SHW Bremsen Beteiligungs GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ramona Walter seit 7.5.2026 | Prokura |
Sebastian Rotermann seit 12.1.2026 | Geschäftsführer |
Michael Steppuhn seit 6.8.2025 | Geschäftsführer |
Sophie-Theres Ebert seit 6.8.2025 | Prokura |
Ramazan Kocak seit 2.7.2024 | Prokura |
Friederike Schäff seit 4.1.2023 | Prokura |
Anton Ostrizkij seit 26.7.2021 | Prokura |
Wolfgang Mag. Plasser seit 20.5.2020 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
SHW AGAalenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Kapitalflussrechnung Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung Konzernanhang KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
KONZERNBILANZ zum 31. Dezember 2022AKTIVA
PASSIVA
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
*) Rücklage für Mitarbeiter Bonus
KONZERNANHANGDER SHW AGI. Allgemeine Angaben II. Konsolidierungsmethoden und Konsolidierungskreis III. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz V. Angaben zur Kapitalflussrechnung VI. Finanzinstrumente und Kapitalmanagement VII. Leasingverhältnisse VIII. Erläuterungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen sowie zu den Organen IX. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht) X. Aufstellung des Anteilsbesitzes I. Allgemeine Angaben 1. Angaben zum Unternehmen Die SHW AG mit Sitz in Stiewingstr. 111, Aalen, Deutschland, entstand 2011 durch Formumwandlung und wurde am 8. Juni 2011 ins Handelsregister eingetragen (HRB 726621 beim Amtsgericht Ulm). Die Hauptaktivität des Konzerns ist die Herstellung und der Vertrieb von Hydraulikpumpen, pulvermetallurgischen Teilen und Bremsscheiben. 2. Grundsätze der Rechnungslegung Der Konzernabschluss der SHW AG zum 31. Dezember 2022 wurde am 17. März 2023 vom Vorstand zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der vorliegende Konzernabschluss entspricht den geltenden International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London. Maßgeblich ist der Stand der IFRS zum 31. Dezember 2022, wie sie in der EU anzuwenden sind. Alle für das Geschäftsjahr 2022 geltenden Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) sowie die früheren Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) werden angewendet. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Abweichungen hiervon sind unter den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angegeben. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Betragsangaben im Konzernabschluss erfolgen - soweit nicht anders angegeben - in Tausend Euro (TEUR). Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können. Jeweils mir Beschluss vom 17. Januar 2023 haben die Gesellschafter der Schwäbische Hüttenwerke Automotive GmbH, die Gesellschafter der SHW Brake Systems GmbH und die Gesellschafter der SHW Bremsen Beteiligungs GmbH einstimmig beschlossen, die Befreiungsvorschriften des §264 Abs. 3 HGB in Anspruch zu nehmen und auf die Aufstellung eines Lageberichtes und Anhanges sowie auf die Pflicht zur Prüfung und die Offenlegung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes zu verzichten. Die Beschlüsse wurden am 10. März 2023 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die SHW Gießerei GmbH & Co.KG ist gemäß §264b HGB von ihrer Verpflichtung befreit, einen handelsrechtlichen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften aufzustellen, prüfen zu lassen und offenzulegen. 3. Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die im Jahr 2022 Anwendung finden. Das International Accounting Standards Board (IASB) und das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) haben die folgenden Standards und Interpretationen verabschiedet, die von der EU in europäisches Recht übernommen wurden und für Berichtsperioden, die am 1. Januar 2022 beginnen, verpflichtend anzuwenden sind:
4. Standards, Interpretationen und Änderungen zu veröffentlichten Standards, die 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die vom SHW-Konzern nicht vorzeitig angewandt werden. Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet. Die Anwendung dieser Regelungen erfolgt im Geschäftsjahr 2022 nicht, weil entweder die Anerkennung durch die EU noch aussteht oder eine Anwendung noch nicht verpflichtend ist.
Aus der zukünftigen Anwendung der neuen Standards und Änderungen erwarten wir keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der SHW AG. 5. Schätzungen und Unsicherheiten bei Ermessensentscheidungen und Annahmen Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert bei einigen Posten, dass für die Bewertung in der Konzernbilanz, für die Angabe von Eventualverbindlichkeiten und für den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen Annahmen getroffen oder Schätzungen vorgenommen werden. Die tatsächlichen Werte können von diesen Schätzungen abweichen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögens werten und Schulden erforderlich sein wird, werden im Folgenden erläutert. Diese Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung durch das Management. Wertminderung des Goodwills Der SHW-Konzern überprüft mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen von entsprechenden Anhaltspunkten, ob der Goodwill in Höhe von TEUR 7.055 (Vorjahr TEUR 7.055) wertgemindert ist. Dies erfordert eine Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE), denen der Goodwill zugeordnet ist. Zur Ermittlung des erzielbaren Betrags muss der Konzern den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten der ZGE auf Basis von EBIT Prognosen schätzen und darüber hinaus einen Zinssatz wählen, um den Barwert der Zahlungsmittelströme zu ermitteln. Weitere Einzelheiten hierzu sind in der Anhangangabe (20) "Entwicklung der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen" dargestellt. Entwicklungskosten Entwicklungskosten werden entsprechend der dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode aktiviert. Die erstmalige Aktivierung der Kosten setzt voraus, dass die nachfolgenden Vorraussetzungen kumulativ erfüllt sind. Zunächst muss die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes vorliegen. Dies beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. In der Regel ist dies dann der Fall, wenn ein Entwicklungsprojekt einen bestimmten Reifegrad erreicht har. Zudem muss ein Nachweis eines künftigen ökonomischen Nutzenzuflusses aus der Eigennutzung oder Vermarktung des immateriellen Vermögenswertes sowie die Fähigkeit zur verlässlichen Ermittlung der Entwicklungskosten bestehen. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Beträge wurden Annahmen und Schätzungen über die erwarteten Cashflows aus Vermögenswerten bzw. des bestehenden Marktpotentials, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren, einbezogen. Des Weiteren muss die Absicht zur Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes und anschließende Verwertung durch Eigennutzung oder Vermarktung bestehen. Darüber hinaus muss die Fähigkeit zur Eigennutzung oder zur Vermarktung des immateriellen Vermögenswertes vorliegen. Letztlich muss die Verfügbarkeit der technischen und finanziellen Ressourcen zum Abschluss der Entwicklung bestehen. Die aktivierten Entwicklungskosten betragen zum 31. Dezember 2022 TEUR 16.896 (Vorjahr TEUR 14.672). Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen zu Abzinsungssätzen, künftigen Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit sowie den künftigen Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR 18.368 (Vorjahr TEUR 27.439). Weitere Einzelheiten hierzu sind in der Anhangangabe (27) "Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer" dargestellt. Aktive latente Steuern Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zukünftig zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Änderungen der Aktionärsstruktur der SHW AG oder Änderungen der jeweiligen landesspezifischen Steuergesetzgebung könnten Auswirkungen auf die Nutzbarkeit steuerlicher Verlustvorträge haben. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Weitere Einzelheiten sind in der Anhangangabe (16) "Ertragsteuern" dargestellt. Ermessen bei der Anwendung der Rechnungslegungsgrundsätze Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind Ermessensentscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen als angemessen erachtet werden. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte:
II. Konsolidierungsmethoden und Konsolidierungskreis 6. Konsolidierungsgrundsätze und -methoden Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der SHW AG und aller ihrer Tochterunternehmen, die im Sinne von IFRS 10 beherrscht werden, zum 31. Dezember eines jeden Geschäftsjahres als oberster Konsolidierungskreis. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Eine vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes des SHW-Konzerns ist diesem Konzernanhang als integraler Bestandteil angefügt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Tochtergesellschaften werden ab dem Gründungs- bzw. Erwerbszeitpunkt voll konsolidiert, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern das Unternehmen direkt oder indirekt gemäß IFRS 10 beherrscht. Beherrschung liegt dann vor, wenn die SHW AG aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über die relevanten Tätigkeiten des Tochterunternehmens entscheiden kann, wenn ihr die positiven oder negativen variablen Rückflüsse aus dem Tochterunternehmen zufließen und wenn sie die Rückflüsse durch ihre Entscheidungsgewalt beeinflussen kann. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschungsmöglichkeit durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Für die Erstkonsolidierung werden die Anschaffungskosten eines Unternehmens auf die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens verteilt. Die erworbenen Vermögenswerte, insbesondere immaterielle Vermögenswerte, werden hinsichtlich ihrer Bilanzierung neu beurteilt und zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Sofern die Anschaffungskosten für den Unternehmenserwerb den anteiligen, beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens übersteigen, wird ein Goodwill angesetzt und einmal jährlich und bei besonderer Veranlassung einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Ergibt sich aus dem Werthaltigkeitstest eine Wertminderung, wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen, Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die in den Abschlüssen der einbezogenen Gesellschaften enthalten sind, werden eliminiert. 7. Konsolidierungskreis Aufgrund des im Geschäftsjahr 2022 neu gegründeten Unternehmens, SHW Brake Systems (Haimen) Co., Ltd., Nantong Haimen, China, hat sich der Konsolidierungskreis ab dem 24, Mai 2022 verändert. Das Unternehmen ist ein 100%-ige Tochterunternehmen der SHW Brake Systems GmbH, Tuttlingen, Deutschland. 8. Währungsumrechnung Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung und der Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zum am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs zwischen der funktionalen Währung und der Fremdwährung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden im Periodenergebnis erfasst. Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig war. Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Stichtagskurs am Ende des Geschäftsjahres umgerechnet, die Gewinn- und Verlustrechnungen hingegen mir dem Periodendurchschnittskurs. Alle hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral in den Sonstigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst ("Fremdwährungsumrechnung"). Im Zeitpunkt des Abgangs wird der in den Sonstigen Rücklagen erfasste Betrag ergebniswirksam aufgelöst. Umrechnungsdifferenzen aus zu erhaltenden bzw. zu zahlenden Posten von bzw. an einen ausländischen Geschäftsbetrieb, deren Erfüllung weder geplant noch wahrscheinlich ist und die deswegen Teil der Nettoinvestition in diesen ausländischen Geschäftsbetrieb sind, werden direkt im Eigenkapital in der Rücklage für Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen erfasst. Die für die Umrechnung verwendeten Wechselkurse der wesentlichen Währungen im Konzern ergeben sich aus folgender Tabelle:
III. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 9. Umsatzerlöse Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellten Umsatzerlöse 1) beinhalten Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15). Der Umsatz wird auf Grundlage der in einem Vertrag mit einem Kunden festgelegten Gegenleistung gemessen. Der SHW-Konzern realisiert Erlöse aus der Übertragung der Verfügungsgewalt über Güter und Dienstleistungen ausschließlich zeitpunktbezogen, da die Voraussetzungen für eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung für die identifizierten Leistungsverpflichtungen nicht erfüllt sind. Die an den Kunden zu übertragenden Güter und Dienstleistungen sind zwar grundsätzlich ohne alternative Nutzungsmöglichkeit, ein jederzeitiger Rechtsanspruch auf Bezahlung der erbrachten Leistungen ist jedoch grundsätzlich nicht erfüllt. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt somit im Zeitpunkt der Übertragung der Verfügungsgewalt der Güter und Dienstleistungen auf den Kunden. Der Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz in Höhe von TEUR 318.684 (Vorjahr TEUR 303.068). Der Geschäftsberich Bremsscheiben erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz in Höhe von TEUR 153.820 (Vorjahr TEUR 124.255). Die geografische Information der SHW-Gruppe basiert auf Umsätzen mit Kunden mit Sitz in den verschiedenen Ländern: GEOGRAFISCHE BEREICHE
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 247 (Vorjahr TEUR 402). Die Vertragsverbindlichkeiten enthalten insbesondere Anzahlungen für Vorleistungen vor Serienbeginn. Aus dem Saldo der zu Beginn des Geschäftsjahres 2022 ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten wurden für Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 370 (Vorjahr TEUR 851) im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse realisiert. Vertragskosten aus der Anbahnung von Verträgen sind - wie im Vorjahr - in Höhe von TEUR 4.633 (Vorjahr TEUR 3.883) in den langfristigen sonstigen Vermögenswerten und in Höhe von TEUR 1.170 Vorjahr TEUR 1.083) in den kurzfristigen sonstigen Vermögenswerten zum 31. Dezember 2022 ausgewiesen. Vertragskosten aus der Anbahnung von Verträgen liegen vor, wenn die Zahlungen direkt für einen wahrscheinlichen Kundenauftrag geleistet werden, ohne diese der Vertragsabschluss nicht entstanden wäre und eine Zurückerlangung der Kosten erwartet wird. Die Amortisation der Vertragskosten erfolgt entsprechend der späteren Lieferabrufe der Serienprodukte und belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 1.042 (Vorjahr TEUR 1.011). Zum 31. Dezember 2022 gab es Wertminderungsaufwendungen auf aktivierte Vertragskosten in Höhe von TEUR 970 (Vorjahr TEUR 0). Wir verweisen auf die Anhangangaben (21) und (24). Bezüglich der Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verweisen wir auf die Anhangangabe (23). 10. Vertriebskosten Vertriebskosten sind die Aufwendungen des Funktionsbereiches Vertrieb. Hierzu zählen vor allem die Aufwendungen für die Vertriebsabteilungen sowie alle diesen Funktionen oder Aktivitäten zuzuweisenden Gemeinkosten. Es sind als Vertriebseinzelkosten auch Fracht- und Versandkosten enthalten. 11. Allgemeine Verwaltungskosten Die Verwaltungskosten beinhalten alte Verwaltungsaufwendungen, die den anderen Funktionsbereichen nicht direkt zuzuordnen sind. Dazu zählen Aufwendungen für die allgemeine Verwaltung, Geschäftsleitung sowie anderer übergeordneter Abteilungen.
1) Die Begriffe "Umsatz" und "Umsatzerlöse"
werden synonym verwendet
12. Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten beinhalten Personal- und Sachkosten (z.B. Abschreibungen auf für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit genutzte Maschinen). Die zusätzlich aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 5.373 (Vorjahr TEUR 3.734). Weitere Entwicklungsleistungen wurden im Rahmen von Kundenaufträgen abgerechnet. 13. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Einmaleffekte im Projekt-/Produktbereich und im Zusammenhang mit Versicherungsentschädigungen in Höhe von TEUR 16.200 (im Vorjahr Einmaleffekte im Zusammenhang mit Versicherungsentschädigungen in Höhe von TEUR 3.370). Ferner sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen insbesondere Erträge aus Kursdifferenzen in Höhe von TEUR 2.154 (Vorjahr TEUR 1.185) und Auflösungen von Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 869 (Vorjahr TEUR 2.814) enthalten. 14. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Einmaleffekte im Projekt-/Produktbereich sowie Aufwendungen aus Versicherungsschäden in Höhe von TEUR 9.462 (Vorjahr TEUR 1.734). Ferner sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen insbesondere Aufwendungen aus Kursdifferenzen in Höhe von TEUR 1.815 (Vorjahr TEUR 954) enthalten. 15. Finanzergebnis Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Die Finanzerträge resultieren im Wesentlichen aus der Verzinsung langfristiger Vermögenswerte und Zinserträgen aus Festgeldanlagen. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beziehen sich insbesondere auf Zinsen und entsprechend der Effektivzinsmethode erfasste Kreditkosten aus dem Konsortialkredit in Höhe von TEUR 1.904 (Vorjahr TEUR 1.383), siehe auch Anhangangabe (29) "Verbindlichkeiten". Nachstehende Tabelle zeigt die Nettoergebnisse der Finanzinstrumente aufgeteilt nach Bewertungskategorien:
16. Ertragsteuern Tatsächliche Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Der Berechnung des Betrages werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die am Bilanzstichtag gelten. Ertragsteuerforderungen und Ertragsteuerschulden Aktivierte Steuerforderungen in Höhe von TEUR 570 (Vorjahr TEUR 1.375) betreffen Rückforderungnsprüche aus Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen 2022. Ertragsteuerschulden bestanden im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von TEUR 1.032 (Vorjahr TEUR 556). In der Bilanz wurden die Ertragssteuerforderungen und Ertragsteuerschulden saldiert ausgewiesen. Latente Steuern Steuerabgrenzungen werden auf sämtliche temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen von Aktiva und Passiva in IFRS Konzernbilanz und Steuerbilanz. berechnet, aktivische Steuerabgrenzungen nur insoweit, als die damit verbundenen Steuergutschriften bzw. -minderungen wahrscheinlich eintreten. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht. Aktivische Steuerabgrenzungen werden in einem gesonderten Posten in den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen, passivische Steuerabgrenzungen sind in einem separaten Posten innerhalb der langfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen enthalten. Latente Steueransprüche und -schulden werden unter Anwendung der Verbindlichkeitenmethode anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden diejenigen Steuersätze und Steuervorschriften zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten oder voraussichtlich in Kürze gelten werden. Ertragsteuern und latente Steuern, die sich auf direkt im Eigenkapital erfasste Posten beziehen, werden im Eigenkapital und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. a) Im Gewinn oder Verlust erfasste Steuern
Direkt im Eigenkapital erfasste latente Steueraufwendungen betragen TEUR 2.631 (Vorjahr TEUR 377) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen (Pensionen) und Derivaten. b) Überleitung des effektiven Steuersatzes
In Deutschland betrug die Körperschaftsteuer (einschließlich des Solidaritätszuschlags) 2022 insgesamt 15,8 Prozent. Die Gewerbesteuer entspricht 12,5 Prozent bei einem durchschnittlichen Hebesatz von 356,4 Prozent. Die gesetzliche Gesamtbelastung beläuft sich damit auf 28,3 Prozent. Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zum Ansatz und zur Bewertung in der Steuerbilanz; es wird jeweils der tatsächliche Steuersatz von 28,4 Prozent im Inland zugrunde gelegt. Auf sogenannte Outside Basis Differences in Höhe von TEUR 15.448 (Vorjahr TEUR 8.268) wurden keine latenten Steuern gerechnet, da SHW in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung derselben zu steuern und es wahrscheinlich ist. dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird. Aus der Ausschüttung von Dividenden an die Aktionäre der SHW AG haben sich in den vergangenen Jahren bzw. werden sich 2023 keine ertragsteuerlichen Konsequenzen ergeben. c) Zusammensetzung der latenten Steuern
Von den aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge entfallen TEUR 2.888 (Vorjahr TEUR 4.931) auf die SHW AG. Von der Werthaltigkeit dieser aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge ist auszugeben, da insoweit unter Beachtung der .Mindestbesteuerung ein Überhang der steuerpflichtigen über die abzugsfähigen temporären Differenzen vorliegt. Im Geschäfsjahr wurden für die SHW AG Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 2.043 erfasst. Für die kanadische Tochtergesellschaft SHW Pumps & Engine Components Inc. bestehen zum 31. Dezember 2022 aktive latente Steuern auf steuerliche Verluste in Höhe von TEUR 721 (Vorjahr TEUR 1.191). Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Wertberichtigung in Höhe von TEUR 213 vorgenommen. Nach Einschätzung von SHW kann für die zum 31. Dezember 2022 gebildeten aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge von einer Nutzbarkeit ausgegangen werden, weil basierend auf ergriffenen Maßnahmen mir steigenden Umsätzen und Ergebnisverbesserungen in naher Zukunft gerechnet wird. Von den aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verluste entfallen TEUR 505 (Vorjahr TEUR 943) auf die brasilianische Tochtergesellschaft SHW do Brasil Ltda. Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern auf Verlustvorträge wurden mangels hinreichend realisierbaren zu versteuernden Einkommens in den nächsten fünf Jahren in Höhe von TEUR 418 erfasst. Nach deutlich negativer Beeinflussung der Geschäftstätigkeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Brasilien (inklusive temporärer Betriebsschließung) wurde im Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Ergebnis erzielt. SHW rechnet aufgrund bereits ergriffener Maßnahmen mit einer fortwährenden positiven Ergebnisentwicklung in den kommenden Jahren. Für die rumänische Tochtergesellschaft SHW Pumps & Engine Components SRL werden zum 31. Dezember 2022 keine aktiven latente Steuern auf Verlustvorträge (Vorjahr TEUR 660) ausgewiesen. Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verluste wurden zum Bilanzstichtag in voller Höhe wertberichtigt. d) Direkt im Eigenkapital erfasste latente Steuern
Der Bestand an latenten Steuern im Sonstigen Ergebnis betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR -358. e) Nicht erfasste latente Steueransrüche Zum 31. Dezember 2022 wurden für Verluste erstmalig Steueransprüche in Höhe von TEUR 3.002 nicht aktiviert, da von einer Realisierung der Steueransprüche in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Dabei entfallen auf inländische Steueransprüche TEUR 2.987 und auf Steueransprüche der rumänischen Tochtergesellschaft SHW Pumps & Engine Components SRL TEUR 15. 17. Material- und Personalaufwand, Abschreibungen In den Herstellungskosten des Umsatzes und in den übrigen Funktionskosten sind folgende Material- und Personalaufwendungen sowie Abschreibungen enthalten: MATERIALAUFWAND
PERSONALAUFWAND
In der Position soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung sind in Höhe von TEUR 9.039 (Vorjahr TEUR 8.680) Aufwendungen für Altersversorgung enthalten. Die Aufwendungen für Altersversorgung enthalten eine Zuführung zu den Pensionsrückstellungen (ohne Zinsanteil) in Höhe von TEUR 668 (Vorjahr TEUR 755). Der Aufwand für die gesetzliche Rentenversicherung beträgt TEUR 8.138 (Vorjahr TEUR 7.708). Abschreibungen Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen TEUR 33.243 (Vorjahr TEUR 31.642), davon im Geschäftsjahr 2022 IFRS 16 TEUR 2.920 (Vorjahr TEUR 2.391) und Wertminderungen in Höhe von TEUR 325 (Vorjahr TEUR 0), welche in den Herstellungskosten des Umsatzes erfasst sind. Hinsichtlich der Aufteilung der Abschreibungen auf die einzelnen Posten des Anlagevermögens verweisen wir auf die Anlagenspiegel für das Geschäftsjahr und das Vorjahr unter Anhangangabe (20) "Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen". 18. Honorar des Abschlussprüfers
19. Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren beschäftigt: MITARBEITER
Direkte Beschäftigte erbringen eine Hauptleistung, deren Kosten direkt dem Produkt zugeordnet werden können. Indirekte Beschäftigte erbringen eine die Hauptleistung unterstützende Leistung und können somit nicht direkt dem Produkt zugerechnet werden. IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz 20. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen
Immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenserwerbs erworben werden, werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Immaterielle Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Es wird dabei zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbestimmter Nutzungsdauer differenziert. Im SHW-Konzern gibt es bis auf den Goodwill derzeit keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer von zwei bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf angepasst. Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn der Konzern sowohl die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswertes ermöglicht, als auch die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen, nachweisen kann. Ferner muss der Konzern die Erwirtschaftung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens durch den Vermögenswert, die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswertes und die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können, belegen. Die Entwicklungskosten umfassen die direkt zuordenbaren Einzelkosten sowie die anteiligen Gemeinkosten. Nicht mit eingerechnet werden Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten. Für noch nicht fertiggestellte Entwicklungsprojekte wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob objektive Hinweise auf Wertminderungen vorliegen. Wenn ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert nicht aktiviert werden kann bzw. noch kein immaterieller Vermögenswert vorliegt, werden die Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie entstehen. Im Berichtsjahr wurden in den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen keine Fremdkapitalkosten im Sinne des IAS 23 angesetzt. Immaterielle Nutzungsrechte für Leasingverträge nach IFRS 16 wurden nicht angesetzt (Wahlrecht). Die Zugänge bei den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten betreffen im Wesentlichen die aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 5.373 (Vorjahr TEUR 3.734). Die übrigen immateriellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen Software und Lizenzen. Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind in den Funktionskosten enthalten, insbesondere in den Herstellungskosten des Umsatzes. Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Das Bestellobligo für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beläuft sich auf TEUR 18.506 (Vorjahr TEUR 28.216). Goodwill Der Goodwill wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Goodwill zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Der Goodwill wird jährlich oder bei besonderer Veranlassung einem Werrhalrigkeitstest unterzogen und gegebenenfalls wertberichtig. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der Goodwill ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren sollen. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Goodwill und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswertes innerhalb der Einheit zuzuordnen. Ein für den Goodwill erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Goodwill wurde zur Überprüfung der Werthaltigkeit den folgenden zwei (Vorjahr zwei) zahlungsmttelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet:
Der erzielbare Betrag der zwei (Vorjahr zwei) ZGEs wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten unter Verwendung von EBIT-Prognosen ermittelt, die auf der von der Geschäftsführung genehmigten Planung für die Jahre 2023 bis 2027 basieren. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt nach Stufe 3 der Bewertungshierarchie im Sinne des IFRS 13. Bei der Berechnung der ewigen Rente wird ein Inflations-/Wachstumsabschlag von 1,0 Prozent (Vorjahr 1,0 Prozent) angenommen. Der für die EBIT-Prognosen verwendete Abzinsungssatz beträgt 12,8 Prozent (Vorjahr 10,4 Prozent). Hierbei handelt es sich um einen risikoadjustierten kapitalgewichteten Unternehmenszinssatz (WACC) vor Steuern. Der Goodwill wurde wie folgt den jeweiligen ZGEs zugeordnet: BUCHWERT DES GOODWILL
Den EBIT-Prognosen zur Überprüfung der Werthaltigkeit des Goodwills liegen folgende Grundannahmen zugrunde: Geplante Bruttogewinnmargen Die Bruttogewinnmargen für den Planungszeitraum wurden anhand von Plankalkulationen und Erfahrungswerten ermittelt. Während der Planungsperiode basieren die Umsatzerlöse überwiegend auf bereits bestehenden Kundenaufträgen sowie Potenzialen aus Kundenprojekten. Geplante EBIT-Marge Für die EBIT-Prognosen wird von durchschnittlichen Erfahrungswerten aus den Vorjahren und Schätzungen über die zukünftige Entwicklung- bei insgesamt tendenziell steigenden Margen-ausgegangen. Die getroffenen Grundannahmen stimmen dabei mit denjenigen aus externen Informationsquellen überein. Die geplanten EBIT-Margen der ZGE liegen im Planungszeitraum in einer Bandbreite zwischen 3,1 Prozent und 9,1 Prozent. Abzinsungssätze Der Abzinsungssatz wurde abgeleitet unter Verwendung eines Basiszinssatzes nach Steuern von 2,16 Prozent und einer Marktrisikoprämie nach Steuern von 7,34 Prozent. Der ß-Faktor, die Kapitalstruktur sowie der Fremdkapitalkostensatz wurden aus den Daten einer Peer Group von Vergleichsunternehmen abgeleitet. Der erzielbare Betrag wird mit dem zugehörigen Buchwert der jeweiligen ZGE verglichen. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert der ZGE, wird eine Wertberichtigung auf den Goodwill vorgenommen. Die jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit des Goodwills kam zu dem Ergebnis, dass kein Abwertungsbedarf besteht. Auch bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte oder einer Veränderung der EBIT-Prognosen um 10,0 Prozent ergibt sich weder bei der ZGE Pumpen- und Motorkomponenten noch bei der ZGE Bremsscheiben ein Abwertungsbedarf. Sachanlagevermögen Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen die direkt zurechenbaren Einzel- und Gemeinkosten der Fertigung einschließlich Abschreibungen. Das Sachanlagevermögen wird linear über seine Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Buchwerte der Sachanlagen werden auf Wertminderung überprüft, sobald Indikatoren dafür vorliegen, dass der Buchwert eines Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Zum Ende des Geschäftsjahres werden die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden überprüft und bei Bedarf angepasst. Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswertes kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Der aus der Ausbuchung des Vermögenswertes resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst. Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine eingetretene Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang eines eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht ermittelt werden, da der Vermögenswert keine Cashflows erzeugt, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört. Wenn eine angemessene und stetige Grundlage zur Verteilung ermittelt werden kann, werden die gemeinschaftlichen Vermögenswerte auf die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Andernfalls erfolgt eine Verteilung auf die kleinste Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, für die eine angemessene und stetige Grundlage der Verteilung ermittelt werden kann. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Sofern der Nutzungswert höher als der Buchwert ist, wird kein beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten berechnet. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Zahlungsströme mit einem Vorsteuerzinssatz auf ihren Barwert abgezinst. Dieser Vorsteuerzinssatz berücksichtigt zum einen die momentane Markteinschätzung über den Zeitwert des Geldes, zum anderen die im Vermögenswert inhärenten Risiken, die nicht bereits Eingang in die Schätzung der Zahlungsströme gefunden haben. Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswertes (oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswertes (der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Sollte sich der Wertminderungsaufwand in der Folge umkehren, wird der Buchwert des Vermögenswertes (der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) auf die neuerliche Schätzung des erzielbaren Betrages erfolgswirksam erhöht. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den Wert beschränkt, der sich ergeben hätte, wenn für den Vermögenswert (die zahlungsmittelgenerierende Einheit) in den Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Für selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht der (planmäßigen) Abschreibung unterliegen, wird entsprechend der einschlägigen Vorgaben der IFRS jeweils zum Bilanzstichtag ein Wertminderungstest durchgeführt; unabhängig davon, ob es Anhaltspunkte für eine eingetretene Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Fremdkapitalkosten Zinsen auf Fremdkapital werden für qualifizierte Vermögenswerte im Sinne von IAS 23 aktiviert, sofern diese wesentlich sind. 21. Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte Die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Die langfristigen sonstigen Vermögenswerte betreffen in Höhe von TEUR 4.783 (Vorjahr TEUR 5.957) Abgrenzungsposten, davon TEUR 4.633 (Vorjahr TEUR 5.883) Vertragskosten aus der Anbahnung von Verträgen. 22. Vorräte
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswerten bewertet. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis der Vorräte abzüglich aller geschätzten Aufwendungen dar, die für die Fertigstellung und Veräußerung notwendig sind. Bestandteile der Herstellungskosten sind neben den Einzelkosten auch die direkt zurechenbaren Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie die fertigungsbedingten Abschreibungen und sonstige produktionsbezogene Kosten. Vertriebskosten, Kosten der nicht herstellungsbezogenen allgemeinen Verwaltung sowie Fremdkapitalzinsen wurden nicht aktiviert. Rohstoffe und Handelswaren werden grundsätzlich zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Sofern die Nettoveräußerungswerte am Abschlussstichtag niedriger als die Buchwerte sind, werden diese angesetzt. Für Bestandsrisiken, die sich aus erhöhter Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden ausreichende Wertberichtigungen auf Vorräte vorgenommen. Die Vorräte enthalten keine qualifizierter Vermögenswerte im Sinne des IAS 23. Die Wertberichtigung auf Vorräte beträgt im Geschäftsjahr 2022 TEUR 3.963 (Vorjahr TEUR 4,220). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist erfolgswirksam in den Herstellungskosten des Umsatzes und den übrigen Funktionskosten enthalten. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Vorräte, die als Aufwand in den Herstellungskosten des Umsatzes und den übrigen Funktionskosten erfasst sind, betragen TEUR 302.467 (Vorjahr TEUR 262.669). Der Nettoveräußerungswert beträgt TEUR 78.586 (Vorjahr TEUR 70.329). 23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
SHW hat zur Verbesserung der Liquiditätsposition, analog Vorjahren, Factoringvereinbarungen (echtes Factoring) abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2022 betrug der Saldo der verkauften Forderungen TEUR 11.878 (Vorjahr TEUR 12.182). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 90 Tagen. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin. dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Das Wertminderungsmodell des SHW-Konzerns für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist in Anhangangabe (33) dargestellt. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die ertragswirksam in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind, haben sich wie folgt entwickelt:
24. Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen Schadenersatzforderungen aus Einmaleffekten in Höhe von TEUR 5.402 (Vorjahr TEUR 0) sowie Kautionen in Höhe von TEUR 326 (Vorjahr TEUR 285). Die kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte enthalten insbesondere Ansprüche aus Vorsteuern in Höhe von TEUR 7.684 (Vorjahr TEUR 4.917), Forderungen aus Strom- und Energiesteuererstattung in Höhe von TEUR 1.712 (Vorjahr TEUR 606), kurzfristige abgegrenzte Vertragskosten aus der Anbahnung von Verträgen in Höhe von TEUR 1.170 (Vorjahr TEUR 1.083), andere Anzahlungen und Rechnungsabgrenzungen in Höhe von TEUR 1.127 (Vorjahr TEUR 787), sowie geleistete Anzahlungen auf Vorräte in Höhe von TEUR 341 (Vorjahr TEUR 476). 25. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahhlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige Einlagen mir ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten. Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für kündbare Guthaben bis zu drei Monate verzinst. 26. Eigenkapital Die Veränderungen des Eigenkapitals werden in der "Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung" dargestellt. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage Das Gezeichnete Kapital der SHW AG ist in 6.436.209 (Vorjahr 6.436.209) auf den Namen lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital in Höhe von EUR 1,00 je Stückaktie eingeteilt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien, gemindert um die der Kapitalbeschaffung direkt zurechenbaren Transaktiorskosten. Gewinnrücklagen und Sonstige Rücklagen Die Gewinnrücklagen enthalten die vorgetragenen Konzernjahresergebnisse aus Vorjahren. Die Sonstigen Rücklagen beinhalten direkt im Eigenkapital erfasste Wertänderungen und setzen sich wie folgt zusammen: Im Geschäftsjahr 2022 verminderten sich die Sonstigen Rücklagen im Wesentlichen aufgrund von Änderungen der finanziellen Annahmen bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen um insgesamt TEUR 6.464. Diese sogenannten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sind abzüglich der hierauf entfallenden latenten Steuern gemäß IAS 19 im Sonstigen Ergebnis im Eigenkapital auszuweisen. Genehmigtes Kapital Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Juni 2020 wurde § 4 Abs. 4 der Satzung neu gefasst. Die Satzung ermächtigt damit den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 22. Juni 2025 einmalig oder mehrmals das Grundkapital der Gesellschaft um insgesamt bis zu EUR 3.218.104,00 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020). Der Vorstand ist ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Absatz 5 Satz 1 AktG gleichgestellten Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, in bestimmten Fällen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Bedingungen ganz oder teilweise auszuschließen sowie die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzulegen.
Bedingtes Kapital Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Juni 2020 wurde § 4 Abs. 5 der Satzung neu gefasst. Die Satzung ermächtigt den Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 22. Juni 2025 (einschließlich) einmalig oder mehrmals auf den Inhaber und/oder auf den Namen lautende Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 60.000.000,00 mir einer befristeten oder unbefristeten Laufzeit zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu Stück 3.000.000 neuen auf den Inhaber bzw., sofern im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien die bestehenden Aktien der Gesellschaft auf den Namen lauten, auf den Namen lautenden Aknen ohne Nennwert (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu EUR 3.000.000,00 nach näherer Maßgabe der Wandel- bzw. Optionsanleihebedingungen zu gewähren und/oder für die Gesellschaft entsprechende Wandlungsrechte vorzusehen (Bedingtes Kapital 2020). ErgebnisverwendungsvorschlagDer Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von EUR 2.552.645,68 auf neue Rechnung vorzutragen. Nach sorgfältiger Prüfung der ausschüttungsfähigen Rücklagen, der Kapiralgrundlage des Konzerns und der Ertragsschwankungen infolge des Krieges in der Ukraine, der gravierenden Entwicklungen auf den Energie-und Rohstoffmärkten, der anhaltenden Schwierigkeiten in den Lieferketten sowie massiven Teuerungswellen, verbunden mit einer hohen Inflationsrate und einem erhöhten Zinsniveau, beschloss der Aufsichtsrat, die Ausschüttung von Dividenden auf qualifizierende Stammaktien und nicht rückkaufpflichtige Vorzugsaktien des Geschäftsjahres 2021 weiterhin auszusetzen. Der Aufsichtsrat ist der Ansicht, dass diese Entscheidung angesichts der prognostizierten Entwicklung der Weltwirtschaft 2023, die sich seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine ergeben hat, angemessen ist. 27. Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer Die langfristigen Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer setzen sich wie folgt zusammen:
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Der SHW-Konzern hat in Deutschland zwei leistungsorientierte Pensionspläne (defined benefit plan), die im Wesentlichen einheitliche Bedingungen aufweisen. Sie werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("projected unit credit method") versicherungsmathematisch bewertet unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung von Gehältern und Renten sowie der am 4. Oktober 2018 veröffentlichten RICHTTAFELN 2018 G von Klaus Heubeck, die in Deutschland zur Bewertung betrieblicher Versorgungsverpflichtungen für Wirtschaftsjahre, die nach dem Zeitpunkt der Veröffentlichung enden, zu verwenden sind. Der Rechnungszins basiert auferstrangigen, festverzinslichen Unternehmensanleihen mit AA-Rating. Die betriebliche Altersversorgung beruht im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen ist in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen maßgeblich. Für Neueintritte ab 1. Januar 1999 kommt die bisherige Versorgungsordnung nicht mehr zur Anwendung. Im Gegensatz zur Altregelung müssen die Mitarbeiter die Hälfte der Beiträge selbst aufbringen. Die Finanzierung der Versorgungszusagen erfolgt durch Bildung von Pensionsrückstellungen, teilweise wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Soweit es sich hierbei um qualifizierende Versicherungsverträge handelt, die als Planvermögen zu berücksichtigen sind, wurde eine Saldierung mit den Pensionsrückstellungen wie nachfolgend dargestellt vorgenommen. Soweit es sich um keine qualifizierenden Versicherungsverträge handelt, wurden die entsprechenden Aktivwerte unter den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten gezeigt (vgl, Anhangangabe (21). Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen früheren versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, werden in der Periode ihrer Entstehung unter Berücksichtigung von latenten Steuern unmittelbar erfolgsneutral im Eigenkapital in den Sonstigen Rücklagen erfasst. Die in den Sonstigen Rücklagen erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sowie die darauf entfallenden latenten Steuern werden in den Folgeperioden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgelöst. Die in der jeweiligen Berichtsperiode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sowie die darauf entfallenden latenten Steuern werden gesondert in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Änderungen der Leistungshöhe mit Rückwirkung auf bereits er- diente Anwartschaften, die aus Plananpassungen resultieren, werden unmittelbar im Jahr der Plananpassungen im Betriebsergebnis verrechnet. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen werden unter den Finanzaufwendungen ausgewiesen. Die restlichen Bestandteile des Nettopensionsaufwandes werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den jeweiligen Funktionsbereichen ausgewiesen. Die Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen enthalten Rückstellungen für Pensionen in Höhe von TEUR 18.368 (Vorjahr TEUR 27.439), einschließlich Sterbegeld in Höhe von TEUR 138 (Vorjahr TEUR 163). Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen geht der SHW-Konzern über die Entrichtung von Beitragszahlungen sowie Rentenversicherungsbeiträgen und sozialen Abgaben an einen zweckgebundenen Fonds hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein. Die Beiträge werden als Aufwand in den entsprechenden Funktionsbereichen erfasst. Im Berichtsjahr wurden im Inland Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von rund 8,1 Mio. Euro (Vorjahr 7,7 Mio. Euro) gezahlt. Daneben wurden Beiträge in Höhe von rund 0,2 Mio. Euro (Vorjahr 0,2 Mio. Euro) für zweckgebundene Fonds gezahlt. Es sind folgende Annahmen zugrunde gelegt:
Für einen (Vorjahr einen) Versorgungsberechtigten wird ein Rententrend von 4,25% angenommen. Den Mitarbeitern wird eine feste Zahlung unabhängig von ihrer Gehaltshöhe zugesagt. Daher wird keine Änderung im Gehaltstrend angenommen. Gesetzlich notwendige Anpassungen werden über den Rententrend berücksichtigt. Der Anwartschaftsbarwert zeigt die nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsanspruche der Mitarbeiter. Darin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus den Unterschieden zwischen erwarteten und individuell eingetreten Risiken ergeben. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen berücksichtige gemäß IAS 19 auch die versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste. Diese werden im Sonstigen Ergebnis im Eigenkapital gezeigt. Die versicherungsmathematischen Gewinne (im Vorjahr Gewinne) aus der Änderung der finanziellen Annahmen sowie demographischer Faktoren und erfahrungsbedingter Anpassungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 8.901 (Vorjahr TEUR 1.135). Die in der Konzernbilanz angesetzten Pensionsrückstellungen stellen sich wie folgt dar:
Die Entwicklung der Pensionsrückstellung ist wie folgt:
Die Entwicklung der Defined Benefit Obligation (DBO) ist wie folgt:
Die Entwicklung des Planvermögens ist wie folgt:
Das Planvermögen setzt sich aus zwei (verpfändeten) Rückdeckungsversicherungen (Lebensversicherungen) zusammen. Das Planvermögen enthält keine eigenen Finanzinstrumente oder selbst genutzten Vermögenswerte, Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen werden 2023 nicht anfallen. Die Nettopensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Schulden aus den leistungsorientierten Plänen stellen sich wie folgt dar:
Die laufenden Dienstzeitaufwendungen sind in den Herstellungs-, Vertriebs-, Verwaltungs- sowie Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten. Zinsen werden im Zinsaufwand erfasst. Im Geschäftsjahr 2023 betragen die voraussichtlichen Rentenzahlungen TEUR 1.167. Auch für die folgenden Jahre wird mit Rentenzahlungen in dieser Höhe gerechnet. Die Pensionsplankosten für 2023 betragen TEUR 1.033. Die mir den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen verbundenen Risiken betreffen zum einen die versicherungsmathematischen Risiken wie Langlebigkeit sowie zum anderen auch finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken, durch welche der Rechnungszinsfuß beeinflusst werden kann. Ebenfalls bestehen Inflationsrisiken, die Auswirkungen auf den Rententrend haben können. Eine Absicherung dieser Risiken wird nicht angestrebt. Sensitivitätsanalyse Ein Anstieg bzw. Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen (per 31. Dezember 2022: Zinssatz 4,3 Prozent, Inflationsrate 2,0 Prozent) hätte auf den Barwert der Verpflichtungen (Defined Benefit Obligation (DBO)) folgende Auswirkungen:
Die gewichtete Duration der Pensionsrückstellungen beträgt 12,8 Jahre (Vorjahr 17,0 Jahre) zum 31. Dezember 2022. Rückstellungen für Dienstzeitjubiläen und Altersteilzeitverpflichtungen Die Bewertung sonstiger langfristiger Leistungen an Arbeitnehmer erfolgt ebenfalls unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens. Die Rückstellungen für Dienstzeitjubiläen und Altersteilzeitverpflichtungen haben sich im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr wie folgt entwickelt:
28. Sonstige Rückstellungen
Die Sonstigen Rückstellungen werden als bestmögliche Schätzung für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in der Höhe, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich ist, berücksichtigt. Der Ansatz erfolgt, sofern eine gesetzliche oder faktische Verpflichtung eines Ereignisses in der Vergangenheit einen zukünftigen Ressourcenabfluss wahrscheinlich macht und dieser Wert verlässlich geschätzt werden kann. Ist die Wirkung des Zinseffektes wesentlich, werden langfristige Rückstellungen zu einem Zinssatz vor .Steuern abgezinst. Bei kurzfristigen Rückstellungen wird eine Inanspruchnahme innerhalb des nächsten Geschäftsjahres erwartet. Die langfristigen sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 29 (Vorjahr TEUR 29) beinhalten die Verpflichtungen zur Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen. Gewährleistungen Eine Rückstellung für Gewährleistungsverpflichtungen wurde aus den Umsätzen der in den vergangenen drei Jahren verkauften Produkte gebildet. Die Bewertung wird auf Basis von Erfahrungswerten für Reparaturen und Reklamationen vorgenommen. Bei bereits bekannten Gewährleistungsfällen orientiert sich der Wert an dem voraussichtlichen Verhandlungsergebnis. Übrige geschäftsbezogene Verpflichtungen Die übrigen geschäftsbezogenen Verpflichtungen beinhalten im Wesentlichen kundenprojekt - sowie produktbezogene Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.080 (Vorjahr TEUR 906). 29. Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Mir Darum vom 4. August 2017 wurde unter der gemeinsamen Führung der Landesbank Baden-Württemberg und der UniCredit Bank AG ein Konsortialkreditvertrag abgeschlossen. Der Kreditvertrag hat ein Volumen über 80,0 Mio. Euro und eine Laufzeit von fünf Jahren mit Verlängerungsoption, die 2019 in Anspruch genommen wurde. Die Laufzeit endet zum 4. August 2024. Im Juni 2022 wurde mit der Änderungsvereinbarung Nr. 3 das Kreditvolumen um 20,0 Mio. EUR auf 100,0 Mio. EUR erhöht. Der Konsortialkreditvertrag ist nicht besichert. Die Verzinsung ist variabel und richtet sich nach dem EURIBOR zuzüglich einer Zinsmarge zwischen 0,7 Prozent und 2,75 Prozent pro Jahr, abhängig von den vereinbarten Covenants. Die Covenants sind (a) Nettoverschuldungsgrad (Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA) und (b) Eigenkapitalquote. Beide Covenants wurden zum 31. Dezember 2022 eingehalten. Der Konzern sichert das Zinsrisiko unter dem Konsortialkreditvertrag nicht bei Banken ab. Der Vorstand wird regelmäßig über Zinspositionen unterrichtet. Zum Jahresende wurde der Konsortialkredit in Höhe von TEUR 73.597 (Vorjahr TEUR 46.842) und für Avalkredite in Höhe von TEUR 2.050 (Vorjahr TEUR 2.253) in Anspruch genommen. Darüber hinaus hat der SHW-Konzern im Geschäftsjahr 2022 ein langfristiges Darlehen in Höhe von insgesamt TEUR 4.600 aufgenommen. Die Verzinsung des Darlehens liegt in der Bandbreite der Verzinsung des Konsortialkreditvertrags. Der kurzfristige Anteil der langfristigen Darlehen wurde planmäßig in Höhe von TEUR 8.496 getilgt. Auf Anhangangabe (30) wird ergänzend verwiesen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Einkaufsverpflichtungen für Materialbezüge sind durch branchenübliche Eigentumsvorbehalte besichert. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Leasing, die in Höhe von TEUR 11.599 (Vorjahr TEUR 10.419) langfristig sowie in Höhe von TEUR 2.839 (Vorjahr TEUR 2.916) kurzfristig sind; auf Anhangangabe (34) wird ergänzend verwiesen. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen daneben im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Factoring TEUR 8.122 (Vorjahr TEUR 6.438) sowie Verbindlichkeiten für Aufwendungen, deren zugrundeliegende Leistung bereits im Geschäftsjahr 2022 empfangen wurde, die Rechnung aber erst im Geschäftsjahr 2023 erfasst wurde. Sonstige Verbindlichkeiten Unter den sonstigen Verbindlichkeiten werden wie im Vorjahr insbesondere Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern ausgewiesen. Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern beinhalten Verbindlichkeiten für geleistete Überstunden und Arbeitszeirvortrag (TEUR 2.736, Vorjahr TEUR 2.461), Resturlaub (TEUR 1.231, Vorjahr TEUR 982), Boni/Tantiemen (TEUR 448, Vorjahr TEUR 692), und Abfindungen (TEUR 732, Vorjahr TEUR 393). Des Weiteren wurde im Rahmen der Inflationsausgleichsprämie eine Rückstellung in Höhe von TEUR 1.401 (Vorjahr: TEUR 0) gebildet. Ferner sind Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer (TEUR 1.102, Vorjahr TEUR 1.054) sowie Berufsgenossenschaft (TEUR 232, Vorjahr TEUR 52) unter den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Ebenfalls sind in den sonstigen Verbindlichkeiten Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.765 (Vorjahr TEUR 2,300) sowie Versicherungsentschädigungen in Höhe von TEUR 49 (Vorjahr TEUR 394) enthalten. Öffentliche Zuwendungen Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendungen erfolgen werden und der SHW-Konzern die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendungen erfüllt. Öffentliche Zuwendungen für Kosten werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Kosten, für deren Kompensation sie gewährt wurden, anfallen. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, gemäß IAS 20.29 ff. verrechnet. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden nicht von den betreffenden Vermögenswerten abgesetzt, sondern über entsprechende lang- bzw. kurzfristige sonstige Verbindlichkeitsposten gemäß der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Vermögenswerte abgegrenzt. 30. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen keine Eventualschulden in den Geschäftsjahren 2022 und 2021. Zum 31. Dezember 2022 bestehen vertragliche Verpflichtungen aus dem Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Höhe von TEUR 18.506 (Vorjahr TEUR 28.216). V. Angaben zur Kapitalflussrechnung In der Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme in die drei Bereiche betriebliche Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Zum Bilanzstichtag waren Investitionen in Vermögenswerte des Sachanlagevermögens in Höhe von TEUR 3.219 (Vorjahr TEUR 3.104) aktiviert, bei denen noch kein Mittelabfluss im Geschäftsjahr erfolgte. Dagegen erfolgte im Geschäftsjahr ein Mittelabfluss für Investitionen in Vermögenswerte des Sachanlagevermögens des Vorjahres in Höhe von TEUR 3.104 (Vorjahr TEUR 3.950). Weiterhin erfolgte kein Mittelabfluss aus der Aktivierung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens im Rahmen des Leasings nach IFRS 16 in Höhe von TEUR 4.367 (Vorjahr TEUR 2.057). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist auf die Anmietung eines Gebäudes für die neu gegründete Gesellschaft in Haimen, China, zurückzuführen. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in der Kapitalflussrechnung besteht aus den in der Konzernbilanz ausgewiesenen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Zum Bilanzstichtag bestanden kurzfristige (Geldmarkt-)Kredite in Höhe von TEUR 60.000 (Vorjahr TEUR 40.000). Bei diesen Darlehen in Höhe von TEUR 60.000 handelt es sich um Darlehen, deren Laufzeit jeweils zwölf Monate beträgt. Da innerhalb des Konsortialkreditvertrages eine Revolvierung über diesen Zeitraum hinaus einseitig in Anspruch genommen werden kann und die Absicht besteht, entsprechend zu verfahren, werden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hieraus als langfristig ausgewiesen. Des Weiteren wurden zu Cash-Managementzwecken eingesetzte Kontokorrentkredite in Höhe von TEUR 13.596 (Vorjahr TEUR 6.842) in Anspruch genommen. Die Kontokorrentkredite sind gemäß Konsortialkreditvertrag am Ende der Laufzeit dessen fällig und sind somit ebenfalls als langfristig einzustufen. Um eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr herzustellen, wurde der Vorjahresausweis entsprechend angepasst (vorgenommene Anpassung des Vorjahresausweises: Umgliederung von ursprünglich als kurzfristig ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 46.842). Die Überleitung der Bewegungen der Schulden aus der Finanzierungstätigkeit auf die Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten für das Geschäftsjahr und das Vorjahr sind nachfolgend dargestellt:
Die zu Cash-Managementzwecken eingesetzten Kontokorrentkredite sind mit ihren jeweiligen Jahresveränderungswerten dargestellt. Hinsichtlich der Zahlungsströme aus der Finanzierungstätigkeit mit Eigenkapitalgebern verweisen wir auf die separat dargestellte "Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung". VI. Finanzinstrumente und Kapitalmanagement 31. Grundlagen Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IFRS 9 werden in Abhängigkeit des Geschäftsmodells der Unternehmensgruppe bezüglich der Abwicklung dieser finanziellen Vermögenswerte eingeordnet. Entsprechend erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten ("Halten") oder zum Marktwert mir (a) Erfassung der Marktwertänderung im übrigen Gesamtergebnis ("Halten und Verkauf") bzw.(b) erfolgswirksamer Erfassung der Marktwertänderung ("Handel"). Der SHW-Konzern beabsichtigt, finanzielle Vermögenswerte bis zur Fälligkeit zu halten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz gesondert, d.h. getrennt von nichtfinanziellen Vermögenswerten und nichtfinanziellen Verbindlichkeiten, ausgewiesen. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald der SHW-Konzern Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen im Rahmen eines Vertrags, dessen Bedingungen die Lieferung des Vermögenswertes innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der üblicherweise durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang der Erfüllungstag relevant, d. h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch den SHW-Konzern geliefert wird. Finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die diesen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten zugrunde liegenden Ansprüche bzw. Verpflichtungen erfüllt, gekündigt, übertragen oder erloschen sind. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von Kunden geschuldete Beträge für im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkaufte Güter bzw. erbrachte Dienstleistungen. Sie sind im Allgemeinen innerhalb einer Laufzeit von 30 bis 90 Tagen zu begleichen und werden daher als kurzfristig eingestuft. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind beim erstmaligen Ansatz zum Betrag der unbedingten Gegenleistung zu erfassen, sie enthalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten. Der SHW-Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Einzelheiten zu den Wertminderungsmethoden des SHW-Konzerns und der Berechnung der Wertberichtigung sind in den Anhangangaben (33) und (23) dargestellt. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete sonstige finanzielle Vermögenswerte Der SHW-Konzern bewertet seine sonstigen finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, wenn beide folgende Bedingungen erfüllt sind:
Verzinsliche Darlehen/Kreditaufnahmen Verzinsliche Darlehen werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. Nach der erstmaligen Erfassung werden diese unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgeben. werden sowie im Rahmen von Amortisationen. Bei den Kreditaufnahmen unterscheiden sich die Zeitwerte nicht wesentlich von den Buchwerten, da die Zinszahlungen auf diese Kreditaufnahmen entweder nahezu den aktuellen Marktsätzen entsprechen oder die Kreditaufnahmen kurzfristig sind. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte Ein derivatives Finanzinstrument ist ein Finanzinstrument, dessen Wert sich in Abhängigkeit von einer Bezugsgröße ändert, welches in der Regel keine oder nur geringe Anschaffungskosten erfordert und das zu einem späteren Zeitpunkt beglichen wird. Derzeit bestehen im SHW-Konzern derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps, welche zum beizulegenden Zeitwert bewertet und zur Absicherung von Zahlungsströmen designiert sind (Cashflow-Hedge). 32. Einstufung und beizulegende Zeitwerte Folgende Klassen von Finanzinstrumenten werden unterschieden:
* Der beizulegende Zeitwert entspricht
näherungsweise dem Buchwert
Es ist nicht geplant, von den zum 31. Dezember 2022 angewiesenen langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern oder auszubuchen.
*) Der beizulegende Zeitwert entspricht
näherungsweise dem Buchwert
AC: Amortized cost
Die folgende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten (undiskontiert) per 31. Dezember 2022 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen:
Per 31. Dezember 2021 stellte sich die Situation wie folgt dar:
33. Kapitalmanagement Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements ist es sicherzustellen, dass der Konzern zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit ein gutes Bonitätsrating sowie eine ausreichende Eigenkapitalquote aufrechterhält. Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und passt sie den jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnissen an. Eine extern festgelegte Zielgröße der Nettofinanzverbindlichkeiten besteht nicht. Der Konzern überwacht seine Kapitalstruktur anhand der Nettofinanzverbindlichkeiten und den gemäß den Covenant-Regelungen einzuhaltenden Ranos. Hierzu wird ein monatliches Reporting erstellt und in den Vorstandssitzungen diskutiert. Das Kapital wird durch gezielte Gewinnthesaurierung, die durch Beschluss der Hauptversammlung festgelegt wird, gesteuert. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der Nettofinanzverbindlichkeiten zum jeweiligen Bilanzstichtag.
Kreditrisiko Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wiesen zum jeweiligen Bilanzstichtag die folgende Altersstruktur sowie die nach dem vereinfachten Ansatz des IFRS 9 gebildeten Wertberichtigungen auf:
Kreditrisiken resultieren aus der Möglichkeit eines vollständigen oder teilweisen Ausfalls eines Kontrahenten und im Rahmen von Geldanlagen. Der SHW-Konzern liefert hauptsächlich an namhafte Automobilhersteller und Automobilzulieferer. Aufgrund der Kundenstruktur bestehen keine signifikanten Ausfallrisiken hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Größere Forderungsausfälle waren in den letzten Jahren nicht zu verzeichnen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des SHW-Konzerns enthalten keine wesentliche Finanzierungskomponente, da sie innerhalb des kundenindividuellen Zahlungszeitraums (i.d.R. zwischen 30 bis 90 Tage) fällig sind. Daher wendet der SHW-Konzern den vereinfachten Ansatz des IFRS 9 an. Die Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle basiert auf den beobachteten historischen Ausfallquoten und wird um zukunftsbezogene Schätzungen angepasst. Zu jedem Abschlussstichtag werden die beobachteten historischen Ausfallquoten aktualisiert und Änderungen der zukunftsbezogenen Schätzungen analysiert. Wesentlicher Beurteilungsmaßstab sind bestimmte Überfälligkeiten bei Forderungen sowie qualitative Kriterien zur Beurteilung der Bonität der Schuldner. Ferner werden objektive Anhaltspunkte für Wertminderungen (z.B. die Insolvenz eines Kunden) berücksichtigt. Die nach konzerneinheitlichen Regeln gebildeten Wertberichtigungen decken alle erkennbaren Bonitätsrisiken ab. Bei Forderungen sowie bei sonstigen finanziellen Vermögenswerten besteht ein maximales Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten in Höhe des jeweiligen Buchwertes von TEUR 47.699 (Vorjahr TEUR 33.416). Die Zusammensetzung und Entwicklung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte ist in den Anhangangaben (21) und (24) dargesellt. Liquiditätsrisiko Liquiditätsrisiko ist das Risiko, gegenwärtigen oder künftigen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur zu ungünstigen Bedingungen nachkommen zu können. Der Konzern überwacht das Liquiditätsrisiko nur Hilfe von wöchentlichen Finanzplänen, die die Ein- und Auszahlungen für die nächsten Wochen und Monate planen. Der Konzern hat das Ziel, jederzeit seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können und sucht den optimalen Ausgleich zwischen kurzfristigen Geldanlagen und Kreditaufnahmen. Darunter wird verstanden, dass eine Mindestliquidität angestrebt wird, die sich aus den monatlichen Finanzplänen ergibt, wobei eine möglichst kostengünstige und ausreichende Deckung des Liquiditätsbedarfs für das laufende Geschäft und geplante Investitionen sichergestellt werden soll. Ein weiteres Ziel besteht darin, das Working Capital möglichst gering zu halten. Für die Kreditaufnahme steht dem Konzern eine Konsortialkreditlinie in Höhe von 100,0 Mio. Euro zur Verfügung, die zum Bilanzstichtag in Höhe von 75,7 Mio. Euro (davon 2,1 Mio. Euro Avale) in Anspruch genommen wurde. Hinsichtlich der Fälligkeit der Verbindlichkeiten verweisen wir auf unsere Erläuterungen unter Anhangangabe (29) "Verbindlichkeiten". Zins- und Wechselkursrisiko Der Konzern sieht sich im Wesentlichen Wechselkurs- und Zinspreisrisiken ausgesetzt. Risiken aus Wechselkursänderungen resultieren aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten in Regionen mit Fremdwährungen. Zinsrisiken entstehen aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten, die sich bei Zinsänderungen auf die Zinskosten des Konzerns auswirken. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen zu begrenzen. Zinsrisiken bestanden im Konzern hauptsächlich aufgrund des Kreditvertrages aus 2017. Der Konzern hat entschieden, diese Zinsrisiken nicht abzusichern. Die Zinsrisiken sind für den Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht wesentlich. Zur Absicherung von variablen Zinsen wurde ein entsprechender Zinsswap abgeschlossen. Das Zinssatzprofil der verzinslichen Finanzinstrumente stellt sich wie folgt dar:
Wechselkursrisiken bestehen im Hinblick auf die ausländischen Tochtergesellschaften und waren für den Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr saldiert betrachtet nicht wesentlich. Gegebene Sicherheiten Für Darlehen der operativ tätigen Tochtergesellschaften bestehen Sicherheiten im Rahmen von betragsmäßig beschränkten Bürgschaften und gesamtschuldnerischer Haftung in Höhe von TEUR 27.233 sowie Sicherungsübereignungen von Maschinen. Wir verweisen auf Anhangangabe (29). VII. Leasingverhältnisse 34. Leasingverhältnisse Die Erleichterungsvorschrift zur Beurteilung von Leasingverhältnissen bei der Umstellung auf IFRS 16 wurde angewandt. IFRS 16 wird folglich nur auf Verträge angewandt, welche zuvor als Leasingverhältnisse qualifiziert wurden. Im Falle von Verträgen, welche nach IAS 17 und IFRIC 4 nicht als Leasingverhältnisse identifiziert wurden, fand keine erneute Überprüfung statt. IFRS 16 wurde nur auf die Verträge angewandt, die am oder nach dem 1. Januar 2019 abgeschlossen oder geändert wurden. Die Definition eines Leasingverhältnisses betrifft im Wesentlichen das Konzept der Beherrschung. IFRS 16 bestimmt, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis enthält, auf der Grundlage, ob dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Beherrschung eines identifizierten Vermögenswerts für einen festgelegten Zeitraum eingeräumt wird und der Leasinggeber im Gegenzug eine Gegenleistung vom Leasingnehmer erhält. Der SHW-Konzern erfasst im Grundsatz für zuvor als Operate-Leasingverhältnisse nicht in der Bilanz erfasste Leasingverhältnisse ein Nutzungsrecht und die korrespondierende Leasingverbindlichkeit. Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts beinhalten den Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen, die Leasingzahlungen, die bei oder vor der Bereitstellung getätigt wurden, sowie die anfänglichen direkten Kosten und die geschätzten Kosten für die Demontage, Beseitigung und Wiederherstellung des Leasinggegenstands. Sämtliche erhaltene Leasinganreize werden abgezogen. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts bei der erstmaligen Anwendung bleiben die anfänglichen direkten Kosten unberücksichtigt. SHW nimmt das Wahlrecht, auf eine Trennung von Nichtleasing- und Leasingkomponenten zu verzichten, in Anspruch. In die Bewertung der Leasingverbindlichkeit werden folgende Bestandteile einbezogen:
Das durch IFRS 16 ermöglichte Wahlrecht, kurzfristige Leasingverhältnisse (Laufzeit bis zu zwölf Monaten) und geringwertige Vermögenswerte nicht als Nutzungsrecht und Leasingverbindlichkeit zu erfassen, wird vom SHW-Konzern ausgeübt. Diese Leasingzahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses oder auf einer anderen systematischen Basis als Aufwand erfasst. Leasingverhältnisse, die spätestens am 31. Dezember 2022 enden, werden unabhängig von der ursprünglichen Vertragslaufzeit als kurzfristige Leasingverhältnisse bilanziert. Die Folgebewertung wird durch lineare Abschreibung des Nutzungsrechts über die erwarte Laufzeit des Leasingvertrages vorgenommen. Geht das Eigentum an dem zugrundeliegenden Vermögenswert zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den SHW-Konzern über oder ist in den Kosten des Nutzungsrechts berücksichtigt, dass der SHW-Konzern eine Kaufoption wahrnehmen wird, so wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Eine Prüfung hinsichtlich Wertminderungen im Übergangszeitpunkt erfolgte nicht. Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins)Satzänderung verändern, wenn der SHW-Konzern seine Schätzung zu voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie anpasst, wenn der SHW-Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert. Die Abschreibung des Nutzungsrechts ist gemäß IFRS 16 den Funktionskosten zugeordnet. Die Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt in den Zinsaufwendungen. Der SHW-Konzern least eine Vielzahl unterschiedlicher Vermögenswerte. Hierunter fallen insbesondere Hallen, Maschinen, Kfz sowie Büro-Hardware. 31. DEZEMBER 2022
31. DEZEMBER 2021
Informationen über Leasingverhältnisse, bei welchen der SHW-Konzern Leasingnehmer ist, werden nachfolgend dargestellt. NUTZUNGSRECHTE
NUTZUNGSRECHTE
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen umfassen TEUR 2.735. Verträge aus Leasinggebersicht sind für den SHW-Konzern im Berichtszeitraum nicht relevant. IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG ERFASSTE BETRÄGE
IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG ERFASSTE BETRÄGE
VIII. Erläuterungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen sowie zu den Organen 35. Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Die Pankl AG, Kapfenberg, Österreich - eine Tochtergesellschaft der Pierer Industrie AG, Wels, Österreich - hat mit Stimmrechtsmitteilung vom 26. Juli 2019 gemäß 20 Abs. 1 und Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihr unmittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien und zugleich eine Mehrheitsbeteiligung an der SHW AG gehört und damit die Stimmrechtsmehrheit in der Hauptversammlung. Die Pierer Industrie AG, Wels, Österreich, ist eine Tochtergesellschaft der Pierer Konzerngesellschaft mbH, Wels, Österreich. "Ultimate controlling party" ist Herr Stefan Pierer, Wels, Österreich. Die SHW AG wird in den Konzernabschluss der Pierer Industrie AG, Wels, Österreich, und in den Konzernabschluss der Pierer Konzerngesellschaft mbH, Wels, Österreich, einbezogen. Das oberste Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss aufstellt, ist die Pierer Konzerngesellschaft mbH. Dieser Konzernabschluss wird beim Landes- und Handelsgericht Wels, Österreich unter der Nummer FN 134766 k hinterlegt. Die SHW AG stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf. In den Konzernabschluss der SHW AG, Aalen, sind alle Tochterunternehmen der SHW AG einbezogen. GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN
36. Organe der SHW AG Vorstand Wolfgang Plasser, Kaltenleutgeben, Österreich
Weitere wesentliche Mandate:
Thomas Karazmann, Wien, Österreich
Weitere wesentliche Mandate: Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Pankl Immobilienverwaltungs GmbH, Kapfenberg, Österreich Aufsichtsrat Klaus Rinnerberger, Gießhübl, Österreich, Vorsitzender
Weitere wesentliche Mandate:
Alfred Hörtenhuber, Wels, Österreich, stellvertretender Vorsitzender
Stefan Pierer, Wels, Österreich
Weitere wesentliche Mandate:
Josef Blazicek,Perchtoldsdorf, Österreich
Friedrich Roithner, Linz, Österreich
Weitere wesentliche Mandate:
Michaela Friepeß, Wels, Österreich
Weitere wesentliche Mandate:
Isni Aliji, Tuttlingen
Karl Holzner, Aalen
Weitere wesentliche Mandate:
Eugen Maucher, Ingoldingen-Winterstettendorf
Weitere wesentliche Mandate:
37. Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats
Die Erhöhung der kurzfristig fälligen Leistungen resultiert vor allem aus den im Jahr 2021 aufgelösten Rückstellungen für Tantiemen des Vorjahres. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern des Vorstands sind insgesamt TEUR 149 (Vorjahr TEUR 229) zurückgestellt. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats betrug im Geschäftsjahr TEUR 210 (ohne Auslagenerstattung, Vorjahr TEUR 210), Auszahlungen an ehemalige Mitglieder des Aufsichtsrats sind nicht erfolgt. IX. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht) Nach dem Abschlussstichtag haben sich keine wesentlichen Ereignisse von besonderer Bedeutung ergeben, auf die an dieser Stelle einzugehen wäre. X. Aufstellung des Anteilsbesitzes gem. §313 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2022
Aalen, 22. März 2023 Wolfgang Plasser, Vorsitzender des Vorstands Thomas Karazmann, Finanzvorstand KONZERNLAGEBERICHTDER SHW AGGrundlagen SHW Konzern Geschäftsmodell des Konzerns Absatzmärkte Externe Einflussfaktoren Steuerungsgrößen Mitarbeiter Forschung und Entwicklung Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Branchenspezifische Rahmenbedingungen Zielerreichung 2022 Geschäftsverlauf Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Risikobericht Grundlagen des Risikomanagements Strategische Risiken Operative Risiken Rechtliche und Compliance-Risiken Finanzwirtschaftliche Risiken Beurteilung der Gesamtrisikolage Chancenbericht Grundlagen des Chancenmanagements Konzernweite Chancen Chancen in den Geschäftsbereichen Prognosebericht Ausblick Gesamtwirtschaft und Branche Ausblick Konzern GRUNDLAGEN SHW KONZERN Geschäftsmodell des Konzerns Ein auf CO 2 -Reduktion fokussierter Konzern Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des SHW-Konzerns liegt in der Entwicklung und Herstellung von Produkten, die zur Reduktion des Kraftstoffverbrauchs und folglich der CO 2 -Emissionen im Automobilbereich beitragen. Der Großteil des Umsatzes 1 entfällt auf das Geschäft mit namhaften Automobil-, Nutzfahrzeug- sowie Land- und Baumaschinenherstellern und anderen Zulieferern der Fahrzeugindustrie. Der Konzern verfügt derzeit über neun Standorte in fünf Ländern. Organisatorische Struktur des Konzerns Das operative Geschäft ist in zwei Geschäftsbereiche unterteilt:
Die SHW AG erfüllt als Management-Holding konzernübergreifende Aufgaben. Dazu zählen die Bereiche Finanz- und Rechnungswesen, Steuern, Controlling, Recht, Personal sowie Investor Relations. Der Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten Der Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten stellt den größten Geschäftsbereich des SHW-Konzerns dar und verfügt über Produktions- und Entwicklungsstandorte in den strategisch relevanten Automobilmärkten Europa, China, Nordamerika sowie Südamerika. Der Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten ist in drei Geschäftsfelder unterteilt. Das Geschäftsfeld Personenkraftwagen fokussiert sich auf die Produktion von variablen Motorölpumpen, Getriebeölpumpen, Öl-/Vakuumpumpen mit/ohne Ausgleichswelle, E-Pumpen für die Kühlung und Schmierung sowie Thermomanagement Systeme. Das zweite Geschäftsfeld Truck & Off-Highway produziert am Standort Bad Schussenried Motoröl-, Getriebeöl- sowie Kraftstoffpumpen für Lkw, Land- und Baumaschinen, Stationärmotoren und Windkraftanlagen.
1 Die Begriffe "Umsatz" und "Umsatzerlöse"
werden synonym verwendet.
Das dritte Geschäftsfeld, die Pulvermetallurgie, am Standort Aalen-Wasseralfingen produziert gesinterte Motor- und Getriebekomponenten. Die Produktpalette umfasst insbesondere Stellringe und Rotoren für variable verbrauchsoptimierte Schmierölpumpen, Nockenwellenverstellerteile aus Stahl- und Aluminiumpulver sowie Spielausgleichszahnradsysteme. Die Pulvermetallurgie beliefert sowohl externe Kunden als auch den Standort Bad Schussenried. Der Geschäftsbereich Bremsscheiben Im Geschäftsbereich Bremsscheiben werden einteilige belüftete Bremsscheiben aus Gusseisen sowie Leichtbaubremsscheiben,sogenannte Verbundbremsscheiben, aus der Kombination eines Eisenreibrings mit einem Aluminiumtopf entwickelt und produziert. Die eigene Gießerei befindet sich in Tuttlingen-Ludwigstal; die Bearbeitung der Bremsscheiben findet im benachbarten Neuhausen ob Eck statt. Die SHW Brake Systems (Nantong Haimen) Co. Ltd. (China) wurde im Jahr 2022 gegründet. In Haimen ist geplant, die Bearbeitung der Bremsscheiben für den asiatischen Markt umzusetzen. Die neu gegründete Gesellschaft ist derzeit noch nicht operativ tätig. Die rechtliche Unternehmensstruktur Die SHW AG ist die Mutter- und Holdinggesellschaft des SHW-Konzerns und hält sämtliche Geschäftsanteile an der SHW Automotive GmbH mit Sitz in Aalen und den Zweigniederlassungen Aalen-Wasseralfingen sowie Wilhelmshütte (Bad Schussenried). Die SHW Brake Systems GmbH in Tuttlingen (Ludwigstal) ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der SHW Automotive GmbH mit den darunter angesiedelten Einheiten SHW Gießerei GmbH & Co. KG, SHW Bremsen Beteiligungs GmbH und SHW Brake Systems (Nantong Haimen) Co. Ltd.; im Folgenden "Haimen" genannt. Der Anteilsbesitz ist in der nachstehenden Grafik dargestellt. Die operative Geschäftstätigkeit wird durch die SHW Automotive GmbH und ihre Tochtergesellschaften sowie die SHW do Brasil Ltda. ausgeübt. BETEILIGUNGSÜBERSICHT
Absatzmärkte Wesentlich für die Geschäftsentwicklung der SHW AG ist die Produktion von sogenannten Light Vehicles (Fahrzeuge kleiner sechs Tonnen) sowie die damit verbundene Produktion von Motoren und Getrieben in Europa, China, Nord- und Südamerika. Weitere Informationen finden sich im Wirtschafsbericht unter Branchenspezifische Rahmenbedingungen. Externe Einflussfaktoren In der Europäischen Union gehört derzeit der Klimaschutz zu einem der wichtigsten politischen Schwerpunkte mit dem Ziel, die negativen Auswirkungen des Klimawandels einzugrenzen. Ende 2018 hat die Europäische Kommission die Vision "Ein sauberer Planet für alle" zur Treibhausgasneutralität bis 2050 festgelegt. In allen wichtigen Automobilmärkten gelten verbindliche CO 2 -Ziele für Personenkraftwagen, die in den kommenden Jahren deutliche Reduktionsmaßnahmen auf der Hersteller- und Zuliefererseite erforderlich machen.
Steuerungsgrößen Der Vorstand der SHW AG nutzt verschiedene Instrumente, um die aktuelle Geschäftsentwicklung zu bewerten und daraus zukünftige Strategie- und Investitionsentscheidungen abzuleiten. Ziel ist die optimale Ausschöpfung wirtschaftlicher und unternehmerischer Erfolgspotenziale. Das unternehmerische Handeln des SHW-Konzerns ist auf nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und kapitaleffizientes Wachstum ausgerichtet. Bei den bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die für die interne Steuerung der SHW-Gruppe herangezogen werden, handelt es sich, neben dem Umsatz, um das EBITDA (definiert als Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (inklusive Wertminderungen) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) und die EBITDA-Marge (EBITDA im Verhältnis zum Umsatz). Sie misst die Qualität der Umsatzentwicklung und zeigt, wie effizient das operative Geschäft gesteuert wird. Als Ausgangswert für die Berechnung des E-BITDA wird das in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ausgewiesene Betriebsergebnis (EBIT) verwendet. Ferner ist die Kennzahl ROCE (Return on Capital Employed) in der internen Steuerung verankert. Dementsprechend überwacht und steuert die SHW-Gruppe die Haupteinflussfaktoren auf den ROCE (definiert als EBIT im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed) kontinuierlich. Neben Ertragskennzahler sind liquiditätsbezogene Kennzahlen von großer Bedeutung. Zum Steuerungssystem von SHW gehören ferner auch Kennzahlen des Finanzmanagements. Für die Unternehmensgruppe ist insbesondere die Ner Working Capital Ratio relevant. Neben den finanziellen Zielen werden für den SHW-Konzern eine Reihe von nichtfinanziellen Zielen berücksichtigt. Für den nachhaltigen Erfolg der Unternehmensgruppe spielt die Kundenzufriedenheit eine zentrale Rolle. Die Mitarbeiter von SHW betreuen die Kunden dabei in bestmöglicher Weise und bieten maßgeschneiderte Lösungen an. Ziel ist es, die hohe Kundenzufriedenheit zu halten und weiter zu verbessern. Voraussetzung für eine hohe Kundenzufriedenheit ist eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte und logistische Termintreue, Unser Qualitätsmanagement trägt Sorge dafür, dass unsere Pumpen und Motorkomponenten bzw. Bremsscheiben fehlerfrei an den Kunden ausgeliefert werden. SHW verfolge das Ziel, ein hohes Qualitätsniveau zu halten und noch weiter zu verbessern, Wir wollen der Global Supplier of Choice für heutige und potenzielle neue Kunden sein. Mitarbeiter Mitarbeiterzahl auf Vorjahresniveau Die übergeordneten Unternehmensziele sind die Grundlage der Personalstrategie. Die daraus abgeleiteten HR-Prozesse stellen die Mitarbeiter in den Fokus. Entsprechend bieten wir interessante und zukunftsfähige Arbeitsplätze, die den Mitarbeitern eine sichere Perspektive und Möglichkeit bieten, die Zukunft des Unternehmens mitzugestalten. Mit der richtigen Personalplanung stellen wir frühzeitig die Weichen, die Personal- und Kompetenzstrukturen vorausschauend anzupassen. Die Beschäftigtenzahl in der SHW-Gruppe blieb im Jahresdurchschnitt mit insgesamt 1.667 Mitarbeitern auf Vorjahresniveau (Vorjahr 1.685). Nachwuchssicherung SHW bietet jungen Talenten die Möglichkeit, das Unternehmen im Rahmen von Betriebspraktika und Werkstudentätigkeiten kennenzulernen. Daneben ermöglicht und unterstützt der SHW-Konzern bei Bachelorarbeiten und Masterthesis. Damit öffner SHW die Türen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Schulabgängern steht eine große Auswahl an gewerblichen, technischen und kaufmännischen Ausbildungsangeboten zur Verfügung. Im Jahresdurchschnitt absolvierten 48 Auszubildende ihre Berufsausbildung im Hause SHW. Personal- und Organisationsentwicklung setzt weiter auf Führungskräfteentwicklung und ergreift aktiv die Chancen der Digitalisierung Im Jahr 2022 wurden die standortübergreifenden Führungskräfteentwicklungsprogramme für alle SHW-Führungsebenen weiterentwickelt und fortgesetzt. So konnte bereits die dritte Runde des SHW-Nachwuchsführungskräfte- und Potenzialentwicklungsprogramm erfolgreich abgeschlossen werden. Insgesamt wurden bereits über 40 Talente in diesem Entwicklungsprogramm qualifiziert und fit gemacht für künftige berufliche Herausforderungen. Zahlreiche ehemalige Teilnehmer haben zwischenzeitlich eine neue verantwortungsvolle Funktion bei SHW übernommen. Auch die Digitalisierung der HR-Prozesse schreitet weiter voran. Allen Führungskräften und Mitarbeitern steht ab sofort für die Schulungsorganisation und -dokumentation ein digitaler SHW-Weiterbildungskatalog zur Verfügung, der eine große Auswahl an Schulungen zu den verschiedensten Themenbereichen bietet. Mitarbeiterbindung Als wichtigen Indikator für die Mitarbeiterzufriedenheit sieht SHW die Treue zum Unternehmen. Eine Vielzahl von Jubilaren jedes Jahr an den verschiedenen Standorten ist der Beleg dafür. Die SHW-Gruppe motiviert ihre Mitarbeiter mit interessanten benefits. Ab 2022 neu im Angebot ist das Corporate-Benefit-Programm. Die Plattform ermöglicht den Beschäftigten einen rabattierten Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Zudem ist eine besondere Erfolgsgeschichte das Dienstradmodell. Zahlreiche Beschäftigte nutzen die Möglichkeit, ein E-Bike über SHW zu leasen. Forschung und Entwicklung Elektrisch angetriebene Pumpen für Motor- und Getriebeanwendungen sowie für elektrische Achsen In der Antriebsstrangentwicklung für Automobile und Nutzfahrzeuge haben sich in letzter Zeit zwei Trends abgebildet: Zum einen die Neuentwicklung von rein elektrischen Antriebsachsen für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und brennstoffzellenelektrische Fahrzeuge (FCEV). Zum anderen die Optimierung bestehender verbrennungsmotorischer Antriebsstränge, im Wesentlichen für den Einsatz in Plugin hybriden Fahrzeugen, hinsichtlich der verschärften Vorgaben durch Emissionsrichtlinien. Neben der Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios, das Ölpumpen, Unterdruckpumpen und Kraftstoffpumpen für Verbrennungsmotoren und Automatikgetriebe und Hybridgetriebe umfasst, fokussiert die SHW ihre Aktivitäten auf die Entwicklung von elektrisch angetriebenen Öl- und Wasserpumpen, sowie kompletten Thermomanagementmodulen, die in elektrischen und hybriden Antriebssträngen zum Einsatz kommen. Die Leistungsaufnahme der elektrischen Pumpen ist dabei - unabhängig von der Motordrehzahl, der Fahrzeuggeschwindigkeit oder dem Betriebszustand - bedarfsgerecht regelbar, was einen zusätzlichen Baustein bei der Optimierung des Gesamtwirkungsgrades des Antriebsstrangs darstellt. Thermomanagementmodule umfassen neben einer elektrischen Öl- oder Wasserpumpe teilweise auch Filterelemente, Wärmetauscher sowie Sensorik und übernehmen die Kühlungs- und Schmierfunktion von elektrischen Achsen und Batteriesystemen. Innovation Leichtbau- und Low-Emission-Bremsscheiben Der Geschäftsbereich Bremsscheiben forscht seit Jahren zum Thema Leichtbau. So stellte SHW bereits 1994 die erste Bremsscheibe in Verbundbauweise her, seinerzeit für den BMW M5. Die Idee hierbei ist, den eigentlichen Bremsreibring vom sogenannten Topf zu trennen und diesen Topf aus Aluminium herzustellen. Durch den Einsatz von Aluminium kann eine Gewichtsreduktion von insgesamt bis zu acht kg je Fahrzeug erreicht werden. Dies bedeutet eine Reduktion der ungefederten und rotierenden Massen, was die Fahrdynamik des Fahrzeugs positiv beeinflusst und zudem den Kraftstoffverbrauch und die CO 2 -Emissionen reduziert und bei Elektrofahrzeugen die Reichweite verbessert. Der Fokus der Entwicklungsaktivitäten liegt auf der Entwicklung kostengünstigerer Leichtbau-Bremsscheiben-Konzepte, um hierdurch dem Kostendruck von Seiten des Marktes zu begegnen. Die Erfüllung zu erwartender gesetzlicher Anforderungen hinsichtlich Bremsen-Feinstaub-Emissionen stellt seit einigen Jahren den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt im Geschäftsbereich Bremsscheiben dar. Durch die Aufbringung von Hartstoff-Beschichtungen auf die Reibflächen von Bremsscheiben können Emissionen zukünftig signifikant reduziert werden. Darüber hinaus erforscht und entwickelt SHW im Rahmen diverser Vorentwicklungs- und Grundlagenprojekte technische Lösungen im Hinblick der aus Trends, wie beispielsweise der Elektrifizierung, erwachsenden Anforderungen an zukünftige Bremsscheiben. Geistiges Eigentum langfristig abgesichert Der SHW-Konzern schützt sein geistiges Eigentum bezüglich Pumpenkomponenten, Bremsscheiben, Legierungen und Sintermetallteilen durch zahlreiche gewerbliche -Schutzrechte wie Patente, Gebrauchsmuster und Marken bzw. über die Anmeldungen solcher Schutzrechte. Diese sind vorrangig in Europa, Nordamerika und Asien registriert. Vereinzelt werden Schutzrechte bzw. Schutzrechtsanmeldungen gemeinsam mit Kunden gehalten, können jedoch beiderseits uneingeschränkt genutzt werden. WIRTSCHAFTSBERICHT Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft auf einen Blick Die globalen Wachstumsaussichten haben sich zum Ende des Jahres 2022 weiter eingetrübt. Die Risiken haben zugenommen, sogleich sich die Beeinträchtigungen der Weltwirtschaft durch die COVID-19-Pandemie großteils beruhigt haben. Dies beruht unter anderem auf einer hohen Impfquote sowie einer niedrigen Inzidenz. Dafür haben getrübte Wachstumsperspektiven und verstärkte Risiken die weltwirtschaftliche Entwicklung geprägt. Neue Unsicherheitsfaktoren wie unter anderem die Ukrainekrise, gravierende Entwicklungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten, anhaltende Schwierigkeiten in den Lieferketten sowie eine zweistellige Inflationsrate, eine massive Teuerungswelle und steigende Leitzinsen haben globale Aussichten auf ein Wirtschaftswachstum getrübt. Die außertourlichen Beeinträchtigungen und Unsicherheiten setzten sich somit auch im Jahr 2022 fort, im Jahresverlauf konnte dennoch ein globales Wachstum in Höhe von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden. Trotz hoher Inflation und steigender Zinsen konnte die Wirtschaft 2022 in den Vereinigten Staaten von Amerika ein leichtes Wachstum von 2,0 Prozent verzeichnen. In den ersten beiden Quartalen 2022 schrumpfte die US-Wirtschaft leicht, bevor sie in der zweiten Jahreshälfte wieder wuchs. Allerdings verlangsamte sich das Wachstum zuletzt: Stieg das BIP im dritten Quartal 2022 um 3,2 Prozent (auf das gesamte Jahr hochgerechnet), war es im vierten Quartal noch eine Zunahme von annualisiert 2,9 Prozent. Im Euroraum konnte ebenfalls ein Wachstum von 3,4 Prozent erreicht werden. Nach einer starken ersten Jahreshälfte 2022 ist die EU-Wirtschaft in eine viel schwierigere Phase eingetreten. Die durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ausgelösten Schockwellen wirken weltweit nachfragedämpfend und inflationstreibend. Die EU gehört aufgrund ihrer geografischen Nähe zum Kriegsgebiet und ihrer großen Abhängigkeit von Gasimporten aus Russland zu den am stärksten gefährdeten fortgeschrittenen Volkswirtschaften. In Deutschland ist das BIP im Jahr 2022 um 1,9 Prozent gewachsen. Nach der Corona-Krise und dem wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erhoffte sich die deutsche Wirtschaft eine Regeneration in den Folgejahren. Durch den Krieg in der Ukraine, die steigenden Energiepreise und die Rekordinflation fiel die ökonomische Regeneration im Jahr 2022 jedoch geringer aus. China har im Jahr 2022 mit einem BIP-Wachstum von 3,0 Prozent ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Erneute Corona-Ausbrüche und sehr restriktive Maßnahmen zu deren Eindämmung sowie die sich verschärfende Krise auf dem Immobilienmarkt haben die Wirtschaftstätigkeit stark reduziert. Damit wurde das Ziel für 2022 von 5,5 Prozent BIP-Wachstum deutlich verfehlt. Mir Ausnahme des Jahres 2020 erlebte China im Jahr 2022 das niedrigste Wachstum seit mehr als vier Jahrzehnten.
Branchenspezifische Rahmenbedingungen Wesentlich für die Beurteilung des Branchenumfeldes von SHW ist die Produktion der sogenannten Light Vehicle (Fahrzeuge kleiner sechs Tonnen) sowie die damit verbundene Produktion von Motoren und Getrieben in Europa, China sowie Nord- und Südamerika. Weltweite Automobilproduktion leicht über Vorjahr Im Jahr 2022 ist die Produktion von Fahrzeugen kleiner sechs Tonnen nach Angaben des Daten- und Informationsdienstes IHS Markit weltweit leicht um 6,2 Prozent von 77,2 Mio. im Vorjahr auf 82,0 Mio. Stück gewachsen. China erzielte hierbei ein Produktionsvolumen von 26,3 Mio. Einheiten und damit einen Anstieg von 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Europa war ein leichter Rückgang von 1,3 Prozent auf rund 15,7 Mio. Einheiten zu verzeichnen. Die Reduzierung des Produktionsvolumens resultierte unter anderem aus rückläufiger Produktion in Russland um 65,2 Prozent auf 0,5 Mio. Einheiten. Deutschland verzeichnete im Jahr 2022 einen starken Zuwachs von 11,5 Prozentpunkten auf 3,6 Mio. Einheiten und konnte seinen Marktanteil um 0,2 Prozentpunkte (auf 4,4 Prozent) erhöhen. Auch in Rumänien stieg die Produktion um 21,0 Prozent auf 0,5 Mio. Einheiten. In Nordamerika stieg das Produktionsvolumen von Light Vehicle von 12,4 Mio. Einheiten auf 13,6 Mio. Einheiten (9,7 Prozent). Südamerika konnte im Jahr 2022 wieder ein ordentliches Wachstum verzeichnen. Hier erhöhte sich das Produktionsvolumen auf 7,4 Mio. Einheiten um 16,8 Prozentpunkte. Auch Japan und Südkorea konnten einen minimalen Zuwachs von 2,4 Prozent verzeichnen. Der Zuwachs umfasst in der Fahrzeugproduktion insgesamt 0,25 Mio. Einheiten auf 11,1 Mio. Einheiten. Südasien verzeichnete ein Wachstum der Light Vehicle Produktion um 17,2 Prozent auf rund 4,4 Mio. Einheiten. Dieselmotoren weiter auf dem Rückzug - Hybrid/Elektro weiterhin mit höchster prozentualer Wachstumsquote Die Produktion von Antriebsaggregaten für Light Vehicle erhöhte sich, entsprechend der Produktion von Fahrzeugen kleiner sechs Tonnen, im Jahr 2022 weltweit um 6,2 Prozent auf 82,0 Mio. Einheiten. Die Produktion von Benzinmotoren stieg minimal im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 62,8 Mio. Einheiten. Die Produktion von Dieselmotoren verfehlte das Vorjahresniveau um 0,6 Mio. Einheiten: es ergab sich ein Rückgang von 5,0 Prozent. Hybrid- und Elektromotoren erreichten hingegen wieder eine Rekord-Wachstumsrate von 74,1 Prozent auf 8,1 Mio. Einheiten und kommen in der Produktionszahl den Dieselmotoren ein Stück näher. Damit erhöht sich der Marktanteil von 6,1 Prozent im Jahr 2021 auf 9,9 Prozent. Automatikgetriebe trotz leichtem Rückgang mit höchstem prozentualem Marktanteil Die Produktion von Automatikgetrieben stieg um 2,3 Prozent auf 49,1 Mio. Einheiten (Vorjahr rund 48,0 Mio. Einheiten). Der Marktanteil verzeichnete einen Rückgang von 62,1 Prozent im Jahr 2021 auf 59,9 Prozent im Jahr 2022, bleibt aber dennoch deutlich in Führung. In Europa stieg die Produktion von Automarikgetrieben mit 8,0 Mio. Einheiten um 2,4 Prozent. Die Anzahl der Schaltgetriebe verzeichnete in Europa einen Rückgang um 9,5 Prozent auf 6,0 Mio. Einheiten. Das Schaltgetriebe verzeichnete in China den höchsten Rückgang von 30,4 Prozent auf 3,6 Mio. Einheiten, dafür im Nahen Osten und Afrika einen Zuwachs von 5,3 Prozent und in Südasien sogar einen Zuwachs von 14,1 Prozent. Im Nahen Osten und Afrika ergab sich allerdings für das Automatikgetriebe ein Rückgang von 96,8 Prozent.
Zielerreichung 2022 Für das Geschäftsjahr 2022 war ein moderater Anstieg des Umsatzes erwartet worden. Mit 472,5 Mio. Euro lag der Umsatz um 10,6 Prozent über dem Vorjahr. Aus dem Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten war dabei ein starker Anstieg, aus dem Geschäftsbereich Bremsscheiben ein leichter Anstieg erwartet worden. Für den Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten ergab sich ein Anstieg von 5,2 Prozent, für den Geschäftsbereich Bremsscheiben ein Anstieg von 23,8 Prozent. Sowohl für das EBITDA als auch für die EBITDA-Marge wurde im Konzernlagebericht 2021 von einem moderaten Anstieg für das Geschäftsjahr 2022 ausgegangen. Das EBITDA lag im Geschäftsjahr 2022 4,6 Prozent über dem Vorjahr. Für den Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten war ein starker Anstieg des EBITDA, für den Geschäftsbereich Bremsscheiben ein leichter Anstieg erwartet worden. Für den Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten bewegte sich das EBITDA des Geschäftsjahrs 2022 3,3 Prozent unter dem Vorjahr, für den Geschäftsbereich Bremsscheiben 17,9 Prozent über dem Vorjahr. Die EBITDA-Marge lag mit 7,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 8,1 Prozent. Ein Rückgang der EBITDA-Marge war dabei in beiden Geschäftsbereichen zu verzeichnen. Wir verweisen auf den Abschnitt zu sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen: Ungewöhnliche bzw. nicht jährlich wiederkehrende Ereignisse haben sich auf die Ertragslage im Geschäftsjahr 2022 per Saldo in Höhe von EUR 6,7 Mio. positiv ausgewirkt. Geschäftsverlauf Ertragslage Umsatz um 10,6 Prozent über dem Vorjahr Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2022 mir 472,5 Mio. Euro um 10,6 Prozent über dem Vorjahreswert von 427,3 Mio. Euro. Der Anstieg ist dabei im Wesentlichen durch Preiseffekte bedingt. Herstellungskostenquote leicht erhöht zum Vorjahr Die Herstellungskosten des Umsatzes steigen auf 429,8 Mio. Euro (Vorjahr 377,8 Mio. Euro). Mit 91,0 Prozent (Vorjahr 88,4 Prozent) hat sich die Herstellungskostenquote leicht erhöht zum Vorjahr. Die Deckungsbeitragsmarge (definiert als Bruttoergebnis vom Umsatz in Relation zu den Umsatzerlösen) reduzierte sich auf 9,0 Prozent (Vorjahr 11,6 Prozent). Vertriebs- und Verwaltungskosten im Wesentlichen auf Niveau des Vorjahres Die Vertriebskosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr marginal um 0,4 Mio. Euro auf 14,5 Mio. Euro. Die Vertriebskostenquote liegt mit 3,1 Prozent in etwa auf Vorjahresniveau (3,3 Prozent). Die allgemeinen Verwaltungskosten verringerten sich marginal um 0,1 Mio. Euro auf 20,3 Mio. Euro. Die Verwaltungskostenquote ging infolgedessen leicht von 4,8 Prozent auf 4,3 Prozent zurück. F&E Quote leicht unter dem Niveau des Vorjahres Die aufwandswirksamen Kosten für Forschung und Entwicklung lagen im Geschäftsjahr 2022 mit 11,9 Mio. Euro um 1,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Daneben wurden 5,4 Mio. Euro (Vorjahr 3,7 Mio. Euro) an Entwicklungskosten im Anlagevermögen aktiviert. Darin enthalten sind zum einen Aufwendungen für Projekte, deren Amortisation über den Teilepreis bereits angelaufener oder kurz bevorstehender Serienfertigungen wahrscheinlich ist, zum anderen Aufwendungen für Grundlagenentwicklungen. Die F&E-Quote (einschließlich der aktivierten Entwicklungskosten) bewegte sich mit 3,7 Prozent vom Umsatz (Vorjahr 4,0 Prozent) leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 2,2 Mio. Euro (Vorjahr 2,2 Mio. Euro). Erfasste Wertminderungen belaufen sich auf 0,3 Mio. Euro (Vorjahr 0 Mio. Euro). Weitere Entwicklungsleistungen wurden im Rahmen von einzelvertraglichen Kundenaufträgen abgerechnet. Im Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten liegt der Entwicklungsschwerpunkt auf elektrisch angetriebenen Öl- und Wasserpumpen sowie kompletten Thermomanagementmodulen. Im Geschäftsbereich Bremsscheiben stehen die Weiterentwicklung hochwertiger Verbundbremsscheiben und weiterer Leichtbaukonzepte, eine Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit sowie die Reduktion von Bremsstaub im Mittelpunkt. Positiver Saldo sonstiger betrieblicher Erträge und Aufwendungen wirkt sich deutlich positiv auf die Ertragslage aus Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen liege mit 7,0 Mio. Euro um 5,5 Mio. Euro und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 1,5 Mio. Euro. Ursächlich hierfür waren insbesondere in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasste Einmaleffekte zum einen im Projekt-/Produktbereich in Höhe von 11,9 Mio. Euro, zum anderen im Zusammenhang mit Erstattungen aus Versicherungen in Höhe von 4,3 Mio. Euro. Die diesen Sachverhalten zuzurechnenden sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 9,5 Mio. Euro. Aus diesen ungewöhnlichen bzw. nicht jährlich wiederkehrenden Ereignissen ergab sich insofern eine positive Auswirkung auf die Ertragslage in Höhe von 6,7 Mio. Euro. KENNZAHLEN: SHW-KONZERN
EBITDA aufgrund von Einmaleffekten über dem Vorjahreswert Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (inklusive Wertminderungen) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (EBITDA) belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf 36,3 Mio. Euro (Vorjahr 34,7 Mio. Euro). Die EBITDA-Marge liegt mit 7,7 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert von 8,1 Prozent. Deutlich gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, die nicht vollständig weitergegeben werden konnten, beeinflussten das Ergebnis negativ. Die Abschreibungen überschritten mit 33,2 Mio. Euro das Niveau des Vorjahreszeitraums um 1,6 Mio. Euro bzw. 5,1 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) ist auf dem Niveau des Vorjahres bei 3,0 Mio. Euro. Die EBIT-Marge beträgt 0,6 Prozent gegenüber 0,7 Prozent im Vorjahr. Wir verweisen auf den Abschnitt zu sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen. Finanzaufwendungen erhöht Das saldierte Finanzergebnis ergibt einen Aufwand von 3,1 Mio. Euro (Vorjahr 2,4 Mio. Euro). Die Erhöhung um 0,7 Mio. Euro resultiert aus höheren Zinsaufwendungen. Steuerquote bei -6.646 Prozent Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 6,6 Mio. Euro (Vorjahr 1,2 Mio. Euro). Für das Geschäftsjahr 2022 ergibt sich für den SHW-Konzern eine Steuerquote von -6.646,0 Prozent verglichen mit 199,5 Prozent im Vorjahr. Die Veränderung ist maßgeblich durch die erfassten Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 3,3 Mio. Euro bedingt. Konzernjahresergebnis gegenüber dem Vorjahr verschlechtert Das Konzernjahresergebnis verschlechterte sich um 6,1 Mio. Euro auf -6,7 Mio. Euro (Vorjahr -0,6 Mio. Euro). Das Ergebnis je Aktie beträgt -1,05 Euro gegenüber -0,10 Euro im Vorjahr. Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie belief sich zum Bilanzstichtag, unverändert zum Vorjahr, auf 6.436.209 Aktien. Geschäftsbereiche Pumpen und Motorkomponenten Umsatz bei 318,7 Mio. Euro Der Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten erzielte 2022 einen Umsatz in Höhe von 318,7 Mio. Euro und lag damit 5,2 Prozent über dem Vorjahresumsatz (303,1 Mio. Euro). Der Anstieg ist dabei im Wesentlichen durch Preiseffekte bedingt. Das EBITDA lag mit 20,8 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 21,5 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge sank von 7,1 Prozent (Vorjahr) auf 6,5 Prozent im Geschäftsjahr 2022. EBITDA und EBITDA Marge des Geschäftsbereichs wurden in Höhe von 5,3 Mio. Euro durch Einmaleffekte positiv beeinflusst. Deutlich gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, die nicht vollständig weitergegeben werden konnten, beeinflussten das Ergebnis negativ. Bremsscheiben Umsatz bei 153,8 Mio. Euro Im Geschäftsbereich Bremsscheiben konnte der Umsatz um 23,8 Prozent auf 153,8 Mio. Euro gesteigert werden (Vorjahr 124,3 Mio. Euro). Der Anstieg ist dabei im Wesentlichen durch Preiseffekte bedingt. Das EBITDA stieg im Vergleich zum Vorjahr von 14,0 Mio. Euro auf 16,5 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge sank von 11,3 Prozent auf 10,8 Prozent. EBITDA und EBITDA Marge des Geschäftsbereichs wurden in Höhe von 1,4 Mio. Euro durch Einmaleffekte positiv beeinflusst. Deutlich gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, die nicht vollständig weitergegeben werden konnten, beeinflussten das Ergebnis negativ. Vermögenslage VERMÖGENSLAGE
Bilanzsumme um 9,5 Prozent angestiegen Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 hat sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 31,8 .Mio. Euro bzw. 9,5 Prozent erhöht. Insbesondere gestiegene selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aus aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von 16,9 Mio. Euro nach 14,7 Mio. Euro im Vorjahr führten zu einer Erhöhung der sonstigen übrigen immateriellen Vermögenswerte um insgesamt 2,0 Mio. Euro. Gegenläufig wirkten im Wesentlichen planmäßige Abschreibungen auf diese Vermögenswerte. Investitionen in Höhe von 41,7 Mio. Euro (siehe Finanzlage, Investitionen) und die Aktivierung von Nutzungsrechten in Höhe von 4,3 Mio. Euro (IFRS 16) führten, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen, zu einer Erhöhung des Sachanlagevermögens um 5,8 Mio. Euro. In den aktivierten Nutzungsrechten sind 3,3 Mio. Euro Gebäudeleasing betreffend die im Geschäftsjahr 2022 neu gegründete Gesellschaft in Haimen enthalten. Zum 31. Dezember 2022 bestehen Investitionsverpflichtungen in Höhe von 18,5 Mio. Euro. Die aktiven latenten Steuern reduzierten sich, insbesondere beeinflusst von den Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern auf Verlustvorträge, um 5,6 Mio. Euro. Die Erhöhung der Vorräte um 8,3 Mio. Euro wurde im Wesentlichen von kurzfristigen Schwankungen im Abrufverhalten der Kunden und durch Materialkostensteigerungen verursacht. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 9,5 Mio. Euro zum Bilanzstichtag resultiert im Wesentlichen aus höheren Umsätzen im November und Dezember 2022 im Vergleich zu den beiden Monaten des Vorjahres. Zum Bilanzstichtag betrug der Saldo der verkauften Forderungen 11,9 Mio. Euro nach 12,2 Mio. Euro im Vorjahr. Hinsichtlich der Entwicklung der liquiden Mittel verweisen wir auf die Darstellung in der Kapitalflussrechnung. Finanzlage Mit dem im August 2017 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag mit Kreditzusagen über insgesamt 80,0 Mio. Euro zuzüglich einer Erhöhung aus. Juni 2022 um 20,0 Mio. Euro auf somit 100,0 Mio. Euro ist eine solide Liquiditätsausstattung sichergestellt. Der Konsortialkreditvertrag hat eine zugesagte Laufzeit von fünf Jahren mit Verlängerungsoption, die 2019 in Anspruch genommen wurde. Die Laufzeit endet im August 2024. Die unter dem Konsortialkreditvertrag bestehende Kreditzusage wurde zum 31. Dezember 2022 in Höhe von 60,0 Mio. Euro durch sechs Darlehen und Kontokorrentkredite in Höhe von 13,6 Mio. Euro in Anspruch genommen. Ferner bestehen zum Bilanzstichtag acht Tilgungsdarlehen in Hohe von insgesamt 22,2 Mio. Euro und ein KfW Darlehen in Höhe von 5,0 Mio. Euro. Bei den sechs Darlehen in Höhe von 60,0 Mio. Euro handelt es sich um Darlehen, deren Laufzeit jeweils 12 Monate beträgt. Da innerhalb des Konsortialkreditvertrages eine Revolvierung über diesen Zeitraum hinaus einseitig in Anspruch genommen werden kann und die Absicht besteht, entsprechend zu verfahren, werden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hieraus als langfristig ausgewiesen. Die Kontokorrentkredite sind gemäß Konsortialkreditvertrag am Ende der Laufzeit dessen fällig und sind somit ebenfalls als langfristig einzustufen. Um eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr herzustellen, wurde der Vorjahresausweis entsprechend angepasst (vorgenommene Anpassung des Vorjahresausweises! Umgliederung von ursprünglich als kurzfristig ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 46,9 Mio. Euro). Insgesamt steht SHW zum Bilanzstichtag eine Kreditlinie von 140,0 Mio. Euro (Vorjahr 115,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Davon wurden 100,8 Mio. Euro (Vorjahr 78,0 Mio. Euro) zum Bilanzstichtag in Anspruch genommen. Zu Sicherungszwecken setzt SHW derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps ein (Cashflow-Hedge). Die Auswirkungen sind zum Bilanzstichtag (0.6 Mio. Euro; Vorjahr - 0,1 Mio. Euro) von untergeordneter Bedeutung. Die langfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen erhöhten sich um insgesamt 14,0 Mio, Euro. Dies resultiert insbesondere aus einer erhöhten Inanspruchnahme des Konsortialkredites. Die innerhalb der Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer ausgewiesenen Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen reduzierten sich, im Wesentlichen infolge von Veränderungen des Zinssatzes, auf 18,4 Mio. Euro (Vorjahr 27,4 Mio. Euro). Bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsverbindlichkeiten um 16,8 Prozent. Dies resultiert vor allem aus den deutlich erhöhten Investitionstätigkeiten im November und Dezember 2022 im Vergleich zu den letzten beiden Monaten des Vorjahres. Die Sonstigen Rückstellungen bewegen sich im Wesentlichen auf dem Niveau des Vorjahres. FINANZLAGE
Eigenkapitalquote bei 34,8 Prozent (Vorjahr 38,1 Prozent) Das Eigenkapital des Konzerns zum 31. Dezember veränderte sich gegenüber dem Vorjahr hauptsächlich um direkt im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne (6,5 Mio. Euro), während sich das Konzernjahresergebnis von -6,7 Mio. Euro gegenteilig auswirkte. Eine Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2021 wurde nicht vorgenommen. Bei deutlich gestiegener Bilanzsumme und nahezu unverändertem Eigenkapital ging die Eigenkapitalquote von 38,1 Prozent auf 34,8 Prozent zurück. Net Working Capital Ratio oberhalb der mittelfristigen Zielbandbreite Die Net Working Capital Ratio bezogen auf den Umsatz der letzten zwölf Monate stieg von 13,4 Prozent auf 14,2 Prozent und liegt damit über der mittelfristigen Zielbandbreite von 11 Prozent bis 12 Prozent. NETWORKING CAPITAL
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit über Vorjahresniveau Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2022 mit 18,0 Mio. Euro deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 3,6 Mio. Euro. Positiv beeinflusst wurde der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit insbesondere aufgrund des Aufbaus von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag. Der negative Cashflow aus Investitionstätigkeit in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lag mit 36,0 Mio. Euro um rund 4,1 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der Operative Free Cashflow verbesserte sich auf -18,0 Mio. Euro und lag somit 18,5 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau (-36,6 Mio. Euro). Für das Geschäftsjahr 2022 ergibt sich somit ein Total Free Cashflow in Höhe von -18,0 Mio. Euro (Vorjahr -33,6 Mio. Euro). HERLEITUNG DER VERÄNDERUNG DER NETTO-LIQUIDITÄT
Netto-Finanzverbindlichkeiten bei -87.9 Mio. Euro Die Veränderung der Netto-Liquidität führt am Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 zu Netto-Finanzverbindlichkeiten (definiert als Saldo von Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) des SHW-Konzerns in Höhe von -87,9 Mio. Euro (Vorjahr -69,1 Mio. Euro). Neben dem zuvor erläuterten Total Free Cashflow (-18,0 Mio. Euro) führten Auszahlungen für Leasingverhältnisse (2,7 Mio. Euro nach 2,2 Mio. Euro im Vorjahr) sowie die Einzahlung aus einem Pierer Intercompany-Investitionsdarlehen (2,0 Mio. Euro) zu einer Verschlechterung der Netto-Liquidität um 18,8 Mio. Euro. Der SHW-Konzern weist per 31. Dezember 2022 flüssige Mittel in Höhe von 12,9 Mio. Euro (Vorjahr 8,8 Mio. Euro) aus, die im Wesentlichen bei den Tochtergesellschaften in China bilanziert sind. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 100,8 Mio. Euro (Vorjahr 78,0 Mio. Euro) betreffen in Höhe von 60,0 Mio. Euro sechs Darlehen und mit 13,6 Mio. Euro die Ausnutzung bestehender Kontokorrentkreditlinien unter dem Konsortialkreditvertrag, daneben in Höhe von 22,2 Mio. Euro acht Tilgungsdarlehen und ein KfW-Darlehen in Höhe von 5,0 Mio. Euro. Ergänzend verweisen wir auf die Erläuterungen im Konzernanhang (29) sowie (33). Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte gestiegen Die Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten berieten sich im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt 46,0 Mio. Euro nach 41,6 Mio. Euro im Vorjahr (davon IFRS 16: 4,3 Mio. Euro; Vorjahr 2,1 Mio. Euro). Dabei liegen die Zugänge bei den Sachanlagen um 2,8 Mio. Euro und bei den immateriellen Vermögenswerten um 1,5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Die Abweichung zwischen den ausgewiesenen Zugängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten und Auszahlungen in der Konzern-Kapitalflussrechnung resultiert aus zeitversetzten Zahlungsvorgängen über den Bilanzstichtag hinaus sowie aus den nicht zahlungswirksamen Anlagenzugängen aus Leasing. Die Investitionen im Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten fielen um 10,3 Prozent von 30,5 Mio. Euro auf 27,4 Mio. Euro (davon IFRS16: 0,6 Mio. Euro; Vorjahr 1,7 Mio. Euro), wobei die Investitionen in selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte um 1,7 Mio. Euro auf 5,4 Mio. Euro (Vorjahr 3,7 Mio. Euro) gestiegen sind. Die Investitionen erfolgten schwerpunktmäßig in die Entwicklung und neue Montagelinien. Die Investitionen im Geschäftsbereich Bremsscheiben stiegen signifikant um 75,4 Prozent von 10,3 Mio. Euro auf insgesamt 18,1 Mio. Euro (davon IFRS 16: 3,7 Mio. Euro; Vorjahr 0,4 Mio. Euro). Der Fokus lag dabei hauptsächlich auf Investitionen in Anlagen zur Kapazitäts- und Produktivitätssteigerung. Zur Finanzierung der bereits veranlassten Investitionen (Bestellobligo Anlagevermögen) sowie der für das Geschäftsjahr 2023 geplanten Investitionen stehen neben dem für das Geschäftsjahr 2023 geplanten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit auch Finanzierungsmöglichkeiten über den Konsortialkreditvertrag zur Verfügung. ROCE auf Vorjahresniveau ROCE
Der Return on Capital Employed (ROCE), der die Verzinsung des eingesetzten Kapitals angibt, bewegte sich auf dem Niveau des Vorjahres. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Abschnitt zu sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Der Vorstand der SHW AG beurteilt den Geschäftsverlauf im Jahr 2022 unter den gegebenen Umständen - stark gestiegene Energie- und Materialpreise, die nicht vollständig weitergegeben werden konnten, Krieg in der Ukraine und anhaltende Schwierigkeiten in den Lieferketten - insgesamt als zufriedenstellend. Mit Hilfe aktiver unternehmerischer und finanzwirtschaftlicher Gegensteuerungsmaßnahmen ist es der SHW-Organisation gelungen, die Herausforderungen des Geschäftsjahres 2022 zu meistern. Der Vorstand sieht die SHW-Gruppe zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzern Lageberichts aufgrund des innovativen Produktportfolios und der vorhandenen Kundenaufträge gut positioniert, die Herausforderungen der Transformation im Automotive-Sektor aktiv zu gestalten. RISIKOBERICHT Grundlagen des Risikomanagements Im Rahmen der Geschäftstätigkeit ergeben sich für den SHW-Konzern eine Vielzahl von Chancen und Risiken, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage auswirken können. Der SHW-Konzern versteht unter Risiko mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für die Unternehmensgruppe negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Die wichtigsten Risiken in diesem Risikobericht wurden in vier Hauptkategorien gegliedert und anhand der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Grades der finanziellen Auswirkung dargestellt. Für ein möglichst effektives Risikomanagement wird ein konzernweit integriertes Risikomanagementsystem eingesetzt, in dem Risiken identifiziert, bewertet, gesteuert, überwacht und systematisch berichtet werden. Das Risikomanagementsystem ist darauf ausgerichtet, potenzielle Risiken durch die kontinuierliche Beobachtung von relevanten Märkten, Regionen, Kunden und Lieferanten sowie internen Prozessen frühzeitig zu erkennen, um so effektive Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Wesentliche Zielsetzung des Risikomanagementsystems sind die Sicherung und die Steigerung des Unternehmenswerts und eine ausgewogene Liquiditätssteuerung (Vermeidung von Liquiditätsengpässen). Die Darstellung der Risiken erfolgt nach Umsetzung von Risikobegrenzungsmaßnahmen (Nettodarstellung).
Existenziell Schädigende Auswirkungen auf Geschäftsverlauf. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Hoch Beträchtliche Auswirkungen auf Geschäftsverlauf, Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Mittel Einige Auswirkungen auf Geschäftsverlauf. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Gering Begrenzte Auswirkungen auf Geschäftsverlauf. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Unbedeutend Unwesentliche Auswirkungen auf Geschäftsverlauf, Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT
Strategische Risiken Konjunktur- und Branchenrisiken Die geschäftliche Entwicklung des SHW-Konzerns ist stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen Risiken entstehen. Unsicherheiten bezüglich der COVID-19-Pandemie, welche drei Jahre die Geschäftsentwicklung beeinträchtigt haben, haben sich großteils beruhigt. Allerdings wurden diese durch den Krieg in der Ukraine, die gravierenden Entwicklungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten, die anhaltenden Schwierigkeiten in den Lieferketten sowie massive Teuerungswellen, verbunden mit einer hohen Inflationsrate und einem erhöhten Zinsniveau, ersetzt. Hinzu kommt eine drohende Rezession, welche die Herausforderungen im Kontext der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verstärkt. Als Zulieferer für die Automobilindustrie hängt die geschäftliche Entwicklung des SHW-Konzerns wesentlich vom tiefgreifenden Wandel in der Automobilindustrie ab. Dieser Transformationsprozess wird durch die Trends Elektrifizierung und Digitalisierung bestimmt. Der Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten ist in größerem Umfang von der Fahrzeug-, Motoren- und Getriebeproduktion seiner Kunden in Europa, China, Nord- und Südamerika sowie deren Exporttätigkeit abhängig. Die Umsetzungsgeschwindigkeit und Schwerpunkte der Kunden beim Thema Elektromobilität haben Einfluss auf die Nachfrage und Entwicklungsschwerpunkte des Pumpenportfolios. Der Geschäftsbereich Bremsscheiben wird nahezu vollständig von der Fahrzeugproduktion seiner Kunden in Europa beeinflusst. Mit Gründung der Tochtergesellschaft im chinesischen Haimen wird zukünftig ein Angebot für den asiatischen Markt geschaffen. Die immer größer werdenden Bedenken einer unmittelbar bevorstehenden Rezession könnten sich indessen negativ auf das Kaufverhalten der Konsumenten auswirken und dementsprechend die Wachstumsperspektiven beider Geschäftsbereiche beeinträchtigen. Marktstrukturrisiken Die Transformation im Automotive-Sektor geht hin zu immer leistungsstärkeren und gleichzeitig verbrauchs- und schadstoffärmeren Motoren sowie zu alternativen Antriebstechnologien wie Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Hieraus erwachsen weiterhin kurz- und mittelfristig strukturelle Veränderungen des Marktes für Verbrennungsmotoren in Europa, China, Nord- und Südamerika. Es wird weiterhin von einem weltweiten Wachstum der Hybrid- und Elektrofahrzeuge ausgegangen. Das Ziel, die E-Mobilität so schnell wie möglich zu etablieren, scheint, aufgrund der eingeschränkten Reichweite und fehlender Ladeinfrastruktur, in der Umsetzung allerdings herausfordernd zu sein. Der künftige Erfolg von SHW hängt vor allem von der Fähigkeit der Unternehmensgruppe ab, die richtigen Entwicklungsschwerpunkte zu setzen und frühzeitig neue und verbesserte CO 2 -relevante Produkte für sämtliche Antriebstechnologien zu entwickeln und zügig sowie in hoher Qualität auf den Markt zu bringen. SHW setzt mit der Unternehmensstrategie SHW Strategie 2030 nach Auffassung des Vorstands die richtigen Entwicklungsschwerpunkte, um das Produktportfolio an der Transformation der Automotive-Industrie auszurichten. Die SHW Strategie 2023 beinhaltet die Elektrifizierung und Transformation des Produktportfolios, die Erweiterung der Systemkompetenz und den Ausbau der Internationalisierung. Risiken aus Branchenkonsolidierung und Wettbewerb Die aufgrund der bestehenden Halbleiterkrise reduzierten Abnahmemengen führen zu einer verringerten mittel- und langfristigen Planbarkeit. Der Konsolidierungsdruck auf die Zulieferindustrie aufgrund der Transformation der Automobilindustrie ist gleichbleibend hoch. SHW ist bestrebt, durch eine aktive Portfoliopolitik weiterhin als verlässlicher Zulieferer wahrgenommen zu werden. Operative Risiken Markterschließungsrisiken SHW treibt die Internationalisierung seiner Geschäftsaktivitäten im Bereich Bremsscheiben bzw. Pumpen und Motorkomponenten mir eigener) 100-prozentigen Tochtergesellschaften in Brasilien, Nordamerika, China und Rumänien voran. Daraus ergeben sich verschiedene Risiken, denen sich SHW ausgesetzt sieht. So besteht die Gefahr, dass SHW bei der Neuvergabe von Folgeprojekten in diesen Regionen nicht oder nur unzureichend zum Zuge kommt. Auch können die Anlaufkosten sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch der Höhe nach von den budgetierten Zahlen abweichen. Weitere Risiken können aus länderspezifischen Besonderheiten oder potenziellen interkulturellen Problemen resultieren. Durch die nun schon mehrjährig erfolgte Internationalisierung hat SHW Know-how in diesen Bereichen aufgebaut und überprüft die potenziellen Projektrisiken bei Neuanläufen von Kundenprojekten und Einführungen der Produkte auf neuen Märkten, wie beispielsweise der Etablierung des Geschäftsbereichs Bremsscheiben im asiatischen Markt, genau. Kundenrisiken Kundenrisiken entstehen aufgrund der Abhängigkeit der SHW von wichtigen Kunden, die in der Lage sind, ihre Verhandlungsmacht auszuspielen. Dies kann zu erheblichem Druck auf die Margen führen. Mir zwei Kunden erzielte der SHW-Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsätze, die mehr als 10 Prozent des Umsatzes ausmachten. Der Umsatzanteil, der auf den größten SHW-Kunden entfiel, stieg leicht von 38 Prozent auf 41 Prozent, was durch die Fokussierung der SHW auf antriebsunabhängige Bremsscheiben zu erklären ist, die im restriktiven Markt letztes Jahr überproportional in den hochklassigen und margenträchtigen Autos des größten Kunden verbaut wurden. Um diese Risiken zu verringern, ist SHW bestrebt, für eine kundenseitig ausgewogenere Umsatzverteilung zu sorgen. Diesbezüglich stehen der Gewinn neuer Kunden und Erweiterungen im Produktportfolio des Truck & Off-Highway Bereichs im strategischen Fokus. Mit den Aktivitäten im Independent Aftermarket (IAM) und dem damit verbundenen Verkauf von Bremsscheiben unter der Eigenmarke "SHW Performance" an internationale Großhändler, konnte SHW ein neues Standbein eröffnen. Vor allem mit dem Portfolio an zweiteiligen (Leichtbau-)Bremsscheiben sieht SHW weiteres zukünftiges Wachstumspotential und konnte bereits im zweiten Geschäftsjahr nach Einführung den Gesamtumsatz diesbezüglich um rund 32 Prozent steigern. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse - basierend auf den vorhandenen, überwiegend langlaufenden Aufträgen und den langjährigen Kundenbeziehungen - sowohl der vollständige Verlust als auch der teilweise Verlust von einem der Hauptkunden in den nächsten Jahren eher unwahrscheinlich ist, zumal SHW für jeden Einzelkunden eine Vielzahl unterschiedlichster Produkte für verschiedenste Motor-, Getriebe- und Fahrzeugtypen liefert. Lieferabrufrisiken Für den Jahresbeginn 2022 war eine Lockerung der Halbleiterengpässe erwartet worden, welche im Abrufverhalten der Kunden zu spüren war. Als im Februar 2022 der Russland-Ukraine-Konflikt ausbrach, führte dies aufgrund von Einschränkungen bei Kabelbaumlieferungen aus der Ukraine kurzfristig zu Reduzierungen der Abnahmemengen, insbesondere bei deutschen OEMs. Die beiden Problemfelder "Lieferengpässe durch den Krieg in der Ukraine" und "Halbleiterengpass" haben sich im Jahresverlauf etwas entspannt. Insgesamt bewegten sich die Abnahmemengen über dem Vorjahresniveau. In China hielt die COVID-19-Pandemie die Wirtschaft auf Trab. Die Lieferversorgung, auch der Unterlieferanten, war in China durch vier Wochen harten Lockdown und zwei Wochen Closed-Loop Management deutlich beeinträchtigt. Im Jahr 2023 geht man weiterhin von erheblichen Einflüssen aus, da ein großer Teil der Bevölkerung gerade Anfang des Jahres an der COVID-19 Infektion erkrankt ist. Der SHW-Konzern ist Risiken im Zusammenhang mir nicht vorhersehbaren Rückgängen bzw. Erhöhungen der Lieferabrufe, im Vergleich zu den vertraglich vereinbarten Mengenkorridoren, ausgesetzt. Um im Bedarfsfall flexibel auf derartige Abrufverhalten reagieren zu können, nutzt der SHW-Konzern im Rahmen des Kapazitätsmanagements die Möglichkeit zur Beschäftigung von Leih- und Zeitarbeitnehmern. Schwankende Lieferabrufe können zu signifikanten Problemen in der gesamten Lieferkette und erheblichen Mehrbelastungen führen. Die damit verbundenen sowie durch eine aktuell hohe Inflationsrate herbeigeführten außerordentlichen Kostenbelastungen gibt der SHW-Konzern bestmöglich weiter. Produktneuanlauf- und Projektrisiken SHW ist Risiken im Zusammenhang mit Produktneuanläufen und Projekten bei Planung, Kalkulation, Ausführung und Abwicklung ausgesetzt. Dabei besteht die Gefahr, dass es zu Verzögerungen, unerwarteten technischen Problemen, unterschätzten Komplexitätsgraden, Kapazitäts- oder Lieferengpässen, Qualitätsproblemen oder erhöhten Anlaufkosten kommt bzw. die budgetierten Produktionskosten nicht eingehalten werden. Auch können zeitliche Verschiebungen bei Abnahme- und Abrechnungszeitpunkten auftreten. Um diese Risiken unter Kontrolle zu halten,erfolgt in der Anlaufphase eine enge Abstimmung und Koordination zwischen den betroffenen SHW-Abteilungen (insbesondere Produktion, Einkauf, Vertrieb, Qualitätssicherung und Entwicklung) und den entsprechenden Abteilungen auf Kunden- und Lieferantenseite. Durch professionelles Projektmanagement, Projektmeilensteine, Überprüfungsstufen für die jeweiligen Projektphasen und umfangreiche Maßnahmen im Qualitätsmanagement sowie eine entsprechende Gestaltung von Verträgen lassen sich diese Risiken zwar begrenzen, jedoch nicht gänzlich ausschließen. Kostenrisiken Zur Herstellung von Pumpen und Motorkomponenten sowie Bremsscheiben bezieht der SHW-Konzern u.a. Eisenschrott, Rohaluminium, Aluminium- und Stahlpulver sowie Koks von Rohstofflieferanten. Eisen-, Aluminium- und Kokspreise unterliegen erfahrungsgemäß starken Preisschwankungen. Im Jahr 2022 kam es zu weiteren Materialpreissteigerungen, jedoch hat hier vor allem auch die Inflation zu enormen Preissteigerungen geführt. Hinzu kamen massiv steigende Energiekosten, welche unter anderem durch die Ukraine-Krise getrieben wurden und in diesem Bereich den größten Risikofaktor darstellten, sowie sonstige individuelle Preisanpassungen. Diese Steigerungen konnten mit den vorhandenen Materialteuerungszuschlägen nur teilweise weitergegeben werden. Der SHW-Konzern hat mit unter Vereinbarungen mit den von ihm belieferten Automobilherstellern dahingehend getroffen, dass die Verkaufspreise der Produkte monatlich, quartalsweise oder halbjährlich an die kurz- und mittelfristigen Schwankungen der Rohstoffpreise für Rohaluminium, Aluminiumpulver, Stahlpulver und Eisenschrott angepasst werden. In diesen Fällen werden zusätzlich zu den vereinbarten Verkaufspreisen durch den SHW-Konzern sogenannte Materialteuerungszuschläge von den belieferten Automobilherstellern erhoben. Die Personalkosten stellen hinter den Materialaufwendungen den zweitgrößten Kostenblock innerhalb des SHW-Konzerns dar. Sollten die Einkommenszuwächse im Rahmen künftiger Tarifverhandlungen deutlich über den Produktivitätsfortschritten liegen, könnte dies die relative Wettbewerbsfähigkeit von SHW schwächen sowie negative Auswirkungen auf das Erreichen der Ertragsziele haben. Lieferantenrisiken Der SHW-Konzern ist auf die termingerechte Anlieferung von Rohstoffen und von für die Produktion notwendigen Komponenten seitens seiner Lieferanten angewiesen. Verspätete Lieferungen können den Geschäftsbetrieb des SHW-Konzerns erheblich beeinträchtigen. SHW hält zu der Mehrzahl seiner Lieferanten langjährige Geschäftsbeziehungen. Möglichen Risiken aus verspäteter Lieferung oder dem Ausfall von Schlüssellieferanten, insbesondere durch den Transformationsprozess im Rahmen des Branchenwandels, begegnet SHW mit regelmäßigen Vor-Ort-Reviews, die eine Bonitätsprüfung einschließen. Parallel dazu unterhält SHW für wesentliche Einkaufsteile weltweit enge Kontakte und Geschäftsbeziehungen zu Alternativ-Lieferanten. Die Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie sind in die Lieferantenbewertung und Lieferantenauswahl eingeflossen. IT-Risiken Die zunehmenden Bedrohungen für die Informationssicherheit von Unternehmen bergen auch für die SHW-Gruppe Risiken in Bezug auf die Sicherheit der Informationssysteme und Netzwerke sowie hinsichtlich der Verfügbarkeit und Vertraulichkeit von Unternehmensdaten. Ein Ausfall oder die Beschädigung der Informationssysteme kann Störungen in der gesamten Wertschöpfungskette nach sich ziehen und deshalb auch negative Kosteneffekte verursachen. Die heutigen Bedrohungsszenarien im Bereich Cyber Security verlangen weitreichende Maßnahmen bei der Planung, der Implementierung und im Betrieb von Unternehmensnetzwerken. Die SHW-Gruppe har im Rahmen der Einführung eines Information Security Management Systems (ISMS) Verantwortlichkeiten und Rollen festgelegt, Klassifizierungen von Informationen durchgeführt, IT-Risiken identifiziert und Meldeprozesse definiert. Die IT arbeitet laufend daran, Sicherheitskonzepte zu verfeinern und auszurollen. Schwerpunkte sind derzeit die Segmentierung des Nerzwerkes, der sichere Zugriff auf Produktionsmaschinen sowie das sichere Arbeiten im Homeoffice durch Multifaktor-Authentifizierung und weitere Maßnahmen zum besseren Schutz des Fernzugriffs. Die Maßnahmen zum Schutz vor Ransomware werden laufend verbessert und erweitert. Eine Schlüsselrolle beim Thema Cyber Security spielt das Verhalten der Anwender. Durch regelmäßige Schulungs- und Awarenessmaßnahmen und ein Meldesystem für Sicherheitsvorfälle wird das Risiko eines erfolgreichen Angriffs minimiert. Die wichtigen IT-Systeme befinden sich in Rechenzentren entweder an den Standorten des SHW-Konzerns oder beim externen Hosting-Dienstleister. Diese sind gegen unbefugtes Betreten geschützt und verfügen über Sicherheitskomponenten, wie Brandmelde- und Löschanlagen und über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Die Unternehmensdaten werden gespiegelt und über Backup-Systeme gegen die Risiken eines Datenverlusts geschützt. Darüber hinaus verfügt die SHW-Gruppe über ein übergreifendes Notfallkonzept, welches die Funktionsfähigkeit von Produktion und Logistik temporär auch ohne IT-Anbindung gewährleisten kann. Der SHW-Konzern investiert laufend in neue Sicherheitssoftware zum Schutz der IT-Systeme vor unberechtigten externen Zugriffen, unter anderem in einen Schwachstellenscanner. Intern wird der Zugriff von Mitarbeitern auf vertrauliche Unternehmensdaten durch skalierbare Zugriffsrechte sichergestellt. Akquisitions- und Integrationsrisiken Akquisitionen, Neugründungen und mögliche Kooperationen sind ein wichtiger Bestandteil der Wachstumsstrategie, um Marktpositionen zu verbessern oder bestehende Geschäfte zu ergänzen bzw. in neue Geschäftsfelder vorzudringen. Potenzielle Akquisitionsobjekte bzw. Kooperationen werden mit standardisierten Prozessen bewertet. Die mit einer Akquisition, Neugründung bzw. Kooperation verfolgten Zielsetzungen, Synergiepotenziale und Kosteneinsparungen könnten jedoch nicht oder nicht im geplanten Maße erreicht werden. Die Integration von Technologien, Produkten, Prozessen und Mitarbeitern birgt Risiken. Der Integrationsprozess könnte sich als schwieriger bzw. zeitlich aufwändiger und kostenintensiver erweisen als angenommen. Umweltrisiken Neben umweltrechtlichen Vorschriften, die unter anderem Emissionsgrenzwerte und Standards für die Behandlung, Lagerung und Entsorgung von Abfällen und Gefahrenstoffen festlegen, werden die Standorte der SHW zunehmend mit Forderungen ihrer Geschäftspartner, Lieferanten und Kunden konfrontiert, die oftmals über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen. Insbesondere die Gießerei des Geschäftsbereichs Bremsscheiben am Standort Tuttlingen-Ludwigstal ist einer Reihe umweltrechtlicher Auflagen unterworfen. Die Einhaltung dieser umweltrechtlichen Vorschriften und die Einhaltung von Auflagen im Rahmen der für den Betrieb erforderlichen Genehmigungen verursachen Betriebskosten und erfordern fortlaufende Investitionen. Die Nichteinhaltung umweltrechtlicher Vorschriften kann zivil-, straf- oder öffentlich-rechtliche Konsequenzen, insbesondere Geldstrafen und Schadenersatzansprüche wegen Sachbeschädigung bzw. Körperverletzung oder eine vorübergehende bzw. dauerhafte Betriebsstilllegung, nach sich ziehen. Des Weiteren besteht das Risiko, bei Nichteinhaltung der Umweltforderungen, seitens der Kunden für strategisch wichtige Projekte nicht berücksichtigt zu werden. SHW ist deshalb stets bestrebt, die umweltrechtlichen Forderungen und damit einhergehend die eigenen Umweltziele mit den wirtschaftlichen Zielen in Einklang zu bringen. Rechtliche und Compliance-Risiken Rechtliche Risiken Bei den rechtlichen Risiken ist das Produkthaftungsrisiko anzuführen: Die von SHW hergestellten Bauteile könnten trotz umfangreicher Qualitätskontrollen mit Mängeln behaftet sein. Fehlerhafte Produkte können zudem Schäden bei den Endkunden der Automobilhersteller verursachen, was wiederum Schadenersatz- und Produkthaftungsansprüche auch dieser Endkunden nach sich ziehen könnte. In derartigen Fällen wären unter Umständen sogar vom SHW-Konzern oder von den Kunden des SHW-Konzerns sogenannte Rückrufaktionen durchzuführen. Zur Vermeidung und Verringerung dieser Risiken bestehen entsprechende Qualitätssicherungssysteme. Gegen Schadenersatzansprüche aufgrund fehlerhafter Produkte ist der SHW-Konzern im marktüblichen Umfang - unter Berücksichtigung von entsprechenden Selbstbehalten - versichert. Die Risikolage des Produkthaftungsrisikos hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Compliance-Risiken Die Compliance-Organisation des SHW-Konzerns soll das rechtmäßige Verhalten der Konzernunternehmen und ihrer Mitarbeiter sicherstellen sowie eine angemessene Reaktion auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen externe und interne Regeln gewährleisten. Sie dient der Verhinderung von Haftungs-, Straf-, Bußgeld- und Reputationsrisiken sowie anderer finanzieller Nachteile und Einbußen die dem SHW-Konzern infolge von Fehlverhalten oder Rechtsverletzung entstehen können. Die finanziellen Auswirkungen von Compliance-Fällen sind schwer einzuschätzen; je nach Fall und Umständen ist von einer erheblichen Bandbreite auszugehen. Risiken aus rechtswidrigen Handlungen Einzelner sind trotz umfangreicher konzerinterner Richtlinien und mehrstufiger Prüfungs- und Kontrollmechanismen nicht vollkommen auszuschließen. Verdachtsfälle werden aktiv untersucht. Bei eventuellen Ermittlungsverfahren kooperiert SHW mit den zuständigen Behörden. Nachgewiesenes Fehlverhalten führt zu Konsequenzen für die jeweils Beteiligten sowie zu einer Anpassung der Organisation. Steuerliche Risiken Steuerliche Risiken können sich aus Änderungen der rechtlichen oder steuerlichen Struktur des SHW-Konzerns sowie aus offenen Veranlagungszeiträumen ergeben. Bei Betriebsprüfungen kann es durch die unterschiedliche Bewertung von Sachverhalten zu Nachforderungen seitens der Steuerbehörden kommen. Zudem besteht grundsätzlich das Risiko, dass sich durch Veränderungen von Steuergesetzen oder der Rechtsprechung zusätzliche Steuerbelastungen für den SHW-Konzernergeben können. Zudem können sich, in Abhängigkeit von Ergebnissituation und -entwicklung, Risiken in Bezug auf die Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ergeben. Finanzwirtschaftliche Risiken Ausfallrisiken Das Risiko eines Ausfalls von Forderungen hat sich bei den global aufgestellten Kunden des SHW-Konzerns nicht verändert. Im Bedarfsfall werden Zahlungsziele und Forderungsobergrenzen angepasst und regelmäßig überwacht. Auf der Lieferantenseiten ist die wirtschaftliche Situation im Durchschnitt angespannt. Durch die Mehrlieferantenstrategie von SHW wird das Risiko des Ausfalls von Schlüssellieferanten derzeit als gering angesehen. Finanzierungsrisiken Die Konsortialfinanzierung, die im Geschäftsjahr 2017 abgeschlossen wurde, läuft im August 2024 aus. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestehen diesbezüglich keine Refinanzierungsvereinbarungen. Der Vorstand beabsichtigt, die Verhandlungen betreffend die erforderliche Anschlussfinanzierung im Laufe des Geschäftsjahres aufzunehmen und abzuschließen. Die im Rahmen der Konsortialfinanzierung vertraglich maßgeblichen Unternehmenskennzahlen ("Financial Covenants") wurden per 31. Dezember 2022 eingehalten. Das Liquiditätsmanagement basiert auf einer wöchentlichen Liquiditätsplanung unter Berücksichtigung aller zahlungsrelevanten Sachverhalte. Insgesamt verfügt der SHW-Konzern über ausreichend liquide Mittel, um eine jederzeitige Zahlungsfähigkeit innerhalb des Prognosezeitraums zu gewährleisten. Währungsrisiken Für den SHW-Konzern bestehen derzeit keine Währungsrisiken in nennenswertem Umfang, da auf nahezu allen Faktor- und Gütermärkten Kosten und Umsatzerlöse überwiegend in Euro fakturiert werden. Für die Standorte in Rumänien, Brasilien, China und Kanada haben sich keine zusätzlichen Transaktionsrisiken für den Konzern ergeben, da Umsätze und Kosten weitestgehend in lokaler Währung anfallen. Transaktionsrisiken werden sich dann zunächst vor allem aus der Wechselkursentwicklung des Euro zum brasilianischen Real, chinesischen Renminbi, kanadischen Dollar und rumänischen Leu ergeben. Zinsrisiken Die Zinspolitik und der aktuell weiter steigende Leitzins bleiben weiterhin im Fokus. Veränderungen der Marktzinsen können sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Verbindlichkeiten auswirken. Das Umfeld von steigenden Zinsen kann somit für den Cash Flow belastend sein. Wesentliche Zinssatzsteigerungen können weiterführend die Profitabilität, Liquidität und die Finanzlage des SHW-Konzerns beeinträchtigen. Impairment-Risiken Ein Teil des Vermögens des SHW-Konzerns besteht aus immateriellen Vermögenswerten, einschließlich Firmenwerten (Goodwill). Zum 31. Dezember 2022 belief sich der in der Bilanz des SHW-Konzerns ausgewiesene Goodwill auf 7,1 Mio. Euro. Dabei entfielen 4,3 Mio. Euro auf den Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten sowie 2,8 Mio. Euro auf den Geschäftsbereich Bremsscheiben. Der Buchwert der selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte, die sich noch nicht in der planmäßigen Abschreibung befinden, beläuft sich auf 9,6 Mio. Euro. Im Zuge der Werthaltigkeitsprüfungen des Goodwills bzw. der noch nicht der planmäßigen Abschreibung unterliegenden selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2022 wurden die Planung für die Jahre 2023 bis 2027 sowie Marktpotentiale zugrunde gelegt. Ferner wurden Annahmen über künftige Entwicklungen getroffen. Beurteilung der Gesamtrisikolage Aus heutiger Sicht beurteilt SHW die Gesamtrisikosituation des Konzerns als gut beherrschbar. Derzeit sind keine Risiken zu erkennen, die einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nachhaltig schwächen könnten. Auch Risiken, die den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten, sind derzeit nicht ersichtlich. Aktuell beeinflussen der Krieg in der Ukraine, die weiter steigenden Energie- und Rohstoffpreise, die hohe Inflationsrate und die wachsenden Bedenken hinsichtlich einer drohenden Rezession die Entwicklung der Weltwirtschaft 2023 und strahlen entsprechend auf die Finanzmärkte aus. Die Auswirkungen dieser makroökonomischen Einflussfaktoren auf die Entwicklung des Geschäftsjahres 2023 sind aus heutiger Sicht nicht vollumfänglich abschätzbar. Sofern sich aus der Beschreibung der Risiken nichts Abweichendes ergibt, beziehen sich die dargestellten Risiken nicht in besonderer Weise auf einzelne Geschäftsbereiche. CHANCENBERICHT Grundlagen des Chancenmanagements Unter Chancen versteht SHW mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisses die zu einer für den SHW-Konzern positiven Prognose- oder Zielabweichung führen können. Das Chancenmanagement des SHW-Konzerns leitet sich aus den Zielen und Strategien der beiden Geschäftsbereiche Pumpen und Motorkomponenten sowie Bremsscheiben ab. Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und regelmäßige Identifizieren und Analysieren von Chancen obliegt dem operativen Management in den Geschäftsbereichen. Das Chancenmanagement ist bei SHW integraler Bestandteil der konzernweiten Planungs- und Steuerungssysteme. In diesem Zusammenhang findet eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Markt und Wettbewerb, relevante Kostengrößen und wesentliche Erfolgsfaktoren statt. Daraus werden konkrete geschäftsbereichsspezifische Ziele abgeleitet und festgelegt. Eine wichtige Rolle im Rahmen des Chancenmanagements kommt den Entwicklungs- und Vertriebsabteilungen zu. Sie suchen kontinuierlich nach Optimierungsmöglichkeiten bestehender Pumpen und Motorkomponenten bzw. Bremsscheiben sowie nach neuen Anwendung- und Vermarktungsmöglichkeiten. Chancen entstehen daneben häufig durch Produktinnovationen, die bei der Entwicklung neuer, effizienterer und schadstoffärmerer Motor- und Getriebegenerationen sowie dem Ausbau der E-Mobilität bzw. gewichtsoptimierter Bremsscheiben aufkommen. SHW ist deshalb bestrebt, möglichst frühzeitig in den Entwicklungsprozess des Fahrzeugherstellers eingebunden zu werden. Nachstehend werden die wesentlichen Chancen dargelegt. Konzernweite Chancen Erhebliche Anstrengungen zur Erreichung der ambitionierten Emissionsziele notwendig Mit der schärferen Gesetzgebung hinsichtlich der CO 2 -Grenzwerte und der klimaneutralen Fertigung innerhalb der Automobilindustrie befindet sich die Branche in einem Umbruch. Die Rahmenbedingungen und Flottenziele stellen die Automobilhersteller vor neue Herausforderungen in Bezug auf die Entwicklung von alternativen Antrieben und die Elektrifizierung des bestehenden Produktspektrums. Die genannten Ansprüche gelten auch für die Lieferlandschaft der führenden OEMs. Die Zulieferer-Industrie ist nicht nur in Folge des Wandels betroffen, sondern als Kompetenz- bzw. Knowhow-Träger gefordert, den Transformationsprozess zu gestalten. Die steigende Nachfrage der OEMs nach mechatronischen, elektrischen und Software gesteuerten Produkten für die großen Plattformen der E-Mobilität bedürfen einer kompletten Anpassung bzw. Überarbeitung der Wertschöpfungsketten der Zuliefererbranche. Die neue Ausrichtung fordert eine Erweiterung der Kernkompetenzen, die Entwicklung neuer Standards, die Schaffung wettbewerbsfähiger Bedingungen und die Definition neuer Produktionsprozesse. Unter Berücksichtigung der genannten Marktansprüche begleitet SHW als Lieferant der Automobilindustrie den Transformationsprozess und hat eine entsprechende Strategie für die Zukunft verabschiedet. Chancen in den Geschäftsbereichen Durch den steigenden Anteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen werden im Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten zukünftig verstärkt E-Pumpen und komplexe Module zur Kühlung und Schmierung von Elektromotoren, elektrischen Achsen sowie Batterie- und Leistungselektronik benötigt. Für die fortschreitende Elektrifizierung des Antriebsstrangs der Automobilhersteller hat SHW frühzeitig die Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Produktion neuer Produkte geschaffen. So wurden Entwicklungskompetenz und das erforderliche Fachwissen in Bezug auf Software und Elektronik erweitert und neue Funktionen geschaffen. Des Weiteren wurde in einen neuen Versuchsbau für elektrische Anwendungen mit einer entsprechenden Infrastruktur und Prüfständen investiert. Auch in der Produktion wurden neue Standards und Prozesse für die Fertigung von elektrischen Produkten implementiert. Der Geschäftsbereich Bremsscheiben profitiert vom Trend zu leichteren Fahrzeugteilen. Mit der Leichtbau-Verbundbremsscheibe hat SHW ein innovatives Produkt im Portfolio, das Gewichtsreduzierung mir gleichzeitiger Verbesserung der Bremsperformance verbindet. Mir der weiteren Automatisierung des Produktionsprozesses und weitergehenden Entwicklungsaktivitäten bei Verbundbremsscheiben strebt die Unternehmensgruppe eine Absenkung der Herstellungskosten an, uni zukünftig auch weiterhin wettbewerbsfähige Angebote für Fahrzeuge der oberen Mittelklasse und Mittelklasse unterbreiten zu können. Weiteres Wachstumspotential im Geschäftsbereich Bremsscheiben bietet der Independent Aftermarket unter der Marke "SHW Performance". Dieser beliefert Händler weltweit mit hochklassigen Bremsscheiben für den Ersatzteilbedarf. Die Grundlage für das geplante kontinuierliche Wachstum bilden die langjährige Erfahrung und Kompetenz in der Entwicklung und Serienproduktion von Premium-Bremsscheiben. Weitere Chancen entstehen durch den Aufbau des neuen Bremsscheiben-Werkes in Haimen. Von dort aus wird in Zukunft der asiatische Markt mit Bremsscheiben aus dem Hause SHW versorgt. Auf der Grundlage des innovativen Produktportfolios und der vorhandenen Aufträge sieht der Vorstand SHW gut aufgestellt, um stärker als der Markt für Light Vehicle, Motoren und Getriebe zu wachsen. Zusammenfassend schätzt der Vorstand der SHW AG die Bedeutung der Chancen der SHW-Gruppe als von mittlerer Relevanz ein. PROGNOSEBERICHT Ausblick Gesamtwirtschaft und Branche Weltkonjunktur: Weiterhin geprägt von Unsicherheiten Mehrere weltwirtschaftliche Einflussfaktoren, insbesondere der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, belasten die Aussichten für ein Wirtschaftswachstum. Große politische Unsicherheiten, anhaltend hohe Preise für Energie und Rohstoffe sowie Bedenken betreffend eine bevorstehende Rezession sind vor allem in Europa die Antreiber dieser weiterhin trüben Aussichten. Für die Weltwirtschaft wird ein Wachstum von 1,9 Prozent im Jahr 2023 erwartet. In den USA lassen Indikatoren immer noch eine gute Wirtschaftsentwicklung erkennen. Die Eintrübungen nehmen allerdings zu. Warnsignale gab es zuletzt aus dem Industriesektor. Die Produktion und der Dienstleistungssektor sind seit Dezember 2022 geschrumpft. Demnach geht man für 2023 von einem BIP-Wachstum von lediglich 0,5 Prozent aus (Vorjahr 1,5 Prozent). Für den Euroraum wird für das Jahr 2023 ein BIP-Wachstum in Höhe von 0,3 Prozent erwartet (Vorjahr 2,9 Prozent). Nachdem die Erwartungen für die nahe Zukunft als Folge der Energiekrise abgestürzt sind, haben sie sich im Zuge guter Nachrichten (volle Gaslager, gutes Wirtschaftswachstum zum Ende des Jahres 2022) wieder ein wenig beruhigt. Die konjunkturelle Lage in Deutschland hat sich besser entwickelt als gedacht. Das Wachstum im Jahr 2023 wird Prognosen zufolge mit lediglich 0,2 Prozent jedoch sehr gering ausfallen (Vorjahr 1,4 Prozent). Aufgrund der Aufhebung aller COVID-19-Beschränkungen bieten sich in China die Rahmenbedingungen für eine kräftige Konjunkturerholung, allerdings zeigen sich nach wie vor die Strukturprobleme in China. Der Immobiliensektor ist weiterhin von der Krise gekennzeichnet. Maßnahmen sollen eine Steigerung der Immobiliennachfrage herbeiführen. Angesichts der voranschreitenden Alterung der Bevölkerung ist im Jahr 2023 ein BIP-Wachstum von 4,5 Prozent realistisch.
Fahrzeugproduktion: Erholung in Sicht Für das Jahr 2023 prognostiziert das Marktforschungsinstitut IHS Markit einen Zuwachs von 3,6 Prozent für die globale Light Vehicle Produktion (Fahrzeuge kleiner sechs Tonnen), was einer Mehrproduktion von knapp 3 Mio. Fahrzeugen im Vergleich zu 2022 entspricht. Für die Region Europa wird ein gesamter Zuwachs der Produktion von 5,3 Prozent auf 16,5 Mio. Fahrzeuge erwartet. Der Marktanteil Europas soll damit gleichbleibend zu dem Jahr 2022 (Wachstum von 0,3 Prozent) sein. Für die deutsche Light Vehicle Produktion prognostiziert IHS Markit für das Jahr 2023 ein Wachstum von 15,1 Prozent im Vergleich zu 2022 auf 4,1 Mio. Einheiten. Für die chinesische Fahrzeugproduktion wird von einem schwachen Wachstum von 1,0 Prozent ausgegangen. Dahingegen wird das Wachstum der Light Vehicle Produktion für Nordamerika (+5,2 Prozent) und Südamerika (+7,5 Prozent) deutlich positiver bewertet. Elektromotoren und Hybride gewinnen weiter an Marktanteilen Analog der gesteigerten Fahrzeugproduktion geht IHS Markit auch bei der weltweiten Motorenproduktion 2023 von einem Wachstum um 3,6 Prozent auf knapp 85,0 Mio. produzierte Einheiten aus. In Bezug auf die Anzahl der produzierten Elektro- und Hybridmotoren wird für 2023 ein Rekordzuwachs in Höhe von 38 Prozent erwartet, wodurch sich deren Marktanteil von 9,9 Prozent auf 13,2 Prozent verbessern soll. Damit überholen Elektro- und Hybridmotoren die Dieselmotoren um knappe 0,5 Mio. Einheiten. Der größte Marktanteil der Motorenproduktion wird laut IHS Markit im Jahr 2023 weiterhin auf Benzinmotoren mit 73,9 Prozent entfallen, gefolgt von Elektro- und Hybridmororen mit 13,2 Prozent und Dieselmotoren mit 12,7 Prozent. Letztere haben weiterhin mit einem Rückgang von 1,6 Prozent zu rechnen. Es wird erwartet, dass die Produktion von Motoren in China auf knapp 26 Mio. Einheiten (+0,1 Prozent), in Europa auf rund 17,2 Mio. Einheiten (+3,7 Prozent) und in Nord- und Südamerika auf 17,7 Mio. Einheiten (+14,3 Prozent) ansteigt. Mit den Produktlösungen für Verbrennungsmotoren, sowohl Diesel als auch Benzin, sowie Elektromotoren und Hybridantrieben ist SHW weiterhin gut aufgestellt, um die sich ergebenden Wachstumschancen zu nutzen. Elektrifizierung des Antriebs weiterhin bei der Getriebeproduktion spürbar Die Anzahl der weltweit produzierten Automatikgetriebe soll im Jahr 2023 um 1,9 Prozent, somit auf 48,1 Mio. Einheiten, sinken. Es wird angenommen, dass die Produktionsmenge an manuellen Getrieben im Jahr 2023 um 8,2 Prozent und somit 17,6 Mio. Einheiten zurückgehen wird. Den größten Zuwachs werden laut IHS Markit die Dedicated Hybrid Transmissions (DHT) und Reduction-Getriebe mit einem Plus von zusammen 43,0 Prozent verzeichnen. Dies ist auf die vermehrte Produktion von Elektrofahrzeugen und Hybriden zurückzuführen. Der Marktanteil der Automatikgetriebe wird im Jahr 2023 voraussichtlich von einem leichten Rückgang um 3,2 Prozentpunkte auf 56,7 Prozent geprägt sein. Es wird davon ausgegangen, dass sich der Anteil an manuellen Getrieben um 2,8 Prozentpunkte auf 20,7 Prozent verringert. Diese Marktverluste kommen den hybriden Getrieben und Elektrogetrieben zugute, welche ihren Marktanteil voraussichtlich um 5,8 Prozentpunkte auf 22,6 Prozent ausbauen können.
Ausblick Konzern Deutliches Wachstum des Umsatzes, des EBITDAs und der EBITDA-Marge erwartet Der Vorstand der SHW AG rechnet auf Grundlage der erwarteten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen und unter Abwägung der Risiko- und Chancenpotenziale für die SHW-Gruppe für das Geschäftsjahr 2023 mir einem deutlichen Wachstum des Umsatzes und des EBITDAs sowie der EBITDA-Marge im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022. Die entsprechend deutlichen Steigerungen von Umsatz, EBITDA und EBITDA-Marge werden dabei sowohl für den Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten als auch für den Geschäftsbereich Bremsscheiben (dort leichte Steigerung EBITDA-Marge) erwartet.
Aalen, 22. März 2023 Wolfgang Plasser, Vorsitzender des Vorstands Thomas Karazmann, Finanzvorstand Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die SHW AG, Aalen Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der SHW AG, Aalen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der SHW AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Ulm, den 22. März 2023 KPMG
AG
Dr. Faul, Wirtschaftsprüfer Müller, Wirtschaftsprüferin Angabe gemäß § 328 HGBDer Konzernabschluss der SHW AG, Aalen, für das Geschäftsjahr 2022 ist durch Beschluss der Aufsichtsratssitzung vom 22. März 2023 gebilligt worden. Bericht des AufsichtsratsAllgemeines Auch das Jahr 2022 war für die Automobilbranche von tiefgreifenden Herausforderungen geprägt. Erneut musste sich unsere Unternehmensgruppe in einem schwierigen Marktumfeld behaupten, welches sich im Wesentlichen aus dem Ukrainekrieg und den daraus resultierenden Material- und Energiekostensteigerungen ergab. Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorstand bei der Führung des operativen Geschäfts und insbesondere bei der kontinuierlichen Umsetzung der Strategie zur konsequenten Schaffung der Grundlagen für langfristigen Erfolg. Unverändert bauen wir unser Angebot an elektrifizierten und CO 2 relevanten Produkten aus und haben Großserienaufträge für E-Pumpen und Bremsscheiben für Elektrofahrzeuge erhalten. Auch und gerade in Zeiten grundlegender Veränderungen bleibt die SHWAG auf Kurs. Wir gestalten den technologischen Wandel auch in schwierigen Zeiten mit Entschlossenheit, Mut, Leidenschaft und fachlicher Exzellenz. Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr 2022 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat sich dabei eingehend mit der Lage der Gesellschaft befasst und die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und beratend begleitet. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat entsprechend seinen Vorgaben regelmäßig, zeitnah und umfassend in Textform oder mündlich über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Unternehmensstrategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance informiert und ihn in Entscheidungen von besonderer Bedeutung eingebunden. Zu diesem Zweck hat der Vorstand monatlich einen Bericht erstellt, welcher u.a. detaillierte Angaben zur wirtschaftlichen und finanziellen Lage der SHW AG und ihrer Tochterunternehmen (SHW-Konzern) enthält. Ergänzend erfolgte eine ausführliche Berichterstattung des Vorstands in den turnusmäßigen Sitzungen des Aufsichtsrats, in denen der Aufsichtsrat mit dem Vorstand die Auswirkungen der Energiekrise, die Geschäftsentwicklung, die Planung und Unternehmensstrategie erörterte. Auch außerhalb der turnusmäßigen Sitzungen standen die Mitglieder des Aufsichtsrats in Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere die jeweiligen Vorsitzenden der beiden Unternehmensorgane. Auf diese Weise war der Aufsichtsrat über aktuelle Entwicklungen der Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorfälle jeweils zeitnah informiert. Sofern nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für einzelne Maßnahmen die Zustimmung des Aufsichtsrats oder eines Ausschusses erforderlich war, wurde hierüber Beschluss gefasst. Zu zustimmungspflichtigen Maßnahmen wurden vom Vorstand, soweit erforderlich, zusätzlich zur mündlichen Erläuterung Ausführungen in Textform erstellt, in denen erforderliche Informationen für die Entscheidungsfindung des Aufsichtsrats zusammengestellt sind. Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die Berichte und Beschlussvorlagen des Vorstands sorgfältig geprüft und in seinen Sitzungen eingehend erörtert. Über die dem Aufsichtsrat vorgelegten Unterlagen hinaus war eine Einsicht in weitere Dokumente der Gesellschaft durch den Aufsichtsrat im Berichtsjahr nicht erforderlich. Der Aufsichtsrat fasst Beschlüsse grundsätzlich in Sitzungen. Bei Bedarf werden Beschlüsse auch außerhalb von Sitzungen, insbesondere im Rahmen von Telefonkonferenzen oder im Umlaufverfahren, gefasst. Ferner tagt der Aufsichtsrat bei Bedarf ohne Vorstand. Sitzungen des Aufsichtsrats und wesentliche Themen Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats als Hybridveranstaltungen statt und zwei Beschlüsse wurden vom Aufsichtsrat im Umlaufverfahren gefasst. Im Berichtszeitraum wurden fünf Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren durch den Präsidialausschuss des Aufsichtsrats der SHWAG gefasst. In den ordentlichen Sitzungen des Jahres 2022, die am 30. März, 4. Mai, 19. Juli und 13. Dezember 2022 stattfanden, wurde der Aufsichtsrat anhand mündlicher und in Textform erstellter Berichte des Vorstands umfassend über alle relevanten Fragen zur E-Mobilität, zu den Auswirkungen des Ukrainekrieges sowie der Energiekrise, der Liquiditätsplanung, der Unternehmensstrategie, der sonstigen Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance des SHW-Konzerns unterrichtet. Dabei erläuterte der Vorstand u. a. die Umsatz- und Ertragsentwicklung des SHW-Konzerns und ging detailliert auf den Geschäftsverlauf der einzelnen Geschäftsbereiche unter Berücksichtigung des jeweiligen Wettbewerbsumfelds ein. Wiederkehrende Schwerpunkte in den Sitzungen des Aufsichtsrats waren im Übrigen die Umsetzung und Fortentwicklung der strategischen Ziele, die Planung des SHW-Konzerns sowie die geschäftliche Entwicklung des Geschäftsbereichs Pumpen und Motorkomponenten sowie des Geschäftsbereichs Bremsscheiben. Der Aufsichtsrat informierte sich weiterhin regelmäßig über Personalangelegenheiten. Zum Risikomanagement, zur Qualitätssicherung und offenen Kundenrisiken wurde ebenfalls regelmäßig berichtet. Schließlich behandelte der Aufsichtsrat das vom Vorstand der SHWAG vorgestellte und verabschiedete Budget für 2023 und setzte sich intensiv mit der Mittelfristplanung auseinander. Darüber hinaus erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zur Gründung einer Tochtergesellschaft der SHW Brake Systems GmbH in China sowie zu Grundstücksangelegenheiten. Ebenfalls beschlossen wurden diverse Großprojekte. Weiter legte der Aufsichtsrat die Zielgröße für die Frauenquote der SHWAG fest. Er befasste sich außerdem mit dem Vorschlag des Vorstands zur Durchführung der ordentlichen Hauptversammlung 2022 als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre mit Festlegung der weiteren Einzelheiten durch den Aufsichtsrat und der Beschlussfassung über die Beschlussvorschläge zur Tagesordnung der virtuellen Hauptversammlung 2022. Der Aufsichtsrat hat in der Bilanzsitzung den Jahresabschluss festgestellt sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der SHWAG jeweils zum 31. Dezember 2021 gebilligt und über die Beschlussvorschläge zur Tagesordnung der ordentlichen virtuellen Hauptversammlung am 10. Mai 2022 sowie den Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021 Beschluss gefasst. Ferner hat er über die Entlastung der Geschäftsführer von Tochtergesellschaften beschlossen. Abschlussprüfung Der vom Vorstand nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellte Konzernabschluss sowie Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 wurden vom Konzernabschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, 89073 Ulm, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. In diesem Zeitraum verantworteten Frau Dr. Katja Faul und Frau Nadine Müller als Unterzeichner des Bestätigungsvermerks die Konzernabschlussprüfung der SHW AG. Die Bestellung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Konzernabschlussprüfer erfolgt jeweils nur für die Dauer eines Geschäftsjahres. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand nach den Regelungen des HGB erstellten Jahresabschluss der SHWAG für das Geschäftsjahr 2022 sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht eingehend geprüft. Alle Abschlussunterlagen sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor. Der Konzern- und Jahresabschluss der SHW AG und der Konzernlagebericht wurden zunächst im Prüfungsausschuss und anschließend im Gesamtaufsichtsrat jeweils ausführlich besprochen. Die Abschlussprüfer haben an den Verhandlungen des Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats teilgenommen. Sie berichteten dabei über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Die Abschlussprüfer gingen ferner auf Umfang, Schwerpunkte sowie die Kosten der Abschlussprüfung ein. Umstände, die eine Befangenheit des Abschlussprüfers besorgen lassen, lagen nicht vor. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss seine Unabhängigkeit bestätigt. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Abschlussprüfung zugestimmt und nach Abschluss seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwände zu erheben sind. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss der SHWAG wurde vom Aufsichtsrat gebilligt. Auch der vom Abschlussprüfer geprüfte Konzernabschluss und Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat gebilligt. Mangels Bilanzgewinn kann der Vorstand keinen Gewinnverwendungsvorschlag nach § 170 Abs. 2 AktG machen. Insofern entfällt dann auch die Prüfung durch den Aufsichtsrat. Prüfung des Berichts des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Die Pankl AG, Kapfenberg, Österreich - eine Tochtergesellschaft der Pierer Industrie AG, Wels, Österreich - hielt zum 31. Dezember 2022 89,0 Prozent der Stimmrechte der SHW AG und damit die Stimmrechtsmehrheit, die Pierer Industrie AG selbst noch einmal 3,1 Prozent der Stimmrechte, zusammen also 92,1 Prozent der Stimmrechte. Gemäß § 312 AktG verfasste der Vorstand für das vergangene Geschäftsjahr daher einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht). Der Aufsichtsrat prüfte den Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und billigte ihn gemäß § 314 AktG. Das Gremium hatte nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwände gegen den Abhängigkeitsbericht und die darin enthaltene Schlusserklärung des Vorstands. Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat Im Berichtsjahr 2022 gab es in der Besetzung des Vorstands keine Veränderung. Ebenfalls gab es im Berichtsjahr 2022 keine Veränderung in der Besetzung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, allen Mitgliedern des Aufsichtsrats sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre Arbeit in einem außergewöhnlichen Jahr, die damit unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine stabile Geschäftsentwicklung der SHWAG ermöglicht haben.
Aalen, 22. März 2023 Für den Aufsichtsrat Klaus Rinnerberger, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
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