energielenker green assets 2 GmbH
Selbe AdresseWärme- und Kältehandel
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christoph Bernhard Hannich seit 11.3.2015 | Geschäftsführer |
Gerrit Prof. Dr. jur. habil. Hölzle seit 11.3.2015 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
agri.capital Luxembourg S.à.r.l. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
agri.capital GmbHMünsterJahresabschluss zum 31. Dezember 2012Lagebericht für das Geschäftsjahr 2012I Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Lage der Gesellschaft 1 Geschäftsmodell der agri.capital-Gruppe Die agri.capital GmbH mit ihren Tochtergesellschaften (nachfolgend agri.capital-Gruppe genannt) betreibt Biogasanlagen zur Erzeugung von Strom, Wärme und Biomethan (auch Bioerdgas genannt). In den Anlagen werden in einem biologischen Prozess neben Energiepflanzen wie Mais und anderen nachwachsenden Rohstoffen auch landwirtschaftliche Reststoffe wie beispielsweise Hühnertrockenkot vergoren. Durch den Vergärungsprozess entsteht Biogas, welches in der Regel in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) vor Ort verbrannt wird und dadurch Strom und Wärme erzeugt. Ein alternativer Verwendungspfad ist die Aufbereitung des Biogases zu Biomethan, um es in das Erdgasnetz einzuspeisen. Es kann dann räumlich und zeitlich unabhängig vom Ort der Produktion verwendet werden, zum Beispiel als Brennstoff für die Kraft-Wärme-Kopplung, als Beimischprodukt für den Wärmemarkt oder als Kraftstoff. Die Geschäftstätigkeit der agri.capital GmbH umfasst die Projektentwicklung, die Planung und Projektierung, die Errichtung und die Betreuung von Biogasanlagen der Tochtergesellschaften sowie die Vermarktung der erzeugten Energie durch Verkauf des eingespeisten Stroms, die Vermarktung von Wärme sowie den Verkauf von Biomethan. Im Bereich der Projektentwicklung werden neue Standorte für die Errichtung von Biogasanlagen entwickelt, aber auch realisierungsreife Projekte oder auch Bestandsanlagen aus dem Markt akquiriert. Die Sicherstellung der für die Umsetzung und den Kauf von Biogasanlagen notwendigen Finanzierung gehört ebenso zu den Schwerpunkten der Geschäftstätigkeit. Der Bereich der Projektierung und Errichtung umfasst zudem das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren, den Bau der Anlagen unter Einschaltung von Subunternehmern, sowie die Inbetriebnahme der errichteten Anlagen. Unter Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Rahmenbedingungen werden die Biogasanlagen individuell entwickelt und ausgelegt. Die Umsetzung der Anlagen hängt neben den genehmigungsrechtlichen Vorgaben von der betriebswirtschaftlichen Betrachtung -insbesondere von Rohstoffverfügbarkeit und -kosten, -Logistik, Netzanschluss, Wärmenutzungsmöglichkeiten und Energievermarktungsmöglichkeiten und -konditionen (u.a. EEG Vergütung) ab. Die Betreuung der Biogasanlagen der Tochtergesellschaften umfasst den Rohstoffeinkauf, die Rohstofflogistik, die technische und kaufmännische Betriebsführung, das Gärrestmanagement sowie die technische und biologische Betreuung der Anlagen. Der Verkauf des erzeugten Stroms und die Vermarktung des produzierten Biomethans werden durch den Bereich Energiewirtschaft sichergestellt. Ebenso wird die erzeugte Wärme an Dritte vermarktet oder durch entsprechende Wärmekonzepte vor Ort Lösungen zur Generierung von KWK Bonus geschaffen. Die Vergütung des in Biogasanlagen erzeugten Stroms ist grundsätzlich im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt und kann mit dem Hintergrund der Neuregelungen im EEG 2012 auch aktiv am freien Markt vermarktet werden. Diese Möglichkeit nutzen wir unter der Einschaltung eines Dienstleisters umfassend. Im Rahmen des Anlagenbetriebes ist die sichere Versorgung der Anlagen mit Rohstoffen eine der Hauptaufgaben, die über einen eigenen Bereich Rohstoffmanagement gewährleitestet wird. Die Gesellschaft hat ihre Expertise in diesem Bereich in den letzten Jahren professionalisiert und weiter ausgebaut. So wurde zur Sicherstellung der vor Ort Betreuung der Partner in der landwirtschaftlichen Umgebung ein Regionalkonzept aufgebaut, das neben der Nähe der Verantwortlichen an den individuellen Anlagen auch die Nähe am lokalen Rohstoffmarkt garantiert und übergeordnet zur Qualitätssicherung und Alternativrohstoffbeschaffung eine Zentralstelle Qualitätssicherung etabliert. Im Zuge der Entwicklung von neuen Biogasanlagenstandorten werden im Vorfeld langfristige Lieferverträge mit ortsansässigen Landwirten abgeschlossen, so dass in der Regel mindestens 80% der benötigten Jahresmenge an Inputstoffen vor Baubeginn langfristig gesichert ist. Im Rahmen des Erwerbs von Bestandsanlagen werden vergleichbare Anforderungen an die Sicherung von Rohstoffen gestellt. Damit wird ein hoher Versorgungsgrad der Anlagen angestrebt und, sofern möglich, eine längerfristige Preisbindung vereinbart. Mit der langjährigen Erfahrung im Betrieb von Biogasanlagen und der derzeitig installierten Anschlussleistung von ca. 89 Megawatt elektrisch (MWel) hat sich die gesamte agri.capital-Gruppe zu einem der größten dezentral agierenden Energieerzeuger auf Biogasbasis entwickelt. Die Gruppe betreibt Biogasanlagen an derzeit 88 Standorten im gesamten Bundesgebiet sowie an einem Standort in Österreich. Die Gesellschaft ist dezentral aufgestellt und agiert neben dem Hauptsitz in Münster aus den Standorten Berlin (Großbeeren), Chemnitz, Regensburg und München. Das Organisationsmodell der Gesellschaft, welches die Wertschöpfungskette auch organisatorisch abbildet, kann auch eine internationale Marktentwicklung aus den jeweiligen Fachbereichen unterstützen. Für den Bau einer Biogasanlage ist je nach Größe eine Bauphase von etwa sechs bis 18 Monaten geplant. Weitere vier bis sechs Monate werden für die Inbetriebnahme veranschlagt. Während dieser sogenannten "Hochfahrphase" wird der biologische Gärprozess in Gang gebracht und die Produktivität der Anlage langsam gesteigert, bis sie ihre geplante Leistung von mehr als 90 % Verfügbarkeit über das Gesamtjahr betrachtet erreicht hat. Die Tochtergesellschaften tragen während der Bau- und Hochfahrphase Kosten, denen in dieser Zeit keine oder nur geringe Umsätze gegenüberstehen. Diese Anfangsverluste amortisieren sich nach der Inbetriebnahme. Die Größe des Portfolios und das zugrunde liegende Geschäftsmodell eines zentral gesteuerten aber lokalen Anlagenbetriebs, liefert die Grundlage für einen wertschöpfenden Betrieb der Anlagen, unter Nutzung der "economies of scale" (u.a. Kostendegressionseffekte). 2 Geschäftsverlauf 2.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld Die Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2012 erwartungsgemäß weniger dynamisch entwickelt als im Vorjahr. Das internationale Prognoseinstitut "The Economist Intelligence Unit Ltd. (EIU)" rechnet mit einem Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent (2011: 2,7 Prozent). Bei der weltweiten Industrieproduktion geht das EIU für das Jahr 2012 von einer Steigerung um 2,8 Prozent (2011: 3,5 Prozent) aus. Laut EIU werden erneut für Asien die größten Wachstumsraten prognostiziert. Insbesondere in China wird sich die Wirtschaft nach wie vor dynamisch entwickeln. Aber auch die Märkte im Mittleren Osten, in Südamerika und in Osteuropa werden ihre Wirtschaftsleistung weiter ausbauen können. In den Volkswirtschaften der wichtigsten Industriestaaten wirken Konsolidierungsmaßnahmen der Finanzpolitik und eine restriktive Geldpolitik dämpfend. Die zum Teil hohe Staatsverschuldung in wichtigen Volkswirtschaften könnte sich zunehmend negativ auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Auch auf den internationalen Finanzmärkten ist die Stabilität noch nicht wiederhergestellt. Zudem ist die Arbeitslosigkeit in vielen Industrieländern nach wie vor hoch. Darüber hinaus könnten die weiterhin aktuellen politischen Konflikte in Teilen der arabischen Welt und ein erneuter Anstieg der Öl- und Rohstoffpreise die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen. Auf absehbare Zeit wird das strukturelle Entwicklungspotenzial in den aufstrebenden Volkswirtschaften der wichtigste Treiber für das globale Wirtschaftswachstum bleiben. Daneben dürften die globalen Megatrends Energie, Umwelt und Gesundheit langfristig für die größten Investitionsimpulse sorgen. Für das Gesamtjahr 2012 gehen die Konjunkturforscher für die einzelnen Regionen weiterhin von unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten aus. Das EIU erwartet in der Region Asien/Pazifik mit einem prognostizierten BIP-Anstieg um 6,1 Prozent nach wie vor die höchste wirtschaftliche Dynamik. Für die Eurozone geht das Institut von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent aus, wobei die Prognose für das Wachstum in Deutschland bei einem BIP-Anstieg von 0,7 Prozent liegt. 2.2 Allgemeine Wirtschaftsaussichten Nach Einschätzung der Bundesbank wird die deutsche Wirtschaft 2013 nur minimal zulegen. Die Notenbank kappte ihre Prognose aus dem Sommer 2012 deutlich von 1,6 Prozent auf 0,4 Prozent. Das Wachstum dürfte "angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Teilen des Euro-Raums und der weit verbreiteten Verunsicherung geringer ausfallen", urteilt die Bundesbank. Die Prognose für 2013 fällt damit deutlich pessimistischer aus als die der Bundesregierung, die ein Plus von 1,0 Prozent veranschlagt. Ermutigender ist dagegen schon die längerfristige Perspektive: "Es gibt die begründete Aussicht, dass die wirtschaftliche Schwächephase nicht allzu lange anhalten wird und Deutschland bald wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehrt", so die Aussage der Bundesbank-Experten. So könnte die globale Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen. 2014 traut die Bundesbank der deutschen Wirtschaft 1,9 Prozent Wachstum zu. Ähnlich fällt die aktuelle Prognose der Europäischen Zentralbank (EZB) aus: Sie stimmt den Euro-Raum für 2013 auf ein weiteres Rezessionsjahr ein, rechnet aber damit, dass sich die Konjunktur gegen Ende 2013 allmählich erholen und 2014 wieder wachsen wird. An der Preisfront erwartet die Bundesbank trotz weit geöffneter EZB-Geldschleusen keine dramatischen Entwicklungen - im Gegenteil: Der Anstieg der Verbraucherpreise könnte sich abschwächen - von 2,1 Prozent im Vorjahr auf 1,5 Prozent 2013 und 1,6 Prozent 2014. Damit läge die Inflation unter der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent, bei der die Währungshüter stabile Preise gewahrt sehen. 2.3 Marktentwicklung in Deutschland 2.3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen Bis Ende 2011 galt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in der Fassung von 2009. Dieses beinhaltete feste Vergütungssätze und -staffeln für Biogasstrom sowie verschiedene Bonusarten. Mit Inkrafttreten der EEG-Novelle am 1. Januar 2012 hat sich die bisherige Vergütungssystematik grundlegend geändert. Seither gilt für neu in Betrieb genommene Biogasanlagen eine (geringere) Grundvergütung in Verbindung mit einer auf verschiedene Inputstoffe bezogenen Komponente. Dabei wird in drei Einsatzstoffvergütungsklassen (I: Nachwachsende Rohstoffe; II: Gülle, Mist, Landschaftspflegematerial; III: Bioabfälle) unterschieden und somit einer ökologischeren Sichtweise Rechnung getragen. Zudem wird der Einsatz von Mais auf einen Anteil von maximal 60 Prozent der verwendeten Inputstoffe begrenzt. Darüber hinaus besteht ab dem dritten Betriebsjahr die Verpflichtung zur Nutzung von mindestens 60 Prozent der erzeugten Wärme. Das EEG 2012 bietet Biogasanlagenbetreibern die Möglichkeit, den von ihnen erzeugten Strom selbst zu vermarkten. Der eingespeiste Strom wird dann nicht wie bisher vom Netzbetreiber mit den festen Einspeisetarifen vergütet, sondern an der Börse gehandelt. Damit will der Gesetzgeber Anreize schaffen, die Erneuerbaren Energien mehr in den Strommarkt zu integrieren und bedarfsgerecht zu erzeugen. Denn für den eingespeisten Strom kann dann ein hoher Preis an der Börse erzielt werden, wenn die Nachfrage entsprechend groß ist. Bei einer Direktvermarktung des produzierten Stroms lassen sich durch die neu eingeführte Marktprämie zusätzliche Erlöse erzielen. Darüber hinaus kann der Anlagenbetreiber am Regelenergiemarkt teilnehmen und durch eine bedarfsgerechte Energieerzeugung die zusätzliche Flexibilitätsprämie erwerben. Ein weiterer Vorteil: Bei einer dauerhaften Teilnahme am Marktprämienmodell entfällt die 60-prozentige Wärmenutzungspflicht. 2.3.2 Der Biogasmarkt Die Verabschiedung der EEG-Novelle 2012 im Sommer 2011 bescherte dem deutschen Biogasmarkt eine Art "Jahresendrallye": Um die nach EEG 2009 in weiten Teilen günstigere Vergütung in Anspruch nehmen zu können, wurden viele im Bau befindliche Biogasprojekte noch bis zum 31. Dezember 2011 in Betrieb genommen. Das führte dazu, dass einige für 2012 geplante Bauvorhaben noch vor dem Jahreswechsel realisiert wurden. Nach dem "Boomjahr" 2011 verzeichnete die Biogasbranche im Berichtsjahr einen erheblichen Rückgang im Anlagenbau. Auf Grundlage erster Erhebungen aus verschiedenen Bundesländern und einer aktuellen Firmenumfrage musste der Fachverband Biogas e.V. für 2012 die vorher prognostizierte Zahl von 300 auf nunmehr 268 Neuanlagen korrigieren. Die Gesamtzahl der in Deutschland installierten Biogasanlagen liegt demnach zum Jahresende 2012 bei ca. 7.600. Zusammen mit Anlagenerweiterungen ("Repowering") erwartet der Verband eine Zunahme an installierter elektrischer Leistung von 182 Megawatt auf insgesamt 3.179 Megawatt. Im Vergleich zu 2011 bricht damit der Ausbau an Leistung um rund 70 und an Neuanlagen um knapp 80 Prozent ein. Durch die geänderten Rahmenbedingungen hat sich die Komplexität im Biogasgeschäft wesentlich erhöht. Dies hat Auswirkungen auf die gesamte Biogas-Wertschöpfungskette. Daraus resultiert insbesondere seitens der Projektentwickler und Anlagenbetreiber ein deutlich höherer Zeitaufwand und Ressourcenbedarf für die Umsetzung und den Betrieb neuer Biogasanlagen. Der Anbau von Energiepflanzen für die Biogaserzeugung hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Auf einer Anbaufläche von rund 960.000 Hektar wurden Silomais und andere Arten nachwachsender Rohstoffe für den Einsatz in Biogasanlagen angebaut. Das entspricht einem Anteil von etwa 4,2 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Anbaufläche in Deutschland (Quelle: FNR - Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.). Das globale wirtschaftliche Umfeld für Erneuerbare Energien ist weiterhin viel versprechend. Nach Marktschätzungen der Internationalen Energieagentur wird der weltweite Primärenergiebedarf bis 2035 voraussichtlich um durchschnittlich 1,2 Prozent pro Jahr steigen (Quelle: "World Energy Outlook" 2010). Aufgrund der wachsenden Besorgnis über die negativen Auswirkungen herkömmlicher fossiler Brennstoffe auf das Klima und ihrer begrenzten Verfügbarkeit werden Erneuerbare Energien insbesondere in Europa zu einem immer wichtigeren Punkt auf der internationalen politischen Agenda. Dem World Energy Outlook für November 2010 zufolge werden staatliche Unterstützungen mit einem Anstieg von 57 Mrd. US-Dollar in 2009 auf 205 Mrd. US-Dollar in 2035 der wichtigste Antriebsfaktor für Erneuerbare Energien bleiben. Höhere Preise für fossile Brennstoffe und sinkende spezifische Investitionen werden jedoch ebenfalls den Ausbau ankurbeln. Mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie hat die Bundesregierung Anfang 2011 die so genannte "Energiewende" in Deutschland eingeleitet. Demzufolge soll der Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter forciert werden. Entsprechend des nach wie vor gültigen Energiekonzepts der Bundesregierung aus dem Herbst 2010 soll die Bioenergie und insbesondere der Energieträger Biogas entscheidend zur künftigen dezentralen Energieversorgung in Deutschland beitragen. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil Erneuerbarer Energien am gesamten deutschen Energiemix auf 20% steigen. Das EEG bildet auch weiterhin die wichtigste gesetzliche Grundlage für die Energieerzeugung auf Basis Erneuerbarer Energien. Es schafft verlässliche Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer im Energiesektor. Die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird für einen festen Zeitraum durch garantierte Einspeisevergütungen und Abnahmeverpflichtungen seitens der Betreiber öffentlicher Stromnetze gefördert. Gemäß EEG beträgt der aktuelle Zeitraum für staatliche Förderungen von Biogasanlagen zwanzig Jahre. Auch in 2012 hat sich die Internationalisierung der Biogasbranche weiter fortgesetzt. Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Markt und treibende Kraft. Jedoch schaffen auch immer mehr andere europäische Länder entsprechende politische Rahmenbedingungen für eine schnell wachsende nationale Biogasbranche. So übernehmen verschiedene Staaten Europas das deutsche System der festen Einspeisevergütungen. Dies wird auch durch die Europäische Verordnung zum Ausbau Erneuerbarer Energien gefördert. Biogas soll dabei in den meisten Ländern eine herausragende Rolle spielen (Quelle: Recycling Technology, 6. Juli 2010), weshalb immer mehr Anbieter von Biogastechnologie ihr Geschäft internationalisieren. Der Studie "Biogas in Europa bis 2020" von trend:research zufolge wird die Zahl der Biogasanlagen bis 2020 um mehr als 50 Prozent auf über 16.000 steigen. Dies entspricht einer künftig installierten elektrischen Leistung von rund 6.000 Megawatt, wobei der größte Anstieg in Deutschland zu verzeichnen sein wird. Dort werden auch weiterhin die meisten Anlagen gebaut werden. Während agri.capital diese Prognose für sehr optimistisch hält, zeigt sich hier doch deutlich eine sehr ermutigende Einschätzung für Wachstumspotenzial neben der Übernahme von Bestandsanlagen. 2.3.3 Aussichten für den Biogasmarkt Die Entwicklung des Biogasmarkts wird sich nach unserer Auffassung im Jahr 2013 verlangsamen, international stabilisieren. Wir erwarten erneut einen moderaten Zuwachs an Neuanlagen. Der nationale Markt wird weiterhin maßgeblich durch die geänderten Rahmenbedingungen des EEG 2012 bestimmt werden. Die Marktteilnehmer auf der Anbieterseite werden verstärkt versuchen, ihre Auslandsaktivitäten auszubauen, um dadurch ein Umsatzwachstum zu generieren. Im Inland wird das Repowering von Bestandsanlagen weiter zunehmen. Dies gilt nicht nur für Anlagenerweiterungen, sondern verstärkt für den Austausch veralteter Komponenten sowie für den Einsatz innovativer Technologien. In diesem Bereich sind mittlerweile zahlreiche Anwendungen zur Marktreife gelangt. Auch der Einsatz alternativer Inputstoffe kann für eine Belebung des Marktes sorgen. Dies gilt sowohl für alternative Energiepflanzen wie beispielsweise Hirse, Gräser oder Zuckerrüben, als auch für die zunehmende Verwendung von Abfallstoffen. Durch die Möglichkeiten der Direktvermarktung ergeben sich aus dem EEG 2012 auch Chancen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen. Laut Branchenschätzungen nutzen bislang etwa 25 Prozent der Bestandsanlagen dieses Instrument. Hier sind weitere Zuwächse zu erwarten, insbesondere im Bereich der bedarfsgerechten Einspeisung. 2.3.4 Der Biomethanmarkt Im Berichtsjahr hat sich der Markt für Biomethan weiter schleppend entwickelt. Laut Statistiken der dena (Deutsche Energie-Agentur) ist die Anzahl der Einspeiseanlagen für Biomethan im Jahr 2012 von 77 auf 110 gestiegen, das entspricht einem Zuwachs von 42 Prozent. Die installierte Aufbereitungskapazität hat sich im gleichen Zeitraum von 49.080 auf 67.000 Normkubikmeter pro Stunde erhöht (+ 36,5 Prozent). Die durchschnittliche Einspeisekapazität pro Anlage liegt bei rund 630 Normkubikmeter pro Stunde. Der Großteil des eingespeisten Biomethans wird in der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eingesetzt. Hier greift die Vergütung gemäß EEG, im Gegensatz zu anderen Verwendungspfaden von Biomethan. Demzufolge finden bislang immer noch nur recht geringe Mengen Absatz im Kraftstoff- und Wärmemarkt. Der starke Anstieg der Erzeugungskapazität für Biomethan ist unter anderem auf geänderte politische Rahmenbedingungen zurückzuführen, die in den letzten Jahren umgesetzt wurden und weiterhin umgesetzt werden. So sieht das EEG 2012 sieht eine verbesserte Vergütung für die Erzeugung von Strom aus Biomethan vor. Der Marktpreis für Biomethan liegt noch immer deutlich über dem Erdgaspreis, was in der im EEG geregelten Vergütung im KWK-Sektor begründet liegt. Die Verwendung von Biomethan wird jedoch angesichts steigender Gaspreise immer wirtschaftlicher und dadurch attraktiver werden. Die Abhängigkeit von Gasimporten und folglich von unkontrollierten Preisen soll in Zukunft deutlich reduziert werden. Hinzu kommt die gestiegene Bereitschaft, durch den Einsatz von klimafreundlichem Biomethan die CO2-Emissionen zu reduzieren. Dies gilt in erster Linie für Stadtwerke, deren kommunale Träger eine Selbstverpflichtung zur Treibhausgas-Minderung erfüllen müssen. Das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 jährlich sechs Milliarden Kubikmeter Biomethan in das Erdgasnetz einzuspeisen, hat nach wie vor Bestand. Um dieses Ziel noch zu erreichen, müssten bis dahin jährlich etwa 200 neue Biomethananlagen in Betrieb gehen. Vor diesem Hintergrund erwarten Branchenexperten zusätzliche Impulse seitens des Gesetzgebers, oder eine Streichung des Zieles über einen längeren Zeitraum. 2.4 Geschäftsentwicklung agri.capital 2.4.1 Anschlussleistung Zum 31. Dezember 2012 hielt die gesamte agri.capital-Gruppe 89 Standorte mit einer Kapazität von insgesamt 88,8 MW in Betrieb. Im Vergleich zum Vorjahr (61,7 MW) ist dies ein Anstieg von ca. 39 %. Einschließlich derzeit in Bau befindlicher Standorte konnte die agri.capital-Gruppe ihre installierte Anschlussleistung im Berichtsjahr trotz des schwierigen Marktumfelds auf 101,2 MW ausbauen. Die weitere Steigerung der Netzkapazität soll im Wesentlichen durch die verstärkte Akquisition von Bestandsanlagen erreicht werden. 2.4.2 Standorte Die Geschäftsleitung sowie die wesentlichen Unternehmensbereiche haben ihren Sitz in Münster. Darüber hinaus gibt es Büros in Chemnitz, Magdeburg, Regensburg, München und Großbeeren bei Berlin. Der Standort Magdeburg wird zum Jahresbeginn 2013 aufgegeben. Die Kündigungen der Verträge sind fristgerecht erfolgt. Die Biogasanlagen der Gruppe sind dezentral auf 88 Standorte im Wesentlichen in den nördlichen und östlichen Bundesländern Deutschlands sowie einen Standort in Österreich verteilt. 2.4.3 Personal- und Sozialbereich Zum Jahresende lag die Anzahl der Mitarbeiter in der agri.capital GmbH bei 217. Für das Gesamtjahr stellt sich die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen wie folgt dar:
Der Personalaufwand der agri.capital GmbH ist im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.439 auf TEUR 10.860 gestiegen. 2.4.4 Interne Organisation und Unternehmenssteuerung Aufgrund des geplanten Unternehmenswachstums und des Kompetenzausbaus wurde die Organisationsstruktur entsprechend fortentwickelt. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Integration neuer Mitarbeiter sowie der Zuordnung einzelner Teams und Abteilungen zu den jeweiligen Unternehmensbereichen. Sämtliche Leitungspositionen sind fachbezogen eingerichtet und besetzt. Es wird eine Planung auf Gruppenebene einschließlich einer Cashplanung durchgeführt. Diese unterliegt regelmäßigen Überprüfungen und wird einer vierteljährlichen Planrevisionen unterzogen. Zur zielgerichteten Steuerung insbesondere auf Projektebene wurde das auf die Unternehmensbelange zugeschnittene ERP-System weiter ausgebaut. Zudem wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die Implementierung einer ganzheitlichen Konsolidierungs- und Planungssoftware vollzogen. Diese ermöglicht es, ein zielgerichtetes Reporting für die Unternehmenssteuerung aufzubauen. Regelmäßige Plan-Ist-Vergleiche auf Kostenstellen- und Projektebene stellen ein plankonformes, zielgerichtetes Wachstum sicher. 2.4.5 Geschäftsfeld Biomethan Die agri.capital-Gruppe ist seit 2008 aktiv auf dem Biomethanmarkt tätig. Zum Ende des Berichtsjahres betreiben Tochtergesellschaften der agri.capital GmbH zehn Anlagen, die zu Biomethan aufbereitetes Biogas in das Erdgasnetz einspeisen. Die jährliche Einspeisekapazität summiert sich auf etwa 550 Mio. kWh. Das EEG sieht keine direkte Vergütung für die Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz vor. Vielmehr wird der Energieträger Biomethan am freien Markt gehandelt. Die Vermarktung erfolgt bei der agri.capital GmbH über den Bereich Energiewirtschaft, der dafür die entsprechenden personellen Kapazitäten aufgebaut hat. Zu den Kunden gehören Gashandelsunternehmen, Energieversorger, Regionalversorger, Stadtwerke, Contractingunternehmen sowie BHKW-Betreiber. Weitere Vermarktungswege, wie zum Beispiel Energiecontracting mit Biomethanvermarktung in eigenen BHKW's, sind angedacht. Die agri.capital-Gruppe geht weiterhin davon aus, dass der Biomethanmarkt erhebliches Wachstumspotenzial bietet. Derzeit ist die agri.capital-Gruppe einer der wenigen Anbieter, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Biomethanherstellung, über die Einspeisung ins Netz, die Verhandlung und Organisation des virtuellen Transports durch die verschiedenen Netze bis hin zum Bilanzkreismanagement übernimmt. 2.4.6 Stärken und Schwächen des Unternehmens Mit der nach Fertigstellung der in Bau befindlichen Standorte installierten Anschlussleistung von 101,2 MW gehört die agri.capital-Gruppe zu den größten Energieerzeugern auf Basis von Biogas in Deutschland. Durch die eigene Entwicklung neuer Projekte sowie durch die Akquisition von in Betrieb befindlichen Biogasanlagen am Markt ist agri.capital-Gruppe in der Lage, seine führende Marktposition weiter zu festigen bzw. auszubauen. Als Anlagenbetreiber bleibt agri.capital-Gruppe von dem oben beschriebenen, die Anlagenhersteller und Komponentenlieferanten betreffenden, Nachfragerückgang in Deutschland weitgehend unbeeinträchtigt. Durch die mehrjährige Erfahrung im Betrieb von Biogasanlagen in Verbindung mit der stetigen Ausweitung des Anlagenportfolios hat sich agri.capital eine hervorragende Expertise in der Energieerzeugung auf Biogasbasis erworben. Dies wirkt sich insbesondere positiv auf die durchschnittliche Anlagenperformance sowie auf das Rohstoffmanagement aus. Der wirtschaftliche Erfolg des Anlagenportfolios bildet eine gute Grundlage für weiteres gesundes Wachstum des Unternehmens. Die Unternehmensgruppe versucht neben kontinuierlichen Verbesserungen im Anlagenbetrieb auch technische Innovationen zu nutzen, die zur Effizienzsteigerung der Anlagen durch bessere Rohstoffausnutzung und durch Einsatz eines breiteren Rohstoffmixes führen. Hierzu wurden verschiedene Tests in der praktischen Anwendung durchgeführt, um geeignete Technologien und alternative Rohstoffe zu identifizieren. Ebenso wurden die Planungs- und Kontrollmechanismen der einzelnen Standorte und Anlagen optimiert. Neue Anlagen werden über ein Discounted Cash Flow (DCF) Modell geplant und nach entsprechender Freigabe der beteiligten Fachabteilungen an das Projektcontrolling übergeben. Während der Bauphase von Biogasanlagen werden Plan- und Istzahlen laufend überprüft, um auf mögliche Abweichungen zeitnah zu reagieren. Über die Dokumentation der Planzahlen ist eine Abweichungsanalyse auf Basis der Gewinn- und Verlustrechnung ab diesem Zeitpunkt möglich. Die Vermarktung von Biomethan erfolgt losgelöst vom EEG und ist den entsprechenden Marktmechanismen unterworfen. Dadurch bieten sich gleichermaßen Chancen wie Risiken. Angesichts der bereits oben erwähnten Ziele der Bundesregierung zur Biomethaneinspeisung wird von Branchenkennern in diesem Bereich ein Marktwachstum auf Vorjahresniveau erwartet. 3 Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.1 Vermögenslage Die Veränderung der Vermögens- und Kapitalstruktur der agri.capital GmbH im Vergleich zum Vorjahr zeigt die folgende Übersicht:
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2012 der agri.capital GmbH hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 31,1 % auf 218,3 Mio. EUR erhöht. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen auf die Akquisitionen von Gesellschaften zurückzuführen, die durch zugeführtes Eigenkapital finanziert wurden. Aktiva Zum Bilanzstichtag beliefen sich die langfristigen Vermögenswerte auf 141,9 Mio. EUR (Vorjahr: 106,6 Mio. EUR). Bedingt durch den Erwerb von Gesellschaften und die langfristige Finanzierung der Biogasanlagen auf Ebene der Projektgesellschaften hat sich das Finanzanlagevermögen um 34,3 Mio. EUR auf 140,1 Mio. EUR erhöht. Die kurzfristigen Vermögenswerte sind um 27,5 % auf 76,4 Mio. EUR (Vorjahr: 59,9 Mio. EUR) angestiegen. Dieser Anstieg betrifft im Wesentlichen den um 20,0 Mio. EUR erhöhten Bestand an kurzfristigen Finanzforderungen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Tochtergesellschaften. Die flüssigen Mittel haben um 7,2 Mio. EUR abgenommen und betragen zum Bilanzstichtag 3,7 Mio. EUR. Passiva Zum 31. Dezember 2012 wird ein Eigenkapital in Höhe von 199,4 Mio. EUR ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2012 wurden Einzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von 159,3 Mio. EUR durch die Muttergesellschaft geleistet. Die Abnahme der langfristigen Schulden um 97,5 % auf 2,7 Mio. EUR (Vorjahr: 106,8 Mio. EUR) resultiert im Wesentlichen aus einer Umwandlung eines Gesellschafterdarlehens als Zuzahlung in die Kapitalrücklage. Die kurzfristigen Schulden liegen in etwa auf Vorjahresniveau und betragen zum Bilanzstichtag 16,2 Mio. EUR (Vorjahr: 16,5 Mio. EUR). 3.2 Finanzlage 3.2.1 Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Hauptziel des Finanzmanagements ist die Sicherstellung der Liquidität der Gesellschaft. Als weiteres Ziel ist die Sicherstellung des Fremdfinanzierungsbedarfs zur Realisierung der Biogasprojekte zu nennen. 3.2.2 Finanzierungsmaßnahmen und -vorhaben Zum 1. Januar 2012 wurden Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt 109,0 Mio. EUR als Zuzahlung in die Kapitalrücklage umgewandelt. 3.2.3 Investitionen Die Investitionen im Geschäftsjahr 2012 in Höhe von 55,1 Mio. EUR entfallen im Wesentlichen auf den Erwerb von Gesellschaften. 3.2.4 Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung stellt sich in Kurzform wie folgt dar:
Im Geschäftsjahr 2012 belief sich der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit auf minus 31,1 Mio. EUR. Der mit einem Mittelabfluss einhergehende Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen ist im Wesentlichen auf den erhöhten Liefer- und Leistungsverkehr mit den Projektgesellschaften zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2012 beträgt der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit minus 21,9 Mio. EUR. Den Mittelzuflüssen in Höhe von 21,3 Mio. EUR standen Investitionen in das Finanzanlagevermögen in Höhe von 41,5 Mio. EUR gegenüber. Darüber hinaus wurden Zahlungen in Höhe von 1,6 Mio. EUR für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen geleistet. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 45,9 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf Einzahlungen aus der Eigenkapitalzuführung sowie die Aufnahme von Finanzkrediten einschließlich Gesellschafterdarlehen zurückzuführen. 3.3 Ertragslage Die folgende Aufstellung zeigt die Ertragslage der Gesellschaft im Vorjahresvergleich:
Im Geschäftsjahr 2012 stiegen die Umsatzerlöse um 5,2 Mio. EUR oder 42,3 %. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen auf ein deutlich gestiegenes Leistungsvolumen gegenüber Tochtergesellschaften zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2012 erhöhte sich der Materialaufwand um 1,3 Mio. EUR oder 18,1 %. Dieser unterproportionale Anstieg im Vergleich zu den Umsatzerlösen ist im Wesentlichen auf gegenüber dem Vorjahr gestiegene Fremdleistungen im Zusammenhang mit der Planung und der Errichtung von Biogasanlagen zurückzuführen. Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2012 bedingt durch die gestiegene Anzahl an Mitarbeitern um 2,4 Mio. EUR auf 10,9 Mio. EUR. Die anderen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Mio. EUR auf 7,6 Mio. EUR erhöht. In diesem Posten sind im Berichtsjahr einmalige externe Kosten für die Prüfung einiger größerer Portfolio- bzw. Unternehmensübernahmen in Höhe von insgesamt 1,0 Mio. EUR enthalten. Das Finanzergebnis beträgt im Geschäftsjahr 2012 2,4 Mio. EUR (Vorjahr: minus 22,0 Mio. EUR). Die signifikante Verbesserung gegenüber Vorjahr ergibt sich aus der Umwandlung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von 109,0 Mio. EUR in Zuzahlungen in die Kapitalrücklage zum 1. Januar 2012. II Risikobericht 1 Vorbemerkungen Der Risikobericht für das Geschäftsjahr 2012 analysiert und erläutert die derzeit erkennbaren Risiken innerhalb der Gesellschaft. Er wurde zum Berichtsstichtag aufgestellt. 2 Risikomanagementsystem Die Geschäftstätigkeit der Unternehmensgruppe erstreckt sich auf die Projektierung, Errichtung, Erwerb und den Betrieb von Biogasanlagen. Der Bereich der Projektierung und Errichtung umfasst die Finanzierung, das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren, den Bau der Anlagen unter Einschaltung von Subunternehmern sowie deren Inbetriebnahme. Diese Aktivitäten bergen Chancen und inhärente Risiken, die unterschiedlich ausgeprägt sind. Hierbei können Risiken aus dem eigenen unternehmerischen Handeln wie auch aus externen Faktoren resultieren. Zur aktiven und frühzeitigen Steuerung von Chancen und Risiken ist ein konzernweites Risikomanagementsystem implementiert. 3 Risikopolitik Die Risikopolitik der Gesellschaft orientiert sich an der Maßgabe, die mittelfristigen finanziellen Ziele zu erreichen sowie den Fortbestand des Unternehmens langfristig zu sichern. Deshalb bildet das Risikomanagement einen wesentlichen und integralen Bestandteil der Unternehmenspolitik, nach der frühzeitig Chancen genutzt sowie Risiken erkannt und begrenzt werden sollen und das Geschäftsmodell entsprechend angepasst wird. 4 Risikomanagementprozess Das Risikokontroll- und Managementsystem der Gesellschaft ist im Rahmen des prozessbezogenen Managementsystems in sämtlichen Geschäfts- und Unterstützungsprozessen verankert. Die Funktion des Risikomanagements wird dabei als Teil der allgemeinen Führungsverantwortung verstanden. Das bedeutet, dass die Leiter der einzelnen Bereiche verantwortlich sind für die Identifikation, Messung, Bewertung und Steuerung der durch die Geschäftstätigkeit eingegangenen Risiken. Definierte Einzelrisiken und Frühwarnindikatoren werden ständig erfasst bzw. überwacht und im Rahmen des monatlichen Reporting an die Geschäftsführung berichtet. Bei Unregelmäßigkeiten oder Überschreitung von Schwellenwerten wird sofort an die verantwortlichen Stellen berichtet. Die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems wird dabei durch gesondert dafür eingerichtete prozessunabhängige Kontrollinstanzen überwacht. 5 Risikotransfer Als Teil des Risikomanagements werden Risiken auch außerhalb der Gesellschaft abgesichert. Für eventuelle Schadenfälle und Haftpflichtrisiken aus den täglichen Geschäften wurden, soweit wirtschaftlich sinnvoll und möglich, Versicherungen abgeschlossen. Hierzu bestehen in der Gruppe branchenübliche Sach- und Haftpflichtversicherungen. Risiken aus der Schwankung von Zinsen managen wir mittels entsprechender Finanzmarktprodukte. Alle Instrumente zum Risikotransfer werden regelmäßig aktiv überprüft und angepasst. 6 Risiken aus der Marktentwicklung und operative Risiken Um eine Ergebnisabsicherung zu gewährleisten werden laufend sämtliche Strukturen und Prozesse analysiert und Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund des auch für 2013 geplanten Wachstums notwendig. Insbesondere die Verfügbarkeit und das Preisniveau für benötigte Rohstoffe können sich negativ auf die Rentabilität der operativen Tochtergesellschaften niederschlagen. Hieraus kann ein niedriger Kapitalrückfluss an die agri.capital GmbH resultieren. Zur Vermeidung von Rohstofflieferengpässen wurde ein regionales Rohstoff-Clustering eingeführt. Weiterhin soll durch laufende Beobachtung der Geschäftsentwicklung, die konsequente Standortanalyse und -planung, ein diversifiziertes Lieferantenportfolio, die Lieferantenauswahl sowie langfristige Rohstofflieferungsverträge den potentiellen Risiken im Bereich der Rohstoffe vorgebeugt werden. Ab 1. Januar 2012 ist plangemäß eine Neuregelung des EEG in Kraft getreten. Die Novelle des EEG sieht für neu in Betrieb genommene Biogasanlagen eine grundlegende Änderung des bisherigen Vergütungssystems vor. Insgesamt machen die neuen Regelungen die Projektierung neuer Biogasanlagen komplexer und anspruchsvoller als zuvor. Wir verweisen auf unsere Ausführungen unter 2.3.3. Weitere Risiken bestehen in der grundsätzlichen Möglichkeit, dass der Gesetzgeber aufgrund der Höhe der EEG-Umlage ähnlich wie bei Photovoltaikanlagen die Vergütungssätze für Neuanlagen außerplanmäßig absenkt. Um trotz Neuregelung des EEG den Wachstumskurs der Unternehmensgruppe fortsetzen zu können, hat sich die agri.capital GmbH personell verstärkt und ihre Mitarbeiter fortgebildet. Außerplanmäßige Absenkungen der Vergütungssätze könnten die Neubauaktivitäten der agri.capital-Gruppe reduzieren. Als Konsequenz würden sich für die agri.capital GmbH sinkende Erlöse aus Projektentwicklungen und geringere Mitarbeiterauslastung ergeben. 7 Finanzrisiken Finanzrisiken und -chancen aus dem operativen Geschäftsbetrieb ist die agri.capital-Gruppe im Wesentlichen durch Risiken aus Preisänderungen und aus Schwankungen der Zinsmärkte ausgesetzt. Währungsschwankungen sind auszuschließen, da sich die Geschäftsaktivitäten ausschließlich auf den Währungsraum beschränken. Die finanziellen Preisrisiken umfassen im Wesentlichen die Bezugskosten für Rohstoffe. Die finanziellen Auswirkungen dieser Risiken werden durch den Abschluss von festen Zinsvereinbarungen in den Darlehensverträgen und langfristigen Preisbindungen in den Rohstofflieferungsverträgen gemindert. Ein verbleibendes Zinsrisiko bei mittel- und langfristigen festverzinslichen Verbindlichkeiten wurde in der Vergangenheit durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften (z.B. Zinsswaps) punktuell ausgeschlossen. Als Partner für den Abschluss der Sicherungsgeschäfte fungieren namhafte Banken. Für die Erweiterung des aktuellen Projektfinanzierungsrahmens befinden wir uns mit diversen Banken in Verhandlungen. Aufgrund des begrenzten Kreises an Banken, die im Geschäftsfeld Biogasfinanzierung aktiv sind, ergeben sich mitunter längere Zeiträume, in denen eine Vorfinanzierung von zu errichtenden bzw. akquirierten Anlagen erforderlich ist. Mit wachsendem Portfolio und verbesserter Unternehmensprofitabilität fällt es tendenziell leichter, neue Finanzierungspartner zu gewinnen. Dem entgegen stehen strengere Anforderungen der europäischen Finanzmarktaufsicht, die langfristige Projektfinanzierungen aus Bankensicht erschweren. Im Rahmen der Darlehensvereinbarungen existieren bestimmte Auflagen und Anforderungen mit Blick auf regelmäßige Informationspflichten gegenüber den Kreditgebern. Verletzungen solcher Pflichten und der Auflagen können zu einem vorzeitigen Kündigungsrecht seitens des Kreditgebers führen. Eine außerordentliche Kündigung dieser Darlehen stellt ein bestandsgefährdendes Risiko für die agri.capital-Gruppe dar. Eine Optimierung des erforderlichen Liquiditätsbedarfs bei unterjährigen Finanzierungsspitzen kann durch die konsequente Umsetzung einer verbesserten Liquiditätsplanung erreicht werden. Darüber hinaus können sich bei nicht planmäßigem Geschäftsverlauf beziehungsweise erheblichen Änderungen im Marktumfeld Risiken aus der bilanziellen Bewertung der Finanzanlagen ergeben. Durch rechtzeitiges Gegensteuern aufgrund solider Führungs- und Controllingdaten lassen sich solche Risiken jedoch reduzieren. 8 Compliance-Risiken Grundsätzlich besteht das Risiko, dass sich durch Veränderungen von Steuergesetzen oder Rechtsprechungen die Steuerbelastung für die Gesellschaft ungünstig entwickeln kann. Veränderungen der steuerlichen Gesetze können sich auch auf aktive und passive latente Steuern auswirken. Die agri.capital GmbH ist Beklagte in einem Klageverfahren vor dem Landgericht Düsseldorf. Es handelt sich dabei um die klageweise Geltendmachung einer Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 2.052.558,99 EUR seitens der H.E.A.T. Mezzanine S.A., Luxemburg, für die im Berichtsjahr erfolgte Ablösung eines Schuldscheindarlehens. Die Geschäftsführung ist der Auffassung in diesem Rechtsstreit entschädigungslos zu obsiegen. Aus Vorsichtsgründen wurde eine Rückstellung in Höhe von 1 Mio. EUR gebildet. Darüber hinaus ist die agri.capital GmbH an keinen laufenden oder absehbaren Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt, die erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft haben könnten. Für alle weiteren eventuellen finanziellen Belastungen aus Gerichts- oder Schiedsverfahren wurden, wie in den vergangenen Jahren, in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. 9 Sonstige organisatorische Risiken Die wesentlichen Leistungsprozesse werden überwiegend IT-gestützt erbracht. Gegen einen etwaigen drohenden Datenverlust oder den Ausfall der IT-Systeme haben wir umfangreiche Maßnahmenpakete sowie Back-up- und Sicherungssysteme implementiert. III Prognosebericht Für den Prognosebericht wurde ein Prognosezeitraum von drei Jahren zugrunde gelegt. Basis für die Prognose bildet die Mittelfristplanung 2013 - 2015. Für das Jahr 2013 existiert darüber hinaus eine integrierte Unternehmensplanung. Als Basis für die Unternehmensplanung liegt eine umfangreiche Projektpipeline zugrunde, die per 31. Dezember 2012 mehr als 64 MW Anlagenkapazität in fortgeschrittenem Entwicklungsstadium auswies. Vor dem Hintergrund dieser breiten und qualifizierten Projektpipeline gehen wir davon aus, den Wachstumskurs, welchen wir für die nachfolgenden drei Jahre anstreben, erreichen zu können. Die Planung sieht für das Jahr 2013 einen Umsatz von rd. 19 Mio. EUR und für die Geschäftsjahre 2014 / 2015 eine weitere deutliche Steigerung des Umsatzes vor. Basis für die Erreichung dieses Zieles ist das in der Mittelfristplanung hinterlegte Wachstum der Anschlussleistung. Insbesondere soll die Umsetzung der Biogaseinspeiseprojekte im Jahr 2013 weiter deutlich vorangetrieben werden. Die Finanzierung des Wachstums bedingt die Generierung zusätzlichen Eigen- und Fremdkapitals. Die Zuführung von weiterem Eigenkapital ist durch die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Hauptgesellschafter gesichert. Für die Erweiterung des aktuellen Projektfinanzierungsrahmens befinden wir uns mit zahlreichen Banken in Verhandlungen. Aufgrund der mit dem starken geplanten Wachstum in Zusammenhang stehenden Anfangsverluste der hinzukommenden Projekte wird weiterhin von einem negativen Ergebnis für das Geschäftsjahr 2013 ausgegangen.
Münster, den 15. April 2013 gez. Carsten Leimer gez. Otto Eichhorn Bilanz zum 31. Dezember 2012Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2012
Anhang für das Geschäftsjahr 2012Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 HGB. Der Jahresabschluss wurde entsprechend den Gliederungsvorschriften der §§ 266 ff. HGB unter Anwendung des Gesamtkostenverfahrens für die Gewinn- und Verlustrechnung aufgestellt. Die Forderungen gegen gegenüber Gesellschaftern werden abweichend zum Vorjahr in einem Davon-Vermerk unter dem Posten Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen. Der Vorjahresausweis wurde angepasst. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Der vorliegende Jahresabschluss ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätze nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden, soweit dies nach den Vorschriften des § 246 HGB nicht ausdrücklich gefordert wird. Die Wertansätze der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres stimmen mit denen der Schlussbilanz des vorangegangenen Geschäftsjahres überein. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet. Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden. Anlagevermögen Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden regelmäßig drei bis acht Jahre zugrunde gelegt. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet abzüglich planmäßiger Abschreibungen und etwaiger außerplanmäßiger Abschreibungen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis; die Nutzungsdauer beträgt drei bis zehn Jahre. Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 150,00 EUR im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Für bewegliche Anlagegüter mit Anschaffungskosten von mehr als 150,00 EUR und bis zu 1.000,00 EUR wird ein Sammelposten gebildet, der linear über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben wird. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Auf die Gegenstände des Anlagevermögens werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots erfolgen bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Umlaufvermögen Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bei Anwendung zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren oder zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die unfertigen Leistungen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag beziehungsweise zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt. Abschreibungen auf Forderungen werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet. Flüssige Mittel sind mit dem Nennwert bilanziert. Rückstellungen Die Steuerrückstellungen beinhalten die tatsächlichen Verpflichtungen. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. Erläuterungen der Bilanz 1 Anlagevermögen
2 Forderungen Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen zum Bilanzstichtag rd. 16,8 Mio. EUR (Vorjahr: 4,8 Mio. EUR) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. 3 Kapitalrücklage Im Berichtsjahr wurden Zahlungen in Höhe von 50.240 TEUR als andere Zuzahlungen der Gesellschafter im Sinne von § 272 Nr. 4 HGB in die Kapitalrücklage der Gesellschaft geleistet. Weiterhin wurden durch Rekapitalisierungsmaßnahmen im Berichtsjahr langfristige Darlehen über insgesamt rd. 109 Mio. EUR in Eigenkapital gewandelt. 4 Verbindlichkeiten
5 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen zum Bilanzstichtag rd. 5,35 Mio. EUR (Vorjahr rd. 11,1 Mio. EUR) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1 Periodenfremde Erträge und Aufwendungen Im Rohergebnis sind periodenfremde Erträge von 444 TEUR enthalten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen von 28 TEUR enthalten. 2 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind solche aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 4.082.133,27 EUR (Vorjahr: 1.571 TEUR) enthalten. 3 Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind solche an verbundene Unternehmen in Höhe 379.831,51 EUR (Vorjahr: 5.225 TEUR) enthalten. Sonstige Angaben 1 Organe der Gesellschaft Geschäftsführung Dipl. Chem. Ing. Otto Eichhorn, Grünwald Dipl. Ing. Carsten Leimer, Ladbergen (ab 1. Mai 2012) Auf die in § 285 Nr. 9 HGB bezeichneten Angaben wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. 2 Arbeitnehmer Im Geschäftsjahr 2012 wurden im Durchschnitt 193 Arbeitnehmer beschäftigt :
3 Beteiligungsunternehmen Zum 31. Dezember 2012 war die Gesellschaft an den folgenden Unternehmen mit mindestens 20 % unmittelbar oder mittelbar beteiligt:
Eine Wertberichtigung bei den Gesellschaften, die einen Jahresfehlbetrag ausweisen, wurde nicht vorgenommen, da der innere Wert der Beteiligung nicht gesunken ist. 4 Haftungsverhältnisse 4.1 Patronatserklärungen Die Gesellschaft hat sich zu Gunsten der nachfolgenden Tochtergesellschaften verpflichtet, diese kapitalmäßig und finanziell so auszustatten, dass sie ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen können:
Eine konkrete Inanspruchnahme war am Bilanzstichtag aufgrund der aktuellen Unternehmensplanung nicht erkennbar. 4.2 Rangrücktrittserklärungen Die Gesellschaft hat sich bei gewährten Darlehen zu Gunsten der nachfolgenden Tochtergesellschaften verpflichtet in Höhe der jeweiligen bilanziellen Überschuldung im Rang hinter andere Gläubiger zurückzutreten:
Eine konkrete Inanspruchnahme war am Bilanzstichtag aufgrund der aktuellen Unternehmensplanung nicht erkennbar. 4.3 Bürgschaften Zur Besicherung der Finanzierungen der AC Biogasanlagen Sukow GmbH & Co. KG hat die agri.capital GmbH eine Bürgschaft gestellt. Die Bürgschaftshöhe beträgt 750.000,00 EUR. Die Bürgschaftsnehmerin ist die UmweltBank AG, Nürnberg. 5 Nicht in der Bilanz enthaltende Geschäfte Aus abgeschlossenen Sale-and-Lease-back-Geschäft zur Schonung der Liquidität ist die Gesellschaft zu jährlichen Leasing-Zahlungen in Höhe von 572 TEUR verpflichtet. 6 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
7 Mutterunternehmen Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt: agri.capital Group S.A., Luxemburg/Luxemburg Die agri.capital Germany GmbH gehört zu einem Konzern, der im Wesentlichen Biogasanlagen betreibt. Die Gesellschaft ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichts gem. § 291 HGB befreit. Der befreiende Gesamtkonzernabschluss wird von der agri.capital Group S.A., Luxemburg zum 31. Dezember 2012 nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften, den International Financial Reporting Standards (IFRS), aufgestellt. Die wichtigsten vom HGB abweichenden Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden sind: · Aktivierung latenter Steueransprüche auf noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge auch, soweit die Realisierung erst nach Ablauf von fünf Jahren wahrscheinlich ist. · Einbeziehung von künftig erwarteten Rückbaukosten in die Herstellungskosten nach (AS 16.16 cc). · Einbeziehung von Großreparationen in den component approach (Komponentenansatz) abweichend von IDW RH HFA 1.016. · Keine planmäßige Abschreibung des goodwill (impairment only-Ansatz) · Darstellung und Angaben zu Finanzinstrumenten erfolgten gem. IFRS 7 und IAS 32 · Einbeziehung von Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis gem. IFRS 10
Münster, den 15. April 2013 gez. Otto Eichhorn gez. Carsten Leimer Geschäftsführung Feststellung des Jahresabschlusses Der Jahresabschluss ist durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 3. Juni 2013 festgestellt worden. BestätigungsvermerkIn dem vorstehenden, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt: "Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der agri.capital GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der agri.capital GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."
Oldenburg, den 19. April 2013 Treuhand
Oldenburg GmbH
gez. Kosse, Wirtschaftsprüfer gez. Boshoven, Wirtschaftsprüfer |
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