Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 5909
Eingetragen
18.12.2006
Branche
Herstellung von Solarzellen und SolarmodulenHerstellung von SolarwärmekollektorenGroßhandel mit Photovoltaikmodulen
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Solarzellen und Solarmodulen auf Basis der CIGS-Technologie.

Historie

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Management

NameRolle
Qiang Fu
seit 20.12.2018
Geschäftsführer
Xue Su Li
seit 20.6.2017
Prokura
Lars Stolt
seit 21.8.2013
Sonstige

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert99.95% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
94.85%
Lucky Centre Investment LimitedCHN
5.10%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
HS Modules Holding GmbH & Co. KG
Germany
183.252 €
94.85%
Lucky Centre Investment Limited
China
9.848 €
5.10%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Solibro GmbH

Bitterfeld-Wolfen OT Thalheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Bilanz zum 31. Dezember 2016

Aktiva

31.12.2016 31.12.2015
EUR EUR
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Software 65.603,30 168.131,29
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke und Bauten 15.287.126,98 15.842.881,63
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.909.755,07 5.532.438,46
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.148.023,76 3.286.301,17
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 343.910,32 196.160,91
  21.754.419,43 25.025.913,46
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.803.503,65 3.747.160,41
2. Unfertige Erzeugnisse 205.100,00 36.300,00
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 3.531.439,00 9.406.784,48
4. Geleistete Anzahlungen 1.327.504,64 1.579.684,76
5. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -2.204.488,80 -667.408,90
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 714.140,96 239.175,58
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,00 0,00
3. Forderungen gegen nahestehende Unternehmen 12.421.405,76 14.630.595,26
4. Sonstige Vermögensgegenstände 1.084.658,77 461.309,68
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 129.461,96 1.088.350,37
  21.012.725,94 30.521.951,64
C. Rechnungsabgrenzungsposten 203.315,96 530.712,66
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 6.533.638,38 0,00
  49.504.099,71 56.078.577,76

Passiva

   
  31.12.2016 31.12.2015
  EUR EUR
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 193.100,00 193.100,00
II. Kapitalrücklage 228.781.400,00 228.781.400,00
III. Verlustvortrag -219.352.114,67 -197.947.411,19
IV. Jahresfehlbetrag -16.156.023,71 -21.404.703,48
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 6.533.638,38 0,00
  0,00 9.622.385,33
B. Sonderposten für Investitionszuwendungen    
1. Investitionszulagen 1.577.384,03 2.149.394,41
2. Investitionszuschüsse 510.297,82 536.339,28
  2.087.681,85 2.685.733,69
C. Rückstellungen    
1. Steuerrückstellungen 0,00 0,00
2. Sonstige Rückstellungen 4.991.723,33 5.372.850,44
  4.991.723,33 5.372.850,44
D. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.050.243,09 2.265.127,26
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 34.201.154,04 33.389.511,91
3. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 5.926.127,40 2.440.204,31
4. Sonstige Verbindlichkeiten 247.170,00 302.764,82
davon aus Steuern: TEUR 99,8 (i. Vj. TEUR 67,4)    
  42.424.694,53 38.397.608,30
  42.424.694,53 38.397.608,30
  49.504.099,71 56.078.577,76

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016

2016 2015
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 20.462.682,48 11.343.647,41
2. Reduzierung (i. Vj. Erhöhung ) des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -5.706.545,48 4.268.814,90
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 4.166,46 136.010,45
4. Sonstige betriebliche Erträge 3.870.685,62 5.081.299,99
- davon aus Währungsumrechnung TEUR 45,9 (i. Vj. TEUR 5,4)    
5. Materialaufwand    
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 10.535.517,85 15.027.152,00
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 13.204,00 35,00
6. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter 8.586.920,78 9.361.878,07
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.980.657,86 1.959.638,56
- davon für Altersversorgung TEUR 7,1 (i. Vj. TEUR 8,0)    
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des    
Anlagevermögens und Sachanlagen 4.386.958,31 5.285.313,64
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 8.016.577,52 9.194.583,39
- davon aus Währungsumrechung TEUR 78,0 (i. Vj. TEUR 2,0 )    
9. Ertraege aus Beteiligungen 0,00 0,00
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 590.124,68 827.275,92
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.396.849,82 1.837.614,16
- davon an verbundene Unternehmen TEUR 1.189,7 (i. Vj. TEUR 1.491,8)    
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -15.695.572,38 -21.009.166,15
13. Erstattete (i. Vj. gezahlte) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 0,00
14. Gezahlte (i. Vj. erstattete) sonstige Steuern 460.451,33 395.537,33
15. Jahresfehlbetrag -16.156.023,71 -21.404.703,48

Anhang für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2016

1. Allgemeine Erläuterungen

Mit Gesellschaftsvertrag vom 04.12.2006 wurde die Solibro GmbH mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, gegründet. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Stendal unter der Nummer HRB 5909 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Solarmodulen, die auf der CIGS-Technologie basieren.

Der Jahresabschluss zum 31.12.2016 der Solibro GmbH ist nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt worden. Dabei wurde für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewendet.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Aufgrund der erstmaligen Anwendung des BilRUG sind die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2016 nur bedingt mit den Umsatzerlösen des Vorjahres vergleichbar.

Der Jahresabschluss ist in Euro (EUR) aufgestellt. Alle Beträge im Anhang werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Es wird kaufmännisch gerundet. Hierdurch kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.

Eigner der Geschäftsanteile an der Solibro GmbH sind die HS Modules Holding GmbH & Co. KG, Berlin (ein Unternehmen der Beijing Beijiao Siyuan Technology Development Co., Ltd. - China), sowie die Lucky Center Investment Limited, Hong Kong.

Die HS Modules Holding GmbH & Co. KG, Berlin, hat mit der Solibro GmbH, Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, am 22./26.04.2013 einen Darlehensvertrag abgeschlossen, der die kontinuierliche Versorgung der Solibro GmbH mit ausreichender Liquidität mittelfristig sicherstellt, sofern die Erlöse aus der operativen Tätigkeit nicht ausreichend sein sollten. Dieser Darlehensvertrag wurde mit Wirkung vom 30.06.2017 bis zum 30.06.2019 verlängert. Die Darlehnssumme wird zu marktüblichen Konditionen verzinst und ist mit einem qualifizierten Rangrücktritt versehen.

Es wurden die Posten Forderungen und Verbindlichkeiten gegen/gegenüber nahestehenden Unternehmen zusätzlich eingefügt. Dabei handelt es sich um Forderungen und Verbindlichkeiten gegen/gegenüber Unternehmen der Hanergy-Gruppe.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1. Anlagevermögen und Sonderposten für Investitionszuwendungen

Die ausgewiesenen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, soweit abnutzbar vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.

Die Herstellungskosten beinhalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Geringwertigen Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 410,00 werden aktiviert und noch im selben Jahr vollständig abgeschrieben.

2.2. Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Das Niederstwertprinzip wurde beachtet.

Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Sofern am Abschlussstichtag der beizulegende Wert (Marktwert) niedriger ist, wurde dieser angesetzt. Das Niederstwertprinzip wurde beachtet.

Erhaltene Anzahlungen für Bestellungen wurden offen vom Vorratsvermögen abgesetzt und mit dem Nominalwert bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten erfasst. Ein etwaiger Wertberichtigungsbedarf wird berücksichtigt.

Liquide Mittel wurden zu ihrem Nennwert angesetzt.

2.3. Rechnungsabgrenzungsposten

Die Rechnungsabgrenzung betrifft Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die einen Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Tag darstellen.

2.4. Eigenkapital

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert. Zum Bilanzstichtag am 31.12.2016 besteht ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von TEUR 6.533,6. Eine Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne liegt jedoch aufgrund der mit Rangrücktritt versehenen Gesellschafterverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 33.961,9 zum Bilanzstichtag nicht vor.

2.5. Sonderposten für Investitionszuwendungen zum Anlagevermögen

Investitionszuschüsse und -zulagen werden passivisch abgegrenzt und über die Nutzungsdauer der betreffenden Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ertragswirksam aufgelöst.

2.6. Rückstellungen

Die Rückstellungen sind so bemessen, dass sie in angemessenem und ausreichendem Umfang den erkennbaren Verpflichtungen und Risiken aus ungewissen Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen Rechnung tragen. Wesentliche Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

2.7. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag ausgewiesen.

2.8. Latente Steuern

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragssteuersatzes von 29,83 %. Der kombinierte Ertragssteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung würde vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht gem. § 274 Absatz 1 HBG kein Gebrauch gemacht werden. Im Geschäftsjahr 2016 ergab sich insgesamt eine nicht bilanzierte aktive latente Steuer aus zeitlichen Bilanzierungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz bei den immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen sowie auf steuerliche Verlustvorträge.

2.9. Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zum Devissenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet, soweit deren Restlaufzeit ein Jahr oder weniger beträgt.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden am Bilanzstichtag unter Beachtung des Imparitätsprinzips zum historischen Kurs oder zum Stichtagkurs umgerechnet.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel in der Anlage zu diesem Anhang dargestellt.

3.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben insgesamt eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen setzten sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2016 31.12.2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.128,0 5.924,6
Forderungen aus Darlehen 4.056,0 4.006,0
Sonstige Forderungen 3.237,4 4.700,00
Summe 12.421,4 14.630,6

Gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen keine offenen Forderungen.

3.3. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden für folgende Verpflichtungen gebildet:

in TEUR 31.12.2016 31.12.2015
Gewährleistungsrückstellungen 3.672,8 3.934,1
Personalbezogene Rückstellungen 719,2 752,1
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 312,4 560,6
Übrige sonstige Rückstellungen 287,3 126,1
Summe 4.991,7 5.372,9

Die rückläufige Entwicklung der Gewährleistungsrückstellungen resultiert aus einem geänderten Bewertungsverfahren. Zukünftig werden keine pauschale Ein- und Ausbaukosten für den Austausch von reklamierten Modulen angesetzt, da hierfür die Verpflichtung aufgrund der aktuellen vertraglichen Vereinbarungen mit Kunden fehlt.

3.4 Verbindlichkeiten

Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten nach Fristigkeit ergibt sich aus nachstehender Übersicht:

in TEUR Gesamtbetrag bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre > 5 Jahre
Verbindlichkeiten Lieferungen und Leistungen 2.050,2 2.050,2 0,0 0,0
  (2.265,1) (2.265,1) (0,0) (0,0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 33.961,9 0,0 33.961,9 0,0
  (33.389,5) (0,0) (33.389,5) (0,0)
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 6.165,4 3.378,8 2.786,6 0,0
  (2.440,2) (1.531,9) (908,3) (0,0)
Sonstige Verbindlichkeiten 247,2 247,2 0,0 0,0
  (302,8) (302,8) (0,0) (0,0)
Summe 42.424,7 5.676,2 36.748,5 0,0
  (38.397,6) (4.099,8) (34.297,8) (0,0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 33.961,9 ein Darlehen gegenüber dem Gesellschafter HS Modules Holding GmbH & Co. KG. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen betreffen mit TEUR 926,6 ein Darlehen gegenüber der Hanergy Investment Ltd. und mit TEUR 1.860,0 ein Darlehen gegenüber der Hanergy Capital Ltd sowie mit TEUR 3.139,6 eine Verbindlichkeit aus Service Level Agreements gegenüber der Solibro Hi-Tech GmbH und mit TEUR 239,3 eine Verbindlichkeit aus Serviceleistungen gegenüber der Solibro New Energy .

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse resultieren aus der Veräußerung von Solarmodulen, die auf der CIGS-Technologie basieren und aus der Erbringung von Dienstleistungen. Hinsichtlich der regionalen Märkte setzen sich die Umsatzerlöse wie folgt zusammen:

In TEUR 2016 2015
Deutschland 3.355,2 318,4
Europa - EU 2.864,9 3.273,5
Asien 14.242,6 7.751,7
Summe 20.462,7 11.343,6

Die Umsatzerlöse innerhalb Deutschlands sind nicht mit dem Vorjahr vergleichbar, da sie auch Umsätze aus der Erbringung von Dienstleistungen in Höhe von TEUR 3.208,1 entsprechend den Vorgaben des BilRUG enthalten. Bei Anwendung der BilRUG auf die Vorjahreswerte hätten sich Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 14.574,4 ergeben.

Die periodenfremden Erträge betragen TEUR 288,2 (Vorjahr: TEUR 48,2) und enthalten diverse Gutschriften aus Vorjahren. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind weiterhin Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 2.376,7 (Vorjahr: TEUR 516,8), Erträge aus Anlagenverkäufen TEUR 37,8 (Vorjahr: TEUR 33,6), Erträge aus der Auflösung von Sonderposten für Investitionszuwendungen TEUR 598,1 (Vorjahr: TEUR 816,3), Erträge aus Stromeinspeisung TEUR 243,7 (Vorjahr: TEUR 246,1) sowie sonstige Erträgen TEUR 128,6 (Vorjahr: TEUR 32,1) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Gewährleistungen in Höhe von TEUR 1.627,9 (Vorjahr: TEUR 1.156,4) und Aufwendungen aus Kursdifferenzen in Höhe von TEUR 130,0 (Vorjahr: TEUR 78,0) enthalten.

In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen ist ein Ertrag aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 590,1 (Vorjahr: TEUR 827,1) enthalten.

In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ist ein Aufwand aus Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 726,4 (Vorjahr: TEUR 647,9) enthalten.

5. Sonstige Angaben

Im Jahresdurchschnitt waren 266 Mitarbeiter, davon 200 gewerbliche und 63 angestellte Mitarbeiter (Vorjahr: 266) im Unternehmen beschäftigt. Per 31.12.2016 wurden 264 Mitarbeiter, 1 Geschäftsführer, 3 Auszubildende beschäftigt.

Aus dem Bestellobligo für Einkaufsverträge resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.904,9 (Vorjahr: TEUR 982,4). Darüber hinaus bestehen vertragliche Kaufverpflichtungen einer CIGS Maschine in Höhe von TEUR 5.542,4.

Die Solibro GmbH hat öffentliche Fördermittel, insbesondere für die Errichtung von Produktionsanlagen, erhalten, welche an Auflagen gebunden sind. Bei Nichteinhaltung dieser Auflagen kann es zur vollständigen bzw. teilweisen Rückforderung der Fördermittel kommen. Die gesetzliche Bindefrist bzgl. der zuvor genannten Fördermittel ist am 31.12.2016 abgelaufen.

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2016 berechnete Gesamthonorar setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2016
Abschlussprüfungsleistung 22,0
Sonderprüfungsleistung 5,8
Sonstige Leistungen 0,4
Summe 28,2

6. Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr 2016 waren als Geschäftsführer bestellt:

Herr Jianjun Liu, leitender Geschäftsführer (bis 24.01.2017).

Frau Kai-Ye Fung leitende Geschäftsführerin (ab 24.01.2017 bis 20.06.2017).

Herr Lin Fu-Rong leitender Geschäftsführer (ab 20.06.2017).

Ein Geschäftsführer erhielt im Geschäftsjahr 2016 Bezüge von der Gesellschaft. Aus diesem Grund wurde die Befreiungsvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

7. Mutterunternehmen

Die Solibro GmbH wird in den Konzernabschluss nach HGB der HS Modules Management GmbH, Berlin, (kleinster Konzernkreis) einbezogen sowie in den Konzernabschluss nach chinesischen Rechnungslegungsvorschriften der Beijing Beijiao Siyuan Technology Development Co., Ltd., Beijing (größter Konzernkreis).

Der Konzernabschluss nach HGB und der Konzernlagebericht der HS Modules Management GmbH, Berlin, werden beim elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Konzernabschluss der Beijing Beijiao Siyuan Technology Development Co., Ltd., Beijing/ China, nach chinesischen Rechnungslegungsvorschriften wird nicht veröffentlicht.

8. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Über Ereignisse wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag ist nicht zu berichten.

 

Bitterfeld-Wolfen, OT Thalheim, den 22. September 2017

Solibro GmbH

Geschäftsführung

gez. Fu-Ruong, Lin, Geschäftsführer

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016

1. Rahmenbedingungen

a) Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Jahr 2016 verfolgten die Zentralbanken der wichtigsten Wirtschaftsräume (EU/Euroraum, USA, Japan) eine zunehmend differenziertere Finanzpolitik. So setzte die Europäische Zentralbank ihre expansive Geldpolitik im Wesentlichen ungebremst fort. Um günstige Rahmenbedingungen für eine weitere Erholung der beteiligten Volkswirtschaften zur Verfügung zu stellen, wurden einige Programme (APP) massiv ausgeweitet. Die chinesische Zentralbank strebte für das Jahr 2016 keine weiteren geldpolitischen Lockerungen an, der Leitzins mit einjähriger Laufzeit steht beispielsweise seit Oktober 2015 konstant bei 4,35 %. Primäres Ziel der chinesischen Geldpolitik ist es die Abwertung der "heimischen Währung und Kapitalabflüsse einzudämmen". Letzteres zeigt sich auch in den Kapitalverkehrskontrollen, welche unserer Ansicht nach seit Ende 2015 zunehmend strikter umgesetzt wurden. Demgegenüber entschloss sich alleine die US-Notenbank gegen Ende des Jahres 2016 erneut für eine Erhöhung des Leitzinses. Zukünftig soll dieser oberhalb des Nullzinskorridors mit einer Bandbreite von 0,5 - 0,75 % schwanken. Im Unterschied dazu dokumentiert die Entscheidung der Bank of Japan einen negativen Leitzins von - 0,1 % festzusetzen die Fortführung einer extrem lockeren Geldpolitik.

Die Bundesrepublik Deutschland setzte im Jahr 2016 die Politik eines ausgeglichenen Haushaltes erfolgreich fort. Wie im Jahr 2015 wurde auch im Jahr 2016 das zweite Mal in Folge ein Haushaltsüberschuss auf Bundesebene erzielt, welcher im Wesentlichen zur Schuldentilgung genutzt werden soll. Die Vorgaben der Schuldenbremse (ab 2016: 0,35 % des BIP) wurden mit deutlichem Abstand eingehalten, so lag die strukturelle Nettokreditaufnahme des Bundes bei 0,10 % (2015: - 0,15 %) des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das BIP-Wachstum 2016 lag mit 1,9 % (2015: 1,7 %) im dritten Jahr in Folge über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Hinsichtlich des BIP-Wachstums im Euroraum ist eine Steigerung um 1,7 % (2015: 2,0 %) zu verzeichnen. Das Wachstum des BIP Chinas reduzierte sich im Jahr 2016 erneut auf 6,6 % (2015: 6,9 %) und bewegt sich damit weiterhin auf einem hohen Niveau.

b) Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die Steigerung des weltweiten PV-Zubaus im Jahr 2016 betrug laut PVMA 75 GW und zeigt damit gegenüber 2015 (51 GW) einen eindeutigen Aufwärtstrend. Spitzenreiter war erneut China mit einem Zubau von 34 GW (+ 126% = 45% des weltweiten Zubaus). Auch hinsichtlich der installierten PV-Gesamtleistung von 43 GW sicherte sich China den weltweiten Spitzenplatz. Der US-Markt wuchs um 13 GW und konnte sich damit auf dem zweiten Platz positionieren. Japan folgte in 2016 bei den jährlichen Neuinstallationen auf dem dritten Platz mit 8,6 GW. Die europäischen Märkte verzeichneten einen leicht rückläufigen Zubau von insgesamt etwa 6,5 GW, dabei sorgten Großbritannien, Deutschland, die Türkei und Frankreich für die größte Nachfrage. Indien sorgte für ein mehr als verdoppeltes Wachstum von 5 GW und gibt weiterhin einen positiven Ausblick auf die kommenden Jahre.

Hinsichtlich des Erreichens der "Grid Parity" für elektrischen Strom aus PV-Systemen ist weiterhin ein anhaltender Trend hin zur Wettbewerbsfähigkeit mit elektrischem Strom aus fossilen Brennstoffen zu verzeichnen. Die Wettbewerbsfähigkeit des Stroms aus PV-Systemen wird dabei hauptsächlich von der Art des PV-Systems (Residential, Commercial oder Utility), vom Verhältnis von PV-Systemkosten (inkl. Installationskosten) zu den Preisen für Netzstrom, von den Finanzierungskosten und der Stärke der Sonneneinstrahlung beeinflusst.

Nach Angaben des vom World Economic Forum (WEF) herausgegebenen "Renewable Infrastructure Investment Handbook" wird angenommen, dass mittlerweile in 30 Staaten die "Grid Parity" erreicht wurde, und in den nächsten Jahren weltweit in zwei Drittel der Staaten eine "Grid Parity"-Situation erreicht werden wird. Sollten sich dabei die Stromkosten um 3 % pro Jahr erhöhen, würde sich dieser Anteil auf 80 % erhöhen. So wurden mit einem chilenischen Solarpark Verkaufspreise von USD 29,1/MWh ausgehandelt, ein Preisniveau welches 58,1 % unter dem eines neuen Gaskraftwerkes liegt.

In Deutschland hat sich die Photovoltaik, mittlerweile auf Platz drei nach der Stromerzeugung aus Windkraft und Biomasse, als eine der wichtigen Technologien der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern etabliert. Insgesamt sind die erneuerbaren Energien unangefochten die Nummer 1 im deutschen Strommix und stellen 32,3 % (Vorjahr: 31,5 %) des im Inland verbrauchten Stroms. Auch erzeugungsseitig ist es den erneuerbaren Energien erneut gelungen, ihren Anteil am Bruttostrommix auszubauen, sie spielen damit endgültig eine zentrale Rolle und dominieren diesen zum zweiten Mal auf Platz 1 der deutschen Stromerzeugung. Sie sind mittlerweile für 29,5 % (Vorjahr: 29,0 %) der inländischen Bruttostromerzeugung verantwortlich und haben in 2016 die Braunkohle mit 23,1 % (Vorjahr: 23,9 %) als wichtigsten Vertreter der fossilen Energieträger erneut deutlich auf Platz 2 verdrängt. Die Photovoltaik steuerte dabei einen Anteil von 5,9 % (Vorjahr: 6,0 %) bei. Die Branche der erneuerbaren Energien wird nach wie vor mit großer Mehrheit von der Bevölkerung unterstützt, die Photovoltaik/Solarpark wird mit einer Zustimmung von bis zu 90,0 % (Windkraft bis zu 69,0%) als Energieträger zu Stromerzeugung in der Nachbarschaft gewünscht. Die Energiewende halten 93 % (Vorjahr: 90,0 %) der Bürger für "wichtig" oder "sehr wichtig".

Dies bestätigt unsere Ansicht, dass der Trend hin zu den erneuerbaren Energien nachhaltig ist und sich die Marktbedingungen insbesondere für die Energieerzeugung aus Photovoltaik und Windkraft weiter verbessern werden.

Wie die Internationale Energie Agentur (IEA) im November 2016 prognostizierte, wird sich die globale Elektrizitätserzeugung bis zum Jahr 2040 zu einem System transformieren, welches maßgeblich auf den erneuerbaren Energien basieren wird. Bis 2040 soll die weltweite auf erneuerbaren Energien basierende Erzeugung einen Marktanteil von 37 % erreichen. Potenzial für weitere wesentliche Kosteneinsparungen bei den erneuerbaren Energien wird insbesondere der Photovoltaik zugeschrieben, dieser Trend wird sich nach Ansicht der IEA mit 40 - 70% weiterhin ungebremst fortsetzen.

Unserer Einschätzung nach kann diese Entwicklung, einhergehend mit einem entsprechenden Nachfrageanstieg u. a. nach Photovoltaiksystemen, deutlich schneller erfolgen. Hinweise darauf lassen sich u. a. aus den in den vergangenen zwei bis drei Jahren erreichten Zubau-Volumen und den zuvor genannten erwarteten Kostendegressionen ableiten.

Beispielhaft zeigt auch die Entwicklung des deutschen Strommarktes, wie sich bei günstigen Rahmenbedingungen bereits aktuell die Gewichte weg von der Energieerzeugung aus fossilen und nuklearen Quellen hin zu den erneuerbaren Energien verschieben können. Das Unternehmen ist als führender Anbieter von CIGS PV-Produkten und als enger Partner der Hanergy Holding Group gut vorbereitet, von dieser Entwicklung zu profitieren.

c) Photovoltaik-Markt - Allgemein

Die globalen Investitionen in den Ausbau der Photovoltaik im Jahr 2016 zeigten erneut ein positives Bild der PV-Branche. So wurde weltweit in eine zusätzliche installierte Leistung von 75 GW investiert (+ 32 % ggü. 2015). Dabei entspricht diese Steigerung der installierten Leistung einem reduzierten Investitionsvolumen von - 34 % bzw. 113,7 Milliarden USD. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik und zeigen auch bzgl. des Berichtsjahres, dass niedrige Öl- und Gaspreise die Investitionen in die erneuerbaren Energien nicht stoppen werden.

Im Vergleich wurde in die bisher dominierende Form der erneuerbaren Energie, der Windkraft, ein Volumen von 112,5 Milliarden USD investiert. Dies entspricht einer zusätzlichen Leistung off- und onshore von 63 GW.

d) Photovoltaik-Markt - CIGS

Photovoltaikmodule, welche nach der CIGS-Technologie gefertigt werden, basieren auf einem Absorber mit der Halbleiterkombination Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (engl.: CIGS). Dieser besitzt im Gegensatz zu den Absorbern aus kristallinem Silizium eine direkte Bandlücke sowie einen günstigeren Temperaturkoeffizienten mit der Folge von entsprechenden Ertragsvorteilen. Die CIGS-Absorberschicht ist ca. 1-2 µm dick, im Gegensatz dazu sind die Solarzellen/der Absorber aus kristallinem Silizium mindestens ca. 150 µm dick. Dieser Unterschied macht es möglich, bei den CIGS-Photovoltaikmodulen einen deutlich geringeren Anteil an eingesetztem Halbleitermaterial zu realisieren. Weitere Merkmale der (CIGS)-Dünnschichttechnologie sind die großflächige Beschichtung der Substrate, die transparenten Kontakte und die in den Modulherstellungsprozess integrierte monolithisch-elektrisch-serielle Verschaltung der Einzelzellen zum Modul mittels mechanischer und/oder Laserstrukturierung.

Neben den beiden o. g. Vorteilen der CIGS-Technologie (Bandlücke und Temperaturkoeffizient) garantiert die zuvor genannte geringere Schichtdicke des CIGS-Absorbers eine ressourcenschonende Fertigung. In dem Zusammenhang sind gegenüber der Modulherstellung auf Basis von Silizium-Solarzellen deutlich höhere Skaleneffekte mit entsprechenden Kostenvorteilen zu erwarten. Die CIGS-Produktionstechnologie erlaubt zudem auch die Herstellung von semitransparenten und flexiblen Photovoltaikmodulen. Am Markt konnte sich die Technologie, insbesondere aufgrund des Preisverfalls bei dem kristallinen Silizium, in den letzten Jahren bisher nicht in dem gewünschten Maße durchsetzen. Ferner ist zu beachten, dass insbesondere hinsichtlich des Elements Indium, welches auch in anderen Halbleiterprodukten verwendet wird, eine Knappheit der weltweiten Ressourcen besteht. Unserer Ansicht nach kann diese Situation durch eine zukünftig höhere Recyclingquote vermieden werden. Weiterhin ist zu beachten, dass die geringen Mengen an Indium, welche bei der Massenproduktion von CIGS-Photovoltaikmodulen benötigt werden, die Situation nicht wesentlich verschärfen werden.

Im Jahr 2016 stabilisierte sich der CIGS-Markt und verschiedene Akteure kündigten an, ihre Produktionskapazitäten auszubauen. So planen die Manz AG und die Avancis GmbH mit ihren jeweiligen Gesellschaftern einen starken Zubau der Produktionskapazitäten auf dem chinesischen Markt, während sich die Solar Frontier K.K. weiterhin auf den japanischen Markt konzentrierte. Die Eterbright Solar Corporation (Taiwan) ist ein weiterer Anbieter von CIGS PV-Produkte und bietet diese weltweit an.

Die Solibro GmbH mit ihren nunmehr nahestehenden Unternehmen Solibro Hi-Tech GmbH und Solibro Research AB, zu denen enge wirtschaftliche Verflechtungen bestehen, behauptete sich auch im Berichtsjahr erfolgreich auf dem Markt für CIGS-Photovoltaik. Ausgehend von den ersten erfolgreichen Forschungsanstrengungen in den 1980er Jahren verfügen die Solibro-Unternehmen nach der Solar Frontier K.K. über die umfangreichsten Erfahrungen in der zielgerichteten Forschung und Entwicklung, der effizienten Produktion von Solarmodulen sowie der erfolgreichen Errichtung und dem Betrieb von CIGS-Produktionsanlagen.

2. Unternehmensentwicklung

Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und Vermarktung von Solarmodulen, die auf der CIGS-Technologie basieren.

a) Geschäftsentwicklung

Direkte Gesellschafter des Unternehmens sind die HS Modules Holding GmbH & Co. KG, Berlin, und die Lucky Centre Investment Ltd., Hong Kong. Mit Vertragsunterzeichnung vom 25.11.2015 und Handelsregistereintrag vom 15.12.2015 erfolgte beim Mehrheitsgesellschafter der Solibro GmbH, der HS Modules Holding GmbH & Co. KG, Berlin, ein Wechsel des Kommanditisten. Die Einlage der Hanergy Holding Group (Singapore) Pte. Ltd. ist damit auf die Beijing Beijiao Siyuan Technology Development Co. Ltd., Peking, übergegangen. Diese Gesellschaft ersetzte damit im Vorjahr den bisher größten Konzernkreis, den der Hanergy Holding Group Ltd., Peking.

Im Geschäftsjahr 2016 konzentrierte sich das Unternehmen auf die kostenoptimierte, bedarfsorientierte Produktion von Solarmodulen. Daneben erfolgte die planmäßige Kooperation mit der Solibro Hi-Tech GmbH, in welche im Jahr 2014 die Bereiche Forschung und Entwicklung, Produktmanagement und Produktentwicklung ausgegliedert wurden.

Trotz der insgesamt positiven Marktlage auf den weltweiten PV-Märkten (u.a. wie unter 1d) Abs. 3 beschrieben) wurde das Unternehmen im Dünnschichtsegment u.a. durch die kapitalintensive Vorfinanzierung der Produktion einkaufsseitig vor kontinuierlich hohe Herausforderungen gestellt.

Unter diesen herausfordernden Rahmenbedingungen konnte das Unternehmen seine Produktionsaktivitäten auf niedrigem Niveau fortführen und erreichte mit den ausschließlich gefertigten "SL2" Solarmodulen eine Jahresproduktion in Höhe von 24,1 MW (2015: 29,9 MW). Aufwandsseitig wurde durch kontinuierliche Kosteneinsparungen und durch die zeitweise Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld eine deutliche Reduzierung des Jahresfehlbetrages erreicht. Insgesamt konnte unter diesen Rahmenbedingungen und durch die ergriffenen Maßnahmen eine kontinuierliche Geschäftsentwicklung des Unternehmens sichergestellt werden.

Durch die Vertriebskooperation mit der Hanergy Gruppe konnten mehr als 92 % aller in 2016 verkauften PV-Module über diesen Vertriebskanal abgesetzt werden. Dadurch war es der Solibro GmbH möglich, auch im Jahr 2016 von der Nachfrage aus dem chinesischen Markt zu profitieren.

Der Preisrückgang bei den kristallinen Photovoltaik-Modulen, welche durch ihre marktbeherrschende Stellung auch einen Trend für die CIGS-Technologie vorgeben, setzte sich im Jahr 2016 mit unverminderter Dynamik fort. Trotz von dieser anhaltend herausfordernden Preisentwicklung, u. a. durch die erzielten Erfolge bei der Weiterentwicklung des eigenen Produktes, war es dem Unternehmen möglich, die von ihm gefertigten CIGS-Solarmodule am Markt zu platzieren.

Die hohe Qualität der Solibro-Produkte wurde auch im Geschäftsjahr 2016 zum wiederholten Male bestätigt. So wurden u. a. durch die Referenzanlage am Desert Knowledge Solar Centre in Alice Springs (Australien) die Leistungsfähigkeit und Vorteile der Solibro-Dünnschichtmodule nachgewiesen. Die 5,61 kWp Anlage (SL1-85) erzielte im Jahresdurchschnitt im Vergleich mit den gleichfalls installierten kristallinen Konkurrenzmodulen einen der höchsten Erträge. In Summe wurde im abgelaufenen Kalenderjahr mit der im August 2010 in Betrieb genommenen Anlage ein Ertrag von insgesamt 1.936 kWh/kWp erzielt.

Die im Juli 2014 in Betrieb genommene Referenzanlage (IKEA-Kit, 3,84 kWp) in Streatley/Reading (UK) zeigte im Jahr 2016 entsprechend der herrschenden Einstrahlungsbedingungen ebenfalls stabile und zufriedenstellende Ergebnisse mit monatlich bis zu 130 kWh/kWp. Der Jahresertrag im Jahr 2016 belief sich auf 956 kWh/kWp.

Eine unter vergleichbaren Bedingungen seit Juli 2014 in Leipzig betriebene Referenzanlage (4,20 kWp) erwirtschaftete vergleichbare, sehr gute Erträge mit monatlich bis zu 155 kWh/kWp, der Jahresertrag 2016 belief sich auf 1026 kWh/kWp).

Die seit Januar 2015 in Tucson (Arizona) betriebene Referenzanlage (1,88 kWp) zeigte trotz der am Standort herrschenden hohen Außen- und damit auch hohen Modultemperaturen sehr gute Ergebnisse mit monatlich bis zu 200 kWh/kWp. Im Jahr 2016 summierte sich der Gesamtertrag auf 2116 kWh/kWp und zeigt damit beispielhaft die Ertragsvorteile der Solibro SL2-Module bedingt durch den gegenüber Siliziummodulen deutlich besseren Temperaturkoeffizienten von mittlerweile - 0,32 %/K.

b) Produktion und Beschaffung

Wie im Vorjahr war der Bereich Produktion auch 2016 mit einer wechselnden Auslastungssituation konfrontiert. Erneut konnte die Zuverlässigkeit des Anfahrverhaltens und die stabile Verfügbarkeit der Produktionsanlagen kontinuierlich verbessert werden. So war es möglich, die Anfahrzyklen bis zum Erreichen stabiler und prozessgerechter Bedingungen weiter zu verkürzen, verbunden mit entsprechend positiven Auswirkungen auf den Ertrag.

Die in Kooperation mit der Solibro Hi-Tech GmbH neu entwickelte SL2-Beschichtungsanlage wurde im Jahr 2016 weiteren Tests zur Optimierung der Leistungswerte unterzogen. Das Unternehmen verspricht sich dadurch Effizienzsteigerungen und bietet mit dieser Anlage eine Basis für die weitere Entwicklung der CIGS-Technologie durch konzerninterne Partnerunternehmen. Im Rahmen des neuen Aktivitätsfeldes, der Prozessierung von Testsubstraten auf Basis von Aufträgen der Solibro Hi-Tech GmbH, wurden 19.541 Testsubstrate verarbeitet. Diese Menge würde im Rahmen der Normalproduktion einem Volumen von ca. 2,5 MWp entsprechen. Neben der erfolgreichen Einführung der neuen SL2-Modulgeneration 2.0, welche dem Kunden einen höheren Ertrag, eine vorteilhafte vollständig schwarze Moduloptik und eine weiter verbesserte Zuverlässigkeit - Made in Germany - bietet, konnte am 27. Dezember 2016 bekanntgegeben werden, dass am Standort Thalheim ein neues SL2-Rekordmodul mit einer Effizienz von 17,01 % produziert wurde.

Auf Basis der mit allen Lieferanten getroffenen Qualitätssicherungsvereinbarungen und strategischen Partnerschaften wurde die Qualität der gelieferten Güter auf einem hohen Niveau gesichert und konnte zum Teil weiter verbessert werden. Zu diesem Zweck wurden bei den bestehenden Lieferanten regelmäßige Audits durchgeführt. Zusätzlich wurden weitere Lieferanten identifiziert und qualifiziert. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen wurden regelmäßig kontrolliert, optimiert sowie an die jeweilige Auslastungssituation angepasst.

c) Investitionen

Die Investitionen ins Anlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr 2016 1,143 Mio. € und betreffen überwiegend Investitionen in die Fertigungslinie SL2 mit einer Produktionskapazität von 120 MW.

d) Finanzierung

Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von 33,9 Mio. € (i. Vj. 33,4 Mio. €) aus einem verzinsten und befristeten Darlehen, welches vom Gesellschafter, der HS Modules Holding GmbH & Co. KG, ausgereicht wurde. Weiterhin bestanden Verbindlichkeiten aus einem verzinsten und befristeten Darlehen in Höhe von 0,93 Mio. € (i.Vj. 0,91 Mio. € von Hanergy Investment Ltd. und einem Darlehen in Höhe von 1,86 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) von Hanergy Capital Ltd. Über all diese Darlehen wurden die benötigten finanziellen Mittel zur Aufrechterhaltung der operativen Tätigkeit bereitgestellt. Darüber hinaus erfolgte die Finanzierung aus den Einnahmen durch den Modulverkauf und den Tilgungen von Forderungen gegen nahestehende Unternehmen (Unternehmen der Hanergy-Gruppe).

e) Personal

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 erreichte der Personalbestand durchgängig ein stabiles Niveau von 266 Mitarbeitern (davon ein Geschäftsführer und drei Auszubildende). Die ab dem 1.10.2015 in Anspruch genommene Kurzarbeitsregelung wurde wegen der kontinuierlich steigenden Kapazitätsauslastung zum 31.05.2016 beendet.

3. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

a) Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme der Solibro GmbH verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von 56.078,6 T€ auf 49.504,1 T€. Auf der Aktivseite hat eine Minderung des Anlagevermögens um 3.271,5 T€ (im Wesentlichen bedingt durch planmäßige Abschreibungen (4.386,9 T€) und durch Anlagenzugänge (1.142,9 T€)), ein Bestandsabbau des Vorratsvermögens um 7.439, T€ (im Wesentlichen begründet durch die Verringerung des Bestandes an fertigen Erzeugnissen (5.875,3 T€) und dem erhöhten Bestand an erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen) und eine Reduzierung der Forderungen gegen nahestehende Unternehmen(2.209,2 T€) die Veränderung der Bilanzsumme verursacht. Weiterhin erhöhen sich die sonstigen Forderungen und die Forderungen aus Umsatzsteuer um insgesamt 623,4 T€. Die liquiden Mittel reduzierten sich um 958,9 T€.

Auf der Passivseite ergaben sich folgende Änderungen der Bilanzsumme:

Das Eigenkapital war zum Jahresende vollständig aufgebraucht (Vorjahr: 9.622, T€), der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag beträgt 6.533,6 T€, dadurch beträgt die Eigenkapitalquote 0,0 % (Vorjahr 17,2 %). Dem gezeichneten Kapital in Höhe von 193,1 T€ und der Kapitalrücklage in Höhe von 228.781,4 T€ (Vorjahr: 228.781,4 T€) steht ein Verlustvortrag von 219.352,1 T€ (Vorjahr: 197.947,4 T€) sowie ein Jahresergebnis in Höhe von -16.156,0 T€ (Vorjahr: -21.404,7 T€) gegenüber.

Der Sonderposten für Investitionszuwendungen verringerte sich planmäßig um 598,1 T€.

Die Rückstellungen verringern sich im Vergleich zum Vorjahr um 381,1 T€ auf 4.991,7 T€. Dies ist maßgeblich auf die Neubewertung der Gewährleistungsrückstellungen (- 261,2 T€), der Verringerung der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (- 248,2T€) und auf die Verringerung der übrigen sonstigen Rückstellungen (- 161,1T€) zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr von 38.397,6 T€ auf 42.424,7 T€. Ursache dafür waren ein Anstieg der Darlehensverbindlichkeiten (1.878,2 T€) und der Verbindlichkeiten aus Dienstleistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen (1.607,7 T€). Eine Wandlung des Gesellschafterdarlehens ins Eigenkapital wie im Vorjahr erfolgte in diesem Jahr nicht.

b) Ertragslage

Das Rohergebnis von 8.082,3 T€ hat sich gegenüber 2015 (5.802,6 T€) deutlich erhöht. Gründe waren im Wesentlichen die deutlich erhöhten Umsatzerlöse von 20.462,7 T€ (Vorjahr: 11.343,6 T€), nicht zuletzt resultierend aus dem Abbau des Bestandes an Fertigerzeugnissen um 5.706,5 T€ sowie die Erträge aus der Auflösung der Gewährleistungsrückstellung durch eine Neubewertung von 1.859,9 T€. Der Materialaufwand verringerte sich dagegen um ca. ein Drittel auf 10.548,7 T€ (Vorjahr: 15.027,2 T€).

Der Personalaufwand konnte mit 10.567,6 T€ (Vorjahr: 11.321,5 T€) weiter verringert werden.

Die planmäßigen Abschreibungen des Anlagevermögen beliefen sich im Berichtsjahr auf 4.386,9 T€ (Vorjahr: 5.285,3 T€).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten im Berichtszeitraum um 1.178,0 T€ verringert werden. Gründe waren die Reduzierung folgender Aufwendungen: Frachtkosten (- 827,3 T€), Reparaturen und Wartung (-580,7 T€), sonstige Fremdarbeiten (268,1 T€), sonstige Aufwendungen verbundene Unternehmen (231,8 T€), Rechts- und Beratungskosten (- 107,5 T€), periodenfremde Aufwendungen (142,2 T€) und Leiharbeit (105,5 T€).

Gegenläufig entwickelten sich die Aufwendungen in folgenden Bereichen: Fremdarbeiten sonstige verbundene Unternehmen (747,9 T€), dem Aufwand aus Kursdifferenzen (51,9 T€) und Raumkosten (42,3 T€).

Das Unternehmen erzielte somit ein operatives Ergebnis in Höhe von -14.888,8 T€ (Vorjahr: - 19.998,8 T€).

Das Finanzergebnis weist im Berichtsjahr einen Fehlbetrag von -806,7 T€ (Vorjahr: -1.010,3 T€) aus. Die Veränderungen resultieren im Wesentlichen aus Abzinsungserträgen (590,1 T€), Zinsaufwendungen (670,5 T€) und aus Aufwand aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen (726,4 T€).

Weiterhin entstand im Geschäftsjahr sonstiger Steueraufwand in Höhe von 460,5 T€ (Vorjahr: 395,5 T€).

Der Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2016 beträgt -16.156,0 T€ und fällt damit um 5.248,7 T€ geringer als im Vorjahr (-21.404,7 T€) aus.

4. RISIKOBERICHT

a) Risikomanagement

Für die Prävention und Steuerung von Risiken besteht bei Solibro ein umfangreiches Risikomanagementsystem, welches die Mitarbeiter der Solibro GmbH als aktive Risikoverantwortliche einbindet. Ziel des Risikomanagements ist es, durch aktive Identifikation, Analyse und Bewertung sowie Dokumentation und Berichterstattung eine Bestandsgefährdung des Unternehmens zu vermeiden, die bestehende Risikosituation transparent zu machen und dadurch die Unternehmensziele und den künftigen Erfolg zu sichern sowie den Unternehmenswert nachhaltig sicherzustellen und zu erhöhen.

Die Aufgabe des Risikomanagementsystems liegt in der Sicherstellung der erfolgreichen strategischen und operativen Ausrichtung des Unternehmens. Dies wird erreicht, indem die strategischen und operativen Chancen mit den entsprechenden Risiken gewichtet und als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen genutzt werden.

Jeder Mitarbeiter ist im Rahmen seiner Kompetenzen zu einem bewussten und verantwortlichen Umgang mit Chancen und Risiken angehalten.

Zur Sicherstellung der vollständigen Integration des Risikomanagements in die laufende Geschäftstätigkeit wurde ein Vertreter als Risikoverantwortlicher benannt.

b) Risikotransfer (Versicherungen)

Die Solibro GmbH nutzt Versicherungen als ein wesentliches Instrument zur Minimierung bestehender Risiken, sofern dies wirtschaftlich vertretbar ist. Es wurden branchenübliche Sach- und Haftpflichtversicherungen abgeschlossen, welche einer regelmäßigen Überprüfung unterliegen und im Bedarfsfall angepasst werden. Die abgeschlossenen Versicherungsverträge hatten im Jahr 2016 Bestand und wurden teilweise im Berichtsjahr neu verhandelt. Für die bestehenden Sach- und Betriebsunterbrechungs-Versicherungen wurden Selbstbehalte vereinbart. Zur Diversifizierung des Adressenausfallrisikos wurden Versicherungsverträge mit verschiedenen Versicherungsgesellschaften abgeschlossen. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass die bestehenden Versicherungspolicen nicht alle potenziellen Verluste und Verbindlichkeiten, die entstehen könnten, angemessen und ausreichend decken.

c) Finanzwirtschaftliche Risiken

Voraussetzung für eine Unternehmensfortführung ist wie in den Vorjahren die finanzielle Unterstützung durch den Gesellschafter bzw. dem dahinter stehenden chinesischen Konzern. Bis zum Verkauf der Kommanditanteile zum 25.11.2015 war dies die Hanergy-Gruppe, danach die Beijing Beijiao Siyuan Technology Development Co., Ltd.

Die Solibro GmbH hat mit der HS Modules Holding GmbH & Co. KG am 22./26.4.2013 einen Darlehensvertrag abgeschlossen, der die kontinuierliche Versorgung der Solibro GmbH mit ausreichender Liquidität mittelfristig sicherstellt, sofern die Erlöse aus der operativen Tätigkeit nicht ausreichend sein sollten. Dieser Darlehensvertrag wurde mit Wirkung vom 30.06.2017 bis zum 30.06.2019 verlängert. Das Darlehen ist mit einem qualifizierten Rangrücktritt versehen. Weitere Darlehensverträge wurden am 13.05.2015 mit der Hanergy Investment Ltd. mit einer verlängerten Laufzeit bis zum 31.10.2017 und am 25.11.2016 mit der Hanergy Capital Ltd. mit einer Laufzeit für ein Jahr abgeschlossen.

d) Liquiditätsrisiko

Der Ermittlung des Liquiditätsbedarfes und -bestandes erfolgt durch eine rollierende, wöchentliche und monatliche Liquiditätsplanung. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Abschlusses wird mit einer Anzahl von Lieferanten der Leistungsaustausch per Vorkasse finanziert. Hintergrund hierfür ist in diesen Fällen die Bewertung bei Warenkreditversicherungen, wie zum Beispiel Euler-Hermes. Als Ziel haben wir uns die Verbesserung des Ratings der Warenkreditversicherer gesetzt. Dieses Ziel sollten wir unter Berücksichtigung der Marktentwicklung und der Unterstützung auch durch den Gesellschafter erreichen können.

e) Absatzrisiken

Risiken im Hinblick auf den künftigen Absatz können sich aus den anspruchsvollen Bedingungen des Marktes für Solarprodukte ergeben. Dieser zeichnet sich nach wie vor durch tendenziell sinkende Preise je Wp aus. Insofern gilt es, im Wettbewerb durch konkurrenzfähige Preise zu bestehen, die Kostenstrukturen kontinuierlich anzupassen, weitere Chancen für die Realisierung von Referenzprojekten auszunutzen, die Effizienz der Solarmodule weiter zu steigern und das Niveau der Ressourcenausnutzung weiter anzuheben, um dadurch gegenüber den Wettbewerbern bestehen zu können.

f) Währungsrisiko

Währungsrisiken können sich insbesondere aus Bezugsverträgen und den sich anschließenden Währungstransaktionen ergeben. Auch im Jahr 2016 konnten durch Gestaltung der Verträge die Positionen in Fremdwährungen als Folge des operativen Geschäfts auf ein unbedingt notwendiges Maß minimiert werden. Ende 2016 gab es Anzeichen, die weitere Kursentwicklung der Eurowährung, insbesondere gegenüber dem US-Dollar und dem RMB zu beachten.

g) Zinsrisiko

Bedingt durch den unwesentlichen Bestand an Fremdwährungspositionen bestehen für die Solibro GmbH zum Bilanzstichtag keine Zinsrisiken.

h) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanziellen Verpflichtungen in Höhe von 1.904,9 T€ aus dem Bestellobligo für Einkaufsverträge, des Weiteren bestehen zum Bilanzstichtag und auch zum Zeitpunkt der Berichtserstellung sonstige finanzielle Verpflichtungen aus dem Kauf einer CIGS Maschine in Höhe von TEUR 5.542,4. Die endgültige Fertigstellung und damit die Abnahme sind für November 2017 geplant. Die Solibro GmbH hat öffentliche Fördermittel für die Errichtung von Produktionsanlagen und für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten erhalten, welche an Auflagen gebunden waren. Bei Nichteinhaltung dieser Auflagen konnte es zur vollständigen bzw. teilweisen Rückforderung der Fördermittel kommen. Die gesetzliche Bindefrist bzgl. der zuvor genannten Fördermittel ist am 31.12.2016 abgelaufen.

i) Produktionsausfallrisiken

Risiken aus der laufenden Produktion wie z. B. eine Produktionsunterbrechung werden durch Mitarbeiterschulungen und Weiterbildungen, eine permanente EDV-gestützte Überwachung der Produktionsabläufe mit zeitnaher Rückmeldung und einer regelmäßigen und systematischen Wartung der Anlagen minimiert. Darüber hinaus hat Solibro GmbH eine Betriebsunterbrechungs-Versicherung abgeschlossen.

Intensive und kontinuierliche Umweltschutzmaßnahmen ergänzt durch eine entsprechende Ausrichtung aller Investitionen in unsere Produktionsanlagen und Betriebstechnik tragen dazu bei, die Umwelt möglichst wenig zu belasten, die Ressourcen nachhaltig zu schonen und die rechtlichen Vorgaben einzuhalten. Darüber hinaus werden aufgrund des Einsatzes von giftigen oder explosiven Stoffen intensive Vorkehrungen getroffen, um Unfälle zu vermeiden. So erfolgten z. B. im Geschäftsjahr 2016 erfolgreiche Überwachungsaudits nach DIN ISO 14001 und 18001, sowie nach OHSAS 18001. Weiterhin erfolgten regelmäßige Inspektionen durch Prüfinstitutionen wie CSA, MCS und VDE, welche erfolgreich absolviert wurden. Im Geschäftsjahr 2016 konnte die Solibro GmbH als energieintensives Unternehmen erfolgreich die Zertifizierung eines Energiemanagements nach ISO 50001 abschließen.

j) Gewährleistungsrisiken

Die Solibro GmbH vergibt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Garantien auf ihre Produkte und kann zukünftig Gewährleistungsrisiken ausgesetzt sein. Solibro gewährleistet für eine Dauer von 25 Jahren ab Versanddatum mindestens 80 % und für die Dauer von zehn Jahren mindestens 90 % der vertraglich festgelegten Nominalleistung. Daneben umfasst die Gewährleistung für Solarmodule Material- oder Verarbeitungsfehler für eine Dauer von zehn Jahren ab Produkterwerb.

Für den Fall einer Inanspruchnahme hat die Solibro GmbH Gewährleistungsrückstellungen gebildet, deren Höhe sich zum Ende des Geschäftsjahres 2016 auf 3.672,8 T€ (Vorjahr: 3.934,1 T€) beliefen. Die Höhe der gebildeten Rückstellung wurde auf Basis der bisher gesammelten Erfahrungen und den seit dem Gesellschafterwechsel im Jahr 2012 von niedrigem Niveau ausgehend ansteigenden Absatzmengen bestimmt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 erfolgte eine Neubewertung der Gewährleistungsrückstellungen.

k) Rechnungslegungsrisiken

Die eingesetzten Systeme im Finanzbereich sind standardisiert und durch entsprechende Einstellungen und Einrichtungen in der EDV gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Erhaltene oder weitergegebene Buchhaltungsdaten werden laufend auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft. Dies erfolgt durch Stichproben und Plausibilitätskontrollen. Durch die eingesetzte Software finden programmierte Plausibilitätsprüfungen statt, z. B. im Rahmen von Zahlungsläufen. Bei rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird außerdem das Vier-Augen-Prinzip angewendet.

Für bestimmte Bilanzierungssachverhalte, wie bei der Ermittlung von Rückstellungen und der Überprüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten, sind Annahmen und Schätzungen erforderlich. Die wesentlichen Annahmen und Schätzungen werden dabei durch den Vergleich mit Peer Groups und Marktdaten objektiviert, um eine Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Schätzungen zu gewährleisten.

Die Solibro GmbH verfügt als produzierendes Unternehmen aufgrund des Geschäftsmodells über ein hohes Sachanlage- und Vorratsvermögen. Dies impliziert Werthaltigkeits- und Inventurrisiken. Zur Einschränkung dieser Risiken werden regelmäßig Anlagen- und Vorratsinventuren durchgeführt. Das Vorratsvermögen wird regelmäßig im Hinblick auf erzielbare Marktpreise überprüft. Darüber hinaus erfolgt bei einem Anzeichen der Wertminderung des Sachanlagevermögens ein Werthaltigkeitstest.

l) Personalrisiken

Grundsätzlich besteht für jedes Unternehmen die Gefahr, dass Leistungsträger das Unternehmen verlassen. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die für die Geschäftsentwicklung notwendigen Personalkapazitäten nicht zu den vorgesehenen Konditionen verfügbar sind oder für den Standort gewonnen werden können.

Die Solibro GmbH begegnet diesem Risiko mit Maßnahmen wie internen und externen Weiterbildungen sowie innerbetrieblichen Sozialleistungen. Auch am hiesigen Standort sind Anzeichen eines Wettbewerbs um Mitarbeiter mit Schlüsselqualifikationen festzustellen. Dieser Herausforderung hat sich das Unternehmen gestellt und wird dieser auch zukünftig in Abstimmung mit den Gesellschaftern in effizienter und attraktiver Weise begegnen.

m) Informationstechnische Risiken

Die Kommunikations- und Informationssysteme sind für die Geschäftsprozesse von zentraler Bedeutung. Nahezu alle zentralen Geschäftsprozesse sind IT-basiert. Daher hat die störungsfreie Bereitstellung und die optimale Unterstützung der Prozesse oberste Priorität. Für dieses Risiko zeichnete sich im Berichtsjahr die eigene IT-Abteilung in Kooperation mit einem externen IT-Dienstleister verantwortlich.

Die IT-Risiken werden durch hohe Sicherheitsstandards minimiert. Darüber hinaus werden die verwendeten IT-Systeme und Anwendungen auf Eignung und sichere und ordnungsgemäße Abwicklung der Geschäftsprozesse regelmäßig überprüft. Sollte sich im Rahmen der Analyse Handlungsbedarf ergeben, werden die Systeme aktualisiert und weiterentwickelt. Dabei wird besonderer Wert auf die Aspekte IT-Security, Datenschutz und Datensicherheit gelegt.

n) Rechtsstreitigkeiten

Aufgrund der laufenden Geschäftstätigkeit ist die Solibro GmbH rechtlichen Risiken aus vertraglichen Beziehungen zu Kunden, Lieferanten, anderen Geschäftspartnern und Mitarbeitern ausgesetzt. Schwerpunktmäßig liegen diese Risiken in der Preisgestaltung für den Einkauf von Produktionsmaterialien und der Haftung und Gewährleistung der Fertigprodukte.

Die Solibro GmbH hat derzeit eine geringe Anzahl von Rechtsstreitigkeiten aus Haftungs- und Gewährleistungsfällen anhängig. Diese werden mit einer überwiegend geringen Eintrittswahrscheinlichkeit qualifiziert. Weiterhin waren im Geschäftsjahr 2016 Rechtsstreitigkeiten aus dem Personalbereich anhängig. Alle genannten Fälle sind durch Rückstellungen abgedeckt oder werden auch im Fall eines für die Solibro GmbH negativen Entscheids keine wesentliche Ergebnisauswirkung haben.

o) Innerbetriebliche Risiken

Der zukünftige Erfolg der Solibro GmbH wird ganz wesentlich von der technischen Umsetzung der in den vergangenen Geschäftsjahren gewonnenen Erkenntnisse bei der industriellen Fertigung von CIGS-Dünnschichtmodulen und den damit notwendigen größeren Investitionen bestimmt. Das Erreichen der für die kommenden Geschäftsjahre 2017 und 2018 gesetzten technischen und betriebswirtschaftlichen Meilensteine wird darüber entscheiden, ob das Unternehmen zukünftig in der Lage sein wird, sich gegen die gut aufgestellte Konkurrenz durchzusetzen. Mit den in den vergangenen Geschäftsjahren erreichten Fortschritten, der Fokussierung auf die Kernkompetenzen sowie der sicheren Einordnung in die Struktur der Hanergy-Gruppe wurden die Rahmenbedingungen geschaffen. Mit den dringend erforderlichen Investitionen in die Prozess- und Produktionsoptimierung, um damit in der Lage zu sein, leistungsfähigere und qualitativ hochwertigere Solarmodule zu produzieren, wird das Unternehmen in der Lage sein, die festgelegten Ziele zu erreichen.

5. Prognosebericht

Die Solibro GmbH wird sich im Geschäftsjahr 2017 wie bisher auf die folgenden strategisch wichtigen Geschäftsfelder bzw. Funktionen aus Sicht der chinesischen Gesellschafter und Partner konzentrieren:

a.)

Produktion von "CIGS" Dünnschichtsolarmodulen im Rahmen einer schlanken Produktion für den Vertrieb in alle wichtigen PV Märkte, i. e. Deutschland, der EU, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA), China, Indien, den USA und Südamerika,

b.)

Bereitstellung der Produktionsinfrastruktur für die Weiterentwicklung der CIGS-Technologie durch das in die Solibro Hi-Tech GmbH ausgegliederte "Global Competence Center" und

c.)

Entwicklungspartner für die Solibro Hi-Tech GmbH zur Weiterentwicklung, Optimierung und Erprobung neu entwickelter Produktionsmaschinen.

Mit der Konzentration auf diese Geschäftsfelder erschließen sich dem Unternehmen nachhaltige Absatz- bzw. Umsatzmöglichkeiten durch Konzentration auf eine kostenoptimierte Fertigung von CIGS Solarmodulen. Diese Maßnahmen werden helfen, die am Standort und im Unternehmen vorhandenen Kompetenzen zu erhalten, mit denen der chinesischen Gesellschafter und Partner, insbesondere der Hanergy Gruppe, zu bündeln und nachhaltig auszubauen. Die damit verbundenen unternehmerischen und regionalen Anforderungen sind herausfordernd und in Kooperation mit den Partnern erreichbar.

Trotz einer insgesamt verbesserten Marktsituation, den oben beschriebenen Maßnahmen und Fokussierungen, wird das Unternehmen ein operativ positives Ergebnis erst ab dem Jahr 2018 erreichen können.

Aufgrund der unvermeidbaren Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Prognose zukünftiger Entwicklungen lässt sich nicht ausschließen, dass es künftig zu wesentlichen Abweichungen der tatsächlichen Ergebnisse von den gegenwärtigen Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung kommt.

 

Bitterfeld-Wolfen OT Thalheim, den 22. September 2017

Solibro GmbH

Geschäftsführung

gez. Lin Fu-Ruong, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Solibro GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der Solibro GmbH den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen der Geschäftsführung im Lagebericht hin. Dort wird im Abschnitt 4. c) Finanzwirtschaftliche Risiken ausgeführt, dass Voraussetzung für die Unternehmensfortführung die weitere finanzielle Unterstützung durch den Gesellschafter bzw. den dahinter stehenden chinesischen Konzern ist.

 

Leipzig, 23. September 2017

RVC Wirtschaftsprüfung GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stephan Strümpfel, Wirtschaftsprüfer

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