Leipziger Volksbank eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Leipzig GnR 201
Vorher
Volksbank Leipzig e.G.Volksbank Leipzig eG
Eingetragen
9.4.1991
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute des GenossenschaftssektorsKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Einlagen; b) die Gewährung von Krediten aller Art; c) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften; d) die Durchführung des Zahlungsverkehrs; e) die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; f) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; g) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; h) die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen, Reisen und Immobilien i) die Vermietung, Verpachtung und Verwaltung von Immobilien. Die Genossenschaft kann Zweigniederlassungen errichten und sich an Unternehmen beteiligen. Die Ausdehnung des Geschäftsbetriebes auf Nichtmitglieder ist zugelassen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
René Hensel
seit 7.6.2021
Prokura
Michael Heinke
seit 8.12.2017
Prokura
Dirk Majetschak
seit 4.1.2016
Prokura
Karsten Haubold
seit 21.11.2013
Prokura
Corinna Heidi Dreßel
seit 21.11.2013
Prokura
Antje Garbe
seit 21.11.2013
Prokura
Andreas Woda
seit 19.8.2013
Vorstandsmitglied
Thomas Auerswald
seit 25.1.2008
Vorstandsmitglied
Christoph Kothe
seit 24.7.2007
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Leipziger Volksbank eG

Leipzig

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Leipziger Volksbank eG, Leipzig

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Der Ursprung des Genossenschaftswesens im 19. Jahrhundert sah die gegenseitige Hilfe der landwirtschaftlichen und gewerblichen Unternehmen vor. Die als Weltkulturerbe von der UN anerkannte Genossenschaftsidee verbindet seit ihrer Entstehung vor über 170 Jahren wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlich nachhaltigem Handeln. Wir fördern den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft und handeln zusammen mit unseren Kunden, Mitgliedern und Mitarbeitenden in Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft: Für Menschen, Umwelt und Regionen. Die Aufgabe, die Mitglieder und Kunden zu fördern, ist bis heute ein wesentliches Kennzeichen der Leipziger Volksbank. Darin gründet auch die enge regionale Bindung an unser Geschäftsgebiet, welches Sachsen und die angrenzenden Landkreise umfasst. Die persönliche Nähe spiegelt sich auch in schnellen und unbürokratischen Dienstleistungen und einer spürbaren lokalen Präsenz wider.

Die Leipziger Volksbank betreibt ihre Geschäfte im Rahmen der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben, insbesondere unter Beachtung des Kreditwesengesetzes, des Genossenschaftsgesetztes und ihrer Satzung. Die Bank ist ein Kreditinstitut gemäß § 1 KWG. Ihr Zweck als Genossenschaftsbank ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder und Kunden. Als Universalbank ist sie Ansprechpartnerin für Privat- und Firmenkunden in Finanzierungsfragen und Themen der Geldanlage. Gegenstand des Unternehmens ist darüber hinaus insbesondere die Pflege des Spargedankens, die Durchführung des Zahlungsverkehrs sowie die bedarfsorientierte sogenannte "genossenschaftliche Beratung" unserer Mitglieder und Kunden in Hinblick auf Finanzdienstleistungen.

Die Leipziger Volksbank nutzt die geschäftlichen Möglichkeiten der Genossenschaftlichen Finanzgruppe, welche mit einer Vielzahl leistungsfähiger Partner die Chance bietet, die dezentrale Leistungsfähigkeit der Bank mit zentraler Bereitstellung von Dienstleistungen (im Subsidiaritätsprinzip) zu einer im Markt etablierten Verbindung zu kombinieren.

Die Leipziger Volksbank ist kein "CRR-Institut von erheblicher Bedeutung" i. S. § 25 d Absatz 3 Satz 7 KWG, sie ist ebenfalls "nicht bedeutend" i. S. v. § 17 Abs. 1 InstitutsVergV und sie untersteht als "weniger bedeutendes Institut" ("less significant institute" = LSI) nicht der direkten Aufsicht durch die Europäische Zentralbank.

Die Leipziger Volksbank ist Mitglied der Sicherungseinrichtung des BVR und der BVR-Institutssicherung GmbH (BVR-ISG). Die BVR-ISG ist in ihrer satzungsmäßigen Funktion als Einlagensicherungssystem anerkannt.

Die Vision unserer Bank besteht darin, vom mitteldeutschen Bankenzentrum Leipzig aus, eine dem Nutzen unsere Mitglieder und der Region verpflichtete, nachhaltig wirtschaftende Regionalbank zu sein.

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch.

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen.

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben.

Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+3,0 % nach +4,0 %). Hier stützen die abnehmenden Lieferengpässe die Entwicklung, die eine sukzessive Abarbeitung der aufgestauten Auftragsbestände ermöglichten. Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Sie wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich, trotz eines witterungsbedingt günstigen Jahresauftakts, um 2,7 %. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen ein leicht negativer Impuls (-0,1 Prozentpunkte) für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus.

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie.

Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um insgesamt 200 Basispunkte. Am 20. September 2023 erreichten die Leitzinsen ihren vorläufigen Höhepunkt mit 4 % für die Einlagefazilität und 4,5 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität sowie 4,75 % für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Damit überschritt die EZB erstmals ihr vor der Finanzkrise erreichtes Leitzinsniveau, als die Einlagefazilität im Maximum bei 3,25 % gelegen hatte. Auf den nachfolgenden Sitzungen bis zum Jahresende bestätigte die EZB dieses Zinsniveau und kündigte ähnlich der Fed an, es so lange aufrecht halten zu wollen, bis die Inflation das mittelfristige EZB-Ziel von 2 % wieder erreiche.

Entwicklung der Kreditgenossenschaften

Die deutschen Genossenschaftsbanken konnten trotz des dämpfenden Wirtschaftsumfeldes ihre Kreditvergabe leicht steigern. So erhöhten sich die bilanziellen Kundenforderungen der Genossenschaftsbanken im Vorjahresvergleich um 20 Milliarden Euro auf 777 Milliarden Euro (+2,6 %). Die Entwicklung der Kundeneinlagen blieb weitgehend stabil. Das gestiegene Zinsniveau eröffnete den Kunden erstmals seit der Negativ- und Nullzinsphase attraktive Anlagemöglichkeiten in klassischen Fest- und Termingeldern oder Sparbriefen. Viele Kunden schichteten ihre während der Coronapandemie gebildeten hohen Sichteinlagenbestände in diese Einlagenformen um. Anderseits belasteten die höheren Lebenshaltungskosten infolge der Inflation die Sparfähigkeit der Kunden. Im Ergebnis betrugen die Kundeneinlagen der Genossenschaftsbanken Ende 2023 860 Milliarden Euro (-0,2 %). Die addierte Bilanzsumme aller Genossenschaftsbanken blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1.175 Milliarden Euro konstant.

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung (Zeitraum drei Jahre) planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen.

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE vor Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl BE vor Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zum Geschäftsvolumen, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Unser Zielwert liegt hier bei mind. 0,95 %.

Als Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit unseres Instituts wurde die Cost-Income-Ratio (nachfolgend auch: "CIR") bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar. Unseren Zielwert haben wir mit kleiner 65,0 % festgelegt.

Dem Wachstum der bilanziellen Kundenkredite messen wir für die Generierung von Erträgen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit eine große Bedeutung bei. Wir haben uns langfristig zum Ziel gesetzt, den Anteil der Kundenkredite an der Bilanzsumme auf zwei Drittel auszubauen.

Für den Leistungsindikator Liquiditätskennzahl (Liquidity Coverage Ratio - LCR) hat die Bank eine Mindestkennzahl von 125,0 % und ein Ambitionsniveau von 135,0 % festgelegt.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster Indikator für die Kapitalausstattung haben wir die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote als bedeutsamsten Indikator für die Kapitalausstattung mit einem strategischen Sollwert von 15,38 % definiert.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt in den nächsten Abschnitten.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Die wirtschaftliche Entwicklung des operativen Geschäftes im Geschäftsjahr 2023 verlief sehr zufriedenstellend. Das Kundenkreditgeschäft konnte trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und einer sich teilweise abzeichnenden Rezession um 7,3 % ausgebaut werden. Gegenüber dem Vorjahr konnte ein Wachstum unserer Kundeneinlagen um rund 5,4 % erzielt werden. Auf Grund fortgesetzter Zinserhöhungen konnten wir insbesondere im Kundenkreditgeschäft mehr Zinserträge wie geplant vereinnahmen und unsere Reservenauflösungen vom Vorjahr über das Niveau von 2021 wieder aufstocken.

Die Entwicklung der von uns definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Unser Betriebsergebnis vor Bewertung verbesserte sich von 15,0 Mio. EUR auf 18,3 Mio. EUR. Die Rentabilitätskennzahl BE vor Bewertung/dBS (bereinigt um betriebswirtschaftlich außerordentliche Erträge und Aufwendungen) ist mit 1,27 % deutlich gegenüber dem Vorjahr angestiegen und liegt auch deutlich über unserem Erwartungswert von 1,01 %. Die CIR lag im Geschäftsjahr 2023 bei 53,0 % (Vorjahr: 56,9 %) und ist damit deutlich besser als unser Erwartungswert von 58,7 %. Die bilanziellen Kundenforderungen stiegen von 677,3 Mio. EUR (47,9 % der Bilanzsumme) auf 726,8 Mio. EUR (50,1 % der Bilanzsumme) und liegen damit auf unserem Erwartungswert (50,1 % der Bilanzsumme). Zum 31.12.2023 belief sich die LCR auf 155,4 % (Vorjahr 147,1 %). Im Geschäftsjahr 2023 bewegte sie sich an den Meldestichtagen zwischen 134,3 % und 166,5 %. Die Gesamtkapitalquote belief sich auf 16,1 %; ein Zuwachs von 0,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und damit etwas schwächer als geplant. Damit liegt die Entwicklung dieser Leistungsindikatoren zumeist im Rahmen unserer Erwartungen insbesondere hinsichtlich des BE vor Bewertung/dBS und der CIR über unseren Erwartungen.

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 1.451.275 1.414.848 36.427 2,6
Außerbilanzielle Geschäfte *) 77.349 91.275 -13.925 -15,3

*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen) und Derivatgeschäfte.

Die bilanziellen Geschäfte bewegen sich relativ auf Vorjahresniveau. Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken konnten 6,0 Mio. EUR zugeführt werden. Veränderungen innerhalb der Bilanz werden nachfolgend erläutert.

Die außerbilanziellen Geschäfte bestehen zum überwiegenden Teil aus offenen Kreditzusagen, welche sich gegenüber dem Vorjahr um 25,2 Mio. EUR reduziert haben. Die Bank hat vier Festzinszahlerswaps über ein Gesamtvolumen von 20,5 Mio. EUR im Geschäftsjahr abgeschlossen. Eine Zinsobergrenzenvereinbarung (CAP) über 10,0 Mio. EUR ist ausgelaufen.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 726.832 677.321 49.510 7,3
Wertpapieranlagen 540.997 579.129 -38.132 -6,6
Forderungen an Kreditinstitute 142.078 112.375 29.703 26,4

Die Kundenforderungen konnten im Berichtsjahr durch eine Ausweitung des Neukreditgeschäftes, insbesondere im Privatkundenbereich leicht, im Baugewerbe und in den Branchen mit Bezug zum Grundstücks- und Wohnungswesen, deutlich gesteigert werden. Im Privatkundenbereich ist der Zuwachs zum Teil auf das über das Online-Portal "Baufinex" vermittelte Geschäft zurückzuführen.

Auf Grund der Ausweitung der Kundenforderungen und der Rückführung von Refinanzierungsgeschäften bei der Europäischen Zentralbank haben sich die eigenen Wertpapieranlagen im Vergleich zum Vorjahr reduziert.

Der deutliche Anstieg der Forderungen an Kreditinstitute ist auf Zuflüsse im Kundeneinlagengeschäft zurückzuführen.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 74.433 105.747 -31.313 -29,6
Spareinlagen 196.434 229.282 -32.848 -14,3
andere Einlagen 1.037.244 941.463 95.781 10,2

Durch die Rückführung von Refinanzierungsgeschäften bei der Europäischen Zentralbank in Höhe von 30 Mio. EUR haben sich die Refinanzierungen über Kreditinstitute nochmals deutlich reduziert.

Die Kundeneinlagen sind um 62,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr angewachsen. Die angestrebte Umschichtung der Spareinlagen hat sich fortgesetzt. Diese Mittel sind, wie auch die Mittelzuflüsse, im Bereich der befristeten Verbindlichkeiten angelegt worden. Die befristeten Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr um 108,0 Mio. EUR deutlich angestiegen.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 2.077 1.799 279 15,5
Vermittlungserträge 2.334 2.297 37 1,6
Erträge aus Zahlungsverkehr 8.581 8.038 544 6,8

Bei den Erträgen aus dem Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft konnten wir aufgrund der Beratung unserer Mitglieder und Kunden das Ergebnis aus dem Vorjahr absolut deutlich steigern.

Der ausmachende Betrag aller Wertpapierkäufe und -verkäufe unserer Kunden lag mit 138,1 Mio. EUR in 2023 deutlich über dem Vorjahreswert von 117,8 Mio. EUR.

Auf unserem Weg zur nachhaltigen Volksbank waren wir 2023 hinsichtlich der Vermittlung nachhaltiger Investmentfonds nicht so erfolgreich wie im Vorjahr. Währenddem 2022 fast jeder dritte Euro, den Anlegerinnen und Anleger in Investmentfonds angelegt haben, in eine nachhaltige Produktalternative geflossen ist, war es 2023 nur jeder fünfte Euro. Jedoch konnten wir weitere Mitglieder überzeugen, in unserem Haus ein nachhaltiges Hausbankkonto zu führen. Beinahe zweitausenddreihundert Mitglieder nutzen das Nachhaltige Hausbankkonto, welches Elemente von Umweltschutz, sozialem Engagement und guter Unternehmensführung enthält. Im Kreditbereich unterstützen wir nachhaltige Modernisierungen.

Die Vermittlungserträge liegen insgesamt auf Vorjahresniveau.

Die Erträge aus dem Zahlungsverkehr sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Dies ist unter anderem auf die ab Mitte des Jahres rechtswirksame Gebührenvereinbarung neuer Kontomodelle mit gewerblichen Kunden zurückzuführen.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 26.854 22.680 4.174 18,4
Provisionsüberschuss 2) 11.654 10.756 898 8,3
Verwaltungsaufwendungen 19.599 18.195 1.404 7,7
a) Personalaufwendungen 11.166 10.025 1.141 11,4
b) andere Verwaltungsaufwendungen 8.433 8.170 263 3,2
Betriebsergebnis vor Bewertung 3) 18.325 14.952 3.373 22,6
Bewertungsergebnis 4) -7.235 -13.174 5.939 -45,1
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 11.090 1.779 9.312 523,6
Steueraufwand 4.157 1.406 2.751 195,6
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 6.035 0 6.035 ***. *
Jahresüberschuss 899 373 526 141,2

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

3) Saldo aus den GuV-Posten 1 bis 12

4) Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16

Unser Zinsüberschuss liegt deutlich über dem des Vorjahres und auch deutlich über unserem Erwartungswert. Zurückzuführen ist dieses Ergebnis vorrangig auf das stark gestiegene Zinsniveau, das höhere Zinsen für das Kundenkreditgeschäft sowie bessere Erträge aus Eigenanlagen mit sich brachte.

Der Provisionsüberschuss ist gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen. Dieser Anstieg resultiert zum überwiegenden Teil aus den Zahlungsverkehrserträgen. Im Geschäftsjahr 2023 haben wir mit den gewerblichen Kunden neue Kontomodelle vereinbart. Des Weiteren ist der Anstieg auf leicht höhere Vermittlungserträge aus dem Wertpapiergeschäft zurückzuführen.

Die Verwaltungsaufwendungen liegen insgesamt leicht über dem Vorjahreswert. Deutlich gestiegen sind im Vergleich zum Vorjahr die Personalaufwendungen. Nachdem im letzten Jahr auf die erfolgsorientierte Einmalzahlung verzichtet werden musste, können wir sie in diesem Jahr wieder auszahlen. Des Weiteren haben wir grundsätzliche steigende Gehaltsanpassungen für alle Mitarbeiter vorgenommen. Im Gegenzug sind die anderen Verwaltungsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr kaum gestiegen. Entlastend wirkte die Rückgabe angemieteter Büroräume. Leicht angestiegen sind auf Grund von Preisanpassungen unter anderem die Prüfungskosten und die Kosten für die Datenverarbeitung.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das sonstige betriebliche Ergebnis deutlich rückläufig. Dies liegt daran, dass das Vorjahr positiv beeinflusst war durch deutliche Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, insbesondere aus der Auflösung von Rückstellungen für Prozessrisiken.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt absolut deutlich über dem Vorjahresniveau. Relativ zur durchschnittlichen Bilanzsumme gesehen haben wir mit 1,27 % unseren Erwartungswert um 0,26 Prozentpunkte und unseren Zielwert um 0,32 % überschritten.

Das Bewertungsergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr sehr gut ausgefallen. Im Kundenkreditgeschäft beträgt das Bewertungsergebnis 832 TEUR (Vorjahr: -1.479 TEUR) und liegt damit günstiger als zum Planungszeitpunkt erwartet. Die Reduzierung ist im Vergleich zum Vorjahr darauf zurückzuführen, dass die im letzten Jahr für latente Kreditrisiken zusätzlich gebildeten versteuerten Pauschalwertberichtigungen und Pauschalrückstellungen gemäß IDW RS BFA 7 im aktuellen Geschäftsjahr auf Grund aktualisierter Berechnungsparameter in Höhe von 1.254 TEUR wieder aufgelöst werden konnten. Das Bewertungsergebnis bei den Eigenanlagen beträgt 1.423 TEUR (Vorjahr: -11.695 TEUR) und ist deutlich besser ausgefallen als erwartet. Das Ergebnis im Vorjahr war überwiegend auf aus Wertpapieren der Liquiditätsreserve erforderliche Abschreibungen aufgrund der Marktpreisentwicklung zurückzuführen. Im Geschäftsjahr konnten wir bei diesen Papieren wegen Kurserholungen wieder 3.594 TEUR zuschreiben. Bei Wertpapieren des Anlagevermögens (Spezialfonds eingeschlossen) waren im Vergleich zum Vorjahr 1.566 TEUR weniger Abschreibungen erforderlich. Des Weiteren ergab sich in 2022 aus der Reduzierung unseres Spezialfonds ein Kursverlust in Höhe von 1.782 TEUR. Den Spezialfonds haben wir im August 2023 vollständig aufgelöst. Nennenswerte weitere Kursverluste ergaben sich aus der Auflösung nicht. Das Bewertungsergebnis wurde im Jahr 2022 des Weiteren durch die Auflösung von Vorsorgereserven zu etwa einem Drittel entlastet.

Im Vergleich zur ursprünglichen Planung sind wir mit dem erreichten Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2023 sehr zufrieden. Wir konnten gegenüber unserer Planung ca. 9,9 Mio. EUR mehr den Vorsorgereserven nach § 340f HGB und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB zuführen.

Die Aufwands-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio), die wir, bereinigt um Sonderfaktoren, als Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zu der Summe aus dem Zins- und Provisionsüberschuss und dem Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ermittelt haben, beträgt 53,0 % (Vorjahr 56,9 %). Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden, da wir deutlich unter unserem Zielwert liegen.

b) Finanzlage

Kapitalstruktur

Die Kapital- bzw. Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung, weil ein hoher Strukturanteil der Kundeneinlagen an der Bilanzsumme besteht. Dabei setzte sich der Trend der Vorjahre hin zu täglich fälligen Einlagen nicht weiter fort. Unsere Kunden investierten im Geschäftsjahr insbesondere in die Verbindlichkeiten mit einer vereinbarten Laufzeit bis drei Monate sowie bis ein Jahr. Durch unsere Refinanzierungsstruktur besteht eine grundsätzliche Unabhängigkeit der Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt, da nur ein geringer Anteil an Bankrefinanzierungen besteht, welcher sich von 7,5 % auf 5,1 % der Bilanzsumme reduziert hat. Grund für diese Reduzierung ist die Teilrückführung des Refinanzierungsgeschäftes bei der Europäischen Zentralbank von 50 Mio. EUR auf 20 Mio. EUR.

Investitionen

Der Buchwert unseres Sachanlagevermögens reduzierte sich weiter auf 6,5 Mio. EUR (Vorjahr 6,9 Mio. EUR). Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die planmäßigen Abschreibungen, welchen geringere erforderliche Neu- bzw. Ersatzinvestitionen gegenüberstanden.

Die Bank hat im Geschäftsjahr insbesondere in Selbstbedienungsterminals und Informationstechnik investiert, um die Anforderungen an die ständig weiterentwickelte digitale Ausrichtung des Bankenwesens und das Arbeiten im Homeoffice erfüllen zu können.

Liquidität

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundeneinlagengeschäft. Durch unsere Refinanzierungsstruktur besteht eine Unabhängigkeit von Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt.

Die Zahlungsfähigkeit unseres Instituts war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit gegeben. Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wiesen im Berichtszeitraum einen Wert von mindestens 134 % aus. Zum Bilanzstichtag lag die Stresskennzahl bei 155 %.

Bei Liquiditätsschwankungen kann die Bank auf hochliquide Aktiva, ausreichende Liquiditätsreserven auch in Form von Bankguthaben zurückgreifen. Durch die Einbindung in die Genossenschaftliche FinanzGruppe und den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund bestehen weitere Refinanzierungsmöglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit der Kreditgenossenschaft zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen jederzeit gesichert.

Liquiditätsbelastungen aus außerbilanziellen Verpflichtungen haben sich nicht ergeben.

Die Mindestreserveverpflichtungen haben wir erfüllt.

c) Vermögenslage

Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von Geschäftsguthaben der Mitglieder, erwirtschafteten Rücklagen und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Einwerben von Geschäftsguthaben, durch Zuführung zu den Rücklagen und besonders durch Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gestärkt. Der Anteil des bilanziellen Eigenkapitals an der Bilanzsumme hat sich um 0,3 %-Punkte erhöht.

Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des harten Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital.

Die relevanten Vorgaben des KWG sowie der CRR an die Kernkapitalquote (OCR) von mindestens 10,92 % und an die Gesamtkapitalquote (OCR) von mindestens 13,42 % wurden im Geschäftsjahr erfüllt. Die weiteren Eigenmittelanforderungen der CRR (Capital Requirements Regulation) und des KWG wurden von uns im Geschäftsjahr 2023 ebenfalls eingehalten.

Die Kapitalrendite (Jahresüberschuss nach Steuern/Bilanzsumme) gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich auf 0,06 %.

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 124.810 117.263 7.546 6,4
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 116.942 116.237 705 0,6
Harte Kernkapitalquote 16,1 % 15,8 %
Kernkapitalquote 16,1 % 15,8 %
Gesamtkapitalquote 16,1 % 15,8 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Kundenforderungen

Der Anteil unserer Firmenkunden macht 60,0 % (Vorjahr 60,6 %), der Anteil unserer Privatkunden 40,0 % (Vorjahr 39,4 %) des bewilligten Gesamtkreditvolumens (Risikovolumen) aus. Der Blankoanteil des gesamten Kundenkreditgeschäftes in Bezug auf die Inanspruchnahme beträgt 21,4 % (Vorjahr 22,1 %).

Einen Branchenschwerpunkt bildet das Grundstücks- und Wohnungswesen. Diese Branche ist breit gestreut und nimmt einen Anteil von ca. 31,8 % (Vorjahr 32,9 %) des gesamten Risikovolumens ein.

Die Steuerung der Risikostruktur des Kreditvolumens erfolgt durch die im Rahmen der Kreditrisikostrategie gesetzten Strukturlimite. Ein Soll-Ist-Abgleich sowie die Darstellung der Entwicklung des Kreditportfolios werden dem Vorstand in regelmäßigen Abständen vorgelegt.

Die durch die Vertreterversammlung festgesetzten Kredithöchstgrenzen für die einzelnen Kreditnehmer sowie alle Vorschriften des KWG und der CRR zu den Groß- und Millionenkrediten, insbesondere § 14 KWG und Artikel 387 bis 404 der CRR, wurden während des gesamten Berichtszeitraumes eingehalten.

Die Forderungen an unsere Kunden haben wir auch zum Jahresende 2023 wieder den handelsrechtlichen Grundsätzen entsprechend bewertet. Die für erkennbare bzw. erhöht latente Risiken in angemessener Höhe gebildeten Einzel- und Pauschalwertberichtigungen wurden von den entsprechenden Aktivposten abgesetzt. Zur Deckung künftiger akuter Risiken aus dem Kreditgeschäft stehen weiterhin ein Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB bzw. Vorsorgereserven nach § 340f HGB zur Verfügung.

Wertpapieranlagen

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 439.598 470.795 -31.197 -6,6
Liquiditätsreserve 101.399 108.334 -6.935 -6,4

Von den Wertpapieranlagen entfällt ein Anteil von 33,1 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 36,5 %) auf Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 5) bzw. von 4,1 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 4,4 %) auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 6).

Die im Bestand befindlichen Wertpapiere im Aktivposten 5 wurden überwiegend dem Anlagevermögen zugeordnet und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Die Anschaffungskosten über pari werden linear über die Restlaufzeit bis zum niedrigeren Einlösungskurs abgeschrieben. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere der Liquiditätsreserve, überwiegend Credit Linked Notes, wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Im Aktivposten 5 sind zu 89 % festverzinsliche und zu 11 % variabel verzinsliche Wertpapiere (jeweils ohne Berücksichtigung der Zinsabgrenzung) von Emittenten guter Bonität (Rating mindestens BBB) enthalten. Davon entfallen 69,5 Mio. EUR auf öffentliche Emittenten, 352,8 Mio. EUR auf Kreditinstitute und 55,9 Mio. EUR auf Nichtbanken. Alle Wertpapiere lauten auf Euro und wurden überwiegend von inländischen und europäischen Emittenten aufgelegt. Wesentliche Veränderungen in der Struktur sowie Bonitätseinstufung bei den Wertpapieranlagen haben sich im Vergleich zum Vorjahr - mit Ausnahme einer stärkeren Verschiebung von Bank- in Staatsanleihen - nicht ergeben.

Der Aktivposten 6 beinhaltet Anteile an Investmentfonds und Immobilienfonds, welche dem Anlagevermögen zugeordnet sind und nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet worden sind. Der bereits in Vorjahren reduzierte Spezialfonds wurde im Geschäftsjahr 2023 vollständig aufgelöst. Die im Spezialfonds befindlichen Wertpapieranlagen wurden zu Marktwerten in den Eigenbestand der Bank übernommen.

Überschüssige Liquidität sowie durch Fälligkeiten oder Verkäufe frei gewordene Mittel im Wertpapierportfolio wurden überwiegend zur Finanzierung der Kundenforderungen eingesetzt.

Der an den Anleihemärkten festzustellende Kursverfall im Jahr 2022 hatte auch erhebliche Auswirkungen auf unsere Wertpapierbestände. Die Ertragslage war in 2022 durch hohe Wertpapierabschreibungen belastet. Diese zinsinduzierten Abwertungen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich erholt. Für die Rentenwerte des Anlagevermögens haben wir wie im Vorjahr das gemilderte Niederstwertprinzip angewendet. Eine dauernde Wertminderung liegt nach unserer Einschätzung bei diesen Wertpapieren weiterhin nicht vor. Gegenüber einer Marktbewertung wurden Abschreibungen von 31,7 Mio. EUR (Vorjahr: 47,8 Mio. EUR) vermieden. Spätestens mit Einlösung bei Endfälligkeit werden die hohen Differenzen zwischen Kurs- und Buchwert abgebaut sein, eine signifikante Reduzierung erwarten wir für die nächsten 4 Jahre.

Sowohl unsere Geschäftsstrategie als auch die Liquiditätssteuerung sowie die Ertrags- und Kapitalplanung sind auf ein Halten bis zur Endfälligkeit der Papiere ausgelegt. Spielräume für Reaktionen auf volatile Marktgegebenheiten sind nach unserer Einschätzung weiterhin vorhanden, so dass wir die Höhe der stillen Lasten weiterhin für vertretbar halten.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Insgesamt beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage unseres Hauses im Vergleich zum Vorjahr als sehr gut, weil wir über unsere Planung hinaus deutliche Zuweisungen zu unseren Eigenkapitalbestandteilen tätigen konnten. Das Wachstum des für die Bank wichtigsten Geschäftsbereichs, dem Geschäft mit Kunden überwiegend aus der Region, setzte sich fort. Im Kreditgeschäft haben wir unsere Erwartungen hinsichtlich des Wachstums der Inanspruchnahmen aus der Eckwertplanung erreicht. Unser Schwerpunkt lag hierbei in der privaten Wohnungsbaufinanzierung.

Die Vermögenslage der Bank zeichnet sich unverändert durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung aus, da die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowohl im Vorjahr als auch im Geschäftsjahr eingehalten wurden. Die im Wertpapierbestand vorhandenen hohen stillen Lasten halten wir für vertretbar. Für erkennbare und latente Risiken in den Kundenforderungen sind Wertberichtigungen gebildet worden. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch Abzug von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen worden.

Mit dem Betriebsergebnis vor Bewertung lagen wir in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme deutlich über dem Vorjahresniveau und deutlich über unseren Erwartungen.

Aufgrund einer risikobewussten Geschäftspolitik sowie der installierten Instrumentarien zur Risikosteuerung und -überwachung bewegen sich die derzeit erkennbaren Risiken der künftigen Entwicklung im Rahmen der Risikotragfähigkeit.

Finanzlage und Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

Zur Erfüllung der unternehmerischen Ziele der Leipziger Volksbank - der Erfüllung des satzungsgemäßen Auftrags und der Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank - ist es unumgänglich, Risiken einzugehen. Die Risikostrategie setzt dazu die Leitlinien und gibt damit den Korridor für den Risikoappetit der Bank vor.

Oberstes Ziel der Risikostrategie ist es, die Risiken so zu begrenzen, dass die Fortführung sowie die Risikotragfähigkeit der Leipziger Volksbank zu keiner Zeit gefährdet wird. Das Risikosteuerungs- und -controllingsystem dient dazu, die Einhaltung dieses Ziels zu gewährleisten, die Geschäftsleitung über die Risikosituation zu informieren und bei Bedarf entsprechend gegenzusteuern. Weitere Ziele der Risikostrategien sind die Weiterentwicklung eines systematischen Risikomanagements zur Stärkung des Risikobewusstseins in unserer Bank und Ziele und Maßnahmen zu formulieren, um eine zu den wesentlichen Geschäftsaktivitäten adäquate Risikostruktur zu erreichen. Darüber hinaus wird der Früherkennung von Risiken durch geeignete Steuerungs-, Überwachungs- und Kontrollmechanismen und den hieraus ggf. erforderlichen Maßnahmen eine besondere Bedeutung beigemessen.

Die Überwachung und Steuerung von Risiken stellt einen integralen Bestandteil der Gesamtbanksteuerung der Leipziger Volksbank dar. Risiken werden von uns bewusst eingegangen, wenn sie zur Erzielung von Erfolgen notwendig und im Verhältnis zu den Chancen vertretbar sind. Die Risikopolitik orientiert sich an der Risikotragfähigkeit der Bank. Die Risikotragfähigkeit gibt den Rahmen vor, innerhalb dessen die Bank hinsichtlich des Eingehens von Risiken handelt. Hierbei wird im Rahmen der Gesamtbanksteuerung mit dem Gesamtbankrisikolimit der Anteil des Risikokapitals bestimmt, den die Bank zur Abdeckung ihrer Risiken bereitstellt. Das Gesamtbankrisikolimit wird für einzelne Risikoarten unter Berücksichtigung der strategischen Ausrichtung und der Erwartungen für die Zukunft limitiert und überwacht. Risiko- und Ertragskonzentrationen werden identifiziert, überwacht und begrenzt.

Wir verfügen über eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation, die die Einhaltung der bei uns im Haus zu beachtenden gesetzlichen Bestimmungen und der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten gewährleistet und den Anforderungen aus § 25a Abs. 1 (Risikomanagement) und § 25b (Auslagerung) KWG genügt. Der Vorstand ist, unabhängig von der internen Zuständigkeit, für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation des Instituts und deren Weiterentwicklung und insbesondere für ein angemessenes und wirksames Risikomanagement verantwortlich. Für die Einrichtung angemessener Kontroll- und Überwachungsprozesse in seinem jeweiligen Zuständigkeitsbereich ist jedes Vorstandsmitglied, unabhängig von der Gesamtverantwortung, verantwortlich.

Unser Risikomanagement nach § 25a Abs. 1 Satz 3 KWG beinhaltet auf der Grundlage von Verfahren zur Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit u.a. die Festlegung von Strategien sowie die Einrichtung interner Kontrollverfahren. Unsere internen Kontrollverfahren bestehen aus einem Internen Kontrollsystem (aufbau- und ablauforganisatorische Regelungen, Risikosteuerungs- und Controllingprozessen, Risikocontrolling-Funktion, Compliance-Funktion) sowie aus einer Internen Revision (gem. § 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 3 KWG).

Konsistent zu unserer Geschäfts- und Risikostrategie wurde eine Unternehmensplanung entwickelt, die eine langfristige und umfassende Begleitung unserer Mitglieder und Kunden im Hinblick auf Finanzierungswünsche, Vermögensanlagen und Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr sicherstellt.

Mit Hilfe einer strategischen Eckwert- und Kapitalplanung für einen Zeitraum von 3 Jahren, steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch Experten auf Basis von Marktprognosen. Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR-Control ermittelt.

Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie die Teilstrategien werden im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig überprüft. Das von der Bank verwendete Strategiemodell zeigt den organisatorischen Rahmen für die Strategie(über)prüfung und für die Vernetzung der strategischen und operativen Gesamtbanksteuerung auf.

Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die Vermeidung von Risiken. Unsere Risikosteuerung zielt vielmehr auf eine zielkonforme und systematische Risikohandhabung. Wir steuern unsere Risiken innerhalb der Vorgaben der Geschäfts- und Risikostrategie.

Unsere Entscheidungsträger werden durch das interne Berichtsystem über die Geschäfts- und Risikoentwicklung frühzeitig informiert, um Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen zu können.

Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risikotragfähigkeit. Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgt auf Basis der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit der Bank unter Berücksichtigung der Geschäfts- und Risikostrategie.

Zur Bestimmung der Risikotragfähigkeit betrachten wir neben der normativen auch die ökonomische Perspektive als komplementäre, sich ergänzende Ansätze. Unsere zur Risikotragfähigkeitssteuerung eingesetzten Methoden und Verfahren berücksichtigen somit das Ziel der Fortführung unseres Instituts (normative Perspektive), als auch den Schutz unserer Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (ökonomische Perspektive).

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt sind.

Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von 3 Jahren ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive werden das barwertnahe Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Ausgangspunkt bei der barwertnahen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist eine indirekte Berechnung, die auf Bilanzgrößen bzw. aufsichtlichen Kapitalgrößen aufsetzt und diese Werte um stille Lasten und Reserven aus ökonomischer Sicht korrigiert.

Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen aufzufangen. Unter dieser Maßgabe haben wir für 2023 unser Gesamtbanklimit von 104 Mio. EUR auf 114 Mio. EUR erhöht.

Die Risikomessung für die in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit berücksichtigten Risikoklassen erfolgt mithilfe geeigneter Value-at-Risk (VaR)-Modelle mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % und mit einem Risikobetrachtungshorizont von einem Jahr. Bei den Risikoklassen, für die kein statistisches Verlustverteilungsmodell verwendet wird, erfolgt eine expertenbasierte Risikoeinschätzung, die dem Ausmaß nach dem 99,9 %-Quantil entspricht. Die Risikoaggregation erfolgt ohne Berücksichtigung von Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoarten additiv.

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR).

Zusätzlich wird die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung auf.

In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz Stress-Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus. Im Planszenario darf sich in der Liquiditätsablaufbilanz für den Planungshorizont von 3 Jahren keine Unterschreitung der Liquiditätstragfähigkeit ergeben. In den regelmäßigen Stresstests mit institutseigenen und marktweiten sowie kombinierten Szenarien definieren wir einen Überlebenshorizont von mindestens einem Jahr.

Die Risikomanagementziele und -strategien werden dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

Die eingerichteten Systeme und Verfahren des Risikomanagements sind dem Profil und der Geschäfts- und Risikostrategie der Bank sowie ihrer Größe angemessen und entsprechen den Anforderungen der MaRisk.

Risiken

Als Risiko definieren wir die negative Abweichung vom erwarteten Ergebnis bzw. Planwert aufgrund von Unsicherheit. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit von möglichen Risiken verschafft sich unsere Geschäftsleitung, einmal im Jahr im Rahmen der Risikoinventur sowie anlassbezogen, einen Überblick über die Risiken unserer Bank auf Gesamtinstitutsebene. Dabei werden auch übergreifende Risiken wie das Modell-, Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiko sowie Risikokonzentrationen in der Wesentlichkeitsbewertung der einzelnen Risikoklassen berücksichtigt.

Zum Abschlussstichtag werden das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das Immobilienrisiko, das operationelle Risiko sowie das Liquiditätsrisiko als wesentliche Risiken bewertet.

Für unsere Risikobeurteilung zum Abschlussstichtag legen wir konsistent zum Prognosezeitraum einen Zeitraum von einem Jahr zu Grunde, in dem auch das Vorliegen von bestandsgefährdenden Risiken beurteilt wird.

Bestandsgefährdende Risiken (wesentliche Risiken mit hohen Auswirkungen) liegen für den hier zugrunde gelegten Beurteilungszeitraum von einem Jahr nicht vor.

Die Zusammenrechnung der Risiken hat sich gegenüber dem Vorjahr teilweise geändert, insofern haben wir nachfolgend die vergleichbaren Vorjahreswerte angegeben.

Adressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiko

Das Adressenausfallrisiko stellt das Risiko des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen oder anderen schuldrechtlichen Instrumenten dar. Es beinhaltet das Kreditrisiko, das Emittentenrisiko und das Kontrahentenrisiko (jeweils einschließlich des Länderrisikos).

Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Ratingmigration oder der adressbezogenen Spreadveränderung entstehen. Es umfasst das Kreditrisiko im Kundengeschäft sowie im Eigengeschäft.

Das Kreditrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Auf Grundlage der Risikoinventur unseres Instituts kann das Risiko mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten und hat ein hohes Schadenspotenzial mit entsprechend wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Zur Steuerung des Kreditrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein (im wesentlichen VR-Rating). Zur Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeiten verwendet die Bank vorrangig die Verfahren der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Um die Spezifika der einzelnen Kundensegmente abbilden zu können, sind für unterschiedliche Kundensegmente separate Ratingverfahren im Einsatz.

Gemäß unseren Grundsätzen zur Risikosteuerung nehmen wir zur Absicherung von Kreditrisiken werthaltige Sicherheiten herein. Ratingnoten und Sicherheiten fließen in alle relevanten Kreditprozesse ein - von der Kreditvergabe bis zur Kreditüberwachung.

Neben der Steuerung von Kreditrisiken auf Kundenebene, nehmen wir die Steuerung auch auf Portfolioebene vor. Zu diesem Zweck ist ein Limitsystem, unter anderem bezogen auf die Risikokonzentration in der Branche Grundstücks- und Wohnungswesen und bei den Immobiliensicherheiten implementiert. Im Rahmen der Kreditrisikorisikosteuerung wird das Portfolio sowohl nach Bonitätsklassen, Größenklassen, Branchen, Sicherheiten und weiteren Risikotreibern sowie deren Entwicklung analysiert und die Einhaltung des Limitsystems überwacht.

Daneben stellen die Mindestanforderungen an die Kreditvergabe risikobegrenzende Maßnahmen beim Einzelgeschäft dar. Kreditentscheidungen werden in Abhängigkeit vom Risikogehalt über unterschiedliche Kompetenzstufen getroffen. Die Bewertung der Kreditengagements und gegebenenfalls die Bildung einer Risikovorsorge erfolgen in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Vorschriften. Als zentrales Kriterium für die Prüfung der akuten Ausfallrisiken wird die Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit herangezogen. Die Bank prüft die Bildung von Risikovorsorge bei Vorliegen von Frühwarnsignalen und Ausfallkriterien. Sanierungsbedürftige und notleidende Engagements werden in einem marktunabhängigen Bereich betreut bzw. überwacht.

Wir ermitteln vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Kundengeschäfte (KPM-KG) barwertig unter VR-Control einen unerwarteten Verlust (Credit-Value-at-Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Kreditrisikoprämien in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die modellierten Verluste auf Basis des LGD-Modells als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Sektorparameter zugrunde liegen.

Auf dieser Basis ergibt sich zum 31. Dezember 2023 ein Credit-Value-at-Risk (CVaR) für die nächsten 12 Monate in Höhe von 4,1 Mio. EUR (Vorjahr 5,9 Mio. EUR). Das entspricht einer Limitauslastung von 68,7 %. Durch die Umstellung auf das neue Kreditportfoliomodel KPM KG und Anpassung der Parametrisierung für die Risikoermittlung ist der Risikowert gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken (- 28,9 %).

Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ BANK AG auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen der Fondsgesellschaft Union Investment. Auch hier werden die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Portfoliomodell überwacht. Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen, Diversifikation in viele Anlageklassen und Beschränkung auf gute Bonitäten (mindestens S&P-Rating BBB).

Zur Begrenzung der Einzelemittentenrisiken werden vom Vorstand kombinierte Kontrahenten- und Emittentenlimite ("Geschäftspartnerlimite") beschlossen.

Das Kreditrisiko bei Eigenanlagen wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption der Bank vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG) ermittelt. Grundlage der Berechnungen sind verschiedene Marktpartnersegmente, die differenzierte Spread- und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatrizen aufweisen. Die Ermittlung des in der Risikomessung angesetzten unerwarteten Verlustes (Risikoszenario) basiert auf einer Haltedauer von 250 Tagen.

Adressenausfallrisiken aus Fonds werden mittels einer von der Kapitalanlagegesellschaft ermittelten Ex-ante-Value-at-Risk-Kennziffer berücksichtigt, die nur das Adressenausfallrisiko abbildet.

Für das Eigengeschäft ergibt sich auf dieser Basis zum 31. Dezember 2023 ein CVaR für die nächsten 12 Monate in Höhe von 32,8 Mio. EUR (Vorjahr 40,0 Mio. EUR). Dies entspricht einer Limitauslastung von 76,3 %. Der Rückgang ist auf die Reduzierung des Wertpapierportfoliobestandes zurückzuführen.

Vorstand und Aufsichtsrat werden quartalsweise über die Entwicklung des Portfolios sowie über die Auslastung der Einzel- und Strukturlimite informiert.

Marktpreisrisiken bzw. Marktrisiken

Das Marktrisiko beschreibt die Gefahr, dass aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern Verluste entstehen können. Marktrisiken umfassen Zins-, Aktien- und Währungsrisiken sowie sonstige Marktrisiken.

Im Rahmen des Risikomanagements wird das Marktpreisrisiko unterschieden in Zinsrisiko, Aktienrisiko und Währungsrisiko.

Das Zinsrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich ein, mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen potenziellen Schaden, der sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken kann.

Im Rahmen der ökonomischen Risikomessung des Zinsrisikos berechnen wir vierteljährlich einen Value-at-Risk, der auf einem historischen Zeitraum basiert. Als Szenariotechnik verwenden wir eine Skalierung über eintägige Verbarwertungen mittels Resampling. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control.

Das Währungsrisiko und das Aktienrisiko stuft die Bank gemäß Risikoinventur als aufsichtsrechtlich unwesentlich ein. Auf Grund dessen wird es in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung nicht einbezogen.

Der damit zum 31. Dezember 2023 ermittelte Value-at-Risk beläuft sich auf 38,6 Mio. EUR (Vorjahr 27,6 Mio. EUR) mit einer Limitauslastung von 68,2 %. Wir haben im Geschäftsjahr 2023 auf die erweiterte historische Simulation mit Barwert Resampling umgestellt. Die deutliche Ausweitung des Value-at-Risk ist primär auf die Änderung dieses verwendeten Risikomodells zurückzuführen.

Immobilienrisiko

Das Immobilienrisiko entsteht aus einer nachteiligen Entwicklung des Objektwerts und Erträgen von Immobilienpositionen in Bezug zu ihrem Erwartungs- bzw. Planungswert. Das Immobilienrisiko teilt sich in die Komponenten Wertänderungsrisiko, Ertragsrisiko und Mietausfallrisiko auf. Es ist überwiegend in Fondsanlagen vorhanden.

Das Immobilienrisiko bilden wir im Management der wesentlichen Risiken als Teil der Marktrisiken mit ab.

Das Risiko bei Fonds wird mit Risikokennziffern der Kapitalverwaltungsgesellschaften gemessen.

Der damit zum 31. Dezember 2023 ermittelte Value-at-Risk beläuft sich auf 5,5 Mio. EUR (Vorjahr 4,3 Mio. EUR) mit einer Limitauslastung von 79,4 %.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos, des Refinanzierungskostenrisikos und des Marktliquiditätsrisikos auftreten.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Die Bank erachtet das Liquiditätsrisiko insgesamt als wesentlich im Sinne des Aufsichtsrechts. Zwar tritt das Risiko nach unserer Einschätzung mit lediglich geringer Wahrscheinlichkeit ein, zeichnet sich in Bezug auf die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage jedoch durch ein hohes Schadenspotenzial aus.

Die Einhaltung der künftigen Grenzwerte (LCR-Ambitionsniveau) wird vierteljährlich über eine Prognoserechnung (LCR-Simulation) über mehrere Jahre betrachtet. Auf Sicht von 12 Monaten sollten das Ambitionsniveau nicht unterschritten werden. Diese Betrachtung dient als Frühwarnindikator, dass Entwicklungen abweichend von der Planung eingetreten sind und Handlungsoptionen ausgesprochen werden.

Die Berücksichtigung des Refinanzierungskostenrisikos in der ökonomischen Perspektive erfolgt vierteljährlich unter Berücksichtigung historischer Schwankungen des Refinanzierungsspreads.

Operationelles Risiko

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein.

Anhand der Risikoinventur stufen wir die operationellen Risiken als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Das Risiko hat eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit und auf Grund getroffener Vorkehrungen ein geringes Schadenspotenzial.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert und in der Bank kommuniziert. Die Abgrenzung umfasst auch den Umgang mit nicht eindeutig zuordenbaren Schadensfällen, Beinaheverlusten und damit zusammenhängenden Ereignissen.

Wesentliche operationelle Risiken werden jährlich identifiziert und analysiert. Hierzu wird auf ein Selfassessment und eine Schadensfalldatenbank zurückgegriffen, in die eingetretene Schäden eingestellt werden.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen. Über die Beseitigung der im Rahmen von Sonderprüfungen durch die Finanzaufsicht ermittelten Mängel beim IT-Dienstleister wurde zeitnah an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Die vereinbarte Meilensteinplanung wurde eingehalten.

Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem lT-Bereich abgestimmt.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare, die Inanspruchnahme juristischer Beratung im Fall von Rechtsstreitigkeiten.

Im Rahmen der ökonomischen Perspektive wird für die operationellen Risiken vierteljährlich ein Value-at-Risk (VaR) mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % berechnet.

Das zum 31. Dezember 2023 ermittelte gesamte operationelle Risiko beläuft sich auf 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,5 Mio. EUR), die Limitauslastung liegt bei 71,4 %.

Weitere Risiken

Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei den Beteiligungsrisiken, den Geschäfts- und Strategischen Risiken, dem Pensionsrisiko, dem Reputationsrisiko, dem Modellrisiko, dem Konzentrationsrisiko und dem Nachhaltigkeitsrisiko. Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir jährlich und anlassbezogen. Aktuell stufen wir alle sonstigen Risiken als unwesentlich ein.

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv-Passiv-Steuerung) hat die Bank 4 Zinsswaps in Höhe von 20,5 Mio. EUR abgeschlossen, welche in die verlustfreie Bewertung des Zinsbuches einbezogen werden.

Gesamtbild der Risikolage

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) und in den von uns simulierten Risiko- bzw. Plan- und Stressszenarien gegeben. Die internen Simulationen kommen darüber hinaus zum Ergebnis, dass die Liquidität sichergestellt und die Eigenmittelanforderungen erfüllt werden.

Zum 31. Dezember 2023 ist das Gesamtrisikolimit der Bank zu 71,7 % ausgelastet, der Anteil des Gesamtrisikos am gesamten Risikodeckungspotenzial beträgt 60,2 %.

Bestandsgefährdende Risiken sind aufgrund der Zugehörigkeit zur kreditgenossenschaftlichen Sicherungseinrichtung nicht erkennbar.

Nach dem derzeitigen Planungsstand ist die Risikotragfähigkeit angesichts der laufenden Ertragskraft und der Vermögens-/Substanzsituation des Instituts auch im Berichtszeitraum der Kapitalplanung gegeben. Die dargestellten Risiken werden die künftige Entwicklung unserer Bank nicht wesentlich beeinträchtigen.

Die vorgegebenen Anforderungen der CRR und des KWG wurden im Geschäftsjahr 2023 eingehalten.

Die internen Simulationen im Rahmen der Planung kommen zum Ergebnis, dass die Liquidität auch in Zukunft sichergestellt ist, die erhöhten Eigenmittelanforderungen erfüllt werden und die Risikotragfähigkeit gegeben ist.

Begrenzender Faktor für die zukünftige Entwicklung der Bank ist die mit Blick auf die Vergleichsgruppe noch unterdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung.

Auch das Geschäftsjahr 2024 bleibt ein herausforderndes Jahr. Positiv ist allenfalls, dass die Corona-Pandemie zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht nun endgültig abgehakt ist. Das sah vor einem Jahr mit Blick auf 2023 noch anders aus, als China weiter stoisch an seiner rigiden Null-Covid-Politik festhielt, die nun aber ebenfalls Geschichte ist.

Mit dem neuen Krieg in Nahost jedoch sind die bereits vielfältigen geopolitischen Unsicherheiten noch zahlreicher geworden. Diese reichen von einer weiteren Eskalation der Gewalt in Nahost, über ein mögliches Scheitern der Ampel-Koalition in Berlin, bis hin zum Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA Ende nächsten Jahres, mit ungewissen Folgen für die internationalen Wirtschaftsbeziehungen und den Fortgang der geopolitischen Krisen.

Dennoch kann von einer Erholung der Konjunktur ausgegangen werden. Vor allem der deutlich reduzierte Inflationsdruck ist ein gutes Zeichen. Inzwischen ist die Teuerungsrate auf 3,7 % zurückgefallen. Im Jahr 2024 rechnen wir nur noch mit einem langsamen Rückgang der Inflation. Es besteht die Aussicht, dass die Europäische Zentralbank ab der zweiten Jahreshälfte erste Zinssenkungen vornehmen wird. Das Zinsszenario konstanter Zinsen ist für uns auf Jahressicht das derzeit ungünstigste Szenario. Ein weiter steigendes Zinsniveau würde sich jedoch langfristig positiv auf das Zinsergebnis auswirken, während wieder fallende Zinsen unsere Ertragserwartungen dämpfen würden.

Risiken sehen wir in unserer aktuellen Bilanzstruktur im aktuellen Zinsumfeld. Auf der Aktivseite sind wir überwiegend fest investiert mit stillen Lasten und auf der Passivseite überwiegend variabel, wobei im Kundengeschäft die Nachfrage nach höherer Verzinsung zunimmt.

Wirtschaftlicher Wohnbau ist durch die rapide steigenden Bau- und Finanzierungskosten kaum noch möglich. Die aktuelle Wohnbaukrise könnte sich negativ auf unser geplantes Wachstum im Kreditgeschäft auswirken.

Risiken sehen wir des Weiteren im zunehmenden Wettbewerb klassischer Wettbewerber und neuer Medien, insbesondere in einer hohen Dynamik bei Produktentwicklungen und einer damit einhergehenden abnehmenden Kundenbindung.

Chancen sehen wir in unserem regionalen Standort Leipzig, welcher einen stetigen Bevölkerungszuwachs erfährt. Weitere in der intensiven Zusammenarbeit innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe, deren Leistungsangebot sich stetig weiterentwickelt. Mit dem Online-Portal "Baufinex" haben wir in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gesammelt, an diesen wollen wir festhalten und das Geschäft weiter ausbauen. Unseren Digitalisierungsprozess werden wir weiter vorantreiben. Mit der Nutzung von standardisierten Prozessen lassen sich Kosten- und Effizienzpotentiale konsequent heben.

Für die Prognose der künftigen Entwicklung greifen wir auf die beschriebenen Risikomanagementmethoden und -systeme zurück. Die barwertig ermittelten Risikowerte führen modellbedingt in der Regel nicht zu einem entsprechenden Niederschlag in der Erfolgsrechnung und Vermögenslage der Bank, da bei der Risikomessung u.a. außergewöhnliche Ereignisse mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten einfließen und ggf. zeitlich versetzt eintretende Auswirkungen auf den aktuellen Betrachtungszeitpunkt konzentriert werden. Zudem werden Risiken nach handelsrechtlichen Grundsätzen gegebenenfalls anders in der Rechnungslegung berücksichtigt. Insofern gehen wir für die Erfolgsrechnung von erheblich geringeren Risikobeiträgen im Kreditgeschäft und keinen bonitätsbedingten Korrekturen bei den Eigenanlagen aus. Das Marktpreisrisiko aufgrund von Veränderungen der Zinsstrukturkurve sollte bei den Eigenanlagen aufgrund der dauernden Halteabsicht ebenfalls zu erheblich geringeren Risikowerten führen. Die Auswirkungen auf das Zinsergebnis erwarten wir zeitlich gestaffelt.

D. Prognosebericht

Die im Folgenden ausgeführten Aussagen zur Unternehmensprognose basieren auf der Ende 2023 erstellten und vom Vorstand verabschiedeten Planung.

Die Planungsannahmen sind mit großen Unsicherheiten verbunden. Zum Planungszeitpunkt sind wir in Anlehnung an das Hauptszenario des BVR-Kompass 2024 von anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen sowie China und den USA ausgegangen. Die Lage an den Rohstoff- und Energiemärkten bleibt angespannt, wobei es keine Gasmangellage geben wird. Für Deutschland sehen wir in 2024 hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung eine moderate Erholungsphase des Brutto-Inland-Produktes von 1,25 %. Die Inflation kommt in Deutschland und Europa allmählich zurück, wobei der Zielkorridor der EZB von 2,25 % noch nicht erreicht wird. Der Druck auf das Zinsergebnis bleibt bestehen. Im Kreditgeschäft sehen wir ein moderates Wachstum, parallel steigende Ausfallraten vor allem bei Branchen mit Abhängigkeiten in Energie, Lieferketten oder hoher Preissensitivität.

Unsere Eckwertplanung basiert auf folgenden wesentlichen Annahmen:

Der Zinsüberschuss wird unter der Prämisse eines konstanten Zinsniveaus und eines konstanten Geschäftsvolumens stark rückläufig sein.

Wir haben eine Verschiebung der Geschäftsstruktur aus den unverzinslichen täglich fälligen Kundeneinlagen hin zu den verzinslichen befristeten Kundeneinlagen geplant. Dies ist erforderlich, um die Wachstumsziele im Einlagengeschäft zu erreichen.

Um die Zinserträge zu stabilisieren und auszubauen, kommt dem kontinuierlichen und qualitativen Ausbau unseres Kundenkreditgeschäftes weiterhin eine besondere Bedeutung zu.

Wir planen unser Kundenkreditvolumen auf 56,0 % der Bilanzsumme im Jahr 2024 auszubauen. Gegenüber dem aktuellen Jahr bedeutet dies eine Steigerung von 43 Mio. EUR.

Den in 2023 erzielten Provisionsüberschuss werden wir auch im Geschäftsjahr 2024 wieder erreichen können. Hier erwarten wir eine konstante Entwicklung.

Beim Personalaufwand haben wir bei gleichbleibender Mitarbeiterkapazität eine relativ leichte Steigerung geplant. Dies ist auf eine leichte Anpassung der Gehaltsstufen zurückzuführen.

Die Verwaltungsaufwendungen werden sich unter Berücksichtigung eines inflationsbedingten Kostenanstieges relativ leicht erhöhen. Um die Grundrentabilität der Bank zu sichern, werden auch in Zukunft die Verwaltungsaufwendungen ein wichtiges Handlungsfeld sein.

Die Cost-Income-Ratio erwarten wir mit 60,8 % deutlich höher als im Vorjahr aber immer noch unter unserem Zielwert von 65,0 %. Den Fokus eines konsequenten Kosten- und Effizienzmanagements sowie eines strategiekonformen Wachstums der Erträge im operativen Geschäft werden wir beibehalten.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung wird mit 0,99 % dBS deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen, entspricht aber unserem Zielwert.

Unter Berücksichtigung einer statistisch zu erwartenden Risikovorsorge liegt das Betriebsergebnis nach Bewertung bei prognostizierten 0,94 % der dBS.

Das Bewertungsergebnis für bankeigene Wertpapiere prognostizieren wir unter Annahme eines konstanten Zinsniveaus per Planungsstichtag und unter Annahme konstanter Bewertungsmethoden. Wir erwarten zudem, dass in 2024 keine signifikanten Bonitätsverschlechterungen im Wertpapierportfolio und auf den Kapitalmärkten keine einschneidenden Veränderungen eintreten.

Die vorgenannten Werte entsprechen unseren in der Planung formulierten Erwartungen. Die bisherige Geschäftsentwicklung in 2024 lässt uns aufgrund eines bislang gegenüber dem Vorjahr fast gleichbleibenden Zinsüberschusses teilweise günstigere Ertragskennzahlen prognostizieren. So sollte das Betriebsergebnis vor Bewertung lediglich auf einen Wert um 1,23 % sinken und die Cost-Income-Ratio um 55 % liegen.

Aus der Kapitalplanung für die Jahre 2024 - 2026 ergeben sich für das geplante Wachstum im Kreditgeschäft unter der Prämisse von Rücklagenzuführungen und der Einwerbung von Geschäftsguthaben und der Anrechnung von Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB als Kreditanpassung derzeit keine Erkenntnisse für zusätzlichen Kapitalbedarf.

In unseren Planungsannahmen haben wir die zum 01.01.2025 gültigen neuen europäischen Anforderungen nach CRR III bereits berücksichtigt.

Die für 2024 geplante Gesamtkapitalquote soll mit 17,6 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 leicht steigen. Wesentliche Änderungen in der Liquiditätssituation erwarten wir nicht und gehen von einer Schwankung der LCR-Quote zwischen 140,0 % und 180,0 % aus.

 

Leipzig, 15. Mai 2024

Leipziger Volksbank eG

Der Vorstand:

Auerswald

Kothe

Woda

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Leipziger Volksbank eG, Leipzig

Genossenschaftsregisternummer 201 beim Amtsgericht Leipzig

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 11.171.213,55 12.403
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 0,00 3
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (3)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 11.171.213,55 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 117.531.972,45 77.035
b) andere Forderungen 24.545.539,79 142.077.512,24 35.340
4. Forderungen an Kunden 726.831.563,21 677.321
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 269.640.243,04 (165.558)
Kommunalkredite 9.819.699,39 (15.435)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 70.108.002,28 53.816
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 67.152.239,98 (53.816)
bb) von anderen Emittenten 410.702.600,54 480.810.602,82 462.952
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 215.034.117,90 (239.491)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 480.810.602,82 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 60.186.689,41 62.361
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 7.625.168,73 7.625
darunter:
an Kreditinstituten 4.425.142,31 (4.425)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 3.586.050,00 11.211.218,73 3.581
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 3.500.000,00 (3.500)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 11.439.507,29 14.491
darunter: Treuhandkredite 11.439.507,29 (14.491)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 26.541,00 42
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 26.541,00 0
12. Sachanlagen 6.517.950,88 6.934
13. Sonstige Vermögensgegenstände 830.346,66 734
14. Rechnungsabgrenzungsposten 171.911,45 210
Summe der Aktiva 1.451.275.057,24 1.414.848

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 20.541,12 0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 74.412.612,95 74.433.154,07 105.747
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 196.434.069,63 229.282
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 0,00 196.434.069,63 0
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 927.325.547,83 939.532
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 109.918.401,09 1.037.243.948,92 1.233.678.018,55 1.930
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 11.439.507,29 14.491
darunter: Treuhandkredite 11.439.507,29 (14.491)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.255.730,75 927
6. Rechnungsabgrenzungsposten 1.075.520,31 1.106
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 977.310,00 1.004
b) Steuerrückstellungen 2.992,04 186
c) andere Rückstellungen 3.603.089,35 4.583.391,39 3.379
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 82.000.000,00 75.965
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 18.682.500,00 17.776
b) Kapitalrücklage 937.990,52 938
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 17.905.000,00 17.815
cb) andere Ergebnisrücklagen 4.565.000,00 22.470.000,00 4.475
d) Bilanzgewinn 719.244,36 42.809.734,88 295
Summe der Passiva 1.451.275.057,24 1.414.848
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 2.279.312,72 1.553
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 2.279.312,72 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 54.570.164,76 54.570.164,76 79.722
darunter: Lieferverpflichtungen aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 21.968.314,41 14.935
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 6.635.277,53 28.603.591,94 5.012
darunter: in a) und b) angefallene negative Zinsen 0,00 (127)
2. Zinsaufwendungen 3.726.413,02 24.877.178,92 -583
darunter: erhaltene negative Zinsen 598,39 (1.320)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 1.661.144,72 1.787
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 315.949,68 363
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 1.977.094,40 0
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 13.771.186,53 13.059
6. Provisionsaufwendungen 2.117.026,91 11.654.159,62 2.303
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 255.208,80 573
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 9.067.190,12 8.151
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.098.992,50 11.166.182,62 1.875
darunter: für Altersversorgung 418.904,94 (365)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 8.432.773,46 19.598.956,08 8.170
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 717.388,00 772
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 122.029,54 90
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 5.744.367,80 8.760
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 -5.744.367,80 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 1.490.487,47 4.413
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 -1.490.487,47 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 11.090.412,85 1.779
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.071.605,26 1.348
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 85.015,73 4.156.620,99 58
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 6.035.000,00 0
25. Jahresüberschuss 898.791,86 373
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 452,50 1
899.244,36 374
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
899.244,36 374
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 90.000,00 39
b) in andere Ergebnisrücklagen 90.000,00 180.000,00 39
29. Bilanzgewinn 719.244,36 295

3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Leipziger Volksbank eG, Leipzig

A. Allgemeine Angaben

Die Leipziger Volksbank eG mit Sitz in Leipzig ist beim Amtsgericht Leipzig unter der Genossenschaftsregisternummer 201 eingetragen.

Der Jahresabschluss der Leipziger Volksbank eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute wurden mit dem Nennwert angesetzt. Forderungen an Kunden wurden mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten und zwischen dem niedrigeren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt worden ist. Diese Unterschiedsbeträge werden grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen abgedeckt.

Für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft werden Pauschwertberichtigungen bzw. -rückstellungen gemäß IDW RS BFA 7 gebildet. Dies gilt für alle nicht akut ausfallgefährdeten Forderungen an Kunden sowie die nach §§ 26, 27 RechKredV unter der Bilanz auszuweisenden Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen (einschließlich widerruflicher und unwiderruflicher Kreditzusagen). Die ermittelten Teilbeträge für die Pauschalwertberichtigung des bilanziellen Geschäftes wurden von dem Aktivposten Forderungen an Kunden abgesetzt. Die Teilbeträge für das außerbilanzielle Geschäft wurden unter den anderen Rückstellungen passiviert und entsprechend von den Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften sowie den unwiderruflichen Kreditzusagen abgesetzt. Die Berechnung der Pauschalwertberichtigung erfolgt auf Grundlage des im Rahmen des internen Risikomanagements ermittelten erwarteten Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien (Bewertungsvereinfachungsverfahren). Der erwartete Verlust wird unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt ermittelt.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Wertpapiere

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere der Liquiditätsreserve, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM-Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen.

Bei wie Anlagevermögen behandelten Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren wenden wir das gemilderte Niederstwertprinzip an und schreiben die Anschaffungskosten über pari linear über die Restlaufzeit bis zum niedrigeren Einlösungskurs ab.

Da die Wertpapiere im Girosammeldepot verwahrt werden, werden die Anschaffungskosten bei gleicher Wertpapiergattung nach der Durchschnittsmethode ermittelt.

Bei aus der Auflösung des Spezialfonds UIN-Fonds Nr. 633 erhaltenen Wertpapieren wurden die Anschaffungskosten nach Tauschgrundsätzen zum Zeitwert der hingegebenen Investmentanteile, höchstens jedoch zum Zeitwert der übernommenen Wertpapiere, angesetzt.

Derivative Finanzinstrumente

Die zur Reduzierung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos aller zinstragenden Positionen des Bankbuches eingesetzten Zinsderivate (Zinsswaps) sind von einer imparitätischen Bewertung ausgenommen.

Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken oder Chancen aufweisen, werden als einheitlicher Vermögensgegenstand bzw. einheitliche Verbindlichkeit nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet.

Strukturierte Finanzinstrumente, die nach dem strengen Niederstwertprinzip auf Basis einer Notierung auf einem aktiven Markt bewertet werden, werden als einheitlicher Vermögensgegenstand bilanziert, auch wenn sie durch das eingebettete Derivat wesentlich erhöhte oder zusätzliche (andersartige) Risiken oder Chancen aufweisen, weil die besonderen Risiken des strukturierten Finanzinstrumentes durch eine objektivierte Bewertung zutreffend dargestellt werden. Dies betrifft strukturierte Finanzinstrumente, bei denen das eingebettete Derivat ein Adressenausfallrisiko (Credit Default Swap - CDS) enthält.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs einschließlich der zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv- / Passivsteuerung) gegebenenfalls abgeschlossenen Zinsderivate werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird.

Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften wurden entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten bewertet.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Sofern dauerhafte Wertminderungen vorliegen, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 250 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Sie wurden in voller Höhe abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut über EUR 250, aber nicht über EUR 800 lagen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die Unterschiedsbeträge zwischen dem Erfüllungsbetrag einer Forderung und dem höheren Ausgabebetrag wurden in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Die Unterschiedsbeträge wurden planmäßig auf die Laufzeit der Forderung verteilt.

Aktive latente Steuern

Zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen bestehen zeitliche oder quasi-permanente Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen.

Die sich daraus ergebenden Steuerbelastungen (passive latente Steuern) und Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) werden verrechnet.

Ein Überhang an aktiven latenten Steuern wird bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.).

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag.

Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Disagiobeträge enthalten, die bei Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden. Die Unterschiedsbeträge werden planmäßig auf die Laufzeit der Forderungen verteilt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst.

Den Pensionsrückstellungen und den Rückstellungen für Altersteilzeit liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) zugrunde.

Laufende Rentenverpflichtungen und Altersversorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern sind mit dem Barwert bilanziert. Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,82 % (Vorjahr 1,78 %) wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren festgelegt. Dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV). Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 6 (Vorjahr TEUR 27). Für die Pensionsrückstellungen wurde eine Rentendynamik, analog dem Vorjahr, in Höhe von 2,00 % zugrunde gelegt. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz in Höhe von 0,00 % (Vorjahr 0,00 %) abgezinst.

Den Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen liegen Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" mit einem Rechnungszinsfuß von 5,5 % zugrunde. Diese Rückstellungen wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde nach teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Herstellungskosten zu Beginn des Zugänge (a) Zuschreibungen (b) Umbuchungen (a) Abgänge (b) Anschaffungs- / Herstellungskosten am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 183.851 0 (a) 0 (a) 183.851
0 (b) 0 (b)
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
d) geleistete Anzahlungen 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 10.350.031 0 (a) 0 (a) 10.350.031
0 (b) 0 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.069.212 326.894 (a) 0 (a) 7.804.078
0 (b) 592.028 (b)
Summe a 18.603.094 326.894 (a) 0 (a) 18.337.960
0 (b) 592.028 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
EUR
Zugängen (a) Zuschreibungen (b)
EUR
Umbuchungen (a) Abgängen (b)
EUR
Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Buchwerte Bilanzstichtag
EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 141.558 15.752 (a) 0 (a) 0 (a) 157.310 26.541
0 (b) 0 (b) 0 (b)
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete Anzahlungen 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 4.883.324 224.578 (a) 0 (a) 0 (a) 5.107.902 5.242.129
0 (b) 0 (b) 0 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.602.164 477.058 (a) 0 (a) 0 (a) 6.528.256 1.275.822
0 (b) 0 (b) 550.966 (b)
Summe a 11.627.046 717.388 (a) 0 (a) 0 (a) 11.793.468 6.544.492
0 (b) 0 (b) 550.966 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
EUR
Veränderungen (saldiert)
EUR
Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR
Wertpapiere des Anlagevermögens 475.010.982 -37.440.368 437.570.614
Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 11.206.219 5.000 11.211.219
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0
Summe b 486.217.201 -37.435.368 448.781.833
Summe a und b 504.820.295 455.326.325

D. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 140.887.230 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Von den Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank dient ein Volumen von EUR 1.100.000 der Besicherung von Derivatepositionen.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 8.129.562 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 29.832.131 fällig.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) in Höhe von nominal EUR 32.400.000 wurden der Deutschen Bundesbank in Höhe von EUR 20.482.116 (P 1) als Sicherheit verpfändet.

Aufgliederung der in den Bilanzposten A 5 bis A 6 enthaltenen Wertpapiere

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig davon:
EUR börsennotiert
EUR
nicht börsennotiert
EUR
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 480.810.603 428.115.111 52.695.491 332.361.370
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 39.258.319 0 39.258.319 0

Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet.

Zu den Finanzanlagen gehörende Finanzinstrumente, die über ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, bestehen bei wie Anlagevermögen behandelten Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren i. H. v. EUR 332.361.369,52 (Buchwert). Der beizulegende Zeitwert beträgt EUR 300.622.915,80.

Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB sind für marktpreisbezogene Wertveränderungen unterblieben, da im Hinblick auf die Bonität der Emittenten Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen bei den betreffenden Wertpapieren nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten sind.

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen und Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0 0 140.887.230 111.320.053
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 0 0 178.815.668 195.930.255

Beteiligungen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2023 wie folgt:

Anteil am Gesellschafts- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz kapital
%
Jahr TEUR Jahr TEUR
a) DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main 0,03 2022 10.638.000 2022 380.000
b) Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, Schwäbisch Hall *) 0,00 2022 1.812.302 2022 0
c) R+V Versicherung AG, Wiesbaden *) 0,01 2022 2.397.253 2022 0
d) Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main 0,00 2022 1.693.990 2022 321.427
e) DZ 1. Beteiligungs GmbH & Co. KG, Neu Isenburg 0,27 2022 992.482 2022 24.518
f) Atruvia AG, Frankfurt am Main 0,14 2022 448.074 2022 7.592
g) TeamBank AG, Nürnberg *) 0,01 2022 539.699 2022 0

*) Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses - Ausweis nach Gewinnabführung

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um Forderungen an Kunden (A 4).

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 5.242.129 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 1.275.822 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2023
EUR
Provisionsforderungen - Union Investment Service Bank AG 585.223

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Soweit bei Kreditgewährungen der Nennbetrag der gewährten Kredite unter dem Auszahlungsbetrag lag, wurde der Unterschiedsbetrag in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (A 14) eingestellt. Der Unterschiedsbetrag belief sich am Bilanzstichtag auf EUR 155.391 (Vorjahr EUR 199.187).

Nachrangige Vermögensgegenstände

In dem folgenden Posten ist ein Vermögensgegenstand, für den eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten/Unterposten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
4 Forderungen an Kunden 1.008.421 1.100.469

In den Forderungen an Kunden, Posten 4, sind Beträge in Höhe von EUR 1.008.421 enthalten, die mit einer Nachrangklausel gem. § 4 Abs. 1 RechKredV behaftet sind. Bei diesen nachrangigen Forderungen handelt es sich in vollem Umfang um refinanzierte Programmkredite, bei denen die Bank durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau in Höhe von jeweils 100 % von der Haftung aus dem Refinanzierungsverhältnis freigestellt wurde.

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 0 5.000.000 1.000.000 18.500.000
Forderungen an Kunden (A 4) 19.371.339 54.492.269 206.560.877 438.223.688

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 1.708.336 23.235.798 12.535.821 36.683.363
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 75.619.479 21.534.409 12.502.915 50.000

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 52.616.874 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel für Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1).

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 659.598 (Vorjahr EUR 645.956) enthalten.

Passive latente Steuern

Passive latente Steuern bestehen nicht. Aktive latente Steuern bestehen überwiegend in den "Forderungen an Kunden, Wertpapieren und Rückstellungen". Der Überhang an aktiven latenten Steuern wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt. Für die Berechnung latenter Steuern wurde ein Steuersatz von 31,45% zugrunde gelegt.

Verbindlichkeiten gegenüber mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 0 0 52.616.874 54.999.024

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 18.060.240
b) der ausscheidenden Mitglieder 599.670
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 22.590

Die Kapital- und Ergebnisrücklagen (P 12b) und c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Kapitalrücklage
EUR
Gesetzliche Rücklage
EUR
andere Ergebnisrücklagen
EUR
Stand 01.01.2023 937.991 17.815.000 4.475.000
Einstellungen 0
- aus Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 90.000 90.000
Stand 31.12.2023 937.991 17.905.000 4.565.000

Der aus der Neuregelung zur Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 5.859.

Dem ausschüttungsgesperrten Betrag aus der Neubewertung von Altersversorgungsverpflichtungen (§ 253 Abs. 6 HGB) stehen frei verfügbare Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 5.503.815 gegenüber.

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute und latente Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind nicht erkennbar bzw. in Einzelfällen durch werthaltige Sicherheiten oder durch Risikovorsorge abgeschirmt. Des Weiteren wurden Pauschalrückstellungen gemäß IDW RS BFA 7 gebildet.

Die ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen überwiegend Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für Kunden bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden. Die unwiderruflichen Kreditzusagen sind breit gestreut.

Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt. Die unter Posten 1b) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Beträge zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 59.409.528
Posten außerhalb der Bilanz
Verbindlichkeiten aus Derivaten 1.100.000

Termingeschäfte und derivative Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivatgeschäfte des Nichthandelsbestands, die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt waren, zusammengefasst (§ 36 RechKredV bzw. § 285 Nr. 19 HGB). Neben der Gliederung nach Produktgruppen wird die Fälligkeitsstruktur auf Basis der Nominalbeträge dargestellt. Die beizulegenden Zeitwerte werden ohne rechnerisch angefallene Zinsen angegeben ("clean prices").

(Angaben in TEUR):

Nominalbetrag beizulegender Zeitwert
Restlaufzeit
<= 1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre Summe negativ positiv
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
- Zins-Swap (gleiche Währung) 0 0 20.500 20.500 956 0

Zinsswaps des Nichthandelsbestandes werden anhand der aktuellen Zinsstrukturkurve am Bilanzstichtag nach der Barwertmethode bewertet. Hierbei werden die Zahlungsströme (Cashflows) mit dem risiko- und laufzeitadäquaten Marktzins diskontiert.

Darüber hinaus wurden einheitlich zu bilanzierende strukturierte Finanzinstrumente erworben. Sie beinhalten neben einem Basisinstrument, noch

- eine Zinsobergrenzenvereinbarung (Cap)

- eine Zinsuntergrenzenvereinbarung (Floor)

- ein Kündigungsrecht des Schuldners oder

- einen Credit Default Swap.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Die für das Geschäftsjahr ermittelten Auf- und Abzinsungseffekte für Zinsrückstellungen aus Zinsprodukten wurden unter den Zinserträgen und den Zinsaufwendungen erfasst. Dadurch hat sich der Zinsüberschuss per Saldo um EUR 0 (Vorjahr EUR -966) vermindert.

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für die Verwaltung und Vermittlung, insbesondere für die Vermittlung von Bausparverträgen, Versicherungen, Wertpapieranlagen und Krediten nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein und machen 0,3 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 14.101 (Vorjahr EUR 25.081) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 293.070 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 73.160 enthalten.

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen EUR 108.994.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB aus datenschutzrechtlichen Gründen verzichtet.

Die früheren Mitglieder des Vorstands bzw. deren Hinterbliebenen erhielten EUR 95.620.

Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31. Dezember 2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 977.310.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 3.484 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 26.208.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Höhe von insgesamt EUR 2.879.064. Diese entfallen in voller Höhe auf Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (SE-BVR; Garantieverbund).

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH (BVR-ISG). Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Personalstatistik

Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 6 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 98 59
Gewerbliche Mitarbeiter 1 0
105 59

Außerdem wurden durchschnittlich 12 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile Haftsummen
EUR
Anfang 2023 26.523 574.079 17.222.370
Veränderung aus geänderter Haftsumme 2023 -17.222.370
Zugang 2023 310 50.059 0
Abgang 2023 1.084 22.130 0
Ende 2023 25.749 602.008 0
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 843.900
Die Haftsummen haben sich im Geschäftsjahr vermindert um EUR 17.222.370
Höhe des Geschäftsanteils EUR 30

Der Abgang bei der Haftsumme ist auf die Abschaffung der satzungsmäßigen Haftsumme zurückzuführen.

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Das vom Prüfungsverband für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich in folgende Honorare auf:

- Abschlussprüfungsleistungen EUR 232.255
- Andere Bestätigungsleistungen EUR 26.070
- Steuerberatungsleistungen EUR 19.939

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:

Genoverband e.V.

Wilhelm-Haas-Platz

63263 Neu-Isenburg

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf

Auerswald, Thomas, Vorstand Ressort Steuerung

Kothe, Christoph, Vorstand Ressort Markt Individual

Woda, Andreas, Vorstand Ressort Kommunikation und Infrastruktur

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf

Balthasar, Jürgen, - Vorsitzender - , angestellter Geschäftsführer bei der TGL - Treuhandgesellschaft für Leitungsrechte mbH

Gerhardt, Frank, - stellvertretender Vorsitzender - , Selbstständiger, Inhaber der Firma Treppenbau und Bautischlerei Gerhardt

Kruschina, Sven, - stellvertretender Vorsitzender - , selbstständiger Rechtsanwalt

Fleischer, Gottfried, Ruhestand

Goldacker, Wolfgang, Ruhestand

Herrys, Marlies, Ruhestand

Koza, Annett, angestellte Geschäftsführerin BBK GmbH

Dr. Mentzel, Jörg, angestellter Geschäftsführer Institut für Ingenieur- und Tiefbau GmbH

Munske, Iris, angestellte Teamleiterin IKK classic

Schöne, Ingo, angestellter Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig

Schubert, Falk, selbstständiger Steuerberater

Simon, Henrik, Oberbürgermeister der Stadt Torgau

Wilde, Martina, Ruhestand

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 898.791,86 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 452,50 sowie nach den im Jahresabschluss mit EUR 180.000,00 ausgewiesenen Einstellungen in die Rücklagen (Bilanzgewinn von EUR 719.244,36) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 4,00 % 718.419,90
Vortrag auf neue Rechnung 824,46
719.244,36

 

Leipzig, 15. Mai 2024

Leipziger Volksbank eG

Der Vorstand

Auerswald

Kothe

Woda

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Leipziger Volksbank eG, Leipzig

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Leipziger Volksbank eG, Leipzig (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1. Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden

2. Bewertung der Wertpapiere des Anlagevermögens

Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Genossenschaft ist wesentlich im Kundenkreditgeschäft tätig. Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 726,8 Mio. EUR. Dies entspricht einem Anteil von 50,1 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 2,3 Mio. EUR sowie unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 54,6 Mio. EUR - jeweils nach Verrechnung mit gebildeten Risikovorsorgen.

Die Identifizierung von Wertminderungen und die Ermittlung der Einzelrisikovorsorge unterliegen wesentlichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass ein Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Risikovorsorge in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie der Bewertung der Kreditsicherheiten nicht angemessen ist. Daher ist die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen für den Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt nach unserer Einschätzung einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

b) Prüferisches Vorgehen

Wir haben zunächst beurteilt, ob die für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Systeme bzw. Prozesse der Genossenschaft derart ausgestaltet sind, dass akute Risiken mit hinreichender Sicherheit rechtzeitig erkannt werden und gegebenenfalls eine Risikovorsorge in ausreichendem Umfang gebildet wird.

Wir haben hierzu die Funktionsfähigkeit der Regelungen bzw. Prozesse insbesondere in den Bereichen Risikofrüherkennung und Risikovorsorge geprüft. Hierbei stellten wir auf die eingerichteten relevanten Kontrollen der Genossenschaft ab.

Im Rahmen von analytischen Prüfungshandlungen haben wir den Datenbestand der Genossenschaft im Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. Hierauf aufbauend unterzogen wir ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung. Wir haben risikobasiert neben den Ratingeinstufungen insbesondere die Gesamtzusage und die Höhe der ungesicherten Kreditteile berücksichtigt. In diesem Zusammenhang haben wir auch die Angemessenheit der Bewertung der vorhandenen Kreditsicherheiten nebst der Berechnung und Verbuchung der gegebenenfalls erforderlichen Einzelrisikovorsorge bzw. Forderungsabschreibungen nachvollzogen. Dabei haben wir auch gewürdigt, inwieweit Auswirkungen der Inflations- und Zinsentwicklung sowie das Immobilienmarktgeschehen bewertungsrelevant waren.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Angaben der Genossenschaft zur Bilanzierung und Bewertung von Forderungen im Kreditgeschäft sind im Abschnitt B. des Anhangs des Jahresabschlusses sowie im Abschnitt C. des Lageberichts der Genossenschaft enthalten.

Bewertung der Wertpapiere des Anlagevermögens

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Genossenschaft hält zum Bilanzstichtag Wertpapiere mit einem Volumen von 541,0 Mio. EUR. Dies entspricht 37,3 % der Bilanzsumme. Von den dem Anlagevermögen zugeordneten Wertpapieren werden Bestände in einem Umfang von 377,4 Mio. EUR nach dem für das Anlagevermögen zulässigen gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Durch die Bewertung wie Anlagevermögen wurden außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich nicht dauernden Wertminderungen in Höhe von 31,7 Mio. EUR vermieden.

Bei der Bewertung der Eigenanlagen können sich im Falle einer Verschlechterung der Bonität der Emittenten und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Höhe der Kurse bedeutsame Auswirkungen auf die Ertragslage der Genossenschaft ergeben.

Der Beurteilung einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung bei Wertpapieren des Anlagevermögens liegen in einem erhöhten Ausmaß Einschätzungen und Annahmen sowie Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Ein nicht angemessenes Vorgehen kann einen entscheidenden Einfluss auf den Jahresabschluss und insbesondere die Vermögens- und Ertragslage haben.

Dies stellt aus unserer Sicht einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

b) Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfung analysierten wir die Bestände an Wertpapieren, deren Bewertungen mit erhöhter Ermessensentscheidung behaftet sind. Wir verschafften uns ein Verständnis darüber, wie die gesetzlichen Vertreter die für Schätzwerte relevanten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Annahmen und Datenquellen identifiziert haben. Anhand ausgewählter Einzelfälle vollzogen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Ermessensentscheidungen und genutzten Bewertungswahlrechte risikoorientiert im Hinblick auf erhöhte Bewertungsunsicherheiten nach.

Bei Verzicht auf Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei Wertpapieren des Anlagevermögens haben wir beurteilt, ob die Begründung, warum die Wertminderung nicht von Dauer ist, angemessen ist.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Zur Bewertung der Eigenanlagen verweisen wir auf den Abschnitt B. des Anhangs des Jahresabschlusses sowie auf Abschnitt C. des Lageberichts der Genossenschaft.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen die übrigen Teile des Jahresberichts 2023 - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen - mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft erbracht:

- Prüfung des Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäfts gemäß § 89 WpHG

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Frank Ritter.

 

Leipzig, 3. Juni 2024

Genoverband e.V.

Robert Lippmann, Wirtschaftsprüfer

Frank Ritter, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Vertreterversammlung vom 17.06.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 898.791,86 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 452,50 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Bericht des Aufsichtsrates

Leipziger Volksbank eG, Leipzig

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und die Ausschüsse des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Im Jahr 2023 hat der Aufsichtsrat fünf Sitzungen abgehalten. Schwerpunktmäßig wurde der Aufsichtsrat in diesen Sitzungen zu den aktuellen betriebswirtschaftlichen Entwicklungen, der Risikolage der Bank, der Entwicklung an den Finanzmärkten, den Auswirkungen des Überfalls Russlands auf die Ukraine und der damit verbundenen Erhöhung der Inflation und den starken Zinsanstiegen am Geld- und Kapitalmarkt sowie zu den Ergebnissen der Compliancekontrollen informiert. Der Aufsichtsrat hat die genannten Themen mit dem Vorstand erörtert, den Vorstand beraten und dessen Geschäftsführung überwacht.

Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte drei Ausschüsse eingerichtet.

Der Prüfungsausschuss tagte im Berichtsjahr dreimal. Neben der Prüfung der Vollständigkeit der Berichterstattung an den Aufsichtsrat zur Beurteilung der Vermögens-, Finanz-, Ertrags- und Risikolage der Bank fanden auch Prüfungshandlungen zum Jahresabschluss 2022 statt. Des Weiteren prüfte er, ob die Konditionengestaltung dem Geschäftsmodell und der Risikostruktur der Bank entspricht. Weiterhin befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems der Bank, der Funktionsfähigkeit der Internen Revision und der Ordnungsmäßigkeit der Berichterstattung der Compliance-Funktionen.

Der Kreditausschuss trat im Jahr 2023 zu insgesamt zehn Sitzungen zusammen. Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr einmal und befasste sich mit Vorstandsangelegenheiten. Aus den Sitzungen der Ausschüsse ist dem Gesamtaufsichtsrat berichtet worden.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Genoverband e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Durch Ablauf der Wahlzeit scheidet in diesem Jahr Herr Goldacker, Frau Koza, Herr Dr. Mentzel, Frau Munske und Herr Simon aus dem Aufsichtsrat aus. Herr Goldacker und Herr Dr. Mentzel sind wegen Erreichens der Altersgrenze nicht wieder wählbar. Die Wiederwahl von Frau Koza, Frau Munske und Herrn Simon ist zulässig.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.

 

Leipzig, im Mai 2024

Der Aufsichtsrat

Jürgen Balthasar, Vorsitzender

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023

("Länderspezifische Berichterstattung")

Leipziger Volksbank eG, Leipzig

Die Leipziger Volksbank eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Leipziger Volksbank eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Leipziger Volksbank eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 38.764.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 148,8.

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 11.090.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 4.072 und betreffen laufende Steuern.

Die Leipziger Volksbank eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

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