Stammdaten

Register
Amtsgericht Chemnitz HRB 3634
Eingetragen
30.11.1991
Branche
Erbringung von landwirtschaftlichen Dienstleistungen für den PflanzenbauBetrieb von BaumschulenErbringung von landwirtschaftlichen Dienstleistungen für die Tierhaltung
Gegenstand
Betrieb von Land- und Forstwirtschaftsbetrieben; Bewirtschaftung und Verwaltung von landwirtschaftlichen Flächen; Betrieb von landwirtschaftlicher Tier- und Pflanzenproduktion; Erzeugung, Herstellung, Be- und Verarbeitung, Vermarktung und Vertrieb von landwirtschaftlichen Produkten; Erbringung landwirtschaftlicher Dienstleistungen und Leistungen im Rahmen von Landschaftspflege und Landschaftsbau; Produktion von Energie, insbesondere von Bioenergie; Vermietung und Verpachtung von Gebäuden und Flächen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jens Eidam
seit 11.4.2023
Prokura
Michael Polster
seit 3.4.2019
Geschäftsführer
Eckard Kolbe
seit 4.7.2005
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

6 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 6 angezeigt

09236 Claußnitz, Burgstädter Str. 54
5.150 €
26.91%
09228 Chemnitz, Untere Hauptstr. 117
5.150 €
26.91%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Multi-Agrar Claußnitz GmbH

Claußnitz

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2023 bis zum 31.03.2024

Lagebericht zum 31.03.2024

A. Grundlagen des Unternehmens

Hauptgeschäftsfeld der GmbH ist die landwirtschaftliche Urproduktion. Die wesentlichen Betriebszweige im Bereich der Pflanzenproduktion sind Futter-, Marktfruchtbau und Saatgutproduktion sowie im Bereich Tierproduktion die Rohmilcherzeugung, Jungrinderaufzucht und Mutterkuhhaltung. Weitere Erlöse werden aus dem Verkauf elektrischer Energie durch Betreiben einer Biogasanlage sowie zweier Photovoltaikanlagen und der Erbringung landwirtschaftlicher Dienstleistungen erzielt.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Erneut waren die geopolitischen Spannungen, insbesondere die anhaltenden Unruhen in der Ukraine und in Israel und die damit verbundene Unsicherheit auf die globalen Handelsbeziehungen und Warenströme, ein wesentlicher Faktor im Hinblick auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Des Weiteren führten insbesondere im Agrarbereich die sinkenden Agrarimporte Chinas zu einem erheblichen Druck auf den Absatzmärkten für Getreide, Ölfrüchte, Rohmilch und Rindfleisch.

Gleichzeitig führt die in Deutschland vorangetriebene Energiewende sowie die politischen Maßnahmen zur Umsetzung des Green Deals der Europäischen Union und der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) weiterhin zu einem erheblichen Anstieg der Betriebskosten, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zunehmend negativ beeinflusst wird. Auch die zuletzt hohe Inflationsrate sowie eine allgemeine Verunsicherung über die wirtschaftliche Stabilität in Europa wirken weiterhin als Preistreiber.

2. Geschäftsverlauf und Lage

a. Gesamtbetrieb

Im Geschäftsjahr wurde mit einem Verlust vor Ergebnisabführung von 374,7 T€ gegenüber dem Vorjahresergebnis von +1.934,8 T€ abgeschlossen. Aufgrund des mit der Alleingesellschafterin Agrarbetrieb Oberlichtenau GmbH geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages, ist der Verlust vollständig von der Muttergesellschaft auszugleichen. Der Geschäftsverlauf ist in Anbetracht des sehr erfolgreichen Vorjahres negativ zu bewerten, allerdings ist dieses Ergebnis positiver als ursprünglich von der Geschäftsleitung prognostiziert. Die großen Preisschwankungen, welche im Wesentlichen ursächlich für den Unternehmensgewinn im Vorjahr waren, sind nun ein Hauptgrund für den Verlust in diesem Geschäftsjahr. Um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens realistisch zu bewerten, muss ein Mittelwert über die letzten 3 Jahre gebildet werden.

b. Tierproduktion

Der Milchviehbestand wurde im Wirtschaftsjahr geringfügig reduziert, da einige Tiere infolge einer Infektion mit Moraxella bovis (Weidekeratitis) gemerzt werden mussten. Trotz der ausgeprägten Trockenheit konnten ausreichend große Futterreserven an Gras- und Maissilage angelegt werden, wobei die Qualität und Verdaulichkeit der Maissilage infolge der extremen Trockenheit im Spätsommer zu einem großen Teil nicht zufriedenstellend war. Aus diesem Grund wurde die Rationszusammenstellung im Berichtzeitraum von einer maisbetonten auf eine grasbetonte Fütterung umgestellt, was einen Einfluss auf die Milchleistung hatte. Die Milchleistung der Herde erhöhte sich leicht auf 10.434 kg pro Kuh und Jahr, was einerseits auf eine andere Futterration und andererseits auf die eine stabilere Milchleistung in den Sommermonaten infolge der verbesserten Platzverhältnisse im Stall zurückzuführen ist. Durch den im Jahresverlauf erheblich gesunkenen Rohmilchpreis reduzierten sich die Gesamtmilcherlöse auf 5.102,6 T€ (Vorjahr 6.965,3 T€). Die Erlöse aus dem Verkauf von Tieren verminderten sich um 240,2 T€ auf 984,7 T€. Die Kooperation mit der Agrargesellschaft mbH Pfiffelbach über die Färsenaufzucht hat weiterhin Bestand. Die im Berichtsjahr erzielten Erlöse aus Färsenverkauf betrugen insgesamt 445,3 T€.

c. Pflanzenproduktion

Insgesamt wurde über alle Fruchtarten hinweg ein überdurchschnittliches Ertragsniveau erzielt. Beste Erträge erzielten in diesem Jahr die Vermehrungsgräser (Weidelgras 22 dt/ha) sowie Wintergerste (85 dt/ha). Bei den weiteren im großen Umfang angebauten Kulturen, wie Winterweizen (79 dt/ha), Winterraps (38 dt/ha) und Sommergerste (53 dt/ha), konnten ebenfalls gute Erträge erzielt werden. Lediglich bei Senf (9 dt/ha) wurde kein zufriedenstellendes Ernteergebnis erzielt.

Auch die Qualitäten der Erntegüter stellten sich insgesamt sehr positiv dar. Durch hohe Hektolitergewichte bei Gerste, sehr guten Ölgehalten bei Winterraps und ausreichenden Proteingehalten bei Weizen kam es bei der Vermarktung kaum zu Qualitätsabzügen.

Beim Futterschnitt im Frühjahr bei Ackerfutter und auf Grünland wurden unterdurchschnittliche Erträge erzielt. Auch die weiteren Aufwüchse fielen aufgrund der ausgeprägten Trockenheit mit erheblichen Schäden an der Grasnarbe nur mittelmäßig aus. Aus dem Grund wurden auch Zwischenfrüchte zur Futternutzung angebaut. Der Ertrag bei Silomais entsprach dem Vorjahr und blieb somit leicht hinter dem langjährigen Ertragsmittel zurück. Aufgrund von Futterreserven aus dem Vorjahr und dem großen Anbauumfang gelang es dennoch, die erforderlichen Futterbestände anzulegen, sodass ein Teil der Maisanbaufläche als Körnermais geerntet und vermarktet werden konnte.

Insgesamt trugen diese zusätzlichen Erlöse genauso wie das, im Vergleich zur Rohmilch, noch feste Preisniveau über alle Fruchtarten dazu bei, die Umsatzerlöse im Bereich Pflanzenproduktion mit 3.850,1 T€ nahezu auf Vorjahresniveau zu halten. Hinsichtlich der Vermarktungsrichtung stellt die Saatgutproduktion mit einem Anteil von 40 % weiterhin einen ganz wesentlichen Absatzzweig dar.

d. Biogasanlage und Photovoltaikanlagen

Nach den Umbauarbeiten sowie dem Eintritt in die 2.Vergütungsperiode wird die bestehende Biogasanlage nun flexibel gefahren. Die reduzierte EEG-Vergütung kann im Wesentlichen durch eine höhere Einspeisevergütung bei der Direktvermarktung kompensiert werden. Durch die Synergieeffekte zu den Bereichen Tierproduktion (Input Rindergülle) und Pflanzenproduktion (Output Gärsubstrat als nährstoffreiches Düngemittel) ist dieser Betriebszweig auch weiterhin ein wesentlicher Baustein für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.

Die beiden installierten Photovoltaikanlagen liefen weiterhin zuverlässig und annähernd gleichbleibend zum Vorjahr. Es wurde eine Reinigung der Module durchgeführt.

Insgesamt konnten im Energiesektor folgende Erlöse realisiert werden:

Vorjahr
Verkauf von Strom aus der Biogasanlage: 937,7 T€ 1.048,3 T€
Verkauf von Photovoltaikstrom: 124,1 T€ 113,3 T€
Verkauf von Wärme aus der Biogasanlage: 4,5 T€ 5,2 T€

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die zur Produktion notwendigen Gebäude, technischen Anlagen, Maschinen und Geräte befinden sich im Großen und Ganzen in einem guten Zustand und entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Es sind dennoch kontinuierliche Investitionen erforderlich, um nicht in einen Investitionsstau zu gelangen. Hierzu wurden im Berichtsjahr 2023/2024 insgesamt 1.215,7 T€ investiert. Infolge der gestiegenen Inflation haben sich auch die Anschaffungskosten für Investitionsgüter erheblich gesteigert.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden Acker- Grünlandflächen für 121,6 T€ erworben.

Die Investitionen im Bereich der technischen Ausstattung belaufen sich im Berichtsjahr auf einen Gesamtwert von 1.030,8 T€ und umfassen im Wesentlichen:

- ein Futtermischwagen,

- eine Kurzscheibenegge

- ein John Deere Traktor

- ein Weidemann Hoftrac

- ein Festmistzerkleinerer für die Biogasanlage

Der Tierbestand ist mit 3.306 Tieren gegenüber dem Vorjahr geringfügig erhöht. Der Bestand des Anlage- und Tiervermögens nimmt, wie in den Vorjahren, rund 79,4 v. H. des Gesamtvermögens ein.

Für sonstige noch zu erwartende Verpflichtungen wurden Rückstellungen in Höhe von 465,1 T€ gebildet. Der im kommenden Geschäftsjahr von der Muttergesellschaft zu zahlende Verlustausgleich in Höhe von 374,7 T€ wurde als Forderung aktiviert.

Der Bestand an liquiden Mittel der Gesellschaft baute sich im Berichtszeitraum deutlich ab, da der überwiegende Teil der Investitionen aus Eigenmitteln getätigt wurde. Lediglich für die Anschaffung eines Traktors wurde eine Lieferantenfinanzierung (Mietkauf) in Höhe von 150,0 T€ aufgenommen. Im Berichtsjahr konnten alle Kapitaldienste fristgerecht erbracht werden. Insgesamt bauten sich die Bankverbindlichkeiten um 660,9 T€ auf 3.920,3 T€ ab. Die Liquidität war jederzeit gesichert.

Aufgrund des Umsatzrückgangs um 1.698,9 T€ auf 12.732,7 T€ konnte nur ein Verlust von 374,7 T€ ausgewiesen werden. Die Reduzierung der Umsatzerlöse ist im Wesentlichen auf die negative Preisentwicklung auf den Absatzmärkten, insbesondere dem Milchmarkt, zurückzuführen. Des Weiteren trug der Rückgang der erhaltenen landwirtschaftlichen Zuschüsse und Förderungen (Rückgang von 372,8 T€ gegenüber dem Vorjahr) zu dem negativen Ergebnis bei.

Der Materialaufwand ist in Folge von rückläufigen Preisen, insbesondere bei Kraftfutter und Düngemittel, um 374,6 T€ zurückgegangen.

Der Personalstand im Unternehmen sowie das Niveau an geleisteten Arbeitsstunden sind im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr. Ausgeschiedene oder krankheitsbedingt längerfristig ausgefallene Mitarbeiter wurden durch Neueinstellungen ersetzt. Das Gewinnen neuer Arbeitskräfte stellt eine große Herausforderung für das Management dar. Darum bleibt die Aus- und Weiterbildung von jungem Fachpersonal weiterhin ein Kernelement zur Personalgewinnung. Die Anpassung des Lohnniveaus der Mitarbeiter infolge der Erhöhung des Mindestlohnes steigerte den Personalaufwand im Wirtschaftsjahr geringfügig um 68,1 T€ auf insgesamt 3.358,8 T€.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Das Ergebnis im Berichtszeitraum verdeutlicht vor allem im Vergleich zum Vorjahr sehr stark, wie abhängig die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens von den Abnahmepreisen der erzeugten landwirtschaftlichen Güter sowie den Betriebsmittelkosten ist. Eine kurzfristige Änderung der Kostenstrukturen ist nur in geringem Maß möglich. Insgesamt haben sich die erheblich gesunkenen Marktpreise für hergestellte Erzeugnisse negativ auf die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens ausgewirkt. Demgegenüber sind die Betriebskosten nicht im gleichen Maß gesunken.

Aufgrund der betrieblichen Struktur trug vor allem der anhaltend sehr niedrige Grundpreis für Rohmilch zur erheblichen Verschlechterung der Ertragslage bei. Er entwickelte sich im Berichtszeitraum zeitweise bis auf einen Tiefpunkt um 37 ct/kg. Im Durchschnitt konnten für die verkaufte Rohmilch nur ein Preis von 41,9 ct/kg erlöst werden. Beim Verkauf von Raps und Getreide wurden durch die große Marktvolatilität sehr unterschiedliche Verkaufserlöse erzielt, da mit dem Ziel einer Risikostreuung zu unterschiedlichen Zeiträumen Kontrakte abgeschlossen wurden. Insgesamt konnten die erzielten Erträge einen Teil der gesunken Verkaufserlöse kompensieren. Der Dienstleistungssektor ermöglicht im Bereich Pflanzenproduktion eine wesentlich effizientere Arbeitserledigung und führt zu zusätzlichen Erlösen.

5. Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr

Insgesamt fielen die Weltmarktpreise der wichtigsten Agrarrohstoffe auf ein kaum kostendeckendes Niveau zurück. Mit frühzeitig geschlossenen Kontrakten konnten größere Erntemengen noch zu besseren Marktpreisen abgesichert werden. Durch das breite Produktionsspektrum sowie die Unternehmensstruktur konnten bisher stets die Finanz- und Produktionsrisiken zu einem großen Teil abgesichert werden. Allerdings kann der hohe Umsatzanteil der Milchproduktion am Gesamtergebnis im Fall von stark fallenden Marktpreisen nicht durch andere Produktionszweige kompensiert werden.

C. Prognosebericht

Die derzeitigen Betriebszweige sollen im Wesentlichen unverändert auch im kommenden Wirtschaftsjahr fortgeführt werden. Bevor weitere erhebliche Investitionen im Bereich der tierischen Produktionsverfahren getätigt werden, müssen diese zunächst einer perspektivische Erfolgsanalyse unterzogen werden. Der Dienstleistungssektor soll weiterhin auf dem erreichten Niveau ausgeführt werden. Es werden auch perspektivisch weitere Systeme im Bereich der Verwaltung integriert, um Prozesse zu verschlanken und zu zentralisieren. Aufgrund der zu erwartenden Marktentwicklungen, insbesondere für Rohmilch, kann bei der Planung für das Wirtschaftsjahr 2024/2025 wieder mit einer geringen Umsatzsteigerung kalkuliert werden. Die Geschäftsleitung geht aktuell davon aus, dass es für den kommenden Berichtszeitraum erneut zu einem negativen Ergebnis, wenn auch in geringerer Höhe, kommen kann.

Für den Bereich Milchproduktion wird von einer leicht rückläufigen Produktionsmenge auf 12,5 Mio. kg, aber einer positiven Marktentwicklung ausgegangen. Die Absatzmengen sowie die Verkaufserlöse bei den Tierverkäufen werden sich voraussichtlich auf einem gleichbleibenden Niveau fortsetzen. Die Kooperation mit der Agrargesellschaft Pfiffelbach mbH wird fortgesetzt. Darüber hinaus sollen auch andere Absatzmöglichkeiten für Zuchtfärsen weiterhin genutzt werden.

Die erwarteten Umsatzerlöse der Pflanzenproduktion basieren im Wesentlichen unter dem Marktpreisniveau des Vorjahres, da bereits einige Vorkontrakte abgeschlossen wurden. Das Ertragspotenzial für die anstehende Ernte 2024 wird sich aufgrund des langanhaltend kühlen Winters sowie von Spätfrösten zur Blüte im April voraussichtlich auf einem durchschnittlichen Niveau einstellen. Diese Erwartungen trifft auch auf die Futterproduktion aus Feldfutter, Mais und Grünland zu.

Erhebliche Einschränkung bei der Marktproduktion gehen weiterhin von der neuen GAP aus, deren Maßnahmen seit dem Herbst 2023 umzusetzen sind. Kurzfristig konnte politisch eine Anpassung der erforderlichen Brache-Legung im Umfang von 4% der betrieblichen Ackerflächen erzielt werden. Ab dem kommenden Jahr wird schrittweise die Agrardieselentlastung für Landwirtschaftsbetriebe zurückgefahren, was zu erheblichen Mehrkosten für das Unternehmen führen wird.

Der Personalbestand soll, sofern möglich, leicht reduziert werden. Freiwerdende Arbeitsplätze werden durch die im Unternehmen ausgebildeten Jungfacharbeiter oder Neueinstellungen wiederbesetzt. Der Personalaufwand wird im kommenden Wirtschaftsjahr aufgrund der gesetzlichen Mindestlohnerhöhung zum 1. Januar 2025 dennoch voraussichtlich leicht ansteigen. Für das neue Ausbildungsjahr konnten zwei neue Ausbildungsverträge ab dem 1. August 2024 geschlossen werden. Außerdem absolviert eine BA-Studentin für Landbau weiterhin ihre fachpraktische Ausbildung im Unternehmen und wird diese Ende 2024 abschließen.

Soweit sich für die Gesellschaft sinnvolle landwirtschaftliche Flächen zum Kauf anbieten, sollen diese auch zukünftig käuflich erworben werden.

D. Chancen- und Risikobericht

1. Risiken

Die anhaltenden politischen Spannungen zwischen den westlichen Industrienationen und Russland werden weiterhin großen Einfluss auf die Entwicklung der Wirtschaft sowie der Rohstoff- und Finanzmärkte der Welt haben. Solange dieser Zustand anhält, besteht jederzeit das Risiko einer Eskalation mit nicht abschätzbaren Folgen.

Trotz dieser globalen Krisensituation setzt sich in Deutschland die politische und gesellschaftliche Diskussion über die Produktionsweise im Lebensmittelsektor weiter fort. Die Ökologisierung der Landwirtschaft wird, unter anderem gesetzlich verankert in der EU-Agrarreform, zunehmend in die Praxis transferiert. Dadurch erhöhen sich die Produktionskosten weiter, was die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Landwirte erschwert und zur Aufgabe einiger Produktionsverfahren führen wird. Ein massiver Strukturwandel der deutschen Landwirtschaft, vor allem im Hinblick auf tierische Produktionsverfahren, ist eingeleitet und wird sich fortsetzen.

Gesamtbetrieblich können Skaleneffekte durch effiziente Produktions- und Verwaltungsprozesse dazu beitragen, dem ansteigenden Produktionsrisiko entgegenzuwirken sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu wahren. Zum Erreichen dieser Ziele sind innerhalb des Unternehmensverbunds erhebliche Investitionen getätigt und hierfür Bankdarlehen aufgenommen worden. Aufgrund der Mithaftung aller Einzelunternehmen im Unternehmensverbund, ist ein Liquiditätsrisiko latent vorhanden, welches im Worst Case existenzbedrohend für die Gesellschaft sein kann. Das Risiko wird jedoch als sehr gering eingeschätzt.

Grundsätzlich ist auch festzuhalten, dass das Betriebsergebnis stets erheblich von nicht beeinflussbaren Faktoren, wie dem Auftreten von Wetterextremen, der Verbreitung von Krankheitserregern oder dem Schädlingsbefall, bedingt wird. Gleichzeitig erschwert die Volatilität der Rohstoffmärkte eine zuverlässige Aussage über den Erfolg einzelner Produktionsverfahren.

Eine Minderung dieser Risiken soll auch weiterhin durch das breite Spektrum der verschiedenen Produktionsbereiche erreicht werden. Aufgrund branchentypischer Herausforderungen ist darauf hinzuweisen, dass die Gesellschaft auch zukünftig von der Gewährung von Fördermitteln abhängig ist.

2. Chancen

Durch die Struktur der Gesellschaft sind die Verantwortlichkeiten in den jeweiligen Bereichen des Unternehmens klar definiert und abgrenzbar. Gleichzeitig sind personelle Ersetzbarkeiten geschaffen, sodass die Organisation zu jeder Zeit handlungsfähig ist. Diese Stabilität reduziert das unternehmerische Risiko und bildet die Grundlage einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Betriebes.

Die Unternehmensausrichtung ist stabil. Synergieeffekte zwischen den Produktionszweigen der Tier- und Pflanzenproduktion sowie der Produktion von Erneuerbarer Energie tragen gesamtbetrieblich zum Erfolg bei. Durch die Erweiterung des Dienstleistungssektors werden zusätzliche Erlöse generiert und gleichzeitig Maschinenkosten gesenkt sowie Allgemeinkosten umgelegt. Perspektivisch sollen Investitionen in den Energiesektor dazu beitragen, neue lukrative Geschäftsfelder zu erschließen. Unternehmensweit wird die fortschreitende Verknüpfung der Bereiche, der Daten- und Informationsaustausch sowie die Standardisierung von Prozessen weiterhin zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beitragen.

 

Claußnitz, 10. September 2024

Multi-Agrar Claußnitz GmbH

Michael Polster

Eckard Kolbe

Bilanz zum 31.03.2024

Aktiva

Euro Geschäftsjahr
Euro
Vorjahr
Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.320,02 1.585,64
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.541.662,51 6.447.708,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.382.602,41 6.077.247,52
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 566.548,60 649.772,31
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 25.019,01 1.562.217,06
14.515.832,53 14.736.945,11
III. Finanzanlagen
1. Genossenschaftsanteile 131.237,58 131.237,58
B. Tiervermögen 1.619.522,66 1.656.029,99
C. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.453.415,11 1.401.737,09
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 399.693,07 495.222,47
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 229.835,00 42.910,00
2.082.943,18 1.939.869,56
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 847.489,09 1.149.579,63
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 553.146,43 452.960,56
3. Sonstige Vermögensgegenstände 423.585,82 239.169,71
1.824.221,34 1.841.709,90
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben und Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 222.413,81 1.853.514,97
D. Rechnungsabgrenzungsposten 30.778,46 44.334,32
Summe 20.434.269,58 22.205.227,07

Passiva

Euro Geschäftsjahr
Euro
Vorjahr
Euro
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 37.300,00 37.300,00
II. Kapitalrücklage 12.377.056,93 11.377.056,93
III. Gewinnrücklagen
1. andere Gewinnrücklagen 1.391.307,89 1.391.307,89
IV. Bilanzgewinn 1.175.814,31 1.175.814,31
B. Rückstellungen
1. sonstige Rückstellungen 465.064,00 481.451,00
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.920.318,96 4.581.214,10
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 391.312,50 367.635,61
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 436.586,52 2.520.906,22
4. Sonstige Verbindlichkeiten 213.565,27 240.145,30
4.961.783,25 7.709.901,23
- davon aus Steuern 21.427,91 Euro (55.581,92 Euro)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 21.777,18 Euro (17.499,16 Euro)
D. Rechnungsabgrenzungen 25.943,20 32.395,71
Summe 20.434.269,58 22.205.227,07

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 01.04.2023 bis 31.03.2024

01.04.2023 - 31.03.2024 01.04.2022 - 31.03.2023
1. Umsatzerlöse 12.732.720,69 14.431.608,85
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, Waren und Tieren 46.134,27 -15.830,76
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.003.805,64 1.449.252,27
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 6.060.378,65 6.389.539,56
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 493.543,20 6.553.921,85 539.019,49 6.928.559,05
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 2.750.744,05 2.691.194,89
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 608.078,42 3.358.822,47 599.501,08 3.290.695,97
- davon für Altersversorgung 27.765,24 Euro (26.645,31 Euro)
6. Abschreibungen
a) Auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.400.806,19 1.119.184,14
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.739.520,58 2.481.227,81
8. Erträge aus Beteiligungen 6.379,11 50,00
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.792,57 2.055,54
10. Auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags erhaltene Gewinne 374.731,35 0,00
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 60.807,19 52.040,57
- davon an verbundene Unternehme 4.212,00 Euro (0,00 Euro)
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6.162,11 233,70
13. Ergebnis nach Steuern 61.523,24 1.995.194,66
14. Sonstige Steuern 61.523,24 60.432,37
15. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 0,00 1.934.762,29
16. Jahresüberschuss 0,00 0,00
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.175.814,31 1.175.814,31
18. Bilanzgewinn 1.175.814,31 1.175.814,31

Anhang zum 31.03.2024

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Multi-Agrar Claußnitz GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Claußnitz
Registergericht: Amtsgericht Chemnitz
Register-Nr.: HRB 3634

Alleingesellschafter ist die Agrarbetrieb Oberlichtenau GmbH, Lichtenau (HRB 26107, Amtsgericht Chemnitz). Die Multi-Agrar Claußnitz GmbH stellt ein Tochterunternehmen i.S.d. § 290 HGB dar und wäre in einen Konzernabschluss der Muttergesellschaft einzubeziehen. Infolge der größenabhängigen Befreiungsvorschriften des § 293 HGB unterbleibt jedoch die Aufstellung eines Konzernabschlusses.

Der Jahresabschluss der Multi-Agrar Claußnitz GmbH wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Geschäftszweigtypische Ergänzungen der Gliederung

Die vorliegende Gliederung des Jahresabschlusses enthält gegenüber der Gliederung nach HGB folgende Besonderheiten:

Bedingt durch die Tätigkeit im Bereich der Landwirtschaft wurden die Tierbestände - gegliedert nach Anlage- und Umlaufvermögen - gemäß § 265 Abs. 5 HGB in einem eigenen Bilanzposten Tiervermögen ausgewiesen.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Anlagenwerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des noch abzuschreibenden Vermögenswertes beträgt 36 Monate.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Infolge von voraussichtlich dauernden Wertminderungen wurden nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB in vorangegangenen Wirtschaftsjahren außerplanmäßige Abschreibungen auf den Grund und Boden vorgenommen. Zum Bilanzstichtag erfolgte eine Wertaufholung von 46,7 TEuro. Die verbleibenden außerplanmäßigen Abschreibungen zum 31. März 2024 nach Wertaufholungen betragen 38,2 TEuro.

Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern der noch abzuschreibenden Vermögensgegenstände sind getrennt nach den einzelnen Bilanzpositionen der nachfolgenden Aufstellung entnehmbar:

Nutzungsdauer zwischen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 120 bis 600 Monate
Technische Anlagen und Maschinen 60 bis 240 Monate
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 36 bis 240 Monate

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear und degressiv - ab dem Wirtschaftsjahr 2010/2011 nur noch linear - vorgenommen.

Die langfristig gehaltenen Genossenschaftsanteile des Finanzanlagevermögens wurden zur Anschaffungskosten angesetzt und bewertet.

Die Bewertung der Tierbestände erfolgte auf der Grundlage der Richtwerte gemäß den Ausführungsanweisungen zum BMEL-Jahresabschluss des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (Stand April 2024) durch Gruppenbewertung. Die Zuchtbullen wurden unverändert zu Anschaffungskosten vermindert um die planmäßigen Abschreibungen bewertet.

Die Bewertung der zugekauften Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. zu fortgeführten durchschnittlichen Anschaffungskosten. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt.

Die Bewertung der Vorräte an selbsterzeugten Futtermitteln erfolgte zu betriebsindividuellen Herstellungskosten, welche der Kosten- und Leistungsrechnung entnommen wurden. Die Herstellungskosten enthalten die nach § 255 Abs. 2 HGB verpflichtend einzubeziehenden Kosten, wie Einzelkosten, angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Daneben wurden auch allgemeine Verwaltungskosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen sind nicht angefallen. Das Niederstwertprinzip wurde beachtet.

Das Feldinventar als unfertiges Erzeugnis wurde auf der Grundlage der Richtwerte gemäß den Ausführungsanweisungen zum BMEL-Jahresabschluss des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (Stand April 2024) bewertet.

Die Bewertung der fertigen Erzeugnisse erfolgte zu Richtwerten der Finanzverwaltung. Das Niederstwertprinzip und der Grundsatz der verlustfreien Bewertung wurden beachtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Die Bildung von Wertberichtigungen war nicht erforderlich.

Kassenbestände und Bankguthaben werden jeweils zum Nennwert angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Ausweis erheblicher Unterschiedsbeträge

Das Tiervermögen umfasst einen Bestand von insgesamt 3.306 Tieren. Die einzelnen Tiere außer Zuchtbullen wurden nach Geschlecht und Alter getrennt mit Gruppenwerten pro Tier von 180,00 Euro bis 750,00 Euro bilanziert. Ein durchschnittlicher Marktpreis ist in Ermangelung eines umfassenden aktiven Marktes und der Verschiedenheit der einzelnen Tiere nicht ermittelbar. Infolge der Bandbreite der Marktpreise ist aber von erheblichen stillen Reserven im Tierbestand auszugehen.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden.

Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt.

Angaben zur Bilanz

Mitzugehörigkeitsvermerke

Einzelne Sachverhalte können im vorliegenden Gliederungsschema mehreren Bilanzposten zugeordnet werden.

Die Mitzugehörigkeitsvermerke betreffen folgende Posten und Sachverhalte:

Bilanzposition darin enthalten Wert zum 31.03.2024
TEuro
Wert zum 31.03.2023
TEuro
Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 178,4 396,4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15,4 24,5

Die einzige Gesellschafterin und deren Tochterunternehmen stellen verbundene Unternehmen i.S.d. § 271 Abs. 2 HGB dar. Der Ausweis der Rechte und Pflichten gegenüber verbundenen Unternehmen erfolgt vorrangig unter gesonderten Posten der Bilanz.

Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Die Aufgliederung und Entwicklung der Posten des Anlagevermögens sind aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen.

Angaben zu Forderungen gegenüber Gesellschaftern und verbundenen Unternehmen

Zum Bilanzstichtag bestehen Forderungen gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 374,7 TEuro (Vorjahr: 0,0 TEuro) und gegenüber den Schwestergesellschaften in Höhe von 178,4 TEuro (Vorjahr: 396,4 TEuro).

Angabe zu Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr

Die Gesamtsumme von Forderungen mit der Restlaufzeit mehr als 1 Jahr beträgt 22,9 TEuro.

Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen

Im Posten 'sonstige Rückstellungen' sind die nachfolgenden nicht unerheblichen Rückstellungsarten enthalten:

Art TEuro
Erhaltungsverpflichtung eines Pachtgegenstandes 120,0
ausstehende Pachtzahlungen 160,9
Personalverpflichtungen 119,7
für ungewisse Verbindlichkeiten 64,5
Bilanzposten "sonstige Rückstellungen" 465,1

Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit > 5 Jahre und der Sicherungsrechte

Art der Verbindlichkeit zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31.03.2024 31.03.2024
TEuro
kleiner 1 Jahr
TEuro
1 bis 5 Jahre
TEuro
größer 5 Jahre
TEuro
gegenüber Kreditinstituten 3.920,3 708,2 1.633,1 1.579,1
aus Lieferungen und Leistungen 391,3 391,3 0,0 0,0
gegenüber verbundenen Unternehmen 436,6 296,6 140,0 0,0
sonstige Verbindlichkeiten 213,6 213,6 0,0 0,0
4.961,8 1.609,7 1.773,1 1.579,1

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt 3.920,3 TEuro.

Die nachfolgenden Sicherungsarten und Sicherungsformen sind mit den Verbindlichkeiten verbunden:

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 3.920,3 TEuro waren zum Abschlussstichtag besichert durch Grundschulden auf verschiedenen Flurstücken des betrieblichen Grundbesitzes, Abtretung von Fördermitteln und der Betriebsprämie sowie die Sicherungsübereignung von zwei Photovoltaikanlagen zugunsten der Volksbank Chemnitz e. G. und diverser finanzierter Wirtschaftsgüter.

Für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die branchenüblichen Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Waren.

Angaben zu Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und verbundenen Unternehmen

In den zum 31. März 2024 bilanzierten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 436,6 TEuro (Vorjahr: 2.520,9 TEuro) sind Forderungen der Muttergesellschaft in Höhe von 0,0 TEuro (Vorjahr: 1.934,8 TEuro) und der Schwestergesellschaft in Höhe von 436,6 TEuro (Vorjahr: 586,1 TEuro) enthalten.

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Die Multi-Agrar Claußnitz GmbH hat sich zur Mithaftung durch Schuldbeitritt für durch die Muttergesellschaft Agrarbetrieb Oberlichtenau GmbH aufgenommenen Darlehen verpflichtet. Die Gesellschaft übernimmt die persönliche Haftung für die Zahlung eines Geldbetrages, dessen Höhe der durch die Muttergesellschaft bestellten Grundschulden (Kapital, Zins und Nebenleistungen) entspricht. Die noch zum Bilanzstichtag 31. März 2024 offenen Darlehensbeträge bestanden in einer Gesamthöhe von 7.004,6 TEuro.

Die Muttergesellschaft ist ihren laufenden finanziellen Verpflichtungen bislang stets fristgerecht nachgekommen. Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situationen - auch unter Berücksichtigung der Auswirkungen von COVID-19 - der Tochtergesellschaften ist davon auszugehen, dass die zukünftig zu leistenden Gewinnabführungen ausreichen werden, um den Kapitaldienst zu erbringen. Mit einer Inanspruchnahme ist derzeitig nicht zu rechnen.

Für ein durch den Eisenbahnfreunde Chemnitztal e.V. aufgenommenes Bankdarlehen hat die Gesellschaft eine selbstschuldnerische Bürgschaft über einen Höchstbetrag von 2,0 TEuro abgegeben. Nach dem derzeitigen Kenntnistand ist mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen.

Neben dem bilanzierten Geschäftsguthaben bei der Volksbank Chemnitz eG in Höhe von 2,5 TEuro besteht eine Haftsumme in Höhe von 2,5 TEuro. Aufgrund der derzeitigen Situation und des aus Vergangenheitswerten abgeleiteten, prognostizierten Geschäftsverlaufs der Volksbank Chemnitz eG ist mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen.

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen 4.996,0 TEuro sonstige finanzielle Verpflichtungen.

Die Verpflichtungen entfallen mit 4.756,8 TEuro auf langfristig abgeschlossene Landpachtverträge. Daneben bestehen in Höhe von 239,2 TEuro zukünftige Verpflichtungen aus vereinbarten Leasing- und Mietverträgen. Der jährliche Aufwand wird voraussichtlich auf dem Niveau des aktuellen Wirtschaftsjahres 2023/2024 verbleiben.

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppen Zahl
Arbeiter 55,7
Angestellte 17,6
teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter 2,4
geringfügig beschäftigte Mitarbeiter 5,0
Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit: 80,7

Die Gesamtanzahl entspricht 72,92 Vollzeitäquivalente ohne Auszubildende.

Angabe gewährte Vorschüsse und Kredite an Geschäftsführer

Es bestehen keine gewährten Kredite bzw. Vorschüsse an geschäftsführenden Personen.

Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Michael Polster ausgeübter Beruf: Master of Science (Agrarwirtschaft)
Eckard Kolbe ausgeübter Beruf: Diplomagraringenieur

Die Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Die Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB wird in Anspruch genommen.

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Aufgrund des abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrages wird der Jahresverlust durch das Mutterunternehmen ausgeglichen.

In den Bilanzgewinn wurde ein Gewinnvortrag von 1.175,8 TEuro aus vororganschaftlicher Zeit einbezogen.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Claußnitz, 11. Juni 2024

Multi-Agrar Claußnitz GmbH

Michael Polster

Eckard Kolbe

Die Feststellung bzw. Billigung des Jahresabschlusses zum 31.03.2024 erfolgte am: 18.12.2024.

Entwicklung des Anlagevermögens für den Zeitraum 01.04.2023 bis 31.03.2024

Anschaffungs-/Herstellungskosten
01.04.2023
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Umbuchungen
Euro
31.03.2024
Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 25.416,61 10.969,00 0,00 0,00 36.385,61
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 25.416,61 10.969,00 0,00 0,00 36.385,61
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.362.203,04 121.571,05 76,94 0,00 8.483.697,15
2. Technische Anlagen und Maschinen 15.362.610,74 859.672,25 471.654,51 1.708.988,57 17.459.617,05
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.474.591,94 51.682,11 4.639,95 0,00 1.521.634,10
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.562.217,06 171.790,52 0,00 -1.708.988,57 25.019,01
Summe Sachanlagen 26.761.622,78 1.204.715,93 476.371,40 0,00 27.489.967,31
III. Finanzanlagen
1. Genossenschaftsanteile 131.237,58 0,00 0,00 0,00 131.237,58
Summe Finanzanlagen 131.237,58 0,00 0,00 0,00 131.237,58
Summe Anlagevermögen 26.918.276,97 1.215.684,93 476.371,40 0,00 27.657.590,50
Abschreibungen
01.04.2023
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Umbuchungen
Euro
31.03.2024
Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 23.830,97 5.234,62 0,00 0,00 29.065,59
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 23.830,97 5.234,62 0,00 0,00 29.065,59
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.914.494,82 74.198,39 0,00 0,00 1.988.693,21
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.285.363,22 1.186.467,36 394.815,94 0,00 10.077.014,64
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 824.819,63 134.905,82 4.639,95 0,00 955.085,50
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 12.024.677,67 1.395.571,57 399.455,89 0,00 13.020.793,35
III. Finanzanlagen
1. Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 12.048.508,64 1.400.806,19 399.455,89 0,00 13.049.858,94
Zuschreibungen Buchwert
Geschäftsjahr
Euro
31.03.2024
Euro
31.03.2023
Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 7.320,02 1.585,64
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 7.320,02 1.585,64
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 46.658,57 6.541.662,51 6.447.708,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 7.382.602,41 6.077.247,52
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 566.548,60 649.772,31
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 25.019,01 1.562.217,06
Summe Sachanlagen 46.658,57 14.515.832,53 14.736.945,11
III. Finanzanlagen
1. Genossenschaftsanteile 0,00 131.237,58 131.237,58
Summe Finanzanlagen 0,00 131.237,58 131.237,58
Summe Anlagevermögen 46.658,57 14.654.390,13 14.869.768,33

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Multi-Agrar Claußnitz GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Multi-Agrar Claußnitz GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Multi-Agrar Claußnitz GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. März 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Pirna, 12. September 2024

adviconta.de Dr. Gischke GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Prof. Dr. Gischke, Wirtschaftsprüfer

Dubberke, Wirtschaftsprüfer

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