Glomex GmbH
58mTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Geräten der Unterhaltungselektronik
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Alexander Lutz Pesch seit 24.7.2018 | Geschäftsführer |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ProSiebenSat.1 Media SEUnterföhringKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHTAN UNSERE AKTIONÄRE VERGÜTUNGSBERICHTVERGÜTUNGSBERICHT 1Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, im Rahmen der letztjährigen ordentlichen Hauptversammlung am 12. Mai 2017 stand als Tagesordnungspunkt die "Beschlussfassung über die Billigung des Systems zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands" zur Abstimmung. Als einziger von acht der Hauptversammlung zur Abstimmung gestellten Tagesordnungspunkten hat das Vorstandsvergütungssystem eine mehrheitliche Zustimmung der Aktionäre nicht erreicht. Der Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE hat dieses Ergebnis zum Anlass genommen, die vorgebrachten Kritikpunkte aus dem Kreise der Aktionäre eingehend zu analysieren. Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass der Fokus der an das Unternehmen herangetragenen Gründe für die Ablehnung auf die generelle Vergütungsstruktur, einzelne Vergütungskomponenten sowie eine mangelnde Transparenz bei der Darstellung des Vergütungssystems abgezielt hat. Der Aufsichtsrat hat die Kritikpunkte angenommen und den Vergütungsbericht umfassend überarbeitet, um am Kapitalmarkt eine deutlich höhere Verständlichkeit für das bestehende Vergütungssystem zu erreichen. Darüber hinaus hat das Unternehmen seit der vergangenen Hauptversammlung verstärkt den Dialog mit seinen Aktionären gesucht, um ein besseres Verständnis über die Bedürfnisse der Berichtsleser zu erhalten und den Vergütungsbericht entsprechend zu optimieren. Zusätzlich zur erfolgten Verbesserung der Transparenz durch Überarbeitung des Vergütungsberichts hat sich der Aufsichtsrat dazu entschlossen, das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands zeitnah anzupassen, um der Kritik der Aktionäre an den Strukturelementen des aktuellen Vergütungssystems gerecht zu werden. Im Zuge dessen wurden in Zusammenarbeit mit einem externen unabhängigen Vergütungsberater bereits Eckpunkte eines neuen Vergütungssystems erarbeitet. Das neue Vergütungssystem soll im besseren Einklang mit den Interessen unserer Aktionäre ausgestaltet sein und gleichzeitig auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung abzielen. Das Vergütungssystem soll in erster Linie vereinfacht werden, während die erfolgsabhängige Vergütung weiterhin an überwiegend langfristigen Parametern bemessen wird. Auf freie Ermessensentscheidungen durch den Aufsichtsrat soll in Zukunft bei den einzelnen Vergütungskomponenten vollständig verzichtet werden. Die langfristige variable Vergütung wird im neuen Vergütungssystem ausschließlich aus einem Plantypen bestehen. Hierbei wird der Mid Term Incentive Plan vollständig abgeschafft und der Group Share Plan durch einen neuen Performance Share Plan mit marktüblicher Ausgestaltung ersetzt. Unterschiedliche strategierelevante Erfolgsziele in der kurzfristigen und langfristigen variablen Vergütung stellen sicher, dass die Leistung des Vorstands vollständig im Vergütungssystem widergespiegelt wird und relevante Anreize für eine erfolgreiche Unternehmensführung gesetzt werden. Um die Interessen von Aktionären und dem Vorstand weiter anzugleichen, ist ein relativer Vergleich mit relevanten Vergleichsunternehmen als zusätzliches Erfolgsziel in der langfristigen variablen Vergütung vorgesehen. Zur Stärkung der Aktienkultur werden darüber hinaus Aktienhalteverpflichtungen für den Vorstand eingeführt. Jedes Vorstandsmitglied wird dazu verpflichtet, Auszahlungen aus der variablen Vergütung, bis zum Erreichen eines festgelegten Zielbetrags, anteilig in Aktien der ProSiebenSat.1 Media SE zu investieren und diese mindestens bis zum Ablauf der Bestellung als Vorstandsmitglied zu halten. Zusammengefasst beinhaltet die Überarbeitung des Vorstandsvergütungssystems die folgenden Punkte:
Wir beabsichtigen, das überarbeitete Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands Ihnen im Rahmen der Hauptversammlung am 16. Mai 2018 zur Abstimmung zu stellen und Sie um Ihre Zustimmung zu diesem Tagesordnungspunkt zu bitten.
Mit freundlichen Grüßen DR. WERNER BRANDT, VORSITZENDER DES AUFSICHTSRATS
1 Dieser Abschnitt ist Bestandteil des
geprüften, zusammengefassten Lageberichts.
Der Vergütungsbericht beschreibt die Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE für das Geschäftsjahr 2017. Er erläutert die Struktur und Höhe der Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des geprüften zusammengefassten Lageberichts und entspricht den anwendbaren gesetzlichen Vorschriften. Ferner berücksichtigt er die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017. VERGÜTUNG DES VORSTANDSZuständigkeit und Verfahren für die Festlegung der VorstandsvergütungDie Vorstandsmitglieder der ProSiebenSat.1 Media SE stehen zusätzlich zu ihrer Organfunktion in vertraglicher Beziehung zur Gesellschaft. Für den Abschluss der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands ist der Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE zuständig. Die Vorstandsdienstverträge haben eine maximale Laufzeit von fünf Jahren und regeln auch die Vergütung. Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung werden auf Vorschlag des Personalausschusses ("Compensation Committee") vom Aufsichtsratsplenum festgelegt und regelmäßig überprüft. Hierbei beachtet der Aufsichtsrat, dass die persönliche Leistung sowie der Tätigkeits- und Verantwortungsbereich der einzelnen Vorstandsmitglieder einerseits und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft andererseits in einem angemessenen Verhältnis zueinanderstehen. XXX / FESTLEGUNG DER VORSTANDSVERGÜTUNG
Darüber hinaus wird die Vergütungsstruktur innerhalb der ProSiebenSat.1 Media SE berücksichtigt, wobei der Aufsichtsrat vor allem das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt betrachtet sowie die Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung in vergleichbaren Unternehmen berücksichtigt. Als vergleichbare Unternehmen betrachtet der Aufsichtsrat gegenwärtig Unternehmen im DAX, MDAX und im STOXX Europe 600 Media, einem Sub-Index des STOXX Europe 600 Index, zu dem Unternehmen der europäischen Medienindustrie zählen, sowie direkte Wettbewerber. Zu den vergleichbaren Unternehmen zählen somit zum Beispiel Axel Springer, ITV und die Mediengruppe RTL Deutschland. Soweit der Aufsichtsrat dies für erforderlich bzw. zweckdienlich erachtet, zieht er bei der Festlegung und Überprüfung der Vorstandsvergütung Sachverständige hinzu. So hat der Aufsichtsrat bisher die Vorstandsvergütung auch in regelmäßigen Abständen insbesondere im Hinblick auf Marktüblichkeit durch unabhängige externe Berater überprüfen lassen. Eine solche Überprüfung erfolgte zuletzt im Dezember 2015 durch eine international tätige und unabhängige Vergütungsberatungsgesellschaft. Grundsätze des VergütungssystemsDas Vergütungssystem der ProSiebenSat.1 Media SE weist klare und transparente Strukturen auf und steht im Einklang mit unserer Konzernstrategie. Um uns kontinuierlich verbessern zu können, überprüfen wir unser Vergütungssystem regelmäßig. Aus diesem Grund sind wir insbesondere im letzten Jahr auch verstärkt in den Dialog mit relevanten Kapitalmarktteilnehmern eingetreten. Ziel des Vergütungssystems für den Vorstand ist es, einen Anreiz für eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensentwicklung zu schaffen. Daher ist das System auf eine transparente, leistungsbezogene und stark am Unternehmenserfolg orientierte Vergütung ausgerichtet, das insbesondere von langfristigen und anspruchsvollen individuellen Zielgrößen sowie der Entwicklung der ProSiebenSat.1-Aktie abhängt. Die Mitglieder des Vorstands sollen durch das Vergütungssystem motiviert werden, die in der Geschäftsstrategie der ProSiebenSat.1 Media SE verankerten Ziele zu erreichen und unverhältnismäßige Risiken zu vermeiden. Struktur und Bestandteile der VorstandsvergütungDie Vorstandsvergütung setzt sich aus einer Festvergütung und mehreren variablen Vergütungskomponenten zusammen, die in einem ausgewogenen und angemessenen Verhältnis - jeweils innerhalb einer gewissen Bandbreite - zueinanderstehen. XXX / STRUKTUR UND VERGÜTUNGSKOMPONENTEN DES VERGÜTUNGSSYSTEMS
Zudem erhalten die Vorstandsmitglieder Versorgungszusagen sowie erfolgsunabhängige Nebenleistungen. FESTVERGÜTUNGSämtliche Vorstandsmitglieder erhielten jeweils ein fixes Basisgehalt. Es orientiert sich am Tätigkeits- und Verantwortungsbereich des jeweiligen Vorstandsmitglieds und wurde monatlich ausgezahlt. VARIABLE VERGÜTUNGSKOMPONENTENDie variable Vergütung besteht aus einer einjährigen (Performance Bonus) sowie aus zwei mehrjährigen Vergütungskomponenten (Group Share Plan und Mid Term Incentive Plan). Die variablen Vergütungskomponenten verfolgen jeweils unterschiedliche wirtschaftliche Zielrichtungen und setzen entsprechend unterschiedliche Anreizwirkungen. XXX / ZUORDNUNG DER ZIELE ZU DEN EINZELNEN VARIABLEN VERGÜTUNGSKOMPONENTENPERFORMANCE BONUSEBITDA des Konzerns Netto-Finanzverschuldung des Konzerns Individuelle Zielparameter (Auswahl):
Anpassung für individuelle Leistungen bis zu +/- 20 % GROUP SHARE PLANEBITDA des Konzerns Konzernjahresüberschuss Aktienkurs Individuelle Anpassung für außerordentliche Leistungen bis zu +/- 25 % MID TERM INCENTIVE PLANAdjusted EBITDA des Konzerns Umsatz des Konzerns Einjährige variable VergütungZusätzlich zu dem fixen Basisgehalt erhielten die Vorstandsmitglieder eine erfolgsabhängige, variable Jahresvergütung, den sogenannten Performance Bonus. Die Ausgestaltung des Performance Bonus ist grundsätzlich einheitlich in den jeweiligen Vorstandsdienstverträgen geregelt: Grundlage für die Bestimmung der Höhe des Performance Bonus bildet der sogenannte Zielbonus. Hierbei handelt es sich um den Betrag, der dem jeweiligen Vorstandsmitglied zustehen würde, wenn er jedes seiner jährlich festgelegten Jahresziele zu 100 Prozent erreicht. Für das Geschäftsjahr 2017 beträgt der jeweilige Zielbonus bei 100 Prozent Zielerreichung für Thomas Ebeling 1.000.000 Euro, Dr. Jan Kemper 379.167 Euro (zeitanteilig für die Monate Juni bis Dezember 2017), Conrad Albert 400.000 Euro, Sabine Eckhardt 375.000 Euro Jan David Frouman 325.000 Euro und Christof Wahl 325.000 Euro. Dr. Gunnar Wiedenfels hat im Zusammenhang mit seinem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Vorstand zum 31. März 2017 einen zeitanteiligen, erfolgsunabhängigen Performance Bonus für das Jahr 2017 in Höhe von 81.250 Euro erhalten. Dr. Ralf Schremper ist zum 31. Juli 2017 aus dem Vorstand ausgeschieden; sein Anspruch auf den Performance Bonus für das Geschäftsjahr 2017 ist mit der Abfindung vollständig abgegolten. Werden die jährlich festgelegten Jahresziele übertroffen, kann der Performance Bonus über dem Zielbonus liegen; er kann jedoch maximal 200 Prozent des Zielbonus (Cap) betragen. Werden die Jahresziele nicht vollständig erreicht, kann der Performance Bonus auch entsprechend unter dem Zielbonus liegen oder vollständig entfallen. Sowohl die Festlegung der zugrundeliegenden Zielparameter als auch die Höhe der Jahresziele werden aus der Unternehmensplanung für das jeweilige Geschäftsjahr abgeleitet. Dadurch lässt sich der Performance Bonus auf die jeweilige Lage des Unternehmens bzw. die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds geeignet zuschneiden. Hintergrund der Festlegung des EBITDA als ein wesentlicher Zielparameter bei der Vergütung ist, dass es sich als operative Ergebnisgröße vor Investitions- und Finanzierungsentscheidungen um die wichtigste Unternehmenskennzahl und eine zentrale Steuerungsgröße der Unternehmensplanung handelt. Zudem ist das EBITDA eine geeignete Bezugsgröße für die Ermittlung eines Unternehmenswertes, dem sogenannten Enterprise Value (EV). Der Enterprise Value bildet die Ermittlungsgrundlage insbesondere für internationale Bewertungsvergleiche und ist daher die Hauptkennzahl sowohl für die Bewertung von ProSiebenSat.1 als auch europäischer Vergleichsunternehmen im Broadcasting-Bereich. Bei der Netto-Finanzverschuldung handelt es sich um eine zentrale Steuerungsgröße, welche regelmäßig an den Kapitalmarkt kommuniziert wird. Durch diese Steuerungsgröße wird eine nachhaltige Finanzierungsstruktur unseres Konzerns sichergestellt. Für das Jahr 2017 wurden in den Zielvereinbarungen für die Vorstandsmitglieder Jahresziele definiert, deren Erreichung sich auf Basis der Zielparameter EBITDA und Netto-Finanzverschuldung des Konzerns sowie auf Basis weiterer, individueller Zielparameter entsprechend der Geschäftsverteilung im Vorstand ergibt. Für das Geschäftsjahr 2017 beträgt die Gewichtung des Zielparameters EBITDA des Konzerns bei Thomas Ebeling und Dr. Jan Kemper 40 Prozent und bei den restlichen Vorstandsmitgliedern 20 Prozent; die Gewichtung des Zielparameters Netto-Finanzverschuldung des Konzerns beträgt bei allen Vorstandsmitgliedern 10 Prozent; die Gewichtung der individuellen Zielparameter beträgt bei Thomas Ebeling und Dr. Jan Kemper 50 Prozent und bei den restlichen Vorstandsmitgliedern 70 Prozent. Die persönliche Zielvereinbarung für Vorstände mit Segmentverantwortung stellt in Bezug auf vereinbarte Segmentziele im Wesentlichen auf die Zielparameter Umsatz und EBITDA der jeweiligen Segmente ab. Soweit sich Zielparameter auf Finanzkennzahlen der ProSiebenSat.1 Group beziehen, erfolgt die Ermittlung der Zielerreichung auf der Basis des geprüften und gebilligten Konzernabschlusses der Gesellschaft für das betreffende Geschäftsjahr. Im Falle von außerplanmäßigen wesentlichen unterjährigen Entwicklungen, insbesondere im Falle von Akquisitionen, Veräußerungen, Änderungen der IFRS Rechnungslegungsstandards und sonstigen vergleichbaren nicht wiederkehrenden Maßnahmen, können für Zwecke der Ermittlung der Zielerreichung die tatsächlich erreichten Werte für die betreffenden Finanzkennzahlen um Effekte aus solchen Entwicklungen bereinigt werden, soweit die betreffende Maßnahme nicht bzw. nicht in entsprechendem Umfang bereits bei der Vorgabe der jeweiligen Jahresziele berücksichtigt wurde. Der Aufsichtsrat kann nach pflichtgemäßem Ermessen die Zielerreichung um bis zu 20 Prozent nach unten oder oben anpassen. Die dadurch angepasste Zielerreichung kann jedoch den Cap in Höhe von 200 Prozent nicht übersteigen. Die Anpassungsmöglichkeit kann genutzt werden, individuelle Leistungen von Vorstandsmitgliedern positiv wie negativ zu berücksichtigen. Bei der Auswahl der Kriterien, die für eine Entscheidung über eine mögliche Anpassung herangezogen werden können, berücksichtigt der Aufsichtsrat u.a. die Relevanz der Leistung für eine nachhaltige Unternehmensführung, den Beitrag zur Diversifikation und Transformation und/oder die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Für die Zielparameter des Performance Bonus für das Geschäftsjahr 2017 resultierten folgende Jahresziele und Zielerreichung: XXX / ZIELPARAMETER in Mio Euro
Der Aufsichtsrat hat für das Geschäftsjahr 2017 zur Ermittlung der Zielerreichung in den Zielparametern EBITDA des Konzerns und Netto-Finanzverschuldung des Konzerns im Wesentlichen positive Sondereffekte (Veräußerungsgewinne) aus dem Verkauf der eTRAVELI Holding AB bereinigt. Weiterhin hat der Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2017 im Rahmen der wertenden Gesamtschau bei fünf Vorstandsmitgliedern eine individuelle Anpassung der Zielerreichung von +5 bis +20 Prozent vorgenommen. Damit wurde der nicht quantifizierbare Beitrag der einzelnen Vorstandsmitglieder im Vorstandsteam zur Erreichung der Ziele für 2017 berücksichtigt. Nach wertender Gesamtschau der individuellen Leistung der jeweiligen Vorstandsmitglieder ergaben sich im Geschäftsjahr 2017 für die Mitglieder des Vorstands damit Gesamt-Zielerreichungsgrade des Performance Bonus von 50 Prozent bis 99 Prozent. Mehrjährige variable Vergütung Group Share PlanMit dem im Jahr 2012 geschaffenen Group Share Plan erhalten die Vorstandsmitglieder zudem eine langfristige aktienbasierte Vergütungskomponente. An die Teilnehmer werden dabei sogenannte "Performance Share Units" ("PSUs") ausgegeben, die nach Ablauf einer vierjährigen Performance Periode, beginnend mit dem Beginn des Jahres der Zuteilung, nach Wahl der Gesellschaft zum Bezug von Aktien der Gesellschaft oder einer entsprechenden Barauszahlung in Höhe des Kurswerts der Aktien berechtigen. Die Gesellschaft bzw. der Aufsichtsrat haben im März 2016 entschieden, bis auf weiteres von diesem Recht auf Barabwicklung Gebrauch zu machen und die PSUs nach Ablauf der vierjährigen Performance Periode daher jeweils in bar auszuzahlen (siehe hierzu Konzernanhang Ziffer 31 "Anteilsbasierte Vergütung"). Eine Barabwicklung ist zum einen weniger aufwendig und damit weniger kostenintensiv, was letztlich im Interesse der Gesellschaft und damit auch der Aktionäre liegt. Darüber hinaus wären im Falle einer Bedienung von Aktien die Teilnehmer gezwungen, einen Teil der Aktien zur Deckung der bei Abwicklung anfallenden Lohnsteuer unmittelbar anschließend wieder zu veräußern. Jährlicher Umrechnungsfaktor und PSU-Umrechnungsfaktor: Der Umrechnungsfaktor, mit dem die PSUs nach Ablauf der vierjährigen Performance Periode in ProSiebenSat.1-Aktien bzw. einen entsprechenden Gegenwert in bar umgerechnet werden ("PSU-Umrechnungsfaktor"), hängt von der Erreichung im Voraus festgelegter Jahresziele während der gesamten vierjährigen Performance Periode ab. Diese Jahresziele beziehen sich jeweils auf die Entwicklung der EBITDA-Erfolgsziele und der Erreichung bestimmter Mindestwerte beim Konzernjahresüberschuss und EBITDA des Konzerns für jedes Jahr der jeweiligen vierjährigen Performance Periode, die jährlich aus der jeweils aktuellen Unternehmensplanung abgeleitet werden und die kontinuierliche Erfüllung der Jahresplanung über einen längeren Zeitraum messen. Die Erfolgsziele und Mindestwerte entsprechen dabei grundsätzlich einer jeweiligen Zielerreichung von 100 Prozent gemäß der jeweiligen Unternehmensplanung. Auf Grundlage der jeweiligen Zielerreichung in jedem Jahr einer vierjährigen Performance Periode wird zunächst ein jährlicher Umrechnungsfaktor bestimmt ("Jährlicher Umrechnungsfaktor"). Der PSU-Umrechnungsfaktor ergibt sich dann aus dem durchschnittlichen Jährlichen Umrechnungsfaktor aller vier Jahre einer Performance Periode. Damit wird gleichzeitig auch die Unternehmensentwicklung über den Gesamtzeitraum der vierjährigen Performance Periode einbezogen. Der Jährliche Umrechnungsfaktor und damit auch der PSU-Umrechnungsfaktor liegen dabei gemäß Planbedingungen - vorbehaltlich etwaiger Anpassungen wie nachstehend erläutert - je nach Grad der Zielerreichung der Jahresziele zwischen 0 Prozent und 150 Prozent ("Erfolgsbezogener Cap"). Darüber hinaus erfolgt eine Anpassung des PSU-Umrechnungsfaktors durch die zusätzliche Verknüpfung mit der Kursentwicklung über die vierjährige Performance Periode. Sofern der Aktienkurs bei Festlegung des PSU-Umrechnungsfaktors den Aktienkurs bei Zuteilung der PSUs der vierjährigen Performance Periode um mehr als 200 Prozent übersteigt, wird der PSU-Umrechnungsfaktor so verringert, dass eine über der Schwelle von 200 Prozent liegende Kurssteigerung zu keiner weiteren Werterhöhung der entsprechenden PSUs mehr führt ("Kursbezogener Cap"). XXX / VIERJÄHRIGE PERFORMANCE PERIODE DES GROUP SHARE PLAN
Anpassungsmechanismen: Sowohl für den Jährlichen Umrechnungsfaktor wie auch den PSU-Umrechnungsfaktor und die Anzahl der PSUs bestehen im Wesentlichen folgende Anpassungsmechanismen:
Zeitpunkt der Anpassungen: Die Anpassung des Jährlichen Umrechnungsfaktors erfolgt gemäß den Planbedingungen innerhalb eines Monats nach Veröffentlichung des geprüften und gebilligten Konzernabschlusses für das jeweilige Geschäftsjahr. Die Festlegung des finalen PSU-Umrechnungsfaktors erfolgt gemäß den Planbedingungen unter Berücksichtigung sonstiger Anpassungen des Jährlichen Umrechnungsfaktors und der Anzahl der PSUs zum Verwässerungsschutz für eine etwaige Superdividende nicht später als einen Monat nach Veröffentlichung des geprüften und gebilligten Konzernabschlusses für das letzte Geschäftsjahr einer jeden Performance Periode. Unverfallbarkeit: Nach Ende eines jeden Jahres der vierjährigen Performance Periode wird ein Viertel der gewährten PSUs unverfallbar; Voraussetzung hierfür ist, dass in dem betreffenden Jahr ein Konzernjahresüberschuss erzielt wird und das EBITDA der ProSiebenSat.1 Group bestimmte Mindestgrenzen nicht unterschreitet. Das nachfolgende Schaubild stellt die zeitliche Streckung der Unverfallbarkeit während der vierjährigen Performance Periode dar: XXX / UNVERFALLBARKEIT WÄHREND DER VIERJÄHRIGEN PERFORMANCE PERIODE
Zum Jahresende 2017 stehen noch die Group Share Pläne aus dem Jahr 2014 (mit der Performance Periode 2014 - 2017), dem Jahr 2015 (mit der Performance Periode 2015 - 2018), dem Jahr 2016 (mit der Performance Periode 2016 - 2019) und dem Jahr 2017 (mit der Performance Periode 2017 - 2020) aus. Die erforderlichen Mindestwerte beim Konzernjahresüberschuss und EBITDA des Konzerns wurden bisher für jedes Jahr der jeweiligen vierjährigen Performance Periode der ausstehenden Group Share Pläne erfüllt. Der jeweilige Jährliche Umrechnungsfaktor für das Geschäftsjahr 2014 beträgt 112 Prozent (Group Share Plan 2014), für das Geschäftsjahr 2015 105 Prozent (Group Share Pläne 2014 und 2015) sowie für das Geschäftsjahr 2016 ebenfalls 105 Prozent (Group Share Pläne 2014 - 2016). Der Jährliche Umrechnungsfaktor für das Geschäftsjahr 2017 beträgt 78 Prozent (Group Share Pläne 2014 - 2017). Damit beträgt der PSU-Umrechnungsfaktor (gerechnet als Durchschnitt der Jährlichen Umrechnungsfaktoren aller vier Jahre) für die abgeschlossene vierjährige Performance Periode des Group Share Plans 2014 nunmehr 100 Prozent. Die PSU-Umrechnungsfaktoren für die jeweils vierjährigen Performance Perioden der Group Share Pläne 2015 bis 2017 können demzufolge erst nach Abschluss der jeweiligen Geschäftsjahre ermittelt und berichtet werden. Im Vorjahr betrug der PSU-Umrechnungsfaktor des Group Share Plan 2013 für die abgeschlossene vierjährige Performance Periode 108 Prozent. Weitere Informationen zum Group Share Plan finden sich im Konzernanhang. Mid Term Incentive PlanMit dem 2015 neu eingeführten Mid Term Incentive Plan erhalten die Vorstandsmitglieder eine weitere mehrjährige variable Vergütungskomponente. Hierbei handelt es sich um ein bar auszahlbares mittelfristiges Vergütungsinstrument für Mitglieder des Vorstands sowie ausgewählte weitere Führungskräfte, das den Teilnehmern die Möglichkeit gewährt, an der zukünftigen Entwicklung des adjusted EBITDA der ProSiebenSat.1 Group teilzuhaben. Die Planlaufzeit des Mid Term Incentive Plan beträgt drei Jahre, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2016 und fördert die Erreichung der an den Kapitalmarkt kommunizierten Mittelfristziele für das Geschäftsjahr 2018. Darüber hinaus stellt er einen wesentlichen Anreiz für eine erfolgreiche Transformation der ProSiebenSat.1 Group vom TV-Haus hin zu einem Entertainment und Commerce Powerhouse dar, welche die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens sicherstellt. Der Auszahlungsbetrag hängt von dem im Geschäftsjahr 2018 erreichten adjusted EBITDA der ProSiebenSat.1 Group sowie der Erreichung bestimmter Mindestschwellen für Umsatz und adjusted EBITDA während der Planlaufzeit ab. Das tatsächlich erreichte adjusted EBITDA des jeweiligen Jahres und/oder der Konzernumsatz 2018 können um Auswirkungen außergewöhnlicher Entwicklungen oder besonderer Umstände wie z. B. wesentlicher M&A-Transaktionen, die noch nicht im adjusted EBITDA- sowie Umsatzziel berücksichtigt wurden, bereinigt und entsprechend angepasst werden. Der Auszahlungsbetrag kann zwischen 0 und maximal 250 Prozent des jeweiligen Zielwerts betragen. Die Erfüllung der Mindestschwellen und die Höhe einer möglichen Zielerreichung bzw. des jeweiligen Auszahlungsbetrags kann damit erst nach Abschluss des Geschäftsjahres 2018 ermittelt werden. Die Mitglieder des Vorstands sowie die weiteren Teilnehmer des Mid Term Incentive Plan erhalten jeweils eine einmalige Zuteilung für die gesamte Planlaufzeit. Im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens vor Ende der Planlaufzeit wird der Auszahlungsbetrag zeitanteilig gekürzt. Die einmalige Zuteilung unter dem Mid Term Incentive Plan an die im Geschäftsjahr 2015 aktiven Vorstandsmitglieder der Gesellschaft erfolgte im Februar bzw. April 2015, an die im Geschäftsjahr 2016 neu bestellten Vorstandsmitglieder im März bzw. Juni 2016 sowie die im Geschäftsjahr 2017 neu bestellten Vorstandsmitglieder im November bzw. Dezember 2016. In der Zuwendungstabelle nach DCGK ist der Mid Term Incentive Plan ab 2016 erfasst, da dessen Planlaufzeit im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) erst ab 2016 beginnt. Der Zielwert, das heißt der Wert, der bei einer Zielerreichung von 100 Prozent an den Vorstand gewährt wird, beträgt 1,5 Mio Euro bei Thomas Ebeling, 1,0 Mio Euro jeweils bei Dr. Gunnar Wiedenfels, Conrad Albert, Dr. Ralf Schremper, Jan David Frouman sowie Christof Wahl und 0,67 Mio Euro jeweils bei Dr. Jan Kemper und Sabine Eckhardt. Dr. Gunnar Wiedenfels ist zum 31. März 2017 und Dr. Ralf Schremper zum 31. Juli 2017 aus dem Vorstand ausgeschieden; Thomas Ebeling wird zum 22. Februar 2018 aus dem Vorstand ausscheiden. Hinsichtlich der Auswirkungen auf den Mid Term Incentive Plan verweisen wir auf den Abschnitt "Erläuterungen zur Vergütung ausgeschiedener bzw. ausscheidender Vorstandsmitglieder". RückforderungsansprücheDie Vorstandsverträge enthalten entsprechend der Marktüblichkeit in Deutschland keine Regelungen zu Rückforderungsansprüchen der Gesellschaft gegenüber den Vorständen für ausbezahlte variable Vergütungen, wie z. B. Claw-back-Regelungen, da die Auszahlung der variablen Vergütung erst dann erfolgt, wenn die Vergütung endgültig erdient ist. Sämtliche variablen Vergütungsbestandteile für Vorstandsmitglieder sind daher zukunftsbezogen und werden erst am Ende der Planlaufzeit ausgezahlt. Bis dahin reflektieren sie auch negative Wertveränderungsrisiken zu Lasten der variablen Vergütung. Einer darüberhinausgehenden Claw-back-Regelung bedarf es daher nicht und ist auch zukünftig nicht vorgesehen. Hiervon unberührt bleibt die geltende Rechtslage zu etwaigen Schadenersatzansprüchen der Gesellschaft gegen Vorstandsmitglieder im Falle schuldhafter Pflichtverletzungen (etwa nach § 93 Abs. 2 AktG). Für weitere Informationen zu den für den Fall solcher Schadenersatzansprüche abgeschlossenen D&O-Versicherungen wird auf die Ausführungen unter "D&O-Versicherung" verwiesen. VERSORGUNGSVERTRÄGEFür alle Mitglieder des Vorstands wurden Versorgungsverträge abgeschlossen: Die Gesellschaft zahlt für die Dauer des Dienstverhältnisses einen jährlichen Gesamtbeitrag auf ein von der Gesellschaft geführtes persönliches Versorgungskonto ein. Der von der Gesellschaft getragene Gesamtbeitrag entspricht 20 Prozent des jeweiligen fixen Jahresbruttogehalts. Jedes Vorstandsmitglied hat das Recht, im Rahmen der Entgeltumwandlung zusätzliche Beiträge in beliebiger Höhe auf das Versorgungskonto einzuzahlen. Nach Beendigung des Dienstverhältnisses erfolgen keine weiteren Einzahlungen. Die Gesellschaft garantiert das eingezahlte Kapital sowie eine jährliche Verzinsung in Höhe von 2 Prozent. Die eingezahlten Beträge werden am Geld- und Kapitalmarkt angelegt. Wenn das jeweilige Vorstandsmitglied das 60. bzw. - im Falle von Dr. Ralf Schremper, Dr. Gunnar Wiedenfels, Jan David Frouman, Christof Wahl, Dr. Jan Kemper und Sabine Eckhardt - das 62. Lebensjahr vollendet hat und mindestens für volle drei Jahre als Vorstand bestellt war, wird ein monatliches Ruhegehalt oder stattdessen ein einmaliges Ruhegeld gezahlt. Dieser Anspruch besteht auch im Falle einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit. Das monatliche Ruhegehalt ergibt sich aus einer zum Zeitpunkt der Anspruchsberechtigung versicherungsmathematisch errechneten lebenslangen Altersrente. Sofern kein monatliches Ruhegehalt gezahlt wird, wird ein Ruhegeld als Einmalzahlung (bzw. in bis zu zehn gleichen Jahresraten) in Höhe des Garantiekapitals ausgezahlt. ERFOLGSUNABHÄNGIGE NEBENLEISTUNGENZudem erhalten die Mitglieder des Vorstands sonstige erfolgsunabhängige Nebenleistungen (insbesondere Dienstwagenbereitstellung, Gruppenunfallversicherung sowie vereinzelt Fahrdienste, Heimflüge und Leistungen für doppelte Haushaltsführung). ZUSAGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER BEENDIGUNG DER VORSTANDSTÄTIGKEITVorzeitige Kündigung ohne wichtigen GrundFür den Fall der vorzeitigen Kündigung des Dienstverhältnisses durch die Gesellschaft ohne wichtigen Grund beinhalten die Vorstandsverträge eine Abfindungszusage in Höhe von zwei Jahres-Gesamtvergütungen i. S. v. Ziffer 4.2.3 des DCGK, maximal jedoch in Höhe der Vergütung, die bis zum Vertragslaufzeitende zu zahlen wäre. Vorzeitige Beendigung bei Change of ControlFür den Fall eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft enthalten die Vorstandsverträge sogenannte Change-of-Control-Klauseln. Ein Kontrollwechsel im Sinne der Vorstandsverträge ist gegeben, (i) wenn ein Kontrollerwerb im Sinne des Übernahmerechts vorliegt, d. h. ein Erwerber mindestens 30 Prozent der Stimmrechte der Gesellschaft erwirbt, (ii) bei Vollzug einer Verschmelzung der Gesellschaft mit der Gesellschaft als übertragendem Rechtsträger oder (iii) bei Inkrafttreten eines Beherrschungsvertrags mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen. Im Falle eines Kontrollwechsels hat das Vorstandsmitglied das Recht, den Vorstandsvertrag mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende zu kündigen und das Vorstandsamt niederzulegen, sofern es im Zusammenhang mit dem Kontrollwechsel zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Stellung des Vorstandsmitglieds kommt. Bei wirksamer Ausübung dieses Kündigungsrechts erhält das Vorstandsmitglied eine Barabfindung, die in voller Höhe auf eine etwaige Karenzentschädigung anzurechnen ist. Die Barabfindung entspricht drei Jahresvergütungen, höchstens jedoch der Vergütung für die Restlaufzeit des Dienstvertrages abgezinst auf den Beendigungszeitpunkt. Für Zwecke der Barabfindung ist als Jahresvergütung grundsätzlich die dem Vorstandsmitglied für das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr vertraglich zustehende Summe aus der festen Vergütung, dem Performance Bonus, den mehrjährigen Vergütungsbestandteilen und der Zuführung zur Altersversorgung anzusetzen. VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017 NACH DRS 17Für die im Geschäftsjahr 2017 amtierenden Vorstandsmitglieder wurde folgende Gesamtvergütung nach DRS 17 festgesetzt: XXX / VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017 NACH DRS 17 in Tsd Euro
1 Enthalten Leasingraten für
Dienstwagenbereitstellung und Versicherungsprämien
(exkl. D&O). In den Nebenleistungen bei Thomas Ebeling
und Dr. Gunnar Wiedenfels sind zusätzlich Leistungen
für Fahrdienste und bei Thomas Ebeling zudem für
Heimflüge enthalten. Bei Dr. Jan Kemper sind
zusätzlich Leistungen für eine doppelte
Haushaltsführung enthalten.
Erläuterungen zur Vergütung ausgeschiedener bzw. ausscheidender VorstandsmitgliederDr. Gunnar Wiedenfels ist zum 31. März 2017 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden, sein Anstellungsvertrag endete mit Wirkung zum 31. März 2017. Gemäß Aufhebungsvereinbarung erhielt Dr. Gunnar Wiedenfels keine Abfindung. Der Performance Bonus für das Jahr 2016 wurde auf Basis der tatsächlichen Zielerreichung gemäß den Regelungen des Dienstvertrags abgerechnet und ausgezahlt. Als Performance Bonus für das Jahr 2017 erhielt Dr. Gunnar Wiedenfels erfolgsunabhängig einen zeitanteiligen Betrag in Höhe von 3/12 des Zielbonus für den Performance Bonus (81.250 Euro); der Zielbonus entspricht einer angenommenen Zielerreichung für den Performance Bonus von 100 Prozent. Für das Jahr 2017 bestand kein Anspruch mehr auf Zuteilung von PSUs unter dem Group Share Plan. Die in den Jahren 2015 und 2016 an Herrn Dr. Wiedenfels im Rahmen seiner Tätigkeit als Vorstand zugeteilten PSUs unter dem Group Share Plan (GSP) waren bei Ausscheiden zu 50 Prozent (GSP 2015) bzw. zu 25 Prozent (GSP 2016) unverfallbar und wurden insoweit zum Zuteilungswert (bzw. einem etwaigen geringeren Kurswert nach Planbedingungen) in bar abgelöst. Die in den Jahren 2013 und 2014 für seine Tätigkeit vor Bestellung zum Vorstand zugeteilten PSUs waren bei Ausscheiden zu 100 Prozent (GSP 2013) bzw. zu 75 Prozent (GSP 2014) unverfallbar und werden insoweit nach Ablauf der jeweiligen vierjährigen Performance Periode planmäßig abgewickelt. Sämtliche PSUs, die bei Ausscheiden noch nicht unverfallbar waren, verfielen entschädigungslos. Zudem verfielen aufgrund der vorzeitigen Beendigung des Dienstvertrags vor Ablauf der Planlaufzeit alle Ansprüche von Dr. Gunnar Wiedenfels aus dem Mid Term Incentive Plan ersatzlos. Da die dreijährige Wartezeit für den Eintritt der vertraglichen Unverfallbarkeit bei der betrieblichen Altersversorgung nicht erreicht wurde, bestehen unter dem Versorgungsvertrag nur Ansprüche, die Dr. Gunnar Wiedenfels aus Anwartschaften aus Entgeltumwandlung erworben hat. Zudem ist in der Aufhebungsvereinbarung festgehalten worden, dass das nachvertragliche Wettbewerbsverbot und die zugehörige Regelung zur Karenzentschädigung ersatzlos aufgehoben wurden. Dr. Ralf Schremper ist zum 31. Juli 2017 aus dem Vorstand ausgeschieden. Sein Anstellungsvertrag, der noch eine Restlaufzeit bis 31. März 2018 gehabt hätte, endete ebenfalls mit Wirkung zum 31. Juli 2017. Gemäß Aufhebungsvereinbarung erhielt Dr. Ralf Schremper eine Abfindung in Höhe von 1,7 Mio Euro, die sich wie folgt zusammensetzt: Festvergütung in Höhe von 212.500 Euro für die Monate August bis Dezember 2017 und Performance Bonus in Höhe von 325.000 Euro für die Monate Januar bis Dezember 2017 (auf Basis einer angenommenen Zielerreichung von 100 Prozent) sowie 200.000 Euro als Ausgleich für die Nichtteilnahme am Group Share Plan für das Jahr 2017, die zum Beendigungstermin zahlbar waren. Zum Mid Term Incentive Plan wurde im Aufhebungsvertrag Folgendes geregelt: Dr. Ralf Schremper hat unter dem Mid Term Incentive Plan mit Planlaufzeit für die Jahre 2016 bis 2018 eine Zuteilung in Höhe von 1,0 Mio Euro erhalten. Dieser Betrag wurde aufgrund Vereinbarung im Aufhebungsvertrag zeitanteilig für die Jahre 2016 und 2017 in Höhe von 666.666,67 Euro zum Beendigungszeitpunkt ausgezahlt. Zum Group Share Plan ist im Rahmen der Aufhebungsvereinbarung geregelt worden, dass Dr. Ralf Schremper mit den bis zum Beendigungszeitpunkt zugeteilten PSUs weiterhin entsprechend den Planbedingungen am Group Share Plan teilnimmt, jedoch mit der Maßgabe, als wäre Unverfallbarkeit bei einem Ausscheiden erst zum 31. Dezember 2017 eingetreten. Danach sind die unter dem GSP 2015 zugeteilten PSUs bei Ausscheiden zu 75 Prozent und die unter dem GSP 2016 zugeteilten PSUs zu 50 Prozent unverfallbar geworden; hierfür wurde eine Rückstellung in Höhe von 262.954,45 Euro gebildet. Sämtliche PSUs, die bei Ausscheiden noch nicht unverfallbar waren, verfielen entschädigungslos. Für das Jahr 2017 bestand kein Anspruch mehr auf Zuteilung von PSUs unter dem Group Share Plan. Zudem erhielt Dr. Ralf Schremper noch Versorgungsbeiträge in Höhe von 42.500 Euro für August bis Dezember 2017, wobei für Zwecke der Bestimmungen des Versorgungsvertrags im Hinblick auf die Unverfallbarkeit Dr. Ralf Schremper so gestellt wird, als ob das Anstellungsverhältnis erst zum regulären Vertragsende 31. März 2018 geendet hätte. Weiterhin ist vereinbart worden, dass das nachvertragliche Wettbewerbsverbot und die zugehörige Regelung zur Karenzentschädigung ersatzlos entfallen. Thomas Ebeling wird zum 22. Februar 2018 aus dem Vorstand ausscheiden. Sein Anstellungsvertrag, der noch eine Restlaufzeit bis 30. Juni 2019 gehabt hätte, endet ebenfalls mit Wirkung zum 22. Februar 2018. Gemäß Aufhebungsvereinbarung wird die vertragliche Vergütung von Thomas Ebeling bis zum Beendigungszeitpunkt unverändert fortgezahlt. Seine Vergütungsansprüche für die verbleibende Restlaufzeit des Anstellungsvertrags werden gemäß Aufhebungsvereinbarung im Anschluss an den Beendigungszeitpunkt in voller Höhe von 7,1 Mio Euro als Abfindung ausgezahlt bzw. im Falle der vertraglichen Versorgungsbeiträge regulär für die Restlaufzeit fortgewährt. Im Einzelnen wurden hierzu in der Aufhebungsvereinbarung folgende Bestimmungen getroffen: Die Festvergütung wird regulär bis einschließlich Februar 2018 gewährt und für die verbleibende Restlaufzeit des Anstellungsvertrags (März 2018 bis Juni 2019) in Höhe von insgesamt 1.333.333,33 Euro als Abfindung ausgezahlt. Der Performance Bonus wird letztmals für das Jahr 2017 regulär abgewickelt. Für das volle Jahr 2018 und zeitanteilig für den Zeitraum bis einschließlich Juni 2019 wird der Performance Bonus stattdessen auf Basis einer angenommenen Zielerreichung von 100 Prozent als Abfindungsbetrag in Höhe von insgesamt 1,5 Mio Euro ausgezahlt. Ferner wird auch der Gesamtbetrag des geldwerten Vorteils aus der privaten Nutzungsmöglichkeit des Dienstwagens für den Zeitraum vom Beendigungszeitpunkt bis zum Ablauf des 30. Juni 2019 in Höhe von 20.384 Euro als Abfindung ausgezahlt. Die vertragliche Dotierung des Versorgungsvertrags wird für die Restlaufzeit des Vertrages unverändert fortgeführt; hiervon entfallen auf den Zeitraum von März 2018 bis einschließlich Juni 2019 Versorgungsbeiträge in Höhe von 266.666,67 Euro. Die mehrjährigen Vergütungskomponenten von Thomas Ebeling werden, soweit die Planlaufzeit zum Beendigungszeitpunkt noch nicht abgelaufen ist, gemäß Aufhebungsvereinbarung im Anschluss an den Beendigungszeitpunkt in bar abgelöst. Im Einzelnen wurde dazu Folgendes vereinbart: Die Beteiligung von Thomas Ebeling am Mid Term Incentive Plan mit Planlaufzeit für die Jahre 2016 bis 2018 wird zum Zuteilungswert in Höhe von 1,5 Mio Euro ausbezahlt. Unter dem Group Share Plan steht Thomas Ebeling gemäß Anstellungsvertrag eine jährliche Zuteilung von sogenannten Performance Share Units (PSUs) im Wert von 1,0 Mio Euro mit jeweils vierjähriger Performance Periode zu. Die im Jahr 2014 zugeteilten PSUs, deren vierjährige Performance Periode Ende 2017 abgelaufen ist, werden regulär abgewickelt. Die in den Jahren 2015 und 2016 zugeteilten PSUs werden zum Zuteilungswert abgelöst; anstelle der noch ausstehenden Zuteilungen für die Jahre 2017 und 2018 wird ebenfalls der Zuteilungswert ausgezahlt. Bei der Bewertung der PSUs wird im Hinblick auf die Regelungen zur Unverfallbarkeit (Vesting), die jeweils ein Vesting im Umfang von 25 Prozent zum Ende eines jeden Jahres der vierjährigen Performance Periode vorsehen, ein Fortbestehen des Anstellungsvertrags für die Restlaufzeit bis Juni 2019 unterstellt. Demgemäß wird eine Ablösung nur gezahlt, soweit bis dahin für die entsprechenden PSUs noch ein Vesting erreicht werden kann. Hieraus ergibt sich für die Zuteilungen bzw. Zuteilungsansprüche der Jahre 2015 bis 2018 ein Ablösungsbetrag in Höhe von insgesamt 2,5 Mio Euro. Mit den vorgesehenen Abfindungsbeträgen ist nach der Aufhebungsvereinbarung auch die Überleitungstätigkeit von Thomas Ebeling für einen Übergangszeitraum von drei Monaten nach dem Beendigungszeitpunkt abgegolten, in dem er der Gesellschaft in angemessenem Umfang weiterhin für Auskünfte und sonstige mit seiner bisherigen Diensttätigkeit zusammenhängenden Überleitungs- und Beratungsaufgaben zur Verfügung stehen wird. Ferner ist damit auch das für den Zeitraum bis einschließlich Juni 2019 vereinbarte nachvertragliche Wettbewerbsverbot von Thomas Ebeling mit abgegolten, so dass von der Gesellschaft hierfür keine gesonderte Karenzentschädigung zu zahlen ist. Zusätzliche Angaben zu aktienbasierten Vergütungsinstrumenten (Group Share Plan)Der Bestand der den aktiven Vorständen für ihre Tätigkeit als Mitglieder des Vorstands gewährten Performance Share Units (PSUs) hat sich im Geschäftsjahr 2017 wie folgt entwickelt: XXX / ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU AKTIENBASIERTEN VERGÜTUNGSINSTRUMENTEN
1 Die Vorstände Sabine Eckhardt, Dr. Gunnar
Wiedenfels und Dr. Ralf Schremper verfügen zudem
über PSUs aus ihrer Tätigkeit vor der
Zugehörigkeit zum Vorstand, die ihnen nicht als
Vergütung für ihre Funktion als Vorstand
gewährt worden sind und daher auch nicht in der
Übersicht aufgeführt werden.
Im Geschäftsjahr 2017 wurden 70.857 Performance Share Units aus dem Group Share Plan ausgeübt und 41.749 Performance Share Units sind verfallen. Bezüglich der für das Geschäftsjahr 2017 gewährten Performance Share Units verweisen wir auf den Konzernanhang unter Ziffer 31. Sonstige VergütungsbestandteileDie Gesellschaft hat den Mitgliedern des Vorstands weder Darlehen gewährt noch Bürgschaften oder Gewährleistungen übernommen. VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017 NACH DEM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX (DCGK)Der DCGK empfiehlt, einzelne Vergütungskomponenten für jedes Vorstandsmitglied nach bestimmten Kriterien individuell offenzulegen. Er empfiehlt weiter, für deren - teils vom DRS 17 abweichende - Darstellung die dem DCGK beigefügten Mustertabellen zu verwenden. GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN NACH DCGKIn der nachfolgenden Tabelle werden die für das Geschäftsjahr 2017 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie die für das Geschäftsjahr 2017 erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen dargestellt, die den aktiven Vorständen für ihre Tätigkeit als Vorstand gewährt wurden. Abweichend zur Darstellung der Gesamtvergütung nach DRS 17 ist die einjährige variable Vergütung den Anforderungen des DCGK entsprechend mit dem Zielwert, das heißt dem Wert, der bei einer Zielerreichung von 100 Prozent an das Vorstandsmitglied gewährt wird, anzugeben. Der Grad der jeweiligen Zielerreichung für ein Geschäftsjahr, d. h. der Umfang, in dem der bei 100 Prozent Zielerreichung zahlbare Betrag über - bzw. unterschritten wurde, ergibt sich aus dem Vergleich der für ein Geschäftsjahr gewährten variablen Vergütung mit den entsprechenden Angaben zu dem tatsächlich für das betreffende Geschäftsjahr zugeflossenen variablen Vergütung in der Zuflusstabelle nach DCGK. Des Weiteren ist der Versorgungsaufwand, das heißt der Dienstzeitaufwand nach IAS 19, in die Gesamtvergütung nach DCGK einzurechnen. XXX / GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN in Tsd Euro
1 Enthalten Leasingraten für
Dienstwagenbereitstellung und Versicherungsprämien
(exkl. D&O). In den Nebenleistungen bei Thomas Ebeling
sind zusätzlich Leistungen für Fahrdienste und
Heimflüge enthalten.
XXX / GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN in Tsd Euro
1 Enthalten Leasingraten für
Dienstwagenbereitstellung und Versicherungsprämien
(exkl. D&O). In den Nebenleistungen bei Dr. Jan Kemper
sind zusätzlich Leistungen für eine doppelte
Haushaltsführung enthalten.
XXX / GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN in Tsd Euro
1 Enthalten Leasingraten für
Dienstwagenbereitstellung und Versicherungsprämien
(exkl. D&O).
XXX / GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN in Tsd Euro
1 Enthalten Leasingraten für
Dienstwagenbereitstellung und Versicherungsprämien
(exkl. D&O).
XXX / GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN in Tsd Euro
1 Enthalten Leasingraten für
Dienstwagenbereitstellung und Versicherungsprämien
(exkl. D&O).
XXX / GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN in Tsd Euro
1 Im Rahmen der Aufhebungsvereinbarung aus dem
vorangegangenen Geschäftsführervertrag wurden
Christof Wahl im Geschäftsjahr 2016 100.000 Euro auf
seine Festvergütung angerechnet.
XXX / GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN in Tsd Euro
1 Dr. Gunnar Wiedenfels ist mit Wirkung zum
31.03.2017 aus dem Vorstand ausgeschieden, sein
Anstellungsvertrag endete mit Wirkung zum 31.03.2017. Die
ausgewiesene fixe sowie einjährige variable
Vergütung beziehen sich auf die Monate Januar bis
März 2017, der Versorgungsaufwand bezieht sich auf das
gesamte Geschäftsjahr 2017. Da die dreijährige
Wartezeit für den Eintritt der vertraglichen
Unverfallbarkeit bei der betrieblichen Altersversorgung
nicht erreicht wurde, bestehen unter dem Versorgungsvertrag
nur Ansprüche, die Dr. Gunnar Wiedenfels aus
Anwartschaften aus Entgeltumwandlung erworben hat. Zudem
verfallen aufgrund der vorzeitigen Beendigung des
Dienstvertrags vor Planlaufzeit alle Ansprüche aus den
Mid Term Incentive Plan ersatzlos.
XXX / GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN in Tsd Euro
1 Dr. Ralf Schremper ist mit Wirkung zum
31.07.2017 aus dem Vorstand ausgeschieden, sein
Anstellungsvertrag endete mit Wirkung zum 31.07.2017. Die
ausgewiesene fixe sowie einjährige variable
Vergütung beziehen sich auf die Monate Januar bis Juli
2017, der Versorgungsaufwand bezieht sich auf das gesamte
Geschäftsjahr 2017. Der Anspruch von Dr. Ralf
Schremper auf die einjährige variable Vergütung
(Performance Bonus) für das Geschäftsjahr 2017
ist mit der Abfindung vollständig abgegolten. Der Mid
Term Incentive Plan wurde anteilig für die Planjahre
2016 und 2017 durch Zahlung in Höhe von 2/3 des
Zielwerts, d. h. 0,67 Mio Euro, vorzeitig abgewickelt.
XXX / GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN in Tsd Euro
1 Enthalten Leasingraten für
Dienstwagenbereitstellung und Versicherungsprämien
(exkl. D&O).
Bezüglich der Aufhebungsvereinbarung von Dr. Gunnar Wiedenfels, Dr. Ralf Schremper und Thomas Ebeling verweisen wir auf den Abschnitt "Erläuterungen zur Vergütung ausgeschiedener bzw. ausscheidender Vorstandsmitglieder". ZUFLUSS GEMÄSS DCGKDa die den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr gewährte Vergütung teilweise nicht mit einer Zahlung in dem jeweiligen Geschäftsjahr einhergeht, wird - in Übereinstimmung mit der entsprechenden Empfehlung des DCGK - in einer gesonderten Tabelle dargestellt, in welcher Höhe ihnen für das Geschäftsjahr für ihre Tätigkeit als Vorstand Mittel zufließen. Entsprechend den Empfehlungen des DCGK sind die fixe Vergütung und die einjährige variable Vergütung als Zufluss für das jeweilige Geschäftsjahr anzugeben. Aktienbasierte Vergütungen gelten gemäß DCGK zu dem nach deutschem Steuerrecht maßgeblichen Zeitpunkt und Wert als zugeflossen. Den Empfehlungen des DCGK folgend, entspricht der Versorgungsaufwand im Sinne des Dienstzeitaufwands nach IAS 19 bei den Angaben zum Zufluss den zugeführten Beiträgen, obwohl er keinen tatsächlichen Zufluss im engeren Sinne darstellt. NACHVERTRAGLICHES WETTBEWERBSVERBOTFür alle Vorstandsmitglieder wurde ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot für die Dauer von einem Jahr nach Beendigung des Dienstvertrags vereinbart. Im Rahmen der Aufhebungsvereinbarung mit Dr. Gunnar Wiedenfels und Dr. Ralf Schremper wurde jeweils ihr nachvertragliches Wettbewerbsverbot und der zugehörige Anspruch auf Karenzentschädigung im Hinblick auf ihr vorzeitiges Ausscheiden aufgehoben. Im Rahmen der Aufhebungsvereinbarung mit Thomas Ebeling ist vereinbart worden, dass das nachvertragliche Wettbewerbsverbot statt für ein Jahr für den Zeitraum vom Beendigungszeitpunkt mit Ablauf des 22. Februar 2018 bis zum Ablauf des 30. Juni 2019 gilt und die Karenzentschädigung durch die Abfindung abgegolten ist. Sofern das nachvertragliche Wettbewerbsverbot zur Anwendung kommt, erhalten die Vorstandsmitglieder für die Dauer des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots eine monatliche Karenzentschädigung, die jeweils 1/12 von 75 Prozent der von ihnen zuletzt bezogenen Jahresvergütung beträgt. Für Zwecke der Karenzentschädigung ist als Jahresvergütung die Summe aus Festvergütung, Performance Bonus sowie gegebenenfalls zusätzlich gewährte mehrjährige Vergütungsbestandteile anzusetzen. Bei der Berechnung ist für den Performance Bonus eine Zielerreichung von 100 Prozent zu unterstellen und bei mehrjährigen Vergütungsbestandteilen der Wert bei Zuteilung, bzw., sofern keine jährliche Zuteilung erfolgt, der anteilig auf ein Jahr der Planlaufzeit entfallende Wert bei Zuteilung zugrunde zu legen. Ein durch eigene Arbeitskraft während der Dauer des Wettbewerbsverbots erworbenes Einkommen ist auf die Karenzentschädigung insoweit anzurechnen, als es - bezogen auf ein Jahr - 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresvergütung übersteigt. Die Gesellschaft kann vor Beendigung des Vertrages auf das Wettbewerbsverbot verzichten; in diesem Fall besteht der Anspruch auf Karenzentschädigung nur für den Zeitraum zwischen Beendigung des Vertrages und dem Ablauf von sechs Monaten nach Zugang der Verzichtserklärung. Im Übrigen gelten die §§ 74 ff. HGB entsprechend. Die folgende Tabelle zeigt die Nettobarwerte der für das nachvertragliche Wettbewerbsverbot zahlbaren Entschädigungen. Es handelt sich hierbei um die Barwerte der Beträge, die in dem angenommenen Fall gezahlt würden, falls Vorstandsmitglieder das Unternehmen zum regulären Ende ihrer jeweiligen aktuellen Vertragslaufzeit verlassen würden und die vertragsgemäßen Leistungen, die sie unmittelbar vor Beendigung des Dienstvertrages beziehen, gleich hoch sind wie die zuletzt bezogene Jahresvergütung. Es ist davon auszugehen, dass die tatsächlichen Entschädigungen für das nachvertragliche Wettbewerbsverbot von den hier dargestellten Beträgen abweichen werden. Dies hängt vom genauen Zeitpunkt der Beendigung des Dienstvertrages sowie von der Vergütungshöhe zu diesem Zeitpunkt ab. XXX / KARENZENTSCHÄDIGUNG in Tsd Euro
GESAMTBEZÜGE DER EHEMALIGEN MITGLIEDER DES VORSTANDSAn ehemalige Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2017 Gesamtbezüge in Höhe von 4,7 Mio Euro (Vorjahr: 6,0 Mio Euro) ausbezahlt. Darin enthalten sind die Auszahlung von 75.687 Performance Share Units aus dem Group Share Plan 2013 in Höhe von 2,6 Mio Euro (Vorjahr: 3,3 Mio Euro) und die Abfindung für Dr. Ralf Schremper in Höhe von 1,4 Mio Euro, die mit Beendigungszeitpunkt zum 31. Juli 2017 zahlbar war. Gemäß Aufhebungsvereinbarung wurde für die Teilnahme von Dr. Ralf Schremper am Group Share Plan eine Rückstellung in Höhe von 0,3 Mio Euro gebildet. Zudem hat Dr. Ralf Schremper noch Versorgungsbeiträge in Höhe von 42.500 Euro für das Jahr 2017 erhalten. Darüber hinaus wurden an ehemalige Mitglieder des Vorstands Versorgungsleistungen in Höhe von 0,4 Mio Euro (Vorjahr: 0,4 Mio Euro) gezahlt. Die Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder betrugen zum 31. Dezember 2017 nach IFRS 14,4 Mio Euro (Vorjahr: 14,4 Mio Euro). Die Pensionsrückstellungen für Dr. Gunnar Wiedenfels und Dr. Ralf Schremper sind in der Tabelle Gesamtvergütung des Vorstands nach DRS 17 enthalten. XXX / ZUFLUSS in Tsd Euro
1 Enthalten Leasingraten für
Dienstwagenbereitstellung und Versicherungsprämien
(exkl. D&O). In den Nebenleistungen bei Thomas Ebeling
und Dr. Gunnar Wiedenfels sind zusätzlich Leistungen
für Fahrdienste und bei Thomas Ebeling zudem für
Heimflüge enthalten. Bei Dr. Jan Kemper sind
zusätzlich Leistungen für eine doppelte
Haushaltsführung enthalten.
XXX / VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017 in Tsd Euro
PENSIONSRÜCKSTELLUNGENIm Geschäftsjahr 2017 sind den Pensionsrückstellungen für aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands nach IFRS insgesamt 1,5 Mio Euro (Vorjahr: 2,8 Mio Euro) zugeführt worden. Hiervon entfallen 0,7 Mio Euro auf den laufenden Dienstzeitaufwand (Vorjahr: 0,6 Mio Euro), 0,5 Mio Euro auf Zinsaufwendungen (Vorjahr: 0,6 Mio Euro) sowie 0,04 Mio Euro auf versicherungsmathematische Gewinne (Vorjahr: 1,3 Mio Euro versicherungsmathematische Verluste) und minus 0,4 Mio Euro (Vorjahr: minus 0,4 Mio Euro) auf Pensionszahlungen. Des Weiteren wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Entgeltumwandlungen in Höhe von 0,6 Mio Euro (Vorjahr: 0,6 Mio Euro) vorgenommen. Zum 31. Dezember 2017 beliefen sich die Pensionsrückstellungen für aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands in Summe auf 27,2 Mio Euro (Vorjahr: 25,7 Mio Euro). D&O-VERSICHERUNGDie Vorstandsmitglieder sind in eine Vermögensschaden-Haft-pflicht-Gruppenversicherung (D&O-Versicherung) einbezogen. Diese D&O-Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass Vorstandsmitglieder bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit für die Gesellschaft für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Die Versicherung enthält eine Selbstbehaltsregelung, wonach ein in Anspruch genommenes Vorstandsmitglied in jedem Versicherungsfall insgesamt 10 Prozent des Schadens und für alle Versicherungsfälle in einem Versicherungsjahr maximal 150 Prozent der jeweiligen festen jährlichen Vergütung selbst trägt. Maßgeblich für die Berechnung des Selbstbehalts ist die feste Vergütung in dem Kalenderjahr, in dem die Pflichtverletzung begangen wurde. VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATSStruktur und Bestandteile der AufsichtsratsvergütungDie Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste jährliche Vergütung. Für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats beträgt die feste Vergütung 250.000 Euro, für seinen Stellvertreter 150.000 Euro sowie für alle sonstigen Mitglieder des Aufsichtsrats 100.000 Euro. Der Vorsitzende eines Ausschusses des Aufsichtsrats erhält zusätzlich eine feste jährliche Vergütung von 30.000 Euro, für den Vorsitzenden des Audit and Finance Committee beträgt die zusätzliche feste Vergütung 50.000 Euro. Für die Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats ferner eine feste jährliche Vergütung in Höhe von 7.500 Euro. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für jede persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld in Höhe von 2.000 Euro. Für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats beträgt das Sitzungsgeld 3.000 Euro für jede persönliche Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung. Für mehrere Sitzungen, die an einem Tag stattfinden, wird das Sitzungsgeld nur einmal gezahlt. Eine erfolgsorientierte variable Vergütung wird nicht gewährt. Die derzeit amtierenden Mitglieder des Aufsichtsrats haben gegenüber dem Aufsichtsrat im Rahmen einer "Selbstverpflichtung" erklärt, dass sie für jeweils 20 Prozent der gewährten jährlichen festen Vergütung gemäß § 14 Abs. 1 und 2 der Satzung (vor Abzug von Steuern) jährlich Aktien der ProSiebenSat.1 Media SE kaufen und jeweils für die Dauer von vier Jahren, längstens aber während der Dauer ihrer Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE, halten werden; im Falle einer Wiederwahl gilt die Halteverpflichtung jeweils für die einzelnen Amtsperioden. Mit dieser Selbstverpflichtung zur Investition in ProSiebenSat.1-Aktien und zum Halten dieser Aktien wollen die Aufsichtsratsmitglieder ihr Interesse an einem langfristigen, nachhaltigen Unternehmenserfolg unterstreichen. Weiterführende Informationen zu den vom Aufsichtsrat gehaltenen Aktien der Gesellschaft befinden sich im Corporate Governance-Bericht auf Seite xx Zusätzlich zu dieser fixen Jahresvergütung bzw. den Sitzungsgeldern erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats einen Ersatz aller Auslagen sowie Ersatz der auf ihre Vergütung und Auslagen zu entrichtenden Umsatzsteuer. Eine D&O-Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass Organmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Ein Selbstbehalt für Aufsichtsratsmitglieder ist in der Versicherung nicht vereinbart. Vergütungen und Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Geschäftsjahr 2017 nicht gewährt. Mitglieder des Aufsichtsrats beziehen vom Unternehmen keine Kredite. AN UNSERE AKTIONÄRE ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABENÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN 1 (GEMÄSS §§ 289A ABS. 1, 315A ABS. 1 HGB)Die ProSiebenSat.1 Media SE ist als börsennotierte Gesellschaft, deren stimmberechtigte Aktien an einem organisierten Markt im Sinne des §2 Abs. 7 WpÜG notiert sind, verpflichtet, in den Lage- und Konzernlagebericht die in §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB näher bezeichneten Angaben aufzunehmen. Sie sollen einen Dritten, der an der Übernahme einer börsennotierten Gesellschaft interessiert ist, in die Lage versetzen, sich ein Bild von der Gesellschaft, ihrer Struktur und etwaigen Übernahmehindernissen zu machen. Der nachfolgende Abschnitt enthält neben diesen gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zugleich die hierauf bezogenen Erläuterungen gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG i.V.m. Art. 9 Abs. 1 lit. c) ii) SE-VO. ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALSZum 31. Dezember 2017 betrug das Grundkapital der ProSiebenSat.1 Media SE 233.000.000 Euro. Es ist eingeteilt in 233.000.000 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 Euro je Aktie. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie an der ProSiebenSat.1 Media SE gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn. BESCHRÄNKUNGEN, DIE DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFENDem Vorstand liegen keine Informationen über etwaige Beschränkungen der Stimmrechtsausübung oder hinsichtlich der Übertragbarkeit der Aktien vor, die über die gesetzlichen Bestimmungen des Kapitalmarktrechts und des Rundfunkstaatsvertrags hinausgehen. BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 PROZENT DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITENAuf Grundlage der der Gesellschaft bis zum 31. Dezember 2017 zugegangenen Stimmrechtsmitteilungen gemäß §§ 21, 22 WpHG (seit 3. Januar 2018 geregelt in den §§ 33, 34 WpHG) besteht ein Anteil an den Stimmrechten der Gesellschaft in Höhe von 15,87 Prozent durch The Capital Group Companies, Inc. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHENEs wurden keine Aktien mit Sonderrechten ausgegeben, die Kontrollbefugnisse verleihen. STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SINDEs besteht keine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der ProSiebenSat.1 Media SE beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben. ERNENNUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN; ÄNDERUNGEN DER SATZUNGDer Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE besteht gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 der Satzung der Gesellschaft aus mehreren Personen; die genaue Zahl wird gemäß § 7 Abs. 1 Satz 2 der Satzung durch den Aufsichtsrat bestimmt. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands erfolgt gemäß Art. 39 Abs. 2 SE-VO grundsätzlich durch den Aufsichtsrat als Aufsichtsorgan. Gemäß § 7 Abs. 2 Satz 1 der Satzung i.V.m. Art. 46 SE-VO werden Vorstandsmitglieder für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt; Wiederbestellungen, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Vorstandsmitglieder können vom Aufsichtsrat vorzeitig abberufen werden, wenn hierfür ein wichtiger Grund vorliegt. Für die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern ist die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen im Aufsichtsrat erforderlich; bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden des Aufsichtsrats (§ 12 Abs. 1 Satz 3 der Satzung der Gesellschaft). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat in dringenden Fällen das Gericht auf Antrag eines Beteiligten ein Mitglied zu bestellen (§ 85 Abs. 1 Satz 1 AktG i.V.m. Art. 9 Abs. 1 lit. c) ii) SE-VO). Über Änderungen der Satzung hat grundsätzlich die Hauptversammlung zu beschließen (Art. 59 Abs. 1 SE-VO). Ein satzungsändernder Beschluss der Hauptversammlung bedarf im Fall der ProSiebenSat.1 Media SE der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen, sofern mindestens die Hälfte des stimmberechtigten Grundkapitals bei der Beschlussfassung vertreten ist (Art. 59 Abs. 2 SE-VO, §51 Satz 1 SEAG), andernfalls einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen (Art. 59 Abs. 1 SE-VO), soweit nicht die Satzung oder das Gesetz zwingend eine größere Mehrheit vorschreibt. Dies ist zum Beispiel bei der Änderung des Gegenstands des Unternehmens (§ 179 Abs. 2 Satz 1 AktG i.V.m. Art. 59 Abs. 1 und 2 SE-VO, § 51 Satz 2 SEAG) sowie der Schaffung bedingten Kapitals (§ 193 Abs. 1 Satz 1 und 2 AktG i.V.m. Art. 57 SE-VO, § 51 Satz 2 SEAG) oder genehmigten Kapitals (§ 202 Abs. 2 Satz 2 und 3 AktG i.V.m. Art. 57 SE-VO, § 51 Satz 2 SEAG) der Fall, wofür jeweils eine Mehrheit von mindestens drei Vierteln der gültig abgegebenen Stimmen erforderlich ist. Der Aufsichtsrat ist berechtigt, Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen (§ 179 Abs. 1 Satz 2 AktG i.V.m. Art. 9 Abs. 1 lit. c) ii) SE-VO, § 13 der Satzung der Gesellschaft).
1 Dieser Abschnitt ist Bestandteil des
geprüften, zusammengefassten Lageberichts.
BEFUGNISSE DES VORSTANDS, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFENDer Vorstand wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2016 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der ProSiebenSat.1 Media SE bis zum 30. Juni 2021 (einschließlich) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 87.518.880 Euro durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016). Nach der im November 2016 durch teilweise Ausnutzung des Genehmigten Kapitals in Höhe von EUR 14.202.800 erfolgten Kapitalerhöhung besteht das Genehmigte Kapital 2016 derzeit noch in Höhe von 73.316.080 Euro. Der Vorstand ist weiterhin ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Bei der Ausgabe neuer Aktien steht den Aktionären grundsätzlich das gesetzliche Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 30. Juni 2016 zudem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. Juni 2021 (einschließlich) einmalig oder mehrmals auf den Inhaber und/oder auf den Namen lautende Wandel- und/ oder Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 1,5 Mrd Euro mit einer befristeten oder unbefristeten Laufzeit zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 21.879.720 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 21.879.720 Euro nach näherer Maßgabe der Wandel- bzw. Optionsanleihebedingungen zu gewähren und/oder für die Gesellschaft entsprechende Wandlungsrechte vorzusehen. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2016 wurde das Grundkapital um insgesamt bis zu 21.879.720 Euro durch Ausgabe von insgesamt bis zu 21.879.720 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen sowie an Inhaber von Optionsrechten aus Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund Ermächtigung gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2016 bis zum 29. Juni 2021 (einschließlich) von der Gesellschaft oder einem in- oder ausländischen Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mit der Mehrheit der Stimmen und des Kapitals beteiligt ist, ausgegeben werden. Durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Mai 2015 ist die ProSiebenSat.1 Media SE ermächtigt, bis zum 20. Mai 2020 (einschließlich) eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung - oder falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilen, einmal oder mehrmals, in Verfolgung jedes gesetzlich zulässigen Zwecks durch die Gesellschaft ausgeübt werden. Der Erwerb kann - auch unter Einsatz von Derivaten - über die Börse, mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots und/oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsofferten erfolgen. Erworbene eigene Aktien können wieder veräußert oder ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss eingezogen werden. Der Vorstand ist ermächtigt, bei der Wiederveräußerung eigener Aktien in bestimmten, im Beschluss der Hauptversammlung näher bezeichneten Fällen, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen. WESENTLICHE VEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS STEHENDie ProSiebenSat.1 Media SE hat die im Folgenden aufgeführten wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels etwa infolge eines Übernahmeangebots beinhalten: Es besteht eine syndizierte Kreditvereinbarung der ProSiebenSat.1 Media SE, die zum 31. Dezember 2017 ein endfälliges Darlehen in Höhe von 2,1 Mrd Euro sowie eine revolvierende Kreditfazilität mit einem Rahmenvolumen von 750 Mio Euro umfasst. Im Falle einer Änderung der Kontrolle über die ProSiebenSat.1 Media SE durch direkten oder indirekten Erwerb von mehr als 50 Prozent der Stimmrechte der ProSiebenSat.1 Media SE durch einen Dritten ("Change of Control") haben die Kreditgeber das Recht, ihre Beteiligung an dem Kredit zu kündigen und die Rückzahlung der auf sie entfallenden Kreditinanspruchnahmen innerhalb einer bestimmten Frist nach Eintritt des Kontrollwechsels zu verlangen. Ferner hat die ProSiebenSat.1 Media SE eine Anleihe in Höhe von 600 Mio Euro ausstehen. Im Falle einer Änderung der Kontrolle über die ProSiebenSat.1 Media SE durch direkten oder indirekten Erwerb von mehr als 50 Prozent der Stimmrechte der ProSiebenSat.1 Media SE durch einen Dritten ("Change of Control") und des Eintritts eines negativen Rating-Ereignisses nach einem solchen "Change of Control" haben die Anleihegläubiger das Recht, ihre Anleihen zu kündigen und Rückzahlung zu verlangen. Zusätzlich hat die ProSiebenSat.1 Media SE drei syndizierte Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 500 Mio Euro mit Laufzeitbändern von sieben Jahren (225 Mio Euro festverzinst und 50 Mio Euro variabel verzinst) und zehn Jahren (225 Mio Euro festverzinst) begeben. Im Falle einer Änderung der Kontrolle über die ProSiebenSat.1 Media SE durch direkten oder indirekten Erwerb von mehr als 50 Prozent der Stimmrechte der ProSiebenSat.1 Media SE durch einen Dritten ("Change of Control") haben die Darlehensgeber das Recht, ihre Darlehensbeteiligung zu kündigen und Rückzahlung zu verlangen. Darüber hinaus sehen einige Lizenzverträge für Filme, TV-Serien und andere für das Unternehmen wichtige Programme Regelungen vor, die den jeweiligen Anbieter von Programminhalten im Falle eines Kontrollwechsels dazu berechtigen, den entsprechenden Lizenzvertrag vorzeitig zu beenden. Ebenso räumen einzelne Formatlizenzverträge dem Vertragspartner im Falle eines Kontrollwechsels das Recht ein, den betreffenden Vertrag zu kündigen. Ferner räumen auch einzelne Verträge mit Kabelnetzbetreibern dem Vertragspartner im Falle eines Kontrollwechsels das Recht ein, die betreffenden Verträge zu kündigen. ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS MIT DEN MITGLIEDERN DES VORSTANDS ODER ARBEITNEHMERN GETROFFEN SINDDie Vorstandsdienstverträge sämtlicher Vorstandsmitglieder sehen jeweils Change-of-Control-Klauseln für den Fall eines Kontrollerwerbs an der Gesellschaft im Sinne von §§ 29 Abs. 2, 30 WpÜG durch einen oder mehrere Dritte vor. Die Vorstandsmitglieder haben in diesem Fall das Recht, den Vorstandsdienstvertrag mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen und ihr Amt niederzulegen, sofern es im Zusammenhang mit dem Kontrollwechsel zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Stellung des Vorstands kommt. Bei wirksamer Ausübung des Kündigungsrechts erhalten die jeweiligen Vorstandsmitglieder eine bare Abfindung, welche drei Jahresvergütungen, höchstens jedoch der Vergütung für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrages, entspricht. Im Übrigen bestehen mit Arbeitnehmern der ProSiebenSat.1 Media SE nur vereinzelt Change-of-Control-Klauseln für den Fall eines Übernahmeangebots. AN UNSERE AKTIONÄRE DIE PROSIEBENSAT.1-AKTIEDIE PROSIEBENSAT.1-AKTIE 1Die ProSiebenSat.1 Media SE verfolgt eine ertragsorientierte Dividendenpolitik: Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der Hauptversammlung am 16. Mai 2018 für das Jahr 2017 eine Dividendenzahlung von 1,93 Euro je Aktie vorzuschlagen. Daraus ergibt sich eine attraktive Dividendenrendite von 6,7 Prozent bezogen auf den Schlusskurs der ProSiebenSat.1-Aktie zum Jahresende 2017.
1 Dieser Abschnitt ist Bestandteil des
geprüften, zusammengefassten Lageberichts.
ENTWICKLUNG DER AKTIENMÄRKTEDer Aufwärtstrend der vergangenen Jahre setzte sich auch 2017 an den Börsen fort. Insbesondere die positive Wirtschaftsentwicklung in den EU-Mitgliedsstaaten sowie die Niedrig-Zinspolitik der europäischen Zentralbank (EZB) stützten die Aktienmärkte. Der Leitindex DAX beendete das Börsenjahr 2017 mit 12.918 Punkten und einem Plus von 12,5 Prozent. Seinen Höchststand markierte der DAX im November bei 13.479 Zählern. Der für europäische Medienwerte relevante Sektorindex EURO STOXX Media entwickelte sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte volatil und schloss mit 230 Punkten und einem Plus von 4,3 Prozent. PROSIEBENSAT.1 AM KAPITALMARKTIm Jahresverlauf 2017 waren die Medienwerte und damit auch die ProSiebenSat.1-Aktie (ISIN: DE000PSM7770; WKN: PSM777) insgesamt deutlich schwächer als der Leitindex DAX. Zum 31. Dezember 2017 betrug die Gewichtung im DAX 0,63 Prozent. Während sich die ProSiebenSat.1-Aktie in den ersten Monaten des Jahres 2017 über Marktniveau entwickelte, kam es mit Veröffentlichung der Geschäftszahlen zum ersten Quartal 2017 zu Kursabschlägen: Neben der angepassten Prognose für den deutschen TV-Werbemarkt am 11. Mai 2017 wirkte sich der Dividendenabschlag am 15. Mai 2017 in Höhe von 1,90 Euro aus. Im weiteren Jahresverlauf blieb die Werbemarktentwicklung in Europa und Deutschland hinter den Erwartungen zurück, sodass große Werbeagenturen ihre Umsatzprognosen im August korrigierten. In diesem Zusammenhang musste auch der ProSiebenSat.1-Konzern weitere Prognoseanpassungen vornehmen, die in Kombination mit der Abwertung des gesamten Mediensektors die rückläufige Kursentwicklung noch verstärkt haben. Unsicherheiten um die Zukunft des linearen Fernsehens hatten ebenfalls negative Auswirkungen auf die Aktienentwicklung. Zum Jahresende konnte die Aktie wieder zulegen. Unter anderem haben die auf dem Kapitalmarkttag (Capital Markets Day, CMD) am 6. Dezember 2017 präsentierte Drei-Säulen-Strategie und die Prognosebestätigung für das vierte Quartal das Vertrauen von Analysten und Investoren gestärkt. Vor diesem Hintergrund schloss die ProSiebenSat.1-Aktie das Börsenjahr 2017 bei 28,71 Euro. XXX / KURSENTWICKLUNG DER PROSIEBENSAT.1-AKTIE
Ein Großteil (44 %) der Analysten empfiehlt die Aktie zum Kauf. Weitere 40 Prozent sprachen sich zum Jahresende dafür aus, die Aktie zu halten. Ende 2017 haben insgesamt 25 Brokerhäuser und Finanzinstitute die ProSiebenSat.1-Aktie aktiv bewertet und Research-Berichte veröffentlicht. Empfehlungen von Finanzanalysten sind eine wichtige Entscheidungsgrundlage insbesondere für institutionelle Anleger. Die Analystenbewertungen - vor allem im Anschluss an den Kapitalmarkttag von ProSiebenSat.1 - indizieren das Kurspotenzial der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel (Median) der Analysten lag zum Jahresende bei 32 Euro (Vorjahr: 45 Euro). XXX / EMPFEHLUNGEN DER ANALYSTEN in Prozent
Stand: 31.12.2017 XXX / KENNZAHLEN ZUR PROSIEBENSAT.1-AKTIE 1
1 Das Grundkapital der ProSiebenSat.1 Media SE
beträgt 233.000.000,00 Euro; es hat sich aufgrund
einer Kapitalerhöhung mit Wirkung zum 7. November 2016
von 218.797.200,00 Euro auf nominal 233.000.000,00 Euro
erhöht. Dabei hat ProSiebenSat.1 das genehmigte
Kapital der Gesellschaft teilweise ausgenutzt und
14.202.800 neue, auf den Namen lautende Stückaktien
ausgegeben. Bereits am 16. August 2013 wurden die damals
bestehenden 109.398.600 Inhaber-Vorzugsaktien in auf den
Namen lautenden Stammaktien umgewandelt, sodass das
damalige Grundkapital von 218.797.200,00 Euro in
218.797.200 auf den Namen lautende Stammaktien mit einem
rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 Euro je Aktie
bestand. Heute sind sämtliche (233.000.000)
Namens-Stammaktien der Gesellschaft handelbar, d. h. sowohl
die ehemals nicht börsennotierten Namens-Stammaktien
als auch die aus der Umwandlung der Inhaber-Vorzugsaktien
hervorgegangenen Namens-Stammaktien. Bis zum 16. August
2013 waren nur die bisherigen Inhaber-Vorzugsaktien der
Gesellschaft börsennotiert.
AKTIONÄRSSTRUKTUR DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SEDie Aktionärsstruktur ist gegenüber dem 31. Dezember 2016 nahezu unverändert: Die ProSiebenSat.1-Aktien werden größtenteils von institutionellen Investoren aus den USA, Großbritannien und Deutschland gehalten. 21 Prozent der Aktien befanden sich zum 31. Dezember 2017 im Besitz von Privataktionären (31. Dezember 2016: 10 %). Insgesamt befanden sich zum 31. Dezember 2017 98,3 Prozent im Streubesitz (31. Dezember 2016: 98,2 %). XXX / AKTIONÄRSSTRUKTUR DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE ZUM 31. DEZEMBER 2017
1 Aktien sind nicht stimm- und
dividendenberechtigt.
Um die Aktionärskultur innerhalb der ProSiebenSat.1 Group zu fördern sowie die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen zu stärken, hat das Unternehmen im Juni 2016 ein aktienorientiertes Anreizsystem entwickelt ("MyShares"): Hierbei partizipieren Mitarbeiter neben ihrem Eigen-Investment in ProSiebenSat.1-Aktien zusätzlich an einem steuerfreien Zuschuss in Form von sogenannten Zuschuss-Invesment-Aktien sowie einer langfristig orientierten Matching-Komponente. An den beiden bisherigen MyShares-Tranchen 2016 und 2017 haben über 2.000 Mitarbeiter teilgenommen; das entspricht 45 Prozent aller teilnahmeberechtigten Mitarbeiter. Zum 31. Dezember 2017 hielten sie insgesamt 78.348 Aktien. HAUPTVERSAMMLUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2016Die ordentliche Hauptversammlung der ProSiebenSat.1 Media SE für das Geschäftsjahr 2016 fand am 12. Mai 2017 statt. Auf der Hauptversammlung waren über 900 Teilnehmer anwesend. Die Präsenz lag bei ca. 63 Prozent des Grundkapitals. Die Hauptversammlung hat unter anderem die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2016 von 1,90 Euro je Aktie beschlossen. Damit beträgt die Ausschüttungssumme rund 435 Mio Euro; die Ausschüttungsquote belief sich auf 84,7 Prozent bezogen auf den bereinigten Jahresüberschuss des Konzerns und lag damit im Rahmen unserer kommunizierten Dividendenpolitik. Die Dividende wurde am 17. Mai 2017 ausbezahlt. Mit einer Dividendenrendite von 5,2 Prozent - auf Basis des Jahresendkurses 2016 und einer Dividendenzahlung von 1,90 Euro je dividendenberechtigter Aktie - zählte die ProSiebenSat.1-Aktie zu den Top-Werten im DAX (Vorjahr: 3,8 %). XXX / DIVIDENDENVORSCHLAG VON 1,93 EURO JE AKTIE 2Wir verfügen über eine starke finanzielle Basis und beteiligen unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg. Unsere ertragsorientierte Dividendenpolitik wollen wir auch in Zukunft fortsetzen und jährlich eine Dividende von 80 bis 90 Prozent bezogen auf den bereinigten Konzernüberschuss ausschütten. Gleichzeitig halten wir am Zielkorridor von 1.5 bis 2.5 für den Verschuldungsgrad fest. Vorstand und Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE beabsichtigen. der Hauptversammlung am 16. Mai 2018 für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividendenzahlung von 1,93 Euro je Aktie vorzuschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungssumme von voraussichtlich 442 Mio Euro oder einer Ausschüttungsquote von 80,3 Prozent bezogen auf den bereinigten Konzernüberschuss. KAPITALMARKTKOMMUNIKATIONWir informieren unsere Anteilseigner regelmäßig über alle wichtigen Ereignisse und Entwicklungen bei ProSiebenSat.1, um eine transparente Kommunikation der Finanzzahlen und unserer Wachstumsperspektiven sicherzustellen. Auf der Homepage www.ProSiebenSat1.com werden alle relevanten Unternehmensinformationen zeitnah und gegebenenfalls auch ad hoc in deutscher und englischer Sprache publiziert. Weitere Instrumente, den Kapitalmarkt umfassend zu informieren, sind Pressekonferenzen sowie Veranstaltungen für Investoren und Analysten. Neben 22 Roadshows präsentierte sich ProSiebenSat.1 im Jahr 2017 auf 21 Investorenkonferenzen in Europa und den USA. Eine weitere wichtige Veranstaltung ist zudem der regelmäßig stattfindende Kapitalmarkttag, auf dem der Konzern seine Wachstumsstrategie erläutert. Die ProSiebenSat.1-Investoren-Hotline ergänzt die Investor-Relations-Aktivitäten. Zahlreiche Auszeichnungen belegen die hohe inhaltliche Qualität der ProSiebenSat.1-Geschäftsberichterstattung und die transparente Finanzkommunikation des Unternehmens. XXX / AUSZEICHNUNGEN FÜR DIE PROSIEBENSAT.1-KAPITALMARKTKOMMUNIKATION2017 ALL-EUROPE EXECUTIVE TEAM (INSTITUTIONAL INVESTOR; FACHMAGAZIN)"Most Honored Company" (ProSiebenSat.1) "Best IR Professional" (Platz 1, Dirk Voigtländer - Head of Investor Relations), in der Kategorie Media "Best Analyst Day" (Platz 1, Capital Markets Day), in der Kategorie Media "Best IR Program" (Platz 1), in der Kategorie Media DEUTSCHES INVESTOR RELATIONS RANKING (EXTEL 2017)"Best IR Professionals - Media" (Platz 1, Dirk Voigtländer - Head of Investor Relations) "Corporates Best for Investor Relations - Media" (Platz 3, ProSiebenSat.1) DER BESTE GESCHÄFTSBERICHT 2017 (PROF. DR. DR. H.C. JÖRG BAETGE; BILANZ)"Gesamtwertung DAX" (Platz 1) "Gesamtwertung aller Börsenindizes" (Platz 1) DIE BEWERTUNG DES CORPORATE REPORTING 2017 (CORPORATE COMMUNICATION INSTITUTE, CCI)"DAX Geschäftsbericht Print" (Einstufung als "Herausragend") "DAX Geschäftsbericht Online" (Einstufung als "Über Standard") "DAX Corporate Reporting" (Einstufung als "Über Standard") ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT UNSER KONZERN: GRUNDLAGENORGANISATION UND KONZERNSTRUKTURProSiebenSat.1 ist eines der erfolgreichsten Medienhäuser. Der Konzern diversifiziert sein Portfolio rund um das Kerngeschäft werbefinanziertes TV und verfügt über vernetzte TV- und Digitalmarken. So können wir Inhalte crossmedial anbieten und Produkte universell vermarkten. Um dieses Potenzial noch konsequenter zu nutzen, fassen wir das TV- und Digital-Entertainment-Geschäft zusammen; seit 2018 berichten wir in drei Segmenten.GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND SEGMENTEUnternehmensprofil und MarktpositionDie ProSiebenSat.1 Group zählt zu den erfolgreichsten Medienunternehmen in Europa. Werbefinanziertes Free-TV ist das Kerngeschäft; hier ist der Konzern führend im deutschen TV-Markt. Gleichzeitig treibt der Konzern die digitale Transformation voran und diversifiziert sein Portfolio. Dazu nutzt das Unternehmen seine hohe TV-Reichweite und hebt Synergien, die sich aus der Vernetzung von Fernsehen mit digitalen Unterhaltungsangeboten ergeben. Schon heute ist ProSiebenSat.1 auch im Internet Deutschlands führender Bewegtbild-Vermarkter und einer der erfolgreichsten Anbieter für digitales Entertainment. Unser Ziel ist es, Zuschauern und Nutzern Entertainment auf allen Screens zu bieten und so unterschiedliche Mediennutzungsinteressen zu bedienen. Die Digitalisierung verändert und erweitert jedoch nicht nur die Bewegtbild-Nutzung, digitale Medien beeinflussen auch das Kaufverhalten: Konsumenten treffen Kaufentscheidungen online. Deshalb hat ProSiebenSat.1 in den vergangenen Jahren in Commerce-Portale investiert, die für die Vermarktung auf unseren Kanälen geeignet sind. Dieses Entertainment- und Commerce-Portfolio komplettiert ein internationales Produktions- und Vertriebsnetzwerk (Segment: Content Production & Global Sales). Größter Umsatzmarkt von ProSiebenSat.1 ist Deutschland, dort ist auch der Hauptsitz. Zudem betreibt der Konzern TV-Sender in Österreich und der Schweiz. Red Arrow ist international aufgestellt, eine Übersicht des Produktions- und Vertriebsnetzwerk mit allen relevanten Absatzmärkten und Standorten findet sich auf Seite yx. Segmente und MarkenportfolioTV ist das meistgenutzte Medium in Deutschland. Zugleich eröffnen sich durch die digitale Entwicklung neue Umsatzmodelle. Daher verfolgt die ProSiebenSat.1 Group eine Diversifizierungsstrategie mit dem Ziel, das Kerngeschäft werbefinanziertes Fernsehen zu stärken und zusätzliche Umsätze außerhalb des TV-Werbegeschäfts zu generieren. Um diese Transformation zu beschleunigen, stellt sich der Konzern seit Januar 2018 in den drei Geschäftsbereichen Entertainment, Content Production & Global Sales und Commerce auf. Dazu werden unter anderem die bisherigen Segmente Broadcasting German-speaking und Digital Entertainment zusammengefasst. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 berichtet der Konzern noch in den folgenden vier Segmenten über die Unternehmensentwicklung. XXX / SEGMENTE DER PROSIEBENSAT.1 GROUP ZUM 31. DEZEMBER 2017
Segment Broadcasting German-speaking: Die TV-Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dem Segment Broadcasting German-speaking zugeordnet. Dazu gehören neben den werbefinanzierten Free-TV-Marken um die Hauptsender SAT.1 und ProSieben auch die Basic-Pay- und HD-TV-Sender. Die Free-TV-Sender erreichen jeden Tag rund 45 Mio Fernsehhaushalte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Portfolios der einzelnen Länder zeichnen sich durch aufeinander abgestimmte TV-Angebote aus, die im Zuschauer- und Werbemarkt ein breites Zielgruppenspektrum abdecken. Deutschland ist der wichtigste Umsatzmarkt; mit den Vermarktungstöchtern SevenOne Media und SevenOne AdFactory ist der Konzern Marktführer in Deutschland. Die beiden Vermarkter begleiten Werbekunden und Agenturen von der Ideenfindung über die Konzeption bis zur plattformübergreifenden Umsetzung. XXX / PROSIEBENSAT.1-SENDERPORTFOLIO IN DEUTSCHLAND
Quelle: AGF in Zusammenarbeit mit GfK/TV Scope 6.1/SevenOne Media Committees Representation. Segment Digital Entertainment: Im Segment Digital Entertainment fasst der Konzern seine Aktivitäten im Online-Video-Geschäft zusammen. Dazu zählen das Pay-Video-on-Demand-Portal (PayVoD) maxdome, das Digital-Studio Studio71, das Geschäft mit Ad-Video-on-Demand-Portalen (AdVoD) sowie die Bereiche AdTech und Data. Außerdem betreiben wir ein eigenes Plattenlabel und sind im Musik- und Live-Entertainment sowie im Künstlermanagement aktiv. Der Konzern entwickelt kontinuierlich neue Werbeformen und konzipiert Kampagnen, die ausgehend vom Leitmedium TV verschiedene Online-Plattformen und Distributionswege einbeziehen. Über derartige Crossmedia-Lösungen kann der Konzern den ROI (Return on Investment) von Werbekampagnen steigern und die Reichweite von TV mit den Vorteilen digitaler Medien kombinieren. Dieser integrierte Ansatz ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, den wir vor allem durch die Bündelung der Segmente Broadcasting German-speaking und Digital Entertainment seit Januar 2018 noch stärker nutzen werden. Segment Digital Ventures & Commerce: Der rasche Aufbau von Markenbekanntheit ist wettbewerbsentscheidend, gerade für junge Unternehmen in einem frühen Entwicklungsstadium. Deshalb nutzen wir unsere hohe Reichweite im TV und auf digitalen Plattformen, um unser Portfolio um Commerce-Plattformen zu erweitern. Nach dem Prinzip "Reichweite trifft Idee" erschließen wir neue Marktsegmente und finanzieren Wachstum. Unser Commerce-Portfolio ist inzwischen unser größter Umsatzwachstumstreiber und leistet einen wichtigen Beitrag zum Ausbau des Digitalgeschäfts. In den vergangenen drei Jahren hat ProSiebenSat.1 vermehrt größere Akquisitionen im Commerce-Sektor getätigt, darunter die Mehrheitsbeteiligungen an Verivox, PARSHIP ELITE oder Jochen Schweizer. Parallel dazu erweitert der Konzern sein Portfolio über Medialeistung oder beteiligt sich über Minderheitsanteile an Unternehmen. Wichtiges Kriterium für Investmententscheidungen im deutschsprachigen Raum ist das identifizierte Synergiepotenzial: ProSiebenSat.1 beteiligt sich vor allem an Firmen, deren Services oder Produkte sich wirksam über TV-Werbung vermarkten lassen und das bestehende Portfolio synergetisch ergänzen. Der Konzern bündelt seine Partnerschaften thematisch in sogenannten Verticals. Segment Content Production & Global Sales: Die Red Arrow Entertainment Group komplettiert die Wertschöpfungskette: Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Programme für die Sender der ProSiebenSat.1 Group sowie für Drittunternehmen. Red Arrow ist weltweit tätig; der Fokus liegt jedoch auf den USA. Neben einem hohen Umsatzvolumen sind die USA auch deshalb relevant für Red Arrow, weil sich englischsprachige TV-Inhalte weltweit am besten vermarkten lassen. Red Arrow hat sein Produktions- und Vertriebsnetzwerk im Jahr 2017 durch strategische Zukäufe erweitert. XXX / BERICHTSWEISE AUF BASIS FORTGEFÜHRTER AKTIVITÄTENDie Beschreibung und Analyse der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage erfolgt - sofern nicht anders gekennzeichnet - auf Grundlage der fortgeführten Aktivitäten. Sie reflektiert die für ProSiebenSat.1 relevanten Leistungsindikatoren. Entsprechend den Bestimmungen des IFRS 5 werden dazu die im Zusammenhang mit nicht-fortgeführten Aktivitäten entstandenen Ergebnisbeiträge nicht in den einzelnen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; diese sind gesondert als "Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten" abgebildet. Dies gilt auch für die Kapitalflussrechnung. Dort werden die entsprechenden Zahlungsströme als "Cashflow aus nicht-fortgeführten Aktivitäten" ausgewiesen. XXX / STRATEGISCHES MARKENPORTFOLIO DER PROSIEBENSAT.1 GROUP
Stand Februar 2018 / 1 Assoziiertes Unternehmen LEITUNG UND KONTROLLEDie ProSiebenSat.1 Group wird zentral von der ProSiebenSat.1 Media SE gesteuert. Auf Konzernebene hat sich die Aufbauorganisation im Jahr 2017 sowohl in struktureller als auch in rechtlicher Hinsicht nicht wesentlich geändert. Die ProSiebenSat.1 Media SE ist in Deutschland an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main und an der Wertpapierbörse in Luxemburg (Bourse de Luxembourg) notiert. Das Unternehmen verfügt über drei Organe: Hauptversammlung, Vorstand (Leitungsorgan) und Aufsichtsrat (Aufsichtsorgan); die Entscheidungsbefugnisse der Organe sind klar voneinander abgegrenzt. XXX / CORPORATE-GOVERNANCE-STRUKTUR DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE ZUM 31. DEZEMBER 2017
Die Grundordnung dieses dualistischen Leitungs- und Aufsichtssystems ist in der Satzung der ProSiebenSat.1 Media SE sowie in der Geschäftsordnung für den Vorstand und den Aufsichtsrat festgelegt. Die Satzung definiert auch den Unternehmensgegenstand. Sie kann gemäß § 18 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft durch einen mehrheitlichen Beschluss der Hauptversammlung geändert werden, sofern bei Beschlussfassung mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist (Art. 59 Abs. 2 SE-VO, § 51 Satz 1 SEAG); andernfalls bedarf der Beschluss einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen, sofern das Gesetz keine größere Mehrheit vorsieht oder zulässt (Art. 59 Abs. 1 SE-VO). So bedarf eine Änderung des Unternehmensgegenstands dagegen gemäß § 179 Abs. 2 Satz 1 AktG i.V.m. Art. 59 Abs. 1 und 2 SE-VO, § 51 Satz 2 SEAG weiterhin einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln der abgegebenen gültigen Stimmen. Über personelle Veränderungen im Vorstand berichten wir nicht im vorliegenden Lagebericht; Informationen hierzu beinhaltet jedoch der Bericht des Aufsichtsrats. UNTERNEHMENSSTRUKTUR UND BETEILIGUNGENDie wirtschaftliche Entwicklung der ProSiebenSat.1 Group wird maßgeblich durch die unmittelbar und mittelbar gehaltenen Tochtergesellschaften bestimmt. Konzern-Holding ist die ProSiebenSat.1 Media SE. In dieser Funktion zählen unter anderem die zentrale Finanzierung, das konzernweite Risikomanagement sowie die Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie zu ihren Aufgaben. In den vorliegenden Konzernabschluss ist die ProSiebenSat.1 Media SE mit allen wesentlichen Tochtergesellschaften einbezogen - damit sind Unternehmen gemeint, an denen die ProSiebenSat.1 Media SE mittelbar oder unmittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt oder auf andere Weise zur Beherrschung der maßgeblichen Tätigkeiten des betreffenden Unternehmens befähigt ist. Der Konzern hat ein integriertes Portfolio, das sich auch in der Beteiligungsstruktur widerspiegelt. So gehören der ProSiebenSat.1 Media SE unter anderem 100 Prozent der Anteile an der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH. Unter ihrem Dach sind die Free-TV-Sender von ProSiebenSat.1 sowie die Pay-TV-Kanäle (ProSiebenSat.1 Pay TV GmbH) gebündelt. Auch an den Vermarktungsunternehmen SevenOne Media GmbH und SevenOne AdFactory GmbH ist ProSiebenSat.1 mittelbar zu 100 Prozent beteiligt. Dadurch ergeben sich Vorteile hinsichtlich der Programmierung der Sender sowie der Vermarktung von Werbezeiten. Eine detaillierte Übersicht der Beteiligungsverhältnisse im ProSiebenSat.1-Konzern befindet sich im Anhang. XXX / KONZERNSTRUKTUR ZUM 31. DEZEMBER 2017 (AUSZUG)
STRATEGIE UND STEUERUNGSSYSTEMUnser wichtigstes Ziel ist es, in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld nachhaltig und profitabel zu wachsen. Dazu treiben wir die digitale Transformation voran und bündeln seit Januar 2018 unser Portfolio in den Säulen Entertainment, Content Production & Global Sales und Commerce. Dabei ist unser Steuerungssystem ganzheitlich, es reflektiert neben den finanziellen Wachstumsziele die Interessen der Kapitalgeber.STRATEGIE UND ZIELEWichtigstes Ziel der ProSiebenSat.1 Group ist es, die Chancen eines sich verändernden Marktumfelds zu nutzen und ihr profitables Wachstum langfristig fortzusetzen. Dazu treibt der Konzern die Transformation von einem klassischen TV-Unternehmen zu einem integrierten Entertainment- und Commerce-Konzern kontinuierlich voran. Um diesen Prozess zu beschleunigen, stellt sich ProSiebenSat.1 seit Januar 2018 in den drei Säulen Entertainment, Content Production & Global Sales und Commerce neu auf. Mit allem was wir tun, möchten wir die Nutzer unserer Angebote begeistern, inspirieren und unterstützen - und unseren Werbekunden einen einzigartigen Mehrwert bieten. Daher erweitern wir - ausgehend vom reichweitenstarken Medium TV - sukzessive unsere Wertschöpfungskette. Mit unseren digitalen Entertainment-Angeboten bieten wir Zuschauern und Nutzern auch unabhängig von Zeit und Ort attraktive Unterhaltung. Unser Produktionsgeschäft ist weltweit tätig und ermöglicht uns einen wichtigen Zugang zu Programminhalten. Zudem nutzen wir unsere hohe TV-Reichweite, um unser dynamisch wachsendes Commerce-Geschäft auszubauen und über Werbung die Markenbekanntheit zu erhöhen und zu stärken. Zugleich erweitert der Konzern sein Portfolio mit dem Ziel, vermehrt eigene Produkte anzubieten und die gesamte Handelskette abzubilden - sowohl digital als auch offline. Das Potenzial ist hoch, denn Konsumenten und insbesondere die heranwachsende Kundengruppe der "Digital Natives" bestimmt heute selbst, wann und wo sie Angebote wahrnehmen oder Produkte kaufen. Damit reagiert ProSiebenSat.1 auf das veränderte Konsumentenverhalten: Commerce und Entertainment wachsen immer enger zusammen, da verschiedene Medien und Kanäle parallel genutzt werden. Zudem stimulieren wir mit eigenen Produkten neue Werbesegmente, etwa im Gesundheitsbereich. Der nächste Schritt ist, verstärkt in die Wachstumsfelder Addressable TV, AdTech und Data zu investieren, um durch datengetriebene Angebote zusätzliche Umsätze zu generieren und Werbung noch passgenauer auszusteuern. Schon heute zählt ProSiebenSat.1 weltweit zu den am höchsten diversifizierten TV-Häusern. Wir haben in jedem Geschäftsbereich erfolgreiche Initiativen gestartet. Durch die erfolgreiche Diversifizierung festigen wir zum einen das TV-Geschäft, zum anderen können wir so zusätzliche Umsätze generieren und wachsen unabhängiger vom TV-Werbemarkt. Akquisitionen sind Teil unserer Strategie, wie wir den Wandel vom TV-Haus zum Digitalkonzern gestalten und uns neue Wachstumsmärkte erschließen. 2017 generierte der Konzern bereits die Hälfte seines Umsatzes außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts. Damit haben wir ein wichtiges Ziel unserer Wachstumsstrategie erreicht. Über Vernetzungen vermarkten wir unsere Angebote crossmedial und können das Synergiepotenzial zwischen unseren Geschäftsbereichen optimal ausschöpfen. Dies ist die Grundlage für unser kontinuierliches Wachstum: Der Konzernumsatz ist seit 2011 jährlich um 11 Prozent gestiegen, das adjusted EBITDA zugleich um durchschnittlich 6 Prozent. Akquisitionen haben das Wachstum beschleunigt. XXX / UMSATZENTWICKLUNG im Mehrjahresvergleich in Mio Euro
XXX / ADJUSTED-EBITDA-ENTWICKLUNG 1 im Mehrjahresvergleich in Mio Euro
1 Seit 01.01.2017 Umbenennung des recurring
EBITDA in adjusted EBITDA.
ProSiebenSat.1 geht davon aus, das profitable Wachstum auch in Zukunft fortzusetzen. Bei seinen M&A-Maßnahmen hat sich ProSiebenSat.1 ebenfalls klare Ziele gesetzt. Die entsprechenden finanziellen Zielvorgaben resultieren zum einen aus dem Zielkorridor für den Verschuldungsgrad, zum anderen verfolgt der Konzern eine ertragsorientierte Dividendenpolitik. Die Ausschüttungsquote orientiert sich am bereinigten Konzernüberschuss und beläuft sich seit fünf Jahren auf einen Wert zwischen 80 und 90 Prozent. Aufgrund des deutlichen Ergebniswachstums hat ProSiebenSat.1 die Dividendenausschüttung in den vergangenen fünf Jahren jeweils um 12 Prozent gesteigert (CAGR). Gleichzeitig hat der Konzern seine M&A-Tätigkeit intensiviert. Dabei bewegte sich der Verschuldungsgrad zum Jahresende stets innerhalb der definierten Richtwerte von 1,5 bis 2,5. Unsere Finanzstrategie beinhaltet eine kontinuierliche Überprüfung der Kapitalstruktur. Vor diesem Hintergrund hat der Konzern im November 2016 sein Grundkapital um rund 6,5 Prozent erhöht. Die Kapitalerhöhung gibt dem Konzern zusätzlichen finanziellen Spielraum für Akquisitionen. Der Mittelbedarf für die im abgelaufenen Geschäftsjahr getätigten Akquisitionen wurde über die liquiden Mittel gedeckt. Darüber hinaus stellt Mediavolumen auf digitalen Plattformen und insbesondere auf den TV-Sendern für ProSiebenSat.1 eine zweite Investitionswährung dar: Durch den Einsatz von Media kann der Konzern ohne hohe Cash-Investments neue Marken aufbauen bzw. das Wachstum von Unternehmen beschleunigen. Im Ergebnis wächst ProSiebenSat.1 nicht nur profitabel, der Konzern erzielt bei seinen Beteiligungen auch eine hohe Kaufpreisverzinsung. ProSiebenSat.1 verzichtet im vorliegenden zusammengefassten Lagebericht aus Gründen der Berichtseffizienz auf weitere Erläuterungen zu den Zielen und Strategien des Konzerns. Informationen, wie der Konzern sein Geschäft mittel- und langfristig führen und weiterentwickeln möchte sowie zu Veränderungen der Ziele und Strategien im Vergleich zum Vorjahr, befinden sich im Geschäftsbericht. PLANUNG UND STEUERUNGProSiebenSat.1 hat ein kennzahlenbasiertes Steuerungssystem, das die Grundlage für alle wirtschaftlichen und strategischen Entscheidungen bildet. Die unternehmensspezifischen Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators; KPI) ergeben sich aus der Konzernstrategie und umfassen sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Aspekte. Ihre Planung und Steuerung erfolgt zentral über den Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE. Der Planungs- und Steuerungsprozess wird ergänzt durch die Überwachung der Kennzahlen auf Basis regelmäßig aktualisierter Daten. Dazu zählt auch die Beurteilung von Entwicklungen im Rahmen des Chancen- und Risikomanagements. Unternehmensinternes SteuerungssystemDie für ProSiebenSat.1 spezifischen Leistungsindikatoren orientieren sich an den Interessen der Kapitalgeber und umfassen neben Aspekten einer ganzheitlichen Umsatz- und Ergebnissteuerung auch die Finanzplanung. Der Konzern hat für jedes Segment spezifische Leistungsindikatoren definiert und wird sein Steuerungssystem im Zuge der Umstellung auf eine Drei-Säulen-Struktur entsprechend weiterentwickeln. XXX / ÜBERSICHT ÜBER RELEVANTE KEY PERFORMANCE INDICATORS ZUM 31. DEZEMBER 2017NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATORENSegment Broadcasting German-speaking
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATORENKonzern
Segment Broadcasting German-speaking und Segment Content Production & Global Sales
Segment Digital Entertainment und Segment Digital Ventures & Commerce
Unsere Konzernstrategie ist auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgelegt. Ein vorrangiges Ziel ist daher die Steigerung der genannten Ergebnisgrößen durch kontinuierliches Umsatzwachstum in allen Segmenten. Dabei fungieren die Geschäftseinheiten größtenteils als Profit Center: Das bedeutet, sie handeln mit voller Umsatz- und Ergebnisverantwortung. Zugleich ist die damit verbundene Flexibilität eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von ProSiebenSat.1, da sich das Unternehmen in einem dynamischen Branchenumfeld bewegt und seine Wertschöpfungskette konsequent diversifiziert. Die Organisationseinheiten treffen innerhalb der zentral verabschiedeten Rahmenvorgaben und abgestimmt auf das Wettbewerbsumfeld eigenständig die operativen Entscheidungen. Dieser leistungsorientierte Ansatz fördert das unternehmerische Handeln unserer Mitarbeiter auf allen Ebenen. Jeder Mitarbeiter unseres Unternehmens trägt dazu bei, mit seinem Wissen und seinen Ideen die Stärken von ProSiebenSat.1 weiterzuentwickeln und Innovationen voranzutreiben. Deshalb investieren wir konsequent in die Personalentwicklung, fördern Nachwuchskräfte gezielt und beteiligen zugleich alle Mitarbeiter adäquat am Unternehmenserfolg. Das adjusted EBITDA ist die zentrale Steuerungsgröße des Konzerns und seiner Segmente. Neben dem adjusted EBITDA dient das EBITDA aufgrund des ganzheitlichen Blicks auf die Aufwands- und Ertragsstruktur des Unternehmens zusätzlich als Leistungsindikator und Bemessungsgrundlage für die erfolgsorientierte Mitarbeitervergütung. Als variable Bemessungsgrundlage für die Vergütung des Vorstands dienten im Geschäftsjahr 2017 die Netto-Finanzverschuldung sowie das EBITDA des Konzerns bzw. der externe Umsatz und das EBITDA in den Segmenten Digital Entertainment sowie Digital Ventures & Commerce. Durch die Harmonisierung der Vorstandsvergütung mit unseren KPI zur Unternehmenssteuerung haben wir ein ganzheitliches und effektives Steuerungssystem implementiert, das die unternehmensspezifischen Besonderheiten reflektiert. Weitere Informationen zur Ausgestaltung der individuellen Vorstandsvergütung finden sich im Vergütungsbericht. DEFINITION VON AUSGEWÄHLTEN NON-IFRS-KENNZAHLENADJUSTED EBITDA:Adjusted Earnings steht für adjusted EBITDA before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Es beschreibt das um bestimmte Einflüsse bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Bestimmte Einflüsse sind im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen stehende Kosten, Reorganisationen, Rechtstreitigkeiten, Bewertungseffekte aus Incentive-Programmen wie dem Group Share Plan, Entkonsolidierungsergebnisse sowie sonstige wesentliche Einflüsse. Zudem werden seit der Überprüfung des konzernweiten Steuerungssystems im dritten Quartal 2017 auch Bewertungseffekte im Zusammenhang mit der konzernstrategischen Neuausrichtung von Business Units darunter gefasst:
ADJUSTED NET INCOME:Das adjusted net income ist das Konzernergebnis nach Anteilen anderer Gesellschafter aus fortgeführten Aktivitäten vor Effekten aus Kaufpreisallokationen und weiteren Sondereffekten. Dazu zählen im sonstigen Finanzergebnis erfasste Bewertungseffekte auf Finanzbeteiligungen, Put-Optionen und Earn-out-Verbindlichkeiten, Ineffektivitäten aus Finanzderivaten sowie Bewertungseffekte auf die Group-Share-Pläne. XXX / ANGABEN ZUR RECHNUNGSLEGUNG SOWIE ZU BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENAUSWEIS UND NUTZEN VON NON-IFRS-KENNZAHLEN:Dieser Geschäftsbericht enthält neben den nach IFRS ermittelten Finanzdaten auch sogenannte Non-IFRS-Kennzahlen. Die Überleitung dieser Non-IFRS-Kennzahlen auf die entsprechenden IFRS-Kennzahlen ist in der Ertragslage des Konzerns dargestellt. Detaillierte Definitionen zu den Non-IFRS-Kennzahlen finden Sie zudem im Glossar. Die ProSiebenSat.1 Media SE verwendet für ihre finanziellen, strategischen und operativen Entscheidungen primär Non-IFRS-Kennzahlen als Entscheidungsgrundlage. Diese liefern auch Investoren Zusatzinformationen, die einen Vergleich der Performance im Mehrjahresvergleich erlauben, da sie um bestimmte Einflüsse bereinigt werden. Diese Kennzahlen werden nicht auf Basis der IFRS ermittelt und können sich daher von den Non-IFRS-Kennzahlen anderer Unternehmen unterscheiden. Daher ersetzen diese nicht die IFRS-Kennzahlen oder sind bedeutsamer als IFRS-Kennzahlen, sondern stellen eine Zusatzinformation dar. Wir sind davon überzeugt, dass die Non-IFRS-Kenn-zahlen aus den folgenden Gründen für Investoren von besonderem Interesse sind:
ANPASSUNG DER STEUERUNGSSYSTEMATIK:Mit Beginn des Geschäftsjahres 2017 haben wir eine Verfeinerung der internen Steuerungssystematik vorgenommen. Im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise, ausgewählte ergebnisbezogene Steuerungskennzahlen zu bereinigen, wird eine um bestimmte Einflüsse bereinigte vollständige Ergebnisrechnung (Non-IFRS-Ergebnisrechnung) ermittelt und im Rahmen der Analyse der Ertragslage im Lagebericht veröffentlicht. Die konzeptionelle Verfeinerung der Steuerungssystematik geht einher mit:
Vor diesem Hintergrund erfolgte eine Umbenennung des recurring EBITDA und underlying net income in adjusted EBITDA bzw. adjusted net income. Für das adjusted EBITDA ergibt sich in der Ausprägung keine Abweichung zum bisherigen recurring EBITDA. Hingegen führt die durchgängige Bereinigung um besondere Einflüsse in der Überleitung zum adjusted net income zu einer betragsmäßigen Änderung. BILANZIERUNG DER ANTEILSBASIERTEN VERGÜTUNG AUS DEN GROUP-SHARE-PLÄNEN:ProSiebenSat.1 beteiligt seine Mitarbeiter mit einer leistungsorientierten Vergütung am Unternehmenserfolg. Dazu zählen auch anteilsbasierte Vergütungsprogramme (Group-Share-Pläne), an denen neben dem Vorstand ausgewählte Führungskräfte teilnehmen. Dabei erhalten die Teilnehmer sogenannte Performance Share Units, die zum Bezug von Aktien berechtigten. Mit der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat vom 11. März 2016, die Ansprüche der Berechtigten aus den Group-Share-Plänen zukünftig in bar zu erfüllen, und der damit verbundenen Umstellung der Bilanzierung dieser anteilsbasierten Vergütung von "Equity Settlement" auf "Cash Settlement" sind im vorliegenden Geschäftsbericht anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich nach IFRS 2 erfasst worden. Die gemäß IFRS 2 vorgesehene laufende ergebniswirksame Erfassung von Änderungen im beizulegenden Zeitwert der Verpflichtung mit Barausgleich ("Cash Settlement") führt im Gegensatz zu der bisherigen Bilanzierung ("Equity Settlement") zu einer deutlich höheren Ergebnisvolatilität, die auf die Wertschwankungen des Börsenkurses der ProSiebenSat.1-Aktie zurückzuführen ist. Daher bereinigt die ProSiebenSat.1 Group den ergebniswirksamen Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes der anteilsbasierten Vergütungspläne, der aus der Differenz zwischen dem jeweiligen Börsenkurs zum Ausgabezeitpunkt und dem jeweils aktuellen Kurs zum Bilanzstichtag resultiert, im adjusted EBITDA sowie dem bereinigten Konzernergebnis (adjusted net income). BEWERTUNG VON EARN-OUTS UND PUT-OPTIONEN:Aufgrund der kontinuierlichen M&A-Tätigkeit des Unternehmens und der derzeit verfolgten Investitionsstrategie haben sich die Verpflichtungen aus Earn-Outs sowie Put-Optionen über den Erwerb weiterer Anteile, die die ProSiebenSat.1 Group im Rahmen des Erwerbs der Beherrschungsmöglichkeit an diesen Unternehmen eingeht, stetig erhöht. Daher bereinigt die ProSiebenSat.1 Media SE die Änderungen im beizulegenden Zeitwert dieser Verbindlichkeiten im Rahmen der Ermittlung des adjusted net income. Diese Anpassung führt zu einer steigenden Transparenz durch die Darstellung dieser Effekte und ermöglicht einen besseren Vergleich der operativen Geschäftsentwicklung im Zeitverlauf. Operative und strategische PlanungSteuerung und Planung greifen bei ProSiebenSat.1 eng ineinander. So werden im Rahmen der Planung Soll-Größen definiert und für verschiedene zeitliche Perioden festgelegt. Im Fokus stehen die zuvor erläuterten Steuerungskennzahlen. Nachstehendes Schaubild zeigt die einzelnen Planungsebenen für das Geschäftsjahr 2017. Die unterschiedlichen Ebenen des Planungsprozesses bauen aufeinander auf und sind mit unserem Risikomanagement verknüpft: XXX / PLANUNGSKALENDER 2017
1 Mehrjahresplanung (langfristige
Unternehmensplanung auf Jahresbasis); im Jahr 2017 fand im
vierten Quartal eine Aktualisierung der Mehrjahresplanung
statt.
Auch im Jahr 2017 hat der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsratsgremium die kurz- und langfristige Zielerreichung erörtert. Neben der monatlichen Berichterstattung werden Risikopotenziale quartalsweise an den Group Risk and Compliance Officer gemeldet. Hier wird insbesondere analysiert, wie sich Risikofrühwarnindikatoren unterjährig und im Zeitablauf verändert haben. Ein wichtiger Frühwarnindikator ist etwa die Entwicklung der Zuschauermarktanteile. Zusätzliche Wachstumschancen und damit mögliche positive Abweichungen von prognostizierten Zielen werden parallel zum Risikomanagement analysiert; sie werden in den Planungsrechnungen erfasst. XXX / PLANUNGSRECHNUNG UND RISIKOMANAGEMENT BEI PROSIEBENSAT.1
1 Siehe auch Geschäftsbericht 2017.
NACHHALTIGKEIT (NICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG GEMÄSS § 289C, § 315C ABS. 1 HGB)Wir sind uns unserer unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und nehmen sie als ganzheitliche Herausforderung wahr. Denn Erfolg bedeutet für ProSiebenSat.1 nicht nur, die wirtschaftlichen Ergebnisse nachhaltig zu steigern und dynamisch zu wachsen. Es heißt für uns auch, die nichtfinanzielle Leistungsfähigkeit des Konzerns konsequent weiterzuentwickeln.XXX / WESENTLICHE NICHTFINANZIELLE ASPEKTE DER PROSIEBENSAT.1 GROUP
Wir sind der Überzeugung, dass sich Unternehmen, die Risiken und Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit frühzeitig erkennen, sich auch in wettbewerbsintensiven Märkten besser behaupten können. Denn die Stärke einer Unternehmensstrategie lässt nicht nur finanziell messen, auch nichtfinanzielle Aspekte sind für den dauerhaften Erfolg relevant. ProSiebenSat.1 definiert in diesem Zusammenhang nachhaltiges unternehmerisches Handeln als einen ganzheitlichen Ansatz, um sowohl die ökonomische als auch ökologische und soziale Leistung unseres Konzerns sicherzustellen. In der vorliegenden Nichtfinanziellen Konzernerklärung gemäß § 289c, §315c Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr 2017 berichtet ProSiebenSat.1 über die wesentlichen nichtfinanziellen Aspekte mit den entsprechenden Angaben, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage des Unternehmens sowie der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit in diesem Kontext erforderlich sind. Wesentliche Risiken für einzelne nichtfinanzielle Aspekte wurden in diesem Zusammenhang nicht ermittelt. Dabei wurde die Nichtfinanzielle Konzernerklärung mit der Nichtfinanziellen Erklärung (NFE) des Mutterunternehmens i.S.d. § 315b Abs. 1 Satz 2 HGB zusammengefasst. ProSiebenSat.1 orientiert sich bei der Erstellung der NFE an den GRI Standards der Global Reporting Initiative. Die GRI entwirft Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen eines globalen Multi-Stakeholder-Prozesses und bietet Rechnungslegungsgrundsätze sowie Standardangaben für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen, unabhängig von Größe, Branche oder Standort. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 4 HGB wurde vom Abschlussprüfer geprüft, dass die NFE entsprechend den gesetzlichen Vorschriften vorgelegt wurde. Zusätzlich beauftragte der Aufsichtsrat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die NFE inhaltlich mit begrenzter Sicherheit zu prüfen. Eine Wiedergabe des Prüfungsvermerks vom 19. Februar 2018, in dem Art, Umfang und Ergebnisse dieser Prüfung dargestellt sind, findet sich online unter www.prosiebensat1.com/nachhaltigkeit/publikationen/berichte und ist Bestandteil des Geschäftsberichts. Die Prüfung erfolgte unter Anwendung des einschlägigen Prüfungsstandards "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information (ISAE 3000)" zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit (Limited Assurance) bezüglich der gemäß §§ 315 b, 315c i.V.m. 289 c bis 289e HGB gesetzlich geforderten Angaben. Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse haben wir für ProSiebenSat.1 vier nichtfinanzielle Aspekte identifiziert, zu denen wir im folgenden Angaben gemäß § 289c Abs. 3 HGB zu verfolgten Konzepten, der dabei angewandten Due-Diligence-Prozesse, zu Ergebnissen und zugehörigen Leistungsindikatoren machen. Für die erforderlichen Erläuterungen zum Geschäftsmodell gemäß § 289c Abs. 1 HGB verweisen wir auf die unten angegebenen Kapitel im zusammengefassten Lagebericht der ProSiebenSat.1 Group. Informationen zur Corporate Governance befinden sich insbesondere im Abschnitt "An unsere Aktionäre" im Geschäftsbericht 2017. Sämtliche Verweise auf Inhalte außerhalb des zusammengefassten Lageberichts sind als weiterführende Informationen zu verstehen und nicht Pflichtbestandteil der NFE. XXX / BERICHTSGRENZEN UND DATENERFASSUNGDer organisatorische Berichtsrahmen für die in der zusammengefassten, NFE enthaltenen Angaben zu Konzepten und Kennzahlen für unsere Nachhaltigkeitsleistung umfasst grundsätzlich alle Konzernunternehmen und entspricht dem finanziellen Konsolidierungskreis der ProSiebenSat.1 Group, die zentral von der ProSiebenSat.1 Media SE gesteuert wird. Dabei folgt ProSiebenSat.1 dem Prinzip operativer Kontrolle: Diese ist gegeben, wenn entweder eine Mehrheitsbeteiligung von mehr als 50 Prozent besteht oder ProSiebenSat.1 durch andere vertragliche Regelungen die volle Entscheidungsbefugnis über das operative Geschäft besitzt. Ausnahmen und Einschränkungen im Hinblick auf die Berichtsgrenzen der einzelnen definierten Aspekte sowie die Datenerfassung von Leistungsindikatoren erläutern wir im Folgenden. Weitere Spezifizierungen - insbesondere bei HR-Kennzahlen - werden bei den Angaben zu den Aspekten entsprechend kenntlich gemacht. _ Mitarbeiter und DiversitätInsbesondere die Gesellschaften im Segment Digital Ventures & Commerce sowie das internationale Geschäft im Bereich Content Production & Global Sales werden bei der Betrachtung der Konzepte für den Aspekt Mitarbeiter und Diversität sowie der Datenerfassung der nichtfinanziellen Kennzahlen teilweise nicht einbezogen. Einzelne Konzernfunktionen oder -programme wie Recruiting oder Employer Branding werden zentral gesteuert oder sind in dieser Form in einzelnen Beteiligungen aufgrund der relativ geringen Anzahl an Beschäftigten nicht implementiert. Zudem betreibt ProSiebenSat.1 ein dynamisches Portfoliomanagement, sodass sich kontinuierlich Veränderungen im Konsolidierungskreis ergeben. Der Produktionsbereich ist außerdem aufgrund des Auftragsgeschäfts von einer hohen Volatilität bei den Mitarbeiterzahlen geprägt. _ Gesellschaftliche Verantwortung (Public Value)Die Informationen zur gesellschaftlichen Verantwortung beziehen sich insbesondere auf die nachhaltigkeitsrelevanten Geschäftstätigkeiten von ProSiebenSat.1 im TV-Programm (Segment Broadcasting German-speaking). Die Beschreibung der Konzepte umfasst ebenfalls Public-Value-Maßnahmen, die durch den Beirat der ProSiebenSat.1 Media SE als Governance-Gremium unterstützt sowie von Mitarbeitern am Standort Unterföhring umgesetzt werden. _ Produktverantwortung und ComplianceDurch das Compliance-Management-System (CMS) deckt ProSiebenSat.1 die relevanten Rechtsgebiete zum großen Teil konzernweit ab und erfasst die Leistungsindikatoren über alle Gesellschaften. Einzelne Konzepte wie werberechtliche Compliance oder Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit beziehen sich aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen im Ausland und fehlender Relevanz für viele Gesellschaften zum Beispiel im Produktionsbereich nur auf ausgewählte Konzernunternehmen. Dazu zählen in erster Linie die ProSiebenSat.1 Media SE als Holding-Gesellschaft, die ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH sowie die Vermarktungsunternehmen SevenOne Media und SevenOne AdFactory. Bei Kennzahlen zu den Aspekten Produktverantwortung und Compliance gilt bezüglich des Zeitpunkts der Einbeziehung von Beteiligungen von ProSiebenSat.1, dass akquirierte Gesellschaften spätestens in der Berichtsperiode in die Datenerhebung einbezogen werden, in der sie für ein ganzes Geschäftsjahr in der Finanzberichterstattung konsolidiert wurden. MITARBEITER UND DIVERSITÄTDer Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2017 umgerechnet auf vollzeitäquivalente Stellen 6.483 Mitarbeiter (Vorjahr: 6.565). Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl lag im Berichtsjahr bei 6.452 Mitarbeitern (Vorjahr: 6.054). Der Anstieg um 6,6 Prozent ist vorwiegend akquisitionsbedingt und reflektiert den Ausbau der Segmente Broadcasting German-speaking sowie Digital Ventures & Commerce. 2017 waren durchschnittlich 696 Mitarbeiter (Vorjahr: 570) in der ProSiebenSat.1 Media SE beschäftigt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz hatte der Konzern im Berichtsjahr durchschnittlich 5.335 vollzeitäquivalente Stellen (Vorjahr: 4.876). Dies entspricht einem Plus von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie einem Anteil von 82,7 Prozent am Gesamtkonzern (Vorjahr: 80,5 %). Aufgrund der gestiegenen Anzahl an Mitarbeitern stiegen auch die in den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten ausgewiesenen Personalaufwendungen. Sie erhöhten sich im Geschäftsjahr 2017 auf 660 Mio Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 7 Prozent oder 44 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr. XXX / MITARBEITER NACH SEGMENTEN 1 durchschnittlich vollzeitäquivalente Stellen; Vorjahreswerte 2016 in Klammern
XXX / MITARBEITER NACH REGIONEN durchschnittlich vollzeitäquivalente Stellen; Vorjahreswerte 2016 in Klammern
Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 6,1 Jahre (Vorjahr: 5,5). Die Fluktuationsrate im Konzern belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 12,8 Prozent (Vorjahr: 10,2 %). Beide Kennzahlen schließen nicht die internationalen Beteiligungen im Segment Content Production & Global Sales ein. Bei der Berechnung der Fluktuationsrate wird die Anzahl der Austritte im Berichtszeitraum durch die Anzahl der Mitarbeiter zum Stichtag geteilt. Zu den Austrittsgründen zählen Kündigungen und Aufhebungsverträge. Austritte aufgrund von Befristung, Ausbildungsende, Renteneintritt oder Tod werden nicht berücksichtigt. Unsere Beschäftigten sind die Basis unseres wirtschaftlichen Erfolgs. ProSiebenSat.1 lebt von der Kreativität ihrer Mitarbeiter, ihrer hohen Innovationsgeschwindigkeit und davon, sich schnell an neue Mediennutzungsgewohnheiten anpassen zu können. Aus diesem Grund ist unsere Unternehmenskultur geprägt von der fortwährenden Bereitschaft zur Veränderung. Es gehört zu unserem Selbstverständnis als Arbeitgeber, im Personalbereich Rahmenbedingungen zu schaffen, die diesen Prozess unterstützen und den individuellen Interessen unserer Mitarbeiter gerecht werden. Arbeiternehmerbelange und Diversität in der Belegschaft zählen daher zu den wesentlichen nichtfinanziellen Aspekten. Für die Weiterentwicklung des Konzerns sind zudem Führungskräfte wichtig, die unternehmerisch denken und ihre Mitarbeiter zu Innovationen ermutigen. Dazu werden in sogenannten HR Sounding Boards regelmäßig neue Maßnahmen und Konzepte vorgestellt, etwa für Leadership Development, Talent Management oder Employer Branding. Die Ergebnisse werden dem bei ProSiebenSat.1 für Human Resources verantwortlichen Vorstandsmitglied zur Entscheidung vorgelegt und vor der Implementierung im Gesamtvorstand präsentiert. Talent Management / Aus- und WeiterbildungProSiebenSat.1 baut über verschiedene Ausbildungsgänge kontinuierlich qualifizierte Nachwuchskräfte für die Gruppe auf. Durch unsere Volontariate, Traineeprogramme, IHK-Ausbildungen und DH-Studien-gänge haben junge Talente vielfältige Einstiegsmöglichkeiten in unser Unternehmen. Dabei bieten wir Schwerpunkte in den Bereichen IT, Digital Media, Sales, Marketing, Finance, HR, Projektmanagement oder redaktionelle Arbeit. Auf diese Weise schaffen wir ein starkes Fundament aus gut ausgebildeten Nachwuchskräften, die über ein großes internes Netzwerk sowie spezifisches Unternehmens- und Branchenwissen verfügen. Im Jahr 2017 wurden 158 Mitarbeiter durch unsere Abteilung Young Talents betreut. Der Großteil der Absolventen wurde übernommen. Ziel ist es, aktiv Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel am Arbeitsmarkt zu ergreifen und die Diversifikationsstrategie von ProSiebenSat.1 durch passende Ausbildungsformate im Unternehmen zu unterstützen. XXX / ÜBERNAHMEQUOTE YOUNG TALENTS in Prozent
Neben der Ausbildung junger Mitarbeiter ist die Weiterbildung ein zentraler Bestandteil der ProSiebenSat.1-Personalstrategie. Durch unser Talent Management planen wir die kurz-, mittel- und langfristige Entwicklung unserer Mitarbeiter im Konzern systematisch. Die Steuerung der Mitarbeiterentwicklung und die Auswahl von geeigneten Maßnahmen erfolgt über die Mitarbeitergespräche. Als Basis dient ein Zielesystem, das die übergeordneten Unternehmensziele auf Bereichs-, Abteilungs- sowie Individualziele herunterbricht und auf diese Weise für Mitarbeiter und Führungskräfte konkretisiert. Daneben können in diesen Gesprächen auch persönliche Entwicklungsziele festgelegt werden. Damit stellen wir sicher, dass individuelle Fähigkeiten gezielt gefördert werden. Die ProSiebenSat.1 Academy bietet ein breites Portfolio an Trainings zur fachlichen und persönlichen Weiterbildung. Im Jahr 2017 fanden 596 Veranstaltungen (6.266 Teilnahmen) in der Academy statt, darunter 60 Führungskräftetrainings (568 Teilnahmen). Einen Schwerpunkt bildet die Digitalisierung mit Inhalten wie "Digital Economy", "E-Commerce & Online Marketing" oder "Lean Start-up for User Experience". Ziel dieser Trainings ist es, dass Mitarbeiter digitale Trends und aktuelle Technologien verstehen und ihre Auswirkungen auf die Medienbranche einschätzen können, um neue Produkte und Geschäftsmodelle für ProSiebenSat.1 zu entwickeln. 2017 investierte die ProSiebenSat.1 Group wie im Vorjahr rund 3 Mio Euro in ihre Aus- und Weiterbildungsprogramme. Ein Teil davon entfiel auf die Angebote der ProSiebenSat.1 Academy. Zudem gibt es beispielsweise ein Mentoring-Programm sowie seit 2010 "Lunch & Learn"-Veranstaltungen. Über das Job Rotation-Programm haben ProSiebenSat.1-Mitarbeiter außerdem die Möglichkeit, Erfahrungen in anderen Abteilungen zu sammeln und diese auf ihr eigenes Aufgabengebiet zu übertragen. ProSiebenSat.1 braucht Führungskräfte, die Menschen begeistern und optimale Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeiter schaffen. Um den Führungskräften Orientierung und Unterstützung zu geben, wie sich die Arbeit ihrer Teams auf die Marktanforderungen optimal ausrichten lässt und wie Mitarbeiter zu Innovationen und unternehmerischen Denken ermutigt werden, hat der Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE Anfang 2015 die P7S1 Leadership Values definiert. Auf dieser Basis bieten wir ein systematisches Entwicklungsprogramm für Führungskräfte an, das vom Onboarding über Trainings bis zum 360° Feedback im P7S1 Center of Leadership reicht. Recruiting / Employer BrandingWir setzen hohe Maßstäbe bei der Entwicklung und Ausbildung unserer Beschäftigten. Dies gilt auch für das Recruiting bei ProSiebenSat.1. Zentrale Plattform ist das Karriereportal www.fascinating-people.com. Das Online-Portal wird seit Dezember 2014 durch das digitale Job-Empfehlungsprogramm Talentry ergänzt. Dabei haben Konzern-Mitarbeiter die Möglichkeit, passende Personen aus ihrem eigenen Netzwerk für unbesetzte Positionen zu empfehlen. Im Falle einer erfolgreichen Vermittlung erhalten sie bei vielen Stellen eine Prämie. Darüber hinaus nutzt ProSiebenSat.1 Social-Media-Kanäle wie Xing und LinkedIn, um Talente anzusprechen. Im Jahr 2017 gingen rund ein Drittel aller Bewerbungen über neue Sourcing-Kanäle wie Mitarbeiterempfehlungen, Social Media, Direktansprache oder Hochschulmarketing ein. Insgesamt verzeichnete das Group Recruiting rund 29.000 Bewerbungen. Mit Kampagnen wie "Claim New Grounds" und "Connect.Code.Create" forcieren wir zusätzlich die Ansprache potenzieller Kandidaten mit digitalem oder IT-Schwerpunkt. Unser Employer Branding Konzept zielt dabei darauf ab, die bestmögliche "Candidate Experience" für alle unsere Zielgruppen am Personalmarkt sicherzustellen. Neben Bewerberzahlen sind daher auch externe Rankings eine wichtige Messgröße für den Erfolg unserer HR-Strategie. Dabei zeigt sich, dass die ProSiebenSat.1 Group zu den beliebtesten Arbeitgebern in Deutschland zählt. XXX / AUSGEWÄHLTE ARBEITGEBERRANKINGSEMPLOYER BRANDING AWARDBest Employer Value Proposition Germany - Global Players GOLD POTENTIALPARK13. Platz (Vorjahr: 11. Platz) TRENDENCE SCHÜLERBAROMETER8. Platz (Vorjahr: 9. Platz) UNIVERSUMMedienbranche 1. Platz (Vorjahr: 1. Platz) Im Jahr 2017 hat ProSiebenSat.1 zudem mit "Puls Check" ein neues Tool für Mitarbeiterumfragen eingeführt. Ziel ist es, das aktuelle Stimmungsbild in der Gruppe zu erfassen, Ideen zur Verbesserung zu sammeln und in konkreten Projekten zeitnah umzusetzen. Im Fokus steht die Ableitung von Optimierungsmaßnahmen und die Schaffung einer Arbeitsumgebung, die Teamgeist, Kreativität und Leistung fördert. An die Auftaktumfrage sollen sich themenspezifische Puls Checks anschließen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der sogenannte "Net Promoter Score" (NPS), der über das neue Instrument abgefragt wird. Es handelt sich hierbei um eine Kennzahl, die Hinweise auf die Mitarbeiterzufriedenheit geben soll. Work-Life-AngeboteUnsere Betriebsvereinbarungen zielen auf eine angemessene Work-Life-Balance ab. Dafür sorgen Teleworking-Arbeitsplätze oder Teilzeitarbeit- und Sabbatical-Modelle. Am 1. Januar 2015 wurde zudem das Arbeitszeitmodell FlexTime eingeführt, das den gestiegenen Anforderungen im Arbeitsalltag Rechnung trägt, die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf erleichtert und den Mitarbeitern von ProSiebenSat.1 insgesamt mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung bietet. XXX / ANTEIL MITARBEITER IN TEILZEIT in Prozent
Ohne internationale Beteiligungen im Segment Content Production & Global Sales. Gleichzeitig profitiert unsere Belegschaft von zahlreichen Sozial- und Nebenleistungen. Am Hauptstandort Unterföhring betreiben wir zum Beispiel seit über zehn Jahren eine betriebseigene Kindertagesstätte. Diese Angebote bieten wir allen Angestellten, unabhängig davon, ob sie in Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung oder in einem befristeten Arbeitsverhältnis sind. Daneben stehen die Themen Gesundheit und Sport im Fokus. Mit einem Betriebsrestaurant, einem Sportraum und einem Betriebsarzt in der Unternehmenszentrale decken wir vielfältige Work-Life-Anforderungen an einen modernen Arbeitgeber ab. Diversity ManagementUnsere Unternehmenskultur ist von Offenheit und Respekt geprägt. ProSiebenSat.1 schätzt die Vielfalt, die unsere Mitarbeiter an individuellen Eigenschaften, Talenten und Fähigkeiten in das Unternehmen einbringen. Wir sind überzeugt, dass vielfältig zusammengesetzte Teams komplexe Aufgaben besser lösen und die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Kunden noch besser verstehen. Daher betrachten wir Diversität als wichtigen Erfolgsfaktor für unser Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2017 waren bei ProSiebenSat.1 in Deutschland Mitarbeiter aus rund 50 Nationen beschäftigt; in der ProSieben Sat.1 Media SE waren Mitarbeiter mit 28 unterschiedlichen Nationalitäten beschäftigt. Das Durchschnittsalter der ProSiebenSat.1-Mitarbeiter lag zum 31. Dezember 2017 bei 36,8 Jahren. XXX / ALTERSSTRUKTUR DER MITARBEITER
Ohne internationale Beteiligungen im Segment Content Production & Global Sales. Wir stellen Mitarbeiter auf allen Hierarchieebenen ausschließlich nach objektiven Kriterien ein und fördern die Beschäftigten allein aufgrund ihrer Kompetenzen. Andere Faktoren wie Herkunft und Kultur, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung und Identität, Glaubensrichtung und Weltanschauung oder physische Fähigkeiten spielen keine Rolle. Zur Diversität trägt auch ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern im Unternehmen sowie in Führungspositionen bei. 2017 waren 49,0 Prozent der Mitarbeiter im Konzern weiblich, in der ProSiebenSat.1 Media SE betrug der Anteil 58,1 Prozent. Für Informationen zur Frauenquote in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands in der ProSiebenSat.1 Media SE und zu den entsprechenden Zielgrößen verweisen wir auf die Erklärung zur Unternehmensführung. Für die Angaben zur Diversität in Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf den Corporate-Governance-Bericht. XXX / ANTEIL DER FRAUEN UND MÄNNER IN DER BELEGSCHAFT in Prozent
Ohne internationale Beteiligungen im Segment Content Production & Global Sales. XXX / ANTEIL DER FRAUEN UND MÄNNER IN FÜHRUNGSPOSITIONEN in Prozent
Ohne internationale Beteiligungen im Segment Content Production & Global Sales. Die ProSiebenSat.1 Group hat bereits 2014 die Charta der Vielfalt unterzeichnet und folgt den darin vorgegebenen Leitlinien. Wir unterstreichen damit unser Engagement, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzung ist und Vielfalt unter den Beschäftigten konkret fördert. Beschäftigte können Diskriminierungen oder Verstöße gegen andere im Verhaltenskodex von ProSiebenSat.1 festgehaltene Grundsätze Ansprechpartnern wie dem Chief Compliance Officer oder Betriebsratsmitgliedern im Unternehmen melden, ohne daraus entstehende Nachteile befürchten zu müssen. Zudem schulen wir die Belegschaft mit einem verpflichtenden Training zum Anti-Diskriminierungsgesetz (AGG). GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG (PUBLIC VALUE)Die ProSiebenSat.1 Group erreicht mit ihren Sendern täglich rund 45 Mio Fernsehhaushalte in ihren TV-Märkten in der DACH-Region; Ende 2017 hatten die vom ProSiebenSat.1-Vermarkter SevenOne Media betreuten Web-Angebote zudem eine monatliche Reichweite von rund 38 Mio Unique User. Die verbreiteten Inhalte tragen zur Informationsvielfalt und zur Meinungsbildung von Zuschauern und Nutzern bei. Dieser gesellschaftlichen Verantwortung sind wir uns bewusst. Daher nutzt ProSiebenSat.1 die große Reichweite ihrer Medienangebote gezielt, um wichtige ökologische, soziale und gesellschaftspolitische Themen in den Fokus zu rücken und damit als Unternehmen einen Wertbeitrag für die Gesellschaft zu leisten. Dabei berücksichtigen wir die Grundsätze der redaktionellen Freiheit und journalistischen Unabhängigkeit. Unsere Public-Value-Aktivitäten dienen zudem dazu, die Relevanz unserer TV-Sender und Medienangebote in der Öffentlichkeit zu erhöhen und uns damit von Wettbewerbern zu differenzieren. Aufgrund der Vielzahl an empfangbaren Free- und Pay-TV-Sendern stellen Public-Value-Maßnahmen in der ProSiebenSat.1-Senderfamilie auch ein Instrument zur Markenpflege und -bindung dar. Ein weiterer wichtiger Grund für die Auseinandersetzung mit Sozialbelangen ist die Sicherung von Umsatzerlösen und die Reduzierung von Risiken, da wir durch unsere Initiativen eine höhere Akzeptanz unserer Angebote und Geschäftsmodelle bei wichtigen Stakeholdern wie Zuschauern und Internet-Nutzern, Politik und Regulierungsbehörden sowie bei Werbekunden und Mediaagenturen erreichen können. Sie stellen daher einen wesentlichen nichtfinanziellen Aspekt für ProSiebenSat.1 dar. Bei der Auswahl von Maßnahmen verfolgen wir vier strategische Stoßrichtungen: Wir wollen Wissen schaffen, Chancen bieten, Werte vermitteln und Kultur fördern. Dabei orientieren wir uns an Regelwerken wie dem ProSiebenSat.1-Verhaltenskodex, den Verhaltensgrundsätzen für Journalisten der Internationalen Journalistenvereinigung sowie internen Richtlinien zum Daten- und Jugendschutz oder zur Trennung von Werbung und Programm. Neben den Sendern verfügen Abteilungen wie Governmental Relations & Regulatory Affairs über Budgets für Public-Value-Projekte. Den Erfolg unserer Maßnahmen messen wir zum Teil quantitativ, zum Beispiel über die Zuschauermarktanteile, das Mitarbeiterengagement bei Projekten wie dem Social Day oder Einnahmen durch die RED NOSE DAY-Spendenaktion. XXX / SCHWERPUNKTE DER PUBLIC-VALUE-AKTIVITÄTEN UND AUSGEWÄHLTE MASSNAHMENMEINUNGSBILDUNG UND MEDIENKOMPETENZProgammschwerpunkte und Kampagnen (z. B. Bundestagswahl) Green Seven SchoolsON INFORMATIONSVERBREITUNGBarrierefreiheit (Untertitel im TV-Programm) EMPLOYEE ENGAGEMENTSocial Day WE HELP SPENDEN UND SPONSORINGRED NOSE DAY Wir stärken Kinder FIRST STEPS Awards Im Jahr 2011 hat der Konzern seine Aktivitäten im Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung in einen größeren gesellschaftlichen Kontext gestellt und durch die Gründung eines Beirats ihre Relevanz für den Konzern unterstrichen. Das interdisziplinär besetzte Gremium unter dem Vorsitz des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber berät die ProSiebenSat.1 Group in gesellschaftlichen, ethischen und medienpolitischen Fragen und gibt Anstöße zu wichtigen Themen wie Bildung und Kultur. Im Jahr 2017 traf sich der Beirat in drei Sitzungen. An diesen Terminen nahmen Vorstände sowie weitere Entscheidungsträger des Konzerns teil. Mit Blick auf die junge Zielgruppe von ProSiebenSat.1 setzte der Beirat einen Schwerpunkt auf das Thema digitale Bildung. Mit entsprechenden Maßnahmen will das Gremium insbesondere die Medienkompetenz junger Menschen und deren Orientierung in der digitalen Welt fördern, da diese Fähigkeiten immer stärker zu einer Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und den Zugang zum Arbeitsmarkt werden. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt SchoolsON, das 2017 zum dritten Mal durchgeführt wurde. Der Schülerwettbewerb geht auf eine Initiative des ProSiebenSat.1-Beirats mit Unterstützung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung zurück. Im Rahmen des Wettbewerbs können Jugendliche einen TV-Beitrag für die Formate "Galileo", "taff" oder "Newstime" konzipieren und produzieren. Dazu werden unter www.schools-on.de umfangreiche Tutorials zur Verfügung gestellt, die neben technischen und redaktionellen Anleitungen auch die Themen Persönlichkeitsrechte, Urheberrechte und Nutzungsrechte an fremden Werken behandeln. SchoolsON gibt Jugendlichen somit nicht nur Raum für kreative Entfaltung, sondern fördert auch deren Medienkompetenz. Ein weitere Public-Value-Schwerpunkt war anlässlich der Bundestagswahl 2017 eine Offensive zur Vermittlung politischer Themen und die Förderung der politischen Partizipation insbesondere junger Zuschauergruppen. Die Sender der ProSiebenSat.1 Group berichteten in diversen Wahl-Formaten sowie weiteren Sendungen mit Themenschwerpunkten und durch Online-Angebote umfangreich zur Bundestagswahl. Wie bereits in den Jahren 2009 und 2013 hat ProSiebenSat.1 zudem mit einer breit angelegten Kampagne unter dem Motto "Gestalte Deine Zukunft mit. Geh wählen!" auf den deutschen TV-Sendern sowie den Online- und Social-Media-Plattformen der Gruppe zur Beteiligung an der Bundestagswahl aufgerufen. Grundsätzlich orientieren wir uns bei der Auswahl von Maßnahmen an aktuellen, gesellschaftlich relevanten Themen, die insbesondere die jungen Zielgruppen betreffen. Neben dem Beirat als Governance-Gremium erfolgt die Auswahl und Durchführung von entsprechenden Projekten in der Regel auf Basis eines Bottom-up-Prozesses. Relevante Nachhaltigkeitsthemen werden beispielsweise durch die Redaktionen der TV-Sender im Rahmen ihrer journalistischen Arbeit identifiziert und dazu entsprechende Formatideen sowie Programmumfelder entwickelt. Ein Beispiel ist die Nachhaltigkeitsmarke "Green Seven": Die Ausstrahlung der jährlichen "Green Seven"-Dokumentation zu einem bestimmten ökologischen Thema (2017: "Save the Ice") auf ProSieben wird durch den gleichen thematischen Schwerpunkt in Magazinen und weiteren Programmen unterstützt. Kooperationen mit externen Partnern und Mitarbeiteraktionen begleiten die Ausstrahlung. Überdies kommen Ideen zur Unterstützung sozialer Projekte oder Umsetzung unternehmensinterner Initiativen direkt aus der Belegschaft von ProSiebenSat.1. Das Flüchtlingshilfeprojekt "WE HELP" ist ein Beispiel hierfür. Nicht nur mit unseren Programmen und Kampagnen, sondern auch über den barrierefreien Zugang zu unseren Angeboten nehmen wir unsere Verantwortung wahr. Die ProSiebenSat.1 Group baut daher das Angebot an untertitelten Programmflächen für gehörlose und schwerhörige Menschen sowie die Zahl der Sender stetig aus, auf denen Untertitel verfügbar sind, um die Informationsverbreitung zu verbessern. Auf fünf deutschen Sendern der Gruppe sind Untertitel im Programm; im Berichtsjahr kam sixx neu dazu. Insgesamt hat ProSiebenSat.1 gegenüber der Erhebung der Medienanstalten im Jahr 2016 die Anzahl der Ausstrahlungen um mehr als 20 Prozent gesteigert; die untertitelte Sendezeit stieg dabei um mehr als 30 Prozent. Auf ProSieben sind inzwischen knapp 25 Prozent des Programms untertitelt. PRODUKTVERANTWORTUNGNeben der Vermeidung von medienrechtlichen Verstößen bildet der Datenschutz aufgrund der steigenden Digitalisierung unserer Geschäftstätigkeit eine weitere Säule des Compliance-Management-Systems (CMS); dieses umfasst zusätzlich die Teilbereiche Anti-Korruption und Kartellrecht und wird im Abschnitt zum nichtfinanziellen Aspekt Compliance detailliert beschrieben. Außerdem hat der Konzern in seinem Verhaltenskodex (Code of Conduct) Regeln niedergeschrieben, die sich auch auf Themen der Produktverantwortung beziehen. DatenschutzZu einem wesentlichen Bestandteil der Geschäftstätigkeit der ProSiebenSat.1 Group gehört die Verarbeitung personenbezogener Daten verschiedener Betroffenengruppen. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung im Medienumfeld. Dazu zählen insbesondere Kunden, Online-Nutzer, Zuschauer, Bewerber, Beschäftigte und Geschäftspartner. Wir verstehen deshalb Datenschutz als wichtigen Wettbewerbsfaktor, der insbesondere das Vertrauen in die Produkte und Marken der ProSiebenSat.1 Group und somit auch den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns nachhaltig beeinflussen. Im Jahr 2017 haben wir zwei Fälle von Datenlecks sowie Datenklau oder -verlust ermittelt. Das übergeordnete Ziel des Konzerndatenschutzes ist ein einheitliches und angemessenes Datenschutzniveau innerhalb der ProSiebenSat.1 Group, das in Einklang mit den nationalen und internationalen Vorschriften steht. Dies soll auf Basis eines risikoorientierten Datenschutzmanagementsystems (DSMS) sowie vereinheitlichter Prozesse, Richtlinien und Vorgaben sichergestellt werden, die teilweise konzernweit gelten. 2017 hat ProSiebenSat.1 mit den ersten Schritten zur Erreichung der Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) begonnen. Neben gesetzlichen Bestimmungen sind die unternehmensinternen Richtlinien zum Umgang mit personenbezogenen Daten und deren automatisierte Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung maßgeblich. Die Grundsätze zum Datenschutz und die Datenschutzprozesse hat ProSiebenSat.1 im Global Data Protection Standard (GDPS), der Datenschutz-Policy, dem Verhaltenskodex sowie weiteren Datenschutzbestimmungen festgelegt. XXX / DATENSCHUTZPROZESSE
Die ProSiebenSat.1 Group hat Prozesse und Maßnahmen implementiert, um personenbezogene Daten vor Missbrauch zu schützen. Es findet grundsätzlich keine Verarbeitung von personenbezogenen Daten statt, außer die Einhaltung geltenden Rechts wurde sichergestellt. Wir gewähren jedem Einzelnen das Recht, der Nutzung personenbezogener Daten zu widersprechen bzw. die Löschung oder Sperrung personenbezogener Daten zu verlangen. Zudem gibt ProSiebenSat.1 im Rahmen der Datenschutzprozesse personenbezogene Daten an Dritte auch innerhalb des Konzerns nur im Einklang mit den rechtlichen Bestimmungen weiter. Überdies treffen wir angemessene Sicherheitsvorkehrungen, um personenbezogene Daten vor Verlust, Zerstörung, unautorisiertem Zugriff oder unautorisierter Verwendung, Bearbeitung oder Offenlegung zu schützen. MedienrechtDie medienrechtlichen Bestimmungen des CMS befassen sich insbesondere mit journalistischer Unabhängigkeit, den Grundsätzen zur Trennung von Werbung und Programm, den Anforderungen an Produktplatzierungen und Jugendschutz sowie der Verhinderung von Schleichwerbung bzw. Ausstrahlung gesetzlich verbotener Werbung. Wir haben für 2017 insgesamt elf Verstöße gegen Programmgrundsätze und journalistische Sorgfaltspflichten sowie jugendschutzrechtliche Bestimmungen identifiziert.
XXX / ZENTRALE COMPLIANCE-ORGANISATION
COMPLIANCEProSiebenSat.1 ist der Überzeugung, dass nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg im Wettbewerb nur auf der Grundlage rechtmäßigen Handelns möglich ist. Die Verhinderung von Korruption und kartellrechtlichen Verstößen ist daher - neben den Themenfeldern Medienrecht und Datenschutz - von hoher Geschäftsrelevanz und ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Festigung unserer Marktposition sowie die Erreichung unserer Unternehmensziele. Anti-Korruption und kartellrechtliche Compliance zählen zu den wesentlichen nichtfinanziellen Aspekten des Konzerns. Aus diesem Grunde besteht bei der ProSiebenSat.1 Group ein Compliance-Management-System (CMS). Wesentliche Zielsetzung des CMS ist, Integrität und rechtmäßiges Verhalten dauerhaft im Denken und Handeln aller Mitarbeiter zu verankern und auf diese Weise Rechts- und Regelverstöße von vornherein zu verhindern. Vor dem Hintergrund der Konzernstruktur hat sich ProSiebenSat.1 in eine zentrale und dezentrale Compliance-Organisationsstruktur aufgeteilt. Die zentrale Organisation bilden der Compliance-Ausschuss (Compliance Board) und der Group Chief Compliance Officer (CCO), die bei der Erfüllung ihrer Aufgaben durch Fachexperten aus anderen Bereichen, beispielsweise der Rechtsabteilung, unterstützt werden. Das Compliance Board und der CCO unterstützen und beraten den Vorstand bei der Umsetzung, Überwachung und Weiterentwicklung des CMS. Der CCO ist für die Umsetzung des CMS im Konzern verantwortlich, führt Risikoanalysen und Schulungen durch und berät den Vorstand bei der Entwicklung und Umsetzung angemessener Maßnahmen zur Risikominimierung. Zudem beobachtet er die Rechtsentwicklung und unterbreitet Vorschläge zur Weiterentwicklung des CMS, unter anderem im Hinblick auf die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie die Einhaltung des Kartellrechts. Die dezentrale Compliance-Organisation wird durch Unit Compliance Officers (UCO) repräsentiert, die in den Konzerngesellschaften bestellt werden. Die Gesamtverantwortung für das CMS liegt beim Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE als Mutterunternehmen der ProSiebenSat.1 Group. In ihrem Verhaltenskodex ("Code of Conduct") hat die ProSiebenSat.1 Group grundsätzliche Richtlinien und Handlungsweisen festgelegt. Diese Vorgaben definieren die allgemeinen Maßstäbe für das Verhalten in geschäftlichen, rechtlichen und ethischen Angelegenheiten. Sie dienen allen Mitgliedern des Vorstands, der Geschäftsleitung sowie den Mitarbeitern des Konzerns als verbindlicher Orientierungs- und Ordnungsrahmen für den Umgang miteinander sowie mit externen Stakeholdern. Denn wir sind der Überzeugung, dass unser unternehmerischer Erfolg auch vom Vertrauen unserer Kunden, Geschäftspartner und Aktionäre in unsere Unabhängigkeit und Integrität abhängt. Die Einhaltung hoher ethischer Standards und unser gesamtgesellschaftliches Engagement sind daher von ebenso entscheidender Bedeutung wie die Beachtung aller für uns relevanten Gesetze. Die Durchführung einer systematischen und standardisierten Risikoanalyse für Compliance-Risiken stellt eine wesentliche Grundlage des CMS dar. Aufbauend auf die Relevanzanalyse wird in einem zweiten Schritt ein Compliance Risk Assessment durchgeführt. Der Vorstand unterstützt diesen Prozess durch die Bereitstellung einer geeigneten Compliance-Organisation sowie adäquater und effizienter Compliance-Programme. Dazu gehören Beratung, Schulungen und aus Richtlinien abgeleitete Maßnahmen. Das CMS wird kontinuierlich weiterentwickelt, verbessert und überprüft. Um eine unabhängige, externe Bewertung zu erhalten, hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG das CMS für die Teilbereiche Kartellrecht, Anti-Korruptionsvorschriften, Medienrecht und Datenschutzrecht nach dem IDW Prüfungsstandard 980 geprüft. Die Prüfung der Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit des CMS der Holding-Gesellschaft ProSiebenSat.1 Media SE für das erste Halbjahr 2017 wurde am 20. Dezember 2017 abgeschlossen. ProSiebenSat.1 zielt darauf ab, Transparenz im Umgang mit Kunden, Lieferanten und Behörden zu schaffen, um internationalen Standards zur Korruptionsbekämpfung sowie nationalen und lokalen Vorschriften zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu entsprechen. Daher erstreckt sich das CMS auf die Verhinderung von Korruptionsstraftaten, insbesondere gemäß den Straftatbeständen der Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr (§§ 299 ff. StGB), der Vorteilsgewährung an Amtsträger (§ 333 StGB) sowie der Bestechung von Amtsträgern (§ 334 StGB). Im Jahr 2017 sind wie im Vorjahr keine Korruptionsvorfälle oder Anklagen wegen Korruption gegen den Konzern oder ProSiebenSat.1-Mitarbeiter bekannt geworden. Im Hinblick auf das Kartellrecht umfasst das CMS bei ProSiebenSat.1 die Verhinderung von Vereinbarungen und aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen, die den Wettbewerb zu beeinträchtigen geeignet sind (§ 1 GWB, Art. 101 AEUV) sowie die Verhinderung des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung (§ 19 GWB, Art. 102 AEU). Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind wie 2016 keine neuen Verfahren oder Vorfälle im Bereich Kartellrecht bekannt geworden. Seit 2008 ist ein Zivilrechtsrechtsstreit mit der RTL 2 Fernsehen GmbH & Co. KG und El Cartel Media GmbH & Co. KG anhängig. UMWELTBELANGE UND ACHTUNG DER MENSCHENRECHTEAls Medienkonzern zählt ProSiebenSat.1 nicht zu den produzierenden Branchen mit hohem Energie- und Ressourceneinsatz sowie komplexen, globalen Lieferketten. Daher schätzen wir insbesondere die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt als sehr begrenzt ein und haben daher gegenwärtig Umweltbelange nicht als wesentlichen nichtfinanziellen Aspekt gemäß § 289c Abs. 3 HGB identifiziert. Dennoch können wir einen Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels und zur Bewahrung unserer Umwelt leisten, indem wir ressourcenschonend handeln und zum Beispiel die Energieeffizienz erhöhen sowie den CO 2 -Ausstoß unserer Aktivitäten durch gezielte Maßnahmen verringern. Ausführliche Informationen zu unserer ökologischen Verantwortung und den Themen Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen, Entsorgung sowie Mobilität veröffentlichen wir jährlich im Nachhaltigkeitsbericht der ProSiebenSat.1 Group. ProSiebenSat.1 toleriert keine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Ausrichtung sowie Behinderung. Wir verurteilen in unseren Geschäftsbeziehungen insbesondere jegliche Art von sexueller Gewalt oder Machtmissbrauch. Der unternehmensinterne Verhaltenskodex gibt entsprechende Compliance-Richtlinien vor und beschreibt das Meldesystem bei Verstößen. Auf seinen Fernsehsendern wirbt die Gruppe zudem zum Beispiel mit dem TV-Magazin "Challenge" für Inklusion. Das Projekt der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien e. V. gibt Einblicke in das Leben von Menschen mit Behinderungen. ProSiebenSat.1 ist sich seiner Verantwortung für die verbreiteten Angebote bewusst und berichtet darüber ausführlich unter dem Aspekt Produktverantwortung. In der vorliegenden NFE verzichten wir dennoch auf weiterführende Angaben zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen wie zum Beispiel die Bekämpfung von Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit sowie die Bewertung von Lieferanten in der Medienbranche hinsichtlich der Einhaltung von Menschenrechten. Auf Basis unserer Wertschöpfungskette und der potenziellen Auswirkungen unserer Geschäftsaktivitäten erachten wir die Achtung der Menschenrechte daher nicht als wesentlichen nichtfinanziellen Aspekt. ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT WIRTSCHAFTSBERICHT: DAS FINANZJAHR 2017RAHMENBEDINGUNGEN DES KONZERNSTV ist Leitmedium in Deutschland, sowohl mit Blick auf die Reichweite als auch die Nutzungsdauer. Gleichwohl verändern die Digitalisierung und die steigende Internetnutzung das Verhalten der Konsumenten. Diese Entwicklung treiben wir voran, indem wir unser Portfolio diversifizieren und vernetzen. 2017 war ProSiebenSat.1 führend im Zuschauer- und Werbemarkt; dabei bieten wir unseren Kunden integrierte Werbemöglichkeiten.KONJUNKTURELLE ENTWICKLUNGDie deutsche Wirtschaft dürfte im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr real um 2,2 Prozent gewachsen sein (Vorjahr: 1,9 %). Für das vierte Quartal rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) derzeit mit einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. XXX / ENTWICKLUNG DES BRUTTOINLANDSPRODUKTS IN DEUTSCHLAND in Prozent, Veränderung gegenüber Vorquartal
Preis-, saison- und kalenderbereinigt Quelle: Destatis, DIW vom 31.01.2018 / p: Prognose Die deutsche Wirtschaft profitiert von dem anhalten guten Konsumklima. So hat sich der private Konsum aufgrund positiver Arbeitsmarkt- und Einkommensbedingungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 2,0 Prozent erhöht. Vor diesem Hintergrund ist der Umsatz im Einzelhandel nach Schätzung des Statistischen Bundesamts real um 2,3 Prozent gewachsen; der Einzelhandel macht rund ein Viertel des privaten Konsums aus. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei der Internet- und Versandhandel (+7,7 %). Daneben haben die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen sowie der staatliche Konsum die deutsche Wirtschaft gestützt. ENTWICKLUNG VON MEDIENKONSUM UND WERBEWIRKUNGDas Spektrum der Mediennutzung hat sich in den letzten Jahren durch die Digitalisierung erweitert. Die einst festen Verbindungen von Inhalten und Endgeräten lösen sich ein Stück weit auf, sodass die Gattungsgrenzen zwischen den Medien konvergieren. Dies gilt auch für Fernsehen bzw. die Bewegtbild-Nutzung im Allgemeinen: Mit der Verbreitung mobiler Geräte wie Smartphones und Tablets steigt die Vielfalt an Übertragungswegen. Dadurch entstehen neue Nutzungsformen wie zeitversetztes Fernsehen über Apps auf mobilen Endgeräten. Zusätzlich gewinnt Fernsehen durch Innovationen am TV-Gerät selbst an Attraktivität: Digitales Fernsehen in hochauflösender Qualität (HD) oder Video-on-Demand (VoD) auf großflächigen TV-Screens sind Beispiele hierfür. Breitband-Internetzugänge mit rascher Datenübertragung sowie die hohe Zahl an Satelliten-Haushalten in Deutschland treiben diese Entwicklung voran. XXX / FERNSEHHAUSHALTE IN DEUTSCHLAND NACH ZUGANGSART Anzahl TV-Haushalte
1 Angaben zum Stichtag 01.12.2017.
Quelle: AGF in Zusammenarbeit mit GfK/TV Scope 6.1, Haushalte. Trotz der Vielzahl an zusätzlichen Angeboten findet 96 Prozent der linearen Fernsehnutzung in Deutschland nach wie vor auf dem klassischen TV-Gerät statt (Zielgruppe 14 - 69 Jahre). Auch die Sehdauer entwickelt sich hierzulande auf hohem Niveau annähernd stabil, sie belief sich in der Zuschauergruppe zwischen 14 und 69 Jahren auf 218 Minuten im Jahr 2017 (Vorjahr: 223 Minuten). Die Daten zur Fernsehnutzung werden in Deutschland im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) über eine Messung in einem TV-Panel täglich erhoben. Die Ergebnisse des "Media Activity Guide 2017" und "ViewTime Report 2017" geben einen detaillierten Einblick in das Mediennutzungsverhalten in Deutschland: Im Schnitt nutzen die Deutschen täglich 580 Minuten Medien und Medienübertragungswege. In der Zuschauergruppe 14 bis 69 Jahre entfallen 248 Minuten bzw. 43 Prozent der täglichen Mediennutzung auf TV, sowohl linear als auch über alternative Übertragungswege. Auf Platz zwei folgt Radio mit 102 Minuten täglicher Nutzungsdauer. Inhaltlich getriebene Internetnutzung nimmt 89 Minuten bzw. 15 Prozent des Zeitbudgets ein. Auf die Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften entfallen 31 Minuten pro Tag. Digitalisierung bedeutet demnach nicht, dass Fernsehen an Relevanz verliert. Vielmehr konsumieren die Nutzer Inhalte der klassischen Medien immer häufiger auch in digitaler Form. Der "Media Activity Guide" untersucht jährlich die Mediennutzung der Deutschen. Die Studie wird von forsa im Auftrag des ProSiebenSat.1-Werbezeitenvermarkters SevenOne Media durchgeführt. Mittels Telefoninterviews wurde vom 1. März bis 28. März 2017 das Mediennutzungsverhalten der Deutschen abgefragt; die ausgewerteten Daten beziehen sich auf das erste Quartal 2017. Ergänzend zum jährlich erscheinenden Media Activity Guide und ebenfalls in Zusammenarbeit mit forsa untersuchen wir mit dem "ViewTime Report" quartalsweise fokussiert alle Formen der Bewegtbild-Nutzung. Fernsehen ist nach wie vor das meistgenutzte Medium. Zudem zeigen die Studien, dass klassische Medien das höchste Vertrauen genießen und aufgrund ihrer inhaltlichen Qualität zunehmend einen Gegenpol zur ungefilterten Meinungsäußerung über Socia-Media-Kanäle bilden. Durchschnittlich rund 15 Minuten verbringen die 14- bis 69-Jährigen täglich mit Social-Media-Aktivitäten. Gleichzeitig erreicht TV deutlich mehr 14- bis 29-Jährige als Facebook, Instagram oder Snapchat. Die Verbreitung von Facebook ist in der jungen Zielgruppe sogar rückläufig: Bei den 14- bis 29-Jährigen sinkt die Reichweite kontinuierlich (Q2/2015: 69 % vs. Q2/2017: 45 % mind. seltene Nutzung). Radio und Fernsehen haben jeweils mit 95 Prozent den weitesten Nutzerkreis bei den 14- bis 69-Jährigen. Gleichzeitig ist das Internet fester Bestandteil unseres Alltags; im Jahr 2017 lag der Anteil der Internetnutzer in Deutschland bei 93 Prozent. Dabei steigt die tägliche Bewegtbild-Nutzung kontinuierlich; im zweiten Quartal 2017 betrug sie 243 Minuten (Q2/2015: 239 Minuten). Fernsehen ist der wichtigste Lieferant von Bewegtbild-Inhalten: 88 Prozent der Videonutzung der 14- bis 69-jährigen Zuschauer entfällt in Deutschland auf TV bei einer Sehdauer von 214 Minuten. Auf Platz zwei folgen werbefinanzierte und damit für den User kostenlose Online-Videos mit durchschnittlich 15 Minuten. Das entspricht 6 Prozent der gesamten Bewegtbild-Nutzung in der Zielgruppe der 14- bis 69-Jährigen in Deutschland. Kostenpflichtige Zusatzangebote wie Pay-TV oder VoD eröffnen der ProSiebenSat.1 Group zusätzliche Wachstumsperspektiven. Im Jahr 2017 lag das Volumen des Pay-TV-Markts bei 3,1 Mrd Euro; dies geht aus dem PwC German Entertainment and Media Outlook 2017 - 2021 hervor. Das Volumen des PayVoD-Markts betrug laut Statista Digital Market Outlook 784 Mio Euro; auf den wichtigen Subscription-Video-on-Demand-Bereich (SVoD) entfiel ein Volumen von 534 Mio Euro. Knapp ein Drittel der 14- bis 69-Jährigen nutzt zumindest gelegentlich Videostreaming gegen Gebühr. Zugleich steigt die Zahl der Nutzer sowie der SVoD-Abonnements in deutschen Haushalten, wenngleich sich die tägliche Sehdauer mit 9 Minuten bislang auf moderatem Niveau bewegt. Die Studien zeigen, dass Fernsehen nach wie vor Leitmedium ist. Kein anderes Medium kann schneller eine so hohe Reichweite generieren wie TV. Zugleich werden Unterhaltungsgeräte wie Smartphones und Tablets zusätzlich zum TV-Gerät genutzt, die Parallelnutzung von verschiedenen Bildschirmmedien steigt kontinuierlich: Lag der Anteil der Parallelnutzer zwischen 14 und 49 Jahren vor vier Jahren noch bei 68 Prozent, waren im Jahr 2017 bereits 83 Prozent der Befragten zumindest selten online während sie fernsahen. Dies hat auch Folgen für die Werbewirkung: Second-Screen-Nutzer sind nicht nur stärker an Fernsehinhalten interessiert und sehen mit 211 Minuten täglich 22 Minuten länger fern als der Durchschnitt ihrer Altersgruppe (14 - 49 Jahre). Sie sind auch online-affiner. Motiviert durch TV-Inhalte hat ein Drittel (36,6 %) schon einmal direkt im Internet eingekauft. XXX / PARALLELNUTZUNG TV/INTERNET in Prozent
Basis: 14 - 49 Jahre, Nutzung TV/Internet mindestens selten Quelle: Media Activity Guide 2017, SevenOne Media/forsa. Aufgrund seiner hohen Reichweite ist Fernsehen das wichtigste und effektivste Werbemedium. Über Bewegtbild-Werbung im TV wird eine Marke stärker emotional geprägt als in jedem anderen Medium. Sie bindet Konsumenten an Marken und zahlt sich für Werbungtreibende kurz- und langfristig aus. Dies belegt der sogenannte "ROI Analyzer", eine Studie, die SevenOne Media 2014 gemeinsam mit der GfK-Fernsehforschung sowie dem GfK-Verein veröffentlicht hat. Dazu wurden über ein Jahr lang die Umsatzeffekte von TV-Werbung auf alle Einkaufsdaten aus 30.000 deutschen Haushalten ausgewertet. Das Ergebnis: Über alle untersuchten Marken hinweg refinanziert sich eine TV-Kampagne bereits nach einem Jahr mit einem durchschnittlichen ROI von 1,15. Nach fünf Jahren steigt dieser Wert auf 2,65. Weitere Wellen des ROI Analyzers zu unterschiedlichen Branchen bestätigen die hohe Abverkaufswirkung von TV-Werbung. Die Fragmentierung und Digitalisierung der Medienlandschaft eröffnet immer mehr Möglichkeiten, Medien zu nutzen. Dabei profitiert Fernsehen von der steigenden Bewegtbild-Nutzung in Deutschland. So findet lineares Fernsehen heute unabhängig vom TV-Gerät statt, gleiche Inhalte werden über verschiedene Kanäle auf unterschiedlichen Geräten genutzt. Parallel dazu entstehen neue, crossmediale Werbeflächen, die gepaart mit den Impulsen aus der Parallelnutzung zu einer stärkeren Zuschauerbindung führen. Vor diesem Hintergrund gewinnt TV in der Vermarktung weiter an Relevanz. MARKTUMFELD DES TV-GESCHÄFTSDie deutsche Medienlandschaft ist geprägt von einem dualen System aus privaten und öffentlich-rechtlichen Anbietern. Dabei unterscheidet sich die Marktstruktur deutlich von anderen Ländern. Der deutsche TV-Markt ist vergleichsweise stark reguliert. So sind die Möglichkeiten für TV-Werbung sowohl quantitativ als auch qualitativ begrenzter und deutlich restriktiver als etwa in den USA. Die Ausstrahlungszeit für TV-Werbung ist beispielsweise in Deutschland auf maximal zwölf Minuten pro Stunde beschränkt. Zugleich sind die öffentlich-rechtlichen Anstalten in Deutschland sehr finanzstark: Wie in vielen anderen europäischen Ländern, ist die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Anbieter gesetzlich sichergestellt, ihr Budget aus Rundfunkgebühren dabei aber außerordentlich hoch. Die Sendeanstalten finanzieren aus Gesamteinnahmen von 9,3 Mrd Euro rund 20 TV-Sender und rund 60 Radioprogramme. Die privaten Anbieter generieren Umsätze primär aus Werbung und betreiben mit einem Etat von 10,7 Mrd Euro über 290 TV-Sender und rund 270 Hörfunkprogramme (Aktuellster Stand: 2016). Die privaten Anbieter sind bislang von der öffentlichen Finanzierung ausgenommen. ProSiebenSat.1 leistet jedoch gerade in den jungen Zielgruppen einen wichtigen Beitrag zur medialen Grundversorgung. In diesem Kontext haben wir im Jahr 2017 die Debatte um eine Weiterentwicklung des dualen Systems forciert. Ziel des Vorschlags für eine Medienordnung 4.0 ist es, Inhalte zu fördern und die Finanzierung nicht länger ausschließlich an Institutionen festzumachen. Die Politik hat bereits erkannt, dass Reformen notwendig sind. Ein erster Schritt waren die Vorschläge der Intendanten zur Strukturreform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. XXX / ÖFFENTLICHE TV-BUDGETS VERSCHIEDENER ÖFFENTLICH-RECHTLICHER ANBIETER IN EUROPA in Mrd Euro
1 Adjustiert auf deutsches Preisniveau,
basierend auf Eurostat-Preisleveldaten, 2016.
DE: Beitragseinnahmen ohne Deutschlandradio und Radioanteil ARD. ES: Staatliche Subventionierung inklusive des Pflichtbeitrags der privaten Fernsehsender (3 % der Umsätze für Free-TV und 1,5 % für Pay-TV) für RVE und autonome Sender. Quelle: IHS, KEF, UN, DigitalTVeurope, McKinsey-Analyse. Das duale System ist in ein finanzielles Ungleichgewicht geraten, da die Einnahmen der Öffentlich-Rechtlichen aus den Rundfunkgebühren in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind und der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich zusätzlich über Werbung finanziert. Hinzu kommt, dass im Zuge der Digitalisierung neue Marktteilnehmer entstehen und sich der Wettbewerb mit globalen Anbietern intensiviert. ProSiebenSat.1 steht dieser Entwicklung grundsätzlich positiv gegenüber und erkennt in der dynamischen Marktentwicklung zahlreiche Wachstumschancen. Ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung sind jedoch gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen, die den digitalen Wirtschaftswandel begleiten. Dazu gehören einheitliche Standards zum Jugendschutz oder Urheberrecht ebenso wie eine adäquate Förderung der europäischen Digitalindustrie. Es ist wichtig, dass der Gesetzgeber private Anbieter dabei unterstützt, die digitale Transformation zu gestalten. Strategisch gehen wir das Thema selbst an und bilden Allianzen. Ein Beispiel ist die Log-in-Allianz, die ProSiebenSat.1 gemeinsam mit der RTL Mediengruppe und United Internet initiiert hat. Ziel ist es, dem User eine ebenso einfache wie sichere Lösung zu bieten, um branchenübergreifend auf alle Internetdienste der Initiative zugreifen zu können. Damit generieren wir für alle Marktteilnehmer einen Mehrwert und etablieren Standards, um den hiesigen Digitalmarkt zu stärken. ENTWICKLUNG DES ZUSCHAUERMARKTSDie ProSiebenSat.1 Group betreibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz werbefinanzierte Free-TV-Sender und bietet diese sowohl in SD- als auch HD-Qualität an. Im Kernmarkt Deutschland ist der ProSiebenSat.1-Konzern mit seinen sieben Free-TV-Sendern Marktführer. XXX / ZUSCHAUERMARKTANTEILE DER PROSIEBENSAT.1 GROUP in Prozent
Werte beziehen sich auf 24 Stunden (Mo - So). Deutschland: SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx, SAT.1 Gold, ProSieben MAXX, kabel eins Doku (seit 22.09.2016); werberelevante Zielgruppe E 14 - 49; Quelle: AGF in Zusammenarbeit mit GfK/TV Scope 6.1/SevenOne Media Committees Representation. Österreich: Basis: Österreich, alle Ebenen; Zeitraum: 01.01. - 31.12.2017 (endgültig gewichtet); E 12 - 49; SAT.1 Österreich, ProSieben Austria, kabel eins Austria, PULS 4, sixx Austria, ProSieben MAXX Austria, SAT.1 Gold Österreich, kabel eins Doku Österreich (seit 22.09.2016), ATV + ATV 2 (seit 07.04.2017 bei ProSiebenSat.1 PULS 4, davor eigenständige Gruppe); Quelle: AGTT/GfK: Fernsehforschung/Evogenius Reporting (KR). Schweiz: SAT.1 Schweiz, ProSieben Schweiz, kabel eins Schweiz, sixx Schweiz, SAT.1 Gold Schweiz, ProSieben MAXX Schweiz, Puls 8 (seit 08.10.2015); werberelevante Zielgruppe E 15 - 49; Marktanteile beziehen sich auf die deutsche Schweiz, D - CH; Totalsignal. Quelle: Mediapulse TV Panel. Das Wettbewerbsumfeld im deutschen Free-TV-Markt hat sich wie erwartet intensiviert: ProSieben und SAT.1 zählen zu den reichweitenstärksten Sendern, hinzugekommen sind in den vergangenen Jahren jedoch zahlreiche neue Special-Interest-Sender. Vor diesem Hintergrund belief sich der gemeinsame Marktanteil der Sendergruppe im Jahr 2017 auf 27,0 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern (Vorjahr: 28,0 %). Die von der IP Deutschland vermarkteten Sender (RTL, VOX, n-tv, Super RTL, NITRO, RTLplus) kamen auf einen Marktanteil von 25,4 Prozent (Vorjahr: 24,8 %), wobei insbesondere die kleinen Sender RTLplus und NITRO zulegen konnten. XXX / FRAGMENTIERUNG DES TV-MARKTS IN DEUTSCHLAND SEIT 2007
Strukturanteile/Marktanteile: Mo - So, 3 - 3 Uhr / Angaben in Prozent (Größe der Kugeln symbolisiert jeweiligen MA bei E 14 - 49) letzte vier Tage gewichtet; für 2017 sind die letzten vier Tage vorläufig gewichtet. Basis: Alle Fernsehhaushalte Deutschland (deutschsprachig). / Quelle: AGF in Zusammenarbeit mit GfK/TV Scope/P7S1 TV Deutschland Business Intelligence (KÜ). Im April 2017 hat die ProSiebenSat.1 Group die österreichische Sendergruppe ATV erworben. Vor diesem Hintergrund steigerte ProSiebenSat.1 PULS 4 in Österreich den gemeinsamen Zuschauermarktanteil bei den 12- bis 49-Jährigen auf 27,9 Prozent (Vorjahr: 23,0 %) und ist im Berichtszeitraum damit die erfolgreichste Sendergruppe in Österreich. Auf die Sender ATV und ATV2 entfiel dabei seit der Übernahme ein gemeinsamer Marktanteil von 5,0 Prozent. Die ProSiebenSat.1-Sender in der Schweiz erzielten 2017 mit 17,8 Prozent bei den 15- bis 49-jährigen Zuschauern einen Gruppenmarktanteil auf Vorjahresniveau. Einen Überblick über die Marktanteile der einzelnen werbefinanzierten TV-Sender in den deutschsprachigen Märkten geben folgende Tabellen. XXX / ZUSCHAUERMARKTANTEILE DER PROSIEBENSAT.1-SENDER IN DEUTSCHLAND in Prozent
1 kabel eins Doku seit 22.09.2016.
Werte beziehen sich auf 24 Stunden (Mo - So). SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx, SAT.1 Gold, ProSieben MAXX, kabel eins Doku; Quelle: AGF in Zusammenarbeit mit GfK/TV Scope 6.1/SevenOne Media Committees Representation. XXX / ZUSCHAUERMARKTANTEILE DER PROSIEBENSAT.1-SENDER IN ÖSTERREICH in Prozent
Werte beziehen sich auf 24 Stunden (Mo - So). SAT.1 Österreich, ProSieben Austria, kabel eins Austria, PULS 4, sixx Austria, ProSieben MAXX Austria, SAT.1 Gold Österreich, kabel eins Doku Austria (seit 22.09.2016), ATV + ATV 2 (seit 07.04.2017 bei ProSiebenSat.1 PULS 4, davor eigenständige Gruppe); Quelle: AGTT/GfK TELETEST; Evogenius Reporting; 01.01.2016 - 31.12.2017; personengewichtet; inclusive VOSDAL/ Timeshift; Standard. XXX / ZUSCHAUERMARKTANTEILE DER PROSIEBENSAT.1-SENDER IN DER SCHWEIZ in Prozent
Werte beziehen sich auf 24 Stunden (Mo - So). SAT.1 Schweiz, ProSieben Schweiz, kabel eins Schweiz, sixx Schweiz, SAT.1 Gold Schweiz, ProSieben MAXX Schweiz, Puls 8 (seit 08.10.2015); werberelevante Zielgruppe 15 - 49 Jahre; Marktanteile beziehen sich auf die deutsche Schweiz; D - CH; Totalsignal; Quelle: Mediapulse TV Panel. Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet uns neue Umsatzmodelle für das TV-Geschäft. Ein Beispiel ist die Distribution von Programmen in HD. Hier partizipieren wir an den technischen Freischaltentgelten, die Endkunden für Programme in HD-Qualität an die jeweiligen Anbieter entrichten. Die Nutzerzahl der Satellit-Digitalplattform HD+, über die private Fernsehsender in Deutschland verbreitet werden, steigt kontinuierlich. 2017 zählten die ProSiebenSat.1-HD-Sender in Deutschland 8,8 Mio Nutzer (Vorjahr: 7,2 Mio). Auch in Österreich und der Schweiz strahlt der Konzern seine Programme in HD-Qualität aus. Zahlreiche Kooperationen unterstreichen die Strategie der ProSiebenSat.1 Group, ihr Programm über möglichst viele Verbreitungswege anzubieten und ihre technische Reichweite auszubauen. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen auch im Jahr 2017 zahlreiche neue Distributionsvereinbarungen getroffen, unter anderem mit Vodafone, Unitymedia und SES Astra. Neben Reichweite und Marktanteilen sind Auszeichnungen ein Indikator für die Popularität und Qualität unserer Programme. 2017 hat der Konzern erneut zahlreiche Preise gewonnen. XXX / AUSZEICHNUNGEN FÜR TV-FORMATE, KÜNSTLER UND KOPRODUKTIONENBAMBI"Willkommen bei den Hartmanns" 1 (Film National) BAYERISCHER FERNSEHPREIS"The Voice of Germany" (Matthias Kowalski als Executive Producer in der Kategorie Unterhaltung) "Jack the Ripper" (Sonja Gerhardt in der Kategorie Beste Darstellerin) BAYERISCHER FILMPREIS"Willkommen bei den Hartmanns" 1 (Publikumspreis) "Willkommen bei den Hartmanns" 1 (Produzentenpreis) BREMA (RADIO BREMEN UND BREMISCHE LANDESMEDIENANSTALT)"Galileo: You are President" (Preis für crossmediale Programminnovationen in der Kategorie TV) DEUTSCHER COMEDYPREIS"jerks." (Beste Innovation) "Willkommen bei den Hartmanns" 1 (Erfolgreichste Kino-Komödie) "Luke! Die Woche und ich" (Beste Comedy-Show) Luke Mockridge: Erfolgreichster Live-Act DEUTSCHER FERNSEHPREIS"Die Beste Show der Welt" (Beste Unterhaltung Prime Time) "Galileo" (Bestes Infotainment) "Jack the Ripper" (Sonja Gerhardt in der Kategorie Beste Schauspielerin) JUPITER AWARD"Seitenwechsel" (Mina Tander in der Kategorie Beste Darstellerin National) "Willkommen bei den Hartmanns" 1 (Bester Film national) Senta Berger: Ehren-Jupiter (u.a. "Willkommen bei den Hartmanns " 1 ) KINDER-MEDIEN-PREIS"Nackt. Das Netz vergisst nie" 2 (Weißer Elefant für die herausragende Anti-Cybermobbing TV- und Onlinekampagne AugenAuf) GRIMME-PREIS"Applaus und raus" (Beste Unterhaltung) ROMY"jerks." (Preis der ROMY Akademie)
1 Koproduktion der ProSiebenSat.1-Tochter
SevenPictures.
ENTWICKLUNG DER NUTZERZAHLENDie ProSiebenSat.1 Group verfolgt konsequent eine digitale Entertainment-Strategie. Dazu diversifiziert der Konzern seine Angebote und wertet Programminhalte auf verschiedenen Plattformen aus: Der Konzern verlängert dazu sein lineares TV-Angebot auf digitale Devices und bietet Programminhalte auf unterschiedlichen Endgeräten an. Damit generiert der Konzern einerseits zusätzliche Umsätze, anderseits bedient er unterschiedliche Mediennutzungsinteressen. XXX / AUSWERTUNG VON PROGRAMMINHALTEN
1 Auszug aller Angebote von ProSiebenSat.1
Auf Basis der im Dezember 2017 veröffentlichten Daten erreichten die von ProSiebenSat.1-Werbezeitenvermarkter SevenOne Media betreuten Web-Angebote rund 38 Mio Unique User (Vorjahr: rund 34 Mio Unique User). Dazu zählen etwa die ProSiebenSat.1-Senderseiten sowie die Wetterplattform wetter.com. Diese Angaben basieren auf Daten der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF). Zudem bietet der Konzern seinen Werbekunden über Applikationen für die mobile Nutzung neue Vermarktungsumfelder. Im Oktober 2017 hat ProSiebenSat.1 gemeinsam mit Discovery Networks Deutschland ein gemeinsames Entertainment-Streaming-Angebot gestartet. Im Zuge des Joint Ventures wurde die 7TV App um die Discovery-Sender DMAX und TLC erweitert. Ziel ist, eine breite OTT-Plattform aufzubauen, die auch für weitere Inhalte und Partner offen ist. Bis heute hat die werbefinanzierte und damit für den User kostenlose 7TV App über 6,3 Mio Downloads auf Smartphones und Tablets generiert. Zusätzlich bietet ProSiebenSat.1 für seine deutschen Free-TV-Sender eigene Apps an; darüber ist das Fernsehprogramm auf Smartphones und Tablets jederzeit abrufbar. Seit Start verzeichneten die Apps fast 5,5 Mio Downloads auf Smartphones und Tablets. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Portfolios von ProSiebenSat.1 ist das globale Digital-Studio Studio71. Es finanziert sich ebenfalls primär über Werbung und steigert seine Abrufzahlen kontinuierlich. 2017 erzielte Studio71 mit seinen rund 1.300 Web Channels rund 89 Mrd Video Views (Vorjahr: 60 Mrd Video Views) und zählte mehr als 900 Mio Abonnenten. Damit gehört Studio71 weltweit zu den größten Multi-Channel-Networks (MCN). Neben diesen werbefinanzierten Online-Plattformen betreibt der Konzern das VoD-Portal maxdome: Die Online-Videothek generiert Umsätze über Einzelabrufe sowie Abonnements und ist sowohl über Smart-TVs und den PC als auch mobil verfügbar. Im Jahr 2017 verzeichnete maxdome über 1 Mio SVoD-Nutzer (+3,3 %) und zählte damit zu den Top-3-Anbietern in Deutschland. Mit über 50.000 Titeln bietet maxdome eines der umfangreichsten VoD-Content-Angebote im deutschen Markt. Um die Verfügbarkeit und Bekanntheit unserer TV-Inhalte über alle Kanäle zu erhöhen sowie die Bindung der Zuschauer an unsere Programme zu stärken, verlagern wir unsere Inhalte zudem in die sozialen Netzwerke. Im Bereich Social Media ist die ProSiebenSat.1 Group das reichweitenstärkste Medienhaus in Deutschland. Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 zählten die wichtigsten Facebook Pages von ProSiebenSat.1 rund 19 Mio Fans (Vorjahr: 17 Mio). Am beliebtesten waren Galileo sowie Circus HalliGalli; den größten Fan-Zuwachs konnten die Knallerfrauen verbuchen: Diese steigerten sich mit 277.000 neuen Fans auf rund 1 Mio Fans. Der Twitter-Account von ProSieben erreichte zum Jahresende 2017 über 2 Mio Follower (Vorjahr: 1,8 Mio). Damit unterstreicht ProSieben seine Spitzenposition in der Social-Media-Kommunikation. ENTWICKLUNG DES TV- UND ONLINE-WERBEMARKTSFernsehen ist das Medium mit der höchsten Reichweite in Deutschland und hat daher im intermedialen Vergleich auch für die Werbewirtschaft die höchste Relevanz: Im Jahr 2017 flossen 47,9 Prozent der Brutto-Werbeinvestitionen in TV-Werbung (Vorjahr: 48,2 %). Im vierten Quartal lag dieser Wert bei 50,9 Prozent (Vorjahr: 50,6 %). XXX / MEDIA-MIX DEUTSCHER BRUTTO-WERBEMARKT in Prozent, Vorjahreswerte 2016 in Klammern
Quelle: Nielsen Media Research. Laut Nielsen Media Research stiegen die Brutto-TV-Werbeinvestitionen auf Jahressicht um 1,4 Prozent auf 15,308 Mrd Euro (Vorjahr: 15,091 Mrd Euro). Ein Großteil der Investitionen entfiel mit 5,169 Mrd Euro (Vorjahr: 4,983 Mrd Euro) auf das vierte Quartal, das üblicherweise das größte Marktvolumen kennzeichnet. Das Brut-to-Marktwachstum war 2017 insbesondere auf höhere Werbeinvestitionen in den Branchen Handel (+11,0 %), Gesundheit und Pharma (+8,9 %) und Dienstleistungen (+5,6 %) zurückzuführen. Offizielle Daten zum Netto-TV-Werbemarkt im Jahr 2017 werden im Mai 2018 vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) veröffentlicht. Aktuell divergieren die Agenturprognosen für 2017: Während ZenithOptimedia für 2017 von einem Rückgang des Net-to-TV-Werbemarkts von minus 0,8 Prozent ausgeht, prognostizieren Magna Global und WARC ein Wachstum von plus 1,5 Prozent bzw. plus 2,8 Prozent. Aus Sicht von ProSiebenSat.1 entwickelte sich der Netto-TV-Werbemarkt in etwa auf Vorjahresniveau. Ursache hierfür waren branchenspezifische Effekte, deren Dauer und Wirkungskraft sich bisher noch nicht abschließend beurteilen lassen. So waren 2017 verschiedene, für den TV-Werbemarkt wichtige Branchen einer zunehmenden Konsolidierung sowie einem steigenden Kostendruck ausgesetzt. Darüber hinaus wirkte sich die Internalisierung von Parship und ElitePartner aus. Die Dating-Portale sind seit Herbst 2016 Teil der ProSiebenSat.1 Group; akquisitionsbedingt werden die zuvor als Außenumsatz ausgewiesenen TV-Werbeerlöse der PARSHIP ELITE Group nun als interner Umsatz erfasst. ProSiebenSat.1 ist Marktführer im deutschen TV-Werbemarkt und erwirtschaftete laut Nielsen Media Research 2017 TV-Werbeeinnahmen von 6,381 Mrd Euro brutto (Vorjahr: 6,447 Mrd Euro). Im vierten Quartal 2017 stiegen die Erlöse um 5,8 Prozent auf 2,210 Mrd Euro (Vorjahr: 2,089 Mrd Euro). Daraus resultiert für das Gesamtjahr 2017 ein Marktanteil von 41,7 Prozent; im vierten Quartal erzielte ProSiebenSat.1 einen Marktanteil von 42,7 Prozent (Vorjahreszeiträume: 42,7 % bzw. 41,9 %). Der Marktanteilsrückgang gegenüber dem Gesamtjahr 2016 ist unter anderem auf den Eintritt neuer Marktteilnehmer zurückzuführen, der zu einer steigenden Fragmentierung führt. XXX / TV-WERBEMÄRKTE IN DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH UND DER SCHWEIZ AUF BRUTTO-BASIS in Prozent
Deutschland: Januar - Dezember, brutto, Nielsen Media. / Österreich: Januar - Dezember, brutto, Media Focus. Schweiz: Januar - Dezember, die Werbemarktanteile beziehen sich auf die deutsche Schweiz, brutto, Media Focus. XXX / MARKTANTEILE DEUTSCHER BRUTTO-TV-WERBEMARKT in Prozent, Vorjahreswerte 2016 in Klammern
Quelle: Nielsen Media Research. Die Werbebudgets für InStream-Videoanzeigen entwickeln sich weiter dynamisch: Im Jahr 2017 stieg das Marktvolumen in Deutschland um 15,9 Prozent auf 692,4 Mio Euro brutto (Vorjahr: 597,6 Mio Euro), im vierten Quartal um 25,9 Prozent auf 243,4 Mio Euro (Vorjahr: 193,4 Mio Euro). Dabei handelt es sich um Bewegtbild-Werbeformen im Internet, die vor, nach oder während eines Video-Streams gezeigt werden. Aus ihrer Vermarktung erwirtschaftete die ProSiebenSat.1 Group im Gesamtjahr 2017 einen Brutto-Umsatz von 323,6 Mio Euro (Vorjahr: 258,3 Mio Euro). Dies entspricht einem Zuwachs von 25,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem führenden Marktanteil von 46,7 Prozent (Vorjahr: 43,2 %). Im vierten Quartal generierte der Konzern 123,9 Mio Euro (Vorjahr: 90,2 Mio Euro) aus der Vermarktung von InStream-Videoanzeigen; daraus resultiert ein Werbemarktanteil von 50,9 Prozent (Vorjahr: 46,6 %). Insgesamt stiegen die Investitionen in Online-Werbeformen 2017 um 6,7 Prozent auf 3,656 Mrd Euro (Vorjahr: 3,427 Mrd Euro); im vierten Quartal betrugen sie 1,201 Mrd Euro (Vorjahr: 1,051 Mrd Euro). Der Online-Werbe-markt umfasst neben InStream-Videos auch Display Ads wie klassische Banner und Buttons. XXX / MARKTANTEILE DEUTSCHER BRUTTO-ONLINE-WERBEMARKT FÜR INSTREAM-VIDEOANZEIGEN in Prozent, Vorjahreswerte 2016 in Klammern
Quelle: Nielsen Media Research. Die Werbemarktdaten von Nielsen Media Research sind wichtige Indikatoren für eine objektive Bewertung der Werbemarktentwicklung. Dennoch erlauben Brutto-Daten nur bedingt Rückschlüsse auf die tatsächlichen Werbeeinnahmen, da sie weder Rabatte und Eigenwerbung noch Agenturprovisionen berücksichtigen. Zudem beinhalten die Zahlen für TV auch Werbespots aus Media-for-Revenue-Share- und Media-for-Equity-Geschäften. Die US-Digitalkonzerne sind in den Nielsen-Zahlen ebenfalls nicht reflektiert. MARKTUMFELD DES PRODUKTIONSGESCHÄFTSDas internationale Programmproduktions- und Vertriebsnetzwerk Red Arrow Entertainment Group generiert über 70 Prozent seines Umsatzes in den USA. Mit Programminvestitionen in Höhe von 33 Mrd Euro (Stand: 2015) sind die USA der wichtigste und größte TV-Markt der Welt. Das Marktforschungsinstitut SNL Kagan erwartet, dass die Investitionen in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Die größte Nachfrage besteht nach wie vor nach englischsprachigem Fiction-Programm. 2017 wurden in den USA rund 490 TV-Serien ausgestrahlt, was einen neuen Höchststand markierte. 2016 waren es 455 Serien; im Jahr 2010 lag die Zahl noch bei 216. Der US-amerikanische Kabelsender FX Networks erwartet, dass 2018 mehr als 500 Serien produziert werden. Ursache hierfür ist die stark gestiegene Anzahl an Free- und Pay-TV-Kanälen. So kann ein US-amerikanischer Haushalt nach Angaben von Nielsen Media aus dem Jahr 2016 durchschnittlich 206 Programme empfangen; im Jahr 2008 waren es noch 129. Gleichzeitig hat sich der Kreis der Auftraggeber von hochwertigen Produktionen in den vergangenen Jahren um die Betreiber von multinationalen Streaming-Plattformen wie Amazon oder Netflix erweitert. Die Plattformen haben ihre Ausgaben für Eigenproduktionen kontinuierlich gesteigert und planen, auch in den kommenden Jahren mehr für eigene Inhalte auszugeben. Vor diesem Hintergrund hat sich der potenzielle Kundenkreis der Red Arrow Entertainment Group in den USA deutlich vergrößert. Die ProSiebenSat.1-Tochter hat ihren strategischen Fokus deshalb - auch bei Akquisitionen - verstärkt auf den US-amerikanischen Markt gerichtet. Im Jahr 2017 hat Red Arrow die Mehrheit am global tätigen Filmvertrieb Gravitas Ventures erworben sowie eine Partnerschaft mit der neu gegründeten US-Produktionsfirma 10Fold geschlossen. MARKTUMFELD DES COMMERCE-GESCHÄFTSDas Internet ist fest in den Medienalltag der Deutschen integriert und hat unser Konsumverhalten verändert: Kaufentscheidungen werden online getroffen. So hat angeregt durch TV-Werbung ein Drittel der 14- bis 69-Jährigen bereits direkt ein Produkt im Internet gekauft. Der Impuls von TV für eine Online-Suchanfrage fällt dabei vor allem bei Marken hoch aus, die über einen eigenen Internet-Shop verfügen. Breitband-Internetzugänge mit einer schnellen Datenübertragung treiben diese Entwicklung voran. 2017 dürfte der Online-Handel in Deutschland auf allen digitalen Endgeräten insgesamt um rund 10 Prozent auf ein Marktvolumen von 57,3 Mrd Euro gewachsen sein. Damit machte der Online-Handel voraussichtlich 10 Prozent des gesamten Einzelhandels im Jahr 2017 aus. Das ergab eine aktuelle Studie des Instituts für Handelsforschung Köln. Von großer Bedeutung für das deutsche E-Commerce-Wachstum im Berichtszeitraum dürfte dabei der mobile Handel mit einem Volumen von 23,5 Mrd Euro gewesen sein (Vorjahr: 18,7 Mrd Euro). Das sind insgesamt knapp 41 Prozent des Online-Umsatzes in Deutschland. Die einzelnen E-Commerce-Bereiche kennzeichnen unterschiedliche Dynamiken; nachfolgend werden für ProSiebenSat.1 relevante Märkte beschrieben:
1 Im Rahmen eines für die ProSiebenSat.1
Group erstellten Commercial Due Diligence Report.
XXX / FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGDie ProSiebenSat.1 Group betreibt Forschung und Entwicklung (F&E) nicht im herkömmlichen Sinne eines Industrieunternehmens. Daher entsprechen die Aktivitäten in diesem Bereich auch nicht der klassischen Definition von F&E, sodass nähere Angaben nach DRS 20 im Lagebericht entfallen. Forschung hat bei der ProSiebenSat.1 Group dennoch einen hohen Stellenwert. Wir betreiben intensive Marktforschung in allen Bereichen, die für die Geschäftstätigkeit relevant sind oder in denen das Unternehmen Wachstumspotenzial sieht. Die Ausgaben für die konzernweiten Marktforschungsaktivitäten beliefen sich 2017 auf 10 Mio Euro (Vorjahr: 7 Mio Euro). Die verschiedenen Research Units erstellen Untersuchungen und Analysen zur Werbewirkung, zu Trends im Werbemarkt und digitalen Branchen sowie zur Mediennutzung und werten außerdem Konjunktur- und Marktprognosen aus. Die Verantwortlichen im Konzern ziehen die Ergebnisse der Marktanalysen für die operative und strategische Planung heran. Gleichzeitig sind Marktdaten und Analysen eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Beratung unserer Werbekunden. Mit seinen Studien liefert das Unternehmen Werbetreibenden wertvolle Erkenntnisse für die Marketing- und Werbeplanung, die eine wichtige Basis für Investitionsentscheidungen darstellen. In der Programmentwicklungsphase spielt zudem die Programmforschung eine entscheidende Rolle. Eine wichtige Aufgabe ist die Bewertung von internationalen TV-Trends hinsichtlich ihres Potenzials für den deutschen Fernsehmarkt. Darüber hinaus erstellt das Research Team regelmäßig quantitative sowie qualitative Studien und Analysen zu den Programmen der ProSiebenSat.1-Sender. Dabei werden unter anderem TV-Piloten mithilfe von Umfragen und Publikumsvorführungen getestet. Die Research-Abteilung führt außerdem Ad-hoc-Tests zu bereits ausgestrahlten Sendungen durch. Auf Basis der Ergebnisse können wir TV-Formate sowohl in der Entstehungsphase anpassen als auch bereits ausgestrahlte Programme optimieren und damit die Erfolgsquote erhöhen. WESENTLICHE EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEProSiebenSat.1 treibt die digitale Transformation voran, indem wir das TV-Portfolio um digitale Plattformen erweitern, neue Technologien nutzen und in allen Segmenten in neue Geschäftsfelder investieren. Diese Strategie ist Grundlage für Synergien und unser profitables Wachstum: ProSiebenSat.1 hat 2017 erneut ein Rekordjahr verzeichnet. Dabei generierten wir über die Hälfte des Umsatzes außerhalb der Bewegtbild-Werbung im TV.AUSWIRKUNGEN DER RAHMENBEDINGUNGEN AUF DEN GESCHÄFTSVERLAUFDie ökonomischen Indikatoren wirkten sich zum Jahresende positiv auf die Werbewirtschaft aus. Auch die Zuschauermarktanteile haben sich im vierten Quartal 2017 wieder positiver entwickelt. ProSiebenSat.1 ist weiterhin Marktführer in Deutschland, dies gilt sowohl für den TV-Zuschauer- als auch den TV-Werbemarkt. Gleichzeitig ist das Unternehmen im Gesamtjahr dynamisch durch Diversifizierung gewachsen, vor allem im Commerce-Bereich. Vor diesem Hintergrund konnte die ProSiebenSat.1 Group den Konzernumsatz um 7 Prozent auf 4.078 Mio Euro steigern (Vorjahr: 3.799 Mio Euro). Die relevanten operativen Ergebnisgrößen des Konzerns markierten zudem neue Rekordwerte. Damit haben wir unsere wichtigsten Profitabilitätsziele erreicht, die Umsatz- und Ergebnisentwicklung liegt im Rahmen unserer im November angepassten Erwartungen. Die Finanzlage entwickelte sich zudem planmäßig. ProSiebenSat.1 ist ein führendes Omnichannel Entertainment & Commerce Brand Powerhouse. Unser Geschäftsportfolio diversifizieren wir rund um das Kerngeschäft Fernsehen und treiben die digitale Transformation in allen Segmenten voran. Den Erfolg dieser Strategie reflektiert die wachsende Bedeutung von Umsätzen, die außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts generiert werden: Auf Jahressicht erwirtschaftete der Konzern 51 Prozent seines Umsatzes außerhalb der Bewegtbild-Werbung im TV (Vorjahr: 47 %). Auf den Hauptumsatzmarkt Deutschland entfielen davon 87 Prozent (Vorjahr: 88 %). Wie alle konsumnahen Märkte reagiert die Werbebranche oftmals sehr sensitiv auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Zudem charakterisieren saisonale Effekte und insbesondere die hohe Bedeutung des vierten Quartals die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der ProSiebenSat.1 Group. Da sowohl die Konsumbereitschaft als auch die Fernsehnutzung in der Zeit vor Weihnachten signifikant steigen, erzielt das Unternehmen im Schlussquartal einen überproportional hohen Anteil seiner jährlichen Erlöse. Insgesamt erwirtschaftet der Konzern ca. ein Drittel seines Jahresumsatzes und üblicherweise rund 40 Prozent des adjusted EBITDA im vierten Quartal. Dies trifft - bereinigt um Akquisitionseffekte - auch auf das abgelaufene Jahr zu. ProSiebenSat.1 treibt in allen Segmenten zusätzliche Geschäftsmodelle voran und wächst dadurch unabhängiger von saisonalen oder konjunkturellen Entwicklungen des TV-Markts. Im Kerngeschäft ist die Distribution der TV-Sender in HD-Qualität ein wichtiger Stellhebel hierfür. Die HD-Nutzerzahlen sind 2017 weiter gestiegen; infolgedessen erhöhten sich die Distributionserlöse der ProSiebenSat.1 Group deutlich. Parallel dazu forciert ProSiebenSat.1 eine zunehmend plattformunabhängige Bereitstellung und universelle Vermarktung von Programminhalten. Dazu bietet der Konzern sein Entertainment-Portfolio mit VoD-Angeboten oder TV-Apps auch für digitale Devices und die mobile Nutzung an. Der Markt für Digital-Entertainment-Angebote wächst deutlich. Die steigende Bedeutung des Internets beeinflusst jedoch nicht nur die Unterhaltungsindustrie, sie fördert auch das Wachstum des digitalen Handels. Aus diesem Grund investiert ProSiebenSat.1 in Commerce-Portale, deren Produktwelten für Bewegtbild-Werbung besonders geeignet sind. Ziel ist es, thematisch verwandte Portfolios aufzubauen, da sich durch die Bündelung zusätzliche Umsatz- und Kosteneinsparpotenziale ergeben. Das Commerce-Portfolio war 2017 erneut der wichtigste Umsatztreiber. XXX / UMSATZ NACH QUARTALEN in Mio Euro, Vorjahreswerte 2016 in Klammern
XXX / ADJUSTED EBITDA NACH QUARTALEN in Mio Euro, Vorjahreswerte 2016 in Klammern
Während makroökonomische Rahmenbedingungen sowie branchenspezifische Effekte unsere Geschäftsentwicklung deutlich beeinflussen können, haben Wechselkursschwankungen keine materiellen Auswirkungen auf die finanzielle Situation des Konzerns. ProSiebenSat.1 ist zwar international aufgestellt, das Unternehmen generiert den Großteil seines Umsatzes jedoch in Deutschland und damit in der Eurozone. Der übrige Umsatzanteil entfällt primär auf die USA und das Produktionsgeschäft von Red Arrow; weitere Informationen hierzu enthält das Kapitel "Geschäftsentwicklung der Segmente". XXX / UMSATZ NACH REGIONEN in Prozent, Vorjahreswerte 2016 in Klammern
XXX / UMSATZ NACH REGIONEN in Mio Euro, Vorjahreswerte 2016 in Klammern
Risiken aus Wechselkursänderungen begrenzt der Konzern zudem durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente; Währungsrisiken können sich aus Lizenzverträgen in Zusammenhang mit dem Erwerb von Programmrechten ergeben. ProSiebenSat.1 schließt Lizenzverträge vorwiegend mit US-Studios ab. Für die Begrenzung potenzieller Zinsrisiken nutzt der Konzern ebenfalls Sicherungsinstrumente. Die variabel verzinslichen Kreditverbindlichkeiten sind zum Ende des Geschäftsjahres 2017 zu 98 Prozent durch verschiedene Zinssicherungsinstrumente gedeckt (Vorjahr: 98 %). Die ProSiebenSat.1 Group nutzt verschiedene Finanzierungsinstrumente und verfolgt ein aktives Finanzmanagement. Für die Ermittlung der latenten Steuern werden Steuersatzänderungen in den anzuwendenden Steuersatz aufgenommen soweit die Inkraftsetzung der Steuersatzänderung als ausreichend sicher betrachtet wird. Während sich aus Steuersatzänderungen im Geschäftsjahr 2016 keine wesentlichen Auswirkungen auf den latenten Steueraufwand des Konzerns ergaben, führte im Geschäftsjahr 2017 insbesondere die Steuerreform in den USA zu einem latenten Steueraufwand von 7 Mio Euro. XXX / VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM ERWARTETEN GESCHÄFTSVERLAUF in Mio Euro
Alle Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten. Die ProSiebenSat.1 Group hat im Geschäftsbericht 2016 ab Seite 170 ihren Unternehmensausblick für 2017 veröffentlicht; ihre Umsatzprognose hat das Unternehmen im Jahresverlauf mehrfach angepasst und zuletzt im November 2017 konkretisiert. Ursprünglich hatte ProSiebenSat.1 eine Steigerung des Konzernumsatzes mindestens im hohen einstelligen Prozentbereich angestrebt.
1 Seit 01.01.2017 Umbenennung in adjusted EBITDA
bzw. adjusted net income.
ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREISWir verfolgen ein aktives Portfoliomanagement mit dem Ziel, Synergien durch die Vernetzung der Geschäftsbereiche und insbesondere von TV- und Digitalangeboten zu heben. Dazu analysiert der Konzern regelmäßig sein Portfolio. Bestandteil dieser M&A-Strategie sind auch Unternehmensverkäufe. So veräußerte ProSiebenSat.1 im zweiten Quartal 2017 seine Anteile am Online-Reisebüro Etraveli. Der Unternehmenswert wurde seit dem Erwerb im November 2015 mit einer der Transaktion zugrundeliegenden Bewertung von 508 Mio Euro mehr als verdoppelt. Darüber hinaus hat SevenVentures einen Großteil seines Media-for-Equity-Portfolios für einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag verkauft. XXX / AUSGEWÄHLTE PORTFOLIOMASSNAHMEN UND ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREISSEGMENT BROADCASTING GERMAN-SPEAKING
SEGMENT DIGITAL ENTERTAINMENT
SEGMENT DIGITAL VENTURES & COMMERCE
SEGMENT CONTENT PRODUCTION & GLOBAL SALES
ERTRAGSLAGE DES KONZERNSDas Jahr 2017 war für ProSiebenSat.1 erneut ein Rekordjahr mit einem Umsatz von 4.078 Mio Euro und einem adjusted EBITDA von 1.050 Mio Euro. Der Konzern hat sein Portfolio erweitert und durch strategische Zukäufe expandiert; dies hat die Umsatz- und Kostenentwicklung wesentlich geprägt. ProSiebenSat.1 fokussiert sich auf Beteiligungen, die das Portfolio synergetisch ergänzen und sich maßgeblich für TV-Werbung eignen.XXX / ÜBERLEITUNG GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017 in Mio Euro
Die ProSiebenSat.1 Group verwendet mit dem adjusted net income (1) und dem adjusted EBITDA (2) auch sogenannte Non-IFRS-Kennzahlen. Mit Beginn des Geschäftsjahres 2017 veröffentlichte ProSiebenSat.1 hierzu eine um bestimmte Einflüsse bereinigte vollständige Ergebnisrechnung. Diese Veröffentlichung berücksichtigt die Entwicklung in der Berichtspraxis zu Non-IFRS-Kennzahlen sowie die erhöhten regulatorischen Transparenzanforderungen in diesem Bereich. Die ProSiebenSat.1 Group steigerte ihren Konzernumsatz im Jahr 2017 auf 4.078 Mio Euro. Dies ist eine Zunahme gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 um 7 Prozent oder 279 Mio Euro. Wichtigster Umsatztreiber war das Segment Digital Ventures & Commerce. Der Umsatz im Segment Broadcasting German-speaking ist auf Jahressicht leicht gewachsen, das Segment trug 55 Prozent oder 2.239 Mio Euro zum Konzernumsatz bei (Vorjahr: 58 % oder 2.210 Mio Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 332 Mio Euro (Vorjahr: 34 Mio Euro). Der Anstieg reflektiert den Brutto-Erlös von 302 Mio Euro aus dem Verkauf von Etraveli. In diesem Zusammenhang sind Veräußerungskosten von 8 Mio Euro angefallen; diese sind in den Gesamtkosten erfasst. Die Gesamtkosten verzeichneten insgesamt eine Zunahme um 17 Prozent bzw. 534 Mio Euro und betrugen 3.590 Mio Euro 4. Darin enthalten ist ein Wertverzehr auf das Programmvermögen von insgesamt 1.145 Mio Euro (Vorjahr: 915 Mio Euro). Die ProSiebenSat.1 Group hat im dritten Quartal 2017 das Programmvermögen einer strategischen Neubewertung unterzogen, welche über die übliche Analyse im Rahmen des regelmäßigen Werthaltigkeitstests hinausgeht. Im Zuge dessen hat ProSiebenSat.1 einen Abwertungsbedarf im Programmvermögen von rund 170 Mio Euro identifiziert. Die in den Gesamtkosten erfassten Abschreibungen verzeichneten eine Steigerung um 28 Prozent oder 58 Mio Euro auf 263 Mio Euro, sie betreffen im Wesentlichen Wertberichtigungen auf Marken und sonstige immaterielle Vermögenswerte. Die operativen Kosten sind insbesondere akquisitionsbedingt gestiegen und beliefen sich auf 3.053 Mio Euro (Vorjahr: 2.804 Mio Euro). Dies ist eine Zunahme von 9 Prozent. Die operativen Kosten sind die für das adjusted EBITDA relevante Kostenposition. XXX / GESAMTKOSTEN in Mio Euro
XXX / ÜBERLEITUNGSRECHNUNG OPERATIVE KOSTEN in Mio Euro
1 Abschreibungen und Wertminderungen auf
sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Das adjusted EBITDA verzeichnete einen Anstieg um 3 Prozent oder 33 Mio Euro auf 1.050 Mio Euro. Die korrespondierende adjusted EBITDA-Marge belief sich auf 25,8 Prozent (Vorjahr: 26,8 %). Die Margenentwicklung reflektiert die veränderte Umsatzverteilung nach Segmenten: Ziel des Konzerns ist es, zusätzliche Umsatzpotenziale insbesondere in Digitalbranchen zu generieren. Das Digitalgeschäft entwickelt sich insgesamt dynamisch, unterliegt jedoch anderen Ertragsstrukturen und teilweise niedrigeren Margen als das TV-Geschäft. Das Konzern-EBITDA lag mit 1.084 Mio Euro deutlich um 10 Prozent über Vorjahresniveau (Vorjahr: 982 Mio Euro). Dieser Wert ist geprägt durch Sondereffekte von insgesamt 34 Mio Euro (Vorjahr: - 35 Mio Euro), die sich wie folgt zusammensetzen: Während sich aus dem Verkauf von Etraveli ein Brutto-Erlös von 302 Mio Euro im Segment Digital Ventures & Commerce ergab, resultierte aus der strategischen Neubewertung von Teilen des Programmvermögens ein Aufwand von 170 Mio Euro im Segment Broadcasting German-speaking. Die Aufwendungen im Zuge von Reorganisationen betrugen 45 Mio Euro (Vorjahr: 22 Mio Euro); Hauptgründe hierfür sind ein außerplanmäßiger Werteverzehr auf das Programmvermögen im Zusammenhang mit der Akquisition und Neuorganisation der österreichischen Sendergruppe ATV sowie der Reorganisation von maxdome im Segment Digital Entertainment. Aus M&A-Projekten folgten zudem Kosten von 32 Mio Euro (Vorjahr: 16 Mio Euro), die im Wesentlichen auf das Segment Digital Ventures & Commerce entfallen. Die sonstigen EBITDA-Effekte betrugen minus 21 Mio Euro (Vorjahr: 3 Mio Euro) und beinhalten unter anderem positive Bewertungseffekte auf die anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich (Group Share Plan) von 4 Mio Euro (Vorjahr: 9 Mio Euro) sowie Aufwendungen für die Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste (10 Mio Euro) und Rechtsstreitigkeiten (9 Mio Euro) insbesondere im Segment Broadcasting German-speaking. XXX / ÜBERLEITUNGSRECHNUNG ADJUSTED EBITDA in Mio Euro
1 Abschreibungen und Wertminderungen auf
sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Das Finanzergebnis betrug minus 174 Mio Euro (Vorjahr: - 119 Mio Euro) und ist durch gegenläufige Entwicklungen im sonstigen Finanzergebnis geprägt. Das sonstige Finanzergebnis belief sich auf minus 82 Mio Euro (Vorjahr: - 34 Mio Euro). Für 2017 weist der Konzern Wertberichtigungen und Wertaufholungen auf finanzielle Vermögenswerte von saldiert minus 77 Mio Euro aus (Vorjahr: - 21 Mio Euro). Diese resultierten insbesondere aus Wertberichtigungen der Anteile an gamigo (13 Mio Euro), Pluto TV und Jaunt. Der Vorjahreswert beinhaltet hingegen Wertberichtigungen auf Finanzbeteiligungen in Höhe von minus 44 Mio Euro. 2017 ergab sich zudem ein positiver Bewertungseffekt von 5 Mio Euro aus dem Media-for-Equity-Portfolio. Dagegen steht für 2016 ein positiver Bewertungseffekt auf die Anteile an der Stylight GmbH von 9 Mio Euro; im Zusammenhang mit dem Mehrheitserwerb im Juli 2016 erfolgte eine Aufwertung der Altanteile an Stylight. Darüber hinaus weist der Konzern für 2017 Bewertungsänderungen von Put-Optionsverbindlichkeiten von minus 59 Mio Euro (Vorjahr: - 24 Mio Euro) aus. Während sich das sonstige Finanzergebnis aus den genannten Gründen erhöht hat, war das Zinsergebnis mit minus 83 Mio Euro (Vorjahr: - 84 Mio Euro) nahezu stabil. Das Ergebnis aus at-Equity bewerteten Anteilen belief sich auf minus 10 Mio Euro (Vorjahr: - 1 Mio Euro). Das Vorsteuerergebnis betrug 646 Mio Euro. Dies ist ein Rückgang von 2 Prozent oder 12 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr. Das Umsatzwachstum sowie der Brutto-Erlös aus dem Etraveli-Verkauf wurde überwiegend durch aufwandswirksame Sondereffekte kompensiert. Dazu zählen neben der strategischen Neubewertung von Teilen des Programmvermögens ebenso die Wertberichtigungen und Wertaufholungen auf finanzielle Vermögenswerte. Der Ertragsteueraufwand verringerte sich um 41 Mio Euro auf 165 Mio Euro bei einer Steuerquote von 25,5 Prozent (Vorjahr: 31,3 %). Die geringere Steuerquote reflektiert insbesondere den Verkauf von Etraveli im dritten Quartal 2017. Aus den beschriebenen Entwicklungen resultiert ein Anstieg des Konzernergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten um 6 Prozent auf 481 Mio Euro (Vorjahr: 452 Mio Euro). Das Konzernergebnis abzüglich dem Ergebnisanteil anderer Gesellschafter aus fortgeführten Aktivitäten stieg zugleich auf 471 Mio Euro (Vorjahr: 444 Mio Euro). Der bereinigte Konzernüberschuss (adjusted net income) ist um 3 Prozent gewachsen und betrug 550 Mio Euro (Vorjahr: 536 Mio Euro). Das unverwässerte bereinigte Ergebnis je Aktie ist gesunken, es betrug 2,40 Euro (Vorjahr: 2,47 Euro). XXX / ÜBERLEITUNGSRECHNUNG BEREINIGTER KONZERNÜBERSCHUSS AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN (ADJUSTED NET INCOME) in Mio Euro
1 Inkl. Effekte auf assoziierte Unternehmen, die
nach der at-Equity-Methode konsolidiert werden.
GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER SEGMENTEDas Segment Broadcasting German-speaking wuchs ertragsstark auf einem hohen Margenniveau. Im Bereich Digital Entertainment entwickelte sich vor allem das strategisch wichtige AdVoD-Geschäft positiv. Stärkster Umsatztreiber war das Segment Digital Ventures & Commerce; Akquisitionen ergänzen das Portfolio wertsteigernd. Der Bereich Content Production & Global Sales entwickelte sich dagegen leicht rückläufig.XXX / ANTEIL AM KONZERNUMSATZ NACH SEGMENTEN in Prozent, Vorjahreswerte 2016 in Klammern
XXX / ADJUSTED EBITDA NACH SEGMENTEN in Mio Euro
SEGMENT BROADCASTING GERMAN-SPEAKINGDer Außenumsatz des Segments Broadcasting German-speaking ist auf Jahressicht leicht gestiegen und betrug 2.239 Mio Euro. Dies entspricht einem Plus von 1 Prozent oder 29 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisteten höhere Distributionserlöse, die der Konzern aus der Verbreitung der TV-Sender in HD-Qualität sowie über mobile Streaming-Anbieter generiert. Die TV-Werbeeinnahmen haben im vierten Quartal 2017 sowohl im Kernmarkt Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz wieder zugelegt. Der interne Umsatz des Segments ist weiter gestiegen und betrug 146 Mio Euro (Vorjahr: 94 Mio Euro). Dies resultiert insbesondere aus einem Umsatzanstieg durch interne Werbekunden aufgrund der Leistungsbeziehungen zwischen dem TV- und Commerce-Geschäft. Das adjusted EBITDA reflektiert die Umsatzentwicklung und betrug 767 Mio Euro (+1 % oder 7 Mio Euro ggü. Vorjahr); die korrespondierende adjusted EBITDA-Marge belief sich auf 32,2 Prozent (Vorjahr: 33,0 %). Das EBITDA hat sich infolge von Sondereffekten hingegen deutlich auf 544 Mio Euro verringert (Vorjahr: 747 Mio Euro). Dies ist größtenteils auf Aufwendungen im Zusammenhang mit der strategischen Neubewertung von Teilen des Programmvermögens im dritten Quartal 2017 zurückzuführen; diese führte zu einem außerplanmäßigen Werteverzehr von 170 Mio Euro. XXX / KENNZAHLEN SEGMENT BROADCASTING GERMAN-SPEAKING in Mio Euro
1 Auf Basis der Segment-Umsatzerlöse.
SEGMENT DIGITAL ENTERTAINMENTIm Segment Digital Entertainment stieg der Außenumsatz auf 463 Mio Euro (Vorjahr: 442 Mio Euro). Dieses Wachstum von 5 Prozent basiert vor allem auf der Umsatzentwicklung im AdVoD-Geschäft. Dabei trugen sowohl das werbefinanzierte Digital-Studio Studio71 als auch das AdTech-Portfolio zum Wachstum bei. Darüber hinaus stieg der Umsatz des PayVoD-Angebots maxdome. Dagegen hat sich der Umsatz aus dem Musik- und Event-Bereich (Adjacent) unter dem Vorjahresniveau entwickelt. Zudem wirkte sich die Entkonsoldierung der Games-Sparte gegenläufig aus, die der Konzern 2016 veräußert hatte. Diese Entwicklungen wurden durch das Umsatzwachstum im strategisch relevanten AdVoD-Geschäft jedoch deutlich überkompensiert. Die einzelnen Geschäftsfelder kennzeichnen unterschiedliche Margenstrukturen und Wachstumsdynamiken, sodass sich das adjusted EBITDA verringerte. Es verzeichnete einen Rückgang um 13 Prozent oder 5 Mio Euro auf 32 Mio Euro. Die adjusted EBITDA-Marge belief sich damit auf 6,5 Prozent (Vorjahr: 7,9 %). Zugleich ist das EBITDA auf 10 Mio Euro zurückgegangen (Vorjahr: 37 Mio Euro). Die unterproportionale EBITDA-Entwicklung ist wesentlich durch Aufwendungen im Zuge der Reorganisation bei maxdome geprägt. XXX / KENNZAHLEN SEGMENT DIGITAL ENTERTAINMENT in Mio Euro
1 Auf Basis der Segment-Umsatzerlöse.
SEGMENT DIGITAL VENTURES & COMMERCEDer Außenumsatz im Segment Digital Ventures & Commerce stieg weiter deutlich (+30 %>) und belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 996 Mio Euro (Vorjahr: 768 Mio Euro). Die Umsatzentwicklung reflektiert organisches Wachstum und Veränderungen im Portfolio. Einen hohen Beitrag zum organischen Wachstum lieferten Verivox, Flaconi und Amorelie. Daneben zeigte der Ventures-Bereich mit den Geschäftsmodellen Media-for-Revenue-Share und Media-for-Equity ein solides Wachstum. Zugleich hat die Erstkonsolidierung verschiedener Online-Portale die Umsatzdynamik gestärkt, darunter Parship und ElitePartner, Windstar und Jochen Schweizer. Der Umsatz im Online Travel Vertical hat sich hingegen aufgrund der im dritten Quartal erfolgten Entkonsolidierung des Online-Reisebüros Etraveli deutlich verringert. Das Wachstum des externen Segmentumsatzes führte zu einem Anstieg des adjusted EBITDA auf 221 Mio Euro (Vorjahr: 180 Mio Euro). Die adjusted EBITDA-Marge betrug 22,1 Prozent (Vorjahr: 23,0 %>). Das EBITDA steigerte sich um 394 Mio Euro auf 562 Mio Euro. Darin enthalten ist ein einmaliger Ertrag aus dem Verkauf von Etraveli im dritten Quartal 2017. XXX / KENNZAHLEN SEGMENT DIGITAL VENTURES & COMMERCE in Mio Euro
1 Auf Basis der Segment-Umsatzerlöse.
SEGMENT CONTENT PRODUCTION & GLOBAL SALESIm Segment Content Production & Global Sales verringerte sich der Außenumsatz gegenüber dem hohen Vorjahreswert um 3 Prozent oder 10 Mio Euro auf 352 Mio Euro. Ursache hierfür sind insbesondere Währungseffekte sowie die marktüblichen Schwankungen des US-amerikanische Produktionsgeschäfts. Positiv entwickelten sich hingegen die britischen Red Arrow-Produktionstöchter sowie das deutsche Produktionsgeschäft mit RedSeven Entertainment. Zudem verzeichnete das globale Vertriebsgeschäft eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum; hier wirkte sich die Erstkonsolidierung des US-amerikanischen Filmvertriebs Gravitas Ventures seit November positiv aus. Der interne Umsatz des Segments ist aufgrund höherer Erlöse aus dem internen Verkauf von TV-Inhalten an das ProSiebenSat.1 TV-Geschäft gestiegen und betrug 75 Mio Euro (Vorjahr: 60 Mio Euro). Aufgrund der insgesamt rückläufigen Umsatzentwicklung belief sich das adjusted EBITDA auf 36 Mio Euro; dies ist ein Rückgang um 23 Prozent oder 11 Mio Euro. Der höhere Vorjahreswert war unter anderem durch einen positiven Effekt bei der Verwertung von Lizenzen im Vertriebsgeschäft geprägt. Die adjusted EBITDA-Marge sank auf 8,5 Prozent (Vorjahr: 11,2 %). Das EBITDA betrug 27 Mio Euro (Vorjahr: 44 Mio Euro). XXX / KENNZAHLEN SEGMENT CONTENT PRODUCTION & GLOBAL SALES in Mio Euro
1 Auf Basis der Segment-Umsatzerlöse.
FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DES KONZERNSDie ProSiebenSat.1 Group optimiert kontinuierlich ihre Finanzierungsstruktur. Bei unseren M&A-Aktivitäten berücksichtigen wir einen definierten Zielkorridor für den Verschuldungsgrad; 2017 lag der Faktor mit 1,6 nahe am unteren Ende der Spanne. Der Konzern verfügt über eine komfortable Liquiditätsausstattung und eine solide Vermögens- und Kapitalstruktur.FREMDKAPITALAUSSTATTUNG UND FINANZIERUNGSSTRUKTURDie ProSiebenSat.1 Group nutzt verschiedene Finanzierungsinstrumente und verfolgt ein aktives Finanzmanagement. Das Fremdkapital hatte zum 31. Dezember 2017 einen Anteil von 81 Prozent an der Bilanzsumme (31. Dezember 2016: 78 %). Davon entfiel mit 60 Prozent bzw. 3.185 Mio Euro der Großteil auf die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns (31. Dezember 2016: 62 %). Der Konzern beobachtet und bewertet laufend die Entwicklungen an den Geld- und Kapitalmärkten. So hat ProSiebenSat.1 im April 2017 die Laufzeiten des syndizierten endfälligen Darlehens (Term Loan) sowie der syndizierten revolvierenden Kreditfazilität (RCF) bis April 2022 verlängert und zugleich das Nominalvolumen des RCF um 150 Mio Euro auf 750 Mio Euro erhöht. Daneben hat die ProSiebenSat.1 Group weitere Vertragsbedingungen angepasst, so ist unter anderem der bisherige Financial Covenant entfallen. Darüber hinaus verfügt ProSiebenSat.1 über Mittel aus einer Anleihe mit einem Volumen von 600 Mio Euro. Die Anleihe ist am regulierten Markt der Luxemburger Börse notiert (ISIN DE000A11QFA7). Der Kupon der Anleihe beträgt 2,625 Prozent per annum. 2016 hat die Gesellschaft drei Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 500 Mio Euro mit Laufzeiten von sieben Jahren (225 Mio Euro festverzinslich und 50 Mio Euro variabel verzinslich) und zehn Jahren (225 Mio Euro festverzinslich) aufgenommen. Die Verzinsung des Term Loan und des RCF erfolgt variabel zu Euribor-Geldmarktkonditionen zuzüglich einer Kreditmarge. Dabei setzt der Konzern derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps und Zinsoptionen ein, um sich gegen marktbedingte Zinssatzveränderungen abzusichern. Der Festzinsanteil lag zum 31. Dezember 2017 bei ca. 98 Prozent bezogen auf das gesamte langfristige Finanzierungsportfolio (31. Dezember 2016: ca. 98 %). Der durchschnittliche Festzinssatz der Zinsswaps belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 1,9 Prozent per annum. Die durchschnittliche Zinsobergrenze der Zinscaps betrug 0,0 Prozent per annum. XXX / FREMDFINANZIERUNGSINSTRUMENTE UND LAUFZEITEN ZUM 31. DEZEMBER 2017 in Mio Euro
Die ProSiebenSat.1 Group hat darüber hinaus Leasingverträge für Immobilien am Standort Unterföhring abgeschlossen. Diese sind nach IFRS überwiegend als Finanzierungsleasing-Verträge klassifiziert. Die betreffenden Immobilien werden in den Sachanlagen aktiviert und die daraus resultierenden Leasingverpflichtungen als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Immobilienleasing-Verträge enden frühestens im Jahr 2019. In kleinerem Umfang bestehen weitere Leasingverhältnisse für technische Ausrüstung. Zum 31. Dezember 2017 hat die ProSiebenSat.1 Group Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verhältnissen im Umfang von 65 Mio Euro bilanziert (Vorjahr: 72 Mio Euro). Wesentliche außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente bestanden nicht. FINANZIERUNGSANALYSEDer Verschuldungsgrad (Leverage-Faktor) ist eine zentrale Steuerungsgröße der konzernweiten Finanz- und Investitionsplanung und spiegelt das Verhältnis der Netto-Verschuldung zum bereinigten EBITDA der letzten zwölf Monate wider (LTM adjusted EBITDA). Ziel ist ein Faktor zwischen 1,5 und 2,5 bezogen auf das jeweilige Jahresende; unterjährige Schwankungen können zu einer kurzfristigen Überschreitung des Zielkorridors führen. XXX / NETTO-FINANZVERSCHULDUNG 1 in Mio Euro
XXX / VERSCHULDUNGSGRAD (LEVERAGE-FAKTOR) 1
Die Netto-Finanzverschuldung ist zum 31. Dezember 2017 gesunken und belief sich auf 1.632 Mio Euro (31. Dezember 2016: 1.913 Mio Euro). Der Verschuldungsgrad lag damit am unteren Ende des Zielkorridors: Der Faktor betrug 1,6 (31. Dezember 2016: 1,9). Diese Entwicklung reflektierte die Veränderung der Cashflows. XXX / GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTSDer Bereich Group Finance & Treasury steuert zentral das konzernweite Finanzmanagement und verfolgt folgende Ziele:
Das gruppenweite Finanzmanagement umfasst das Kapitalstrukturmanagement bzw. die Konzernfinanzierung, das Cash- und Liquiditätsmanagement, das Management von Marktpreisrisiken sowie von Adress- bzw. Kreditausfallrisiken. Darunter fallen folgende Aufgaben:
LIQUIDITÄTS- UND INVESTITIONSANALYSEDie ProSiebenSat.1 Group erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 1.621 Mio Euro (Vorjahr: 1.619 Mio Euro). Diese nahezu stabile Entwicklung des operativen Cashflows ist durch gegenläufige Effekte geprägt: Während sich die Ergebnissteigerung sowie geringere Zahlungen für Zinsen und Steuern positiv auswirkten, verzeichnete das Working Capital einen Anstieg. Hauptursachen dafür waren höhere Forderungsbestände sowie Veränderungen in den Programmverbindlichkeiten. XXX / INVESTITIONEN NACH SEGMENTEN 1 in Prozent, Vorjahreswerte 2016 in Klammern
1 Investitionen nach Segmenten vor
M&A-Aktivitäten.
Aus den Zahlungsströmen im Rahmen der Investitionstätigkeit resultierte für das Geschäftsjahr 2017 ein Investitionscashflow von 894 Mio Euro. Damit verringerte sich der Mittelabfluss um 45 Prozent oder 729 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr.
Vermögenswerte, die aus Erstkonsolidierungen stammen, werden nicht als segmentspezifische Investitionen erfasst. In der Position "Mittelabflussfür Zugänge zum Konsolidierungskreis" werden die für den Erwerb der erstkonsolidierten Unternehmen aufgewendeten flüssigen Mittel abgebildet.
Programminvestitionen bilden einen Schwerpunkt der Investitionstätigkeit. Neben dem Einkauf von Lizenzformaten und Auftragsproduktionen sichern Eigenformate die Programmversorgung des Konzerns. Diese basieren auf der Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen und werden im Gegensatz zu Auftragsproduktionen primär im Hinblick auf eine kurzfristige Ausstrahlung produziert. Sie werden daher direkt aufwandswirksam in den Umsatzkosten erfasst und stellen keine Investition dar.
XXX / KAPITALFLUSSRECHNUNG in Mio Euro
1 Enthält die Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente der zur
Veräußerung gehaltenen Gesellschaften.
Der Free Cashflow für 2017 hat sich deutlich um 732 Mio Euro auf 728 Mio Euro erhöht. Hauptgrund für den hohen Free Cashflow ist der Zahlungsmittelzufluss aus dem Verkauf von Etraveli sowie ein im Vergleich zum Vorjahr geringerer Zahlungsmittelabfluss für Zugänge zum Konsolidierungskreis. Vor M&A-Maßnahmen lag der Wert bei 468 Mio Euro (Vorjahr: 485 Mio Euro). Der Rückgang basiert im Wesentlichen auf dem Mittelabfluss für den Erwerb von Programmrechten sowie, als gegenläufige Entwicklung, auf dem Mittelzufluss aus dem Verkauf von Media-for-Equity-Beteiligungen. Der Free Cashflow bildet die Summe der im operativen Geschäft erwirtschafteten liquiden Mittel abzüglich des Saldos der im Rahmen der Investitionstätigkeit verwendeten und erwirtschafteten Mittel ab. Der Free Cashflow vor M&A wird definiert als Free Cashflow bereinigt um verwendete und erwirtschaftete Mittel aus M&A-Transaktionen (exkl. Transaktionskosten) im Rahmen von durchgeführten und geplanten Mehrheitserwerben sowie dem Erwerb und Verkauf von at-Equity bewerteten Anteilen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf minus 426 Mio Euro (Vorjahr: 584 Mio Euro). Zu einem Mittelabfluss in Höhe von 435 Mio Euro führte 2017 die Dividendenzahlung (Vorjahr: 386 Mio Euro). Einen gegenläufigen Effekt hatte eine Kapitalerhöhung beim Digital-Studio Studio71: Anfang 2017 hat der Konzern mit der TF1 Group und Mediaset zwei weitere Partner für Studio71 aufgenommen und hierdurch einen Mittelzufluss von 51 Mio Euro realisiert. Der hohe Vorjahreswert ist geprägt durch Finanzierungsmaßnahmen. So hatte der Konzern 2016 die vorteilhaften Bedingungen an den Finanzmärkten genutzt, um das Eigenkapital durch die Ausgabe neuer Anteile zu erhöhen; zudem hatte ProSiebenSat.1 im vierten Quartal 2016 Schuldscheindarlehen begeben. XXX / VERÄNDERUNG DER ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE in Mio Euro
Aus den beschriebenen Zahlungsströmen resultierte ein Anstieg der liquiden Mittel gegenüber dem Vorjahresstichtag. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lagen mit 1.552 Mio Euro um 22 Prozent bzw. 281 Mio Euro über dem Vorjahreswert. Der Konzern verfügt damit über eine komfortable Liquiditätsausstattung. VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTURANALYSEMit einer Eigenkapitalquote von 19 Prozent (31. Dezember 2016: 22 %) verfügt die ProSiebenSat.1 Group über eine solide Vermögens- und Kapitalstruktur. Die Bilanzsumme war im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil und belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 6.569 Mio Euro (-1 % oder 35 Mio Euro). Dabei haben insbesondere höhere liquide Mittel den Rückgang der finanziellen Vermögensgegenstände kompensiert.
Mitarbeiterpotenziale, Organisationsvorteile, eigene Marken oder langfristige Kundenbeziehungen sind wichtige Erfolgsfaktoren, die größtenteils nichtfinanziell bewertet werden. Hingegen aktivieren wir in geringem Umfang bestimmte selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte. Weiterführende Informationen befinden sich im Anhang in der "Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze".
XXX / BILANZSTRUKTUR in Prozent
XXX / GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF AUS SICHT DER UNTERNEHMENSLEITUNG2017 markiert für ProSiebenSat.1 ein neues Rekordjahr, in dem wir unsere Profitabilitätsziele erreicht haben. Dabei haben wir rund die Hälfte unseres Umsatzes mit Geschäftsmodellen generiert, die nicht primär auf der Vermarktung von TV-Werbezeiten beruhen. Gleichwohl war 2017 auch ein herausforderndes Jahr, in dem wir unsere ursprüngliche Umsatzprognose korrigiert und unsere Strategie weiterentwickelt haben haben. Insgesamt war der TV-Werbemarkt durch branchenspezifische Effekte geprägt und zeigte trotz guter makroökonomischer Daten nicht die ursprünglich erwartetet Dynamik. In strategisch relevanten Geschäftsfeldern jenseits des TV-Segments sind wir jedoch insgesamt stark gewachsen und haben unser Portfolio durch Akquisitionen synergetisch erweitert. Trotz verschiedener M&A-Maßnahmen bewegte sich der Verschuldungsgrad im Zielkorridor. Damit zeichnet sich die ProSiebenSat.1 Group zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernlageberichts durch eine insgesamt sehr gute Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage aus. PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE (ERLÄUTERUNGEN NACH HGB)Die Geschäftsentwicklung der ProSiebenSat.1 Media SE reflektiert die wirtschaftliche Lage des Konzerns; dies gilt auch für die Chancen- und Risikosituation.Der Jahresabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE wird nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs sowie den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes und der Satzung aufgestellt. GESCHÄFT UND WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENDie ProSiebenSat.1 Media SE ist eine geschäftsleitende Holding mit eigenen operativen Geschäften. Ihr obliegen Leitungsfunktionen wie die Unternehmensstrategie und das Risikomanagement für den ProSiebenSat.1-Konzern, Aufgaben der Beteiligungsverwaltung und der zentralen Finanzierung sowie andere Dienstleistungsfunktionen. Darüber hinaus ist die ProSiebenSat.1 Media SE die steuerliche Organträgerin für die Mehrheit der inländischen Tochtergesellschaften. Die wesentlichen Erträge resultieren aus Gewinnabführungsverträgen von Tochtergesellschaften. Daneben werden Umsatzerlöse insbesondere aus internen Leistungen sowie aus dem Verkauf von Programmnebenrechten erzielt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der ProSiebenSat.1 Media SE entsprechen im Wesentlichen denen des ProSiebenSat.1-Konzerns und werden im Kapitel Rahmenbedingungen des Konzerns ausführlich beschrieben. Die ProSiebenSat.1 Media SE als Mutterunternehmen des ProSiebenSat.1 Konzerns ist in das konzernweite Risikomanagementsystem eingebunden. Weitere Informationen hierzu sowie zur nach § 289 Abs. 4 HGB erforderlichen Beschreibung des internen Kontrollsystems für die ProSiebenSat.1 Media SE sind im Risikobericht dargestellt. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist auf der Website der Gesellschaft öffentlich zugänglich sowie im vorliegenden Geschäftsbericht einsehbar. WESENTLICHE EREIGNISSE IM GESCHÄFTSJAHR 2017Auf der Hauptversammlung der ProSiebenSat.1 Media SE am 12. Mai 2017 haben die Aktionäre beschlossen, im Rahmen der Verwendung des Bilanzgewinns des Geschäftsjahres 2016 in die anderen Gewinnrücklagen 800 Mio Euro einzustellen. Darüber hinaus haben sie die Ausschüttung einer Dividende von 1,90 Euro je dividendenberechtigter Aktie beschlossen; die Ausschüttungssumme belief sich auf 435 Mio Euro. Im Geschäftsjahr 2017 erwarb die ProSiebenSat.1 Media SE konzernintern Gesellschaften im Zusammenhang mit der Bündelung der Commerce-Aktivitäten. Diese Gesellschaften wurden in die NCG-NUCOM GROUP SE eingebracht. ERTRAGSLAGE DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SEXXX / GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG NACH HGB (KURZFASSUNG) in Mio Euro
Die Umsatzerlöse der ProSiebenSat.1 Media SE erhöhten sich im Geschäftsjahr 2017 um 17 Mio Euro oder 17 Prozent auf 116 Mio Euro. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf höhere Erlöse aus dem Verkauf von Programmnebenrechten sowie auf Erlöse aus Gegengeschäften zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent bzw. 16 Mio Euro auf 82 Mio Euro gestiegen. Ursache hierfür waren insbesondere höhere Erträge aus Währungsumrechnungen. Die Betriebsaufwendungen beliefen sich auf 319 Mio Euro (Vorjahr: 293 Mio Euro). Der Personalaufwand reduzierte sich leicht, da die Effekte aus dem Mitarbeiteranstieg durch stark gesunkene Aufwendungen aus anteilsbasierten Vergütungsplänen mit langfristiger Anreizwirkung überkompensiert wurden. Im Vorjahr entstand aufgrund der Umstellung auf Cash Settlement ein hoher Einmalaufwand. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultiert insbesondere aus höheren Rechts- und Beratungskosten sowie einer Zunahme der Aufwendungen für technische Dienstleistungen und Gegengeschäfte. Das Beteiligungsergebnis als Saldo der Erträge aus Gewinnabführungsverträgen abzüglich der Aufwendungen aus Verlustübernahmen erhöhte sich um 21 Prozent bzw. 149 Mio Euro auf 871 Mio Euro. Den Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von 912 Mio Euro (Vorjahr: 753 Mio Euro) standen Aufwendungen aus Verlustübernahme von 42 Mio Euro (Vorjahr: 31 Mio Euro) gegenüber. Das Finanzergebnis als Saldo der Zinserträge und Zinsaufwendungen verbesserte sich im Geschäftsjahr 2017 um 1 Mio Euro auf minus 77 Mio Euro. Der Steueraufwand betrug 160 Mio Euro gegenüber 186 Mio Euro im Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2017 weist die ProSiebenSat.1 Media SE einen Jahresüberschuss in Höhe von 513 Mio Euro aus. Dies ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 55 Prozent bzw. 183 Mio Euro. Im Berichtsjahr bestanden bei der ProSiebenSat.1 Media SE keine wesentlichen außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente. Die ProSiebenSat.1 SE hat Mietverträge für am Standort Unterföhring genutzte Immobilien abgeschlossen, die nach HGB als operatives Leasing eingeordnet wurden. Die Verträge enden frühestens im Jahr 2019. VERMÖGENSLAGE DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SEXXX / BILANZ NACH HGB (KURZFASSUNG) in Mio Euro
Die Bilanzsumme der ProSiebenSat.1 Media SE stieg zum 31. Dezember 2017 um 20 Prozent oder 1.638 Mio Euro auf 10.034 Mio Euro. Das Anlagevermögen erhöhte sich zum 31. Dezember 2017 im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 19 Prozent bzw. 1.167 Mio Euro auf 7.425 Mio Euro. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus konzerninternen Erwerben von mittelbaren Tochterunternehmen im Rahmen der Bündelung der Commerce-Aktivitäten sowie aus im Berichtsjahr durchgeführten Kapitalerhöhungen bei unmittelbaren Tochtergesellschaften. Das Umlaufvermögen betrug 2.605 Mio Euro am 31. Dezember 2017. Der Anstieg um 22 Prozent bzw. 471 Mio Euro ist sowohl auf die um 199 Mio Euro höheren Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aufgrund der gestiegenen Ergebnisabführungen als auch auf die um 236 Mio Euro gestiegenen liquiden Mitteln zurückzuführen. Darüber hinaus erhöhten sich die Anzahlungen für Programmvermögen um 39 Mio Euro. Das Eigenkapital der ProSiebenSat.1 Media SE stieg zum 31. Dezember 2017 auf 3.297 Mio Euro. Der Anstieg um 3 Prozent oder 81 Mio Euro resultiert zum einen aus dem im Geschäftsjahr 2017 erzielten Jahresüberschuss in Höhe von 513 Mio Euro. Einen gegenläufigen Effekt hatte hingegen die Dividendenausschüttung im Mai 2017 in Höhe von 435 Mio Euro. Die Eigenkapitalquote verringerte sich zum 31. Dezember 2017 aufgrund der deutlich gestiegenen Bilanzsumme auf 33 Prozent (Vorjahr: 38 %). Die Rückstellungen erhöhten sich um 59 Mio Euro auf 218 Mio Euro zum 31. Dezember 2017. Ursächlich hierfür waren der Anstieg der Steuerrückstellungen um 33 Mio Euro sowie die um 24 Mio Euro gestiegenen sonstigen Rückstellungen, deren Zunahme insbesondere durch höhere Rückstellungen für Steuerzinsen und Umsatzsteuer verursacht wurde. Mit 6.489 Mio Euro lagen die Verbindlichkeiten am 31. Dezember 2017 um 1.491 Mio Euro über dem Vorjahresniveau von 4.998 Mio Euro. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus den gestiegenen konzerninternen Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling. Insbesondere der konzerninterne Erwerb von Gesellschaften im Rahmen der Bündelung der Commerce-Aktivitäten führte zu diesem Anstieg. FINANZLAGE DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SEDas Cash Management wird zentral vorgenommen, die konzernweiten Zahlungsmittelströme fließen durch das implementierte Cash-Pooling-System zum großen Teil in der ProSiebenSat.1 Media SE als Dachgesellschaft zusammen. Insofern beeinflussen die Cashflows des gesamten ProSiebenSat.1-Konzerns die Liquidität der ProSiebenSat.1 Media SE in hohem Maße. Die ProSiebenSat.1 Media SE fungiert für die Konzernunternehmen, insbesondere für die deutschen Sender, als Einkaufskommissionär für das Programmvermögen. Im Geschäftsjahr 2017 flossen 594 Mio Euro (Vorjahr: 539 Mio Euro) für Investitionen in das Programmvermögen ab. Der Zufluss aus der internen Weitergabe von Programmvermögen an Konzerngesellschaften betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 541 Mio Euro (Vorjahr: 509 Mio Euro). Die gesamten künftigen finanziellen Verpflichtungen aus bereits abgeschlossenen Programmeinkaufsverträgen beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 2.345 Mio Euro (Vorjahr: 2.791 Mio Euro). Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in das Sachanlagevermögen auf Ebene der ProSiebenSat.1 Media SE betrugen im Berichtsjahr 26 Mio Euro. Dies ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 9 Mio Euro. Für Einzahlungen in die Kapitalrücklagen bei unmittelbaren Tochterunternehmen sowie für Unternehmenserwerbe flossen im Geschäftsjahr 2017 270 Mio Euro (Vorjahr: 564 Mio Euro) ab. Die Transaktion im Rahmen der Bündelung der Commerce-Aktivitäten führte zu keinem Geldabfluss sondern zu einem Anstieg der konzerninternen Cash-Pooling Verbindlichkeiten. Weitere Informationen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung sind dem Anhang zum Jahresabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE zu entnehmen. Entwicklung der MitarbeiterzahlenIm Geschäftsjahr 2017 waren durchschnittlich 790 Personen bei der ProSiebenSat.1 Media SE beschäftigt, darunter 696 Mitarbeiter sowie 94 Auszubildende, Volontäre und Praktikanten. Im Vorjahr beschäftigte die ProSiebenSat.1 Media SE durchschnittlich 651 Personen; davon 81 Auszubildende, Volontäre und Praktikanten. Risiken und ChancenDie Geschäftsentwicklung der ProSiebenSat.1 Media SE unterliegt grundsätzlich den gleichen Risiken und Chancen wie der ProSiebenSat.1-Konzers. An den Risiken ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen partizipiert die ProSiebenSat.1 Media SE entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken und Chancen sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt. AusblickDer Ausblick für den ProSiebenSat.1 Konzern spiegelt aufgrund der Verflechtungen zwischen der ProSiebenSat.1 Media SE und ihren Tochtergesellschaften größtenteils auch die Erwartungen der ProSiebenSat.1 Media SE wider. Die Ergebnisentwicklung der ProSiebenSat.1 Media SE sollte auch zukünftig gleichgerichtet zum Konzern verlaufen, da sich die Ergebnisse der Tochtergesellschaften über die Unternehmensverträge im Beteiligungsergebnis der Gesellschaft niederschlagen. Daher gelten die Ausführungen im Unternehmensausblick auch für die ProSiebenSat.1 Media SE. Wir gehen davon aus, dass das Beteiligungsergebnis den Gewinn der ProSiebenSat.1 Media SE weiterhin erheblich beeinflussen wird. ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT RISIKO- UND CHANCENBERICHTRISIKOBERICHTDie Gesamtrisikosituation der ProSiebenSat.1 Group ist unverändert begrenzt. Wir verfügen über ein wirksames Risikomanagementsystem, das alle relevanten Unternehmenseinheiten integriert.RISIKOMANAGEMENTSYSTEM UND PROZESSSTEUERUNGDie ProSiebenSat.1 Group verfügt über ein wirksames Risikomanagementsystem: Es berücksichtigt alle Tätigkeiten, Produkte, Prozesse, Abteilungen, Beteiligungen und Tochtergesellschaften, die nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung unseres Unternehmens haben könnten. Wir entwickeln das System konsequent weiter, sodass es stets auf die speziellen Gegebenheiten ausgerichtet ist. Dazu zählt auch, neue Unternehmenseinheiten zeitnah in den Risikomanagementprozess einzubinden. Der klassische Risikomanagementprozess umfasst vier Schritte, die ineinandergreifen: 1. Identifikation: Grundlage ist die Identifikation der wesentlichen Risiken über einen Soll-Ist-Vergleich. Verantwortlich hierfür sind die dezentralen Risikomanager. Sie orientieren sich dazu an Frühwarnindikatoren, die für relevante Sachverhalte bzw. Kennzahlen definiert wurden. Ein wichtiger Frühwarnindikator für das TV-Geschäft ist beispielsweise die Entwicklung der Zuschauermarktanteile. 2. Bewertung: Die Bewertung der relevanten Risiken erfolgt auf Basis einer Matrix. Dazu werden die Sachverhalte zum einen nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit auf einer Fünf-Stufen-Prozentskala kategorisiert. Zum anderen wird der Grad ihrer möglichen finanziellen Auswirkung beurteilt; die finanziellen Äquivalente gliedern sich ebenfalls in fünf Stufen. Mithilfe der Matrixdarstellung werden die Risikopotenziale nach ihrer relativen Bedeutung als "hoch", "mittel" oder "gering" klassifiziert. Neben der Klassifizierung ist die Analyse von Ursachen und Wechselwirkungen Teil der Risikobeurteilung. Maßnahmen zur Gegensteuerung bzw. Risikominimierung fließen in die Bewertung ein (Netto-Betrachtung). Um ein möglichst präzises Bild der Risikolage zu erhalten, werden Chancen hingegen nicht berücksichtigt. Diese erfasst ProSiebenSat.1 über die Planungsrechnung. 3. Steuerung: Über geeignete Maßnahmen kann ProSiebenSat.1 die Eintrittswahrscheinlichkeit von Verlustpotenzialen verringern und mögliche Einbußen begrenzen oder vermindern. Von großer Bedeutung für den sicheren Umgang mit Risiken ist daher, adäquate Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sobald ein Indikator eine bestimmte Toleranzgrenze erreicht. 4. Monitoring: Die Risikoüberwachung und Risikoberichterstattung komplettiert den Risikomanagementprozess. Ziel ist es, die Veränderungen zu überwachen und die Effektivität der ergriffenen Steuerungsmaßnahmen zu prüfen. Teil des Monitorings ist auch die Dokumentation; sie stellt sicher, dass alle entscheidungsrelevanten Hierarchieebenen über adäquate Risikoinformationen verfügen. XXX / RISIKOMANAGEMENTPROZESS IM ABLAUF
Grundvoraussetzung für den konzernweit sicheren Umgang mit Risiken sind klare Entscheidungsstrukturen, einheitliche Richtlinien und methodisches Vorgehen der verantwortlichen Instanzen. Zugleich müssen Abläufe und Organisationsstrukturen so flexibel gestaltet sein, dass ProSiebenSat.1 jederzeit angemessen auf neue Situationen reagieren kann. Daher erfolgt die regelmäßige Klassifikation der Risiken dezentral und somit direkt in den verschiedenen Unternehmenseinheiten:
XXX / RISIKOMANAGEMENTSYSTEM
1 Für weitere Informationen verweisen wir
auf das Kapitel "Nachhaltigkeit".
Die Prüfung des Risikomanagementsystems hat auch im Jahr 2017 zu einem positiven Ergebnis geführt; das System selbst hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht verändert. Grundlage für die Prüfung ist das sogenannte Risikomanagementhandbuch. Dieses fasst unternehmensspezifische Grundsätze zusammen und reflektiert den international anerkannten Standard für unternehmensweites Risikomanagement und interne Kontrollsysteme von COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). ENTWICKLUNG DER RISIKO-CLUSTERRisikokategorien und GesamtrisikolageDie Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung der Hauptrisikokategorien des Konzerns - den "Operativen Risiken", den "Finanzwirtschaftlichen Risiken", den "Compliance Risiken" und den "Sonstigen Risiken". Aufgrund ihrer thematischen Diversität unterteilt ProSiebenSat.1 die Operativen Risiken zusätzlich in folgende Risiko-Cluster: Externe Risiken, Vertriebsrisiken, Content-Risiken, Technologische Risiken, Personalrisiken und Investitionsrisiken. Dies sind nicht notwendigerweise die einzigen Risiken, denen der Konzern ausgesetzt ist. Weitere Risiken, die unsere Geschäftstätigkeit beeinflussen könnten, sind uns derzeit jedoch nicht bekannt oder wir betrachten sie im Kontext dieses Berichts als nicht relevant. Die Risiko-Cluster setzen sich wiederum aus verschiedenen Risiken zusammen. Zur Beurteilung der Gesamtrisikolage klassifiziert ProSiebenSat.1 daher zunächst alle Einzelrisiken im Rahmen des vierteljährlichen Bewertungsprozesses, aggregiert sie und ordnet sie den Clustern zu. Die Cluster gewichtet ProSiebenSat.1 bei der Bewertung der Gesamtrisikolage entsprechend ihrer Bedeutung für den Konzern. Wir überwachen alle relevanten Risiken im Rahmen des Risikomanagementprozesses; im vorliegenden Risikobericht fokussieren wir jedoch jene Risiken, die in ihrer Bedeutung insgesamt als mittel oder hoch klassifiziert wurden. Unsere Gesamtrisikolage ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, da sich die Risiko-Cluster Vertriebs-, Content- und Compliance-Risiken gegenüber dem 31. Dezember 2016 leicht erhöht haben. Hingegen sind die externen Risiken leicht gesunken; alle übrigen Risiken und Risiko-Cluster sind - sofern nicht explizit erwähnt - unverändert. Damit ist unsere Gesamtrisikolage nach wie vor begrenzt. XXX / ÜBERBLICK DER RELEVANTEN RISIKEN
Operative Risiken EXTERNE RISIKENProSiebenSat.1 verfolgt eine digitale Wachstumsstrategie und diversifiziert so in allen Segmenten das Umsatz- und Risikoprofil. Ziel dieser Strategie ist es, die Unabhängigkeit vom konjunktursensitiven Kerngeschäft Fernsehen zu steigern und zugleich Wachstumschancen aus der sich verändernden Mediennutzung zu ergreifen. Aufgrund positiver Konjunkturdaten haben sich die externen Risiken im Jahresverlauf leicht verringert. Makroökonomische Risiken. Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat sich im Jahresverlauf 2017 spürbar beschleunigt. Zudem befinden sich die Stimmungsindikatoren von Unternehmen (ifo) und Konsumenten (GfK) zum Jahresende auf hohem Niveau. Infolgedessen haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen deutlich nach oben angepasst: Sie erwarten für 2017 ein reales Wachstum von im Schnitt gut zwei Prozent und rechnen mit einer Fortsetzung des Wachstumstrends im Jahr 2018. Vor diesem Hintergrund erachtet die ProSiebenSat.1 Group die makroökonomischen Risiken als stabil, erhebliche negative Folgen stufen wir nun als unwahrscheinlich ein. Somit sind die Risiken im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Wegen der potenziell hohen Auswirkungen bewerten wir die Kategorie dennoch als mittleres Risiko. Konjunkturprognosen sind naturgemäß mit gewissen Unsicherheiten verbunden; dies gilt in besonderem Maße auch für ihre möglichen Implikationen auf den Werbemarkt. Allgemeine Branchenrisiken (inkl. Mediennutzungsverhalten). Der digitale Wandel und insbesondere die steigende Internetnutzung beeinflussen das Mediennutzungsverhalten. Digitalisierung bedeutet jedoch nicht, dass Fernsehen seine Relevanz als Leitmedium verliert. Vielmehr konsumieren die Menschen Inhalte der klassischen Medien zunehmend häufig in digitaler Form. So werden TV-Inhalte heute beispielsweise auch über mobile Endgeräte wie Tablets gesehen. Auf neue Nutzungsformen wie zeitversetztes Fernsehen entfällt hierzulande ein vergleichsweise geringer Anteil. Fernsehen erreichte 2016 durchschnittlich 11 Mio Zuschauer in Deutschland, die Vergleichszahl für die Nutzung von Online-Videos liegt bei 1,2 Mio Zuschauern pro Minute. 96 Prozent des TV-Konsums bei den 14- bis 49-Jährigen erfolgt in Deutschland nach wie vor durch Live-Nutzung zum Zeitpunkt der Ausstrahlung. Die monatliche Netto-Reichweite von Fernsehen entwickelt sich zugleich auf hohem Niveau nahezu stabil. Dies gilt für alle Zuschauergruppen, insbesondere auch für die jüngere Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen. XXX / RISIKOMATRIX
Diese Marktdaten indizieren, dass sich der digitale Wandel in Deutschland langsamer vollzieht als etwa in den USA und eigenen Mustern folgt. Auch in Zukunft dominiert Fernsehen die Mediennutzung im deutschen Markt. Die TV-Nutzung an stationären Geräten dürfte zwar leicht zurückgehen, aber weiterhin an erster Stelle liegen. Gleichzeitig wird die Nutzung internetbasierter Free-TV-Angebote zunehmen. Das bedeutet, mehr und mehr Zuschauer werden die linearen TV-Programme über PC, Laptop oder mobil konsumieren. Besonders bei den jüngeren Zuschauern wird diese Nutzungsform immer beliebter, sie macht derzeit einen Anteil von ca. 15 Prozent an der gesamten TV-Nutzung der 14 - bis 29-Jährigen aus. Vor diesem Hintergrund ist ProSiebenSat.1 sehr gut positioniert, die digitale Entwicklung als Wachstumschance zu nutzen. Fernsehen ist das wichtigste Entertainment-Medium in Deutschland, darauf haben wir unsere Strategie ausgerichtet. Im Umkehrschluss erachten wir Risiken aus einer Veränderung der Mediennutzung nach wie vor als unwahrscheinlich. Im Falle einer grundlegenden Veränderung können wir jedoch wesentliche finanzielle Auswirkungen nicht vollständig ausschließen. Wir stufen diesen Sachverhalt daher insgesamt weiterhin als mittleres Risiko ein. VERTRIEBSRISIKENDie Entwicklung im deutschen TV-Werbemarkt stellt unsere wichtigste Planungsprämisse dar. Neben dem Konjunkturwachstum beziehen wir branchenspezifische Daten wie die Entwicklung der Reichweite und der Marktanteile unserer TV-Sender bei den Zuschauern in unsere wirtschaftlichen Überlegungen ein. Die Vertriebsrisiken im TV-Geschäft haben sich 2017 leicht erhöht. Aufgrund der wachsenden Bedeutung digitaler Medien stellen neben den Risiken aus der Vermarktung von TV-Werbezeiten Vermarktungsrisiken im Online-Bereich eine relevante Kategorie dar. Zuschauermarktanteile/TV-Reichweite. Die Zuschauermarktanteile sind die maßgebliche Größe zur Beurteilung der Akzeptanz unserer Sender beim TV-Publikum: Mit dem Marktanteil wird der prozentuale Anteil der Reichweite eines Programmelements an der gesamten TV-Reichweite zum jeweiligen Zeitpunkt angegeben. Vom Marktanteil einer Sendung hängt wiederum die Werbeblockreichweite im Umfeld dieser Sendung ab, die einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die TV-Vermarktung darstellt. Die zeitliche Entwicklung des Marktanteils von Sendern und deren Programmen ist damit ein Schlüsselindikator zur Risikofrüherkennung. ProSiebenSat.1 erstellt täglich auf Grundlage der Daten der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) detaillierte Analysen zu den Marktanteilen und Reichweiten aller Sendungen. Auf der Basis dieser umfangreichen Daten werden alle laufenden Programme permanent analysiert und ggf. kurzfristig angepasst. Auch Konzepte für die Neuentwicklung von Sendungen und potenzielle neue Senderkonzepte werden anhand dieser Daten geprüft und diskutiert. Zusätzlich zu diesen quantitativen Auswertungen stellen qualitative Studien ein wichtiges Kontrollinstrument dar, da die Sender so ein unmittelbares Feedback von ihrem Publikum erhalten. Einzelne Fehlentscheidungen sind dennoch nicht auszuschließen. Bei der Produktion und dem Erwerb von passenden Programmen für unsere TV Sender handelt es sich um einen Prozess, dessen Erfolg in hohem Maße vom subjektiven Empfinden unserer Zuschauer abhängt. Zudem hat sich der Wettbewerb weiter intensiviert. Dazu führt nach wie vor die Gründung von neuen Sendern, aber auch Marktanteilsgewinne einzelner etablierter Sender und die Finanzkraft der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Vor diesem Hintergrund hat sich das Risiko von Zuschauermarktanteil-Rückgängen gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht; gleichwohl beurteilen wir diese Kategorie weiterhin als mittleres Risiko. Das bedeutet: Implikationen aus einem Rückgang der Zuschauermarktanteile bewerten wir unter Umständen als erheblich und die Eintrittswahrscheinlichkeit auch weiterhin als möglich. ProSiebenSat.1 gestaltet die Fragmentierung des Markts selbst aktiv mit und hat verschiedene neue Sender gelauncht, darunter erfolgreiche Marken wie sixx. Mit den Sendern sixx, ProSieben MAXX, SAT.1 Gold und kabel eins doku erreichte die Gruppe 2017 in Deutschland einen Zuschauermarktanteil von 4,3 Prozent in der Zielgruppe der 14 bis 49-jährigen. Über alle Sender der Gruppe hinweg lag der Marktanteil bei 27,0 Prozent. Die von der IP vermarkteten Sender der RTL-Gruppe kamen dagegen auf 25,4 Prozent. ProSiebenSat.1 ist damit führend in der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen. Vermarktung von Werbezeiten. Werbeverträge für TV-Werbung wie auch im Online- und Digital Out of Home-Bereich schließt ProSiebenSat.1 in der weit überwiegenden Zahl der Fälle nicht direkt mit den werbetreibenden Unternehmen ab. Als Intermediär fungieren vielmehr die Mediaagenturen, die dabei unmittelbare Vertragspartner unserer Vermarktungsgesellschaft SevenOne Media GmbH werden. Der Markt für TV-Werbezeiten ist dabei sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite durch konzentrierte Strukturen gekennzeichnet. Auf der Nachfrageseite existieren im Wesentlichen sieben große Verbünde aus Mediaagenturen, die sich in der Regel wiederum aus einer Vielzahl kleinerer Agenturen zusammensetzen. Diesen stehen auf der Angebotsseite vor allem die beiden privatrechtlichen Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL sowie die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender gegenüber. Vor diesem Hintergrund sowie der hohen Attraktivität des Fernsehens und seiner Bedeutung als Leitmedium im Media-Mix ergibt sich aus dem formal auf wenige Agenturen konzentrierten Geschäftsverhältnis kein nennenswertes wirtschaftliches Risiko. Ebenso hat ProSiebenSat.1 aufgrund der beschriebenen Verbundstruktur der Agenturen sowie der kurzen Rechnungszyklen von maximal einem Monat keine wesentlichen Ausfall- oder Liquiditätsrisiken identifiziert. Die Wettbewerbsintensität hat sich im deutschen Werbemarkt allerdings gesteigert, sodass sich auch die Vermarktungsrisiken im Jahresverlauf erhöht haben. Aufgrund der Marktentwicklung stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken aus der Vermarktung von Werbezeiten für ProSiebenSat.1 nun als möglich ein. Wir bewerten die Auswirkungen als wesentlich und das Risiko insgesamt als hoch. Daher analysieren wir das Wettbewerbsumfeld sowie unsere Werbeerlöse und Werbemarktanteile regelmäßig. Ziel ist, durch den Vergleich von Ist- und Planwerten mit den entsprechenden Vorjahreswerten Budgetabweichungen frühzeitig zu identifizieren, sodass Gegenmaßnahmen wie Kostenanpassungen oder Änderungen in der Programmplanung und Preispolitik auch kurzfristig umgesetzt werden können. Medienkonvergenz. Keine anderen Geräte der Unterhaltungselektronik haben sich in den letzten Jahren so rasch verbreitet wie mobile Devices. Die Verfügbarkeit von Tablets in deutschen Haushalten hat sich seit 2014 nahezu verdoppelt, 85 Prozent der Personen ab 14 bis 69 Jahren nutzen persönlich ein Smartphone. Durch die wachsende Beliebtheit von mobilen Devices verändert sich das Mediennut zungsverhalten, da sich die einst festen Verbindungen von Inhalten und Endgeräten lösen und die Gattungsgrenzen konvergieren: Gleiche Inhalte werden heute über verschiedene Anwendungen auf unterschiedlichen Geräten genutzt. So wird TV oder Radio auch über Apps oder Mediatheken genutzt, Zeitungen werden vielfach online gelesen. Breitband-Internetanschlüsse mit schneller Datenübertragung treiben diese Entwicklung voran. Alltäglich sind zudem Nutzungsmuster wie der Parallelkonsum von TV und Internet. Das bedeutet: Unterhaltungsgeräte wie Smartphones und Tablets werden zusätzlich zum TV-Gerät genutzt, sie ersetzen nicht das Fernsehen. Sie dienen als sogenannte Second Screens und erfüllen Zusatzfunktionen wie die Online-Suche oder die Kommunikation über Social-Media-Kanäle. So surfen zum Beispiel 36 Prozent der 14- bis 69-Jährigen - während sie fernsehen - häufig parallel im Internet. Forschungsergebnisse zeigen jedoch nicht nur, dass diese neuen Formen der Bewegtbild-Nutzung lineares Fernsehen ergänzen. Entsprechende Studien ergaben auch, dass die Werbewirkung durch die multimediale Ansprache steigt. Daraus resultieren große Vorteile für die Vermarktung: Online-Kampagnen erschließen einerseits neue Zielgruppen, anderseits verstärken Online-Kontakte die Effektivität von TV-Werbung. Die hohe Marktdurchdringung von konvergenten Endgeräten birgt für ProSiebenSat.1 dennoch Risiken: Die Konvergenz könnte in der Zukunft auch zu einer signifikant rückläufigen TV-Nutzung führen. Dies könnte sich wiederum negativ auf die Investitionsbereitschaft von Werbekunden auswirken und damit das Preisniveau von TV-Werbung beeinflussen. Obwohl wir derzeit keine Substitution beobachten, schätzen wir den Eintritt dieses Risikos als möglich ein. Erhebliche Auswirkungen auf unsere Umsatz- respektive Ergebnisentwicklung können wir daher nicht ausschließen und bewerten Verlustpotenziale aus der Konvergenz der Medien unverändert als mittleres Risiko. Aus diesem Grund werden wir auch in Zukunft sowohl in TV- als auch in Digital-Entertainment-Angebote investieren und unser Potenzial nutzen, indem wir unsere TV-Sender noch stärker mit digitalen Angeboten vernetzen. Vor diesem Hintergrund haben wir 2017 unsere Konzernstrategie weiterentwickelt und werden die Segmente Broadcasting und Digital Entertainment ab 2018 zusammenführen. Online-Werbung (inkl. Werbeblocker): Im Bereich der Vermarktung von Online-Werbung stellen Werbeblocker ein Vertriebsrisiko dar. Diese als sogenannte "Plug-ins" - d. h. Zusatzprogramme - für die Browser und inzwischen auch als Apps für mobile Endgeräte angebotenen Programme verhindern die Ausspielung von Werbung. Um dieses Risiko zu begrenzen, hat ProSiebenSat.1 technische Mittel eingeführt, die Werbeblocker wirksam unterbinden können. Parallel dazu gehen wir juristisch vor und haben eine Unterlassungsklage gegen den in Deutschland am weitesten verbreiteten Werbeblocker (AdBlock Plus) eingereicht. Eine weitere Verbreitung der Werbeblocker bleibt allerdings möglich; dies könnte sich erheblich auf den Erfolg des Online-Werbegeschäfts auswirken. Insgesamt stufen wir dieses Risiko für den Konzern als mittleres Risiko ein. Die zielgruppenspezifische Werbung im Internet, auf mobilen Apps und im HbbTV beruht auf Tracking-Technologien und rechtlichen Rahmenbedingungen, die durch eine künftige ePrivacy-Verordnung der Europäischen Union beeinträchtigt werden könnten. Die ePrivacy-Verordnung wird derzeit kontrovers diskutiert, sodass noch keine seriöse Prognose über den Verordnungsinhalt und den Zeitpunkt ihres Inkrafttretens möglich ist. ProSiebenSat.1 hat jedoch frühzeitig risikomindernde Maßnahmen ergriffen. Insbesondere arbeiten wir an einer branchenübergreifenden Log-in-Allianz, um bereits jetzt die Infrastruktur für ein möglicherweise erweitertes Einwilligungsmanagement nach Maßgabe einer künftigen ePrivacy-Verordnung für zielgruppenspezifische Werbung zu schaffen. CONTENT-RISIKENDie ProSiebenSat.1 Group achtet auf ein individuelles, insgesamt aber ausgewogenes Verhältnis von Lizenzprogrammen einerseits sowie Auftrags- und Eigenproduktionen andererseits. Dabei schützt der Konzern durch Exklusiv-Vereinbarungen im Sinne von vertraglichen Sperrfristen (Hold-Back-Klauseln) seine Rechte gegenüber anderen Lizenznehmern und Programmverwertungsformen. Um frühzeitig über Trends und neue Produktionen informiert zu sein, steht unser Einkauf zudem in ständigem Austausch mit internationalen und nationalen Lizenzgebern. Dennoch könnte sich der Wettbewerb um attraktive Inhalte infolge einer wachsenden Konkurrenz durch internationale Marktteilnehmer sowie neue digitale Angebote weiter intensivieren. Hinzu kommt, dass vor allem für die kleinen TV-Sender immer häufiger Einzelkäufe notwendig sind, da ihr Programm sehr zielgruppenspezifisch ausgerichtet ist. Lizenzprogramm / Verhandlungsposition mit Major- und Independent-Studios (inkl. Programmqualität). Die USA sind weltweit für uns der wichtigste Markt für Lizenzprogramme. ProSiebenSat.1 hat daher langfristige Vereinbarungen mit Filmstudios bzw. Produktionsgesellschaften, die eine entsprechende Erfolgshistorie und Reputation aufweisen. US-amerikanische Erfolgsformate finden jedoch nicht zwangsläufig denselben positiven Anklang beim deutschen Publikum: Zuschauerinteressen und Mediennutzungsverhalten können sich in unterschiedlichen Ländern verschieden entwickeln. Unvorhergesehenem Wertverlust lizensierter Programme begegnet die ProSiebenSat.1 Group mit Programmabschreibungen. Darüber hinaus können sich auch die Marktgegebenheiten in den USA ändern, wenn sich beispielsweise Studios zusammenschließen. Diese Unsicherheiten planen wir bei unseren Lizenzeinkäufen standardmäßig ein. Dabei haben wir die Eintrittswahrscheinlichkeit erhöht und erachten dieses Risiko nun als möglich (vorher: sehr unwahrscheinlich). Sollte es sich realisieren, wären moderate Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns denkbar. Insgesamt bewerten wir Risiken aus dem Lizenzprogramm / Verhandlungsposition mit Major- und Independent-Studios damit als ein mittleres Risiko (vorher: geringes Risiko). Finanzwirtschaftliche RisikenIm Rahmen unserer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit ist der Konzern verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Dazu zählen das Finanzierungsrisiko, Ausfallrisiko, Zinsrisiko, Währungsrisiko und Liquiditätsrisiko; mit Ausnahme des Ausfallrisikos stufen wir die finanzwirtschaftlichen Risiken in ihrer Bedeutung als gering ein. Wir begegnen diesen Risiken mit umfangreichen Maßnahmen und nutzen Derivate als Sicherungsinstrumente. Die Bewertung und Steuerung der finanzwirtschaftlichen Risiken wird zentral koordiniert. Dazu analysiert der Konzernbereich Group Finance & Treasury die Entwicklung an den Märkten, leitet daraus Chancen- und Verlustpotenziale für ProSiebenSat.1 ab und beurteilt regelmäßig die Risikosituation. Die erforderlichen Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Konzernvorstand definiert. Der Bereich Finance & Treasury wird im Rahmen des Risikomanagements jährlich von der Internen Revision geprüft. Auch die letzte Prüfung hat zu einem positiven Ergebnis geführt und erneut die Effektivität des Systems bestätigt. Grundsätze, Aufgaben und Zuständigkeiten sind konzernweit festgelegt und über Richtlinien für alle Tochtergesellschaften der ProSiebenSat.1 Group verbindlich geregelt. Ausfallrisiko. Der Konzern schließt Finanz- und Treasury-Geschäfte ausschließlich mit Geschäftspartnern ab, die hohe Bonitätsanforderungen erfüllen. Das Profil der Kontrahenten wird in diesem Zusammenhang systematisch und kontinuierlich überwacht. Neben der Bonitätskontrolle begrenzt ProSiebenSat.1 die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ausfallrisikos durch eine breite Streuung der Kontrahenten. Die Bedingungen für den Abschluss von Finanz- und Treasury-Geschäften sind konzernweit einheitlich in einer Richtlinie geregelt. Wir bewerten den Eintritt eines Ausfallrisikos unverändert als unwahrscheinlich. Da sich der Ausfall von Kreditgebern jedoch wesentlich auf unsere Ergebnisentwicklung und die Finanzlage auswirken könnte, stufen wir die Risikobedeutung insgesamt als mittel. Compliance-RisikenAllgemeine Compliance-Risiken (inkl. gesetzliche Berichtspflichten, Kartellrecht, Gerichtsverfahren). Ziel von Compliance ist die Gewährleistung einer rechtlich jederzeit und in jeder Hinsicht einwandfreien Geschäftsführung. Mögliche Verletzungen von gesetzlichen Vorschriften und Meldepflichten, Verstöße gegen den Deutschen Corporate Governance Kodex oder mangelnde Transparenz der Unternehmensführung können die Regelkonformität gefährden. Aus diesem Grund hat die ProSiebenSat.1 Group einen konzernweit gültigen Verhaltenskodex (Code of Conduct) sowie verschiedene Richtlinien etabliert, die den Mitarbeitern konkrete Verhaltensregeln für verschiedene berufliche Situationen geben. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter systematisch zu Themengebieten wie Anti-Korruption, Kartellrecht, Medienrecht, Antidiskriminierung, IT-Sicherheit oder Datenschutz geschult. Um das Risiko von Rechtsverstößen zu reduzieren hat die ProSiebenSat.1 Group für die Bereiche Anti-Korruption, Kartellrecht, Medienrecht und Datenschutz ein Compliance-Management-System (CMS) geschaffen. Wesentliche Zielsetzung des CMS ist es, Integrität und rechtmäßiges Verhalten dauerhaft im Denken und Handeln aller Mitarbeiter zu verankern und auf diese Weise Rechts- und Regelverstöße von vornherein zu verhindern. Im Rahmen unserer regelmäßigen Risikobewertungen berücksichtigen wir neben den laufenden Gerichtsverfahren bereits jetzt die im Mai 2018 in Kraft tretende EU Datenschutzgrundverordnung. Diese bringt eine Verschärfung der Anforderungen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten sowie des Sanktionsrahmens im Falle von Verstößen mit sich. Bußgelder für etwaige Datenschutzverstöße orientieren sich künftig am Konzernumsatz. Vor diesem Hintergrund halten wir den Eintritt von Compliance-Risiken zwar für unwahrscheinlich, können jedoch aufgrund des deutlich erweiterten Sanktionsrahmens erhebliche negative Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns nicht vollständig ausschließen. Das Risiko aus allgemeiner Compliance stufen wir für den Konzern entsprechend als erhöht ein. Damit bewerten wir dieses Risiko nun als mittleres Risiko (zuvor geringes Risiko). Regulatorische Risiken (inkl. Medienrecht, Sendelizenzen). Veränderungen der regulatorischen oder rechtlichen Rahmenbedingungen können Auswirkungen auf einzelne Geschäftsaktivitäten haben, dies gilt insbesondere für verschärfte Bestimmungen zu Distribution, Werbung, Sendelizenzen oder Gewinnspielen. Zugleich wächst der Einfluss globaler Plattformanbieter, die aufgrund ihrer Finanzkraft monopolistische Marktpositionen einnehmen und nicht an die strengen deutschen bzw. europäischen Regulierung gebunden sind. Ein aktuelles Beispiel ist das zurzeit laufende EU-Gesetzgebungsverfahren zur Kabel-Satelliten-Online-Verordnung ("SatCabVO"). Diese EU-Verordnung, mit deren Inkrafttreten im Laufe des Jahres 2018 zu rechnen sein dürfte, könnte zur Folge haben, dass die ProSiebenSat.1 Group in ihrer Autonomie beschränkt wird, ihre Inhalte zu verbreiten bzw. zu verwerten. OTT-Anbieter und Internetplattformen würden hingegen von der Verordnung profitieren, da wir als Sendeunternehmen unsere Inhalte zu fixen Konditionen weiterreichen müssten. Der ProSiebenSat.1-Konzern verfolgt alle relevanten Entwicklungen aktiv und steht mit den zuständigen Regulierungsbehörden in ständigem Kontakt, um eine bestmögliche Berücksichtigung seiner Interessen zu gewährleisten. Regulatorische Risiken bewerten wir dennoch als erhöht und erachten ihren Eintritt für möglich. Moderate negative Auswirkungen auf unsere Ergebnisentwicklung und insbesondere auf die Ertragslage im Segment Broadcasting German-speaking können wir nicht vollständig ausschließen. Damit bewerten wir den Sachverhalt insgesamt als mittleres Risiko (zuvor geringes Risiko). Für Informationen zu den steuerlichen Risiken und den restlichen Compliance-Risiken verweisen wir auf den Anhang. Sonstige RisikenSicherheitsrisiken. Sicherheitsrisiken haben sich nicht verändert: Wir halten ihren Eintritt für möglich und die potenziellen Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns als moderat. Zielgerichtete Angriffe zeigen, dass politisch, wirtschaftlich oder auch ideologisch motivierte Gruppen eine größer werdende Herausforderung für unsere Gesellschaft darstellen. Die steigende Anzahl und Qualität von Bedrohungsfaktoren erfordern effektive und schnelle Notfallpläne und klare Verantwortlichkeiten. Dazu hat ProSiebenSat.1 Handlungsanweisungen definiert und eine Krisenorganisation etabliert. Zugleich gewinnen der Schutz von Daten und die Sicherung von Unternehmenswerten in Form von Informationen weiter an Relevanz. Darauf hat ProSiebenSat.1 ebenfalls reagiert und ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) implementiert. Gleichzeitig werden Mitarbeiter sensibilisiert und in Sicherheitsfragen geschult. Neben diesen Risikofaktoren können unvorhersehbare Ereignisse wie Naturkatastrophen oder Anschläge Arbeitsabläufe und somit auch das Ergebnis von ProSiebenSat.1 beeinträchtigen. Diesen Risiken tragen wir unter anderem mit baulichen und technischen Absicherungen Rechnung; Produktionen und Veranstaltungen sichern wir mit spezialisierten Fachkräften. Angesichts der getroffenen Präventionen stufen wir die Sicherheitsrisiken insgesamt als mittel ein. XXX / ANGABEN ZUM INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM IM HINBLICK AUF DEN (KONZERN-) RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS (§ 289 Abs. 5 HGB bzw. § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB) mit ErläuterungenDas interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess soll sicherstellen. dass Geschäftsvorfälle im Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE (aufgestellt nach den in der EU übernommenen International Financial Reporting Standards. IFRS) bilanziell richtig abgebildet und die Vermögenswerte und Schulden damit hinsichtlich Ansatz. Bewertung und Ausweis zutreffend erfasst sind. Die konzernweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften ist Voraussetzung hierfür. Umfang und Ausrichtung der implementierten Systeme wurden vom Vorstand anhand der für den ProSiebenSat.1-Konzern spezifischen Anforderungen ausgestaltet. Diese werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Trotz angemessener und funktionsfähiger Systeme kann eine absolute Sicherheit zur vollständigen Identifizierung und Steuerung der Risiken nicht gewährleistet werden. Die unternehmensspezifischen Grundsätze und Verfahren zur Sicherung der Wirksamkeit und Ordnungsmäßigkeit der (Konzern-) Rechnungslegung werden im Folgenden erläutert. ZIELE DES RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IN BEZUG AUF RECHNUNGSLEGUNGSPROZESSEDer Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE versteht das interne Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess als Teilbereich des konzernweiten Risikomanagementsystems. Durch die Implementierung von Kontrollen soll hinreichende Sicherheit erlangt werden, dass trotz der identifizierten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweisrisiken ein regelungskonformer (Konzern-)Abschluss erstellt wird. Die wesentlichen Ziele eines Risikomanagementsystems in Bezug auf die (Konzern-)Rechnungslegungsprozesse sind:
Des Weiteren unterliegen unsere Prozessbeschreibungen sowie unsere Risikokontrollmatrizen einer jährlichen Überprüfung. Hierdurch wird die Aktualität der Beschreibung sichergestellt und damit auch die Etablierung kontinuierlich wirksamer Kontrollmechanismen erreicht. Diese Update-Vorgänge sowie regelmäßige Tests auf Basis von Stichproben waren Teil des Projekts PRIME und sind seitdem integraler Bestandteil des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess. Basierend auf den Testergebnissen erfolgt eine Einschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. AUFBAUORGANISATION
Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems in Bezug auf die rechnungslegungsrelevanten Prozesse wird (in Stichproben) durch den prozessunabhängigen Bereich Internal Audit überprüft. ABLAUFORGANISATION
CHANCENBERICHTWachstumsoptionen werden über das Chancenmanagement der Gruppe identifiziert und im Rahmen von Planungsprozessen konkretisiert. Der Konzern rechnet mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich in den kommenden fünf Jahren (CAGR). Weitere Portfoliomaßnahmen und insbesondere größere Akquisitionen bieten zusätzliche Potenziale.CHANCENMANAGEMENTUnser Chancenmanagement ist Bestandteil des unternehmensinternen Steuerungssystems. Ziel ist es, Chancen möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu nutzen. Das Management von Chancen ist in der ProSiebenSat.1 Group dezentral in den Geschäftsbereichen organisiert und wird von der Abteilung "Group Strategy & Operations" unterstützt und koordiniert. Die Abteilung steht in engem Kontakt mit den einzelnen operativen Einheiten; so erhält sie einen detaillierten Einblick in die Geschäftssituation. Zudem dienen Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie der Erfahrungsaustausch mit externen Experten als wichtige Quellen, um Wachstumsmöglichkeiten für die ProSiebenSat.1 Group zu identifizieren. Die definierten Chancen werden im Rahmen der Strategieplanung erfasst. Dabei werden die relevanten Wachstumsoptionen priorisiert, konkrete Ziele abgeleitet sowie Maßnahmen und Ressourcen zur operativen Zielerreichung festgelegt. XXX / CHANCENMANAGEMENT in Euro
ERLÄUTERUNG WESENTLICHER CHANCENChancen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit wir als hoch einstufen, haben wir bereits in unsere Prognose für 2018 sowie unsere Planung bis 2022 aufgenommen. Daneben sind auch leistungswirtschaftliche Faktoren wie Kostenbewusstsein und effizientes Prozessmanagement zentrale Voraussetzungen, um die Marktposition der ProSiebenSat.1 Group weiter zu stärken. Über diese Wachstumsmöglichkeiten berichten wir im Unternehmensausblick. Daneben existieren Potenziale, die bislang nicht bzw. nicht vollumfänglich budgetiert sind. Diese könnten sich insbesondere infolge strategischer Maßnahmen oder aus einer Veränderung der Rahmenbedingungen ergeben. Nachfolgend berichten wir über diese Chancen, sofern sie für den Planungszeitraum bis 2022 relevant und wesentlich sind. Zusätzliche Chancen aus unternehmensstrategischen EntscheidungenSoziale, technologische und wirtschaftliche Bereiche haben sich infolge der Digitalisierung signifikant verändert. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Der Mediensektor war als eine der ersten Branchen von den Auswirkungen der Digitalisierung betroffen: Fernsehinhalte können unabhängig von Zeit und Ort abgerufen werden und finden neben dem TV-Bildschirm auf weiteren Geräten wie Smartphones oder Tablets statt. Die ProSiebenSat.1 Group treibt die Transformation von einem klassischen TV-Unternehmen zu einem Digitalkonzern mit einem diversifizierten Geschäftsportfolio deshalb konsequent voran. Dazu entwickelt die Gruppe neue Geschäftsmodelle, nutzt digitale Technologien und erschließt durch Akquisitionen oder strategische Partnerschaften zusätzliche Märkte. Nutzen von Synergien durch Vernetzung von Geschäftsfeldern. ProSiebenSat.1 ist der erste Medienkonzern, der die Kombination aus klassischem Fernsehen, digitalem Entertainment sowie E-Commerce und Content Production umsetzt und daraus resultierende Synergien konsequent nutzt. Darauf baut der Konzern auf und bündelt seine Segmente seit 2018 auf Basis einer Drei-Säulen-Strategie. In diesem Kontext will der Konzern Einsparpotenziale von über 50 Mio Euro netto bis 2019/2020 realisieren. Ein wichtiger Schritt ist die Zusammenlegung des linearen TV-Geschäfts mit der Digital-Entertainment-Sparte, um die universelle Vermarktung und plattformunabhängige Bereitstellung von Programminhalten zu forcieren. Gleichzeitig stärkt der Konzern durch die Integration von Studio71 in das Segment Content Production & Global Sales seine digitale Produktionskompetenz. ProSiebenSat.1 hat im Januar 2018 die Red Arrow Entertainment Group mit Studio71 unter dem Dach Red Arrow Studios zusammengeführt und integriert digitale Video-Angebote sowohl in das klassische Produktionsgeschäft als auch in seine internationalen Vertriebsnetze. Das Produktionsgeschäft bekommt durch Studio71 direkten Zugang zu einem neuen Talentpool und weiteren wachsenden digitalen Kanälen. Auf diese Weise adressiert der Content-Production-Bereich die steigende Nachfrage nach Inhalten auf allen Kanälen, Branded Content sowie Influencer Marketing. Aus der Bündelung der bestehenden Produktionsfirmen (Red Arrow), der Talent Pools und digitalen Kanälen (Studio71) mit der Distribution (Red Arrow International, Gravitas) ergeben sich Synergien, die bisher nicht umfänglich budgetiert sind. Indem der Konzern seine Beteiligungen vernetzt und Erfolgsformate für die Nutzung auf verschiedenen Plattformen produziert oder gebündelt aus einer Hand anbietet, erhöht er die Effizienz seiner Investments und schafft zusätzliche Wachstumschancen. ProSiebenSat.1 überprüft zudem Möglichkeiten, die Wachstumsdynamik von Red Arrow Studios über Kooperationen mit und Co-Investments von Partnern zu beschleunigen. Datenbasierte Geschäftsmodelle und Digitalisierung von TV-Werbung: Der ProSiebenSat.1-Konzern vernetzt sein Fernsehgeschäft konsequent mit digitalen Unterhaltungsmedien und baut so seine Reichweite aus. Mit seinen Tochterunternehmen SevenOne Media und SevenOne AdFactory ist der Konzern Deutschlands innovativster TV-Vermarkter und bietet seinen Kunden abgestimmte Kampagnen über alle Plattformen an - von TV über Online und Mobile bis Social Media. Dabei setzt ProSiebenSat.1 auch auf neue Technologien. Wir haben beispielsweise als erster TV-Konzern in Deutschland Addressable TV-Kampagnen über den technologischen Standard "Hybrid Broadcast Broadband TV" (HbbTV) ausgestrahlt. Diese Werbespots kombinieren die hohe Reichweite des klassischen Fernsehens mit den Möglichkeiten digitaler Werbung: dem zielgruppenorientierten bis hin zum geräteindividuellen Einblenden von Werbung (Targeting). Künftig wollen wir im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten vermehrt Daten über unsere digitalen Plattformen und die internetbasierte TV-Nutzung verwenden, um den Rezipienten noch individueller ansprechen zu können. Hohes Potenzial sehen wir in diesem Kontext im AdTechnology (AdTech)-Bereich, da uns neue Vermarktungstechniken helfen, Werbung automatisiert und noch zielgruppengenauer einzubinden. Deshalb hat der Konzern im Januar 2018 sein AdTech-Portfolio erweitert und den E-Commerce-Vermarkter Kairion übernommen. Kairion aggregiert die Werbeumfelder und Daten von über 80 Online Shops. Neben dieser hohen Reichweite für digitale Werbeangebote bietet das Unternehmen wertvolle Zielgruppen-Insights - etwa zu konkretem Kaufinteresse: Mithilfe von Realtime-Targeting können Werbebotschaften ausgespielt werden, sobald der Konsument ein Kaufinteresse signalisiert hat. Darüber hinaus lassen sich mithilfe von Kairion Branding-Kampagnen aus TV in den Einzelhandel verlängern. Damit reagiert ProSiebenSat.1 auf das veränderte Konsumentenverhalten: Verschiedene Medien und Kanäle werden parallel genutzt, sodass sich TV, digitales Entertainment und Commerce immer stärker ergänzen und konvergieren. Einstieg in wachstumsstarke Geschäftsfelder durch Portfolioerweiterungen: Die erfolgreiche M&A-Strategie hat das Wachstum des Konzerns nachhaltig gestärkt. Während das Unternehmen in den vergangenen Jahren sein Portfolio insbesondere durch kleinere Beteiligungen über Media-for-Equity- bzw. Media-for-Revenue-Share-Partizipationen erweitert oder mit strategischen Partnern zusammengearbeitet hat, erfolgten seit dem zweiten Halbjahr 2015 auch größere Akquisitionen. Einen Schwerpunkt der Investitionen bildete der dynamisch wachsende Online-Handel. Portfoliomaßnahmen bergen zusätzliche Chancen. ProSiebenSat.1 hat im November 2016 über eine Kapitalerhöhung den finanziellen Spielraum für künftige Zukäufe erhöht und prüft kontinuierlich, ob sich attraktive Chancen für Akquisitionen oder Kooperationen bieten. Strategisch relevant sind für ProSiebenSat.1 vor allem Produkte und Dienstleistungen, die sich wertsteigernd über das Breitenmedium TV vermarkten lassen. Durch TV-Werbung kann der Konzern die Umsätze seiner Beteiligungen ohne hohe Cash-Investitionen schnell und effektiv steigern. Dies sind wichtige Grundpfeiler unserer M&A-Strategie. Neue Beteiligungen müssen sich darüber hinaus besonders gut mit dem bestehenden Digitalportfolio vernetzen lassen. Dadurch ergeben sich Umsatz- und Kostensynergien. Das Commerce-Portfolio war 2017 der wichtigste Umsatztreiber des Konzerns. Dies will das Unternehmen fortsetzen. Seit dem 1. Januar 2018 ist ProSiebenSat.1 im Commerce-Geschäft unter dem Namen NCG - NuCom Group aktiv und bündelt die Tochterunternehmen thematisch in Verticals. Ziel ist der weitere Portfolioausbau und die Beschleunigung des Wachstums. Zusätzliche Chancen aus der Entwicklung von RahmenbedingungenDie deutsche Wirtschaft hat ihr solides Wachstum 2017 fortgesetzt. Wir erwarten, dass sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen auch perspektivisch positiv entwickeln. Der TV-Werbemarkt profitiert von der Digitalisierung und neuen Technologien wie HbbTV, sodass Werbetreibende ihre Budgets von Print- zu Bewegtbild-Werbung verlagern. ProSiebenSat.1 hat in diesem Zusammenhang bis 2022 ein Marktwachstum von rund 660 Mio Euro netto identifiziert. Vor diesem Hintergrund rechnen wir in unseren Budgetplanungen für den deutschen TV-Werbemarkt für die kommenden fünf Jahre mit Steigerungsraten von durchschnittlich bis zu 2 bis 3 Prozent in unserem Kernmarkt Deutschland. Eine positive Abweichung von dieser wichtigen Planungsprämisse könnte das profitable Wachstum der gesamten Gruppe beschleunigen. Darüber hinaus könnten sich regulatorische Änderungen positiv auf die Umsatzentwicklung auswirken. Zusätzliche Umsätze könnten sich für private Anbieter insbesondere aus einer Reduzierung von Werbung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ergeben. ProSiebenSat.1 erwartet in diesem Kontext ein zusätzliches Marktvolumen von über 300 Mio Euro jährlich; von einem Werbeverzicht der Öffentlich-Rechtlichen würde der Konzern als führendes Vermarktungsunternehmen deutlich profitieren. XXX / GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKO- UND CHANCENLAGE AUS SICHT DER UNTERNEHMENSLEITUNGWir wachsen dynamisch, da wir in der Lage sind Marktveränderungen früh zu erkennen und zu nutzen. Bis 2022 rechnen wir mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich (CAGR), weitere Portfoliomaßnahmen und insbesondere größere Akquisitionen bergen zusätzliche Chancen. Die digitale Entwicklung eröffnet uns für alle Segmente neue Wachstumsmärkte. Sie birgt jedoch auch Risiken. Ebenso wichtig wie das Erkennen und Nutzen von Chancen ist für unser Unternehmen daher die Identifizierung und Steuerung von potenziellen Risiken. Nach unserer Einschätzung sind keine Risiken erkennbar, die einzeln -oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken - zu einer maßgeblichen bzw. dauerhaften Beeinträchtigung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage führen könnten. Die identifizierten Risiken haben keinen bestandsgefährdenden Charakter, auch in die Zukunft gerichtet. Der Vorstand bewertet die Gesamtrisikolage zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts vor diesem Hintergrund weiterhin als begrenzt, wenngleich sich das Gesamtrisiko leicht erhöht hat. Die Chancensituation hat sich nicht verändert. Akquisitionen sind Teil unserer Strategie, wie wir den Wandel vom TV- zum Digitalkonzern vorantreiben. ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT PROGNOSEBERICHTKÜNFTIGE WIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGENDie Wirtschaftsinstitute rechnen für 2018 mit einer Fortsetzung des robusten Aufwärtstrends. Nachdem 2017 für den Netto-Werbemarkt ein eher schwieriges Jahr war, sind die Wachstumsprognosen der Branchenexperten für Bewegtbild-Werbung im TV und in digitalen Medien für 2018 wieder positiver. Gleichzeitig gewinnen auch E-Commerce-Angebote weiter an Relevanz.Die deutsche Wirtschaft dürfte im Jahr 2017 real um 2,2 Prozent gewachsen sein; zuvor hatten die Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen für das abgelaufene Jahr mehrfach deutlich nach oben angepasst. Auch für 2018 rechnen die Institute damit, dass sich der robuste Aufwärtstrend weiter fortsetzt. Der private Konsum dürfte bei steigender Beschäftigung und höheren Einkommen erneut solide expandieren. Zugleich sollten die Bautätigkeit, Unternehmensinvestitionen und Exporte von der guten weltwirtschaftlichen Lage, steigender Nachfrage sowie günstigen Finanzierungsbedingungen profitieren. Vor diesem Hintergrund liegen die Wachstumserwartungen für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 2,2 Prozent (DIW) und 2,6 Prozent (ifo Institut), für den privaten Konsum zwischen 1,5 Prozent (DIW) und 2,0 Prozent (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, IWH). Für den Euroraum erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) im Jahr 2018 ein Wachstum von 2,2 Prozent (Vorjahr: 2,4 %), die Weltwirtschaft dürfte um 3,9 Prozent expandieren (Vorjahr: 3,7 %). Es bestehen jedoch zugleich signifikante geopolitische Unsicherheitsfaktoren wie der Nordkorea-Konflikt, die laufenden Brexit-Verhandlungen oder erneute Verwerfungen im europäischen Bankensektor. XXX / ERWARTETE ENTWICKLUNG DES BIP, DES PRIVATEN KONSUMS SOWIE DES NETTO-GESAMTWERBEMARKTS IN DEN FÜR PROSIEBENSAT.1 WICHTIGEN LÄNDERN in Prozent, Veränderung gegenüber Vorjahr
Quellen: D: Destatis, ifo Konjunkturprognose von 14.12.2017. / AT: European Commission, European Economic Forecast Autumn 2017. CH: SECO Konjunkturprognose vom 19.12.2017. Der deutsche Netto-TV-Werbemarkt konnte im Jahr 2017 weniger von den positiven makroökonomischen Daten profitieren. Ursache waren branchenspezifische Entwicklungen, deren Dauer und Wirkungskraft sich bisher noch nicht abschließend beurteilen lassen. Die Abschwächung im Berichtszeitraum betrifft jedoch nicht nur den deutschen TV-Werbemarkt, sondern den gesamten europäischen Werbemarkt. Bereits im August 2017 hatten große Werbeagenturen ihre Umsatzprognosen korrigiert. Vor diesem Hintergrund prognostizieren die Agenturgruppen nun für das Sportjahr 2018 ein TV-Net-to-Marktwachstum zwischen 1,0 Prozent und 3,5 Prozent (WARC: 3,5 %, ZenithOptimedia: 2,8 %, Magna Global: 1,0 %). Für das Jahr 2018 gehen die Mediaagenturen von einem Netto-Wachstum des deutschen Gesamtwerbemarkts zwischen 1,7 Prozent und 2,3 Prozent aus (WARC: 2,3 %, ZenithOptimedia: +2,3 %, Magna Global: 1,7 %). In-Stream-Videowerbung dürfte sich dynamisch entwickeln und das Wachstum des Online-Werbemarkts treiben. Die Agenturgruppen rechnen mit einem Netto-Wachstum des Online-Werbemarkts in Deutschland von rund sieben Prozent (WARC: 6,1 %, ZenithOptimedia: 8,0 %, Magna Global: 8,7 %). Auch VoD wird sein Wachstum weiter fortsetzen. Der für ProSiebenSat.1 relevante SVoD-Markt soll laut Statista Digital Market Outlook im Jahr 2018 rund 601 Mio Euro generieren (2017: 534 Mio Euro). Bis 2020 soll das Marktvolumen 665 Mio Euro betragen. Für den PayVoD-Markt (Abonnements und Einzelabrufe) rechnet Statista für 2018 mit einem Volumen von 864 Mio Euro. Der PayTV-Markt dürfte laut Prognosen von PwC, VPRT, Astra und OV um bis 2021 auf ein Volumen von 4,2 Mrd Euro steigen. Der digitale Handel dürfte laut Digital Market Outlook von Statista bis 2022 jährliche Wachstumsraten von rund 7 Prozent erzielen, da immer mehr Produkte und Dienstleistungen im Internet gekauft werden. Insgesamt dürfte der E-Commerce-Markt in Deutschland 2018 um 10 Prozent auf ein Marktvolumen von rund 63 Mrd Euro wachsen. Das Institut für Handelsforschung Köln rechnet bis zum Jahr 2021 mit Online-Umsätzen von 80,4 Mrd Euro; der Anteil des Online-Handels am Einzelhandel soll auf 13,1 Prozent steigen. Der Anteil des Mobile-Shoppings könnte sich bis 2021 auf 61 Prozent des Online-Umsatzes erhöhen. Dies würde einem Online-Mobile-Umsatz von rund 49 Mrd Euro entsprechen. Die verschiedenen Branchen entwickeln sich unterschiedlich dynamisch, der Markt für Online-Vergleichsportale für die Bereiche Energie, Telko, Autoversicherungen und Konsumentenkredite dürfte bis 2020 auf ein Volumen von rund 900 Mio Euro anwachsen. Das entspricht einer Wachstumsrate von 12 Prozent seit 2016. Der Online-Dating-Markt dürfte laut Statista Digital Market Outlook bis 2020 um 15,7 Prozent steigen, für den auf Erlebnisse spezialisierten Markt prognostiziert OC&C Strategy Consultants 1 bis 2022 jährliche Wachstumsraten von ca. 5 bis 7 Prozent.
1 Im Rahmen eines für die ProSiebenSat.1
Group erstellten Commercial Due Diligence Report.
UNTERNEHMENSAUSBLICKAufgrund der positiven Marktprognosen für das Entertainment-Geschäft sowie der konsequenten Diversifizierung und Transformation des Konzerns rechnen wir 2018 mit einem weiteren Umsatzanstieg. Die Profitabilität bzw. adjusted EBITDA-Marge von ProSiebenSat.1 soll dabei weiterhin im mittleren 20-Prozentbereich liegen. Bis 2022 streben wir eine Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich an (CAGR).NEUE SEGMENTSTRUKTURDie ProSiebenSat.1 Group treibt die digitale Transformation voran und bündelt ihr Portfolio seit Anfang 2018 in den drei Säulen Entertainment, Content Production & Global Sales sowie Commerce. Damit reagiert die Gruppe auf das dynamische Umfeld und positioniert sich in verbesserter Aufstellung für weiteres profitables Wachstum. Im Rahmen dieser Neuausrichtung auf eine Drei-Säulen-Strategie will der Konzern zudem Einsparpotenziale von über 50 Mio Euro netto bis 2019/2020 realisieren, die trotz weiterer Investitionen in das Programm sowie in Bereiche wie AdTech und Data eine verbesserte Kostenentwicklung im Segment Entertainment mit sich bringen werden. Die neue Segmentstruktur wird im vorliegenden Unternehmensausblick entsprechend reflektiert. XXX / NEUE SEGMENTSTRUKTUR SEIT 1. JANUAR 2018
XXX / ERLÄUTERUNGEN ZUR PROGNOSEAufgrund von geplanten Anpassungen bei den Zielparametern im Vergütungssystem entfällt das EBITDA als einer der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für die Segmente Entertainment und Commerce. Die qualifiziert-komparativen Prognosen für die Segmentkennzahlen externer Umsatz und adjusted EBITDA (stabil, gering, mittel und deutlich) basieren auf den erwarteten positiven bzw. negativen prozentualen Abweichungen gegenüber dem Vorjahr. Auswirkungen aus der Umstellung auf die neuen IFRS-Rechnungslegungsstandards (insbesondere IFRS 16) zum 1. Januar 2018 sind in der Prognose reflektiert. Die getroffenen Angaben beruhen auf der vom Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedeten Planung. Unsere Aussagen orientieren sich zudem an den aktuellen Konjunktur- und Branchendaten zum Zeitpunkt der Aufstellung des Berichts. PROGNOSE 2018Die Marktprognosen für unser Entertainment-Geschäft sind positiv. Zugleich haben wir durch die weitere Diversifizierung und Transformation von ProSiebenSat.1 die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Deshalb rechnen wir damit, 2018 den Konzernumsatz weiter zu steigern. Die Profitabilität bzw. adjusted EBITDA-Marge der Gruppe soll dabei weiterhin im mittleren 20-Prozentbereich und damit auf dem hohen Niveau des Vorjahres liegen. Für den bereinigten Konzernüberschuss (adjusted net income) geht die Gruppe von einer Konversionsrate des adjusted EBITDA zum bereinigten Konzernüberschuss ebenfalls auf dem hohen Niveau des Vorjahres aus. Zusätzliche Beiträge durch Akquisitionen, die im laufenden Jahr gegebenenfalls erfolgen werden, sind in diesem Finanzausblick noch nicht reflektiert. Bei seinen M&A-Aktivitäten verfolgt ProSiebenSat.1 eine nachhaltige Finanzierungspolitik mit einem Zielkorridor für den Verschuldungsgrad von 1,5 bis 2,5. Daran hält der Konzern auch künftig fest. Gleichzeitig schreibt ProSiebenSat.1 seine ertragsorientierte Dividendenpolitik fort. Ziel ist es, jährlich 80 bis 90 Prozent des bereinigten Konzernüberschusses als Dividende auszuschütten. XXX / ERWARTETE KONZERN-KENNZAHLEN 2018
Im Segment Entertainment planen wir für 2018 mit einem geringen Umsatzanstieg; das Umsatzwachstum wird zu einem ebenfalls geringen Anstieg des adjusted EBITDA führen. Wir rechnen zudem weiterhin damit, unsere führende Position bei den Zuschauermarktanteilen in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen auf hohem Niveau halten zu können. Im Segment Content Production & Global Sales gehen wir für 2018 sowohl von einer deutlichen Umsatzsteigerung als auch einem deutlichen Anstieg beim adjusted EBITDA aus. Für das Commerce-Segment prognostizieren wir für den externen Umsatz einen geringen Rückgang sowie für das adjusted EBITDA einen Rückgang im mittleren Bereich. XXX / ERWARTETE SEGMENT-KENNZAHLEN 2018 in Mio Euro
1 Unter Berücksichtigung der
Entkonsolidierungseffekte aus dem Travel-Bereich.
MITTELFRISTIGE FINANZZIELEProSiebenSat.1 hat am 6. Dezember 2017 auf seinem Kapitalmarkttag (Capital Markets Day) seine bisherigen Finanzziele für das Jahr 2018 in neue mittelfristige Umsatzwachstums- und Margenspannen überführt. Der Konzern rechnet damit, das profitable Wachstum fortzusetzen und strebt bis 2022 einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich an (CAGR). Gleichzeitig rechnet der Konzern mittelfristig mit einer weiteren Steigerung des operativen Ergebnisses und einer Profitabilität im mittleren 20-Prozentbereich bezogen auf das adjusted EBITDA. XXX / VORAUSSCHAUENDE AUSSAGENPrognosen basieren auf aktuellen Einschätzungen zukünftiger Entwicklungen. Wir stützen uns dabei auf unsere Budgetplanung sowie umfassende Markt- und Wettbewerbsanalysen. Die prognostizierten Werte werden in Übereinstimmung mit den im Abschluss angewendeten Rechnungslegungsgrundsätzen und in Konsistenz mit den im Lagebericht beschriebenen Bereinigungen ermittelt. Prognosen sind naturgemäß jedoch mit gewissen Unsicherheiten verbunden, die zu positiven oder negativen Planabweichungen führen können. Sollten Unwägbarkeiten eintreten oder die den vorausschauenden Aussagen zugrundeliegenden Prämissen nicht weiter zutreffen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den getroffenen Aussagen oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Entwicklungen, die diese Prognose belasten könnten, sind zum Beispiel eine geringere Konjunkturdynamik als zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts erwartet. Diese und weitere Faktoren werden ausführlich im Risiko- und Chancenbericht erläutert. Dort berichten wir auch über zusätzliche Wachstumspotenziale; Chancen, die wir bislang nicht bzw. nicht vollumfänglich budgetiert haben, könnten sich etwa aus unternehmensstrategischen Entscheidungen ergeben. Risikopotenziale werden systematisch und regelmäßig im Rahmen des konzernweiten Risikomanagementprozesses erfasst. Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Berichtsperiode werden im Anhang, Ziffer 36 "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" erläutert. Veröffentlichungstermin des Geschäftsberichts 2017 ist der 15. März 2018. XXX / GESAMTAUSSAGE ZUR KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG AUS SICHT DER UNTERNEHMENSLEITUNGIn die Zukunft blicken wir zuversichtlich: Die Prognosen für das Fernsehgeschäft und unsere digitalen Märkte sind positiv. Zugleich haben wir über die Weiterentwicklung unserer Digital- und Diversifikationsstrategie die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Vor diesem Hintergrund rechnen wir für 2018 mit einem Anstieg des Konzernumsatzes sowie einer Profitabilität bzw. adjusted EBITDA-Marge im mittleren 20-Prozentbereich. Unser Ziel ist es, den Wert des Unternehmens kontinuierlich zu steigern und neue Umsatzträger zu etablieren, von denen unsere Aktionäre nachhaltig profitieren. Mit freien Werbezeiten im TV verfügen wir über eine zusätzliche Investitionswährung. Sie ermöglicht es uns, ohne hohe Barmittel in Wachstum zu investieren und zugleich eine attraktive Dividende auszuschütten. An unserer ertragsorientierten Dividendenpolitik halten wir ebenso fest wie an einem Zielkorridor für den Verschuldungsgrad von 1,5 bis 2,5. BilanzDER PROSIEBENSAT.1 GROUP in Mio Euro
Gewinn- und VerlustrechnungDER PROSIEBENSAT.1 GROUP in Mio Euro
GESAMTERGEBNISRECHNUNGGESAMTERGEBNISRECHNUNG DER PROSIEBENSAT.1 GROUP in Mio Euro
KAPITALFLUSSRECHNUNGDER PROSIEBENSAT.1 GROUP in Mio Euro
KAPITALFLUSSRECHNUNGDER PROSIEBENSAT.1 GROUP in Mio Euro
EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG DER PROSIEBENSAT.1 GROUP 2016 in Mio Euro
EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG DER PROSIEBENSAT.1 GROUP 2017 in Mio Euro
AnhangGRUNDLAGEN DES KONZERNABSCHLUSSES1 / Allgemeine AngabenGegenstand des Konzernabschlusses sind die ProSiebenSat.1 Media SE und ihre Tochtergesellschaften (zusammen "das Unternehmen", "der Konzern" oder "ProSiebenSat.1 Group"). Die ProSiebenSat.1 Media SE mit Sitz in Unterföhring ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach europäischem Recht und als Konzernobergesellschaft unter der Firma ProSiebenSat.1 Media SE beim Amtsgericht München, Deutschland, (HRB 219 439) eingetragen und gehört mit ihren Tochtergesellschaften zu den führenden Medienunternehmen Europas. Der Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Group für das am 31. Dezember 2017 endende Geschäftsjahr wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards ("IFRS") des International Accounting Standards Board ("IASB"), wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Die zusätzlichen Anforderungen des § 315a HGB wurden berücksichtigt. Die ProSiebenSat.1 Media SE erstellt und veröffentlicht ihren Konzernabschluss in Euro. Teilweise sind Vorjahresangaben um die aktuelle Darstellung angepasst. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Konzernabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren lassen und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. VERWENDUNG VON ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN SOWIE SCHÄTZUNGSÄNDERUNGENBei der Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie auf die Höhe der Aufwendungen und Erträge auswirken können. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand des Managements basieren. Insbesondere werden bezüglich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte zukünftige Entwicklung des globalen und makroökonomischen branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die tatsächlich anfallenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, sofern erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechend (erfolgswirksam) angepasst. Annahmen und Schätzungen sind insbesondere bei folgenden bilanziellen Sachverhalten erforderlich und werden im Rahmen der jeweiligen Kapitel erläutert:
2 / SegmentberichterstattungGemäß IFRS 8 ist eine Abgrenzung von operativen Segmenten, basierend auf der unternehmensinternen Steuerung und Berichterstattung, vorzunehmen. Die Organisations- und Berichtsstruktur der ProSiebenSat.1 Group orientiert sich an einer Steuerung nach Geschäftsfeldern. Auf Basis des von ihm eingerichteten Berichtswesens beurteilt der Vorstand als Hauptentscheidungsträger (Chief Operating Decision Maker) den Erfolg der verschiedenen Segmente und die Zuteilung der Ressourcen. Die ProSiebenSat.1 Media SE ist in die vier Berichtssegmente "Broadcasting German-speaking", "Digital Entertainment", "Digital Ventures & Commerce" sowie "Content Production & Global Sales" unterteilt. Im Segment Broadcasting German-speaking werden die deutschen Free TV-Sender SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx, SAT.1 Gold, ProSieben MAXX und der Free-TV-Sender kabel eins Doku unter dem Dach der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH, sowie die Sender unserer Konzerntöchter in Österreich und der Schweiz, die Vermarktungsgesellschaften SevenOne Media und SevenOne AdFactory sowie die ProSiebenSat.1 Produktion GmbH gebündelt. Zudem partizipiert das Segment Broadcasting German-speaking an den technischen Freischaltentgelten, die Kabelnetz-, Satelliten- und IPTV-Betreiber aus der Distribution der ProSiebenSat.1-HD-Sender erzielen. Die SAT.1-Regionalgesellschaften sowie der Bereich Pay-TV werden ebenfalls in diesem Segment ausgewiesen. Zum Segment Digital Entertainment gehört das Online-Video-Geschäft mit dem Pay-Video-on-Demand-Portal maxdome, dem Digital-Studio Studio71, den Bereichen Ad-Video-on-Demand, AdTech und Data sowie das Adja-cent-Geschäft. Zum Segment Digital Ventures & Commerce gehören unter anderem E-Commerce-Verticals aus den Bereichen Online Travel, Online Price Comparison und Online Dating, sowie das Vertical Lifestyle-Commerce und das SevenVentures-Geschäft. Das Segment Content Production & Global Sales umfasst alle Aktivitäten im Bereich Produktion und weltweiter Vertrieb von Programminhalten, die unter dem Dach der Red Arrow Studios gebündelt werden. Die nachfolgende Tabelle enthält die Segmentinformationen der ProSiebenSat.1 Group: SEGMENTINFORMATIONEN 2017 in Mio Euro
SEGMENTINFORMATIONEN 2016 in Mio Euro
1 Diese Segmentinformationen werden im Rahmen
der Segmentberichterstattung auf freiwilliger Basis
angegeben.
Der Vorstand als Hauptentscheidungsträger misst den Erfolg der Segmente anhand einer Segmentergebnisgröße, die in der internen Steuerung und Berichterstattung als "adjusted EBITDA" bezeichnet wird. DEFINITION ADJUSTED EBITDADie Ertragskennzahl "Adjusted EBITDA" steht für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Wesentliche Sondereffekte, wie im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen stehende Kosten, Reorganisationen und Rechtsstreitigkeiten, werden nicht berücksichtigt, sodass diese Kennzahl für den Vorstand als Hauptentscheidungsträger das geeignete Performance-Maß zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns bzw. der Segmente bietet. Das Segmentvermögen umfasst sämtliche Vermögenswerte, die für die betriebliche Tätigkeit genutzt werden. Es beinhaltet die Geschäfts- oder Firmenwerte, die sonstigen immateriellen Vermögenswerte sowie Sachanlagen, Programmvermögen und die kurzfristigen Vermögenswerte ohne die Forderungen aus Ertragsteuern, latente Steueransprüche, kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und Zahlungsmittel. Das Segmentvermögen wird zwar nicht der internen Steuerung und Berichterstattung zugrunde gelegt, jedoch wird das Segmentvermögen im Rahmen der Segmentberichterstattung auf freiwilliger Basis angegeben. Die Segmentinvestitionen beziehen sich auf die Zugänge zu den langfristigen Vermögenswerten. Sie umfassen Zugänge zu sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen sowie zum Programmvermögen. Die Abschreibungen entfallen auf das den einzelnen Segmenten zugeordnete Vermögen. Es wird zwischen den gesondert ausgewiesenen Größen planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen unterschieden. Nicht enthalten sind Wertminderungen auf das Programmvermögen, auf Finanzanlagen und auf kurzfristige finanzielle Vermögenswerte. Unter den sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen werden im Wesentlichen der Werteverzehr des Programmvermögens, die Zuführungen zu Rückstellungen, die Aufwendungen im Zusammenhang mit anteilsbasierter Vergütung sowie Wertberichtigungen auf Forderungen ausgewiesen. Diese Aufwendungen werden mit Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen verrechnet. Die als Netto-Finanzverbindlichkeiten definierten Segmentschulden werden im Rahmen der Segmentberichterstattung auf freiwilliger Basis angegeben. Die Segmentschulden ermitteln sich als Saldo aus Kreditverbindlichkeiten der jeweiligen Segmente abzüglich der liquiden Mittel und den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten der Segmente. Es erfolgt keine Steuerung der Verschuldung auf Segmentebene durch die Hauptentscheidungsträger, demzufolge ist diese Größe auch nicht Gegenstand der regelmäßigen unternehmensinternen Berichterstattung. Die Verschuldung wird vielmehr auf Konzernebene gesteuert. Insofern geben wir diese Größe als Zusatzinformation an. Darüber hinaus erfolgt die nicht verpflichtende Angabe verschiedener Segmentinformationen. Diese Informationen sind nicht Bestandteil des Segmentergebnisses bzw. -vermögens, werden jedoch aufgrund der Informationsrelevanz freiwillig angegeben. Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen von den Segmentwerten auf die Konzernwerte dargestellt: ÜBERLEITUNG AUF DIE KONZERNWERTE in Mio Euro
Die Eliminierungen enthalten Konsolidierungen von Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten sowie bestimmte Überleitungs- und Umgliederungsposten. In den Überleitungsrechnungen werden Größen ausgewiesen, die definitionsgemäß nicht Bestandteil der Segmente sind. Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten werden in der Überleitung eliminiert. Diese werden zu marktüblichen Bedingungen getätigt. Die im adjusted EBITDA bereinigten Sondereffekte verteilen sich auf folgende Kategorien: DARSTELLUNG DER SONDEREFFEKTE in Mio Euro
Nachstehend sind die Angaben auf Unternehmensebene der ProSiebenSat.1 Group zu finden. Dabei wird unterschieden nach Deutschland (D), den Vereinigten Staaten (USA), Österreich (AT) und Schweiz (CH), Skandinavien (SK), dem Vereinigten Königreich (UK) und Sonstige. ANGABEN AUF UNTERNEHMENSEBENE in Mio Euro
Die Zuordnung der Umsätze erfolgt nach dem Land der Gesellschaft, die die Leistung erbracht hat. Das langfristige Vermögen innerhalb der Angaben auf Unternehmensebene beinhaltet die Geschäfts- oder Firmenwerte, sonstigen immateriellen Vermögenswerte, die Sachanlagen und das langfristige Programmvermögen. Der Anteil am langfristigen Segmentvermögen, der Deutschland zuzurechnen ist, beträgt im Geschäftsjahr 2017 88,2 Prozent (Vorjahr: 83,5%). Mit einem Kunden wurden im Geschäftsjahr 2017 mehr als 10 Prozent des Konzernumsatzes aus fortgeführten Aktivitäten erzielt. Auf diesen Kunden entfallen 593 Mio Euro (Vorjahr: 632 Mio Euro). Bei dem genannten Kunden handelt es sich um einen Agenturverband, dem verschiedene Mediaagenturen angeschlossen sind. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Cashflow-Entwicklung der Segmente: CASHFLOW NACH SEGMENTEN in Mio Euro
Die ProSiebenSat.1 Group hat die Konzern-Segmentstruktur einer Überprüfung unterzogen und wird zum 1. Januar 2018 die Berichterstattung auf drei Berichtssegmente umstellen. Diese sind "Entertainment", "Consumer Services & Lifestyle" und "Content Production & Global Sales". Gleichzeitig wird das Management Reporting der ProSiebenSat.1 Group angepasst. 3 / KonsolidierungskreisDie Anzahl der im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2017 wie folgt geändert: VOLLKONSOLIDIERTE TOCHTERUNTERNEHMEN
In den Zugängen des Geschäftsjahres 2017 sind neben Neugründungen auch die unter Ziffer 4 "Akquisitionen, Verkäufe und sonstige Transaktionen im Zusammenhang mit Tochterunternehmen" näher beschriebenen Akquisitionen enthalten. Neben den vollkonsolidierten Unternehmen werden 26 (Vorjahr: 21) assoziierte Unternehmen und vier (Vorjahr: 3) Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. → siehe Ziffer 19 "At-Equity bewertete Anteile" Die Aufstellung des Anteilsbesitzes erfolgt im Anhang des Konzernabschlusses gemäß § 313 Abs. 2 HGB. Des Weiteren enthält die Anteilsbesitzliste auch eine abschließende Aufzählung aller Tochterunternehmen, die die Bedingungen des § 264 Abs. 3 HGB erfüllen und die Möglichkeit zur Befreiung von bestimmten Vorschriften über die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses bzw. des Lageberichts in Anspruch genommen haben. 4 / Akquisitionen, Verkäufe und sonstige Transaktionen im Zusammenhang mit TochterunternehmenA) AKQUISITIONENIm Geschäftsjahr 2017 wurden die folgenden für den Konzernabschluss wesentlichen Unternehmen erworben: ÜBERSICHT WESENTLICHE AKQUISITIONEN 2017
Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der ATV SendergruppeMit wirtschaftlicher Wirkung zum 6. April 2017 hat die ProSiebenSat.1 Group 100,0 Prozent der Anteile an der ATV Privat TV GmbH & Co KG, Wien, Österreich, und der ATV Privat TV GmbH, Wien, Österreich, erworben und damit Kontrolle erlangt. ATV ist eine österreichische Sendergruppe und betreibt die österreichischen Fernsehprogramme ATV und ATV2. Die Gesellschaften werden dem Segment Broadcasting German-speaking zugeordnet. → siehe Ziffer 2 "Segmentberichterstattung" Im Rahmen des Erwerbs der Gesellschaften wurden Anschaffungsnebenkosten von 1 Mio Euro in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Kaufpreis nach IFRS 3 beläuft sich auf 25 Mio Euro und setzt sich aus einem Basiskaufpreis in Höhe von 28 Mio Euro sowie vertraglicher Kaufpreisanpassungen auf den übernommenen Bestand an Nettofinanzmitteln und Nettoumlaufvermögen in Höhe von minus 2 Mio Euro zusammen. ATV SENDERGRUPPE - KAUFPREIS NACH IFRS 3 in Mio Euro
Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb jeweils zum Erwerbszeitpunkt: AKQUISITION ATV SENDERGRUPPE in Mio Euro
Der identifizierte Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich über 15 Jahre abzugsfähig und wird in der funktionalen Währung Euro geführt. Er repräsentiert besondere Synergiepotenziale aus der Erweiterung der Geschäftsaktivitäten im Bereich des österreichischen TV-Marktes. Er wird somit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Broadcasting German-speaking zugeordnet. KAUFPREISALLOKATION ATV SENDERGRUPPE
Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurde eine Marke mit einer unbestimmten Nutzungsdauer und einem beizulegenden Zeitwert von 12 Mio Euro separat vom Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Eine Einbeziehung der Gesellschaften vom Beginn des Geschäftsjahres bis zur Erstkonsolidierung im April 2017 hätte folgende Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group gehabt: Zusätzliche Umsatzerlöse von 7 Mio Euro und ein Ergebnis nach Steuern von minus 13 Mio Euro. Seit der Erstkonsolidierung bis zum 31. Dezember 2017 haben die Gesellschaften Umsatzerlöse von 23 Mio Euro und ein Ergebnis nach Steuern von minus 6 Mio Euro zum Konzernergebnis beigetragen. Erwerb der Anteilsmehrheit an der Jochen Schweizer GruppeMit wirtschaftlicher Wirkung zum 16. Oktober 2017 hält die ProSiebenSat.1 Group über ihr Konzernunternehmen ProSieben Travel GmbH, Unterföhring, einen Anteil von 90 Prozent an der Jochen Schweizer mydays Holding GmbH, Unterföhring. Im Zuge der Transaktion wurde die 100-prozentige Beteiligung mydays Holding GmbH, München, mit ihren Tochterunternehmen in die neu gegründete Jochen Schweizer mydays Holding GmbH eingebracht. Über die neu gegründete Gesellschaft wurden 83 Prozent an der Jochen Schweizer GmbH, München, erworben. Die verbleibenden 17 Prozent Minderheitenanteile der Altgesellschafter der Jochen Schweizer GmbH wurden im Zuge eines Anteilstausches gegen 10 Prozent Minderheitenanteile an der Jochen Schweizer mydays Holding GmbH getauscht, sodass die ProSieben Travel GmbH zum 16. Oktober 2017 mit 90 Prozent an der neu gegründeten Jochen Schweizer mydays Holding GmbH beteiligt ist. Die erworbene Gesellschaft sowie deren Tochterunternehmen werden dem Segment Digital Ventures & Commerce zugeordnet. → siehe Ziffer 2 "Segmentberichterstattung" Die erworbene Gesellschaft betreibt Online-Portale zum Vertrieb von Erlebnisgutscheinen. Im Rahmen des Erwerbs der Gesellschaften wurden Anschaffungsnebenkosten von 2 Mio Euro in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Kaufpreis nach IFRS 3 setzt sich aus einem Barkaufpreis in Höhe von 80 Mio Euro sowie einer Put-Option zugunsten des Altgesellschafters der Jochen Schweizer GmbH über den Verkauf der verbleibenden 10 Prozent der Anteile mit frühest möglicher Fälligkeit im Jahr 2020 zusammen. Zum Erwerbszeitpunkt beträgt der beizulegende Zeitwert der Put-Option 19 Mio Euro. Da die ProSiebenSat.1 Group eine unbedingte Verpflichtung hat, die Put-Option bei Ausübung zu erfüllen, besteht aufgrund des wirtschaftlichen Eigentums ("present ownership") zum 16. Oktober 2017 eine Konsolidierungsquote von 100 Prozent. JOCHEN SCHWEIZER GRUPPE - KAUFPREIS NACH IFRS 3 in Mio Euro
Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb jeweils zum Erwerbszeitpunkt: AKQUISITION JOCHEN SCHWEIZER in Mio Euro
Der identifizierte Geschäfts- oder Firmenwert repräsentiert fast ausschließlich strategische Synergien sowie Entwicklungspotenziale aus der Erweiterung der Geschäftsaktivitäten im Bereich Erlebnisgeschenke und wird demzufolge der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Digital Ventures & Commerce zugeordnet. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig und wird in der funktionalen Währung Euro geführt. KAUFPREISALLOKATION JOCHEN SCHWEIZER
Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurde eine Marke mit einer bestimmten Nutzungsdauer von 15 Jahren und einem beizulegenden Zeitwert von 38 Mio Euro separat vom Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Weiterhin wurde eine Kundenbeziehung mit einer Nutzungsdauer von 3 Jahren und einem beizulegenden Zeitwert von 3 Mio Euro angesetzt, sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte (Software, Lieferanten- und Kundendatenbank) mit einer Nutzungsdauer von 5 Jahren und einem beizulegenden Zeitwert von 7 Mio Euro. Eine Einbeziehung der Gesellschaften vom Beginn des Geschäftsjahres bis zur Erstkonsolidierung im Oktober 2017 hätte folgende Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group gehabt: Zusätzliche Umsatzerlöse von 22 Mio Euro und ein Ergebnis nach Steuern von minus 7 Mio Euro. Seit der Erstkonsolidierung bis zum 31. Dezember 2017 haben die Gesellschaften Umsatzerlöse von 18 Mio Euro und ein Ergebnis nach Steuern von minus 2 Mio Euro zum Konzernergebnis beigetragen. Erwerb von 62,5 Prozent der Anteile an der Gravitas Ventures, LLCMit Vertrag vom 6. November 2017 und wirtschaftlicher Wirkung vom 7. November 2017 hat die ProSiebenSat.1 Group einen Anteil von 62,5 Prozent an der Gravitas Ventures, LLC, Los Angeles, USA, erworben und damit die Kontrolle erlangt. Die Gesellschaft wird dem Segment Content Production & Global Sales zugeordnet. → siehe Ziffer 2 "Segmentberichterstattung" Die Gesellschaft ist ein global tätiger Filmvertrieb. Im Rahmen des Erwerbs der Gesellschaften wurden Anschaffungsnebenkosten von 2 Mio Euro in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Kaufpreis nach IFRS 3 setzt sich aus einem Barkaufpreis in Höhe von 35 Mio US-Dollar (30 Mio Euro) sowie einer vertraglich vereinbarten Kaufpreisanpassung zusammen. Zum 31. Dezember 2017 ist die Kaufpreisanpassung von Gravitas nicht endgültig abgeschlossen worden, so dass diese Kaufpreisallokation vorläufig im Sinne des IFRS 3.45 ff. ist. Der Grund hierfür ist, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle relevanten Informationen vorliegen. Darüber hinaus wurde mit den Altgesellschaftern eine Put-Option über den Erwerb von weiteren 37,5 Prozent der Anteile mit frühestmöglicher Fälligkeit in 2022 vereinbart. Zum Erwerbszeitpunkt beträgt der beizulegende Zeitwert der Put-Option 25 Mio US-Dollar (21 Mio Euro). Da die ProSiebenSat.1 Group eine unbedingte Verpflichtung hat, die Put-Option bei Ausübung zu erfüllen, besteht aufgrund des wirtschaftlichen Eigentums ("present ownership") zum 7. November 2017 eine Konsolidierungsquote von 100 Prozent. GRAVITAS VENTURES, LLC - KAUFPREIS NACH IFRS 3 in Mio Euro
Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb jeweils zum Erwerbszeitpunkt: AKQUISITION GRAVITAS in Mio Euro
Der identifizierte Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich über 15 Jahre abzugsfähig und wird in der funktionalen Währung USD geführt. Er repräsentiert besondere Synergiepotenziale aus der Erweiterung der Geschäftsaktivitäten im Bereich Entertainment und Programmvertriebs. Er wird somit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Content Production & Global Sales zugeordnet. KAUFPREISALLOKATION GRAVITAS
Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurde eine Marke mit einer bestimmten Nutzungsdauer von 15 Jahren und einem beizulegenden Zeitwert von 1 Mio Euro separat vom Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Weiterhin wurde eine Kundenbeziehung mit einer Nutzungsdauer von 12 Jahren und einem beizulegenden Zeitwert von 9 Mio Euro angesetzt, sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer Nutzungsdauer von 4 Jahren und einem beizulegenden Zeitwert von 11 Mio Euro. Die jeweiligen Ergebnisse sowie Umsatzerlöse, beginnend vom 1. Januar 2017 bis zur Erstkonsolidierung im November 2017 wurden nicht ermittelt, da die notwendigen Informationen der ProSiebenSat.1 Group nicht vollständig vorliegen. Seit der Erstkonsolidierung bis zum 31. Dezember 2017 haben die Gesellschaften Umsatzerlöse von 9 Mio Euro und ein Ergebnis nach Steuern von minus 2 Mio Euro zum Konzernergebnis beigetragen. ÜBERSICHT WESENTLICHE AKQUISITIONEN 2016
Für weitere Informationen der im Geschäftsjahr 2016 erworbenen Unternehmen verweisen wir auf den veröffentlichten Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2016. Für die Kaufpreisallokation im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen sind Annahmen hinsichtlich Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu treffen. Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erwerbs sowie der Nutzungsdauern der erworbenen sonstigen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ist mit Annahmen verbunden. Die Bewertung basiert in hohem Maße auf prognostizierten Cashflows. Die tatsächlichen Cashflows können von den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten signifikant abweichen. Bei der Kaufpreisaufteilung wesentlicher Akquisitionen werden externe, unabhängige Gutachten erstellt. Die Bewertungen bei Unternehmenserwerben basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind. Naturgemäß sind die Unsicherheiten der Annahmen und Schätzungen bei immateriellen Vermögenswerten höher als bei den übrigen Vermögenswerten. B) VERKÄUFE VON TOCHTERUNTERNEHMENVeräußerung der eTRAVELi Holding ABMit Vertrag vom 19. Juni 2017 wurden die gesamten, dem Segment Digital Ventures & Commerce → siehe Ziffer 2 "Segmentberichtertstattung" zugeordneten Travel-Aktivitäten im skandinavischen Bereich unter der Marke ETraveli von der ProSiebenSat.1 Group veräußert. Der dieser Transaktion zugrunde liegende Unternehmenswert betrug insgesamt 508 Mio Euro. Die Veräußerung geht auf einen strategischen Review-Prozess des Online-Reisegeschäfts der Gruppe zurück und dient der strukturellen Fokussierung der Segmente des Konzerns. Die Verkaufstransaktion wurde am 3. August 2017 formal und rechtlich vollzogen. Aufgrund des mit der Transaktion verbundenen Kontrollverlustes wurden die betroffenen Unternehmen zu diesem Zeitpunkt entkonsolidiert. Die Veräußerung hat sich auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns wie folgt ausgewirkt: AUSWIRKUNGEN DER ENTKONSOLIDIERUNG AUF DEN KONZERN in Mio Euro
Der ausgewiesene Entkonsolidierungsgewinn aus der Veräußerung der Tochterunternehmen beträgt 294 Mio EUR und ist in voller Höhe den Anteilseignern der ProSiebenSat.1 Media SE zuzurechnen. Zum Entkonsolidierungszeitpunkt wurden auf die abgehenden Gesellschaften entfallende Währungseffekte in Höhe von 8 Mio EUR erfolgswirksam aus dem sonstigen Gesamtergebnis ausgebucht. Die Veräußerungskosten von 8 Mio EUR umfassen im Wesentlichen Beratungsleistungen im Rahmen des Verkaufsprozesses. Veräußerung der COMVEL GmbHMit Vertrag vom 31. Dezember 2017 wurden die gesamten, dem Segment Digital Ventures & Commerce ( → siehe Ziffer 2 "Segmentberichtertstattung") zugeordneten Travel-Aktivitäten unter der Marke weg.de von der ProSiebenSat.1 Group veräußert. Die Veräußerung geht auf einen strategischen Review-Prozess des Online-Reisegeschäfts der Gruppe zurück und dient der strukturellen Fokussierung der Segmente des Konzerns. Die Verkaufstransaktion wurde am 31. Dezember 2017 formal und rechtlich vollzogen. Aufgrund des mit der Transaktion verbundenen Kontrollverlustes wurden die betroffenen Unternehmen zu diesem Zeitpunkt entkonsolidiert. Die Veräußerung hat sich auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns wie folgt ausgewirkt: AUSWIRKUNGEN DER ENTKONSOLIDIERUNG AUF DEN KONZERN in Mio Euro
Der ausgewiesene Entkonsolidierungsgewinn aus der Veräußerung der Tochterunternehmen beträgt 1 Mio EUR und ist in voller Höhe den Anteilseignern der ProSiebenSat.1 Media SE zuzurechnen. Die Veräußerungskosten von 1 Mio EUR umfassen im Wesentlichen Beratungsleistungen im Rahmen des Verkaufsprozesses. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und VerbindlichkeitenBei zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten (oder Gruppen von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Schulden) handelt es sich um Vermögenswerte, die in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung innerhalb des nächsten Jahres sehr wahrscheinlich ist. Sie werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten bewertet, es sei denn IFRS 5 ist für die Bewertung nicht anwendbar. Eine Anpassung der Bilanz-Vorjahreszahlen erfolgt in Übereinstimmung mit IFRS 5.40 nicht. Die ProSiebenSat.1 Group stellt aufgrund einer angestrebten Portfoliobereinigung eine weitere Gesellschaft zur Disposition. Es handelt sich hierbei um die Tropo GmbH die dem Segment Digital Ventures & Commerce zugeordnet ist. Gemäß IFRS 5 werden in diesem Zusammenhang weitere zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte sowie hiermit in Verbindung stehende Verbindlichkeiten zusammen mit den bereits zum 30. Juni 2017 aus der Veräußerung der größtenteils nach IAS 39 bewerteten Minderheitsbeteiligungen an einen Private Equity Fond umgegliederten Vermögenswerten und Schulden separat in der Bilanz ausgewiesen. Darüber hinaus wurden zum 31. Dezember 2017 von der ProSiebenSat.1 Group gehaltene Fondsbeteiligungen als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten umklassifiziert. Es handelt sich dabei um die Fondsbeteiligungen E.Ventures Growth I, E.Ventures Growth II, Lakestar, Lerer Hippeau Ventures, Magma und Raine Ventures, wurden. Nach dem teilweisen Vollzug der letztgenannten Transaktion und dem damit verbundenen Abgang der entsprechenden Beteiligungen wird der wirtschaftliche Vollzug für den verbliebenen Teil mit einem Buchwert von 2 Mio Euro im ersten Quartal 2018 erwartet. Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte bzw. die damit in Verbindung stehenden Verbindlichkeiten teilen sich zum Stichtag auf folgende wesentliche Positionen auf: ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN in Mio Euro
C) SONSTIGE TRANSAKTIONENKapitalerhöhung bei Studio71Mit wirtschaftlicher Wirkung vom 11. Januar 2017 beteiligten sich die Medienkonzerne TF1 SA, Boulogne-Billancourt, Frankreich (TF1) und Reti Televisive Italiane S.p.A., Mailand, Italien (Mediaset) im Rahmen einer Kapitalerhöhung jeweils mit einer Minderheitsbeteiligung an der ProSiebenSat.1 Digital Content LP (Studio71). Mit wirtschaftlicher Wirkung vom 17. Februar 2017 erhöhte TF1 seine Minderheitsbeteiligung an Studio71 durch eine weitere Kapitalerhöhung. Bei der ProSiebenSat.1 Group verbleiben nach den Kapitalerhöhungen 69 Prozent der Anteile an Studio71. Mit TF1 und Mediaset wurden jeweils Put-Optionen über den Rückerwerb der Anteile vereinbart. Da die ProSiebenSat.1 Group eine unbedingte Verpflichtung hat, die Put-Optionen bei Ausübung zu erfüllen, besteht weiterhin eine Konsolidierungsquote von 100,0 Prozent. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG5 / UmsatzerlöseUMSATZERLÖSE in Mio Euro
Die Position "Sonstige Umsatzerlöse" beinhaltet Umsätze aus dem VoD-Geschäft sowie aus dem Digital-Studio Studio71 in Höhe von insgesamt 183 Mio Euro (Vorjahr: 166 Mio Euro), die dem Segment Digital Entertainment zuzuordnen sind. In der ProSiebenSat.1 Group werden Umsatzerlöse im Wesentlichen in Form von Werbeerlösen aus dem Verkauf von Werbezeiten erzielt. Die folgende Tabelle enthält die für die Ertragslage der ProSiebenSat.1 Group als wesentlich identifizierten Umsatzerlöskategorien bzw. Geschäftsmodelle sowie deren jeweiligen Realisationszeitpunkt: REALISATIONSZEITPUNKT VON UMSATZERLÖSEN
Die Position "Sonstige Umsatzerlöse" enthält über die oben dargestellten Umsatzerlöskategorien noch diverse, für die Ertragslage des Konzerns jedoch derzeit als nicht wesentlich eingestufte Geschäftsmodelle. 6 / UmsatzkostenUMSATZKOSTEN in Mio Euro
Der Werteverzehr des Programmvermögens umfasst planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen sowie Zuführungen zu Drohverlustrückstellungen. Die Sachkosten beinhalten im Wesentlichen produktionsbezogene Fremdleistungen, Wareneinsatz im Bereich Commerce, Lizenzaufwand, Urheberrechtsabgaben und Umsatzkosten des Reiseveranstaltergeschäfts. Die Personalaufwendungen enthalten Löhne und Gehälter von Mitarbeitern im Produktionsbereich einschließlich leistungsabhängiger Bonusansprüche, Abfindungen und Sozialversicherungsbeiträge. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte betreffen vor allem Abschreibungen auf technische Anlagen und Lizenzen. Der Aufwand aus dem Abgang von Programmvermögen resultiert aus den Verkäufen von Programmrechten und Programmneben-rechten. In der Position "Sonstige" sind unter anderem Marketing- und Reisekosten enthalten. 7 / VertriebskostenVERTRIEBSKOSTEN in Mio Euro
Marketing und marketingnahe Aufwendungen entfallen vor allem auf Kosten für Marktforschung, Werbung und Public Relations. Personalaufwendungen enthalten Löhne und Gehälter von Mitarbeitern im Vertriebsbereich einschließlich leistungsabhängiger Bonusansprüche, Abfindungen und Sozialversicherungsbeiträge. Vertriebsprovisionen umfassen größtenteils Kosten und Provisionen für Vermarktungsleistungen. Die Sachkosten beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Vertriebsrechte. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen entfallen fast ausschließlich auf sonstige immaterielle Vermögenswerte des Vertriebsbereichs. 8 / VerwaltungskostenVERWALTUNGSKOSTEN in Mio Euro
Personalaufwendungen enthalten Löhne und Gehälter von Mitarbeitern im Verwaltungsbereich einschließlich leistungsabhängiger Bonusansprüche, Abfindungen und Sozialversicherungsbeiträge. Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte entfallen vor allem auf Verwaltungsgebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Softwarelizenzen. Beratungskosten beinhalten im Wesentlichen Management- und M&A-Beratungskosten sowie Rechtsberatungskosten. Raumkosten umfassen vor allem Aufwendungen für Miete, Neben- und Instandhaltungskosten. 9 / Sonstige betriebliche AufwendungenIn den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 33 Mio Euro (Vorjahr: 11 Mio Euro) sind im Wesentlichen Wertberichtigungen auf Marken mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 17 Mio Euro (Vorjahr: 6 Mio Euro) → siehe Ziffer 17 "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" sowie Ausbuchungen von Forderungen aus Vorjahren in Höhe von 14 Mio Euro (Vorjahr: 3 Mio Euro) enthalten. 10 / Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 332 Mio Euro (Vorjahr: 34 Mio Euro). Sie enthalten Entkonsolidierungsgewinne in Höhe von 304 Mio Euro (Vorjahr: 9 Mio Euro) → siehe Ziffer 4 "Akquisitionen, Verkäufe und sonstige Transaktionen im Zusammenhang mit Tochterunternehmen" Ferner beinhaltet der Posten periodenfremde Erträge in Höhe von 7 Mio Euro (Vorjahr: 7 Mio Euro), die hauptsächlich aus Vorjahreserstattungen von Verwertungsgesellschaften stammen. 11 / ZinsergebnisZINSERGEBNIS in Mio Euro
Die Zinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten enthalten im Wesentlichen Zinsen für in Anspruch genommene Kredite. → siehe Ziffer 27 "Finanzielle Verbindlichkeiten" In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen aus Hedge-Derivaten sind Aufwendungen für Absicherungsinstrumente im Zusammenhang mit Wechselkurs- und Zinsrisiken enthalten. → siehe Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten". Die Position "Übrige Zinsen und ähnliche Aufwendungen" beinhaltet im Wesentlichen Aufzinsungseffekte für Earn-Out- und Put-Optionsverbindlichkeiten, für Pensionsverpflichtungen sowie Zuführungen zu Rückstellungen für Steuerzinsen. 12 / Ergebnis aus at-Equity bewerteten Anteilen und sonstiges FinanzergebnisERGEBNIS AUS AT-EQUITY BEWERTETEN ANTEILEN UND SONSTIGES FINANZERGEBNIS in Mio Euro
Die Änderungen von Earn-Out- und Put-Optionsverbindlichkeiten in Höhe von minus 59 Mio Euro (Vorjahr: - 24 Mio Euro) resultieren aus Bewertungsanpassungen bei den in Verbindung mit Unternehmenserwerben geschlossenen Earn-Out- und Put-Optionsvereinbarungen. → siehe hierzu auch Ziffer 4 "Akquisitionen, Verkäufe und sonstige Transaktionen im Zusammenhang mit Tochterunternehmen" und Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten" Die Währungskursverluste (Vorjahr: Währungskursgewinne) aus zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten resultieren aus der Bewertung von Devisensicherungsgeschäften. Die Währungskursgewinne aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten entfallen in Höhe von 32 Mio Euro (Vorjahr: Währungskursverluste in Höhe von 12 Mio Euro) auf die Bewertung der Verbindlichkeiten für das Programmvermögen. Die Bewertungseffekte aus at-Equity bewerteten Anteilen, sonstigen Finanzanlagen und Wertpapieren beinhalten im Wesentlichen Wertberichtigungen auf die at-Equity Beteiligungen an der gamigo AG sowie der Pluto, Inc. Hier kam es aufgrund der negativen Geschäftsentwicklungen zu einer Anpassung der Beteiligungsbuchwerte um 13 Mio Euro → siehe Ziffer 19 "At-Equity bewertete Anteile" bzw. um 7 Mio Euro. In den Finanzierungskosten sind im Wesentlichen Aufwendungen aus der Aufzinsung der mit der Effektivzinsmethode bewerteten langfristigen Darlehen sowie abgegrenzte Gebühren im Rahmen der langfristigen Darlehen siehe Ziffer 22 "Übrige Forderungen und Vermögenswerte" in Höhe von 4 Mio Euro (Vorjahr: 5 Mio Euro) enthalten. Zusätzlich sind in den Finanzierungskosten entstandene Aufwendungen für die Barinanspruchnahme der revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von 1 Mio Euro (Vorjahr: 1 Mio Euro) ausgewiesen. Weitere Erläuterungen zur syndizierten Kreditvereinbarung der ProSiebenSat.1 Group sind unter → Ziffer 27 "Finanzielle Verbindlichkeiten" aufgeführt. Die Auswirkungen von Hedge-Ineffektivitäten und der Beendigung von Hedge Accounting bei Zinsswaps werden unter → Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten" detailliert erläutert. 13 / ErtragsteuernERTRAGSTEUERAUFWAND in Mio Euro
Die laufenden Ertragsteueraufwendungen beinhalten alle in- und ausländischen Steuern auf Grundlage der steuerpflichtigen Einkommen 2017 (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und entsprechende ausländische Steuern) sowie Ertragsteueraufwendungen für Vorjahre in Höhe von 20 Mio Euro (Vorjahr: 17 Mio Euro). In einer früheren Periode bisher nicht berücksichtigte steuerliche Verluste oder temporäre Differenzen führten im Geschäftsjahr 2017 zu einer Minderung des tatsächlichen Ertragsteueraufwands von 1 Mio Euro (Vorjahr: 0 Mio Euro). Der latente Steuerertrag in Höhe von 27 Mio Euro für das Geschäftsjahr 2017 (Vorjahr: 17 Mio Euro) beinhaltet einen latenten Steuerertrag in Höhe von 35 Mio Euro (Vorjahr: 15 Mio Euro) aus der laufenden Veränderung von temporären Differenzen. Zusätzlich ergeben sich 6 Mio Euro (Vorjahr: 0 Mio Euro) latenter Steuerertrag auf bisher nicht berücksichtigte temporäre Unterschiede in früheren Perioden. Weiterhin ist ein latenter Steueraufwand in Höhe von 7 Mio Euro (Vorjahr: 4 Mio Euro latenter Steuerertrag) enthalten, der aus der laufenden Veränderung von latenten Steuern auf Verlustvorträge resultiert und im Wesentlichen auf die Wertberichtigung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge (Vorjahr: 2 Mio Euro) zurückzuführen ist. Wertberichtigungen aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen wurden, wie im Vorjahr, in nicht wesentlicher Höhe vorgenommen. Eine Zuschreibung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge erfolgte im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 1 Mio Euro, während im Vorjahr Zuschreibungen in Höhe von 2 Mio Euro vorgenommen worden sind. Die für die Ermittlung der latenten Steuern anzuwendenden Steuersätze wurden entsprechend vorliegender Gesetzesänderungen angepasst. Während im Vorjahr sich aus diesen Steuersatzänderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den latenten Steueraufwand ergaben, führte im Geschäftsjahr 2017 insbesondere die Steuerreform in den USA zu einem latenten Steueraufwand von 7 Mio Euro. Unverändert gegenüber dem Vorjahr betrug der Körperschaftsteuersatz für 2017 in Deutschland 15,0 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlages von 5,5 Prozent. Unter Einbeziehung der Gewerbesteuer mit einem durchschnittlichen Hebesatz von 341,8 Prozent (Vorjahr: 340,1%) betrug der Gesamtsteuersatz im Jahr 2017 gerundet 28,0 Prozent (Vorjahr: 28,0%). Die Steuersätze für die ausländischen Gesellschaften lagen, wie im Vorjahr, zwischen 12,3 Prozent und 42,3 Prozent. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden in den USA wurden mit dem nach der Steuerreform anzuwendenden Steuersatz von 25,8 Prozent bewertet. Der für den Konzern maßgebliche nominelle Steuersatz beläuft sich auf 28,0 Prozent. Der Unterschied zwischen erwartetem Steueraufwand und tatsächlichem Steueraufwand lässt sich im Hinblick auf die fortgeführten Geschäftsaktivitäten wie folgt überleiten: ÜBERLEITUNG STEUERAUFWAND in Mio Euro
Insgesamt wurden zum 31. Dezember 2017 auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 177 Mio Euro (Vorjahr: 177 Mio Euro) und auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 82 Mio Euro (Vorjahr: 84 Mio Euro) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Davon verfallen Verlustvorträge in Höhe von 9 Mio Euro (Vorjahr: 6 Mio Euro) innerhalb der nächsten 5 bis 7 Jahre, soweit diese nicht genutzt werden. Die für körperschaftsteuerliche Verlustvorträge nicht erfasste aktive latente Steuer beträgt somit 33 Mio Euro (Vorjahr: 34 Mio Euro). Für gewerbesteuerliche Verluste beträgt die nicht erfasste aktive latente Steuer 11 Mio Euro (Vorjahr: 11 Mio Euro). Für Unternehmen, die im laufenden Geschäftsjahr oder im Vorjahr Verluste erlitten haben, wurden zum 31. Dezember 2017, wie im Vorjahr, latente Steuerschulden übersteigende latente Steueransprüche in geringfügiger Höhe erfasst. Basierend auf der aktuellen Steuerplanung können diese latenten Steueransprüche voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren genutzt werden. Die angesetzten aktiven und passiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Positionen: ZUORDNUNG/HERKUNFT LATENTER STEUERN in Mio Euro
Betreffend der Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern. → siehe "Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen'' Im Bereich der Beteiligungen an Tochterunternehmen wurde eine passive latente Steuer in Höhe von 3 Mio Euro (Vorjahr: 2 Mio Euro) auf geplante künftige Ausschüttungen gebildet (Outside Basis Differences). Des Weiteren liegen zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Outside Basis Differences resultieren, in Höhe von 12 Mio Euro (Vorjahr: 11 Mio Euro) vor. Auf diese zu versteuernden temporären Differenzen wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da der zeitliche Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es nicht wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit auflösen werden. Hinsichtlich der Angaben zu den latenten Steuern, die erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst worden sind, sowie zu den in der Kapitalrücklage erfassten tatsächlichen Steuern wird auf → Ziffer 24 "Eigenkapital" verwiesen. 14 / Ergebnis je AktieIN DAS ERGEBNIS JE AKTIE EINBEZOGENE ERGEBNISGRÖSSEN in Mio Euro
IN DAS ERGEBNIS JE AKTIE EINBEZOGENE AKTIEN in Stück
Die Group Share Pläne → siehe Ziffer 32 "Anteilsbasierte Vergütung" beinhalten hinsichtlich der Erfüllungsart ein Wahlrecht seitens der ProSiebenSat.1 Media SE, diese mittels Aktien oder im Wege des Barausgleiches zu erfüllen. Aufgrund des daraus resultierenden Verwässerungseffekts gemäß IAS 33.58 werden die Pläne für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie im Gegensatz zu IFRS 2 so behandelt, als würden diese in Stammaktien erfüllt werden. Für Führungskräfte bzw. ausgewählte Mitarbeiter bestanden zum Stichtag 613.397 (Vorjahr: 896.373) Rechte an Aktienoptionen bzw. Anrechte auf Aktien mit verwässernder Wirkung. Aus der möglichen Umwandlung aller ausgegebenen, "im Geld" befindlichen Aktienoptionen → siehe Ziffer 32 "Anteilsbasierte Vergütung" auf Stammaktien sowie potenziell ausgegebenen Stammaktien ergibt sich für das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten ein Verwässerungseffekt in Höhe von 0,02 Euro (Vorjahr: 0,03 Euro). 15 / Sonstige AngabenPERSONALAUFWAND UND MITARBEITERZAHLENIn den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind folgende Personalaufwendungen enthalten: PERSONALAUFWAND in Mio Euro
Die Aufwendungen für Altersvorsorge belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 2 Mio Euro (Vorjahr: 2 Mio Euro). Im Durchschnitt des Geschäftsjahres waren im Konzern beschäftigt: ANZAHL MITARBEITER
Die Teilzeitstellen wurden jeweils vollzeitäquivalent berücksichtigt. ABSCHREIBUNGENDie in den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen: ABSCHREIBUNGEN in Mio Euro
Der planmäßige und außerplanmäßige Werteverzehr des Programmvermögens in Höhe von 1.145 Mio Euro (Vorjahr: 915 Mio Euro) wird in den Umsatzkosten ausgewiesen und bei der EBITDA-Ermittlung in Abzug gebracht. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ16 / Geschäfts- oder FirmenwerteANLAGENSPIEGEL GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE in Mio Euro
Weitere Informationen zu den Zugängen und Abgängen finden sich in → Ziffer 4 "Akquisitionen, Verkäufe und sonstige Transaktionen im Zusammenhang mit Tochterunternehmen". Die Geschäfts- oder Firmenwerte verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Segmente: ALLOKATION DER GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE AUF DIE SEGMENTE in Mio Euro
Im Geschäfts- und Vergleichsjahr werden nicht beherrschende Anteile zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Vom transaktionsbezogenen Wahlrecht zur Anwendung der so genannten Full-Goodwill-Methode wurde im Geschäfts- und Vergleichsjahr kein Gebrauch gemacht. Gemäß der im Geschäftsjahr 2017 und im Vorjahr durchgeführten Wertminderungstests für Geschäfts- oder Firmenwerte sind die Buchwerte werthaltig. Demzufolge sind keine Wertminderungen erfasst worden. Aufgrund wesentlich neuer Erkenntnisse und veränderten Managementerwartungen am ursprünglich geplanten Bewertungsstichtag der jährlichen Wertminderungstests, dem 31. August 2017, wurde abweichend zum Vorjahr der Wertminderungstest zum Bewertungsstichtag 31. Dezember 2017 durchgeführt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die jeweils für den Wertminderungstest der Geschäfts- oder Firmenwerte in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verwendeten Prämissen zum Bewertungsstichtag (31. Dezember 2017): ANGABEN ZUR BEURTEILUNG DER WERTHALTIGKEIT DER GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTE
1 Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
entsprechen den operativen Segmenten (siehe Ziffer 2.
"Segmente").
Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte würde eine rein fiktive eindimensionale Veränderung der zugrunde gelegten Bewertungsparameter pro Segment, wie die Reduzierung der 0 EBITDA-Marge im Planungszeitraum um - 3%, die Reduzierung der EBITDA-Marge nach Ende des Planungszeitraums um - 3%, die Reduzierung des Umsatzwachstum p.a. nach Ende des Planungszeitraums um - 0,5% oder eine Erhöhung des Diskontierungssatz um + 1%, zu keiner Wertminderung der Geschäfts- und Firmenwerte in einer der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten führen. Die im Planungszeitraum verwendeten Umsatzwachstumsannahmen basieren auf der zum Stichtag des Werthaltigkeitstests vom Management verabschiedeten Unternehmensplanung. Die für den nach der Unternehmensplanung liegenden Planungszeitraum verwendeten Umsatzwachstumsannahmen basieren auf extern veröffentlichten Quellen. Die unterstellten EBITDA-Margen basieren auf historischen Erfahrungswerten bzw. wurden auf Basis eingeleiteter kostenreduzierender Maßnahmen prognostiziert. Der zur Diskontierung verwendete gewichtete durchschnittliche Gesamtkapitalkostensatz spiegelt jeweils den vom Kapitalmarkt abgeleiteten, risikoadjustierten Zinssatz vor Steuern wieder (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Der Diskontierungssatz basiert auf dem risikofreien und laufzeitäquivalenten Zinssatz in Höhe von 1,25 Prozent (Vorjahr: 0,6%) sowie einer Marktrisikoprämie von 6,75 Prozent (Vorjahr: 6,75%). Darüber hinaus werden jeweils individuell für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit ein aus der jeweiligen Peer Group abgeleiteter Beta-Faktor, ein Fremdkapitalkostensatz sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt. Zusätzlich werden länderspezifische Steuersätze und Risikoprämien angesetzt. Sofern eine für möglich gehaltene Änderung einer wesentlichen Annahme, die in den Wertminderungstest einfließt, zu einer Verringerung des erzielbaren Betrags unter den Buchwert des entsprechenden Geschäfts- oder Firmenwerts führen könnte, ist eine auf diese wesentliche Annahme bezogene Sensitivitätsanalyse durchzuführen. Im Rahmen des Wertminderungstests für das Geschäftsjahr 2017 führt eine für möglich gehaltene Änderung einer wesentlichen Annahme aufgrund aktueller Gegebenheiten nicht zu einer Verringerung des erzielbaren Betrages unterhalb des Buchwerts. WESENTLICHE ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN:Die Prämissen sowie die zugrunde liegende Methodik bei der Durchführung des Wertminderungstests können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten haben. Insbesondere die Ermittlung diskontierter Cashflows unterliegt in umfangreichem Ausmaß Planungsannahmen, die sensitiv auf Änderungen reagieren und damit die Werthaltigkeit signifikant beeinflussen können. 17 / Sonstige immaterielle VermögenswerteANLAGENSPIEGEL SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE in Mio Euro
1 Darin enthalten sind Marken mit unbestimmter
Nutzungsdauer mit einem Buchwert in Höhe von 319 Mio
Euro zum 31. Dezember 2017 (Vorjahr: 333 Mio Euro).
Die übrigen immateriellen Vermögenswerte beinhalten Software, Lizenzen aus der Vermarktung von digitalen Angeboten externer Anbieter und gewerbliche Schutzrechte. Außerdem enthält dieser Posten selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 46 Mio Euro (Vorjahr: 48 Mio Euro). Die Marken beinhalten Vermögenswerte mit bestimmter und unbestimmter Nutzungsdauer. Die Marken mit unbestimmter Nutzungsdauer verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Segmente: ALLOKATION DER MARKEN MIT UNBESTIMMTER NUTZUNGSDAUER AUF DIE SEGMENTE PER 31. DEZEMBER 2017 in Mio Euro
Alle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden einem jährlichen Wertminderungstest gemäß IAS 36 auf Basis des erzielbaren Betrages unterzogen. → siehe hierzu "Zusammenfassung der Wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" Aufgrund wesentlich neuer Erkenntnisse und veränderten Managementerwartungen am ursprünglich geplanten Bewertungsstichtag der jährlichen Wertminderungstests, dem 31. August 2017, wurde abweichend zum Vorjahr der Wertminderungstest zum Bewertungsstichtag 31. Dezember 2017 durchgeführt. Dort wo verfügbar, wurden die Wertminderungstests der Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auf Basis von Planungsrechnungen externer Gutachten erstellt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Zuordnung der wesentlichen Marken mit unbestimmter Nutzungsdauer zu den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie die in die jeweiligen Werthaltigkeitstests eingeflossenen Annahmen zum Bewertungsstichtag: ANGABEN ZUR BEURTEILUNG DER WERTHALTIGKEIT DER WESENTLICHEN MARKEN MIT UNBESTIMMTER NUTZUNGSDAUER
AUSSERPLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN VON IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN IM SEGMENT DIGITAL VENTURES & COMMERCEIm Geschäftsjahres 2017 haben sich außerplanmäßige Abschreibungen auf im Rahmen von früheren Kaufpreisallokationen identifizierten und bewerteten sonstigen immateriellen Vermögenswerten im Bereich Digital Ventures & Commerce ergeben. Die wesentlichen außerplanmäßigen Abschreibungen stehen im Zusammenhang mit Kundenbeziehungen in Höhe von 4 Mio Euro und einer Marke mit bestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 13 Mio Euro im Commerce-Portfolio welche im Rahmen eines Wertminderungstests nach IAS 36 erfasst wurden. Hierbei wurde dem fortgeführten Buchwert der relevanten zahlungsmittelgenerierenden Einheit der erzielbare Betrag, der den höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert repräsentiert, gegenübergestellt. Die außerplanmäßigen Abschreibungen wurden in den Funktionskosten erfasst. Darüber hinaus wurde im Rahmen der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte von Gesellschaften aus dem Reise-Portfolio → siehe Ziffer 4 "Akquisitionen, Verkäufe und sonstige Transaktionen im Zusammenhang mit Tochterunternehmen" eine Marke mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 16 Mio Euro außerplanmäßig abgeschrieben. Diese Abschreibung wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. STRATEGISCHE NEUAUSRICHTUNG MAXDOMEAufgrund einer strategischen Neueinschätzung der Geschäftsaktivitäten des dem Segment Digital Entertainment zugeordneten Tochterunternehmens maxdome GmbH hat die ProSiebenSat.1 Group im Geschäftsjahres 2017 eine außerplanmäßige Abschreibung einer Marke mit bestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 1 Mio Euro vorgenommen. Darüber hinaus wurde ein Wertminderungstest nach IAS 36 vorgenommen und dabei sonstige immaterielle Vermögenswerte von 17 Mio EUR abgeschrieben. In diesem Zuge wurden weitere Vermögenswerte in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit maxdome außerplanmäßig abgeschrieben, welche in den jeweiligen Kapiteln gesondert dargestellt werden. Im Bereich der sonstigen immateriellen Vermögenswerte wurden neben den beschriebenen Wertminderungen im abgelaufenen Geschäftsjahr zudem außerplanmäßige Abschreibungen auf Lizenzen in Höhe von 2 Mio Euro (Vorjahr: 3 Mio Euro) und auf sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer in Höhe von 28 Mio Euro (Vorjahr: 13 Mio Euro) gebucht. Die planmäßigen Abschreibungen werden entsprechend dem Nutzungsverlauf nach der linearen Methode vorgenommen, denen im Wesentlichen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde liegen: NUTZUNGSDAUERN DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE
Abweichend davon können sich bei im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer andere Nutzungszeiträume ergeben: NUTZUNGSDAUERN DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE MIT BESTIMMMMTER NUTZUNGSDAUER
Die Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft und bei geänderten Erwartungen entsprechend angepasst. WESENTLICHE ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN:Die Prämissen sowie die zugrunde liegende Methodik bei der Durchführung des Wertminderungstests können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung von sonstigen immateriellen Vermögenswerten haben. Insbesondere die Ermittlung diskontierter Cashflows unterliegt in umfangreichem Ausmaß Planungsannahmen, die sensitiv auf Änderungen reagieren und damit die Werthaltigkeit signifikant beeinflussen können. 18 / SachanlagenANLAGENSPIEGEL SACHANLAGEN in Mio Euro
In der Position Bauten auf fremden Grundstücken, Ein- und Umbauten sind geleaste Immobilien mit einem Restbuchwert in Höhe von 85 Mio Euro (Vorjahr: 94 Mio Euro) enthalten, die wegen der vertraglichen Ausgestaltung der zugrunde liegenden Leasingvereinbarungen als Finanzierungsleasing klassifiziert werden und demzufolge dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zuzurechnen sind. Die zugrunde liegenden Leasingverträge betreffen Grundstücke und Gebäude am Standort Unterföhring. Sie haben jeweils eine Laufzeit von 22 Jahren und enden frühestens im Jahr 2019, wobei die Zinskonversionszeitpunkte (Ende der Zinsbindungsfrist) früher eintreten können. Die Immobilienleasingverträge sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen worden. Aufgrund des geplanten Neubaus am Standort Unterföhring verkürzte sich im vergangenen Geschäftsjahr die Restnutzungsdauer der geleasten Immobilien sowie der enthaltenen Ein- und Umbauten. Dies führte in der Berichtsperiode zu einer erhöhten Abschreibung in Höhe von 17 Mio Euro. Daneben bestehen weitere Leasingverhältnisse im Wesentlichen für technische Ausrüstung in Höhe von 5 Mio Euro (Vorjahr: 10 Mio Euro), die ebenfalls als Finanzierungsleasing klassifiziert werden. Die Mindestleasingzahlungen zum 31. Dezember 2017 sowie zum Vorjahresstichtag setzen sich wie folgt zusammen: MINDESTLEASINGZAHLUNGEN in Mio Euro
Darüber hinaus bestehen noch Leasingverbindlichkeiten bei Bauten auf fremden Grundstücken in Höhe von 38 Mio Euro (Vorjahr: 32 Mio Euro). Somit ergeben sich zum 31. Dezember 2017 Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 65 Mio Euro (Vorjahr: 72 Mio Euro). Folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern liegen zugrunde: NUTZUNGSDAUERN DER SACHANLAGEN
19 / At-Equity bewertete AnteileASSOZIIERTE UNTERNEHMENEs bestehen zwei wesentliche assoziierte Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, An der gamigo AG, Hamburg, hält der Konzern eine Beteiligung in Höhe von 33,0 Prozent (Vorjahr: 33,0%) am Grundkapital. Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Spieleportalen im Internet sowie die dazugehörige Vermarktung von Werbeflächen, der Handel mit Computerspielen und Konsolenspielen sowie der Betrieb und die Vermarktung von Online-Spielen im Internet als auch mobilen Endgeräten. Im Berichtsjahr hat die ProSiebenSat.1 Group von der gamigo AG keine Dividenden vereinnahmt. Darüber hinaus besteht eine Beteiligung in Höhe von 41,6 Prozent (Vorjahr: 41,6%) am Kapital der Marketplace GmbH, Berlin, die 100 Prozent der Anteile an der Beko Käuferportal GmbH, Berlin, hält. Käuferportal ist ein führendes Online-Portal in Deutschland für die Vermittlung von komplexen Produkten und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr hat die ProSiebenSat.1 Group von der Marketplace GmbH keine Dividenden vereinnahmt. Die folgende Übersicht zeigt aggregierte Finanzinformationen zu den wesentlichen assoziierten Unternehmen sowie eine Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf die Buchwerte der Anteile des Konzerns an den assoziierten Unternehmen. Die Informationen lassen sich aus den letzten verfügbaren Abschlüssen ableiten. Die Gesellschaften weisen als Abschlussstichtag den 31. Dezember auf. Die Überleitung der gamigo AG basiert auf dem Abschluss zum 30. November 2017. Der Überleitung der Marketplace GmbH lagen im Vorjahr vorläufige Werte zugrunde. Die genannten Gesellschaften sind nicht börsennotiert. FINANZINFORMATIONEN ZU WESENTLICHEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN in Mio Euro
1 Die Werte stellen die Beträge seit
Akquisition dar.
Die ProSiebenSat.1 Group hält weitere Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, die für den Konzern von untergeordneter Bedeutung sind. Folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen für diese Beteiligungen: ZUSAMMENGEFASSTE FINANZINFORMATIONEN ZU UNWESENTLICHEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN in Mio Euro
1 Nicht fortgeführte Aktivitäten
liegen bei den unwesentlichen assoziierten Unternehmen
nicht vor.
GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENDie zum Stichtag 31. Dezember 2017 von der ProSiebenSat.1 Group gehaltenen Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen sind für den Konzern lediglich von untergeordneter Bedeutung. Folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen für diese Beteiligungen: ZUSAMMENGEFASSTE FINANZINFORMATIONEN ZU UNWESENTLICHEN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN in Mio Euro
1 Nicht fortgeführte Aktivitäten
liegen bei den unwesentlichen assoziierten Unternehmen
nicht vor.
20 / ProgrammvermögenDas Programmvermögen beinhaltet Rechte an Spielfilmen, Serien, Auftragsproduktionen, digitalem Content sowie hierauf geleistete Anzahlungen (inklusive geleisteter Anzahlungen auf Sportrechte). Aufgrund der großen Bedeutung für die ProSiebenSat.1 Group wird das grundsätzlich den sonstigen immateriellen Vermögenswerten zuzurechnende Programmvermögen als separater Posten in der Bilanz dargestellt. ANLAGENSPIEGEL PROGRAMMVERMÖGEN in Mio Euro
Die aktivierten Rechte enthalten hauptsächlich Free-TV-Rechte in Höhe von 1.048 Mio Euro (Vorjahr: 1.175 Mio Euro) sowie sonstige Rechte wie beispielsweise Pay-TV-, Video-on-Demand- und Mobile-TV-Rechte in Höhe von 5 Mio Euro (Vorjahr: 20 Mio Euro). Die ProSiebenSat.1 Group hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017 eine strategische Neubewertung eines Teils ihres Programmbestandes im Segment Broadcasting German-speaking durchgeführt. Es soll im Wesentlichen eine stärkere Diversifizierung der Programmstruktur der Gruppe erreicht werden, um mittelfristig den US Fiction Anteil im Programm zu reduzieren. Im Zuge dessen wurden im Rahmen der zweistufigen Werthaltigkeitsüber-prüfung weitreichende Bereinigungen auf Titelebene im Programmbestand vorgenommen. Die Gruppe hat auf Grundlage der durchgeführten Neubewertung einen außerplanmäßigen Werteverzehr in Höhe von 170 Mio Euro erfasst. Des Weiteren wurden aufgrund der strategischen Neueinschätzung der Geschäftsaktivitäten des dem Segment Digital Entertainment zugeordneten Tochterunternehmens maxdome GmbH im Geschäftsjahr 2017 außerordentlich Abschreibungen auf das Programmvermögen in Höhe von insgesamt 21 Mio Euro vorgenommen. Der planmäßige und außerplanmäßige Werteverzehr des Programmvermögens wird unter den Umsatzkosten ausgewiesen. Wertaufholungen werden mit dem Werteverzehr saldiert. Programmvermögen, wie beispielsweise Sportevents oder Newsformate, das zur einmaligen Ausstrahlung vorgesehen ist, sowie geleistete Anzahlungen auf Programmvermögen werden grundsätzlich als kurzfristiges Programmvermögen ausgewiesen. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Programmvermögensgeschäften werden gebildet, wenn die prognostizierten Erlöse nach heutiger Einschätzung der Gesellschaft die Kosten nicht decken werden. Die Bildung der Drohverlustrückstellungen erfolgt dabei unter Berücksichtigung genrebasierter Programmgruppen. WESENTLICHE ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN:Wesentliche Bestandteile des Programmvermögens werden von großen Filmstudios in Form von Filmpaketen erworben. Sowohl die Erstbewertung der einzelnen Lizenzen dieser Filmpakete als auch die Folgebewertung des Programmvermögens basiert auf geschätzten Zuschauerreichweiten. Diese berücksichtigen die unterschiedliche Einsetzbarkeit des Programmvermögens und spiegeln abhängig von der Anzahl der relevanten Ausstrahlungen den erforderlichen Werteverzehr des Programmvermögens entsprechend wieder. 21 / Finanzielle Forderungen und VermögenswerteFINANZIELLE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE in Mio Euro
In der Bilanz weist der Konzern die jeweiligen Nettopositionen für jede Auftragsproduktion entweder als Forderung oder als Verbindlichkeit aus. Eine Auftragsproduktion wird als Forderung ausgewiesen, wenn die angefallenen Kosten und erfassten Gewinne abzüglich erfasster Verluste die erhaltenen Anzahlungen übersteigen. Im anderen Fall entsteht eine Verbindlichkeit aus Auftragsproduktionen. NETTOPOSITION AUS AUFTRAGSPRODUKTIONEN in Mio Euro
Die Nettoposition bezieht sich auf die folgenden Sachverhalte:
Im Segment Content Production & Global Sales befinden sich im Bereich der Auftragsproduktionen zum Stichtag noch einige Projekte in Fertigstellung. Diese erzielten im Geschäftsjahr 2017 ein Ergebnis von 89 Mio Euro (Vorjahr: 108 Mio Euro) bei gleichzeitig entstandenen relevanten Kosten des Projektfortschritts von 282 Mio Euro (Vorjahr: 293 Mio Euro). Bei den Derivaten handelt es sich überwiegend um Fremdwährungssicherungsgeschäfte mit positiven Marktwerten. Daneben beinhaltet die Position ein Finanzderivat aus einer Bezugsrechtevereinbarung (Warrant Agreement) mit der Odyssey Music Group S.A., Paris (Betreiber des Music Streaming Portals "Deezer"). → Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten" In den Beteiligungen werden unter anderem die Minderheitsheitsbeteiligungen, die der Konzern im Rahmen seiner "Media-for-Equity"-Strategie erwirbt, ausgewiesen. → siehe Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten" Die Wertpapiere bestehen im Wesentlichen aus Venture Capital Fonds Investments in Höhe von 22 Mio Euro (Vorjahr: 30 Mio Euro). Daneben werden in dieser Position erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Anteilen an Investmentfonds in Höhe von 23 Mio Euro (Vorjahr: 21 Mio Euro) ausgewiesen, die der Deckung der Pensionsverpflichtungen dienen, allerdings kein Planvermögen im Sinne des IAS 19 darstellen. Die folgende Tabelle gibt die Veränderungen in den Wertberichtigungen auf den Bruttobestand an kurz- und langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wieder: WERTBERICHTIGUNGEN in Mio Euro
Zum 31. Dezember 2017 ergab sich folgende Altersstruktur für überfällige, nicht wertgeminderte Forderungen im Konzern: ALTERSSTRUKTUR in Mio Euro
Die ProSiebenSat.1 Group geht davon aus, dass die überfälligen, nicht wertgeminderten Forderungen nach wie vor in voller Höhe einbringlich sind. 22 / Übrige Forderungen und VermögenswerteÜBRIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE in Mio Euro
Im Bereich "Sonstige" sind unter anderem über die Gesamtlaufzeit aufzulösende Transaktionskosten der Kreditfazilitäten → siehe Ziffer 27 "Finanzielle Verbindlichkeiten" sowie eine Vielzahl von unwesentlichen Einzelposten enthalten. 23 / Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der ProSiebenSat.1 Media SE umfassen die in der folgenden Tabelle dargestellten Kategorien, wobei die Guthaben bei Kreditinstituten eine Fälligkeit von bis zu drei Monaten zum Zeitpunkt der Anschaffung haben. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE in Mio Euro
Die sonstigen flüssigen Mittel enthalten Tages- und Festgeldkonten mit Laufzeiten bis zu drei Monaten, die in unterschiedlichen Währungen geführt werden. Die Entwicklung der zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Veränderungen finanzieller Schulden und damit in Verbindung stehenden Vermögenswerten ist in folgender Tabelle dargestellt: ENTWICKLUNG DER VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEITEN in Mio Euro
24 / EigenkapitalDas gezeichnete Kapital der ProSiebenSat.1 Media SE beträgt zum 31. Dezember 2017 233 Mio Euro (Vorjahr: 233 Mio Euro) mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro. Zum 31. Dezember 2017 betrug die Zahl der ausgegebenen Aktien somit 233.000.000 (Vorjahr: 233.000.000 Aktien), von denen die Gesellschaft 4.050.518 Aktien (Vorjahr: 4.190.301 Aktien) im Eigenbestand hält. Die Kapitalrücklage beträgt 1.055 Mio Euro (Vorjahr: 1.054 Mio Euro). Sie besteht im Wesentlichen aus dem Agio aus der Ausgabe von Aktien im Geschäftsjahr 2016 und aus den Kapitalerhöhungen in den Geschäftsjahren 2004 und 1997. Im Vorjahr hatte die ProSiebenSat.1 Media SE eine Barkapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital und ohne Bezugsrechte der Aktionäre mit einem Brutto-Emissionserlös von insgesamt 515 Mio Euro durchgeführt. Daneben wurden im Geschäftsjahr 2017 3 Mio Euro (Vorjahr: - 47 Mio Euro) in Verbindung mit anteilsbasierten Vergütungen in der Kapitalrücklage erfasst. In 2016 erfolgte eine Umstellung der Group Share Pläne 2013 bis 2015 von "Equity-Settlement" auf "Cash-Settlement". Im Zuge dieser Umstellung wurden die bis dato in der Kapitalrücklage erfassten Beträge in Höhe von 59 Mio Euro in die sonstigen langfristigen Rückstellungen beziehungsweise in die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten umgebucht. → siehe Ziffer 32 "Anteilsbasierte Vergütung" Im kumulierten übrigen Konzerneigenkapital der ProSiebenSat.1 Group in Höhe von minus 16 Mio Euro (Vorjahr: 171 Mio Euro) sind die Effekte aus dem Cashflow Hedge Accounting, aus der Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen sowie die erfolgsneutral zu erfassenden Effekte aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen enthalten. Die Verringerung im Vergleich zum Vorjahr ist auf Bewertungseffekte aus dem Cashflow Hedge Accounting zurückzuführen und betrifft Währungssicherungsgeschäfte mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 14 Mio Euro (Vorjahr: 245 Mio Euro) und Zinssicherungsgeschäfte in Höhe von minus 8 Mio Euro (Vorjahr: - 24 Mio Euro) vor Abzug der darauf entfallenden latenten Steuern. Die passiven latenten Steuern entfallen auf die Währungssicherungsgeschäfte in Höhe von 4 Mio Euro (Vorjahr: 69 Mio Euro). Auf die Zinssicherungsgeschäfte entfallen aktive latente Steuern in Höhe von 2 Mio Euro (Vorjahr: 7 Mio Euro). Die für den effektiven Teil der Sicherung im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Marktwertänderungen der Zinsswaps werden über die ursprüngliche Laufzeit der Sicherungsbeziehungen ergebniswirksam aufgelöst.→ siehe Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten Im Rahmen der Bewertung von Pensionsverpflichtungen wurden versicherungsmathematische Verluste von minus 9 Mio Euro (Vorjahr: - 9 Mio Euro) sowie darauf entfallende aktive latente Steuern von 3 Mio Euro (Vorjahr: 3 Mio Euro) erfasst. Darüber hinaus enthält das kumulierte übrige Konzerneigenkapital erfolgsneutral erfasste Beträge aus der Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von minus 14 Mio Euro (Vorjahr: 18 Mio Euro). Die im Laufe des Geschäftsjahres 2017 im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Ergebnisse setzen sich dementsprechend wie folgt zusammen: VERÄNDERUNG DES KUMULIERTEN ÜBRIGEN EIGENKAPITALS in Mio Euro
ANTEILE ANDERER GESELLSCHAFTERAn den vollkonsolidierten Tochterunternehmen sind neben der ProSiebenSat.1 Group außer bei der PARSHIP ELITE GROUP keine anderen Gesellschafter in wesentlichem Ausmaß beteiligt. → siehe "Anteilsbesitzliste Zum 31. Dezember 2017 betrugen die Anteile anderer Gesellschafter an vollkonsolidierten Tochterunternehmen 26 Mio Euro (Vorjahr: 24 Mio Euro). Dieser Wert setzt sich aus diversen individuell unwesentlichen Beträgen zusammen. Es bestehen keine wesentlichen Beschränkungen des Konzerns auf den Zugriff auf Vermögenswerte von Tochterunternehmen. Für weitere Informationen zur Beteiligungsstruktur des Konzerns verweisen wir auf die Aufstellung zum Anteilsbesitz im Konzernanhang. GEWINNVERWENDUNGIm abgelaufenen Geschäftsjahr wurde aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 12. Mai 2017 die Einstellung in die Gewinnrücklage in Höhe von 800 Mio Euro sowie die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von 1,90 Euro je Aktie beschlossen. Die Gesamtsumme der Dividendenzahlung betrug 435 Mio Euro und wurde am 17. Mai 2017 ausgezahlt. Nach dem Aktiengesetz bemisst sich die an die Aktionäre ausschüttbare Dividende nach dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE ausgewiesenen Bilanzgewinn. Es ist vorgesehen, den Bilanzgewinn der ProSiebenSat.1 Media SE des Geschäftsjahres 2017 in Höhe von 1,141 Mrd Euro wie folgt zu verwenden: GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG in Euro
Die Ausschüttung und Einstellung in die Gewinnrücklage ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung am 16. Mai 2018. Der endgültige Ausschüttungsbetrag wird dabei von der Anzahl der im Zeitpunkt des Gewinnverwendungsbeschlusses dividendenberechtigten Aktien bedingt, welche sich in Abhängigkeit vom Bestand eigener Aktien der Gesellschaft, die gemäß § 71b AktG nicht dividendenberechtigt sind, bis zum Tag der Hauptversammlung noch verändern können. GENEHMIGTES KAPITALAufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 30. Juni 2016 wurde ein neues Genehmigtes Kapital mit entsprechender Änderung der Satzung in § 4 (Höhe und Einteilung des Grundkapitals) geschaffen (Genehmigtes Kapital 2016). Der Vorstand ist danach ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2021 (einschließlich) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 87.518.880 Euro durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien zu erhöhen. Den Aktionären ist dabei grundsätzlich das gesetzliche Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu gewähren. Der Vorstand ist allerdings auch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in den im Genehmigten Kapital 2016 näher bezeichneten Fällen ganz oder teilweise auszuschließen. Der Vorstand hat am 3. November 2016 mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom gleichen Tag beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft unter teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2016 gemäß § 4 Absatz 4 der Satzung von 218.797.200 Euro um 14.202.800 Euro durch Ausgabe von 14.202.800 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je 1 Euro auf 233.000.000 Euro zu erhöhen. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde gemäß § 4 Absatz 4 lit. b. der Satzung ausgeschlossen. Die neuen Aktien sind ab dem 1. Januar 2016 dividendenberechtigt. Nach der teilweisen Ausnutzung beträgt das Genehmigte Kapital 2016 noch 73.316.080 Euro. BEDINGTES KAPITALAufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 30. Juni 2016 wurde ein Bedingtes Kapital mit entsprechender Änderung der Satzung in § 4 (Höhe und Einteilung des Grundkapitals) geschaffen. Dabei wird das Grundkapital um insgesamt bis zu 21.879.720 Euro durch Ausgabe von insgesamt bis zu 21.879.720 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen sowie an Inhaber von Optionsrechten aus Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund Ermächtigung gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2016 bis zum 29. Juni 2021 (einschließlich) von der Gesellschaft oder einem in- oder ausländischen Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mit der Mehrheit der Stimmen und des Kapitals beteiligt ist, ausgegeben werden. EIGENE ANTEILEDie Hauptversammlung vom 21. Mai 2015 hat die Gesellschaft gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 20. Mai 2020 (einschließlich) eigene Aktien der Gesellschaft im Umfang von insgesamt bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Erteilung oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben und diese, in den in der Ermächtigung näher bezeichneten Fällen auch unter Ausschluss des Bezugsrechts, zu verwenden. Der Erwerb eigener Aktien kann dabei im Umfang von insgesamt bis zu 5% des im Zeitpunkt der Erteilung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nach näherer Maßgabe der Bestimmungen der Ermächtigung auch unter Einsatz von Derivaten erfolgen. Im Geschäftsjahr 2017 wurden 104.630 Aktienoptionen aus dem LTIP 2010 (Cycle 2011) ausgeübt. → siehe Ziffer 32 "Anteilsbasierte Vergütung" Darüber hinaus wurden im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogrammes "myShares" von den in 2016 verwendeten eigenen Aktien im Januar 2017 eine Aktie an die ProSiebenSat.1 Media SE zurückgebucht und in 2017 35.154 eigene Aktien ausgegeben. Dadurch verringerte sich die Anzahl der eigenen Aktien von 4.190.301 zum 31. Dezember 2016 auf 4.050.518 zum 31. Dezember 2017. ANGABEN ZUM KAPITALMANAGEMENTAls Instrumente zur Kapitalsteuerung stehen der ProSiebenSat.1 Group grundsätzlich Eigenkapitalmaßnahmen, Dividendenzahlungen an Anteilseigner, Aktienrückkäufe und Fremdfinanzierungsmaßnahmen zur Verfügung. Das Kapitalmanagement der ProSiebenSat.1 Group verfolgt das Ziel, langfristig die Unternehmensfortführung zu sichern und angemessene Renditen für die Anteilseigner zu erwirtschaften. Hierbei wird Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie Risiken aus den zugrunde liegenden Geschäftsaktivitäten Rechnung getragen. Für die ProSiebenSat.1 Group ist es weiterhin wichtig, sowohl den uneingeschränkten Kapitalmarktzugang zu verschiedenen Fremdfinanzierungsmitteln als auch die Bedienung der Finanzverbindlichkeiten sicherzustellen. Im Rahmen des aktiven Fremdkapitalmanagements wird insbesondere der Verschuldungsgrad, als Verhältnis von Netto-Finanzverschuldung zum adjusted EBITDA der letzten zwölf Monate gemessen, sowie der Kapital- und Liquiditätsbedarf und die zeitliche Kongruenz von Refinanzierungsmaßnahmen gesteuert. Die ProSiebenSat.1 Group und ihre Finanzverbindlichkeiten werden nicht von internationalen Rating-Agenturen bewertet. Die Kapitalstruktur der ProSiebenSat.1 Group stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar: KAPITALSTRUKTUR in Mio Euro
Weitere Informationen zum Finanzmanagement der ProSiebenSat.1 Group sind im Kapitel → "Fremdkapitaiausstattung und Finanzierungsstruktur" des zusammengefassten Lageberichts aufgeführt. 25 / Rückstellungen für PensionenDie Pensionsrückstellungen wurden für Verpflichtungen gegenüber aktiven und ehemaligen Mitgliedern des Vorstands der ProSiebenSat.1 Media SE sowie deren Hinterbliebene gebildet. Die Versorgungsverträge sehen Leistungen nach Erreichen der vertraglichen Altersgrenze, bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit und nach Tod des Begünstigten vor. Die Leistungen können als lebenslange Rente, in mehreren Jahresraten oder einmalig gewährt werden. Bei der Berechnung der Aufwendungen aus Pensionen berücksichtigt die ProSiebenSat.1 Media SE den geplanten Dienstzeitaufwand und die Aufzinsung der Pensionsverpflichtung. Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der leistungsorientierten Verpflichtung ergibt sich wie folgt: ANWARTSCHAFTSBARWERT in Mio Euro
Bei den Entgeltumwandlungen handelt es sich um Umwandlungen von Teilen des festen Basisgehalts und von Bonusansprüchen in Pensionsansprüche. Bei der Berechnung kamen die folgenden Parameter zur Anwendung: ÜBERSICHT BEWERTUNGSPARAMETER
Im Geschäftsjahr 2017 wurden Pensionszahlungen an rentenberechtigte ehemalige Mitglieder des Vorstands in Höhe von 0,4 Mio Euro (Vorjahr: 0,4 Mio Euro) geleistet. Darin enthalten sind Pensionszahlungen in Höhe von 0,2 Mio Euro (Vorjahr: 0,2 Mio Euro), die sich aus Entgeltumwandlungen ergeben. Die für die Folgejahre erwarteten Zahlungen sind in der folgenden Tabelle dargestellt. ERWARTETE PENSIONSZAHLUNGEN in Mio Euro
Die für das Geschäftsjahr 2018 erwarteten Zahlungen für den Erwerb von Anteilen an Investmentfonds zur Deckung der Pensionsverpflichtungen betragen für die leistungsorientierten Pensionspläne 1 Mio Euro. Diese gehaltenen Investmentfonds qualifizieren nicht als Planvermögen zur Saldierung der Pensionsverpflichtung, sondern werden separat als finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen. → siehe Ziffer 21 "Finanzielle Forderungen und Vermögenswerte" Pensionszusagen in unwesentlicher Höhe verfielen aufgrund des Ausscheidens von Dr. Gunnar Wiedenfels zum 31. März 2017. → siehe Ziffer 33 "Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen" WESENTLICHE ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN:Versicherungsmathematische Bewertungen beruhen auf wesentlichen Annahmen, unter anderem zu Abzinsungssätzen, erwarteten Gehalts- und Rententrends sowie Sterblichkeitsraten. Die angesetzten Abzinsungssätze werden auf Grundlage der Renditen bestimmt, die am Ende des Berichtszeitraums für hochrangige Unternehmensanleihen mit entsprechender Laufzeit und Währung erzielt werden. Falls solche Renditen nicht verfügbar sind, basieren die Abzinsungssätze auf Renditen von Staatsanleihen. Aufgrund sich ändernder Markt-, Wirtschafts- und sozialer Bedingungen können die zugrunde gelegten Annahmen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. 26 / Sonstige RückstellungenSONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN in Mio Euro
Die Rückstellungen setzen sich zusammen aus kurzfristigen Rückstellungen in Höhe von 107 Mio Euro (Vorjahr: 83 Mio Euro) und langfristigen Rückstellungen in Höhe von 46 Mio Euro (Vorjahr: 42 Mio Euro). Die ProSiebenSat.1 Media SE erwartet für den überwiegenden Anteil der langfristigen Rückstellungen, dass sie in der Regel innerhalb der nächsten fünf Jahre zahlungswirksam werden. Die Rückstellungen für Drohverluste betreffen mit 8 Mio Euro (Vorjahr: 2 Mio Euro) das Programmvermögen und mit 9 Mio Euro (Vorjahr: 0 Mio Euro) Kosten für die Übertragung in HD in Österreich. Die Rückstellungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Erlösschmälerungen. Die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer beinhalten vor allem Verpflichtungen aus anteilsbasierter Vergütung in Höhe von 19 Mio Euro (Vorjahr: 32 Mio Euro). Die übrigen Rückstellungen setzen sich zum 31. Dezember 2017 sowie zum Vorjahresstichtag wie folgt zusammen: ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN in Mio Euro
WESENTLICHE ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN:Der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen erfolgen auf Basis der Einschätzung bezüglich Höhe und Wahrscheinlichkeit des künftigen Abflusses von Ressourcen sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Zur Beurteilung der Rückstellungshöhe werden neben der Sachverhaltsbeurteilung und den geltend gemachten Ansprüchen im Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Sachverhalte herangezogen sowie Annahmen über Eintrittswahrscheinlichkeiten und Bandbreiten möglicher Inanspruchnahmen getroffen. Insbesondere Rückstellungen für drohende Verluste und Rechtstreitigkeiten beruhen hinsichtlich ihrer Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit in erheblichem Maße auf Einschätzungen des Managements. Der Beurteilung, ob eine gegenwärtige Verpflichtung vorliegt, liegen in der Regel Expertisen interner bzw. externer Sachverständiger zugrunde. Aufgrund neuerer Informationen können sich die Einschätzungen ändern und die tatsächlichen Belastungen können die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group beeinflussen. 27 / Finanzielle VerbindlichkeitenFINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN in Mio Euro
Unter den langfristigen Darlehen und Krediten wird ein endfälliges Darlehen (Term Loan) ausgewiesen dessen Nominalvolumen sich zum 31. Dezember 2017 auf 2,100 Mrd Euro (Vorjahr: 2,100 Mrd Euro) beläuft. Die Bewertung dieser finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten mit der Effektivzinsmethode führt zu einem Bilanzansatz zum 31. Dezember 2017 von 2,084 Mrd Euro (Vorjahr: 2,084 Mrd Euro). Die Kreditvereinbarung umfasst ebenfalls eine revolvierende Kreditfazilität (RCF) mit einem Rahmenvolumen von 750 Mio Euro (Vorjahr: 600 Mio Euro), die zum 31. Dezember 2017, ebenso wie zum Vorjahresstichtag, nicht in Anspruch genommen wurde. Das Darlehen und die Kreditfazilität haben eine Laufzeit bis April 2022. → siehe auch Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten" Zudem besteht eine Anleihe im Volumen von 600 Mio Euro mit einem Kupon von 2,625 Prozent und einer Fälligkeit im April 2021. Sie ist am regulierten Markt der Luxemburger Börse (ISIN DE000A11QFA7) notiert. → siehe auch Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten" Die Bewertung dieser finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten mit der Effektivzinsmethode führt zu einem Bilanzansatz zum 31. Dezember 2017 von 597 Mio Euro (Vorjahr: 596 Mio Euro). Darüber hinaus hat die ProSiebenSat.1 Media SE in 2016 drei syndizierte Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 500 Mio Euro mit Laufzeitbändern von sieben Jahren (225 Mio Euro festverzinst und 50 Mio Euro variabel verzinst) und zehn Jahren (225 Mio Euro festverzinst) begeben. → siehe auch Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten" Im Falle einer Änderung der Kontrolle über die ProSiebenSat.1 Media SE durch direkten oder indirekten Erwerb von mehr als 50 Prozent der Stimmrechte der ProSiebenSat.1 Media SE durch einen Dritten ("Change of Control") haben die Gläubiger aller Instrumente das Recht zu kündigen und Rückzahlung zu verlangen. Die Earn-Out Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Put-Optionen sowie Kaufpreisverbindlichkeiten resultieren aus Akquisitionen des Geschäftsjahres und der Vorjahre. → siehe Ziffer 4 "Akquisitionen, Verkäufe und sonstige Transaktionen im Zusammenhang mit Tochterunternehmen" und Ziffer 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten" Für die Finanzverbindlichkeiten wurden keine Pfandrechte oder ähnliche Sicherheiten gestellt. 28 / Übrige VerbindlichkeitenÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN in Mio Euro
Die Abgrenzungsposten und erhaltenen Anzahlungen setzen sich im Wesentlichen aus Abgrenzungen für Vermarktungsrechte, Verbindlichkeiten gegenüber den Medienagenturen sowie erhaltenen Anzahlungen zusammen. In den erhaltenen Anzahlungen sind für in Fertigstellung befindliche Projekte im Bereich der Auftragsproduktionen von Programminhalten vereinnahmte und bislang noch nicht mit Ansprüchen verrechnete Anzahlungen von 9 Mio Euro (Vorjahr: 24 Mio Euro) enthalten. → siehe Ziffer 21 "Finanzielle Forderungen und Vermögenswerte" SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN29 / EventualverbindlichkeitenWesentliche Rechtsstreitigkeiten, in die die ProSiebenSat.1 Media SE und/oder von der ProSiebenSat.1 Media SE kontrollierte Unternehmen als Beklagte involviert sind, werden nachfolgend dargestellt:
Darüber hinaus sind die ProSiebenSat.1 Media SE und von ihr kontrollierte Unternehmen Beklagte bzw. Beteiligte in weiteren gerichtlichen und schiedsgerichtlichen Klageverfahren und behördlichen Verfahren. Diese Verfahren haben auf Basis des heutigen Kenntnisstandes keinen bedeutenden Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der ProSiebenSat.1 Group. 30 / Sonstige finanzielle VerpflichtungenNeben den in der Bilanz erfassten Verbindlichkeiten bestehen außerbilanzielle sonstige finanzielle Verpflichtungen. Bei den angegebenen Werten handelt es sich um Nominalbeträge, das heißt, es fand keine Abzinsung statt. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN in Mio Euro
Das Einkaufsobligo für Programmvermögen resultiert aus vor dem 31. Dezember 2017 abgeschlossenen Verträgen für den Erwerb von Film- und Serienlizenzen sowie Auftragsproduktionen. Ein Großteil der Verträge ist in US-Dollar abgeschlossen. Unter der Position Distribution werden finanzielle Verpflichtungen aus Satelliten-Dienstleistungen, Verpflichtungen aus Verträgen über terrestrische Nutzung und Kabeleinspeisungsgebühren ausgewiesen. Für Satellitenmieten sind im Geschäftsjahr 2017 Aufwendungen in Höhe von 38 Mio Euro (Vorjahr: 24 Mio Euro) angefallen. Die unkündbaren Leasing- und Mietverpflichtungen beinhalten im Wesentlichen Mietverpflichtungen aus Gebäudemieten, IT-Ausstattung und Kfz-Leasing, die aufgrund ihres wirtschaftlichen Inhalts als Operating-Leasing-verträge zu klassifizieren sind. Im Geschäftsjahr 2017 fielen insgesamt 39 Mio Euro (Vorjahr: 33 Mio Euro) an Operating-Leasing-Aufwendungen an. Die IFRS 16 Einführung mit den dazugehörigen finanziellen Auswirkungen auf die ProSiebenSat.1 Gruppe wird im Abschnitt → "Änderungen von Rechnungsiegungsvorschriften" erläutert. 31 / Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den FinanzinstrumentenDie ProSiebenSat.1 Group ist im Rahmen ihrer laufenden Geschäftstätigkeit und aufgrund ihrer Fremdfinanzierung verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken werden im Rahmen des Finanzrisikomanagements vom Zentralbereich Group Finance & Treasury gesteuert. Ziele des Finanzrisikomanagements sind die Sicherung der Zahlungsfähigkeit und die risikoadäquate Steuerung der Marktpreisrisiken. Die hierbei eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der Absicherung bestehender Risiken und werden nicht zu Spekulationszwecken verwendet. Die Grundsätze, Aufgaben und Zuständigkeiten des Finanzrisikomanagements sind in der internen Konzernfinanzrichtlinie der ProSiebenSat.1 Group geregelt. Es findet eine monatliche Risikoberichterstattung an den Vorstand statt. Die nachfolgend erläuterten Risiken wurden als wesentlich identifiziert und werden laufend bewertet. Die ProSiebenSat.1 Group sieht sich nach Berücksichtigung von Sicherungsaktivitäten keinen wesentlichen Risikokonzentrationen ausgesetzt. ZINSRISIKENUnter Zinsrisiko versteht die ProSiebenSat.1 Group das Risiko steigender Finanzierungskosten durch einen Anstieg des Zinsniveaus. Die ProSiebenSat.1 Group ist durch ihre variabel verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten einem Zinsrisiko ausgesetzt. Diese umfassen ein endfälliges Darlehen (Term Loan), dessen Nominalvolumen sich zum 31. Dezember 2017 auf 2,100 Mrd Euro (Vorjahr: 2,100 Mrd Euro) belief und eine revolvierende Kreditfazilität (RCF) mit einem Rahmenvolumen zum Bilanzstichtag in Höhe von 750 Mio Euro (Vorjahr: 600 Mio Euro). Der Konzern hat im April 2017 die Fälligkeit der syndizierten Kreditvereinbarung um zwei Jahre bis April 2022 verlängert und in diesem Zusammenhang die revolvierende Kreditfazilität um 150 Mio Euro auf 750 Mio Euro erhöht. Im Geschäftsjahr 2017 wurde die RCF nicht in Anspruch genommen. Die Verzinsung des Term Loans und der RCF erfolgen variabel zu Euribor-Geldmarktkonditionen zuzüglich einer Kreditmarge. Darüber hinaus hat die ProSiebenSat.1 Group drei syndizierte Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 500 Mio Euro begeben → siehe Ziffer 26 "Finanzielle Verbindlichkeiten", wovon eine Tranche in Höhe von 50 Mio Euro variabel verzinst wird. Das Zinsrisiko aus variabel verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten sichert die ProSiebenSat.1 Group über Zinsswaps und Zinsoptionen ab. Bei Zinsswaps werden variable Zinszahlungen gegen feste Zinszahlungen getauscht. Dadurch werden die zukünftigen, variablen und somit der Höhe nach unsicheren Zinszahlungen kompensiert und durch fixe Zinszahlungen ersetzt. Der Marktwert von Zinsswaps wird durch Abzinsung der erwarteten, zukünftigen Zahlungsströme ermittelt. Als Käufer von Zinsoptionen hat die ProSiebenSat.1 Group das Recht, aber nicht die Verpflichtung, zukünftige variable Zinszahlungen gegen feste Zinszahlungen zu tauschen. Dadurch werden die zukünftigen, variablen Zinszahlungen kompensiert und durch fixe Zinszahlungen ersetzt, wenn dies für die ProsiebenSat.1 Group vorteilhaft ist. Für dieses Recht muss in der Regel eine Optionsprämie gezahlt werden. Die Berechnung der Marktwerte der Zinsoptionen basiert auf Grundlage eines marktgängigen Optionspreismodells. Bei der Verwendung anderer Bewertungsmethoden kann es zu Abweichungen kommen. Da die Zinsderivate ausschließlich der Absicherung des bestehenden Zinsrisikos dienen, besteht keine Glattstellungsintention. Zum 31. Dezember 2017 waren unverändert zum Vorjahr Zinsswaps über 850 Mio Euro (Vorjahr: 850 Mio Euro) und Zinsoptionen über 1,250 Mrd Euro (Vorjahr: 1,250 Mrd Euro) im Bestand, die das Zinsrisiko bis 2018 absichern. Daneben verfügt die ProSiebenSat.1 Group über weitere Zinssicherungsgeschäfte mit einem Nominalvolumen in Höhe von insgesamt 2,100 Mrd Euro (Vorjahr: 2,100 Mrd Euro), die das Zinsrisiko im Anschlusszeitraum von 2018 bis 2020 absichern. Hiervon entfällt ein Anteil in Höhe von 500 Mio Euro (Vorjahr: 500 Mio Euro) auf Zinsswaps sowie ein Anteil von 1,600 Mrd Euro (Vorjahr: 1,600 Mrd Euro) auf Zinscaps. Daneben sind weitere Zinsoptionen im Bestand, die das Risiko aus dem herrschenden Negativzinsniveau begrenzen. Hierbei entfallen 850 Mio Euro (Vorjahr: 850 Mio Euro) auf den Zeitraum 2016 bis 2018 und 500 Mio Euro (Vorjahr: 500 Mio Euro) auf den Zeitraum 2018 bis 2020. Die Absicherungsquote bzw. der Festzinsanteil für die Kreditverbindlichkeiten lag zum 31. Dezember 2017 unverändert bei ca. 98 Prozent. Der durchschnittliche Festzinssatz der Zinsswaps beläuft sich zum 31. Dezember 2017 auf 1,9 Prozent per annum (Vorjahr: 1,9%). Die durchschnittliche Zinsobergrenze der Zinscaps beläuft sich zum 31. Dezember 2017 auf 0,0 Prozent per annum (Vorjahr: 0,0%). Für das Berichtsjahr entstand aus diesen Geschäften aufgrund des nach wie vor geringen Zinsniveaus ein Zinsaufwand in Höhe von 19 Mio Euro (Vorjahr: 28 Mio Euro). Die Entwicklung der Zinsen in den negativen Bereich und eine damit verbundene höhere Hedge-Ineffektivität haben im Vorjahr dazu geführt, dass die Bilanzierung der sich zu diesem Zeitpunkt im Bestand befindlichen Zinsswaps im Gesamtvolumen von 2,650 Mrd Euro nach den Regelungen des IAS 39 (Hedge Accounting) eingestellt und die bilanzielle Sicherungsbeziehung aufgelöst wurde. Der im Geschäftsjahr 2017 im sonstigen Finanzergebnis erfasste Aufwand aus dieser Auflösung beträgt 16 Mio Euro. Ab dem Zeitpunkt der Beendigung des Hedge Accounting wurden die Zinsswaps erfolgswirksam bewertet. Hieraus resultiert ein im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesener Ertrag in Höhe von 19 Mio Euro. Der Nettoergebniseffekt beläuft sich im Geschäftsjahr 2017 auf 3 Mio Euro. Der Marktwert der Zinsswaps beläuft sich zum 31. Dezember 2017 auf 13 Mio Euro (Vorjahr: - 32 Mio Euro). In der Betrachtung über die Gesamtlaufzeit der Sicherungsbeziehungen werden sich die erfassten Ergebniseffekte ausgleichen. Bei den Zinsoptionen handelt es sich um freistehende Sicherungsgeschäfte, welche nicht im Rahmen des Hedge Accounting berücksichtigt werden. Das verbleibende variable Zinsrisiko ergibt sich neben dem nicht abgesicherten Teil des Term Loans auch im Fall von Barinanspruchnahmen unter der RCF. Zum 31. Dezember 2017 wurde die revolvierende Kreditfaszilität, ebenso wie zum Vorjahresstichtag, nicht durch Ziehungen in Anspruch genommen. Das Zinsrisiko im Sinne eines Marktwertänderungsrisikos wird als nicht relevant angesehen, da die Finanzverbindlichkeiten der ProSiebenSat.1 Group zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden und sich eine mögliche Marktwertänderung somit nicht in der Bilanz niederschlägt. Die Zinsrisikoposition wird regelmäßig mit aktuellen Marktdaten bewertet und die bestehenden Risiken unter Zuhilfenahme von Sensitivitätsanalysen quantifiziert. Die nachfolgende Tabelle gibt die Auswirkungen einer Erhöhung (Reduzierung) der relevanten Zinssätze um einen Prozentpunkt auf das Zinsergebnis an. Im Falle einer Zinserhöhung um einen Prozentpunkt würde sich aus der Marktwertänderung der Zinssicherungsgeschäfte das Finanzergebnis um 16 Mio Euro verbessern. Im Falle einer Zinssenkung um einen Prozentpunkt beläuft sich dieser Effekt im Finanzergebnis auf - 7 Mio Euro. ZINSRISIKEN in Mio Euro
1 Davon unverändert zum Vorjahr 850 Mio
Euro Zinsswaps und 1,250 Mrd Euro Zinscaps.
WÄHRUNGSRISIKENUnter Währungsrisiken versteht die ProSiebenSat.1 Group die aus Devisenkursänderungen resultierende Gefahr von Verlusten. Die ProSiebenSat.1 Group schließt einen wesentlichen Teil ihrer Lizenzverträge mit Produktionsstudios in den USA ab. Die finanziellen Verpflichtungen aus diesen Programmrechteerwerben erfüllt die ProSiebenSat.1 Group in der Regel in US-Dollar. Aus diesem Grund können Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar die Ertrags- und Finanzlage der ProSiebenSat.1 Group beeinträchtigen. Das Währungsrisiko aus Forderungen und Verbindlichkeiten in anderen Fremdwährungen bzw. für andere Zwecke ist aufgrund des geringen Volumens vernachlässigbar. Die ProSiebenSat.1 Group verfolgt bei der Absicherung der finanziellen Verpflichtungen aus Programmrechteerwerben einen konzernweiten Portfolioansatz. Als Fremdwährungsexposure wird das Gesamtvolumen aller zukünftigen US-Dollar-Zahlungen verstanden, die aus bestehenden Lizenzverträgen resultieren und die im Rahmen der implementierten Absicherungsstrategie innerhalb eines Zeitraums von sieben Jahren fällig werden. Die ProSiebenSat.1 Group setzt verschiedene derivative und originäre Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Währungsschwankungen ein. Hierzu zählen Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen und Währungsbestände (Devisenkasseposition) in US-Dollar. Devisentermingeschäfte sind unbedingte, vertragliche Vereinbarungen über den Tausch zweier Währungen. Bei Geschäftsabschluss werden Nominalvolumen, Währungskurs und Fälligkeitszeitpunkt festgelegt. Als Käufer einer Devisenoption hat die ProSiebenSat.1 Group das Recht, aber nicht die Verpflichtung, eine angegebene Währung zu einem bestimmten Zeitpunkt und bei einem zum Geschäftsabschluss festgelegten Preis zu kaufen. Für dieses Recht muss in der Regel eine Optionsprämie gezahlt werden. Derivative Finanzinstrumente, die die Voraussetzungen für die Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung nach IAS 39 erfüllen, werden im Rahmen des Hedge-Accounting als Cashflow-Hedges bilanziert. Die Marktwertveränderungen dieser Instrumente werden im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst und erst bei Ausstrahlung der abgesicherten Lizenztitel erfolgswirksam. Sicherungsinstrumente, die nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung erfüllen, sind der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" zuzuordnen. Die Veränderungen ihrer Marktwerte werden direkt erfolgswirksam erfasst. Die ProSiebenSat.1 Group hat zum 31. Dezember 2017 zur Absicherung der finanziellen Verpflichtungen aus Programmrechteerwerben Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen in Höhe von 2,102 Mrd US-Dollar (Vorjahr: 2,460 Mrd US-Dollar) und Devisenoptionen mit einem Nominalvolumen in Höhe von 30 Mio US-Dollar (Vorjahr: 50 Mio US-Dollar) im Bestand. Die Marktwerte der Devisensicherungsgeschäfte ergeben sich aus am Markt festgestellten Devisenterminkursen. Zur Bewertung wurden Marktdaten (Mittelkurse) vom 31. Dezember 2017 herangezogen. Die US-Dollar-Devisenkasseposition betrug zum 31. Dezember 2017 256 Mio US-Dollar (Vorjahr: 42 Mio US-Dollar). Die Berechnung der Marktwerte der Devisenoptionen basiert auf Grundlage eines marktgängigen Optionspreismodells. DEVISENBEZOGENE GESCHÄFTE UND SALDEN in Mio Euro
Im Rahmen des Hedge Accounting wurden per 31. Dezember 2017 plus 14 Mio Euro (Vorjahr: +245 Mio Euro) in einer gesonderten Position im kumulierten übrigen Eigenkapital gebucht. Im Geschäftsjahr 2017 sind 50 Mio Euro (Vorjahr: 52 Mio Euro) dem Eigenkapital entnommen und direkt den Anschaffungskosten der zugrunde liegenden Lizenzen zugerechnet worden. Die Ergebnisauswirkung erfolgt mit dem Werteverzehr der entsprechenden Lizenzen. Es ergaben sich sowohl im Geschäftsjahr 2017 als auch im Vorjahr keine Ineffektivitäten. Die Risikoposition in US-Dollar wird regelmäßig mit aktuellen Marktdaten bewertet und die bestehenden Risiken unter Zuhilfenahme von Sensitivitätsanalysen quantifiziert. Die nachfolgende Tabelle gibt die Auswirkungen einer zehnprozentigen Auf- und Abwertung des US-Dollars auf den Euro-Gegenwert der zukünftigen Zahlungen in US-Dollar an. Sie zeigt aus ökonomischer Sicht die Veränderung des Einflusses des US-Dollar-Kurses auf US-Dollar-Cashflows und stellt somit keine buchhalterische Analyse dar. WÄHRUNGSRISIKEN in Mio US-Dollar
Aus buchhalterischer Sicht sind die Kurseffekte aus Lizenzverbindlichkeiten, Devisensicherungsgeschäften der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten", dem Zeitwert von Optionen im Hedge Accounting sowie der Devisenkasseposition ergebniswirksam. Eine Abwertung (Aufwertung) des US-Dollars um 10,0 Prozent würde zu einem Effekt in Höhe von minus 5 Mio Euro (+6 Mio Euro) im Währungsergebnis führen. Der auf die Devisensicherungsgeschäfte der Kategorie Hedge Accounting bezogene Währungseffekt in Höhe von minus 133 Mio Euro bei einer US-Dollar-Abwertung um 10,0 Prozent bzw. plus 163 Mio Euro bei einer US-Dollar-Aufwertung um 10,0 Prozent würde im kumulierten übrigen Eigenkapital Berücksichtigung finden. Die Berichtswährung des Konzerns ist Euro. Die Abschlüsse der Gesellschaften, die ihren Sitz außerhalb der Euro-Währungszone haben, werden für den Konzernabschluss in Euro umgerechnet. Im Rahmen des Fremdwährungsmanagements werden die Beteiligungen an diesen Gesellschaften grundsätzlich als langfristiges Engagement betrachtet. Die ProSiebenSat.1 Group verzichtet daher auf eine Absicherung des Translationsrisikos. KREDIT- UND AUSFALLRISIKENDie ProSiebenSat.1 Group ist aus ihren Finanzierungsaktivitäten und dem operativen Geschäft einem Kredit- und Ausfallrisiko ihrer Vertragspartner ausgesetzt. Das maximale Kreditrisiko wird durch den Buchwert der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Im Finanzierungsbereich können Kredit- und Ausfallrisiken für die ProSiebenSat.1 Group grundsätzlich in Form von Forderungsausfallrisiken bestehen. Um dieses Risiko zu minimieren, ist die ProSiebenSat.1 Group bestrebt, Finanztransaktionen und derivative Rechtsgeschäfte ausschließlich mit Vertragspartnern abzuschließen, die eine erstklassige bis gute Bonität aufweisen. Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte nach Wertberichtigungen stellt das maximale Risiko der ProSiebenSat.1 Group dar. Kreditausfallrisiken von Finanzinstrumenten werden regelmäßig überwacht und analysiert. Darüber hinaus werden Kreditausfallrisiken bei der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente im beizulegenden Zeitwert berücksichtigt ("credit value adjustments"). Die Berechnungsgrundlage der Ausfallwahrscheinlichkeiten bilden laufzeitadäquate Credit Default Swap Spreads je Kontrahent. Die Ermittlung des in der Bewertung berücksichtigten Kreditrisikos erfolgt basierend auf einer Multiplikation der laufzeitadäquaten Ausfallwahrscheinlichkeit mit den diskontierten zu erwartenden Zahlungsströmen des derivativen Finanzinstruments. Im Geschäftsjahr wurden "debt value adjustments" in Höhe von 1 Mio Euro (im Vorjahr: credit value adjustments von 3 Mio Euro) ergebnisneutral im sonstigen Eigenkapital erfasst. Es gibt keine wesentliche Konzentration eines Ausfallrisikos hinsichtlich eines Geschäftspartners oder einer klar abgrenz-baren Gruppe von Geschäftspartnern. Zum Bilanzstichtag gab es keine wesentlichen Vereinbarungen, die das maximale Ausfallrisiko begrenzen. Insgesamt sieht sich die ProSiebenSat.1 Group keinen wesentlichen Ausfallrisiken ausgesetzt. Der Marktwert der derivativen Finanzinstrumente, bei denen die ProSiebenSat.1 Group pro Geschäftspartner netto einen positiven Marktwert ausweist, beträgt per 31. Dezember 2017 insgesamt 13 Mio Euro (Vorjahr: 242 Mio Euro). Die positiven Marktwerte dieser nicht besicherten derivativen Finanzinstrumente stellen das maximale Ausfallrisiko dar. Der Wert wurde ohne Berücksichtigung von credit value adjustments ermittelt. Für das Kreditausfallrisiko in Zusammenhang mit dem operativen Geschäft wird durch die ProSiebenSat.1 Group eine angemessene Risikovorsorge gebildet. Hierzu erfolgt eine fortlaufende Überprüfung sämtlicher Forderungen und bei objektiven Hinweisen auf Ausfälle oder sonstige Vertragsstörungen werden Wertberichtigungen gebildet. Deuten diese Hinweise auf die endgültige Uneinbringlichkeit hin, erfolgt die Ausbuchung der entsprechenden Forderung, gegebenenfalls gegen eine vorher gebildete Vorsorge. Hinsichtlich der Nettowerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen finanziellen Vermögenswerte gab es zum Bilanzstichtag keine Hinweise auf wesentliche Zahlungsausfälle. Für Informationen zur Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verweisen wir auf → Ziffer 21 "Finanzielle Forderungen und Vermögenswerte". Angaben hinsichtlich der Größe wesentlicher Kunden sind unter → Ziffer 2 "Segmentberichterstattung" zu finden. LIQUIDITÄTSRISIKENIm Rahmen des Liquiditätsmanagements stellt die ProSiebenSat.1 Group sicher, dass trotz der saisonal stark schwankenden Umsatzerlöse jederzeit ausreichend Liquidität verfügbar ist. Wesentlicher Bestandteil der konzernweiten Unternehmensfinanzierung sind der Term Loan (2,100 Mrd Euro), die Anleihe (600 Mio Euro), die Schuldscheindarlehen in Höhe von 500 Mio Euro → siehe Ziffer 26 "Finanzielle Verbindlichkeiten" und die RCF (750 Mio Euro). Die ProSiebenSat.1 Group kann die RCF variabel für allgemeine betriebliche Zwecke verwenden. Zum 31. Dezember 2017 war die RCF nicht in Anspruch genommen (Vorjahr: keine Inanspruchnahme) und ebenso nicht durch Avalinanspruchnahmen belastet, sodass zum 31. Dezember 2017 750 Mio Euro (Vorjahr: 600 Mio Euro) aus der RCF verfügbar waren. Sowohl der Term Loan als auch die RCF haben eine Laufzeit bis April 2022, die Anleihe bis April 2021 und die Schuldscheindarlehen bis Dezember 2023 (275 Mio Euro) bzw. Dezember 2026 (225 Mio Euro). Ferner weist die ProSiebenSat.1 Group zum 31. Dezember 2017 einen Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 1,552 Mrd Euro (Vorjahr: 1,271 Mrd Euro) auf und verfügt somit zum 31. Dezember 2017 über insgesamt 2,302 Mrd Euro (Vorjahr: 1,871 Mrd Euro) an liquiden Mitteln und ungenutzter RCF. Im Rahmen der Darstellung der Liquiditätsrisiken wird eine Restlaufzeitengliederung für nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten auf Basis der vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine sowie für derivative finanzielle Verbindlichkeiten in Bezug auf den zeitlichen Anfall der Zahlungen angegeben. Dabei werden die vertraglich vereinbarten, nicht diskontierten Zahlungen gezeigt. Die ProSiebenSat.1 Group ordnet die erwarteten Auszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2017 und dem Vorjahr den folgenden Laufzeitbändern zu: FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN NACH FÄLLIGKEIT in Mio Euro
ANGABEN ZU BUCH- UND MARKTWERTEN VON FINANZINSTRUMENTENDie nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte aller Kategorien von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten der ProSiebenSat.1 Group. Die Fair-Value-Hierarchiestufen spiegeln die Bedeutung der für die Bewertung verwendeten Inputdaten wider und sind wie folgt gegliedert:
BUCH- UND MARKTWERTE VON FINANZINSTRUMENTEN PER 31. DEZEMBER 2017 in Mio Euro
1 Der Buchwert stellt einen angemessenen
Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
BUCH- UND MARKTWERTE VON FINANZINSTRUMENTEN PER 31. DEZEMBER 2016 in Mio Euro
1 Der Buchwert stellt einen angemessenen
Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
WESENTLICHE ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN:Die ProSiebenSat.1 Group verwendet zur Bewertung verschiedener zum beizulegenden Zeitwert bilanzierter finanzieller Vermögenswerte, denen keine auf aktiven Märkten notierten Preise zugrunde liegen, beobachtbare erzielbare Preise im Rahmen von zuletzt durchgeführten Finanzierungsrunden bzw. Wertansätze, die im Rahmen des Ertragswertverfahrens unter Verwendung von risikoadjustierten Diskontierungssätzen ermittelt wurden. Bei den im Rahmen der Fair-Value-Option zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerten handelt es sich um Investmentfondsanteile, welche zur Abdeckung der Pensionszusagen gehalten werden, sich aber nicht als Planvermögen gemäß IAS 19 eignen. Das maximale Ausfallrisiko der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Anteile an Investmentfonds ist zum 31. Dezember 2017 auf den Marktwert dieser Position beschränkt. Es bestehen keine Absicherungen gegen ein potenzielles Ausfallrisiko, da dieses aufgrund der Marktlage als unwahrscheinlich angesehen wird. Innerhalb der sonstigen Eigenkapitalinstrumente erfolgt der Ausweis von Minderheitsbeteiligungen an anderen Unternehmen, die der Konzern teilweise im Rahmen seiner "Media-for-Equity"-Strategie erwirbt. Die Bewertung dieser Beteiligungen und Optionen auf Anteile an Unternehmen erfolgt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Bei der Ermittlung des Zeitwertes wird, wenn möglich und vorhanden, auf beobachtbare erzielbare Preise der zuletzt durchgeführten Finanzierungsrunden, ansonsten auf im Rahmen von Barwertverfahren unter Verwendung von risikoadjustierten Diskontierungszinssätzen ermittelte Wertansätze zurückgegriffen. Daneben werden in dieser Position Venture Capital Fonds Anteile ausgewiesen. Diese Investmentfonds sind bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert worden. Die Bewertung erfolgt auf Basis von Inputdaten, die weder direkt noch indirekt am Markt abgeleitet werden können. Darüber hinaus hat der Konzern im Geschäftsjahr 2017 den im Vorjahr im Rahmen seiner "Media-for-Equity"-Strategie erworbenen Anteil an der Minderheitsbeteiligung ABOUT YOU GmbH, Hamburg, erhöht und verfügt zum 31. Dezember 2017 über Anteile gesamt in Höhe von 24 Mio Euro. Mit dem Veräußerer wurde bereits im Vorjahr eine Put-/Call-Vereinbarung über die transferierten Anteile getroffen. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgte mit Hilfe eines Binomialmodells. Für den Fall der Ausübung der Put-Option durch die ProSiebenSat.1 Group wird die Erfüllung des Ausübungspreises von dem mittelbaren Mehrheitsanteilseigner der ABOUT YOU GmbH durch eine Garantieerklärung zu Gunsten der ProSiebenSat.1 Group besichert. Derivate, die nicht dem Hedge Accounting unterliegen, beziehen sich unter anderem auf eine Anteils-Bezugsrechtevereinbarung (Warrant Agreement), welche die ProSiebenSat.1 Group im Geschäftsjahr 2014 mit der Odyssey Music Group S.A., Paris, (Deezer) vereinbart hat. Das Warrant Agreement stellt ein Finanzderivat dar. Im Geschäftsjahr 2017 hat der Konzern Planungsinformationen, deren Inputparameter nicht am Markt beobachtbar sind, erhalten. Infolgedessen hat der Konzern auf ein kapitalwertorientiertes Bewertungsverfahren umgestellt. Änderungen des beizulegenden Zeitwertes sind im Wesentlichen abhängig von den erwarteten Umsatzentwicklungen von Deezer sowie der Korrelation mit der erwarteten Entwicklung des Marktes für Music Streaming Dienste. Zum 31. Dezember 2017 beläuft sich der Wert der Anteilsbezugsrechte auf 6 Mio Euro (Vorjahr: 6 Mio Euro). Bei einem (einer) Anstieg (Reduktion) des erwarteten Umsatzwachstums um 15,0 Prozent oder bei einem (einer) Anstieg (Reduktion) der Korrelation um 0,15 würde sich der beizulegende Zeitwert nicht wesentlich verändern. Die beiden Parameter weisen nicht lineare Abhängigkeiten voneinander auf. Die Klassifizierung des Finanzderivats erfolgt derzeit in der Stufe 3. Darüber hinaus hält der Konzern zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen als Maßnahme zur Risikoabsicherung im Bereich von Zins- und Währungsrisiken. Instrumente mit positiven Marktwerten werden als Vermögenswerte, solche mit negativen Marktwerten als Verbindlichkeiten ausgewiesen. Bei der Bewertung kommen Barwertmodelle auf Basis von risikolosen Diskontierungszinssätzen bzw. gängige Optionspreismodelle (Blacks-Modell oder Black-Scholes-Modell) zum Einsatz. Die beizulegenden Zeitwerte von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, von kurzfristigen finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus der RCF und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen in etwa dem Buchwert. Grund hierfür ist insbesondere die kurze Laufzeit solcher Instrumente. Insofern erfolgt kein gesonderter Ausweis eines beizulegenden Zeitwertes. In den zum Fair Value bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten aus Put-Optionen, welche sich auf Anteile anderer Gesellschafter von bereits erworbenen verbundenen Unternehmen beziehen, und aus Earn-Out-Vereinbarungen (variable, in der Regel erfolgsabhängige, nachgelagerte Kaufpreiszahlungen) ausgewiesen. WESENTLICHE ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN:Bedingte Kaufpreisbestandteile bei Unternehmenszusammenschlüssen in Form von Put-Optionen auf Anteile anderer Gesellschafter werden im Erwerbszeitpunkt und im Rahmen der Folgebilanzierung regelmäßig mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Bewertung erfolgt transaktionsbezogen und basiert im Wesentlichen auf nicht am Markt beobachtbaren Inputdaten. Für die Berechnung werden grundsätzlich Multiplikator- oder Ertragswertverfahren verwendet. Die im Zeitpunkt der Optionsausübung erwarteten Cashflows werden mit einem laufzeit- und risikoadäquaten Fremdkapitalzinssatz auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Eine Erhöhung (Reduktion) der zugrunde liegenden Ergebnisgrößen, welche den Nominalbetrag maßgeblich determinieren, um jeweils 5,0 Prozent würde den beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag um 21 Mio Euro (21 Mio Euro) steigern (mindern). Daneben würde eine Zinssatzänderung um jeweils einen Prozentpunkt dazu führen, dass sich der beizulegende Zeitwert dieser Finanzverbindlichkeiten insgesamt um 6 Mio Euro reduzieren bzw. um 7 Mio Euro erhöhen würde. Die Verbindlichkeiten werden als Finanzinstrumente der Stufe 3 klassifiziert. Die beizulegenden Zeitwerte von Darlehen und Kredite, Schuldscheindarlehen und Leasingverbindlichkeiten werden durch Diskontierung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme mit den für ähnliche Finanzschulden mit vergleichbarer Restlaufzeit geltenden Zinssätzen bestimmt. Die folgende Tabelle stellt für die aufgeführten Sachverhalte, die regelmäßig zum beizulegenden Zeitwert bewertet und der Stufe 3 zugeordnet werden, die Überleitung der jeweiligen beizulegenden Zeitwerte auf den Stichtag dar: ÜBERLEITUNG DER FAIR VALUES IM BEREICH STUFE 3 in Mio Euro
1 Diese Position beinhaltet Aufzinsungseffekte
und weitere Bewertungsanpassungen.
Die Position "Sonstige Veränderungen" umfasst im Wesentlichen Effekte aus Anteilsänderungen. Sowohl im Geschäftsjahr 2017 als auch im Geschäftsjahr 2016 gab es keine Umgliederungen zwischen Stufe 1 und Stufe 2 bei der Bewertung der beizulegenden Zeitwerte und es wurden keine Umgliederungen in oder aus Stufe 3 in Bezug auf die Bewertung der beizulegenden Zeitwerte vorgenommen. SALDIERUNG VON FINANZINSTRUMENTENDie von der ProSiebenSat.1 Group kontrahierten Derivate unterliegen vertraglichen Saldierungsvorschriften, aufgrund derer jedoch eine Saldierung in der Bilanz nach IAS 32 nicht möglich ist. Die Darstellung erfolgt deshalb auch in der Bilanz auf Bruttobasis. Vertragliche Regelungen zur Saldierung sonstiger finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten existieren nicht. Die nachfolgende Tabelle enthält die nach IFRS 7 erforderlichen Angaben zur Saldierung von Finanzinstrumenten. Bei den dargestellten Werten handelt es sich um beizulegende Zeitwerte, die ohne Berücksichtigung von Kreditausfallrisiken ("credit value adjustments") ermittelt wurden: SALDIERUNG VON FINANZINSTRUMENTEN in Mio Euro
32 / Anteilsbasierte VergütungDie ProSiebenSat.1 Group verfügt über verschiedene Programme, die unter die Vorschriften des IFRS 2 fallen. LONG TERM INCENTIVE PLAN (LTIP)Der Long Term Incentive Plan 2010 (LTIP 2010) ist ein Aktienoptionsplan, der durch Zustimmung der Hauptversammlung vom 29. Juni 2010 eingeführt wurde. Es handelt sich um eine anteilsbasierte Vergütung an Mitglieder von Geschäftsführungen sowie von weiteren ausgewählten Führungskräften der ProSiebenSat.1 Media SE und der von ihr abhängigen Konzerngesellschaften. Das Wahlrecht zur Bestimmung der Erfüllungsart liegt bei der ProSiebenSat.1 Media SE. Die Berechtigten und die Zahl der ihnen einzuräumenden Aktienoptionen wurden durch den Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgelegt. Da keine gegenwärtige Verpflichtung seitens der Gesellschaft zur Erfüllung der Vergütung durch Barausgleich besteht, erfolgt die Bilanzierung nach Maßgabe der Vergütung durch Einsatz von Eigenkapitalinstrumenten ("Equity-Settlement"). Jede Aktienoption berechtigt zum Bezug von einer Stammaktie der ProSiebenSat.1 Media SE gegen Zahlung eines Ausübungspreises. Die folgende Tabelle gibt die nach IFRS 2 geforderten Informationen zum Aktienoptionsprogramm der ProSiebenSat.1 Media SE wieder: AKTIENOPTIONSPLÄNE
1 Ausgabe in mehreren Tranchen.
GROUP SHARE PLANZum 31. Dezember 2017 existieren mit den Group Share Plänen 2014 bis 2017 bei der ProSiebenSat.1 Media SE insgesamt vier Programme, in deren Rahmen die Berechtigten nach Ablauf einer Planlaufzeit (Haltefrist) von vier Jahren Anrechte auf virtuelle Aktien ("Performance Share Units", "PSUs") erwerben. Hierbei handelt es sich um langfristige Vergütungsinstrumente, die von der ProSiebenSat.1 Media SE für Mitglieder des Vorstands sowie weitere ausgewählte Führungskräfte und Angestellte der ProSiebenSat.1 Group entwickelt wurden. Die Zustimmung der Hauptversammlung zur Einführung erfolgte für den Group Share Plan am 15. Mai 2012. Die einzelnen Berechtigten und die Zahl der ihnen einzuräumenden PSUs werden durch den Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE mit Zustimmung des Aufsichtsrats bzw. - soweit Mitglieder des Vorstands betroffen sind - durch den Aufsichtsrat festgelegt. Die Struktur der Pläne ist in vielen Bestandteilen identisch, insofern wird im Folgenden an mehreren Stellen von einem Plan gesprochen. Bestehen hingegen Unterschiede, werden diese entsprechend separat erläutert. Es handelt sich dabei jeweils um eine Aktientantieme, bei der die ProSiebenSat.1 Media SE ein Wahlrecht zur Erfüllung in Eigenkapitalinstrumenten bzw. Barmitteln hat. Mit Beschluss vom 11. März 2016 hat der Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE von diesem Wahlrecht Gebrauch gemacht und beschlossen, die Group Share Pläne in Barmitteln zu begleichen. Demzufolge wurde die Bilanzierung der Group Share Pläne im ersten Quartal 2016 von "Equity-Settlement" auf "Cash-Settlement" umgestellt und die bisher in der Kapitalrücklage erfassten Beträge für die Group Share Pläne 2012 bis 2015 in die sonstigen langfristigen Rückstellungen beziehungsweise in die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten umgebucht. Der abgelaufene Group Share Plan 2013 wurde im zweiten Quartal 2017 vollständig ausgezahlt. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2017 wurden den Mitgliedern des Vorstands sowie weiteren ausgewählten Führungskräften der ProSiebenSat.1 Group erneut Anrechte auf Aktien in Form eines neuen Group Share Plans 2017 gewährt. Die grundsätzliche Struktur sowie die Mechanismen zur Ausübung der Rechte entsprechen weitestgehend jenen der Group Share Pläne 2013 bis 2016. Die Bilanzierung des Group Share Plan 2017 erfolgt nach Maßgabe der Vorschriften für anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich. Die sonstige kurzfristige Rückstellung für die Group Share Pläne beträgt zum 31. Dezember 2017 9 Mio Euro (Vorjahr: 12 Mio Euro). Die sonstige langfristige Rückstellung für die Group Share Pläne beträgt zum 31. Dezember 2017 10 Mio Euro (Vorjahr: 20 Mio Euro). → siehe Ziffer 26 "Sonstige Rückstellungen" Bewertung, Mindesthürden und ErfolgszielDie Bewertung der PSUs erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dieser entspricht grundsätzlich dem Marktwert der zugrundeliegenden Aktien. Der Umrechnungsfaktor, mit dem die PSUs nach Ablauf der Haltefrist in Barmittel umgerechnet werden, hängt von der Erreichung im Voraus nach Planbedingungen festgelegter EBITDA- und Net-Income-Erfolgsziele ab und kann zwischen 0 und 150 Prozent variieren (erfolgsbezogener Cap). Sofern der Aktienkurs bei Festlegung des Umtauschverhältnisses den Aktienkurs bei Zuteilung um mehr als 200 Prozent übersteigt, wird der Umrechnungsfaktor ferner so verringert, dass eine über der Schwelle von 200 Prozent liegende Kurssteigerung zu keiner weiteren Werterhöhung der PSUs mehr führt (kursbezogener Cap). Aufgrund der während der Planlaufzeit fehlenden Berechtigung zum Bezug von Aktiendividenden wird der beizulegende Zeitwert um den Zeitwert der zu erwartenden Dividenden gekürzt. Die entsprechenden Dividendenabschläge wurden aus der bisherigen Dividendenhistorie der ProSiebenSat.1 Group abgeleitet. Nach Ende eines jeden Jahres der Haltefrist wird ein Viertel der gewährten PSUs unverfallbar (Vesting). Die Barzahlung, die der Planteilnehmer am Ende der vierjährigen Planlaufzeit pro PSU erhält, hängt von der jeweiligen Zielerreichung ab. Der Aufsichtsrat kann die Umwandlungsquote für den jeweiligen Group Share Plan von virtuellen Aktien in Barmittel für den Vorstand um plus/minus 25,0 Prozent verändern, um individuelle Leistung zu reflektieren. Zusätzlich erfolgt eine Anpassung der Anzahl der PSUs im Falle der Ausschüttung einer Superdividende durch ein entsprechendes Verwässerungsverhältnis. Die Anwendung des Umrechnungsfaktors sowie eines möglichen Superdividenden-Verwässerungsverhältnisses erfolgt zum Zeitpunkt der Wandlung der Performance Share Units in Barmittel. Die folgende Tabelle gibt die wesentlichen Informationen zu den einzelnen Group Share Plänen der ProSiebenSat.1 Group wieder: GROUP SHARE PLÄNE in Mio Euro
Der auf das Geschäftsjahr 2017 entfallende Personalaufwand aus den ausgegebenen Performance Share Units beträgt Netto 1 Mio Euro (Vorjahr: 0 Mio Euro). SONSTIGE ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNGSMODELLEDarüber hinaus unterhält der Konzern weitere anteilsbasierte Vergütungsmodelle, wie zum Beispiel das Mitarbeiteraktienprogramm "myshares", deren Vergütungskomponente jedoch aus Sicht der ProSiebenSat.1 Group als nicht wesentlich erachtet werden. 33 / Beziehungen zu nahestehenden Personen und UnternehmenAls nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für die ProSiebenSat.1 Group die Personen und Unternehmen, welche die ProSiebenSat.1 Group beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diese ausüben oder durch die ProSiebenSat.1 Group beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Zum Stichtag wurden die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der ProSiebenSat.1 Media SE und assoziierte Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen der ProSiebenSat.1 Group als nahestehende Personen und Unternehmen definiert. VORSTAND UND AUFSICHTSRATDie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der ProSiebenSat.1 Media SE einschließlich ihrer Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien sind im Konzernanhang in den Abschnitten → "Mitglieder des Vorstands" und → "Mitglieder des Aufsichtsrats" aufgeführt. Das Vergütungssystem der ProSiebenSat.1 Media SE für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wird im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt → "Vergütungsbericht" näher erläutert. Zum 1. Januar 2017 wurde Sabine Eckhardt als Chief Commercial Officer (CCO) in den Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE berufen. Dr. Gunnar Wiedenfels ist zum 31. März 2017 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden. Dr. Jan Kemper wurde zum 1. Juni 2017 als Finanzvorstand (CFO) in den Vorstand berufen. Dr. Ralf Schremper (Chief Investment Officer) ist zum 31. Juli 2017 aus dem Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE ausgeschieden. Dr. Jan Kemper hat ab dem 1. August 2017 das M&A-Ressort des Konzerns übernommen. Gemäß Aufhebungsvereinbarung erhielt Dr. Ralf Schremper eine Abfindung in Höhe von 1,7 Mio Euro, davon wurden 0,3 Mio Euro zurückgestellt und 1,4 Mio Euro ausgezahlt. Thomas Ebeling, der Vorstandsvorsitzende (CEO) der ProsiebenSat.1 Media SE, wird zum 22. Februar 2018 aus dem Vorstand ausscheiden. Sein Anstellungsvertrag, der noch eine Restlaufzeit bis 30. Juni 2019 gehabt hätte, endet ebenfalls mit Wirkung zum 22. Februar 2018. Gemäß Aufhebungsvertrag wurde eine Abfindung in Höhe von 7,1 Mio Euro vereinbart, die im Anschluss an den Beendigungstermin ausgezahlt bzw. im Falle der vertraglichen Versorgungsbeiträge fortgewährt wird. Conrad Albert, derzeit Vorstand External Affairs & Industry Relations sowie zugleich General Counsel der Gesellschaft, ist zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt worden. Zwischen der SevenVentures GmbH, einem Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1 Media SE, und der Heilpflanzenwohl AG, Pfäffikon, Schweiz, wurde mit Wirkung zum 7. Juli 2016 eine Rahmenvereinbarung über die Erbringung vergüteter Werbeleistungen an die Heilpflanzenwohl AG abgeschlossen. Die Heilpflanzenwohl AG ist ein Tochterunternehmen der BetterLife Healthcare AG, Schwyz, Schweiz, an der der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media SE, Thomas Ebeling, und dessen Familienangehörige mit insgesamt 50 Prozent beteiligt sind. Der Anteil der BetterLife Healthcare AG an der Heilpflanzenwohl AG beträgt nach einer Kapitalerhöhung im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 72 Prozent. Thomas Ebeling hält einen Anteil von 2 Prozent an der Heilpflanzenwohl AG. Unter dem Rahmenvertrag erwirbt die Heilpflanzenwohl AG gegen Entgelt TV-Werbezeiten von der Seven Ventures GmbH. Die Rahmenvereinbarung endet am 31. Dezember 2019. Die Lieferung der vergüteten Werbeleistungen erfolgt durch jeweils bis 31. Dezember 2019 abzuschließende Einzelvereinbarungen mit jeweils bis zu dreijähriger Laufzeit. Bis zum Stichtag 31. Dezember 2017 wurde eine Einzelvereinbarung abgeschlossen. Hierbei wurden im Geschäftsjahr 2017 Werbeleistungen mit einem Bruttomediavolumen in Höhe von 12 Mio Euro (Vorjahr: 0 Mio Euro) erbracht. Das mit dem Rahmenvertrag verbundene Umsatzpotenzial für die ProSiebenSat.1 Group beläuft sich, abhängig vom Umfang der in Anspruch genommenen TV-Werbezeiten, auf insgesamt bis zu 40 Mio Euro. Hinzu kommt eine mögliche Erlösbeteiligung für die Seven Ventures GmbH bei der Verwertung wesentlicher Rechte an beworbenen Produkten. Die Lieferung von TV-Werbeleistungen erfolgt zu drittüblichen Konditionen. Die Drittüblichkeit der Vertragsbedingungen wurde durch ein externes Gutachten bestätigt. Die Vereinbarung steht zudem im Einklang mit den durch den Aufsichtsrat definierten Vorgaben der ProSiebenSat.1 Group für private Investitionen von Vorstandsmitgliedern. Thomas Ebeling war weder in die Verhandlung der Rahmenvereinbarung noch in die Genehmigung durch den Vorstand einbezogen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erwarben 8.386 Stückaktien der Gesellschaft innerhalb des Geschäftsjahres 2017. Die Mitglieder des Vorstands erwarben 27.500 Stückaktien der Gesellschaft innerhalb des Geschäftsjahres 2017. Dr. Gunnar Wiedenfels veräußerte in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2017 5.000 Stückaktien der Gesellschaft. Die dazugehörigen Transaktionen wurden nach Artikel 19 MAR auf der Internetseite der ProSiebenSat.1 Group (www.prosiebensat1.com) bekannt gemacht. Im Rahmen des Group Share Plan ("GSP") werden an die Mitglieder des Vorstands so genannte Performance Share Units ("PSUs", "virtuelle Aktien") ausgegeben. → siehe Ziffer 32. "Anteilsbasierte Vergütung" Am Ende des Geschäftsjahres 2017 halten die Mitglieder des Vorstands insgesamt 150.095 PSUs aus dem Group Share Plan 2017, 135.901 PSUs aus dem Group Share Plan 2016, 49.212 PSUs aus dem Group Share Plan 2015 und 57.730 PSUs aus dem Group Share Plan 2014. Im Geschäftsjahr 2015 wurde eine weitere mehrjährige variable Vergütungskomponente, der Mid-Term Incentive Plan (MTIP), eingeführt. Hierbei handelt es sich um ein bar auszahlbares mittelfristiges Vergütungsinstrument für Mitglieder des Vorstands sowie ausgewählte weitere Führungskräfte der ProSiebenSat.1 Group. Die Planlaufzeit des MTIP beträgt drei Jahre, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2016. Der Auszahlungsbetrag hängt von dem bis zum Ende der Planlaufzeit erreichten adjusted EBITDA der ProSiebenSat.1 Group sowie der Erreichung bestimmter Mindestschwellen für Umsatz und adjusted EBITDA während der Planlaufzeit ab. Der Zielwert, das heißt der Wert, der bei einer Zielerreichung von 100 Prozent an den Vorstand gewährt wird, beträgt 1,5 Mio Euro bei Thomas Ebeling, 1,0 Mio Euro jeweils bei Dr. Gunnar Wiedenfels, Conrad Albert, Dr. Ralf Schremper, Jan David Frouman sowie Christof Wahl und 0,67 Mio Euro jeweils bei Dr. Jan Kemper und Sabine Eckhardt. Dr. Gunnar Wiedenfels ist zum 31. März 2017 und Dr. Ralf Schremper zum 31. Juli 2017 aus dem Vorstand ausgeschieden. Thomas Ebeling wird zum 22. Februar 2018 aus dem Vorstand ausscheiden. Hinsichtlich der Auswirkungen auf den Mid Term Incentive Plan verweisen wir auf den Abschnitt → "Erläuterungen zur Vergütung ausgeschiedener bzw. ausscheidender Vorstandsmitglieder" im Vergütungsbericht. Für Pensionszusagen gegenüber im Geschäftsjahr 2017 amtierenden Mitgliedern des Vorstands hat die ProSiebenSat.1 Media SE insgesamt Pensionsrückstellungen in Höhe von 12,9 Mio Euro (Vorjahr: 11,3 Mio Euro) gebildet. Darin enthalten sind Pensionsrückstellungen für Entgeltumwandlungen in Höhe von 9,4 Mio Euro (Vorjahr: 8,6 Mio Euro). Die Pensionszusagen für frühere Vorstandsmitglieder betrugen zum 31. Dezember 2017 14,4 Mio Euro (Vorjahr: 14,4 Mio Euro). Darin enthalten sind Pensionsrückstellungen für Entgeltumwandlungen in Höhe von 5,5 Mio Euro (Vorjahr: 5,6 Mio Euro). Der zum 31. Dezember 2017 aufgelaufene Anspruch auf Versorgungsleistungen beträgt für im Geschäftsjahr 2017 amtierende Vorstandsmitglieder insgesamt 14,1 Mio Euro (Vorjahr: 12,5 Mio Euro). Darin enthalten sind Ansprüche aus Entgeltumwandlungen in Höhe von 10,0 Mio Euro (Vorjahr: 9,2 Mio Euro). Der äquivalente Anspruch auf jährliche Versorgungsleistungen beträgt für im Geschäftsjahr 2017 amtierende Vorstandsmitglieder 0,6 Mio Euro (Vorjahr: 0,7 Mio Euro). Darin enthalten sind Ansprüche aus Entgeltumwandlungen in Höhe von 0,4 Mio Euro (Vorjahr: 0,5 Mio Euro). Der aufgelaufene Anspruch auf Versorgungsleistungen beträgt für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder insgesamt 8,0 Mio Euro (Vorjahr: 8,0 Mio Euro). Darin enthalten sind Ansprüche aus Entgeltumwandlungen in Höhe von 2,2 Mio Euro (Vorjahr: 2,2 Mio Euro). Der äquivalente Anspruch auf jährliche Versorgungsleistungen beträgt für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder 0,8 Mio Euro (Vorjahr: 0,8 Mio Euro). Darin enthalten sind Ansprüche aus Entgeltumwandlungen in Höhe von 0,3 Mio Euro (Vorjahr: 0,3 Mio Euro). Im Geschäftsjahr 2017 wurden an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder 0,4 Mio Euro (Vorjahr: 0,4 Mio Euro) an Pensionszahlungen geleistet. Zur Absicherung dieser Versorgungsansprüche wurden Fonds dotiert, die jedoch nicht als Planvermögen zu klassifizieren sind, weil die Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt sind. Die Gesellschaft hat den Mitgliedern des Vorstands weder Darlehen gewährt noch für diese Bürgschaften oder Gewährleistungen übernommen. Die Vergütung der im Geschäftsjahr 2017 amtierenden Vorstandsmitglieder der ProSiebenSat.1 Media SE beträgt im Berichtsjahr 12,8 Mio Euro (Vorjahr: 15,2 Mio Euro). In diesen Vergütungen sind variable Bestandteile in Höhe von 8,5 Mio Euro (Vorjahr: 10,8 Mio Euro) und Nebenleistungen in Höhe von 0,2 Mio Euro (Vorjahr: 0,2 Mio Euro) enthalten. Die variablen Vergütungen beinhalten einjährige und mehrjährige variable Vergütungen. Die Gesamtbezüge für ehemalige Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2017 in Summe 4,7 Mio Euro. Im Vorjahr wurden Vergütungen an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder in Höhe von 6,0 Mio Euro gezahlt. Die Leistungen an den Vorstand sind - bis auf den MTIP, GSP und die Pensionsansprüche - alle kurzfristig fällig. Aufwendungen für den Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE sind im Berichtsjahr in Höhe von 1,6 Mio Euro (Vorjahr: 1,5 Mio Euro) angefallen. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten eine fixe Vergütung, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats den zweieinhalbfachen und sein Stellvertreter den eineinhalbfachen Betrag dieser festen Grundvergütung erhalten. Für die jährliche Mitgliedschaft in den einzelnen Ausschüssen erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine feste jährliche Vergütung. Hierbei erhält der jeweilige Ausschussvorsitzende eine zusätzliche Vergütung für seine Tätigkeiten. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für jede persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats ein gesondertes Sitzungsgeld. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den eineinhalbfachen Betrag des Sitzungsgeldes. Vergütungen und Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Geschäftsjahr 2017 und im Vorjahr nicht gewährt. Die aktuellen Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats halten zum Stichtag 31. Dezember 2017 insgesamt unmittelbar 90.630 (Vorjahr: 65.244) Stück Aktien der ProSiebenSat.1 Media SE. Dies entspricht einem Prozentualen Anteil am Grundkapital von 0,0% Prozent (Vorjahr: 0,0%). Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist. ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENDie ProSiebenSat.1 Media Group unterhält mit einigen ihrer Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen Beziehungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Dabei kauft und verkauft die Gesellschaft Produkte und Dienstleistungen grundsätzlich zu Marktbedingungen. Im Geschäftsjahr 2017 wurden an nahestehende Unternehmen Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 135 Mio Euro (Vorjahr: 130 Mio Euro) erbracht. Zum 31. Dezember 2017 betrugen die Forderungen gegen die jeweiligen Unternehmen 38 Mio Euro (31. Dezember 2016: 23 Mio Euro). Der Konzern empfing innerhalb des Geschäftsjahres 2017 von seinen nahestehenden Unternehmen Lieferungen und Leistungen und erfasste in diesem Zuge Aufwendungen in Höhe von 34 Mio Euro (Vorjahr: 33 Mio Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber diesen Unternehmen beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 17 Mio Euro (31. Dezember 2016: 10 Mio Euro). Transaktionen mit Gemeinschaftsunternehmen waren zum Stichtag 31. Dezember 2017 für den Konzern lediglich von untergeordneter Bedeutung. 34 / Honorare des AbschlussprüfersDie Honorare für Dienstleistungen des Abschlussprüfers KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betragen für das Geschäftsjahr 2017 insgesamt 3,8 Mio Euro (Vorjahr: 4,7 Mio Euro). Davon entfallen auf Abschlussprüfungsleistungen 2,9 Mio Euro (Vorjahr: 3,2 Mio Euro), auf andere Bestätigungsleistungen 0,5 Mio Euro (Vorjahr: 0,2 Mio Euro), auf Steuerberatungsleistungen 0,1 Mio Euro (Vorjahr: 0,2 Mio Euro) und auf sonstige Leistungen 0,3 Mio Euro (Vorjahr: 1,1 Mio Euro). Die Angaben beziehen sich ausschließlich auf die rechtlich selbstständige Einheit des bestellten Abschlussprüfers, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 35 / Corporate GovernanceVorstand und Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE haben im März 2017 gemeinsam die nach § 161 AktG vorgeschriebene jährliche Entsprechungserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären der ProSiebenSat.1 Media SE auf der Internetseite der ProSiebenSat.1 Group (www.prosiebensat1.com) dauerhaft zugänglich gemacht. 36 / Ereignisse nach dem BilanzstichtagERWERB VON 100,0 PROZENT DER ANTEILE AN DER ABOALARM GMBHMit Vertrag und wirtschaftlicher Wirkung vom 2. Januar 2018 hat die ProSiebenSat.1 Group einen Anteil von 100.0 Prozent an der Aboalarm GmbH, München erworben und damit die Kontrolle erlangt. Die Gesellschaft wird dem Segment Commerce → siehe Ziffer 2 "Segmentberichterstattung" zugeordnet. Aboalarm bietet einen kostenlosen und gebührenpflichtigen Online-Kündigungsservice. Der Kaufpreis nach IFRS 3 setzt sich aus einem Barkaufpreis in Höhe von 10 Mio Euro sowie einer vertraglich vereinbarten Kaufpreisanpassung zusammen. ERWERB VON 100,0 PROZENT DER ANTEILE AN DER KAIRION GMBHMit Vertrag und wirtschaftlicher Wirkung vom 9. Januar 2018 hat die ProSiebenSat.1 Group einen Anteil von 100.0 Prozent an der Kairion GmbH, Frankfurt am Main erworben und damit die Kontrolle erlangt. Die Gesellschaft wird dem Segment Entertainment → siehe Ziffer 2 "Segmentberichterstattung" zugeordnet. Die Gesellschaft ist ein E-Commerce-Vermarkter und bietet Werbekunden die Möglichkeit, auf gebündelten Werbeflächen der angeschlossenen Händler Werbung zu schalten. Der Kaufpreis nach IFRS 3 setzt sich aus einem Barkaufpreis in Höhe von 5 Mio Euro sowie zwei vertraglich vereinbarten Kaufpreisanpassungen zusammen. GEPLANTER ERWERB VON 90,0 PROZENT DER ANTEILE AN DER ESOME ADVERTISING TECHNOLOGIES GMBHDie ProSiebenSat.1 Group plant einen Anteil von 90,0 Prozent an esome adverstising technologies, Hamburg, dem führenden Social-Advertising-Anbieter in der DACH-Region zu erwerben. Entsprechende Verträge wurden am 1. Dezember 2017 unterzeichnet. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg vereint für Werbetreibende die Technologie und das Management von Social-Media-Kampagnen in allen sozialen Netzwerken, insbesondere Facebook. Die Technologie soll in Zukunft auch zur KPI-basierten Optimierung von Display, Video und später auch für Addressable TV genutzt werden. Das Unternehmen ergänzt das Portfolio der AdTech-Beteiligungen, die ProSiebenSat.1 in der Advertising Platform Solutions bündelt. Die Gesellschaft wird dem Segment Entertainment → siehe Ziffer 2 "Segmentberichterstattung" zugeordnet. Der Kaufpreis nach IFRS 3 setzt sich aus einem Barkaufpreis in Höhe von 25 Mio Euro sowie zwei vertraglich vereinbarten Kaufpreisanpassungen zusammen. Darüber hinaus wurde mit den Altgesellschaftern eine Put-Option über den Erwerb von weiteren 10,0 Prozent der Anteile mit frühestmöglicher Fälligkeit in 2019 vereinbart. GEPLANTER ERWERB DES GESCHÄFTS UNTER DER MARKE ZIRKULINDie ProSiebenSat.1 Group plant den Erwerb der Marke Zirkulin sowie den Erwerb von weiteren ausgewählten immateriellen Vermögensgegenständen der roha arzneimittel GmbH, Bremen. Entsprechende Verträge wurden am 29. Dezember 2017 unterzeichnet. Zum Stichtag 31.12.2017 steht das Closing noch aus. Gegenstand der Transaktion ist der Kauf von Vermögenswerten sowie die Gewährung von Schutzrechten. Die Marke Zirkulin umfasst ein betriebenes Geschäft, einschließlich des dazu gehörigen Kundenstamms, gewerblichen Schutzrechten, Arzneimittelzulassungen, Produktportfolio sowie sonstigem technischem, regulatorischen und kommerziellen Know-hows. Neben der Übertragung des Zirkulin-Geschäfts beabsichtigen beide Parteien zum Zwecke der Weiterführung der Produktion eine Vereinbarung über einen Liefervertrag. Die Marke Zirkulin soll dem Segment Commerce → siehe Ziffer 2 "Segmentberichterstattung" zugeordnet und in die Districon GmbH - eine Tochtergesellschaft der Windstar Medical eingegliedert werden. Der Kaufpreis nach IFRS 3 setzt sich aus einem Barkaufpreis in Höhe von 32 Mio Euro zusammen. ERWERB DER VERBLIEBENEN 25,1 PROZENT AN DER SILVERTOURS GMBHMit Vertrag vom 20. Februar 2018 hat die ProSiebenSat.1 Group die verbliebenen Anteile an der SilverTours GmbH, Freiburg, Deutschland erworben. Die SilverTours GmbH wurde 2003 gegründet und betreibt Produktvergleichsplattformen für Leihwägen (u.a. www.billiger-mietwagen.de). Die ProSiebenSat.1 Group hatte sich zum Juni 2013 erstmalig an dem Unternehmen beteiligt (74,9 Prozent) und erwarb mit der Transaktion nun die verbliebenen Anteile am Unternehmen. Die Gesellschaft war bis zum 31.12.2017 dem Segment Digital Ventures & Commerce zugeordnet. Ab dem 1. Januar 2018 ist sie dem Segment Commerce → siehe Ziffer 2 "Segmentberichterstattung" zugeordnet. WEITERE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGDarüber hinaus sind zwischen dem Ende des Geschäftsjahres 2017 und dem Datum der Freigabe der Veröffentlichung dieses Finanzberichts keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten, die eine wesentliche Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group bzw. der ProSiebenSat.1 Media SE haben. TAG DER FREIGABE DER VERÖFFENTLICHUNGDer Konzernabschluss wird am 20. Februar 2018 durch den Vorstand der Gesellschaft zur Veröffentlichung und für die Weiterleitung an den Aufsichtsrat freigegeben. Dem Aufsichtsrat wird der Konzernabschluss am 12. März 2018 zur Billigung vorgelegt. Die Veröffentlichung erfolgt am 15. März 2018.
20. Februar 2018 Der Vorstand ZUSAMMENFASSUNG DER WESENTLICHEN BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZEA) GRUNDLAGENDie Ansatz-, Bewertungs- und Ausweismethoden sowie die Erläuterungen und Angaben zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017 folgen grundsätzlich dem Stetigkeitsprinzip. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Der Konzernabschluss basiert auf dem Grundsatz historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) ausgewiesen werden, insbesondere bestimmte Finanzinstrumente. WährungsumrechnungGeschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit den relevanten Fremdwährungskursen zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. In Folgeperioden werden monetäre Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs bewertet und die Umrechnungsdifferenzen erfolgswirksam erfasst. Nichtmonetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen und nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen aus Ländern außerhalb des Euroraums werden nach dem Konzept der funktionalen Währung umgerechnet. Für die Tochterunternehmen richtet sich die funktionale Währung nach dem primären Umfeld, in dem diese ihre Geschäftstätigkeit jeweils ausüben. In der Regel ist dies die Währung, in der liquide Mittel erzeugt und verbraucht werden. Die Umrechnung der nicht in Euro denominierten Abschlüsse erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode, nach der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet werden. Das Eigenkapital wird mit historischen Kursen, Vermögens- und Schuldpositionen zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Sämtliche aus der Umrechnung der Fremdwährungsabschlüsse resultierenden Differenzen werden erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Im Fall des Abgangs des entsprechenden Tochterunternehmens werden solche Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam erfasst. B) KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEIn den Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE werden alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen. Die ProSiebenSat.1 Media SE beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, sofern es Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen hat. Das heißt sie verfügt über bestehende Rechte, die ihr die gegenwärtige Fähigkeit zur Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten verleihen. Dies sind die Tätigkeiten, die die Rückflüsse des Beteiligungsunternehmens wesentlich beeinflussen. Darüber hinaus ist die ProSiebenSat.1 Media SE unmittelbar bzw. mittelbar über das jeweilige Mutterunternehmen schwankenden Rückflüssen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt oder besitzt Anrechte auf diese und hat die Fähigkeit, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Gewinne und Verluste, Umsätze, Erträge und Aufwendungen, die durch Transaktionen innerhalb des Konsolidierungskreises begründet sind, sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Bei den Konsolidierungsvorgängen werden die latenten ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt, soweit sich die abweichenden steuerlichen Auswirkungen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleichen. Aktive und passive latente Steuern werden, soweit geboten, miteinander verrechnet. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen. Die Erstkonsolidierung erfolgt gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte sowie der übernommenen Schulden und Eventualschulden zum Erwerbszeitpunkt. Die im Rahmen der Kaufpreisallokation bei den erworbenen Gesellschaften identifizierten Vermögenswerte werden von externen, unabhängigen Gutachtern bewertet. Identifizierte Geschäfts- oder Firmenwerte resultieren hierbei aus positiven Unterschiedsbeträgen zwischen den gezahlten Kaufpreisen und den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte sowie übernommenen Schulden unter Berücksichtigung latenter Steuern. Geschäfts- und Firmenwerte werden in der funktionalen Währung der erworbenen Einheit geführt, nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Ein im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Erwerbszeitpunkt der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder der Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten zugeordnet, die erwartungsgemäß von den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses profitiert. Diese repräsentiert zudem die unterste Ebene, auf welcher der Geschäfts- oder Firmenwert für die interne Unternehmenssteuerung überwacht wird. Es handelt sich hierbei um die operativen und berichtspflichtigen Segmente Broadcasting German-speaking, Digital Entertainment, Digital Ventures & Commerce sowie Content Production & Global Sales. Beim Verkauf von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Teilen davon oder bei einer internen Reorganisation wird ein zum Verkaufszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Übertragung bestehender Geschäfts- oder Firmenwert nach Maßgabe relativer Werte auf die abgehenden bzw. die im Konzern verbleibenden Einheiten aufgeteilt. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten Vermögenswerten werden im Wesentlichen die folgenden Methoden angewendet. Soweit nicht anders spezifiziert, entspricht der Buchwert der jeweiligen Vermögenswerte im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert. ERMITTLUNG DES BEIZULEGENDEN ZEITWERTS IM RAHMEN DER KAUFPREISALLOKATION
Erlangt die ProSiebenSat.1 Media SE durch den Erwerb weiterer Anteile an assoziierten Unternehmen bzw. an Gemeinschaftsunternehmen die Beherrschung über das Unternehmen, ist dieses ab dem Zeitpunkt der Kontrol-lerlangung voll zu konsolidieren. Der beizulegende Zeitwert der Altanteile ist als Teil der Anschaffungskosten des neuen Tochterunternehmens anzusehen. In Höhe der Differenz zum bisherigen at-Equity-Buchwert entsteht dabei ein Ergebniseffekt. Anteile an Gesellschaften, auf deren Geschäftspolitik die ProSiebenSat.1 Group maßgeblichen Einfluss ausübt bzw. ausüben kann ("assoziierte Unternehmen") oder die zusammen mit anderen Investoren gemeinschaftlich beherrscht werden ("Gemeinschaftsunternehmen"), sind gemäß IAS 28 "Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" nach der Equity-Methode zu bilanzieren. Die Anwendung der Equity-Methode endet mit dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder die gemeinschaftliche Beherrschung endet. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren wird der Beteiligungsbuchwert einem Wertminderungstest unterzogen und bei Bedarf ein Wertminderungsaufwand auf den niedrigeren erzielbaren Betrag erfasst. Ein auf einem aktiven Markt notierter Marktpreis für die nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen liegt nicht vor. Das Geschäftsjahr der ProSiebenSat.1 Media SE und aller vollkonsolidierter Unternehmen entspricht dem Kalenderjahr. C) EINZELNE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZEZUSAMMENFASSUNG WESENTLICHER ZUGRUNDE LIEGENDER BEWERTUNGSMETHODEN
UmsatzerlöseIn der ProSiebenSat.1 Group werden Umsatzerlöse im Wesentlichen in Form von Werbeerlösen aus dem Verkauf von Werbezeiten erzielt. Bei den Werbeerlösen handelt es sich um Nettoerlöse nach Abzug von Skonti, Agenturprovisionen und Bar-Rabatten sowie Umsatzsteuer. Fernseh-Werbeerlöse gelten als realisiert, wenn die zugrundeliegenden Werbespots gesendet wurden. In den Werbeerlösen sind ebenfalls Umsatzerlöse aus der Vermarktung von digitalen Angeboten externer Anbieter enthalten. Die ProSiebenSat.1 Group erwirbt hierzu Nutzungsrechte an Werbelizenzen zur Vermarktung von digitalen Angeboten externer Anbieter wie beispielsweise Internet-Werbeflächen. Umsatzerlöse werden bei Verkauf der Werbeflächen erfasst. Die Realisation variabler Umsatzbestandteile aus Umsatzbeteiligungen ("Media-for-Revenue") ist abhängig von der Fähigkeit der ProSiebenSat.1 Group, diese Umsatzerlöse verlässlich zu schätzen. In diesem Fall muss dem Konzern zunächst die erforderliche Zielerreichungsdokumentation des Vertragspartners vorliegen, um den variablen Bestandteil als Umsatzerlös zu realisieren. Tauschgeschäfte ("barter transactions") werden bei der ProSiebenSat.1 Group im Wesentlichen als Gegengeschäfte im Rahmen von Werbezeitenvermarktung abgeschlossen. Umsatzerlöse aus solchen Tauschgeschäften gelten nur dann als Geschäftsvorfälle, die einen Ertrag bewirken, wenn nicht gleichartige Güter oder Dienstleistungen getauscht werden und der Betrag der Erlöse und der Kosten sowie der ökonomische Nutzen eindeutig messbar sind. Werden Werbezeiten gegen Güter oder Erzeugnisse getauscht, bemessen sich die Umsatzerlöse nach dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Güter oder Dienstleistungen, sofern dieser verlässlich bestimmt werden kann. Werden Werbezeiten gegen Werbezeiten getauscht, bestimmen sich die Umsatzerlöse nach dem beizulegenden Zeitwert der geleisteten Werbezeit. Werden Werbeleistungen im Gegenzug für den Erwerb von Unternehmensbeteiligungen vereinbart ("Media-for-Equity"), so wird die Verpflichtung zur Ausstrahlung der zugesagten Werbespots zum Zeitpunkt des Anteilserwerbs als Gegenbuchung zur Aktivierung der erworbenen Anteile passivisch abgegrenzt und bei Ausstrahlung der vereinbarten Werbespots als Umsatzerlöse realisiert. In diesem Zusammenhang erhaltene Anteile werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Umsatzerlöse aus Online-Vermittlungsdienstleistungen, welche der Konzern in dem Segment "Digital Ventures & Commerce" in den Bereichen Mietwagen, Reisen, Versicherungen, Events, Energieversorgung, Mobilfunk, Breitband-Telefonie oder HD-Fernsehen über "Online-Preisvergleichsportale" erbringt, werden nach der Leistungserbringung realisiert, wenn der Betrag der Umsatzerlöse und die hiermit im Zusammenhang stehenden Kosten verlässlich bemessen werden können und es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern der aus der Transaktion entstehende wirtschaftliche Nutzen zufließen wird. Die betroffenen Konzernunternehmen treten hierbei als Agent im Sinne des IAS 18 auf, weswegen als Umsatzerlöse lediglich die zu erhaltenden Provisionen realisiert werden. Die relevanten Transaktionen unterliegen gesetzlichen und freiwilligen Storno- bzw. Rücktrittsregelungen. Liegen verlässliche Informationen über Storno- bzw. Rücktrittsquoten vor, realisiert der Konzern die entsprechenden Provisionserlöse im Wesentlichen mit Übermittlung der Kundendaten an den die jeweilige Primärleistung erbringenden Partner, anderenfalls mit Beginn der Leistungserbringung durch den Partner bzw. mit Vertragsbeginn. Im Bereich der Produktion von Programminhalten (Segment Content Production & Global Sales) werden Umsatzerlöse nach der Percentage-of-Completion-Methode (Methode der Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad) ermittelt, sofern die geplanten Umsätze verlässlich geschätzt werden können. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich dabei aus dem Verhältnis der angefallenen zu den geschätzten gesamten Auftragskosten. Angewendet auf die geplanten Erlöse des betroffenen Auftrags ergeben sich dadurch die in der Periode zu erfassenden Umsatzerlöse. Sofern die erwarteten Gesamterlöse nicht verlässlich geschätzt werden können, erfolgt die Realisierung der Umsatzerlöse in Höhe der angefallenen Auftragskosten. Die Auftragskosten werden grundsätzlich in der Periode im Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die geplanten Umsatzerlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust unmittelbar als Aufwand erfasst. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf → Ziffer 5 "Umsatzerlöse". Betriebliche AufwendungenBetriebliche Aufwendungen nach Arten werden grundsätzlich nach Maßgabe des Funktionsbereichs der jeweiligen Kostenstellen den einzelnen Funktionen zugeordnet. Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen sind in den Funktionskosten entsprechend der Nutzung der Vermögenswerte enthalten, Wertminderungen auf Marken aus Kaufpreisallokationen mit unbestimmter Nutzungsdauer werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. ErtragsteuernAls Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die ausgewiesenen Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen. Latente Steuern werden gemäß IAS 12 für steuerlich abzugsfähige bzw. zu versteuernde temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der IFRS- und Steuerbilanz sowie auf Konsolidierungsmaßnahmen und für Steuerminderungsansprüche aus wahrscheinlich in den Folgejahren realisierbaren Verlustvorträgen gebildet. Ausgenommen sind Geschäfts- oder Firmenwerte. Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag geltenden bzw. angekündigten gesetzlichen Regelungen. Der Ansatz und die Bewertung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und temporäre Differenzen erfolgten auf Basis des geplanten zukünftig zu versteuernden Einkommens. Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge wurden nur dann gebildet, wenn in Zukunft ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Nutzung der aktiven latenten Steuern zur Verfügung steht. Die Beurteilung der Werthaltigkeit latenter Steueransprüche basiert auf unternehmensinternen Prognosen über die zukünftige Ertragssituation der jeweiligen Konzerngesellschaft. Bei der Beurteilung der Realisierbarkeit der Verlustvorträge wird darauf abgestellt, ob eine Nutzung im Steuerplanungszeitraum von fünf Jahren möglich ist. Wenn Zweifel an der Realisierbarkeit der Verlustvorträge bestehen, werden im Einzelfall entsprechende Wertberichtigungen der latenten Steueransprüche vorgenommen. Die insofern berücksichtigten Steuerabgrenzungen unterliegen hinsichtlich der zugrunde liegenden Annahmen laufenden Überprüfungen. Geänderte Annahmen oder veränderte Umstände können Korrekturen notwendig machen, die gegebenenfalls zu zusätzlichen Steuerabgrenzungen oder deren Auflösung führen. Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, soweit sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und der Anspruch zur Aufrechnung laufender Steuererstattungsansprüche und -verbindlichkeiten rechtlich durchsetzbar ist. Der Ausweis erfolgt grundsätzlich undiskontiert und als langfristig. Werden die den temporären Differenzen bzw. steuerlichen Ausgaben und Einnahmen zugrundeliegenden Sachverhalte direkt im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf entfallenden laufenden Steuern bzw. abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Unsichere Steuerpositionen werden laufend analysiert und bei entsprechender Einschätzung werden jeweils Risikovorsorgen in angemessener Höhe gebildet. Da sich die Einschätzungen im zeitlichen Verlauf ändern können, ergeben sich auch entsprechende Auswirkungen auf die Höhe der als erforderlich einzuschätzenden Risikovorsorge. Der Betrag der erwarteten Steuerschuld oder Steuerforderung spiegelt den Betrag wider, der unter Berücksichtigung von steuerlichen Unsicherheiten, sofern vorhanden, die beste Schätzung darstellt. Für weiterführende Information verweisen wir auf die → Ziffer 13 "Ertragsteuern" und → 24 "Eigenkapital". Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie entspricht dem Konzernergebnis das den Anteilseignern der ProSiebenSat.1 Media SE zuzurechnen ist, dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres ausstehenden Aktien. Für die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird die durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien um die Anzahl aller potenziell verwässernden Aktien angepasst. Diese Verwässerungseffekte stammen bei der ProSiebenSat.1 Group aus der Ausgabe von Aktienoptionen auf Stammaktien im Rahmen der Long Term Incentive Pläne sowie aus Anrechten auf Aktien. → siehe Ziffer 32 "Anteilsbasierte Vergütung" Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter der Annahme berechnet, dass alle im Geld befindlichen potenziell verwässernden Anteile und Vergütungspläne, die auf Aktien basieren, ausgeübt wurden. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder FirmenwerteDie erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn die Vermögenswerte einen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen und die Anschaffungskosten verlässlich ermittelt werden können. Soweit sie nicht einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, werden sie planmäßig abgeschrieben und gegebenenfalls außerplanmäßig wertgemindert. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten erworbene Nutzungsrechte an Werbelizenzen zur Vermarktung von digitalen Angeboten externer Anbieter. Die Aktivierung erfolgt hierbei in Höhe des fixen Kaufpreises des erworbenen Werbeinventars. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über die Vertragslaufzeit. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn die Vermögenswerte identifizierbar sind, einen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen und die Herstellungskosten verlässlich ermittelt werden können. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten wird zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterschieden, wobei Erstere mit der Entstehung als Aufwand erfasst werden. Neben den oben beschriebenen Kriterien werden Entwicklungskosten nur aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sind. Dabei müssen der Abschluss der Entwicklung und die anschließende Nutzung bzw. Veräußerung sowohl von technischer als auch finanzieller Seite sichergestellt und beabsichtigt sein. Ebenso muss die Marktfähigkeit des Produkts oder Prozesses nachgewiesen sein. Dies ist bei selbst entwickelten Programmformaten generell erst zu einem sehr späten Prozesszeitpunkt der Fall, wenn nämlich das Format erfolgreich bei einem Abnehmer platziert werden kann. Aufwendungen für Formatentwicklungen erfüllen somit in der Regel nicht die Aktivierungsvoraussetzungen des IAS 38. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf die → Ziffern 16 "Geschäfts- oder Firmenwerte" und → 17 "Sonstige immaterielle Vermögenswerte". SachanlagenSachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um nutzungsbedingte planmäßige Abschreibungen sowie um gegebenenfalls erforderliche Wertminderungen, bilanziert. Die Kosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen neben den Einzelkosten auch diejenigen Teile der Gemeinkosten, die der Herstellung direkt zurechenbar sind. Qualifizierende Vermögenswerte des Sachanlagevermögens im Sinne des IAS 23 bestehen derzeit im Konzern nicht. Aus diesem Grund werden Fremdkapitalkosten in der Periode ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst. Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden entsprechend dem Nutzungsverlauf nach der linearen Methode vorgenommen. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf die → Ziffer 18 "Sachanlagen". LeasingEin Leasingverhältnis stellt nach IAS 17 eine Vereinbarung dar, bei welcher der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Es wird zwischen Finanzierungsleasing ("Finance Lease") und Operating-Leasing ("Operating Lease") unterschieden. Als Finanzierungsleasing werden Leasingtransaktionen behandelt, bei welchen der Leasingnehmer im Wesentlichen alle mit dem Eigentum eines Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen trägt. Alle übrigen Leasingverhältnisse gelten als Operating-Leasing. Bei Finanzierungsleasingverhältnissen werden die geleasten Vermögenswerte und hiermit zusammenhängende Verbindlichkeiten im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, soweit die Barwerte der Leasingzahlungen nicht niedriger sind. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. über die kürzere Vertragslaufzeit. Die aus den Finanzierungsleasingverhältnissen resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden unter den finanziellen Verbindlichkeiten passiviert und in der Folgezeit nach der Effektivzinsmethode bewertet. Leasingraten aus Operating-Leasingverhältnissen werden periodengerecht in den Funktionskosten der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf die → Ziffern 18 "Sachanlagen", → 26 Finanzielle Verbindlichkeiten" und → 30 "Sonstige finanzielle Verpflichtungen". At-Equity bewertete AnteileNach der Equity-Methode bilanzierte Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden im Zeitpunkt der Erlangung eines maßgeblichen Einflusses bzw. gemeinschaftlicher Beherrschung zu Anschaffungskosten in der Konzernbilanz angesetzt. Im Beteiligungsbuchwert enthalten sind gegebenenfalls im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierte Vermögenswerte sowie übernommene Schulden und Eventualschulden zum Erwerbszeitpunkt sowie ein Geschäfts- oder Firmenwert als positiver Unterschiedsbetrag. In den Folgeperioden wird der Buchwert um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen des Beteiligungsunternehmens sowie die Folgebewertung der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten Vermögenswerte sowie übernommenen Schulden und Eventualschulden fortgeschrieben. Erhaltene Dividenden von nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen mindern deren Buchwert. Das der ProSiebenSat.1 Group zuzurechnende, anteilige Gesamtergebnis der betroffenen Unternehmen fließt als "Ergebnis aus at-Equity bilanzierten Anteilen" in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ein. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf die → Ziffern 12 "Ergebnis aus at-Equity bewerteten Anteilen und sonstiges Finanzergebnis" und → 19 "At-Equity bewertete Anteile". ProgrammvermögenSpielfilme und Serien werden mit Beginn der vertraglichen Lizenzzeit aktiviert, Auftragsproduktionen werden nach der Abnahme als sendefähiges Programmvermögen aktiviert. Sportrechte sind bis zur Ausstrahlung in den geleisteten Anzahlungen enthalten. Der erstmalige Ansatz erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Der planmäßige Werteverzehr auf Lizenzen und der zur mehrmaligen Ausstrahlung vorgesehenen Auftragsproduktionen erfolgt mit Beginn der ersten Ausstrahlung und ist abhängig von der Anzahl der zulässigen bzw. geplanten Ausstrahlungen. Der ausstrahlungsbedingte Werteverzehr erfolgt degressiv nach einer konzernweit standardisierten Matrix, die das mit der jeweiligen Ausstrahlung verbundene erwartete Zuschauerreichweitenpotenzial widerspiegelt. Bei den zur einmaligen Ausstrahlung vorgesehenen Auftragsproduktionen sowie bei Sportrechten erfolgt der Werteverzehr in voller Höhe bei Ausstrahlung. Außerplanmäßige Wertminderungen auf Programmvermögen werden dann erfasst, wenn erwartet wird, dass die Kosten des Programms voraussichtlich nicht durch die zukünftigen Erlöse gedeckt werden können. Anhaltspunkte hierfür können unter anderem schlechtere Verwertungsmöglichkeiten, veränderte Anforderungen aus dem Werbeumfeld, Anpassung der Programme an die Wünsche der Zielgruppen, medienrechtliche Einschränkungen bei der Einsetzbarkeit von Filmen, Auslaufen der Lizenzzeit vor Ausstrahlung oder die Nichtfortsetzung von Auftragsproduktionen sein. Beim Programmvermögen erfolgt, soweit Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine Wertminderung hindeuten, bei Ausstrahlungen, die die Voraussetzungen eines Vermögenswertes nicht mehr erfüllen oder deren Nutzung eingeschränkt ist, eine Wertberichtigung in voller Höhe. Die Werthaltigkeitsbeurteilung des verbleibenden Programmvermögens erfolgt auf Ebene genrebasierter Programmgruppen. Soweit deren Buchwert das Erlöspotenzial übersteigt, wird eine Wertminderung in entsprechender Höhe erfasst. Ein Genre stellt dabei die Einheit dar, auf der Cashflows unabhängig von anderem Programmvermögen generiert werden, da die einzelnen Genres auf die Zuschauerzielgruppen zugeschnitten sind und die Werbekunden für die Bewerbung ihrer Produkte im Umfeld bestimmter Genres buchen. Die in einem Genre enthaltenen Titel werden als homogene Masse betrachtet, einzelne Titel sind dabei grundsätzlich austauschbar. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf → Ziffer 20 "Programmvermögen". Wertminderung sonstiger nicht finanzieller VermögenswerteNach IAS 36 hat ein Unternehmen für Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer bei Vorliegen von Anzeichen einer möglichen Wertminderung einen Wertminderungstest durchzuführen. Darüber hinaus sind sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer, noch nicht nutzungsbereite sonstige immaterielle Vermögenswerte bzw. Anzahlungen hierauf und erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte einem jährlichen Wertminderungstest zu unterziehen. Eine Überprüfung erfolgt auch situationsbedingt, wenn Ereignisse oder Umstände eintreten, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Im Falle einer eingetretenen Wertminderung wird der Differenzbetrag zwischen dem fortgeführten Buchwert und dem niedrigeren erzielbaren Betrag aufwandswirksam erfasst. Wertminderungen werden den relevanten Funktionskosten zugewiesen. Wertminderungen auf aus Kaufpreisallokationen resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Gleiches gilt für Wertminderungen auf aus Kaufpreisallokationen resultierende sonstige immaterielle Vermögenswerte, sofern diese nicht sachgerecht auf die Funktionskosten zugeordnet werden können. Sobald Hinweise bestehen, dass die Gründe für eine Wertminderung nicht mehr vorliegen, werden Zuschreibungen - außer im Falle von Geschäfts- und Firmenwerten vorgenommen. Diese dürfen die fortgeführten Anschaffungskosten nicht übersteigen. Grundsätzlich wird dem fortgeführten Buchwert des Vermögenswertes der erzielbare Betrag, der den höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert repräsentiert, gegenübergestellt. Der Nutzungswert entspricht dabei dem Barwert der künftigen Zahlungsströme, die durch die fortlaufende Nutzung des Vermögenswertes erwartet werden. Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt Zahlungsmittelzuflüsse, die nicht weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten bzw. zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind. In diesen Fällen erfolgt die Überprüfung der Werthaltigkeit auf der relevanten Ebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten, denen der Vermögenswert zuzuordnen ist. Die Gesellschaft bestimmt den erzielbaren Betrag grundsätzlich anhand von Bewertungsmethoden, die auf diskontierten Zahlungsströmen (Cashflows) basieren. Bei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bestimmt die ProSiebenSat.1 Group den jeweiligen erzielbaren Betrag zunächst als Nutzungswert und vergleicht diesen mit den entsprechenden Buchwerten, im Falle des Wertminderungstests für Geschäfts- oder Firmenwerte einschließlich den zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerten und im Falle des Wertminderungstests für Marken mit unbestimmter Nutzungsdauer einschließlich der zugeordneten Marken. Diesen diskontierten Cashflows liegen Fünf-Jahres-Prognosen zugrunde, die auf vom Management genehmigten Finanzplanungen aufbauen. Cashflows jenseits der Planungsperiode werden unter Anwendung individueller Wachstumsraten extrapoliert, die jedoch nicht über die Inflationserwartungen für die jeweiligen Einheiten hinausgehen. Die wichtigsten Annahmen, auf denen die Entwicklung des Nutzungswerts basiert, beinhalten Annahmen über zukünftige Cashflows, geschätzte Wachstumsraten, Steuersätze und gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf die → Ziffern 16 "Geschäfts- oder Firmenwerte", → 17 "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" und → Ziffer 18 "Sachanlagen". FinanzinstrumenteMarktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte zum Erhalt der Cashflows in einer Transaktion überträgt, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Bei Anpassungen von Kreditbedingungen oder Verlängerungen von Laufzeiten prüft der Konzern, ob es sich hierbei um substanzielle Modifikationen im Sinne des IAS 39 handelt. Finanzielle Vermögenswerte werden verrechnet und in der Bilanz als Nettowert ausgewiesen, wenn der Konzern einen gegenwärtigen Rechtsanspruch hat, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen und beabsichtigt ist, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Gegenwärtig bestehen bei der ProSiebenSat.1 Group Saldierungsvereinbarungen für derivative Finanzinstrumente, eine saldierte (Netto-) Darstellung in der Bilanz ist jedoch gemäß IAS 32 nicht möglich. Bewertung von FinanzinstrumentenDer erstmalige Ansatz finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Bei in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfassten finanziellen Vermögenswerten werden beim erstmaligen Ansatz dem Erwerb zuordenbare Transaktionskosten ebenfalls aktiviert. Bei in der Folge erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfassten finanziellen Vermögenswerten werden Transaktionskosten unmittelbar in der Periode ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst. Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden mittels der Effektivzinsmethode bestimmt. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments spiegelt den Wert wider, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Der beizulegende Zeitwert entspricht im Allgemeinen dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver Markt existiert, wird der beizulegende Zeitwert mittels finanzmathematischer Methoden ermittelt (zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz). Ist der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten jedoch nicht verlässlich ermittelbar, werden die Finanzinstrumente mit den Anschaffungskosten bewertet. Nach IAS 39 wird regelmäßig ermittelt, ob objektive substanzielle Hinweise vorliegen, die darauf schließen lassen, dass eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes oder eines Portfolios finanzieller Vermögenswerte eingetreten ist. Nach Durchführung eines Wertminderungstests wird ein gegebenenfalls erforderlicher Wertminderungsaufwand ergebniswirksam erfasst. Im Folgenden wird die Bewertung der von der ProSiebenSat.1 Group gehaltenen Finanzinstrumente für die einzelnen Kategorien erläutert. DARLEHEN UND FORDERUNGENFinanzielle Vermögenswerte, die als Darlehen und Forderungen klassifiziert wurden, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, unter Anwendung der Effektivzinsmethode, abzüglich Wertminderungen bewertet. Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden auf separaten Wertberichtigungskonten erfasst. Im Rahmen der Bewertung ist den aufgrund objektiver Hinweise und Erfahrungswerte erkennbaren Risiken durch Wertberichtigungen angemessen Rechnung getragen worden. Die Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen und erforderlicher Wertberichtigungen beruhen auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, den aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse historischer Forderungsausfälle auf Portfoliobasis. Überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, bei denen objektive Hinweise auf Wertminderungen vorliegen, werden unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten bezüglich ihrer Einbringlichkeit wertberichtigt. ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTENeben finanziellen Vermögenswerten, die zu Handelszwecken gehalten werden, fallen hierunter finanzielle Vermögenswerte, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert werden (Fair Value Option). Davon ausgenommen sind Eigenkapitalinstrumente, für die keine notierten Marktpreise auf aktiven Märkten vorliegen und deren Marktwerte nicht verlässlich ermittelt werden können. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt je nach Art und in Abhängigkeit von der Marktgängigkeit des Instruments nach einer dreistufigen Bewertungshierarchie. Die Fair Value Option ist zudem an die Voraussetzung gebunden, dass durch die Nutzung entweder Ansatz- und Bewertungsinkongruenzen vermieden bzw. erheblich reduziert werden, das Finanzinstrument ein oder mehrere eingebettete Derivate enthält oder dass die Portfoliosteuerung von Finanzinstrumenten auf Marktwertbasis erfolgt. ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTEAnlagen in Eigenkapitalinstrumenten und Schuldinstrumenten werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, sofern dieser verlässlich ermittelt werden kann. Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bewertet. FINANZIELLE VERBINDLICHKEITENDie finanziellen Verbindlichkeiten werden, mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente sowie bedingter Anschaffungskosten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen (Put-Optionen, Earn-Out Klauseln), unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Endfällige Darlehen werden mit ihren Nominalvolumina zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Emissions- und Finanzierungskosten erfasst. Diese Kosten werden entsprechend der Effektivzinsmethode über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt. Bedingte Anschaffungskosten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bei der Erstkonsolidierung passiviert. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert, wobei dessen Änderung erfolgswirksam erfasst wird. Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungszusammenhängen (Hedge Accounting)Grundsätzlich werden derivative Finanzinstrumente als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten in der Bilanz angesetzt, unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Der beizulegende Zeitwert derivativer Finanzinstrumente wird durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz sowie mittels weiterer anerkannter finanzmathematischer Methoden, wie zum Beispiel Optionspreismodelle, ermittelt. Die Bilanzierung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt zum Handelstag. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps ist bei erstmaliger Bilanzierung in der Regel null, bei Zinsoptionen entspricht dieser dem Wert der entrichteten Optionsprämie. In der Folgebewertung werden Zinsswaps und Zinsoptionen mit ihren Marktwerten als finanzielle Vermögenswerte bzw. sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften und Devisenoptionen ist ebenfalls bei erstmaliger Bilanzierung in der Regel null. In der Folgebewertung werden Devisentermingeschäfte mit ihren Marktwerten als finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen. Im Rahmen der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten werden kontrahentenspezifische Kreditrisiken berücksichtigt. Sofern ein eindeutiger Sicherungszusammenhang nachgewiesen und dokumentiert werden kann, erfolgt die Bilanzierung nach den Vorschriften des IAS 39 zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting). Beim Hedge Accounting hängt die bilanzielle Berücksichtigung der Marktwertänderungen der Derivate von der Art der Sicherungsbeziehung ab. Handelt es sich, wie bei der ProSiebenSat.1 Group derzeit ausschließlich der Fall, um die Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cashflow Hedge), werden die Marktwertänderungen des effektiven Teils des Derivats zunächst gesondert im übrigen kumulierten Eigenkapital erfasst und erst bei Realisierung des Grundgeschäfts ergebniswirksam. Der ineffektive Teil wird sofort erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen der Absicherung zukünftiger Lizenzzahlungen gegen Währungsrisiken werden die im Eigenkapital erfassten Gewinne oder Verluste aus dem Sicherungsinstrument bei Lizenzbeginn, das heißt bei Aktivierung des Grundgeschäfts, umgebucht und erhöhen bzw. vermindern dessen Anschaffungskosten entsprechend. Identifizierte Grund- und Sicherungsgeschäfte werden in der ProSiebenSat.1 Group in sogenannten Hedge-Büchern zusammengefasst und gesteuert. In regelmäßigen Abständen wird die Effektivität der Sicherungsbeziehung gemessen. Sollte eine Sicherungsbeziehung nicht oder nicht mehr den Anforderungen des IAS 39 genügen, wird das Hedge Accounting beendet. Nach Beendigung einer Sicherungsbeziehung werden die im übrigen kumulierten Eigenkapital erfassten Beträge immer dann im Periodenergebnis erfasst, wenn die Ergebnisse des Grundgeschäftes erfolgswirksam werden. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf die → Ziffern 21 "Finanzielle Forderungen und Vermögenswerte" , → 22 "Übrige Forderungen und Vermögenswerte" , → 27 "Finanzielle Verbindlichkeiten" und → 31 "Sonstige Erläuterungen nach IFRS 7 zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten". Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteBei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Anschaffungskosten bewertet, Fremdwährungsbestände werden zum jeweiligen Stichtagskurs umgerechnet. Rückstellungen für PensionenAbweichungen zwischen den getroffenen Annahmen und den tatsächlich eingetretenen Entwicklungen sowie Änderungen von versicherungsmathematischen Annahmen für die Bewertung leistungsorientierter Pensionspläne führen zur Entstehung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste. Die Erfassung dieser Neubewertungseffekte erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral im übrigen kumulierten Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Dadurch zeigt die Bilanz den vollen Umfang der Verpflichtungen unter Vermeidung von Ergebnisschwankungen, die sich insbesondere bei Änderungen der Berechnungsparameter ergeben können. Die in der jeweiligen Berichtsperiode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. In den Folgeperioden erfolgt keine Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf → Ziffer 25 "Rückstellungen für Pensionen". Anteilsbasierte VergütungenDie anteilsbasierten Vergütungen der ProSiebenSat.1 Group (Aktienoptionen und Anrechte auf Aktien) stellen ausschließlich Vergütungspläne dar, die hinsichtlich der Erfüllungsart ein Wahlrecht seitens der ProSiebenSat.1 Media SE beinhalten, diese mittels Aktien oder im Wege des Barausgleiches zu erfüllen und das je nach Maßgabe der beabsichtigten Vergütung entsprechend ausgeübt wird. Die mittels Aktien zu erfüllenden Vergütungspläne werden zum Zeitpunkt der Gewährung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtung wird über den Erdienungszeitraum als Personalaufwand in den Funktionskosten erfasst, die Gegenbuchung erfolgt in der Kapitalrücklage. Der beizulegende Zeitwert von mittels Barausgleich zu erfüllenden Vergütungsplänen wird als Personalaufwand über den Erdienungszeitraum in den Verbindlichkeiten erfasst. Die Verbindlichkeit wird an jedem Abschlussstichtag sowie am Erfüllungstag basierend auf dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die Änderungen ergebniswirksam erfasst. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf die → Ziffern 24 "Eigenkapital" und → 32 "Anteilsbasierte Vergütung". Sonstige RückstellungenRückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Vermögensabflüsse erwarten lässt und zuverlässig ermittelbar ist. Der Ansatz erfolgt zu Vollkosten in Höhe des wahrscheinlichsten Verpflichtungsumfangs unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten. Langfristige Rückstellungen werden zum Bilanzstichtag mit dem Barwert der erwarteten Erfüllungsbeträge, die geschätzte Preis- bzw. Kostensteigerungen berücksichtigen, angesetzt. Die Abzinsungssätze werden regelmäßig den vorherrschenden Marktzinssätzen angepasst. Drohverlustrückstellungen bewertet das Unternehmen mit dem niedrigeren Betrag aus den zu erwartenden Kosten bei Erfüllung des Vertrags und den zu erwartenden Kosten bei Beendigung des Vertrags, abzüglich aus dem Vertrag gegebenenfalls erwarteter Erlöse. Der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen erfolgen auf Basis der Einschätzung bezüglich Höhe und Wahrscheinlichkeit des künftigen Abflusses von Ressourcen sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Zur Beurteilung der Rückstellungshöhe werden neben der Sachverhaltsbeurteilung und den geltend gemachten Ansprüchen im Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Sachverhalte herangezogen sowie Annahmen über Eintrittswahrscheinlichkeiten und Bandbreiten möglicher Inanspruchnahmen getroffen. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf → Ziffer 26 "Sonstige Rückstellungen". KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt Herkunft und Verwendung der Geldströme. Entsprechend IAS 7 werden Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds beinhaltet alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, soweit sie innerhalb von drei Monaten ohne nennenswerte Wertschwankungen verfügbar sind. Die Zahlungsmittel unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt. Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit wird demgegenüber ausgehend vom Konzernergebnis indirekt abgeleitet. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzpositionen im Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzpositionen können daher nicht mit den entsprechenden Werten der Konzernbilanz und den Segmentkennzahlen abgestimmt werden. Gemäß IAS 7.31 und IAS 7.35 werden Auszahlungen für Steuern, Auszahlungen für Zinsen und Einzahlungen aus Zinsen im Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit gezeigt. ÄNDERUNGEN VON RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTENA) KÜRZLICH UMGESETZTE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTENBei den in der Berichtsperiode verpflichtend anzuwendenden Standards, Interpretationen und Änderungen von Standards und Interpretationen handelt es sich um Änderungen gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnung", um Änderungen gemäß IAS 12 "Erfassung von latenten Steueransprüchen für nicht realisierte Verluste" sowie um die Klarstellung zu IFRS 12 "Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen". Die Änderungen an IAS 7 verlangen Angaben, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, Veränderungen bei den Schulden im Zusammenhang mit der Finanzierungstätigkeit zu beurteilen, darunter zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen. → siehe Ziffer 23 "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" Die Änderungen an IAS 12 verdeutlichen die Bilanzierung der latenten Steueransprüche für nicht realisierte Verluste bei zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Schuldinstrumenten. → siehe Ziffer 13 "Ertragssteuern" Aus der erstmaligen Anwendung der in der Berichtsperiode verpflichtend anzuwendenden Änderungen von Standards und Interpretationen ergaben sich keine Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group. B) NOCH NICHT UMGESETZTE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTENDie nachfolgend beschriebenen, vom IASB veröffentlichten Rechnungslegungs-Standards sind im abgelaufenen Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden und daher von der ProSiebenSat.1 Group nicht frühzeitig angewendet worden.
Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9Finanzielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz in "zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende" und "zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende" Vermögenswerte klassifiziert, abhängig vom Geschäftsmodell und den vertraglich vereinbarten Zahlungsströmen der jeweiligen Finanzinstrumente. Die Zuordnung zu diesen Kategorien erfolgt bei dem Geschäftsmodell auf Portfolioebene und bei dem Zahlungsstromkriterium auf Einzelinstrumentenebene. Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte erfolgt, abhängig von der Klassifizierung, entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert. Änderungen des beizulegenden Zeitwertes sind in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im übrigen kumulierten Eigenkapital auszuweisen. Die Vorschriften zur Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie zur allgemeinen Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten wurden weitgehend aus IAS 39 übernommen. Aus den Neuerungen bezüglich der Bewertung ergeben sich für die ProSiebenSat.1 Group Änderungen bei den nach IAS 39 als "Kredite und Forderungen" oder als "sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" klassifizierten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden voraussichtlich in die Kategorien erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten, zu Zwecken des Hedge-Accounting gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten sowie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten eingeordnet. Letztere beinhaltet insbesondere Darlehen und Kredite, begebene Anleihen sowie übrige finanzielle Verbindlichkeiten einschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen. Die Zuordnung erfolgt zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes. Die Anteile an Investmentfonds, die zur Deckung von Pensionsverpflichtungen dienen, werden auch zukünftig aufgrund der Nichterfüllung des Zahlungsstromkriteriums als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Auf Grundlage ihrer Beurteilung ist ProSiebenSat.1 nicht der Meinung, dass die neuen Einstufungsanforderungen wesentliche Auswirkungen auf die Bilanzierung haben werden. Darüber hinaus werden sich aus vorgenommenen Modifikationen finanzieller Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung von IFRS 9 B5.4.5 und B5.4.6 keine wesentlichen Auswirkungen ergeben. Hinsichtlich der Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten ergeben sich, mit Ausnahme der nachfolgend beschriebenen Änderung des Wertminderungs-Modells für finanzielle Vermögenswerte, keine wesentlichen Umstellungseffekte. Wertminderung von finanziellen VermögenswertenDie Vorschriften zur Erfassung von Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte, welche auf dem Modell der erwarteten Verluste basieren (so genanntes "Expected-credit-loss-Modell"), sind grundlegend neu und beinhalten erhebliche Ermessensentscheidungen bezüglich der Frage, inwiefern erwartete Kreditausfälle durch Veränderungen der wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Anders als unter IAS 39 sind finanzielle Vermögenswerte nach Maßgabe historischer und zukünftig erwarteter Ausfallwahrscheinlichkeiten in unterschiedliche Risikoklassen aufzuteilen und bereits vor dem Eintritt von Ausfallereignissen ("Incurred losses") eine Risikovorsorge zu erfassen. Zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste wird ProSiebenSat.1 einheitlich das vereinfachte Wertminderungsmodells des IFRS 9 zur Erfassung des über die Gesamtlaufzeit entstehenden Kreditverlusts auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie Forderungen aus Lizenzen anwenden. Zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste verwendet ProSiebenSat.1 differenziert nach Kundengruppen und Gesellschaften spezifische Wertberichtigungsmatrizen. Die fälligkeitsspezifischen Wertberichtigungsfaktoren basieren auf historischen sowie zukunftsorientierten Informationen. Die ProSiebenSat.1 Group finalisiert gegenwärtig die Datenaufbereitung zur Analyse der quantitativen Auswirkungen, welche sich aufgrund des neuen Wertminderungsmodells ergeben. Die Datenaufbereitung bezieht sich auf gebildete Portfolien im Rahmen der kollektiven Ermittlung von Wertberichtigungen für homogene Kundenportfolien. Basierend auf derzeitigen Beurteilungen kann für die Gesamtheit der gebildeten Kundenportfolien noch kein abschließender Anpassungseffekt benannt werden. Die Finalisierung der Ermittlung von Wertberichtigungen unter dem sogenannten "Expected-credit-loss Model" wird im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018 abgeschlossen und die Ergebnisse im Zwischenbericht des ersten Quartals entsprechend dargestellt. Für die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente resultiert kein wesentlicher Effekt aus der Umstellung auf das Wertminderungsmodell nach IFRS 9. Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)Der Konzern wird die Vorschriften des IFRS 9 zur Bilanzierung finanzieller Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) ab dem 1. Januar 2018 nicht anwenden und von dem Beibehaltungswahlrecht der Bilanzierung nach IAS 39 Gebrauch machen. IFRS 9 erfordert umfangreiche neue Angaben, insbesondere zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften, zum Kreditrisiko und zu erwarteten Kreditausfällen. Gegenwärtig finalisiert der Konzern eine Analyse zur Identifizierung, welche Datenlücken gegenüber dem derzeitigen Verfahren bestehen; der Konzern beabsichtigt die Einführung von System- und Kontrolländerungen, die ihrer Meinung nach für die erforderliche Datenerfassung notwendig sind.
Nach dem neuen Standard soll die Erfassung von Umsatzerlösen die Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen an den Kunden mit dem Betrag abbilden, der jener Gegenleistung entspricht, die das Unternehmen im Tausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält. Im April 2016 hat das IASB klarstellende Änderungen an IFRS 15 veröffentlicht, welche ebenfalls für am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden sind. Neben Klarstellungen verschiedener Vorschriften des Standards enthalten die Änderungen auch weitere Übergangserleichterungen. Die Übernahme der klarstellenden Änderungen an IFRS 15 in europäisches Recht erfolgte am 9. November 2017. IFRS 15 ist erstmalig verpflichtend für am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden. Die Übernahme in europäisches Recht erfolgte mit der Bekanntgabe durch die EU-Kommission am 31.10.2017. Eine Ausübung des Wahlrechts, den Standard vorzeitig anzuwenden, erfolgte im Geschäftsjahr 2017 nicht. Der Standard wird erstmalig nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz zum 1. Januar 2018 angewendet. Dabei wird der sich aus der Umstellung ergebende quantitative Effekt zum 1. Januar 2018 im erwirtschafteten Konzerneigenkapital erfasst. Die ProSiebenSat.1 Group hat die Entwicklungen und Auswirkungen hinsichtlich IFRS 15 einschließlich der klarstellenden Änderungen in einem konzernweiten Projekt analysiert und hat sich mit der Analyse der bestehenden Prozesse, Systeme und Verträge sowie der Modellierung des Umsatzrealisierungsprozesses befasst. Bei der Abbildung von Werbeerlösen sowie Umsatzerlösen aus Auftragsproduktionen werden keine wesentlichen Änderungen im Konzernabschluss erwartet. Es wurde das folgendes Geschäftsfeld identifiziert, bei dem es aufgrund der Umstellung auf IFRS 15 zu Änderungen in der Umsatzrealisierung kommt: LizenzerlöseIFRS 15 unterscheidet bei der Umsatzrealisierung zwischen einem Recht auf Zugang zur und einem Recht auf Nutzung der Lizenz. Auf Basis der jeweiligen Zuordnung ergeben sich bei Lizenzerlösen Änderungen der zeitlichen Umsatzrealisierung im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Die ProSiebenSat.1 Group nimmt die Ausnahmeregelung gemäß IFRS 15.C5 a) in Anspruch und beurteilt bei erfüllten Verträgen die Verträge, die innerhalb desselben Geschäftsjahres beginnen und enden nicht neu.
Der neue Standard sieht vor, dass generell alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Pflichten in der Bilanz des Leasingnehmers abzubilden sind, es sei denn, die Laufzeit beträgt 12 Monate oder weniger oder es handelt sich um einen geringwertigen Vermögensgegenstand. Damit entfällt die unter IAS 17 erforderliche Klassifizierung in Operating- bzw. Finanzierungsleasingverhältnisse beim Leasingnehmer. Für Leasingverhältnisse bilanziert der Leasingnehmer eine Verbindlichkeit für die in Zukunft anfallenden Leasingverpflichtungen. Korrespondierend wird ein Nutzungsrecht am geleasten Vermögenswert aktiviert, welches grundsätzlich dem Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten entspricht und über die Nutzungsdauer abgeschrieben wird. IFRS 16 ist erstmalig für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Die ProSiebenSat.1 Group hat das Wahlrecht zur vorzeitigen Anwendung des Standards ausgeübt und IFRS 16 erstmalig nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz zum 1. Januar 2018 angewendet. Von der Erstanwendung sind bei der ProSiebenSat.1 Group im Wesentlichen die bislang als Operating Leasing klassifizierten Leasingverträge betroffen. Kurz laufende Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von nicht mehr als 12 Monaten (und ohne Kaufoption) sowie Leasingvereinbarungen, bei denen der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, wurden entsprechend dem Wahlrecht nach IFRS 16.5 nicht gemäß IFRS 16 nicht bilanziert. Der Konzern hat die Erleichterungsvorschriften des IFRS 16.C3(b) angewendet und Vertragsverhältnisse, die nach IAS 17 "Leasingverhältnisse" in Verbindung mit IFRIC 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält" nicht als Leasingverhältnisse eingestuft waren, nicht nach der Definition eines Leasingverhältnisses in IFRS 16 überprüft. Bei der Erstanwendung von IFRS 16 bei Operating Leasing Verträgen wurde das Nutzungsrecht für den Leasingvermögenswert grundsätzlich mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit bewertet, dabei wurde der Zinssatz zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung angewendet (IFRS 16.C8(b)(i)). Bei Vorliegen von abgegrenzten Leasingverbindlichkeiten wurde das Nutzungsrecht um den Betrag der abgegrenzten Leasingverbindlichkeit gemäß IFRS 16.C8(b)(ii) berichtigt. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt der Erstanwendung wurden die anfänglichen direkten Kosten entsprechend IFRS 16.C10(d) nicht berücksichtigt. Die Vergleichsinformationen für das Geschäftsjahr 2017 werden im Konzernabschluss 2018 gemäß IFRS 16.C7 nicht angepasst. Die ProSiebenSat.1 Group hat die Auswirkungen durch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 in einem konzernweiten Projekt analysiert, das bestehende Prozesse, Systeme und Verträge beinhaltet. Es wurden folgende Kategorien von Leasingverhältnissen identifiziert, bei denen es aufgrund der Umstellung auf IFRS 16 zum 1. Januar 2018 zu einer Bilanzierung von bislang als Operating-Leasing erfassten Verträgen als Leasing im Sinne des neuen Standards kommt: Immobilien, Technische Ausrüstung, Fahrzeuge und sonstige geleaste Vermögenswerte. Durch die Erstanwendung wurden Nutzungsrechte in Höhe von 109 Mio Euro und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 111 Mio Euro in der Konzernbilanz zum 1. Januar 2018 erfasst, die Differenz in Höhe von 2 Mio Euro zwischen den beiden Abschlussposten bezieht sich auf die Berichtigung der abgegrenzten Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16.C8(b)(ii). Durch den veränderten Ausweis von Operate-Lease-Aufwendungen als Abschreibungen auf Nutzungsrechte sowie Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten wird ein verbessertes EBITDA für das Geschäftsjahr 2018 erwartet.
MITGLIEDER DES VORSTANDSMITGLIEDER DES VORSTANDS DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE
Aufgrund der Neusegmentierung zum 1. Januar 2018 wird die Zuordnung der Vorstandsbereiche in 2018 angepasst werden. MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATSMITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE SOWIE DEREN MANDATE IN ANDEREN AUFSICHTSRÄTEN
ANTEILSBESITZLISTEANTEILSBESITZLISTE DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE
1 Die Gesellschaft erfüllt die Bedingungen
des § 264 Abs. 3 HGB und nimmt die Möglichkeit
zur Befreiung von bestimmten Vorschriften über die
Aufstellung, Prüfung und Offenlegung des
Jahresabschlusses bzw. des Lageberichts in Anspruch.
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Unterföhring, den 20. Februar 2018 Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender, Group CEO Dr. Jan Kemper, Vorstand Finanzen, Group CFO Conrad Albert, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Group General Counsel Sabine Eckhardt Mitglied des Vorstands, Chief Commercial Officer Entertainment (CCO) Jan David Frouman, Mitglied des Vorstands, Content Production & Global Sales Christof Wahl, Mitglied des Vorstands, Chief Operating Officer Entertainment (COO) Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, und ihrer Tochtergesellschaften (der "Konzern") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die nichtfinanzielle Erklärung, die in Abschnitt Nachhaltigkeit unter "Unser Konzern: Grundlagen" im zusammengefassten Lagebericht enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Gesellschaft in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte des Segments Digital EntertainmentZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Zusammenfassung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang. Die wesentlichen Annahmen und weitere Informationen zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte sind in Ziffer 16 im Anhang dargestellt. Zur Geschäftsentwicklung im Segment Digital Entertainment verweisen wir auf den zusammengefassten Lagebericht (Kapitel Geschäftsentwicklung der Segmente). DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSDie Geschäfts- oder Firmenwerte im Segment Digital Entertainment betragen zum 31. Dezember 2017 EUR 303 Mio. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte in den Segmenten wird jährlich auf Ebene der operativen Segmente Broadcasting German-speaking, Digital Ventures & Commerce, Digital Entertainment und Content Production & Global Sales überprüft. Dazu wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag des jeweiligen operativen Segments verglichen. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich ein Abwertungsbedarf. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert des operativen Segments. Aufgrund wesentlich neuer Erkenntnisse und veränderten Managementerwartungen, die die Aufstellung neuer Business Pläne für die Segmente bedingten, wurde der Zeitpunkt des Bewertungsstichtags für den jährlichen Wertminderungstest vom 31. August abweichend zum Vorjahr auf den 31. Dezember 2017 verschoben. Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen unter anderem die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der operativen Segmente für die nächsten fünf Jahre, die verwendeten Wachstumsraten für den nachfolgenden Zeitraum und der verwendete Diskontierungssatz. Die Prämissen können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten haben. Im Geschäftsjahr 2017 ist die durchschnittliche EBITDA-Marge des Segments Digital Entertainment im Planungszeitraum mit 11,4 Prozent im Vergleich zu 17,5 Prozent im Vorjahr deutlich gesunken. Der Diskontierungszinssatz vor Steuern hat sich aufgrund der Einzelentwicklung in die Ableitung einfließender Annahmen und Parameter von 9,9 Prozent auf 11,5 Prozent erhöht. Aufgrund dieser Veränderungen ergibt sich ein erhöhtes Wertminderungsrisiko für den dem operativen Segment Digital Entertainment zugewiesenen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 303 Mio. In der Durchführung des Wertminderungstests ergab sich zum 31. Dezember 2017 nach Einschätzung der ProSiebenSat.1 Media SE keine Wertminderung. Die von der Gesellschaft durchgeführten eindimensionalen Sensitivitätsberechnungen hinsichtlich des wesentlichen Werttreibers EBITDA-Marge, des Umsatzwachstums p. a. nach Ende des Planungszeitraums sowie des Diskontierungszinssatzes führten bei Änderungen von -3 Prozent-, -0,5 Prozent- bzw. 1 Prozent-Punkten ebenfalls zu keinem Abwertungsbedarf. Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass eine zum Abschlussstichtag bestehende Wertminderung im Segment Digital Entertainment nicht erkannt wurde. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGDie Verlagerung des Stichtags für die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- und Firmenwerte im Geschäftsjahr haben wir hinsichtlich der Übereinstimmung mit den Regelungen des IAS 36 kritisch gewürdigt. Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit anderen intern verfügbaren Prognosen, z. B. den vom Vorstand erstellten Unternehmensplanungen vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen beurteilt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Da sich Änderungen des Diskontierungszinssatzes in wesentlichem Umfang auf die Ergebnisse der Werthaltigkeitsprüfung im Segment Digital Entertainment auswirken könnten, haben wir die dem Diskontierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit im Geschäftsjahr Rechnung zu tragen, haben wir Auswirkungen von möglichen Veränderungen des Diskontierungszinssatzes, des langfristigen Umsatzwachstums und der EBITDA-Margen auf den erzielbaren Betrag im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse im Segment Digital Entertainment untersucht, indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDie der Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes im Segment Digital Entertainment zugrunde liegende Berechnungsmethode ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen. Die Verschiebung des Stichtags für die Werthaltigkeitsprüfung ist sachgerecht. Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Parameter der Gesellschaft liegen innerhalb akzeptabler Bandbreiten und sind insgesamt ausgewogen. Werthaltigkeit des bestehenden Programmvermögens und Vollständigkeit der drohenden Verluste aus dem Erwerb von ProgrammvermögenZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Zusammenfassung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang. Die zur Bewertung zu Grunde gelegten Annahmen und Schätzungen sowie die Informationen zur Wertentwicklung des Programmvermögens und zu drohenden Verlusten aus dem Erwerb von Programmvermögen sind in den Ziffern 20 und 26 im Anhang beschrieben. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSIm Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE zum 31. Dezember 2017 wird Programmvermögen in Höhe von insgesamt EUR 1.198 Mio ausgewiesen, was einem Anteil von 18 Prozent der Bilanzsumme entspricht. Beim Programmvermögen wird im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung untersucht, ob Anhaltspunkte vorliegen, dass die Kosten des jeweiligen Programmtitels voraussichtlich nicht durch künftige Erlöse, insbesondere Werbeerlöse, gedeckt werden können. Anhaltspunkte können beispielsweise das Auslaufen der Lizenzzeit vor geplanter Ausstrahlung, Nichtfortsetzung von Auftragsproduktionen oder medienrechtliche Einschränkungen sein. Derartige Anhaltspunkte liegen zusätzlich vor, wenn die Ausstrahlung eines Programmtitels aufgrund mangelnder Vermarktbarkeit oder strategischer Neuausrichtung des Programminhalts nicht mehr wahrscheinlich ist. Darüber hinaus werden zur weiteren Einschätzung von Wertminderungen im Programmvermögen zahlungsmittelgenerierende Einheiten anhand von genrebasierten Programmgruppen gebildet und aus den künftig erwarteten Zahlungsmittelzuflüssen der Werbeerlöse ein erzielbarer Betrag für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit ermittelt. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert, erfolgt eine Wertminderung. Sofern vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Programmvermögen eingegangen werden, deren Erfüllung noch ausstehend ist, sind Rückstellungen für drohende Verluste zu bilden, sofern es wahrscheinlich ist, dass die künftigen Zahlungsmittelzuflüsse aus Werbeerlösen nicht ausreichen, um die voraussichtlichen Anschaffungskosten zu decken. Im Geschäftsjahr 2017 hat die Gesellschaft Wertminderungen für Programmvermögen in Höhe von EUR 302 Mio und eine Nettozuführung zu Rückstellungen für drohende Verluste aus vertraglichen Verpflichtungen für Programmvermögen in Höhe von EUR 6 Mio erfasst. In den Wertminderungen sind Aufwendungen in Höhe von EUR 170 Mio enthalten, die im Zusammenhang mit der durch den Vorstand im 3. Quartal 2017 vorgenommenen strategischen Neuausrichtung stehen. Für die Ermittlung dieser Wertminderungen hat der Vorstand wesentliche ermessensbehaftete Annahmen über die Verwertung des Programmvermögens in den verschiedenen Medien und die Entwicklung von Werbeeinnahmen in der Zukunft getroffen. Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass Wertminderungen des Programmvermögens und Rückstellungen für drohende Verluste aus vertraglichen Verpflichtungen für Programmvermögen nicht sachgerecht erfasst werden. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGUnsere Prüfungshandlungen im Bereich der Wertminderungsprüfung umfassen die Würdigung der Einschätzungen des Managements, ob für konkrete Programmtitel Anhaltspunkte vorliegen, dass künftiger wirtschaftlicher Nutzen nicht mehr zu erwarten ist. In diesem Zusammenhang untersuchen wir, ob die Zuordnung von Programminhalten in die Programmplanung im Einklang mit den bestehenden Sendeplätzen ist. Außerdem haben wir die Einschätzungen des Managements beurteilt, indem wir die in der Vergangenheit getätigten Einschätzungen mit der tatsächlichen Entwicklung verglichen und Abweichungen analysiert haben, das heißt vor allem, ob einmal abgeschriebenes Programmvermögen in den nachfolgenden Perioden wieder eingesetzt wurde. Um die Angemessenheit der Höhe der gebildeten Rückstellungen für drohende Verluste zu würdigen, haben wir wesentliche Verträge über künftig zu aktivierende Ausstrahlungen eingesehen, die Einschätzung des zu Grunde liegenden Erlöspotenzials beurteilt und mit den voraussichtlichen Anschaffungskosten verglichen. Zur Prüfung der aufgrund der strategischen Neuausrichtung der Sender vorgenommenen Wertminderungen haben wir relevante Vorstandsprotokolle und Beschlussvorlagen gewürdigt. Für ausgewählte Programmvermögenstitel haben wir überprüft, dass die entsprechenden wertgeminderten Programmvermögensinhalte anhand der vom Vorstand für die strategische Neuausrichtung definierten Parameter (insbesondere Genre) ausgewählt und entsprechend wertberichtigt wurden. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDie der Beurteilung der Werthaltigkeit des bestehenden Programmvermögens und der Verpflichtungen zum Erwerb von Programmvermögen zu Grunde liegenden Annahmen sind insgesamt angemessen. Sonstige InformationenDer Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Auftragsgemäß haben wir eine gesonderte betriebswirtschaftliche Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung durchgeführt. In Bezug auf Art, Umfang und Ergebnisse dieser betriebswirtschaftlichen Prüfung weisen wir auf unseren Prüfungsvermerk vom 19. Februar 2018 hin. Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten LageberichtDer Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefassten Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 12. Mai 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. Oktober 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Börsengang im Geschäftsjahr 2000 als Konzernabschlussprüfer der ProSieben-Sat.1 Media SE tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Konzernabschluss oder im zusammengefassten Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht: Neben dem Konzernabschluss haben wir den Jahresabschluss der ProSiebenSat 1 Media SE geprüft sowie verschiedene Jahresabschlussprüfungen ihrer Tochterunternehmen einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen durchgeführt. Prüfungsintegriert erfolgten prüferische Durchsichten von Zwischenabschlüssen, projektbegleitende Prüfungen von IT-Systemen sowie die prüfungsbegleitende Einführung neuer Rechnungslegungsvorschriften. Ferner wurden andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen vorgenommen, wie z. B. Prüfungen im Zusammenhang mit der Einhaltung von Vertragsklauseln, EMIR-Prüfungen nach § 20 WpHG, Prüfungsleistungen in Corporate Governance Angelegenheiten und andere vertraglich vereinbarte Bestätigungsleistungen. Zudem haben wir Unterstützungsleistungen bei der Begleitung von Betriebsprüfungen, der Aufstellung der eBilanz bei Tochterunternehmen sowie der umsatz- und ertragsteuerlichen Beratung zu Einzelsachverhalten erbracht. Weitere Leistungen betreffen Schulungen und Qualitätssicherungsleistungen in den Bereichen der Rechnungslegung, Nachhaltigkeitsberichterstattung und des internen Kontrollsystems. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Haiko Schmidt.
München, den 21. Februar 2018 KPMG
AG
Sailer, Wirtschaftsprüfer Schmidt, Wirtschaftsprüfer AN UNSERE AKTIONÄREBERICHT DES AUFSICHTSRATSSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,der ProSiebenSat.1-Konzern verzeichnete 2017 ein neues Rekordjahr. Das Unternehmen hat seine Umsätze auf 4.078 Mio Euro erhöht und generierte rund die Hälfte der Erlöse außerhalb des klassischen TV-Geschäfts. Die Diversifikationsstrategie wurde konsequent umgesetzt und zugleich fortentwickelt. So kündigte der Vorstand im August 2017 eine neue Drei-Säulen-Strategie an, die wir als Aufsichtsrat ausdrücklich unterstützen und von der wir überzeugt sind, dass sie die Basis für eine weitere und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ist. Vor ein paar Jahren war ProSiebenSat.1 noch ein TV-Konzern, heute ist das Unternehmen ein breit diversifiziertes, internationales Entertainment- und Commerce-Haus. Die Medienbranche verändert sich laufend. Deshalb ist es essenziell, die Konzernstruktur immer wieder neu auf die aktuellen Herausforderungen auszurichten. Die Drei-Säulen-Strategie wird die Wettbewerbsfähigkeit von ProSiebenSat.1 stärken und die digitale Transformation beschleunigen. ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN VORSTAND UND AUFSICHTSRATDer Vorstand der Gesellschaft wird von uns, dem Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE, umfassend beraten und begleitet. Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2017 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) berücksichtigt. Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 den Vorstand in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und ihn bei der Führung der Geschäfte sorgfältig und kontinuierlich überwacht. Mit der operativen und strategischen Entwicklung des Konzerns setzten wir uns eingehend auseinander. Dazu wurde das Aufsichtsratsgremium vom Vorstand - sowohl Innerhalb als auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen - regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance ausführlich unterrichtet. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen hat der Vorstand dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert und mit ihm erörtert. Aus diesem Grund waren wir in sämtliche Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, frühzeitig und unmittelbar eingebunden. Die Aufsichtsratssitzungen waren von einem intensiven und offenen Austausch mit dem Vorstand gekennzeichnet. Fester Bestandteil der Sitzungen sind zudem "Closed Sessions", in denen die Mitglieder des Aufsichtsrats ohne den Vorstand tagen. Sofern nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für einzelne Maßnahmen die Zustimmung des Aufsichtsrats oder eines Ausschusses erforderlich war, haben wir hierüber beraten und einen entsprechenden Beschluss gefasst. Ober alle zustimmungspflichtigen Angelegenheiten wurden wir stets umfassend Informiert, entsprechende Beschlussvorlagen des Vorstands lagen rechtzeitig zur Prüfung vor. Das Gremium wurde dabei im Einzelnen durch die jeweils zuständigen Ausschüsse unterstützt und diskutierte die zur Entscheidung anstehenden Vorhaben mit dem Vorstand. Zusätzlich zur Unterrichtung in den Aufsichtsratssitzungen hat uns der Vorstand anhand schriftlicher Monatsberichte über die wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen informiert und die unterjährigen Finanzinformationen bzw. den Jahresfinanzbericht vargelegt. Über besondere Vorgänge wurden wir auch außerhalb der Sitzungen und der Regelberichterstattung unverzüglich Informiert und bei Bedarf in Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden um eine Beschlussfassung per Umlaufverfahren gebeten. Zudem stand ich als Aufsichtsratsvorsitzender fortlaufend in engem persönlichen Dialog mit Thomas Ebeling, dem Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft, sowie bei Bedarf auch mit den übrigen Vorstandsmitgliedern. Der Aufsichtsrat war aufgrund der Berichterstattung des Vorstands stets umfassend über die Lage der Gesellschaft Informiert, in anstehende Entscheidungen frühzeitig und direkt involviert und konnte so seine Aufgaben vollumfänglich wahrnehmen. Eine Einsichtnahme in die Bücher und Schriften der Gesellschaft war über die uns im Rahmen der Berichterstattung des Vorstands vorgelegten Unterlagen hinaus daher nicht erforderlich. SCHWERPUNKTE DER BERATUNGS- UND KONTROLLTÄTIGKEIT DES AUFSICHTSRATSDer Aufsichtsrat befasste sich auch im Geschäftsjahr 2017 mit der Geschäfts- und Finanzlage, den grundsätzlichen Fragen der Unternehmenspolitik und -Strategie, der allgemeinen Personalsituation sowie den besonderen Investitionsvorhaben. 2017 wurden wichtige strategische Weichen gestellt: Die angekündigte Drei-Säulen-Strategie ist ein bedeutender Meilenstein In der Diversifikation und digitalen Transformation des Unternehmens. Hiermit stärken wir die Gruppe für weiteres Wachstum und schaffen zusätzlichen Wert für Mitarbeiter und Aktionäre. Das ProSiebenSat.1-Managementteam hat die Drei-Säulen-Strategie mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Zudem hat sich der Aufsichtsrat während des gesamten Jahres intensiv mit der möglichen Nachfolgeplanung für den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Thomas Ebeling befasst. Der Aufsichtsrat beriet sich ausführlich zum erforderlichen Profil und möglichen Nachfolgekandidaten In seiner Sitzung am 1. März 2017, im Nachgang zur Strategie-Sitzung am 28. Juni 2017 und am 7. September 2017 sowie In zahlreichen Telefonkonferenzen. Im November und Dezember des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden entsprechende Kandidaten von den Mitgliledern des Aufsichtsrats Interviewt. Mit Max Conze konnten wir mit Wirkung zum 1. Juni 2018 einen Vorstandsvorsitzenden für ProSiebenSat.1 gewinnen, der über umfangreiche internationale Managementerfahrung in unterschiedlichen Branchen verfügt und zuletzt die digitale Transformation des britischen Technologieunternehmens Dyson erfolgreich umgesetzt hat. Insgesamt fanden sechs ordentliche Präsenzsitzungen, fünf außerordentliche Sitzungen in Form einer Telefonkonferenz sowie eine eintägige Klausur des Aufsichtsrats der ProSiebenSat.1 Media SE statt. Bis auf eine Ausnahme haben alle Aufsichtsratsmitglieder an allen Sitzungen teilgenommen. Die Sitzungsteilnahme ist im Corporate-Governance-Bericht individualisiert offengelegt; dieser ist im Internet unter www.prosiebensat1.de/investor-relations/corporate-governance/corporate-governance-bericht sowie im Geschäftsbericht veröffentlicht.
Darüber hinaus fasste der Aufsichtsrat - nach ausführlicher Diskussion In den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen - fünf Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren, unter anderem zu folgenden Themen: Im Januar hat der Aufsichtsrat der 100%-igen Übernahme der ATV Group durch die ProSiebenSat.1 Puls4 GmbH in Österreich zugestimmt, im Oktober erteilte das Gremium seine Zustimmung zum Erwerb der Mehrheitsbeteiligung (62,5%) an dem US-amerikanischen Filmvertrieb Gravitas Ventures über die Red Arrow Entertainment Group, im November genehmigten wir die Mehrheitsbeteiligung an der esome Advertising Technologies GmbH durch die P7S1 Advertising Platform Solutions GmbH. Im Dezember folgte der Aufsichtsrat der Empfehlung des Personalausschusses und verabschiedete die Planbedingungen für den Group Share Plan 2017 sowie die Verteilung von Performance Share Units (PSUs) an die Mitglieder des Vorstands im schriftlichen Umlaufverfahren. BERICHT ÜBER DIE ARBEIT DER AUSSCHÜSSEDer Aufsichtsrat der Gesellschaft hat verschiedene Ausschüsse eingerichtet, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen. Um seine Arbeit effizient wahrzunehmen, verfügte das Gremium 2017 über vier Ausschüsse: den Präsidial- und Nominierungsausschuss ("Presiding and Nomination Committee"), den Personalausschuss ("Compensation Committee"), den Prüfungsausschuss ("Audit and Finance Committee") sowie den Kapitalmarktausschuss ("Capital Markets Committee"). Die Ausschüsse haben den Aufsichtsrat in seinen Plenarsitzungen regelmäßig und umfassend über ihre Tätigkeit informiert. Ihre Aufgabenschwerpunkte werden nachfolgend beschrieben. Für die individualisierte Offenlegung der Sitzungstellnahme in den Aufsichtsratsausschüssen verweisen wir ebenfalls auf den Corporate-Governance-Bericht, den Sie im Internet unter www.prosiebensat1.de/investor-relations/corporate-governance/corporate-governance-bericht sowie im Geschäftsbericht finden. Der Präsidielausschuss und Nominierungsausschuss tagte im Jahr 2017 dreimal in einer Präsenzsitzung und einmal in Form einer Telefonkonferenz; er fasste insgesamt neun Beschlüsse im Umlaufverfahren. Der Ausschuss koordiniert die Arbeit des Aufsichtsrats und bereitet dessen Sitzungen vor. Zudem verantwortet das Gremium die Aufgaben eines Nominierungsausschusses gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex und fasst Beschlüsse, die an ihn durch die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats delegiert wurden. Dazu zählen die Prüfung von Lizenzverträgen, Distributionsvereinbarungen oder Vermarktungsverträgen. Vor diesem Hintergrund erteilte der Ausschuss im Jahr 2017 seine Zustimmung unter anderem zur Verlängerung von Output Deals mit der Constantin Film Verleih GmbH und einem US Major-Studio sowie zur Verlängerung des Nachrichten-Produktionsvertrages mit N24. Ein Schwerpunkt der Beratungen im Präsidial- und Nominierungsausschuss war die Weiterentwicklung der Konzernstrategie: In einer außerordentlichen Präsenzsitzung am 1. März 2017 hat das Gremium mit dem Vorstand über eine mögliche Neuausrichtung des Entertainment- und Commerce-Bereichs beraten; die Strukturierung des Konzerns auf Basis einer Drei-Säulen-Strategie war Gegenstand einer außerordentlichen Sitzung am 11. Mal 2017 sowie einer weiteren außerordentlichen Sitzung am 14. November 2017, Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher nahm an allen Sitzungen als unabhängiger Finanzexperte teil. Am 31. Oktober 2017 tagte das Gremium zudem in Form einer Telefonkonferenz; diese Sitzung fand ebenfalls In Anwesenheit des Aufsichtsratsmitglieds Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher statt. Das Gremium wurde hierbei über die finanzielle Entwicklung des Konzerns unterrichtet. Die ProSiebenSat.1 Media SE hat Ihren Finanzausblick für das Gesamtjahr 2017 am 8. November 2017 angepasst. Der Personalausschuss bereitet Beschlussfassungen zu personalspezifischen Vorstandsthemen für das Aufsichtsratsplenum vor. Der Ausschuss führte im Jahr 2017 eine ordentliche Präsenzsitzung sowie eine weitere Sitzung in Form einer Telefonkonferenz durch. In einer außerordentlichen Sitzung am 1. März 2017 hat sich das Gremium zudem eingehend mit der Zielvorgabe für den Performance Bonus der einzelnen Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2017 beschäftigt und eine entsprechende Empfehlung an den Gesamtaufsichtsrat verabschiedet. Vor dem Hintergrund des negativen Votums der Hauptversammlung zum Tagesordnungspunkt über das Vergütungssystem hat der Personalausschuss In mehreren Sitzungen das Vergütungssystem grundlegend überarbeitet. Per Umlaufverfahren wurden zudem acht Beschlüsse gefasst: Im Februar 2017 hat das Gremium die Zielerreichung des Vorstands im Rahmen des Performance Bonus für das Geschäftsjahr 2016 verabschiedet und eine entsprechende Empfehlung an den Gesamtaufsichtsrat gegeben. Im gleichen Umlaufverfahren hat der Personalausschuss die Barabwicklung des Group Share Plans 2013 sowie die entsprechende Auszahlungshöhe an den Vorstand für eine entsprechende Empfehlung an den Gesamtaufsichtsrat genehmigt. Im Juni erteilte der Ausschuss seine Zustimmung zur Weiterführung des Mitarbeiteraktienprogramms "MyShares". Zudem gab der Personalausschuss im Dezember 2017 per Umlaufbeschluss die Empfehlung an den Aufsichtsrat, die Planbedingungen für den Group Share Plan 2017 sowie die Verteilung von sogenannten Performance Share Units (PSUs) an die einzelnen Vorstandsmitglieder zu verabschieden. Die Planbedingungen enthielten keine wesentlichen Änderungen zum Vorjahr. Der Personalausschuss genehmigte auch die Verteilung von PSUs aus dem Group Share Plan 2017 an ausgewählte Führungskräfte des Unternehmens. Der Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr fünfmal in Gegenwart des Finanzvorstands sowie des Abschlussprüfers getagt. Er hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den Gewinnverwendungsvorschlag vorbereitend für den Aufsichtsrat geprüft und dazu insbesondere den Prüfungsbericht und den mündlichen Bericht des Abschlussprüfers über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung eingehend beraten. Der Prüfungsausschuss sah im Rahmen seiner Prüfungen keinen Anlass für Beanstandungen. Zudem erörterte der Prüfungsausschuss mit dem Vorstand die Zwischenberichte und den Halbjahresfinanzbericht unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht vor deren Veröffentlichung. Besonderen Raum bei der Überwachung der Finanzberichterstattung nahmen im Berichtsjahr die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte und der sonstigen immateriellen Vermögenswerte, die Bewertung des Programmvermögens, die Bilanzierung von Unternehmens- und Anteilserwerben, die Realisierung von Umsatzerlösen, das Hedge Accounting, die Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten sowie die Ertragsteuern ein. Der Prüfungsausschuss hat den Rechnungslegungsprozess und die Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems überwacht und sich dabei auch auf die entsprechende Berichterstattung des Leiters der Internen Revision und des Abschlussprüfers gestützt. Wesentliche Schwächen des auf den Rechnungslegungsprozess bezogenen Internen Kontrollsystems und des Risikofrüherkennungssystems wurden vom Abschlussprüfer nicht festgestellt. Darüber hinaus befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats zur Bestellung des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Er überwachte die Wirksamkeit der Abschlussprüfung und die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sowie die von diesem zusätzlich zu den Abschlussprüfungsleistungen erbrachten Leistungen. Der Prüfungsausschuss hat sich kontinuierlich mit dem Abschlussprüfer über die wesentlichen Prüfungsrisiken und die erforderliche Ausrichtung der Abschlussprüfung ausgetauscht. Er hat eine interne Regelung über Dienstleistungen des Abschlussprüfers, die nicht im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung stehen, getroffen und ließ sich durch den Abschlussprüfer und den Vorstand zu jeder Sitzung über entsprechende Aufträge und die in diesem Zusammenhang angefallenen Honorare informieren. Weiterhin ließ sich der Prüfungsausschuss regelmäßig über die Weiterentwicklung des Compliance-Managementsystems, über den Umgang mit mutmaßlichen Compliance-Fällen, über rechtliche und regulatorische Risiken sowie die Risikolage, -erfassung und -überwachung im Unternehmen unterrichten. Hinzu kamen regelmäßige Berichte über die Risikoeinschätzung seitens der Internen Revision, deren Ressourcenausstattung und Prüfungsplanung. Der Vorstand informierte den Prüfungsausschuss regelmäßig über den Status verschiedener Aktivitäten zur Finanzierung sowie zur Liquiditätssicherung des Unternehmens. Zu ausgewählten Punkten der Tagesordnung nahmen auch die Leiter der zuständigen Fachabteilungen an den Sitzungen des Prüfungsausschusses teil, erstatteten Bericht und beantworteten Fragen. Darüber hinaus führte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses zwischen den Sitzungsterminen Gespräche zu wichtigen Einzelthemen, insbesondere mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, dem Finanzvorstand und dem Abschlussprüfer. Über die wesentlichen Ergebnisse dieser Gespräche wurde dem Prüfungsausschuss und, soweit erforderlich, dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht erstattet. Eine neue Aufgabe des Prüfungsausschusses war die Vorbereitung der Prüfung der erstmals für das Geschäftsjahr 2017 erforderlichen nichtfinanziellen Berichterstattung der Gesellschaft durch den Aufsichtsrat. Die Aufgabe, gegebenenfalls einen externen Prüfer mit der inhaltlichen Prüfung dieser Berichterstattung zu beauftragen, wurde ebenfalls an den Prüfungsausschuss delegiert. Der Prüfungsausschuss hat sich mit den sich in diesem Zusammenhang ergebenden Fragen beschäftigt . Der Vorstand hat in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss entschieden, den Lagebericht um eine nichtfinanzielle Erklärung zu erweitern. Der Prüfungsausschuss hat beschlossen, die KPMG mit der inhaltlichen prüferischen Durchsicht der nichtfinanziellen Erklärung mit dem Ziel einer Beurteilung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") zu beauftragen und diesen Auftrag erteilt. Der Kapitalmarktausschuss ist ermächtigt, anstelle des Gesamtgremiums über die Zustimmung zur Ausnutzung des Genehmigten Kapitals der Gesellschaft sowie damit im Zusammenhang stehende Maßnahmen zu beschließen. Im Geschäftsjahr 2017 fand keine Sitzung des Kapitalmarktausschusses statt. PRÜFUNG DER JAHRES- UND KONZERNRECHNUNGSLEGUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017Der Jahres- und Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE sowie der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 sind von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG), Niederlassung München, ordnungsgemäß geprüft und am 21. Februar 2018 mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Alle Abschlussunterlagen, der Risikobericht sowie die Prüfungsberichte der KPMG lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor und wurden eingehend von uns geprüft. Gegenstand der Beratungen war darüber hinaus die Nichtfinanzielle Konzernerklärung gemäß §§ 289c, 315c Abs.1 HGB. Sie wurden zunächst im Prüfungsausschuss und anschließend im Aufsichtsrat jeweils In Gegenwart der zuständigen Wirtschaftsprüfer ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer berichtete dabei über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Schwächen des internen Kontrollsystems und Risikomanagements bezogen auf den Rechnungslegungsprozess wurden dabei nicht festgestellt. Umstände, die die Befangenheit der Abschlussprüfer besorgen lassen, lagen ebenfalls nicht vor. Zusätzlich zu den Abschlussprüferleistungen haben die Prüfer andere Bestätigungsleistungen von 0,5 Mio Euro (Vorjahr: 0,2 Mio Euro), Steuerberatungsleistungen von 0,1 Mio Euro (Vorjahr: 0,2 Mio Euro) und sonstige Leistungen von 0,3 Mio Euro (Vorjahr: 1,1 Mio Euro) erbracht. Die Details zu den Leistungen der Abschlussprüfer und die Höhe der Vergütung sind im Anhang des Konzernabschlusses unter Ziffer 34 dargestellt. Der Aufsichtsrat hat vom Ergebnis der Abschlussprüfung zustimmend Kenntnis genommen und nach Abschluss seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwände zu erheben sind. Der vom Vorstand aufgestellte und vom Abschlussprüfer geprüfte Jahres- und Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht wurden vom Aufsichtsrat gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt. Schließlich hat der Aufsichtsrat den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands geprüft und sich diesem Vorschlag angeschlossen. Zur Nichtfinanziellen Konzernerklärung hat KPMG ein uneingeschränktes Prüfungsurteil erteilt. Das bedeutet, dass auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die zu der Auffassung gelangen lassen, dass die Nichtfinanzielle Konzernerklärung in allen wesentlichen Belangen nicht im Einklang mit den §§315b, 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt wurde. Der Aufsichtsrat hat auf Grundlage seiner eigenen Prüfung, des Berichts des Prüfungsausschusses über seine vorbereitende Prüfung und seiner Empfehlung sowie der Prüfung des Berichts und des Prüfungsurteils der KPMG ebenfalls keine Gründe festgestellt, die der Ordnungs- und Zweckmäßigkeit der Nichtfinanziellen Konzernerklärung entgegenstehen. INTERESSENKONFLIKTEDie Aufsichtsratsmitglieder sind verpflichtet, mögliche Interessenkonflikte unverzüglich dem Präsidial- und Nominierungsausschuss offenzulegen. Im Geschäftsjahr 2017 lagen aufgrund gleichzeitiger Organmitgliedschaft einzelner Mitglieder des Aufsichtsrats bei Wettbewerbern bzw. Geschäftspartnern der ProSiebenSat.1 Media SE folgende Anhaltspunkte für Interessenkonflikte vor:
Darüber hinaus hat es keine Anzeichen für das Vorliegen von Interessenkonflikten gegeben. CORPORATE GOVERNANCEVorstand und Aufsichtsrat haben zum Thema Corporate Governance einen separaten Bericht erstellt. Diesen sowie die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB finden Sie im Internet unter www.ProSiebenSat1.com sowie im Geschäftsbericht ab. VERÄNDERUNGEN IN DER BESETZUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATDer langjährige Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media SE, Thomas Ebeling, ist mit Wirkung zum Ablauf des 22. Februars 2018 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Hierauf haben sich der Vorstandsvorsitzende und der Aufsichtsrat der Gesellschaft einvernehmlich am 19. November 2017 verständigt. Thomas Ebeling hatte noch einen Vertrag bis Mitte 2019. Bereits im Rahmen seiner letzten Vertragsverlängerung hatte er allerdings mitgeteilt, anschließend für eine weitere Verlängerung nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Conrad Albert, seit 2005 im Unternehmen, derzeit Vorstand External Affairs & Industry Relations und zugleich General Counsel der Gesellschaft, wurde mit sofortiger Wirkung zum 19. November 2017 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Ziel ist die Kontinuität im Unternehmen zu sichern und die Umsetzung der Strategie zu garantieren. Im Jahresverlauf 2017 ergaben sich zudem folgende Änderungen im Konzernvorstand:
Am 21. Februar 2018 haben wir Max Conze zum neuen Vorstandsvorsitzenden der ProSiebenSat.1 Media SE ernannt, er tritt die Nachfolge von Thomas Ebeling zum 1. Juni 2018 an. Bis zu seinem Amtsantritt wird Conrad Albert interimistisch den Vorstandsvorsitz übernehmen. Max Conze war zuletzt Chief Executive Officer bei Dyson. Mit seiner Innovationsstärke und seinem Marketingverständnis hat er das Unternehmen zu einem dynamisch wachsenden globalen Technologie-Konzern ausgebaut. Der Aufsichtsrat wünscht Max Conze viel Erfolg für seine Aufgabe und freut sich auf die Zusammenarbeit. Die Besetzung des Aufsichtsrats der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2017 nicht geändert. DANK DES AUFSICHTSRATSIm Namen des Aufsichtsrats mochte ich den Mitgliedern des Vorstands sehr herzlich danken. Thomas Ebeling gebührt für seine hervorragende Leistung unser besonderer Dank. Er hat das Unternehmen seit 2009 als Vorstandsvorsitzender geführt, zuletzt bis in den DAX. Thomas Ebeling ist eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit In der Medienindustrie. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute. Zusätzlich möchte ich mich bei Conrad Albert bedanken, dass er bis zum Sommer das Unternehmen leitet und in dieser Zeit vor allem die Neuausrichtung von ProSiebenSat.1 im Rahmen der Drei-Säulen-Strategie weiter vorantreibt. An dieser Stelle möchte ich zudem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement im Geschäftsjahr 2017 ausdrücklich danken. Ihre Arbeit ist die Grundlage für den Erfolg des ProSiebenSat.1-Konzerns. Abschließend möchte ich Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, meinen Dank für Ihr Vertrauen in das Unternehmen und die ProSiebenSat.1-Aktie aussprechen.
Unterföhring, im März 2018 Für den Aufsichtsrat DR. WERNER BRANDT, VORSITZENDER Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der ProSiebenSat.1 Media SE zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß §161 AktGVorstand und Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE erklären, dass den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April bzw. 19. Mai 2017 bekannt gemachten Fassung vom 7. Februar 2017 seit deren Bekanntgabe grundsätzlich entsprochen wird und wurde. Lediglich die folgenden Kodex-Empfehlungen wurden und werden nicht angewendet:
Die ProSiebenSat.1 Media SE beabsichtigt, den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April bzw. 19. Mai 2017 bekannt gemachten Fassung vom 7. Februar 2017 mit den oben erwähnten Ausnahmen auch in Zukunft zu entsprechen. Vorstand und Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE erklären, dass den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Fassung vom 5. Mai 2015 im Zeitraum seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im März 2017 bis zur Bekanntmachung der Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April bzw. 19. Mai 2017 bekannt gemachten Fassung vom 7. Februar 2017 ebenfalls mit der nachstehenden Ausnahme entsprochen wurde:
Im März 2018 Vorstand und Aufsichtsrat dar ProSiebenSat.1 Media SE Conrad Albert Dr. Jan Kemper Jan David Frouman Sabine Eckhardt Christof Wahl Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Gesellschaft, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Unterföhring, den 20. Februar 2018 Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender (Group CEO) Dr. Jan Kemper, Vorstand Finanzen (Group CFO) Conrad Albert, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Group General Counsel Sabine Eckhardt, Mitglied des Vorstands, Chief Commercial Officer Entertainment (CCO) Jan David Frouman, Mitglied des Vorstands, Content Production & Global Sales Christof Wahl, Mitglied des Vorstands, Chief Operating Officer Entertainment (COO) Billigung des Konzernjahresabschlusses der ProSiebenSat.1 Media SE zum 31.12.2017Der Konzernjahresabschluss zum 31.12.2017 der ProSiebenSat.1 Media SE wurde vom Vorstand der ProSiebenSat. 1 Media SE in der Vorstandsitzung am 20. Februar 2018 aufgestellt und vom Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE in seiner Aufsichtsratssitzung am 12. März 2018 gebilligt. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
2 nahegelegene Organisationen
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Geräten der Unterhaltungselektronik
Vermietung von Büromaschinen, Datenverarbeitungsgeräten und -einrichtungen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen