Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 76973
Vorher
AF Ronius GmbH
Eingetragen
18.2.2016
Branche
Vermarktung und Vermittlung von Werbezeiten und WerbeflächenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von WerkzeugenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Möbeln
Gegenstand
Marketing und Vertrieb von Waren, Produkten und Dienstleistungen für Dritte, insbesondere Versorgungsdienstleistungen und Telekommunikationsdienstleistungen sowie Werbung, Verkaufsunterstützung und Kundenakquise.

Historie

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Konzern- und Jahresabschlüsse

Ströer SE & Co. KGaA

Köln

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 01.01.2019 - 31.12.2019

GESCHÄFTSBERICHT 2019

KONZERNKENNZAHLEN IM ÜBERBLICK 1
FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN

In Mio. EUR 12M 2019 12M 2018
Umsatzerlöse 1.591,1 1.507,8
EBITDA (adjusted) 2 570,5 538,2
Bereinigungseffekte 34,4 27,0
EBITDA 536,1 511,1
Abschreibungen 358,7 341,2
davon aus Kaufpreisallokationen und Wertberichtigungen 68,7 69,3
EBIT 177,4 169,9
Finanzergebnis 32,6 33,5
EBT 144,8 136,4
Steuern 25,1 21,9
Konzernergebnis 119,7 114,5
Bereinigtes Konzernergebnis 210,5 198,6
Free Cash-Flow (vor M&A) 370,2 297,9
Nettoverschuldung (31. Dez.) 547,6 517,7

1 Für weitere Details zu den einzelnen Kennzahlen verweisen wir auf das Kapitel "Wertorientierte Steuerung".
2 Das "EBITDA (adjusted)" ist inhaltlich identisch mit dem bisherigen Begriff des "Operational EBITDA".

DER VORSTAND

Dr. Christian Baier
CFO

Dr. Christian Baier wurde 1979 in Berlin geboren. Er studierte Betriebswirtschaft an der European Business School in Oestrich-Winkel, wo er auch promovierte.

Er war acht Jahre mit dem Fokus "Corporate Finance" für McKinsey tätig. Die folgenden sieben Jahre zeichnete er als Managing Director, CFO und COO für zLabels, eine Tochter der Zalando SE, verantwortlich.

Zum 1. August 2019 hat Dr. Christian Baier den Posten des Chief Financial Officer (CFO) bei Ströer übernommen und vervollständigt damit neben Co-CEO Udo Müller und Co-CEO Christian Schmalzl den Vorstand der Ströer Management SE.

Udo Müller
Co-CEO

Udo Müller, 1962 in Rüdesheim geboren, stieg 1987 über die Vermarktung seines Handballvereins Reinickendorfer Füchse in Berlin in die Außenwerbung ein.

Ab 1990 baute er zusammen mit Heiner W. Ströer die Ströer City Marketing GmbH auf, die 2002 in eine Aktiengesellschaft umfirmiert wurde. Durch die Übernahme der Deutsche Städte Medien (2004) und der Deutsche Eisenbahn Reklame (2005) trieb Müller das Wachstum des Unternehmens voran, das er 2010 an die Börse brachte.

2011 wurde Udo Müller vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft als Anerkennung für herausragende unternehmerische Leistungen zum Senator h. c. ernannt.

Udo Müller erweiterte mit dem Online-Einstieg in 2012 den Geschäftsbereich des Außenwerbers um die Online-Vermarktung. 2018 folgte die erfolgreiche Erweiterung des Ströer Produktportfolios durch den Bereich Dialogmedien.

Christian Schmalzl
Co-CEO

Christian Schmalzl, 1973 in Passau geboren, studierte Politikwissenschaft, Philosophie, Literaturwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Passau, München und Cardiff. Nach seinem Studium trat er 1999 bei der Münchner MediaCom ein und wurde im Jahr 2002 jüngster Geschäftsführer der Agenturgruppe.

2007 übernahm er die Verantwortung für das gesamte Deutschlandgeschäft, bevor er 2009 zum Worldwide Chief Operations & Investment Director (COO) der international agierenden Mediagruppe ernannt wurde. Zum Jahresende 2012 übernahm Christian Schmalzl die Aufgabe des COO im Vorstand von Ströer. Im März 2017 wurde Christian Schmalzl zum Co-CEO der Ströer SE & Co. KGaA berufen. Udo Müller und Christian Schmalzl bilden damit eine Doppelspitze der Ströer Gruppe.

VORWORT DES VORSTANDS

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

2019 war erneut ein erfolgreiches Jahr für unser Unternehmen. So konnten wir die Ströer Erfolgsgeschichte fortschreiben und im abgelaufenen Geschäftsjahr mit unseren Finanzkennzahlen erneut Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis erzielen. Wir haben unseren Umsatz von 1.508 Millionen Euro um 5,5 Prozent auf 1.591 Millionen Euro gesteigert. Mit einem organischen Wachstum von rund 7,1 Prozent konnten wir unsere selbst gesteckten Ziele, als auch die Entwicklungen des deutschen Werbemarktes, übertreffen. Das adjusted EBITDA haben wir um 6,0 Prozent von 538 Millionen Euro auf 570 Millionen Euro gesteigert. Mit 35,9 Prozent lag die adjusted EBITDA-Marge weiterhin auf dem hohen Niveau der Vorjahre. Entsprechend verbesserte sich das bereinigte Jahresergebnis und legte um rund 6,0 Prozent von 199 Millionen Euro auf 210 Millionen Euro zu. Unser Free Cash-Flow vor M&A (inkl. IFRS 16 Tilgungsauszahlungen) erreichte mit 195 Millionen Euro einen neuen Höchstwert.

Diese positiven Entwicklungen sind das Ergebnis der konsequenten Umsetzung unserer OOH+ Strategie mit Fokus auf Deutschland. Mit unserer strategischen Positionierung können wir unsere starke Position im deutschen Werbemarkt weiter ausbauen und den strukturellen Wandel für uns nutzen. Von entscheidender Bedeutung für den nachhaltigen Erfolg sind dabei unser diversifiziertes Rechte-Portfolio, unser umfangreiches lokales Markt-Know-how und unser stark individualisiertes, global nicht skalierbares Geschäftsmodell neben unserem hohen Innovationstempo. Die attraktiven, digitalen und dialogorientierten Geschäftsfelder unterstützen und verstärken unser erfolgreiches OOH-Kerngeschäft. Dabei werden der beschleunigte Ausbau unseres digitalen Footprints und die programmatische Vermarktung des Digitalinventars als Kern unserer OOH+ Strategie die nachhaltig profitable Wachstumsstrategie unterstützen.

Ein entscheidender Baustein für unseren nachhaltigen Unternehmenserfolg ist die konsequente Umsetzung unserer Strategie, die Fokussierung auf nachhaltig profitable Geschäftsbereiche und die permanente Optimierung unseres Unternehmensportfolios. Mit der Bereinigung des Portfolios von Randaktivitäten konnten wir die Gruppenprofitabilität weiter stärken und unser Finanzprofil schärfen. Daneben haben wir den Bereich Dialog Marketing auf das performanceorientierte Sales Geschäft ausgerichtet und serviceorientierte Unternehmensteile in ein schlagkräftiges Joint Venture eingebracht. Bei der konsequenten Umsetzung dieser Maßnahmen hat uns Dr. Christian Baier als neuer Group Chief Financial Officer (CFO) ab dem 1. August unterstützt und vervollständigt wieder den Vorstand.

Für das Geschäftsjahr 2020 erwarten wir ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. 1 Das adjusted EBITDA sollte ebenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. 1

Wir danken unseren Geschäftspartnern und Investoren für das unserem Unternehmen entgegengebrachte Vertrauen und wünschen allen ein erfolgreiches Geschäfts- und Börsenjahr 2020.

 

Udo Müller, Co-CEO

Christian Schmalzl, Co-CEO

Dr. Christian Baier, CFO

1 Mittlerer einstelliger Prozentbereich entspricht 3 - 7 Prozent.

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Geschäftsjahr 2019 war für die Ströer Gruppe erneut ein außerordentlich erfolgreiches Jahr. Es war geprägt von der konsequenten Umsetzung der OOH+ Strategie mit regionalem Fokus auf Deutschland.

Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA hat im Berichtszeitraum die persönlich haftende Gesellschafterin Ströer Management SE sorgfältig und regelmäßig beraten und überwacht. Dabei prüfte der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA vor allem die Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Ordnungsgemäßheit der Geschäftsführung des Vorstands der Ströer Management SE.

Entsprechend den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 hat der Aufsichtsrat regelmäßig geprüft, ob ihm eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehört. Dies ist aufgrund der bestehenden Aktionärsstruktur besonders geboten und nach Einschätzung des Aufsichtsrats auch der Fall. Mit Ausnahme der Aufsichtsratsmitglieder Julia Flemmerer, deren Amt am 19. Juni 2019 endete, Frau Angela Barzen, deren Amt am 19. Juni 2019 begann, und Dirk Ströer stehen die Mitglieder des Aufsichtsrats in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur Ströer SE & Co. KGaA, der persönlich haftenden Gesellschafterin Ströer Management SE, deren Vorstand und Aufsichtsrat oder einem kontrollierenden Aktionär, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Damit waren im Sinne der Definition des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 auf die Amtszeiten betrachtet jeweils sechs Anteilseignervertreter unabhängig und zwei nicht unabhängig. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind damit 14 von 16 Aufsichtsratsmitgliedern unabhängig. Diese Anzahl ist nach Überzeugung des Aufsichtsrats angemessen.

Der Vorstand der Ströer Management SE berichtet dem Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA sowohl in den Aufsichtsratssitzungen als auch außerhalb von Sitzungen laufend durch schriftliche und mündliche Berichte über die Geschäftspolitik und alle relevanten Aspekte der Unternehmensplanung und kommt damit seinen Informationspflichten nach. Dabei wurden neben der Finanz-, Investitions- und Personalplanung der Gang der Geschäfte, die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft und des Konzerns (einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements), die Finanzlage und die Rentabilität des Konzerns besprochen.

Während des Geschäftsjahres 2019 kam der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA zu vier Präsenzsitzungen zusammen. In zusätzlichen Gesprächen berieten sich der Aufsichtsratsvorsitzende, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats mit dem Vorstand der Ströer Management SE über wesentliche Vorfälle des Geschäftsgangs. Über diese Beratungen wurde dem Aufsichtsratsplenum regelmäßig mündlich Bericht erstattet.

Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA hat einen Prüfungsausschuss gebildet, der insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit der internen Risikomanagementsysteme, der internen Revision sowie der Abschlussprüfung befasst ist. Der Prüfungsausschuss der Ströer SE & Co. KGaA tagte im Berichtsjahr fünf Mal.

Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA hat außerdem am 19. September 2019 einen Nominierungsausschuss zur Vorbereitung der Vorschläge des Aufsichtsrats für Wahlen der Anteilseignervertreter durch die Hauptversammlung gebildet. Der Nominierungsausschuss der Ströer SE & Co. KGaA tagte im Berichtsjahr kein Mal.

Schwerpunkte der Beratungen und Prüfungen des Aufsichtsrats

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. März 2019 beriet sich der Aufsichtsrat in Anwesenheit des Abschlussprüfers, der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, eingehend und billigte den uneingeschränkt testierten Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA und den uneingeschränkt testierten Konzernabschluss der Ströer SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2018. Der Aufsichtsrat verabschiedete außerdem seine Beschlussempfehlungen für die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft im Jahr 2019, darunter u. a. eine Erhöhung der Ausschüttungsquote für Dividenden von 50 Prozent bis 75 Prozent und die Ausschüttung einer Dividende von 2,00 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie, die Entlastung der Ströer Management SE und des Aufsichtsrats, die Bestellung der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, zum Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2019, die Einführung eines Aktienoptionsprogramms sowie die Wahlvorschläge für Wahlen in den Aufsichtsrat. Anschließend prüfte der Aufsichtsrat den nicht finanziellen Bericht der Ströer SE & Co. KGaA eingehend und billigte ihn einstimmig. Schließlich setzte sich der Aufsichtsrat mit dem Compliance Bericht für das Geschäftsjahr 2018 auseinander.

Im schriftlichen Verfahren fasste der Aufsichtsrat am 3. Mai 2019 den Beschluss, der Hauptversammlung zu empfehlen, Frau Angela Barzen in den Aufsichtsrat zu wählen.

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 19. Juni 2019, im Vorfeld der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft, setzte sich der Aufsichtsrat eingehend mit dem Risikomanagement-Bericht auseinander.

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 13. September 2019 wählte der Aufsichtsrat einstimmig Herrn Christoph Vilanek zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Herrn Dirk Ströer zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat bestätigte außerdem die Besetzung des Prüfungsausschusses mit Herrn Ulrich Voigt, Herrn Christoph Vilanek und Herrn Dirk Ströer. Die Herren Voigt, Vilanek und Ströer enthielten sich bei den jeweiligen Wahlen ihrer Stimme. Daraufhin setzte der Aufsichtsrat sich mit den Neuerungen des Entwurfs des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Entwurfsfassung vom 9. Mai 2019 auseinander. Er beschloss einstimmig die Errichtung eines Nominierungsausschusses zur Vorbereitung der Vorschläge des Aufsichtsrats für Wahlen der Anteilseignervertreter durch die Hauptversammlung und wählte einstimmig als erste Mitglieder in den Nominierungsausschuss Frau Petra Sontheimer, Herrn Martin Diederichs und Herrn Ulrich Voigt, die sich jeweils bei ihrer Wahl der Stimme enthielten. Außerdem kam er nach ausführlicher Erörterung überein, dass von den acht Anteilseignervertretern wenigstens sechs unabhängig im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex sein sollten. Schließlich befasste sich der Aufsichtsrat mit Fragen der Effizienz seiner Arbeit.

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 11. Dezember 2019 befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit der im Rahmen einer Ausschreibung erarbeiteten Empfehlung des Prüfungsausschusses zur Vergabe der Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2020. Nach ausführlicher Erörterung schloss sich der Aufsichtsrat einstimmig der Empfehlung des Prüfungsausschusses an und beschloss, der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2020 die Wahl der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorzuschlagen. Außerdem verabschiedete der Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 7. Februar 2017. Schließlich beschloss der Aufsichtsrat die Änderung der Satzung der Gesellschaft zur Erhöhung des Grundkapitals und entsprechende Anpassung des Bedingten Kapitals nach der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2013 und dem Aktienoptionsprogramm 2015 im Geschäftsjahr 2019 durch Bezugsberechtigte.

Mit Ausnahme der nachfolgenden Aufzählungen nahmen alle Aufsichtsratsmitglieder an allen Sitzungen des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA während ihrer jeweiligen Amtszeit teil. Herr Dr. Müller fehlte bei den Sitzungen am 22. März 2019, 19. Juni 2019 und 11. Dezember 2019. Frau Flemmerer fehlte bei den Sitzungen am 22. März 2019 und 19. Juni 2019. Herr Voigt fehlte bei der Sitzung am 19. Juni 2019.

Beratungen des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats

Am 20. Februar 2019 befasste sich der Prüfungsausschuss mit den Arbeiten am Jahresabschluss, den aktuellen Geschäftszahlen des Ströer Konzerns und verschiedenen steuerlichen Themen. Am 13. März 2019 prüfte der Prüfungsausschuss die Entwürfe des Jahres- und des Konzernabschlusses der Ströer SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2018 und den Nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2018. An dieser Sitzung nahm der Abschlussprüfer der beauftragten Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, teil. In weiteren Sitzungen am 6. Mai 2019, 2. August 2019, 7. November 2019 beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit den jeweiligen Zwischenabschlüssen der Gesellschaft, der Vorbereitung und Durchführung der Ausschreibung für die Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020, der internen Revision, dem Risikomanagement-Bericht und Compliance Fragen.

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses nahmen an allen Sitzungen des Prüfungsausschusses teil. Der Finanzvorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin, Herr Dr. Bernd Metzner bzw. Herr Dr. Christian Baier, nahmen in ihren jeweiligen Amtszeiten an allen Sitzungen des Prüfungsausschusses teil.

Mitglieder des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats sind unverändert Herr Ulrich Voigt als Vorsitzender, Herr Christoph Vilanek als stellvertretender Vorsitzender und Herr Dirk Ströer.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Der vom Vorstand der Ströer Management SE aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 der Ströer SE & Co. KGaA wurden unter Einbeziehung der Buchführung und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, geprüft. Diese erteilte jeweils den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern der Ströer SE & Co. KGaA rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Sie waren Gegenstand intensiver Beratungen im Prüfungsausschuss der Ströer SE & Co. KGaA sowie in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA am 26. März 2019. An den Erörterungen im Plenum nahm der verantwortliche Wirtschaftsprüfer der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand für Fragen zur Verfügung.

Sämtliche vom Vorstand der Ströer Management SE und dem Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen wurden vom Aufsichtsrat eingehend geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwendungen und schloss sich dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, an. Der vom Vorstand der Ströer Management SE aufgestellte Jahresabschluss und Konzernabschluss der Gesellschaft wurden vom Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA gebilligt.

Personelle Veränderungen

Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA besteht aus 16 Mitgliedern und zwar acht Anteilseignervertretern und acht Arbeitnehmervertretern.

Nachdem Frau Anette Bronder ihr Amt zum 31. Dezember 2018 niedergelegt hatte, bestand der Aufsichtsrat zu Beginn des Berichtszeitraums aus den sieben Anteilseignervertretern Herrn Christoph Vilanek als Vorsitzendem, Herrn Dirk Ströer als stellvertretendem Vorsitzenden, Frau Julia Flemmerer, Frau Petra Sontheimer, Herrn Ulrich Voigt, Herrn Martin Diederichs, Herrn Vicente Vento Bosch und aus den acht Arbeitnehmervertretern Frau Sabine Hüttinger, Frau Rachel Marquardt, Frau Nadine Reichel, Herrn Andreas Huster, Herrn Tobias Meuser, Herrn Dr. Thomas Müller, Herrn Michael Noth und Herr Christian Sardina Gellesch.

Mit Beschluss vom 21. März 2019 bestellte das Amtsgericht Köln auf Antrag des Vorstands der Ströer Management SE Frau Sabine Thiäner anstelle von Frau Anette Bronder als Anteilseignervertreterin zum Mitglied des Aufsichtsrats. Herr Michael Noth legte sein Amt zum 31. Mai 2019 nieder.

Mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 19. Juni 2019 endeten die Aufsichtsratsämter der Anteilseignervertreter Julia Flemmerer, Christoph Vilanek, Dirk Ströer und Ulrich Voigt. Frau Julia Flemmerer kandidierte nicht für eine weitere Amtszeit und schied damit aus dem Aufsichtsrat aus. Die ordentliche Hauptversammlung bestätigte die Aufsichtsräte Christoph Vilanek, Dirk Ströer und Ulrich Voigt in ihren Ämtern und wählte anstelle von Julia Flemmerer Angela Barzen in den Aufsichtsrat.

Mit Beschluss vom 29. August 2019 bestellte das Amtsgericht Köln auf Antrag des Vorstands der Ströer Management SE Frau Petra Loubek anstelle von Herrn Michael Noth als Arbeitnehmervertreterin zum Mitglied des Aufsichtsrats.

Seither besteht der Aufsichtsrat aus den acht Anteilseignervertretern Herrn Christoph Vilanek als Vorsitzendem, Herrn Dirk Ströer als stellvertretendem Vorsitzenden, Frau Angela Barzen, Frau Petra Sontheimer, Frau Sabine Thiäner, Herrn Ulrich Voigt, Herrn Martin Diederichs, Herrn Vicente Vento Bosch sowie den acht Arbeitnehmervertretern Frau Sabine Hüttinger, Frau Petra Loubek, Frau Rachel Marquardt, Frau Nadine Reichel, Herrn Andreas Huster, Herrn Tobias Meuser, Herrn Dr. Thomas Müller und Herrn Christian Sardina Gellesch.

Im Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Ströer Management SE, ergab sich eine personelle Veränderung. Herr Dr. Bernd Metzner schied zum 30. April 2019 aus dem Vorstand aus. Ihm folgt zum 1. August 2019 Herr Dr. Christian Baier im Amt nach.

Dank

Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA spricht dem Vorstand der Ströer Management SE, den Unternehmensleitungen der Konzerngesellschaften, dem Betriebsrat sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großen persönlichen Einsatz, ihre herausragenden Leistungen und ihr fortwährendes Engagement seinen großen Dank und seine Anerkennung aus.

 

Köln, im März 2020

Für den Aufsichtsrat

Christoph Vilanek, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA

BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS

Die in diesem Bericht über die Lage der Ströer SE & Co. KGaA, Köln, im Folgenden "Ströer KGaA", und des Konzerns vorgenommenen Verweise auf Seitenzahlen beziehen sich auf die Nummerierung im Geschäftsbericht.

Zusammengefasster Lagebericht

GRUNDLAGEN UND STRATEGIE DES STRÖER KONZERNS

Strategie

Ströer hat im Geschäftsjahr 2019 die in den Vorjahren durch Akquisitionen gelegten Grundlagen erfolgreich weiter umgesetzt.

Die Strategie "OOH+" basiert vorrangig auf

einem starken Kerngeschäft im Bereich Out-of-Home (OOH)

Konzentration auf den Kernmarkt Deutschland

der Nutzung einzigartiger proprietärer Möglichkeiten, die sich aus den Geschäftsbereichen Content Media und Direct Media für die nachhaltige Kapitalisierung des Kerngeschäftsbereiches OOH ergeben.

Im Geschäftsjahr 2019 erreichte Ströer in Deutschland auf Basis des Werbeumsatzes im Bereich Außenwerbung einen Marktanteil von 60 Prozent.

Die Grundlagen des Geschäftsmodells sind auf viele Jahre hinaus gesichert. Die im Geschäftsjahr 2019 getätigten Investitionen, sowie die im Jahr 2020 und den Folgejahren geplanten Investitionen in den weiteren Aufbau digitaler Infrastruktur in Deutschland, sind ein wichtiger Garant für die positiven Erfolgsaussichten dieser strategischen Ausrichtung und ihrer nachhaltigen Monetarisierbarkeit. Die Entwicklung des deutschen Werbemarktes gibt zudem positive Signale für diese Strategie.

Der Werbemarkt in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr so stark gewachsen wie zuvor. Der Anteil der Gattung Out-of-Home weist jedoch seit 2014 ein stetes Wachstum auf, welches deutlich höher ist als das des gesamten Marktes.

Above the line Markt - Marktanteil OOH 2019
Brutto, Anteile in %

Quelle: The Nielsen Company (Germany) GmbH, Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V., Ströer Daten

Entwicklung des deutschen Werbemarktes 2009-2019
In Mrd. EUR

Quelle: Nielsen Media Research, Werbeaufwendungen brutto ohne Werbesendungen * 1. Jahresabschluss 2019 Nielsen

Mit einem Gattungsmarktanteil von zuletzt 7,5 Prozent weist OOH in Deutschland im Vergleich zu den Werbemarktanteilen der Außenwerbung in anderen Märkten dennoch weiteres Wachstumspotenzial auf.

OOH-Werbeausgaben nach Ländern in 2019 (weltweit)

OOH-Ausgaben
(in Mrd. US-Dollar)
OOH-Anteil
(in %)
China 10,4 11,3
USA 9,8 4,0
Japan 4,9 35,6
Frankreich 1,5 10,8
Deutschland 1,4 5,7
UK 1,4 4,8
Weltweit 29,3 6,4

Quelle: ZAW, Zenith Forecasts von 2019

Weitere Metafaktoren beeinflussen dieses Potenzial positiv:

Die Mobilität in Deutschland nimmt immer mehr zu (Quelle: "Mobilität in Deutschland (MiD) 2017"). Sie ist die Einschaltquote der Außenwerbung.

Außenwerbung ist der Werbekanal mit der größten Sympathie beim Konsumenten.

Ströer profitierte in 2019 aufgrund des hohen Marktanteils und infolge der "OOH+" Strategie von diesem Momentum überproportional.

Beliebtheit von Medien
In %; n=1000

Quelle: Statista, Image and Acceptance of Advertising Channels

Ein weiterer wichtiger Aspekt der "OOH+" Strategie ist die zunehmende Automatisierung von Außenwerbung. Sie eröffnet neue Vertriebskanäle ("Programmatic"), erlaubt eine bessere Nutzung der Inventare (kurzfristig verfügbarer, granularer paketierbar) und gleichzeitig mehr technische Möglichkeiten dynamischer Werbeformate.

In der automatisierten Vermarktung von Werbung hat sich in den letzten Jahren programmatische Werbung weltweit durchgesetzt. Programmatische Inventare werden granular und flexibel automatisiert gehandelt. Der zusätzliche Einsatz von Zielgruppen-(Bewegungs-)Daten führt zudem zur Erschließung neuer Kundenpotenziale. Die Mechanik ist in der Online Vermarktung entstanden, in der auf automatisierten Marktplätzen Angebotsinventare (SSP, Supply Side Platform) auf Nachfragemodelle (DSP, Demand Side Platforms) treffen und per Algorithmik in optimalen Einklang gebracht werden.

Ströer Wachstum 2005 - 2019
in %

1 Adj. EBITDAe inkl. IFRS 16

Quelle: Ströer Daten

Die Ströer Digital Gruppe vermarktet rund 2.000 Websites im deutschen Werbemarkt und ist einer der führenden Online Vermarkter in Deutschland.

Dieses Wissen um automatisierte programmatische Vermarktung hat Ströer genutzt, auch in der Außenwerbung flexiblere programmatische Angebote auf Basis fortschreitend digitalisierter Infrastruktur zu entwickeln. Ströer hat in den vergangenen fünf Jahren bereits wichtige Erfahrungen dabei gesammelt. Die seit mehr als zehn Jahren aufgebaute digitale Indoor Infrastruktur mit knapp 5.000 Public Video Screens in Bahnhöfen, Einkaufszentren, Premium Indoor Locations und Nahverkehrssystemen, wird nicht nur als klassische digitale Außenwerbung, sondern auch als programmatisches Inventar vermarktet und genutzt.

Ohne das Know-how in Programmatic Advertising wäre der Aufbau einer funktionierenden OOH Programmatic Infrastruktur und deren erfolgreiche Vermarktung nicht so schnell gelungen.

Das daraus entstehende hochgranulare Produkt verbindet das beste beider Welten: Bildlichkeit und Reichweite der Außenwerbung mit Flexibilität und Granularität der programmatischen Online Werbung.

Die Digitalisierung von Außenwerbung nutzt in der Vergangenheit von Ströer strategisch entwickelte Möglichkeiten aus und kapitalisiert diese:

die passenden Standorte/Rechte

die Ressourcen, auch komplexere Infrastruktur schnell auszubauen

das Know-how neue Technologien schnell zu adaptieren und zu monetarisieren

die Fähigkeit Inventar ideal für die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse zu paketieren

den Zugang zu allen relevanten Kundensegmenten durch Vertriebe auf nationaler aber auch regionaler Ebene

Einhergehend mit dem Ausbau von Portfolio und Technologie hat Ströer in 2019 massiv in den Ausbau der Vertriebskapazitäten auf allen Ebenen investiert.

Das insgesamt durch die "OOH+" Strategie entstandene Angebotsportfolio von Ströer führt zudem zu einer breiteren und tieferen Verzahnung mit den Kunden.

Der Vertrieb erfolgt sowohl über eine nationale Vertriebsorganisation, welche Kunden und ihre Agenturen zentral betreut sowie auch über eine regionale Vertriebsorganisation, welche zudem in der Lage ist, kleinste Kunden direkt vor Ort persönlich zu betreuen.

Geschäftsmodell

Ströer ist einer der führenden Anbieter der Vermarktung von Außen- und Online-Werbeflächen sowie aller Facetten des Dialog Marketings mit dem Schwerpunkt Deutschland.

Segmente und Organisationsstruktur

Generelles

Die Reporting-Segmente der Ströer Gruppe bestehen aus dem Segment Out-of-Home Media, Digital OOH & Content und Direct Media.

Die Segmente sind in enger Abstimmung mit der Konzern-Holdinggesellschaft Ströer SE & Co. KGaA operativ eigenständig am Markt tätig.

Die Abstimmung bezieht sich insbesondere auf die strategische Ausrichtung im Rahmen der Gesamtsteuerung des Ströer Konzerns sowie die vertriebliche Bearbeitung des nationalen, regionalen und lokalen Werbemarktes. Hierdurch ist ein gezielter Know-how-Transfer zwischen den einzelnen Segmenten möglich, häufig entstehen gerade daraus neue, einzigartige Angebote.

Darüber hinaus werden auch die Finanzierung und die Liquidität im Ströer Konzern zentral gesteuert.

Die hieraus resultierende Refinanzierung der Segmente und deren Versorgung mit ausreichender Liquidität verschaffen den operativen Einheiten die notwendige Flexibilität, um Chancen im Markt kurzfristig nutzen zu können.

Darüber hinaus stellt Ströer auch den Infrastrukturpartnern vor Ort, Kommunen, Gesellschaften und privaten Verpächtern von Flächen für Werbeanlagen direkte Ansprechpartner zur Verfügung und kann schnell auf die jeweiligen Erfordernisse reagieren.

Out-of-Home Media

Basis des Außenwerbegeschäfts ist ein attraktives Portfolio an Verträgen mit privaten und öffentlichen Grundstücks- und Gebäudeeigentümern, von denen Ströer Werberechtskonzessionen für reichweitenstarke Standorte erlangt. Von besonderer Bedeutung sind dabei Verträge mit Kommunen, für die Ströer als Systemanbieter intelligente und passgenaue Infrastrukturlösungen entwickelt, welche das Stadtbild aufwerten oder zusätzliche Dienste ermöglichen.

Daneben sind die Verträge mit der Deutschen Bahn und der ECE-Gruppe sowie mit Anbietern im öffentlichen Personennahverkehr von hervorgehobener Bedeutung. Dabei erstreckt sich das Produktportfolio auf alle Werbeformen, die außer Haus zum Einsatz kommen - von klassischen Plakatmedien (Großformate) über die Werbung an Wartehallen (Street Furniture) und Transportmitteln bis hin zu digitalen und interaktiven Angeboten - insgesamt über mehr als 200 unterschiedliche Werbeformen.

Das digitale Außenwerbegeschäft, welches heute im Kern auf Public Video beruht, ist aufgrund der Geschäftsnähe und der Technologie im Digital OOH & Content Segment subsummiert.

Die Verträge mit privaten Grund- und Gebäudeeigentümern sehen im Allgemeinen die Zahlung einer festen Pacht vor, während die kommunalen Konzessionsverträge überwiegend umsatzabhängige Pachtzahlungen enthalten.

In 2019 konnten die kommunalen und privaten Werberechtskonzessionen wie auch in den vorangegangenen Jahren weiter ausgebaut werden. Insbesondere die Digitalisierung bestehender und neuer Werbestandorte stand bei den alten und neuen Werbekonzessionen im Mittelpunkt.

Wichtige Partner im Außenwerbegeschäft sind die Städte und Kommunen in Deutschland. Von diesen erhält Ströer Werberechte und bewirtschaftet in enger Abstimmung mit ihnen die Infrastruktur. Um die Digitalisierung der Städte weiter voran zu treiben, engagiert sich Ströer u. a. in der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland sowie als einziges Werbeunternehmen als Mitglied der "Morgenstadt-Initiative" des Fraunhofer IAO Instituts. Die Zielsetzung ist, Infrastruktur und Möglichkeiten von Ströer dazu zu nutzen, das Management von Städten zu vereinfachen und Bürgern die Bewältigung ihres fortschreitend digitalisierten Alltages durch smarte kommunale Dienste zu erleichtern.

Ströer steht mit vielen deutschen Kommunen in einem intensiven Austausch über die Zukunft und Entwicklung deutscher Städte.

Ströer verfügt über eine eigene Forschungs- & Entwicklungsabteilung mit Niederlassungen in Köln und Shanghai. Hier werden Produktlinien gewartet und weiterentwickelt sowie Innovationen konzipiert.

Dem Außenwerbegeschäft sind zudem eine Reihe von Beteiligungen zugeordnet, die das kundenzentrierte Angebot optimal abrunden. Hier sei beispielsweise die Edgar Media, vormals United Ambient Media Group GmbH (UAM) oder BlowUp Media genannt.

Digital OOH & Content

Durch die digitale und damit flexible Bespielung der digitalen Außenwerbeflächen ist es möglich, diese über alle Vertriebskanäle hinweg zu vermarkten und zudem aufgrund der vollständig digitalisierten Logistik sehr flexibel und granular anzubieten - von Paketen und Netzen bis hin zu einzelnen Flächen und von Kampagnen über längere Zeiträume hinweg bis hin zu spezifischen zeitpunktabhängigen Aktionen. Gleichzeitig lassen sich noch verfügbare Inventare ("Yields") sehr kurzfristig vermarkten. Die hierfür nötigen, umfassenden technischen Grundlagen auf allen Vertriebsebenen wurden bereits in 2018 erfolgreich umgesetzt und in 2019 ausgebaut in Bezug auf flexible Kreationen oder Ausspielung von Werbung in Abhängigkeit von bestimmten für das Produkt relevanten Gegebenheiten (wie z. B. Niederschlag, Temperatur etc.).

Als Multi-Channel-Medienhaus bietet Ströer darüber hinaus skalierbare Produkte von Branding & Storytelling bis hin zu Performance, Native Advertising und Social Media im Internet an.

Mit einer Reichweite von über 50,64 Millionen Unique Usern pro Monat (AGOF daily digital facts, Dezember 2019, 16+) ist die Ströer Digital Media GmbH der größte Digitalvermarkter in Deutschland laut Vermarkter-Ranking der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) und zählt damit zu den bedeutendsten Display- und Mobile-Vermarktern im deutschen Werbemarkt.

Im Bereich Display- und Mobile-Vermarktung verfügt Ströer Digital Media über eine Vielzahl an Direktmandaten, eigenen Webseiten und über eine automatisierte Technologieplattform (sowohl für die Demand- als auch für die Supply-Side). Zu den eigenen Webseiten gehören zum Beispiel t-online.de sowie führende Special Interest Portale wie Giga.de oder Kino.de. Im Bereich der Direktmandate hat Ströer im letzten Jahr seine Vermarktungskapazität gebündelt und verfügt nun über exklusive Vermarktungsrechte für mehr als 1.000 Webseiten. Ströer hat die Möglichkeit, Rich Media 1 und Native Advertising mit klassischen Display-Werbeformaten und neuen Bewegtbild-Produkten intelligent zu verknüpfen und entwickelt parallel innovative Werbeformate für den automatisierten Handel.

Ferner wurden der neue IAB Standard Flexible Ads umgesetzt und die Möglichkeiten zum Targeting deutlich ausgebaut. Damit kann wesentlich mehr Inventar programmatisch zur Verfügung gestellt und somit extrem kurzfristig zum optimalen Preis vermarktet werden. In diesem Zusammenhang konnten wichtige neue Mandate gewonnen (z. B. Klambt Verlag, Delius Klasing Verlag, babyclub.de und Fatchd.com) oder, wie die Vermarktungsmandate der Bauer Media Gruppe und der Motor-Presse, verlängert werden.

t-online.de hat es binnen eines Jahres geschafft ein wichtiges Medium zu werden und wird weiterhin konsequent ausgebaut - sowohl was Themenbreite als auch inhaltliche Tiefe des Angebots angeht.

1 Rich Media bezeichnet Online-Inhalte, die optisch und akustisch durch bspw. Video, Audio und Animation angereichert sind.

T-Online nach Übernahme wieder auf Erfolgskurs
Visits in Mrd.

Quelle: IVW - Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.

Dutzende Bundespolitiker, Spitzensportler und Prominente gaben t-online.de exklusive Interviews im Jahr 2019. Dies hat sich positiv auf die Reichweite ausgewirkt, die auf Basis der Visits um rund 12,4 Prozent gewachsen ist.

t-online.de wurde 2019 mehr als 600 Mal von Nachrichtenagenturen und ein Vielfaches mehr von deutschen und internationalen Medien zitiert. Der seit zweieinhalb Jahren an jedem Werktagmorgen veröffentlichte "Tagesanbruch" ist das führende Morning Briefing der Republik und das erste echte Multi-Channel-Plattformprodukt (Internet, Apps, Newsletter, Sprachassistenten, Podcast, Public Video) mit täglich bis zu 330.000 Nutzern, darunter viele Entscheider in Politik und Wirtschaft.

Die t-online.de Redaktion gestaltet aus dem Newsroom in Berlin-Mitte sowie aus den Korrespondentenbüros in Washington und Melbourne rund um die Uhr ein abwechslungsreiches Programm. Neben Nachrichten aus Politik, Sport und Digitalszene sowie Ratgeberartikeln stellen sich Prominente wie Howard Carpendale, Lena Meyer-Landrut und Otto Waalkes im Newsroom den Fragen.

Das t-online.de Kolumnisten-Programm findet bundesweit Beachtung. Im August wurde die t-online.de-Tablett-App relaunched, in Kürze startet das neue Ressort Wirtschaft & Finanzen.

Unmittelbar nach dem Launch von Watson wurde das dritte Portal, desired.de, relaunched. desired.de richtet sich vor allem an jüngere Frauen mit dem Interessenschwerpunkt Lifestyle und Mode. desired.de wird betrieben von der Ströer Media Brands (SMB). Bei der SMB werden Facebook Portale zu einer Vielzahl von Themen betrieben und mehr als sieben Millionen eigene Facebook Fans in Deutschland mit Nachrichten und Unterhaltung versorgt.

Die Statista GmbH konnte ihren in den Vorjahren eingeschlagenen Wachstumskurs weiterhin fortsetzen.

Das Wachstum resultiert vor allem aus der dynamischen Entwicklung internationaler Aktivitäten mit der Eröffnung neuer Verkaufsbüros in Paris und Singapur. Außerdem wurde die Entwicklung eigener Inhalte und der Kernmarke Statista weiter forciert: In 2019 wurde nebst der Erweiterung der Plattform um neue Produkte wie dem Business-Plan-Export, der die Datengrundlage für eigene Marktmodellierungen bietet, ein besonderer Fokus auf den Ausbau exklusiver Inhalte rund um Trendthemen wie Mobilität und strategische Themenfelder wie Länder-KPI gelegt. Der Mehrwert bestehender Statistiken und Reporte wurde ergänzend durch redaktionelle Anreicherung der Daten um Hintergrundinformationen weiter gesteigert. Die eigenen Printpublikationen Digital Economy Compass und Trend Compass 2020 untermauerten zudem die Positionierung von Statista als Kompetenzträger für Marktwissen und Prognosen. Die globale Markenwahrnehmung profitierte demnach zum einen vom massiven Ausbau der Datenlage sowie zusätzlich von strategischen Partnerschaften mit Alexa, Financial Times, Forbes, Newsweek, Economic Times Indien und Nikkei Japan.

Direct Media

2019 war für die BHI Gruppe (asambeauty GmbH/ Beauty and Health Investment Group GmbH) erneut ein sehr erfolgreiches Jahr und ein weiterer Rekordumsatz von über 83 Millionen Euro konnte realisiert werden. Dieses Wachstum basiert im Wesentlichen auf den vier Hauptvertriebswegen:

E-Com: In diesem Bereich wurde abermals ein Umsatzwachstum von knapp 20 Prozent erzielt. Der Fokus liegt hier insbesondere auf dem Influencer Marketing und der Optimierung des Online Shops hinsichtlich Story-Telling und Upsell-Präferenzen. Zudem wurden in 2019 erstmals ein echter Adventskalender gelauncht.

TV Sales: Die BHI Gruppe hat im Inland ein stabiles Ergebnis erreicht. Positiv herauszustellen ist hier die Hair Care Marke "ahuhu", die ein Rekordergebnis bei QVC Deutschland realisieren konnte. Im internationalen Bereich ist die Entwicklung in Nordamerika mit hohen Wachstumsraten hervorzuheben.

Retail: Der jüngste Vertriebsweg schreibt seine Erfolgsgeschichte fort. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde in über 500 Müller-Filialen die "asambeauty Theke" installiert. Dadurch konnte die Marke deutlich aufgebaut und die Visibilität gesteigert werden. Darüber hinaus ist das Geschäft mit den Neukunden dm Österreich, Globus und TK Maxx weiter ausgebaut worden.

Das Business Development betreut in der BHI Gruppe die neuen Vertriebswege oder neue Vertriebsländer.

Bereits in 2017 wurden die Avedo Gruppe und die Ranger GmbH von Ströer übernommen.

Die Avedo Gruppe fokussiert sich derzeit auf Telesales und Dialogmarketing und bietet ihre Leistungen vorrangig auf CPO-Basis (Cost per Order) an. Die Avedo Gruppe verfügt über 30 Millionen Kundenkontakte jährlich und Expertise in zwölf Branchen, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation, Energie, IT, Tourismus, Multimedia und E-Commerce. Mit der Akquisition der Ranger Gruppe im Bereich des performanceorientierten Direktvertriebs, wird das Performance-Marketing-Geschäft der Avedo Gruppe um einen zusätzlichen Kanal ergänzt.

Ranking der größten Contact Center in Deutschland im Jahr 2019 nach Anzahl der Arbeitsplätze

Quelle: Call Center Verband Deutschland

Die Ranger Gruppe ist ein Außendienst-Spezialist und übernimmt für seine Auftraggeber den hocheffizienten, performancegesteuerten Direktvertrieb. Das Unternehmen verkauft Produkte für Auftraggeber unter anderem in den Branchen Telekommunikation, Energie, Handel, Finanzen und Medien an Privat- und Geschäftskunden.

Im Callcenter Bereich wurden in 2018 weitere Akquisitionen getätigt. Damit ist die daraus entstandene Ströer Dialog Group, die im Geschäftsbericht das Segment Direct Media bildet, zu einer der Top-3 Anbieter von Callcenter Kapazitäten in Deutschland aufgestiegen und Europas größter Anbieter von performanceorientiertem Direktvertrieb.

Im Rahmen der OOH+ Strategie wurde der Bereich in 2019 strukturell weiter optimiert. Zukünftig fokussiert sich Ströer schwerpunktmäßig auf Sales & Service to Sales Themen, die für unsere Kundenbeziehungen relevanter sind und ein höheres Margen- und Wachstums-Potenzial aufweisen. Standorte, welche rein serviceorientierte Dienstleistungen anbieten und bei denen Kunden eher Kapazitäten kaufen, sind in ein Joint Venture überführt worden, an dem Ströer 50 Prozent hält. Damit können wir auch zukünftig diese Servicedienstleistung bei Bedarf zusammen mit Sales-Services unseren Key Accounts aus einer Hand anbieten. Die operative Steuerung und finale Verantwortung für diese Standorte liegt bei unserem Joint Venture-Partner und seinem Management.

Rangers Ambition ist es, für seine Partner flächendeckenden Direktvertrieb in den jeweiligen Ländern anzubieten. Dazu bauen wir konsequent über organisches und anorganisches Wachstum B2C- und B2B-taugliche Vertriebsstrukturen auf. Unsere ausgesuchten Premiumpartner wie u. a. Deutsche Telekom, Vodafone, E.ON, Eni, Engie und Total arbeiten langjährig mit Ranger zusammen und schätzen die tiefe Prozessintegration. Ranger arbeitet durchgängig digital. Von Vertriebssteuerung, Gebietsplanung, Kundendatenerfassung und -bearbeitung, Auftragsprozessierung bis zur Abrechnung. Alle Prozesse sind tief in die Auftraggeberstrukturen integriert. Dies sorgt für Qualitäts-, Geschwindigkeits- und Steuerbarkeitsvorteile aber auch für Kostenersparnisse. Ranger treibt seine Innovations- und Internationalisierungsstrategie massiv voran. Unsere Vision ist es, der dominante Marktplayer in den wichtigsten europäischen Märkten für die performanceorientierte Direktvermarktung im B2C- und B2B-Segment zu sein.

Strategie und Steuerung

Ströer konzentriert sich auf solche Business-Segmente, die aktiv und aus eigener Kraft vorrangig in Deutschland entwickelt werden können und die nachhaltige Wachstumschancen bieten. Sie zeichnen sich zum einen dadurch aus, dass das Inventar ein sehr diversifiziertes Rechte-Portfolio aufweist und die Anforderungen an lokale operative Exzellenz besonders hoch sind. Zum anderen erfordern die Segmente für Management und Produktentwicklung ein hohes lokales Markt-Know-how und sind zudem nicht global skalierbar, da es länderübergreifend große Unterschiede bezüglich Marktstruktur und sprachlicher, kultureller als auch regulativer Rahmenbedingungen gibt.

Daher sind solche Business-Segmente durch einen starken und integrierten lokalen Anbieter wie Ströer optimal zu gestalten.

Vor allem das traditionelle Kernsegment von Ströer Out-of-Home Media erfährt durch die Entwicklung des Digitalgeschäftes rund um deutschen Content (DOOH & Content Media) und zusätzliche Dienste des Segmentes Direct Media nachhaltige Wachstumsimpulse in der Strategie "OOH+".

Die für dieses Geschäft notwendige hohe Qualität in der lokalen Exekution ist in der DNA von Ströer fest verankert. Historisch war der Bereich Out-of-Home stets auch aufgrund der föderal diversifizierten Struktur der deutschen Städtelandschaft durch eine begrenzte Standardisierung gekennzeichnet. Das bedeutet, dass jeder Rechtevertrag individuell zu entwickeln und zu betreuen ist und gleichzeitig internationale Skaleneffekte etwa in der Produktentwicklung und -beschaffung keine große Rolle einnehmen.

Der Erfolg in den Kernsegmenten von Ströer beruht im Wesentlichen auf:

"Proprietäres Detailwissen in Breite und Tiefe", also das tiefe Wissen um die lokal sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen z. B. jedes einzelnen Werbestandortes, jeder einzelnen Webseite oder jedes einzelnen Callcenters.

"Individuelle Qualität in Management und Ausführung" bzw. dem Willen, auch im regionalen und lokalen Raum maximale Präzision sicherzustellen und nicht mit zu unspezifischen Standardlösungen zu arbeiten. Deswegen betreibt Ströer alleine im Out-of-Home Media Bereich mehr als 200 unterschiedliche Produktvarianten.

"Proprietäre, auf den Kunden zugeschnittene Lösungen" mit dem Ziel, maximale Kundenzufriedenheit auch in kleinsten Segmenten sicherzustellen, statt Kunden auf global skalierte Plattformen zu zwingen.

"Direkter Zugang zu allen Kunden auf allen Ebenen" bzw. der kontinuierliche Ausbau aller Vertriebsressourcen, um Kundenkontakte in der maximal möglichen Breite und Tiefe im Markt sicherzustellen, gerade auch im Segment der mittleren und kleinen Gewerbe, die von anderen Anbietern nicht flächendeckend ganzheitlich beraten werden können.

Im Sinne der Optimierung der Investitionen von Ströer in das eigene Portfolio kann die Auslastung sowie die Wertschöpfung des Portfolios fortlaufend optimiert werden. Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung von Infrastruktur wird die historische Dividende in Form von proprietären Rechten und Produkten optimal monetarisiert. Noch nicht monetarisierte Werbeflächen oder bereits bestehende Marketing-Infrastrukturen steigern den Wert der in den Vorjahren gezielt ergänzten und profitablen Beteiligungen und Zusatzgeschäfte.

Organisatorisch bedeutet dies eine erhebliche Elastizität und Spannbreite, welche durch neu eingeführte CRM- und ERP-Systeme zentral unterstützt werden

von Bedürfnissen großer nationaler Werbetreibender und ihrer Agenturpartner, die zunehmend nach automatisierten, programmatischen, datengetriebenen Lösungen mit hoher Flexibilität verlangen,

bis hin zu den Bedürfnissen im Segment der kleinen und mittleren, regionalen Kunden, die Ströer durch den schnell wachsenden Lokalvertrieb optimal direkt vor Ort in allen Facetten des Angebotes aus einer Hand beraten kann und deren Lösungen eher organisatorisch, als technisch skaliert werden können.

Damit ist Ströer sehr gut aufgestellt, um im deutschen Werbemarkt nachhaltig erfolgreich zu sein.

Werbemarkt

Der Werbemarkt ist Brutto insgesamt marginal wachsend, in der Netto Betrachtung in den meisten Analysen nicht mehr. Zusätzlich muss zwischen National und Regional unterschieden werden:

National (Nielsen): TV in der Bruttobetrachtung mit marginaler Dynamik, in der Nettobetrachtung mit erheblichen Einbußen, Print sowohl in der Brutto- als auch Netto Darstellung weiterhin mit einem negativen Trend. Dagegen sind Online Display/Content Media in der Bruttodarstellung stabil, in der Nettobetrachtung dagegen trotz DS-GVO eher positiv. Die Kategorie Radio ist von niedrigem Niveau aus leicht wachsend, Kino dagegen stark schwankend, abhängig von Besucherzahlen und Blockbustern.

Perspektivisch kann davon ausgegangen werden, dass das Aufkommen von Video on Demand Diensten (Amazon Prime, Netflix, Magenta TV, Sky, DAZN etc.) auch durch die in 2020 zu erwartenden Markteintritte (Disney+) zunehmend Druck ausüben wird auf die Nutzungsdauer von klassischem linearen TV und Kino und dass klassische gedruckte Werbemedien weiter an Bedeutung verlieren werden vor dem Hintergrund sich zunehmend entwickelnder Online Content-Plattformen.

Regional weist der Markt ein erhebliches Volumen auf, von dem ein großer Teil der Werbeinvestitionen von KMUs noch in eher klassischen Medien wie Print, Verzeichnisdiensten, Webseitengestaltung oder Messeauftritten liegt. Auch hier ist anzunehmen, dass sich digitale und einfacher skalierbare Angebote besser entwickeln werden als analoge.

Produktentwicklung

Die Digital-Strategie basiert auf einer fortlaufend weiterentwickelten Technologieposition, die lokale und regionale Performance ebenso wie Direktmarketing ermöglicht. In zunehmendem Maße sind dabei Technologien erfolgsentscheidend, die eine zielgenaue Aussteuerung von Kampagnen und das professionelle Management anonymisierter Datenmengen ermöglichen. Hierdurch ist die reibungslose Verzahnung von Branding- und Performance-Marketing im Rahmen von Multi-Screen-Strategien möglich. Neben der Entwicklung spezieller Anwendungen und Software-Lösungen im Bereich der digitalen Werbung fokussiert sich der Ströer Konzern gleichzeitig im OOH-Bereich auf die Entwicklung der nächsten Generation von Werbeträgern (bspw. begrünte Werbeträger) für unsere Kunden. Im Geschäftsjahr 2019 wurden insgesamt Entwicklungskosten in Höhe von 23,2 Millionen Euro aktiviert (Vj.: 23,3 Millionen Euro).

Wertorientierte Steuerung

Der Ströer Konzern wird nach intern definierten finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen im Sinne einer nachhaltigen Wertentwicklung gesteuert. Hierbei folgen die wesentlichen finanziellen Steuerungsgrößen der internen Berichtsstruktur. Dabei handelt es sich um Kennzahlen, die sowohl das Geschäftsmodell als auch die Steuerung abbilden, jedoch nicht Bestandteil der internationalen Rechnungslegungsstandards sind. Dazu gehören das organische Umsatzwachstum und das adjusted EBITDA als Hauptsteuerungsgrößen. Zu den weiteren Kennzahlen gehört das bereinigte Konzernergebnis, Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen), der ROCE (Return on Capital Employed) und der dynamische Verschuldungsgrad.

Einer der wesentlichen Indikatoren, an denen sich das Wachstum des gesamten Konzerns ablesen lässt ist die Umsatzentwicklung. Diese ist auch eine der wesentlichen Größen zur Steuerung der Segmente im Ströer Konzern. So werden den einzelnen Geschäftsbereichen im Rahmen der Budgetierung und Mittelfristplanung auf die jeweilige Ebene heruntergebrochene Zielumsätze vorgegeben, deren Einhaltung unterjährig laufend überwacht wird. Dabei wird sowohl das organische Umsatzwachstum als auch das nominale Umsatzwachstum betrachtet. Bei der Berechnung des organischen Umsatzwachstums geht die Geschäftsentwicklung von akquirierten Unternehmen - positiv wie negativ - direkt ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung in die Berechnung mit ein.

Das adjusted EBITDA (Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, vor Wertminderungen sowie korrigiert um Bereinigungseffekte) stellt die nachhaltige Ertragsentwicklung des Konzerns dar. Daneben ist das adjusted EBITDA eine wesentliche Input-Größe zur Bestimmung des Verschuldungsfaktors, der den kreditgebenden Banken quartalsweise mitzuteilen ist. Darüber hinaus wird das nachhaltige adjusted EBITDA am Kapitalmarkt im Rahmen des Multiplikatorverfahrens vereinfachend zur Bestimmung des Unternehmenswerts herangezogen.

Das bereinigte Konzernergebnis ist eine Kennzahl zur Bestimmung unserer Dividendenauszahlung. Grundsätzlich planen wir, innerhalb einer bestimmten Bandbreite einen prozentualen Anteil unseres bereinigten Konzernergebnisses als Dividende auszuzahlen, soweit dies nach handelsrechtlichen Vorschriften zulässig ist.

Ein weiteres Steuerelement des Vorstands ist der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen). Dieser wird aus dem Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Netto-Investitionen, also der Summe aus Einzahlungen und Auszahlungen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen berechnet. Der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) stellt somit die cashwirksame Ertragskraft unseres Unternehmens dar und ist eine bedeutende Determinante für unsere Investitions-, Finanzierungs- und Dividendenpolitik.

Eines der wesentlichen Ziele des Ströer Konzerns ist es, die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) nachhaltig zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln wir unsere Steuerungs- und Controllingsysteme stetig weiter. Der ROCE errechnet sich aus dem Quotienten des bereinigten EBIT und dem Capital Employed. Das bereinigte EBIT wird wie folgt definiert: Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern, Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen, vor Wertminderungen und angepasst um Bereinigungseffekte. Das Capital Employed setzt sich aus der Summe der immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen und kurzfristigen Vermögenswerte abzüglich der nicht zinstragenden Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige nicht zinstragende Verbindlichkeiten) zusammen. Es errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel dieser Werte zum jeweiligen Jahresanfang und Jahresende. Anhand des ROCE verfügen wir über ein Instrumentarium, das eine wertorientierte Steuerung des Konzerns und der Unternehmensbereiche erlaubt. Ein positiver Wertbeitrag und damit eine Steigerung des Unternehmenswerts wird erreicht, wenn der ROCE den jeweiligen Kapitalkostensatz der Cash Generating Units (CGUs) überschreitet.

Nettoverschuldung bzw. der dynamische Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) sind weitere Steuerungsgrößen des Konzerns. An die Nettoverschuldung sind unter anderem unsere Fremdfinanzierungskosten im Rahmen des Facility Agreements und der Schuldscheindarlehen geknüpft. Außerdem ist der dynamische Verschuldungsgrad ein wichtiger Faktor für den Kapitalmarkt, um die Qualität unserer Finanzlage einzuschätzen. Der dynamische Verschuldungsgrad wird gemessen am Verhältnis der Nettoverschuldung zum adjusted EBITDA (Leverage Ratio). Die Nettoverschuldung wird errechnet aus der Summe der Verbindlichkeiten aus dem Facility Agreement, aus den Schuldscheindarlehen sowie aus sonstigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel.

Als nichtfinanzielle Indikatoren berücksichtigen wir Kennzahlen zur Beschäftigungssituation wie z. B. die Mitarbeiteranzahl auf Konzernebene zu einem bestimmten Stichtag.

Überleitung: organisches Umsatzwachstum

Die nachfolgende Tabelle enthält die Überleitung zum organischen Umsatzwachstum. Für das Jahr 2019 ergibt sich daraus bei einem Anstieg des Umsatzes (ohne Fremdwährungseffekte) von 104,9 Millionen Euro und einem angepassten Vorjahres-Umsatz von 1.486,8 Millionen Euro ein organisches Wachstum in Höhe von 7,1 Prozent.

in TEUR 2019 2018
Umsatzerlöse Vorjahr (berichtet) 1.507.783 1.283.047
Abgegangene bzw. stillgelegte Einheiten -49.123 -61.115
Akquisitionen 28.143 181.268
Umsatzerlöse Vorjahr (angepasst) 1.486.803 1.403.200
Fremdwährungseffekte -588 -6.441
Organisches Umsatzwachstum 104.930 111.023
Umsatzerlöse aktuelles Jahr (berichtet) 1.591.145 1.507.783

Überleitung: EBITDA (adjusted)

Die Segmentergebnisgröße EBITDA (adjusted) wird um bestimmte Bereinigungseffekte korrigiert. Als Bereinigungseffekte hat der Konzern Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des Beteiligungsportfolios (unter anderem Transaktionskosten für Due Diligence, Rechtsberatung, Beurkundung, Kaufpreisallokationen), Reorganisations- und Restrukturierungsmaßnahmen (unter anderem Kosten für Integration von Gesellschaften und Geschäftsbereichen, Bereinigung um Sondereffekte aus materiellen Neuausrichtungen und Performance Improvement Programmen), Kapitalstrukturmaßnahmen (unter anderem materielle Gebühren für Amendments bzw. Anpassungen von Kreditverträgen inklusive externer Beratungskosten) und sonstige Bereinigungseffekte (unter anderem Kosten für mögliche Rechtsstreitigkeiten, Währungseinflüsse) definiert.

Die Aufteilung der Bereinigungseffekte nach einzelnen Klassen stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 2019 2018
Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des Beteiligungsportfolios 5.729 857
Aufwendungen und Erträge aus Kapitalstrukturmaßnahmen 0 -5
Reorganisations- und Restrukturierungsaufwendungen 17.857 13.733
Sonstige Bereinigungseffekte 10.785 12.458
Summe 34.372 27.043

In den Aufwendungen und Erträgen aus Änderungen des Beteiligungsportfolios sind Erträge aus Neubewertungen von Altanteilen der Media-Direktservice GmbH in Höhe von TEUR 2.233 sowie gegenläufige Aufwendungen aus M&A-Aktivitäten von TEUR 4.069 enthalten. Der Anstieg der Reorganisations- und Restrukturierungsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus den Gehalts- und Abfindungszahlungen des Freiwilligenprogramms der Ströer Digital Publishing GmbH in Höhe von TEUR 5.480. Die sonstigen Bereinigungseffekte liegen insgesamt leicht unter dem Vorjahresniveau.

In der Überleitungsrechnung von den Segmentwerten auf die Konzernwerte werden Informationen ausgewiesen, die Konzerneinheiten zugeordnet sind, die nicht die Definition eines Segments erfüllen (zentrale Posten). Im Wesentlichen handelt es sich um sämtliche Kosten zentraler Funktionen wie Vorstand, Unternehmenskommunikation, Rechnungswesen und Controlling abzüglich entsprechender Einnahmen aus Serviceleistungen.

Die Überleitung der Segmentergebnisgröße auf die im Konzernabschluss enthaltenen Werte stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 2019 2018
Summe Segmentergebnisse (EBITDA (adjusted)) 589.291 553.872
Zentrale Posten -18.808 -15.697
EBITDA (adjusted) Konzern 570.483 538.175
Bereinigung (Adjustments) -34.372 -27.043
EBITDA 536.112 511.134
Planmäßige Abschreibungen (Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen (IFRS 16)) -177.893 -168.390
Planmäßige Abschreibungen (Sonstige Vermögenswerte des Anlagevermögens) -167.795 -165.172
Wertminderungen (einschließlich Abschreibungen auf Goodwill) -13.023 -7.680
Finanzergebnis -32.639 -33.477
Ergebnis vor Steuern 144.763 136.415

Überleitung der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung zu den Management Kennzahlen

In Mio. EUR Gewinn- und Verlustrechnung lt. IFRS 2019 Umgliederung von Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen Umgliederung von Bereinigungen Gewinn- und Verlustrechnung nach Management Accounting
Umsatzerlöse 1.591,1 1.591,1
Umsatzkosten -1.012,2 312,4 4,0 -695,7
Vertriebskosten -245,0
Verwaltungskosten -185,3
Summe Vertriebs- und Verwaltungskosten -430,3 46,3 29,4 -354,7
Sonstige betriebliche Erträge 39,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen -17,7
Summe sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen 21,9 0,0 1,0 22,9
Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen 6,9 6,9
EBITDA (adjusted) 570,5
Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen -358,7 -358,7
Bereinigtes EBIT 211,8
Bereinigungen 1 -34,4 -34,4
Finanzergebnis -32,6 -32,6
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -25,1 -25,1
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 119,7 0,0 0,0 119,7
In Mio. EUR Aus Kaufpreisallokationen resultierende Abschreibungen Währungseffekte aus innerkonzernlichen Finanzierungen
Umsatzerlöse
Umsatzkosten
Vertriebskosten
Verwaltungskosten
Summe Vertriebs- und Verwaltungskosten
Sonstige betriebliche Erträge
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Summe sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen
Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen
EBITDA (adjusted)
Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen 55,6
Bereinigtes EBIT 55,6
Bereinigungen 1
Finanzergebnis 0,2
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 55,6 0,2
In Mio. EUR Steuernormalisierung Eliminierung aus Bereinigungen und Wertminderungen Bereinigte Gewinn- und Verlustrechnung 2019 Bereinigte Gewinn- und Verlustrechnung 2018
Umsatzerlöse 1.591,1 1.507,8
Umsatzkosten -695,7 -675,8
Vertriebskosten
Verwaltungskosten
Summe Vertriebs- und Verwaltungskosten -354,7 -324,9
Sonstige betriebliche Erträge
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Summe sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen 22,9 26,0
Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen 6,9 5,1
EBITDA (adjusted) 570,5 538,2
Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen 13,0 -290,0 -272,0
Bereinigtes EBIT 13,0 280,4 266,2
Bereinigungen 1 34,4 0,0 0,0
Finanzergebnis 2,1 -30,4 -30,3
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -14,5 -39,6 -37,3
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen -14,5 49,5 210,5 198,6

1 Für weitere Details zu Bereinigungen verweisen wir auf den Abschnitt "Überleitung: EBITDA (adjusted)" auf Seite 19.

Leitung und Kontrolle

Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Ströer Management SE, Düsseldorf, besteht zum 31. Dezember 2019 aus drei Mitgliedern. Ihm gehören Herr Udo Müller (Co-CEO), Herr Christian Schmalzl (Co-CEO) und Herr Dr. Christian Baier (CFO) an. Die folgende Übersicht stellt die Verantwortlichkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder im Konzern dar:

Name Mitglied seit Bestellung bis Verantwortlichkeiten
Udo Müller Juli 2002 Dezember 2020 Co-Vorstandsvorsitzender
Strategie
Christian Schmalzl November 2012 Dezember 2020 Co-Vorstandsvorsitzender
Leitung und Steuerung von Landes- und Digitalgesellschaften
Konzern - Business-Development
Konzern - Unternehmenskommunikation
Dr. Bernd Metzner Juni 2014 April 2019 Finanzvorstand
Konzern - Finanzen und Steuern
Konzern - Personalwesen
Konzern - IT
Konzern - Recht
Konzern - M&A/Corporate Finance
Konzern - Revision
Konzern - Investor-Relations
Konzern - Einkauf
Konzern - Risikomanagement
Konzern - Accounting
Konzern - Controlling
Dr. Christian Baier August 2019 Juli 2022 Finanzvorstand
Konzern - Finanzen und Steuern
Konzern - Personalwesen
Konzern - IT
Konzern - Recht
Konzern - M&A/Corporate Finance
Konzern - Revision
Konzern - Investor-Relations
Konzern - Einkauf
Konzern - Risikomanagement
Konzern - Accounting
Konzern - Controlling

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Zum 1. August 2019 startete die Amtszeit von Dr. Christian Baier, der als neuer Finanzvorstand der Ströer SE & Co. KGaA die Aufgaben von Dr. Bernd Metzner übernimmt.

Zur Professionalisierung der Führung und Verankerung der Schwerpunktthemen innerhalb des Ströer Konzerns besteht neben dem Vorstand ein Executive Committee als erweitertes Führungsgremium. Bei regelmäßigen Präsenzterminen werden grundlegende Themen entschieden und eine einheitliche Ausrichtung der gesamten Gruppe wird sichergestellt.

Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA besteht zum Ende des Geschäftsjahres 2019 gemäß §§ 278 Abs. 3, 97 ff. AktG i.V. m. § 10 Abs. 1 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA aus 16 Aufsichtsratsmitgliedern. Dieser setzt sich zusammen aus den acht Anteilseignervertretern mit Herrn Christoph Vilanek als Vorsitzendem, Herrn Dirk Ströer als stellvertretendem Vorsitzendem, Frau Angela Barzen, Herrn Martin Diederichs, Frau Petra Sontheimer, Herrn Vicente Vento Bosch, Herrn Ulrich Voigt und Frau Simone Thiäner, sowie den acht Arbeitnehmervertretern Herrn Andreas Huster, Frau Sabine Hüttinger, Frau Petra Loubek, Frau Rachel Marquardt, Herrn Tobias Meuser, Herrn Dr. Thomas Müller, Frau Nadine Reichel und Herrn Christian Sardina Gellesch. Dabei ersetzte Frau Simone Thiäner bei den Anteilseignervertretern ab dem 21. März 2019 die am 31. Dezember 2018 aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedene Anette Bronder und Frau Angela Barzen übernahm den Posten von Frau Julia Flemmerer zum 19. Juni 2019. Bei den Arbeitnehmervertretern ist Frau Petra Loubek seit dem 29. August 2019 neu im Aufsichtsrat und ersetzt damit Herrn Michael Noth.

Nähere Ausführungen zum Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat und zu weiteren Standards von Unternehmensführung und -kontrolle finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, die auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält. Daneben geben der Vorstand der Ströer Management SE und der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA gemäß Ziffer 3.10 DCGK jährlich einen gemeinsamen Corporate-Governance-Bericht heraus. Alle Dokumente werden auf der Homepage von Ströer (www.stroeer.com/investor-relations) veröffentlicht.

Für das Geschäftsjahr 2019 erstellt die Ströer SE & Co. KGaA wieder einen nichfinanziellen Konzernbericht gemäß § 315b HGB, der ab dem 28. April 2019 auf unserer Homepage abrufbar ist unter http://ir.stroeer.com/ download/companies/stroeer/Annual%20Reports/stroeer_NFGreport_2019_de.pdf.

Märkte und Einflussfaktoren

Mit ihrem Geschäftsmodell agiert die Ströer Gruppe auf den Märkten für Außenwerbung sowie für Online- und Mobile-Vermarktung und im Segment des Direkt-Marketings. Die wirtschaftliche Lage wird naturgemäß durch die bearbeiteten Werbemärkte beeinflusst, die ihrerseits stark auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie auf das Verhalten von Konsumenten und Werbungtreibenden reagieren. Hierbei ist zu differenzieren zwischen dem Verhalten nationaler, oft auch internationaler Werbungtreibender und dem Verhalten regionaler oder lokaler Werbungtreibender. Die international agierenden Werbenden reagieren mit ihren Werbeinvestitionen oft im Rahmen der Weltkonjunkturschwankungen. Durch kurzfristige Kürzung der Werbeausgaben werden gelegentlich Ergebnisse optimiert. Nationale, regionale und lokale Werbetreibende orientieren sich primär an der Binnenkonjunktur, sodass die Werbebudgets dieser Kunden wesentlich weniger volatil sind. Die Produkt- und Vertriebsstrategie von Ströer ist es, den Anteil nationaler, regionaler und lokaler Kunden zu erhöhen. Dies ist in den letzten Jahren auch stets gelungen.

Im Jahre 2019 führte die Agentur ATG im Auftrag von Ströer eine intensive ökonometrische Modellierung der Werbemarktfaktoren durch. Hierbei zeigte sich ein hoher Zusammenhang der Werbemarktausgaben (Brutto) mit Veränderungen des BIP sowie des Ifo Geschäftsklimaindex. Beide weisen eine Korrelation von 0,6 oder besser auf. In einem ökonometrischen multiplen Regressionsmodell kann eine Bestimmtheitsmaß (R 2) von 0,997 erzielt werden. Der Zusammenhang findet jedoch zeitversetzt statt. Veränderungen im Ifo Geschäftsklimaindex wirken sich etwa zwei Monate später aus, Veränderungen des BIP ab einer Schwankung von 1,9 Prozent und dann mit einem Versatz von etwa drei Monaten. Dies ist jedoch im OOH noch schwächer ausgeprägt als bei anderen Medien.

Spezielle Einflussfaktoren für die Außenwerbung sind die Rahmenbedingungen hinsichtlich der durch Kommunen eingeräumten Werberechtskonzessionen sowie allgemeine Werbeverbote für bestimmte Angebote (Tabakwerbung, in Diskussion: Alkohol etc.). Einflussfaktoren für die Onlinewerbung und das Direktmarketing sind regulatorische Rahmenbedingungen, insbesondere die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

In der Außenwerbebranche buchen Kunden ihre Aufträge weiterhin in zunehmendem Maße mit kürzeren Vorausbuchungsfristen. Durch die zunehmende Digitalisierung des Außenwerbeinventars ist Ströer immer besser in der Lage, Inventare granularer und sehr viel kurzfristiger anzubieten. Analog zu den saisonalen Schwankungen des übrigen Medienmarktes entwickelt sich der Auftragsbestand. Schwerpunkte der Außenwerbeaktivitäten liegen generell im zweiten und vierten Quartal, rund um Ostern und Weihnachten. Sportereignisse, wie die Fußball-Weltmeisterschaft, haben jedoch selten einen stimulierenden Einfluss auf die Außenwerbung. Auf der Kostenseite ist die Entwicklung der Miet- und Pachtzahlungen sowie der Personal- und sonstigen Gemeinkosten (u. a. auch Strom-, Bau-, Wartungskosten) ein wesentlicher Einflussfaktor.

Im Online-Bereich sind die Vorausbuchungsfristen der Kunden bedingt durch den hohen Automatisierungsgrad im Vergleich zur Außenwerbung noch einmal deutlich kürzer, oft sogar im Bereich weniger Minuten vor einer Ausstrahlung. Die höchste Umsatzaktivität wird in der Online-Branche mit Abstand im vierten Quartal beobachtet. Ein wichtiger Einflussfaktor für die Online-Vermarktung ist die weitere Durchdringung des Marktes mit automatisierten programmatischen Plattformen, auf denen Ströer das digitale Inventar auch der Außenwerbung in Online-Mechaniken zur Verfügung stellt. Wesentliche Kostentreiber sind neben den an die Webseitenbetreiber abzuführenden Kommissionen insbesondere die Aufwendungen für das Personal und den IT-Betrieb (u. a. Rechenzentren, Sicherheitssysteme etc.).

Im Bereich des Direktmarketings ist die Saisonalität weniger stark ausgeprägt, jedoch mit einem etwas stärkeren Verlauf im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres. Aufgrund der langfristigen Beziehung und hohen Kundentreue sowie der relativ langfristigen Vorlaufzeiten ist das Dienstleistungsgeschäft im Dialog Marketing durch eine vergleichsweise geringe Volatilität geprägt. Die Einflussfaktoren für die Umsatzentwicklung liegen hier in der Produktivität der Mitarbeiter und dem Personalaufbau (Rekrutierung, Training, Entwicklung). Die Produktivität ist im Dienstleistungsgeschäft immer abhängig von den effektiv vorhandenen Arbeitstagen pro Monat. Saisonale Schwankungen sind daher auf den Dezember durch eine generell niedrigere Produktivarbeitszeit aufgrund der Feiertage/Urlaubszeit begrenzt. Im Bereich Field Sales ermöglicht der Zugewinn neuer Einsatzgebiete antizyklische Umsatzeffekte.

Darüber hinaus wirkt sich das regulatorische Umfeld auf die wirtschaftliche Lage der Ströer Gruppe aus. Sollte es zu einer regulatorischen Anpassung im Bereich der Tabak- und Alkoholwerbung kommen, wird Ströer aufgrund der üblichen Vorlaufzeiten bei Gesetzesänderungen mit entsprechenden Marketing- und Vertriebsaktivitäten die Auswirkungen auf das Geschäftsvolumen aber abschwächen können. Aktuell ist davon auszugehen, dass Tabakwerbung ab 2023 deutlich eingeschränkt oder ganz verboten sein wird.

Das regulatorische Umfeld in der Online-Vermarktung wird im Wesentlichen von datenschutzrechtlichen Aspekten auf europäischer und nationaler Ebene bestimmt, die dem nationalen Gesetzgeber Gestaltungsspielraum bei der Ausgestaltung von Richtlinien einräumen. Im kommenden Jahr ist hier vor dem Hintergrund der e-Privacy Regulierungen der EU (Regulation of the European Parliament and of the Council concerning the respect for private life and the protection of personal data in electronic communications) mit Veränderungen zu rechnen, die sich bereits im Jahre 2019 durch eine Verunsicherung im Umgang mit Daten bemerkbar gemacht, sich jedoch nicht auf das Geschäft niedergeschlagen haben.

Insgesamt ist die Ströer Gruppe mit ihrem integrierten Portfolio sehr gut positioniert, um von den mittel- bis langfristigen Markttrends der zunehmenden Mobilität und Urbanisierung zu profitieren. Erwartungsgemäß wird sich der Markt immer unmittelbarer am Mediennutzer und an dessen Nutzungsverhalten orientieren. Dieses ist stärker auf den Medienkonsum über mobile Endgeräte im privaten, beruflichen und öffentlichen Umfeld ausgerichtet.

Nach wie vor besteht ein erhebliches Potenzial für regionale Online-Werbekampagnen und die zunehmende Digitalisierung des Außenwerbeinventars.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen 2019

Gemessen am Umsatzbeitrag von über 90 Prozent ist Deutschland für uns der zentrale Markt und das internationale Geschäft lediglich von untergeordneter Bedeutung. Dabei wuchs die deutsche Wirtschaft bereits im zehnten Jahr in Folge 1 , die Konjunktur kam aber aufgrund von Verunsicherungen wie weltweiten Handelskonflikten, anhaltenden Brexit-Konflikten und Problemen in der Kernindustrie gehörig ins Stottern. Dabei wurde die Wirtschaft vor allem durch den Konsum gestützt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet in den kommenden Jahren eine wieder stärker wachsende Wirtschaft, vor allem aufgrund von Privatkonsum bei konsumnahen Dienstleistern. 2

Die deutsche Volkswirtschaft konnte im Jahr 2019 erneut wachsen, wenn auch geringer als die Jahre zuvor. So entwickelte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einem Wachstum von 0,6 Prozent 3 zwar positiv, dies war allerdings der geringste Zuwachs seit sechs Jahren. Verantwortlich dafür waren vor allem globale Handelskonflikte, eine kriselnde Autobranche sowie anhaltende Unsicherheiten aufgrund des Brexits. Gestützt wurde das Wachstum im Jahr 2019 vor allem vom Konsum: Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um +1,6 Prozent 4 höher als im Vorjahr, die Konsumausgaben des Staates stiegen um 2,5 Prozent 5 . Die Zuwächse der privaten und der staatlichen Konsumausgaben fielen damit stärker aus als in den beiden Jahren zuvor. Dagegen waren die Bruttoinvestitionen mit -1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr rückläufig 6 .

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Jahr 2019 auf 45,3 Millionen 7 und liegt damit knapp über dem Vorjahresniveau von 44,9 Millionen. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stieg um 2,8 Prozent. 8 Leicht darüber lagen die in jeweiligen Preisen berechneten Konsumausgaben der privaten Haushalte mit einem Wachstum von 2,9 Prozent. 9 Die Sparquote der privaten Haushalte lag im Jahr 2019 bei 10,9 Prozent und damit nur leicht unter dem Vorjahreswert von 11,0 Prozent. 10 Die Inflationsrate (harmonisierter Verbraucherpreisindex) lag 2019 unter dem Vorjahreswert und betrug nur noch 1,4 Prozent (2018: 1,8 Prozent). 11

1 BMWi - Wirtschaftliche Entwicklung, Januar 2020
2 DIW Berlin - Konjunkturbarometer, Dezember 2019
3 Statistisches Bundesamt - Bruttoinlandsprodukt 2019, Januar 2020
4 Statistisches Bundesamt - Statements BIP Deutschland 2019, Januar 2020
5 Statistisches Bundesamt - Statements BIP Deutschland 2019, Januar 2020
6 Statistisches Bundesamt - Bruttoinlandsprodukt 2019, Januar 2020
7 Statistisches Bundesamt - Bruttoinlandsprodukt 2019, Januar 2020
8 Statistisches Bundesamt - Bruttoinlandsprodukt 2019, Januar 2020
9 Statistisches Bundesamt - Bruttoinlandsprodukt 2019, Januar 2020

Entwicklung der Außen- und Online-Werbebranche 2019

Der westeuropäische Werbemarkt befindet sich nach wie vor in einer seit 2014 andauernden Erholungsphase. Für 2019 schätzt Zenith einen Anstieg der preisbereinigten Nettowerbeausgaben von 1,5 Prozent. 12 Erneut konnte dabei insbesondere der Onlinebereich mit 7,6 Prozent 13 ein deutliches Wachstum vorweisen, wohingegen Printmedien weiterhin mit wachsenden Verlusten zu kämpfen hatten (-7,8 Prozent). 14 Die Werbeausgaben im Bereich TV sanken um 2,2 Prozent. 15 Der Bereich Außenwerbung konnte im westeuropäischen Raum um 2,6 Prozent zulegen. 16

Deutschland

Laut der von Nielsen erhobenen Daten zu den Bruttowerbeausgaben, wuchs der Werbemarkt im Jahr 2019 um 2,3 Prozent 17 im Vergleich zum Vorjahr. Die von Nielsen verwendeten Bruttowerbedaten stellen für uns nur Trendaussagen dar und erlauben aufgrund unterschiedlicher Definitionen und Marktabgrenzungen nur begrenzt Rückschlüsse auf die relevanten Nettogrößen. Die derzeitige Schätzung von Zenith für 2019 zeigt ein im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunkenes Wachstum der Nettowerbeausgaben in Höhe von 0,7 Prozent. 18

Die Werbeausgaben im Internet bilden dabei laut Zenith mit einem Wachstum der Nettowerbeausgaben von 6,3 Prozent 19 den Wachstumstreiber. Als erneut größter Verlierer verzeichnete das Segment Print einen Verlust von -7,7 Prozent 20 im zurückliegenden Jahr, während der Outdoor Werbemarkt um 1,6 Prozent 21 wachsen konnte. Verlässliche Aussagen hinsichtlich etwaiger Marktanteilsverschiebungen können erst nach Erscheinen der finalen Nettomarktzahlen getroffen werden. Wir gehen aber davon aus, dass insbesondere der Online-Bereich, aber auch die Außenwerbung weitere Marktanteile hinzugewinnen konnten.

Wechselkursentwicklungen 2019 22

Für unsere Geschäfte waren im Jahr 2019 primär die Wechselkursentwicklungen des Euro zum US-Dollar und zum britischen Pfund relevant. Der US-Dollar notierte zu Beginn des Jahres 2019 bei einem Wechselkurs von 1,15 US-Dollar zu 1,00 Euro. Im Jahresverlauf zeigte sich der US-Dollar fest gegenüber dem Euro und beendete das Jahr bei einem Niveau von 1,12 US-Dollar zu 1,00 Euro.

12 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2019
13 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2019
14 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2019
15 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2019
16 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2019
17 Nielsen Bereinigter Werbetrend, Dezember 2019
18 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2019
19 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2019
20 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2019
21 Zenith Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2019
22 Europäische Zentralbank (EZB)

Damit wertete der US-Dollar im Jahresverlauf um rund 2,2 Prozent gegenüber dem Euro auf. Dies liegt vor allem darin begründet, dass das Zinsniveau weiterhin über dem des Euroraums liegt.

Das britische Pfund konnte sich im Jahresverlauf trotz zwischenzeitlichen Tiefständen wieder erholen. Nachdem die Währung zum Jahresanfang mit 0,90 britische Pfund zu 1,00 Euro notierte, notiert diese zum Jahresende bei 0,85 britische Pfund zu 1,00 Euro. Damit stieg das britische Pfund im Jahresverlauf rund 6,0 Prozent gegenüber dem Euro. Dabei war der Brexit das dominierende Thema und sorgte für eine vergleichsweise hohe Volatilität.

Ertragslage Gruppe

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand

Der Vorstand der Ströer Gruppe konnte zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2019 zurückblicken. Besonders profitieren konnte die Gruppe dabei von einem kräftigen organischen Umsatzwachstum, das sich vor allem in den für uns wichtigen Erfolgskennzahlen Umsatz und EBITDA (adjusted) 23 manifestierte. Aber auch die übrigen Leistungsindikatoren zeugen von einer durchweg starken Entwicklung der Gruppe. Im Segment Direct Media haben wir im Berichtsjahr zudem strukturelle Optimierungen eingeleitet, um den Fokus in diesem Segment zukünftig noch gezielter auf die margenstärkeren Sales-Bereiche auszurichten.

23 Das "EBITDA (adjusted)" ist inhaltlich identisch mit dem bisherigen Begriff des "Operational EBITDA".

Mit Blick auf die Vermögens- und Finanzlage überzeugte der Konzern durch ein sehr ausgewogenes und solides Bilanzbild. Während sich der dynamische Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) trotz umfangreicher Wachstumsinvestitionen auf einem erfreulich niedrigen Niveau bewegte, wurde der Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) vom weiteren Anstieg der operativen Geschäftstätigkeit nachhaltig beflügelt und stellte damit die zahlungswirksame Ertragskraft der gesamten Gruppe abermals unter Beweis. Ergänzt wurde das positive Gesamtbild durch eine weiterhin komfortable Eigenkapitalquote.

Alles in allem sehen wir die Ströer Gruppe sowohl operativ wie auch finanziell sehr gut aufgestellt, um auch zukünftig die Chancen im strukturellen Wandel des Medienmarktes flexibel nutzen zu können.

Vergleich des prognostizierten mit dem tatsächlichen Geschäftsverlauf

Wir haben die für das Geschäftsjahr 2019 formulierten Prognosen seinerzeit aus einer vorsichtig optimistischen Einschätzung zur Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgeleitet. Allerdings unterliegen Jahresprognosen in unserer Branche aufgrund des häufig kurzfristigen Buchungsverhaltens unserer Kunden, eines schnell wechselnden Marktsentiments sowie konjunktureller Schwankungen naturgemäß größeren Unwägbarkeiten. Die im Rahmen unserer Prognose unterstellte Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist im Wesentlichen wie erwartet eingetreten. Die für das Geschäftsjahr 2019 gesetzten Ziele sehen wir allesamt als erreicht an.

Prognostizierte Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2019 Tatsächlich erzielte Ergebnisse im Geschäftsjahr 2019
Organisches Wachstum Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich 7,1 %
EBITDA (adjusted) Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich 6,0 % (570,5 Millionen Euro)
EBITDA-Marge (adjusted) Nahezu unverändert (2018: 35,7 %) 35,9 %
ROCE Nahezu unverändert (2018: 19,3 %) 20,0 %
Bereinigtes Konzernergebnis Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich 6,0 % (210,5 Millionen Euro)
Free Cash-Flow vor M&A (inkl. IFRS 16- Tilgungsauszahlungen) 1 Wachstum analog zum EBITDA (adjusted) 195,5 Millionen Euro
Leverage Ratio Weiterhin auf niedrigem Niveau (unter Vorbehalt von M&A-Transaktionen) (2018: 1,4) 1,4

1 Der prognostizierte Wert für den Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) beinhaltet ebenso wie der tatsächlich erzielte Wert auch die IFRS 16-Tilgungsauszahlungen. Ein Teil des Anstiegs des Free Cash-Flow (vor M&A Transaktionen) beruht auf einem Einmal-Effekt in den Steuerauszahlungen, der den Vorjahreswert nachteilig belastet hatte.

Ertragslage des Konzerns

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

In Mio. EUR 2019 2018
Umsatzerlöse 1.591,1 1.507,8
EBITDA 536,1 511,1
EBITDA (adjusted) 570,5 538,2
EBIT 177,4 169,9
Finanzergebnis -32,6 -33,5
Ergebnis vor Steuern 144,8 136,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -25,1 -21,9
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 119,7 114,5
Ergebnis nach Steuern aus nicht-fortgeführten Aktivitäten 1 -41,5 -121,3
Konzernergebnis 78,1 -6,8

1 Die Ströer Gruppe hat im vierten Quartal 2019 beschlossen insgesamt 50,0 Prozent ihrer Anteile an der D+S 360° Gruppe zu veräußern. Da die D+S 360° Gruppe - im Gegensatz zu den übrigen aufgegebenen Einheiten wie z. B. Ströer Mobile Performance, Bodychange und Conexus - einen aufgegebenen Geschäftsbereich im Sinne des IFRS 5 darstellte, wurden sämtliche Positionen der Konzern-GuV sowohl für das Geschäftsjahr 2019 als auch für 2018 um die Werte der D+S 360° Gruppe bereinigt. Diese Werte wurden in das Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten umgegliedert. Zu weiteren Informationen verweisen wir auf unsere Angaben im Abschnitt 6.2 des Konzern-Anhangs.

Im Zuge der weiter gestiegenen operativen Geschäftstätigkeit der Ströer Gruppe haben auch die Umsatzerlöse spürbar von 1.507,8 Millionen Euro auf 1.591,1 Millionen Euro zugelegt. Von zentraler Bedeutung waren dabei in erster Linie die kräftigen organischen Umsatzzuwächse, die in fast allen Bereichen des Konzerns vermeldet werden konnten. Flankiert wurde dieser Anstieg von zusätzlichen Umsätzen aus kleineren, erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, wohingegen sich die Aufgabe einzelner Geschäftseinheiten im Rahmen von Portfoliobereinigungen (z. B. Ströer Mobile Performance, Bodychange, Conexus) nachteilig auf die Umsätze auswirkte. Die Umsätze der D+S 360° Gruppe wurden aufgrund des Verkaufs von 50,0 Prozent der Anteile für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 aus den Konzernumsätzen eliminiert und in die nicht-fortgeführten Aktivitäten umgegliedert. Alles in allem bezifferte sich das berichtete Umsatzwachstum auf 5,5 Prozent, während das organische Wachstum bei 7,1 Prozent lag.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Außenumsätze nach Segmenten dar:

In Mio. EUR 2019 2018
Out-of-Home Media 679,5 647,4
Digital OOH & Content 571,1 558,0
Direct Media 340,6 302,4
Summe 1.591,1 1.507,8

Die Zusammensetzung des Konzernumsatzes nach Inlands- und Auslandsumsätzen hat sich im Jahr 2019 strukturell nicht wesentlich verändert. Die im Inland erzielten Umsätze konnten von 1.368,2 Millionen Euro auf 1.437,7 Millionen Euro zulegen. Die im Ausland erwirtschafteten Umsätze bewegten sich mit 153,5 Millionen Euro ebenfalls über dem Wert des Vorjahres (Vj.:139,6 Millionen Euro). Damit entfielen insgesamt 9,6 Prozent der Umsätze auf das Ausland (Vj.: 9,3 Prozent).

Die Umsätze der Ströer Gruppe unterliegen - ähnlich wie die Umsätze der gesamten übrigen Medienbranche - erheblichen saisonalen Schwankungen. Dies beeinflusst sowohl die unterjährige Umsatz- als auch die Ergebnisentwicklung der Gruppe. Während das vierte Quartal grundsätzlich durch signifikant höhere Umsatz- und Ergebnisentwicklung geprägt ist, fällt insbesondere das erste Quartal regelmäßig etwas schwächer aus.

Im Kontext der erheblich gestiegenen Umsatzerlöse sind auch die Umsatzkosten mit 1.012,2 Millionen Euro nochmals höher ausgefallen (Vj.: 972,7 Millionen Euro). Namentlich kamen dabei primär die höheren umsatzabhängigen Pacht- und Bewirtschaftungskosten unserer Werbeträger sowie gestiegene Publishervergütungen im Bereich der Digitalvermarktung zum Tragen. Aber auch die erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen haben zusätzliche Kosten beigetragen, während sich die eingangs beschriebene Aufgabe kleinerer Einheiten im Rahmen der Portfoliobereinigungen gegenläufig ausgewirkt hat. Insgesamt erwirtschaftete die Gruppe ein Bruttoergebnis vom Umsatz in Höhe von 579,0 Millionen Euro (Vj.: 535,1 Millionen Euro).

Bedingt durch das fortschreitende Wachstum der Gruppe haben die Vertriebs- und Verwaltungskosten von 396,1 Millionen Euro auf 430,3 Millionen Euro angezogen. Maßgeblich dazu beigetragen haben neben den zusätzlichen Aufwendungen aus den neu erworbenen Unternehmen vorrangig auch inflationsbedingte Kostenanpassungen sowie gezielte Wachstumsinvestitionen in die Vertriebsstrukturen der Segmente Digital OOH & Content und OOH Media. In Relation zum Umsatz verzeichnete die Gruppe eine marginal gestiegene Vertriebs- und Verwaltungskostenquote von 27,0 Prozent t Vj.: 26,3 Prozent). Unterdessen summierten sich die sonstigen betrieblichen Erträge zum Ende des Geschäftsjahres auf 39,6 Millionen Euro und blieben damit um 3,1 Millionen Euro hinter dem Vorjahr zurück t Vj.: 42,7 Millionen Euro), während sich gleichzeitig die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 17,7 Millionen Euro geringfügig über dem Vorjahresniveau bewegten (Vj.: 16,9 Millionen Euro). Schließlich erzielte die Gruppe in Bezug auf das Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Unternehmen mit 6,9 Millionen Euro einen Anstieg von 1,8 Millionen Euro (Vj.: 5,1 Millionen Euro).

Angesichts der erfreulichen Entwicklung in fast allen Geschäftsbereichen konnte das EBIT der Gruppe mit 177,4 Millionen Euro (Vj.: 169,9 Millionen Euro) weiter hinzugewinnen. Merklich profitieren konnte zudem auch das EBITDA (adjusted) 24 , das mit 570,5 Millionen Euro erneut ein sattes Plus gegenüber dem Vorjahr notierte (Vj.: 538,2 Millionen Euro). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) bezifferte sich auf 20,0 Prozent und lag damit weiterhin auf einem sehr erfreulichen Niveau (Vj.: 19,3 Prozent).

Leicht verbessert gegenüber dem Vorjahr zeigte sich mit -32,6 Millionen Euro das Finanzergebnis der Gruppe (Vj.: -33,5 Millionen Euro). Neben allgemeinen Refinanzierungskosten für bestehende Darlehensverbindlichkeiten sind darin seit der Einführung des IFRS 16 primär auch die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten enthalten, die im abgelaufenen Geschäftsjahr mit -20,7 Millionen Euro zu Buche geschlagen sind (Vj.: -21,2 Millionen Euro).

24 Das "EBITDA (adjusted)" ist inhaltlich identisch mit dem bisherigen Begriff des "Operational EBITDA".

Mit dem unverminderten Wachstum im operativen Geschäft ging gleichzeitig auch ein weiterer Anstieg der steuerlichen Bemessungsgrundlage einher, in dessen Folge der Steueraufwand der Gruppe von -21,9 Millionen Euro auf nunmehr -25,1 Millionen Euro zugelegt hat.

Das Konzernergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten 25 reflektiert mit -41,5 Millionen Euro im Wesentlichen die Wertberichtigungen sowie das operative Ergebnis im Bereich der D+S 360° Gruppe, wohingegen der Vorjahresbetrag vornehmlich das Abgangsergebnis wie auch das operative Ergebnis aus dem türkischen OOH-Geschäft umfasste (Vj.: -121,3 Millionen Euro).

Demgegenüber profitierte das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten mit 119,7 Millionen Euro (Vj.: 114,5 Millionen Euro) von den positiven Impulsen im operativen Geschäft der Gruppe. In Summe bezifferte sich das Konzernergebnis aus fortgeführten und nicht-fortgeführten Aktivitäten auf 78,1 Millionen Euro (Vj.: -6,8 Millionen Euro). Spürbar verbessert hat sich zudem auch das bereinigte Konzernergebnis mit 210,5 Millionen Euro (Vj.: 198,6 Millionen Euro), sodass die Gruppe alles in allem ihren profitablen Wachstumskurs weiter fortführen und auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurückblicken konnte.

25 Wir verweisen auf unsere Ausführungen zu den nicht-fortgeführten Aktivitäten im Abschnitt 6.2 des Konzernanhangs.

Finanz- und Vermögenslage

Gesamtaussage zur Finanz- und Vermögenslage

Die Ströer Gruppe zeichnet sich durch eine äußerst solide und sehr ausgewogene Finanz- und Vermögenslage aus. So verfügt sie mit Blick auf die Außenfinanzierung über langfristig zugesagte, freie Kreditlinien in einem Umfang von 485,4 Millionen Euro (Vj.: 520,3 Millionen Euro). Unter Berücksichtigung der vorhandenen Zahlungsmittel ergaben sich daraus zum Stichtag freie Finanzierungsspielräume in Höhe von insgesamt 589,0 Millionen Euro (Vj.: 624,0 Millionen Euro). Mit dieser langfristig gesicherten Außenfinanzierung geht gleichzeitig eine starke Innenfinanzierungkraft einher, die vor allem in einem robusten und stetig wachsenden Free Cash-Flow (vor M&A-Transaktionen) in Höhe von aktuell 370,2 Millionen Euro (Vj.: 297,9 Millionen Euro) 26 begründet ist. Unterdessen bewegt sich der dynamische Verschuldungsgrad (definiert als Quotient aus Nettoverschuldung und EBITDA (adjusted)) mit 1,44 (Vj.: 1,43) weiterhin auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Abgerundet wird dieses Gesamtbild durch eine nach wie vor komfortable Eigenkapitalquote.

26 Die Beträge beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten.

Grundzüge der Finanzierungsstrategie

Ströer verfolgt konsequent eine konservative und langfristig ausgerichtete Finanzierungsstrategie. Die Sicherung der finanziellen Flexibilität hat höchste Priorität in der Ströer Gruppe. Dies gewährleisten wir durch eine Auswahl von Finanzierungsinstrumenten, bei denen Kriterien wie Marktkapazität, Investorendiversifikation, Flexibilität bei der Inanspruchnahme, Kreditauflagen und das Fälligkeitsprofil angemessen berücksichtigt werden.

Zu den wesentlichen Zielen des Finanzmanagements der Ströer Gruppe gehören:

Sicherung der Liquidität und deren gruppenweite effiziente Steuerung

Erhaltung und laufende Optimierung der Finanzierungsfähigkeit des Konzerns

Reduktion der finanziellen Risiken, auch unter Einsatz von Finanzinstrumenten

Optimierung der Kapitalkosten für Fremd- und Eigenkapital

Die Finanzierung der Ströer Gruppe ist strukturell so ausgestaltet, dass sie uns ein ausreichendes Maß an unternehmerischer Flexibilität ermöglicht, um dadurch angemessen auf Markt- bzw. Wettbewerbsveränderungen reagieren zu können. Daneben sehen wir in der kontinuierlichen Optimierung unserer Finanzierungskosten und Kreditauflagen sowie in der Diversifikation der Kapitalgeber weitere wichtige Finanzierungsziele.

Im Rahmen unserer Finanzierung achten wir auf ein angemessenes Fälligkeitsprofil unserer Finanzverbindlichkeiten sowie auf ein ausgewogenes, stabiles Portfolio von Kreditinstituten und Finanzintermediären, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir operieren dabei auf Basis verbindlicher Standards, die Fremdkapitalgebern Transparenz und Fairness gewährleisten. In der Zusammenarbeit mit unseren kreditgebenden Banken ist uns der Aufbau einer langfristigen und nachhaltigen Beziehung besonders wichtig.

Unsere externen Finanzierungsspielräume und unsere finanzielle Flexibilität beruhen im Wesentlichen auf zwei Bausteinen: Der erste Baustein setzt sich aus mehreren Schuldscheindarlehen zusammen, welche die Ströer SE & Co. KGaA im Juni 2016 und im Oktober 2017 am Kapitalmarkt platziert hat und die zum 31. Dezember 2019 mit einem Volumen von 145,0 Millionen Euro bzw. 350,0 Millionen Euro valutierten. Diese Darlehen bestehen aus mehreren Tranchen, die größtenteils eine Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren haben und in einem Umfang von 207,0 Millionen Euro einer fixen Verzinsung unterliegen. Durch die große Anzahl der an diesen Schuldscheindarlehen beteiligten Banken ist unsere Investorenbasis in nennenswertem Umfang diversifiziert.

Der zweite Baustein besteht aus einer seit Dezember 2016 mit einem Bankensyndikat vereinbarten Kreditfazilität in Höhe von 600,0 Millionen Euro, deren Volumen bei Bedarf um weitere 100,0 Millionen Euro ausgeweitet werden kann. Die Konditionen der Fazilität entsprechen den aktuellen Marktverhältnissen. Gleichzeitig reflektiert die Dokumentation den Investment Grade Status der Ströer Gruppe. Die Laufzeit dieser Finanzierung ist bis zum Dezember 2023 fest zugesagt. Das gesamte Volumen in Höhe von 600,0 Millionen Euro ist als flexible Revolving Facility einschließlich bilateraler Kreditlinien ausgestaltet, wodurch die Ströer Gruppe über eine enorme finanzielle Flexibilität verfügt.

Für beide Finanzierungsbausteine gilt, dass die Vergabe der Darlehensmittel unbesichert erfolgte. Die Kreditauflagen (Financial Covenants) entsprechen in allen Fällen den marktüblichen Usancen und betreffen die Kennzahl "Leverage Ratio", die zum Jahresende mit deutlichem Abstand eingehalten wurde. Die für die Umsetzung dieser beiden Bausteine angefallenen Kosten werden über die jeweilige Laufzeit der Verträge amortisiert. Der Ströer Konzern kann damit insgesamt auf eine sehr flexible, langfristig stabile Finanzierung mit niedrigen Fremdkapitalkosten zurückgreifen. Zum 31. Dezember 2019 standen aus den nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien unter der Kreditfazilität einschließlich des bestehenden Kassensaldos (103,6 Millionen Euro) insgesamt frei verfügbare Finanzierungsspielräume in Höhe von 589,0 Millionen Euro (Vj.: 624,0 Millionen Euro) zur Verfügung.

Am Bilanzstichtag vereinte keine Bank mehr als 20 Prozent aller in Anspruch genommenen Kreditbeträge in der Ströer Gruppe auf sich, wodurch sich eine ausgewogene Diversifizierung der Kreditbereitstellung ergibt. Als Bestandteil der Finanzierungsstrategie setzt sich der Vorstand zudem regelmäßig mit der möglichen Absicherung der verbliebenen Zinsänderungsrisiken durch den zusätzlichen Einsatz von Festzinsderivaten auseinander.

Im Cash-Management konzentrieren wir uns auf die Steuerung unserer Liquidität sowie die Optimierung der Zahlungsströme innerhalb des Konzerns. Dabei wird der Finanzierungsbedarf von Tochtergesellschaften - soweit nicht über deren Innenfinanzierung abbildbar - prinzipiell über interne Darlehensbeziehungen im Rahmen von automatisiertem Cash-Pooling abgedeckt. Im Ausnahmefall werden auch Kreditlinien mit lokal ansässigen Banken vereinbart, um rechtlichen, steuerlichen oder betrieblichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Diesem Leitgedanken entsprechend erfolgte die Finanzierung der Tochtergesellschaften auch im Jahr 2019 hauptsächlich über die Konzernholding. Auf Konzernebene werden die in den einzelnen Einheiten bestehenden Liquiditätsüberschüsse - soweit rechtlich möglich - zusammengeführt. Über die Konzernholding stellen wir jederzeit sicher, dass der Finanzierungsbedarf der einzelnen Konzerngesellschaften adäquat gedeckt wird.

Der dynamische Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) der Ströer Gruppe ist vor dem Hintergrund der unverkennbar positiven Ergebnisentwicklung trotz umfangreicher Investitionen in diverse Wachstumsprojekte mit 1,44 nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (Vj.: 1,43). Im Jahr 2019 haben die Ströer SE & Co. KGaA sowie ihre Konzerngesellschaften alle Kreditauflagen und Verpflichtungen aus Finanzierungsverträgen erfüllt.

Zunehmend steigende Eigenkapitalanforderungen an die Banken wirken sich insbesondere auch auf das Kreditgeschäft aus. Daher überprüfen wir regelmäßig, ob und wie wir unsere derzeit stark auf Banken ausgerichtete Finanzierungsstruktur zugunsten einer stärker kapitalmarktorientierten Verschuldung diversifizieren können. In diesem Zusammenhang untersuchen wir wiederkehrend verschiedene alternative Finanzierungsoptionen (wie z. B. Begebung von Unternehmensanleihen), um damit gegebenenfalls auch eine weitere Optimierung des Fristigkeitsprofils unserer Finanzschulden zu erreichen.

Finanzlage 27

Liquiditäts- und Investitionsanalyse

Die nachfolgende Überleitung bezieht sich ausschließlich auf die fortgeführten Aktivitäten der Ströer Gruppe. Die Vorjahreszahlen wurden dementsprechend um die Beiträge der D+S 360° Gruppe bereinigt.

In Mio. EUR 2019 2018
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 483,7 409,8
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 2,6 4,7
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -116,1 -116,7
Auszahlungen für Investitionen in at-Equity-bilanzierte Unternehmen und in das Finanzanlagevermögen -1,0 -2,3
Ein- bzw. Auszahlungen aus dem Verkauf bzw. Kauf von konsolidierten Unternehmen -13,8 -71,6
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -128,3 -185,8
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -350,3 -208,8
Mittelveränderung 5,1 15,3
Mittelbestand am Ende der Periode 103,6 98,5
Free Cash-Flow vor M&A (inkl. IFRS 16-Tilgungsauszahlungen) 195,5 139,5
Free Cash-Flow vor M&A 370,2 297,9

27 Die D+S 360° Gruppe ist seit dem vierten Quartal 2019 als aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne des IFRS 5 zu qualifizieren. Vor diesem Hintergrund wurden die Zahlen in diesem Abschnitt entsprechend der Vorgaben des IFRS 5 um diese nicht-fortgeführten Aktivitäten bereinigt. Hinsichtlich der Kapitalflussrechnung wurden die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst. Zu näheren Angaben verweisen wir auf Abschnitt 6.2 unseres Konzernanhangs.

Im Zuge der weiteren Fortführung des profitablen Wachstumskurses konnte die Ströer Gruppe beim Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit noch einmal deutlich gegenüber dem Vorjahr zulegen. Dabei sind neben positiven Impulsen aus dem operativen Geschäft, die sich in erster Linie im weiteren Anstieg des EBITDA manifestiert haben, auch die rückläufigen Steuerauszahlungen merklich zum Tragen gekommen, welche im Vorjahr noch von erheblichen Sondereffekten geprägt waren. Darüber hinaus haben auch Verschiebungen im Working Capital zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen, sodass die Gruppe insgesamt mit einem Wert von 483,7 Millionen Euro einen neuen Spitzenwert markieren konnte (Vj.: 409,8 Millionen Euro).

Demgegenüber fiel der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr unverkennbar niedriger aus. Während das Jahr 2018 von umfangreichen Ergänzungsinvestitionen in das Dialog Marketing gekennzeichnet war, hielten sich die M&A-Transaktionen im Geschäftsjahr 2019 sehr in Grenzen. Gleichzeitig bewegten sich die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen mit 116,1 Millionen Euro leicht unter Vorjahresniveau (Vj.: 116,7 Millionen Euro). Vor diesem Hintergrund ging der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit im Ergebnis um 57,5 Millionen auf 128,3 Millionen Euro zurück (Vj.: 185,8 Millionen Euro). Der Free Cash-Flow vor M&A-Transaktionen belief sich auf 370,2 Millionen Euro und lag damit um 72,3 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahres. Bereinigt um die IFRS 16-Tilgungsauszahlungen bezifferte er sich auf 195,5 Millionen Euro (Vj.: 139,5 Millionen Euro).

Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit war mit seinem Auszahlungssaldo von -350,3 Millionen Euro im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreswert (Vj.: -208,8 Millionen Euro) primär durch die gestiegene Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA sowie durch den Erwerb der übrigen Anteile an der Statista GmbH und der Permodo GmbH gekennzeichnet. Des Weiteren haben auch die Veränderungen in den Finanzkrediten sowie die Tilgungsauszahlungen im Sinne des IFRS 16 zum weiteren Anstieg beigetragen.

Zum Ende des Geschäftsjahres verfügte die Ströer Gruppe über Zahlungsmittel in Höhe von 103,6 Millionen Euro.

Finanzstrukturanalyse

Die Finanzierung der Ströer Gruppe bestand zum Jahresende 2019 zu 75,1 Prozent (Vj.: 77,2 Prozent) aus Eigen- und langfristigem Fremdkapital. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 702,3 Millionen Euro (Vj.: 672,9 Millionen Euro) sind auch weiterhin zu weit mehr als 100,0 Prozent durch kurzfristige Vermögenswerte von 355,7 Millionen Euro (Vj.: 340,9 Millionen Euro) sowie langfristig im Rahmen der Kreditfazilität zugesagte, freie Kreditlinien in Höhe von 485,4 Millionen Euro (Vj.: 520,3 Millionen Euro) fristenkongruent finanziert.

Hinsichtlich der Finanzverbindlichkeiten verzeichnete die Gruppe im Berichtsjahr einen Rückgang um 86,2 Millionen Euro auf 1.665,8 Millionen Euro. Maßgeblich dazu beigetragen haben insbesondere die rückläufigen Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen (IFRS 16). Aber auch die Verbindlichkeiten aus Put-Optionen sind im Rahmen des Erwerbs der übrigen Anteile an der Statista GmbH und der Permodo GmbH spürbar zurückgegangen, wobei deren Rückgang teilweise durch gestiegene Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten kompensiert wurde.

Bei der Ermittlung der Nettoverschuldung orientiert sich die Ströer Gruppe an ihren bestehenden Darlehensverträgen mit kreditgebenden Banken. Sowohl im Facility Agreement als auch in der Vertragsdokumentation zu den Schuldscheindarlehen waren die seit der Einführung des IFRS 16 zusätzlich zu bilanzierenden Leasingverbindlichkeiten explizit von der Berechnung der Nettoverschuldung ausgenommen worden, da sich nach Auffassung der Vertragsparteien die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Ströer Gruppe durch die Einführung des neuen Standards nicht geändert hat. Vor diesem Hintergrund bleiben aus Gründen der Konsistenz bei der Ermittlung des dynamischen Verschuldungsgrads die Auswirkungen des IFRS 16 im EBITDA (adjusted) ebenfalls unbeachtet.

In Mio. EUR 31.12.2019 31.12.2018
(1) Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) 994,2 1.055,3
(2) Verbindlichkeiten aus Facility Agreement 98,7 64,2
(3) Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 494,4 494,1
(4) Verbindlichkeiten zum Erwerb eigener EK-Instrumente 20,4 75,4
(5) Verbindlichkeiten aus Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter 6,8 9,6
(6) Sonstige Finanzverbindlichkeiten 51,3 53,4
(1)+(2)+(3) +(4)+(5)+(6) Summe Finanzverbindlichkeiten 1.665,8 1.752,1
(2)+(3)+(5)+(6) Summe Finanzverbindlichkeiten ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) und ohne Verbindlichkeiten zum Erwerb eigener EK-Instrumente 651,2 621,4
(7) Zahlungsmittel 103,6 103,7
(2)+(3)+(5)+(6)-(7) Nettoverschuldung 547,6 517,7
Dynamischer Verschuldungsgrad 1,4 1,4

Die im abgelaufenen Geschäftsjahr vollzogenen Anteilserhöhungen an Konzerngesellschaften - insbesondere der Erwerb weiterer Anteile an der Statista GmbH und der Permodo GmbH - haben ebenso wie die getätigten Wachstumsinvestitionen schlussendlich auch zu einer moderaten Erhöhung der Nettoverschuldung um 29,9 Millionen Euro auf 547,6 Millionen Euro geführt. Aufgrund der weiteren Verbesserung der operativen Geschäftstätigkeit bewegte sich der dynamische Verschuldungsgrad (definiert als Quotient aus Nettoverschuldung und EBITDA (adjusted)) mit 1,44 zum Ende des Geschäftsjahres jedoch weiterhin auf einem erfreulich niedrigen Niveau (Vj.: 1,43).

Angesichts des weiteren Wachstums in der Gruppe haben auch die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nochmals zugelegt und beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres auf insgesamt 298,5 Millionen Euro (Vj.: 261,8 Millionen Euro).

Rückläufig zeigten sich demgegenüber mit 52,0 Millionen Euro die latenten Steuerverbindlichkeiten (Vj.: 70,4 Millionen Euro), wobei der Rückgang vorwiegend auf die laufende Auflösung von passiven Steuerlatenzen zurückzuführen ist, die im Rahmen von Kaufpreisallokationen gebildet worden waren.

Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten der D+S 360° Gruppe wurden im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres aus den einzelnen Bilanzpositionen der Konzernbilanz in die Position Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten umgegliedert. Die im Vorjahr in dieser Position ausgewiesenen Rückstellungen und Verbindlichkeiten der Ströer Mobile Performance GmbH und der Foodist GmbH sind aufgrund ihres zwischenzeitlichen Verkaufs nicht mehr darin enthalten.

Mit Blick auf das Eigenkapital notierte die Gruppe zum Stichtag einen Rückgang um 41,6 Millionen Euro auf nunmehr 626,9 Millionen Euro. Dabei wurde das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 119,7 Millionen Euro im Wesentlichen durch die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA (-113,1 Millionen Euro) sowie durch das Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten (-41,5 Millionen Euro) überlagert. Die Eigenkapitalquote gab leicht von 22,3 Prozent auf 21,4 Prozent nach. Bereinigt um die Bilanzierung der IFRS 16-Leasingverbindlichkeiten lag die Eigenkapitalquote zum Stichtag bei 32,4 Prozent (Vj.: 34,4 Prozent).

Kosten der Kapitalstruktur

Die Kapitalkosten im Ströer Konzern stellen risikoadjustierte Renditeforderungen dar und werden für Bewertungszwecke im Konzernabschluss nach dem Capital Asset Pricing Model und dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital) bestimmt. Die Eigenkapitalkosten werden als Renditeerwartung der Aktionäre aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet. Als Fremdkapitalkosten legen wir Renditen von langfristigen Unternehmensanleihen zugrunde. Um den unterschiedlichen Rendite-/ Risikoprofilen unserer Tätigkeitsschwerpunkte Rechnung zu tragen, berechnen wir für unsere Geschäftsbereiche individuelle Kapitalkostensätze nach Ertragsteuern.

Vermögenslage

Konzernbilanz

In Mio. EUR 31.12.2019 31.12.2018
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 2.548,5 2.642,5
Kurzfristige Vermögenswerte 355,7 340,9
Zur Veräußerung gehalten 1 24,3 15,0
Bilanzsumme 2.928,4 2.998,4
Passiva
Eigenkapital 626,9 668,5
Langfristige Verbindlichkeiten 1.572,5 1.647,6
Kurzfristige Verbindlichkeiten 702,3 672,9
Zur Veräußerung gehalten 1 26,7 9,3
Bilanzsumme 2.928,4 2.998,4

1 Die Position "Zur Veräußerung gehalten" enthält zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte bzw. damit zusammenhängende Verbindlichkeiten.

Vermögensstrukturanalyse

Die langfristigen Vermögenswerte sind im Geschäftsjahr 2019 um 94,1 Millionen Euro auf 2.548,5 Millionen Euro zurückgegangen. Rückläufig zeigten sich in diesem Zusammenhang mit 87,2 Millionen Euro vorrangig die Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Dabei beruhte ein wesentlicher Teil ihres Rückgangs auf laufenden Abschreibungen, die durch getätigte Investitionen nicht vollständig kompensiert werden konnten. Ein weiterer Teilbetrag betraf die D+S 360° Gruppe, deren Vermögenswerte wertberichtigt bzw. in die Position "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" umgegliedert wurden.

Im Gegensatz dazu waren die einzelnen Veränderungen in den kurzfristigen Vermögenswerten, deren Zuwachs sich auf insgesamt 14,8 Millionen Euro bezifferte, in ihrer überwiegenden Mehrzahl von eher untergeordneter Bedeutung. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang lediglich der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 15,0 Millionen Euro auf 181,8 Millionen Euro, der im Wesentlichen auf das anhaltende Wachstum der Ströer Gruppe zurückzuführen ist.

Die Vermögenswerte der D+S 360° Gruppe wurden im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres aus den einzelnen Bilanzpositionen der Konzernbilanz in die Position zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte umgegliedert. Die im Vorjahr in dieser Position ausgewiesenen Vermögenswerte der Ströer Mobile Performance GmbH und der Foodist GmbH sind aufgrund ihres zwischenzeitlichen Verkaufs nicht mehr darin enthalten.

Zum nicht bilanzierten Vermögen des Ströer Konzerns zählt aufgrund der starken Marktposition vor allem ein breit aufgestelltes Portfolio an tragfähigen Kundenbeziehungen. Von diesen Kundenbeziehungen ist nur jener kleine Teil als Vermögenswert bilanziert, der im Rahmen von Unternehmenserwerben hinzugekommen ist.

Ertragslage Segmente

Die nachfolgende Analyse der Ertragsentwicklung bezieht sich ausschließlich auf die fortgeführten Aktivitäten. Vor diesem Hintergrund wurden die in diesem Abschnitt dargestellten Zahlen entsprechend der Vorgaben des IFRS 5 um die nicht-fortgeführten Aktivitäten der D+S 360° Gruppe bereinigt.

Out-of-Home Media

In Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
Segmentumsatz, davon 709,1 663,7 45,4 6,8 %
Großformate 342,1 316,6 25,5 8,1 %
Street Furniture 153,3 149,7 3,6 2,4 %
Transport 61,6 61,1 0,5 0,8 %
Sonstige 152,1 136,3 15,8 11,6 %
EBITDA (adjusted) 324,2 309,9 14,3 4,6 %
EBITDA-Marge (adjusted) 45,7 % 46,7 % -1,0 Prozentpunkte

Im Segment OOH Media legten die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2019 um 45,4 Millionen Euro auf 709,1 Millionen Euro zu. Mit Blick auf die einzelnen Produktgruppen konnten alle Bereiche zum Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2019 beitragen. Die Produktgruppe Großformate erzielte durch eine bei nationalen wie regionalen Kunden robuste Nachfrage nach klassischen Außenwerbeprodukten sowie infolge unserer nachhaltig verstärkten lokalen Vertriebsaktivitäten und eines weiteren Ausbaus unseres Road Side Screen Portfolios einen deutlichen Zuwachs um 25,5 Millionen Euro auf 342,1 Millionen Euro. Die Produktgruppe Street Furniture, die insbesondere nationale sowie internationale Kundengruppen für den deutschen Außenwerbemarkt adressiert, vermeldete im Geschäftsjahr 2019 ebenfalls einen nachfragebedingten Anstieg der Umsatzerlöse um 3,6 Millionen Euro auf 153,3 Millionen Euro. Der Bereich Transport, mit dem wir nahezu ausschließlich im deutschen Außenwerbemarkt tätig sind, stieg im Berichtszeitraum um 0,5 Millionen Euro auf 61,6 Millionen Euro an, wobei die Zugewinne vorrangig aus dem Geschäft mit lokalen Kunden herrührten. Ebenfalls hinzugewinnen konnte die Produktgruppe Sonstige mit einem Anstieg um 15,8 Millionen Euro auf 152,1 Millionen Euro. Dabei haben zum einen kleinere Ergänzungsakquisitionen, die in dieser Gruppe ausgewiesen werden, zu der positiven Entwicklung beigetragen. Zum anderen werden in unserem Wachstumsfeld mit lokalen und regionalen Kunden traditionell mehr Full-Service Leistungen (inklusive der Produktion von Werbematerialien) nachgefragt, als dies bei den großen nationalen Kunden der Fall ist. Diese Zusatzleistungen werden auch unter der Gruppe Sonstige berichtet.

Alles in allem erwirtschaftete das Segment mit 324,2 Millionen Euro ein um 14,3 Millionen Euro gestiegenes EBITDA (adjusted) (Vj.: 309,9 Millionen Euro) und eine EBITDA-Marge (adjusted) von 45,7 Prozent (Vj.: 46,7 Prozent).

Digital OOH & Content

In Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
Segmentumsatz, davon 588,3 567,0 21,4 3,8 %
Display 282,6 297,2 -14,7 -4,9 %
Video 161,4 130,3 31,1 23,9 %
Digital Marketing Services 144,3 139,4 4,9 3,5 %
EBITDA (adjusted) 211,5 194,1 17,4 8,9 %
EBITDA-Marge (adjusted) 35,9 % 34,2 % 1,7 Prozentpunkte

Im Geschäftsjahr 2019 konnte das Segment Digital OOH & Content seine Umsatzerlöse in einem insgesamt herausfordernden Marktumfeld, trotz einiger Portfoliobereinigungen, von 567,0 Millionen Euro auf 588,3 Millionen Euro ausbauen. Vor dem Hintergrund der Portfoliobereinigungen sind die Segmentzahlen insgesamt nur bedingt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar.

In Bezug auf die einzelnen Produktgruppen gestaltete sich die Entwicklung uneinheitlich. Die Produktgruppe Display verzeichnete aufgrund der vorgenommenen Portfoliobereinigungen einen nominalen Rückgang der Umsatzerlöse um 14,7 Millionen Euro auf 282,6 Millionen Euro. Bereinigt um die Veräußerung insbesondere von Mobile Performance und twiago hätte die Produktgruppe hingegen erneut einen robusten Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr erwirtschaftet. Hier gelang es insbesondere im Rahmen der Vermarktung von Werbeformaten auf mobilen Endgeräten, durch automatisierte Vermarktungsformen sowie durch ein breit aufgestelltes Publisher-Portfolio sich dem allgemeinen Marktdruck im Bereich der Display-Vermarktung zu entziehen. Die Produktgruppe Video erzielte durch eine robuste Nachfrage nach unseren digitalen Out-of-Home Produkten, insbesondere nach Bewegtbildformaten im öffentlichen Raum (Public Video) sowie nach unserem immer stärker nachgefragten programmatischen Public Video Angebot, einen deutlichen Zuwachs um 31,1 Millionen Euro auf 161,4 Millionen Euro. Die Produktgruppe Digital Marketing Services stieg im Geschäftsjahr 2019 um 4,9 Millionen Euro auf 144,3 Millionen Euro. Einzelne Portfoliobereinigungen (insbesondere Bodychange) konnten durch das unvermindert stark wachsende Geschäft bei Statista sowie durch das solide Wachstum bei der lokalen Vermarktung digitaler Produkte bei kleinen und mittelgroßen Kunden (RegioHelden), das ebenfalls in dieser Produktgruppe ausgewiesen wird, überkompensiert werden.

Ergebnisseitig machte sich die gute Geschäftsentwicklung vor allem im Bereich Digital Out-of-Home spürbar positiv bemerkbar. Insgesamt konnte das Segment die sehr guten Ergebnisse des Vorjahres erneut deutlich übertreffen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 ein um 17,4 Millionen Euro auf 211,5 Millionen Euro gestiegenes EBITDA (adjusted) (Vj.: 194,1 Millionen Euro) und eine verbesserte EBITDA-Marge (adjusted) in Höhe von 35,9 Prozent (Vj.: 34,2 Prozent).

Direct Media

In Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
Segmentumsatz, davon 340,6 302,6 38,0 12,6 %
Dialog Marketing 230,8 187,7 43,2 23,0 %
Transactional 109,7 114,9 -5,2 -4,5 %
EBITDA (adjusted) 53,6 49,9 3,8 7,6 %
EBITDA-Marge (adjusted) 15,8 % 16,5 % -0,7 Prozentpunkte

Das Segment Direct Media beinhaltet die Produktgruppen Dialog Marketing und Transactional. Vor dem Hintergrund der neu erworbenen Unternehmen im Bereich Dialog Marketing sowie der Veräußerung von Geschäftsaktivitäten im Bereich Transactional sind die Vorjahreszahlen für beide Produktgruppen derzeit nur bedingt vergleichbar. 28

Im Geschäftsjahr 2019 wurde die Integration der neu erworbenen Unternehmen im Bereich Dialog Marketing weiter vorangetrieben und eine strategische Fokussierung eingeleitet. Der Umsatzanstieg in diesem Bereich profitierte insbesondere von der starken Geschäftsentwicklung unserer Direktvertriebsaktivitäten (door-to-door). Die Produktgruppe Transactional bewegte sich mit 109,7 Millionen Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres (Vj.: 114,9 Millionen Euro). Bereinigt um die vorgenommenen Portfoliobereinigungen (Conexus und Foodist) hätte die Produktgruppe einen deutlichen Umsatzanstieg von mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwirtschaftet. Dabei konnte vor allem das Geschäft mit unseren eigenen Produkten im Bereich des E-Commerce von AsamBeauty deutliche Zuwächse verbuchen.

28 Die veräußerten Geschäftsaktivitäten stellten - anders als die D+S 360° Gruppe - keine abgegrenzten Einheiten im Sinne des IFRS 5 dar. Vor diesem Hintergrund erfolgte in diesen Fällen keine Bereinigung der Vorjahreszahlen.

Insgesamt erwirtschaftete das Segment im Geschäftsjahr 2019 ein um 7,6 Prozent gestiegenes EBITDA (adjusted) in Höhe von 53,6 Millionen Euro (Vj.: 49,9 Millionen Euro) und eine EBITDA-Marge (adjusted) von 15,8 Prozent (Vj.: 16,5 Prozent).

ANGABEN ZUR STRÖER SE & CO. KGAA

Der Lagebericht der Ströer SE & Co. KGaA und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Beschreibung der Gesellschaft

Die Ströer SE & Co. KGaA ist eine Holdinggesellschaft, die ausschließlich Aufgaben im Bereich der Steuerung des Konzernverbunds wahrnimmt sowie konzernweite Verwaltungs- und Serviceleistungen erbringt. Hierzu gehören insbesondere die Bereiche Finanz- und Konzernrechnungswesen, Unternehmens- und Kapitalmarktkommunikation, IT-Services, Konzerncontrolling und Risikomanagement, Forschung und Produktentwicklung, Recht und Compliance sowie Unternehmensentwicklung.

Die nachfolgenden Zahlen und Erläuterungen beziehen sich auf den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellten Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA.

Ertragslage

Die positive Geschäftsentwicklung in der Ströer Gruppe hat sich entsprechend vorteilhaft im Ergebnis der Ströer SE & Co. KGaA bemerkbar gemacht. So konnte die Gesellschaft ihren Jahresüberschuss mit 72,2 Millionen Euro - bereinigt um einen Sondereffekt im Jahr 2018 -gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres weiter ausbauen. Von zentraler Bedeutung für das Ergebnis der Gesellschaft waren abermals die konzerninternen Ergebnisabführungen der Tochtergesellschaften, die sich im Berichtsjahr auf insgesamt 163,1 Millionen Euro summierten. Nachteilig beeinflusst wurden diese abgeführten Ergebnisse im Jahr 2019 jedoch durch Wertberichtigungen im Bereich der D+S 360° Gruppe.

In TEUR 2019 2018 1
Umsatzerlöse 27.776 25.524
Sonstige betriebliche Erträge 6.859 18.554
Materialaufwand -8.823 -6.954
Personalaufwand -27.327 -31.263
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -7.629 -7.982
Sonstige betriebliche Aufwendungen -32.115 -73.698
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahme 163.146 778.852
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2.385 3.722
Abschreibungen auf Finanzanlagen -12.852 -28.375
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen -8.967 -8.688
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -30.259 -25.641
Ergebnis nach Steuern 72.193 644.050
Sonstige Steuern -41 -41
Jahresüberschuss 72.152 644.009
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 213.677 9.451
Bilanzgewinn 285.828 653.460

1 Das Ergebnis aus Gewinnabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahme war im Vorjahr ebenso wie der Jahresüberschuss und der Bilanzgewinn durch einen Sondereffekt aus der konzerninternen Einbringung von Gesellschaftsanteilen geprägt.

Infolge des weiteren Wachstums der Ströer Gruppe haben die Umsatzerlöse der Ströer SE & Co. KGaA um 2,3 Millionen Euro auf 27,8 Millionen Euro zugelegt, wobei der Anstieg vornehmlich aus höheren konzerninternen Mieterträgen herrührte. Demgegenüber haben die sonstigen betrieblichen Erträge um 11,7 Millionen Euro auf 6,9 Millionen Euro nachgegeben. Neben leicht rückläufigen Erträgen aus weiterberechneten Kosten resultierte der Rückgang insbesondere aus der Zuschreibung eines Darlehens im Jahr 2018, die den Vorjahreswert noch positiv beeinflusst hatte. In Bezug auf den Materialaufwand verzeichnete die Gesellschaft vor dem Hintergrund gestiegener Mietaufwendungen einen Anstieg um weitere 1,9 Millionen Euro auf nunmehr 8,8 Millionen Euro, wohingegen der Personalaufwand gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 3,9 Millionen Euro niedriger ausgefallen ist. Einen beträchtlichen Rückgang erzielte die Ströer SE & Co. KGaA zudem in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die mit 32,1 Millionen Euro um ganze 41,6 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert lagen. Ursächlich dafür war vor allem, dass der Vergleichswert des Vorjahres mit 41,1 Millionen Euro durch den Verlust aus dem Verkauf des türkischen OOH-Geschäfts belastet war. Nahezu unverändert zeigten sich hingegen mit 7,6 Millionen Euro die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (Vj.: 8,0 Millionen Euro).

Die konzerninternen Ergebnisabführungen (Erträge aus Gewinnabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahme) summierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 163,1 Millionen Euro (Vj.: 778,9 Millionen Euro). Während sich die allgemein gestiegene Geschäftstätigkeit in der Ströer Gruppe sehr erfreulich auf die Ergebnisabführungen ausgewirkt hat, resultierten aus den Wertberichtigungen im Bereich der D+S 360° Gruppe gegenläufige Effekte. Zudem war der Vorjahreswert im Rahmen einer konzerninternen Einlage von Gesellschaftsanteilen signifikant höher ausgefallen. Etwa auf Vorjahresniveau präsentierten sich demgegenüber die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sowie das Zinsergebnis (sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen) des abgelaufenen Geschäftsjahres. Unterdessen konnte die Gesellschaft in den Abschreibungen auf Finanzanlagen einen Rückgang von 28,4 Millionen Euro auf 12,9 Millionen Euro vermelden. Namentlich waren im Vorjahreswert noch verschiedene Wertberichtigungen auf konzerninterne Darlehen im Rahmen der Liquidation kleinerer Einheiten zu Buche geschlagen, während vergleichbare Korrekturen im abgelaufenen Geschäftsjahr nur noch in geringerem Umfang angefallen sind.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag haben mit 30,3 Millionen Euro leicht gegenüber dem Vorjahr angezogen (Vj.: 25,6 Millionen Euro), wobei der Anstieg vorwiegend der höheren steuerlichen Bemessungsgrundlage in der Organschaft zuzuordnen ist, während die eingangs beschriebene konzerninterne Einbringung von Gesellschaftsanteilen im Vorjahr gänzlich steuerneutral erfolgte und somit ausschließlich im handelsrechtlichen Ergebnis ins Gewicht gefallen ist. Zu detaillierten Ausführungen im Hinblick auf die latenten Steuern verweisen wir auf Abschnitt C.6 im Anhang der Gesellschaft.

Vermögens- und Finanzlage

Mit Blick auf die Vermögens- und Finanzlage hat sich das äußerst solide Bilanzbild der Ströer SE & Co. KGaA zum Ende des Geschäftsjahres 2019 allenfalls punktuell gegenüber dem Vorjahr verändert. Während die Bilanzsumme im Berichtszeitraum mit 2.195,3 Millionen Euro nur vergleichsweise geringfügig um 16,3 Millionen Euro angestiegen ist, hat es zwischen einzelnen Bilanzpositionen durchaus größere Verschiebungen gegeben. Zu den erwähnenswerten Veränderungen auf der Aktivseite zählte vor allem der Rückgang der Finanzanlagen um 32,1 Millionen Euro, bei dem es sich im Kern um die Rückführung konzerninterner Darlehen durch einzelne Tochtergesellschaften handelte, deren Finanzierung seither über den konzernweiten Cashpool abgebildet wird. Umgekehrt haben im Umlaufvermögen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen unter anderem aufgrund der Einbeziehung eben jener Tochtergesellschaften in den Cashpool um 41,6 Millionen Euro zugelegt. Auf der Passivseite resultierten die Zugänge insbesondere aus höheren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie gegenüber verbundenen Unternehmen, denen ein entsprechender Rückgang im Eigenkapital gegenüberstand.

In TEUR 2019 2018
Aktiva
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 40.064 37.501
Finanzanlagen 779.460 811.598
819.524 849.099
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.361.748 1.324.646
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 9.551 182
1.371.298 1.324.828
Rechnungsabgrenzungsposten 4.489 5.104
Bilanzsumme 2.195.311 2.179.031
Passiva
Eigenkapital 1.369.028 1.402.772
Rückstellungen
Steuerrückstellungen 20.455 20.461
Sonstige Rückstellungen 13.966 12.299
34.421 32.760
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 594.566 559.974
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 9.492 19.235
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 187.805 164.290
791.863 743.499
Bilanzsumme 2.195.311 2.179.031

Vermögensstrukturanalyse

Die Veränderungen in den immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen waren im abgelaufenen Geschäftsjahr eher überschaubar, da die Investitionen der Holding nur leicht über den laufenden Amortisationen bzw. Abschreibungen lagen. In Zahlen beliefen sich die Buchwerte zum Stichtag auf insgesamt 40,1 Millionen Euro, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 2,6 Millionen Euro entspricht.

Deutlich größer fiel demgegenüber der Rückgang in den Finanzanlagen der Gesellschaft aus. War zum Ende des Vorjahres noch ein Saldo von 811,6 Millionen Euro zu vermelden, so bezifferte sich dieser zum Bilanzstichtag 2019 auf nunmehr 779,5 Millionen Euro. Hintergrund dieser rückläufigen Entwicklung war die Einbeziehung weiterer Tochtergesellschaften in den konzernweiten Cashpool, sodass diese ihre bisherigen Darlehensverbindlichkeiten durch entsprechende Inanspruchnahmen des Cashpools zurückführen konnten. Darüber hinaus haben Wertberichtigungen auf konzerninterne Darlehensforderungen und sonstige Ausleihungen in einem Umfang von 10,4 Millionen Euro ebenfalls zum Rückgang der Finanzanlagen beigetragen.

Im gleichen Zeitraum notierte die Gesellschaft in den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen einen Anstieg um 37,1 Millionen Euro auf 1.361,7 Millionen Euro. Neben der oben beschriebenen Einbeziehung weiterer Einheiten in den konzernweiten Cashpool hat auch der Erwerb der übrigen Anteile an einzelnen Tochtergesellschaften (Statista GmbH, Permodo GmbH, etc.) zu erheblichem Liquiditätsbedarf geführt, der bei den jeweils erwerbenden Konzerngesellschaften über den Cashpool abgedeckt wurde. Gegenläufig haben sich die im operativen Geschäft der Gruppe erwirtschafteten Liquiditätsüberschüsse ausgewirkt, die zum Teil über den Cashpool an die Ströer SE & Co. KGaA abgeführt worden sind.

Die Guthaben bei Kreditinstituten bewegten sich zum Ende des Berichtsjahres mit 9,6 Millionen Euro um knapp 9,4 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahres (Vj.: 0,2 Millionen Euro). Leicht rückläufig zeigte sich hingegen der Rechnungsabgrenzungsposten mit 4,5 Millionen Euro (Vj.: 5,1 Millionen Euro). In dieser Position sind insbesondere jene Kreditbeschaffungskosten aktiviert, die in den vergangenen Jahren im Rahmen mehrerer Anpassungen der Kreditfazilität aufgelaufen waren. Diese Kosten werden seither über die Laufzeit der Finanzierung abgegrenzt und zeitanteilig aufgelöst.

Finanzstrukturanalyse

Die Ströer SE & Co. KGaA schloss das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Eigenkapital in Höhe von 1.369,0 Millionen Euro (Vj.: 1.402,8 Millionen Euro). Während sich der laufende Jahresüberschuss der Gesellschaft mit 72,2 Millionen Euro (Vj.: 644,0 Millionen Euro) ebenso wie die Ausübung bestehender Aktienoptionen im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms mit 7,2 Millionen Euro (Vj.: 5,5 Millionen Euro) positiv ausgewirkt haben, hatte die Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA in Höhe von 113,1 Millionen Euro (Vj.: 72,5 Millionen Euro) einen entsprechend gegenläufigen Effekt. Insgesamt bewegte sich die Eigenkapitalquote mit 62,4 Prozent auf einem weiterhin sehr komfortablen Niveau (Vj.: 64,4 Prozent).

Nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr präsentierten sich mit 34,4 Millionen Euro die Rückstellungen der Gesellschaft (Vj.: 32,8 Millionen Euro), wobei der leichte Anstieg ausschließlich auf Zugänge in den sonstigen Rückstellungen zurückzuführen ist. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verzeichnete die Gesellschaft zum Ende des Geschäftsjahres einen Saldo von 594,6 Millionen Euro (Vj.: 560,0 Millionen Euro). Dieser Anstieg reflektiert im Wesentlichen den Liquiditätsbedarf der gesamten Gruppe, da die Refinanzierung des Ströer Konzerns nahezu vollständig über die Holding erfolgt. Ausschlaggebend waren dabei neben der Fortführung der Wachstumsstrategie auch die oben beschriebenen Anteilserwerbe (Statista GmbH, Permodo GmbH, etc.). Von den Verbindlichkeiten entfielen zum 31. Dezember 2019 insgesamt 495,0 Millionen Euro (Vj.: 495,0 Millionen Euro) auf die am Kapitalmarkt platzierten Schuldscheindarlehen. Der übrige Betrag betraf die Kreditaufnahme im Rahmen der bestehenden Kreditfazilität. Hinsichtlich näherer Details zur Entwicklung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verweisen wir auf unsere Liquiditätsanalyse im nachfolgenden Abschnitt.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um 9,0 Millionen Euro auf 8,7 Millionen Euro zurückgegangen. Demgegenüber legten die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 164,3 Millionen Euro auf 187,8 Millionen Euro zu. Neben der Anlage zusätzlicher liquider Mittel einzelner Tochtergesellschaften bei der Ströer SE & Co. KGaA fielen in diesem Zusammenhang auch Verbindlichkeiten aus der Verlustübernahme von Konzerngesellschaften ins Gewicht. Hinsichtlich der Sonstigen Verbindlichkeiten waren keine nennenswerten Veränderungen zu vermelden, sodass der Saldo mit 0,8 Millionen Euro nur unwesentlich unter dem Vorjahreswert schloss (Vj.: 1,5 Millionen Euro).

Liquiditätsanalyse

Die Ströer SE & Co. KGaA verfügt im Rahmen ihrer Kreditfazilität über langfristige Kreditlinien in einem Umfang von 600,0 Millionen Euro, die bei Bedarf um weitere 100,0 Millionen Euro erhöht werden können. Die Kreditlinien sind in voller Höhe als flexible Revolving Facility ausgestaltet und bis zum Dezember 2023 fest zugesagt. Zum 31. Dezember 2019 waren von diesen Kreditlinien insgesamt 114,6 Millionen Euro (Vj.: 79,7 Millionen Euro) in Anspruch genommen und damit 485,4 Millionen Euro (Vj.: 520,3 Millionen Euro) frei verfügbar. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der zum Stichtag vorhandenen Zahlungsmittel in Höhe von 9,6 Millionen Euro (Vj.: 0,2 Millionen Euro) ergaben sich damit freie Finanzierungsspielräume von insgesamt 495,0 Millionen Euro (Vj.: 520,5 Millionen Euro).

Das Nettofinanzvermögen der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2019 auf 694,7 Millionen Euro (Vj.: 730,2 Millionen Euro). Die nachfolgende Übersicht stellt die Zusammensetzung des Nettofinanzvermögens der Ströer SE & Co. KGaA zum Stichtag dar:

In Mio. EUR 31.12.2019 31.12.2018
(1) Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.353,6 1.312,0
(2) Ausleihungen an verbundene Unternehmen 113,9 142,3
(3) Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 9,6 0,2
(1)+(2)+(3) Summe Finanzvermögen 1.477,0 1.454,5
(4) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 594,6 560,0
(5) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 187,8 164,3
(4)+(5) Summe Finanzverbindlichkeiten 782,4 724,3
(1)+(2)+(3)-(4)-(5) Nettofinanzvermögen 694,7 730,2
Eigenkapitalquote (in %) 62,4 % 64,4 %

Die Ströer SE & Co. KGaA ist als Holdinggesellschaft eng mit der Entwicklung der gesamten Ströer Gruppe verbunden. Aufgrund des positiven Nettofinanzvermögens, der komfortablen Eigenkapitalquote und der weiterhin sehr positiven Ergebnisse ihrer Tochtergesellschaften ist die Gesellschaft nach unserer Überzeugung ebenso wie die gesamte Gruppe für zukünftige Herausforderungen bestens aufgestellt.

Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Die voraussichtliche Entwicklung der Ströer SE & Co. KGaA hängt aufgrund ihrer Eigenschaft als Konzernmuttergesellschaft von der Entwicklung des Gesamtkonzerns ab. Wir gehen aufgrund der im Prognosebericht des Konzerns dargestellten Entwicklung der Ertragslage für das Jahr 2020 davon aus, dass die Tochtergesellschaften insgesamt noch höhere Ergebnisbeiträge erwirtschaften werden als im Jahr 2019 und die Ströer SE & Co. KGaA damit zukünftig Jahresergebnisse auf einem noch höheren Niveau als in 2019 erzielen wird. Das Jahr 2018 war demgegenüber aufgrund der oben beschriebenen konzerninternen Einbringung von Gesellschaftsanteilen ein Ausnahmejahr, das kein Maßstab für die weitere Ergebnisentwicklung ist.

INFORMATIONEN ZUR AKTIE

Insgesamt war 2019 ein erfolgreiches Börsenjahr. Nach den schwachen Entwicklungen des Vorjahres legte der DAX in 2019 um über 25 Prozent (Vj.: -18,3 Prozent) zu. Damit verzeichnete der DAX den größten Jahresgewinn seit 2013. Der SDAX, in welchem die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA seit September 2018 notiert ist, entwickelte sich im Vergleich zum DAX noch besser und stieg um knapp 32 Prozent (Vj.: -20,0 Prozent).

Der DAXsector All Media Index entwickelte sich vergleichbar zu den vorgenannten Indizes und stieg im Jahresverlauf um rund 29 Prozent (Vj.: -23,7 Prozent).

Vor dem Hintergrund des positiven Aktienmarktumfelds, insbesondere aber durch die erfolgreiche Positionierung unserer OOH+ Strategie und die positive Ergebnisentwicklung, zeigte sich die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA sehr stark und konnte die führenden Börsenindizes deutlich outperformen. Nachdem das Papier im Dezember mit einem Kurs von 42,18 Euro das vorangegangene Geschäftsjahr schloss, konnte die Ströer Aktie im Laufe des Geschäftsjahres 2019 deutlich zulegen und mit 75,75 Euro ein neues Allzeithoch markieren. Über den gesamten Jahresverlauf legte die Aktie um rund 71 Prozent auf 72,05 Euro zu.

Die Ströer Aktie im Jahr 2019 im Vergleich (in Prozent)

Quelle: Factset

Ströer im Dialog mit dem Kapitalmarkt

Eine aktive und kontinuierliche Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist von zentraler Bedeutung und steht im Mittelpunkt der Investor Relations Arbeit bei der Ströer SE & Co. KGaA. Ziel der Investor Relations Arbeit ist es, durch direkten, persönlichen Kontakt als auch über unsere Webseite und unseren Emailverteiler, privaten und institutionellen Investoren, Analysten sowie weiteren interessierten Kapitalmarktteilnehmern das Unternehmen zu präsentieren und die Strategie und die Potenziale zu erläutern. Im Jahresverlauf hat Ströer bei einer Vielzahl internationaler Roadshows, Konferenzen und Meetings zeitnah über aktuelle Entwicklungen des Unternehmens informiert.

Neben Investor Relations hat der Vorstand an einer Vielzahl von Investorengesprächen persönlich teilgenommen, um sich den Fragen der Kapitalmarktteilnehmer zu stellen. Zur optimalen Steuerung unserer Investor Relations Aktivitäten werten wir kontinuierlich unsere Aktionärsstruktur aus und planen entsprechend unsere Roadshowaktivitäten. In diesem Berichtsjahr lag der Schwerpunkt wiederholt auf Frankfurt am Main, London, Paris und New York. Neben weiteren Finanzplätzen in Nordamerika haben wir in regelmäßigen Abständen alle wichtigen weiteren europäischen Kapitalmarktzentren besucht. Darüber hinaus hat der Vorstand der Ströer Management SE im abgelaufenen Geschäftsjahr bei Analystenkonferenzen in Frankfurt und in London detailliert über die Entwicklungen von Ströer informiert.

Weiteres zentrales Kommunikationsmittel ist unsere Website www.stroeer.com, auf der wir zeitnah kapitalmarktrelevante Informationen und Dokumente zur Verfügung stellen.

Ordentliche Hauptversammlung

Am 19. Juni 2019 fand die ordentliche Hauptversammlung der Ströer SE & Co. KGaA wieder im Congress-Centrum der Koelnmesse mit rund 170 Anteilseignern, Gästen und Vertretern der Presse statt. Insgesamt waren rund 48,9 Millionen Stückaktien vertreten. Alle Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats und des Vorstands wurden angenommen. Hierzu zählte auch die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 2,00 Euro pro dividendenberechtigter Stückaktie.

Börsennotierung, Marktkapitalisierung und Handelsvolumen

Die Aktie der Ströer SE & Co. KGaA ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und wird seit dem 24. September 2018 im SDAX gelistet. Auf Basis des Schlusskurses vom 30. Dezember 2019 beträgt die Marktkapitalisierung rund 4,08 Milliarden Euro (Vj.: 2,37 Milliarden Euro). Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der Ströer Aktie auf Xetra lag 2019 bei rund 67.000 Stück (Vj.: 91.000 Stück).

Analystenstudien

Die Ströer SE & Co. KGaA wird von 17 nationalen und internationalen Banken analysiert. Von den Einschätzungen zum Ende der zwölfmonatigen Berichtsperiode dieses Jahres lauten 13 "Kaufen" und vier "Halten".

Die aktuellen Broker-Einschätzungen können unter www.stroeer.com/investor-relations eingesehen und der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

Investment Bank Empfehlung
J.P. Morgan Kaufen
Commerzbank Kaufen
Exane BNP Paribas Kaufen
Goldman Sachs Kaufen
Deutsche Bank Kaufen
Warburg Research Kaufen
Citi Kaufen
Bankhaus Lampe Kaufen
UBS Kaufen
HSBC Kaufen
Hauck & Aufhäuser Kaufen
LBBW Kaufen
Liberum Kaufen
Barclays Halten
KeplerCheuvreux Halten
Morgan Stanley Halten
Oddo BHF Halten

Aktionärsstruktur

Udo Müller, Gründer und Co-Vorsitzender des Vorstands, hält 22,02 Prozent, Dirk Ströer, Mitglied des Aufsichtsrats, hält 21,30 Prozent und Christian Schmalzl, Co-Vorsitzender des Vorstands, hält rund 0,05 Prozent der Aktien an der Ströer SE & Co. KGaA. Der Streubesitz beträgt rund 45 Prozent. Laut den der Gesellschaft vorliegenden Mitteilungen zum Stichtag 31. Dezember 2019 sind uns die folgenden Stimmrechtsanteile an der Ströer SE & Co. KGaA von über 3 Prozent bekannt: Deutsche Telekom Trust e. V., 11,34 Prozent, Allianz Global Investors Europe 6,01 Prozent, Credit Suisse 3,45 Prozent und DWS Investment, 3,09 Prozent.

Aktionärsstruktur der Ströer SE & Co. KGaA
Stand 31.12.2019 in %

Dividendenpolitik

Im abgelaufenen Berichtsjahr hat die Ströer SE & Co. KGaA eine 2,00-Euro-Dividende pro dividendenberechtigter Stückaktie ausgeschüttet. Die Ströer SE & Co. KGaA beabsichtigt die Aktionäre weiterhin an einer erfolgreichen Gewinnentwicklung zu beteiligen.

Kenndaten der Ströer SE & Co. KGaA Aktie

Grundkapital 56.576.571 EUR
Anzahl der Aktien 56.576.571
Nennwertlose Inhaberstammaktien
Gattung (anteiliger Betrag von 1,00 EUR je Aktie am Grundkapital)
Erstnotierung 15. Juli 2010
ISIN (International Securities Identification Number) DE0007493991
WKN (Wertpapierkennnummer) 749399
Börsenkürzel SAX
Tickersymbol Reuters SAXG.DE
Tickersymbol Bloomberg SAX/DE
Marktsegment Prime Standard
Index SDAX
Designated Sponsors Oddo Seydler Bank AG
Jahresanfangskurs 2019 1 42,02 EUR
Jahresendkurs 2019 1 72,05 EUR
Höchstkurs 2019 1 75,75 EUR
Tiefstkurs 2019 1 40,30 EUR

1 XETRA-Kurs in EUR

MITARBEITER

Die Digitalisierung in der Medienbranche hält auch weiterhin Einzug und stellt höchste Anforderung in puncto technischem Know-how, Kreativität und neuen Arbeitsformen an unsere Mitarbeiter. Unser Anspruch ist, diese Veränderungen aktiv zu gestalten und dabei als Pioniere voranzugehen. Durch kollaborative und agile Arbeitsformen geben wir unseren Mitarbeitern Raum für Ideen und Austausch und befähigen sie so zu Höchstleistungen. Wir unterstützen die Kollaboration durch die Einführung von Office365. Hierbei haben wir auf das Reverse Mentoring gesetzt, bei dem unsere BA-Studenten und Auszubildenden die Mitarbeiter schulen. Solche Projekte können nur durch die zentrale Anstellung des Großteils der Auszubildenden und BA-Studenten in der Holding durchgeführt werden. Dadurch können wir die Digitalisierung durch und vor allem mit der Generation der Digital Natives gestalten und vorantreiben.

Unser Framework für agile Methoden bilden bei uns Scrum und Design Thinking. Das Know-how wird hierbei durch Workinare von internen Mitarbeitern geschult und weitergegeben.

In 2019 haben wir über 60.000 Bewerbungen erhalten. Unser digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm hat sich erfolgreich bewährt.

Wir unterstützen die Vielfalt in jeglicher Hinsicht und fördern eine Kultur von Wertschätzung und Fairness. Durch ansprechende moderne Bürowelten, flexible Arbeitszeitmodelle, freien Kaffee, sowie weitere Leistungen, wie z. B. unseren Betriebskindergarten in Köln, bieten wir ein Umfeld, in dem sich die Mitarbeiter mit Ströer identifizieren.

Beschäftigungssituation

Mitarbeiterzahl

Der Ströer Konzern beschäftigte zum Jahresende 12.210 (Vj: 12.514) Mitarbeiter in Voll- und Teilzeitbeschäftigung. Der Rückgang von 304 Mitarbeitern verteilt sich über fast alle Segmente und resultiert zum einen aus kleineren Verkäufen (z. B. Foodist, Ströer Mobile Performance) sowie den üblichen Schwankungen.

Mitarbeiter nach Unternehmensbereichen
Stichtag 31.12.2019

Betriebszugehörigkeit und Altersverteilung

Zum Bilanzstichtag waren die Mitarbeiter im Schnitt 4,8 Jahre (Vj: 4,1 Jahre) im Ströer Konzern beschäftigt.

Altersverteilung im Konzern
2019 in %

Wir verfügen über eine ausgewogene Altersstruktur. Unser Bestreben ist es, junge Mitarbeiter durch gezielte Ausbildungsprogramme für unser Unternehmen zu begeistern und sie dadurch auch langfristig an uns zu binden. Kollegen, die auf eine umfassende berufliche Erfahrung zurückblicken, begleiten sie auf ihrem Weg. Dadurch verbinden wir auch zum Teil Generationen.

Geschlechterverteilung

Wir hatten bereits ein sehr ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Der Anteil weiblicher Beschäftigter ist im Jahresverlauf marginal gesunken. Zum Jahresende waren zu 51 Prozent Männer und zu 49 Prozent Frauen in der Ströer Gruppe beschäftigt (Vorjahr: 49 Prozent Männer und 51 Prozent Frauen). Die ausgewogene Geschlechterverteilung ist nicht zuletzt das Resultat unserer attraktiven Arbeitszeitmodelle, die bspw. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern und die uns als modernes Unternehmen auszeichnen.

Geschlechterverteilung der Mitarbeiter nach Unternehmensbereichen
2019 in %

Aus- und Weiterbildung

Berufsausbildung und Studium

Ströer bildet bundesweit insgesamt 217 Nachwuchskräfte aus, und hat damit die Anzahl auch 2019 wieder deutlich gesteigert. Neben der klassischen Berufsausbildung wurde auch das Ströer-Programm für duale Studienplätze ausgebaut, neben dem BA-Studium bieten wir seit 2018 auch ein Master-Programm an.

Natürlich bietet Ströer erfolgreichen BA-Studenten und Auszubildenden gute Chancen auf eine Übernahme an und hat auch im vergangenen Jahr viele junge Talente in verschiedensten Unternehmensbereichen übernommen. Hierfür wurde Ströer 2019 in einer Umfrage des Wirtschaftsmagazins CAPITAL mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

Weiterbildung und Qualifizierung

Ströer bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Perspektiven, ihre beruflichen Ziele innerhalb des Ströer-Konzerns zu erreichen. In den letzten Jahren wurden unsere Trainee-Programme ausgeweitet, um Berufseinsteigern eine vielfältige Einarbeitung und Orientierung zu bieten. Ein Einstieg als Trainee ist jetzt in vier Bereichen möglich: General Management, HR, Finance und auch Sales.

Die Teilnehmer unseres Talentprogramms entwickeln sich hervorragend weiter und viele sind innerhalb der Ströer-Gruppe ihre nächsten Karriereschritte gegangen. Aus diesem Grund haben wir im Jahr 2019 die dritte Runde des Programms "Jump 'n' Grow" gestartet, unserem internen Programm zur gezielten Förderung ausgewählter Mitarbeiter. Dies umfasst Workshops, Trainings und Mitarbeit in gemeinsamen Projekten und für die Dauer des Programms eine gezielte Verknüpfung mit Mentoren aus der oberen Führungsebene.

VERGÜTUNGSBERICHT

Im Folgenden berichtet die persönlich haftende Gesellschafterin, die Ströer Management SE, über die Struktur und die Höhe ihrer eigenen Vergütung sowie der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder der börsennotierten Ströer SE & Co. KGaA. Darüber hinaus werden - insoweit auf freiwilliger Basis - Angaben zur Struktur und zur Höhe der Vergütung der Vorstands- und der Aufsichtsratsmitglieder der nicht-börsennotierten Ströer Management SE gemacht. Der Vergütungsbericht berücksichtigt die gesetzlichen Vorgaben sowie, mit den in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft gemäß § 161 AktG vom 11. Dezember 2019 bezeichneten Ausnahmen, die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und ist Bestandteil des Konzernlageberichts.

Bezüge der Ströer Management SE

Die einzige persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA ist die (ihrerseits nicht börsennotierte) Ströer Management SE. Sie hat keine Sondereinlage erbracht und ist weder am Gewinn und Verlust noch am Vermögen der Ströer SE & Co. KGaA beteiligt. Die Ströer Management SE ist die gesetzliche Vertreterin und führt auch im Übrigen die Geschäfte der Ströer SE & Co. KGaA. § 9 Abs. 3 Satz 1 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA bestimmt, dass die persönlich haftende Gesellschafterin für die Übernahme der Geschäftsführung und der Haftung von der Gesellschaft eine jährliche Vergütung in Höhe von 5.000 Euro erhält. Darüber hinaus bestimmt § 9 Abs. 3 Satz 2 der Satzung, dass ihr zudem sämtliche Auslagen im Zusammenhang mit der Führung der Geschäfte der Gesellschaft ersetzt werden; das betrifft namentlich die nachstehend im Einzelnen beschriebenen Vergütungen der Vorstandsmitglieder sowie der Aufsichtsratsmitglieder der Ströer Management SE.

Vergütungen des Vorstands

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der nichtbörsennotierten Ströer Management SE wird vom Aufsichtsrat der nicht-börsennotierten Ströer Management SE festgelegt und regelmäßig überprüft. Gemäß den Vorschriften des Aktiengesetzes, der SE-Verordnung und des SE-Ausführungsgesetzes hat sich der Aufsichtsrat der Ströer Management SE im Berichtsjahr hinsichtlich der notwendigen Entscheidungen zur Vorstandsvergütung beraten, externe Gutachten hinsichtlich Höhe und Struktur der Vergütung im Kontext vergleichbarer Kapitalmarktteilnehmer eingeholt und entsprechende Beschlüsse gefasst.

Bis zum 31. Dezember 2018 waren die Anstellungsverträge der Vorstände der nicht-börsennotierten Ströer Management SE mit der Ströer SE & Co. KGaA abgeschlossen; seit dem 1. Januar 2019 bestehen die Anstellungsverträge mit der Ströer Management SE. Die Vergütungen werden seit dem Berichtsjahr unmittelbar von der Ströer Management SE an ihre Vorstandsmitglieder ausbezahlt, sodann jedoch gemäß § 9 Abs. 3 Satz 2 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA dieser weiterbelastet. Davon abweichend werden variable Vergütungen (LTI), soweit diese die Geschäftsjahre bis einschließlich 2018 betreffen und noch nicht ausgezahlt sind, zu den jeweiligen Fälligkeitszeitpunkten weiterhin durch die Ströer SE & Co. KGaA gewährt.

Die Vergütung des Vorstands setzte sich (wie in den Vorjahren) auch im Geschäftsjahr 2019 aus zwei wesentlichen Komponenten zusammen:

Grundvergütung

Die Vorstandsmitglieder erhalten eine fixe Grundvergütung, die aus einem monetären Fixum besteht und als monatlich gleichbleibendes Gehalt ausgezahlt wird.

Variable Vergütung

Die Vorstandsmitglieder erhalten eine variable Vergütung, die sich aus einem jährlich auszuzahlenden kurzfristigen Vergütungselement (Short Term Incentive; "STI") und einem langfristig ausgerichteten Vergütungselement (Long Term Incentive; "LTI") zusammensetzt. Die variable Vergütung ist an die Leistung des Vorstands, die Entwicklung des Unternehmens und dessen Wertsteigerung gekoppelt und abhängig vom Grad des Erreichens unternehmensbezogener Kennzahlen bzw. Zielvorgaben.

Der gesamte leistungsbezogene und damit variable Teil der Vergütung macht dabei bei Zielerreichung 53 Prozent und daher den größeren Teil der Gesamtvergütung aus.

Die LTI-Vergütungen umfassen einen Zeitraum von drei bzw. vier Jahren und übersteigen in ihrer Gewichtung wiederum die STI-Vergütungen.

Damit ist sichergestellt, dass das Handeln des Vorstands, zumindest soweit dies durch monetäre Anreize möglich und sinnvoll ist, unmittelbar und substanziell auf die kurz- aber vor allem langfristige Performance des Unternehmens ausgerichtet ist.

Die Ströer Management SE hat sich ganz bewusst für gemeinsame Ziele für den gesamten Vorstand anstelle von individuellen Zielen für jedes einzelne Vorstandsmitglied entschieden, weil es keine Segment- oder Geschäftsfeld-spezifische Verantwortung innerhalb des Gremiums gibt. Vielmehr führt erst das segment- und themenübergreifende Team-Work der beiden Co-CEOs und des CFOs zu optimalen Gruppenergebnissen, und gemeinsame Ziele fördern diesen kollaborativen Ansatz. Die hervorragenden Ergebnisse der Ströer Gruppe in den letzten Jahren geben einem zudem keinen Anlass, an dem bewährten Modell etwas zu ändern.

Die variablen Vergütungen für das Geschäftsjahr 2019 orientierten sich an folgenden Kennzahlen bzw. Zielvorgaben:

Short Term Incentives (STI): Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit

Der Fokus auf den operativen Cash-Flow der Ströer Gruppe beim STI stellt sicher, dass bei den eher kurzfristig zu beeinflussenden Geschäftsparametern das profitable Wachstum entsprechend der jährlichen Planungs-Budgets im Vordergrund steht. Dabei wird gezielt nicht auf "weichere" Parameter wie adjusted EBITDA oder profit-unabhängiges, organisches Wachstum abgestellt, sondern ultimativ auf die Cash-Generierung im laufenden Jahr incentiviert.

Long Term Incentives (LTI): (i) Kapitalrendite, (ii) Organisches Umsatzwachstum und (iii) Aktienkurs

Kapitalrendite auf Basis adjusted EBIT/Capital Employed

Gerade bei einem Infrastruktur-ähnlichem Geschäft mit langfristigen Investitionszyklen, ist die Eigenkapitalrendite die zentrale, langfristige Steuerungsgröße und macht mit 50 Prozent der LTI-Vergütung auch den Schwerpunkt aus. Diese Vergütung hängt von der Kapitalverzinsung eines Zeitraums von drei Jahren ab. Benchmark hierfür ist die Erzielung einer Verzinsung in Höhe der Kapitalkosten des Ströer Konzerns. Bei Zielerreichung von 100 Prozent beläuft sich der zugesagte Betrag auf TEUR 767. Die Vergütung kann maximal den dreifachen Betrag erreichen, wofür eine deutlich über den Kapitalkosten liegende Verzinsung in der Drei-Jahres-Periode zu erreichen wäre. Umgekehrt sinkt die Vergütung prozentual bis auf einen Betrag von 0,00 Euro, wenn die Benchmark entsprechend verfehlt wird.

Organisches Umsatzwachstum

Durch den immer härter werdenden Verdrängungswettbewerb im Medien- und Vermarktungsgeschäft ist das nachhaltige, organische Wachstum, komplementär zur Eigenkapitalrendite und gewichtet mit 35 Prozent des LTI, der zweite zentrale Werttreiber des Ströer Konzerns. In einem Drei-Jahres-Zeitraum wird das durchschnittliche organische Umsatzwachstum des Ströer Konzerns verglichen mit dem durchschnittlichen Wachstum des Werbemarkts, gemessen an der Entwicklung des jeweiligen Bruttoinlandprodukts in den von dem Ströer Konzern bearbeiteten Märkten. Bei Zielerreichung von 100 Prozent beläuft sich der zugesagte Betrag auf TEUR 537. Liegt das durchschnittliche Umsatzwachstum des Ströer Konzerns in dem jeweiligen Drei-Jahres-Zeitraum über diesem Vergleichswert, kann die Vergütung maximal den dreifachen Wert annehmen. Umgekehrt sinkt die Vergütung prozentual bis auf einen Betrag von 0,00 Euro, wenn die Benchmark entsprechend verfehlt wird.

Aktienkurs

Auch wenn Eigenkapitalrendite und organisches Umsatz-Wachstum in Kombination mit der jährlichen Cash-Flow-Optimierung wesentlich den inneren Wert des Ströer Konzerns treiben, soll über die Berücksichtigung der nachhaltigen Aktienkurs-Entwicklung beim LTI aber auch die externe Sicht auf die Management-Leistung berücksichtigt werden. Hierüber sind auch Shareholder-Interessen und Vorstands-Fokus noch klarer verzahnt, und die relative Performance des Ströer Konzerns zu den relevanten Peers sowie die Kommunikation in Richtung Kapitalmarkt finden Eingang in die Vorstands-Incentivierung. Dieser LTI-Bestandteil ist abhängig von der Entwicklung des Aktienkurses der Ströer SE & Co. KGaA über einen Vier-Jahres-Zeitraum gegenüber einem festgelegten Referenzkurs zu Beginn dieses Zeitraums. Bei Zielerreichung von 100 Prozent beläuft sich der für das Jahr 2019 zugesagte Betrag auf TEUR 230, was zum Stichtag einer Anzahl von 5.009 virtuellen Aktienoptionen mit jeweiligem Zeitwert von EUR 66,48 entspricht. Eine Kurssteigerung innerhalb des Vier-Jahres-Zeitraum erhöht die Vergütung dieses Gehaltsbestandteils bis auf maximal den dreifachen Betrag. Umgekehrt sinkt die Vergütung prozentual bis auf einen Betrag von 0 Euro, wenn der Referenzkurs entsprechend verfehlt wird. Nach Wahl des jeweiligen Vorstandsmitglieds kann die Vergütung auch in Aktien der Ströer SE & Co. KGaA ausgezahlt werden.

Sonstiges

Die Vorstandsmitglieder erhalten außerdem Nebenleistungen (Sachbezüge), die von den einzelnen Vorstandsmitgliedern versteuert werden, sowie Aufwandsersatz für entstandene Kosten.

Sollte sich die Lage der Gesellschaft in einem Maße verschlechtern, dass die Weitergewährung der Vorstandsvergütung unbillig wäre, ist die Gesellschaft im Übrigen berechtigt, die Vorstands-Vergütungen auf ein angemessenes Maß herabzusetzen.

Aktienbasierte Vergütungen

Der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA hat den Mitgliedern des Vorstands in den Geschäftsjahren 2013 bis 2015 sowie im Geschäftsjahr 2017 Aktienoptionen im Rahmen des Aktienoptionsprogramms aus dem Geschäftsjahr 2013 bzw. dem Geschäftsjahr 2015 gewährt; der Aufsichtsrat der Ströer Management SE hat in Ermächtigung des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA im Geschäftsjahr 2019 Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm des Geschäftsjahrs 2019 gewährt. Die Aktienoptionen stellen weitere langfristige Vergütungskomponenten dar. Hierdurch sollen Leistungsanreize geschaffen werden, die auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit des Unternehmenserfolgs ausgerichtet sind. Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren, beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts, ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren.

Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an das operative EBITDA des Konzerns geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.

Gesamtvergütung

Die Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2019 (2018) ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Für 2019 (2018) gewährte Zuwendungen

in EUR 2019 2018
Summe Udo Müller Christian Schmalzl Dr. Christian Baier Dr. Bernd Metzner Summe
ab 01.08.2019 bis 30.04.2019
Festvergütung 2.673.333 1.300.000 1.000.000 200.000 173.333 2.520.000
Nebenleistungen 373.000 346.000 18.000 5.000 4.000 376.000
Summe 3.046.333 1.646.000 1.018.000 205.000 177.333 2.896.000
Abfindungen 0 0 0 0 0 0
Einjährige variable Vergütung (Wert bei Zielerreichung von 100 %) 1.370.833 850.000 450.000 70.833 0 790.000
Mehrjährige variable Vergütung (Wert nach Wahrscheinlichkeitsszenario)
LTI "Kapitalrendite" (3 Jahre) 766.667 450.000 275.000 41.667 0 860.200
LTI "Umsatzwachstum" (3 Jahre) 536.667 315.000 192.500 29.167 0 961.400
LTI "Aktienkurs" (4 Jahre) 230.000 135.000 82.500 12.500 0 282.800
LTI "Sonstige" 0 0 0 0 0 189.000
Aktienbasierte Bezugsrechte (5 Jahre)
Summe 1.533.334 900.000 550.000 83.334 0 2.293.400
Versorgungsaufwand 0 0 0 0 0 0
Gesamtvergütung 5.950.500 3.396.000 2.018.000 359.167 177.333 5.979.400
in EUR 2018
Udo Müller Christian Schmalzl Dr. Bernd Metzner
Festvergütung 1.300.000 700.000 520.000
Nebenleistungen 346.000 18.000 12.000
Summe 1.646.000 718.000 532.000
Abfindungen 0 0 0
Einjährige variable Vergütung (Wert bei Zielerreichung von 100 %) 490.000 300.000 0
Mehrjährige variable Vergütung (Wert nach Wahrscheinlichkeitsszenario)
LTI "Kapitalrendite" (3 Jahre) 520.200 340.000 0
LTI "Umsatzwachstum" (3 Jahre) 581.400 380.000 0
LTI "Aktienkurs" (4 Jahre) 142.800 140.000 0
LTI "Sonstige" 189.000 0 0
Aktienbasierte Bezugsrechte (5 Jahre)
Summe 1.433.400 860.000 0
Versorgungsaufwand 0 0 0
Gesamtvergütung 3.569.400 1.878.000 532.000

Zu Aktienbasierte Bezugsrechte:

2018: 199.460 Optionen;

9,43 Euro gewichteter Wert je Option

2019: 1.639.460 Optionen;

11,92 Euro gewichteter Wert je Option

Für 2019 gewährte Zuwendungen

in EUR 2019 Erreichbarer Minimalwert 2019 Erreichbarer Maximalwert
Summe Udo Müller Christian Schmalzl Dr. Christian Baier Dr. Bernd Metzner Summe
Festvergütung 2.673.333 1.300.000 1.000.000 200.000 173.333 2.673.333
Nebenleistungen 373.000 346.000 18.000 5.000 4.000 373.000
Summe 3.046.333 1.646.000 1.018.000 205.000 177.333 3.046.333
Abfindungen 0 0 0 0 0 0
Einjährige variable Vergütung (Wert bei Zielerreichung von 100 %) 0 0 0 0 0 2.706.250
Mehrjährige variable Vergütung (Wert nach Wahrscheinlichkeitsszenario)
LTI "Kapitalrendite" (3 Jahre) 0 0 0 0 0 2.237.500
LTI "Umsatzwachstum" (3 Jahre) 0 0 0 0 0 1.566.250
LTI "Aktienkurs" (4 Jahre) 0 0 0 0 0 671.250
LTI "Sonstige" 0 0 0 0 0 0
Aktienbasierte Bezugsrechte (5 Jahre) 0 0 0 0 0
Summe 0 0 0 0 0 4.475.000
Versorgungsaufwand 0 0 0 0 0 0
Gesamtvergütung 3.046.333 1.646.000 1.018.000 205.000 177.333 10.227.583
in EUR 2019 Erreichbarer Maximalwert
Udo Müller Christian Schmalzl Dr. Christian Baier Dr. Bernd Metzner
Festvergütung 1.300.000 1.000.000 200.000 173.333
Nebenleistungen 346.000 18.000 5.000 4.000
Summe 1.646.000 1.018.000 205.000 177.333
Abfindungen 0 0 0 0
Einjährige variable Vergütung (Wert bei Zielerreichung von 100 %) 1.700.000 900.000 106.250 0
Mehrjährige variable Vergütung (Wert nach Wahrscheinlichkeitsszenario)
LTI "Kapitalrendite" (3 Jahre) 1.350.000 825.000 62.500 0
LTI "Umsatzwachstum" (3 Jahre) 945.000 577.500 43.750 0
LTI "Aktienkurs" (4 Jahre) 405.000 247.500 18.750 0
LTI "Sonstige" 0 0 0 0
Aktienbasierte Bezugsrechte (5 Jahre)
Summe 2.700.000 1.650.000 125.000 0
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 6.046.000 3.568.000 436.250 177.333

Leistungen an den Vorstand bei Tätigkeitsbeendigung

Es bestehen keine Versorgungszusagen bzw. anderweitige Altersversorgungen für den Fall der regulären Tätigkeitsbeendigung.

Für zwei Vorstandsmitglieder ist geregelt, dass im Falle einer Nichtverlängerung des Anstellungsvertrags die Festvergütung pro rata temporis für weitere vier Monate als Abfindung zu zahlen ist.

Nachvertragliches Wettbewerbsverbot

Mit den Vorstandsmitgliedern ist ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart. Für die Dauer des Wettbewerbsverbots zahlt die Gesellschaft pro volles Jahr des Verbots die Hälfte der zuletzt bezogenen vertragsmäßigen Vergütungen.

Bezüge des Aufsichtsrats

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA werden gemäß § 15 der Satzung der Gesellschaft von der Hauptversammlung mit Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafterin bewilligt. Hiernach haben die Mitglieder des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 200,00 pro Sitzung sowie Auslagenerstattungen für die Zeit vom 1. Januar 2019 bis 19. Juni 2019 erhalten. Gemäß dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der Ströer SE & Co. KGaA vom 19. Juni 2019 beziehen die Mitglieder des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA seither ein Sitzungsgeld von 1.000 Euro für jede physische Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung und für jede telefonische Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung von EUR 500,00.

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Ströer Management SE, werden gemäß § 14 der Satzung von der Hauptversammlung der Ströer Management SE bewilligt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin erhalten eine feste, erfolgsunabhängige Vergütung sowie Sitzungsgelder und Auslagenerstattungen. Die Vergütung des Aufsichtsrats der Ströer Management SE wurde gemäß § 9 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA an die Ströer SE & Co. KGaA weiterbelastet.

Die Gesamtvergütungen (ohne etwaige Umsatzsteuer) für das Jahr 2019 des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA inklusive der von der Ströer Management SE an die Ströer SE & Co. KGaA vorgenommenen Weiterbelastungen betragen in EUR:

in EUR Feste Vergütung Sitzungsgeld Gesamt
Angela Barzen 0,00 2.000,00 2.000,00
Martin Diederichs 30.000,00 4.400,00 34.400,00
Julia Flemmerer 0,00 200,00 200,00
Sabine Hüttinger 0,00 2.400,00 2.400,00
Andreas Huster 0,00 2.400,00 2.400,00
Dr. Raphael Kübler 30.000,00 2.000,00 32.000,00
Petra Loubek 0,00 2.000,00 2.000,00
Rachel Marquardt 0,00 1.900,00 1.900,00
Tobias Meuser 0,00 2.400,00 2.400,00
Dr. Thomas Müller 0,00 1.000,00 1.000,00
Michael Noth 0,00 200,00 200,00
Nadine Reichel 0,00 1.900,00 1.900,00
Christian Sardina Gellesch 0,00 2.400,00 2.400,00
Petra Sontheimer 0,00 2.400,00 2.400,00
Dirk Ströer 48.000,00 4.400,00 52.400,00
Simone Thiäner 0,00 2.200,00 2.200,00
Vincente Vento Bosch 30.000,00 4.400,00 34.400,00
Christoph Vilanek 72.200,00 4.400,00 76.600,00
Ulrich Voigt 48.000,00 3.700,00 51.700,00
Summe 258.200,00 46.700,00 304.900,00

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikolage durch den Vorstand

Das Risikomanagementsystem der Ströer Gruppe bildet die Grundlage für die umfassende Risikoeinschätzung des Vorstands. Im Vordergrund unserer Risikostrategie steht nicht die strikte Vermeidung von Risiken. Vielmehr geht es uns darum sicherzustellen, dass unsere unternehmerischen Entscheidungen auf wohl informierten Abwägungen von Chancen und Risiken beruhen. Gleichzeitig gilt es, solche Risiken rechtzeitig zu identifizieren, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, um hier umgehend Maßnahmen zur Vermeidung oder Begrenzung von Risiken einleiten zu können. Grundsätzlich erwarten wir von jedem Mitarbeiter einen verantwortungsbewussten Umgang mit Risiken.

Nach unserer Einschätzung sind die derzeit identifizierten und im Folgenden beschriebenen Risiken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts beherrschbar. Im Einzelnen sind keine bestandsgefährdenden Risiken zu erkennen. Zugleich sind wir überzeugt, dass Ströer strategisch und finanziell gut aufgestellt ist, um die sich bietenden Chancen im Wettbewerb nutzen zu können. Trotz einiger Unsicherheiten der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Märkten, in denen wir aktiv sind, werden sich nach Erwartungen des Vorstands der Ströer Gruppe die Marktbedingungen im laufenden Geschäftsjahr 2020 insgesamt stabil zeigen. Bei Eintreten eines schlechteren Szenarios kann die Ströer Gruppe zeitnah reagieren und, wie schon in der Vergangenheit gezeigt, von internen Maßnahmen zur notwendigen Anpassung der Investitions- und Kostenbudgets Gebrauch machen.

Chancen- und Risikomanagementsystem

Unser Vorstand trägt die Verantwortung für das Chancen- und Risikomanagement, das integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist. In Abhängigkeit von den Zielen und Strategien der einzelnen Segmente ist für das Chancen- und Risikomanagement das operative Management in den jeweiligen Geschäftsbereichen in enger Abstimmung mit den Zentralbereichen und dem Vorstand verantwortlich. Das kontinuierliche Managen von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil des Planungs- und Kontrollprozesses.

Als wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems betreibt Ströer ein konzernweites Risikofrüherkennungssystem, das im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 AktG steht. Der Risikokonsolidierungskreis entspricht dem Konzernkonsolidierungskreis.

Der Chancen- und Risikobericht beinhaltet die Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Kernrisiken. Zu diesen Risiken zählen alle Sachverhalte, die eine signifikante Bedrohung unserer Geschäftsentwicklung darstellen und eine materielle Auswirkung auf unsere Ergebnis- oder Liquiditätssituation haben können. Sie lassen sich anhand ihres Schadenserwartungswerts einzelnen Risikoklassen zuordnen (wesentlich, groß, mittel, gering, unwesentlich), an die wiederum verschiedene Vorgaben zur Risikosteuerung geknüpft sind. Der Schadenserwartungswert wird im Rahmen eines Regelprozesses gruppenweit einheitlich nach den Dimensionen "Erwartete Schadenshöhe auf Ertrag (EBITDA) und/oder Cash-Flow" sowie "Eintrittswahrscheinlichkeit" bewertet. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Skalen dieser beiden Dimensionen (erwartete Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit) sowie die daraus abgeleitete Risikomatrix.

Risikomatrix

Entsprechend der Kombination aus erwarteter Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit wird der Schadenserwartungswert (SEW) des Risikos als wesentlich, groß, mittel, gering oder unwesentlich klassifiziert.

Für jeden Geschäftsbereich gibt es jeweils einen Risikoverantwortlichen, der die Risikosituation seines Bereichs dezentral steuert und an das Group Risk Management berichtet. Innerhalb der Geschäftsbereiche gibt es Verantwortliche (Risk Owner) für die verschiedenen Risikobereiche, die an den jeweiligen Risikoverantwortlichen des Geschäftsbereichs berichten.

Um eine enge Verzahnung mit operativen und finanzwirtschaftlichen Fragestellungen sicherzustellen, ist das Group Risk Management im Zentralbereich Controlling angesiedelt. Es besitzt die Methoden- und Systemkompetenz. Es stellt die Funktionsfähigkeit und Effizienz des Risikofrüherkennungssystems sicher und informiert turnusmäßig den Vorstand der Ströer Management SE und den Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA über die aktuellen Risiken des Konzerns. Der regelmäßig erstellte interne Risikobericht geht auf die verschiedenen Ursachen der Kernrisiken, ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen (Brutto- und Nettobewertung) ein. Zudem informiert er über die Veränderungen des Risikoprofils der Ströer Gruppe im Zeitablauf. Bei unerwarteten Risiken, die außerhalb der Termine des Regelprozesses identifiziert werden und die spezifische Wesentlichkeitsgrenzen überschreiten, ist jeder Risikoverantwortliche zur Ad-hoc-Berichterstattung verpflichtet.

Das Risikomanagementsystem wird in regelmäßigen Abständen auf Effektivität überprüft und gegebenenfalls verbessert. Darüber hinaus beurteilt der Abschlussprüfer regelmäßig im Rahmen der Jahresabschlussprüfung, ob insbesondere das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, die den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken rechtzeitig zu erkennen. Über die Ergebnisse berichtet der Abschlussprüfer an Vorstand und Aufsichtsrat.

Internes Kontrollsystem

Einen wichtigen Teil des Risikomanagements stellt das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem der Ströer Gruppe dar. Wir verstehen das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassende Einheit und lehnen uns dabei an die Definitionen des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen Internen Kontrollsystem (IKS) und zum Risikomanagementsystem an. Danach werden unter dem Internen Kontrollsystem die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung von Führungsentscheidungen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Ordnungsmäßigkeit bzw. Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für die Ströer Gruppe maßgeblichen rechtlichen Vorschriften gerichtet sind.

Des Weiteren soll das interne Kontrollsystem die Berichterstattung unterstützen, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Ströer Gruppe zu vermitteln.

Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess haben wir folgende Strukturen und Prozesse implementiert:

Der Finanzvorstand trägt die Verantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.

Alle in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Gesellschaften sind über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation eingebunden.

Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des konzernrechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind konzernweit definiert, kommuniziert und implementiert.

Wir erachten solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Konzernbilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns maßgeblich beeinflussen können. Hierzu zählen folgende Elemente:

Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche,

Überwachung der Rechnungslegungsprozesse auf Ebene des Konzerns sowie auf Ebene der vollkonsolidierten Gesellschaften,

präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen des Konzerns und der im Konzernabschluss vollkonsolidierten Gesellschaften,

Maßnahmen, die die ordnungsgemäße, EDV-gestützte Verarbeitung von konzernrechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen und

festgelegte Kommunikationswege, um zeitnah und vollständig Prozess- und Kontrollveränderungen zu übermitteln.

Daneben befassen wir uns auch mit der Überwachung der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, das über die Finanzberichterstattung hinausgeht.

Internes Revisionssystem

Die Interne Revision ist ein Instrument des Vorstands der Ströer Management SE und der Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA und unterstützt diese Gremien als Teil der Corporate Governance in ihrer Führungs- und Aufsichtsfunktion. Dazu führt sie in ausgewählten Beteiligungsgesellschaften und Unternehmensbereichen Prüfungen durch. Hierzu können folgende Themenschwerpunkte zählen:

Prüfung der Finanz- und Vermögenslage, der Zuverlässigkeit des Rechnungswesens und daraus abgeleiteter Informationen sowie der Einhaltung der internen Bilanzierungsrichtlinien (Financial Auditing),

Prüfung der Qualität, Sicherheit, Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Funktionalität der Strukturen, Prozesse und Systeme inklusive der IT-Systeme sowie des Internen Kontrollsystems (Operational Auditing) und

Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien, Verfahren und Verträgen (Compliance, Ordnungsmäßigkeit).

Auf Basis eines detaillierten, risikoorientierten Prüfplans wurde im Rahmen mehrerer interner Revisionsprojekte im Berichtsjahr die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems unterstützt. Die Ergebnisse dieser Prüfungen wurden unterjährig dem Vorstand der Ströer Management SE und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA berichtet. Ein umfassender Jahresbericht der Arbeit der Internen Revision sowie der Inhalte der Prüfungen und ihrer Ergebnisse wird turnusmäßig dem Aufsichtsrat vorgelegt. Die möglichen, sich aus Revisionsprüfungen ergebenden Verbesserungsmaßnahmen wurden bzw. werden systematisch nachverfolgt.

Risikosituation

Aus der Gesamtheit der identifizierten Chancen und Risiken werden nachfolgend jene Bereiche dargestellt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Prognosezeitraum in wesentlichem Umfang positiv oder negativ beeinflussen können. Gemäß der oben erwähnten Bewertung nach erwarteter Schadenshöhe in Bezug auf das erwartete EBITDA und/oder den Cash-Flow sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit wird für die folgenden Risiken die entsprechende Klassifizierung des Schadenserwartungswerts des Risikos angegeben (z. B. "SEW: mittel").

Marktrisiken (SEW: gering)

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung kann sich u. a. aufgrund politischer Unwägbarkeiten oder neuerlicher Finanzmarktturbulenzen schlechter darstellen, als im Rahmen unserer Prognose unterstellt. Dies stellt aufgrund der Konjunkturabhängigkeit des Werbemarktes für alle Segmente der Ströer Gruppe ein Risiko dar, dessen Materialisierung dazu führen könnte, dass die Ströer Gruppe ihre Umsatz- und Ergebnisziele nicht erreicht.

In unserem regionalen Kernmarkt Deutschland gehen wir insgesamt von einer stabilen Konjunkturentwicklung aus. Zwar könnte sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum im Prognosezeitraum u. a. aufgrund anhaltender Welthandelsstreitigkeiten, dem Brexit oder aufgrund von geopolitischen Konflikten im Nahen und Mittleren Osten erneut verlangsamen. Allerdings wird der für unsere Medien relevante Privatkonsum in Deutschland als robust eingeschätzt.

Im Beschaffungsbereich können sich generell materielle Planabweichungen vor allem durch den Verlust von Werberechtskonzessionen in der Außenwerbung oder durch den Verlust großer Publisher-Verträge im Digitalbereich ergeben. Von Nachteil wäre auch eine Verzögerung der Genehmigungsprozesse, ein Kostenanstieg zur Erlangung notwendiger Baugenehmigungen oder eine Ablehnung attraktiver Standorte durch die Genehmigungsbehörden. Im Bereich der Online-Medien besteht grundsätzlich das Risiko, dass die im Portfolio befindlichen Webseiten - u. a. aufgrund von Konkurrenzangeboten -weniger Nutzerinteresse auf sich ziehen als erwartet. Eine geringer als erwartet ausfallende Zahl von Unique Visitors bzw. Unique Users oder Ad Impressions kann die Erlöse aus der Reichweitenvermarktung beeinträchtigen. Diese Gefahren sehen wir aber als ganz normale Geschäftsrisiken an, die durch unser im Außenwerbe- wie auch im Digitalgeschäft sehr breit aufgestelltes Portfolio begrenzt sind.

Besondere Beschaffungsrisiken, insbesondere in der Außenwerbung, können sich zudem aufgrund möglicher Preiserhöhungen bei Vorprodukten und Energie oder aufgrund von Preisvolatilitäten ergeben. Denkbar wären auch Ausfälle von Lieferanten mit Schlüsselfunktion oder Qualitätsprobleme bei Zulieferprodukten. Um das Risiko zu begrenzen, setzen wir auf eine produktübergreifende Standardisierung der Komponenten und auf eine Mehrquellenbeschaffungsstrategie.

Hinsichtlich der Vermarktung könnten sich Planabweichungen in den einzelnen Segmenten ergeben: Durch mögliche Erlöseinbußen bei der Auftragserteilung gewichtiger Werbetreibender oder Agenturen, durch Kundenverluste im intra- und intermedialen Wettbewerb oder durch reduzierte Margen infolge steigender Rabatte in der Medienbranche. In diesem Zusammenhang werten wir regelmäßig unsere Vertriebsaktivitäten aus und treffen entsprechende Maßnahmen, um dem bestehenden Rabattdruck entgegenzuwirken.

Im Bereich Dialog Marketing werden die Umsätze zumeist mit nationalen Großkunden erzielt. Ein sich änderndes Nachfrageverhalten einzelner Großkunden kann hier grundsätzlich auch zu kurzfristigen Erlösrisiken führen.

Neben unserem Kerngeschäft, der Werbevermarktung in der Außenwerbung und online tragen auch andere Geschäftsmodelle signifikant zur Erlös- und Ertragssituation der Gruppe bei. Neben (a) Content-basierten Geschäftsmodellen - mit Deutschlands reichweitenstärkstem Online-Portal "t-online.de" als Herzstück -, (b) transaktionalen und Abonnement-basierten Geschäftsmodellen sowie (c) dem Dialog Marketing hat die Ströer Gruppe erfolgreich ihre Erlösströme diversifiziert. Dabei ist es gelungen, die insgesamt werbedominierten Erlösströme hin zu anderen transaktionalen sowie direktvertriebsorientierten Erlösarten zu erweitern. Hierdurch werden generelle Marktrisiken in der Werbevermarktung abgemildert.

Ein seit Jahren anhaltender Trend im Internet-Surfverhalten der Nutzer, weg von stationären Computern hin zu mobilen Endgeräten, stellt insbesondere den Bereich der Online Display-Werbevermarktung sowie den Bereich der Content-basierten Erlösmodelle vor Herausforderungen. Diesem Risiko begegnen wir u. a. mit der verbesserten Monetarisierung der bestehenden Kapazitäten sowie der Optimierung unserer mobilen Vermarktungsaktivitäten.

Generell stellt die vermehrte Nutzung von Ad Blockern ein anhaltendes Risiko für die Online-Werbevermarktung dar. Für unsere Online-Vermarktungsaktivitäten wirken wir dem Risiko mit verschiedenen Maßnahmen entgegen. Dabei setzen wir zum einen auf Technologien, Ad-Blocker zu umgehen. Zum anderen ist unser Webseitenportfolio u. a. aufgrund der Nutzerstrukturen unterdurchschnittlich stark von Ad-Blocking-Technologien betroffen. Außerdem bieten wir vermehrt Produkte im Bereich Native Ads an, die nicht von Ad-Blockern betroffen sind.

Politische und regulatorische Risiken (SEW: gering)

Die anhaltende Diskussion zu datenschutzrechtlichen Themen in Politik und Gesellschaft stellt ein Risiko für diejenigen unserer Geschäftsaktivitäten dar, in denen gerade die Verarbeitung von Daten ein zentrales Element ist. Die Unsicherheiten bezüglich der möglichen Folgen der im Mai 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutzgrundverordnung haben sich im zweiten Jahr nach ihrer Implementierung reduziert. Allerdings beobachten wir auch weiterhin sehr genau die weiteren Konkretisierungen der in der Grundverordnung enthaltenen rechtlichen Vorgaben in der Praxis. Auch die geplante "ePrivacy" Verordnung der EU, die sich mit dem Datenschutz im Bereich des Online-Marketing beschäftigt, bringt zusätzliche Unsicherheiten. So plant Google im Zusammenhang mit der DSGVO bzw. der anstehenden EU- ePrivacy Verordnung die Einführung einer aktiven Zustimmung bei Cookie-Setzung (sogenanntes User opt-in). Wir arbeiten fortlaufend an den technischen Voraussetzungen zur Einhaltung der Vorgaben. Ob und in wie weit solche Regelungen das Nutzungsverhalten und die Vermarktbarkeit beeinflussen ist zur Zeit noch mit Unsicherheiten behaftet.

Auch wenn von derartigen gesetzlichen Neuregelungen nur einzelne Geschäftsmodelle in unserem Portfolio betroffen sind und große Datenmengen hauptsächlich anonymisiert genutzt werden, beschäftigen wir uns fortlaufend intensiv mit dem Thema. Unter anderem gibt es ein einheitliches Konzern-Datenschutzkonzept. Da neue Gesetze nach Inkrafttreten immer einer gewissen Interpretation bedürfen, wie diese in der Praxis umzusetzen sind, streben wir eine stetige Verbesserung unseres Datenschutzprozesses hin zu einem Best-Practice-Ansatz innerhalb des Branchenumfeldes an.

Darüber hinaus besteht ein Risiko einer in den letzten Jahren wiederholt in der politischen Diskussion geforderten Ausweitung von Werbeverboten, insbesondere im Bereich der Tabakwerbung. Im abgelaufenen Berichtsjahr hat sich die Bundesregierung zu einem gestaffelten Werbeverbot für Tabakwaren in der Außenwerbung ab 2022 ausgesprochen. Wir gehen damit nicht von einem Inkrafttreten eines solchen Verbots im Prognosezeitraum aus. Durch eine deutlich gesunkene Abhängigkeit von einzelnen Werbekunden und -branchen hat die relative Bedeutung dieses Sachverhalts ohnehin stark abgenommen.

Prozessrisiken (SEW: gering)

Unsere Unternehmensabläufe sowie unsere Kommunikation basieren in hohem Maße auf Informationstechnologien. Folglich ist die IT-Sicherheit ein kritischer Faktor, der in Bezug auf Datenintegrität, Informationsvertraulichkeit, Authentizität und Verfügbarkeit berücksichtigt werden muss. Eine Störung oder gar ein Ausfall einzelner oder gar mehrerer Systeme könnte zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der IT-gestützten Geschäftsprozesse führen. Da viele der zentralen IT-Systeme bei Ströer inhaltlich, technisch und physisch getrennt voneinander betrieben werden, beziehen sich diese Risiken immer nur auf Teilbereiche der Gruppe. Dennoch unterliegen IT-Prozesse kontinuierlichen Nachbesserungsmaßnahmen, welche die oben genannten Risiken reduzieren sollen.

Grundsätzlich sind auch Störungen im Hinblick auf die ordnungsgemäße Arbeitsweise bei der Angebotserstellung, Auftragsabwicklung sowie das Reklamations- und Forderungsmanagements nicht auszuschließen.

Im Betriebsprozess liegt unser Augenmerk insbesondere auf möglichen Qualitätsrisiken, die mit der Sicherstellung einer hochwertigen Beschaffenheit und Bewirtschaftung unserer Werbeträger in der Außenwerbung sowie störungsfreier Ausspielungen von Werbung im Digitalbereich zusammenhängen. Bei einigen wenigen Geschäftsmodellen im Ströer Konzern, deren Erlösströme auch von Suchmaschinen im Internet beeinflusst werden, bestehen generelle Risiken, die sich aus Änderungen der Algorithmen der Suchmaschinenbetreiber ergeben.

Mitarbeiterrisiken (SEW: gering)

Ein Risiko für Ströer liegt in der ungewollten Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen, sollten diese nicht oder nicht rechtzeitig durch eigene oder neue Mitarbeiter adäquat ersetzt werden. Wir wirken den Personalrisiken mit einer Reihe etablierter Maßnahmen, wie z. B. einem leistungsbezogenen Vergütungssystem, Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten oder Stellvertretungsregelungen, entgegen. Unser Profil als innovatives und attraktives Medienunternehmen konnten wir außerdem durch den massiven Ausbau digitaler Geschäftsmodelle weiter stärken.

In dem sehr personalintensiven Bereich des Dialog-Marketing bestehen Risiken, insbesondere aufgrund der aktuellen Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt, Mitarbeiter nicht in ausreichendem Umfang oder mit ausreichender Qualifizierung zur Verfügung zu haben. Gerade in diesem Geschäftsfeld kommt der Mitarbeitergewinnung und -bindung eine besondere Rolle zu.

Finanzrisiken (SEW: gering)

Aus der aktuellen Verschuldung resultiert für Ströer ein generelles Finanzierungsrisiko, dessen Tragweite von der Einhaltung der in den Kreditverträgen mit dem Bankenkonsortium vereinbarten Covenants sowie Informations- und Genehmigungspflichten abhängt. Dieses Risiko ist aber aufgrund der zu Ende des Berichtsjahres sehr soliden Finanzmittelausstattung und durch eine starke operative Cash-Generierung derzeit sehr gering.

Ströer entstehen überdies währungsbedingte Risiken. So besteht ein Translationsrisiko, das sich aus der Umrechnung der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften ergibt. Die relative Bedeutung der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse am Konzernabschluss ist im Berichtszeitraum aber zu vernachlässigen. Transaktionsbedingte Währungsrisiken sind für die Ströer Gruppe ohnehin unbedeutend.

Generellen Zinsänderungsrisiken ist die Ströer Gruppe im Wesentlichen im Bereich der langfristigen variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten sowie hinsichtlich der vorhandenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgesetzt. Für den Prognosezeitraum gehen wir hier aber von keinen materiellen Änderungen aus.

Ein Beteiligungsrisiko resultiert grundsätzlich in Zukunft aus Verlusten von Tochtergesellschaften und sonstigen Beteiligungsunternehmen, die sich auf die Ertragslage und Liquidität der Ströer Gruppe auswirken könnten. Es ist nicht auszuschließen, dass es auch zukünftig zu Berichtigungen von Firmenwerten kommt, sollte die Geschäftsentwicklung einzelner Gesellschaften bzw. Cash Generating Units (CGUs) hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Nicht zuletzt wegen der Komplexität des Steuerrechts besteht die Möglichkeit, dass die Finanzbehörden und -gerichte steuerrelevante Sachverhalte anders beurteilen als heute oder sie bisherige Verfahren angreifen. Wir vermindern dieses Risiko durch einen ständigen Austausch mit internen und externen Steuerspezialisten.

Sonstige Risiken (SEW: unwesentlich)

Zudem ist die Ströer Gruppe grundsätzlich Kommunikationsrisiken ausgesetzt, die letztlich auch in Reputationsrisiken münden können. Mit der Konzernkommunikation und den Investor Relations verfügen wir jedoch über zwei wichtige Funktionen, um relevante Informationen rechtzeitig den entsprechenden Adressaten zur Verfügung zu stellen und sachgerecht agieren zu können.

Unternehmenskäufe in der jüngeren Vergangenheit beinhalten naturgemäß Risiken, die z. B. aus Kundenabwanderungen, aus ungewollter Mitarbeiterfluktuation, aus einem erhöhten Working-Capital-Bedarf oder aus Steuer- und Compliance-Sachverhalten herrühren können. Wir reduzieren solche Risiken durch entsprechende Analysen und angemessene Steuerungsmaßnahmen. Darüber hinaus verfügt die Ströer Gruppe über umfangreiche Erfahrungen hinsichtlich der Integration neu erworbener Gesellschaften.

Unsere geschäftlichen Aktivitäten müssen mit geltendem Recht in Einklang stehen. Insbesondere kartell- und kapitalmarktrechtliche Regelungen, Regelungen eines integren Geschäftsverkehrs sowie Datenschutzregelungen werden von unserer Rechtsabteilung ständig auf ihre Einhaltung überwacht. Darüber hinaus vermindern wir unsere Rechtsrisiken durch gezielte Einbindung von externen Wirtschaftsexperten und Rechtsanwälten. Grundsätzlich können aus laufenden oder zukünftigen Rechtsstreitigkeiten aber Prozessrisiken entstehen, die letztlich von vorgenommenen Risikoeinschätzungen und damit verbundenen Rückstellungen abweichen.

Chancensituation

Gesamtwirtschaftliche Chancen ergeben sich aus einer Erhöhung des Nettowerbevolumens insbesondere in unserem Kernmarkt Deutschland, die stärker ausfällt als in unserer Basisplanung. Dies könnte der Fall sein, wenn sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld besser entwickelt als erwartet oder sofern sich Werbebudgets stärker als angenommen auf die Außen- und/oder Online-Werbung bzw. auf das Dialog Marketing verlagern. Ebenso kann sich eine verbesserte gesamtwirtschaftliche Entwicklung positiv auf die Umsätze unserer transaktionalen Geschäftsaktivitäten auswirken.

Der Strukturwandel in der Werbeindustrie, der sich insbesondere in einem veränderten Medienkonsum und in der fortschreitenden Digitalisierung der Medienangebote niederschlägt, kann sich im Geschäftsjahr 2020 noch über das erwartete Maß hinaus beschleunigen. So beobachten wir seit Jahren eine Abwanderung des Anzeigengeschäfts in Printmedien sowie in jüngerer Zeit auch einen Rückgang der Werbeerlöse in der klassischen linearen Fernsehwerbevermarktung hin zu digitalen Medien sowie zu klassischen und digitalen Außenwerbeprodukten. In diesem Zusammenhang kann auch die Nachfrage nach Multi-Screen-Lösungen (Public Video, Road Side Screens, Desktop, Tablet, Mobile), wie sie in dieser Kombination auch nur von der Ströer Gruppe angeboten werden, über unsere Planungen hinaussteigen. Chancen ergeben sich auch weiterhin aus der programmatischen Anbindung unserer digitalen Außenwerbeträger, also durch den im Berichtsjahr erfolgreich ausgebauten vollautomatisierten Echtzeit-Ein- und Verkauf von Werbeflächen im Bereich Public Video. Insgesamt sind wir durch unsere Angebote in der Außenwerbung, im Online-Bereich und im Dialog Marketing sehr gut aufgestellt, um unseren Kunden vor dem Hintergrund der anhaltenden Megatrends Digitalisierung, Urbanisierung und steigender Mobilität der Bevölkerung sowie vor dem Hintergrund eines sich ändernden Nutzungsverhaltens im Medienkonsum ein optimales Angebot bieten zu können. Hieraus ergeben sich Chancen von stärkeren Marktanteilszuwächsen im intermedialen Wettbewerb, als bislang in unseren Planungen erwartet. Die anhaltende Digitalisierung unserer Außenwerbeträger verstärkt diese Möglichkeiten zusätzlich.

Wichtiger Erfolgsfaktor für die Nutzung der sich bietenden Chancen im Bereich der Werbevermarktung ist die Qualität des Portfolios an analogen und digitalen Werbeträgern. Aus der engen Partnerschaft mit Städten und mit Betreibern von Bahnhöfen im Bereich der Außenwerbung sowie mit Publishern im Online-Segment können unter Umständen national wie international zusätzliche Potenziale ausgeschöpft werden.

Strategische Chancen könnten sich überdies aus gezielten Akquisitionen ergeben, mit denen wir unsere Positionen in unseren Kernmärkten und -geschäftsbereichen ausbauen bzw. gezielt unser Produktangebot auf die Nachfragen unserer Kunden ausrichten. Auch wenn derzeit keine materiellen Akquisitionen im Prognosezeitraum geplant sind, so prüfen wir immer sich bietende Optionen, sofern sie in unsere Strategie passen.

Durch die fortlaufende Optimierung des Online-Inventars sowie durch eine weitere Verbesserung der Technologieposition können sich positive Größen- und Synergieeffekte ergeben, die in der Basisplanung noch nicht berücksichtigt sind. Mit unserem voll integrierten Geschäftsmodell sind wir zuversichtlich, uns im Wettbewerb mit den großen verlagsgebundenen Vermarktern und TV-Angeboten noch besser positionieren und Marktanteile gewinnen zu können.

Mit dem Ausbau des Vertriebs von statista, dem führenden Anbieter für Markt- und Konsumentendaten, sowie der stetigen Produkterweiterungen können wir möglicherweise neue, bislang noch weniger stark angesprochene Kundensegmente erreichen. Das könnte zu einem noch schnelleren Wachstum führen, als bislang in unseren Plänen hinterlegt.

Aus den anhaltenden Integrationsanstrengungen und Portfoliooptimierungen nach unseren zahlreichen Akquisitionen der letzten Jahre können sich bislang noch nicht geplante Synergien im Umsatz- wie im Kostenbereich ergeben. Auch der verstärkte Austausch von technologischem und vertrieblichem Know-how zwischen den in den letzten Jahren erworbenen Einheiten und dem Basisgeschäft bieten zusätzliche Umsatz- und Synergie-Chancen.

Unsere verstärkten Anstrengungen bei der Digitalisierung und Automatisierung interner Prozesse können zusätzliche, bislang noch nicht berücksichtigte Kostenoptimierungen ergeben.

Gute Wachstumsmöglichkeiten erwarten wir darüber hinaus aus unserem im Berichtszeitraum weiter verstärkten regionalen Vertriebsauftritt. Hier könnten sich in einem stärker als bislang erwarteten Ausmaß Synergien zwischen digitalen und analogen Angeboten ergeben.

PROGNOSEBERICHT 1

Gesamtaussage des Vorstands zur erwarteten Konzernentwicklung in 2020

Strukturelle Veränderungen werden weiterhin den Medienmarkt prägen. Entscheidend hierfür sind die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte, der Ausbau und die Beschleunigung der Netze und damit das Medienkonsumverhalten der Menschen. Medieninhalte sind immer und überall auf allen Geräten verfügbar und lineare Mediennutzung verliert beschleunigt an Bedeutung. Außenwerbung dagegen ist immer da, kann nicht weggeklickt werden und kennt keine Fake News und schlechten Content. Die von Ströer vermarkteten Websites basieren in aller Regel auf redaktionell aufbereiteten Inhalten und sind für die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen zeitgemäß und relevant. Die Dialogangebote der Ströer Gruppe basieren auf direkter Ansprache. Somit sind die Angebote des Ströer Konzerns gut für die zunehmenden Veränderungen im Mediakonsum aufgestellt.

Mit eigenen Ad-Servern ist Ströer in der Lage, zentral Bild-Inhalte auf Online-Desktops, Mobile- und Public Video Screens anzusteuern. Die Angebote sind in allen relevanten Nachfrageplattformen (DSP, Demand Side Plattform) verfügbar. Als größter non-TV-Vermarkter hat Ströer damit eine sehr starke Positionierung bei seinen Werbekunden. Neben der verstärkten regionalen Vermarktung unseres Out-of-Home- und Digital-Inventars, sehen wir vor allem in der Integration und einem gezielten, performanceorientierten Ausbau unserer Dialog-Marketingaktivitäten Wachstumschancen.

Auch im Jahr 2020 wird der Ausbau des lokalen und regionalen Vertriebs in Deutschland fortgesetzt und intensiv daran gearbeitet, das vermarktbare Inventar in allen Wachstumsfeldern zu sichern und selektiv zu verstärken. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die fortgesetzte Integration und die Optimierung der performanceorientierten Dialog Media Aktivitäten. Darüber hinaus arbeiten wir intensiv daran, die global führende Position unseres "Data-as-a-Service" Statistik-Portals Statista weiter zu stärken. Dabei stehen sowohl die weitere Penetration bestehender Märkte als auch die Internationalisierung im Vordergrund.

Für die Steuerung des Ströer Konzerns sind das organische Umsatzwachstum und das adjusted EBITDA die Hauptkennzahlen. Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet der Vorstand für die gesamte Ströer Gruppe ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich 2 . Das adjusted EBITDA sollte ebenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich 2 steigen.

1 Der Vergleich zum prognostizierten Wert des nächsten Jahres beruht grundsätzlich auf dem in 2019 erreichten Ist-Wert.
2 Mittlerer einstelliger Prozentbereich entspricht 3 - 7 Prozent

Daneben geht der Vorstand für das bereinigte Konzernergebnis von einer vergleichbaren Entwicklung zum adjusted EBITDA aus. Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung zu adjusted EBITDA) sollte auf einem vergleichbaren bzw. leicht niedrigeren Niveau wie im Vorjahr liegen. Für die Entwicklung des Free Cash-Flow (unter Berücksichtigung der IFRS 16-relevanten Tilgungszahlungen) erwartet der Vorstand eine Entwicklung analog zum adjusted EBITDA. Die Kapitalrendite (ROCE) sollte das Niveau des Vorjahres (Geschäftsjahr 2019: 20,0 Prozent) erreichen.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Die Aussagen zur künftigen Geschäftsentwicklung berücksichtigen nur die zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bekannten wesentlichen Umstände, die unsere Aktivitäten und die Geschäftsentwicklung im Jahr 2020 beeinflussen können. Dabei kann die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Ströer Gruppe von der konjunkturellen Entwicklung in unseren Märkten sowie von der jeweiligen Entwicklung der Werbemärkte beeinflusst werden. Daneben hat auch der Marktanteil der Digital- bzw. Out-of-Home-Medien am Gesamtwerbemarkt Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Die direkte Ableitung einer Umsatzprognose aus diesen gesamtwirtschaftlichen oder branchenspezifischen Parametern ist indes nicht möglich, da die Korrelation der genannten Parameter mit dem Umsatz in einzelnen Jahren sehr unterschiedlich sein kann. Daneben kann aufgrund von unterjährigen Änderungen der Rahmenbedingungen die tatsächliche Entwicklung der Umsatz- und Ertragslage von der prognostizierten Entwicklung wesentlich abweichen.

So ist seit Jahren die Buchungsvergabe der Werbekunden über unsere verschiedenen Medien hinweg durch zunehmend kurzfristigere Auftragsvorläufe geprägt. Im Besonderen trifft dies auf die Digitalvermarktung zu, da hier Kampagnen aus technischen Gründen noch kurzfristiger eingebucht werden können als in klassischen Out-of-Home Kanälen. Da in steigendem Umfang Transaktionen in Echtzeit über Real-Time-Bidding-Plattformen abgewickelt werden, sind die Gesamtbuchungen durch eine höhere Volatilität als in der Vergangenheit charakterisiert. Aufgrund des geringen Buchungsvorlaufs bei den meisten unserer Medienprodukte, sind wir in der konkreten Voraussage unserer Umsatz- und damit auch Ertragsentwicklung eingeschränkt.

Bedingt durch die Schwankung externer Marktparameter, wie der Entwicklung der Zinskurven, ist das exakte Konzernergebnis nur eingeschränkt prognostizierbar. Unsicherheiten bei diesen Parametern können sich ebenso auf zahlungsunwirksame Sachverhalte im Finanzergebnis auswirken. Im Rahmen dieser Prognose gehen wir von gegenüber dem Berichtsjahresende im Durchschnitt weitestgehend konstanten Parametern im Finanzergebnis aus.

Zukünftige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für 2020 prognostiziert die Bundesregierung ein Wachstum von 1,0 Prozent 3 . Nach Einschätzungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) 4 fasst die Konjunktur in Deutschland nach einem schwachen Sommerhalbjahr nur allmählich wieder Tritt. Maßgeblich zur konjunkturellen Eintrübung hat vor allem das unsichere weltwirtschaftliche Umfeld, welches insbesondere die auf die Produktion von Investitionsgütern spezialisierte, deutsche Wirtschaft belastet, beigetragen. Die schwache Industriekonjunktur zog auch die unternehmensnahen Dienstleistungsbranchen zunehmend in Mitleidenschaft. Demgegenüber befanden sich die konsumnahen Dienstleistungsbereiche weiter auf Expansionskurs. Trotz des nunmehr deutlich langsameren Beschäftigungsaufbaus ziehen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte weiter deutlich an. Neben den weiter recht kräftigen Lohnzuwächsen tragen dazu auch zahlreiche einkommenserhöhende Maßnahmen seitens der Finanzpolitik bei. Die Baubranche boomt nach wie vor, nicht zuletzt aufgrund der weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen. Im Verlauf des Jahres 2020 dürfte sich die gesamtwirtschaftliche Produktion allmählich wieder etwas beleben. Dafür spricht auch die wieder leicht anziehende Weltkonjunktur. Eine große Dynamik wird die Konjunktur dabei nicht entfalten. Mit 1,1 Prozent schätzen die Experten des IfW die Zuwachsrate für 2020 leicht höher als die Bundesregierung ein. Damit sollte das Bruttoinlandsprodukt stärker zulegen als im Jahr 2019, für das ein Wachstum von rund 0,5 Prozent erwartet wird.

Zukünftige Branchenentwicklung

Entwicklung des deutschen Werbemarktes

Nach vorläufigen Zahlen der Nielsen Werbestatistik ist der Bruttowerbemarkt in Deutschland im Jahr 2019 auf dem hohen Niveau des Vorjahres stagniert. 5 Für 2020 wird von der Agentur Zenith ein Wachstum der Nettowerbeumsätze von rund 0,5 Prozent prognostiziert. 6 Nach einer Umfrage der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) rechnet ein Drittel der Mitgliedsunternehmen (36 Prozent) mit einer Erhöhung der Umsätze in 2020, gegenüber 56 Prozent im Vorjahr. 62 Prozent rechnen mit gleichbleibenden und 2 Prozent mit sinkenden Umsätzen für 2020. 7

3 Quelle: Herbstprojektion 2019, BMWi, Oktober 2019
4 Quelle: Kieler Konjunkturberichte Deutschland, Nr. 62 (2019|Q4)
5 Quelle: Nielsen Values to come
6 Quelle: Zenith Advertising Expenditure Forecasts Dezember 2019
7 Quelle: Organisation Werbungtreibende im Werbeverband (OWM), November2019

Allgemein wird für die Werbeumsätze der Out-of-Home-Branche in den bekannten Studien ein stärkeres Wachstum im Vergleich zum Gesamtwerbemarkt erwartet. Nach Einschätzung von PricewaterhouseCoopers GmbH (im Folgenden: PwC) sollen die Werbeumsätze im Jahr 2020 in der Branche OOH, einschließlich digitaler Außenwerbung, mit einer Rate von 3,2 Prozent wachsen. 8 Im Vergleich zu anderen Werbekanälen wie TV, Print, Radio und Kino wachsen die Ausgaben für OOH-Werbung damit nach Einschätzung von PwC überdurchschnittlich. Dies ist auf unterschiedliche Entwicklungen im Werbemarkt zurück zu führen. Der Medienkonsum wird fragmentierter, Fernsehen als klassischer Werbekanal verliert gegenüber OOH, aber auch unseren digitalen Werbeformaten, an Bedeutung. Zudem bietet OOH den Vorteil, dass analoge und digitale Inhalte mit einander verknüpft werden können. Vor diesem Hintergrund gehen die PwC Experten im Betrachtungszeitraum von einem jährlichen Erlöswachstum von durchschnittlich 3,0 Prozent pro Jahr aus, sodass der Außenwerbemarkt in Deutschland bis 2023 ein Gesamtvolumen von 1,4 Milliarden Euro erreichen kann.

Der Markt für Online-Werbung sollte sich in 2020 insgesamt vergleichbar zu 2019 entwickeln. Höhere Werbeeffizienz durch präzises Targeting und performanceorientierte Angebote bieten weiterhin nachhaltige Wachstumsfelder. Zenith und PwC prognostizieren für das Jahr 2020 ein Wachstum der Werbeumsätze in der Online-Werbung von 7,7 Prozent 9 bzw. 6,6 Prozent 10 . Für den Markt der stationären Online-Werbung erwartet PwC einen Rückgang der aktuellen jährlichen Wachstumsrate von 5,5 Prozent auf moderate 2,8 Prozent. 11

Das stärkste Wachstum sieht PwC im Bereich mobile Online-Werbung, dessen durchschnittliches jährliches Wachstum die Experten mit 15,4 Prozent bis 2023 einschätzen. 12 Treiber dieses Wachstums sind weiterhin die steigende Penetration internetfähiger Mobilfunkgeräte (Smartphones und Tablets), die damit verbundene Verlagerung der Mediennutzung und ein deutlich steigendes Datenvolumen. Wir schließen uns diesen Markteinschätzungen grundsätzlich an.

Nach Einschätzung von PWC sollte der deutsche Contact-Center- und CRM-Service-Markt sich nachhaltig positiv entwickeln.

Nach ihrer Einschätzung sollte das durchschnittliche Jahreswachstum (Compound Annual Growth Rate, CAGR) im Zeitraum 2015 bis 2021 bei 6,0 Prozent für CRM 1.0 und 18 Prozent bei CRM 2.0 Produkten, d. h. technisch anspruchsvollen und innovativen Services, liegen. 13

8 Quelle: PWC - German Entertainment and Media Outlook 2019-2023
9 Quelle: Zenith Advertising Expenditure Forecasts Dezember 2019
11 Quelle: PWC - German Entertainment and Media Outlook 2019-2023
12 Quelle: PWC - German Entertainment and Media Outlook 2019-2023
13 Quelle: PWC - Preview Contact-Center und CRM-Studie Januar 2020

Wachstumstreiber sind insbesondere die Nachfrage nach CRM-Dienstleistungen von Anbietern service-zentrierter Geschäftsmodelle wie eCommerce, Versandhandel, E-Mobilität, Mobility-Services, Identitäts-Services, digitalen Finanzdienstleistungen, Smart-Home-Services, eGovernment und demoskopisch getriebener Pflegedienstleistungen wie "ambient assisted living".

Erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Ströer Gruppe

Wie bereits erläutert erwartet der Vorstand der Ströer Gruppe für das Geschäftsjahr 2020 ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das adjusted EBITDA sollte ebenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. Zu dieser Entwicklung tragen alle drei Segmente Out-of-Home Media, Digital OOH & Content und Direct Media bei.

Im abgelaufenen Berichtsjahr hat Ströer sein Portfolio durch den Verkauf von Randaktivitäten sowie der Foodist und der norwegischen Beteiligung Conexus weiter gestärkt.

Mit diesen Maßnahmen fokussiert sich Ströer zukünftig noch stärker auf sein Kerngeschäft, um hier Potenziale im Rahmen der OOH+ Strategie noch konsequenter zu realisieren.

Mit der Fokussierung auf Deutschland, insbesondere nach dem Verkauf des Türkeigeschäftes, sind Erlöse aus ausländischen Geschäftsaktivitäten in Fremdwährungen von noch geringerer Bedeutung als im Vorjahr. Sofern diese in Planungsprozessen Einfluss finden, gehen wir von nahezu konstanten Parametern aus.

Die direkten Kosten werden nach unserer Einschätzung im Jahr 2020 volumenbedingt im einstelligen Prozentbereich ansteigen. Bei den Overhead-Kosten, wie z. B. IT-Kosten, erwartet Ströer bezogen auf den Gesamtkonzern eine moderate Steigerung, die wie in den vergangenen Jahren unterhalb der organischen Umsatzwachstumsrate liegen dürfte. Insgesamt sollten Vertriebs- und Verwaltungskosten aufgrund von moderaten, inflationsbedingten Gehalts- und sonstigen Kostenanpassungen, des fortgesetzten Ausbaus der Strukturen im Bereich des lokalen und regionalen Vertriebs, der weiteren Internationalisierung von Statista sowie des in der Gruppe deutlich gestiegenen Geschäftsvolumens leicht steigen.

Für die wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und der Weltwirtschaft sieht der Vorstand, trotz einiger potentieller Unsicherheiten, wie dem Brexit, dem Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik China sowie geopolitischer Unsicherheiten im Nahen Osten, keine Anzeichen für materiellen Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung. Allerdings kann die Verfügbarkeit und Aufteilung der tatsächlichen Werbebudgets sowie die Rabattentwicklung zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht abschließend prognostiziert werden. Maßgeblich hierfür sind u. a. die starken Umbrüche in der Medienlandschaft und die steigende Vielfalt von Werbeangeboten, insbesondere in digitalen Medienkanälen. Daneben ist die steigende Bedeutung der sozialen Netzwerke für die Werbeindustrie ursächlich für die veränderte Allokation der Werbebudgets. In diesem Marktumfeld erwartet Ströer, dass wir uns mit unserem deutschlandweit einzigartigen Portfolio an attraktiven Out-of-Home- und digitalen Medien weiterhin erfolgreich und nachhaltig behaupten können.

Geplante Investitionen

Die Investitionstätigkeit im Prognosezeitraum konzentriert sich unverändert auf weitere Digitalisierung des Außenwerbebereichs sowie den Neuaufbau und Austausch von Out-of-Home-Werbeträgern, vornehmlich aufgrund der Verlängerung oder Neuakquisition von Werbenutzungsrechten im öffentlichen Raum. Im Segment Digital OOH & Content konzentrieren sich die Investitionen auf die Erneuerung und Ausweitung des Public Video Inventars und der IT-Infrastruktur sowie die Erstellung eigener immaterieller Vermögenswerte, wie insbesondere Software- und Datenmanagement-Plattformen. Im Segment Direct Media bilden die weitere Integration und die Fokussierung der Einheit auf performanceorientiertes Geschäft zur Unterstützung der OOH+ Strategie den Schwerpunkt der Investitionen.

Für die Ströer Gruppe erwartet der Vorstand auch für das Geschäftsjahr 2020 - ohne Berücksichtigung von M&A-Aktivitäten - Investitionsauszahlungen von rund 100 bis 120 Millionen Euro. Ein erheblicher Teil der Investitionen ist nicht mit verbindlichen Investitionszusagen hinterlegt, sodass die Investitionssumme insbesondere im Hinblick auf die jeweilige Markt- und Unternehmenslage bei Bedarf deutlich nach unten angepasst werden kann.

Vor dem Hintergrund unserer OOH+ Strategie plant das Unternehmen keine wesentlichen Unternehmenserwerbe (M&A).

Erwartete Finanzlage

Die gegenüber dem Vorjahr erneut stärkere Ertragslage der Ströer Gruppe wird auch die Finanzlage nach unserer Erwartung weiter verbessern.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) sollte im Geschäftsjahr 2020 aufgrund der Fokussierung auf unseren Heimatmarkt und auch auf unser profitables Kerngeschäft mindestens auf vergleichbar hohem Niveau wie im Geschäftsjahr 2019 (20,0 Prozent) liegen.

Die aktuelle Kreditfinanzierung der Ströer Gruppe ist bis Ende 2023 gesichert. Im Rahmen der letzten Refinanzierungen ist es gelungen, die Kreditkonditionen auf ein bis heute für uns attraktives Niveau zu bringen. Die Kreditbedingungen sind so ausgestaltet, dass auch unter Berücksichtigung von konjunkturellen und saisonalen Schwankungen ein ausreichender finanzieller Spielraum (Headroom) verbleibt. Mit dem zum Ende des Berichtsjahres erreichten dynamischen Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) von 1,4 liegt das Unternehmen weiterhin in einer sehr komfortablen Zone. Wir erwarten den dynamischen Verschuldungsgrad im Jahr 2020, vorbehaltlich steigender Dividendenausschüttungen oder M&A Aktivitäten, leicht zu senken.

Der Vorstand ist unverändert der Auffassung, dass die bestehende Kreditfinanzierung ausreichenden Spielraum gibt, geplante Investitionen sowie zusätzlich sich bietende Geschäftschancen im Prognosezeitraum umzusetzen. Die Konditionen der Finanzierung werden laufend an den aktuellen Entwicklungen der Fremdkapitalmärkte gemessen. Wirtschaftlich sinnvolle Chancen einer Konditionenanpassung werden bei Bedarf verfolgt.

NACHTRAGSBERICHT

Wir verweisen auf die im Konzernanhang gemachten Angaben über Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

ANGABEN GEMÄSS § 315A HGB NEBST ERLÄUTERNDEM BERICHT DER PERSÖNLICH HAFTENDEN GESELLSCHAFTERIN DER STRÖER SE & CO. KGAA

Im Folgenden sind die nach § 315a Satz 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben dargestellt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das bei der Umwandlung der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien zum 1. März 2016 vorhandene gezeichnete Kapital in Höhe von 55.282.499,00 Euro wurde durch Formwechsel des Rechtsträgers bisheriger Rechtsform, der Ströer SE mit Sitz in Köln (HRB 82548), erbracht.

In den nachfolgenden Geschäftsjahren verzeichnete die Gesellschaft im gezeichneten Kapital weitere Zugänge im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen. Im Jahr 2019 hat sich die Zahl der Aktien um weitere 404.700 Aktien auf 56.576.571 Aktien erhöht. Damit ist das gezeichnete Kapital zum 31. Dezember 2019 in 56.576.571 voll eingezahlte auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1 Euro eingeteilt.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen zwischen Aktionären, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten

Die Ströer Management SE, Düsseldorf, ist die persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA. Sie hat keine Sondereinlage erbracht und ist weder am Gewinn und Verlust noch am Vermögen der Gesellschaft beteiligt.

Udo Müller besitzt 22,02 Prozent und Dirk Ströer 21,30 Prozent der Gesamtzahl an Aktien. Beide Aktionäre haben ihren Wohnsitz in Deutschland. Des Weiteren hält die Deutsche Telekom Trust e.V., Bonn, insgesamt 11,34 Prozent der Anteile an der Ströer SE & Co. KGaA. Darüber hinaus sind dem Vorstand nach dem WpHG keine Beteiligungen am Kapital gemeldet, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über Beginn und Ende der Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis der persönlich haftenden Gesellschafterin sowie über Satzungsänderungen

Die Satzung der Ströer SE & Co. KGaA regelt in § 8 die näheren Bestimmungen hinsichtlich eines etwaigen Ausscheidens der persönlich haftenden Gesellschafterin und der weiteren Fortführung der Ströer SE & Co. KGaA. Über Satzungsänderungen beschließt gemäß § 119 Abs. 1 Nr. 5 AktG die Hauptversammlung. Die näheren Verfahrensregelungen sind in § 181 AktG in Verbindung mit § 9 der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA enthalten.

Befugnisse der persönlich haftenden Gesellschafterin zur Aktienausgabe oder zum Aktienrückkauf

Das Genehmigte Kapital 2014 in Höhe von EUR 12.525.780,00 ist im Geschäftsjahr 2019 ausgelaufen. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 18. Juni 2024 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 5.652.657,00 durch Ausgabe von bis zu 5.652.657 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019).

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 812.548,00 durch Ausgabe von bis zu 812.548 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2013). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6A Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2013, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. August 2013 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 8. August 2013 und unter Berücksichtigung des Umwandlungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 25. September gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt.

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 2.123.445,00 durch Ausgabe von bis zu Stück 2.123.445 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6B Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2015, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. September 2015 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. September 2015 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 11.056.400,00 durch Ausgabe von bis zu 11.056.400 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen und/ oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 14. Juni 2017 unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem Beteiligungsunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Nutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden.

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 2.200.000,00 durch Ausgabe von bis zu 2.200.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2019). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2019 gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung oder durch die Gewährung eigener Aktien erfüllt.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und die hieraus folgenden Wirkungen

Facility Agreement/Schuldscheindarlehen

Zwischen der Ströer SE & Co. KGaA und einem Konsortium aus verschiedenen Banken und Finanzinstituten besteht ein Kreditvertrag (Facility Agreement), auf dessen Grundlage das Konsortium an die Gesellschaft eine Kreditlinie von 600 Millionen Euro eingeräumt hat. Durch dieses im Jahr 2016 neu abgeschlossene Facility Agreement wurde ein bis dahin bestehendes Agreement aus dem Jahr 2014 abgelöst. Des Weiteren hat die Ströer SE & Co. KGaA im Jahr 2016 ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 145 Millionen Euro sowie im Jahr 2017 ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 350 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert.

Die Bedingungen im Hinblick auf einen Kontrollwechsel entsprechen sowohl im Facility Agreement als auch in den Schuldscheindarlehen den marktüblichen Vereinbarungen. Sie führen nicht zur automatischen Beendigung, sondern räumen unseren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels lediglich die Möglichkeit ein, unter diesen Bedingungen zu kündigen.

KONZERNABSCHLUSS

KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG

In TEUR Anhang 2019 2018 1, 2
Umsatzerlöse (9) 1.591.145 1.507.783
Umsatzkosten (10) -1.012.162 -972.708
Bruttoergebnis vom Umsatz 578.984 535.075
Vertriebskosten (11) -245.015 -223.780
Verwaltungskosten (12) -185.303 -172.347
Sonstige betriebliche Erträge (13) 39.617 42.726
Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) -17.746 -16.895
Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen (5) 6.865 5.113
Finanzerträge (15) 2.147 2.335
Finanzaufwendungen (15) -34.785 -35.813
Ergebnis vor Steuern 144.763 136.415
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (16) -25.108 -21.920
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten (6) 119.655 114.495
Nicht-fortgeführte Aktivitäten
Ergebnis nach Steuern aus den nicht-fortgeführten Aktivitäten -41.537 -121.305
Konzernergebnis 78.118 -6.811
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens 68.855 -15.089
Nicht beherrschende Gesellschafter 9.263 8.278
78.118 -6.811
Ergebnis je Aktie
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 1,22 -0,27
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 1,22 -0,27
Ergebnis je Aktie - fortgeführte Aktivitäten
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 1,86 1,90
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 1,85 1,89

1 Rückwirkend angepasst aufgrund der Kaufpreisallokationen, die nach dem 31. Dezember 2018 finalisiert worden sind. Wir verweisen auf unsere Angaben zur rückwirkenden Anpassung von Kaufpreisallokationen in Abschnitt 6.1 des Anhangs.
2 Rückwirkend angepasst aufgrund der Einstufung der D+S 360° Gruppe als nicht-fortgeführte Aktivität im Sinne des IFRS 5. Wir verweisen auf unsere Angaben zur Veräußerung von 50,0 Prozent der Anteile an der D+S 360° Gruppe in Abschnitt 6.2 des Anhangs

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

In TEUR Anhang 2019 2018 1, 2
Konzernergebnis 78.118 -6.811
Sonstiges Ergebnis
Beträge, die nicht in künftigen Perioden ergebniswirksam umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste (27, 28) -3.942 -597
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 11 58
Ertragsteuern (16) 1.277 280
-2.653 -258
Beträge, die gegebenenfalls in künftigen Perioden ergebniswirksam umgegliedert werden
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten (8) 2.369 88.412
Ertragsteuern (16) 0 -1.438
2.369 86.974
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -284 86.716
Gesamtergebnis nach Ertragsteuern 77.834 79.905
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens 68.444 64.548
Nicht beherrschende Gesellschafter 9.390 15.357
77.834 79.905

1 Rückwirkend angepasst aufgrund der Kaufpreisallokationen, die nach dem 31. Dezember 2018 finalisiert worden sind. Wir verweisen auf unsere Angaben zur rückwirkenden Anpassung von Kaufpreisallokationen in Abschnitt 6.1 des Anhangs.
2 Rückwirkend angepasst aufgrund der Einstufung der D+S 360° Gruppe als nicht-fortgeführte Aktivität im Sinne des IFRS 5. Wir verweisen auf unsere Angaben zur Veräußerung von 50,0 Prozent der Anteile an der D+S 360° Gruppe in Abschnitt 6.2 des Anhangs.

KONZERNBILANZ

(in TEUR)

Aktiva

Anhang 2019 2018 1
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte (19) 1.227.407 1.261.676
Sachanlagen (20) 1.246.316 1.299.214
Anteile an at-Equity-bilanzierten Unternehmen (5) 25.089 24.219
Finanzanlagen 2.971 2.822
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (21) 1.360 504
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (22) 8.534 15.023
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte (22) 20.486 22.646
Latente Steueransprüche (16) 16.291 16.436
Summe langfristige Vermögenswerte 2.548.454 2.642.539
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (23) 17.296 18.259
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (21) 181.828 166.863
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (22) 8.806 8.398
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte (22) 35.538 30.218
Laufende Ertragsteueransprüche 8.627 13.459
Zahlungsmittel (24) 103.603 103.696
Summe kurzfristige Vermögenswerte 355.697 340.892
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte (25) 24.277 14.957
Summe Aktiva 2.928.428 2.998.388

Passiva

Anhang 2019 2018 1
Eigenkapital (26)
Gezeichnetes Kapital 56.577 56.172
Kapitalrücklage 747.491 735.541
Gewinnrücklagen -182.013 -122.511
Kumuliertes übriges Konzernergebnis -4.800 -6.997
617.255 662.205
Nicht beherrschende Gesellschafter 9.684 6.311
Summe Eigenkapital 626.939 668.516
Langfristige Verbindlichkeiten
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen (27) 44.145 40.476
Sonstige Rückstellungen (28) 25.434 26.965
Finanzverbindlichkeiten (29) 1.446.939 1.504.720
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (30) 4.035 5.024
Latente Steuerverbindlichkeiten (16) 51.981 70.432
Summe langfristige Verbindlichkeiten 1.572.533 1.647.617
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Sonstige Rückstellungen (28) 56.884 50.434
Finanzverbindlichkeiten (29) 218.887 247.347
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (30) 294.480 256.762
Sonstige Verbindlichkeiten (31) 103.719 87.232
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 28.331 31.147
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 702.300 672.923
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten (25) 26.656 9.333
Summe Passiva 2.928.428 2.998.388

1 Rückwirkend angepasst aufgrund der Kaufpreisallokationen, die nach dem 31. Dezember 2018 finalisiert worden sind. Wir verweisen auf unsere Angaben zur rückwirkenden Anpassung von Kaufpreisallokationen in Abschnitt 6.1 des Anhangs

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

In TEUR Anhang 2019 2018 1, 2
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
Periodenergebnis 119.655 114.495
Aufwendungen (+)/Erträge (-) aus Finanz- und Steuerergebnis 57.747 55.397
Abschreibungen (+) auf Gegenstände des Anlagevermögens 180.296 172.852
Abschreibungen (+) auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) 178.415 168.390
Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen -6.865 -5.113
Einzahlungen aus Gewinnausschüttungen at-Equity-bilanzierter Unternehmen 4.271 4.756
Gezahlte (-) Zinsen im Rahmen von Leasingverhältnissen (IFRS 16) -21.410 -23.072
Gezahlte (-) Zinsen im Rahmen von sonstigen Finanzverbindlichkeiten -7.680 -7.208
Erhaltene (+) Zinsen 60 64
Gezahlte (-)/erhaltene (+) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -39.180 -54.133
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Rückstellungen 3.785 -3.197
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (-) 4.164 -8.653
Gewinn (-)/ Verlust (+) aus Anlageabgängen -762 105
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -25.060 -21.003
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 36.255 16.163
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (fortgeführte Aktivitäten) 483.690 409.843
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (nicht-fortgeführte Aktivitäten) -5.256 16.191
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 478.434 426.033
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit
Einzahlungen (+) aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 2.551 4.743
Auszahlungen (-) für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -116.062 -116.691
Auszahlungen (-) für Investitionen in at-Equity-bilanzierte Unternehmen und in Finanzanlagevermögen -960 -2.297
Einzahlungen (+)/Auszahlungen (-) aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen 340 -1.139
Einzahlungen (+)/Auszahlungen (-) aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen (6) -14.188 -70.438
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (fortgeführte Aktivitäten) -128.318 -185.821
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (nicht-fortgeführte Aktivitäten) -340 -4.763
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -128.658 -190.584
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen (+) aus Eigenkapitalzuführungen 7.157 5.488
Auszahlungen (-) von Dividenden -128.590 -83.760
Auszahlungen (-) für den Kauf von Unternehmensanteilen ohne Änderung der Kontrolle -70.730 -13.055
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von Finanzkrediten 146.519 133.917
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Finanzkrediten -129.957 -92.999
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) -174.697 -158.345
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (fortgeführte Aktivitäten) -350.298 -208.753
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (nicht-fortgeführte Aktivitäten) 3.759 -7.983
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -346.539 -216.736
Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (fortgeführte Aktivitäten) 5.074 15.268
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (nicht-fortgeführte Aktivitäten) -1.837 3.445
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode (fortgeführte Aktivitäten) 98.529 83.261
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode (nicht-fortgeführte Aktivitäten) 5.167 1.722
Finanzmittelfonds am Ende der Periode (fortgeführte Aktivitäten) 103.603 98.529
Finanzmittelfonds am Ende der Periode (nicht-fortgeführte Aktivitäten) 3.330 5.167
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Zahlungsmittel (fortgeführte Aktivitäten) 103.603 98.529
Zahlungsmittel (nicht-fortgeführte Aktivitäten) 3.330 5.167
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 106.933 103.696

1 Rückwirkend angepasst aufgrund der Kaufpreisallokationen, die nach dem 31. Dezember 2018 finalisiert worden sind. Wir verweisen auf unsere Angaben zur rückwirkenden Anpassung von Kaufpreisallokationen in Abschnitt 6.1 des Anhangs.
2 Rückwirkend angepasst aufgrund der Einstufung der D+S 360° Gruppe als nicht-fortgeführte Aktivität im Sinne des IFRS 5. Wir verweisen auf unsere Angaben zur Veräußerung von 50,0 Prozent der Anteile an der D+S 360° Gruppe in Abschnitt 6.2 des Anhangs.

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

Kumuliertes übriges Konzernergebnis
In TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten
01.01.2018 55.558 728.384 -41.094 -86.889
Konzernergebnis 0 0 -15.089 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 -255 79.892
Gesamtergebnis 0 0 -15.344 79.892
Änderungen Konsolidierungskreis 0 0 2.043 0
Anteilsbasierte Vergütungen 614 7.157 0 0
Effekte aus Anteilsänderungen an Tochtergesellschaften ohne Kontrollverlust 0 0 -12.455 0
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 0 0 16.885 0
Dividenden 0 0 -72.546 0
31.12.2018/01.01.2019i 56.172 735.541 -122.511 -6.997
Konzernergebnis 0 0 68.855 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 -2.609 2.198
Gesamtergebnis 0 0 66.246 2.198
Änderungen Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Anteilsbasierte Vergütungen 405 11.950 0 0
Effekte aus Anteilsänderungen an Tochtergesellschaften ohne Kontrollverlust 0 0 -61.130 0
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 0 0 48.434 0
Dividenden 0 0 -113.053 0
31.12.2019 56.577 747.491 -182.013 -4.800
In TEUR Summe Nicht beherrschende Gesellschafter
01.01.2018 655.959 15.486
Konzernergebnis -15.089 8.278
Sonstiges Ergebnis 79.637 7.079
Gesamtergebnis 64.548 15.357
Änderungen Konsolidierungskreis 2.043 -11.296
Anteilsbasierte Vergütungen 7.771 0
Effekte aus Anteilsänderungen an Tochtergesellschaften ohne Kontrollverlust -12.455 -408
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 16.885 4.203
Dividenden -72.546 -17.031
31.12.2018/01.01.2019i 662.205 6.311
Konzernergebnis 68.855 9.263
Sonstiges Ergebnis -411 127
Gesamtergebnis 68.444 9.390
Änderungen Konsolidierungskreis 0 887
Anteilsbasierte Vergütungen 12.355 0
Effekte aus Anteilsänderungen an Tochtergesellschaften ohne Kontrollverlust -61.130 -1.411
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 48.434 6.618
Dividenden -113.053 -12.111
31.12.2019 617.255 9.684
In TEUR Summe Eigenkapital
01.01.2018 671.446
Konzernergebnis -6.811
Sonstiges Ergebnis 86.716
Gesamtergebnis 79.905
Änderungen Konsolidierungskreis -9.253
Anteilsbasierte Vergütungen 7.771
Effekte aus Anteilsänderungen an Tochtergesellschaften ohne Kontrollverlust -12.864
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 21.088
Dividenden -89.577
31.12.2018/01.01.2019i 668.516
Konzernergebnis 78.118
Sonstiges Ergebnis -284
Gesamtergebnis 77.834
Änderungen Konsolidierungskreis 887
Anteilsbasierte Vergütungen 12.355
Effekte aus Anteilsänderungen an Tochtergesellschaften ohne Kontrollverlust -62.541
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 55.052
Dividenden -125.164
31.12.2019 626.939

1 Rückwirkend angepasst aufgrund der Kaufpreisallokationen, die nach dem 31. Dezember 2018 finalisiert worden sind. Wir verweisen auf unsere Angaben zur rückwirkenden Anpassung von Kaufpreisallokationen in Abschnitt 6.1 des Anhangs.

KONZERNANHANG

ERLÄUTERUNGEN ZUM KONZERNABSCHLUSS

Grundlagen des Konzernabschlusses

1 Allgemeine Informationen

Die Ströer SE & Co. KGaA, Köln, ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft. Sitz der Gesellschaft ist die Ströer-Allee 1 in 50999 Köln. Die Gesellschaft ist im Handelsregister der Stadt Köln in der Abteilung B unter der Nr. 86922 eingetragen.

Unternehmensgegenstand der Ströer SE & Co. KGaA und der im Konzernabschluss zusammengefassten Unternehmen (im Folgenden: "Ströer Konzern" oder "Konzern") ist die Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen Medien, Werbung, Vermarktung und Kommunikation, insbesondere, aber nicht ausschließlich, die Vermarktung von Out-of-Home-Medien sowie die Vermittlung und Vermarktung von Online-Werbeflächen. Zum Einsatz bei der Vermarktung von Out-of-Home-Medien kommen vom klassischen Großformat über Transportmedien bis hin zu elektronischen Medien alle Out-of-Home-Werbeformen.

Der Konzernabschluss der Ströer SE & Co. KGaA wurde für das Geschäftsjahr 2019 in Übereinstimmung mit den zum Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, wobei die ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt wurden.

Der vorliegende Konzernabschluss umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019. Der Vorstand der Ströer Management SE, Düsseldorf, die persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA ist, hat den Konzernabschluss am 12. März 2020 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Aus rechentechnischen Gründen können sich in Tabellen Rundungsdifferenzen zu den mathematisch exakten Werten ergeben.

Die in diesem Konzernanhang vorgenommenen Verweise auf Seitenzahlen beziehen sich auf die Nummerierung im Geschäftsbericht.

2 Annahmen, Ermessensausübungen und Schätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS macht es erforderlich, Annahmen und Schätzungen zu treffen, welche die Beträge, die im Konzernabschluss und im dazugehörigen Anhang ausgewiesen werden, beeinflussen. Die Schätzungen basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit und anderen Kenntnissen über die zu bilanzierenden Geschäftsvorfälle. Die tatsächlichen Ergebnisse können von solchen Schätzungen abweichen. Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft.

Die Annahmen, Ermessensausübungen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf folgende Sachverhalte (zur Angabe der Buchwerte sowie weiterer Erläuterungen verweisen wir auf die entsprechenden Einzelangaben in diesem Anhang):

Umsatzerlöse

Zur Schätzung variabler Gegenleistungen in Kundenverträgen verwendet der Konzern die Erwartungswertmethode oder die Methode des wahrscheinlichsten Betrags. Aufgrund des Abschlusses von Kundenverträgen mit vergleichbaren Merkmalen stellt die Erwartungswertmethode aus Sicht des Konzerns die geeignete Methode zur Schätzung der variablen Gegenleistungen dar. Zu weiteren Details verweisen wir auf Abschnitt 9.

Leasing

Die Bewertung der Nutzungsrechte sowie der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen erfordert neben der Festlegung eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes auch das Treffen von Annahmen hinsichtlich weiterer Parameter bzw. der Wahrscheinlichkeiten und Zeitpunkte von deren Eintritt bzw. deren Ausübung. Zu weiteren Details verweisen wir auf Abschnitt 35.

Wertminderung des Goodwill

Der jährliche Test auf Wertminderung des Goodwill bedarf der Abschätzung zukünftiger Cash-Flows und der Wahl eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes. Die Cash-Flows leiten sich grundsätzlich aus der Unternehmensplanung für die jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) ab. Wir verweisen zu weiteren Details auf Abschnitt 19.

Beizulegende Zeitwerte bei Unternehmenserwerben

Zur Bewertung von Vermögenswerten und Schulden aus Unternehmenserwerben werden die beizulegenden Zeitwerte unter Zuhilfenahme der geschätzten zukünftigen Cash-Flows und eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes zum Erwerbszeitpunkt ermittelt. Bei sukzessiven Unternehmenserwerben werden die beizulegenden Zeitwerte von bereits gehaltenen Anteilen auf Basis des Kaufpreises der neuen Anteile bzw. im Rahmen eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens bestimmt. Wir verweisen zu weiteren Details auf Abschnitt 6.

Pensions- und Abbauverpflichtungen

Die Bilanzierung von Pensions- und Abbauverpflichtungen erfordert neben der Schätzung eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes auch das Treffen von Annahmen hinsichtlich weiterer versicherungsmathematischer Parameter bzw. der Wahrscheinlichkeiten und Zeitpunkte der Inanspruchnahmen. Wir verweisen zu weiteren Details auf die Abschnitte 27 und 28. Die voraussichtlichen Abbaukosten werden auf Basis von sog. Leistungsverzeichnissen und Abbauwahrscheinlichkeiten über die jeweilige geschätzte Vertragslaufzeit der Werberechtskonzessionen ermittelt. Die Abbauwahrscheinlichkeiten variieren je nach Art der zugrunde liegenden Werberechtskonzessionen (private vs. kommunale Konzessionen). Hinsichtlich der geschätzten Vertragslaufzeiten verweisen wir auf Abschnitt 3 "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". Aufgrund der Tatsache, dass die Rückstellungen für eine Vielzahl von unterschiedlichen Werberechtskonzessionen ermittelt werden, ist eine Angabe von Sensitivitäten wesentlicher Einflussfaktoren an dieser Stelle nicht aussagekräftig.

Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge

Der Konzern setzt auf Verlustvorträge aktive latente Steuern an. Der Ansatz basiert auf Planungen über die zukünftige Ertragsteuerbelastung und der Möglichkeit, die Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre in Anspruch zu nehmen. Wir verweisen zu weiteren Details auf Abschnitt 16.

3 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Die Umsatzerlöse entstehen im Wesentlichen aus der Vermarktung von Werbeflächen in den Bereichen Großformate, Street Furniture und Transport, aus der Vermittlung und Vermarktung von Online-Werbeflächen, aus dem Abonnement- und E-Commerce-Geschäft sowie aus dem Dialog Marketing.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt zum Zeitpunkt der Leistungserbringung. Im Bereich der Out-of-Home Medien entspricht dies dem Zeitpunkt des Aushangs der jeweiligen Werbung. Hinsichtlich der Vermittlung und Vermarktung von Online-Werbeflächen wird der Umsatz in dem Zeitpunkt realisiert, in dem die Werbung den Werbekunden erreicht. Der Ausweis erfolgt jeweils nach Abzug der Erlösschmälerungen. Diese beinhalten Agenturprovisionen, Spezialmittlervergütungen, Rabatte und Skonti.

Die Realisierung der Umsatzerlöse aus Serviceleistungen erfolgt zum Zeitpunkt der Erbringung der Leistung, die dem Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsmacht der selbst produzierten bzw. beschafften Werbematerialien auf den Kunden entspricht.

Die Realisierung der Lizenzerlöse aus Zugangsrechten findet auf Basis der in der Lizenzvereinbarung getroffenen Zeiträume pro rata temporis statt.

Die Realisierung der Abonnementerlöse findet auf Basis der in der Abonnementvereinbarung getroffenen Zeiträume pro rata temporis statt.

Die Realisierung der Umsatzerlöse aus E-Commerce-Geschäften erfolgt zum Zeitpunkt des Kontrollübergangs, das heißt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Ware dem Kunden geliefert wird bzw. dieser die Ware erhält.

Der Erlös wird erfasst, wenn der Erhalt der Gegenleistung wahrscheinlich ist. Wenn der Erhalt der Gegenleistung für nicht wahrscheinlich gehalten wird, ist der Erlös nur in Höhe der erhaltenen Zahlungsmittel zu erfassen, sofern die anderen Kriterien des IFRS 15 für die Erlöserfassung erfüllt sind. Im Hinblick auf die Rückgaberechte aus E-Commerce-Geschäften werden die entsprechenden Umsatzerlöse und Umsatzkosten seit der Einführung des IFRS 15 um die erwarteten Rückgaben gekürzt. Bezüglich der Umsatzerlöse im Bereich des Dialog Marketing erfolgt die Realisierung je nach Auftragsart des Werbekunden im Zeitpunkt der erfolgreichen Vermittlung eines Vertragsabschlusses oder bereits bei erfolgter Kontaktaufnahme mit einem potentiellen Kunden.

Bei Umsätzen aus Multi-Komponentengeschäften werden die auf die einzelnen Komponenten entfallenden Umsätze nach Maßgabe der relativen Fair Values aufgeteilt und gemäß den oben dargestellten Grundsätzen realisiert.

Neben eigenen Werbeträgern werden auch Werbeträger im Eigentum von Dritten vermarktet. Die Umsatzerlöse aus der Vermarktung von Werbeträgern konzernfremder Gesellschaften werden unter Abzug der auf diese Geschäfte entfallenden Umsatzpachten angesetzt, sofern der Konzern kein wirtschaftliches Risiko aus der Vermarktung trägt, sodass per Saldo nur die vereinbarte Vertriebsprovision in den Umsatzerlösen ausgewiesen wird (sogenannter Agent). Im Hinblick auf das Geschäft mit digitalen Werbeflächen liegt das wirtschaftliche Vermarktungsrisiko in der Regel bei Ströer, sodass der Umsatz ohne Abzug der sogenannten Publisher-Vergütungen erfolgt (sogenannter Principal).

Umsatzerlöse aus Gegengeschäften werden zum Marktwert der erhaltenen Gegenleistung bewertet und eventuell um eine zusätzliche Barzahlung angepasst. Ist der Marktwert der Gegenleistung nicht zuverlässig bestimmbar, werden Gegengeschäfte zum Marktwert der erbrachten Werbeleistung bewertet und eventuell um eine zusätzliche Barzahlung angepasst.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode im Finanzergebnis erfasst.

Dividenden werden mit Entstehung des Rechtsanspruches vereinnahmt.

Goodwill und sonstige immaterielle Vermögenswerte

Gemäß IFRS 3 stellt Goodwill den positiven Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und den anteilig beizulegenden Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zum Erwerbszeitpunkt dar. Es erfolgt keine planmäßige Abschreibung.

Alle entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte, im Wesentlichen Werberechtskonzessionen und Software, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer und werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert. Die planmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten erfolgt linear über die jeweilige Nutzungsdauer. Die Abschreibungen des Geschäftsjahres werden den entsprechenden Funktionsbereichen Umsatz-, Verwaltungs- und Vertriebskosten zugeordnet. Dabei werden Abschreibungen auf Werberechte den Umsatzkosten zugeordnet.

Den planmäßigen Abschreibungen (einschließlich der Abschreibungen auf aufgedeckte stille Reserven im Rahmen von Kaufpreisallokationen (PPA)) liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer In Jahren
Kommunale Werberechtskonzessionen 1-17
Andere Werberechtskonzessionen 1-30
Übrige immaterielle Vermögenswerte 1-10
Goodwill unbestimmt

Sowohl die Angemessenheit der Nutzungsdauern als auch die der Abschreibungsmethode wird jährlich überprüft.

Kosten für die Entwicklung neuer oder deutlich verbesserter Produkte und Prozesse werden aktiviert, sofern die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus muss der Ströer Konzern die Absicht haben und über ausreichende Ressourcen verfügen, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.

Entwicklungskosten im Konzern können im Bereich der Entwicklung von Werbeträgern und im Bereich der Softwareentwicklung anfallen.

Die aktivierten Kosten umfassen im Wesentlichen Personalkosten sowie direkt zurechenbare Gemeinkosten. Sämtliche aktivierte Entwicklungskosten weisen eine bestimmbare Nutzungsdauer auf und werden zu Herstellungskosten bilanziert. Die Abschreibung erfolgt analog zu den Nutzungsdauern vergleichbarer erworbener immaterieller Vermögenswerte. Entwicklungskosten, die die Ansatzkriterien nicht erfüllen, werden periodengerecht im Aufwand erfasst.

Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten vermindert um nutzungsbedingte planmäßige sowie gegebenenfalls erforderliche außerplanmäßige Abschreibungen.

Die Anschaffungskosten umfassen den Anschaffungspreis, Anschaffungsnebenkosten sowie nachträgliche Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen. Da keine qualifizierten Vermögenswerte im Sinne des IAS 23 identifiziert worden sind, sind in den Anschaffungskosten keine Fremdkapitalkosten enthalten.

Einzeln abgrenzbare technische Komponenten einer Sachanlage werden separat aktiviert und abgeschrieben.

Die planmäßige Abschreibung erfolgt dem Nutzungsverlauf entsprechend linear. Die Abschreibungsaufwendungen werden den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet. Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung entfällt. Die Restbuchwerte, die Annahmen in Bezug auf die Restnutzungsdauern und die Angemessenheit der Abschreibungsmethode werden jährlich überprüft.

Den planmäßigen Abschreibungen (einschließlich der Abschreibungen auf aufgedeckte stille Reserven im Rahmen von Kaufpreisallokationen (PPA)) liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer In Jahren
Gebäude 50
Technische Anlagen und Maschinen 5-13
Werbeträger 4-35
Übrige Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-15

Die geschätzten Kosten für den wahrscheinlichen Abbau von Werbeträgern nach Beendigung einer Werberechtskonzession werden als Anschaffungskosten mit dem jeweiligen Werbeträger aktiviert. Der Betrag bemisst sich an der gemäß IAS 37 "Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen" gebildeten Rückstellung für die bestehende Abbauverpflichtung. Änderungen der Rückstellungen sind gemäß IFRIC 1 zu den Anschaffungskosten des jeweiligen Vermögenswerts in der laufenden Periode hinzuzufügen bzw. von diesen abzuziehen.

Die im Rahmen der Bilanzierung von Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 zu aktivierenden Nutzungsrechte sind im Sachanlagevermögen auszuweisen. Der jeweils im Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung zu aktivierende Betrag bemisst sich dabei nach dem für diesen Zeitpunkt ermittelten Barwert der Mindestleasingzahlungen.

Sofern für die Anschaffung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens Zuwendungen der öffentlichen Hand nach dem Investitionszulagengesetz gezahlt werden, werden diese Zuwendungen vom Buchwert des entsprechenden Vermögenswertes abgesetzt.

Überprüfung der Werthaltigkeit

Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen des Ströer Konzerns werden bei Vorliegen von konkreten Anhaltspunkten auf Wertminderungen überprüft. Der Goodwill wird mindestens einmal jährlich auf eine mögliche Wertminderung geprüft. Falls Ereignisse oder veränderte Umstände auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, wird diese Prüfung auch häufiger durchgeführt.

Falls der erzielbare Betrag der Vermögenswerte niedriger als der Buchwert ist, wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Die Ermittlung erfolgt grundsätzlich für jeden Vermögenswert einzeln; sofern ein Vermögenswert jedoch keine weitgehend unabhängigen Mittelzuflüsse erzeugt, wird der erzielbare Betrag pro zahlungsmittelgenerierender Einheit (ZGE) berechnet.

Entfallen die Gründe einer in Vorjahren erfassten Wertminderung, erfolgt mit Ausnahme des Goodwill eine entsprechende Zuschreibung, die maximal bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen wird.

Leasing

Im Ströer Konzern werden alle Verträge, die einen Leasingvertrag darstellen oder ein Leasingverhältnis enthalten, bei der erstmaligen Bilanzierung als Finanzverbindlichkeit mit dem Barwert der Leasingzahlungen über den zugrundegelegten Zeitraum bewertet. In gleicher Höhe wird zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung auch ein entsprechendes Nutzungsrecht an dem zugrunde liegenden Vermögenswert in der jeweiligen Kategorie der Sachanlagen erfasst. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder einen Zinssatz im Sinne des IFRS 16.27 b) gekoppelt sind, bleiben bei der Bewertung unberücksichtigt.

Zu den Leasingverhältnissen zählen - neben typischen Miet- oder Pachtverträgen in Bezug auf Bürogebäude oder Firmenfahrzeuge - auch die zahlreichen Werberechtsverträge im OOH-Geschäft der Ströer Gruppe. Dazu gehören sowohl Verträge mit Städten und Gemeinden als auch solche mit privaten Grundstückseigentümern. In diesen Verträgen wird Ströer jeweils das Recht eingeräumt auf öffentlich-rechtlichem bzw. auf privatem Grund und Boden seine Werbeträger zu errichten.

Die Erstanwendung des Standards führte zum 1. Januar 2018 aufgrund der zu passivierenden Leasing-Verpflichtungen zu einer Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten um 1.097,9 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhte sich auch das Sachanlagevermögen um 1.097,9 Millionen Euro, denn in dieser Höhe waren die Nutzungsrechte aus Leasingverträgen für Mobilien, Immobilien und Werbestandorte zu aktivieren. Dabei waren es vor allem die Verträge zu den Werbestandorten (Werberechtsverträge) im OOH-Geschäft der Ströer Gruppe, aus denen im Rahmen der Einführung des neuen IFRS 16 der deutliche Anstieg der Bilanzsumme resultierte.

In der Gewinn- und Verlustrechnung gehen die Leasingaufwendungen nicht mehr direkt in voller Höhe als operativer Aufwand ein, sondern es erfolgt eine Aufteilung der einzelnen Leasingraten in einen Zins- und einen Tilgungsanteil. Während der Zinsanteil direkt im Finanzergebnis erfasst wird, geht anstelle des Tilgungsanteils die lineare Abschreibung auf das Nutzungsrecht in die Gewinn- und Verlustrechnung ein, wobei die Summe der Tilgungsanteile über die gesamte Laufzeit des einzelnen Leasingvertrags der Summe der Abschreibungen entspricht.

In der Kapitalflussrechnung gehen die Leasingzahlungen in Höhe des Zinsanteils in den Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und in Höhe des Tilgungsanteils in den Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit ein.

Etwaige Verlängerungsoptionen seitens Ströer werden bei der Bemessung der Leasingdauer mit einbezogen, sofern es überwiegend wahrscheinlich ist, dass Ströer diese ausüben wird. Automatische Vertragsverlängerungen bleiben demgegenüber unberücksichtigt, falls ungewiss ist, ob der Leasinggeber den Vertrag vor Inkrafttreten der Verlängerung durch fristgemäße Kündigung beenden wird. Die im IFRS 16 vorhandenen Wahlrechte bezüglich der Behandlung von Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten und Leasingvereinbarungen über Vermögenswerte mit geringem Wert werden im Ströer Konzern nicht ausgeübt.

Die Diskontierung der Leasingzahlungen erfolgt über laufzeitadäquate Grenzzinssätze. Ausgangspunkt bei der Ermittlung dieser Zinssätze sind die Grenz-Refinanzierungskosten, die bei Ströer angefallen wären, wenn Ströer den Erwerb des jeweils zugrunde liegenden Vermögenswerts für eine vergleichbare Laufzeit über einen Kredit finanziert hätte. Die praktischen Behelfe werden dergestalt ausgeübt, dass für Klassen von Leasingverhältnissen ein einheitlicher Grenzzinssatz verwendet wird. Für das in Polen bestehende OOH-Geschäft wurden aufgrund der dort wesentlichen IFRS 16-Effekte separate Grenzzinssätze ermittelt. Die im Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung eines Leasingvertrags zugrunde gelegte Zinskurve wird während der Laufzeit des Vertrags nicht an etwaige Veränderungen des Kapitalmarktes angepasst.

Im Hinblick auf das OOH-Geschäft ist das Kriterium des "identified asset" im Sinne des IFRS 16.9 sowohl für private als auch für kommunale Werberechtsverträge regelmäßig erfüllt. Während der Werbeträger-Standort bei Werberechtsverträgen auf privatem Grund und Boden regelmäßig genau im Vertrag definiert ist, sind die finalen Werbeträger-Standorte bei kommunalen Verträgen zwar in der Regel nicht explizit in den Werberechtsverträgen festgelegt, jedoch sind grundsätzlich für die Errichtung eines OOH-Werbeträgers eine Baugenehmigung sowie ggf. bauliche Maßnahmen erforderlich, wodurch der Werbeträger-Standort spätestens im Zeitpunkt der Errichtung des Werbeträgers für die verbleibende Vertragslaufzeit eindeutig definiert ist. Demgegenüber sind die Anforderungen des "substantive substitution right" im Sinne des IFRS 16.B14 bei Werberechtsverträgen im OOH-Geschäft regelmäßig nicht erfüllt. Dies gilt z. B. auch für den Werberechtsvertrag mit der Deutschen Bahn, da allein für die Versetzung eines Werbeträgers innerhalb eines Bahnhofs umfangreiche baurechtliche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und die notwendige Infrastruktur (Strom- u. Datenleitungen) angepasst werden muss.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte werden im Ströer Konzern als "zu fortgeführten Anschaffungskosten", "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" oder "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert und entsprechend bewertet. Mit Ausnahme von derivativen Finanzinstrumenten werden sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten als "zu fortgeführten Anschaffungskosten" klassifiziert. Der Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts bzw. einer finanziellen Verbindlichkeit erfolgt, wenn das Unternehmen Vertragspartner des jeweiligen Vertrags wird (Erfüllungstag). Im Falle von finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind damit verbundene Transaktionskosten in die Anschaffungskosten einzubeziehen, soweit sie direkt zurechenbar sind.

Die Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfasst Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die unter den finanziellen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesenen finanziellen Forderungen. Sie werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert, der zum Anschaffungszeitpunkt den Anschaffungskosten entspricht, angesetzt. Die Bewertung zu den folgenden Bilanzstichtagen erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Unverzinsliche oder gering verzinsliche langfristige Forderungen werden mit dem Barwert der erwarteten zukünftigen Cash-Flows angesetzt, wenn der Zinseffekt wesentlich ist. Die Fortschreibung erfolgt in diesen Fällen unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Als langfristig werden Vermögenswerte eingeordnet, die am Bilanzstichtag eine verbleibende Laufzeit von mehr als zwölf Monaten haben.

Sofern bei finanziellen Vermögenswerten, die zu Anschaffungskosten bewertet wurden, zukünftige Verluste erwartet werden, so wird eine entsprechende Wertberichtigung auf den niedrigeren voraussichtlich realisierbaren Betrag vorgenommen. Die Beurteilung, ob zukünftige Verluste erwartet werden, erfolgt auf Basis einer Analyse von Informationen über die Kreditwürdigkeit der Gegenpartei. Damit werden im Rahmen des "expected credit loss"-Ansatzes neben den bereits eingetretenen auch in der Zukunft erwartete etwaige Bewertungsverluste berücksichtigt. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Bei Wegfall der Gründe für die erfassten Wertberichtigungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" sind die sonstigen Beteiligungen in den Finanzanlagen zugeordnet. Bei den sonstigen Beteiligungen handelt es sich ausschließlich um Anteile an GmbHs bzw. vergleichbaren ausländischen Rechtsformen. Diese werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Etwaige Änderungen des Zeitwerts im Rahmen der Folgebewertung werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine erfolgswirksame Umgliederung in künftigen Perioden aufgrund der unwiderruflichen Wahlrechtsausübung zur erfolgsneutralen Erfassung findet nicht statt. Lediglich die ausgeschütteten Dividenden werden ertragswirksam bilanziert, es sei denn, die Dividende stellt offensichtlich eine Deckung eines Teils der Kosten des Investments dar. Andere Erträge oder Verluste im Zusammenhang mit der Beteiligung werden im sonstigen Ergebnis erfasst und zu keinem Zeitpunkt in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Im Rahmen des "expected credit loss"-Ansatzes werden neben den bereits eingetretenen auch in der Zukunft erwartete Bewertungsverluste berücksichtigt.

Bei den in der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" erfassten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich um derivative Finanzinstrumente, die nicht in einer Sicherungsbeziehung stehen. Diese werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei Wertänderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Zu den finanziellen Verbindlichkeiten, die "zu fortgeführten Anschaffungskosten" bewertet werden, gehören die Finanzverbindlichkeiten sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Bewertung erfolgt beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode. Der beizulegende Zeitwert wird durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cash-Flows unter Verwendung von herrschenden Marktzinssätzen berechnet. Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Transaktionskosten werden von den Anschaffungskosten abgezogen, soweit sie direkt zurechenbar sind. Unverzinsliche oder gering verzinsliche langfristige Finanzverbindlichkeiten werden auf Basis marktüblicher Zinssätze mit dem Barwert der erwarteten zukünftigen Cash-Flows angesetzt, wenn der Zinseffekt wesentlich ist. Als langfristig werden Verbindlichkeiten eingeordnet, die am Bilanzstichtag eine verbleibende Laufzeit von mehr als zwölf Monaten ausweisen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden im Ströer Konzern grundsätzlich bis zur Begleichung durch Ströer als solche ausgewiesen. Dies gilt auch für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr, unabhängig von den Vertragspartnern.

Die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt, wenn die vertraglichen Rechte auf Cash-Flows aus dem jeweiligen finanziellen Vermögenswert ausgelaufen sind, d. h. wenn der Vermögenswert realisiert wurde oder verfallen ist oder er nicht mehr in der Verfügungsmacht des Unternehmens steht. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist.

Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten werden nach der Methode des gewogenen Durchschnitts ermittelt. Ist am Bilanzstichtag der realisierbare Veräußerungspreis abzüglich noch anfallender Kosten (Nettoveräußerungspreis) niedriger, so wird auf diesen Wert abgewertet.

Latente Steuern

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 "Ertragsteuern". Sie werden auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in der IFRS-Bilanz und den steuerlichen Wertansätzen sowie auf temporäre Differenzen aus Konsolidierungsvorgängen und auf wahrscheinlich realisierbare Verlustvorträge gebildet. Latente Steuern auf Sachverhalte, die gemäß den relevanten Standards direkt im Eigenkapital zu erfassen sind, werden ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Die daraus zum Stichtag resultierenden kumulierten Beträge der direkt im Eigenkapital erfassten latenten Steuern sind der Konzern-Gesamtergebnisrechnung zu entnehmen.

Aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden in der Höhe aktiviert, in der es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Ergebnis zukünftig verfügbar sein wird, und es damit hinreichend sicher erscheint, dass die abzugsfähigen temporären Differenzen und Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können.

Der Buchwert der aktiven latenten Steuern wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des Anspruchs ermöglicht.

Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen oder bereits verabschiedeten Steuersätzen. Die Effekte aus Steuersatzänderungen werden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn sie entfallen auf Sachverhalte, die direkt im Eigenkapital zu erfassen sind. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuerforderungen gegen tatsächliche Steuerverbindlichkeiten besteht und es sich um die gleiche Steuerart und Steuerbehörde handelt.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Schulden

Langfristige Vermögenswerte (oder eine Veräußerungsgruppe) werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird und nicht durch die fortgesetzte betriebliche Nutzung.

Rückstellungen

Rückstellungen werden für Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, die wahrscheinlich zu einem Mittelabfluss führen werden und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann.

Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden in Abhängigkeit von ihrem wirtschaftlichen Gehalt, der sich aus den grundlegenden Leistungsbedingungen und Voraussetzungen des Plans ergibt, entweder als Leistungszusagen (Defined Benefit) oder als Beitragszusagen (Defined Contribution) klassifiziert.

Die versicherungsmathematische Bewertung von leistungsorientierten Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method). Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Die Pensionsverpflichtungen werden auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden vollständig erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Gewinne oder Verluste aus der Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Planes werden zum Zeitpunkt der Kürzung oder Abgeltung erfasst. Sie umfassen jede aus der Plankürzung oder -abgeltung resultierende erfolgswirksam zu erfassende Änderung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung sowie alle etwaigen, damit verbundenen versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste und etwaigen nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand.

Bei beitragsorientierten Altersversorgungssystemen (z.B. Direktversicherungen) werden die einzahlungspflichtigen Beiträge unmittelbar als Aufwand verrechnet. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden im Zusammenhang mit beitragsorientierten Verpflichtungen nicht gebildet, da der Ströer Konzern in diesen Fällen neben der Verpflichtung zur Prämienzahlung keinen weiteren Verpflichtungen unterliegt.

Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt mit der bestmöglichen Schätzung des erwarteten Mittelabflusses, oder bei längerfristigen Rückstellungen, sofern der Zinseffekt wesentlich ist, mit dem Barwert des erwarteten Mittelabflusses.

Bestehen gesetzliche oder vertragliche Verpflichtungen, am Ende der Laufzeit der Werberechtskonzession Werbeträger abzubauen und den Standort wiederherzustellen, so wird für diese Verpflichtung eine Rückstellung gebildet soweit es wahrscheinlich ist, dass die Verpflichtung tatsächlich zu erfüllen ist. Die Höhe der Rückstellung bemisst sich nach den zukünftig erwarteten Abbaukosten am Ende der Laufzeit, abgezinst auf den Zeitpunkt der erstmaligen Bildung der Rückstellung. In dieser Höhe wird die Rückstellung erfolgsneutral gebildet, da gleichzeitig eine betragsgleiche Aktivierung dieses Betrages unter den Sachanlagen erfolgt. Änderungen im Wert der Rückstellungen wirken sich unmittelbar auf den Wert der korrespondierenden Sachanlagen aus.

Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (Drohverlustrückstellungen) werden gebildet, wenn die zur Erfüllung eines Vertrages unvermeidbaren Kosten, denen sich Ströer aufgrund vertraglicher Verpflichtungen nicht entziehen kann, höher als der erwartete wirtschaftliche Nutzen sind.

Die Rückstellung für Archivierungskosten wird für die gesetzliche Verpflichtung zur Aufbewahrung der Geschäftsunterlagen gebildet.

Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Abgrenzungen, Vorauszahlungen sowie nichtfinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Eventualschulden

Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse bestätigt wird, die jedoch außerhalb des Einflussbereiches des Ströer Konzerns liegen. Ferner können gegenwärtige Verpflichtungen dann Eventualschulden darstellen, wenn die Wahrscheinlichkeit des Abflusses von Ressourcen nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung ist und/oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualschulden entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Eventualschulden werden grundsätzlich nicht in der Bilanz erfasst, sondern im Anhang erläutert.

Aktienbasierte Vergütungsformen

Die bei einer aktienbasierten Vergütungstransaktion erhaltenen oder erworbenen Güter oder Dienstleistungen werden zu dem Zeitpunkt angesetzt bzw. als Aufwand erfasst, zu dem die Güter erworben oder die Dienstleistungen erhalten wurden. Basis für die Aufwandsermittlung ist der beizulegende Zeitwert bei Gewährung der entsprechenden Zusage. Es wird eine entsprechende Zunahme im Eigenkapital erfasst, wenn die Güter oder Dienstleistungen bei einer aktienbasierten Vergütungstransaktion mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erhalten wurden. Im Falle einer aktienbasierten Vergütungstransaktion, die in bar abgegolten wird, werden die erworbenen Güter oder Dienstleistungen und die entstandene Schuld mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld angesetzt. Bis zur Begleichung der Schuld wird der beizulegende Zeitwert der Schuld zu jedem Bilanzstichtag neu bestimmt. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst.

Bei anteilsbasierten Vergütungen, die der Ströer SE & Co. KGaA das vertragliche Wahlrecht einräumen den Ausgleich in bar oder durch Ausgabe von Aktien vorzunehmen (siehe aktuelles Aktienoptionsprogramm), geht die Gesellschaft von einem Ausgleich durch Ausgabe in Aktien aus, solange sie keine andere Festlegung oder Erfüllungspraxis geschaffen hat. Insofern erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Zeitpunkt der Gewährung. Bis zur vollständigen Erdienung der aktienbasierten Ansprüche, die durch Ausgabe von Aktien erfüllt werden, erfolgt eine erfolgswirksame Verteilung des beizulegenden Zeitwerts über den Erdienungszeitraum.

Put-Optionen

Nicht beherrschenden Gesellschaftern gewährte Put-Optionen über die noch in deren Eigentum stehenden Gesellschaftsanteile werden in den Fällen, in denen Ströer nicht als wirtschaftlicher Eigentümer ("present owner") gilt, als fiktiver Erwerb am Stichtag dargestellt. Der im Eigenkapital gebildete Ausgleichsposten für diese Anteile wird ausgebucht, stattdessen wird eine Verbindlichkeit in Höhe einer fiktiven Kaufpreisverbindlichkeit eingebucht. Der kumulierte Differenzbetrag zwischen dem ausgebuchten Ausgleichsposten und der fiktiven Kaufpreisverbindlichkeit wird direkt mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Der Wert der fiktiven Kaufpreisverbindlichkeit sowie Einzelheiten zu ihrer Ermittlung werden in Abschnitt 34 dargestellt.

Übersicht ausgewählter Bewertungsmethoden

Bilanzposten Bewertungsmethode
Aktiva
Goodwill Niedrigerer Wert aus Anschaffungskosten und erzielbarem Betrag
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Sachanlagen (Fortgeführte) Anschaffungskosten
davon Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Finanzanlagen Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Vorräte Niedrigerer Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert
Zahlungsmittel Nennwert
Passiva
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Anwartschaftsbarwertmethode
Sonstige Rückstellungen Erfüllungsbetrag
Finanzverbindlichkeiten (Fortgeführte) Anschaffungskosten
davon Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) (Fortgeführte) Anschaffungskosten
davon bedingte Verbindlichkeiten aus Unternehmenskäufen Fair Value
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Sonstige Verbindlichkeiten Erfüllungsbetrag

4 Änderung von Rechnungslegungsvorschriften

Für die Erstellung des Konzernabschlusses wurden sämtliche durch das IASB und das IFRIC veröffentlichten neuen und geänderten Standards und Interpretationen angewendet, soweit diese für Geschäftsjahre beginnend am 1. Januar 2019 verpflichtend in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden oder Schätzungen

Im Geschäftsjahr 2019 hat es keine Änderungen in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden oder Schätzungen gegeben.

Übernommene Standards oder Verlautbarungen ohne Auswirkungen auf die Bilanzierung des Konzerns

Die nachfolgend aufgeführten Standards oder Verlautbarungen des IASB sind erstmals im Geschäftsjahr 2019 anzuwenden gewesen bzw. angewandt worden. Hieraus ergaben sich aber aufgrund des spezifischen Charakters der Anpassungen keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung des Konzerns:

Verbesserungen zu IFRS (Sammelstandard 2015 -2017) (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnt

Änderungen an IAS 19 - Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnt)

Änderungen an IAS 28 - Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnt)

IFRIC 23 - Bilanzierung von Unsicherheiten in Bezug auf Ertragsteuern (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnt)

Noch nicht anzuwendende Standards oder Verlautbarungen

Die nachfolgend erläuterten Standards, die vom IASB bzw. vom IFRIC verabschiedet oder geändert worden sind, waren im Berichtsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden und sind bisher von uns auch noch nicht angewandt worden. Aus der erstmaligen Anwendung dieser Standards werden sich jedoch voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben:

Änderungen aufgrund des IFRS Rahmenkonzepts (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnt (Freigabe durch die EU-Kommission ist am 29. November 2019 erfolgt))

Änderungen an IFRS 3 - Definition eines Geschäftsbetriebs (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnt (Freigabe durch die EU-Kommission ist noch nicht erfolgt))

Änderungen an IAS 1 und IAS 8 - Definition der Wesentlichkeit (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnt (Freigabe durch die EU-Kommission ist am 29. November 2019 erfolgt))

Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 - Reform der Benchmark-Zinssätze (anzuwenden auf das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnt (Freigabe durch die EU-Kommission ist am 15. Januar 2020 erfolgt))

5 Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss beinhaltet die Abschlüsse aller wesentlichen Gesellschaften, bei denen die Ströer SE & Co. KGaA mittelbar oder unmittelbar einen beherrschenden Einfluss ausübt. Zum 31. Dezember 2019 wurden neben der Ströer SE & Co. KGaA weitere 108 deutsche und 32 ausländische Tochtergesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung und fünf deutsche Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie drei assoziierte Unternehmen im Wege der at-Equity-Bilanzierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Der Ströer Konzern hält an sämtlichen vollkonsolidierten Gesellschaften mehr als 50 Prozent der Anteile und übt damit die Beherrschung im Sinne des IFRS 10 auf Basis der jeweiligen Mehrheit der Stimmrechte in den entsprechenden Gremien der Gesellschaften aus.

Die Angabe der Kapitalanteile erfolgt in Übereinstimmung mit §16 Absatz 4 Aktiengesetz. Es wird also jeweils der Anteil des direkten Mutterunternehmens angegeben und nicht der durchgerechnete Anteil.

Vollkonsolidierte Unternehmen

Kapitalanteil
v. H.
Firma Sitz Land 31.12.2019 31.12.2018
4EVER YOUNG GmbH München Deutschland 75,0 75,0
Adscale Laboratories Ltd. Christchurch Neuseeland 100,0 100,0
ahuhu GmbH Unterföhring Deutschland 70,0 70,0
Ambient-TV Sales & Services GmbH Hamburg Deutschland 70,0 70,0
andre media Nord GmbH München Deutschland - 100,0
Asam Betriebs-GmbH Beilngries Deutschland 100,0 100,0
Asam GmbH (i.L.) Beilngries Deutschland 51,0 51,0
ASAMBEAUTY GmbH Unterföhring Deutschland 100,0 100,0
Assur Eco Conceil S.A.S.U. Metz Frankreich 100,0 100,0
Avedo Augsburg GmbH 2 Augsburg Deutschland 100,0 100,0
Avedo Bremerhaven GmbH 2 Bremerhaven Deutschland 100,0 100,0
AVEDO Essen GmbH Essen Deutschland 100,0 100,0
Avedo Frankfurt Oder GmbH 2 Frankfurt/Oder Deutschland 100,0 100,0
AVEDO Gelsenkirchen GmbH Gelsenkirchen Deutschland 100,0 100,0
Avedo Gera GmbH 2 Gera Deutschland 100,0 100,0
Avedo Hamburg GmbH 2 Hamburg Deutschland 100,0 100,0
Avedo Hof GmbH 2 Hof Deutschland 100,0 100,0
Avedo II GmbH Pforzheim Deutschland 100,0 100,0
Avedo Itzehoe GmbH 2 Itzehoe Deutschland 100,0 100,0
Avedo Jena GmbH 2 Jena Deutschland 100,0 100,0
Avedo Köln GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
Avedo Leipzig GmbH Leipzig Deutschland 100,0 100,0
AVEDO Leipzig West GmbH Leipzig Deutschland 100,0 100,0
Avedo München GmbH München Deutschland 100,0 100,0
Avedo Münster GmbH 2 Münster Deutschland 100,0 100,0
Avedo Neubrandenburg GmbH 2 Neubrandenburg Deutschland 100,0 100,0
AVEDO PALMA S.A Palma de Mallorca Spanien 100,0 100,0
Avedo Rostock GmbH Rostock Deutschland 100,0 100,0
Avedo Rügen GmbH 2 Lietzow Deutschland 100,0 100,0
B.A.B. MaxiPoster Werbetürme GmbH Hamburg Deutschland 100,0 100,0
BHI Beauty & Health Investment Group Management GmbH Unterföhring Deutschland 51,0 51,0
BIG Poster GmbH Stuttgart Deutschland - 100,0
BlowUP Media Belgium BVBA Antwerpen Belgien 80,0 80,0
BlowUP Media Benelux B.V. Amsterdam Niederlande 100,0 100,0
BlowUP Media Espana S.A. Madrid Spanien - 100,0
BlowUP Media GmbH 1 Köln Deutschland 100,0 100,0
BlowUP Media U.K. Ltd. London Großbritannien 100,0 100,0
Boojum Kft. Budapest Ungarn 60,0 60,0
Business Advertising GmbH Düsseldorf Deutschland 65,7 65,7
Business Power GmbH Düsseldorf Deutschland 100,0 100,0
C2E Est S.A.S.U. Metz Frankreich - 100,0
C2E Ile de France S.A.S.U. Metz Frankreich - 100,0
C2E Nord S.A.S.U. Metz Frankreich - 100,0
C2E Ouest S.A.S.U. Metz Frankreich - 100,0
C2E Pas-de-Calais S.A.S.U. Metz Frankreich - 100,0
C2E Sud-Ouest S.A.S.U. Metz Frankreich - 100,0
Conexus AS Drammen Norwegen - 54,8
Conexus Norge AS Drammen Norwegen - 100,0
Conexus Vietnam Company Limited Ho Chi Minh Vietnam - 100,0
Content Fleet GmbH Hamburg Deutschland 90,0 100,0
Courtier en Economie d'Energie S.A.S.U. Metz Frankreich 100,0 100,0
D+S 360° Webservice GmbH 2 Hamburg Deutschland 100,0 100,0
Delta Concept S.a.r.l. Sassenage Frankreich 55,0 55,0
DERG Vertriebs GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
DSA Schuldisplay GmbH Hamburg Deutschland 51,0 51,0
DSM Deutsche Städte Medien GmbH Frankfurt Deutschland 100,0 100,0
DSM Krefeld Außenwerbung GmbH Krefeld Deutschland 51,0 51,0
DSM Rechtegesellschaft mbH Köln Deutschland 100,0 100,0
DSM Werbeträger GmbH & Co. KG Köln Deutschland 100,0 100,0
DSM Zeit und Werbung GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
ECE flatmedia GmbH Hamburg Deutschland 75,1 75,1
Edgar Ambient Media Group GmbH (vormals: UAM Media Group GmbH) Hamburg Deutschland 82,4 87,4
Erdbeerlounge GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
FA Business Solutions GmbH Würzburg Deutschland 50,0 50,0
Fahrgastfernsehen Hamburg GmbH Hamburg Deutschland 100,0 100,0
Foodist GmbH Hamburg Deutschland - 100,0
grapevine marketing GmbH München Deutschland 62,2 50,2
Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH Hamburg Deutschland 75,1 75,1
HanXX Media GmbH Köln Deutschland 51,0 -
iBillBoard Internet Reklam Hizmetleri ve Bilisim Teknolojileri A.S. Istanbul Türkei 96,0 96,0
iBillBoard Poland Sp. z.o.o. Warschau Polen 100,0 100,0
Immoclassic S.A. Luxemburg Luxemburg 100,0 100,0
Indoor Media Deutschland GmbH Hamburg Deutschland - 100,0
INFOSCREEN GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
InnoBeauty GmbH Unterföhring Deutschland 100,0 100,0
Interactive Media CCSP GmbH Köln Deutschland 94,2 94,2
Internet BillBoard a.s. Ostrau Tschechien 100,0 100,0
INTREN Informatikai Tanacsadö es Szolgaltatö Kft. Budapest Ungarn 50,9 50,9
kajomi GmbH Planegg Deutschland 90,0 51,0
Klassenfreunde.ch GmbH Alpnach Schweiz 100,0 100,0
Klassträffen Sweden AB Stockholm Schweden 100,0 100,0
Kultur-Medien Hamburg GmbH Gesellschaft für Kulturinformationsanlagen Hamburg Deutschland - 100,0
Linkz Internet Reklam Hizmetleri ve Bilisim Teknolojileri A.S. Istanbul Türkei - 100,0
LSP Digital GmbH & Co. KG Hamburg Deutschland 100,0 -
LSP Digital Management GmbH Hamburg Deutschland 100,0 -
Lunenburg und Partner Media-Service GmbH Berlin Deutschland - 100,0
M. Asam GmbH Unterföhring Deutschland 100,0 100,0
MBR Targeting GmbH Berlin Deutschland 100,0 100,0
MediaSelect Media-Agentur GmbH Baden-Baden Deutschland 75,1 75,1
Media-Direktservice GmbH Köln Deutschland 100,0 -
Mercury Beteiligungs GmbH Leipzig Deutschland 85,3 75,0
mYouTime AS Drammen Norwegen - 64,3
Nachsendeauftrag DE Online GmbH Köln Deutschland 100,0 60,0
Neo Advertising GmbH Hamburg Deutschland 79,9 79,9
Omnea GmbH Berlin Deutschland 89,4 80,0
OPS Online Post Service GmbH (vormals: T&E Net Services GmbH) Berlin Deutschland 100,0 60,0
optimise-it GmbH Hamburg Deutschland 100,0 100,0
Outsite Media GmbH Mönchengladbach Deutschland 51,0 51,0
P.O.S. MEDIA GmbH Gesellschaft für Außenwerbung und Plakatservice Baden-Baden Deutschland - 100,0
Permodo GmbH München Deutschland 100,0 76,0
Plakativ Media GmbH München Deutschland - 100,0
PosterSelect Media-Agentur für Außenwerbung GmbH Baden-Baden Deutschland 75,1 75,1
Ranger Marketing & Vertriebs GmbH Düsseldorf Deutschland 100,0 100,0
Ranger Marketing France S.A.S.U. Bagneux Frankreich 100,0 100,0
RegioHelden GmbH Stuttgart Deutschland 100,0 100,0
Retail Media GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
RZV Digital Medya ve Reklam Hizmetleri A.S. Istanbul Türkei - 100,0
Sales Holding GmbH Düsseldorf Deutschland 100,0 100,0
Seeding Alliance GmbH Köln Deutschland 70,0 70,0
SEM Internet Reklam Hizmetleri ve Danismanlik A.S. Istanbul Türkei 100,0 100,0
Service Planet GmbH Düsseldorf Deutschland 100,0 100,0
SF Beteiligungs GmbH Köln Deutschland - 87,7
SIGN YOU mediascreen GmbH Oberhausen Deutschland 100,0 100,0
Smartplace GmbH Düsseldorf Deutschland 100,0 100,0
SMD Rechtegesellschaft mbH Köln Deutschland 100,0 100,0
SMD Werbeträger GmbH & Co. KG Köln Deutschland 100,0 100,0
SRG Rechtegesellschaft mbH Köln Deutschland 100,0 100,0
SRG Werbeträger GmbH & Co. KG Köln Deutschland 100,0 100,0
Statista GmbH Köln Deutschland 100,0 81,3
Statista Inc. New York USA 100,0 100,0
Statista Ltd. London Großbritannien 100,0 100,0
Statista Pte. Ltd. Singapur Singapur 100,0 -
Statista S.a.r.l. Paris Frankreich 100,0 100,0
StayFriends GmbH Berlin Deutschland 100,0 100,0
Ströer Content Group GmbH 1 Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer DERG Media GmbH Kassel Deutschland 100,0 100,0
Ströer Deutsche Städte Medien GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Dialog Group GmbH Leipzig Deutschland 100,0 100,0
STRÖER Dialog Solutions GmbH 2 Hamburg Deutschland 100,0 100,0
STRÖER Dialog Verwaltung Hamburg GmbH 2 Hamburg Deutschland 100,0 100,0
Ströer Digital Commerce GmbH 1 Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Digital Group GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Digital International GmbH 1 Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Digital Media GmbH Hamburg Deutschland 100,0 100,0
Ströer Digital Operations Sp. z.o.o. (i.L.) Warschau Polen 100,0 100,0
Ströer Digital Publishing GmbH 1 Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Digital Services Sp. z.o.o. (i.L.) Warschau Polen 100,0 100,0
Ströer Kulturmedien GmbH Köln Deutschland - 100,0
Ströer media brands apps d.o.o. (vormals: MT Mobile Ticketing j.d.o.o.) Zagreb Kroatien 100,0 100,0
Ströer media brands GmbH Berlin Deutschland 100,0 100,0
Ströer Media Deutschland GmbH 1 Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Media Sp. z.o.K. Warschau Polen 100,0 100,0
Ströer Mobile Performance GmbH Köln Deutschland - 100,0
Ströer Netherlands B.V. Amsterdam Niederlande 100,0 100,0
Ströer Netherlands C.V. Amsterdam Niederlande 100,0 100,0
Ströer News Publishing GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Next Publishing GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Performance Group GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Polska Sp. z.o.o. 1 Warschau Polen 100,0 100,0
Ströer Products GmbH Berlin Deutschland 75,0 75,0
Ströer Sales & Services GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
STRÖER SALES France S.A.S.U. Bagneux Frankreich 100,0 100,0
Ströer Sales Group GmbH 1 Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Social Publishing GmbH Berlin Deutschland 100,0 72,0
Ströer SSP GmbH München Deutschland 100,0 100,0
Ströer Venture GmbH 1 Köln Deutschland 100,0 100,0
Ströer Werbeträgerverwaltungs GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
stylefruits GmbH München Deutschland 100,0 100,0
SuperM&N UG (haftungsbeschränkt) Köln Deutschland 51,0 51,0
Trombi Acquisition SARL Paris Frankreich 100,0 100,0
TUBE ONE Networks GmbH Köln Deutschland 75,0 75,0
Tubevertise GmbH Köln Deutschland 100,0 100,0
UAM Digital GmbH Hamburg Deutschland - 100,0
UAM Experience GmbH Hamburg Deutschland - 100,0
Vendi S.A.S.U. Paris Frankreich 100,0 100,0
Yieldlove GmbH Hamburg Deutschland 51,0 51,0

1 An diesen Gesellschaften ist die Ströer SE & Co. KGaA unmittelbar beteiligt.
2 Bei diesen Gesellschaften handelt es sich um nicht-fortgeführte Aktivitäten gem. IFRS 5.

Im Berichtsjahr wurden die blowUP Media Espana S.A., Madrid, die Conexus AS, Drammen, die Conexus Norge AS, Drammen, die Conexus Vietnam Company Limited, Ho Chi Minh, die Foodist GmbH, Hamburg, die Linkz Internet Reklam Hizmetleri ve Bilisim Teknolojileri A.S., Istanbul, die mYouTime AS, Drammen, die RZV Digital Medya ve Reklam Hizmetleri A.S., Istanbul, die SF Beteiligungs GmbH, Köln, sowie die Ströer Mobile Performance GmbH, Köln, veräußert. Durch konzerninterne Verschmelzungen sind im Geschäftsjahr 2019 folgende Unternehmen von einer anderen Konzerngesellschaft aufgenommen worden:

andre media Nord GmbH, München

BIG Poster GmbH, Stuttgart

C2E Est S.A.S.U., Metz, Frankreich

C2E Ile de France S.A.S.U., Metz, Frankreich

C2E Nord S.A.S.U., Metz, Frankreich

C2E Ouest S.A.S.U., Metz, Frankreich

C2E Pas-de-Calais S.A.S.U., Metz, Frankreich

C2E Sud-Ouest S.A.S.U., Metz, Frankreich

Indoor Media Deutschland GmbH, Hamburg

Kultur-Medien Hamburg GmbH Gesellschaft für Kulturinformationsanlagen, Hamburg

Lunenburg und Partner Media-Service GmbH, Berlin

Plakativ Media GmbH, München

P.O.S. MEDIA GmbH Gesellschaft für Außenwerbung und Plakatservice, Baden-Baden

Ströer Kulturmedien GmbH, Köln

TESTROOM GmbH, Hamburg

UAM Digital GmbH, Hamburg

UAM Experience GmbH, Hamburg

Tochterunternehmen mit wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss

Die nachfolgenden Finanzinformationen beziehen sich auf Tochterunternehmen mit wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss bzw. bei Obergesellschaften eines Teilkonzerns auf die entsprechende Gruppe von Unternehmen:

Anteile ohne beherrschenden Einfluss
(in %)
Firma/Obergesellschaft des Teilkonzerns Sitz Land 31.12.2019 31.12.2018
BHI Beauty & Health Investment Group Management GmbH (AsamBeauty) Unterföhring Deutschland 49 49
InteractiveMedia CCSP GmbH Darmstadt Deutschland 6 6
Mercury Beteiligungs GmbH (Avedo) Leipzig Deutschland 15 25
Edgar Ambient Media Group GmbH Hamburg Deutschland 18 13

Die Finanzinformationen zu Tochterunternehmen beziehungsweise zur jeweiligen Gruppe von Unternehmen mit wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss ergeben sich aus Konzernsicht (nach Konsolidierung, jedoch vor Berücksichtigung von Put-Optionen) wie folgt:

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Kumulierter Saldo der wesentlichen Anteile ohne beherrschenden Einfluss
Avedo Gruppe -2.019 -7.353
BHI Gruppe (AsamBeauty) 11.794 13.115
InteractiveMedia Gruppe 12.909 13.803
EAM Gruppe 2.388 1.874
In TEUR 2019 2018
Den wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zurechenbare (+) Gewinne / (-) Verluste
Avedo Gruppe 2.382 144
BHI Gruppe (AsamBeauty) 3.902 4.319
InteractiveMedia Gruppe 2.908 2.679
EAM Gruppe 1.012 659

Nachfolgend finden sich Finanzinformationen dieser Tochterunternehmen beziehungsweise der Gruppe von Unternehmen in zusammengefasster Form. Die Darstellung basiert auf Angaben vor Schulden-, Aufwandsund Zwischenergebniseliminierung sowie vor Berücksichtigung von Put-Optionen auf Anteile von nicht beherrschenden Gesellschaftern.

Zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung für die Geschäftsjahre:

2019

In TEUR Avedo Gruppe BHI Gruppe (AsamBeauty) InteractiveMedia Gruppe EAM Gruppe
Umsatzerlöse 239.442 117.687 335.487 53.029
Umsatzkosten -195.172 -64.644 -297.046 -31.459
Vertriebs- und Verwaltungskosten -32.482 -45.986 -54.671 -19.546
Sonstiges betriebliches Ergebnis -691 4.233 16.947 -193
Finanzergebnis 586 188 662 255
Ergebnis vor Steuern 11.683 11.478 1.378 2.085
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 169 -853 278 -703
Ergebnis nach Steuern 11.852 10.625 1.656 1.382
Gesamtergebnis 11.852 10.625 1.656 1.382
Davon entfallen auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss 1.742 5.206 96 243
An die Inhaber der Anteile ohne beherrschenden Einfluss gezahlte Dividenden 838 5.310 440 431

2018

In TEUR Avedo Gruppe 1 BHI Gruppe (AsamBeauty) InteractiveMedia Gruppe EAM Gruppe
Umsatzerlöse 197.753 97.753 302.336 49.099
Umsatzkosten -168.293 -55.220 -265.508 -32.301
Vertriebs- und Verwaltungskosten -30.772 -34.671 -58.172 -15.967
Sonstiges betriebliches Ergebnis 7.969 2.800 21.578 1.551
Finanzergebnis -3.119 369 -495 -247
Ergebnis vor Steuern 3.538 11.030 -261 2.135
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -540 447 1.101 510
Ergebnis nach Steuern 2.998 11.477 840 2.645
Gesamtergebnis 2.998 11.477 840 2.645
Davon entfallen auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss 750 5.624 49 333
An die Inhaber der Anteile ohne beherrschenden Einfluss gezahlte Dividenden 521 5.033 1.312 0

1 Aufgrund der Einstufung der D+S 360° Gruppe als nicht-fortgeführte Aktivität im Sinne des IFRS 5 wurden die Beträge der Avedo Gruppe rückwirkend um die Zahlen der D+S 360° Gruppe bereinigt.

Zusammengefasste Bilanz zum Stichtag:

31.12.2019

In TEUR Avedo Gruppe BHI Gruppe (AsamBeauty) InteractiveMedia Gruppe EAM Gruppe
Langfristige Vermögenswerte 379.276 61.031 286.682 17.413
Kurzfristige Vermögenswerte 298.575 69.069 225.322 18.587
Langfristige Verbindlichkeiten 259.151 4.597 14.677 8.781
Kurzfristige Verbindlichkeiten 229.666 69.605 217.714 19.064
Eigenkapital 189.035 55.897 279.613 8.156
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens 161.247 28.508 263.395 6.720
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 27.788 27.389 16.218 1.436

31.12.2018

In TEUR Avedo Gruppe BHI Gruppe (AsamBeauty) InteractiveMedia Gruppe EAM Gruppe
Langfristige Vermögenswerte 417.750 58.350 301.025 19.264
Kurzfristige Vermögenswerte 179.086 57.796 194.428 14.080
Langfristige Verbindlichkeiten 266.942 4.648 24.354 10.312
Kurzfristige Verbindlichkeiten 211.305 52.841 191.004 15.256
Eigenkapital 118.589 58.658 280.095 7.777
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens 88.942 29.916 263.850 6.797
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 29.647 28.742 16.245 980

Zusammengefasste Kapitalflussrechnung:

31.12.2019

In TEUR Avedo Gruppe BHI Gruppe (AsamBeauty) InteractiveMedia Gruppe EAM Gruppe
Laufende Geschäftstätigkeit 19.143 9.060 31.733 7.504
Investitionstätigkeit -3.377 -8.840 -24.564 -2.603
Finanzierungstätigkeit 246 -317 7 -300
Nettozahlungsströme gesamt 16.012 -96 7.176 4.600

31.12.2018

In TEUR Avedo Gruppe 1 BHI Gruppe (AsamBeauty) InteractiveMedia Gruppe EAM Gruppe
Laufende Geschäftstätigkeit 12.023 4.552 28.844 3.186
Investitionstätigkeit -3.636 -2.815 -30.952 -1.022
Finanzierungstätigkeit -1.391 -12.106 3 -1.016
Nettozahlungsströme gesamt 6.996 -10.368 -2.104 1.148

1 Aufgrund der Einstufung der D+S 360° Gruppe als nicht-fortgeführte Aktivität im Sinne des IFRS 5 wurden die Beträge der Avedo Gruppe rückwirkend um die Zahlen der D+S 360° Gruppe bereinigt.

Gemeinschaftsunternehmen

Die nachfolgend aufgeführten Gemeinschaftsunternehmen sind überwiegend im Bereich der Vermarktung von Out-of-Home Medien tätig. Die Anteile an den gemeinschaftlich geführten Unternehmen werden nach der at-Equity-Methode im Konzernabschluss bilanziert.

Kapitalanteil
v. H.
Firma Sitz Land 31.12.2019 31.12.2018
DSMDecaux GmbH München Deutschland 50 50
mediateam Werbeagentur GmbH/ Ströer Media Deutschland GbR Berlin Deutschland 50 50
Trierer Gesellschaft für Stadtmöblierung mbH (i.L.) Trier Deutschland 50 50
X-City Marketing Hannover GmbH Hannover Deutschland 50 50
OS Data Solutions GmbH & Co. KG Hamburg Deutschland 50 -

Die folgenden Tabellen zeigen Finanzinformationen der DSMDecaux GmbH, X-City Marketing Hannover GmbH sowie der weiteren Gemeinschaftsunternehmen auf Basis des in Übereinstimmung mit IFRS aufgestellten Einzelabschlusses sowie die Überleitung dieser Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils an diesen Gemeinschaftsunternehmen:

31.12.2019

In TEUR DSMDecaux GmbH X-City Marketing Hannover GmbH weitere Gemeinschaftsunternehmen Summe
Langfristige Vermögenswerte 28.956 33.664 32 62.652
Kurzfristige Vermögenswerte 15.039 7.923 3.468 26.430
Langfristige Verbindlichkeiten 22.482 24.052 702 47.236
Kurzfristige Verbindlichkeiten 5.962 6.125 882 12.969
Eigenkapital 15.552 11.410 1.915 28.877
Anteil des Konzerns 50 % 50 % 50 % 50 %
Anteil des Konzerns am Eigenkapital 7.776 5.705 958 14.439
Restbuchwert der zugeordneten stillen Reserven abzüglich latente Steuern 3.103 0 0 3.103
Goodwill 4.458 1.479 288 6.225
Buchwert der Anteile an at-Equity-bilanzierten Unternehmen 15.337 7.184 1.246 23.767

31.12.2018

In TEUR DSMDecaux GmbH X-City Marketing Hannover GmbH weitere Gemeinschaftsunternehmen Summe
Langfristige Vermögenswerte 29.448 35.139 542 65.129
Kurzfristige Vermögenswerte 14.194 4.636 1.601 20.431
Langfristige Verbindlichkeiten 22.825 25.468 116 48.409
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.667 5.420 250 12.337
Eigenkapital 14.151 8.886 1.777 24.814
Anteil des Konzerns 50 % 50 % 50 % 50 %
Anteil des Konzerns am Eigenkapital 7.075 4.443 889 12.407
Restbuchwert der zugeordneten stillen Reserven abzüglich latente Steuern 3.903 0 0 3.903
Goodwill 4.458 1.479 288 6.225
Buchwert der Anteile an at-Equity-bilanzierten Unternehmen 15.436 5.922 1.177 22.535

2019

In TEUR DSMDecaux GmbH X-City Marketing Hannover GmbH weitere Gemeinschaftsunternehmen Summe
Umsatzerlöse 26.917 14.995 2.806 44.718
Umsatzkosten -6.157 -7.243 -1.148 -14.548
Vertriebs- und Verwaltungskosten -1.849 -3.842 -1.500 -7.191
Sonstiges betriebliches Ergebnis 227 754 113 1.094
Finanzergebnis -480 -551 -6 -1.037
Ergebnis vor Steuern 18.658 4.113 265 23.036
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.368 -1.590 -37 -7.995
Ergebnis nach Steuern 12.290 2.523 228 15.041
Anteil des Konzerns am Ergebnis 6.145 1.262 114 7.521
Planmäßige Abschreibung auf stille Reserven -1.185 0 0 -1.185
Erfolgswirksame latente Steuern 385 0 0 385
Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen 5.345 1.262 114 6.721

2018

In TEUR DSMDecaux GmbH X-City Marketing Hannover GmbH weitere Gemeinschaftsunternehmen Summe
Umsatzerlöse 24.354 12.700 1.008 38.062
Umsatzkosten -6.099 -6.873 -554 -13.526
Vertriebs- und Verwaltungskosten -1.872 -3.629 -172 -5.672
Sonstiges betriebliches Ergebnis 46 383 21 449
Finanzergebnis -503 -561 -3 -1.067
Ergebnis vor Steuern 15.925 2.020 300 18.245
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -5.280 -714 -71 -6.065
Ergebnis nach Steuern 10.645 1.307 229 12.180
Anteil des Konzerns am Ergebnis 5.322 653 114 6.090
Planmäßige Abschreibung auf stille Reserven -1.185 0 0 -1.185
Erfolgswirksame latente Steuern 385 0 0 385
Anteil am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen 4.522 653 114 5.290

Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen "Anteile an at-Equity-bilanzierten Unternehmen" enthalten neben diesen Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen zudem auch die Anteile an assoziierten Unternehmen. Des Weiteren enthalten die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen "Anteile am Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen" neben diesen Ergebnis-Anteilen von Gemeinschaftsunternehmen auch die Ergebnis-Anteile an assoziierten Unternehmen. Wir verweisen diesbezüglich auf den nachfolgenden Abschnitt "Assoziierte Unternehmen".

Der Konzern hat im Berichtsjahr TEUR 5.444 (Vj.: TEUR 5.509) an Brutto-Dividende von der DSMDecaux GmbH erhalten. In den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 3.329 (Vj.: TEUR 2.881) enthalten. Im Berichtsjahr und in 2018 bestanden keine Eventualverbindlichkeiten oder Kapitalverpflichtungen.

Der Konzern hat im Berichtsjahr TEUR 0 (Vj.: TEUR 500) an Brutto-Dividende von der X-City Marketing Hannover GmbH erhalten. In den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 4.015 (Vj.: TEUR 3.903) enthalten. Im Berichtsjahr und in 2018 bestanden keine Eventualverbindlichkeiten oder Kapitalverpflichtungen.

Der Konzern hat im Berichtsjahr TEUR 47 (Vj.: TEUR 59) an Brutto-Dividende von den weiteren Gemeinschaftsunternehmen erhalten. Es bestanden im Berichtsjahr und in 2018 keine Eventualverbindlichkeiten oder Kapitalverpflichtungen.

Assoziierte Unternehmen

Die nachfolgend aufgeführten assoziierten Unternehmen werden nach der at-Equity-Methode im Konzernabschluss bilanziert und sind für den Ströer Konzern von untergeordneter Bedeutung:

Kapitalanteil
v. H.
Firma Sitz Land 31.12.2019 31.12.2018
Beauty Mates GmbH Alling Deutschland 40 40
eValue 2nd Fund GmbH (i.L.) 1 Berlin Deutschland 33 33
Instytut Badän Outdooru IBO Sp. z.o.o. Warschau Polen 50 50
OSD Holding Pte. Ltd Singapur Singapur - 36

1 An dieser Gesellschaft ist die Ströer SE & Co. KGaA unmittelbar beteiligt.

Der Buchwert der assoziierten Unternehmen, die nach der at-Equity-Methode bilanziert werden, beträgt TEUR 1.322 (Vj.: TEUR 1.684).

Der Anteil am Ergebnis der assoziierten Unternehmen, die nach der at-Equity-Methode bilanziert werden, beträgt TEUR 144 (Vj.: TEUR -177).

6 Wesentliche Unternehmenserwerbe und -Veräußerungen

6.1 Unternehmenserwerbe

Transaktionen mit Kontrollwechsel

Media-Direktservice GmbH

Der Ströer Konzern hat mit Erwerbszeitpunkt zum 20. Mai 2019 die übrigen 74,9 Prozent der Anteile an der Media-Direktservice GmbH, Köln, erworben. Gegenstand der Gesellschaft ist der Vertrieb von Außen- und Onlinewerbung inkl. der Bereitstellung von Webseiten und Verzeichniseinträgen. Die Gesellschaft vervollständigt die Dienstleistungen im Segment OOH Media. Der vorläufige Kaufpreis für die Anteile einschließlich der Ablösung von Finanzverbindlichkeiten beläuft sich auf 7,9 Millionen Euro. Der Kaufpreis wurde per Banküberweisung beglichen. Er kann sich aufgrund von vertraglichen Anpassungsklauseln (Earn-Out-Vereinbarung auf Basis des Umsatzes bzw. des EBIT sowie hinsichtlich etwaiger struktureller Anpassungen durch die Käuferin) in den nächsten zwei Jahren noch um 3,5 Millionen Euro erhöhen. Die Neubewertung der Anteile, die bereits vor dem Unternehmenszusammenschluss gehalten wurden, ergab eine Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts um 2,2 Millionen Euro. Dieser Wertzuwachs ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst worden.

Die nachfolgende Aufstellung enthält die konsolidierten vorläufigen Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden der Media-Direktservice GmbH im Zeitpunkt des Erwerbs:

In TEUR Buchwert im Erwerbszeitpunkt Anpassung aus Kaufpreisallokation Buchwert in der Ströer Konzernbilanz
Immaterielle Vermögenswerte 0 2.866 2.866
Sachanlagen 396 396
Latente Steueransprüche 1.003 1.003
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.827 2.827
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 17 17
Zahlungsmittel 893 893
Latente Steuerverbindlichkeiten 0 930 930
Sonstige Rückstellungen 29 29
Finanzverbindlichkeiten 4.342 4.342
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 65 65
Sonstige Verbindlichkeiten 89 89
Erworbenes Reinvermögen 611 1.936 2.547

Die Buchwerte der übernommenen Forderungen und der sonstigen nichtfinanziellen Vermögenswerte entsprechen jeweils ihren beizulegenden Zeitwerten. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen stellt gleichzeitig die beste Schätzung für die erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse aus diesen Forderungen dar.

Aufgrund des Umfangs und der Komplexität der Geschäftsprozesse ist die Kaufpreisallokation hinsichtlich der Identifikation und der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert noch vorläufig. Somit können sich die Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden sowie der Goodwill noch ändern. Bei den bisher identifizierten immateriellen Vermögenswerten handelt es sich um einen Kundenstamm werbungtreibender Kunden im Regionalgeschäft der Media-Direktservice GmbH mit einer Nutzungsdauer von vier Jahren.

Auch die Bewertung der Earn-Out-Verbindlichkeit ist aufgrund des Umfangs und der Komplexität der Geschäftsprozesse noch vorläufig.

Der Goodwill beruht auf den positiven Aussichten, durch Hebung weiterer Synergien zusätzliche Cash-Flows generieren zu können.

Der Goodwill ist dem Segment OOH Media zugeordnet. Die Ermittlung erfolgt nach der Purchased-Goodwill-Methode und leitet sich wie folgt ab:

In TEUR
Kaufpreis einschließlich Ablösung von Gesellschafterdarlehen 7.861
Vertraglich vereinbarte bedingte Kaufpreiszahlungen in späteren Perioden 3.500
Beizulegender Zeitwert der Altanteile nach Neubewertung 2.233
Erworbenes Reinvermögen 2.547
Goodwill 11.047

Weitere Unternehmenserwerbe

Über den oben dargestellten Unternehmenserwerb hinaus hat der Ströer Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr Anteile an den Unternehmen TESTROOM GmbH (75,0 Prozent), HanXX Media GmbH (51,0 Prozent) und LSP Digital GmbH & Co. KG sowie die zugehörige Komplementär-GmbH (beide 100,0 Prozent) erworben. Zudem wurde der Geschäftsbereich Amirage im Wege eines Asset Deals erworben.

Die TESTROOM GmbH wurde nach Erwerb von 75,0 Prozent der Anteile auf die Content Fleet GmbH gegen Ausgabe neuer Anteile verschmolzen. In diesem Zusammenhang hat der nicht beherrschende Gesellschafter der TESTROOM GmbH seine verbliebenen Anteile gegen neue Anteile der Content Fleet GmbH getauscht. Hinsichtlich dieser neuen Anteile bestehen Call- bzw. Put-Optionen, die abhängig vom Eintritt definierter Bedingungen in den nächsten Jahren ausgeübt werden können.

Die Kaufpreisallokationen sind hinsichtlich der Identifikation und der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert für die TESTROOM GmbH, HanXX Media GmbH und LSP Digital GmbH & Co. KG noch vorläufig. Somit können sich die Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden sowie der Goodwill hinsichtlich der vorläufigen Kaufpreisallokationen noch ändern. Für den Erwerb der Amirage ist die Kaufpreisallokation endgültig.

Während der Goodwill der TESTROOM GmbH und der LSP Digital GmbH & Co. KG dem Segment Digital OOH & Content zugeordnet sind, ist der Goodwill der HanXX GmbH dem Segment OOH Media zugeordnet. Der Goodwill des Geschäftsbereichs Amirage ist dem Segment Direct Media zugeordnet. Der im Jahr 2019 im Rahmen der vier Transaktionen erworbene Goodwill ist jeweils nach der Purchased-Goodwill-Methode ermittelt worden und leitet sich wie folgt ab:

In TEUR
Kaufpreise einschließlich Ablösung von Finanzverbindlichkeiten 7.564
Anteiliger Wert der nicht beherrschenden Anteile 548
Erworbenes Reinvermögen 5.545
Goodwill 2.567

Der Goodwill beruht auf den positiven Aussichten, entsprechend der Wachstumsstrategie des Ströer Konzerns im Segment Digital OOH & Content, im Segment Out-of-Home Media und im Segment Direct Media durch Hebung weiterer Synergien zusätzliche Cash-Flows generieren zu können.

Zusammenfassende Angaben

Die vertraglich vereinbarten Kaufpreise für Unternehmenserwerbe mit Kontrollwechsel betragen einschließlich der Zahlungen in späteren Perioden (ohne Berücksichtigung der Anpassung von Earn-Out-Zahlungen) und der Ablösung von Finanzverbindlichkeiten insgesamt TEUR 18.925 (Vj.: TEUR 78.791). Für die Erwerbe sind im Geschäftsjahr Transaktionskosten von insgesamt TEUR 526 angefallen, die in den Verwaltungskosten erfasst sind.

Die Auswirkungen auf den Cash-Flow aus Investitionstätigkeit stellen sich wie folgt dar:

In TEUR 2019 2018
Gesamtsumme der Kaufpreise einschließlich Ablösung von Gesellschafterdarlehen -15.426 -70.180
Gesamtsumme der Ablösung von Bankdarlehen und übrigen Darlehen 0 -3.560
Gesamtsumme der erworbenen Zahlungsmittel 1.238 4.870
Veränderung Zahlungsmittel für Akquisitionen in Vorjahren 0 -1.568
Saldierter Zahlungsmittelabfluss aus Unternehmenserwerben -14.188 -70.438

Die Gesamtsumme der zugehenden Vermögenswerte und Schulden ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung, wobei die Kaufpreisallokationen für das Jahr 2019 teilweise noch vorläufig sind:

In TEUR 2019 2018
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 0 270
Übrige immaterielle Vermögenswerte 5.533 23.744
Sachanlagen 2.446 18.897
Finanzanlagen 0 8
Latente Steueransprüche 1.003 3.877
Vorräte 387 325
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.018 41.964
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 100 1.891
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 339 2.670
Laufende Ertragssteueransprüche 32 123
Zahlungsmittel 1.238 4.870
Sonstige Rückstellungen 535 5.291
Latente Steuerverbindlichkeiten 1.702 7.319
Finanzverbindlichkeiten 4.592 34.350
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 368 22.091
Sonstige Verbindlichkeiten 765 7.740
Laufende Ertragssteuerverbindlichkeiten 43 718
Erworbenes Reinvermögen 8.092 21.130

Die übernommenen Vermögenswerte und Schulden sämtlicher neu erworbener Unternehmen sowie deren Goodwill wurden entsprechend ihrer jeweiligen Einbindung in den Ströer Konzern den Zahlungsmittel generierenden Einheiten "Out-of-Home Media" (HanXX GmbH und Media-Direktservice GmbH), "Digital OOH & Content" (TESTROOM GmbH und LSP Digital GmbH & Co. KG) und "Direct Media" (Amirage) zugeordnet.

Seit der jeweiligen Kontrollerlangung haben die im Geschäftsjahr 2019 erworbenen Gesellschaften folgende Beiträge zum Umsatz und Ergebnis nach Steuern erwirtschaftet, die in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns enthalten sind:

In TEUR Umsatzerlöse Ergebnis nach Steuern
Media Direktservice GmbH 0 -1.163
Weitere Unternehmenserwerbe 3.636 583
Summe 3.636 -580

Die Media-Direktservice GmbH erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 interne Umsatzerlöse in Höhe von 1,9 Millionen Euro.

Wenn alle im Jahr 2019 erworbenen Gesellschaften bereits ab dem 1. Januar 2019 im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen worden wären, hätten sich Umsatzerlöse und Ergebnis nach Steuern des Konzerns wie folgt dargestellt. In den Beträgen sind bereits Effekte aus den vorläufigen Kaufpreisallokationen für die Unternehmenserwerbe des Geschäftsjahres 2019 enthalten.

In TEUR Umsatzerlöse Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen
01.01.-31.12.2019 1.593.885 119.703

Transaktionen ohne Kontrollwechsel

Statista GmbH

Der Ströer Konzern hat im Rahmen der Ausübung einer Put-Option durch nicht beherrschende Gesellschafter zum 1. April 2019 die übrigen 18,7 Prozent der Anteile an der Statista GmbH erworben. Der Kaufpreis bezifferte sich auf 29,9 Millionen Euro und wurde per Banküberweisung beglichen.

Permodo GmbH

Darüber hinaus hat der Ströer Konzern im Rahmen der Ausübung einer Put-Option durch nicht beherrschende Gesellschafter zum 2. April 2019 die übrigen 24,0 Prozent der Anteile an der Permodo GmbH erworben. Der Kaufpreis bezifferte sich auf 22,1 Millionen Euro und wurde per Banküberweisung beglichen.

Weitere Transaktionen ohne Kontrollwechsel

Zudem wurden weitere Transaktionen ohne Kontrollwechsel vorgenommen, die einzeln betrachtet jedoch von untergeordneter Bedeutung waren.

Zusammenfassende Angaben

Die Erwerbe wurden gemäß IFRS 10 jeweils als Transaktion zwischen Gesellschaftern dargestellt. Die entsprechenden bilanziellen Effekte können der nachfolgenden Aufstellung entnommen werden.

In TEUR
Summe der Kaufpreise 62.874
Anteilige Werte der nicht beherrschenden Anteile 1.744
Veränderung des Konzern-Eigenkapitals der Anteilseigner der Ströer SE & Co. KGaA -61.130

Die Transaktionen haben sich im Wesentlichen in den Konzern-Gewinnrücklagen der Anteilseigner der Ströer SE & Co. KGaA niedergeschlagen.

Rückwirkende Anpassung von Kaufpreisallokationen

C2E Gruppe

Die Kaufpreisallokation für die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden der im Jahr 2018 erworbenen C2E Gruppe wurde inzwischen abgeschlossen. Aus der Anpassung aus Kaufpreisallokation ergeben sich folgende Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2018 und die Bilanz zum 13. August 2018 (Erwerbszeitpunkt) und die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2018:

In TEUR Buchwert im Erwerbszeitpunkt Anpassung aus Kaufpreisallokation Buchwert in der Ströer Konzernbilanz
Immaterielle Vermögenswerte 18 3.850 3.868
Sachanlagen 470 470
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.280 1.280
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 557 557
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 53 53
Zahlungsmittel 2.370 2.370
Latente Steuerverbindlichkeiten 0 1.271 1.271
Sonstige Rückstellungen 188 188
Finanzverbindlichkeiten 758 758
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 878 878
Sonstige Verbindlichkeiten 365 365
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 89 89
Erworbenes Reinvermögen 2.470 2.579 5.049
In TEUR 2018 angepasst 2018 ursprünglich
Umsatzkosten 6.002 5.553
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -172 -24

Bei den immateriellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen die Kundenbeziehungen mit einem beizulegenden Zeitwert von 3,9 Millionen Euro und einer Nutzungsdauer von fünf Jahren.

Der Goodwill ist nach der Purchased-Goodwill-Methode ermittelt worden und leitet sich wie folgt ab:

In TEUR 13.08.2018 angepasst 13.08.2018 ursprünglich
Kaufpreis einschließlich Ablösung von Gesellschafterdarlehen 9.400 9.400
Vertraglich vereinbarte Kaufpreiszahlungen in späteren Perioden 5.565 5.565
Erworbenes Reinvermögen (Erwerbszeitpunkt) 2.470 2.470
Erworbenes Reinvermögen (Kaufpreisallokation) 2.579 0
Goodwill 9.916 12.495

Der Goodwill beruht auf den positiven Aussichten, den bereits bestehenden Kundenstamm zu erweitern und durch eine stärkere Marktdurchdringung zusätzliche Cash-Flows generieren zu können. Der Goodwill ist der Zahlungsmittel generierenden Einheit "Dialog Marketing" zugeordnet.

Weitere Kaufpreisallokationen

Die Kaufpreisallokationen für die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden der folgenden im Jahr 2018 erworbenen Gesellschaften und Geschäftsbereiche wurden inzwischen abgeschlossen:

Lunenburg & Partner Media-Service GmbH

P.O.S. MEDIA GmbH Gesellschaft für Außenwerbung und Plakatservice

optimise-it GmbH

FA Business Solutions GmbH

SuperM&N UG

BIG Poster GmbH

Im Rahmen der Finalisierung der Kaufpreisallokationen wurden im Wesentlichen selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 5.299 identifiziert sowie die diesbezüglichen latenten Steuern. Bei den selbsterstellten immateriellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Kundenbeziehungen und selbstentwickelte Software. Die Nutzungsdauern betragen jeweils vier Jahre.

Die Goodwills der erworbenen Unternehmen sind nach der Purchased-Goodwill-Methode ermittelt worden und leiten sich insgesamt wie folgt ab:

In TEUR Angepasste Ableitung Ursprüngliche Ableitung
Kaufpreis einschließlich Ablösung von Gesellschafterdarlehen 16.657 16.754
Anteiliger Wert der nicht beherrschenden Anteile 473 -35
Erworbenes Reinvermögen 4.753 1.101
Goodwill 12.377 15.618

Während der Goodwill der optimise-it GmbH der Zahlungsmittel generierenden Einheit "Dialog Marketing" zugeordnet ist, sind die Goodwills aller anderen Erwerbe der Zahlungsmittel generierenden Einheit "Ströer Deutschland" zugeordnet. Bei den erworbenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Gesellschaften, die sich in einem frühen Zeitpunkt ihrer Entwicklung befinden und von Ströer ertragsbringend ausgebaut werden können.

Unternehmenserwerbe nach dem Bilanzstichtag

Es hat nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen Unternehmenserwerbe gegeben.

6.2 Unternehmensveräußerungen

Transaktionen mit Kontrollwechsel

Hinsichtlich der im Geschäftsjahr 2019 veräußerten Unternehmen verweisen wir auf unsere Angaben im Abschnitt 5.

Die Ströer SE & Co. KGaA hat im Jahr 2018 ihre gesamte Beteiligung an der türkischen Tochtergesellschaft Ströer Kentvizyon Reklam Parzlama A.S., Istanbul/Türkei, verkauft. Im Berichtsjahr wurde eine gegenüber dem Käufer noch offene Darlehensforderung um 4,0 Millionen Euro wertberichtigt. Der Ausweis der Wertberichtigung erfolgte im Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten.

Unternehmensveräußerungen nach dem Bilanzstichtag

D+S 360° Gruppe

Der Ströer Konzern hat mit Wirkung zum 24. Januar 2020 insgesamt 50,0 Prozent der Anteile an der D+S 360° Gruppe verkauft. Der Kaufpreis für diese Anteile beträgt 0,0 Millionen Euro. Mit diesem Schritt setzt der Ströer Konzern strukturelle Optimierungen im Segment Direct Media um.

Vor diesem Hintergrund wurden die Ströer Dialog Verwaltung Hamburg GmbH, Hamburg, (vormals: D+S communication center management GmbH) und ihre dreizehn Tochtergesellschaften erstmals zum 31. Dezember 2019 als nicht-fortgeführte Aktivitäten eingestuft. Die Vorjahreszahlen wurden sowohl in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung als auch in der Konzern-Kapitalflussrechnung entsprechend angepasst, um die fortgeführten Geschäftsbereiche gesondert von den nicht-fortzuführenden Geschäftsbereichen darzustellen.

Der Verlust aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich leitet sich wie folgt ab:

In TEUR 2019 2018
Erlöse 79.837 74.943
Aufwendungen -91.695 -76.556
Ergebnis vor Steuern -11.858 -1.613
Ertragsteuern -934 347
Ergebnis nach Steuern -12.792 -1.267
Verlust aus dem Verkauf des nicht-fortgeführten Geschäftsbereichs -24.745 0
Ertragssteuern auf den Gewinn aus dem Verkauf des nicht-fortgeführten Geschäftsbereichs 0 0
Verlust aus dem nicht-fortgeführten Geschäftsbereich, nach Steuern -37.537 -1.267
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) -0,64 -2,17
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) -0,64 -2,17

Der Verlust aus der nicht-fortgeführten D+S 360° Gruppe in Höhe von TEUR 37.537 (Vj.: TEUR 1.267) ist in Höhe von TEUR 32.007 (Vj.: TEUR 1.080) den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen. Vom Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von TEUR 119.655 (Vj.: TEUR 114.495) ist ein Betrag in Höhe von TEUR 104.862 (Vj.: TEUR 106.030) den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen.

Die nachfolgende Übersicht stellt die Zusammensetzung der umgegliederten Bilanzpositionen der D+S 360° Gruppe dar:

In TEUR 2019
Immaterielle Vermögenswerte 194
Latente Steueransprüche 1.027
Vorräte 79
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 20.146
Zahlungsmittel 3.330
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 24.776
Reinvermögen 0

7 Konsolidierungsgrundsätze

Die Vermögenswerte und Schulden der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bestimmt. Der Bilanzstichtag ist einheitlich der 31. Dezember.

Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, ab dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Beherrschung im Sinne des IFRS 10 "Konzernabschlüsse" ist gegeben, wenn Ströer schwankenden Renditen aus dem Tochterunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf die Renditen besitzt und die Fähigkeit hat, diese mittels seiner Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen zu beeinflussen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

Die Anschaffungskosten von erworbenen ausländischen Gesellschaften werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem jeweiligen Kurs in Euro umgerechnet.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Im Rahmen der Kaufpreisallokation werden die übernommenen Vermögenswerte und Schulden sowie bestimmte Eventualschulden mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag der Anschaffungskosten der Beteiligung über die anteiligen Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden wird als Goodwill aktiviert. Der auf die nicht beherrschenden Anteile entfallende Goodwill wird gemäß IFRS 3 von Fall zu Fall aktiviert. Verbleibende negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam aufgelöst.

Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt. Bilanzierte Goodwills werden einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen (siehe hierzu Abschnitt 19).

Im Geschäftsjahr gegebenenfalls in den Einzelabschlüssen vorgenommene Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an konsolidierten Gesellschaften werden im Konzernabschluss wieder storniert. Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.

Bei den Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Die auf die jeweiligen nicht beherrschenden Gesellschafter entfallenden Anteile am Kapital und am Ergebnis werden in einem gesonderten Posten innerhalb des Eigenkapitals erfasst.

Werden weitere Anteile von bereits vollkonsolidierten Gesellschaften erworben oder veräußert, wird der Differenzbetrag mit dem Eigenkapital erfolgsneutral verrechnet.

Ein Gemeinschaftsunternehmen wird als gemeinsame Vereinbarung definiert, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Die Beurteilung, ob rechtlich oder wirtschaftlich Rechte am Nettovermögen bestehen, werden gemäß IFRS 11 anhand der vertraglichen Beziehungen (z. B. Gesellschaftsvertrag, sog. shareholder agreements, Liefer- und Leistungsbeziehungen) zwischen dem jeweiligen Vehikel und den Gesellschaftern beurteilt. Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen sowie von assoziierten Unternehmen erfolgt unter Anwendung der at-Equity-Methode. In der Gewinn- und Verlustrechnung wird der Anteil des Konzerns am Periodenergebnis der assoziierten Unternehmen und der Gemeinschaftsunternehmen im Ergebnis vor Finanz- und Steuerergebnis ausgewiesen. Änderungen des sonstigen Ergebnisses dieser Beteiligungsunternehmen werden im sonstigen Ergebnis des Konzerns erfasst.

Wesentliche Beteiligungen, an denen die Ströer Gruppe zwischen 20 Prozent und 50 Prozent der Anteile hält, und dementsprechend einen maßgeblichen Einfluss auf das assoziierte Unternehmen ausüben kann, werden nach der at-Equity-Methode bilanziert. Danach werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust eines assoziierten Unternehmens wird in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt. Hierbei handelt es sich um den den Anteilseignern des assoziierten Unternehmens zurechenbaren Gewinn nach Steuern.

Sonstige Beteiligungen werden entsprechend IFRS 9 als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert.

8 Währungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach dem Konzept des IAS 21 "Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse" in die Konzernberichtswährung Euro umgerechnet. Die funktionale Währung der ausländischen Konzerngesellschaften entspricht der jeweiligen Landeswährung.

Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen geführt. Aufwendungen und Erträge werden zu gewogenen Durchschnittskursen der jeweiligen Periode in Euro umgerechnet. Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Umrechnungsdifferenzen werden erst dann ergebniswirksam erfasst, wenn die entsprechende Unternehmenseinheit verkauft oder entkonsolidiert wird.

Transaktionen der konsolidierten Gesellschaften in Fremdwährungen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von zum Stichtagskurs in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden ergebniswirksam erfasst.

Währungskurseffekte aus konzerninternen Darlehen werden erfolgsneutral erfasst, sofern die Darlehen die Voraussetzungen eines Net Investments im Sinne des IAS 21 erfüllen.

Für die wichtigsten Fremdwährungen des Ströer Konzerns wurden folgende Währungskurse verwendet:

Stichtagskurs Gewogener Durchschnittskurs
Währung 31.12.2019 31.12.2018 2019 2018
Schweiz CHF 1,0854 1,1269 1,1124 1,1546
Tschechien CZK 25,4080 25,7240 25,6685 25,6421
Großbritannien GBP 0,8508 0,8945 0,8769 0,8847
Ungarn HUF 330,5300 320,9800 325,0271 318,6405
Polen PLN 4,2568 4,3014 4,2973 4,2598
Schweden SEK 10,4468 10,2548 10,5846 10,2533
Singapur SGD 1,5111 1,5591 1,5271 1,5925
Türkei TRY 6,6843 6,0588 6,3513 5,5697
USA USD 1,1234 1,1450 1,1195 1,1804

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

9 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse lassen sich wie folgt unterteilen

In TEUR 2019 2018
Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen im weiteren Sinne 1.474.725 1.394.599
Erlöse aus dem Verkauf von Produkten 116.420 113.184
Gesamt 1.591.145 1.507.783

Für die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Segmenten wird auf die Angaben zur Segmentberichterstattung verwiesen. Die Erlöse aus dem Verkauf von Produkten werden im Wesentlichen im Segment Direct Media erzielt und sind zeitpunktbezogen, während die Erlöse aus Dienstleistungen zeitraumbezogen realisiert werden.

Die Kundenbeziehungen des Konzerns sind von kurzfristigen Auftragsvorläufen und Buchungsvergaben geprägt. Daher besteht zum Stichtag im Wesentlichen ein kurzfristiger Auftragsbestand.

In den Umsatzerlösen sind Umsätze aus Gegengeschäften in Höhe von TEUR 16.595 (Vj.: TEUR 12.861) enthalten. Die offenen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Gegengeschäften betragen zum Stichtag TEUR 9.178 (Vj.: TEUR 2.524) beziehungsweise TEUR 4.945 (Vj.: TEUR 1.855).

10 Umsatzkosten

Die Umsatzkosten umfassen sämtliche Kosten, die für den Verkauf von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen angefallen sind und untergliedern sich wie folgt:

In TEUR 2019 2018
Abschreibungen 312.439 295.982
Personalaufwand 156.392 140.714
Pacht-, Miet- und Nutzungsentgelte 81.100 111.299
Übrige Umsatzkosten 462.231 424.712
Gesamt 1.012.162 972.708

11 Vertriebskosten

Die Vertriebskosten umfassen alle verursachten Vertriebseinzel- und Vertriebsgemeinkosten. Die Vertriebskosten unterteilen sich in:

In TEUR 2019 2018
Personalaufwand 153.863 135.818
Abschreibungen 11.442 10.000
Übrige Vertriebskosten 79.710 77.962
Gesamt 245.015 223.780

Zudem werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Vertriebskosten die nicht aktivierungsfähigen Bestandteile der Produktentwicklungskosten erfasst. Diese betrugen im Berichtsjahr TEUR 1.173 (Vj.: TEUR 1.594).

12 Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten umfassen die Personal-, Sach- und Abschreibungsaufwendungen sämtlicher Verwaltungsbereiche, die nicht mit Technik, Vertrieb oder Produktentwicklung in Verbindung stehen. Die Verwaltungskosten setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2019 2018
Personalaufwand 100.213 91.807
Abschreibungen 34.830 35.260
Übrige Verwaltungskosten 50.260 45.280
Gesamt 185.303 172.347

13 Sonstige betriebliche Erträge

Die Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Erträge zeigt die nachfolgende Tabelle:

In TEUR 2019 2018
Erträge aus der Abwertung von Earn-Out-Verbindlichkeiten 0 6.715
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie der Ausbuchung von Verbindlichkeiten 7.827 11.057
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 2.437 1.796
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 1.511 680
Erträge aus Serviceleistungen 1.434 1.676
Erträge aus Wechselkursdifferenzen 1.130 1.470
Erträge aus der Veränderung von Beteiligungen 2.233 0
Übrige sonstige betriebliche Erträge 23.045 19.332
Gesamt 39.617 42.726

Die Erträge aus der Abwertung von Earn-Out Verbindlichkeiten des Vorjahres betreffen insbesondere den Erwerb der Plakativ Media GmbH (TEUR 2.092) sowie der tubevertise GmbH (TEUR 1.910).

Die Erträge aus der Veränderung von Beteiligungen resultieren aus der Neubewertung der Altanteile an der Media-Direktservice GmbH, Köln.

Die Erträge aus der Abwertung von Earn-out Verbindlichkeiten und aus der Veränderung von Beteiligungen wurden bei der Ermittlung des EBITDA (adjusted) bereinigt.

14 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Nachfolgend werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen untergliedert:

In TEUR 2019 2018
Aufwendungen aus der Bildung von Wertberichtigungen bzw. aus der Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten 6.429 5.103
Periodenfremde Aufwendungen 3.653 4.880
Aufwendungen aus Wechselkursdifferenzen 1.263 2.134
Aufwand aus dem Abgang von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten 749 786
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 5.653 3.993
Gesamt 17.746 16.895

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufwertung von Earn-Out Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 582 (Vj.: TEUR 0) enthalten. Bei der Ermittlung des EBITDA (adjusted) wurden diese Aufwendungen bereinigt.

15 Finanzergebnis

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Zusammensetzung des Finanzergebnisses:

In TEUR 2019 2018
Finanzerträge 2.147 2.335
Zinserträge aus Krediten und Forderungen 1.136 1.019
Erträge aus Wechselkursdifferenzen bei Finanzinstrumenten 637 556
Sonstige Finanzerträge 374 760
Finanzaufwendungen -34.785 -35.813
Aufzinsung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing -20.711 -21.156
Zinsaufwand aus Ausleihungen und Verbindlichkeiten -10.360 -9.202
Aufwand aus Wechselkursdifferenzen bei Finanzinstrumenten -818 -735
Sonstige Finanzaufwendungen -2.897 -4.720
Finanzergebnis -32.639 -33.478

Die Erträge bzw. Aufwendungen aus Wechselkursdifferenzen bei Finanzinstrumenten enthalten nicht zahlungswirksame Währungsgewinne bzw. -verluste aus der Umrechnung von Darlehensbeziehungen mit Konzerngesellschaften außerhalb des Euro-Raums, die nicht die Kriterien eines Net Investment im Sinne des IAS 21 erfüllen.

16 Ertragsteuern

Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2019 2018
Aufwand aus laufenden Steuern 43.062 35.397
davon für Vorjahre 1.658 952
Aufwand (+)/Ertrag (-) aus latenten Steuern -17.954 -13.477
davon für Vorjahre 238 1.199
davon aus temporären Differenzen -17.917 -19.956
Aufwand (+)/Ertrag (-) 25.108 21.920

Die Veränderungen der direkt im Eigenkapital erfassten Transaktionen und der darauf entfallenden latenten Steuern sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

2019

In TEUR Vor Steuern Steuern Nach Steuern
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten 2.369 0 2.369
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -3.942 1.277 -2.665
Erfolgsneutrale Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen 11 0 11
-1.562 1.277 -284

2018

In TEUR Vor Steuern Steuern Nach Steuern
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten 88.412 -1.438 86.974
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -597
Erfolgsneutrale Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen 58 280 -258
87.873 -1.158 86.716

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt auf Basis der in den jeweiligen Ländern gültigen Steuersätze. Sie liegen in einer Bandbreite von 9 Prozent bis 32,625 Prozent (Vj.: von 9 Prozent bis 36,125 Prozent).

Latente Steuern auf Konsolidierungsvorgänge werden grundsätzlich mit dem Steuersatz von 31,69 Prozent (Vj.: 31,72 Prozent) berechnet. Er setzt sich zusammen aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent, dem Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 Prozent und einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz von 15,865 Prozent. Sofern sich Konsolidierungsvorgänge auf eine ausländische Tochtergesellschaft beziehen, finden die jeweiligen länderspezifischen Steuersätze Anwendung.

Die Steuerabgrenzungen sind folgenden Bilanzposten zuzuordnen:

31.12.2019 31.12.2018
in TEUR Aktiv Passiv Aktiv Passiv
Immaterielle Vermögenswerte 15.630 81.768 17.706 98.434
Sachanlagen 1.380 326.758 1.528 349.199
Finanzanlagen 51 1.590 57 394
Forderungen, sonstige finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte 2.000 5.488 5.404 6.015
Pensionsrückstellungen 6.558 138 5.449 98
Sonstige Rückstellungen 4.667 2.671 5.707 1.958
Verbindlichkeiten 327.303 6.366 344.882 9.995
Latente Steuern auf temporäre Differenzen 357.589 424.779 380.733 466.093
Verlust- und Zinsvorträge 31.499 0 31.364 0
Latente Steuern gesamt 389.088 424.779 412.097 466.093
Saldierungen -372.798 -372.798 -395.661 -395.661
Latente Steuern Bilanzansatz 16.291 51.981 16.436 70.432

Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 110.831 (Vj.: TEUR 130.927) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet. Hiervon entfallen TEUR 109.212 auf inländische Konzerngesellschaften und TEUR 1.619 auf ausländische Konzerngesellschaften. Die auf ausländische Konzerngesellschaften entfallenden nicht aktivierten Verlustvorträge verfallen im Wesentlichen in den nachfolgend aufgeführten Jahren:

Jahr Betrag
in TEUR
2020 0
2021 17
2022 21
2023 9
2024 153
2025 0

Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 35.698 wurden aktive latente Steuern gebildet, obwohl die Gesellschaften, denen diese Verlustvorträge zuzuordnen sind, im aktuellen Geschäftsjahr oder im Vorjahr Verluste erzielt haben und keine ausreichenden zu versteuernden temporären Differenzen vorliegen. Auf der Basis von positiven steuerlichen Planungsrechnungen der betroffenen Gesellschaften, die sich teilweise aus Umstrukturierungen ergeben, gehen wir allerdings davon aus, dass wir diese Verlustvorträge aufgrund entsprechend hoher zu versteuernder Einkommen in Zukunft nutzen können.

Gemäß IAS 12 sind latente Steuern auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital einer Tochtergesellschaft und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaft in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft zu bilden, wenn mit der Realisierung zu rechnen ist (Outside Basis Differences). Im Konzernabschluss wurden in diesem Zusammenhang latente Steuern für die Beteiligungen gebildet, aus denen in naher Zukunft mit Ausschüttungen zu rechnen ist. Insgesamt wurden latente Steuerverbindlichkeiten auf Outside Basis Differenzen in Höhe von TEUR 368 (Vj.: TEUR 346) passiviert.

Für Outside Basis Differenzen in Höhe von TEUR 60.691 (Vj.: TEUR 50.733) wurden keine latenten Steuern gebildet, da die Ströer KGaA für diese Beteiligungen den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und sich diese temporären Differenzen wahrscheinlich künftig nicht umkehren werden.

Aus der in 2019 für das Geschäftsjahr 2018 geleisteten Dividendenzahlung resultierten keine ertragsteuerlichen Konsequenzen. Für etwaige in 2020 vorgesehene Dividendenzahlungen für das Jahr 2019 sind ebenfalls keine ertragsteuerlichen Konsequenzen zu erwarten.

Die Überleitung zwischen dem erwarteten Steueraufwand und dem tatsächlichen Steueraufwand zeigt die nachfolgende Übersicht:

In TEUR 2019 2018
Jahresergebnis vor Ertragsteuern nach IFRS 144.763 136.415
Konzernertragsteuersatz 31,69 % 31,72 %
Erwarteter Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 45.875 43.270
Auswirkungen von Steuersatzänderungen -260 -186
Gewerbesteuerliche Hinzurechnungen/Kürzungen -25.782 -24.905
Auswirkungen von im Geschäftsjahr erfassten Steuern aus Vorjahren 1.896 -2.151
Auswirkungen wegen abweichender Steuersätze -1.674 148
Auswirkungen steuerfreier Erträge -3.255 -488
Effekte aus der at-Equity-Bilanzierung -2.160 -1.825
Auswirkungen von nicht abziehbaren Betriebsausgaben 10.349 1.960
Auswirkungen von Nichtansatz und nachträglichem Ansatz aktiver latenter Steuern 0 0
Ansatz und Korrektur steuerlicher Zins- und Verlustvorträge 223 6.699
Sonstige Abweichungen -104 -602
Gesamter Steueraufwand (+)/ Steuerertrag (-) 25.108 21.920

Der Ströer Konzern hat im Jahr 2015 diverse Prozessverbesserungen und Strukturveränderungen in den rechtlichen Einheiten vorgenommen. In diesem Zusammenhang hat sich unter anderem auch eine deutliche Reduzierung der Steuerquote im Konzern ergeben.

17 Erläuterungen zum Ergebnis je Aktie

In TEUR 2019 2018
Unverwässerter Ergebnisanteil der Aktionäre der Ströer SE & Co. KGaA (fortgeführte Aktivitäten) 104.862 106.030
In Tausend 2019 2018
Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausgegebener Stammaktien zum 31.12. 56.444 55.878
Effekte aus begebenen Bezugsrechten 139 269
Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausgegebener Stammaktien zum 31.12. (verwässert) 56.583 56.146

Im Jahr 2019 erhöhte sich die Anzahl der Aktien aufgrund der Aktienoptionsprogramme um 404.700 Stück (Vj.: 613.886 Stück) auf 56.576.571 Stück (Vj.: 56.171.871 Stück). Damit lag dem Ergebnis je Aktie in 2019 eine zeitlich gewichtete Anzahl der Aktien in Höhe von 56.443.520 Stück (Vj.: 55.877.739 Stück) zugrunde.

Das Ergebnis je Aktie unterliegt einer potentiellen Verwässerung aufgrund der in den Geschäftsjahren 2015 und 2019 aufgelegten Aktienoptionsprogramme sowie aufgrund des LTI-Bestandteils "Aktienkurs". Wir verweisen auf Kapitel "26 Eigenkapital".

18 Sonstige Angaben

Personalaufwand

In den Umsatz-, Verwaltungs- und Vertriebskosten sind Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 410.468 (Vj.: TEUR 368.339) enthalten.

Die Anzahl der Mitarbeiter im Durchschnitt des Geschäftsjahres war wie folgt:

Anzahl 2019 2018
Angestellte 11.600 11.495
Arbeiter 148 191
Gesamt 11.748 11.686

Die Anzahl der Mitarbeiter errechnet sich aus dem Durchschnitt der zum Ende der vier Quartale beschäftigten Mitarbeiter. Dabei wird auf die arbeitsrechtlichen Verhältnisse abgestellt; Teilzeitbeschäftigte werden voll erfasst. Nicht einbezogen werden Mitglieder der Geschäftsführung, Auszubildende, Praktikanten, Rentner und Mitarbeiter in Elternzeit.

Die Gesamtzahl der Mitarbeiter nach Personen (Voll- und Teilzeitbeschäftigte) liegt im Konzern zum Stichtag 31. Dezember 2019 bei 12.210 (Vj.: 12.514). Die Differenz (462 Mitarbeiter) zur oben dargestellten durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeiter beruht im Wesentlichen auf der Stichtagsbetrachtung zum 31. Dezember, da bei dieser Betrachtung die Anzahl der Mitarbeiter der neu erworbenen Unternehmen keiner zeitlichen Gewichtung unterliegt. Zudem beruht die Differenz auch auf der Einbeziehung von Angestellten in Elternzeit, Auszubildenden und Aushilfskräften, da diese Mitarbeiter in die oben dargestellte Angabe nach § 314 Abs. 1 Nr. 4 i.V.m. § 285 Nr. 7 HGB nicht einzubeziehen sind.

Abschreibungen

Die in den Umsatz-, Verwaltungs- und Vertriebskosten enthaltenen Abschreibungen sind in den Abschnitten 10 bis 12 ersichtlich. Der Anstieg der Abschreibungen um TEUR 17.468 auf TEUR 358.710 ergibt sich im Wesentlichen aus der Ausweitung unseres Geschäfts und aus aktivierten Entwicklungskosten.

Währungseffekte

Im Berichtsjahr wurden im Saldo Aufwendungen aus Umrechnungsdifferenzen in Höhe von TEUR 313 (Vj.: TEUR 843) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, davon im Saldo ein Aufwand in Höhe von TEUR 180 (Vj.: Ertrag TEUR 179) im Finanzergebnis.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

19 Immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte im Berichtsjahr und im Vorjahr ist in der folgenden Tabelle dargestellt.

In TEUR Rechte und Lizenzen Goodwill Geleistete Anzahlungen und in Entwicklung befindliche Projekte Eigene Entwicklungskosten Erworbene Technologien Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01.01.2018 690.364 874.572 18.712 85.453 79.556 1.748.656
Veränderung Konsolidierungskreis -23.354 31.857 39 -3.669 2.092 6.964
Zugänge 74.191 0 17.868 23.278 0 115.337
Umbuchungen 10.807 0 -15.189 5.854 0 1.472
Abgänge -4.908 0 -1.857 -9.188 0 -15.953
Währungsumrechnungsdifferenzen -14.466 -683 -33 -265 -294 -15.741
Endstand 31.12.2018/ Anfangsstand 01.01.2019 732.634 905.745 19.539 101.462 81.354 1.840.734
Veränderung Konsolidierungskreis -5.209 9.125 0 -6.494 -2.888 -5.465
Zugänge 55.584 0 18.160 23.248 0 96.991
Umbuchungen 6.356 0 -13.153 6.827 0 29
Abgänge -12.451 -1.938 -505 -733 0 -15.627
Währungsumrechnungsdifferenzen 146 125 0 -43 46 274
Endstand 31.12.2019 777.060 913.058 24.041 124.267 78.511 1.916.937
Abschreibungen/Auflösungen
Anfangsstand 01.01.2018 420.221 26.431 797 43.351 36.073 526.873
Veränderung Konsolidierungskreis -36.940 -20.588 0 -3.886 0 -61.414
Abschreibungen 97.796 0 159 23.535 11.956 133.446
Abgänge -560 0 -924 -7.181 0 -8.665
Währungsumrechnungsdifferenzen -10.612 -20 0 -253 -296 -11.181
Endstand 31.12.2018/
Anfangsstand 01.01.2019 469.905 5.823 32 55.567 47.733 579.060
Veränderung Konsolidierungskreis -991 0 0 -7.543 -2.020 -10.554
Abschreibungen 100.680 0 328 24.499 10.712 136.219
Abgänge -12.414 -1.938 -312 -657 0 -15.321
Währungsumrechnungsdifferenzen 184 7 0 -91 27 127
Endstand 31.12.2019 557.364 3.893 46 71.774 56.452 689.530
Bilanzwert 31.12.2018 262.729 899.922 19.508 45.895 33.621 1.261.676
Bilanzwert 31.12.2019 219.696 909.165 23.994 52.492 22.059 1.227.407

Aus den immateriellen Vermögenswerten wurden gemäß IFRS 5 TEUR 256 (Vj.: TEUR 453) in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte umgegliedert, wobei die Umgliederung im Wesentlichen aus dem Bereich Eigene Entwicklungskosten resultiert.

Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Investitionszulagen gemäß Investitionszulagengesetz (InvZulG) als Minderung der Anschaffungskosten erfasst.

Im Bereich der immateriellen Vermögenswerte (im Wesentlichen Rechte und Lizenzen) wurden TEUR 10.234 (Vj.: TEUR 4.659) außerplanmäßig wertberichtigt. Der Wertminderungsaufwand ist im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten.

Alle im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Goodwills wurden im Geschäftsjahr einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Die nachstehende Tabelle gibt eine Übersicht über die Zuordnung der Goodwills zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie die in den Werthaltigkeitstest eingeflossenen Annahmen:

In TEUR Ströer Deutschland Digital OOH & Content Ströer Polen Transactions DialogMarketing BlowUP-Gruppe
Buchwert 31.12.2018 108.599 554.563 5.849 101.185 117.963 11.762
Veränderung Konsolidierungskreis 11.550 1.864 0 -295 -3.994 0
Wechselkurseffekte 0 27 61 30 0 0
Buchwert 31.12.2019 120.149 556.454 5.910 100.920 113.970 11.762
Detailplanungszeitraum (in Jahren) 5 5 5 5 5 5
Umsatzwachstum nach Ende des Planungszeitraums 1 % 1 % 1,7 % 1 % 1 % 1 %
(Vj.: 1 %) (Vj.: 1 %) (Vj.: 1,5 %) (Vj.: 1 %) (Vj.:1%) (Vj.: 1 %)
Zinssatz (nach Steuern) 4,9 % 6,4 % 6,7 % 6,3 % 6,4 % 6,2 %
(Vj.: 6,5 %) (Vj.: 7,1 %) (Vj.: 8,2 %) (Vj.: 7,3 %) (Vj.: 7,2 %) (Vj.: 5,9 %)

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis von Cash-Flow-Prognosen mit Stichtag zum 30. September jeden Jahres ermittelt, die auf von der Unternehmensleitung genehmigten Finanzplänen basieren.

Für Ströer Deutschland und Ströer Polen ist die robuste Nachfrageentwicklung aufgrund der strukturellen Verschiebungen in den Werbemärkten zugunsten von Außenwerbung sowie die gezielt verstärkte vertriebliche Ansprache neuer regionaler Kundengruppen im Wesentlichen für die Entwicklung der EBITDA-Wachstumsraten verantwortlich. Darüber hinaus trägt die Umstellung des Produktmixes hin zu höherwertigen Werbeträgern und der gezielte Ausbau des Produktangebotes bei gleichzeitig anhaltender Kostendisziplin zu einer positiven Entwicklung bei. In den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Digital OOH & Content und Transactions ist die Ausnutzung eines robusten Marktwachstums über weite Teile des Geschäfts - unterstützt durch Ausnutzung neuer Produktformate und Technologien - Kerntreiber des EBITDA-Wachstums. Im Bereich Dialog Marketing wird das EBITDA-Wachstum durch ein moderates Marktwachstum, verbesserte Nutzung von Synergien innerhalb des Bereiches und eine verbesserte Margensteuerung getrieben.

Dabei wird auf Grundlage detaillierter Planungen hinsichtlich der zukünftig erwarteten Marktannahmen, Erlöse und Aufwendungen zunächst die Plangröße EBITDA bestimmt. Das projizierte Wachstum des im Detailplanungszeitraum erwarteten EBITDA steht in engem Zusammenhang mit den Erwartungen hinsichtlich der voraussichtlichen Werbeinvestitionen der werbungtreibenden Wirtschaft, der weiteren Entwicklung der Konkurrenzsituation, den Aussichten für innovative Werbeformate, den lokalen Inflationsraten, den jeweiligen Aussichten für die Außenwerbebranche sowie den von Ströer geplanten Erweiterungsinvestitionen im jeweiligen Segment. Diese Erwartungen leiten sich im Wesentlichen aus öffentlich zugänglichen Marktdaten ab. Aus diesen Erwartungen ergeben sich für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils durchschnittliche EBITDA-Wachstumsraten, die je nach Marktumfeld im mittleren einstelligen (Ströer Deutschland, Ströer Polen, BlowUP-Gruppe, Dialog Marketing) oder im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegen (Digital OOH & Content, Transactions). Die EBITDA-Plangröße wird in einem zweiten Schritt unter Hinzuziehung der geplanten Investitionen und Working-Capital-Veränderungen in einen Plan-Cash-Flow transformiert. Anschließend werden die Detailplanungen zu Finanzplänen aggregiert und von der Unternehmensleitung verabschiedet. Sie spiegeln die Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung im Planungszeitraum wider.

Für Zwecke der Überprüfung der Goodwills auf ihre Werthaltigkeit wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten als erzielbarer Betrag bestimmt (Fair Value Hierarchie 3). Der für die Cash-Flow-Prognose verwendete Abzinsungssatz wurde unter Heranziehung von Marktdaten und Kennziffern der PeerGroup ermittelt und ist abhängig von dem wirtschaftlichen Umfeld, in dem die Cash-Flows generiert werden. So wurden für zahlungsmittelgenerierende ausländische Einheiten gesonderte Zinssätze auf Basis der lokalen Besonderheiten berechnet.

Die Bestimmung der Wachstumsrate der ewigen Rente erfolgt auf Basis der langfristigen konjunkturellen Erwartungen sowie der Erwartungen hinsichtlich der Inflationsentwicklung in den jeweiligen Märkten. Zur Ermittlung dieser Wachstumsraten werden Informationen von Zentralbanken, Wirtschaftsforschungsinstituten und offiziellen Stellungnahmen der jeweiligen Regierungen herangezogen und ausgewertet.

Im Rahmen einer Szenarioanalyse untersuchen wir grundsätzlich für jede nicht wertgeminderte zahlungsmittelgenerierende Einheit den Einfluss wesentlicher Parameter auf den Impairmentbedarf. Hierbei wird jeweils auf den Unterschiedsbetrag zwischen erzielbarem Betrag und Buchwert abgestellt.

Da für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Unterschiedsbetrag zwischen erzielbarem Betrag und Buchwert ausreichend hoch ist, konnten die Szenarioanalysen im Berichtsjahr unterbleiben.

20 Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen ist dem folgenden Anlagespiegel zu entnehmen.

In TEUR Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Sachanlagen (Finanzierungsleasing)
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01.01.2018 10.064 2.073 512.359 1.098.118
Veränderung Konsolidierungskreis 355 163 -30.123 3.267
Zugänge 955 425 58.060 120.748
Umbuchungen -2 0 13.514 -140
Abgänge -3.877 -461 -21.312 -3.103
Währungsumrechnungsdifferenzen -174 23 -12.288 -8.559
Endstand 31.12.2018/ Anfangsstand 01.01.2019 7.321 2.224 520.210 1.210.330
Veränderung Konsolidierungskreis -60 -28 -3.050 -21.637
Zugänge 2.246 1.101 40.183 142.335
Umbuchungen 0 344 17.695 0
Abgänge 0 -41 -19.154 -15.295
Währungsumrechnungsdifferenzen 4 0 343 909
Endstand 31.12.2019 9.511 3.600 556.227 1.316.642
Abschreibungen/Auflösungen
Anfangsstand 01.01.2018 2.475 446 310.691 65
Veränderung Konsolidierungskreis 28 70 -18.045 3.195
Abschreibungen 340 500 38.559 168.390
Umbuchungen -2 0 -11 -31
Zuschreibungen 0 0 0 0
Abgänge -1.801 -432 -11.997 -1.283
Währungsumrechnungsdifferenzen -167 24 -7.790 -1.025
Endstand 31.12.2018/ Anfangsstand 01.01.2019 873 608 311.408 169.312
Veränderung Konsolidierungskreis 25 -14 -1.758 -3.949
Abschreibungen 405 608 42.961 178.415
Umbuchungen 0 -1 24 0
Zuschreibungen 0 0 0 -715
Abgänge 0 -34 -16.167 -1.368
Währungsumrechnungsdifferenzen 4 0 238 527
Endstand 31.12.2019 1.306 1.166 336.706 342.221
Bilanzwert 31.12.2018 6.448 1.616 208.802 1.041.018
Bilanzwert 31.12.2019 8.205 2.434 219.520 974.421
In TEUR Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01.01.2018 51.498 1.674.112
Veränderung Konsolidierungskreis -914 -27.252
Zugänge 12.468 192.653
Umbuchungen -15.000 -1.628
Abgänge -2.889 -31.641
Währungsumrechnungsdifferenzen -529 -21.526
Endstand 31.12.2018/ Anfangsstand 01.01.2019 44.634 1.784.718
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -24.775
Zugänge 18.576 204.441
Umbuchungen -18.068 -29
Abgänge -95 -34.584
Währungsumrechnungsdifferenzen 63 1.319
Endstand 31.12.2019 45.111 1.931.091
Abschreibungen/Auflösungen
Anfangsstand 01.01.2018 3.579 317.257
Veränderung Konsolidierungskreis -263 -15.016
Abschreibungen 0 207.789
Umbuchungen 44 0
Zuschreibungen 0 0
Abgänge 0 -15.513
Währungsumrechnungsdifferenzen -56 -9.013
Endstand 31.12.2018/ Anfangsstand 01.01.2019 3.304 485.504
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -5.696
Abschreibungen 104 222.492
Umbuchungen -23 0
Zuschreibungen 0 -715
Abgänge -40 -17.609
Währungsumrechnungsdifferenzen 30 798
Endstand 31.12.2019 3.375 684.775
Bilanzwert 31.12.2018 41.330 1.299.214
Bilanzwert 31.12.2019 41.736 1.246.316

Aus den Sachanlagen wurden gemäß IFRS 5 TEUR 15.806 (Vj.: TEUR 853) in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte umgegliedert (davon wertberichtigt TEUR 15.757), wobei die Umgliederung im Wesentlichen aus dem Bereich Sachanlagen (Finanzierungsleasing) resultiert. Für weitere Details zu Sachanlagen (Finanzierungsleasing - IFRS 16) verweisen wir auf den Abschnitt 35 des Anhangs.

Die anderen Anlagen beinhalten vor allem Werbeträger (Restbuchwert Berichtsjahr: TEUR 187.333; Vj.: EUR 172.228).

Im Geschäftsjahr wurden Investitionszulagen gemäß Investitionszulagengesetz (InvZulG) in Höhe von TEUR 97 (Vj.: TEUR 287) als Minderung der Anschaffungskosten erfasst.

Als Erträge aus Schadenersatz für die Beschädigung oder Zerstörung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens wurden TEUR 540 (Vj.: TEUR 334) erfasst.

Zudem wurden im Bereich der Sachanlagen (im Wesentlichen andere Anlagen) TEUR 2.789 (Vj.: TEUR 3.021) außerplanmäßig wertberichtigt. Der Wertminderungsaufwand ist im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten.

21 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

In TEUR 2019 2018
Wertberichtigungen zu Beginn des Berichtsjahres 4.341 8.901
Zuführungen (erfolgswirksam) 3.400 2.480
Auflösungen (erfolgswirksam) -1.545 -1.062
Inanspruchnahmen -583 -1.323
Währungsumrechnungseffekte 127 -475
Konsolidierungskreisänderungen 0 -4.141
Sonstige Veränderungen 54 -39
Wertberichtigungen am Ende des Berichtsjahres 5.794 4.341

Die pauschalierten Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

In TEUR 2019 2018
Wertberichtigungen zu Beginn des Berichtsjahres 1.305 1.324
Zuführungen (erfolgswirksam) 530 543
Auflösungen (erfolgswirksam) -108 -369
Inanspruchnahmen -14 -119
Währungsumrechnungseffekte -93 -21
Konsolidierungskreisänderungen -2 -89
Sonstige Veränderungen -61 36
Wertberichtigungen am Ende des Berichtsjahres 1.557 1.305

Im Rahmen von Einzelwertberichtigungen wurden zum Stichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Bruttorechnungsbetrag in Höhe von TEUR 6.879 (Vj.: TEUR 10.383) wertberichtigt. Nach Abzug der Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 5.794 (Vj.: TEUR 4.341) beträgt der Buchwert dieser Forderungen zum Stichtag TEUR 1.085 (Vj.: TEUR 6.042).

Im Rahmen der Bildung der pauschalierten Wertberichtigungen wurden erwartete Verluste auf Basis historischer Ausfallraten von überfälligen Forderungen berücksichtigt.

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Überfällig seit
In TEUR 1- 30 Tagen 31 - 60 Tagen 61 - 90 Tagen 91 -180 Tagen mehr als 180 Tagen
31.12.2019 22.272 9.382 3.206 3.604 1.953
31.12.2018 24.495 6.017 2.340 3.998 4.185

22 Sonstige finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte

Eine Aufteilung der langfristigen sonstigen finanziellen und nichtfinanziellen Vermögenswerte zeigt die nachfolgende Übersicht:

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Finanzielle Vermögenswerte
Sonstige Ausleihungen 7.680 10.835
Andere langfristige finanzielle Vermögenswerte 854 4.188
Gesamt 8.534 15.023
Nichtfinanzielle Vermögenswerte
Abgegrenzte Auszahlungen 15.141 16.214
Andere langfristige sonstige Vermögenswerte 5.345 6.432
Gesamt 20.486 22.646

Die anderen langfristigen sonstigen (nichtfinanziellen) Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen die aktivisch abgegrenzten Transaktionskosten, die über die Laufzeit der Kreditfazilität amortisiert werden.

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen und nichtfinanziellen Vermögenswerte setzen sich folgendermaßen zusammen:

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen gegen bestehende und ehemalige Gesellschafter der Konzerngesellschaften 30 582
Debitorische Kreditoren 1.677 1.119
Kautionen 1.545 1.417
Restkaufpreisforderungen aus dem Verkauf von Konzernunternehmen 0 220
Sonstige Ausleihungen 451 345
Andere finanzielle Vermögenswerte 5.102 4.716
Gesamt 8.806 8.398
Nichtfinanzielle Vermögenswerte
Abgegrenzte Auszahlungen 15.474 13.838
Forderungen aus Steuern 16.184 12.366
Sonstige geleistete Anzahlungen 1.217 1.160
Forderungen aus Investitionszulagen 153 153
Andere sonstige Vermögenswerte 2.511 2.701
Gesamt 35.538 30.218

Die Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, haben sich wie folgt entwickelt:

In TEUR 2019 2018
Wertberichtigungen zu Beginn des Berichtsjahres 2.154 2.714
Zuführungen (erfolgswirksam) 125 286
Auflösungen (erfolgswirksam) -294 -365
Inanspruchnahmen -33 -482
Sonstige Veränderungen -135 1
Wertberichtigungen am Ende des Berichtsjahres 1.817 2.154

Im Rahmen von Einzelwertberichtigungen wurden zum Stichtag finanzielle Vermögenswerte mit einem Nominalbetrag in Höhe von TEUR 2.029 (Vj.: TEUR 2.327) wertberichtigt. Nach Abzug der Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.817 (Vj.: TEUR 2.154) beträgt der Buchwert dieser Forderungen zum Stichtag TEUR 212 (Vj.: TEUR 173).

Die folgende Tabelle zeigt den Buchwert der überfälligen finanziellen Vermögenswerte, die noch nicht wertgemindert wurden.

Überfällig seit
In TEUR 1- 30 Tagen 31 - 60 Tagen 61 - 90 Tagen 91- 180 Tagen mehr als 180 Tagen
31.12.2019 684 100 65 121 116
31.12.2018 1.094 789 38 275 92

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte werden zum Abschlussstichtag keine Verluste erwartet.

23 Vorräte

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8.330 7.893
Fertige Erzeugnisse und Waren 8.417 8.868
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 549 1.497
Gesamt 17.296 18.259

Die als Aufwand in der Berichtsperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Vorräte betragen TEUR 8.943 (Vj.: TEUR 8.848). Die Summe der aufwandswirksam erfassten Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vorräte umfasst Abschreibungen auf den Nettoveräußerungspreis in Höhe von TEUR 179 (Vj.: TEUR 415).

24 Zahlungsmittel

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Bankguthaben 103.510 103.552
Kassenbestände 93 145
Gesamt 103.603 103.696

In den Bankguthaben sind Tages- und Termingelder in Höhe von TEUR 439 (Vj.: TEUR 2.217) enthalten. Die erzielten Zinssätze bewegen sich wie im Vorjahr um 0,00 Prozent.

In den Bankguthaben sind Beträge in Höhe von TEUR 1.398 (Vj.: TEUR 583) enthalten, die zum Bilanzstichtag einer kurzfristigen Verfügungsbeschränkung unterliegen.

25 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten

Zum Bilanzstichtag weist der Ströer Konzern zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte i. H. v. TEUR 24.277 (Vj.: TEUR 14.957) und Schulden in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten i. H. v. TEUR 26.656 (Vj.: TEUR 9.333) aus.

Hintergrund dieses gesonderten Ausweises ist zum einen die zum 24. Januar 2020 vollzogene Veräußerung von 50,0 Prozent der D+S 360° Gruppe und die damit zusammenhängende Umgliederung in die nicht-fortgeführten Aktivitäten. Hierzu verweisen wir auf das Kapitel 6.2 Unternehmensveräußerungen.

Zum anderen wurde im Geschäftsfeld Content Media die TUBE ONE Networks GmbH am 31. Januar 2020 für einen vorläufigen Kaufpreis von 4,0 Millionen Euro veräußert. Diese Veräußerung steht im Zusammenhang mit einer Bereinigung des Konzernportfolios.

26 Eigenkapital

Die Entwicklung der einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2019 im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen um 404.700 Aktien auf 56.576.571 Aktien erhöht. Damit ist das gezeichnete Kapital zum 31. Dezember 2019 in 56.576.571 voll eingezahlte auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von EUR 1 eingeteilt.

Die nachfolgenden Angaben sind im Wesentlichen der Satzung der Ströer SE & Co. KGaA entnommen.

Genehmigtes Kapital 2014

Das Genehmigte Kapital 2014 in Höhe von EUR 12.525.780 ist im Geschäftsjahr 2019 ausgelaufen.

Genehmigtes Kapital 2019

Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 18. Juni 2024 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 5.652.657,00 durch Ausgabe von bis zu 5.652.657 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen und/ oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019). Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise gewährt werden, dass die neuen Aktien von einem Kreditinstitut oder einem nach § 53 Abs. 1 S. 1 oder nach § 53b Abs. 1 S. 1, Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären mittelbar im Sinne von § 186 Abs 5 AktG zum Bezug anzubieten. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist jedoch ermächtigt, das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats für eine oder mehrere Kapitalerhöhungen im Rahmen des Genehmigten Kapitals auszuschließen,

(i) um Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen;

(ii) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, insbesondere - aber ohne Beschränkung hierauf - zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen;

(iii) wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 S. 4 AktG unterschreitet und der auf die nach dieser Ziffer (iii) unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreitet, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausübung. Auf diesen Höchstbetrag ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf neue oder eigene Aktien entfällt, die seit dem 19. Juni 2019 unter vereinfachtem Bezugsrechtsausschluss gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind, sowie der anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, auf die sich Options- und/oder Wandlungsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen oder Genussrechten beziehen, die seit dem 19. Juni 2019 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben worden sind; und/oder

(iv) soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Optionsscheinen oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrecht, die von der Gesellschaft oder von ihr abhängigen oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmen ausgegeben werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustünde.

Die insgesamt aufgrund der vorstehenden Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 10 Prozent des Grundkapitals weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerden dieser Ermächtigung noch - falls dieser Wert geringer ist - zum Zeitpunkt ihrer Ausübung überschreiten. Auf diesen Höchstbetrag von 10 Prozent ist der anteilige Betrag des Grundkapitals derjenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden. Ebenfalls sind Rechte anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zu ihrer Ausnutzung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden und die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten.

Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte, den Ausgabebetrag, das für die neuen Aktien zu zahlende Entgelt und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet die persönlich haftende Gesellschafterin mit Zustimmung des Aufsichtsrats.

Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals aus dem Genehmigten Kapital oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist vorzunehmen.

Bedingtes Kapital 2013

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 812.548,00 durch Ausgabe von bis zu 812.548 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2013). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6A Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2013, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. August 2013 ermächtigt wurde.

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 8. August 2013 und unter Berücksichtigung des Umwandlungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 25. September gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist.

Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2013 zu ändern.

Bedingtes Kapital 2015

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 2.123.445,00 durch Ausgabe von bis zu Stück 2.123.445 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Diese bedingte Kapitalerhöhung gilt jedoch höchstens bis zu dem Betrag und der Anzahl von Aktien, in dessen bzw. deren Höhe im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Formwechsels der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß Umwandlungsbeschluss vom 25. September 2015 die bedingte Kapitalerhöhung gemäß § 6B Abs. 1 der Satzung der Ströer SE noch nicht durchgeführt ist. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2015, zu deren Ausgabe der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. September 2015 ermächtigt wurde. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. September 2015 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung erfüllt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist.

Die persönlich haftende Gesellschafterin wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2015 zu ändern.

Bedingtes Kapital 2017

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 11.056.400,00 durch Ausgabe von bis zu 11.056.400 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 14. Juni 2017 unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem Beteiligungsunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Nutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Options bzw. Wandlungsrechten oder durch die Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Bedingtes Kapital 2019

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 2.200.000,00 durch Ausgabe von bis zu 2.200.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2019). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsprogramm 2019 gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionsrechten, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Juni 2019 gewährt wurden, diese Aktienoptionsrechte ausüben und die Gesellschaft die Aktienoptionsrechte nicht durch Barzahlung oder durch die Gewährung eigener Aktien erfüllt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen, es sei denn, es sollen Aktienoptionsrechte und Aktien an Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin ausgegeben werden; in diesem Fall legt der Aufsichtsrat der persönlich haftenden Gesellschafterin die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2019 zu ändern.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2019 von TEUR 735.541 um TEUR 11.950 auf TEUR 747.491 erhöht. Dieser Anstieg betrifft die Aktienoptionsprogramme der Ströer SE & Co. KGaA.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen umfassen in der Vergangenheit erzielte und nicht ausgeschüttete Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 19. Juni 2019 wurden TEUR 113.053 (EUR 2,00 je dividendenberechtigter Stückaktie) als Dividende ausgeschüttet und TEUR 213.677 aus dem Bilanzgewinn 2018 auf neue Rechnung vorgetragen.

Kumuliertes übriges Konzernergebnis

Im kumulierten übrigen Konzernergebnis werden Differenzen aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen sowie die Effekte aus der Bewertung von in Sicherungsbeziehungen stehenden derivativen Finanzinstrumenten nach Verrechnung der auf sie entfallenden latenten Steuern erfasst. In dem Betrag sind zudem auch die aus der Umrechnung der als Net Investment designierten Darlehen der Ströer SE & Co. KGaA an ihre ausländischen Konzerngesellschaften hervorgegangenen Umrechnungsdifferenzen in Höhe von TEUR 0 (Vj.: TEUR 7.972 (Aufwand)) enthalten, die das Konzernergebnis (inklusive latenter Steuern) somit nicht beeinflusst haben. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Veräußerung des türkischen OOH-Geschäfts im Oktober 2018 aufgelaufene Währungskursverluste in Höhe von TEUR 94.613, die bisher erfolgsneutral erfasst worden waren, aufwandswirksam im Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Die erfolgsneutral verrechneten latenten Steuerverbindlichkeiten auf Bewertungsergebnisse von in Sicherungsbeziehungen stehenden derivativen Finanzinstrumenten belaufen sich auf insgesamt TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0), da zurzeit keine Sicherungsbeziehungen bestehen.

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

Die Anteile ohne beherrschenden Einfluss umfassen die Fremdanteile am konsolidierten Eigenkapital der einbezogenen Gesellschaften.

Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente

Die Gesellschaft hat nicht beherrschenden Gesellschaftern von Tochterunternehmen Put-Optionen gewährt, die bei Eintritt vertraglich bestimmter Bedingungen zu einer Kaufverpflichtung für den nicht beherrschenden Anteil führen. Wir stellen diese Optionen entsprechend unserer Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden als fiktiven Erwerb am Stichtag dar. Für die Verpflichtungen sind Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 20.365 (Vj.: TEUR 75.418) dotiert worden.

Gewinnverwendung

Die Gewinnverwendung bestimmt sich nach den handels- und aktienrechtlichen Vorschriften, die der Ermittlung des Bilanzgewinns der Ströer SE & Co. KGaA zugrunde liegen.

Im Geschäftsjahr 2019 weist der Jahresabschluss der Ströer SE & Co. KGaA einen Jahresüberschuss von TEUR 72.152 (Vj.: TEUR 644.009) aus.

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement der Ströer Gruppe ist darauf ausgelegt, die Fortführung und das Wachstum des Unternehmens sicherzustellen sowie die Attraktivität für Kapitalgeber und Marktteilnehmer zu erhalten und auszubauen. Um dies zu gewährleisten, wird seitens des Vorstands die Fremdkapitalhöhe und -struktur fortlaufend überwacht. Das in das generelle Kapitalmanagement einbezogene Fremdkapital setzt sich zusammen aus Finanzverbindlichkeiten und den sonstigen Verbindlichkeiten wie sie in der Konzernbilanz ausgewiesen werden. Im Rahmen der Konzernfinanzierung durch Bankdarlehen orientiert sich der Ströer Konzern an einer externen Steuerungsgröße in Form des maximal erlaubten Verschuldungsgrades. Wichtiger Bestandteil der internen Steuerung sind die Planung und laufende Überwachung des bereinigten operativen Ergebnisses (EBITDA (adjusted)), da es über den Verschuldungsgrad in die Bestimmung der anzuwendenden Kreditmarge einfließt. Dieser dynamische Verschuldungsgrad ist definiert als Nettoverschuldung im Verhältnis zum operativen Ergebnis vor Zinsen und Abschreibung (EBITDA (adjusted)). Die relevante Steuerungsgröße wird dem Vorstand im Rahmen regelmäßiger Reportings zur Beurteilung vorgelegt. Der zulässige Nettoverschuldungsgrad wurde zum Stichtag ebenso wie im Vorjahr komfortabel eingehalten. Siehe zum EBITDA (adjusted) auch den Abschnitt "Überleitung: EBITDA (adjusted)" im Kapitel "Grundlagen und Strategie des Ströer Konzerns" des zusammengefassten Lageberichts.

Darüber hinaus überwacht der Vorstand die Eigenkapitalquote des Konzerns. Hierbei entspricht das der Berechnung der Eigenkapitalquote zugrunde gelegte Eigenkapital dem in der Bilanz ausgewiesenen Eigenkapital unter Einschluss der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter.

Zusätzlich erfolgt die Überwachung des Eigenkapitals auf Ebene der jeweiligen Einzelgesellschaften im Rahmen der Überwachung der Einhaltung der Mindestkapitalanforderungen zur Vermeidung von insolvenzrechtlichen Konsequenzen. Das in diesem Zusammenhang überwachte Eigenkapital entspricht dem nach landesrechtlichen Vorschriften ausgewiesenen Eigenkapital.

Es gab keine sonstigen Veränderungen der Kapitalmanagementstrategie im Vergleich zum Vorjahr.

27 Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

Bei den wesentlichen existierenden Pensionsplänen handelt es sich um leistungsorientierte Pensionszusagen im Inland, bei denen die Pensionsverpflichtung von den Bezügen des jeweiligen Mitarbeiters bei Renteneintritt abhängig ist oder auf der Zusage eines festen Betrages beruht. Da die versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste sofort bei ihrer Entstehung erfolgsneutral erfasst werden, entspricht der Anwartschaftsbarwert der Pensionszusagen und pensionsähnlichen Verpflichtungen abzüglich des vorhandenen Planvermögens der in der Bilanz ausgewiesenen Pensionsrückstellung.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen leiten sich wie folgt ab:

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Anwartschaftsbarwert 01.01. 40.476 39.727
Laufender Dienstzeitaufwand 746 1.000
Nettozinsaufwand 634 625
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) 3.627 916
Pensionszahlungen -1.776 -1.771
Veränderungen im Konsolidierungskreis 0 -85
Währungsumrechnung -1 -68
Sonstige Veränderungen 438 131
Anwartschaftsbarwert 31.12./Bilanzwert 44.145 40.476

Im Berichtsjahr sind erfolgsneutral erfasste versicherungsmathematische Verluste in Höhe von TEUR 3.627 zu verzeichnen (Vj.: TEUR 916). Diese Entwicklung beruht im Wesentlichen auf dem im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkenen Diskontierungszinssatz.

Plankürzungen sind im laufenden Geschäftsjahr nicht zu verzeichnen.

Es wurden Sensitivitäten mit einem halben Prozentpunkt über und unter dem verwendeten Zinssatz gerechnet. Eine Veränderung des Zinssatzes um +0,5 Prozentpunkte würde sich zum Bilanzstichtag mit TEUR -2.697 (Vj.: TEUR -2.435) auf die Anwartschaftsbarwerte auswirken; eine Veränderung um -0,5 Prozentpunkte mit TEUR +2.968 (Vj.: TEUR +2.679).

Neben der Veränderung des Zinssatzes wurde der Rententrend als wesentlicher Einflussparameter auf den Anwartschaftsbarwert identifiziert. Eine Veränderung des Rententrends um +0,5 Prozentpunkte würde sich zum Bilanzstichtag mit TEUR +1.252 (Vj.: TEUR +1.163) auf die Anwartschaftsbarwerte auswirken; eine Veränderung um -0,5 Prozentpunkte mit TEUR -1.157 (Vj.: TEUR -1.078).

Der Ermittlung des Barwerts der Versorgungsansprüche lagen die nachfolgend aufgeführten Prämissen zugrunde:

Konzern
(in %)
31.12.2019 31.12.2018
Zinssatz 1,20 1,90
Rententrend 1,00 1,00
Gehaltstrend 2,00 2,00
Fluktuationsrate 1,00 1,00

In der folgenden Tabelle werden die Bestandteile der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für Versorgungsleistungen dargestellt:

In TEUR 2019 2018
Zinsaufwand 634 625
Dienstzeitaufwand und sonstige Veränderungen 1.184 1.131
Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungsleistungen 1.818 1.756
Aufwendungen für gesetzliche Rentenversicherungsbeiträge (beitragsorientiert) 30.270 34.128
Gesamtaufwendungen für Versorgungsleistungen 32.088 35.884

Der Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen wird im Zinsergebnis, der Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen. Die versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste werden sofort erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Die kumulierten, direkt im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne (+) und Verluste (-) betragen nach Steuern zum Stichtag TEUR -7.622 (Vj.: TEUR -5.002).

Die Anwartschaftsbarwerte sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015
Barwert der nicht gedeckten Verpflichtungen 44.145 40.476 39.727 39.249 36.740
Gewinn/Verlust der Periode aus
Erfahrungsbedingten Anpassungen der Planschulden -386 91 69 653 -105
Anpassungen versicherungsmathematischer Annahmen 4.013 825 316 1.197 -1.153

28 Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

In TEUR 01.01.2019 Währungsänderung Änderung des Konsolidierungskreises Zuführung Effekte aus Aufzinsung und Zinssatzänderung Verbrauch
Abbauverpflichtungen 24.702 31 0 4.395 83 -1.923
davon langfristig 18.907
Personalbereich 28.925 87 -90 28.717 6 -28.848
davon langfristig 4.207
Restrukturierung 308 0 0 0 0 -250
Übrige 23.464 21 -210 39.174 1 -33.081
davon langfristig 3.851
Summe 77.399 139 -300 72.286 90 -64.102
In TEUR Auflösung Umbuchung 31.12.2019
Abbauverpflichtungen -714 0 26.575
davon langfristig 16.739
Personalbereich -642 8 28.162
davon langfristig 5.184
Restrukturierung -58 0 0
Übrige -1.789 0 27.580
davon langfristig 3.513
Summe -3.203 8 82.317

In den Rückstellungen im Personalbereich sind Tantiemen und Prämien an Vorstand und Mitarbeiter sowie Verpflichtungen aus Abfindungszahlungen enthalten.

Der Berechnung der Rückstellung für Abbauverpflichtungen liegen die voraussichtlich anfallenden Abbaukosten zugrunde. Die Abzinsung der Rückstellung erfolgte mit einem Zinssatz von 0,00 Prozent (Vj.: 0,57 Prozent).

29 Finanzverbindlichkeiten

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Buchwert
In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 853.030 922.062
Darlehensverbindlichkeiten 571.823 560.216
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 16.637 13.594
Verbindlichkeiten aus Unternehmenskäufen 5.318 5.734
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 132 3.114
Gesamt 1.446.939 1.504.720

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing haben sich aufgrund der fortschreitenden IFRS 16-Tilgungsauszahlungen rückläufig entwickelt. Diese Tilgungen wurden nur zum Teil durch den Abschluss neuer Leasingverträge kompensiert. Wir verweisen auf unsere Ausführungen in Abschnitt 35 dieses Anhangs.

Die Ströer SE & Co. KGaA hat im Juni 2016 ein Schuldscheindarlehen in einem Volumen von 145,0 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen, die eine Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren haben. Dabei erfolgt die Verzinsung für ein Volumen von 131,0 Millionen Euro variabel auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge, die sich in einer Bandbreite zwischen 100bp und 110bp bewegt. Die übrigen 14,0 Millionen Euro unterliegen einer fixen Verzinsung, die in einer Bandbreite zwischen 100bp und 130bp liegt.

Im Oktober 2017 hat die Ströer SE & Co. KGaA ein weiteres Schuldscheindarlehen in einem Volumen von 350,0 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit der einzelnen Tranchen beträgt im Wesentlichen fünf bzw. sieben Jahre. Die Verzinsung erfolgt für ein Volumen von 157,0 Millionen Euro variabel auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge, die zwischen 65bp und 90bp liegt. Die übrigen 193,0 Millionen Euro unterliegen einer fixen Verzinsung, die sich in einer Bandbreite von 65bp bis 140bp bewegt.

Des Weiteren hat die Ströer SE & Co. KGaA im Dezember 2016 mit einem Bankensyndikat aus ausgewählten in- und ausländischen Finanzinstituten eine Kreditfazilität in Höhe von 600,0 Millionen Euro vereinbart, wobei das Volumen bei Bedarf um weitere 100,0 Millionen Euro ausgeweitet werden kann. Die Laufzeit der Finanzierung ist bis zum Dezember 2023 fest zugesagt. Das gesamte Volumen in Höhe von 600,0 Millionen Euro ist als flexible Revolving Facility ausgestaltet. Die Verzinsung der Kreditlinie erfolgt variabel auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge, die sich in Abhängigkeit vom Verschuldungsgrad in einer Bandbreite von 65bp bis 160bp bewegt.

Die im Rahmen der Transaktionen angefallenen Kosten werden ebenso wie die Kosten aus früheren Finanzierungen über die jeweilige Darlehenslaufzeit abgegrenzt. Wir verweisen hierzu auf Abschnitt 22 dieses Anhangs.

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 141.397 133.773
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 3.728 61.824
Kontokorrentverbindlichkeiten 4.362 1.626
Kreditorische Debitoren 10.552 13.728
Verbindlichkeiten aus Unternehmenskäufen 4.496 7.851
Darlehensverbindlichkeiten 25.216 7.066
Zinsverbindlichkeiten 792 772
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 28.344 20.707
Gesamt 218.887 247.347

Der Rückgang der kurzfristigen Verpflichtungen zum Erwerb eigener EK-Instrumente beruht im Wesentlichen auf dem Erwerb der übrigen Anteile an der Statista GmbH und der Permodo GmbH.

Demgegenüber resultiert der Anstieg der kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten vor allem aus der Umgliederung einzelner Darlehenstranchen aus dem langfristigen in den kurzfristigen Bereich. Dabei handelt es sich um Schuldscheindarlehen in einem Volumen von insgesamt TEUR 18.000 und mit einer Laufzeit von drei Jahren, die im Jahr 2017 am Kapitalmarkt platziert wurden und im Oktober 2020 zur Rückzahlung fällig sind.

In den Sonstigen kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind unter anderem die Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Gesellschaftern in Höhe von TEUR 6.846 (Vj.: TEUR 9.616) enthalten, die als Ausgleichsanspruch im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen zu bilanzieren sind.

Zu den Verbindlichkeiten aus Unternehmenskäufen verweisen wir auf Abschnitt 6 dieses Anhangs.

30 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 220.654 197.425
Abgegrenzte Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen 77.860 64.362
Gesamt 298.514 261.786

31 Sonstige Verbindlichkeiten

Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 33.326 26.419
Abgegrenzte Einzahlungen 45.418 39.079
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 24.976 21.734
Gesamt 103.719 87.232

SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

32 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wird gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" aufgestellt und zeigt die Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Geschäftsjahres, gegliedert nach den Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

Die Darstellung der Zahlungsströme aus laufender Geschäftstätigkeit erfolgt mittels der indirekten Methode, indem entsprechend der Vorgaben des IAS 7 das Periodenergebnis um nicht zahlungswirksame Vorgänge korrigiert wird. Darüber hinaus werden Sachverhalte eliminiert, die dem Cash-Flow aus Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind. Ausgangspunkt des Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ist das Konzernergebnis, von dem dann in einem zweiten Schritt das Finanzergebnis und das Steuerergebnis abgezogen werden. In den Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit gehen unter anderem auch die Einzahlungen aus Ausschüttungen der assoziierten Unternehmen und der Gemeinschaftsunternehmen ein. Darüber hinaus sind im Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit jedoch wie im Vorjahr keine sonstigen Dividendeneinnahmen enthalten.

Neben den im Cash-Flow aus Investitionstätigkeit enthaltenen Beträgen sind gemäß IAS 7.43 auch Transaktionen anzugeben, die einerseits zwar als nicht-zahlungswirksam einzustufen sind, jedoch andererseits zu einer Erhöhung des Anlagevermögens geführt haben. Hierzu zählen im weiteren Sinne gemäß IAS 7.44 a) auch Sachverhalte des Finanzierungsleasing und damit sämtliche Transaktionen, die unter IFRS 16 fallen. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Abschnitt 20 und Abschnitt 35.

Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel. Die Zahlungsmittel setzen sich aus den Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten zusammen.

Die nachfolgende Tabelle stellt die zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten dar:

Zahlungswirksame Veränderung im Finanzierungs-Cash-Flow Zahlungsunwirksame Veränderung
In Mio. EUR 01.01.2019 Änderung Konsolidierungskreis Änderung Fair Value Sonstige 31.12.2019
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing (IFRS 16) 1.055,3 -174,7 -15,8 20,7 1 108,7 994,2
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 558,4 13,1 0,0 0,2 0,0 571,8
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1,6 3,2 -0,5 0,0 0,0 4,4
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 75,4 -63,2 0,3 7,9 0,0 20,4
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 61,3 -9,4 11,7 1,4 10,0 75,0
Summe Finanzverbindlichkeiten 1.752,1 -230,9 -4,3 30,2 118,7 1.665,8
Zahlungswirksame Veränderung im Finanzierungs-Cash-Flow Zahlungsunwirksame Veränderung
In Mio. EUR 01.01.2018 Änderung Konsolidierungskreis Änderung Fair Value Sonstige 31.12.2018
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing (IFRS 16) 1.098,1 -161,4 2,6 21,4 1 94,6 1.055,3
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 496,3 61,6 0,3 0,2 0,0 558,4
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,9 -8,8 9,6 0,0 0,0 1,6
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 96,5 -5,5 4,9 -20,6 0,0 75,4
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 51,1 -17,9 11,4 -8,2 25,0 61,3
Summe Finanzverbindlichkeiten 1.742,9 -132,1 28,8 -7,1 119,6 1.752,1

1 Die Veränderung des Fair Value in Bezug auf die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing (IFRS 16) betrifft die Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten.

33 Segmentberichterstattung

Berichterstattung nach operativen Segmenten

Der Ströer Konzern hat sein Geschäft in drei Segmente gebündelt, die in enger Abstimmung mit der Konzern-Holdinggesellschaft Ströer SE & Co. KGaA operativ eigenständig am Markt tätig sind. Es handelt sich dabei um die Segmente Out-of-Home Media, Digital OOH & Content und Direct Media. Während dem Segment Out-of-Home Media die Produktgruppen Großformate, Street Furniture, Transport sowie sonstige OOH-Produkte zugeordnet sind, umfasst das Segment Digital OOH & Content die Bereiche Display und Video sowie die Digital Marketing Services. Das Segment Direct Media beinhaltet schließlich die Produktgruppen Dialog Marketing und Transactional.

2019

In TEUR OOH Media Digital OOH & Content Direct Media Überleitung Konzernwert
Außenumsatzerlöse 679.504 571.072 340.569 0 1.591.145
Innenumsatzerlöse 29.567 17.268 14 -46.849 0
Segmentumsätze 709.071 588.340 340.583 -46.849 1.591.145
EBITDA (adjusted) 324.156 211.492 53.643 -18.808 570.483
Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen 216.666 88.646 35.132 18.266 358.710
Zinserträge 725 319 704 -608 1.140
Zinsaufwendungen 20.267 1.741 2.394 6.670 31.071
Ertragsteuern 1.916 5.736 516 -33.277 -25.108

2018

In TEUR OOH Media Digital OOH & Content Direct Media Überleitung Konzernwert
Außenumsatzerlöse 647.372 558.005 302.406 0 1.507.783
Innenumsatzerlöse 16.316 8.966 195 -25.477 0
Segmentumsätze 663.688 566.971 302.601 -25.477 1.507.783
EBITDA (adjusted) 309.865 194.136 49.872 -15.697 538.175
Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen 199.378 94.219 27.793 19.853 341.242
Zinserträge 654 319 626 -594 1.005
Zinsaufwendungen 19.907 1.905 3.456 5.089 30.358
Ertragsteuern 4.131 1.558 -486 -27.123 -21.920

OOH Media

Das Segment OOH Media umfasst das gesamte inländische Geschäft des Konzerns in den Bereichen Großformate, Street Furniture, Transport und Sonstige. Außerdem umfasst das Segment die gesamten Tätigkeiten der Bereiche Ströer Polen und Riesenpostergeschäft BlowUP.

Digital OOH & Content

Das Segment Digital OOH & Content umfasst das gesamte Geschäft des Konzerns in den Bereichen Display, Video und Digital Marketing Services.

Direct Media

Dieses Segment umfasst die gesamten Tätigkeiten der Bereiche Dialog Marketing und Transactional.

Die interne Steuerung und Berichterstattung basiert auf den im Abschnitt 1 "Allgemeine Informationen" beschriebenen Grundsätzen der Rechnungslegung nach IFRS.

Erlöse zwischen den Segmenten werden zu Preisen berechnet, wie sie auch mit Konzernfremden vereinbart würden.

Im Bereich der Umsatzerlöse beinhaltet die Überleitung der Umsatzerlöse aller Segmente zu den Umsatzerlösen des Konzerns ausschließlich Konsolidierungseffekte.

Der Konzern misst den Erfolg seiner Segmente anhand der intern definierten Ergebnisgröße EBITDA (adjusted). Diese Größe stellt aus Sicht des Vorstandes die am besten geeignete Information zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistung der einzelnen Segmente dar.

Die Segmentergebnisgröße EBITDA (adjusted) setzt sich zusammen aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie dem sonstigen betrieblichen Ergebnis (Sonstige betriebliche Erträge abzüglich sonstige betriebliche Aufwendungen) jeweils vor Abschreibungen und Wertminderungen.

Berichterstattung nach geografischen Gebieten

Die Zurechnung der Umsätze und der langfristigen Vermögenswerte erfolgt nach dem Standortprinzip (d. h. geografischer Standort des umsatzgenerierenden Ströer Unternehmens).

2019

In TEUR Deutschland Ausland Konzernwert
Außenumsatzerlöse 1.437.676 153.469 1.591.145
Langfristige Vermögenswerte (IFRS 8) 2.431.707 87.591 2.519.298

2018

In TEUR Deutschland Ausland Konzernwert
Außenumsatzerlöse 1.368.195 139.588 1.507.783
Langfristige Vermögenswerte (IFRS 8) 1 2.512.307 95.528 2.607.835

1 Während die Außenumsatzerlöse um die nicht-fortgeführten Aktivitäten gem. IFRS 5 bereinigt worden sind, wurden die langfristigen Vermögenswerte nicht um die nicht-fortgeführten Aktivitäten rückwirkend angepasst.

Berichterstattung nach Produktgruppen

Der Konzern hat auf Basis der von ihm angebotenen Produkte und Dienstleistungen insgesamt neun Produktgruppen definiert.

2019

In TEUR Großformate Street Furniture Transport Display Video Digital Marketing Services
Segmentumsatzerlöse 342.081 153.296 61.585 282.555 161.443 144.343
In TEUR Dialog Marketing Transactional Sonstige Überleitung Konzernwert
Segmentumsatzerlöse 230.835 109.748 152.109 -46.849 1.591.145

2018

In TEUR Großformate Street Furniture Transport Display Video Digital Marketing Services
Segmentumsatzerlöse 316.577 149.685 61.105 297.223 130.310 139.438
In TEUR Dialog Marketing Transactional Sonstige Überleitung Konzernwert
Segmentumsatzerlöse 187.677 114.924 136.321 -25.477 1.507.783

Großformate

In der Produktgruppe Großformate werden die überwiegend großformatigen Werbeträger mit Werbeflächen bis zu neun Quadratmeter und größer zusammengefasst, die sich in erster Linie an prominenten Standorten (zum Beispiel Ein- und Ausfallstraßen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden) befinden. Darüber hinaus werden die Produkte des Riesenpostergeschäfts in dieser Produktgruppe zusammengefasst.

Street Furniture

Die Produktgruppe Street Furniture umfasst vorwiegend standardisierte kleinformatige Werbeträger bis zu zwei Quadratmeter, die sich in das städtische Umfeld einfügen.

Transport

Die in dieser Produktgruppe zusammengefassten Werbeträger beinhalten die Werbung an bzw. in Verkehrsmitteln sowie speziell auf Flughäfen und Bahnhöfen eingesetzte Produktlösungen.

Display

Die Produktgruppe Display umfasst sämtliche Erlöse aus der Vermarktung und Vermittlung von Werbeflächen auf Desktop und mobilen Endgeräten.

Video

In dieser Produktgruppe werden alle Erlöse aus der Vermarktung und Vermittlung von Video-Werbeflächen ausgewiesen. Hierzu zählt neben dem Online-Video-Inventar auch das Public-Video-Inventar.

Digital Marketing Services

In dieser Produktgruppe werden alle Erlöse aus Abonnement-Modellen sowie aus lokaler Vermarktung digitaler Produkte zusammengefasst.

Dialog Marketing

Die Produktgruppe Dialog Marketing umfasst sämtliche Erlöse aus den Bereichen Telesales, Telemarketing und vertriebsorientiertem Außendienst (Dienstleistungen in der Kundenkommunikation).

Transactional

Diese Produktgruppe allokiert sämtliche Erlöse aus dem E-Commerce-Geschäft.

Sonstige

In dieser Produktgruppe werden insbesondere alle Erlöse zusammengefasst, die aus Promotion- und Eventmedien sowie der Produktion bzw. Beschaffung von Werbemitteln im Rahmen des Full-Service-Angebots für Kunden resultieren.

Während die Umsätze in der Produktgruppe "Transactional" zeitpunktbezogen erfasst werden, werden die Umsatzerlöse der übrigen Produktgruppen im Wesentlichen zeitraumbezogen realisiert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden mit keinem Endkunden Umsatzerlöse von mindestens 10 Prozent der gesamten Umsatzerlöse erzielt.

34 Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 und IFRS 13 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten

Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente

Im Rahmen der operativen Tätigkeit ist der Konzern im Finanzbereich Kredit-, Liquiditäts-, sowie Marktrisiken ausgesetzt. Die Marktrisiken betreffen insbesondere Zinsänderungs- und Währungsrisiken.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko liegt in der Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Kunden und Kontrahenten von Ströer begründet. Daraus entsteht zum einen die Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen und zum anderen von bonitätsbedingten Wertminderungen bei Finanzinstrumenten. Das maximale Ausfallrisiko ohne Berücksichtigung von Sicherheiten entspricht dem Buchwert.

Kreditrisiken resultieren überwiegend aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zur Steuerung des Kreditrisikos werden die Forderungsbestände laufend überwacht. Kunden, die größere Geschäftsvolumina abschließen wollen, werden zuvor einer Bonitätsprüfung unterzogen; das Ausfallrisiko bewegt sich auf branchenüblichem Niveau. Dem verbleibenden Risiko wird durch Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. In geringem Ausmaß ist der Ströer Konzern Ausfallrisiken aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgesetzt.

Im Rahmen des Risikomanagements werden über die Fachabteilungen regelmäßig Analysen vorgenommen, ob sich insbesondere beim Kredit- oder Ausfallrisiko Risikokonzentrationen ergeben haben, die sich aus der Zusammenballung von Forderungen mit ähnlichen Charakteristika ergeben. Ähnliche Charakteristika ergeben sich nach dem Verständnis des Konzerns, wenn sich hohe Forderungen gegen einen Debitor oder eine Gruppe von verbundenen Debitoren ergeben. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 sind keine solchen Risikokonzentrationen mit wesentlichen Beträgen erkennbar.

Zinsänderungsrisiko

Zinsänderungsrisiken ist der Ströer Konzern im Wesentlichen im Bereich der langfristigen variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten sowie hinsichtlich der vorhandenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgesetzt. Die Verzinsung der Verbindlichkeiten erfolgt in einer Höhe von 207,0 Millionen Euro mit einer festen Verzinsung. Die Verzinsung der übrigen Verbindlichkeiten erfolgt variabel. Die Entwicklung des Zinsniveaus wird regelmäßig überwacht, um rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können. Sicherungsmaßnahmen werden zentral koordiniert bzw. durchgeführt. Unverändert zum Vorjahr bestehen keine Zinssicherungsinstrumente, die sich in einer Hedge-Beziehung befinden.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden wie im Vorjahr keine Bewertungserfolge aus Zinsswaps erfolgsneutral mit dem Eigenkapitel verrechnet.

Die Sensitivitätsanalyse des Zinsrisikos zeigt den Effekt einer Verschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben und um 10 Basispunkte nach unten ceteris paribus auf das Periodenergebnis. Die Zinsstrukturkurve wurde lediglich um 10 Basispunkte nach unten verschoben, da diese Verringerung nach Einschätzung des Konzerns dem maximalen Zinsänderungsrisiko bei dem aktuell niedrigen Zinsniveau entspricht. Die Analyse bezieht sich auf die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten sowie auf die vorhandenen Zahlungsmittel. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

31.12.2019 31.12.2018
In TEUR +100 bp -10 bp +100 bp -10 bp
Veränderung des Periodenergebnisses -2.732 273 -2.481 248

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko hat im Ströer Konzern nach dem Verkauf des türkischen OOH-Geschäfts mit Ausnahme der Umrechnung des operativen Ergebnisses der ausländischen Geschäftsbereiche in Euro nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Die funktionale Währung der Gesellschaften in den Ländern, in denen der Konzern operiert, ist jeweils die Landeswährung.

Für Zwecke der Sensitivitätsanalyse werden Währungsrisiken aus monetären Finanzinstrumenten, die nicht in den funktionalen Währungen der einzelnen Gesellschaften des Ströer-Konzerns abgeschlossen wurden, in die Analyse einbezogen. Effekte aus der Umrechnung der Fremdwährungsabschlüsse ausländischer Tochterunternehmen in die Konzernberichtswährung (Euro) sind nicht in die Sensitivitätsanalyse nach IFRS 7 einzubeziehen.

Bei einer Aufwertung bzw. Abwertung des Euro gegenüber der Türkischen Lira um 10 Prozent zum 31. Dezember 2019 würde sich das Jahresergebnis um TEUR 1 (Vj.: TEUR 72) reduzieren bzw. verbessern. Bei einer entsprechenden Aufwertung bzw. Abwertung des Euro gegenüber dem Polnischen Zloty würde sich das Jahresergebnis dagegen um TEUR 327 (Vj.: TEUR 406) vermindern bzw. erhöhen. Bei einer entsprechenden Aufwertung bzw. Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar würde sich das Jahresergebnis dagegen um TEUR 315 (Vj.: TEUR 283) vermindern bzw. erhöhen. Die Auswirkungen auf das Jahresergebnis aller weiteren Währungen im Konzern sind zum 31.12.2019 unwesentlich. Diese Analyse wurde unter Berücksichtigung der als Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (IAS 21) behandelten Euro-Darlehen sowie unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Variablen, insbesondere die Zinssätze, unverändert bleiben, und beruht auf den Fremdwährungspositionen zum Stichtag.

Liquiditätsrisiko

Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass die Ströer SE & Co. KGaA nicht genügend Finanzmittel besitzt, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dem Liquiditätsrisiko wird durch ein systematisches Liquiditätsmanagement begegnet. Eine auf einen festen Planungshorizont vorhandene Liquiditätsvorausschau und die vorhandenen, nicht ausgenutzten Kreditlinien stellen jederzeit die Liquiditätsversorgung sicher. Die folgende Übersicht zeigt die Liquiditätssituation sowie die vertraglichen Fälligkeiten der aus den finanziellen Verbindlichkeiten resultierenden Zahlungsströme zum 31. Dezember 2019:

Vertragliche Fälligkeit der finanziellen Verbindlichkeiten inklusive Zinszahlungen zum 31.12.2019

In TEUR Buchwert < 1 Jahr 1-3 Jahre 3-5 Jahre
Finanzverbindlichkeiten 1 651.034 79.138 360.699 229.086
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 994.427 192.741 304.029 236.686
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 298.514 294.480 4.035 0
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 20.365 3.728 421 16.216
Gesamt 1.964.340 570.086 669.183 481.988
In TEUR >5 Jahre Gesamt
Finanzverbindlichkeiten 1 0 668.923
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 510.590 1.244.046
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 298.514
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 0 20.365
Gesamt 510.590 2.231.847

Vertragliche Fälligkeit der finanziellen Verbindlichkeiten inklusive Zinszahlungen zum 31.12.2018

In TEUR Buchwert < 1 Jahr 1-3 Jahre 3-5 Jahre
Finanzverbindlichkeiten 1 620.815 57.696 226.534 242.088
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 1.055.835 174.615 300.545 249.864
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 261.786 256.762 5.024 0
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 75.418 61.824 5.617 3.021
Gesamt 2.013.853 550.898 537.720 494.973
In TEUR >5 Jahre Gesamt
Finanzverbindlichkeiten 1 114.568 640.887
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 601.548 1.326.572
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 261.786
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 4.956 75.418
Gesamt 721.072 2.304.663

1 Ohne Verpflichtung zum Erwerb eigener EK Instrumente und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle stellt den Buchwert und beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der in den einzelnen Bilanzposten enthaltenen Finanzinstrumente nach Klassen sowie nach Bewertungskategorien des IFRS 9 dar.

Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
In TEUR Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2019 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral
Aktiva
Zahlungsmittel VWzfA 103.603 103.603
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen VWzfA 183.188 183.188
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte VWzfA 8.534 8.534
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte VWzfA 8.806 8.806
Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden VWOCI 2.971 0 2.971 1
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FVzfA 298.514 298.514
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 3 FVzfA 1.430.302 1.424.984
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3 FVzfA 215.159 210.663
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente FVzfA 20.365 20.365
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:
Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten VWzfA 304.130 304.130
Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden VWOCI 2.971 2.971
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden FVzfA 1.964.340 1.934.161 20.365
In TEUR Fair Value erfolgswirksam Fair Value 31.12.2019
Aktiva
Zahlungsmittel 103.603
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 183.188
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 8.534
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 8.806
Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden 0 n. a.
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 298.514
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 3 5.318 2 1.430.302
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3 4.496 2 215.159
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 0 20.365
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:
Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 304.130
Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden n. a.
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden 9.814 1.964.340

1 Sonstige Beteiligungen (Level 3)
2 Earn-Out-Verbindlichkeiten (Level 3)
3 Ohne Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente

Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
In TEUR Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2018 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral
Aktiva
Zahlungsmittel VWzfA 103.696 103.696
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen VWzfA 167.367 167.367
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte VWzfA 15.023 15.023
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte VWzfA 8.398 8.398
Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden VWOCI 2.822 0 2.822 1
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FVzfA 261.786 261.786
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 3 FVzfA 1.491.126 1.485.390
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3 FVzfA 185.523 178.105
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente FVzfA 75.418 0 75.418
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:
Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten VWzfA 294.484 294.484
Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden VWOCI 2.822 0 2.822
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden FVzfA 2.013.853 1.925.281 75.418
In TEUR Fair Value erfolgswirksam Fair Value 31.12.2018
Aktiva
Zahlungsmittel 103.696
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 167.367
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 15.023
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 8.398
Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden n. a.
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 261.786
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 3 5.736 2 1.491.126
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3 7.418 2 185.523
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 0 75.418
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:
Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 294.484
Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfasst werden n. a.
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden 13.154 2.013.853

1 Sonstige Beteiligungen (Level 3)
2 Earn-Out-Verbindlichkeiten (Level 3)
3 Ohne Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente

Aufgrund der kurzen Laufzeiten von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen finanziellen Vermögenswerten und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die beizulegenden Zeitwerte der in den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden als Barwerte des zukünftig erwarteten Cash-Flows unter Berücksichtigung des eigenen Kreditrisikos von Ströer ermittelt (sog. Stufe 2 Zeitwerte). Zur Diskontierung werden marktübliche Zinssätze, bezogen auf die entsprechenden Fristigkeiten, verwendet. Zum Stichtag wird daher angenommen, dass der Buchwert der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns sind im Folgenden beschrieben:

Stufe 1: Es sind notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten vorhanden. Der notierte Marktpreis für die vom Konzern gehaltenen finanziellen Vermögenswerte entspricht dem aktuellen Geldkurs. Diese Instrumente sind in Stufe 1 eingeordnet.
Stufe 2: Börsen- oder Marktpreis für ähnliche Finanzinstrumente auf einem aktiven Markt oder für identische oder ähnliche Finanzinstrumente auf einem nicht aktiven Markt oder andere Inputfaktoren als Marktpreisnotierungen, bei denen die angewandten Parameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Wenn alle wesentlichen Inputfaktoren, die zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eines Instruments erforderlich sind, am Markt beobachtbar sind, wird das Instrument in Stufe 2 eingeordnet.
Stufe 3: Bewertungstechniken, bei denen die angewandten Parameter nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Die Einordnung des Instruments in Stufe 3 trifft insbesondere auf nicht notierte Eigenkapitalinstrumente zu.

Ein Wechsel der Einschätzung, welche Stufe für die Bewertung der jeweiligen Vermögenswerte und Schulden heranzuziehen ist, findet im Zeitpunkt des eventuellen Vorliegens neuer Sachverhalte statt. Derzeit werden im Konzernabschluss derivative Finanzinstrumente zum Fair Value bewertet, die in vollem Umfang in die Stufe 2 fallen.

Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben und Put-Optionen

Darüber hinaus bestehen bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben sowie Put-Optionen über Anteile an verschiedenen Konzernunternehmen, die jeweils der Stufe 3 angehören. Diese an vertraglich vereinbarte Bedingungen geknüpften Verbindlichkeiten werden auf Basis des im Vertrag festgelegten Bewertungsschemas zum Stichtag als Finanzverbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Für Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreiszahlungen bzw. zum Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen werden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis von Discounted Cash-Flows unter Einbeziehung von nichtbeobachtbaren Inputfaktoren ermittelt. In die Bewertungsmodelle gehen neben den für die betroffenen Gesellschaftsanteile prognostizierten - und in Einzelfällen mit Wahrscheinlichkeiten gewichteten -EBITDA-Größen auch laufzeitabhängige, risikoadjustierte Zinsen ein. Die EBITDA-Größen resultieren aus der jeweiligen kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung. Eine Einschätzung und eventuelle Anpassung hinsichtlich der eintretenden EBITDA-Größen wird quartalsweise durchgeführt. Die folgende Tabelle stellt die Veränderungen der zur Stufe 3 gehörenden Verbindlichkeiten dar:

In TEUR 01.01.2019 Zugänge Abwertungen Aufwertungen Abgänge 31.12.2019
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten 13.154 4.300 0 582 -8.222 9.814
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 75.418 260 -4.892 12.742 -63.163 20.365
In TEUR 01.01.2018 Zugänge Abwertungen Aufwertungen Abgänge 31.12.2018
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten 15.348 5.567 -6.715 0 -1.046 13.154
Verpflichtung zum Erwerb eigener EK-Instrumente 96.505 4.932 -27.018 6.466 -5.467 75.418

Aus der Neubewertung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten ergaben sich Aufwendungen in Höhe von 0,6 Millionen Euro (Vj.: 0,0 Millionen Euro), die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurden, sowie Erträge in Höhe von 0,0 Millionen Euro (Vj.: 6,7 Millionen Euro), die in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wurden. Des Weiteren wurden bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten in einer Höhe von 0,0 Millionen Euro (Vj.: 1,3 Millionen Euro) aufgrund von wertaufhellenden Ereignissen erfolgsneutral aufgelöst. Die Zinsaufwendungen aus Aufzinsungen beliefen sich auf 0,4 Millionen Euro (Vj.: 0,2 Millionen Euro).

Die Bewertungsmodelle sind sensitiv hinsichtlich der Höhe der prognostizierten und tatsächlich erreichten EBITDA-Größen. So würden die beizulegenden Zeitwerte der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten bei einer Erhöhung des jeweiligen EBITDA um 20 Prozent (bzw. Minderung um 20 Prozent) um 0,8 Millionen Euro ansteigen (Vj.: 1,2 Millionen Euro) (bzw. um 0,8 Millionen Euro sinken (Vj.: 1,2 Millionen Euro)). Die Verbindlichkeiten aus Put-Optionen würden um 3,8 Millionen Euro steigen (Vj: 9,6 Millionen Euro) bzw. um 7,5 Millionen Euro sinken (Vj.: 3,3 Millionen Euro).

Darüber hinaus besteht eine Sensitivität bzgl. der verwendeten Diskontierungszinssätze. Die Verbindlichkeiten würden sich jedoch aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten bei einem um 100 Basispunkte erhöhten bzw. reduzierten Zinssatz nur marginal verändern. Dies gilt auch für die Beträge des Vorjahres.

Die folgende Tabelle stellt die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne bzw. -verluste von Finanzinstrumenten, gegliedert nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 dar (ohne derivative Finanzinstrumente, die in ein Hedge-Accounting einbezogen sind):

In TEUR 2019 2018
Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte -4.032 -3.240
Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -143 -6.427

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten beinhalten Ergebnisse aus Wertminderungen (TEUR 3.808, Vj.: TEUR 3.041), Zuschreibungen und Währungsumrechnungseffekten.

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten Ergebnisse aus Währungsumrechnungseffekten sowie aus der Aufzinsung von Darlehen.

Der Gesamtzinsertrag für finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt im Geschäftsjahr TEUR 1.141 (Vj.: TEUR 1.005). Der Gesamtzinsaufwand für finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt im Geschäftsjahr TEUR 29.995 (Vj.: TEUR 30.759).

35 Erläuterungen zum Finanzierungsleasing nach IFRS 16

In der nachfolgenden Tabelle wird die Entwicklung der Nutzungsrechte aus Finanzierungsleasing nach Klassen der Vermögenswerte aufgegliedert:

In TEUR Werbeträger Standorte Immobilien Betriebs- und Geschäftsausstattung/ Sonstige Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01.01.2018 963.185 123.205 11.728 1.098.118
Veränderung Konsolidierungskreis -21.174 21.247 3.194 3.267
Zugänge 69.267 41.295 10.185 120.748
Umbuchungen 0 0 -140 -140
Abgänge 0 -323 -2.780 -3.103
Währungsumrechnungsdifferenzen -8.163 -346 -50 -8.559
Endstand 31.12.2018/Anfangsstand 01.01.2019 1.003.114 185.079 22.137 1.210.330
Veränderung Konsolidierungskreis -749 -19.136 -1.752 -21.637
Zugänge 98.309 33.879 10.147 142.335
Umbuchungen 0 0 0 0
Abgänge -13.233 -1.951 -111 -15.295
Währungsumrechnungsdifferenzen 769 135 6 909
Endstand 31.12.2019 1.088.210 198.005 30.428 1.316.642
Abschreibungen/Auflösungen
Anfangsstand 01.01.2018 0 0 65 65
Veränderung Konsolidierungskreis 809 2.072 314 3.195
Abschreibungen 131.821 25.609 10.960 168.390
Zuschreibungen 0 0 0 0
Umbuchungen 0 0 -31 -31
Abgänge 0 -92 -1.191 -1.283
Währungsumrechnungsdifferenzen -950 -36 -38 -1.025
Endstand 31.12.2018/Anfangsstand 01.01.2019 131.680 27.553 10.079 169.312
Veränderung Konsolidierungskreis -505 -3.072 -369 -3.946
Abschreibungen 141.876 28.068 8.468 178.412
Zuschreibungen -703 0 -12 -715
Umbuchungen 0 0 0 0
Abgänge -1.341 1 -28 -1.368
Währungsumrechnungsdifferenzen 476 49 2 527
Endstand 31.12.2019 271.484 52.598 18.140 342.221
Bilanzwert 31.12.2018 871.435 157.526 12.058 1.041.018
Bilanzwert 31.12.2019 816.727 145.407 12.288 974.421

Weitere Erläuterungen zum Finanzierungsleasing:

In TEUR 2019 2018
Aufwand für variable Leasingzahlungen, die nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen wurden 107.410 92.969
Erträge aus der Unter- beziehungsweise Weitervermietung von Nutzungsrechten an Dritte 3.016 2.094
Gesamte Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 225.240 215.619

Die voraussichtlichen Leasingverbindlichkeiten aus bereits abgeschlossenen Leasingvereinbarungen, die erst nach dem 31. Dezember 2019 bilanziell wirksam werden, betragen TEUR 77 (Vj.: TEUR 2.874).

Zu den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing verweisen wir auf Abschnitt 29 Finanzverbindlichkeiten. Die Zinsaufwendungen aus Finanzierungsleasing werden in Abschnitt 15 Finanzergebnis gezeigt. Weitere Angaben zum Finanzierungsleasing erfolgen im Abschnitt 34 Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 und IFRS 13 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten.

36 Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eventualschulden

Zum Stichtag 31. Dezember 2019 bestehen keine Bürgschaften und bürgschaftsähnliche Verpflichtungen.

Finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den folgenden vertraglichen Vereinbarungen, deren Fälligkeit sich zum Bilanzstichtag wie folgt darstellt:

31.12.2019 davon mit Restlaufzeit
in TEUR Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr von 1 - 5 Jahren über 5 Jahre
Investitionsverpflichtungen 11.953 8.381 3.064 508
Instandhaltungsleistungen 4.613 1.590 2.835 188
Übrige sonstige finanzielle Verpflichtungen 27.777 16.122 6.950 4.705

Im Vorjahr teilten sich die Verpflichtungen folgendermaßen auf:

31.12.2018 davon mit Restlaufzeit
in TEUR Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr von 1 - 5 Jahren über 5 Jahre
Investitionsverpflichtungen 16.812 11.772 4.532 508
Instandhaltungsleistungen 6.166 1.897 3.944 325
Übrige sonstige finanzielle Verpflichtungen 20.366 15.131 4.121 1.114

37 Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen

Als nahe stehende Personen wurden der Vorstand und der Aufsichtsrat sowie deren nahe Familienangehörige definiert. Nahe stehende Unternehmen umfassen - neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften - insbesondere jene Unternehmen, bei denen nahe stehende Personen allein oder gemeinsam mit anderen eine beherrschende Position innehaben.

Alle Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Personen und Unternehmen wurden im Berichtsjahr zu marktüblichen Bedingungen und Konditionen durchgeführt, wie sie auch mit konzernfremden Dritten üblich sind.

Die folgenden Geschäftsvorfälle zwischen dem Ströer Konzern und nahe stehenden Personen bzw. Unternehmen fanden im Geschäftsjahr 2019 statt:

Herr Udo Müller ist Aktionär der Ströer SE & Co. KGaA und Vorstandsvorsitzender der Ströer Management SE, Düsseldorf. Darüber hinaus hat der Ströer Konzern im Geschäftsjahr Leistungen in Höhe von TEUR 75 (Vj.: TEUR 56) erhalten, die von Herrn Müller oder einem Unternehmen, an dem er beteiligt ist, erbracht wurden. Bei den Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Mietsachverhalte.

Herr Dirk Ströer ist Aktionär und Mitglied des Aufsichtsrats der Ströer SE & Co. KGaA. Darüber hinaus ist er an Unternehmen beteiligt, zu denen im Geschäftsjahr Liefer- und Leistungsbeziehungen bestanden, die im Wesentlichen mit der Vermarktung von Werbeträgern, der Überlassung von Werberechten und der Anmietung von Gebäuden im Zusammenhang stehen. Die im Rahmen der erhaltenen Leistungen angefallenen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 32.317 (Vj.: TEUR 30.688), die Erträge bezifferten sich auf TEUR 9.783 (Vj.: 6.985). Forderungen bzw. Verbindlichkeiten, welche aus diesen Leistungsbeziehungen resultieren, bestehen zum 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 534 (Vj.: TEUR 2.186) bzw. TEUR 27.140 (Vj.: TEUR 9.724).

Die Ströer SE & Co. KGaA unterhält Geschäftsbeziehungen zur Deutsche Telekom AG, mit der sie seit dem 2. November 2015 in einem Assoziierungsverhältnis steht. Die aus dieser Geschäftsbeziehung im Jahr 2019 erhaltenen Leistungen belaufen sich auf TEUR 8.402 (Vj.: TEUR 7.691), die erzielten Erträge betragen TEUR 72.979 (Vj.: TEUR 76.921). Aus diesen Leistungsbeziehungen resultieren zum 31. Dezember 2019 Forderungen in Höhe von TEUR 4.045 (Vj.: TEUR 5.786) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 406 (Vj.: TEUR 382).

Die Ströer SE & Co. KGaA hat im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von insgesamt TEUR 113.053 ausgeschüttet. Die Herren Udo Müller und Dirk Ströer haben entsprechend der von ihnen gehaltenen Anteile an dieser Ausschüttung partizipiert.

Die Ströer Management SE, welche die persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA ist, erbringt Dienstleistungen im Bereich der Unternehmensführung für die Ströer SE & Co. KGaA. Die aus dieser Geschäftsbeziehung erhaltenen Leistungen belaufen sich für das Jahr 2019 auf TEUR 8.629 (Vj.: TEUR 488), die erzielten Erträge betragen TEUR 343 (Vj.: TEUR 32). Aus diesen Leistungsbeziehungen resultieren zum 31. Dezember 2019 Forderungen i. H. v. TEUR 178 (Vj.: TEUR 0) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 6.882 (Vj.: TEUR 297).

Aus Geschäftsbeziehungen mit at-Equity-bilanzierten Unternehmen belaufen sich die erhaltenen Leistungen im Geschäftsjahr auf TEUR 10.269 (Vj.: TEUR 8.680), die erzielten Erträge betragen TEUR 3.940 (Vj.: TEUR 3.988). Aus diesen Leistungsbeziehungen resultieren zum 31. Dezember 2019 Forderungen in Höhe von TEUR 6.084 (Vj.: TEUR 262) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 7.485 (Vj.: TEUR 7.905).

38 Honorare für Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Als Aufwand für Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2019 gebucht:

In TEUR 2019 2018
Honorar des Abschlussprüfers
Honorare für Abschlussprüfungsleistungen 879 826
Honorare für andere Bestätigungsleistungen 49 28
Honorare für Steuerberatungsleistungen 121 220
Honorare für sonstige Leistungen 176 140
Gesamt 1.225 1.214

Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen aus Beratungsleistungen im Rahmen von Kaufpreisallokationen, Due-Diligence-Leistungen sowie der Einführung neuer Standards.

39 Angaben zu § 264 Abs. 3 HGB

Die im Folgenden aufgeführten inländischen Tochtergesellschaften in der Rechtsform einer Kapital- oder Personenhandelsgesellschaft nehmen die Möglichkeit zur Befreiung von bestimmten Vorschriften über die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses bzw. des Lageberichts gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB in Anspruch:

Asam Betriebs-GmbH, Beilngries

ASAMBEAUTY GmbH, Unterföhring

Avedo Essen GmbH, Essen

Avedo Gelsenkirchen GmbH, Gelsenkirchen

Avedo Köln GmbH, Köln

Avedo Leipzig GmbH, Leipzig

Avedo Leipzig West GmbH, Leipzig

Avedo München GmbH, München

Avedo Rostock GmbH, Rostock

B.A.B. MaxiPoster Werbetürme GmbH, Hamburg

BHI Beauty & Health Investment Group Management

GmbH, Unterföhring

BlowUP Media GmbH, Köln

Content Fleet GmbH, Hamburg

DERG Vertriebs GmbH, Köln

DSM Deutsche Städte Medien GmbH, Frankfurt am Main

DSM Rechtegesellschaft mbH, Köln

DSM Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln

DSM Zeit und Werbung GmbH, Köln

ECE flatmedia GmbH, Hamburg

Edgar Ambient Media Group GmbH (vormals: UAM Media Group GmbH), Hamburg

Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH, Hamburg

INFOSCREEN GmbH, Köln

InnoBeauty GmbH, Unterföhring

Interactive Media CCSP GmbH, Köln

kajomi GmbH, Planegg

M. Asam GmbH, Unterföhring

Mercury Beteiligungs GmbH, Leipzig

OPS Online Post Service GmbH (vormals: T&E Net Services

GmbH), Berlin

Permodo GmbH, München

Ranger Marketing & Vertriebs GmbH, Düsseldorf

RegioHelden GmbH, Stuttgart

Retail Media GmbH, Köln

Sales Holding GmbH, Düsseldorf

Seeding Alliance GmbH, Köln

Service Planet GmbH, Düsseldorf

Smartplace GmbH, Düsseldorf

SMD Rechtegesellschaft mbH, Köln

SMD Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln

SRG Rechtegesellschaft mbH, Köln

SRG Werbeträger GmbH & Co. KG, Köln

Statista GmbH, Köln

StayFriends GmbH, Berlin

Ströer Content Group GmbH, Köln

Ströer DERG Media GmbH, Kassel

Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, Köln

Ströer Dialog Group GmbH, Leipzig

Ströer Digital Commerce GmbH, Köln

Ströer Digital Group GmbH, Köln

Ströer Digital International GmbH, Köln

Ströer Digital Media GmbH, Hamburg

Ströer Digital Publishing GmbH, Köln

Ströer media brands GmbH, Berlin

Ströer Media Deutschland GmbH, Köln

Ströer News Publishing GmbH, Köln

Ströer Next Publishing GmbH, Köln

Ströer Performance Group GmbH, Köln

Ströer Sales & Services GmbH, Köln

Ströer Sales Group GmbH, Köln

Ströer Social Publishing GmbH, Berlin

Ströer SSP GmbH, München

Ströer Venture GmbH, Köln

Ströer Werbeträgerverwaltungs GmbH, Köln

Yieldlove GmbH, Hamburg

40 Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Der Vorstand der Ströer Management SE, welche die persönlich haftende Gesellschafterin der Ströer SE & Co. KGaA ist, und der Aufsichtsrat der Ströer SE & Co. KGaA haben am 11. Dezember 2019 die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Entsprechenserklärung wurde den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft www.stroeer.com/investor-relations unter der Rubrik Corporate Governance dauerhaft zugänglich gemacht.

41 Vergütungen für Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Der Aufwand aus Vergütungsvereinbarungen des Vorstands und des Aufsichtsrats des Ströer Konzerns beträgt:

In TEUR 2019 2018
Vorstand
Kurzfristig fällige Leistungen 4.417 3.686
Andere langfristig fällige Leistungen 1.304 2.010
Aktienbasierte Vergütung 4.492 2.066
Gesamt 10.213 7.762
Aufsichtsrat
Kurzfristig fällige Leistungen 305 281
Gesamt 305 281

Kurzfristig fällige Leistungen umfassen insbesondere Gehälter, Sachbezüge sowie erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile, die innerhalb des Folgejahres zur Auszahlung gelangen. Langfristig fällige Leistungen umfassen dem Vorstand gewährte erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile (ohne aktienbasierte Vergütungsbestandteile), die erst in späteren Jahren zur Auszahlung gelangen. Die aktienbasierte Vergütung betrifft zum einen sog. Long Term Incentives (LTI) und zum anderen Vergütungen im Rahmen des in 2015 beschlossenen Aktienoptionsprogramms, aus dem in 2015 und 20172019 Aktienoptionen gewährt wurden sowie aus einem in 2019 beschlossenen Aktienoptionsprogramm, aus dem in 2019 Aktienoptionen gewährt wurden.

Für die dem Vorstand gewährte aktienbasierte LTI-Vergütung (ohne Aktienoptionsprogramm) wird zum Ende jeden Geschäftsjahres ein Referenzkurs der Aktie der Ströer SE & Co. KGaA ermittelt.

Nach Ablauf von vier Geschäftsjahren wird der Referenzkurs mit dem Aktienkurs am Jahresende verglichen und auf Basis des erreichten Aktienkurses die Auszahlung der Vergütung ermittelt (sog. Vergütung mit Barausgleich bzw. "cash-settled"). Für die aktienbasierte Vergütung ist eine Obergrenze vereinbart.

Die Ermittlung des Wertes der aktienbasierten Vergütung erfordert zu jedem Stichtag die Abschätzung eines in der Zukunft liegenden Aktienkurses. Dies erfolgt über ein Black-Scholes-Bewertungsmodell, in das zum 31. Dezember 2019 eine Volatilität von 22 Prozent und eine Dividend-Yield von 2,8 Prozent eingeflossen sind. Die für das Modell verwendeten Zinssätze betragen -0,7 Prozent. Für die auf das Jahr 2019 entfallende aktienbasierte Vergütung gehen wir derzeit davon aus, dass der Aktienkurs nach Ende des Erdienungszeitraums 300 Prozent des Referenzkurses entspricht.

Die in 2019 gewährten 5.009 virtuellen Aktienoptionen haben jeweils einen beizulegenden Zeitwert von EUR 66,48. Darauf entfällt in 2019 ein Aufwand aus der Zuführung zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 671 (Vj.: TEUR 283).

Die Rückstellung für die dem Vorstand gewährte aktienbasierte LTI-Vergütung (ohne Aktienoptionsprogramm) per 31. Dezember 2019 beträgt insgesamt TEUR 2.032 (Vj.: TEUR 1.432).

Aktienoptionsprogramm 2013

Im Rahmen des in 2013 von der Hauptversammlung beschlossenen Aktienoptionsprogramms hat der Vorstand in 2013 und in 2014 insgesamt 1.954.700 Optionen erhalten. Hieraus resultiert in 2019 ein Aufwand von TEUR 0 (Vj.: TEUR 302).

In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 wurden keine Optionen gewährt; daher entfällt die Angabe des gewichteten durchschnittlichen beizulegenden Zeitwerts der während des Geschäftsjahres (Vorjahres) gewährten Optionen.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2013" gewährten Optionen beträgt EUR 2,14 (Vj.: EUR 2,14).

Für nähere Einzelheiten verweisen wir auf Kapitel 42 "Anteilsbasierte Vergütung".

Aktienoptionsprogramm 2015

Im Rahmen des in 2015 von der Hauptversammlung beschlossenen Aktienoptionsprogramms hat der Vorstand in 2015 insgesamt 350.000 Optionen und in den Jahren 2017-2019 jeweils 199.460 Optionen erhalten. Hieraus resultiert in 2019 ein Aufwand von TEUR 2.027 (Vj.: TEUR 1.481).

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der während des Geschäftsjahres gewährten Optionen beträgt EUR 5,80 (Vj.: EUR 9,43).

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2015" gewährten Optionen beträgt EUR 10,62 (Vj.: EUR 11,23).

Für nähere Einzelheiten verweisen wir auf Kapitel 42 "Anteilsbasierte Vergütung".

Aktienoptionsprogramm 2019

Im Rahmen des in 2019 von der Hauptversammlung beschlossenen Aktienoptionsprogramms hat der Vorstand in 2019 insgesamt 1.440.000 Optionen erhalten. Hieraus resultiert in 2019 ein Aufwand von TEUR 2.235.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der während des Geschäftsjahres gewährten Optionen beträgt EUR 12,77.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2019" gewährten Optionen beträgt EUR 12,77.

Für nähere Einzelheiten verweisen wir auf Kapitel 42 "Anteilsbasierte Vergütung".

Zum 31. Dezember 2019 sind für alle ggf. zukünftig fällig werdenden Bonusansprüche des Vorstands kurz- wie langfristiger Natur insgesamt TEUR 9.996 (Vj.: TEUR 6.872) als Rückstellungen erfasst, von denen TEUR 2.032 (Vj.: TEUR 1.432) auf derzeitige Ansprüche aus aktienbasierten Vergütungen entfallen. Für weitere Informationen verweisen wir auf den Vergütungsbericht, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist.

Von den langfristig fälligen Leistungen (sog. LTI) werden TEUR 1.751 im Jahr 2020 zur Auszahlung fällig.

42 Anteilsbasierte Vergütung

"Aktienoptionsprogramm 2013" für Führungskräfte und Mitarbeiter

In 2013 führte der Konzern ein Aktienoptionsprogramm ein, das die betreffenden Mitglieder des Vorstands sowie führende Mitarbeiter berechtigte, Aktien des Unternehmens zu erwerben.

Die Optionsrechte konnten frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts ausgeübt werden. Die Optionen hatten einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben Jahren. Die Gesellschaft war berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren. Es wurde eine Bedienung in Aktien vorgenommen (sog. "equity settled").

Die Ausübung der Aktienoptionen war an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an ein operatives Mindest-EBITDA im Konzern von 150 Millionen Euro geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers durfte das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.

Der beizulegende Zeitwert der gewährten Aktienoptionen wurde zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines Black Scholes Modells und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, ermittelt.

Nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Anzahl und die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise (GDAP) sowie die Entwicklung der Aktienoptionen während des Geschäftsjahres.

In EUR 2019 Anzahl 2019 GDAP 2018 Anzahl 2018 GDAP
Am 01.01. ausstehend 354.700 13,00 1.541.367 8,49
Im Jahr gewährt 0 0
Im Jahr kaduziert 0 0
Im Jahr ausgeübt -354.700 13,00 -613.886 7,14
Im Jahr verfallen 0 -572.781 7,14
Am 31.12. ausstehend 0 354.700 13,00
Am 31.12. ausübbar 0 354.700 13,00

Der erfasste Aufwand für während des Geschäftsjahres erhaltene Leistungen stellt sich wie folgt dar:

In TEUR 2019 2018
Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 0 319

Zum 31. Dezember 2019 waren keine Aktienoptionen mehr ausstehend. Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2018 ausstehenden Aktienoptionen lag bei 2,8 Jahren.

Im Geschäftsjahr 2019 (und 2018) wurden keine Optionen gewährt; daher entfällt die Angabe des gewichteten durchschnittlichen beizulegenden Zeitwerts der während des Geschäftsjahres gewährten Optionen.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2013" gewährten Optionen beträgt EUR 2,07 (Vj.: EUR 2,07).

Der gewichtete durchschnittliche Aktienkurs aller im Berichtsjahr ausgeübten Optionen zum Ausübungszeitpunkt beträgt EUR 51,30 (Vj.: EUR 53,07).

Die nachfolgende Tabelle enthält die Inputparameter, mit denen das Aktienoptionsprogramm 2013, aus dem nur in den Jahren 2013 und 2014 Optionen gewährt wurden, im jeweiligen Zeitpunkt der Gewährung bewertet wurde:

In 2014 gewährte Optionen In 2013 gewährte Optionen
Vorstände Leitende MA Vorstände Leitende MA
Dividendenrendite (%) 1,5 1,5 1,5 1,5
Erwartete Volatilität (%) 35 35 38 38
Risikoloser Zinssatz (%) 0,40 0,60 0,85 0,85
Erwartete Laufzeit (Jahre) 5,5 5,5 5,5 5,5
Aktienkurs am Tag der Gewährung (EUR) 14,36 12,31 7,90 7,45
Angewandtes Modell Black Scholes Black Scholes Black Scholes Black Scholes

Die erwartete Volatilität basierte auf einer Beurteilung der historischen Volatilität des Aktienkurses des Unternehmens, insbesondere in dem Zeitraum, der der erwarteten Laufzeit entsprach. Die erwartete Laufzeit der Aktienoptionen basierte auf Schätzungen des Vorstands.

"Aktienoptionsprogramm 2015" für Führungskräfte und Mitarbeiter

In 2015 führte der Konzern ein weiteres Aktienoptionsprogramm ein, das die betreffenden Mitglieder des Vorstands sowie führende Mitarbeiter berechtigt, Aktien des Unternehmens zu erwerben.

Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren. Es wird von einer Bedienung in Aktien ausgegangen (sog. "equity settled").

Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an ein operatives Mindest-EBITDA im Konzern von 250 Millionen Euro geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.

Der beizulegende Zeitwert der gewährten Aktienoptionen wird zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines Black Scholes Modells und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, ermittelt.

Nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Anzahl und die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise (GDAP) sowie die Entwicklung der Aktienoptionen während des Geschäftsjahres.

In EUR 2019 Anzahl 2019 GDAP 2018 Anzahl 2018 GDAP
Am 01.01. ausstehend 1.112.920 51,81 876.190 50,02
Im Jahr gewährt 226.460 53,59 376.460 55,27
Im Jahr kaduziert 0 0 0 0
Im Jahr ausgeübt -60.000 50,92 0 0
Im Jahr verfallen -20.000 51,97 -139.730 49,92
Am 31.12. ausstehend 1.259.380 52,17 1.112.920 51,81
Am 31.12. ausübbar 260.000 50,92 0 0

Der erfasste Aufwand für während des Geschäftsjahres erhaltene Leistungen stellt sich wie folgt dar:

In TEUR 2019 2018
Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 2.956 1.964

Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2019 ausstehenden Aktienoptionen beträgt 5,0 Jahre (Vj.: 5,0 Jahre).

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr 2019 gewährten Optionen beträgt EUR 6,01 (Vj.: EUR 8,68).

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2015" gewährten Optionen beträgt EUR 10,45 (Vj.: EUR 10,78).

Die nachfolgende Tabelle enthält die Inputparameter, mit denen die im Berichtsjahr 2019 gewährten Optionen des Aktienoptionsprogramms 2015 bewertet wurden:

In 2019 gewährte Optionen In 2018 gewährte Optionen
Vorstände Leitende MA Vorstände Leitende MA
Dividendenrendite (%) 3,85 2,83 2,51 2,51
Erwartete Volatilität (%) 25,32 21,76 29,2 29,2
Risikoloser Zinssatz (%) -0,42 -0,71 -0,31 -0,31
Erwartete Laufzeit (Jahre) 5,5 4,0 5,5 4,0
Aktienkurs am Tag der Gewährung (EUR) 51,75 67,76 56,55 51,65
Angewandtes Modell Black Scholes Black Scholes Black Scholes Black Scholes

Die erwartete Volatilität basiert auf einer Beurteilung der historischen Volatilität des Aktienkurses des Unternehmens, insbesondere in dem Zeitraum, der der erwarteten Laufzeit entspricht. Die erwartete Laufzeit der Aktienoptionen basiert auf Schätzungen des Vorstands.

"Aktienoptionsprogramm 2019" für Führungskräfte und Mitarbeiter

In 2019 führte der Konzern ein weiteres Aktienoptionsprogramm ein, das die betreffenden Mitglieder des Vorstands sowie führende Mitarbeiter berechtigt, Aktien des Unternehmens zu erwerben.

Die Optionsrechte können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend ab dem Zuteilungstag des Bezugsrechts ausgeübt werden. Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von sieben Jahren. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Bedienung der Aktienoptionen wahlweise statt neuer Aktien eine Barzahlung zu gewähren. Es wird von einer Bedienung in Aktien ausgegangen (sog. "equity settled").

Die Ausübung der Aktienoptionen ist an die Erfüllung einer Anzahl von Dienstjahren (Vesting Period), an die Höhe des Aktienkurses der Gesellschaft sowie an ein operatives Mindest-EBITDA im Konzern von 600 Millionen Euro geknüpft. Der durch die Ausübung der Aktienoptionsrechte erzielbare Gewinn des jeweiligen Optionsinhabers darf das Dreifache des jeweiligen Ausübungspreises nicht überschreiten.

Der beizulegende Zeitwert der gewährten Aktienoptionen wird zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines Black Scholes Modells und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, ermittelt.

Nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Anzahl und die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise (GDAP) sowie die Entwicklung der Aktienoptionen während des Geschäftsjahres.

In EUR 2019 Anzahl 2019 GDAP
Am 01.01. ausstehend 0
Im Jahr gewährt 1.670.000 51,85
Im Jahr kaduziert 0
Im Jahr ausgeübt 0
Im Jahr verfallen 0
Am 31.12. ausstehend 1.670.000 51,85
Am 31.12. ausübbar 0

Der erfasste Aufwand für während des Geschäftsjahres erhaltene Leistungen stellt sich wie folgt dar:

In TEUR 2019
Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 2.516

Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31.12.2019 ausstehenden Aktienoptionen beträgt 6,5 Jahre.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr 2019 gewährten Optionen beträgt EUR 12,72.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert aller im Rahmen des "Aktienoptionsprogramms 2019" gewährten Optionen beträgt EUR 12,72.

Der Gesamtaufwand im Berichtsjahr für alle Aktienoptionen beträgt TEUR 5.472 (Vorjahr: TEUR 2.283).

Die nachfolgende Tabelle enthält die Inputparameter, mit denen die im Berichtsjahr 2019 gewährten Optionen des Aktienoptionsprogramms 2019 bewertet wurden:

In 2019 gewährte Optionen
Vorstände Leitende MA
Dividendenrendite (%) 2,83 2,83
Erwartete Volatilität (%) 21,76 21,76
Risikoloser Zinssatz (%) -0,71 -0,71
Erwartete Laufzeit (Jahre) 5,5 5,5
Aktienkurs am Tag der Gewährung (EUR) 69,20 69,35
Angewandtes Modell Black Scholes Black Scholes

Die erwartete Volatilität basiert auf einer Beurteilung der historischen Volatilität des Aktienkurses des Unternehmens, insbesondere in dem Zeitraum, der der erwarteten Laufzeit entspricht. Die erwartete Laufzeit der Aktienoptionen basiert auf Schätzungen des Vorstands.

"Mitarbeiterbeteiligungsprogramm mit Barausgleich" für Führungskräfte und Mitarbeiter

Im Jahr 2016 wurde im Rahmen des Erwerbs der Anteilsmehrheit an einer Tochtergesellschaft ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm mit Barausgleich aufgelegt. Dieses Anreizsystem erlaubte es den Berechtigten zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft virtuelle Put-Optionen gegen Barausgleich auszuüben. Die Options-Berechtigten hatten Anspruch auf einen Barausgleich, der sich aus dem Wert der Anteile ergab. Der Wert der Optionen wurde auf Basis der Unternehmensbewertung im Rahmen des Mehrheitserwerbs berechnet. Eine spätere Anpassung der Bewertung erfolgte auf Basis vertraglich festgelegter Bewertungsformeln, die von der Geschäftsentwicklung und der Firmenzugehörigkeit der anspruchsberechtigten Mitarbeiter abhängig waren. Die Optionsausübung war dem Grunde nach von keinen weiteren Ergebnis- oder Marktbedingungen abhängig. Die Zuteilung der Optionen an die Berechtigten und die Bewertung derselben erfolgte durch die Geschäftsführung der Tochtergesellschaft und erforderte die Zustimmung durch deren Gesellschafter. Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm mit Barausgleich wurde im Jahr 2019 aufgelöst. Der Buchwert und der Zeitwert der Schuld aus Optionen mit Barausgleich belief sich daher am 31.12.2019 auf TEUR 0 (31.12.2018: TEUR 6.325).

Der im Berichtszeitraum erfasste Personalaufwand stellt sich wie folgt dar:

In TEUR 2019 2018
Anreizsysteme mit Bar-Ausgleich 0 2.179

43 Organe der Gesellschaft

Name Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Mitgliedschaft in anderen, Aufsichtsräten vergleichbaren Kontrollgremien
Vorstand
Udo Müller (Co-CEO)
Christian Schmalzl (Co-CEO) Internet Billboard a. s., Ostrau (Tschechien)
Dr. Christian Baier (seit August 2019)
Dr. Bernd Metzner (bis April 2019) Döhler GmbH, Darmstadt STRÖER Dialog Verwaltung Hamburg GmbH, Hamburg Sixt Leasing SE, Pullach Conexus AS, Drammen (Norwegen)
Aufsichtsrat
Christoph Vilanek Vorstandsvorsitzender der freenet AG, Büdelsdorf (Vorsitzender) CECONOMY AG, Düsseldorf eXaring AG, München Ströer Management SE, Düsseldorf VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn Sunrise Communications Group AG, Zürich (Schweiz)
Dirk Ströer Geschäftsführer der Ströer Außenwerbung GmbH & Co. KG, Köln (Stellvertretender Vorsitzender) Ströer Management SE, Düsseldorf
Ulrich Voigt Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn Finanz Informatik GmbH & Co. KG, Frankfurt modernes Köln GmbH, Köln Beethoven Jubiläums GmbH, Bonn Ströer Management SE, Düsseldorf
Angela Barzen Coach und Business Trainerin für Führungskräfte und Unternehmen (seit Juni 2019)
Martin Diederichs Rechtsanwalt Pison Montage AG, Dillingen Ströer Management SE, Düsseldorf DSD Steel Group GmbH, Saarlouis
Julia Flemmerer Geschäftsführerin der Famosa Real Estate S.L., Ibiza (Spanien) (bis Juni 2019)
Christian Sardina Gellesch Leiter Bestandsmanagement West der Ströer Media Deutschland GmbH
Andreas Huster Betriebsratvorsitzender Avedo Gera GmbH, Gera STRÖER Dialog Verwaltung Hamburg GmbH, Hamburg
Sabine Hüttinger Mitarbeiterin Public Affairs der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, Köln
Petra Loubek Leiterin Innendienste Regional der Ströer Media Deutschland GmbH, Köln (seit August 2019)
Rachel Marquardt Gewerkschaftssekretärin ver.di Bundesverwaltung, Berlin
Tobias Meuser Gebietsmanager der Stöer Deutsche Städte Medien GmbH, Köln
Dr. Thomas Müller Gewerkschaftssekretär ver.di Hessen, Frankfurt/Main
Michael Noth Direktor Innendienst der Ströer Sales & Services GmbH, Köln (bis Mai 2019)
Nadine Reichel Kfm. Leiterin Rechnungswesen/Controlling bei Infoscreen GmbH, Köln
Petra Sontheimer Management Coach und Organisationsberaterin bei cidpartners GmbH, Bonn
Simone Thianer Geschäftsführerin Personal der Telekom Deutschland GmbH, Bonn (seit März 2019) Deutsche Telekom Außendienst GmbH, Bonn Deutsche Telekom Privatkunden-Vertrieb GmbH, Bonn Deutsche Telekom Services Europe SE, Bonn Deutsche Telekom Service GmbH, Bonn Deutsche Telekom Technik GmbH, Bonn Telekom Deutschland GmbH, Bonn
Vicente Vento Bosch Geschäftsführer u. CEO der Deutsche Telekom Capital Partners Management GmbH, Hamburg Ströer Management SE, Düsseldorf Cellwize Wireless Technologies Pte. Ltd., (Singapur) Cloudreach Europe Ltd, London (England) Deutsche Telekom Strategic Investments GmbH, Bonn Deutsche Telekom Venture Funds GmbH, Bonn Keepler Data Tech. S.L., Madrid (Spanien) Smarkets Ltd., London (England) Swiss Towers AG, Zug (Schweiz) Telekom Innovation Pool GmbH, Bonn

44 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Ströer Konzern hat mit Veräußerungszeitpunkt zum 24. Januar 2020 insgesamt 50,0 Prozent der Anteile an der D+S 360° Gruppe verkauft. Die Veräußerung steht im Zusammenhang mit strukturellen Optimierungen, um den Fokus im Segment Direct Media zukünftig noch gezielter auf die margenstärkeren Sales-Bereiche ausrichten zu können. Der Kaufpreis bezifferte sich auf 0,0 Millionen Euro.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Köln, den 12. März 2020

Ströer SE & Co. KGaA vertreten durch
Ströer Management SE
persönlich haftende Gesellschafterin

Udo Müller, Co-CEO

Christian Schmalzl, Co-CEO

Dr. Christian Baier, CFO

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Ströer SE & Co. KGaA

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Ströer SE & Co. KGaA, Köln, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Ströer SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

1. Werthaltigkeit der Goodwills

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Ströer SE & Co. KGaA, Köln, führt den nach IAS 36, Wertminderung von Vermögenswerten, durchzuführenden Werthaltigkeitstest zum 30. September des Geschäftsjahres oder anlassbezogen durch. Dabei ist dem Buchwert einer Goodwill tragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit der erzielbare Betrag gegenüberzustellen. Diesen ermittelt die Gesellschaft unter Verwendung eines Discounted Cashflow-Verfahrens. Vor dem Hintergrund der materiellen Bedeutung des Goodwills, Komplexität und Ermessensspielräume war der Werthaltigkeitstest für Goodwills im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte. Die Überprüfung der Werthaltigkeit basiert auf Annahmen, die sich aus der Unternehmensplanung ableiten und die von erwarteten zukünftigen Markt- und Wirtschaftsbedingungen beeinflusst werden. Der Werthaltigkeitstest beruht auch wesentlich auf der sachgerechten Abgrenzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen die Goodwills zugeordnet sind. Der jeweilige erzielbare Betrag ist dabei insbesondere von den zukünftigen Zahlungsströmen in der Mittelfristplanung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie den angenommenen Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten abhängig. Die Festlegung dieser Parameter obliegt den gesetzlichen Vertretern und ist ermessensabhängig. Es besteht das Risiko, dass Änderungen dieser Ermessensentscheidungen wesentliche Veränderungen in den Werthaltigkeitstests der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten nach sich ziehen.

Prüferisches Vorgehen

In Bezug auf die Identifizierung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten haben wir im Rahmen unserer Prüfungshandlungen die regelmäßig von der Geschäftsführung zur Überwachung und Steuerung des Konzerns verwendete interne Berichterstattung analysiert. Dabei haben wir beurteilt, ob die abgegrenzten Überwachungs- und Steuerungseinheiten mit der Abgrenzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Rahmen des Werthaltigkeitstests übereinstimmen. Wir haben uns im Rahmen unserer Prüfungshandlungen mit dem von der Gesellschaft etablierten Prozess zur Durchführung von Werthaltigkeitstests im Hinblick auf dessen Eignung, potenziellen Abschreibungsbedarf zu ermitteln, befasst. Darüber hinaus haben wir die Eignung der in den Prozess implementierten Kontrollen zur Identifizierung von relevanten Fehlerrisiken beurteilt. In diesem Rahmen haben wir mit den gesetzlichen Vertretern unter Hinzuziehung unserer Bewertungsexperten die wesentlichen Planungsannahmen erörtert. Der Fokus wurde dabei auf die Beurteilung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme in den Mittelfristplanungen der wesentlichen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie auf die verwendeten Diskontierungszinssätze und Wachstumsraten gesetzt. Hierfür haben wir die dem Werthaltigkeitstest zugrunde liegenden Prämissen daraufhin analysiert, ob sie mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen übereinstimmen. Wir haben in diesem Zusammenhang auch die Planungstreue der gesetzlichen Vertreter nachvollzogen, indem wir die Mittelfristplanungen der Vorjahre mit den tatsächlichen Werten der jeweiligen Geschäftsjahre verglichen haben. Ferner haben wir die in die Werthaltigkeitstests eingeflossenen Mittelfristplanungen mit den vom Aufsichtsrat genehmigten Mittelfristplanungen verglichen und die mathematische Richtigkeit der Bewertungsmodelle in Stichproben gewürdigt. Wir haben festgestellt, dass die Annahmen im Zusammenhang mit der Planung hinreichend dokumentiert sind und mit unseren Erwartungen übereinstimmen. Wir haben zudem eigene Sensitivitätsanalysen (Buchwert im Vergleich zum erzielbaren Betrag) wesentlicher zahlungsmittelgenerierender Einheiten durchgeführt, um den Einfluss von Änderungen bestimmter Parameter auf die Bewertungsmodelle zu verstehen. Ergänzend haben wir die Angaben der Ströer SE & Co. KGaA im Konzernanhang gewürdigt. Diesbezüglich haben wir die Angaben der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich ihrer Vollständigkeit in Stichproben nachvollzogen und mit unserer Erwartungshaltung abgeglichen.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Bewertung der Goodwills keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben der Ströer SE & Co. KGaA zur Bilanzierung und Bewertung der Goodwills sind in den Abschnitten 2 "Annahmen, Ermessensausübungen und Schätzungen", 3 "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und 19 "Immaterielle Vermögenswerte" des Konzernanhangs enthalten.

2. Angemessenheit der Abgrenzung unterschiedlicher Umsatzströme im Rahmen der Umsatzrealisierung

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die wesentlichen Umsatzströme im Konzernabschluss der Ströer SE & Co. KGaA entstehen aus der Vermarktung von Werbeflächen in den Bereichen Großformate, Street Furniture und Transport, aus der Vermittlung und Vermarktung von Online-Werbeflächen sowie aus dem Abonnement- und E-Commerce-Geschäft. Die ordnungsgemäße Abgrenzung dieser unterschiedlichen Umsatzströme unterliegen aufgrund ihrer Komplexität einem besonderen Risiko einer fehlerhaften Bilanzierung. Vor diesem Hintergrund haben wir die Abgrenzung diverser Umsatzströme im Kontext der Anwendung der Rechnungslegungsstandards als einen der bedeutsamsten Sachverhalte für unsere Konzernabschlussprüfung klassifiziert.

Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir gewürdigt, ob die Konzernbilanzierungsrichtlinie in Bezug auf IFRS 15 eine geeignete Grundlage für einen nach IFRS Grundsätzen zu erstellenden Konzernabschluss ist. Wir haben uns im Rahmen unserer Prüfungshandlungen mit dem von der Gesellschaft etablierten Prozess zur Umsatzerfassung und Abgrenzung befasst und die Eignung der in den Prozess implementierten Kontrollen zur Identifizierung von relevanten Fehlerrisiken beurteilt. Um die Ordnungsmäßigkeit der Umsatzabgrenzung zum Abschlussstichtag nachzuvollziehen, haben wir wesentliche Verträge durchgesehen, externe Kundenbestätigungen eingeholt sowie stichprobenbasierte Belegprüfungen von Leistungsnachweisen, Kundenrechnungen und Zahlungseingängen zum Stichtagsdatum durchgeführt. Mit Hilfe analytischer Auswertungen des umsatzrelevanten Datenbestandes des Geschäftsjahres 2019 haben wir unter Einsatz von Datenanalyse-Tools Korrelationsanalysen sowie tagesgenau Umsatzbuchungen nachvollzogen. Dabei haben wir unsere Erwartungen auf Basis von branchen- und marktbezogenen Daten sowie Erfahrungen aus der Vergangenheit gebildet und diese mit den Ergebnissen der Datenanalysen der Ströer SE & Co. KGaA verglichen. Die Ergebnisse der Datenanalyse stimmen mit unseren Erwartungen überein. Ferner haben wir die bilanziellen Konsequenzen etwaiger neuer Geschäftsmodelle hinsichtlich ihrer Umsatzerfassung gewürdigt. Dem Risiko, dass neben dem standardisierten Umsatzprozess vom Management veranlasste manuelle Umsatzbuchungen getätigt werden könnten, wurde begegnet, indem wir uns für unser Prüfungsurteil auf ausführliche Befragungen der gesetzlichen Vertreter und den Einsatz von Datenanalyse-Tools gestützt haben. In diesem Zusammenhang haben wir den Datenbestand in Stichproben auch daraufhin untersucht, ob unberechtigte Zugriffe im Geschäftsjahr 2019 erfolgt sind.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Erfassung der Umsatzerlöse keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben der Gesellschaft zur Erfassung der Umsatzerlöse sind in den Abschnitten 3 "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt 4 "Änderung von Rechnungslegungsvorschriften" und 9 "Umsatzerlöse" des Konzernanhangs enthalten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Juni 2019 als Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 gewählt. Wir wurden am 4. Dezember 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2002 als Konzernabschlussprüfer der Ströer SE & Co. KGaA tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Marc Ueberschär.

 

Köln, 12. März 2020

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Ueberschär, Wirtschaftsprüfer

Galden, Wirtschaftsprüfer

IMPRESSUM

IR-Kontakt

Ströer SE & Co. KGaA

Christoph Löhrke

Head of Investor & Credit Relations

Ströer-Allee 1 . 50999 Köln

Telefon: +49 (0)2236 . 96 45-356

Fax: +49 (0)2236 . 96 45-6356

E-Mail: ir@stroeer.de / cloehrke@stroeer.de

Pressekontakt

Ströer SE & Co. KGaA

Marc Sausen

Director Corporate Communications

Ströer-Allee 1 . 50999 Köln

Telefon: +49 (0)2236 . 96 45-246

Fax: +49 (0)2236 . 96 45-6246

E-Mail: presse@stroeer.de / msausen@stroeer.de

Impressum

Herausgeber

Ströer SE & Co. KGaA

Ströer-Allee 1 . 50999 Köln

Telefon: +49 (0)2236 . 96 45-0

Fax: +49 (0)2236 . 96 45-299

E-Mail info@stroeer.de

Amtsgericht Köln

HRB 86922

USt.-Id.-Nr.: DE811763883

Dieser Geschäftsbericht wurde am 30. März 2020 veröffentlicht. Er liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Bei Unterschieden ist die deutsche Fassung verbindlich.

Disclaimer

Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen mit damit verbundenen Risiken und Unwägbarkeiten. Die tatsächliche Geschäftsentwicklung und die Ergebnisse der Ströer SE & Co. KGaA sowie des Konzerns können in der Zukunft unter Umständen wesentlich von den diesem Geschäftsbericht zugrunde gelegten Annahmen abweichen. Dieser Geschäftsbericht stellt kein Angebot zum Verkauf und keine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf von Wertpapieren der Ströer SE & Co. KGaA dar. Dieser Geschäftsbericht verpflichtet nicht zu einer Aktualisierung der darin enthaltenen Aussagen.

FINANZKALENDER

12.05.2020 Quartalsmitteilung Q1 2020
30.06.2020 Hauptversammlung, Köln
13.08.2020 Halbjahresfinanzbericht H1 / Q2 2020
12.11.2020 Quartalsmitteilung 9M / Q3 2020

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Telefon +49 (0) 2236 . 96 45-0

Telefax +49 (0) 2236 . 96 45-299

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