bitterfeld-Wolfen OT Thalheim Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Hanwha Q CELLS GmbH, Bitterfeld-Wolfen OT Thalheim, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Hanwha Q CELLS GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die im Abschnitt 4. des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angabe im Abschnitt "1. Allgemeine Erläuterungen" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "III. Prognosebericht" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft zur Sicherung der Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs als auch der Investitionen, die für den strategischen Wandel erforderlich sind, auf Basis der aktuellen Finanzierungs- und Liquiditätsplanung Finanzierungsmaßnahmen eingeleitet hat. Die künftige Finanzierung der Gesellschaft soll durch weitere Maßnahmen der Gesellschafterin mittels Zuzahlung in die Kapitalrücklage von rund EUR 30,0 Mio erfolgen. Zudem besteht zur Absicherung der Finanzierung die zeitlich unbefristete Patronatserklärung der mittelbaren Muttergesellschaft, Hanwha Solutions Corp. Seoul/Südkorea, vom 11. März 2022. Wie im Abschnitt "III. Prognosebericht" im Lagebericht und im Abschnitt "1. Allgemeine Erläuterungen" im Anhang dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die im Abschnitt IV. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB des Lageberichts enthalten ist. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Leipzig, den 9. September 2024 KPMG
AG
Strom, Wirtschaftsprüfer Wolf, Wirtschaftsprüferin |
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