Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 2446
Vorher
Zellstoff Stendal GmbH
Eingetragen
29.10.1996
Branche
Erbringung von Dienstleistungen für Forstwirtschaft und HolzeinschlagHerstellung von Holz- und ZellstoffGroßhandel mit Roh- und Schnittholz
Gegenstand
Planung, Errichtung und Betrieb einer Sulfat-Zellstoffanlage einschließlich der dazu erforderlichen Einsatzstoffbeschaffung, Vermarktung des produzierten Zellstoffs und der gewonnenen Nebenprodukte sowie der Einsatzstoffe; Erbringung von Dienstleistungen aller Art, insbesondere im Bereich Holzein- und -verkauf, Transportund Logistikdienstleistungen und technischer Beratungsdienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Martin Dr. Zenker
seit 5.6.2019
Prokura
Daniel Elies
seit 9.11.2018
Prokura
André Listemann
seit 29.11.2012
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Stendal Pulp Holding GmbH
Germany
41.408.018 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mercer Stendal GmbH

Arneburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemein

Die Mercer Stendal GmbH, Arneburg (im Folgenden kurz "MS"), gehört zum internationalen Konzern der Mercer International Inc., Seattle, Washington / USA. Außerdem betreibt Mercer International Inc., Seattle/USA, die Mercer Rosenthal GmbH (MR) in Rosenthal am Rennsteig/Thüringen, und ist damit der einzige Kraftzellstoffproduzent in Deutschland, dem größten Zellstoffimportmarkt in Europa. Weitere Zellstoffwerke des Mercer-Konzerns befinden sich in den kanadischen Provinzen British Columbia und Alberta. Daneben betreibt der Mercer-Konzern zwei Sägewerke in Deutschland sowie Holzverarbeitungswerke in den USA und Kanada.

Im Januar 2020 wurde die Mercer Timber Products Stendal GmbH, Arneburg (MTPS), gegründet. Die MTPS ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der MS. Gegenstand der Gesellschaft ist die Errichtung eines Sägewerkes am Standort Arneburg und die industrielle Be- und Verarbeitung von Holz, der Handel mit Rund- und Schnittholz sowie Holzabfallprodukten.

Das im Jahr 2004 in Betrieb genommene Zellstoffwerk bei Stendal verfügt aktuell über eine technisch mögliche Produktionskapazität von 740.000 Tonnen Kraftzellstoff. Das Faserholz, Basis für die Herstellung von Kraftzellstoff, Biochemikalien und Bioenergie, wird hauptsächlich aus heimischen Wäldern bezogen. Jährlich werden ca. 3,4 Mio. Festmeter Holz benötigt. Dieser Holzbedarf wird zu rund 70% aus Rundholz und zu rund 30% aus Hackschnitzeln gedeckt. Für die Bereitstellung des Holzes ist die Mercer Holz GmbH, Rosenthal am Rennsteig (MH), verantwortlich, eine 100%ige Tochtergesellschaft der Mercer Europe GmbH, Rosenthal am Rennsteig (ME). Die logistische Abwicklung der Zellstoffauslieferung obliegt der Mercer Stendal Logistik GmbH, Arneburg (ML), eine 100%ige Tochtergesellschaft der MS. Der Zellstoff der MS wird unter dem Markennamen MERCER PULP verkauft.

Zusätzlich zur Zellstoffproduktion gewinnt die MS aus dem Rohstoff Holz auch Nebenprodukte wie Tallöl und Terpentin, die entsprechend vermarktet werden.

Die MS betreibt das größte Biomassekraftwerk Deutschlands (laut Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur mit Stand 17. November 2023), welches Strom im Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren erzeugt. Ungefähr 50% des aus Biomasse erzeugten Stroms werden in das öffentliche Netz eingespeist.

B. Markt- und Wettbewerbsumfeld

Der Zellstoffmarkt im Jahr 2023 war von erheblichen Herausforderungen geprägt, insbesondere durch eine signifikante Eintrübung im europäischen Papiermarkt. Am stärksten betroffen war die Produktion von grafischen Papieren, in Europa verzeichnete diese im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von etwa 29%. Die Gründe für diesen Rückgang waren vielfältig. Hohe Lagerbestände aus dem Vorjahr, eine schwache konjunkturelle Entwicklung und der weiter wachsende Trend zur Nutzung digitaler Medien sind hier zu nennen.

Die Nachfrage nach Langfaserzellstoff war demgemäß in 2023 in Europa deutlich rückläufig, eine Entwicklung, die im Laufe des Jahres allerdings durch eine stärkere Nachfrage aus China mehr als wettgemacht werden konnte. So sank die Nachfrage in Europa etwa um 17%, stieg aber in Asien um 25%. Global wuchs die Nachfrage in diesem Zeitraum um 3,5%.

Insbesondere in der ersten Jahreshälfte gingen die Zellstoffpreise in allen Märkten zurück, eine Erholung setzte in Asien ab dem Anfang und in Europa ab dem Ende des dritten Quartals ein.

Der Rückgang der Zellstoffpreise bei gleichzeitig steigenden Kosten insbesondere in Skandinavien und Nordamerika hatte eine ungewöhnlich hohe Anzahl an temporären Abstellmaßnahmen von Zellstoffwerken zur Folge, aber auch finale Schließungen von Produktionsanlagen. In Folge dieser Kapazitätskürzungen sanken die globalen Zellstoffbestände bei gleichzeitig anziehender Nachfrage.

MS war aufgrund seiner guten Positionierung im asiatischen Markt in der Lage, den ausbleibenden Bedarf aus Europa in Asien abzusetzen und konnte somit die volle Produktionskapazität verkaufen.

Zum Ende des Jahres befindet sich der Markt wieder in einer robusten Verfassung mit ersten Anzeichen einer Erholung der europäischen Papiernachfrage und einem konsolidierten Wettbewerbsumfeld in Folge der Schließung nicht wettbewerbsfähiger Zellstoffwerke.

Unter Berücksichtigung der Produktionssituation im Jahr 2023, reflektieren die Verkaufszahlen der MS des Jahres 2023 die oben erläuterten Marktbedingungen.

C. Entwicklung und Lage der MS

Im Verlaufe des Berichtsjahres 2023 haben sich die Einschränkungen, resultierend aus dem Großbrand vom Juli 2022 im Werk Arneburg, aufgrund von getroffenen operativen Maßnahmen verringert. Weiter anhaltend gewesen sind dagegen die wirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund der Verwerfungen an den Energiemärkten, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine und dessen Folgen. Hohe direkte Kosten aus Energiekäufen, vornehmlich aus hohen Erdgaspreisen, aber auch indirekte Ableitungen wie gestiegene Holzpreise haben das Ergebnis in 2023 belastet.

Trotz einer im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Zellstoffproduktion (+ 19%) haben sich die Umsatzerlöse, vornehmlich wegen stark fallenden Zellstoffpreisen am Weltmarkt aber auch wegen durchschnittlich geringerer Strompreise, in Summe um fast 13% vermindert. Somit trat die Prognose nicht ein, dass die Umsatzerlöse in 2023 leicht steigen werden. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen, wie eine allgemein schwächelnde Konjunktur, hohe Unsicherheiten aus Energiepreisen und regulatorischen Veränderungen bei anhaltend hohen Holz- und Rohstoffpreisen, wird die Geschäftsentwicklung der MS als noch zufriedenstellend angesehen.

Im Berichtsjahr ist MS nach dem Großbrand im Vorjahr wieder auf den normalen Pfad der Produktionstätigkeit zurückgekehrt. Mit der vollständigen Inbetriebnahme der letzten verbliebenen Teile der Erweiterungsinvestition zum Projekt Stendal 740 konnte MS in 2023 erstmals mehr als 700.000t Zellstoff produzieren und machte damit weitere Fortschritte in der langfristigen Strategie der ständigen Optimierung der Anlageneffizienz. Die damit im Vergleich zum Wettbewerb günstigen Stückkosten bei Zellstoff als auch der hohe Grad an Energieeffizienz werden als Grund für die verhältnismäßig günstige Lage im für die Branche eigentlich kritischen Jahr 2023 gesehen.

Im Berichtsjahr ist mit Bio-Methanol, ein weiteres Nebenprodukt hinzugekommen. Insgesamt wurden Nebenprodukte wie Tallöl im Berichtsjahr in einem durchschnittlichen Maß produziert und verkauft.

Auf weiterhin hohem Niveau, nur mit geringen Abschlägen versehen, entwickelten sich die Preise für den Hauptrohstoff Holz im Berichtsjahr. Die Rückgänge hier, wie auch die bei den Chemikalienkosten als nächst wichtigem Kostenfaktor, blieben in Summe hinter den Rückgängen auf der Verkaufsseite zurück und konnten diese damit nicht kompensieren. Insgesamt nahmen die Materialaufwendungen dennoch um 11,5% im Vergleich zum Vorjahr zu, was im Wesentlichen auf den Anstieg der Produktionsmenge zurückzuführen ist.

Das verkürzte Arbeitszeitmodell (35 Wochenstunden ohne Lohnausgleich im Vergleich zum Standard des Tarifvertrages der Papier- und Zellstoffindustrie von 38 Wochenstunden) wurde in 2023 weitergeführt. Im Oktober 2018 wurde ein firmenbezogener Verbandstarifvertrag mit der Gewerkschaft IG BCE abgeschlossen, der die verkürzte Arbeitszeit fortschreibt und neben den bereits geltenden Punkten des Flächentarifvertrages die Anwendung des Tarifvertrages Altersteilzeit und Demographie umfasst. Der verbandsbezogene Firmentarifvertrag trat am 01. Januar 2019 in Kraft und kann von jeder der Parteien mit halbjährlicher Frist zum Jahresende gekündigt werden. Im Jahr 2024 steht die Einführung des neuen Bundesentgeltrahmentarifvertrages an.

Im Ergebnis ist das operative EBITDA im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr von EUR 224,3 Mio. auf EUR 94,5 Mio. gesunken und bewegte sich damit unterhalb des langjährigen Durchschnitts der letzten Geschäftsjahre.

Der im Vorjahr prognostizierte stärkere Rückgang des EBITDA ist somit eingetreten.

1. Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 178,2 Mio. auf EUR 552,9 Mio. reduziert. Auf der Aktivseite nahm das Anlagevermögen um EUR 32,0 Mio. ab, da die planmäßigen Abschreibungen (EUR 42,2 Mio.) höher als die Zugänge zum Anlagevermögen (EUR 17,7 Mio.) ausfallen. Darin ist auch der Abgang aus Finanzanlagen in Höhe von EUR 7,4 Mio. enthalten, der aus dem Verkauf der Anteile der MS an der MH resultiert. Innerhalb des kurzfristig gebundenen Vermögens reduzierte sich das Vorratsvermögen um EUR 5,1 Mio., da insbesondere die Holzbestände, die als Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe bilanziert sind, preis- und mengenbedingt gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Mio. gesunken sind. Dagegen erhöhte sich der Bestand an Fertigerzeugnissen um EUR 4,2 Mio. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind stichtagsbedingt um EUR 0,3 Mio. gestiegen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich auf EUR 14,2 Mio. (Vorjahr: EUR 162,8 Mio.). Einerseits wurde ein im Jahr 2022 ausgereichtes Darlehen an die ME von EUR 90 Mio. vollständig zurückgezahlt und andererseits wurden verstärkt flüssige Mittel von EUR 67,4 Mio. aus dem bestehenden Cash-Pooling-Vertrag mit verbundenen Unternehmen entnommen, um insbesondere die Verbindlichkeit aus der Ergebnisabführung des Vorjahres an die Gesellschafterin zu begleichen. Die flüssigen Mittel sind auf EUR 28,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,2 Mio.) angestiegen. Die sonstigen Vermögensstände reduzierten sich auf EUR 6,2 Mio. (Vorjahr: EUR 26,7 Mio.). Mit dem ab dem 1. Januar 2022 geltenden Ergebnisabführungsvertrag trat die MS in eine Organschaft mit dem Organträger ME ein. Im Vorjahr wurden daraufhin sonstige Forderungen gegenüber dem Finanzamt und der Kommune bilanziert, welche im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 mit bestehenden Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführung verrechnet wurden.

Auf der Passivseite ist das bilanzielle Eigenkapital durch die Abführung des Gewinns an die ME auch in 2023 unverändert geblieben. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich deutlich auf 75,6% (Vorjahr: 57,2%). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind von EUR 250,5 Mio. auf EUR 97,0 Mio. gesunken. Im Wesentlichen ist die Begleichung der Verbindlichkeit aus der Gewinnabführung des Vorjahres für den Rückgang verantwortlich. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind auch € 55,0 Mio. aus der Gewinnabführung für das laufende Geschäftsjahr enthalten. Die Rückstellungen sind insgesamt auf EUR 8,5 Mio. (Vorjahr: EUR 21,3 Mio.) gefallen, was im Wesentlichen auf höhere Rückstellungen auf ausstehende Rechnungen in 2022 zurückzuführen war.

2. Finanzlage/Liquidität

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit reduzierte sich auf EUR 17,7 Mio. (Vorjahr: EUR 27,8 Mio.). Der Mittelabfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 113,2 Mio. (Vorjahr Mittelzufluss von EUR 165,7 Mio.) ist im Wesentlichen auf die Abnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern zurückzuführen. Im Gegensatz zum Vorjahr führte eine Rückzahlung eines ausgereichten Darlehens an den Gesellschafter in Höhe von EUR 90,0 Mio. zu einem Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit von EUR 158,6 Mio. (Vorjahr Mittelabfluss von EUR 237,9 Mio.). Die im Mercer-internen Cashpool geparkten Mittel von EUR 67,4 Mio. wurden dem Finanzmittelfonds 1 wieder zugeführt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 erhöhte sich der Finanzmittelfonds1, der sich wie im Vorjahr aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten ("flüssige Mittel") zusammensetzt, auf EUR 28,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,2 Mio.).

Der seit dem 1. März 2019 bestehende Cash-Pooling-Vertrag innerhalb der Mercer-Gruppe in Deutschland hatte im Geschäftsjahr 2023 weiterhin Bestand. Dadurch konnte der Liquiditätsbedarf innerhalb der Gruppe jederzeit kurzfristig und in vorhersehbarer Weise gedeckt werden. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus dem Cash-Pooling-Vertrag wurden auf EUR 3,5 Mio. (Vorjahr: EUR 70,9 Mio.) reduziert.

Seit September 2022 besteht eine gemeinsame Kreditlinie "Revolving Facility" in Höhe von EUR 300,0 Mio. Mit der Vereinbarung vom 22. März 2023 und gemäß "Increase Certificate" vom 18. September 2023 wurde die Kreditlinie auf insgesamt EUR 370,1 Mio. erhöht. Die Gesellschaften MS, MR, ML, MTPS, MH, ME, Mercer Torgau GmbH Co. KG, Torgau (MT), sowie Mercer Timber Products GmbH, Saalburg-Ebersdorf (MTP), haften gesamtschuldnerisch. Der Kreis der Kreditnehmer erweiterte sich in 2023 um MT. Die zusätzliche Kreditlinie wurde auf die vorhandenen Parteien des Bankenkonsortiums aufgeteilt. MS kann je nach Inanspruchnahme der anderen Gesellschaften auf bis zu 100% der Kreditlinie verfügen.

Unter dem vorgenannten Vertrag stehen den Kreditnehmern Ancillary Facilities in Höhe von maximal EUR 50,0 Mio. in Anrechnung auf die "Revolving Facilitiy" Gesamtlinie zur wahlweisen Ausnutzung als Kontokorrent bzw. Avalkredit zur Verfügung. Die MS hat die Gesamtlinie zum Bilanzstichtag lediglich im Rahmen eines Avalkredits von EUR 0,1 Mio. in Anspruch genommen.

Die Zahlungsfähigkeit der MS war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Alle Zahlungen konnten fristgerecht und unter Ausnutzung von Skonto ausgeführt werden.

3. Ertragslage

Aufgrund der gefallenen Zellstoffpreise in 2023, die unter den prognostizierten Preisen lagen, gingen die Umsatzerlöse um 12,9% auf EUR 548,7 Mio. (Vorjahr: EUR 629,8 Mio.) moderat zurück. Der prognostizierte leichte Anstieg der Umsatzerlöse ist damit nicht eingetreten. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wiesen zum Jahresende eine Bestandserhöhung von EUR 3,9 Mio. (Vorjahr: EUR 3,8 Mio.) aus. Die Materialaufwendungen stiegen im Wesentlichen mengenbedingt um 11,5% auf EUR 402,1 Mio. (Vorjahr: EUR 360,7 Mio.). Der Rückgang der Rohstoffpreise konnte den im Vergleich noch stärker gefallenen Zellstoffpreis nicht kompensieren.

Die Personalaufwendungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um EUR 0,2 Mio. auf EUR 30,0 Mio. Während die Abschreibungen nur moderat stiegen, erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um EUR 4,4 Mio. und die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um EUR 3,1 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Dies resultiert einerseits aus den geringeren Erträgen aus der Währungsumrechnung von EUR 2,4 Mio. (Vorjahr: EUR 18,7 Mio.). Andererseits wurden im Geschäftsjahr 2023 höhere Erträge aus Schadensersatzleistungen aus der Versicherung des Brandschadens von EUR 27,5 Mio. (Vorjahr: EUR 16,5 Mio.) vereinnahmt.

Das Finanzergebnis von EUR -53,0 Mio. (Vorjahr: EUR -209,1 Mio.) wird im Berichtsjahr durch die Gewinnabführung der MS von EUR 55,0 Mio. beeinflusst. Das Finanzergebnis setzt sich weiterhin aus Zinserträgen, Erträgen aus Gewinnübernahmen und Zinsaufwendungen bereinigt um Zinsen aus Steuern sowie um Aufwendungen aus der Gewinnabführung zusammen. Darüber hinaus reduzierten sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf EUR -1,7 Mio. (Vorjahr: EUR 27,3 Mio.). Der negative Steueraufwand ist wie im Vorjahr auf eine Steuererstattung zurückzuführen.

4. Umsatz- und Auftragsentwicklung

Die Absatzmenge erreichte einen neuen Rekordwert von 690.129 Tonnen (Vorjahr: 607.200 Tonnen) und profitierte direkt von der stark gesteigerten Produktion. Die Umsatzerlöse durch den Verkauf von Marktzellstoff nach Erlösschmälerungen reduzierten sich trotzdem preisbedingt gegenüber dem Vorjahr von EUR 484,4 Mio. auf EUR 456,3 Mio. Es kam während des Geschäftsjahres 2023 zu keinen Forderungsausfällen.

Im Gleichklang mit der Produktion wurden mit 544,8 Gigawattstunden (GWh) deutlich mehr Überschussstrom verkauft als noch im Vorjahr (450,4 GWh). Die Einspeisung von Überschussstrom erreichte ebenfalls einen Rekordwert. Trotzdem sanken die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Überschussstrom von EUR 104,2 Mio. im Vorjahr auf EUR 51,6 Mio. deutlich. Die im Vorjahr stark gestiegenen Marktpreise für Strom - infolge des Ukraine-Krieges - normalisierten sich wieder und sanken sogar unter das Vorkriegsniveau in 2022.

Seit 2009 findet die Erzeugung von Überschussstrom der MS als größtes Biomassekraftwerk in Deutschland seine Anerkennung unter dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Weiterhin wurden Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Biochemikalien von EUR 21,5 Mio. (Vorjahr: EUR 10,9 Mio.) erzielt. Die Erhöhung ist insbesondere auf eine höhere Produktion zurückzuführen, welche durch einen Rückgang an abgelagertem Kalamitätsholz begünstigt wurde.

Die sonstigen Umsatzerlöse sanken auf EUR 19,3 Mio. (Vorjahr: EUR 30,2 Mio.).

5. Produktion

Im Geschäftsjahr 2023 wurde mit 703.777 Tonnen das Vorjahresniveau mit 592.682 Tonnen Zellstoff deutlich übertroffen und somit ein neuer Rekordwert in der Produktion erreicht. Die Zellstoffherstellung erfolgte an 364 Tagen (Vorjahr: 323 Tage). In 2023 wurden nur kleinere geplante Stillstände durchgeführt, eine Generalrevision wie in den Jahren 2021 und 2022 fand nicht statt. Der nächste längere geplante Stillstand erfolgt turnusgemäß wieder im Juni 2024.

Die durchschnittliche Tagesproduktion lag mit 1.933 Tonnen deutlich über dem Vorjahr mit 1.835 Tonnen. Die Mehrproduktion ist einerseits auf die geringen Stillstandszeiten und andererseits auf die deutlich erhöhte Kapazität der Zellstofffabrik 2023 zurückzuführen. Erstmals zeigten die Investitionen der Vorjahre in die technischen Anlagen des Werkes ihre Wirkung. Trotz des erreichten Rekordwerts verhinderte der Wiederaufbau der beim Brandschaden vom 1. Juli 2022 beschädigten Förderbandanlagen bei laufender Produktion, dass die volle Kapazität von ca. 740.000 Tonnen erreicht werden konnte. Unberührt von den Herausforderungen in der Produktion wurde stets größter Wert auf die hohen Qualitätsvorgaben des produzierten Zellstoffes und die Einhaltung aller umweltrelevanten Vorgaben gelegt.

6. Beschaffung

Zur Herstellung von Zellstoff wird in der MS hauptsächlich (ca. 75%) Nadelindustrieholz benötigt, das als Produkt beim Holzeinschlag oder bei der Durchforstung des Waldes anfällt. Die restlichen 25% des Rohstoffbedarfs der MS werden durch Hackschnitzel aus Sägewerken abgedeckt. Ungefähr 30% des gesamten Verbrauchs in Deutschland entfallen auf die Holzwerkstoff- sowie die Papier- und Zellstoffindustrie.

Demgegenüber ist der Anteil für die energetische Nutzung des Rohstoffes Holz seit den 1990er Jahren gestiegen, was zu einem Wettbewerb zwischen stofflicher und energetischer Nutzung geführt hat.

Die Holzbeschaffung der MS sowie die Holzlogistik zum Werk wird ausschließlich über die MH abgewickelt. Die Beschaffung ist entsprechend dem Verbrauch so aufgestellt, dass Schwankungen im Rohstoffangebot ausgeglichen werden können. Für die Transporte stehen langfristig angemietete Waggons dauerhaft zur Verfügung, die in Ganzzügen gekoppelt bundesweit über 100 Verladestationen bedienen. Weiterhin kauft die MH europaweit ein. Ein wichtiger Logistikstrom wird dabei über den Hafen in Rostock organisiert, wo Holz über die Ostsee per Schiff angeliefert wird. Durch die sehr trockenen Sommer der vergangenen Jahre war der inländische Anfall von Nadelkalamitätsholz so hoch, dass die Mengen über die Ostsee im Jahr 2023 weiterhin auf einem deutlich reduzierten Niveau eingekauft wurden. Die MS und die MH sind nach den beiden in Deutschland führenden Zertifizierungssystemen für nachhaltige Waldbewirtschaftung PEFC (Program for Endorsement of Forest Certification Schemes) und FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert.

7. Investitionen

Im Jahr 2023 gingen die Zugänge in das Sachanlagevermögen von EUR 27,9 Mio. auf EUR 17,7 Mio. zurück. Schwerpunktmäßig wurde im zurückliegenden Geschäftsjahr in den Wiederaufbau der beim Brand in 2022 beschädigten Förderbandanlagen mit EUR 9,5 Mio. investiert. Im nächsten Jahr werden diese Investitionen insbesondere in eine neue Sprinkler- und Brandmeldeanlage abgeschlossen.

Die restlichen Investitionen wurden vorwiegend in die Optimierung oder den Neubau von technischen Anlagen aufgewendet. So wurde unter anderem ein neu errichteter Weißlaugenbehälter in Betrieb genommen.

8. Personal- und Sozialbereich

In der MS waren im Berichtszeitraum durchschnittlich 456 (Vorjahr 451) Mitarbeiter beschäftigt. Die Personalkosten in 2023 betragen 30,0 Mio. (Vorjahr: EUR 29,8 Mio.).

In den letzten Gehaltstarifverhandlungen des Jahres 2022 zwischen der IG BCE und den Arbeitgeberverbänden ergaben sich folgende Ergebnisse: Die Entgelte werden ab dem 1. Januar 2023 um einen Festbetrag von 150 EUR brutto und ab dem 1. April 2024 um zusätzliche 50 EUR brutto erhöht. Da MS eine abweichende tarifliche Arbeitszeit von 35 statt 38 Stunden in der Woche hat, reduziert sich der Betrag auf 138,16 EUR für vollbeschäftigte Mitarbeiter und bei den teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern entsprechend zeitanteilig. Die Ausbildungsvergütungen steigen um 75 EUR brutto, sowie ab dem 1. April 2024 um weitere 50 EUR brutto. Diese geben wir aus Kulanzgründen zu 100% weiter.

Des Weiteren einigten sich die Tarifvertragsparteien auf die Anhebung der Durchfahrzulage auf 7,5%. Für Auszubildende wurden 1.200 EUR zur Abmilderung der gestiegenen Verbraucherpreise vereinbart. Diese wurde mit der Abrechnung Dezember 2022 ausgezahlt. Dieser Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2024.

Zum 1. September 2024 ist die Ablösung der bisherigen Kaufmännischen und Lohntarife durch einen bundeseinheitlichen Tarifvertrag (BETV) zwischen den Tarifpartnern vereinbart.

Die in den Vorjahren als Reaktion auf die demographische Entwicklung aufgenommenen Aktivitäten zum Ausbildungsmarketing wurden fortgeführt. Hierzu gehörten, neben den weitergeführten Veranstaltungen mit den Schülern der Sekundarschulen in der Region, Messeauftritte bei Ausbildungsmessen in Stendal und Magdeburg, Informationsabende für Eltern und Schüler in den Schulen, von denen ein großer Anteil digital durchgeführt wurde.

Mit einer Reihe von Universitäten und Fachhochschulen wurde weiterhin eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Angeboten von Praktika und der Betreuung von Abschlussarbeiten sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich durchgeführt.

Für das 2023 beginnende Ausbildungsjahr wurden acht neue Auszubildende bedarfsgerecht in den Berufen Chemikant, Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik und Mechatroniker eingestellt. Des Weiteren erfolgte die Übernahme eines Auszubildenden zum Mechatroniker im zweiten Lehrjahr, der seine Ausbildung in seinem vorherigen Ausbildungsbetrieb nicht weiterführen konnte.

D. Chancen und Risiken der künftigen Geschäftsentwicklung

Die künftige Geschäftsentwicklung der MS unterliegt vielfältigen Chancen und Risiken, die die Ertrags- und Finanzlage beeinflussen können. Die Geschäftsleitung beurteilt und beobachtet die Risiken kontinuierlich anhand des integrierten Managementsystems (IMS). Dies beinhaltet ein internes Kontrollsystem in Verbindung mit Sarbanes-Oxley Act (SOX), ein Qualitäts- und Umweltmanagement (QMS, UMS), ein Energiemanagement (EnMS), ein Sicherheitsmanagement inklusive Arbeitssicherheit, ein Compliance-Managementsystem (CMS) und ein Risikomanagementsystem (RMS). Im Bedarfsfall leitet sie geeignete Maßnahmen ein, um die Risiken im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen auf die Ertrags- und Finanzlage einerseits und die Wahrscheinlichkeit ihres Eintrittes andererseits zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen.

Es bestehen im Wesentlichen Chancen und Risiken der folgenden Art:

Konjunktur

 

Die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft sowie der regionalen Märkte beeinflussen die allgemeine Investitionstätigkeit und damit die relevanten Absatz- und Beschaffungsmärkte. Ein schlechteres konjunkturelles Umfeld in diesen Märkten reduziert das Volumen - im Hinblick auf Menge und Preis. Insbesondere die Nachfrage nach Papier ist in besonderem Maße von der globalen wie auch regionalen Konjunkturentwicklung abhängig. Etwas konjunkturunabhängiger stellt sich der Tissue- und Hygienepapierbereich dar. Andererseits könnte ein besseres konjunkturelles Umfeld in diesen Märkten auch Chancen für die Gesellschaft eröffnen.

Beschaffung

 

Auf der Beschaffungsseite bestehen für den wesentlichen Rohstoff Holz hinsichtlich Verfügbarkeit und Preis nach wie vor Risiken, die sich aus energiepolitischen Entscheidungen sowie aus Marktveränderungen anderer Holzverbraucher ergeben können sowie der Wettbewerb zwischen stofflicher und energetischer Nutzung. Hinzugekommen sind zunehmende Risiken aus politischen Konflikten (Bsp. Ukraine Krieg) in ihren Auswirkungen auf verschiedene Beschaffungsmärkte. Verfügbarkeiten von Energien oder Materialien sind möglicherweise stark eingeschränkt. Chancen ergeben sich aus evtl. kurzfristig verfügbaren Zusatzmengen von Holz aufgrund von Ereignissen wie Trockenheit, Stürme oder Käferbefall mit entsprechenden preisdämpfenden Auswirkungen. Aktuell hinzugekommen (aufgrund der Situation in der Ukraine und Russland) sind die enorm gestiegenen Risiken aus der Verfügbarkeit von Energie, vor allem Gas und Heizöl, welche wichtig für den Betrieb der Produktionsanlagen sind. Preisliche Risiken bestehen auf einem Niveau, das droht, längerfristig die Kosten der Energieversorgung hoch zu halten und damit die finanzielle Lage negativ zu beeinflussen.

Produktion

 

Die Anpassung der Ausbringungsmenge einer modernen Zellstoffproduktionsanlage ist nur in begrenztem Umfang möglich, da eine Unterauslastung der Anlagen zeitnah sowohl zu Ungleichgewichten in den chemischen Kreislaufprozessen als auch zum Verlassen der produktionskostenoptimalen Auslastungsraten der Anlage führt. Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung wirken nur mit einem Zeitverzug und führen zu zusätzlichen Kosten.

Wettbewerb

 

Die MS tritt mit ihren Produkten in regionalen und überregionalen Märkten unterschiedlicher Angebots- und Nachfragestrukturen auf. In diesen Märkten konkurriert eine Anzahl anderer Unternehmen mit ähnlichen standardisierten Produkten.

 

Für die Wettbewerbsfähigkeit ist der Preis ausschlaggebend. Die Positionierung der MS kann sich aufgrund von Änderungen der Marktbedingungen verschieben. Risiken bestehen hier grundsätzlich im Wege der Wettbewerbsverschärfung durch zusätzlich entstehende Produktionskapazitäten. Umgekehrt bieten sich Chancen durch Umbau von bestehenden Produktionsanlagen auf andere Produkte als Langfaserzellstoff.

 

Es ist der MS seit Markteinführung ihres Zellstoffs gelungen, auf dem deutschen Markt kontinuierlich größere Marktanteile zu sichern. Dies ist von großer Bedeutung, da Deutschland einer der größten Importmärkte der Welt für Zellstoff ist.

 

International spielt der asiatische Markt (vornehmlich China) eine immer größer werdende Rolle. Der Wettbewerbsgrad hier ist hoch, da sich nahezu alle Anbieter von Zellstoff auf diesem Markt treffen. Insgesamt bietet der asiatische Markt durch die Größe, die hohe Nachfrage sowie bestehende Wachstumsaussichten eine Chance für die Gesellschaft.

Lieferketten

 

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die weltweiten Lieferketten haben gezeigt, dass Einschränkungen in Transportwegen, Nichtverfügbarkeiten von Gütern oder Dienstleistungen rasch zu signifikanten Einschränkungen in der Produktionstätigkeit oder der Abnahme der hergestellten Produkte führen kann. Gleiche Auswirkungen können auch politische Entwicklungen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen in bestimmten Teilen der Welt haben.

Operative Risiken

 

Die Komplexität der Zellstofferzeugung als chemischer Kreislaufprozess auf Basis variabler natürlicher Rohstoffe bedingt operative Risiken. Störungen einzelner Komponenten können den Gesamtprozess negativ beeinflussen und damit zu einer Verfehlung der ursprünglich kalkulierten Produktionsmengen und -kosten führen. Auch Änderungen an den Produktionsanlagen bergen technologische Risiken, da dies in ungünstigen Fällen zu Problemen an anderen Stellen der komplexen Gesamtprozesse kommen kann.

 

Das relativ geringe Alter der Produktionsanlage, errichtet nach dem neuesten Stand der Technik, ermöglicht eine effiziente Herstellung von Zellstoff. Es ist aber nicht auszuschließen, dass unvorhergesehene technische Störungen die Produktion und die Kosten negativ beeinflussen.

Umwelt

 

Die Gewinnung von Zellstoff, Bioenergie, Rohtallöl und Terpentin aus Holz bei der MS unterliegt strengen und im Sinne der europäischen Harmonisierung weiter steigenden Anforderungen an die Begrenzung der luftgetragenen Schadstoffemissionen sowie hinsichtlich der Ableitung von Abwasserschadstoffen in die Elbe. Die Einhaltung der mit den umweltrechtlichen Genehmigungen behördlich vorgegebenen Grenzwerte wird von der MS im Rahmen der Eigenüberwachung, aber auch durch die Überwachungsbehörden lückenlos und kontinuierlich online überwacht.

 

Neben den ständig wachsenden regulatorischen Anforderungen bestehen Risiken im Umweltbereich auch aufgrund der Klimaveränderungen, die zu Engpässen bei der Versorgung mit Frischwasser oder auch Holz führen können. Chancen ergeben sich ebenfalls aus Klimaveränderungen. So können Trockenzeiten kurzfristig zu einem Anstieg des auf dem Markt verfügbaren Rohstoffes Holz in den für die Zellstoffproduktion genutzten Sortimenten führen.

Personal

 

Den deutlich spürbaren Auswirkungen des demographischen Wandels werden auch zukünftig Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Unternehmens für Mitarbeiter und Bewerber entgegengesetzt. Der Ausbau des Personalmarketings bleibt deshalb ein Schwerpunkt der Personalpolitik des Unternehmens. Zum Ausbau der Qualifikation der Mitarbeiter wurde ein umfangreiches Weiterbildungsangebot erstellt. Zur Förderung der Nachwuchsführungskräfte wird auf Mercer-Ebene ein entsprechendes Programm umgesetzt, ergänzt durch lokale Maßnahmen. Die Berufsausbildung wird weiterhin auf hohem Niveau betrieben.

Währungsrisiko

 

Da die bestimmende Währung der relevanten Märkte der USD ist, Preise des Produktes im Export aber auch auf den nationalen und europäischen Märkten in Fremdwährung quotiert werden, besteht für das Unternehmen ein fortgesetztes, operatives Erlösrisiko in Form der Schwankungen des Währungswechselkurses. Die gesamten Erlöse der MS sind zumindest indirekt in USD quotiert, wohingegen sämtliche Produktionskosten in Euro anfallen.

Regulatorische Risiken

 

Aufgrund der zunehmenden Aktivitäten durch nationale und/oder europäische Regularien im Zusammenhang mit klima- oder energiepolitischen Maßnahmen steigt das Risiko, durch einzelne dieser Maßnahmen eine Einschränkung in den wirtschaftlichen Aktivitäten zu erfahren. Dies kann die Möglichkeit zur Beschaffung notwendiger Rohstoffe, über die mögliche Einschränkung der Produktion bis hin zur Belegung von Produkten (auch Nebenprodukten) mit Steuern und Abgaben beinhalten. Ganze Märkte können in ihrer Funktion beeinflusst und verändert werden. Auch kurzfristig anfallende Sonderabgaben wie die sog. Übergewinnsteuer stellen finanzielle Belastungen dar.

IT-Risiken und Cybersicherheit

 

Die Geschäftsführung fördert das Bewusstsein für Cybersicherheit im gesamten Unternehmen. Dadurch können potenzielle Schwachstellen minimiert werden. Verantwortliche Mitarbeiter erhalten regelmäßig Weiterbildungen. Diese Schulungen helfen ihnen dabei, das Wissen über aktuelle Bedrohungen auf dem neuesten Stand zu halten und angemessene Gegenmaßnahmen einzuleiten. Jeder Nutzer im Unternehmen kann ein potenzielles Einfallstor sein - sei es durch unachtsames Klicken auf Phishing-E-Mails oder unsicheres Verhalten im Umgang mit sensiblen Daten. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass jeder Mitarbeitende über die Risiken Bescheid weiß und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreift. Durch regelmäßige Schulungen und Sensibilisierungskampagnen wird dies sichergestellt.

Unter den beschriebenen Chancen und Risiken sehen wir die Verfügbarkeit auf der Beschaffungsseite sowie den Preis und das Wechselkursrisiko auf der Absatzseite als die wesentlichen Risiken und Chancen an. Die Entwicklung dieser Einflussfaktoren kann das Ergebnis des Folgejahres sehr deutlich beeinflussen, sowohl in positiver wie auch in negativer Hinsicht. Neben den bereits erwähnten Risiken ergeben sich für MS auch Chancen, insbesondere auf dem Energiemarkt. Erlöse aus Verkauf von Überschussstrom können zunehmen und die Nachteile aus gestiegenen Einkaufskosten für Gas ausgleichen, so es die regulatorischen Maßnahmen zulassen. Insgesamt schätzt die MS die Chancen und Risiken als ausgeglichen ein. Bestandsgefährdende Risiken werden aktuell nicht gesehen.

E. Voraussichtliche Entwicklung

Für das laufende Jahr wird ein leichter Rückgang des Jahresergebnisses prognostiziert.

Die größte Unsicherheit besteht in Bezug auf die weitere Entwicklung im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt in der Ukraine und den zunehmenden regulatorischen Maßnahmen.

Die Zellstoffpreise werden nur auf einem leicht höheren Niveau erwartet als im Jahr 2023. Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Zellstoff in 2024 werden auch von einem leicht steigenden Produktions- und Verkaufsvolumen bei Zellstoffprodukten positiv beeinflusst werden, insgesamt aber nur leicht ansteigen.

Die Umsätze aus dem Verkauf von Überschussstrom und Biochemikalien werden nach unserer Einschätzung wegen der weiter gefallenen Marktpreise im Verlauf des Jahres 2023 leicht unterhalb des Vorjahres prognostiziert. In Summe wird aber von leicht steigenden Umsatzerlösen ausgegangen.

Im Jahr 2024 wird zwar grundsätzlich mit einer weiteren Beruhigung der Preise für Holz, Prozesschemikalien und Energie gerechnet, jedoch immer noch auf einem höheren Niveau als noch im Mittel der letzten Jahre. Dies gilt im Besonderen für die Holzpreise.

Die Ertragskraft für 2024 wird auch wegen der turnusmäßig wieder anstehenden Generalrevision sowie aufgrund des Fehlens von einmaligen Sonderfaktoren wie in 2023 insgesamt geringer ausfallen als im Vorjahr. Demzufolge wird ein leichter Rückgang beim EBITDA für das Jahr 2024 erwartet.

Die Prognosen basieren auf eigenen Einschätzungen, die nach der Auswertung von Analystenmeinungen zur Entwicklung von Preisen und Wechselkursen vorgenommen wurden. Wir weisen darauf hin, dass bezüglich dieser Annahmen erhebliche Unsicherheiten bestehen, so schwanken die vorhergesagten EUR/USD-Umrechnungskurse für 2024 zwischen 1,0859 und 1,1571 auf der Analyseseite https://kursprognose.com/euro-dollar-prognose. Bezogen auf das geplante Geschäft der MS würde sich allein aus dieser Schwankungsbreite ein EBITDA-Effekt in Höhe von bis zu EUR 30 Mio. im Jahr 2024 ergeben.

Die Angaben und Erwartungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht, sind aber aufgrund der Zukunftsorientierung selbstverständlich mit den entsprechenden Unsicherheiten behaftet.

 

Arneburg, 25. März 2024

André Listemann, Geschäftsführer

1 Die Cash-Pool-Forderung ist nach DRS 21 dem Finanzmittelfonds zuzurechnen. Stattdessen wurde sie der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Damit entspricht die Berechnung nicht DRS 21.

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 189.580,93 336.808,08
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 101.140.630,75 106.503.622,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 205.659.430,94 220.208.703,79
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.232.820,92 7.868.410,51
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 22.420.300,78 26.301.147,05
336.453.183,39 360.881.883,71
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 225.000,00 7.632.500,00
336.867.764,32 368.851.191,79
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 51.888.813,75 58.577.896,08
2. Unfertige Erzeugnisse 1.719.467,31 2.019.339,97
3. Fertige Erzeugnisse 21.272.463,84 17.088.820,29
4. Emissionsberechtigungen 6.459.862,81 8.740.614,51
81.340.607,71 86.426.670,85
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 84.114.903,82 83.806.077,64
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 14.233.334,20 162.818.831,96
(davon gegen Gesellschafter € 8.842.294,61; Vorjahr € 90.825.147,96)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 6.194.399,95 26.694.718,48
104.542.637,97 273.319.628,08
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 27.967.629,44 157.813,54
213.850.875,12 359.904.112,47
C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.150.519,42 2.333.414,95
552.869.158,86 731.088.719,21

Passiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 41.408.018,00 41.408.018,00
II. Kapitalrücklage 45.050.297,28 45.050.297,28
III. Gewinnvortrag 331.495.386,08 331.495.386,08
IV. Jahresüberschuss 0,00 0,00
417.953.701,36 417.953.701,36
B. Sonderposten
Sonderposten für Investitionszuschüsse 21.687.108,75 25.483.622,56
C. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 0,00 270.367,26
2. Sonstige Rückstellungen 8.521.137,31 21.077.932,35
8.521.137,31 21.348.299,61
D. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 155.062,63 131.616,93
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 301.171,09 756.770,02
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.804.469,68 14.392.748,95
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 97.024.622,51 250.522.586,25
(davon gegenüber Gesellschaftern € 86.411.245,62; Vorjahr € 240.606.878,54)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 421.885,53 499.373,53
(davon aus Steuern € 277.569,07; Vorjahr € 235.305,75)
104.707.211,44 266.303.095,68
552.869.158,86 731.088.719,21

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
2022
1. Umsatzerlöse 548.731.836,89 629.777.955,49
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 3.883.770,89 3.848.850,74
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 82.650,60 59.491,50
4. Sonstige betriebliche Erträge 37.308.682,48 40.408.759,60
(davon Erträge aus Währungsumrechnung € 2.412.393,08; Vorjahr € 18.667.031,48)
590.006.940,86 674.095.057,33
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 388.738.334,22 343.324.091,06
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 13.410.453,62 17.415.393,25
402.148.787,84 360.739.484,31
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 24.971.974,57 24.993.899,87
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 5.043.402,60 4.828.510,31
(davon für Altersversorgung € 60.358,21; Vorjahr € 77.202,76)
30.015.377,17 29.822.410,18
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 42.216.203,69 42.004.705,52
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 64.048.812,63 59.669.279,01
(davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung € 4.496.765,96; Vorjahr € 7.901.233,05)
9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 686.245,07 428.431,00
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.808.965,40 1.558.093,20
(davon aus verbundenen Unternehmen € 1.231.156,55; Vorjahr € 934.554,36)
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 501.830,66 1.847.711,51
(davon an verbundenen Unternehmen € 35.796,14; Vorjahr € 912.163,08)
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.681.829,81 -27.339.362,08
13. Ergebnis nach Steuern 55.252.969,15 209.337.353,08
14. Sonstige Steuern 267.519,03 124.789,62
15. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführter Gewinn 54.985.450,12 209.212.563,46
16. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

HRB 2446, Amtsgericht Stendal

Allgemeine Hinweise

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der Mercer Stendal GmbH, Arneburg (im Folgenden kurz "MS"), wurde gemäß den §§ 242 ff. und §§ 264 ff. des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die MS ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Bilanz wurde gemäß § 265 Abs. 5 HGB auf der Aktivseite um den Posten Emissionsberechtigungen und auf der Passivseite um den Sonderposten für Investitionszuschüsse erweitert.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der derzeit gültigen Fassung.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr angewandt.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bilanziert und sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Soweit erforderlich werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gemindert. Soweit erforderlich werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau werden zum Nennwert bilanziert.

Folgende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern werden den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:

Posten Nutzungsdauer
Gewerbliche Schutzrechte, Nutzungsrechte, Software 3 - 15 Jahre
Bauten 7 - 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 - 25 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 - 21 Jahre

Die im Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens bis zu je EUR 250,00 werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben und als Abgang behandelt. Die im Geschäftsjahr angeschafften Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwar EUR 250,00, aber nicht EUR 1.000,00 übersteigen, werden in einem Sammelposten erfasst, der im Jahr der Bildung und den vier folgenden Jahren mit jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten angesetzt. Soweit erforderlich werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Bei den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Die Ausnahme hiervon bilden die Holzvorräte, welche nach dem FIFO Verfahren bewertet werden. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet, die die direkten Material-, Fertigungs- und Sondereinzelkosten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen, soweit durch die Fertigung veranlasst, umfassen. CO 2 -Emissionsrechte werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet. Unentgeltlich erworbene CO 2 -Emissionsrechte werden zum Zeitpunkt der Ausgabe mit dem Zeitwert bewertet. Die geleisteten Anzahlungen werden mit dem Nennwert angesetzt. Bei der Vorratsbewertung wird das Niederstwertprinzip berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr wurde die Werthaltigkeit der Ersatzteile überprüft. Der Anpassungsbetrag beträgt TEUR 239 (aufwandserhöhend).

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert abzüglich vorgenommener Einzelwertberichtigungen angesetzt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das gezeichnete Kapital sowie die übrigen Eigenkapitalpositionen sind zum Nennwert bilanziert.

Der Sonderposten wurde für Investitionszuschüsse (Gemeinschaftsaufgabe: "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur") gebildet. Die erfolgswirksame Auflösung erfolgt korrespondierend zur betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie werden in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung notwendig ist.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die erhaltenen Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird vom Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

Fremdwährungsumrechnung in Euro

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Ersterfassung erfasst. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet, wobei bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr noch nicht realisierte Kursgewinne nicht berücksichtigt werden. Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten bestehen nicht.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt, der Bestandteil des Anhangs ist.

Angaben zum Anteilsbesitz

Der Anteilsbesitz stellt sich wie folgt dar:

Anteile
%
Eigenkapital
in EUR
Ergebnis
in EUR
Mercer Stendal Logistik GmbH, Arneburg ("ML") 100,00 25.000,00 686.245,07 *
Mercer Timber Products Stendhal GmbH, Arneburg ("MTPS") 100,00 43.366,57 - 77.424,85

* vor Gewinn- oder Verlustübernahme des Ergebnisses der ML durch MS auf Grund des bestehenden Beherrschungsvertrags

Mit notariell beurkundetem Anteilskaufvertrag vom 19. Dezember 2023 und dazugehöriger einvernehmlicher Änderung des notariell beurkundeten Anteilskaufvertrags vom 29. Dezember 2023 hat die Mercer Stendal GmbH sämtliche Anteile von 75,075% (EUR 25.000) an der Mercer Holz GmbH an die Mercer Europe GmbH veräußert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen stellen sich wie folgt dar:

Davon mit einer Restlaufzeit
(Vorjahreszahlen in Klammern) von bis zu einem Jahr
EUR
von mehr als einem Jahr
EUR
gesamt 31.12.2023
EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 84.114.903,82 0,00 84.114.903,82
(83.806.077,64) (0,00) (83.806.077,64)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 5.391.039,59 0,00 5.391.039,59
(71.993.684,00) (0,00) (71.993.684,00)
Forderungen gegen Gesellschafter 8.842.294,61 0,00 8.842.294,61
(90.825.147,96) (0,00) (90.825.147,96)
Sonstige Vermögensgegenstände 6.194.399,95 0,00 6.194.399,95
(26.694.718,48) (0,00) (26.694.718,48)
Summe Forderungen 104.542.637,97 0,00 104.542.637,97
(273.319.628,08) (0,00) (273.319.628,08)
Mitzugehörigkeit zu anderen Posten 31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
Forderungen gegen verbundene Unternehmen:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.201.645,13 632.361,77
Forderung aus Finanzierung 3.503.149,39 70.932.891,23
Sonstige Vermögensgegenstände 686.245,07 428.431,00
5.391.039,59 71.993.684,00
Forderungen gegen Gesellschafter:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.642,20 0,00
Forderung aus Finanzierung 14.863,55 90.825.147,96
Forderung aus Verkauf Beteiligung 8.625.000,00 0,00
Forderung aus Kapitalertragssteuer 200.788,86 0,00
8.842.294,61 90.825.147,96

Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten mit TEUR 2.151 enthält Versicherungsbeiträge (TEUR 1.666) und sonstige Leistungen (TEUR 485).

Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene und voll eingezahlte gezeichnete Kapital beträgt EUR 41.408.018,00.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Rechnungen (TEUR 3.073), Abwasserabgabe (TEUR 15), Emissionsberechtigungen (TEUR 2.104), Erlösschmälerungen (TEUR 195), sowie den Personalbereich (TEUR 1.547). Von den ausstehenden Rechnungen entfallen TEUR 1.587 auf Investitionen in das Anlagevermögen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Davon mit einer Restlaufzeit
(Vorjahrszahlen in Klammern) von bis zu einem Jahr
EUR
von mehr als einem Jahr
EUR
von mehr als fünf Jahren
EUR
gesamt 31.12.2023
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 301.171,09 0,00 0,00 301.171,09
(437.322,52) (319.447,50) (0,00) (756.770,02)
erhaltene Anzahlungen 155.062,63 0,00 0,00 155.062,63
(131.616,93) (0,00) (0,00) (131.616,93)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.804.469,68 0,00 0,00 6.804.469,68
(14.392.748,95) (0,00) (0,00) (14.392.748,95)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 10.613.376,89 0,00 0,00 10.613.376,89
(9.915.707,71) (0,00) (0,00) (9.915.707,71)
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 55.132.468,92 31.278.776,70 0,00 86.411.245,62
(209.329.294,04) (31.277.584,50) (0,00) (240.606.878,54)
Sonstige Verbindlichkeiten 421.885,53 0,00 0,00 421.885,53
(499.373,53) (0,00) (0,00) (499.373,53)
Summe Verbindlichkeiten 73.428.434,74 31.278.776,70 0,00 104.707.211,44
(234.706.063,68) (31.597.032,00) (0,00) (266.303.095,68)
Mitzugehörigkeit zu anderen Posten 31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.449.569,21 9.726.456,92
Verbindlichkeiten aus umsatzsteuerlicher Organschaft 163.807,68 189.250,79
10.613.376,89 9.915.707,71
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern:
Verbindlichkeiten aus Gewinnabführungsvertrag 54.985.450,12 209.212.563,46
Verbindlichkeiten aus Gesellschafterdarlehen 31.283.955,48 31.282.763,28
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 141.840,02 111.551,80
86.411.245,62 240.606.878,54

Latente Steuern

Mit dem ab dem 1. Januar 2022 geltenden Ergebnisabführungsvertrag trat die MS in eine Organschaft mit der Organträgerin ME ein. Die aktiven und passiven latenten Steuern werden nun auf Ebene der Organträgerin ME bilanziert.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:

in TEUR 2024 2025 2026 2027
Leasingverträge 38 19 6 4
Sauerstoffliefervertrag 624 624 624 624
Gaslieferverträge 9.437 0 0 0
Investitionen (Obligo) 9.559 0 0 0
Serviceverträge 413 413 413 200
Mietverträge 440 360 330 330
Bestellobligo 2.178 0 0 0
Gesamt 22.688 1.416 1.373 1.158
in TEUR 2028 2029 und danach Gesamt
Leasingverträge 3 9 79
Sauerstoffliefervertrag 624 468 3.588
Gaslieferverträge 0 0 9.437
Investitionen (Obligo) 0 0 9.559
Serviceverträge 200 200 1.837
Mietverträge 79 6 1.546
Bestellobligo 0 0 2.178
Gesamt 906 683 28.223

Die MS verpflichtet sich gemäß des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zum Ausgleich der zukünftigen Verluste der ML.

Die Sauerstoff- und Gaslieferverträge wurden abgeschlossen, um zukünftig benötigte Mengen zu vorteilhaften Konditionen langfristig zu sichern. Bei den Obligos handelt es sich um offene Bestellungen für zukünftige Investitionen und größere Reparaturmaßnahmen. Die Serviceverträge wurden abgeschlossen, um jährlich wiederkehrende Dienstleistungen langfristig zu gesicherten Konditionen mit den gleichen Serviceanbietern zu sichern. Durch langfristige Mietverträge kann das Risiko eines hohen Liquiditätsabflusses, wie bei einem Kauf, verhindert werden.

Haftungsverhältnisse

Seit September 2022 besteht eine gemeinsame Kreditlinie "Revolving Facility" in Höhe von EUR 300,0 Mio. Mit der Vereinbarung vom 22. März 2023 und gemäß "Increase Certificate" vom 18. September 2023 wurde die Kreditlinie auf insgesamt EUR 370,1 Mio. erhöht. Die Gesellschaften Mercer Rosenthal GmbH (MR), Mercer Timber Products GmbH, Mercer Timber Products Stendal GmbH, Mercer Torgau GmbH & Co.KG, Mercer Holz GmbH, Mercer Europe GmbH, Mercer Stendal Logistik GmbH, Mercer Pulp Sales GmbH sowie Mercer Stendal GmbH haften gesamtschuldnerisch.

Unter dem vorgenannten Vertrag stehen den Kreditnehmern Ancillary Facilities in Höhe von maximal EUR 50,0 Mio. in Anrechnung auf die "Revolving Facilitiy" Gesamtlinie zur wahlweisen Ausnutzung als Kontokorrent bzw. Avalkredit zur Verfügung. Die Mercer Stendal GmbH hat die Gesamtlinie zum Bilanzstichtag lediglich im Rahmen eines Avalkredits von EUR 0,1 Mio. in Anspruch genommen.

Verpflichtungen aus Haftungsverhältnissen waren nicht zu passivieren, da die zugrundeliegenden Verpflichtungen in der Vergangenheit vollumfänglich erfüllt wurden und auch künftig voraussichtlich erfüllt werden. Zum Bilanzstichtag wird die Kreditlinie auch von Mercer Timber Products GmbH, Mercer Torgau GmbH & Co.KG, Mercer Holz GmbH und Mercer Europe GmbH in Anspruch genommen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse für Zellstoff teilen sich regional in die folgenden Gebiete auf:

2023 2022
Mengen ADT Umsatzerlöse
TEUR
Mengen ADT Umsatzerlöse
TEUR
Umsatzerlöse brutto 461.259 489.864
- abzgl. Erlösschmälerungen 4.918 5.428
Umsatzerlöse netto 456.341 484.436
Afrika 0 0 2.040 1.429
Asien 256.019 164.198 56.319 43.920
- China 173.383 111.500 40.095 31.492
- Andere 82.636 52.698 16.225 12.428
Europa 188.653 126.605 218.572 175.537
- Frankreich 37.019 25.692 27.721 22.828
- Polen 101.035 66.360 108.756 86.285
- Österreich 3.207 2.214 8.777 7.143
- Belgien 10.629 7.215 11.640 9.262
- Andere 36.764 25.125 61.678 50.019
Deutschland 242.185 163.379 327.926 261.635
Andere 3.273 2.159 2.343 1.915
Summe 690.129 456.341 607.200 484.436

Nach Produktarten gegliedert wurden mit ECF-Zellstoff TEUR 320.504 (Vorjahr TEUR 331.691) und mit TCF-Zellstoff TEUR 140.755 (Vorjahr TEUR 158.173) Umsatzerlöse vor Erlösschmälerungen erzielt.

Sonstige Umsatzerlöse wurden mit dem Verkauf von Strom im Inland TEUR 51.586 (Vorjahr: TEUR 104.228) und Nebenprodukten der Zellstoffherstellung TEUR 21.530 (Vorjahr: TEUR 10.921) erzielt. Darüber hinaus wurden sonstige Umsatzerlöse von TEUR 19.275 (Vorjahr TEUR 30.194) vor allem aus der Erbringung von Dienstleistungen im Konzernverbund erwirtschaftet. Darin sind sonstige Umsatzerlöse aus dem Erdgaseinkauf mit MR mit TEUR 14.807 (Vorjahr: TEUR 19.752) enthalten. Da auch Erdgasmengen der MR im Bilanzkreis der MS eingekauft werden, erfolgt eine Weiterberechnung an das Zellstoffwerk MR in Thüringen. Die Einkaufskosten dafür werden in den Materialaufwendungen ausgewiesen. Frei gewordene Erdgasmengen wurden zu Marktpreisen verkauft, dabei wurden Erlöse von TEUR 1.082 (Vorjahr: TEUR 6.919) erzielt.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse (TEUR 3.797), Erträge aus der Erstattung von Energie- und Stromsteuer (TEUR 5), Erträge aus Währungsumrechnung (TEUR 2.412), empfangene Schadensersatzleistungen im Zusammenhang mit dem Brandschaden (TEUR 27.531) sowie Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen (TEUR 36).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfallen im Wesentlichen auf Frachten (TEUR 27.582), Aufwendungen aus Kursverlusten (TEUR 4.497) und Aufwendungen aus der Inanspruchnahme von Rechten und Diensten (TEUR 11.050). Darin sind auch Aufwendungen aus Verlusten aus Schadensfällen (TEUR 14), periodenfremde Aufwendungen (TEUR 856) sowie das Gesamthonorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 314 enthalten. Davon entfallen TEUR 314 auf Abschlussprüfungsleistungen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aufgrund des geltenden Ergebnisabführungsvertrages mit der Organträgerin ME entfallen die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von TEUR 1.682 ausschließlich auf periodenfremde Steuererstattungen aus Gewerbe- und Körperschaftsteuer für das Geschäftsjahr 2021.

Eine quantitative Angabe des Steueraufwands im Sinne des § 285 Nr. 30a HGB, der sich nach dem Mindeststeuergesetz und ausländischen Mindeststeuergesetzen nach §274 Abs. 3 Nr. 2 HGB ergibt, ist nach aktuellem Stand noch nicht möglich. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Anwendung dieser Gesetze Auswirkungen auf die Gesellschaft hat, da der effektive Steuersatz, den die Gesellschaft zahlt, über dem Mindeststeuersatz von 15% liegt. Die Mercer Europe GmbH setzt sich als Konzernmutter für die Jurisdiktion Deutschland mit den Vorgaben aus dem deutschen Mindeststeuergesetz auseinander.

Sonstige Steuern

Die sonstigen Steuern von TEUR 268 (Vorjahr TEUR 125) betreffen im Geschäftsjahr vor allem Stromsteuer.

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Mitglied der Geschäftsführung der Mercer Stendal GmbH war im Geschäftsjahr 2023:

Herr André Listemann, allein verantwortlicher Geschäftsführer

Die Gesellschaft macht in Bezug auf die Angabe der Organbezüge von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 456 Arbeitnehmer (Vorjahr: 451) beschäftigt. Diese teilen sich zum Ende des Geschäftsjahres in die folgenden Bereiche auf:

Anzahl 2023 Anzahl 2022
Produktion und Technik 342 343
Vertrieb und Marketing 5 4
Werksbahn 30 29
Management und Administration 79 75
Mitarbeiter ohne Auszubildende 456 451
Auszubildende 31 25
Mitarbeiter gesamt 487 476

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr keine marktunüblichen Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt.

Konzernverhältnisse

Die Mercer International Inc., Seattle, Washington / USA ("Mercer Inc."), ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Dieser Konzernabschluss, der nach den US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (US GAAP) aufgestellt wird, ist in englischer Sprache bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) erhältlich.

Befreiung von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts

Der Konzernabschluss der Mercer International Inc., Seattle, Washington/USA, hat für die MS befreiende Wirkung von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen. Wesentliche Abweichungen in den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden bestehen im befreienden Konzernabschluss bei den Sachanlagen durch abweichende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern in den Vorjahren und die Kürzung der Anschaffungs- und Herstellungskosten um die erhaltenen Investitionszuschüsse. Darüber hinaus besteht eine Vielzahl an Leasingverhältnissen, welche im Konzernabschluss als Finanzierungsleasing bilanziert werden, während im handelsrechtlichen Abschluss keine Aktivierung (operatives Leasing) erfolgt. Latente Steuern werden je steuerpflichtiger Gesellschaft errechnet und die jeweiligen aktiven bzw. passiven Überhänge werden als langfristiger Posten verrechnet. Der Konzernabschluss der Mercer International Inc., Seattle, Washington/USA, soll in englischer Sprache im elektronischen Unternehmensregister offengelegt werden.

Nachtragsbericht

Nach dem Ende des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung aufgetreten, die weder in der Bilanz noch Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt sind.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Dem ab 1. Januar 2022 geltenden Ergebnisabführungsvertrag folgend wurde der Jahresüberschuss 2023 der MS in Höhe von 54.985.450,12 Euro an die Organträgerin ME abgeführt.

 

Arneburg, 25. März 2024

André Listemann, Geschäftsführer

Anlagenspiegel für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.984.839,69 27.520,20 379.358,60 9.129,28 7.642.130,57
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 199.704.859,14 162.701,52 38.029,59 331.364,43 200.160.895,50
2. Technische Anlagen und Maschinen 826.366.607,71 11.397.248,86 6.975.897,24 8.565.021,93 839.352.981,26
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.622.290,89 1.008.675,70 2.820.172,82 73.299,89 18.884.093,66
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 26.301.147,05 5.097.969,26 0,00 -8.978.815,53 22.420.300,78
1.072.994.904,79 17.666.595,34 9.834.099,65 -9.129,28 1.080.818.271,20
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 7.632.500,00 0,00 7.407.500,00 0,00 225.000,00
1.088.612.244,48 17.694.115,54 17.620.958,25 0,00 1.088.685.401,77
Abschreibungen
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.648.031,61 183.876,63 379.358,60 7.452.549,64
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 93.201.236,78 5.836.024,73 16.996,76 99.020.264,75
2. Technische Anlagen und Maschinen 606.157.903,92 34.509.493,46 6.973.847,06 633.693.550,32
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.753.880,38 1.686.808,87 2.789.416,51 11.651.272,74
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
712.113.021,08 42.032.327,06 9.780.260,33 744.365.087,81
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
719.761.052,69 42.216.203,69 10.159.618,93 751.817.637,45
Buchwerte
31.12.2023
31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 189.580,93 336.808,08
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 101.140.630,75 106.503.622,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 205.659.430,94 220.208.703,79
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.232.820,92 7.868.410,51
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 22.420.300,78 26.301.147,05
336.453.183,39 360.881.883,71
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 225.000,00 7.632.500,00
336.867.764,32 368.851.191,79

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Mercer Stendal GmbH, Arneburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Mercer Stendal GmbH, Arneburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Mercer Stendal GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 25. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Frederik Mielke, Wirtschaftsprüfer

ppa. Martin Katzy, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 20.06.2024 festgestellt.

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