Selecta Spielzeug AG
Römerstraße 1, 83533 Edling, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Matthias Menzel seit 30.1.2017 | Vorstandsmitglied |
Bernd Stocker seit 4.10.2016 | Vorstandsmitglied |
Bernhard Bies seit 15.11.2005 | Prokura |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Selecta Spielzeug AGEdlingJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2013 bis zum 31.03.2014Lagebericht1. Grundlagen des Unternehmens Geschäftsmodell: Die Selecta Spielzeug AG entwickelt Holzspielzeuge für Babys und Kleinkinder, Kinderspiele und Rollenspielmaterial. Diese werden im eigenen Schreinereibetrieb gefertigt bzw. von kleineren Schreinereien in Deutschland bezogen. Notwendige Materialien wie Verpackung, Kartonteile, Kunststoffteile etc. werden von deutschen Lieferanten bezogen. Die Montage der Produkte erfolgt überwiegend in Deutschland, einige Produkte werden in Tschechien in Montagebetrieben zusammengebaut. Die Qualitätskontrolle der fertigen Spielzeuge erfolgt vor Auslieferung an den Kunden im eigenen Haus. Der Vertrieb läuft hauptsächlich über den Spielzeugfacheinzelhandel, Kauf- und Warenhäuser sowie Spielwarenfilialisten im In- und Ausland. Zusätzlich werden Zukaufsartikel zur Abrundung des Sortiments mitvertrieben, hier handelt es sich aktuell um Holz-Magnetbausteine der Marke TEGU aus den USA sowie textile Geschenke für Babys der Marke Bellybutton. Forschung und Entwicklung Die Entwicklung der neuen Spielzeuge orientiert sich hauptsächlich am Bedarf der Kinder. Hier werden durch Beobachtung in Krippen, Testfamilien, Kindergärten und Schulen sowie durch Gespräche mit Therapeuten, Erziehern und Lehrern die Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die dazu notwendigen Spielmaterialien erarbeitet. Interne und auch externe Designer fertigen dann den Entwurf des Spielzeugs, bauen den Prototypen und nach ausgiebigen Tests in Referenzgruppen wird das Spielzeug durch die internen Mitarbeiter der Produktentwicklung und tech. Produktionsvorbereitung serienreif gefertigt. 2. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Entwicklung in der Spielwarenbranche hat sich im Berichtsjahr weiter zugespitzt und polarisiert. Die großen Markenanbieter verlagern Ihr Geschäft immer stärker auf das online-Business, den kleinen Fachhändlern gehen damit Erträge verloren. Kleine Markenanbieter wie Selecta verlieren dadurch deutlich an Fachhändlern, die entweder über mangelnde Frequenz zu klagen haben oder Ihr Geschäft aufgeben müssen, da die Kosten nicht mehr erwirtschaftet werden können. Mangels vorliegender Marktdaten orientiert sich Selecta an den Aussagen seiner größten Kunden, diese vermelden eine Umsatzstagnation, wobei einige Lieferanten zu den Gewinnern zählen, andere wiederum zunehmend vom Markt verdrängt werden. Die Hauptabsatzmärkte im Ausland haben sich sehr unterschiedlich entwickelt. Der Export war weiterhin beeinflusst durch die Auswirkungen der Finanzkrise, insbesondere durch stark schwankende Währungskurse sowie einzelne nicht steuerbare Geschäftsentscheidungen von ausländischen Großabnehmern. Geschäftsverlauf Selecta konnte bei den stationären Fachhändlern, die auch im Weihnachtsgeschäft 2013 nicht geschlossen haben, den Umsatz auf Vorjahresniveau halten. Die Umsatzverluste waren hauptsächlich bedingt durch Geschäftsschließungen von Facheinzelhändlern bzw. bei Filialisten, die sich verstärkt auf Direkt-Importe und Eigenmarken aus Asien konzentrieren. Die Geschäftsschließungen führten dann zu nicht vorhersehbaren Umsatzverlusten im 1. Quartal 2014, dem letzten Berichtsquartal des Geschäftsjahres. Der Online-Handel konnte für Selecta nicht wachsen, da viele der Produkte mit Endverbraucherpreisen von 10-20 Euro für den günstigen "Kaufrausch" im Internet nicht geeignet sind. Der Gesamtumsatz ging bei Selecta im Berichtszeitraum um 16,7% (Vorjahr 12,9%) zurück. Vermögenslage Das Gesamtvermögen beträgt zum Bilanzstichtag 11.516 T€ (Vorjahr: 11.159 T€). Die Anlagegüter haben einen Gesamtwert von 5.694 T€ (Vorjahr: 5.937 T€). Der Forderungsbestand sank leicht um 71 T€, bedingt durch den Umsatzrückgang. Durch den Umsatzrückgang insb. im Weihnachtsgeschäft und im Nachordergeschäft nach Weihnachten stieg der Bestand an Fertigerzeugnissen um 358 T€ (im VJ - 103 T€) an. Die RHB sind leicht gesunken, da im Vorjahr bereits ein Niveau erreicht wurde, welches für einen 40 bis 60 Stunden-Betrieb pro Woche ausreicht. Die unfertigen Erzeugnisse sind um 365 T€ (im VJ +277 T€) angestiegen. Dafür verantwortlich war hauptsächlich die Erst-Losgrößenproduktion von Neuheiten und die Erstserienfertigung von Bestandsartikeln, die bisher zugekauft wurden, es setzt sich hier die Entwicklung aus dem GJ 12/13 fort. Im Geschäftsjahr GJ 14/15 wird ein Lagerbestandsabbau insb. bei den UFE erfolgen, da der Effekt der großen Erst-Losgrößen wegfällt und für Standardartikel des Verkaufsprogramms, die bereits in den Folgeserien produziert werden, kleinere Serien gefertigt werden können. Gleichzeitig wird durch eine Sortimentsbereinigung die Anzahl der Serien, die gefertigt werden müssen, reduziert. Bei gleichzeitiger Mehrfachverwendung von Teilen können somit Lagerbestände abgebaut werden. Der Bestand an liquiden Mitteln lag am Stichtag bei 56 T€ (Vorjahr: 54 T€). Die von Banken zugesagten Kreditlinien wurden bedingt durch die Geschäftsentwicklung zum Bilanzstichtag voll in Anspruch genommen. Die den Kunden gewährten langen Zahlungsziele, die im Wettbewerbsumfeld notwendig sind, und die zum Bilanzstichtag mit den Lieferanten vereinbarten relativ kurzen Zahlungsziele führen zunehmend zu Liquiditätsengpässen. Bedingt durch die Umsatzplanung für das 1. Quartal 2014, die dann nicht erreicht wurde, kam es zu Bestandsaufbauten, die die Liquidität weiter verschlechterten. Das Unternehmen wird in den nächsten Monaten auf der Kostenseite weitere Einsparungen vornehmen um keine zusätzlichen Mittel zu benötigen. Die Liquiditätsengpässe müssen durch Anpassung von Zahlungszielen, die mit den Lieferanten zu verhandeln sind, entzerrt werden. FinanzlageDurch den erneuten Verlust im abgelaufenen Wirtschaftsjahr ist das bilanzielle Eigenkapital des Unternehmens um 116 T€ auf 1.268 T€ gesunken. Zusätzlich stehen am Bilanzstichtag Gesellschaftermittel in Höhe von 1.578 T€ (Vorjahr: 1.585 T€) und ein partiarisches Darlehen in Höhe von 300 T€ (Vorjahr: 300 T€) zur Verfügung, welche dem wirtschaftlichen Eigenkapital zuzurechnen sind und unter den sonstigen Verbindlichkeiten passiviert sind. Insgesamt steht dem Unternehmen somit 27,3% an wirtschaftlichem Eigenkapital zur Verfügung. Die Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten sind im Vergleich zum Vorjahr von 6.223 T€ um 67 T€ auf 6.290 T€ gestiegen. Die liquiden Mittel haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt: Im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sind dem Unternehmen netto 263 T€ zugeflossen (VJ 317 T€). Investiert wurde im Geschäftsjahr in einige kleinere Erweiterungen im Maschinenpark der neuen Drehteilproduktion (49 T€) und in immat. Vermögensgegenstände (287 T€). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei -328 T€ (VJ -358 T€). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei +67 T€ (VJ ) Insgesamt liegt der netto Finanzmittelbestand am Ende des GJ bei 56 T€ (im VJ 54 T€) und somit nahezu unverändert zum Vorjahr. Ertragslage Die Umsatzerlöse sinken insgesamt von 6.277 T€ auf 5.232 T€. Das entspricht einem Umsatzrückgang von 16,6%. Der Inlandsumsatz reduzierte sich um 16%, der Umsatz in der EU ging um 14% zurück und der Umsatz im außereuropäischen Bereich sank um 6%. Europa verlor extrem stark im letzten Quartal des Berichtsjahres (- 41%), Grund hierfür ist auf Nachfrage bei den Vertriebspartnern die generell schlechte Konjunktur bedingt durch die Euro-Krise. Bedingt durch den erneuten Umsatzrückgang und die höheren Wareneinsätze als geplant, liegt das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Berichtszeitraum bei -125 T€ (VJ -155 T€). Erwartet und geplant für dieses Jahr waren rd. +-0T€. Die weiteren GuV-Positionen haben sich wie folgt entwickelt: Die Warenbeschaffung sinkt um 268 T€ auf 1.769 T€ (VJ 2.037 T€). Die rechnerische Wareneinsatzquote liegt in diesem Jahr somit bei 27,6% (VVJ 34,9%; VJ 29,4%) und sinkt somit im Mehrjahresvergleich stetig. Hier zeigen sich die geplanten positiven Effekte des Neubaus der Produktionshalle. Die Produktion hat im Berichtsjahr an Effizienz hinzugewonnen, trotz sinkender Umsätze konnten letztmalig Fremdaufträge in die eigene Produktion geholt werden, und somit die Fixkosten auf den Output besser verteilt werden. Die Personalkosten sind im Geschäftsjahr von 2.244 T€ im Vorjahr um 113 T€ auf 2.131 T€ gesunken (im Vorjahr Rückgang um 387 T€). Der Rückgang fällt geringer aus als im Vorjahr, da die negative Entwicklung des Umsatzes erst spät im Berichtsjahr eingesetzt hat und eine Reaktionsmöglichkeit für das GJ nicht in größerem Umfang möglich war. Die Abschreibungen steigen um 35 T€ auf 571 T€ (im VJ Anstieg um 119 T€) durch geplante Abschreibungen auf aktivierte Produktentwicklungskosten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken im Berichtszeitraum insgesamt um 218 T€ (VJ -365 T€) auf 1.785 T€. Darin sind neben sinkenden umsatzvariablen Kosten (Lizenzen und Provisionen, Kosten des Versands) auch Einsparungen anderen Kostenbereichen realisiert worden. Das Finanzergebnis liegt mit insgesamt -278 T€ um 9 T€ niedriger als im Vorjahr. Es ergibt sich somit insgesamt ein Jahresfehlbetrag 116 T€ (Vorjahr: Fehlbetrag 58 T€). 3. Nachtragsbericht Zum Bilanzstichtag standen Betriebsmittelkredite in Höhe von 4.558 T€ zur Verfügung, diese wurden auch in Anspruch genommen. Die Liquiditätsplanung sah vor, das es im Juli 2014 zu einem Liquiditätsengpass käme, wenn keine Zwischenfinanzierung aufgenommen werden kann bzw. die bis zum Juli 2014 zur Verfügung stehenden Betriebsmittelkredite nicht verlängert werden würden. Die ausgereichten Kontokorrentkredite aller Banken sind als b.a.w (bis auf weiteres) ausgereicht bzw. wurden im Juli 2014 bis zum 28. Februar 2015 verlängert. Die im laufenden Geschäftsjahr 14/15 benötigte Zwischenfinanzierung in Höhe von 500 T€ steht seit dem 14. August 2014 durch einen strategischen Investor ebenfalls bis 28. Februar 2015 zur Verfügung. Wir gehen davon aus, das die Kredite ab dem 28. Februar 2015 verlängert werden, da sich Geschäftschancen durch den neuen strategischen Investor bieten, durch die mittelfristig sowohl Umsatzsteigerungen als auch Kostenreduzierungen sich positiv auf die Liquidität auswirken werden. Die Zwischenfinanzierung kommt von einem strategischen Investor. Verbunden mit dieser Finanzierung ist der Zugang zu einer Vertriebskooperation mit einem führenden Konzern im Bereich Kindermode und Accessoires. Diese Vertriebskooperation wird bis März 2015 inhaltlich geplant und zum 31. März 2015 umgesetzt. Im GJ 15-16 entsteht durch die Synergien eine Kostenreduktion im Vertrieb sowie eine Vergrößerung der Händlerbasis und ein erweitertes Produktportfolio, welches wir bei den vorhandenen Produktionskapazitäten auch umsetzen können. 4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Langfristig geht man wie im Vorjahr in der Spielwarenbranche von einer stagnierenden Nachfrageentwicklung aus Sicht der Konsumenten aus. Dabei wird es weiter eine Konzentration auf der Anbieterseite geben, es werden weitere Absatzmittler (insb. kleinere und mittlere Facheinzelhandelsgeschäfte) vom Markt verschwinden. Eine klare Markenstrategie sowie eine Fertigung in Deutschland sind weiterhin Faktoren, die die Entwicklung des Unternehmens positiv beeinflussen können. Allgemein bleibt es bei der Einteilung der Konsumenten in zwei Kundengruppen: Jene, die nur auf den Preis schauen und jene, die bereit sind, für Qualität mehr zu bezahlen. Das mittlere Segment verliert weiter deutlich. Darüber hinaus führt ein im Vergleich zu den Vorjahren verstärkter Abwanderungsprozess von vielen Konsumenten weg vom Fachhandel hin zum Internet-Browsen statt. Hier muss jedoch unterschieden werden zwischen den Konsumenten, die im Internet günstig einkaufen und denjenigen, die dort Beratung und Information bis hin zu Kaufempfehlungen und "Lieblings-Online-Händler" suchen. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass nicht zwangsläufig im Internet gekauft wird, sondern teilweise nur über soziale Netzwerke über Produkte und Shopping-Erlebnisse kommuniziert wird. Hier setzt die neue Selecta Marketingstrategie an, um über diese online-Medien Käuferinteresse zu wecken und den Kauf dann vom Selecta Produkt entweder in einem von uns aktiv gesteuerten Online-Kanal abzuschließen oder unseren Fachhandelskunden zuzuführen. Internetkunden bedürfen einer eigenen Pflege und Betreuung, da die Anforderungen hier für die Konsumentenansprache anders sind als beim stationären Fachhandel. Dem haben wir durch geeignetes neues Personal Rechnung getragen. Es verändern sich die Rahmenbedingungen nicht und Selecta konzentriert sich im laufenden Geschäftsjahr ausschließlich auf die Konsolidierungsphase, Kostenanpassung, Lageranpassung sowie Neukundengewinnung durch strategische vertriebliche Partnerschaften. Unter Berücksichtigung aller Faktoren gehen wir für das aktuelle Geschäftsjahr 2014/15 sehr konservativ von einem Umsatzrückgang aus, der sich im Bereich klassisches Holzspielzeug beica. -15 % bewegen wird. Die Umsatzverluste entstehen zur Zeit weiterhin durch den kleiner werdenden Kundenkreis von Selecta im Inland und durch die im Wettbewerbsumfeld relativ teuren Abgabepreise für Kunden im europäischen Ausland. Unter Berücksichtigung der neuen Holzspielzeuge mit der Lizenz Bellybutton sowie der neu eingeführten Handelsware TEGU (ein amerikanisches Magnet-Holzklotz-System, welches innovativ und einzigartig auf dem Markt ist) liegt die Umsatzerwartung insgesamt bei -13%. Die gesamte Kostenstruktur wurde darauf abgestellt und geplant. Entsprechende Maßnahmen wurden bzw. werden eingeleitet. Im Rahmen der Restrukturierung arbeitet die Geschäftsleitung seit Mai 2014 zu zweit, tätig sind der Vorstand (Matthias Menzel, Vertrieb, Marketing, Finanzen & Controlling) sowie Einzelprokurist (Bernhard Bies, Produktion, Einkauf, Logistik, Entwicklung). Die damit geschaffene Effizienzstruktur durch flache Hierarchie und kurze Wege hat im letzten Jahr bereits gezeigt, dass zusammen mit den Mitarbeitern ein flexibles System der laufenden Kontrolle, Anpassung und Veränderung geschaffen wurde. Damit kann zusammen mit der flexiblen Eigenfertigung auf die Schwankungen des Absatzmarktes zeitnah reagiert werden. Die Umsatzentwicklung im aktuellen GJ 14/15 (April bis Juli) liegt zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bei -15% und das Betriebsergebnis liegt zum Zeitpunkt Juli 2014 um 132 T€ besser als im Vorjahr. Hier zeigen sich trotz Umsatzrückgang die Optimierungen im Fertigungsprozess, die reduzierten Wareneinsatzkosten durch kleinere Losgrößen und die geringere Anzahl Artikel, die gefertigt werden müssen. Außerdem wirken sich Einsparungen durch Kurzarbeit positiv auf die Personalkosten aus. Gesunkene variable Vertriebskosten und insg. ein straffes Kostensparkonzept bei den sonst. betrieblichen Aufwendungen führt ebenfalls zu dieser Verbesserung des Ergebnisses. Für das zweite Kalenderhalbjahr erwarten wir durch die bereits im April und Juli 2014 vorgestellten Neuheiten mit Lieferterminen September und Oktober 2014 und durch die hohen Auftragsbestände für die neu eingeführte Marke TEGU (110 T€ für Lieferung Oktober, Wareneingang aus den USA für Anfang Oktober geplant) eine gute Grundlage für das Weihnachtsgeschäft 2014. Darstellung bestandsgefährdender Risiken Das Unternehmen hat aufgrund seiner strategischen Marktausrichtung in den Produktionsstandort investiert und dadurch eine Fixkostensituation geschaffen, bei der stetige Umsatzrückgänge zu Ertrags- und Liquiditätsengpässen führen. Die im Unternehmen über viele Jahre geschaffene Vertriebsstruktur ist für den derzeitigen und zukünftigen Umsatz des Unternehmens zu kostenintensiv. Beide Faktoren zusammen führen dazu, dass das Unternehmen ohne Einleitung von Maßnahmen bei einer normalen Weiterführung der bisherigen Aktivitäten ein bestandsgefährdendes Risiko in den nächsten 12 Monaten zu erwarten hat. Das Unternehmen hat bei Kenntnis dieser Situation reagiert und den im Rahmen der Liquiditätsplanung aufgetretenen Engpass im August 2014 durch eine Zwischenfinanzierung behoben. Die eingeleiteten Maßnahmen führen nach unserer Auffassung in den nächsten Monaten zu positiven Effekten bei Umsatz und Kosten. Sie bestehen zum Einen in den zu erwartenden Synergieeffekten mit dem strategischen Partner, zum Anderen in den bereits in den ersten Monaten des laufenden GJ 14/15 gezeigten Kostenreduktionen im Bereich Wareneinsatz, Lagerbestandsreduzierung sowie einem bereits eingeleiteten Konsolidierungskurs bei den sonst. betrieblichen Aufwendungen. Diese Maßnahmen werden sich auch positiv auf die Liquidität auswirken. Die Geschäftsleitung geht somit davon aus, das die genannten Risiken durch die eingeleiteten Maßnahmen beherrschbar sind. Wesentliche Risiken a) Beurteilung und Erläuterung der wesentlichen Risiken · strategische Risiken Hierbei handelt es sich insbesondere um die Bedrohung der Kernkompetenzen "made in Germany" sowie "hochwertige pädagogisch wertvolle Spielzeuge aus Holz" · Marktrisiken Hierunter fallen Veränderung der Kundenwünsche, Änderungen der Handelsstruktur und die daraus entstehenden Veränderungen der Wettbewerbsposition sowie der Einfluss von Wechselkursen und Kaufkraftentwicklungen der Bevölkerung in den jeweiligen Abnahmeländern. Außerdem können z.B. Umwelteinflüsse volkswirtschaftliche Auswirkungen haben, die dann die Kaufentscheidungsprozesse verändern. Neue Anbieter im Billigsegment können ebenfalls eine Veränderung der Kaufentscheidung herbeiführen · Rechtliche und politische Risiken Hierbei handelt es sich insbesondere um die Produkthaftung. Hinzu kommen zusätzliche Prüfanforderungen und Produktänderungen, die durch laufende Änderungen der geltenden EU-Richtlinien bzw. anderen Länderrichtlinien wie z.B. in den USA (CPSCIA) oder Japan (Food-Health-Regulations) herbeigeführt werden. · Wert-Leistungsrisiken Hier handelt es sich um Kapazitätsengpässe in der Eigenproduktion bzw. bei Lieferanten, um die Einhaltung von Qualitätsstandards und um eine DB-orientierte Produktvor- und - nach-kalkulation. Abweichungen von der Jahresplanung mit langen Reaktionszeiten bedingt durch z.B. Arbeitsgesetze oder andere Rahmenbedingungen können dazu führen, dass Maßnahmen erst im Folgegeschäftsjahr greifen. b) Beschreibung des Risikomanagements und Risikocontrolling Die Tätigkeit des Unternehmens ist einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit ihrem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Das Unternehmen sieht sich einer Vielzahl von Risiken gegenüber, die in einem umfassenden Risikomanagement-Controllingsystem abgebildet sind und laufend aktualisiert werden. Es wird darauf geachtet, dass wechsel- oder gegenseitige Abhängigkeiten sowohl auf der Beschaffungsseite als auch auf der Vertriebsseite erst gar nicht entstehen. Die operative Steuerung erfolgt mittels eines Kennzahlensystems, das die laufende Analyse der Kosten- und Ertragsstruktur ermöglicht. Das System wird laufend erweitert und in Richtung eines dynamischen Kennzahlencontrollings aktuell abgebildet. Aufgrund der aktuellen Ereignisse der Finanzkrise wurde bereits im Vorjahr ein 14-tägiges Kennzahlencontrolling eingeführt, um die Liquidität (insb. Zahlungseingang und Ausgaben für Wareneinsatz) zu überwachen. Die Kontrollmaßnahmen sind direkt bei beiden geschäftsleitenden Führungskräften (Prokurist Materialwirtschaft und Vorstand Entwicklung, Vertrieb) angesiedelt. c) Quantifizierung der Risiken Umsatzverluste aufgrund von Produktionsengpässen bzw. kurzfristigen Liquiditätsengpässen könnten sich auf ca. 5 % des Jahresumsatzes belaufen. Marktbeeinflussende Umsatzverluste, die höher ausfallen als in den Planungen angesetzt können sich ebenfalls auf ca. 5% des Jahresumsatzes belaufen. Die Gesamtauswirkungen beider Effekte liegen somit bei 10% Veränderung zur Planung. Größere Kostensteigerungen im Bereich von externen Lieferanten, RHB und im sonst. Aufwand sind aufgrund der vorherrschenden Marktlage im kommenden Geschäftsjahr nicht zu erwarten. Überkapazitäten im Bereich der Produktion durch Umsatzrückgänge sind durch flexible Arbeitszeitverträge sowie die Möglichkeit von Kurzarbeit zu begegnen. Die Gesamtauswirkungen dieser Risiken beeinflussen dann unmittelbar die Liquiditätslage des Unternehmens. d) Risikobewältigungsmaßnahmen Marktrisiken a) Absatzmarkt: Wir sind davon überzeugt, dem Handel eine renditestarke Produktpalette zu bieten, mit der eine deutliche Abhebung von Billiganbietern gelingt. Marktgerechte Neuheiten sowie ein funktionierendes Vertriebsnetz durch einen aktiven Außendienst sichern die nötige Nähe zum Markt. Verstärkt wird dieser gewünschte Effekt durch die Hinzunahme von Handelswaren, die das Angebot von Selecta beim Handel horizontal durch nicht-komplementäre Produkte ergänzt. Durch die neu geschaffene Vertriebskooperation mit einem marktführenden Konzern ist das Unternehmen in der Lage, die Kosten des Vertriebsnetzes mit dem strategischen Partner zusammenzuführen, um somit für das Unternehmen Kosten zu sparen. Gleichzeitig entstehen dadurch neue Zugänge zu Händlern, die bisher nicht zum Kundenstamm von Selecta zählen. Diese Weiterführung der horizontalen Diversifizierung ist für das Unternehmen eine eingeleitete Maßnahme, um dem bestandsgefährdenden Risiko in den nächsten 12 Monaten zu begegnen. b) Beschaffungsmarkt: Die hohe Qualitätsanforderung zieht sich durch die gesamte Wertschöpfungskette. In bestimmten Teilbereichen gibt es nur wenige Lieferanten, die diese Anforderungen zusammen mit einer hohen Liefertreue erfüllen können. Deswegen streben wir mit den wichtigsten Lieferanten eine enge, langfristig angelegte Zusammenarbeit an und stärken unsere Eigenfertigung durch Investitionen in den Maschinenfuhrpark und in Mitarbeiterschulungen. Langfristig wurden durch die Entscheidung, eine neue Produktionshalle zu bauen, die Weichen für eine noch stärkere Eigenfertigung gestellt. Damit werden wir weitestgehend unabhängig von externen Lieferanten. Die positiven Effekte zeigen sich auf der Kostenseite durch reduzierte Wareneinsätze bei ähnlichem Produktionsoutput. Finanzrisiken Den aus möglichen Liquiditätsengpässen unserer Kunden entstehenden Risiken wird durch eine zeitnahe und vorausschauende Überwachung begegnet. Im Rahmen des Einzugsverfahrens oder Delkredere-Abrechnung werden mögliche Risiken minimiert. Teile der Exportumsätze werden über Vorkasse oder Dokumenteninkasso abgewickelt. Der Rest wird über eine positive Kontoerfahrung überwacht. Ein laufendes Mahnwesen unter Einbeziehung der Außendienstmitarbeiter bzw. Handelsvertreter sichert die Nähe zu aktuellen Kundeninformationen. Lieferantenkredite werden regelmäßig verhandelt und mit strategisch wichtigen Lieferanten wurden aufgrund der angespannten Liquiditätslage verlängerte Zahlungsziele vereinbart. Ein wöchentliches Update von Zahlungseingang und erwartetem Zahlungsausgang im Rahmen des Cash-Controllings trägt dazu bei, die Liquiditätssituation laufend zu überwachen. Interne Risiken Durch kollegiale Zusammenarbeit, eine flache Hierarchie und dem Ausbau eines freundlichen Betriebsklimas begegnen wir möglichen Risiken. Die Neustrukturierung auf eine nur zweiköpfige Geschäftsleitung hat die Nähe zu den Mitarbeitern abteilungsübergreifend weiter gestärkt und die Einbindung der Mitarbeiter in die Entscheidungen führt zu unternehmerisch denkenden Mitarbeitern, die ihrerseits ein laufendes "Controlling" ihrer Arbeit betreiben und aktiv mit Verbesserungsvorschlägen auf die Geschäftsführung zugehen. Der Einsatz von Kurzarbeit im Jahre 2012 und aktuell im Sommer 2014 hat zu keiner Abwanderung von Mitarbeitern geführt. Chancen Das Unternehmen hat in den letzten 4 Jahrzehnten bei den Konsumenten und auch bei den Händlern einen Markenwert erreicht, der zukünftig weiter genutzt werden kann. Durch die neue Vertriebskooperation ab dem Geschäftsjahr 15/16 kann das Unternehmen die fehlenden Umsätze durch Geschäftsschließungen bei Facheinzelhändlern kompensieren und verbessern durch den Zugang zu neuen Handelspartnern. Gleichzeitig ist dadurch der Zugang zu "Eigenmarken Holzspielzeug" für führende Kindermodelabels geöffnet. Abschließend eröffnet sich dadurch ein guter Marktzugang zu verschiedenen Auslandsmärkten, in denen Selecta derzeit nicht tätigt ist, da im Rahmen der Vertriebskooperation die dortigen Verkaufsniederlassungen genutzt werden können. Mit der Vertriebskooperation verbunden ist eine Reduzierung der Vertriebskosten und eine Auslastung der Fertigung. Beide Maßnahmen wirken einer möglichen Bestandsgefährdung entgegen, da diese durch die hohen Vertriebskosten und die Fixkosten im Bereich der Eigenfertigung entstehen. Die bereits im Berichtsjahr begonnene Strategie der Fremdfertigung von Holzteilen für andere Industriezweige (z.B. Halbfertigerzeugnisse für die Möbelindustrie) trägt bereits jetzt zu einer Verbesserung der Auslastung bei und wird zukünftig weiter ausgebaut. Bedingt durch den immer kleiner werdenden Anbietermarkt von Holzteilen für die Spielzeug- und Gesellschaftsspielindustrie bieten sich weitere Möglichkeiten der Produktionsauslastung durch die Hereinnahme von Fremdaufträgen.
Edling, den 20. Oktober 2014 gez. Matthias Menzel, Vorstand BilanzAKTIVA
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangI. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS, ZU BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. v. § 267 HGB. Von den ihr eingeräumten Erleichterungen bei der Aufstellung des Anhangs gemäß § 288 Abs. 2 HGB macht die Gesellschaft Gebrauch. Bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung werden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet: Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Sachanlagen werden mit den um planmäßige Abschreibungen verminderten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten angesetzt. Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem nachfolgenden Anlagespiegel (Anlage 1.3 Seite 2). Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten oder mit den niedrigeren Wiederbeschaffungswerten bewertet. Unfertige Erzeugnisse sowie fertige Erzeugnisse werden mit Herstellungskosten bewertet. In die Herstellungskosten wurden die Materialeinzel- und -gemeinkosten sowie die Fertigungseinzel- und -gemeinkosten einbezogen. Vom Einbeziehungswahlrecht gem. § 255 Abs. 2 S. 3 HGB hat die Gesellschaft Gebrauch gemacht. Bei der Ermittlung der Zuschlagsätze wurden allgemeine Verwaltungskosten insgesamt in Höhe von TEUR 846 (Vj. TEUR 848) berücksichtigt. Bei den einbezogenen Kosten handelt es sich im Wesentlichen um Personal- und EDV- Kosten. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Zweifelhafte Forderungen wurden auf den niedrigeren beizulegenden Wert zum Stichtag einzeln wertberichtigt. Uneinbringliche Forderungen wurden voll abgeschrieben. Das allgemeine Forderungsrisiko wurde ausreichend durch Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt. Wertpapiere des Umlaufvermögens werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach den versicherungs-mathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung eines Zinssatzes von 4,83 % nach der projected unit credit method bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Für ungewisse Verbindlichkeiten werden Rückstellungen in Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig ist. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Währungsbeträge werden in dem Jahresabschluss auf Grundlage des Devisenkassamittelkurses umgerechnet. II. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ Anlagevermögen Gem. § 248 Abs. 2 HGB wurden Entwicklungskosten in Höhe von EUR 263.479,64 (Vj. EUR 260.410,16) aktiviert. Es handelt sich dabei ausschließlich um Entwicklungskosten. Forschungskosten fallen nicht an. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Von den gesamten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf. Akitver Rechnungsabgrenzungsposten In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ist ein Disagio in Höhe von EUR 56.633,44 (Vj. EUR 62.484,69) enthalten. Eigenkapital Das Grundkapital wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Dezember 2008 mit EUR 566.531,00 festgesetzt und mit Beschluss vom 01. März 2011 um EUR 33.237,00 auf EUR 599.768,00 erhöht. Davon sind 599.768 Stückaktien als Namensaktien ausgegeben. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr EUR 695.275,37. Gewinnvortrag Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Juli 2013 wurde der verbleibende Bilanzgewinn zum 31. März 2013 in Höhe von EUR 60.056,71 auf neue Rechnung vorgetragen. Rückstellungen Für die Pensionsrückstellungen ist ein Gutachten mit folgenden Annahmen erstellt worden: 1. Bewertungverfahren Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) 2. Rechnungszins 4,83 % (Pauschal 15 Jahre) 3. Biometrie"Richttafeln 2005 G" von Klaus Heubeck - Lizenz Heubeck- Richttafeln-GmbH 4. Ausscheideordnung Aktiven- / Invalidensterblichkeit 5. Hinterbliebenenversorgung Bewertung nach der Kollektivmethode 6. Fluktuationkeine 7. Finanzierungsform Arbeitgeberleistung 8. Rententrend 0,50% jährlich 9. Anwartschaftstrendkeine Ferner ist die Pensionsrückstellung gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit Deckungsvermögen der Depots 3500 006240477 und 3500 006240576 bei der Raiffeisen Bank Salzburg in Höhe von EUR 240.484,00 saldiert worden. Der beizulegende Wert, dem ein Bewertungskurs von 101,90 EUR bei einer Menge von 236.000 zu Grunde liegt, beträgt EUR 240.484,00. Grundlage für die Anschaffungskosten war ein Bewertungskurs von EUR 100,45, so dass diese EUR 237.062,00 betrugen. Die Zuschreibung auf den beizulegenden Zeitwert der Depots in Höhe von EUR 9.440,00 wurde mit den Aufwendungen aus der Abzinsung der Altervorsorgeverpflichtung in Höhe von EUR 44.192,00 verrechnet. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Buchgrundschulden auf das Betriebsgrundstück in Kirchseeon und Edling, einer Sicherungsübereignung der fertigen Holzspielwaren in Edling, Osterseeon und Forsting, der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige Erzeugnisse in Edling und Kirchseeon sowie diverser Anlagengüter und einer Globalzession aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bis zur Höhe der Darlehensbeträge der Selecta Spielzeug AG besichert. Zudem besteht eine Haftungsfreistellung der LfA Förderbank Bayern und die Verpfändung der Wertpapierrdepots 3500 006240477 und 3500 006240576 mit einem beizulegenden Wert von 240.484,00 EUR bei der Raiffeisen Bank Salzburg, sowie eine Bürgschaft durch Herrn Matthias Menzel. Haftungsverhältnisse Am Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen, die aus der Bilanz nicht ersichtlich sind, aus Leasing- und Mietverträgen, die nach dem 31. März 2014 fällig werden, in Höhe von insgesamt EUR 439.349,25 (Vj. EUR 414.279,18). Die Gesellschaft hat sich für den Abschluss von Leasinggeschäften aus wirtschaftlichen, steuerlichen und bilanzpolitischen Gründen entschieden. Ausschüttungssperre Die Ausschüttungssperre gem. § 268 Abs. 8 HGB beträgt TEUR 556 (Vj. TEUR 472). Dieser Betrag berechnet sich zum einen aus der Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 625 (Vj. TEUR 542) abzüglich hierfür gebildeter passiver latenter Steuern in Höhe von TEUR 174 (Vj. TEUR 151), zum anderen aus in der Bilanz ausgewiesenen aktiven latenten Steuern, die die passiven latenten Steuern um TEUR 103 (Vj. TEUR 81) übersteigen und aus Deckungsvermögen nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB, das zu einem beizulegenden Zeitwert angesetzt wurde, der die ursprünglichen Anschaffungskosten um TEUR 3 abzüglich hierfür gebildeter passiver latenter Steuern in Höhe von TEUR 1 (Vj. TEUR 0). Angabe gem. § 285 Nr. 19 HGB Um das Zinsrisiko zu minimieren, hat die Gesellschaft zwei Zinssicherungsinstrumente abgeschlossen (CAP), die dem Capkäufer ein Recht auf Zinsausgleichszahlungen einräumen, wenn das derivative Finanzinstrument bezogen auf den 3-Monats-Euribor den vereinbarten Strike überschreitet. Den Caps liegt zum einen ein Nennwert von 525.000 EUR und zum anderen ein Nennwert von 1.000.000 EUR zu Grunde. Der Buchwert beträgt zum Bilanzstichtag EUR 4.718,84 und der beizulegende Wert beträgt EUR 3.716,21, der nach dem Black-Scholes-Modell bei einer verbleibenden Restlaufzeit von 6 Jahren ermittelt wurde. Da der beizulegende Wert niedriger als der Buchwert ist, wurde gem. § 253 Abs. 4 Satz 1 HGB auf diesen abgeschrieben und der verbleibende Betrag in Höhe von EUR 3.716,21 (Vj. EUR 4.718,84) unter den sonstigen Vermögensgegenständen bilanziert. III. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Der Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthält Aufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen gemäß versicherungsmathematischem Gutachten in Höhe von EUR 44.192,00 (Vj. EUR 45.646,00). Der Posten "Außerordentliche Aufwendungen" enthält Aufwendungen aus der Zuführung zu Pensionsrückstellungen gem. Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB in Höhe von EUR 11.762,00 (Vj. EUR 6.453,00). IV. SONSTIGE ANGABEN Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 59 Mitarbeiter (Vj. 63 Mitarbeiter) beschäftigt, davon 0 Aushilfen (Vj. 1 Aushilfen). Der Geschäftsleitung gehörten an: Herr Matthias Menzel, Diplom-Kaufmann, Wasserburg a. Inn Dem Aufsichtsrat gehörten an: Herr Prof. Dr. Wolfgang Buchholz, Professor, Regensburg Vorsitzender Herr Thomas Geiss, Gründungsberater, Regensburg stellvertretender Vorsitzender Herr Tilman Förtsch, Rentner, Steinhöring ab dem 17. September 2013 Herr Hans Mehrens, ab dem 17. September 2013 Director Business Developement & Research, Edling (als Ersatz für Herrn Förtsch) Herr Helmut Schneider, Marketingberater, Ostermünchen ausgeschieden zum 23. Juli 2013 Einzelprokura wurde erteilt an: Herr Bernhard Bies Herr Florian Kellner (erloschen zum 21.05.2013) Gesamtbezüge Auf die Angaben gemäß § 285 Nr. 9 a HGB wird nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die Gesamtbezüge gem. § 285 Nr. 9 Buchst. b) Satz 1 HGB betrugen im Geschäftsjahr EUR 71.662,68 (Vj. EUR 71.662,68). Die für frühere Vorstandsmitglieder gebildeten Rückstellungen für laufende Pensionen betragen TEUR 785 (Vj. 785 TEUR). V. ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust von EUR 56.222,02 auf neue Rechnung vorzutragen. Der Bilanzverlust entwickelt sich wie folgt:
Edling, den 20. Oktober 2014 gez. Menzel, Matthias, Vorstand Anlagenspiegel
Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers bezieht sich auf den Jahresabschluss in der aufgestellten Form. Die Offenlegung erfolgt in verkürzter Form gemäß §§ 325 ff. HGB. BestätigungsvermerkWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Selecta Spielzeug AG für das Geschäftsjahr vom 1.April2013 bis zum 31.März2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach §317HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen im Lagebericht hin. Dort ist im Abschnitt 4 in der "Darstellung der bestandsgefährdenden Risiken" ausgeführt, dass die Betriebsmittelkredite in Höhe von TEUR 4.558 in Anspruch genommen wurden und diese Kontokorrentkredite als bis auf weiteres ausgereicht bzw. im Juli 2014 bis zum 28. Februar 2015 verlängert wurden. Seit dem 14. August 2014 steht eine Zwischenfinanzierung in Höhe von TEUR 500 ebenfalls bis zum 28. Februar 2015 zur Verfügung. Diese Zwischenfinanzierung kommt von einem strategischen Investor und ist verbunden mit dem Zugang zu einer Vertriebskooperation mit einem führenden Konzern im Bereich Kindermode und Accessoires. Diese Vertriebskooperation wird bis März 2015 inhaltlich geplant und ab 31. März 2015 umgesetzt. Durch diese Synergien soll im Geschäftsjahr 2015/16 eine Kostenreduktion im Vertrieb sowie eine Vergrößerung der Händlerbasis und ein erweitertes Produktportfolio entstehen, welches das Unternehmen bei den vorhandenen Produktionskapazitäten auch umsetzen kann. Der Vorstand geht davon aus, dass die Kredite ab dem 28. Februar 2015 verlängert werden, und das sich durch den strategischen Investor Geschäftschancen bieten, durch die mittelfristig sowohl Umsatzsteigerungen als auch Kostenreduzierungen entstehen und sich positiv auf die Liquidität und den Geschäftsverlauf auswirken.
München, 20. Oktober 2014 ECOVIS
Wirtschaftstreuhand GmbH
gez. Armin Weber, Wirtschaftsprüfer gez. Peter Knop, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2013/2014 seine gesetzlichen und satzungsmäßigen Aufgaben wahrgenommen. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat über die wirtschaftliche Lage und alle wichtigen Ereignisse informiert und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat über geeignete Maßnahmen beraten. Im Geschäftsjahr 2013/2014 haben zwei Aufsichtsratssitzungen stattgefunden. Der Jahresabschluß für das Geschäftsjahr 2013/2014 ist von der ECOVIS Wirtschaftstreuhand GmbH, München, geprüft worden. Die Prüfung hat keine Beanstandungen ergeben. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Auch der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss eingehend geprüft. An der Beratung hat der Abschlussprüfer nicht teilgenommen, aber mit dem Vorsitzenden Aufsichtsrat eingehend telefonisch erläutert. Der Aufsichtsrat hat von dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zustimmend Kenntnis genommen und festgestellt, daß auch seinerseits keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss. Er hat beschlossen, die Feststellung des Jahresabschlusses zum 31.03.2014 gemäß § 171 Abs. 1 AktG der Hauptversammlung zu überlassen. Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag des Vorstands für die Gewinnverwendung geprüft. Er schließt sich diesem Vorschlag an und empfiehlt den Bilanzgewinn 2013/2014 auf neue Rechnung vorzutragen.
Edling, den 11.12.2014 gez. Der Vorsitzende gez. Der Stellvertreter Datum der FeststellungDie Feststellung des Jahreabschlusses erfolgte am 11. Dezember 2014. ErgebnisverwendungsbeschlussDer Bilanzverlust von -56.222,03 EUR wird wie folgt verwendet: Der Bilanzverlust wird in einer Gesamthöhe von -56.222,03 EUR auf neue Rechnung vorgetragen. |
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