Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRB 721243
Eingetragen
27.1.2020
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenHerstellung von Seifen, Wasch-, Reinigungs- und PoliermittelnHerstellung von Körperpflegemitteln und Duftstoffen
Gegenstand
Die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb chemischer Produkte, insbesondere von Seifen oder ähnlicher Hygieneprodukte einschließlich aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Axel Klaus Buchholz
seit 6.5.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.10% identifiziert99.90% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
0.05%
0.05%

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
AdAstra Clemm und Krüger Vermögensverwaltungs GbR mbH
99.90%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
European Soap Holding GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Kappus GmbH

Heitersheim

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020

LAGEBERICHT FÜR DAS RUMPFGESCHÄFTSJAHR VOM 23. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2020

KAPPUS GMBH, HEITERSHEIM

1. Grundlagen des Unternehmens

Die Kappus GmbH ist in Europa ein führender Hersteller und Lösungspartner für die Entwicklung und Produktion aller Festseifen und Seifengrundprodukte: Die Kappus GmbH bietet den umfassenden Full Service von der Idee bis zur Produktreife. An zwei Produktionsstandorten (Heitersheim, Riesa) mit eigenen Forschungslaboren entwickeln wir Rezepturen und Formulierungen sowohl für eigene Innovationen als auch nach Kundenvorgaben und produzieren Seifen sowie seifenfreie Waschstücke (Syndets) für Handels- und Industriekunden in zertifizierter Qualität. Die Produkte werden einerseits unter der Marke Kappus sowie auch unter den Marken- und/oder Private-Label-Namen der Kunden im stationären Einzelhandel sowie Online vertrieben.

Ende September 2018 musste das Familienunternehmen Kappus als Westeuropas größter Hersteller von Festseifen Insolvenz anmelden. Zu diesem Zeitpunkt produzierten rund 350 Mitarbeiter in den vier Werken Krefeld, Riesa, Heitersheim und Offenbach ca. 70.000 Tonnen Seife im Jahr.

Nach einer intensiven Prüfung aller Unternehmensunterlagen entschloss sich die Ad_Astra Beteiligungs GmbH mit Sitz in München über die neu gegründete 100%ige Tochtergesellschaft European Soap Holding GmbH (ESH), München, wesentliche Bestandteile der Kappus Gruppe vom zuständigen Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko per Asset Deal zu übernehmen. Hierfür wurde am 23. Januar 2020 die Kappus GmbH gegründet, die schließlich per 30. April 2020, 24:00 Uhr, den vollständigen Geschäftsbetrieb der Hirtler Seifen GmbH i.I. in Heitersheim (82 Mitarbeiter) sowie der Kappus Seifen GmbH Riesa & Co i.I. (76 Mitarbeiter) in Riesa zukaufte. Von den anderen insolventen Gesellschaften wurden darüber hinaus weitere materielle und immaterielle Vermögensgegenstände erworben.

Es ist das ausgesprochene Ziel, Kappus' Status als ein führender Seifenhersteller dauerhaft zu erhalten und als effizientesten, innovativsten und zuverlässigsten Anbieter am Markt zu etablieren. Dies soll über konsequentes Ausnutzen der bestehenden Größenvorteile, Heben der bestehenden F&E-Potenziale und Ausbau der existierenden sowie Aufbau von neuen Kundenbeziehungen erfolgen.

In der ersten Phase der Übernahme wird die Stabilisierung der Operations, die Ertüchtigung des Maschinenparks, die Wiederherstellung der Liefertreue sowie die Übernahme der akquirierten Großkundenmengen im Fokus stehen. In Phase 2 wird peu à peu das übernommene Kunden- / Produktportfolio optimiert und ein Relaunch der bestehenden Marke "Kappus" (Markenbotschaft; Positionierung im Markt; Preispunkte; Export; Social Media) in Angriff genommen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Branchensituation

Gesamtwirtschaftliche Lage

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sowie die Entwicklung der Weltwirtschaft stand im Jahr 2020 hauptsächlich im Zeichen der COVID-19-Pandemie und der damit einhergehenden erheblichen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen. Die Pandemie hinterließ im Jahr 2020 deutliche Spuren in nahezu allen Wirtschaftsbereichen, sowohl in den Dienstleistungsbereichen als auch im produzierenden Gewerbe.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2020 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 5,0 % niedriger als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der konjunkturelle Einbruch fiel aber im Jahr 2020 den vorläufigen Berechnungen zufolge insgesamt weniger stark aus als 2009 mit -5,7 %.

Branchensituation

Von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung konnte sich im Corona-Jahr der Markt für Haushalts-/Körperpflege deutlich abkoppeln. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland insgesamt mehr als 14 Milliarden Euro mit Körperpflegeprodukten erwirtschaftet. Im Trend ist seit 2010 dabei ein stetiges Wachstum der Umsätze mit Körperpflege- und Schönheitsartikeln zu konstatieren. Die umsatzstärkste Produktgruppe innerhalb der Körperpflege bilden Haarpflegemittel, gefolgt von Haut- und Gesichtspflegeprodukten sowie Mund- und Zahnpflegemitteln und Dekorativer Kosmetik (Quelle: statista, 08.12.2020).

Der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e.V. (IKW) geht dabei in 2020 von einer deutlichen Zunahme bei Seifen und Syndets aus. Auf Basis von GfK und eigenen Erhebungen bewertet IKW die Zunahme in dem für uns relevanten Sektor mit 77,0% gegenüber 2019 (Quelle: IKW, 08.12.2020). So betrug der Gesamtumsatz mit Seifen in Deutschland im Jahr 2009 rd. 220 Millionen Euro. Im Vorjahr 2019 lag er dann bei rd. 357 Millionen Euro im Jahr und für 2020 schätzen die Experten das Marktvolumen auf rd. 630 Millionen Euro. Der Großteil dieser Seifen: Flüssigseifen. Im Windschatten dieser Entwicklung aber findet auch die feste Seife wieder mehr Abnehmer.

Hier spielen verschiedene Dinge eine Rolle, nicht zuletzt der "Einmaleffekt" der Pandemie. Auf der anderen Seite ist unabhängig von diesem pandemischen Ereignis festzustellen, dass immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird, was nicht zuletzt auch Einzelhändler wie Alnatura an ihren steigenden Umsätzen bestätigen: "An der Nachfrage lässt sich deutlich erkennen, dass unsere Kundinnen und Kunden immer häufiger zu Stückseifen greifen. Auch die Nachfrage nach festen Produkten im Bereich Haarpflege ist deutlich angestiegen" (Quelle: hr Fernsehen: Konsum, 06.05.2020 um 16:17h).

2.2. Geschäftsverlauf

Die oben dargestellte allgemeine Geschäfts- und Branchenentwicklung ist vorteilhaft für die Entwicklung der Kappus GmbH gewesen. Auf der anderen Seite war das Jahr 2020 für die Kappus GmbH eine Ausnahmesituation verbunden mit Licht und Schatten. Zum einen musste nach dem Neustart aus der Insolvenz per 01. Mai 2020 die Lieferfähigkeit und -qualität sichergestellt werden und stand an oberster Priorität. Dies führte letzten Endes dazu, dass nicht alle Aufträge angenommen werden konnten und Kunden zum Teil auch vertröstet werden mussten. Auf der anderen Seite war im Sommer und Spätsommer durchaus eine Zurückhaltung bei den Kunden zu spüren, da die Lager sowohl im Handel als auch beim Endkunden gut gefüllt waren. Insgesamt betrachtet konnten die Erwartungen an das erste Rumpfgeschäftsjahr hinsichtlich Auftragsvolumen und Umsatzerlöse übererfüllt werden.

2.3. Ertragslage

Die Kappus GmbH wurde am 27. Januar 2020 in das Handelsregister des Amtsgerichts Freiburg i.Br. eingetragen. Nachdem mit Ablauf zum 30. April 2020 wesentliche Geschäftsbetriebe von den Vorgängergesellschaften übernommen wurden, konnte das operative Geschäft der Kappus GmbH am 01. Mai 2020 schließlich beginnen. Entsprechend beziehen sich die nachfolgenden Ausführungen auf ein operatives Rumpfgeschäftsjahr von 8 Monaten im Zeitraum 01. Mai bis 31. Dezember 2020.

Die Personalaufwendungen betragen TEUR 5.645. Darin sind u.a. TEUR 189 an Altersversorgung/Pensionszusagen enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen u.a. TEUR 644 an Einmalkosten im Zusammenhang mit dem Erwerbsvorgang (Asset Deal). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten neben den Einmalkosten insbesondere Aufwendungen für Ausgangsfrachten, für Reparaturen und Instandhaltung, Miet- und Mietnebenkosten, Managementunterstützung und Projektaufwendungen.

Im Rumpfgeschäftsjahr 2020 ergibt sich ein Jahresüberschuss i.H. von TEUR 81.

Da das Rumpfgeschäftsjahr 2020 das erste Jahr nach Gründung darstellt, ist ein Vorjahresvergleich an dieser Stelle nicht möglich. Im Folgejahr werden wir das erste volle Geschäftsjahr gegenüber dem Rumpfgeschäftsjahr 2020 darstellen können.

2.4. Vermögens- und Finanzlage

Die nicht vorhandene Vergleichbarkeit zum Vorjahr betrifft neben der Ertragslage ebenso die Vermögens- und Finanzlage.

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten u.a. einen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 700. Dieser resultiert im Wesentlichen daraus, dass mit der Übernahme von bestimmten Technischen Anlagen eines Seifenwerks auch Produktionsanlagen übernommen wurden, um Kapazitäten aus dem Markt zu nehmen. Für diese Anlagen wurde ein strategischer Preis bezahlt, der letzten Endes seine Abbildung als immaterieller Vermögensgegenstand in der Vermögenslage der Kappus GmbH erfährt.

Das Sachanlagevermögen beträgt zum Stichtag (31.12.2020) TEUR 3.026. Darin sind zum einen die im Rahmen des Erwerbsvorganges zum 01. Mai 2020 übernommenen Sachanlagen (u.a. Produktionsanlagen, -linien sowie technische Anlagen etc.) und zum anderen die Investitionen im laufenden Rumpfgeschäftsjahr 2020 enthalten. Dabei hat die Gesellschaft verstärkt Investitionen in den Ausbau sowie in die Verbesserung der Produktionskapazitäten durchgeführt.

Unter den Finanzanlagen ist die im Rumpfgeschäftsjahr 2020 erworbene 100% Beteiligung an der Cossavon GmbH enthalten.

Das Umlaufvermögen beträgt TEUR 10.127. Die Hauptbestandteile des Umlaufvermögens sind Vorräte mit TEUR 4.933 sowie Kassenbestand und Bankguthaben in Höhe von TEUR 3.082.

Das Eigenkapital beträgt TEUR 2.689. Der Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 81 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden im Berichtsjahr planmäßig getilgt. Die Finanzierung der Investitionen erfolgte über Eigenkapital und Gesellschafterdarlehen. Das Bankdarlehen dient der Finanzierung der Betriebsmittel (übernommene Inventurbestände gem. Kaufvertrag, laufender Erwerb von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen).

Die Finanzlage ist aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs sowie eines konsequenten Liquiditätsmanagements als gesichert zu bezeichnen. Die anfänglichen Vorkassen der Lieferanten konnten zwischenzeitlich bis auf wenige Ausnahmen auf marktübliche Konditionen angepasst werden. Auf der Debitorenseite wurden zwei Factoringverfahren implementiert, so dass auch mittels dieses Instrumentes die Liquiditätssituation optimiert werden konnte.

Zur Absicherung des Liquiditätsrisikos bzw. zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wird ein fortlaufender Liquiditätsplan erstellt, der permanent an aktuelle Änderungen angepasst wird und als Basis für die Geldmitteldisposition dient. Hierfür werden täglich alle zahlungswirksamen Vorgänge dokumentiert, so dass zu jeder Zeit die volle Transparenz über die Liquiditätsentwicklung besteht.

Das laufende Debitorenmanagement beinhaltet turnusgemäße Mahnläufe, so dass die Forderungen einer permanenten Prüfung unterliegen, sofern diese nicht ohnehin über die Factoringoption verkauft wurden.

Das Working Capital Management wird durch ein regelmäßiges Bestandsmanagement vervollständigt, so dass auch hier die Kapitalbindung für eine dauerhafte Optimierung laufend im Blick ist.

Insgesamt beträgt die Bilanzsumme TEUR 14.326.

Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag (31.12.2020) 19 %.

2.5. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Gesellschaft verwendet zur internen Steuerung bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren, die regelmäßig im Kreis der Geschäftsleitung, mit dem Führungskreis sowie mit den Gesellschaftern ausgetauscht und kommuniziert werden. Deren Entwicklungen werden analysiert und münden schließlich in Maßnahmen, um in allen Belangen laufend an Optimierungen zu arbeiten.

Hierzu zählen u.a. die tagesaktuelle Analyse des Umsatzes und aller cash-relevanten Faktoren wie Vorratsvermögen, Forderungen und Verbindlichkeiten. Weiterhin umfasst das Reporting nicht nur vertriebsorientierte und finanzwirtschaftliche Kennzahlen (z.B. Umsatz, EBITDA), sondern auch produktionsrelevante Faktoren wie Produktivitäten, Rückstand und Auftragsbestand in der Fertigung.

Aufgrund des hohen Rohstoffbedarfs und der volatilen Preisentwicklungen derselben werden die wesentlichen Rohstoffe und deren Entwicklungen an den Beschaffungsmärkten laufend analysiert, um sich frühzeitig zu günstigen Zeitpunkten mit den wesentlichen Zukaufwaren einzudecken.

2.6. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Als Unternehmen konnten wir die Stammbelegschaft halten und unser qualifiziertes Personal erweitern und damit die Nachfrage im Wesentlichen bewältigen. Um die Fluktuationsrate weiterhin sehr gering zu halten, legen wir ausgesprochen großen Wert auf die Ausbildung und kontinuierliche Fortbildung unserer Mitarbeiter.

Um dies zu gewährleisten, unterstützen wir unsere Mitarbeiter finanziell bei Ihrer Fortbildung, in dem wir einen Großteil ihrer Fortbildungsaufwendungen übernehmen. Wir sind zudem bestrebt, jedes Jahr neue Auszubildende in unseren Betrieb aufzunehmen.

3. Chancen- und Risikobericht

3.1. Risikomanagementziele und -methoden

Die Gesellschaft versucht, durch eine systematische Erfassung und aktive Steuerung die Wahrscheinlichkeit einer Realisierung von Risiken zu reduzieren und nicht vermeidbare Schäden so gering wie möglich zu halten. Neben Markt- und Konjunkturrisiken werden auch Betriebsrisiken (z. B. Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit) anhand verschiedenartiger Parameter quantifiziert. Zur Beobachtung der Marktentwicklung und zur Festlegung von Verkaufszielen werden im Wesentlichen die Auftragseingänge, Konjunkturdaten in den Zielmärkten, Marktstudien und die Einschätzung der Vertriebsmitarbeiter herangezogen.

Zur Absicherung des Liquiditätsrisikos bzw. zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wird ein fortlaufender Liquiditätsplan erstellt, der permanent an aktuelle Änderungen angepasst wird und als Basis für die Geldmitteldisposition dient. Hierfür werden täglich alle zahlungswirksamen Vorgänge dokumentiert, so dass zu jeder Zeit die volle Transparenz über die Liquiditätsentwicklung besteht.

Im Rahmen unseres Forderungsmanagements werden ausstehende Forderungen regelmäßig überprüft. Bei einem Ausbleiben der Zahlung nach mehrfacher Mahnung wird die Forderung an den Anwalt zum Eintreiben weitergereicht, der Kunde für eine weitere Belieferung gesperrt und die Zahlungsbedingungen auf Vorkasse gestellt. Eine weitere Belieferung erfolgt dann nur in Absprache mit der Geschäftsleitung. Nicht zuletzt auch zur Reduzierung des Debitorenrisikos dient das eingeführte Factoring, da dadurch nicht nur zügig Liquidität dem Unternehmen zufließt, sondern auch das Risiko des Ausfalls auf das Factorinstitut übergeht.

Das Working Capital Management wird durch ein regelmäßiges Bestandsmanagement vervollständigt, so dass auch hier die Kapitalbindung für eine dauerhafte Optimierung laufend im Blick ist.

Aufgrund des hohen Rohstoffbedarfs und der volatilen Preisentwicklungen derselben werden die wesentlichen Rohstoffe und deren Entwicklungen an den Beschaffungsmärkten laufend analysiert, um sich frühzeitig zu günstigen Zeitpunkten mit den wesentlichen Wareneinsätzen einzudecken.

Um das Rohstoffpreisrisiko zu reduzieren, wurde zwischenzeitlich mit einigen Großkunden ein Cost-Price-Tracker vereinbart, so dass die Rohstoffpreisschwankungen transparent ausgetauscht und die Risiken extern abgedeckt werden. Dieses Instrument soll für die Zukunft vermehrt zum Einsatz kommen, um das durchaus signifikante Risiko sukzessive zu eliminieren oder zumindest auf ein Minimum zu begrenzen.

Zur Überwälzung von Risiken wie Sturm, Feuer, Wasser etc. wird darüber hinaus jährlich der Versicherungsschutz der Gesellschaft überprüft und entsprechend angepasst.

3.2. Wesentliche Chancen und Risiken

Mit der Mehrzahl der Kunden bestehen langjährige Lieferbeziehungen, die natürlich bis zum 30. April 2020 unter einem anderen Firmennamen bedient wurden. Zum überwiegenden Teil bestehen jedoch lange Verbindungen zwischen den übernommenen Betrieben und den Kunden, so dass die Kontinuität sichergestellt ist. Alle per 30. April 2020 vorhandenen Kundenverträge konnten im Rahmen des Erwerbsvorganges mit übernommen werden.

Darüber hinaus konnten sowohl neue Projekte mit wesentlichen Bestandskunden initiiert sowie mehrere Kunden in Deutschland und im europäischen Ausland neu akquiriert werden. Damit wurde das Ziel, eine Verbreiterung der Kundenbasis zu erreichen, um auch bestehende Abhängigkeiten von Großkunden zu verringern, ein Stück weit vorangetrieben. Zusätzliche Aktivitäten in 2021 sind geplant, um die Marktposition im In- und Ausland weiter zu fördern.

Eine große Rolle der zukünftigen Geschäftsentwicklung soll dabei u.a. die Marke Kappus spielen. Hierfür wurden im Berichtsjahr und werden auch im Folgejahr Investitionen in R&D, Marketing und Vertrieb vorgenommen, um auch mit der eigenen Marke sukzessive die Distribution in Deutschland und international zu forcieren.

Grundsätzlich wird sich der Wettbewerb auf dem Seifenmarkt in den kommenden Jahren weiter intensivieren. Mit der zunehmenden Attraktivität von Seifen und Syndets wird die Nachfrage zwar eher steigen, jedoch werden sich neue Marken etablieren und der Preis wird auch in Zukunft ein ausschlaggebendes Kriterium sein.

Ein erhebliches Ergebnisrisiko besteht in der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise und der Verfügbarkeit von Facharbeitern. Der durch diese Parameter ggf. ausgelöste Kostenanstieg kann in der Regel nur teilweise mit zeitlicher Verzögerung im Markt weitergereicht werden und führt in einem solchen Fall zu sinkenden Deckungsbeiträgen.

Hinsichtlich interner Risiken überwacht die Geschäftsleitung wesentliche Aspekte der Produktions- und Qualitätssicherung, was durch ein global ausgerichtetes Qualitäts- und Informationssystem unterstützt wird.

Elementare Risiken sowie Risiken der Produkthaftung werden - soweit versicherbar - durch Versicherungen getragen. Geschäftsspezifische Risiken, die z. B. aus Produktionsunterbrechungen resultieren, werden durch hohe Qualitätsanforderungen und ein entsprechendes Kontrollsystem permanent überwacht. Sofern notwendig, werden umgehend Maßnahmen zur Behebung bzw. zur Vermeidung von Risiken eingeleitet.

Zur Verminderung von potenziellen Risiken der Informationstechnologie werden adäquate, zeitgemäße Vorsorgemaßnahmen getroffen. In Heitersheim und Riesa wurden im Berichtsjahr jeweils eine State-of-the-Art Firewall installiert. Jeglicher interne und externe Datenverkehr wird seitdem über diese Geräte abgewickelt. An beiden Standorten wurde bislang ein konventionelles Backupkonzept von Disk to Disk und Disk to Tape verfolgt.

Hinsichtlich Security wurde zwischenzeitlich in Heitersheim eine integrierte Lösung auf Basis von Sophos Central und Heartbeat aufgebaut. Mit dieser Lösung bilden alle Komponenten ein zusammenhängendes Ökosystem. Im Angriffsfall wird durch die Isolation des gehackten Gerätes die Ausbreitung sofort unterbunden. Erst nach Bereinigung des Endgeräts (Server, PC, Notebook, Handy, etc.) wird dieses für das Netzwerk wieder freigegeben. Dieses Gesamtpaket sperrt Angreifer aktiv aus und blockiert die Exploits und Verfahren, die zur Verbreitung von Malware, zum Diebstahl von Zugangsdaten und zum Aushebeln von Erkennungsmechanismen genutzt werden.

Dem Risiko, Zahlungen nicht oder nicht rechtzeitig bedienen zu können, wird durch ein konsequentes Liquiditätsmanagement begegnet. Zur Absicherung des Liquiditätsrisikos und zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wird ein fortlaufender Liquiditätsplan erstellt, der permanent an aktuelle Änderungen angepasst wird und als Basis für die Geldmitteldisposition dient.

Im Rahmen unseres Forderungsmanagements werden ausstehende Forderungen regelmäßig überprüft. Bei einem Ausbleiben der Zahlung nach mehrfacher Mahnung wird die Forderung an den Anwalt zum Eintreiben weitergereicht, der Kunde für eine weitere Belieferung gesperrt und die Zahlungsbedingungen auf Vorkasse gestellt. Eine weitere Belieferung erfolgt dann nur in Absprache mit der Geschäftsleitung. Das eingeführte Factoring dient nicht nur der Verbesserung der Liquiditätssituation der Gesellschaft, sondern reduziert das Debitorenrisiko, da das Risiko des Ausfalls auf das Factorinstitut übergeht.

Es bestehen zurzeit keine wesentlichen Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden oder einen besonderen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

4. Voraussichtliche Entwicklung

Aus unserer Sicht ist derzeit eine valide Einschätzung der Marktentwicklung im Jahr 2021 aufgrund der weltweiten Auswirkungen durch die Corona-Pandemie und der dadurch bedingten globalen Verunsicherung nur bedingt möglich.

Die Frage wird sein, wie schnell durch Impfungen und Teststrategien das "normale" Leben zurückkehrt. Die aus unserer Sicht im vergangenen Jahr gesehene Sonderkonjunktur für Festseifen und Syndets wird sich ebenso wieder "normalisieren", so dass wir marktseitig insgesamt von einer stabilen, aber unterjährig schwankenden Nachfrage ausgehen.

Gegenüber dem Vorjahr gibt es im Jahr 2021 für die Kappus GmbH zwei gegenläufige Effekte. Einerseits werden wir einen Großkunden nicht mehr beliefern, wohingegen wir mit anderen Industriekunden diverse Neuproduktanläufe vereinbart haben, so dass wir für 2021 insgesamt mit leicht steigenden Mengen und Umsatzerlösen gegenüber einem annualisierten Vorjahr rechnen. Der Preisdruck im Markt wird weiterhin bestehen, jedoch sehen wir interessante Ansätze unsere Marktposition zu halten und auszubauen. Die vorhandenen Lieferverträge mit Großkunden, Rahmenvereinbarungen mit Stammkunden und geplanten Aktivitäten zur Gewinnung von Neukunden - nicht zuletzt auch mit unserer Eigenmarke - sind die Grundlagen für diese Einschätzung.

Im Berichtsjahr 2020 wurde die Geschäftsentwicklung der Kappus GmbH u.a. aufgrund der Neugründung und dem damit zusammenhängenden Erwerbsvorgang durch erhebliche Einmalaufwendungen belastet. Darüber hinaus konnten erst zum Jahreswechsel die aus dem früher zur Kappus Gruppe gehörenden, jedoch nicht im Wege des Asset Deals übernommenen und mittlerweile stillgelegten Werk Krefeld zugekauften technischen Anlagen in die beiden Werke in Riesa und Heitersheim integriert werden. Auch wenn im Jahr 2021 weiter in technisches Equipment sowie in Know-how investiert werden soll, rechnet die Geschäftsführung im neuen Geschäftsjahr insgesamt mit einem leicht besseren Jahresergebnis als im Berichtsjahr.

Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen sieht die Geschäftsführung die Kappus GmbH für die Bewältigung künftiger Risiken gut gerüstet. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich die Gesellschaft aufgrund der strategischen Ausrichtung und der sichergestellten Liquidität prognosegemäß im Wettbewerb behaupten kann und geht von einer positiven Fortbestehens- und Fortführungsprognose für die Kappus GmbH aus.

 

Heitersheim, den 15. März 2021

Kappus GmbH

Geschäftsführer

Rainer Anton Gsell

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2020

KAPPUS GMBH, HEITERSHEIM

AKTIVA

31.12.2020
EUR
22.1.2020
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 4.118.479,23 0,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.065.176,00 0,00
II. Sachanlagen 3.025.803,23 0,00
III. Finanzanlagen 27.500,00 0,00
B. UMLAUFVERMÖGEN 10.126.506,24 25.000,00
I. Vorräte 4.932.726,22 0,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.111.633,64 25.000,00
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.082.146,38 0,00
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 43.416,17 0,00
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 38.060,98 0,00
14.326.462,62 25.000,00

PASSIVA

31.12.2020
EUR
22.1.2020
EUR
A. EIGENKAPITAL 2.689.127,27 25.000,00
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 2.583.000,00 0,00
III. Jahresüberschuss 81.127,27 0,00
B. RÜCKSTELLUNGEN 1.446.829,58 0,00
C. VERBINDLICHKEITEN 10.190.505,77 0,00
14.326.462,62 25.000,00

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS RUMPFGESCHÄFTSJAHR VOM 23. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2020

Rumpfgeschäftsjahr 2020
EUR
1. Rohergebnis 10.195.608,28
2. Personalaufwand -5.645.292,32
a) Löhne und Gehälter -4.546.920,22
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.098.372,10
- davon für Altersversorgung: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00)
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -294.752,21
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.799.866,82
5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -313.823,12
6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -60.339,02
7. Ergebnis nach Steuern 81.534,79
8. Sonstige Steuern -407,52
9. Jahresüberschuss 81.127,27

ANHANG FÜR DAS RUMPFGESCHÄFTSJAHR VOM 23. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2020

KAPPUS GMBH, HEITERSHEIM

Allgemeine Hinweise

Sitz der Kappus GmbH ist Heitersheim, Deutschland. Die Gesellschaft ist unter der HRB Nummer 721243 im Register des Amtsgerichts Freiburg im Breisgau eingetragen.

Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Die Gesellschaft wurde durch notariellen Vertrag vom 23. Januar 2020 gegründet. Ihren operativen Geschäftsbetrieb hat sie zum 1. Mai 2020 aufgenommen. Eine Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen ist nicht möglich.

Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb chemischer Produkte, insbesondere von Seifen oder ähnlicher Hygieneprodukte einschließlich aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäften.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) und den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt.

Die Gesellschaft hat die für mittelgroße Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 2 HGB) entsprechenden Anforderungen an den Jahresabschluss erfüllt und damit auch im Anhang jene Angaben gemacht, die unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage notwendig sind.

Die größenabhängigen Erleichterungen gemäß § 288 HGB werden in Anspruch genommen.

Angaben, die wahlweise in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, sind ausschließlich im Anhang aufgeführt.

Der Abschluss umfasst die Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang (einschließlich Anlagen- und Verbindlichkeitenspiegel). Die Gewinn- und Verlustrechnung ist entsprechend § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Gesellschaft hat gemäß Kaufvertrag vom 10. März 2020 nahezu alle materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände der Kappus Seifen GmbH Riesa & Co. KG, Riesa, und der Hirtler Seifen GmbH, Heitersheim, sowie bestimmte weitere materielle und immaterielle Vermögensgegenstände der M. Kappus GmbH & Co. KG, Offenbach M., und der Dreiring-Werk GmbH & Co. KG, Krefeld, mit Ablauf zum 30. April 2020 erworben (Asset Deal).

Zum besseren Verständnis der Vermögens- und Finanzlage sind die im Zusammenhang mit dem Asset Deal übernommenen Vermögensgegenstände einschließlich der damit zusammenhängenden Finanzierungskomponenten zum 1. Mai 2020 nachfolgend dargestellt:

Bilanz zum 01. Mai 2020

Aktiva (in TEUR)

I) Anlagevermögen
1. Immaterielle Vermögensgegenstände 950
2. Sachanlagevermögen 2.416
II) Umlaufvermögen
1. Vorräte 5.025
2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.140
3. Kasse, Bank 1.595
III) Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 51
11.204

Passiva (in TEUR)

I) Eigenkapital 25
II) Rückstellungen 973
III) Verbindlichkeiten 10.206
11.204

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird in Anlehnung an Produktionslebenszyklen über 10 Jahre abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Für die planmäßige Abschreibung wird überwiegend von folgenden Nutzungsdauern ausgegangen: 5 bis 10 Jahre für technische Anlagen und Maschinen sowie 3 bis 10 Jahre für Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Für geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von Euro 1.000,00 wurden im Jahre des Zugangs Sammelposten gemäß § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Sammelposten werden einheitlich über fünf Jahre abgeschrieben.

Die geleisteten und erhaltenen Anzahlungen werden ohne Umsatzsteuer ausgewiesen.

Andere aktivierte Eigenleistungen werden mit den Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibung angesetzt.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Die Bestände an Roh- Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu Anschaffungskosten (gleitender Durchschnittspreis) oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag angesetzt.

Die unfertigen Erzeugnisse werden entsprechend den Vorschriften gemäß § 255 HGB angesetzt. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu den bisher angefallenen Herstellungskosten. Die Herstellungskosten beinhalten anteilige, angemessene Gemeinkostenzuschläge auf Material- und Fertigungskosten. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen und betriebliche Altersvorsorge sind nicht aktiviert. Das Niederstwertprinzip wurde beachtet.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Gemäß dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden aktive latente Steuern für künftige Steuerentlastungen ausgewiesen und mit den sich ergebenden passiven latenten Steuern aus künftigen Steuerbelastungen verrechnet.

Die Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Sie werden pauschal mit einer Restlaufzeit von 15 Jahren berechnet und mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 10 Geschäftsjahre abgezinst (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Der Bewertung der Pensionsrückstellungen liegen nachfolgende Bewertungsparameter zugrunde:

31.12.2020
%
Rechnungszins 2,31
Gehaltstrend 2,50
Rententrend für Zusagen bis zum 31.12.2000 1,75
Rententrend für Zusagen ab 01.01.2001 1,00
Steigerung der Bemessungsgrundlage 2,00
Fluktuationsquote 1,00

Aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 80.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages (d.h. einschließlich Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Bezüglich der Entwicklung des Anlagevermögens (Anlagespiegel gemäß § 284 Abs. 3 HGB) verweisen wir auf die Anlage zu diesem Anhang.

Finanzanlagenvermögen

Die Finanzanlagen betreffen mit TEUR 28 die 100%-Beteiligung an der Cossavon GmbH. Zum 31. Dezember 2020 weist die Gesellschaft ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 25 auf. Aufgrund der Aufnahme der operativen Tätigkeit in 2021 liegt zum 31. Dezember 2020 kein Jahresergebnis vor.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und Vermögensgegenstände weisen - mit Ausnahme einer Sicherheitshinterlegung in Höhe von 3,3 TEUR - eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr aus.

Aktive latente Steuern

Latente Steuern werden nach dem sogenannten temporary-Konzept insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von immateriellen Vermögensgegenständen (Geschäfts- und Firmenwert), Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen ermittelt.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft in Höhe von EUR 25.000 war am Bilanzstichtag in voller Höhe eingezahlt.

Die Kapitalrücklage enthält Beträge nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Der gemäß § 285 Nr. 28 HGB i.V.m. § 268 Abs. 8 HGB ausschüttungsgesperrte Betrag beträgt 38 TEUR und resultiert aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 80 und unterliegt einer Ausschüttungssperre.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben - mit Ausnahme der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und gegenüber Gesellschaftern - eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen zum 31. Dezember 2020 TEUR 4.000. Davon sind TEUR 1.600 innerhalb eines Jahres fällig.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Raumsicherungsübereignung des Anlagevermögens mit Ausnahme der Mietkaufobjekte und des gesamten Warenlagers gesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betragen TEUR 3.794 und haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Das Rohergebnis enthält unter anderem Erträge aus Anlagenabgängen (TEUR 24), aus der Weiterverrechnung von Personalaufwendungen (TEUR 26) und aus der Weiterverrechnung von Produktionsaufwendungen (TEUR 12).

Ferner sind im Rohergebnis die Kosten für Leiharbeitnehmer in Höhe von TEUR 644 enthalten.

Personalaufwand

In den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 189 enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind u.a. Aufwendungen für Ausgangsfrachten (TEUR 669), Instandhaltung (TEUR 486), Managementumlagen (TEUR 284) sowie Mieten für bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsgüter (TEUR 236) enthalten. Ferner sind in dieser Position Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit dem Erwerbsvorgang (Asset Deal) in Höhe von TEUR 644 enthalten. Diese enthalten u.a. dem Erwerbsvorgang vorgelagerte bzw. nicht direkt zuordenbare Beratungsleistungen.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Diese Position enthält Zinsaufwendungen für Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 171 und Bankdarlehen in Höhe von TEUR 104. Aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen resultieren TEUR 6.

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft hat aus einem am 5. November 2020 eingeräumten Garantieauftrag (Stand-by Letter of Credit) über die Deutsche Bank, Freiburg, an einen Lieferanten in Höhe von derzeit EUR 200.000,00 eine Einstandsverpflichtung insofern, als sie die Erfüllung der Leistungs- und Vertragsverpflichtungen garantiert. Die bestehende Garantie wurde bisher nicht in Anspruch genommen. Die Laufzeit der Garantie endet zum 30. Juni 2021. Von einer Inanspruchnahme wird derzeit nicht ausgegangen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus bestehenden Miet- und Leasingverträgen ergeben sich aus der Bilanz nicht ersichtliche sonstige finanzielle Verpflichtungen in künftigen Geschäftsjahren in Höhe von TEUR 2.113.

Factoring

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag (31.12.) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Volumen von TEUR 1.556 an Factoringgesellschaften verkauft.

Ein Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird über den Factoringvertrag vom 22. Mai 2020 verkauft. Bei diesem Vertrag handelt es sich um offenes Factoring, demnach der Kunde über die Forderungsabtretung an den Factor informiert ist. Ferner handelt es sich um echtes Factoring, bei dem das Ausfallrisiko auf den Käufer übergeht.

Ein weiterer Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird über den Factoringvertrag vom 4. Juni 2020 verkauft. Bei diesem Vertrag handelt es sich um sog. Reverse Factoring, wonach der Kunde und nicht der Verkäufer entscheidet, welche Forderungen an den Factor verkauft werden. Auch in diesem Fall geht das Ausfallrisiko auf den Käufer über (sog. echtes Factoring).

Die Factoringverträge dienen der Verbesserung der Liquiditätssituation der Gesellschaft.

Gesamtbezüge der Unternehmensorgane

Auf die Darstellung für die Tätigkeit im Rumpfgeschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird unter Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB abgesehen.

Mitglieder der Unternehmensorgane

Die Geschäftsführung erfolgt durch Herrn Rainer Anton Gsell.

Beirat

Gemäß Beschluss der Gesellschafter vom 30. April 2020 hat die Gesellschaft einen Beirat. Diesem gehören an:

Thomas Krüger (Vorsitzender), Dipl. -Betriebswirt (BA)

Ulrich Clemm, Assessor

Ronald Focken, Vorstand

Florian Jung, Geschäftsführender Gesellschafter

Die Beiräte erhalten eine Aufwandsentschädigung von TEUR 1,5 je Sitzung. Die Aufwandsentschädigung je Beirat ist auf TEUR 6 p.a. gedeckelt.

Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten

Im Rumpfgeschäftsjahr waren durchschnittlich ein leitender Angestellter, 48 Angestellte und 121 gewerbliche Arbeitnehmer beschäftigt.

Nachtragsbericht

Abgesehen von der Corona-Thematik, zu welcher im Lagebericht Stellung genommen wird, liegen keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Rumpfgeschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, vor.

Ergebnisverwendung

Das Rumpfgeschäftsjahr 2020 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von EUR 81.127,27 ab. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss 2020 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Heitersheim, 15. März 2021

Kappus GmbH

Rainer Anton Gsell, Geschäftsführer

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 wurde von der Gesellschafterversammlung am 28. Juli 2021 festgestellt.

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 23.1.2020
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Stand am 31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 407.612,40 0,00 10.000,00 417.612,40
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 700.000,00 0,00 0,00 700.000,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 10.000,00 0,00 -10.000,00 0,00
0,00 1.117.612,40 0,00 0,00 1.117.612,40
II. Sachanlagen
Technische Anlagen und Maschinen 0,00 2.109.541,85 13.806,38 2.142,59 2.097.878,06
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 290.892,41 6.070,68 6.070,68 290.892,41
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 886.073,50 0,00 -8.213,27 877.860,23
0,00 3.286.507,76 19.877,06 0,00 3.266.630,70
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 27.500,00 0,00 0,00 27.500,00
0,00 4.431.620,16 19.877,06 0,00 4.411.743,10
Abschreibungen
Stand am 23.1.2020
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 34.936,40 0,00 34.936,40
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 17.500,00 0,00 17.500,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 52.436,40 0,00 52.436,40
II. Sachanlagen
Technische Anlagen und Maschinen 0,00 204.479,85 633,79 203.846,06
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 37.835,96 854,55 36.981,41
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 242.315,81 1.488,34 240.827,47
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 294.752,21 1.488,34 293.263,87
Buchwerte
Stand am 31.12.2020
EUR
Stand am 23.01.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 382.676,00 0,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 682.500,00 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
1.065.176,00 0,00
II. Sachanlagen
Technische Anlagen und Maschinen 1.894.032,00 0,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 253.911,00 0,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 877.860,23 0,00
3.025.803,23 0,00
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 27.500,00 0,00
4.118.479,23 0,00

Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers bezieht sich auf den Jahresabschluss in der aufgestellten Form. Die Offenlegung erfolgt in verkürzter Form gemäß §§ 325 ff. HGB.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Kappus GmbH, Heitersheim:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Kappus GmbH, Heitersheim, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 23. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Kappus GmbH, Heitersheim, für das Rumpfgeschäftsjahr vom 23. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Rumpfgeschäftsjahr vom 23. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 15. März 2021

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Künkele, Wirtschaftsprüfer

gez. Kiesel, Wirtschaftsprüfer

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