Stammdaten

Register
Amtsgericht Ansbach HRB 6158
Eingetragen
4.12.2015
Branche
Herstellung von SportgerätenGroßhandel mit Sportartikeln und -zubehörHerstellung von Fahrrädern sowie von Behindertenfahrzeugen
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Sportartikeln und Komponenten hierzu.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Karl jun. Ostler
seit 6.2.2023
Prokura
Matthias Weißkopf
seit 19.4.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert0.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
OEchsler Aktiengesellschaft
0.00%
0.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Oechsler Aktiengesellschaft
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

OECHSLER AG

Ansbach

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernlagebericht

I. Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell & Konzernstruktur

Der OECHSLER-Konzern versteht sich als moderner und innovativer Lösungsanbieter für High-Tech-Präzisionsteile und -baugruppen aus Kunststoff. Systemkompetenz und innovative Technologien sind Bausteine auf diesem Weg und sorgen für die erfolgreiche Bewältigung gegenwärtiger und künftiger Herausforderungen. Der OECHSLER-Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, ein stets attraktiver, zuverlässiger Problemlöser und langfristiger Partner seiner Kunden zu sein.

Das Leistungsspektrum umfasst neben der Fertigung von Präzisions-Kunststoffteilen und Baugruppen die Produktentwicklung und -montage, Prototyping, 3D-Drucktechnologie sowie einen hoch spezialisierten Werkzeugbau.

Der OECHSLER-Konzern gestaltet seine Fertigungsprozesse und Produkte ressourcenschonend und nachhaltig. Unsere Standorte sind nach den gängigen Normen im Bereich Umweltmanagement und Energiemanagement zertifiziert.

Im OECHSLER-Konzern fungiert die OECHSLER AG mit Sitz in Ansbach als Muttergesellschaft. Der OECHSLER-Konzern ist in Deutschland an den Standorten Ansbach, Weißenburg, Brodswinden und Nürnberg vertreten. An den inländischen Standorten verfügt das Unternehmen über besonderes Know-How in der Verzahnungs- und Getriebetechnik, in der Mehrkomponenten- und PIM-Spritzgießtechnik, dem 3D-Druck sowie im vollautomatischen Handling von Einlegeteilen. Eine leistungsfähige Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung, der eigene Werkzeug- und Formenbau sowie die teil- und vollautomatische Montage und Prüfung von kundenspezifischen Baugruppen runden das vielfältige Leistungsspektrum ab. Für ein führendes Verfahren im Bereich 3D-Druck insbesondere von Sportartikeln ist OECHSLER Weltmarktführer und betreibt Anlagen in Deutschland und China.

Die über die OECHSLER Motion Holding SE, Ansbach, gehaltenen Gesellschaften in Brodswinden (Deutschland), Acworth (USA) und Long An (Vietnam) bündeln die Geschäftsaktivitäten im Bereich der Fertigung, des Handels und des Vertriebs hochwertiger Artikel und Komponenten mit Schwerpunkt im Bereich 3D-Druck für alle Industrien sowie weiterer Fertigungsverfahren für Kunden im Bereich Sport.

Die OECHSLER Plastic Products (Taicang) Co., Ltd., Taicang , VR China, bietet die gesamte Leistungspalette der OECHSLER AG und ermöglicht es, die Bedürfnisse der Kunden nach Vorortbelieferung im asiatischen Raum abzudecken und so an dem Wachstum der dortigen Absatzmärkte teilzuhaben. Die OECHSLER Asia Holdings Private Limited, Singapur, fungiert als Holdinggesellschaft und unterstützt komplexe, von Kunden geforderte Geschäftsmodelle für den asiatischen Raum.

Die OECHSLER Romania s.r.l., Lipova, und die OECHSLER Mexico S.A. de C.V., Querétaro, bieten das Leistungsspektrum der OECHSLER AG mit Ausnahme von Entwicklungs- und Konstruktionsleistungen zur Abdeckung der Kundenbedürfnisse in Osteuropa bzw. dem früheren NAFTA-Raum. Am Standort Lipova wird zusätzlich die Kompetenz für die Stanzteilerstellung aufgebaut.

Strategie

Die Strategie des OECHSLER-Konzerns zielt darauf ab, den Unternehmenswert durch profitables Wachstum zu steigern und dadurch die langfristige Unabhängigkeit zu sichern. Weltweite Technologieführerschaft in der Kunststofftechnik ist unser Anspruch. Dies erreichen wir durch qualifizierte Mitarbeiter mit einer einheitlichen Wissensbasis, die auf allen drei Kontinenten höchste Qualitätsansprüche realisieren und dabei gezielt gefördert werden. Unsere Vertriebsaktivitäten zielen darauf ab, neben der partnerschaftlichen Entwicklung bestehender Geschäftsbeziehungen, neue Abnehmer und Märkte, denen unser Produkt- und Technologiespektrum Mehrwert bietet, mit individuellen Lösungen zu gewinnen, um die Abhängigkeit von Einzelkunden bzw. -projekten innerhalb eines Geschäftsfeldes zu begrenzen.

Forschung & Entwicklung

Technologische Innovationen und neue Produkte sind der Motor für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und nachhaltigen Unternehmenserfolg des OECHSLER-Konzerns. Insgesamt wurden unserem Anspruch folgend im F&E-Bereich 19,3 Mio. EUR (Vorjahr: 17,5 Mio. EUR) für Personal, Fremd- und Materialleistungen aufgewendet.

Forschung und Entwicklung werden künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen und in die zugeordneten Bereiche fließen überdurchschnittlich hohe Investitionen in Personalausbau und Anlagentechnik, um die technologische Kompetenz noch besser vermarkten zu können. Inhaltliche Schwerpunkte der Ausrichtung im Bereich Forschung und Entwicklung sind Aktuatorik und Additive Manufacturing.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden vom gesamten Konzern 44 Schutzrechte angemeldet. In den Jahren 2016 bis 2021 wurden damit 152 Schutzrechtsanmeldungen (Patente, Gebrauchsmuster, Design) eingereicht. Im Berichtszeitraum wurden, auch aus früheren Anmeldungen, 14 Patente nach Prüfung erteilt, 47 Gebrauchsmuster ohne Prüfung registriert und eine Marke eingetragen.

II. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 % und im gesamten Euroraum um 5,3 % gestiegen.

Die für die OECHSLER AG besonders relevante KfZ-Industrie verzeichnete weltweit eine rückläufige Nachfrage. Die Absatzeinbrüche in Folge der Covid-Pandemie betrugen in Europa 25 %, in den USA 13 %. China dagegen liegt in 2021 wieder auf dem Niveau von 2019. In allen Hauptmärkten für PKW sind die deutschen Hersteller und Tier-1 Zulieferer, die für OECHSLER eine hohe Bedeutung haben, überdurchschnittlich gut positioniert. Die privaten Konsumausgaben liegen im zweiten Pandemiejahr aufgrund diverser Beschränkungen weiterhin unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019.

Die für den OECHSLER-Konzern relevante Kunststoff verarbeitende Industrie in Deutschland verzeichnet im Jahr 2021 eine Umsatzsteigerung von 12,6 % und setzte 69,4 Mrd. EUR im In- und Ausland um. Im Bereich der technischen Teile, die das Produktspektrum des OECHSLER-Konzerns abbilden, kam es zu einer Steigerung von 10,7 %.

Das Branchenumfeld der Kunststoffverarbeiter ist weiterhin von einer Vielzahl eher mittelständischer Unternehmen geprägt.

Geschäftsverlauf

Der OECHSLER-Konzern konzentriert sich auf die Geschäftsfelder Automotive, Medical und Innovative Solutions. Im Gesamtkonzern verminderte sich der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 um 2,4 %. Der Rückgang ist durch die schwache Nachfrage in Folge der Corona-Pandemie begründet. Die ursprünglich getroffene Gesamtumsatzprognose, die eine Erhöhung zum Vorjahr vorgesehen hat, ist somit deutlich unterschritten worden. Der Anteil der Automobilindustrie am Gesamtumsatz erhöhte sich, wie im Vorjahr prognostiziert, von 61,7 % auf 69,5 %. Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsfeld Automotive um 10,0 %. Das Geschäftsfeld Innovative Solutions ist im Vergleich zum Vorjahr von 128,3 Mio. EUR auf 97,6 Mio. EUR stark um 23,9 % zurückgegangen. Im Geschäftsfeld Medical reduzierte sich der Umsatzanteil von 4,3 % auf 4,0 %.

Im Geschäftsfeld Automotive konnten die bestehenden Lieferbeziehungen zu einer Reihe namhafter Automobilzulieferer konsequent weiterentwickelt werden. Der Umsatz erhöhte sich um 23,3 Mio. EUR auf 256,8 Mio. EUR. Die Planung wurde um 4,6 % verfehlt.

Im Geschäftsfeld Medical ergab sich aufgrund reduzierter Abrufvolumina ein Rückgang und somit eine deutlich schlechtere Entwicklung als geplant.

Im Geschäftsfeld Innovative Solutions wurde ein Rückgang der Umsatzvolumina verzeichnet. Der Rückgang liegt unter der ursprünglichen Planung.

Der Auftragsbestand für Serienlieferungen liegt für den Betrachtungshorizont von einem Jahr zum 31. Dezember 2021 bei 335,6 Mio. EUR (Vorjahr: 305,5 Mio. EUR).

Lage

Ertragslage

Umsatzentwicklung des OECHSLER-Konzerns für die Berichtsjahre in Mio. EUR:

Geschäftsfeld 2021 2020 Veränderung
Automotive 256,8 233,5 10,0%
Medical 14,9 16,3 -9,1%
Innovative Solutions 97,6 128,3 -23,9%
Summe 369,3 378,2 -2,4%

Im Berichtsjahr belief sich der Aufwand für Material auf 181,0 Mio. EUR (Vorjahr: 171,3 Mio. EUR). Der Anteil der bezogenen Leistungen beträgt hiervon 7,0 Mio. EUR (Vorjahr: 7,6 Mio. EUR). Der gesamte Wert der Vorräte beläuft sich zum Ende des Berichtsjahres auf 65,0 Mio. EUR (Vorjahr: 53,0 Mio. EUR).

Der Konzernumsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 2,4 % auf 369,3 Mio. EUR (Vorjahr: 378,2 Mio. EUR). Die Kosten der Umsatzerlöse sind im Vorjahresvergleich aufgrund gestiegener Materialkosten nur um 1,9 % auf 301,5 Mio. EUR (Vorjahr: 307,2 Mio. EUR) zurückgegangen. Das Bruttoergebnis vom Umsatz verminderte sich dementsprechend im Geschäftsjahr um 4,5 % im Vergleich zum Vorjahr.

Das Verhältnis der Vertriebs-, Verwaltungs- sowie Forschungs- und Entwicklungskosten am Umsatzvolumen steigt mit einem Wert von 15,2 % (Vorjahr: 14,3 %) durch erhöhte Vertriebskosten, vorwiegend in den Personalkosten, sowie den Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten trotz Einsparungen bei den Verwaltungskosten an.

Die Steigerung der sonstigen betrieblichen Erträge um 3,3 Mio. EUR auf 8,6 Mio. EUR (Vorjahr: 5,3 Mio. EUR) ist im Wesentlichen auf höhere Erträge aus Währungskursdifferenzen, Mehrerlöse aus Anlagenabgängen sowie höhere periodenfremde Erträge zurückzuführen.

Die Reduzierung bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 5,0 Mio. EUR auf 2,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,8 Mio. EUR) ist im Wesentlichen auf niedrigere Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen im Vergleich zum Vorjahr und geringere periodenfremde Aufwendungen zurückzuführen.

Das EBIT liegt bei 17,4 Mio. EUR nach 14,3 Mio. EUR im Vorjahr. Die EBIT-Marge beträgt 4,7 % (Vorjahr: 3,8 %).

Das Finanzergebnis liegt bei 1,7 Mio. EUR (Vorjahr: -6,4 Mio. EUR). Der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2021 weist einen Konzernjahresüberschuss von 15,0 Mio. EUR (Vorjahr: 5,7 Mio. EUR) sowie ein Gesamtergebnis von 22,5 Mio. EUR (Vorjahr: 3,8 Mio. EUR) aus.

Bereinigt um Sondereffekte ergibt sich aufgrund des im Vergleich zur Planung deutlich niedrigeren Konzernumsatzes trotz der niedrigeren Kosten der Umsatzerlöse, niedrigeren Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten sowie den geringer ausfallendenden Forschungs- und Entwicklungskosten eine Unterschreitung der Jahresplanung im Betriebs- und Konzernjahresergebnis.

Finanzlage

Im Mittelpunkt des Finanzmanagements des OECHSLER-Konzerns steht die Aufgabe die jederzeitige Liquidität der Gruppe sicherzustellen, um den Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Der OECHSLER-Konzern konnte 2021 einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 40,9 Mio. EUR (Vorjahr: 95,3 Mio. EUR) erzielen. Die Investitionen konnten vollständig aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit finanziert werden. Das Guthaben bei Kreditinstituten liegt bei 70,9 Mio. EUR (Vorjahr: 89,3 Mio. EUR).

Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 22,1 Mio. EUR nach 19,3 Mio. EUR im Vorjahr. Dabei entfallen auf das Sachanlagevermögen 21,6 Mio. EUR (Vorjahr: 18,8 Mio. EUR) und auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens 0,5 Mio. EUR (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR).

Die Investitionen im Inland von 10,8 Mio. EUR (Vorjahr: 10,3 Mio. EUR) betrafen im Wesentlichen mit 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 1,3 Mio. EUR) Grundstücke und Bauten, mit 4,7 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR) Technische Anlagen und Maschinen und mit 1,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR) Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionstätigkeit in Technische Anlagen und Maschinen betraf hauptsächlich die 3D-Druck Technologie sowie Automatisierungslösungen.

An den asiatischen Standorten wurde in 2021 mit insgesamt 7,1 Mio. EUR (Vorjahr: 3,2 Mio. EUR) insbesondere in den Ersatz von Technischen Anlagen und Maschinen und ein vollautomatisiertes Lagersystem investiert. Am Standort Mexiko und bei der rumänischen Tochtergesellschaft betreffen die Investitionen in 2021 mit insgesamt 3,3 Mio. EUR (Vorjahr: 5,1 Mio. EUR) vor allem die Beschaffung von Technischen Anlagen und Maschinen zur Kapazitätserweiterung und der Beschaffung von Geschäftsausstattung im IT-Umfeld.

Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau haben sich um 7,5 Mio. EUR auf 13,1 Mio. EUR (Vorjahr: 5,6 Mio. EUR) deutlich erhöht.

Zum Stichtag bestanden vertragliche Pflichten für den Erwerb von Sachanlagen für Technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 7,8 Mio. EUR (Vorjahr: 4,8 Mio. EUR).

Die zur Sicherung der Liquidität bestehenden Kontokorrentlinien von 90,5 Mio. EUR (Vorjahr: 85,5 Mio. EUR) waren zum Stichtag in Höhe von 9,2 Mio. EUR (Vorjahr: 25,7 Mio. EUR) in Anspruch genommen worden.

Zentraler Baustein der langfristigen Finanzierung der OECHSLER AG sind Schuldscheindarlehen. Das im Jahr 2015 abgeschlossene Schuldscheindarlehen wurde im Berichtsjahr vollständig und vorzeitig getilgt. Das im Jahr 2017 über den Kapitalmarkt aufgenommene Schuldscheindarlehen über 75 Mio. € mit Laufzeiten der drei Tranchen bis 2022 / 2024 / 2027 wurde im Jahr 2021 mit einem Betrag von 4 Mio. EUR vorzeitig getilgt.

Am Standort Taicang bestehen festverzinsliche Darlehen in lokaler Währung über 6,5 Mio. EUR (Vorjahr: 7,7 Mio. EUR), die in den Jahren 2022 - 2025 getilgt werden. Für die Finanzierung besteht kein Währungsrisiko. Alle weiteren Finanzierungen des OECHSLER-Konzerns sind marktüblich und lauten auf die Währungen Euro, USD und chinesischer Renminbi.

Der OECHSLER-Konzern unterliegt keinen externen Mindestkapitalanforderungen.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich im Geschäftsjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 28,1 Mio. EUR auf 374,5 Mio. EUR (Vorjahr: 402,6 Mio. EUR) reduziert.

Im Bereich der kurzfristigen Vermögenswerte sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vorjahresvergleich auf 73,4 Mio. EUR (Vorjahr: 75,5 Mio. EUR) aufgrund der niedrigeren Umsätze zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich im Berichtsjahr der Bestand an Vorräten auf 65,0 Mio. EUR (Vorjahr: 53,0 Mio. EUR), unter anderem auch um der globalen Materialverknappung aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation entgegenzuwirken. Die Vertragsvermögenswerte erhöhten sich um 0,5 Mio. EUR auf 10,8 Mio. EUR (Vorjahr: 10,3 Mio. EUR). Die sonstigen Vermögenswerte verringerten sich um 4,2 Mio. EUR auf 10,4 Mio. EUR (Vorjahr: 14,7 Mio. EUR). Der Anteil von kurzfristigen Vermögenswerten steigt im Vergleich zum Vorjahr mit 61,6 % (Vorjahr: 60,3 %) im Wesentlichen aufgrund der deutlichen Verminderung der Sachanlagen.

Im Bereich der langfristigen Vermögenswerte sinkt das Sachanlagevermögen deutlich um 15,9 Mio. EUR auf 134,9 Mio. EUR (Vorjahr: 150,8 Mio. EUR).

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich aufgrund der niedrigeren Bilanzsumme von 52,5 % im Vorjahr auf 60,8 % im Berichtsjahr. Die hohe, über dem Branchendurchschnitt liegende Eigenkapitalquote drückt die finanzielle Stabilität des OECHSLER-Konzerns als langfristigen Projektpartner seiner Kunden aus.

Die Finanzverbindlichkeiten vermindern sich auf 88,5 Mio. EUR (Vorjahr: 128,7 Mio. EUR). Korrespondierend gingen ebenfalls die liquiden Mittel auf 70,9 Mio. EUR (Vorjahr: 89,3 Mio. EUR) zurück. Hierin enthalten ist eine Verminderung in Höhe von 6,5 Mio. EUR aus den Leasingverbindlichkeiten entsprechend der Vertragslaufzeiten. Die binnen eines Jahres fällige Finanzierung beträgt 19,0 Mio. EUR nach 39,6 Mio. EUR im Vorjahr. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich auf 18,4 Mio. EUR (Vorjahr: 22,2 Mio. EUR). Die kurzfristigen Rückstellungen sind im Vergleich zum Vorjahr mit 7,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,5 Mio. EUR) leicht erhöht. Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten reduzieren sich stichtagsbedingt um 2,2 Mio. EUR auf 17,2 Mio. EUR (Vorjahr: 19,4 Mio. EUR). Die Vertragsverbindlichkeiten erhöhten sich um 1,1 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1,4 Mio. EUR). Die Vertragsverbindlichkeiten auf jeweilige Projektaufträge wurden mit den jeweiligen Vertragsvermögenswerten saldiert. Im langfristigen Bereich liegen die Rückstellungen mit 12,0 Mio. EUR (Vorjahr: 11,9 Mio. EUR) leicht über Vorjahresniveau.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Geschäftsverlauf, die Lage und das Ergebnis der Gesellschaft durch die gesamtwirtschaftliche Situation in Folge der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden konjunkturellen Entwicklung aus Jahressicht beeinträchtigt wurden. Staatliche Corona-Hilfen, außer der Kurzarbeit im Inland, wurden nicht in Anspruch genommen. Die wirtschaftliche Entwicklung wird den Umständen entsprechend als zufriedenstellend eingeschätzt.

Personal

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern 2.965 (Vorjahr: 2.997) aktive Mitarbeiter beschäftigt. Hiervon waren 1.380 (Vorjahr: 1.399) im Inland tätig. Der OECHSLER-Konzern gehört mit der OECHSLER AG laut Erhebung der Industrie- und Handelskammer im Bereich der produzierenden Industrie zu den 15 größten Arbeitgebern in Mittelfranken. Die Anzahl der Auszubildenden ist im Geschäftsjahr 2021 im Inland mit 73 (Vorjahr: 82) gesunken. Damit konnte im Bereich Beschäftigung und Ausbildung unverändert ein wesentlicher Beitrag zur Förderung und Stärkung der Region Mittelfranken geleistet werden.

An den asiatischen Standorten ist die Zahl der Mitarbeiter zum 31.12.2021 auf 1.000 (Vorjahr: 1.032) gesunken. In Osteuropa waren zum Jahresende 240 Mitarbeiter (Vorjahr: 264) beschäftigt. Im früheren NAFTA Raum betrug die Mitarbeiterzahl zum Jahresende 310 (Vorjahr: 303). Die kontinuierliche Fortbildung und die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter sind ein zentraler Wettbewerbsfaktor in unserem technologieorientierten Wettbewerbsumfeld.

III. Prognose- Risiko - und Chancenbericht

Prognosebericht

Ausblick auf die Geschäftsjahre 2022 und 2023

Der OECHSLER-Konzern hat für 2022 eine Umsatzsteigerung von 12,3 % geplant. Für das Folgejahr 2023 erwarten wir ein deutliches Wachstum. Auf Basis der Planzahlen gehen wir aufgrund des Umsatzwachstums und des daraus resultierenden höheren Bruttoergebnis vom Umsatz trotz geplanter relevanter Erhöhung der Vertriebs-, der Allgemeinen Verwaltungs- sowie der Forschungs- und Entwicklungskosten, bei deutlich geringer geplanten sonstigen betrieblichen Erträgen von einem ähnlichen Konzernjahresergebnis 2022 wie in 2021 aus. Die Mitarbeiterzahl steigt in 2022 an.

Der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine hat gegenwärtig keine unmittelbaren Folgen auf die Supply-Chain der OECHSLER AG, da weder Kunden noch Lieferanten in Russland oder der Ukraine ansässig sind. Unabhängig davon sind zu erwartende negative Auswirkungen in der verabschiedeten Unternehmensplanung nicht berücksichtigt und würden einen Einfluss auf Umsatz und Ertrag haben. Eine abschließende Beurteilung der Effekte ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich möglich.

Die Zahlen bis Ende Februar weisen aufgrund der allgemein verhaltenen Wirtschafts- und Branchenentwicklung insbesondere auch in Asien auf eine unterplanmäßige Umsatz- und Ergebnisentwicklung hin.

Die Investitionen können vollständig aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sowie den Flüssigen Mitteln gedeckt werden. Die Eigenkapitalquote als ein zentraler Faktor der Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns verbleibt auf einem hohen Niveau.

Für die Geschäftsfelder sind nach unserer Einschätzung folgende Entwicklungen zu antizipieren:

Automotive:

Durch die hohen Volumina, die relative Planungssicherheit und die langen Produkt-Lebenszyklen bleibt das Geschäftsfeld Automotive für den OECHSLER-Konzern auch weiterhin sehr attraktiv und wird in 2022 knapp 71 % zum Umsatzvolumen beitragen.

Medical:

Im Geschäftsfeld Medical erwartet der OECHSLER-Konzern im Jahr 2022 eine nahezu gleichbleibende Umsatzentwicklung.

Innovative Solutions:

Im Geschäftsfeld Innovative Solutions erwarten wir im Jahr 2022 eine Umsatzsteigerung von 6,5%.

Die Folgen der Corona-Krise beeinträchtigen insbesondere durch die reduzierte Nachfrage der Kunden in Folge der Halbleiterversorgung der Automobilhersteller weiter die Geschäfte des OECHSLER Konzerns. Die unterstellten Auswirkungen sind in die Unternehmensplanung eingearbeitet.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass im Branchenumfeld aufgrund des Strukturwandels und Preiswettbewerbes Wachstum nur über Innovation zu erzielen sein wird. Aus diesem Grund investiert OECHSLER weiter zu Lasten der Profitabilität in Forschung und Entwicklung.

Risikobericht

Risikomanagement

Das Risikomanagement des OECHSLER-Konzerns identifiziert und dokumentiert ergebnis- oder bestandsgefährdende Risiken. Es bezieht alle in- und ausländischen Gesellschaften des OECHSLER-Konzerns mit ein. Eine regelmäßige Risikoerhebung bewertet alle Risiken, die die Geschäftsentwicklung beeinflussen könnten, hinsichtlich ihrer Bedeutung. Dabei werden ähnliche bzw. gleiche Risiken bei in- und ausländischen Gesellschaften zusammengefasst und so in ihrer Bedeutung für den Konzern transparent gemacht. Abhängig vom Ergebnis werden geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung mit hoher Priorität erarbeitet und zeitnah umgesetzt.

Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung

Der OECHSLER-Konzern ist mit seinem Produktspektrum den typischen Geschäftsrisiken ausgesetzt, welche Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Dazu gehören insbesondere konjunkturinduzierte Nachfragerückgänge, schwierige Neukundengewinnung zur Kompensation von Geschäften, die am Ende des Produktlebenszyklus stehen, die potenzielle Verlagerung bestehender Projekte auf Wunsch der Kunden, Qualitäts- und Einkaufspreisrisiken sowie Risiken aus der technologischen Weiterentwicklung von Industriegütern und deren Fertigungsanforderungen. Das Geschäftsmodell ist von hoher Fixkostenintensität geprägt, die durch den Ressourcenaufbau im Bereich Personal und durch Anlagen im Bereich eigener Produktinnovation für die erst noch Kundenaufträge gewonnen werden müssen, weiter ansteigt.

Im Bereich der Herstellungskosten sind verschiedene Kostenstruktur- und Produktivitätsverbesserungen z.B. durch die Implementierung von Automatisierungslösungen in die Planung eingearbeitet. Sollten diese nicht planmäßig realisiert werden können, entstehen Mehrkosten und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit für Neuprojekte sinkt.

Ferner ist der OECHSLER-Konzern nachhaltig Risiken, die sich aus der Ausfallmöglichkeit von Kunden, von Zulieferern und Dienstleistern, für die kurzfristig kein adäquater Ersatz besteht, ausgesetzt. Beschaffungsseitig ergeben sich häufig Abhängigkeiten von einem Lieferanten für bestimmte Materialien, welche zur Serienfertigung durch den Kunden freigegeben sind. Im Falle fehlender Materialverfügbarkeit kann sich hier eine unmittelbare Auswirkung auf den potenziell zu erzielenden Umsatz und Deckungsbeitrag ergeben. Sich verändernde Rohstoffpreise können teilweise nur verzögert oder anteilig an die Kunden weitergegeben werden. Zu Jahresbeginn 2022 ist das Thema Materialverfügbarkeit gerade in der Automobilbranche stark diskutiert. Der OECHSLER-Konzern erwartet hieraus aus Jahressicht keine negativen Auswirkungen auf die Unternehmensplanung, da entsprechende Annahmen im Planungsprozess berücksichtigt wurden.

Die Weiterentwicklung der Geschäftsaktivitäten im Bereich des 3D-Druck bringt in den nächsten Jahren einen zusätzlichen Finanzbedarf mit sich.

Neben den Ausfallrisiken von Kundenforderungen sind die international tätigen Konzernunternehmen weiteren Finanzrisiken ausgesetzt. Diese umfassen im Wesentlichen sowohl Liquiditätsrisiken als auch Zins- und Währungskursschwankungen. Forderungsausfallrisiken werden durch präventive Bonitätsprüfungen und laufende Überwachung der Zahlungsziele weitestgehend ausgegrenzt. Das Forderungsausfallrisiko wird durch eine entsprechende Versicherung abgedeckt. Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen entspricht dem Buchwert der Forderungen abzüglich des durch die Kreditausfallversicherung gedeckten Betrags. Eine auf einen festen Planungshorizont ausgerichtete Liquiditätsvorschau sowie eine im OECHSLER-Konzern vorhandene, geringfügig genutzte Kreditlinie stellen jederzeit die Liquiditätsversorgung sicher. Durch im Wesentlichen fest verzinsliche Finanzierungen besteht nur ein geringes Zinsrisiko.

Eine wichtige Herausforderung des OECHSLER-Konzerns liegt in der Weiterführung der Internationalisierung, die insbesondere den wachsenden Anforderungen der Kunden an Vor-Ort-Belieferung und an eine adäquate Kostenstruktur bei komplexen Projekten Rechnung trägt und somit einen wesentlichen Bestandteil der künftigen Wettbewerbsfähigkeit auf globalen Märkten darstellt.

Die Automobilindustrie befindet sich im Wandel zur Elektromobilität. Es besteht das Risiko, dass Produkte im klassischen Motorenbereich, die im OECHSLER-Konzern einen geringen Anteil der Umsätze darstellen, einer rückläufigen Nachfrage und Rentabilität unterliegen werden. Mittlerweile haben aber auch fast alle Automobilhersteller das Ende Ihrer Entwicklungstätigkeiten auf dem Gebiet der Verbrennungsmotoren angekündigt, so dass Komponenten im Verbrennungsmotor und auch damit einhergehende Neuprojekte weniger nachgefragt werden.

Die steigenden Entwicklungsaufwendungen mit dem Ziel das Produktportfolio des OECHSLER-Konzerns auch unabhängiger vom Automobilmarkt zu machen sind der Strategie folgend, durch die angestrebten Alleinstellungsmerkmale, wichtiger Bestandteil für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns. Diese können aber fallweise in nicht wettbewerbsfähigen Produkten enden, so dass die Erneuerung des Produktportfolios und damit einhergehende mittelfristige Wachstumspläne schwächer als geplant ausfallen könnten. Ein höherer Anteil an Entwicklungstätigkeit erhöht das Risiko von Patentstreitigkeiten, die im OECHLSER-Konzern durch einen Patentanwalt überwacht werden.

Gleichzeitig stellt die internationale Aufstellung hohe Herausforderungen an das Management hinsichtlich der Integration von übergreifenden Prozessen und der Sicherstellung eines standortübergreifend gleich- bleibenden Qualitätsniveaus. Die Weiterentwicklung der Standorte in Mexiko, Rumänien und Vietnam erfordert darüber hinaus einen nicht unerheblichen Kapitaleinsatz, der auch langfristig durch entsprechende Gewinnausschüttungen aus den Standorten gedeckt sein muss.

Aufgrund der umfangreichen zeitlichen, technischen und wirtschaftlichen Verkettung der Beziehungen zu Lieferanten und Kunden können sich rechtliche Risiken, zum Beispiel aus Produktrückruf oder Lieferverzögerungen, ergeben. Diese Risiken sind soweit wie möglich durch Verträge, tatsächliches Handeln und Versicherungsschutz abgedeckt. Für im Einzelfall auftretende (Rechts-) Streitigkeiten werden entsprechend dem tatsächlichen Risiko Rückstellungen gebildet.

Der OECHSLER-Konzern ist als mittelständischer Zulieferer, insbesondere im Automobilsektor, stetigem Preisdruck der Abnehmer ausgesetzt. Die Beschaffungsmacht bei Vorlieferanten ist hingegen oftmals gering. Diese Situation zwingt zu stetigen internen Prozessoptimierungen und laufenden Profitabilitätsüberwachungen aller Geschäfte. Durch den hohen Anteil der deutschen Premium-Kfz Hersteller am Gesamtumsatz stellt deren Abhängigkeit vom Absatzmarkt China ein mittelbares Risiko für den OECHSLER-Konzern dar. Die Geschäftsaussichten in Mexiko könnten sich durch eine anteilige Verlagerung der Automobilproduktion in die USA verändern, wenngleich das Risiko in Folge der neu gewählten US-Administration deutlich gesunken ist.

Dem Risiko des ungeplanten Ausfalls von Lieferanten und Kunden begegnen wir durch ein aktives Management der Geschäftsbeziehungen. Wir erwarten erhöhte Insolvenzzahlen von Lieferanten, deren Geschäftsmodell sich auf das Inland und nur das europäische Ausland erstreckt. Das Forderungsausfallrisiko gegenüber Kunden ist durch eine entsprechende Versicherung abgedeckt.

Auch stellt der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine, die wiederbelebte und strengere Klimapolitik sowie der Handelskonflikt zwischen den USA und China eine indirekte Gefahr für die globalen Absatzchancen deutscher Premiumfahrzeuge, in die ein überproportionaler Anteil der OECHSLER-Produkte einfließt, dar.

Das richtige Personal ist der Schlüsselfaktor zum Erfolg. Der OECHSLER-Konzern benötigt für die kontinuierliche Weiterentwicklung Mitarbeiter aller Qualifikationen, die in einem engen Arbeitsmarkt nicht mehr in dem Umfang zur Verfügung stehen, wie in der Vergangenheit.

Die Corona-Pandemie ist trotz erster Erfolge mit Impfungen noch nicht besiegt. Eine Verschärfung der Krise könnte zu temporären, nicht in der Planung berücksichtigten, Umsatzausfällen führen.

Aufgrund der hohen Eigenkapitalausstattung und gesicherter Finanzierungen stellt ein mögliches Zinsänderungsrisiko ein für die Gesellschaft untergeordnetes Risiko dar.

Insgesamt betrachtet die Geschäftsleitung die Risiken aufgrund der sehr guten Kapitalausstattung sowie der sehr guten Liquiditätsposition als beherrschbar und diese sind, soweit nicht anders ausgeführt, in den Planungen berücksichtigt.

Chancenbericht

Der OECHSLER Konzern hat relevantes Know-How in 3D-Drucktechnologie aufgebaut. Diese Technologie erlaubt es, dem Trend nach kundenspezifischen Lösungen bei kleinen und mittleren Volumina teilweise besser als im Spritzgießverfahren Rechnung zu tragen. Für den OECHSLER-Konzern besteht hier die Chance, die in der Planung unterstellten Umsätze in dieser Technologie deutlich zu überschreiten.

Die zunehmende Rolle als global aufgestellter Lieferant anspruchsvoller und innovativer Baugruppen birgt Chancen, von dem Wachstum neuer Marktsegmente überdurchschnittlich stark zu profitieren und dabei auch attraktive Margen zu erzielen.

Die Internationalisierung bietet die Chance, dass der OECHSLER-Konzern langfristig noch stärker als attraktiver Systemlieferant der internationalen Großkunden wahrgenommen wird. Tendenzen der Kunden, zentrale Produkte durch Abkehr von Single-Sourcing Lösungen abzusichern, können in einer internationalen Aufstellung besser als von vergleichbaren Wettbewerbern Rechnung getragen werden.

Nach Ende der Corona-Krise erwarten viele Ökonomen einen Boom aufgrund ausgefallener oder zurückgestellter Nachfrage. Daraus könnte sich ein relevanter zusätzlicher Umsatz- und Ergebnisbeitrag ergeben, der in die Unternehmensplanung nicht eingearbeitet ist. Dies gilt ebenso, wenn die Automobilhersteller die Versorgungsengpässe mit Halbleitern früher als in den Branchenerwartungen unterstellt, auflösen können.

Der OECHSLER-Konzern hat sich 2021 in einem durch die Corona-Krise und deren unmittelbaren Folgen herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld solide weiterentwickelt und seine finanzielle Stärke weiter ausgebaut. Wichtige Projekte mit zukunftsweisenden Technologien haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Die Grundlagen für weiteres langfristiges Wachstum in allen Geschäftsfeldern, insbesondere auch der Tochtergesellschaften, sind gelegt. Die überaus engagierte Belegschaft erlaubt eine noch gezieltere Nutzung und den Ausbau der Wettbewerbsvorteile Technologie, Fertigungs-Know-How, Internationalität und Kapitalausstattung.

 

Ansbach, den 26. April 2022

Der Vorstand der OECHSLER AG

Dr. Claudius Kozlik

Christoph Faßhauer

Michael Meyer

Konzernbilanz

Aktiva

in TEUR Anhang 31.12.2021 31.12.2020
A. Kurzfristige Vermögenswerte      
I. Flüssige Mittel III (1) 70.895 89.295
II. Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte III (2) 10.399 14.242
1. Geleistete Anzahlungen   2.924 4.805
2. Sonstige Vermögenswerte   7.475 9.437
III. Sonstige finanzielle Vermögenswerte III (3) 4 463
1. Derivative Finanzinstrumente   4 1
2. Sonstige finanzielle Vermögenswerte   0 462
IV. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Fertigungsaufträgen III (4) 73.438 75.506
V. Vertragsvermögenswerte III (5) 10.833 10.300
VI. Vorräte III (6) 64.986 53.026
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe   36.342 27.465
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen   6.906 7.304
3. Fertige Erzeugnisse und Waren   21.738 18.257
Summe kurzfristige Vermögenswerte   230.555 242.832
B. Langfristige Vermögenswerte      
I. Sachanlagen III (7) 134.898 150.772
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken   62.199 70.290
2. Technische Anlagen und Maschinen   51.241 65.996
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung   8.402 8.886
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau   13.056 5.600
II. Immaterielle Vermögenswerte III (8) 4.370 4.408
1. Landnutzungsrecht   2.491 2.324
2. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   1.261 1.458
3. Geschäfts- oder Firmenwert   618 626
III. Latente Steuerforderungen III (9) 4.266 4.055
IV Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte III (10) 156 292
V Sonstige finanzielle Vermögenswerte III (11) 218 209
Summe langfristige Vermögenswerte   143.908 159.736
Summe der Aktiva   374.464 402.567

Passiva

     
in TEUR Anhang 31.12.2021 31.12.2020
A. Kurzfristige Schulden      
I. Finanzverbindlichkeiten III (12) 18.968 39.571
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   18.299 31.957
2. Sonstige Finanzverbindlichkeiten   669 7.614
II. Kurzfristige Verbindlichkeiten III (13) 18.352 22.155
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   18.352 22.155
III. Rückstellungen III (14) 7.802 7.458
1. Steuerrückstellungen   2.314 2.899
2. Sonstige Rückstellungen   5.488 4.559
IV. Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten III (15) 16.576 18.954
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen   718 1.772
2. Sonstige Verbindlichkeiten   15.858 17.182
V. Vertragsverbindlichkeiten III (16) 2.542 1.399
Summe kurzfristige Schulden   64.240 89.537
B. Langfristige Schulden      
I. Finanzverbindlichkeiten III (17) 69.521 89.164
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   68.743 88.802
2. Sonstige Finanzverbindlichkeiten   778 362
II. Langfristige Verbindlichkeiten III (18) 264 39
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   264 39
III. Rückstellungen III (19) 12.023 11.864
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen   11.298 11.864
2. Rückstellung für Altersteilzeit   725 0
IV. Latente Steuerverbindlichkeiten III (9) 26 29
V. Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten III (20) 577 410
Sonstige Verbindlichkeiten   577 410
Summe langfristige Schulden   82.411 101.506
C. Eigenkapital III (21)    
I. Gezeichnetes Kapital   6.250 6.250
II. Kapitalrücklage   13.066 13.066
III. Gewinnrücklagen   17.983 17.973
IV. Kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitaländerungen   5.571 -1.919
V. Konzernbilanzgewinn   184.943 176.154
Summe Eigenkapital   227.813 211.524
Summe der Passiva   374.464 402.567

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Werte
in TEUR
Anhang 2021 2020
Umsatzerlöse IV (1) 369.256 378.188
Kosten der Umsatzerlöse   -301.493 -307.202
Bruttoergebnis vom Umsatz   67.763 70.986
Vertriebskosten   -16.273 -14.507
Allgemeine Verwaltungskosten   -20.594 -22.091
Forschungs- und Entwicklungskosten   -19.285 -17.494
Sonstige betriebliche Erträge IV (5) 8.553 5.258
Sonstige betriebliche Aufwendungen IV (6) -2.810 -7.846
EBIT   17.353 14.306
Zinserträge   145 93
Zinsaufwand   -1.980 -2.842
Währungskursgewinne/-verluste   3.523 -3.630
Finanzergebnis IV (7) 1.688 -6.379
Ergebnis vor Ertragssteuern   19.041 7.927
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag IV (8) -4.001 -2.239
Konzernjahresüberschuss   15.040 5.688
Gewinnvortrag   169.911 170.514
Zuführung zu Rücklagen   -10 -49
Konzernbilanzgewinn   184.943 176.153
Werte in TEUR Anhang 2021 2020
Konzernjahresüberschuss   15.040 5.688
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen   801 -650
Latente Steuern   -232 188
Nettoergebnis aus der Veränderung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen   569 -462
Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen, die anschließend nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden   569 -462
Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen   6.921 -1.410
Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen, die anschließend in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind   6.921 -1.410
Summe der im sonstigen Gesamtergebnis erfassten Wertänderungen   7.490 -1.872
Gesamtergebnis   22.530 3.816

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Erfolgsneutrale Eigenkapitaländerungen
(kumuliertes sonstiges Ergebnis)
Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen
TEUR
Differenz aus der Währungsumrechnung
TEUR
1. Januar 2020 6.250 13.066 17.924 -3.233 3.186
Kapitalumgliederung 0 0 49 0 0
Steuer auf EK-Transaktionen 0 0 0 0 0
Gewinnausschüttung 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 2020 0 0 0 -462 -1.410
31. Dezember 2020 6.250 13.066 17.973 -3.695 1.776
Konzernergebnis
TEUR
Eigenkapital gesamt
TEUR
1. Januar 2020       172.395 209.587
Kapitalumgliederung       -49 0
Steuer auf EK-Transaktionen       -631 -631
Gewinnausschüttung       -1.250 -1.250
Gesamtergebnis 2020       5.688 3.816
31. Dezember 2020       176.153 211.524
Erfolgsneutrale Eigenkapitaländerungen
(kumuliertes sonstiges Ergebnis)
Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen
TEUR
Differenz aus der Währungsumrechnung
TEUR
1. Januar 2021 6.250 13.066 17.973 -3.695 1.776
Kapitalumgliederung 0 0 10 0 0
Steuer auf EK-Transaktionen 0 0 0 0 0
Gewinnausschüttung 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 2021 0 0 0 569 6.921
31. Dezember 2021 6.250 13.066 17.983 -3.126 8.697
Konzernergebnis
TEUR
Eigenkapital gesamt
TEUR
1. Januar 2021       176.153 211.524
Kapitalumgliederung       -10 0
Steuer auf EK-Transaktionen       10 10
Gewinnausschüttung       -6.250 -6.250
Gesamtergebnis 2021       15.040 22.530
31. Dezember 2021       184.943 227.813

Konzern-Kapitalflussrechnung

TEUR 2021 2020
Konzernjahresüberschuss 15.040 5.688
Ertragssteueraufwand 4.001 2.239
Konzernjahresüberschuss vor Ertragssteuern 19.041 7.927
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 34.536 45.673
Zunahme/ Abnahme der Rückstellungen 970 556
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen -1.520 -1.612
Gewinn/ Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -1.169 108
Abnahme/ Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 3.643 48.994
Zunahme/ Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -8.136 -6.343
Zinserträge/ Zinsaufwendungen 1.834 2.749
Gezahlte Ertragsteuern -8.253 -2.774
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 40.946 95.279
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 9.687 659
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -19.021 -15.505
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -547 -539
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -9.881 -15.384
Dividendenzahlungen -6.250 -1.250
Erhaltene Zinsen 145 102
Gezahlte Zinsen -1.913 -2.602
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden/ Darlehen 11.399 14.447
Auszahlungen zur Tilgung von Finanzschulden/ Tilgungen von Darlehen -54.962 -45.541
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -51.581 -34.843
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -20.517 45.051
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 2.116 -1.211
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 89.295 45.454
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 70.895 89.295

Konzernanhang

I. Allgemeine Angaben

(1) Allgemeines zur OECHSLER AG

Die OECHSLER AG hat ihren Sitz in der Matthias-Oechsler-Straße 9, 91522 Ansbach, Deutschland. Die Gesellschaft OECHSLER AG mit Sitz in Ansbach ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ansbach unter HRB 3182 eingetragen.

Die Geschäftstätigkeiten des OECHSLER-Konzerns reichen von der Entwicklung und Herstellung von Formen und Werkzeugen für Eigen- und Fremdaufträge bis zur Produktion, Montage und Vertrieb von Präzisionsteilen und Baugruppen aus Kunststoff auch im 3D-Druckverfahren. Zentrale Geschäftsfelder sind insbesondere die Bereiche Automotive, Medical und Innovative Solutions.

(2) Darstellung des Konzernabschlusses der OECHSLER AG

Allgemeines

Der Konzernabschluss der OECHSLER AG zum 31. Dezember 2021 wurde in Anwendung von § 315e (1) HGB i. V. m. § 315e (3) HGB nach den am Abschlussstichtag in der Europäischen Union (EU) gültigen und anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt. Der Begriff IFRS umfasst auch alle noch gültigen International Accounting Standards (IAS) sowie sämtliche Interpretationen und Änderungen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) - vormals International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) - und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC).

Die Bilanzgliederung erfolgt nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden. Der erfolgswirksame Teil der Gesamtergebnisrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt und stellt einen selbständigen Teil der Gesamtergebnisrechnung dar (two statement approach). Soweit zur Verbesserung der Klarheit Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst dargestellt sind, werden sie im Anhang gesondert ausgewiesen.

Alle angegebenen Beträge lauten, sofern nicht anders angegeben, auf Tausend Euro (TEUR). Es können daher Rundungsdifferenzen auftreten.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte unter Berücksichtigung des historischen Anschaffungs- oder Herstellungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Transaktionstag für den Verkauf eines Vermögenswerts erlöst bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dies gilt unabhängig davon, ob dieser Preis direkt beobachtbar ist oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode ermittelt wird.

Für den Fall der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes über ein Bewertungsverfahren, ist dieser in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden beobachtbaren Parameter und der jeweiligen Bedeutung der Parameter für eine Bewertung im Ganzen in eine der drei folgenden Kategorien einzustufen.

Stufe 1: Eingangsparameter sind notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden, auf die zum Bewertungsstichtag zugegriffen werden kann.

Stufe 2: Eingangsparameter sind andere als die aus Stufe 1 notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt beobachtbar sind oder indirekt abgeleitet werden können.

Stufe 3: Eingangsparameter sind für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbare Parameter.

OECHSLER klassifiziert Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Soweit Vermögenswerte und Schulden sowohl einen kurzfristigen als auch einen langfristigen Anteil aufweisen, werden diese in ihre Fristigkeitskomponenten aufgeteilt und entsprechend dem Bilanzgliederungsschema als kurzfristige und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden ausgewiesen.

Der Vorstand der OECHSLER AG wird den Konzernabschluss dem Aufsichtsrat vorlegen, der am 12. Mai 2022 über die Billigung entscheiden wird.

Neue IFRS-Regelungen zum 31. Dezember 2021 und deren Anwendbarkeit in einem befreienden IFRS-Abschluss in der EU

1. In der Berichtsperiode erstmals angewendete neue und überarbeitete Standards und Interpretationen

Folgende Standards, Änderungen zu Standards und Interpretationen wurden in der Berichtsperiode erstmalig angewandt.

Erstmalige Anwendung in der Berichtsperiode
Standard Titel
Änderungen an IFRS 4 Aufschub von IFRS 9
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 Interest Rate Benchmark Reform (Phase 2)

Diese Neuerungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss.

2. Veröffentlichte und noch nicht angewendete neue und überarbeitete Standards und Interpretationen

Bereits in EU-Recht übernommene neue und überarbeitete Standards und Interpretationen

Von der EU bereits übernommene neue und geänderte Standards und Interpretationen, die für Geschäftsjahre, die ab dem 01.01.2022 beginnen, gültig sind:

In EU-Recht übernommene neue und geänderte Standards und Interpretationen für Geschäftsjahre, die ab dem 01.01.2022 beginnen
Standard Titel Verpflichtende Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IFRS 16 Covid-19-bedingte Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 01.04.2021
Änderungen an IFRS 3 Verweis auf Rahmenkonzept 2018 01.01.2022
Änderungen an IAS 37 Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung 01.01.2022
Änderungen an IAS 16 Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung 01.01.2022
Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 Jährliche Verbesserungen der IFRS - Zyklus 2018-2020 01.01.2022
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023
Änderungen an IAS 1 Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 01.01.2023
Änderungen an IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungsänderungen 01.01.2023

Alle aufgeführten Standards werden von der OECHSLER AG erst ab dem Zeitpunkt der verpflichtenden Erstanwendung angewendet. Für das Geschäftsjahr 2022 werden sich gemäß den durchgeführten Analysen keine wesentlichen Auswirkungen auf Bilanzierung und Bewertung ergeben.

Noch nicht in EU-Recht übernommene neue und geänderte Standards und Interpretationen

Folgende in den kommenden Jahren in Kraft tretende Neuerungen wurden noch nicht in geltendes EU-Recht übernommen:

Standard Titel Verpflichtende Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 01.01.2023
Änderungen an IAS 12 Latente Steuern auf Vermögenswerte und Schulden aus einer einzigen Transaktion 01.01.2023
Änderungen IFRS 17 Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen 01.01.2023

Mögliche Auswirkungen der noch nicht in EU-Recht übernommenen Änderungen bzw. Neuerungen an Standards auf den Konzernabschluss der OECHSLER AG werden derzeit noch geprüft.

(3) Angaben zur Konsolidierung

a. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss wurden die Abschlüsse der OECHSLER AG und aller verbundenen Unternehmen einbezogen, da bei diesen aufgrund bestehender Stimmrechtsmehrheiten durch die OECHSLER AG direkt oder indirekt Beherrschung vorliegt (Tochterunternehmen).

Neben der OECHSLER AG wurden die OECHSLER Ceramics GmbH, Weißenburg, die OECHSLER Plastic Products (Taicang) Co., Ltd., Taicang, VR China, die OECHSLER Romania S.R.L., Lipova, Rumänien, die OECHSLER Asia Holdings Private Limited, Singapur, die OECHSLER Mexico S.A. de C.V., Querétaro, Mexiko, die MOS Estates, Inc., Acworth, GA, USA, die OECHSLER Motion Holding SE, Ansbach, die OECHSLER Motion GmbH, Ansbach, die OECHSLER Motion, Inc., Acworth, GA, USA, die OECHSLER Motion Vietnam LLC, Long An Province, Vietnam, und die MOS Corporate Services GmbH, Ansbach, im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Die OECHSLER Mexico Servicios S.A. de C.V., Querétaro, Mexiko wurde mit der OECHSLER Mexico S.A. de C.V., Querétaro, Mexiko mit Wirkung zum 31.10.2021 verschmolzen.

Tochterunternehmen Sitzstaat Kapitalanteil in % 2020/2021
OECHSLER Ceramics GmbH Dettenheimer Str. 20, 91781 Weißenburg Deutschland 100
OECHSLER Plastic Products (Taicang) Co., Ltd. No. 9 East Guangzhou Road, Taicang, Jiangsu, China 215400 VR China 100
OECHSLER Romania S.R.L. Strada Iancu Jianu Nr. 25/ J., 315400 Lipova Rumänien 100
OECHSLER Asia Holdings Private Limited 25 International Business Park 02-101 German Centre 609916 Singapore Singapur 100
OECHSLER Mexico S.A. de C.V. Carrertera Estatal 431, km 2+200, Interior 58, Hacienda La Machorra,C.P. 76246 El Marqués, Querétaro, Mexico Mexiko 100
MOS Estates, Inc. 601 Cherokee Parkway Acworth, GA 30102 USA 100
OECHSLER Motion Holding SE Matthias-Oechsler-Str. 9, 91522 Ansbach Deutschland 100
OECHSLER Motion GmbH Gottlieb-Daimler-Str. 8, 91522 Ansbach Deutschland 100
OECHSLER Motion, Inc. 601 Cherokee Parkway Acworth, GA 30102 USA 100
OECHSLER Motion Vietnam LLC Lot F2-2 and F3-1, Road 13, Thuan Dao Industrial Park's expansion phase, Long Dinh Commune, Can Duoc District, Long An Province Vietnam 100
MOS Corporate Service GmbH Gottlieb-Daimler-Str. 8, 91522 Ansbach Deutschland 100

OECHSLER Mexico S.A. de C.V. gehört zu 99 % OECHSLER Asia Holdings Private Limited mit Sitz in Singapur und zu 1 % OECHSLER Romania S.R.L. mit Sitz in Lipova, Rumänien. Sie sind somit mittelbare Tochtergesellschaften der OECHSLER AG in Ansbach. OECHSLER Motion GmbH, OECHSLER Motion, Inc. und OECHSLER Motion Vietnam LLC gehören zu 100 % OECHSLER Motion Holding SE mit Sitz in Deutschland und sind somit mittelbare Tochtergesellschaften der OECHSLER AG in Ansbach.

Konzernabschlussstichtag für die Aufstellung des Konzernabschlusses ist der 31. Dezember, der zugleich auch Stichtag für den Einzelabschluss des Mutterunternehmens und aller Tochtergesellschaften ist.

b. Konsolidierungsmethoden

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses werden die Abschlüsse des Mutterunternehmens und seiner Tochterunternehmen durch Addition gleichartiger Posten der Vermögenswerte, Schulden, des Eigenkapitals, der Erträge und der Aufwendungen zusammengefasst. Die Abschlüsse der OECHSLER AG sowie deren in- und ausländischen Tochtergesellschaften wurden gemäß IFRS 10 nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Beim Unternehmenserwerb werden die Vermögenswerte und Schulden der entsprechenden Tochterunternehmen mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigen die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierten Vermögenswerte und Schulden, so wird dieser aktivische Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Verbleibt ein passivischer Unterschiedsbetrag, so wird dieser nach kritischer Überprüfung unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Die Anteile von Minderheitsanteilseignern werden zu dem Minderheitsanteil entsprechenden Teil der beizulegenden Zeitwerte der erfassten Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen.

Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Bei den Konsolidierungsvorgängen werden die latenten ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt.

c. Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in der Darstellungswährung Euro aufgestellt. Die Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen sind in der jeweiligen Landeswährung aufgestellt worden. Im Rahmen der Konsolidierung werden die Vermögenswerte und Schulden der Tochtergesellschaften OECHSLER Plastic Products (Taicang) Co., Ltd., der OECHSLER Asia Holdings Private Limited, MOS Estates, Inc., und OECHSLER Motion, Inc. zum Stichtagskurs umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge sind mit den monatlichen Durchschnittskursen umgerechnet. Im Vorjahr wurden die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Unterschiede aus der Währungsumrechnung der Vermögenswerte und Schulden gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Gesamtergebnisrechnung und der Bilanz werden ergebnisneutral im Eigenkapital separat innerhalb der Position "Kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitaländerungen" ausgewiesen.

Die Vermögenswerte und Schulden der OECHSLER Romania S.R.L. werden von der lokalen Währung RON zu der funktionalen Währung EUR für monetäre Posten zum Stichtagskurs, für nicht monetäre Posten zum historischen Kurs umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge sind zum monatlichen Durchschnittskurs umgerechnet. Im Vorjahr wurden die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Unterschiede aus der Währungsumrechnung der Vermögenswerte und Schulden gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Gesamtergebnisrechnung und der Bilanz werden ergebniswirksam ausgewiesen.

Der Jahresabschluss der mexikanischen Gesellschaft OECHSLER Mexico S.A. de C.V. wird zuerst von der Landeswährung Mexikanischer Peso in deren funktionale Währung USD umgerechnet. Auch bei der vietnamesischen Gesellschaft OECHSLER Motion Vietnam LLC wird der Jahresabschluss zuerst von der Landeswährung vietnamesischer Dong in die funktionale Währung USD umgerechnet, da die Umsätze und die wesentlichen Geschäftsvorfälle in USD abgewickelt werden. Dabei werden Vermögenswerte und Schulden für monetäre Posten zum Stichtagskurs, für nicht monetäre Posten zum historischen Kurs umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge sind mit den monatlichen Durchschnittskursen umgerechnet. Unterschiede aus der Währungsumrechnung der Vermögenswerte und Schulden gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Gesamtergebnisrechnung und der Bilanz werden ergebniswirksam ausgewiesen. Anschließend werden die Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs, die Aufwendungen und Erträge mit den monatlichen Durchschnittskursen in die Konzernwährung EUR umgerechnet. Unterschiede aus der Währungsumrechnung der Vermögenswerte und Schulden gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Gesamtergebnisrechnung und der Bilanz werden ergebnisneutral im Eigenkapital separat innerhalb der Position "Kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitaländerungen" ausgewiesen.

Als Umrechnungsdifferenzen wurden insgesamt im Eigenkapital kumuliert 8.697 TEUR (Vorjahr: 1.776 TEUR) erfolgsneutral erfasst. Die Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung in die funktionale Währung in Höhe von 371 TEUR (Vorjahr: -68 TEUR) wurden im laufenden Geschäftsjahr in der GuV erfolgswirksam erfasst.

Der Wechselkurs ausländischer Beteiligungen hat sich wie folgt entwickelt (1 Euro / 1 USD je in Fremdwährungen):

Währungsumrechnung Land Stichtagskurs Durchschnittskurs
2021 2020 2021 2020
RMB/Euro VR China 7,2197 8,0250 7,6369 7,8755
RON/Euro Rumänien 4,9481 4,8694 4,9209 4,8383
USD/Euro Singapur, Vietnam, USA 1,1326 1,2271 1,1835 1,1422
MXN/USD Mexiko 20,5835 19,9487 20,2813 21,4961
VND/USD Vietnam 23.028 23.000 23.049 23.145

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Jahresabschlüsse der OECHSLER AG und deren Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlich für den Konzern geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen. Die Wertansätze im Konzernabschluss werden unbeeinflusst von steuerlichen Vorschriften allein von der wirtschaftlichen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Rahmen der Vorschriften der IFRS bestimmt.

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über ihre voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer bestimmt sich nach der Fähigkeit der Vermögenswerte, wirtschaftlichen Nutzen zu erzielen. Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte werden über 3 bis 10 Jahre linear abgeschrieben. Landnutzungsrechte werden entsprechend der Dauer der Nutzungszuteilung über 41,5 bzw. 50 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungsmethode und die Abschreibungsdauer werden für immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer wurden abgesehen vom Geschäfts- oder Firmenwert weder in der Berichts- noch in der Vergleichsperiode gehalten.

Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses als Vermögenswert im Erwerbszeitpunkt angesetzt. Er wird mit seinen Anschaffungskosten bewertet, bei denen es sich um den Überschuss des Kaufpreises für das erworbene Unternehmen und dem erworbenen anteiligen Nettovermögen handelt. Das Nettovermögen entspricht dabei dem Saldo aus den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, der übernommenen Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem Wertminderungstest unterzogen. Bei einem einmal abgeschriebenen Geschäfts- oder Firmenwert erfolgt keine Zuschreibung in Folgeperioden.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Anschaffungskosten setzen sich dabei aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und ggf. nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen die direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Sachanlagen werden grundsätzlich linear über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben, sofern nicht in Ausnahmefällen eine andere Abschreibungsmethode dem Nutzungsverlauf eher entspricht.

Für die planmäßigen Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt:

Gebäude und andere Baulichkeiten 20 - 40 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 1 - 20 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 - 15 Jahre

Liegen am Bilanzstichtag Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden Vermögenswerte, die nicht nach IAS 36.2 ausgenommen sind, außerplanmäßig abgeschrieben. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Letzterer ist der Barwert künftiger Cashflows, der voraussichtlich aus dem Vermögenswert abgeleitet werden kann. Bei Wegfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Die Zuschreibung ist auf den Wert beschränkt, der sich ohne außerplanmäßige Abschreibung ergeben hätte.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, gehören zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts. Andere Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst. In der Berichtsperiode und in der Vergleichsperiode bestanden keine qualifizierten Vermögenswerte.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen Vollkosten (IAS 2); sie werden auf der Grundlage einer Normalbeschäftigung ermittelt. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Produktionskosten angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich fertigungsbedingter Abschreibungen und Altersvorsorgeaufwendungen. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert. Bestandsrisiken im Zusammenhang mit einer geminderten Verwertbarkeit wird durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen. Ist der Nettoveräußerungswert der Vorräte zum Abschlussstichtag niedriger als deren Buchwert, werden die Vorräte auf den Nettoveräußerungswert abgeschrieben. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungswert gestiegen ist, wird die daraus resultierende Wertaufholung als Minderung des Materialaufwands (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) oder Bestandserhöhung (Unfertige und fertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen) erfasst.

Vertragsvermögenswerte für Werkzeuge und Formen (= Projekte) werden, sofern die Voraussetzungen gemäß IFRS 15 vorliegen, grundsätzlich nach dem Prinzip des Kontrollübergangs bilanziert. Danach werden Umsatzerlöse mit dem Betrag der Gegenleistung bewertet, die das Unternehmen zu realisieren erwartet, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Werkzeuge und Formen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Die Übertragung der Verfügungsmacht kann zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum erfolgen. Die aus Projektverträgen mit Kunden von OECHSLER resultierenden Leistungsverpflichtungen werden meistens über einen vertraglich vereinbarten Zeitraum erfüllt. Dementsprechend werden bereits Umsatzerlöse entsprechend des Fertigstellungsgrades ausgewiesen. Die Ermittlung des Fertigstellungsgrades erfolgt aufgrund der Vermittlung eines getreuen Bildes der Übertragung der Güter anhand der inputorientierten Cost-to-Cost Methode. Nach Auffassung des Managements bildet diese Methode den Fertigstellungsgrad der Leistungsverpflichtungen gemäß IFRS 15 angemessen ab. Dabei werden die aufgewendeten Herstellungskosten zuzüglich einer anteilig vereinbarten Marge als Vertragsvermögenswert ausgewiesen. Abgerechnete Beträge für bereits erbrachte Leistungen, die noch nicht vom Kunden bezahlt wurden, sind in der Konzernbilanz im Posten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten. Zu erwartende Auftragsverluste sind durch Wertberichtigungen bzw. Rückstellungen gedeckt; sie werden unter Anwendung des vereinfachten Modells der erwarteten Kreditverluste bzw. unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt. Kann das Ergebnis eines Projektauftrages nicht zuverlässig geschätzt werden, sind die Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten zu erfassen. Auftragskosten werden in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Ist es wahrscheinlich, dass die gesamten Auftragskosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust sofort als Aufwand erfasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Nennwert bilanziert. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Modells der erwarteten Kreditverluste. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Stichtagskurs umgerechnet.

Die Zahlungsziele der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen variieren aufgrund von kunden- und auftragsspezifischen Zahlungskonditionen.

Nicht finanzielle Vermögenswerte werden zum Nennwert bilanziert. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden als sonstige Vermögenswerte gebildet und enthalten vorausbezahlte Beträge, bei denen der zugehörige Aufwand den Folgejahren zuzuordnen ist und sind als sonstige Vermögenswerte ausgewiesen.

Innerhalb der OECHSLER-Gruppe werden derivative Finanzinstrumente zur Steuerung von Risiken aus Zins- und Währungsschwankungen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei erstmaligem Ansatz als Vermögenswert oder Schuld zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Zurechenbare Transaktionskosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Derivate werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser entspricht dem Marktwert, der durch die beteiligten Kontrahenten auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle ermittelt und mitgeteilt wird. Der Ausweis erfolgt in der Konzernbilanz unter den Positionen "sonstige finanzielle Vermögenswerte" bzw. "sonstige finanzielle Verbindlichkeiten".

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere:

• Flüssige Mittel,

• Derivative Finanzinstrumente,

• Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie

• Sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten werden als langfristige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen.

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt nach IFRS 9. Finanzielle Vermögenswerte werden bilanziert, wenn dem Konzern ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von Dritten zu erhalten. Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Der erstmalige Ansatz eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, gegebenenfalls zuzüglich der Transaktionskosten. Transaktionskosten von finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden aufwandswirksam erfasst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte zu den Kategorien nach IFRS 9.

Die Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte basieren zum einen auf der sogenannten Zahlungsstrombedingung (ausschließlich Zahlungsströme aus Zinsen und Kapitalrückzahlung) entsprechend der konkreten Ausgestaltung der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme eines einzelnen finanziellen Vermögenswerts. Zum anderen hängen sie auch vom Geschäftsmodell ab, nach dem Portfolios finanzieller Vermögenswerte gesteuert werden.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen sämtliche finanzielle Vermögenswerte, deren Zahlungsströme nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen in Übereinstimmung mit der in IFRS 9 etablierten Zahlungsstrombedingung darstellen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte dieser Kategorie einschließlich derivativer Finanzinstrumente werden erfolgswirksam erfasst. Der aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst, es sei denn, das Derivat wird als Sicherungsinstrument im Rahmen einer Sicherungsbeziehung einbezogen (Hedge Accounting) und ist als solches wirksam. Im Berichtsjahr sowie im Vorjahr wurde jeweils kein Hedge Accounting angewendet.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen sämtliche Vermögenswerte, deren vertragliche Bestimmungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag im Einklang mit der Zahlungsstrombedingung des IFRS 9 darstellen, sofern diese Vermögenswerte mit der Absicht gehalten werden, die über ihre jeweilige Laufzeit erwarteten vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet. Die Zugangsbewertung dieser Vermögenswerte erfolgt grundsätzlich zum Fair Value. Dieser entspricht regelmäßig dem Transaktionspreis zum Zugangszeitpunkt. Die erfolgswirksame Folgebewertung erfolgt anhand der Effektivzinsmethode.

Finanzielle Vermögenswerte werden nach IFRS 9 zu jedem Abschlussstichtag auf mögliche Wertminderungen untersucht. Liegen objektive Hinweise für eine Wertminderung vor, wird eine aufwandswirksame Wertberichtigung in Höhe der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows vorgenommen und auf einem separaten Wertberichtigungskonto erfasst. Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in Folgeperioden aufgrund von Ereignissen, die objektiv nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertberichtigung eingetreten sind, wird die Wertminderung in entsprechendem Umfang erfolgswirksam zurückgenommen. Wertgeminderte Forderungen werden ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich bewertet werden. Zudem wird entsprechend IFRS 9 der vereinfachte Ansatz für die Bestimmung der erwarteten Kreditverluste bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei den Vertragsvermögenswerten angewendet und erwartete Kreditverluste über die jeweilige Gesamtlaufzeit der Forderungen als Wertminderung bestimmt. Für weitere Ausführungen wird auf Abschnitt V. (3) Kreditrisiken verwiesen.

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert erloschen sind.

Flüssige Mittel werden mit dem Nominalwert angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Methode) gemäß IAS 19 anhand von externen versicherungsmathematischen Gutachten berechnet. Danach werden der Ermittlung des Verpflichtungsumfangs erwartete zukünftige Gehalts- und Rentensteigerungen sowie weitere versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt.

Bei Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung der zugrunde gelegten Rechnungsparameter entstehen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die zu einem Auseinanderfallen von Anwartschaftsbarwert (DBO) und bilanzierter Rückstellung führen.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Bruttoverpflichtung werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis ausgewiesen und in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Aufwendungen aus der Aufzinsung der Leistungsverpflichtungen (Nettozinsaufwand) werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand berücksichtigt, wobei nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen sofort erfolgswirksam erfasst wird.

Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird durch Multiplikation der Nettoverpflichtung mit dem zugrunde gelegten Diskontierungszins ermittelt.

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechtigen.

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn am Bilanzstichtag eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung aus vergangenen Ereignissen gegenüber einem Dritten entstanden ist, deren Eintritt als wahrscheinlich anzusehen ist und deren Höhe verlässlich bestimmt werden kann. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt gemäß IAS 37 mit der bestmöglichen Schätzung des Verpflichtungsumfangs.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag nach IAS 37 zu berücksichtigenden Kostensteigerungen.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Bei langfristigen Verbindlichkeiten ist eine Abzinsung vorzunehmen. Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs umgerechnet.

Übersteigen die von einem Kunden geleisteten Zahlungen, die von OECHSLER bereits erbrachten Leistungen, so wird der Überschuss als Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen insbesondere:

• Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,

• Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie

• Sonstige finanzielle Finanzverbindlichkeiten.

Finanzielle Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten werden als langfristige Schulden ausgewiesen. Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows erloschen sind.

Die OECHSLER AG teilt finanzielle Verbindlichkeiten mit der Ausnahme von Leasingverbindlichkeiten, die gemäß IFRS 16 bewertet werden, ausschließlich in die Kategorie "Amortised Cost (liability)" ein. Sie werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Latente Steuern werden für zeitliche Differenzen gebildet, die sich auf Grund der steuerlichen Bewertung der Vermögenswerte und Schulden einerseits und der externen Rechnungslegung nach IFRS andererseits sowie aus ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen ergeben. Aktive latente Steuern auf Steuerminderungsansprüche wurden nicht gebildet, da die Ansatzvoraussetzungen nicht erfüllt waren. Eine Aktivierung erfolgt, wenn auf Grund vorliegender Businesspläne die Realisierung dieser Verlustvorträge mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden.

Leasingverhältnisse

IFRS 16 enthält ein umfassendes Modell zur Identifizierung von Leasingvereinbarungen und zur Bilanzierung beim Leasinggeber und Leasingnehmer. IFRS 16 ist grundsätzlich auf alle Leasingverhältnisse anzuwenden. Ein Leasingverhältnis i.S.d. Standards liegt vor, wenn dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Beherrschung eines identifizierten Vermögenswerts für einen festgelegten Zeitraum eingeräumt wird und der Leasinggeber im Gegenzug eine Gegenleistung vom Leasingnehmer erhält.

Bei Verträgen mit mehreren separaten Leasingkomponenten wird jede separate Leasingkomponente getrennt bilanziert. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, hat OECHSLER sich dazu entschlossen, Leasing- und Service-Komponenten nicht separat voneinander darzustellen.

Leasingnehmer bilanzieren für alle Leasingverhältnisse das Nutzungsrecht an einem Leasinggegenstand (sog. "right-of-use asset") sowie eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit. Ausnahmen hiervon bestehen lediglich für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie Leasingvereinbarungen über geringwertige Vermögenswerte, wofür die Zahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. OECHSLER nimmt die Erleichterungsmöglichkeiten des IFRS 16 für Short Term Leases (Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit unter 12 Monaten) sowie für Low-Value Vermögenswerte in Anspruch. Für die Low-Value Vermögenswerte wird ein Richtwert von EUR 5.000 herangezogen.

Zum Bereitstellungsdatum des Leasinggegenstandes erfasst der Konzern ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit in der Bilanz. Die Höhe des Nutzungsrechts entspricht im Zugangszeitpunkt der Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten des Leasingnehmers. In den Folgeperioden wird das Nutzungsrecht bis zu dem früheren Zeitpunkt aus dem Ende der Nutzungsdauer des Leasinggegenstands oder dem Ende der Vertragslaufzeit zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und linear abgeschrieben. OECHSLER führt bei Vorliegen entsprechender Indikatoren zudem Werthaltigkeitsprüfungen durch.

Die Leasingverbindlichkeit bemisst sich als der Barwert der bewertungsrelevanten Leasingzahlungen, die während der Laufzeit des Leasingverhältnisses gezahlt werden. Zur Diskontierung wird regelmäßig der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen, da der dem Leasingverhältnis zu Grunde liegende Zinssatz OECHLSER in der Regel nicht bekannt ist. In der Folge wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit unter Anwendung des zur Abzinsung verwendeten Zinssatzes aufgezinst und um die geleisteten Leasingzahlungen reduziert. Änderungen in den Leasingzahlungen führen grundsätzlich zu einer erfolgsneutralen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit gegen das korrespondierende Nutzungsrecht.

Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird auf Basis des durchschnittlichen, risikofreien Referenzzinssatzes für die in Betracht kommenden Laufzeitbänder der Leasingverträge in den entsprechenden lokalen Währungen unter Berücksichtigung des unternehmensindividuellen Kreditrisikos ermittelt. Leasingspezifische Anpassungen sind aus Sicht des Managements nicht erforderlich, da beispielsweise vorliegende Besicherungen keinen materiellen Einfluss auf den Zinssatz haben. Die Parameter zur Herleitung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden jährlich überprüft und ggf. aktualisiert.

Einige Leasingverträge beinhalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen bezieht OECHSLER alle maßgeblichen Fakten und Umstände ein, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung oder Nichtausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen geben. Die entsprechenden Optionszeiten werden nur bei hinreichender Sicherheit der Nichtausübung von Kündigungsoptionen oder der Ausübung von Verlängerungsoptionen in der Laufzeit des Leasingverhältnisses berücksichtigt.

In der Bilanz werden die Nutzungsrechte in den korrespondierenden Bilanzposten des Anlagevermögens und die Leasingverbindlichkeiten in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Umsatzerlöse werden nach den Kriterien des IFRS 15 realisiert. Danach werden Umsatzerlöse nur dann erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass keine wesentliche Korrektur der kumulativ erfassten Umsatzerlöse stattfindet. Es wird geregelt, dass mit der Übertragung der Verfügungsmacht an Gütern beziehungsweise immateriellen Vermögenswerten an einen Kunden oder der Erbringung von Dienstleistungen der erwartete Gegenwert für die Übertragung beziehungsweise Erbringung als Umsatzerlös zu erfassen ist. Dieses Prinzip wird in fünf Schritten umgesetzt. In Schritt 1 wird der Vertrag mit einem Kunden identifiziert. In Schritt 2 werden die im Vertrag enthaltenen eigenständigen Leistungsverpflichtungen ermittelt. In Schritt 3 wird der Transaktionspreis bestimmt, der im 4. Schritt auf die separaten Leistungsverpflichtungen aufgeteilt wird. In Schritt 5 erfolgt bei Erfüllung der identifizierten eigenständigen Leistungsverpflichtungen die Umsatzrealisierung. Im Fall der Produktlieferungen im Rahmen der Serienumsätze erfolgt die Umsatzrealisierung zu einem bestimmten Zeitpunkt, in der Regel mit dem Versand der Ware. Bei den Projektaufträgen erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraumbezogen, mit dem Leistungsfortschritt. Die Bestimmung des Leistungsfortschritts erfolgt gemäß der Cost-to-Cost Methode. Es bestehen keine Gewährleistungsverpflichtungen, die zu einer separaten Leistungsverpflichtung führen.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam. Forschungsaufwendungen werden ebenfalls im Jahr des Anfalls als Aufwand erfasst. Entwicklungsaufwendungen werden im Jahr ihres Anfalls als Aufwand erfasst, sofern sie nicht nach IAS 38 zu aktivieren sind. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die Erfassung von Zuwendungen der öffentlichen Hand nach IAS 20, einschließlich nicht monetärer Zuwendungen zum beizulegenden Zeitwert, erfolgt nur dann, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllen wird und dass die Zuwendungen gewährt werden. Die Art, in der eine Zuwendung gewährt wird, berührt die Bilanzierungsmethode, die auf die Zuwendung anzuwenden ist, nicht. Die Zuwendung ist in derselben Weise zu bilanzieren, unabhängig davon, ob die Zuwendung als Zahlung oder als Kürzung einer Verpflichtung gegenüber der öffentlichen Hand empfangen wurde.

Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte, einschließlich nicht monetärer Zuwendungen zum beizulegenden Zeitwert, sind in der Bilanz entweder als passivischer Abgrenzungsposten darzustellen oder bei der Feststellung des Buchwertes des Vermögenswertes abzusetzen. Der OECHSLER-Konzern setzt die Zuwendungen für Vermögenswerte direkt von den Herstell- bzw. Anschaffungskosten des Vermögenswertes ab. In den im Abschluss dargestellten Perioden lagen solche Geschäftsvorfälle nicht vor.

Erfolgsbezogene Zuwendungen werden entweder gesondert oder unter einem Hauptposten als Ergebnisbestandteil dargestellt. Alternativ werden sie von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen. Der OECHSLER-Konzern zieht erfolgsbezogene Zuwendungen über die betroffenen Perioden von den entsprechenden Aufwendungen ab, die die Zuwendungen kompensieren sollen. Zuwendungen für bereits entstandene Aufwendungen oder zur sofortigen finanziellen Unterstützung unabhängig von künftigem Aufwand werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen in der Periode erfasst, in der der Anspruch entsteht.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind bis zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken.

Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand fußen. Insbesondere wurden hinsichtlich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte künftige Entwicklung des Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen.

Die wesentlichen betragsmäßigen Auswirkungen ergeben sich in den nachfolgend genannten Bereichen:

• Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenwerte und Sachanlagen,

• Bestimmung des Grenzfremdkapitalzinssatzes zur Bewertung von Leasingverbindlichkeiten,

• Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten auf Grundlage der Einschätzung erkennbarer Risiken,

• Beurteilung bei der Bestimmung der Höhe und des Realisationszeitpunktes der Erlöse aus Verträgen mit Kunden,

• Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge,

• Schätzung marktgerechter Zinsstrukturkurven im Rahmen der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten,

• Bestmögliche Schätzung des wahrscheinlichsten Erfüllungsbetrags im Rahmen der Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen,

• Ermittlung des erwarteten Kreditverlustes mittels des vereinfachten Verfahrens (Simplified Approach) für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte.

III. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Kurzfristige Vermögenswerte

(1) Flüssige Mittel

TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Guthaben bei Kreditinstituten 70.865 89.271
Kassenbestand 30 24
Summe 70.895 89.295

Die Buchwerte entsprechen den Nominalwerten (beizulegender Zeitwert). Die Guthaben bestehen bei verschiedenen Banken. Die entsprechenden Konten werden in Euro, US-amerikanischen Dollar (USD), chinesischen Renminbi (RMB), rumänischen Lei (RON), mexikanischen Pesos (MXN) und vietnamesischen Dong (VND) geführt und marktüblich verzinst.

(2) Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 10.399 TEUR (Vorjahr: 14.242 TEUR) enthalten im Wesentlichen geleistete Anzahlungen, Forderungen gegenüber Finanzamt aus Vorsteuerüberschüssen und Ertragssteuererstattungsansprüchen sowie im Voraus geleisteten Beiträgen. Die ausgewiesenen Buchwerte der erfassten Vermögenswerte entsprechen deren Marktwerten. Ausgewiesene Forderungen werden nicht verzinst und unterliegen daher keinem Zinsänderungsrisiko. Es liegen keine verpfändeten Forderungen vor.

(3) Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Derivative Finanzinstrumente beinhalten Zinssicherungsgeschäfte in Form von Zinscaps für Teile der Schuldscheindarlehen der OECHSLER AG. Es handelt sich um derivative Finanzinstrumente im Sinne von IFRS 9, die im Rahmen der Klassifizierung der Bewertungsmethode nach IFRS 13 auf Stufe 2 (vgl. Kapitel "I. (2) Allgemeines") nach der Marktwertmethode zum fair value mit 4 TEUR (Vorjahr: 1 TEUR) bewertet wurden. Die Marktwertmethode berücksichtigt auf Basis eines anerkannten Bewertungsverfahrens am Markt beobachtbare Inputparameter.

Im Vorjahr beinhaltete der Posten unter anderem kurzfristige Kautionen in Höhe von 314 TEUR.

(4) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die beizulegenden Zeitwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Forderungen aus Fertigungsaufträgen entsprechen den Buchwerten.

Die Risikovorsorge der Stufe 3 auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

TEUR 2021 2020
Stand Wertberichtigungen am 1. Januar 193 193
Zuführungen 0 0
Verbrauch -191 0
Auflösung 0 0
Stand Wertberichtigungen am 31. Dezember 2 193

Hinsichtlich des nicht auf Stufe 3 wertgeminderten Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen zum Abschlussstichtag keine objektiven Hinweise darauf vor, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

TEUR 2021 2020
Stand Risikovorsorge am 1. Januar 221 300
Zuführungen 15 22
Verbrauch 0 0
Auflösung -20 -101
Stand Risikovorsorge am 31. Dezember 216 221

In der Berichtsperiode wurde eine pauschale Risikovorsorge der Stufe 2 auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 216 TEUR gebildet. Die Veränderung der Risikovorsorge ist im Wesentlichen auf den im Vergleich zur Vorperiode verringerten Forderungsbestand zurückzuführen.

Des Weiteren wird auf die Ausführungen zum Kreditrisiko unter "Management der Risiken aus Finanzinstrumenten" in Kapitel V. verwiesen.

(5) Vertragsvermögenswerte

Zum Ende des Berichtsjahres bestehen Vertragsvermögenswerte in Höhe von 10.833 TEUR (Vorjahr: 10.300 TEUR). Die Zunahme der Vertragsvermögenswerte im Geschäftsjahr resultiert aus der laufenden Geschäftstätigkeit und der damit verbundenen Veränderung von Projektfortschritt und Abrechnungen. Bezüglich der Umsätze im Projektgeschäft wird auf Umsatzerlöse im Kapitel IV. verwiesen.

(6) Vorräte

TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 41.122 32.907
- Wertminderungen kumuliert -4.780 -5.442
Buchwert Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 36.342 27.465
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 7.646 8.828
- Wertminderungen kumuliert -740 -1.524
Buchwert Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 6.906 7.304
Fertige Erzeugnisse und Waren 24.118 20.690
- Wertminderungen kumuliert -2.380 -2.433
Buchwert Fertige Erzeugnisse und Waren 21.738 18.257
Summe 64.986 53.026

In Höhe von 8.863 TEUR (Vorjahr 5.714 TEUR) sind Vorräte zum Nettoveräußerungswert bilanziert.

Die Veränderung der Wertminderungen in Höhe von 1.499 TEUR wurde in der Berichtsperiode in den Kosten der Umsatzerlöse erfasst (Vorjahr: 1.612 TEUR). Die betragsmäßigen relevanten Wertaufholungen in Höhe von 616 TEUR ergeben sich aufgrund von Neueinschätzungen. Sie wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Langfristige Vermögenswerte

(7) Sachanlagen

Die Sachanlagen beinhalten Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen in Höhe von 3.757 TEUR (Vorjahr: 11.502 TEUR), die in Kapitel III. (22) gesondert erläutert werden.

Die Grundstücke und Bauten enthalten im Wesentlichen die Büro- und Fertigungsgebäude und deren Grund an den Standorten Ansbach, Weißenburg, Taicang, Lipova und Querétaro. Bei den technischen Anlagen und Maschinen handelt es sich im Wesentlichen um Spritzgussmaschinen, Automatisierungsanlagen und Spezialmaschinen für den Werkzeugbau.

Zum Stichtag bestanden vertragliche Pflichten für den Erwerb von Sachanlagen für technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 7.815 TEUR (Vorjahr: 4.825 TEUR). Entschädigungszahlungen für untergegangenes Sachanlagevermögen lagen weder im Jahr 2021 noch im Vorjahr vor. Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 33.685 TEUR (Vorjahr: 43.646 TEUR) wurden in den Kosten der Umsatzerlöse, Vertriebskosten, allgemeinen Verwaltungskosten sowie in den Forschungs- und Entwicklungskosten abgebildet. Die Abschreibungen enthalten keine Wertminderungen (Vorjahr: 7.764 TEUR).

Die Entwicklung der Sachanlagen stellt sich in den betrachteten Berichtsperioden wie folgt dar:

TEUR Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen und BGA Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttobuchwerte 01.01.2021 108.222 183.001 30.791 5.600 327.614
Investitionen 1.320 6.113 2.534 11.603 21.570
Abgänge -9.156 -6.295 -3.973 -189 -19.613
Umbuchungen 180 3.972 412 -4.559 5
Währungsänderungen 3.500 7.968 471 600 12.539
Bruttobuchwerte 31.12.2021 104.066 194.759 30.235 13.055 342.115
Abschreibungen 01.01.2021 37.932 117.004 21.905 0 176.841
Abschreibungen 4.217 26.280 3.188 0 33.685
Abgänge -1.359 -5.120 -3.604 0 -10.083
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsänderungen 1.076 5.352 345 0 6.773
Abschreibungen 31.12.2021 41.866 143.516 21.834 0 207.216
Nettobuchwerte 31.12.2021 62.200 51.243 8.401 13.055 134.899
Nettobuchwerte 31.12.2020 70.290 65.997 8.886 5.600 150.773

Die Entwicklung der Sachanlagen stellt sich für das Vorjahr wie folgt dar:

TEUR Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen und BGA Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttobuchwerte 01.01.2020 106.328 213.526 32.108 9.035 360.997
Investitionen 1.183 9.623 1.469 6.468 18.743
Abgänge 0 -40.039 -2.935 -662 -43.636
Umbuchungen 2.892 5.761 461 -9.059 55
Währungsänderungen -2.181 -5.870 -312 -182 -8.545
Bruttobuchwerte 31.12.2020 108.222 183.001 30.791 5.600 327.614
Abschreibungen 01.01.2020 34.329 122.034 21.500 0 177.863
Abschreibungen 4.082 36.227 3.337 0 43.646
Abgänge 0 -38.205 -2.714 0 -40.919
Umbuchungen 0 12 -12 0 0
Währungsänderungen -479 -3.064 -206 0 -3.749
Abschreibungen 31.12.2020 37.932 117.004 21.905 0 176.841
Nettobuchwerte 31.12.2020 70.290 65.997 8.886 5.600 150.773
Nettobuchwerte 31.12.2019 71.999 91.492 10.608 9.035 183.134

(8) Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte umfassen Software und Landnutzungsrechte jeweils mit begrenzter Nutzungsdauer. Die Software beinhaltet Lizenzen für ERP-Systeme sowie die üblichen technischen und kaufmännischen EDV-Programme für den Geschäftsbetrieb. Weiterhin besteht ein Firmen und Geschäftswert von 618 TEUR (Vorjahr: 626 TEUR), welcher hauptsächlich durch die Erstkonsolidierung der OECHSLER Romania S.R.L. in Höhe von 542 TEUR entsteht. Die OECHSLER Romania S.R.L. bildet eine eigene CGU, der der entstandene Geschäftswert komplett zugeordnet wurde. Bei dem durchgeführten Impairmenttest hat sich kein Wertminderungsbedarf ergeben. Der erzielbare Betrag der CGU wurde anhand des Nutzungswertes berechnet. Als Grundlage zur Ermittlung des Nutzungswertes und zur Definition der wesentlichen Annahmen wurde die Unternehmensplanung für den Detailplanungszeitraum von 3 Jahren herangezogen. Der Nutzungswert liegt zum Bilanzstichtag bei 27.394 TEUR (Vorjahr: 31.461 TEUR). Bei der Berechnung wurde eine Wachstumsrate von 2,5 % und ein Abzinsungssatz von 7,8 % zugrunde gelegt. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wurde eine um 10 % geringere Wachstumsrate und ein um 10 % höherer Abzinsungssatz berücksichtigt, wobei die Auswirkungen beider veränderten Parameter isoliert betrachtet wurden. Auch diese Analyse ließ nicht auf einen Abschreibungsbedarf schließen.

Im Berichtsjahr waren - wie auch im Vorjahr - die Voraussetzungen für eine Aktivierung von Entwicklungskosten nach IAS 38 nicht gegeben.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden in den Kosten der Umsatzerlöse, Vertriebskosten, allgemeinen Verwaltungskosten sowie in den Forschungs- und Entwicklungskosten abgebildet. Wertminderungen lagen weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr vor.

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte stellt sich in den betrachteten Berichtsperioden wie folgt dar:

TEUR Landnutzungsrecht Software und Lizenzen Geschäfts- oder Firmenwert Summe
Bruttobuchwerte 01.01.2021 2.611 9.975 668 13.254
Investitionen 7 541 0 548
Abgänge -7 -19 0 -26
Umbuchungen 0 -6 0 -6
Währungsänderungen 258 276 0 534
Bruttobuchwerte 31.12.2021 2.869 10.767 668 14.304
Abschreibungen 01.01.2021 287 8.517 42 8.846
Abschreibungen 59 785 8 852
Abgänge 0 -17 0 -17
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungsänderungen 33 221 0 254
Abschreibungen 31.12.2021 379 9.506 50 9.935
Nettobuchwerte 31.12.2021 2.490 1.261 618 4.369
Nettobuchwerte 31.12.2020 2.324 1.458 626 4.408

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte stellt sich für das Vorjahr wie folgt dar:

TEUR Landnutzungsrecht Software und Lizenzen Geschäfts- oder Firmenwert Summe
Bruttobuchwerte 01.01.2020 2.758 12.471 668 15.897
Investitionen 0 539 0 539
Abgänge 0 -2.901 0 -2.901
Umbuchungen 0 -55 0 -55
Währungsänderungen -147 -79 0 -226
Bruttobuchwerte 31.12.2020 2.611 9.975 668 13.254
Abschreibungen 01.01.2020 239 9.513 34 9.786
Abschreibungen 59 1.961 8 2.028
Abgänge 0 -2.899 0 -2.899
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungsänderungen -11 -58 0 -69
Abschreibungen 31.12.2020 287 8.517 42 8.846
Nettobuchwerte 31.12.2020 2.324 1.458 626 4.408
Nettobuchwerte 31.12.2019 2.519 2.957 635 6.111

(9) Latente Steuern

Aktive latente Steuern werden grundsätzlich für steuerlich abzugsfähige temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz, auf steuerliche Verlustvorträge und Steuerguthaben erfasst, sofern damit zu rechnen ist, dass sie genutzt werden können. Bei den Unternehmen des Konsolidierungskreises, die im Berichtszeitraum ein negatives Ergebnis erwirtschaftet haben, wurden aktive latenten Steuern in Höhe von 396 TEUR (Vorjahr: 751 TEUR) gebildet. OECHSLER geht von der Werthaltigkeit der gebildeten aktiven latenten Steuer in der Zukunft aus.

Passive latente Steuern werden für sämtliche zu versteuernde temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz gebildet.

Auf temporäre Differenzen in Höhe von 63.455 TEUR (Vorjahr: 55.700 TEUR) im Zusammenhang mit den nicht ausgeschütteten Gewinnen ausländischer Tochtergesellschaften werden gem. IAS 12.39 keine latenten Steuern gebildet. Der OECHSLER-Konzern geht davon aus, dass es auf absehbare Zeit keine Auflösungen geben wird.

Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen und auf steuerliche Verlustvorträge entfielen die folgenden zu bilanzierenden aktiven und passiven latenten Steuern:

TEUR 31.12.2021 31.12.2020
aktivisch passivisch aktivisch passivisch
Forderungen und sonstige Vermögenswerte -1.423 -3 -1.043 -219
Vorräte 1.630 -5 1.269 0
Sachanlagen -391 29 -683 233
Finanzanlagen 0 0 0 0
Steuerliche Verlustvorträge 0 0 0 0
Pensionsrückstellungen 2.034 0 2.022 0
Sonstige Verbindlichkeiten / sonstige Finanzverbindlichkeiten / sonstige Rückstellungen 2.416 5 2.491 15
Summe 4.266 26 4.055 29

Im Berichtsjahr wurde für Deutschland ein Steuersatz von 28,9 Prozent (Vorjahr: 28,9 Prozent), für den Standort China 15,0 Prozent (Vorjahr: 15,0 Prozent), für den Standort Singapur 17,0 Prozent (Vorjahr: 17,0 Prozent), für den Standort Mexiko 30,0 Prozent (Vorjahr: 30,0 Prozent), für den Standort Rumänien 16,0 Prozent (Vorjahr: 16,0 Prozent), für den Standort USA 26,0 Prozent (Vorjahr: 26,0) und für den Standort Vietnam 10,0 Prozent (Vorjahr: 0,0) berücksichtigt.

(10) Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Voraus geleistete Zahlungen in Höhe von 156 TEUR (Vorjahr: 292 TEUR).

(11) Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Der Posten sonstige finanzielle Vermögenswerte beinhaltet die langfristigen Kautionen in Höhe von 218 TEUR (Vorjahr: 209 TEUR).

Kurzfristige Schulden

(12) Finanzverbindlichkeiten

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 18.299 31.957
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 669 7.614
Summe 18.968 39.571

Bei den kurzfristigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 18.299 TEUR (Vorjahr: 31.957 TEUR) handelt es sich im Wesentlichen um Bankkredite im kurzfristigen Bereich zu den entsprechend gültigen Marktzinsen, Inanspruchnahme der laufenden Kontokorrentlinien sowie Anteile der langfristigen Darlehen, die innerhalb eines Jahres fällig werden.

Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten beinhalten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 669 (Vorjahr: 7.614 TEUR), die in Kapitel III. (22) gesondert erläutert werden.

(13) Kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 18.352 TEUR (Vorjahr: 22.155 TEUR) sind unverzinslich. Sie resultieren im Wesentlichen aus Materiallieferungen und Dienstleistungen. Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig und unterliegen daher keinem Zinsänderungsrisiko. Die Buchwerte entsprechen den Marktwerten.

(14) Rückstellungen

Die Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:

TEUR 31.12.2020 Verbrauch Auflösung Zugänge Währung 31.12.2021
Steuerrückstellungen 2.899 -2.823 0 2.198 40 2.314
Sanierungsbedarf 55 -4 0 0 0 51
Drohende Verluste 1.247 -993 0 936 -6 1.183
Kundenboni und Gutschriften 1.330 -297 -50 960 52 1.996
Pauschale Gewährleistungsansprüche 1.297 -1.218 0 1.278 13 1.369
Sonstiges 630 -488 -28 772 3 888
Summe 7.458 -5.824 -77 6.144 101 7.801

Zum Stichtag bestehen Rückstellungen aus der Körperschaftsteuer sowie der Gewerbesteuer bei der OECHSLER AG in Höhe von 127 TEUR (Vorjahr 2.273 TEUR). Die Rückstellungen für drohende Verluste betreffen erwartete negative Erfolgsbeiträge aus der Herstellung von Neuwerkzeugen in Höhe von 1.015 TEUR (Vorjahr: 1.247 TEUR) sowie mit 168 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) Verpflichtungen aus schwebenden Geschäften.

Für im abgelaufenen Geschäftsjahr getätigte Umsätze bestehen Verpflichtungen für Gutschriften und Kundenboni in Höhe von 1.996 TEUR (Vorjahr: 1.330 TEUR). Für gesetzliche Gewährleistungsansprüche wurde eine Rückstellung in Höhe von 1.369 TEUR (Vorjahr: 1.297 TEUR) gebildet.

(15) Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 15.858 TEUR (Vorjahr: 17.182 TEUR) setzen sich im Wesentlichen aus Personalverpflichtungen, ausstehenden Rechnungen, abzuführender Lohnsteuer mit Sozialversicherung und Steuerverbindlichkeiten aus Umsatzsteuer und sonstigen Steuern zusammen. Weiterhin enthalten die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten erhaltene Anzahlungen im Zusammenhang mit der zeitpunktbezogenen Umsatzrealisierung in Höhe von 718 TEUR (Vorjahr: 1.772 TEUR). Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten sind unverzinst und haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Buchwerte entsprechen den Marktwerten.

( 16) Vertragsverbindlichkeiten

Bei den Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 2.542 TEUR (Vorjahr: 1.399 TEUR) handelt es sich um erhaltene Anzahlungen aus Verträgen mit Kunden aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung. Diese unterliegen keinem Zinsänderungsrisiko (keine Verzinsung).

Die Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten im Geschäftsjahr ist das Resultat der laufenden Geschäftstätigkeit und der damit verbundenen Veränderungen der Abrechnungen.

Der OECHSLER-Konzern hat im Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 1.216 TEUR (Vorjahr 2.612 TEUR) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren.

Langfristige Schulden

(17) Finanzverbindlichkeiten

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 68.743 88.802
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 778 362
Summe 69.521 89.164

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten gehen im Wesentlichen auf zwei Schuldscheindarlehen zurück. Das in 2015 abgeschlossenen Schuldscheindarlehen in Höhe von 35.000 TEUR mit Laufzeiten der drei Tranchen bis 2020 / 2021 / 2022 wurde im Berichtsjahr vollständig und vorzeitig getilgt wurde. Anfang 2017 wurde ein weiteres Schuldscheindarlehen am Kapitalmarkt über 75.000 TEUR mit Laufzeiten der drei Tranchen bis 2022 / 2024 / 2027 emittiert. Das Zinsänderungsrisiko ist durch Sicherungsgeschäfte für Teile dieser Finanzierung begrenzt. Bezüglich der Marktwerte verweisen wir auf das Kapitel V. (4).

Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten beinhalten ausschließlich Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 778 TEUR (Vorjahr: 362 TEUR), die in Kapitel III. (22) gesondert erläutert werden.

(18) Langfristige Verbindlichkeiten

Die langfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 264 TEUR (Vorjahr: 39 TEUR) sind unverzinslich. Sie resultieren aus Sicherheitseinbehalten und Verbindlichkeiten mit den Zahlungszielen größer als einem Jahr. Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Die Buchwerte entsprechen den Marktwerten.

(19) Rückstellungen

Die langfristigen Rückstellungen haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

TEUR 31.12.2020 Verbrauch Auflösung Zugänge 31.12.2021
Pensionsverpflichtungen 11.864 -257 -801 492 11.298
Altersteilzeit 0 0 0 725 725
Summe 11.864 -257 -801 1.217 12.023

Im Vorjahr entwickelten sich diese Rückstellungen wie folgt:

TEUR 31.12.2019 Verbrauch Auflösung Zugänge 31.12.2020
Pensionsverpflichtungen 11.052 -332 0 1.144 11.864
Summe 11.052 -332 0 1.144 11.864

Rückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie Hinterbliebene gebildet. Die Verpflichtungen beziehen sich insbesondere auf Ruhegelder, teils als Grund- und teils als Zusatzversorgung. Die Leistungen basieren auf individuellen Zusagen und bemessen sich in der Regel nach der Dauer der Zugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiter. Für Neueintritte ab dem 1. Dezember 2010 ist das Versorgungswerk geschlossen.

Die betriebliche Altersversorgung besteht ausschließlich aus leistungsorientierten Versorgungssystemen. Bei diesen Versorgungsplänen besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, zugesagte Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen. Dabei unterliegen die Versorgungspläne des OECHSLER-Konzerns Risiken aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen, wie beispielsweise des Abzinsungssatzes, und demografischen Entwicklungen.

Der Rückstellungsbewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen liegt die Anwartschaftsbarwert-Methode (Projected-Unit-Credit-Method) gemäß IAS 19 (2011) zu Grunde. Danach wird der Anwartschaftsbarwert der Versorgungsverpflichtung (DBO) versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung von Annahmen über die Lebenserwartung, Gehalts- und Rentensteigerungen, die Fluktuation, die Entwicklung des Zinsniveaus sowie weiterer Rechnungsparameter ermittelt. Der Berechnung wurden die statistischen Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand, der Zinsaufwand im Finanzergebnis ausgewiesen.

Der versicherungsmathematischen Berechnung des Anwartschaftsbarwerts für alle inländischen Pensionsverpflichtungen wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:

Parameter 2021 2020
Abzinsungssatz 1,31% 1,00%
Gehaltsentwicklung 0,00% 0,00%
Rentenentwicklung 2,00% 2,00%
Fluktuation 2,00% / 0,00% 2,00% / 0,00%

Da kein Planvermögen existiert, entspricht der Anwartschaftsbarwert (DBO) der Pensionsverpflichtungen dem ausgewiesenen Bilanzansatz (DBL).

Für das Geschäftsjahr 2021 ergibt sich die folgende Überleitung des Periodenanfangswerts der DBO auf den Periodenendwert der DBO:

TEUR 2021 2020
DBO zum 01.01. 11.864 11.052
lfd. Dienstzeitkosten 374 351
Zinskosten 118 142
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -801 650
davon aus Änderung finanzieller Annahmen -740 721
davon aus erfahrungsbedingten Anpassungen -61 -70
davon aus Änderung der Annahmen zur Demografie (Richttafeln) 0 0
ausgezahlte Leistungen -257 -332
DBO zum 31.12. 11.298 11.864

Der Pensionsaufwand für die dargestellten Perioden ist im erfolgswirksamen Teil der Gesamtergebnisrechnung in folgenden Positionen enthalten:

TEUR 2021 2020
Dienstzeitaufwand (allgemeine Verwaltungskosten) 374 351
Zinsaufwand 118 142
Pensionsaufwand 492 493

Die nachfolgend dargestellte Sensitivitätsanalyse zeigt die Auswirkungen von Änderungen der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen zum Stichtag. Die Sensitivitätsanalyse dürfte nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es unwahrscheinlich ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen unabhängig voneinander auftreten. Zum Teil sind diese Parameter interdependent.

TEUR Veränderung der versicherungsmathematischen Annahme Barwert der Pensionsverpflichtung
2021 2020
Abzinsungssatz Ausgangswert 2021 1,31% Verminderung um 30 BP 11.407 12.223
  Ausgangswert 2020 1,00% Erhöhung um 30 BP 10.557 11.070
Rentenentwicklung Ausgangswert 2021 2,00% Verminderung um 100 BP 9.837 10.337
  Ausgangswert 2020 2,00% Erhöhung um 100 BP 13.240 13.740
Lebenserwartung   Erhöhung um 1 Jahr 11.783 12.320

Die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung beträgt zum 31. Dezember 2021 19,9 Jahre.

Für das Geschäftsjahr 2022 werden Arbeitnehmerbeiträge in Höhe von 211 TEUR erwartet. Die erwarteten Dienstzeitkosten betragen 384 TEUR, die erwarteten Zinskosten 147 TEUR. Der gesamte erwartete Pensionsaufwand für das folgende Geschäftsjahr beträgt folglich 531 TEUR.

Darüber hinaus existieren im OECHSLER-Konzern beitragsorientierte Pläne, für die eine Rückstellungsbildung nicht notwendig ist, welche aber einen laufenden Aufwand in der Periode in Höhe von 7.177 TEUR (Vorjahr: 5.906 TEUR) darstellen. Im Inland und Ausland entsprechen die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne den Arbeitgeberbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Vertragslaufzeiten für die Altersteilzeit liegen zwischen 30 und 70 Monaten, bei einer Fälligkeit von 24 bis 65 Monaten nach dem Bilanzstichtag. Schulden für die Altersteilzeit werden mit 0,43 Prozent abgezinst. Durch die Abzinsung reduziert sich die Rückstellung um 5 TEUR.

(20) Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 577 TEUR (Vorjahr: 410 TEUR) betreffen im Wesentlichen eine im Voraus erhaltene Zahlung, sowie Rückstellungen für etwaige Personalverpflichtungen.

(21) Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital in Höhe von 6.250 TEUR (Vorjahr: 6.250 TEUR) entspricht dem Grundkapital der OECHSLER AG und ist auf 6.250.000 (Vorjahr: 6.250.000) auf den Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien aufgeteilt. Die Kapitalrücklage beträgt 13.066 TEUR (Vorjahr: 13.066 TEUR). Die Kapitalrücklage beinhaltet die gesetzliche Rücklage der OECHSLER AG. Die Gewinnrücklagen betragen 17.983 TEUR (Vorjahr: 17.973 TEUR). Die kumulierten Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung der in Fremdwährung aufgestellten Bilanz sowie Gesamtergebnisrechnung der ausländischen Gesellschaften in Höhe von 8.697 TEUR (Vorjahr: 1.776 TEUR) wurden nach IAS 21 erfolgsneutral in die Währungsrücklage eingestellt. Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus den Pensionsverpflichtungen sowie gegenläufige latente Steuern in Höhe von insgesamt -3.126 TEUR (Vorjahr: -3.695 TEUR) wurden erfolgsneutral in das Eigenkapital eingestellt.

Der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2021 weist einen erfolgswirksamen Konzernjahresüberschuss von 15.040 TEUR (Vorjahr: 5.688 TEUR) sowie ein Gesamtergebnis von 22.530 TEUR (Vorjahr: 3.816 TEUR) aus.

Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende von EUR 1,0 je Aktie (Vorjahr: EUR 0,2 je Aktie) ausgeschüttet. Die Dividendenauszahlung betrug insgesamt 6.250 TEUR (Vorjahr: 1.250 TEUR).

(22) Erläuterungen zu Leasingverhältnissen

Die folgende Tabelle stellt die Veränderungen der durch den Konzern bilanzierten Nutzungsrechte dar, die in den Sachanlagen unter den entsprechenden Posten bilanziert sind:

TEUR Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen und BGA Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttobuchwerte 01.01.2021 874 27.262 274 0 28.409
Investitionen 1.171 175 182 0 1.528
Abgänge 0 -258 -13 0 -271
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsänderungen 73 1.941 0 0 2.014
Bruttobuchwerte 31.12.2021 2.118 29.120 443 0 31.680
Abschreibungen 01.01.2021 446 16.384 77 0 16.907
Abschreibungen 502 9.149 105 0 9.756
Abgänge 0 -258 -7 0 -265
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsänderungen 37 1.489 0 0 1.526
Abschreibungen 31.12.2021 985 26.764 175 0 27.924
Nettobuchwerte 31.12.2021 1.133 2.356 268 0 3.757
Nettobuchwerte 31.12.2020 428 10.878 197 0 11.502

Die Entwicklung der bilanzierten Nutzungsrechte, die in den Sachanlagen unter den entsprechenden Posten bilanziert sind, stellt sich für das Vorjahr wie folgt dar:

TEUR Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen und BGA Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttobuchwerte 01.01.2020 954 33.274 0 0 34.228
Investitionen 0 1.005 274 0 1.279
Abgänge 0 -4.869 0 0 -4.869
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsänderungen -81 -2.148 0 0 -2.229
Bruttobuchwerte 31.12.2020 874 27.262 274 0 28.409
Abschreibungen 01.01.2020 244 10.789 0 0 11.032
Abschreibungen 240 11.575 77 0 11.892
Abgänge 0 -4.869 0 0 -4.869
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsänderungen -37 -1.111 0 0 -1.148
Abschreibungen 31.12.2020 446 16.384 77 0 16.907
Nettobuchwerte 31.12.2020 428 10.878 197 0 11.502
Nettobuchwerte 31.12.2019 711 22.485 0 0 23.195

Das Nutzungsrecht innerhalb der Anlagenklasse Grundstücke und Bauten weist eine Nutzungsdauer von 5 Jahren auf. Die Restlaufzeit zum Stichtag beträgt 11 bis 42 Monate. Die Nutzungsrechte innerhalb der Anlagenklasse Technische Anlagen und Maschinen weisen Nutzungsdauern von zwei bis drei Jahren auf. Die Restlaufzeiten dieser Anlagen variieren und enden im Jahr 2022. Die Nutzungsrechte innerhalb der Anlagenklasse Andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung weisen Nutzungsdauern von zwei bis vier Jahren auf. Die Restlaufzeiten dieser Anlagen variieren und enden in den Jahren 2022 bis 2024.

Die durch den Konzern eingegangenen Leasingverhältnisse sind i.d.R. mit Einschränkungen verbunden. Diese ergeben sich durch Kündigungs- oder Untervermietungsbeschränkungen. Es ist dem Konzern untersagt, die zugrunde liegenden geleasten Vermögenswerte als Sicherheit zu verpfänden.

Die Leasingverträge für Grundstücke und Bauten enthalten die Optionen die Verträge um eine weitere Laufzeit zu verlängern. Diese Option wird nicht in Anspruch genommen. Leasingverträge für technische Anlagen und Maschinen beinhalten weder eine Kaufnoch eine Verlängerungsoption.

Teilweise sind mit den Leasingverhältnissen entsprechende Instandhaltungs-, Wartungs- und/oder Versicherungsverpflichtungen verbunden.

Die Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten erfasst.

Die Leasingverbindlichkeiten sind i.d.R. durch den dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden Leasinggegenstand besichert.

Die Leasingverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 669 7.614
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 778 362
Summe der Leasingverbindlichkeiten 1.447 7.976

Der Aufwand für Zahlungen aus Leasingverhältnissen, die nicht in der Bewertung der Leasingverbindlichkeit enthalten sind, stellt sich wie folgt dar:

TEUR 2021 2020
kurzfristige Leasingverhältnisse (short-term leases) 405 918
Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert (low- value leases) 20 18
Summe 425 936

Zum 31. Dezember 2021 war OECHSLER zu kurzfristigen Leasingverträgen verpflichtet, für die das entsprechende Erleichterungswahlrecht in Anspruch genommen wird. Die Gesamtverpflichtung zu diesem Zeitpunkt beträgt 434 TEUR (Vorjahr: 559 TEUR).

Der gesamte Zahlungsmittelabfluss aus Leasingverhältnissen für das Geschäftsjahr 2021 betrug 8.640 TEUR (Vorjahr: 11.697 TEUR).

Für eine Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten wird auf die Ausführungen zu den Liquiditätsrisiken in Kapitel V. (2) verwiesen.

Zum Stichtag existieren keine bereits eingegangenen, aber noch nicht begonnene Leasingverhältnisse.

IV. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

(1) Umsatzerlöse

Gemäß IFRS 15 sind Umsatzerlöse zu erfassen, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus ihnen ziehen kann. Die Umsatzerlöse sind mit dem Betrag der Gegenleistung zu bewerten, die das Unternehmen erwartet zu erhalten. Der Ausweis erfolgt exklusive Umsatzsteuer sowie abzüglich sämtlicher Rabatte, Skonti und Boni.

Die Umsatzentwicklung des OECHSLER-Konzerns in Mio. EUR nach Geschäftsfeldern für die Berichtsjahre stellt sich wie folgt dar:

Geschäftsfeld 2021 2020 Veränderung
Automotive 256,8 233,5 10,0%
Medical 14,9 16,3 -9,1%
Innovative Solutions 97,6 128,3 -23,9%
Summe 369,3 378,2 -2,4%

Die Umsatzentwicklung des OECHSLER-Konzerns in Mio. EUR nach Regionen für die Berichtsjahre stellt sich wie folgt dar:

Mio. EUR 2021 2020 Veränderung
Europa 158,3 165,5 -4,3%
APAC 156,6 162,0 -3,4%
Nord-, Süd-, Mittelamerika 54,4 50,7 7,3%
Summe 369,3 378,2 -2,4%

Die in der Gesamtergebnisrechnung des jeweiligen Zeitraums erfassten Beträge aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung betragen 21.574 TEUR (Vorjahr: 18.831 TEUR)

Als gesamter kumulierter Transaktionspreis, der zum jeweiligen Bilanzstichtag in Bestand befindlichen ganz oder teilweise nicht erfüllten Projektaufträge, ergeben sich für das Jahr 2021 13.317 TEUR sowie für das Jahr 2020 13.668 TEUR. Darin sind auch Beiträge enthalten für zeitraumbezogene Leistungsverpflichtungen mit einer Vertragslaufzeit von unter einem Jahr. Im Folgejahr werden voraussichtlich 11.985 TEUR (Vorjahr 12.301 TEUR) vom kumulierten Transaktionspreis realisiert.

Alle anderen rechtlich verbindlichen nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen für zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung sind Teil von Verträgen mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von unter einem Jahr. Wie nach IFRS 15.121 zulässig, werden keine Angaben zu diesen nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen gemacht.

(2) Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2021 2020
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 174.040 163.668
Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.951 7.638
Summe 180.991 171.306

(3) Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2021 2020
Löhne und Gehälter 86.846 86.329
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge 18.184 15.328
Summe 105.030 101.657

Im aktuellen Berichtsjahr wurden dem OECHSLER-Konzern Zuwendungen der öffentlichen Hand gewährt. Die erhaltenen Zuwendungen in Höhe von 793 TEUR (Vorjahr: 1.807 TEUR) beziehen sich auf das Lohnkostenzuschuss-Programm, das in Deutschland als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie eingeführt wurde. Korrespondierend mit der Erfassung des Personalaufwands wurde die Zuwendung entsprechend abgezogen. Im Zusammenhang mit dieser Zuwendung bestehen zum 31.12.2021 keine passivischen Abgrenzungsposten. Es besteht eine Forderung i.H.v. 180 TEUR (Vorjahr: 37 TEUR). Die an die Zuwendungen geknüpften Bedingungen wurden vollständig erfüllt und dahingehende Unsicherheiten bestehen nicht.

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:

Anzahl 2021 2020
Gewerbliche Arbeitnehmer 1.934 1.988
Angestellte 1.031 1.009
Summe 2.965 2.997

(4) Abschreibungen und Wertminderungen

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen betragen 34.536 TEUR (Vorjahr: 45.674 TEUR). Wertminderungen (Vorjahr: 7.764 TEUR) liegen in der Berichtsperiode nicht vor. Die Wertminderungen auf Vorräte werden in Kapitel III. (6) erläutert.

(5) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge gehen im Wesentlichen auf Währungskursgewinne 3.273 TEUR (Vorjahr: 1.507 TEUR), Zuwendungen der öffentlichen Hand nach IAS 20 in China für die Forschung und Entwicklung 877 TEUR (Vorjahr: 1.129 TEUR), periodenfremde Erträge 1.333 TEUR (Vorjahr: 902 TEUR), Auflösung der Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19 TEUR (Vorjahr: 101 TEUR) sowie auf Mehrerlöse aus Anlagenabgängen 1.393 TEUR (Vorjahr: 130 TEUR) zurück.

(6) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere durch Währungskursdifferenzen 1.392 TEUR (Vorjahr: 6.015 TEUR), sonstige Steuern 465 TEUR (Vorjahr: 621 TEUR), Verluste aus Anlagenabgängen 224 TEUR (Vorjahr: 229 TEUR), Zuführung zur Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16 TEUR (Vorjahr: 22 TEUR) sowie periodenfremde Aufwendungen 375 TEUR (Vorjahr: 897 TEUR) entstanden.

(7) Finanzergebnis

In den Zinsaufwendungen sind Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten i.H.v. 78 TEUR (Vorjahr: 435 TEUR) enthalten.

(8) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Für das Berichtsjahr setzen sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wie folgt zusammen:

TEUR 2021 2020
Laufende Ertragssteuern 4.382 2.214
Latente Steuern -381 25
Summe 4.001 2.239

Bei den latenten Steuern wurden -232 TEUR (Vorjahr: 1 TEUR) erfolgsneutral und -381 TEUR (Vorjahr: 25 TEUR) erfolgswirksam erfasst.

Nachfolgend ist eine Überleitung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand dargestellt. Die latenten Steuern sind mit den zukünftig zu erwartenden Ertragssteuersätzen in Deutschland in Höhe von 28,9 Prozent, am Standort China mit 15,0 Prozent, am Standort Singapur mit 17,0 Prozent, am Standort Mexiko mit 30,0 Prozent, am Standort Rumänien mit 16,0 Prozent und am Standort USA mit 26,0 Prozent bewertet. Am Standort Vietnam ist die Steuerbefreiung nach der Gründungsphase zum 31.12.2020 ausgelaufen. Der aktuelle Steuersatz liegt bei 10,0 Prozent.

TEUR 2021 2020
Ergebnis vor Steuern 19.043 7.927
Erwartete(r) Steuererstattung/-aufwand -5.511 -2.293
Abweichender Steuersatz 1.776 2.438
Steuerlich nicht abzugsfähige Erträge und Aufwendungen 280 -871
Steuerliche Verlustvorträge 185 -871
Abweichung der lokalen Steuersätze -201 -324
Periodenfremde tatsächliche Steuern -530 -318
Tatsächliche Steuererstattung/-aufwand -4.001 -2.239
Effektiver Steuersatz in % -21% -28%

Die Bildung latenter Steuern betreffend Verlustvorträge in Höhe von 4.334 TEUR (Vorjahr 4.091 TEUR) unterblieb. Ursächlich hierfür waren neben lokalen Steuerregelungen die Erwartung über die künftige Nutzbarkeit aufgrund der derzeitigen Lage. Die Verlustvorträge haben kein Verfallsdatum.

V. Management der Risiken aus Finanzinstrumenten

Der OECHSLER-Konzern verfügt über ein Risikomanagementsystem, das die Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken der Finanzinstrumente einschließt und im Folgenden beschrieben wird.

(1) Marktrisiken

Als wesentliche Marktrisiken erachtet der OECHSLER-Konzern Währungs- und Zinsrisiken. Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen von Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

a. Währungsrisiken

Währungsrisiken bestehen im OECHSLER-Konzern im Wesentlichen aus dem operativen Geschäft. Die Risiken hieraus sind als gering einzustufen, da der OECHSLER-Konzern seine Aktivitäten überwiegend in seiner jeweiligen funktionalen Währung abwickelt. Der OECHSLER-Konzern setzte in den beiden betrachteten Geschäftsjahren keine Devisentermingeschäfte ein, um Cashflows abzusichern.

Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, die von der funktionalen Währung abweichen und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen der Konzern Finanzinstrumente einsetzt.

Fremdwährungsgeschäfte laufen im Wesentlichen in der Währung des US-amerikanischen Dollar (USD), des chinesischen Renminbi (RMB), des vietnamesischen Dong (VND), des rumänischen Lei (RON) und des mexikanischen Pesos (MXN). Würde der Euro gegenüber dem USD zum 31. Dezember 2021 um 5 Prozent aufgewertet (abgewertet), wäre das Ergebnis des Konzerns rund 435 TEUR (Vorjahr: 374 TEUR) niedriger (höher) bzw. das Konzerneigenkapital um 435 TEUR (Vorjahr: 374 TEUR) niedriger (höher) gewesen. Würde der Euro gegenüber dem RMB zum 31. Dezember 2021 um 5 Prozent aufgewertet (abgewertet), wäre das Ergebnis des Konzerns rund 52 TEUR (Vorjahr: 7 TEUR) höher (niedriger) bzw. das Konzerneigenkapital um 52 TEUR (Vorjahr: 7 TEUR) höher (niedriger) gewesen. Würde der Euro gegenüber dem RON zum 31. Dezember 2021 um 5 Prozent aufgewertet (abgewertet), wäre das Ergebnis des Konzerns rund 73 TEUR (Vorjahr: 87 TEUR) niedriger (höher) bzw. das Konzerneigenkapital um 73 TEUR (Vorjahr: 87 TEUR) niedriger (höher) gewesen. Würde der Euro gegenüber dem MXN zum 31. Dezember 2021 um 5 Prozent aufgewertet (abgewertet), wäre das Ergebnis des Konzerns rund 988 TEUR (Vorjahr: 769 TEUR) niedriger (höher) bzw. das Konzerneigenkapital um 988 TEUR (Vorjahr: 769 TEUR) niedriger (höher) gewesen. Würde der Euro gegenüber dem VND zum 31. Dezember 2021 um 5 Prozent aufgewertet (abgewertet), wäre das Ergebnis des Konzerns rund 67 TEUR (Vorjahr: 98 TEUR) niedriger (höher) bzw. das Konzerneigenkapital um 67 TEUR (Vorjahr: 98 TEUR) niedriger (höher) gewesen.

b. Zinsrisiken

Der OECHSLER-Konzern unterliegt Zinsrisiken aus variabel verzinslichen Darlehen in Deutschland. Grundsätzlich versucht der OECHSLER-Konzern die Finanzierung dezentral in die operativen Einheiten zu verlagern. Mittels Sensitivitätsanalysen werden die Effekte aus Zinsänderungen für die entsprechenden Finanzverbindlichkeiten dargestellt. Für Finanzinstrumente mit fester Verzinsung ergeben sich keinerlei laufende Zinsänderungsrisiken. Ergeben sich Änderungen der Marktzinssätze für Darlehen mit variabler Verzinsung hat dies grundsätzlich unmittelbar Auswirkungen auf Zinszahlungen und somit auf das Eigenkapital und das Ergebnis. Lägen die tatsächlich zum Stichtag geltenden Zinssätze der variabel zu verzinsenden Darlehen hypothetisch um 5 Prozent höher (niedriger), hätte dies eine negative (positive) Auswirkung auf das Finanzergebnis in Höhe von 16 TEUR (Vorjahr: 37 TEUR). Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase mit negativen Referenzzinssätzen in Verbindung mit bei den wesentlichen variabel verzinslichen Darlehen bestehenden Begrenzungen der Referenzzinssätze auf minimal 0 Prozent (Floors) ergäbe sich bei einer Erhöhung oder Verminderung der variablen Zinskomponenten um 5 Prozent keine Auswirkung auf Eigenkapital und Ergebnis.

(2) Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiko bedeutet im engeren Sinne die Gefahr, dass finanzielle Mittel nicht in ausreichendem Maß verfügbar sind, um alle Zahlungsverpflichtungen pünktlich zu erfüllen. Im weiteren Sinne bedeutet Liquiditätsrisiko für den OECHSLER-Konzern aber auch jede Einschränkung der Verschuldungs- bzw. Kapitalaufnahmefähigkeit, wodurch die Umsetzung der Unternehmensstrategien oder der finanzielle Handlungsspielraum im Allgemeinen beeinträchtigt werden könnte. Wesentliche Einflussfaktoren für das Liquiditätsrisiko (Entwicklung der Ertragskraft, konjunkturelle Entwicklung, Beurteilung der Bonität durch Externe) liegen außerhalb des Einflussbereichs des Finanzmanagements. Unter Liquiditätsrisikomanagement sind daher die Analyse des Risikos und der Einsatz von Finanzinstrumenten zur Begrenzung des Risikos im Rahmen des nicht beeinflussbaren Umfelds zu verstehen. Eine auf einen festen Planungshorizont ausgerichtete Liquiditätsvorschau, die im OECHSLER-Konzern vorhandene freie Kreditlinie in Höhe von 81.266 TEUR (Vorjahr: 60.079 TEUR) und Bankguthaben bei Kreditinstituten sowie alternative Finanzierungsinstrumente stellen jederzeit die Liquiditätsversorgung sicher.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten ersichtlich:

TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Sonstige Finanzverbindlichkeiten - Leasingverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Buchwerte 31.12.2021 18.299 68.743 669 778 18.352 264
Zinsverpflichtungen 2022 588 0 0 0 0 0
Tilgungen 2022 18.299 0 669 0 18.352 0
Zinsverpflichtungen 2023 0 1.043 0 0 0 0
Tilgungen 2023 0 1.690 0 350 0 108
Zinsverpflichtungen 2024 0 641 0 0 0 0
Tilgungen 2024 0 33.724 0 298 0 76
Zinsverpflichtungen 2025 0 527 0 0 0 0
Tilgungen 2025 0 1.330 0 130 0 61
Zinsverpflichtungen 2026 0 491 0 0 0 0
Tilgungen 2026 0 0 0 0 0 18
Zinsverpflichtungen 2027 0 401 0 0 0 0
Tilgungen 2027 0 32.000 0 0 0 0
Zinsverpflichtungen 2028 0 0 0 0 0 0
Tilgungen 2028 0 0 0 0 0 0
Zinsverpflichtungen 2029 0 0 0 0 0 0
Tilgungen 2029 0 0 0 0 0 0
Zinsverpflichtungen 2030 0 0 0 0 0 0
Tilgungen 2030 0 0 0 0 0 0

In der Tabelle wurden die variablen Zinsbestandteile für die Darstellung in der Tabelle mit dem zum Bilanzstichtag bestehenden Zinssatz als für die gesamte Restlaufzeit fix angenommen.

Die Buchwerte der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten Zinsabgrenzungen i.H.v. 638 TEUR.

(3) Kreditrisiken

Unter den Kredit- und Ausfallrisiken versteht man das Risiko eines Verlustes für den OECHSLER-Konzern, wenn eine Vertragspartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Forderungsausfallrisiken werden durch präventive Bonitätsprüfungen und eine laufende Überwachung der Zahlungsziele weitestgehend ausgegrenzt. Des Weiteren kann die Zahlungsmoral von Kunden aus der Vergangenheit zusätzlich Rückschlüsse geben. Die Außenstände werden neben der dezentralen Nachverfolgung in den Gesellschaften auch zentral erfasst und verfolgt. Konkreten Ausfallrisiken wird mit Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen, die vorgenommen werden, wenn der Buchwert des finanziellen Vermögenswerts höher als der Barwert des zukünftigen Cashflows ist. Auslöser für eine Einzelwertberichtigung können unter anderem ein erheblicher Zahlungsverzug oder die Insolvenz des Kunden sein. Das maximale Kreditrisiko der finanziellen Vermögenswerte entspricht grundsätzlich ihren Bruttobuchwerten. Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht eine Kreditausfallversicherung mit einer maximalen Entschädigungsleistung pro Versicherungsperiode i.H.v. 40.000 TEUR. Das Entschädigungsvorrisiko beträgt 750 TEUR. Nach Abzug dieses Vorrisikos beträgt der versicherte Prozentsatz 90%. Nach IFRS 9 werden Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste nach dem "Expected-loss-Model" für sämtliche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte erfasst. Die erwarteten Ausfallraten für diese Kreditverluste basieren insbesondere auf den durchschnittlichen Forderungsausfällen in den letzten Jahren. Daneben unterliegen Vertragsvermögenswerte den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9. Die weiteren Anwendungsfälle der Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 sind für OECHSLER in dieser sowie der vorangegangenen Berichtsperiode nicht einschlägig.

Grundsätzlich sieht IFRS 9 hierfür ein dreistufiges Verfahren vor. Eine Risikovorsorge wird entweder auf Basis der erwarteten 12-Monats-Kreditverluste gebildet (Stufe 1) oder auf Basis der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste, falls sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat (Stufe 2) oder falls aufgrund objektiver Hinweise eine beeinträchtigte Bonität festgestellt wird (Stufe 3). Für den Großteil der finanziellen Vermögenswerte, einschließlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine wesentliche Finanzierungskomponente beinhalten, wird das vereinfachte Verfahren angewandt. Hierbei werden die erwarteten Kreditverluste immer über die gesamte Laufzeit der Finanzinstrumente ermittelt.

Aufgrund der Anwendung des vereinfachten Verfahrens ergeben sich folgende Ausfallrisikoklassifizierungen für die finanziellen Vermögenswerte für das Berichtsjahr:

TEUR Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Vertragsvermögenswerte Sonstige finanzielle Vermögenswerte Flüssige Mittel
Risikostufe 1 0 0 222 70.895
Risikostufe 2 73.654 10.833 0 0
Risikostufe 3 2 0 0 0
Summe 73.656 10.833 222 70.895

Aufgrund der Anwendung des vereinfachten Verfahrens ergeben sich folgende Ausfallrisikoklassifizierungen für die finanziellen Vermögenswerte für das Vorjahr:

TEUR Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Vertragsvermögenswerte Sonstige finanzielle Vermögenswerte Flüssige Mittel
Risikostufe 1 0 0 672 89.295
Risikostufe 2 75.727 10.300 0 0
Risikostufe 3 193 0 0 0
Summe 75.920 10.300 672 89.295

Bei Vorliegen entsprechender einzelfallbezogener Umstände und Risikoindikationen (objektive Hinweise auf Wertminderung) werden individuelle Wertberichtigungen gebildet. Im Rahmen des Modells der erwarteten Kreditverluste des IFRS 9 werden sowohl vergangenheitsbezogene Daten, zum Beispiel historische Ausfallquoten, als auch zukunftsbezogene Informationen, zum Beispiel individuelle und makroökonomische Gegebenheiten, in die Bestimmung der Höhe der Wertberichtigungen einbezogen. Für die initiale Bestimmung der Ausfallquoten wurden Daten sowohl von externen Anbietern genutzt als auch auf der Basis der tatsächlichen Ausfälle bestimmt. Nunmehr werden diese Informationen alleine auf Basis der erwarteten Ausfälle bestimmt.

Der Ausfall eines Kontrahenten führt zur Wertberichtigung sämtlicher offenen Positionen mit dem Kontrahenten. Hierbei wird der Ausfall auf Basis individueller Beurteilung bestimmt, zum Beispiel bei auffälligen Veränderungen des Zahlungsverhaltens oder Insolvenzanmeldung. Ein Finanzinstrument wird ausgebucht, wenn nach angemessener Einschätzung nicht davon auszugehen ist, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist, zum Beispiel nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder in Abhängigkeit anderer lokalrechtlicher Gegebenheiten.

Die Werthaltigkeit der nicht überfälligen Forderungen wird als sehr hoch angesehen. Diese Einschätzung wird dabei vor allem auf die langjährige Geschäftsbeziehung zu den meisten Abnehmern und die Bonität der Kunden zurückgeführt. Für alle anderen Vermögenswerte, die dem Wertminderungsmodell des IFRS 9.5.5 unterliegen, ergaben sich keine wesentlichen erwarteten Kreditverluste. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die Vertragsvermögenswerte sind weder überfällig noch wertgemindert. Bankguthaben bestehen nur bei renommierten Banken von hoher Bonität. Aus Wesentlichkeitsgründen und der aktuellen Risikoeinschätzung wurde keine Risikovorsorge auf die Vertragsvermögenswerte, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie die flüssigen Mittel vorgenommen.

(4) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Eine Aufgliederung der finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 für die Geschäftsjahre 2021 und 2020 ergibt sich wie folgt:

Kategorie gem. Buchwert Wertanzeige Bilanz nach IFRS 9
TEUR IFRS 9 31.12.2021 Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte nach Klassen        
Flüssige Mittel AC 70.895 70.895  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 73.438 73.438  
Sonstige finanzielle Vermögenswerte   222 218 4
Davon derivative Finanzinstrumente FVTPL 4   4
Davon sonstige AC 218 218  
Finanzielle Verbindlichkeiten nach Klassen        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 87.042 87.042  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 18.616 18.616  
Sonstige Finanzverbindlichkeiten AC 0 0  
Zusammenfassung pro Kategorie gemäß IFRS 9        
Amortised Cost (asset) AC 144.551    
At fair Value through Profit and Loss (asset) FVTPL 4    
Amortised Cost (liability) AC 105.658    
Beizulegender Zeitwert nach Bewertungsstufen
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte nach Klassen      
Flüssige Mittel      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen      
Sonstige finanzielle Vermögenswerte   222  
Davon derivative Finanzinstrumente   4  
Davon sonstige   218  
Finanzielle Verbindlichkeiten nach Klassen      
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   86.767  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen      
Sonstige Finanzverbindlichkeiten      
Zusammenfassung pro Kategorie gemäß IFRS 9      
Amortised Cost (asset)      
At fair Value through Profit and Loss (asset)      
Amortised Cost (liability)      
Kategorie gem. Buchwert Wertanzeige Bilanz nach IFRS 9
TEUR IFRS 9 31.12.2020 Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte nach Klassen        
Flüssige Mittel AC 89.295 89.295  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 75.506 75.506  
Sonstige finanzielle Vermögenswerte   672 671 1
Davon derivative Finanzinstrumente FVTPL 1   1
Davon sonstige AC 671 671  
Finanzielle Verbindlichkeiten nach Klassen        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 120.759 120.759  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 22.194 22.194  
Sonstige Finanzverbindlichkeiten AC 0 0  
Zusammenfassung pro Kategorie gemäß IFRS 9        
Amortised Cost (asset) AC 165.472    
At fair Value through Profit and Loss (asset) FVTPL 1    
Amortised Cost (liability) AC 142.953    
Beizulegender Zeitwert nach Bewertungsstufen
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte nach Klassen      
Flüssige Mittel      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen      
Sonstige finanzielle Vermögenswerte   672  
Davon derivative Finanzinstrumente   1  
Davon sonstige   671  
Finanzielle Verbindlichkeiten nach Klassen      
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   120.142  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen      
Sonstige Finanzverbindlichkeiten      
Zusammenfassung pro Kategorie gemäß IFRS 9      
Amortised Cost (asset)      
At fair Value through Profit and Loss (asset)      
Amortised Cost (liability)      

Die Bilanzposition der sonstigen Finanzverbindlichkeiten enthält Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16, die für die vorliegende Tabelle nicht relevant sind, und ist daher nicht mit den hier aufgeführten Werten abstimmbar.

Für kurzfristig fällige Finanzinstrumente stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Der beizulegende Zeitwert der Bewertungsstufe 2 zugeordneten festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt zu marktüblichen Zinsen am Bilanzstichtag. Bei variabel verzinslichen Verbindlichkeiten entsprechen die Buchwerte grundsätzlich den beizulegenden Zeitwerten, sofern von sonst konstanten Bewertungsparametern ausgegangen wird. Die Bewertung der Derivate ist im Abschnitt III. (3) beschrieben.

OECHSLER nimmt Umgruppierungen zwischen den Stufen der Zeitwerthierarchie am Ende der Berichtsperiode vor. In der Berichtsperiode und der vorhergehenden Periode kam es nicht zu Umgruppierungen innerhalb der Zeitwerthierarchie.

Die Nettogewinne- oder Verluste der einzelnen Kategorien nach IFRS 9 ergeben sich wie folgt:

TEUR 2021 2020
FVTPL 3 -1
AC (asset) 5 79
AC (liability) / FLAC -1.787 -2.264
Summe -1.779 -2.186

Der Gesamtzinsertrag für finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, liegt bei 145 TEUR (Vorjahr: 93 TEUR) und der Gesamtzinsaufwand für finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, bei 1.787 TEUR (Vorjahr: 2.264 TEUR).

(5) Kapitalmanagement und Mindestkapitalanforderungen

Das vorrangige Ziel des Kapitalmanagements im OECHSLER-Konzern ist es, eine solide Kapitalbasis beizubehalten, um das Vertrauen der Gläubiger und der Märkte zu wahren und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens sicherzustellen. Das steuerungsrelevante Kapital des Konzerns besteht aus dem Eigenkapital sowie als wesentlicher Bestandteil der Nettofinanzschulden aus den zinstragenden Finanzverbindlichkeiten. Zur Erreichung der Zielsetzung überwacht der OECHSLER-Konzern regelmäßig die Entwicklung des Kapitals mithilfe der Eigenkapitalquote und des Verschuldungsgrades. Der Verschuldungsgrad entspricht dem Verhältnis von Nettofinanzschulden (= zinstragende Finanzverbindlichkeiten abzüglich flüssiger Mittel) zum EBITDA.

Des Weiteren wird auf die Ausführungen zur aktuellen Finanz- und Liquiditätslage des OECHSLER-Konzerns im Konzernlagebericht verwiesen.

VI. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung ist entsprechend der Regelungen des IAS 7 aufgestellt und gliedert sich nach Zahlungsströmen aus der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

Ausgehend von einem erfolgswirksam erfassten Periodenergebnis von 15.040 TEUR (Vorjahr: 5.688 TEUR) bestand der Mittelzufluss im Berichtsjahr im Wesentlichen aus 34.536 TEUR (Vorjahr: 45.673 TEUR) Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens. Weiterhin entstanden wesentliche Mittelzuflüsse aus der Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten um 13.501 TEUR (Vorjahr: 36.356 TEUR) Dem standen Mittelabflüsse aus der Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2.435 TEUR (Vorjahr: 2.230 TEUR) sowie Erhöhung der Vorräte um 10.445 (Vorjahr: 12.644 TEUR Mittelzufluss) entgegen. Die Wertminderungen für Vorräte wirken sich in der Veränderung von sonstigen zahlungsunwirksamen Erträgen in Höhe von 1.520 TEUR (Vorjahr: 1.612 TEUR) aus. Insgesamt ergibt sich ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 40.946 TEUR (Vorjahr: 95.279 TEUR).

Das Investitionsvolumen abzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens führte zu einem Cashflow aus der Investitionstätigkeit von minus 9.881 TEUR (Vorjahr: minus 15.384 TEUR).

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich um insgesamt 13.658 TEUR (Vorjahr: 13.278 TEUR). Ebenso wurden die langfristigen Finanzierungen gegenüber Kreditinstituten um 20.059 TEUR (Vorjahr: 7.512 TEUR) reduziert. Die sonstigen kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten betreffen Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16. Die Dividendenzahlungen betrugen 6.250 TEUR (Vorjahr: 1.250 TEUR). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug insgesamt minus 51.581 TEUR (Vorjahr: minus 34.843 TEUR).

Die Zahlungen für die Ertragssteuern betrugen 8.253 TEUR (Vorjahr 2.774 TEUR). Es ergaben sich Auszahlungen für Zinsen von 1.913 TEUR (Vorjahr: 2.602 TEUR) sowie Zinseinzahlungen in Höhe von 145 TEUR (Vorjahr: 102 TEUR).

Die flüssigen Mittel von 70.895 TEUR (Vorjahr: 89.295 TEUR) beinhalten alle positiven Salden der Kontokorrentkonten sowie die Kassenbestände, diese entsprechen dem Finanzmittelfonds in der Kapitalflussrechnung.

Die Auszahlungen für den Zinsanteil an den Leasingzahlungen werden dem Finanzierungs-Cashflow zugeordnet.

Die Überleitungsrechnung für Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten gem. IAS 7.44A ff. ergibt sich wie folgt:

TEUR Stand zum 01.01.2021 Zahlungsmittelzuflüsse/ -abflüsse Zugänge Abgänge
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 120.759 -37.235 0 0
sonstige Finanzverbindlichkeiten 7.976 -8.215 1.352 -6
Verbindichkeiten aus Leasingverhältnissen 7.976 -8.215 1.352 -6
Summe 128.735 -45.450 1.352 -6
TEUR Effekte aus der Währungsumrechnung Zinseffekt Übrige Änderungen Stand zum 31.12.2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.754 1.764 0 87.042
sonstige Finanzverbindlichkeiten 261 78 0 1.447
Verbindichkeiten aus Leasingverhältnissen 261 78 0 1.447
Summe 2.015 1.842 0 88.489

Die Überleitungsrechnung für Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten gem. IAS 7.44A ff. für das Vorjahr stellte sich wie folgt dar:

TEUR Stand zum 01.01.2020 Zahlungsmittelzuflüsse/ -abflüsse Zugänge Abgänge
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 142.749 -20.768 0 0
sonstige Finanzverbindlichkeiten 17.977 -10.760 1.201 0
Verbindichkeiten aus Leasingverhältnissen 17.977 -10.760 1.201 0
Summe 160.726 -31.528 1.201 0
TEUR Effekte aus der Währungsumrechnung Zinseffekt Übrige Änderungen Stand zum 31.12.2020
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -1.222 0 0 120.759
sonstige Finanzverbindlichkeiten -846 435 0 7.976
Verbindichkeiten aus Leasingverhältnissen -846 435 0 7.976
Summe -2.068 435 0 128.735

VII. Sonstige Angaben

(1) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen / Eventualschulden

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich im Konzern wie folgt dar:

TEUR 2021 2020
Bestellobligo für den Erwerb von Sachanlagen 7.815 4.825
Dienstleistungen 759 483
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 341 0
Summe 8.916 5.308

Zum Stichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse sowie Eventualschulden.

(2) Honorar für Abschlussprüfungsleistungen des Konzernabschlussprüfers

Das von dem Abschlussprüfer, dessen verbundenen Unternehmen und dessen Kooperationspartnern für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt inklusive der Prüfung des Konzernabschlusses 251 TEUR (Vorjahr: 248 TEUR). Davon entfallen 156 TEUR auf die Abschlussprüfungsleistungen (Vorjahr: 146 TEUR), 39 TEUR auf Steuerberatungsleistungen (Vorjahr: 26 TEUR) und 56 TEUR auf sonstige Beratungsleistungen (Vorjahr: 76 TEUR). Auf Kooperationspartner entfallen dabei Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von 11 TEUR (Vorjahr: 9 TEUR), Steuerberatungsleistungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) sowie sonstige Beratungsleistungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

(3) Vorstand

Herr Dr. Claudius Kozlik, Nürnberg, Vorstandsvorsitzender / Chief Executive Officer (CEO)

Herr Christoph Faßhauer, Ansbach, Chief Operating Officer (COO)

Herr Michael Meyer, Weißenburg, Chief Financial Officer (CFO)

Dr. Kozlik ist zugleich Geschäftsführer der MOS Corporate Services GmbH, Ansbach, gesetzlicher Vertreter der OECHSLER Motion Vietnam LCC, Long An Province, Vietnam, gesetzlicher Vertreter und Vorsitzender des Board of Directors der OECHSLER Plastic Products (Taicang) Co., Ltd., Taicang, VR China sowie Mitglied des Board of Directors der OECHSLER Asia Holdings Private Limited, Singapur, Mitglied im Executive Board der OECHSLER Mexico S.A. de C.V., Querétaro, Mexiko. In der OECHSLER Motion Holding SE, Anbsach, ist Herr Dr. Kozlik geschäftsführender Direktor. In der OECHSLER Motion, Inc., Acworth, GA, USA, und der MOS Estates, Inc., Acworth, GA, USA, ist Herr Dr. Kozlik Executive Member des Board of Directors.

Herr Faßhauer ist zugleich Aufsichtsrat der OECHSLER Plastic Products (Taicang) Co., Ltd., Taicang, VR China, und Geschäftsführer der OECHSLER Romania S.R.L., Lipova, Rumänien und der MOS Corporate Services GmbH, Ansbach.

Herr Meyer ist zugleich Mitglied des Board of Directors der OECHSLER Asia Holdings Private Limited, Singapur, Mitglied im Executive Board der OECHSLER Mexico S.A. de C.V., Querétaro, Mexiko, Geschäftsführer der OECHSLER Ceramics GmbH, Weißenburg, Prokurist der MOS Corporate Services GmbH, Ansbach, sowie der OECHSLER Motion GmbH, Ansbach. In der OECHSLER Motion Holding SE, Ansbach, ist Herr Meyer Mitglied im Verwaltungsrat. In der OECHSLER Motion, Inc., Acworth, GA, USA und der MOS Estates, Inc., Acworth, GA, USA, ist Herr Meyer Executive Member des Board of Directors.

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands aus kurzfristig fälligen Leistungen im Geschäftsjahr betragen 1.091 TEUR (Vorjahr: 1.196 TEUR). Zum Stichtag bestehen Verpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Vorstands in Höhe von 290 TEUR (Vorjahr: 442 TEUR). Für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ergibt sich eine Vergütung für aktive Vorstandsmitglieder in Höhe von 201 TEUR (Vorjahr: 164 TEUR). Für die Pensionsverpflichtungen der aktiven Vorstandsmitglieder sind zum Berichtsstichtag Rückstellungen in Höhe von 3.416 TEUR (Vorjahr: 3.398 TEUR) gebildet.

Frühere Organmitglieder haben im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von 120 TEUR (Vorjahr: 120 TEUR) erhalten. Für deren Pensionsverpflichtungen sind Rückstellungen zum Berichtsstichtag in Höhe von 1.272 TEUR (Vorjahr: 1.301 TEUR) gebildet.

(4) Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat setzte sich im Geschäftsjahr wie folgt zusammen:

Herr Wolf Matthias Mang, Diplom-Kaufmann, Obertshausen Vorsitzender
(Geschäftsführer der Arno Arnold GmbH)  
Herr Peter Fleischmann, Diplom-Kaufmann, Nürnberg stellvertretender Vorsitzender
(Steuerberater i. R., Rechtsbeistand i. R.)  
Herr Prof. Dr. Günter Lutz, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Heidelberg, bis 14.7.2021  
(selbständiger Wirtschaftsprüfer und Steuerberater)  
Herr Matthias Glückert, Bankkaufmann, München  
(Managing Director, Senior Manager Global Syndicate, UniCredit Bank AG)  
Herr Bernd Sexauer, Bankkaufmann, Kelkheim  
(Beteiligungsmanager)  
Herr Hans Fahr, Dipl.-Ing., lic.oec. HSG, München  
(Unternehmensberater)  
Herr Dr. Constantin Mang, Ökonom, Berlin, ab 14.7.2021  
(Geschäftsführender Direktor MBB SE)  
Herr Horst Heidenfelder, Maschinenbauer, Leutershausen  
(Vorsitzender des Betriebsrates am Standort Ansbach)  
Herr Michael Fellner, Werkzeugmacher, Nennslingen  
(Vorsitzender des Betriebsrates am Standort Weißenburg)  
Herr Markus Söllner, Maschinenbau-/Industriemechaniker, Ansbach  
(Stellv. Vorsitzender des Betriebsrates am Standort Ansbach)  

Herr Mang ist zugleich Mitglied des Board of Directors der OECHSLER Asia Holdings Private Limited, Singapur.

Für die Vergütung des Aufsichtsrats wurden im Berichtsjahr 534 TEUR verbucht (Vorjahr: 547 TEUR).

(5) Beziehung zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Personen oder Unternehmen im Sinne des IAS 24 gelten Personen bzw. Unternehmen, die vom berichtenden Unternehmen beeinflusst werden können bzw. die auf das Unternehmen Einfluss nehmen können. Nahestehende Personen sind u. a. die Vorstände, Aufsichtsräte, Aktionäre und deren Angehörige. Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und deren Tochterunternehmen, die nahestehende Unternehmen sind, wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert und werden in diesem Anhang nicht erläutert.

Die Bezüge von Vorstand und Aufsichtsrat sind den Gliederungspunkten VII. (3) und VII. (4) zu entnehmen.

Alle Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

(6) Offenlegung nach § 264 Abs. 3 HGB

Die Gesellschaft nimmt die Befreiungsvorschrift nach § 264 Abs. 3 HGB für Ihre Tochtergesellschaft OECHSLER Motion GmbH, Ansbach, in Anspruch, mit der ein Gewinnabführungsvertrag besteht.

(7) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine hat gegenwärtig keine unmittelbaren Folgen auf die Supply-Chain des OECHSLER-Konzerns, da weder Kunden noch Lieferanten in Russland oder der Ukraine ansässig sind. Unabhängig davon sind zu erwartende negative Auswirkungen in der verabschiedeten Unternehmensplanung nicht berücksichtigt und würden einen Einfluss auf Umsatz und Ertrag haben. Eine abschließende Beurteilung der Effekte ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich möglich.

Am Anfang des Jahres 2022 wurde ein Leasing-Folgevertrag für 3D-Druckanlagen mit einer Laufzeit von 2 Jahren mit einem Volumen i.H.v. 7,6 Mio. Euro p.a. abgeschlossen.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.

(8) Freigabe

Der Konzernabschluss der OECHSLER AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 wurde am 26. April 2022 vom Vorstand genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

 

Ansbach, den 26. April 2022

Der Vorstand der OECHSLER AG

Dr. Claudius Kozlik

Christoph Faßhauer

Michael Meyer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die OECHSLER AG, Ansbach

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der OECHSLER AG, Ansbach, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.12.2021, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der OECHSLER AG, Ansbach, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 i.V.m. § 315e Abs. 3 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.12.2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 und

• vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 i.V.m. § 315e Abs. 3 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von dem Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 i.V.m. § 315e Abs. 3 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

• holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

• beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Nürnberg, den 26. April 2022

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Prof. Dr. Bömelburg, Wirtschaftsprüfer

Wagner, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich am 16. August 2000 im Rahmen der formwechselnden Umwandlung des bis dahin in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG geführten Unternehmens konstituiert. Seine personelle Zusammensetzung hat sich im Geschäftsjahr 2021 verändert.

Herr Prof. Dr. Günter Lutz ist mit Ablauf der Hauptversammlung am 14. Juli 2021 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Neu in der Hauptversammlung gewählt wurde, neben den unveränderten Mitgliedern, Herr Dr. Constantin Mang.

Der Aufsichtsrat hat während des Berichtszeitraumes die ihm obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung des Vorstandes überwacht. Dazu hat er sich regelmäßig über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft informiert.

In fünf unterjährigen Sitzungen, in Präsenz bzw. online, wurden mündliche und schriftliche Berichte des Vorstands entgegengenommen und erörtert. Die bedeutsamen Geschäftsvorfälle und wichtige Einzelvorgänge wurden mit dem Vorstand in und außerhalb von Sitzungen beraten. Der hohen Dynamik der Corona-Pandemie Rechnung tragend, fanden in der ersten Jahreshälfte zusätzlich zu regulären Sitzungen regelmäßige Videokonferenzen mit dem Vorstand zum jeweils aktuellen Stand der Geschäfte und Corona-Schutzmaßnahmen statt.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 und der Lagebericht der OECHSLER AG sind unter Einbeziehung der Buchführung von Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Nürnberg, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Über das Ergebnis seiner Prüfung hat der Abschlussprüfer in der Aufsichtsratssitzung am 12. Mai 2022 berichtet.

Der vom Vorstand nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 und der dazugehörige Konzernlagebericht der OECHSLER AG sind von Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Nürnberg, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Über die Ergebnisse der Prüfungen hat der Abschlussprüfer in der Aufsichtsratssitzung am 12. Mai 2022 berichtet.

Die Prüfung des Jahresabschlusses der OECHSLER AG und des Lageberichts durch den Aufsichtsrat ergab keinerlei Anlass zu Beanstandungen. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers an und billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, der damit festgestellt ist.

Die Prüfung des Konzernabschlusses und des dazugehörigen Lageberichts durch den Aufsichtsrat ergab keinerlei Anlass zu Beanstandungen. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers an und billigt den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss.

Dem Vorstand und allen Mitarbeitern spricht der Aufsichtsrat seinen Dank für den gezeigten Einsatz zum Wohle des Unternehmens aus.

 

Ansbach, den 12. Mai 2022

Wolf Matthias Mang, Vorsitzender des Aufsichtsrates

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