Stammdaten

Register
Amtsgericht Krefeld HRB 15101
Vorher
Stomil Sanok DE GmbH
Eingetragen
8.7.2014
Branche
Herstellung von Kautschuk, Kautschukmischungen und Halbzeug darausHerstellung von Haushalts- oder Hauswirtschaftsartikeln aus KunststoffenHerstellung von Platten, Folien, Schläuchen und Profilen aus Kunststoffen
Gegenstand
Die Herstellung und der Vertrieb von Artikeln aus Polymerstoffen, darunter aus Kautschuk und von verwandten Artikeln, sowie Erbringung von Beratungsdienstleistungen, Projektierungsdienstleistungen, Dienstleistungen im Bereich von technischen Prüfungen, darunter an verbundene Unternehmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Björn Mongs
seit 25.5.2021
Prokura
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Sanok Rubber Company S.A.
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Sanok Rubber Company S.A.
Germany
50.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Draftex Automotive GmbH

Grefrath

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

(Amtsgericht Krefeld/HRB 15101)

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

Vorjahr
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 30.475,51 63.846,67
II. Sachanlagen 3.047.942,24 3.436.463,54
III. Finanzanlagen 1,00 1,00
3.078.418,75 3.500.311,21
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 5.660.317,35 5.190.614,80
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.993.403,84 1.944.195,53
davon Forderungen gegen die Gesellschafterin 286.227,92 EUR (Vorjahr 67.470,14 EUR)
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 911.986,27 970.869,10
8.565.707,46 8.105.679,43
C. Rechnungsabgrenzungsposten 858.383,22 1.262.039,67
D. Aktive latente Steuern 1.200.000,00 1.200.000,00
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 5.206.312,96 5.879.514,61
18.908.922,39 19.947.544,92

Passivseite

Vorjahr
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklage 20.054.287,80 20.054.287,80
III. Verlustvortrag -25.983.802,41 -26.085.177,44
IV. Jahresüberschuss 673.201,65 101.375,03
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 5.206.312,96 5.879.514,61
0,00 0,00
B. Rückstellungen 1.435.455,00 1.332.400,00
C. Verbindlichkeiten 16.719.660,25 17.743.041,60
davon Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin 14.642.681,56 EUR (Vorjahr 16.306.542,41 EUR)
D. Rechnungsabgrenzungsposten 753.707,14 872.103,32
18.908.922,39 19.947.544,92

Datum der Feststellung: 28.06.2024

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Vorjahr
EUR EUR
1. Rohergebnis 20.906.225,04 20.316.045,85
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -13.206.768,57 -12.903.953,01
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.780.886,44 -2.681.590,58
davon für Altersversorgung -2.850,00 EUR (Vorjahr 34.699,38 EUR)
-15.987.655,01 -15.585.543,59
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -619.642,69 -583.541,82
4. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,00 -202.576,12
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.938.852,89 -3.274.449,80
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -609.564,66 -564.017,66
davon an verbundene Unternehmen 609.564,66 EUR (Vorjahr 564.017,66 EUR)
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 73.000,00
11. Ergebnis nach Steuern 750.509,79 178.916,86
12. Sonstige Steuern -77.308,14 -77.541,83
13. Jahresüberschuss 673.201,65 101.375,03

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1.1 Allgemeine Angaben

Die Draftex Automotive GmbH mit Sitz in Grefrath ist im Amtsgericht Krefeld unter der HRB 15101 eingetragen.

Die Gesellschaft wendet freiwillig den Artikel 93 Abs. 2 EGHGB an. Daher erfüllt die Gesellschaft sowohl für 2022 als auch für das Jahr 2023 die Größenkriterien einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB. Der Jahresabschluss wurde entsprechend nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Regelungen des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Zum 31. Dezember 2023 ist die Gesellschaft - analog dem Vorjahr - handelsrechtlich überschuldet und weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 5.206 aus.

Eine insolvenzrechtliche Überschuldung liegt nicht vor, da ein zeitlich unbegrenzter Rangrücktritt i.S.v. § 19 Abs. 2 InsO betreffend der Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 21,38 Mio. EUR vereinbart wurde, die mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 durch die vorgenommene Umwandlung der Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 12,69 Mio. EUR in das Eigenkapital (Debt-to-Equity-Swap), diese auf 8,69 Mio. EUR reduzierte.

Unter Zugrundelegung einer Unternehmensplanung (i. V. m. einem Liquiditätsplan), welche den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2028 abdeckt, geht die Geschäftsführung bei den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von einer positiven Fortentwicklung - und somit von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (insolvenzrechtliche Fortbestehensprognose) - aus. Wir stufen derzeit aufgrund der größtenteils umgesetzten Maßnahmenpunkte aus dem Kooperationsvertrag von 2021 (Neustrukturierung der Gesellschaft) und der damit verbundenen Stärkung der Finanzkraft und des Eigenkapitals, das bestandsgefährdende Risiko als gering ein.

Dementsprechend hat die Geschäftsführung den Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung nach § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB aufgestellt.

Wir verweisen zudem auf die Ausführungen im Lagebericht unter Abschnitt 3.5 "Ertrags- und Liquiditätsrisiken".

1.2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Einzelnen werden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet:

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden auf der Grundlage der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern der Gegenstände nach linearer Methode vorgenommen.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. Nominalwerten und bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu niedrigeren beizulegenden Werten aktiviert.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Verwertbarkeit am Bilanzstichtag angesetzt.

Unfertige/Fertige Leistungen werden zu den Herstellungskosten, die auch die notwendigen Gemeinkosten einschließlich Verwaltungsgemeinkosten beinhalten, bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erkennbare Einzelrisiken grundsätzlich durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Auf die Bildung von Pauschalwertberichtigungen zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos wurde verzichtet. Die Restlaufzeiten aller Forderungen liegen unter einem Jahr.

Die aktiven latenten Steuern resultieren aus körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen in einer Größenordnung von rund 12 Mio. EUR, die mit den Gewinnen der nächsten fünf Jahre verrechnet werden können.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert ausgewiesen.

Die Kapitalrücklage resultiert sowohl aus Zuzahlungen des Gesellschafters als auch aus dem Debt-to-Equity Swap.

Im Bilanzverlust in Höhe von 25.310.601 EUR ist ein Verlustvortrag in Höhe von 25.983.802 EUR enthalten.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe der nach vernünftigen kaufmännischen Beurteilungen notwendigen Erfüllungsbeträge. Alle sonstigen Rückstellungen haben eine Restlaufzeit von kleiner ein Jahr.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihren Erfüllungsbeträgen bewertet.

Verbindlichkeiten und Forderungen in ausländischer Währung werden zum Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag.

Aufwendungen und Erträge werden auf das Geschäftsjahr abgegrenzt.

2. Erläuterungen zur Bilanz

2.1 Anlagevermögen

Eine von den gesamten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen, der diesem Anhang beigefügt ist.

2.2 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für den Personalbereich (u.a. für Resturlaubstage und Inflationsausgleich) in Höhe von 458 TEUR, Rückstellungen für Energiekosten in Höhe von 169 TEUR, Rückstellungen für zu viel erhaltene Energiekostenzuschüsse in Höhe von 349 TEUR und Rückstellungen für Gewährleistungen in Höhe von 244 TEUR.

2.3 Verbindlichkeitenspiegel

RLZ < 1 Jahr RLZ 1 bis 5 Jahre
TEUR TEUR
31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.582 401 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 68 606 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 43 40 3.770 16.266
SonstigeVerbindlichkeiten 426 430 0 0
2.119 1.477 3.770 16.266
RLZ > 5 Jahre
TEUR
31.12.2023 31.12.2022
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 10.830 0
SonstigeVerbindlichkeiten 0 0
10.830 0

Neben Eigentumsvorbehalten im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen folgende weitere Pfand- oder ähnliche Rechte zu Gunsten Dritter zur Absicherung der vom Gesellschafter gewährten Darlehen:

Grundschulden in Höhe von 8.500 TEUR

Pfandrecht an allen in den Warenlagern und anderen Räumlichkeiten befindlichen Gegenständen

Abtretung der Forderungen gegenüber den Hauptkunden

3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

3.1 Angaben zu den außergewöhnlichen Aufwendungen und Erträgen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Versicherungserstattungen in Höhe von 33 TEUR (Vorjahr 18 TEUR) und Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 25 TEUR (Vorjahr 91 TEUR) enthalten.

4. Sonstige Pflichtangaben

4.1 Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Geschäfte

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen für Gebäude, Maschinen, Kraftfahrzeuge, Arbeits- und Personenschutz in Höhe von TEUR 1.372.

2024: TEUR 1.367
2025 - 2028: TEUR 5
Gesamtsumme: TEUR 1.372

Von den genannten Verpflichtungen bestehen 402 TEUR gegenüber verbundenen Unternehmen.

4.2 Im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich beschäftigte Arbeitnehmer

Produktion (direkte & indirekte) 249
Verwaltung 33
Summe durchschnittlich 282

4.3 Organe der Gesellschaft

Im Geschäftsjahr erfolgte die Geschäftsführung durch:

Herrn Martijn Merkx, AT Heide, Niederlande Geschäftsführer, CEO
Herrn Kim Vanbockrijck, Riegelsberg Geschäftsführer, CCO

Von der Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB bezüglich der Angabe der Vergütungen der Geschäftsführungsorgane wird Gebrauch gemacht.

4.4 Konzernabschluss

Mutterunternehmen ist die Firma SANOK RC S.A. mit Hauptsitz in Sanok, Polen.

Die Gesellschaft wird über die SANOK Rubber Company S.A., Sanok/Polen ("SANOK RC"), gem. § 285 Nr. 14 HGB in den Konzernabschluss in Sanok/Polen einbezogen. Der Konzernabschluss ist am Hauptsitz des Mutterunternehmens in Sanok/Polen hinterlegt.

5. Nachtragsbericht / Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Wie auch im Jahr zuvor, haben wir uns einer sich schnell verändernden und vor allem wirtschaftlich schwer vorhersehbaren Situation mit allen möglichen Gegenmaßnahmen gegenübergestellt, die mittelfristig zweifellos die Geschäftstätigkeit der Draftex Automotive GmbH beeinträchtigen kann. Die geopolitischen Schwankungen sowie diverse konjunkturellen Risiken zählen zweifellos dazu.

Derzeit hat die Draftex Automotive GmbH keine Forderungen gegenüber externen Unternehmen, die auf den östlichen Märkten (Russland, Weißrussland, Ukraine) tätig sind, die gegebenenfalls abzuwerten wären. Die im Zuge des 2. Jahres des Ukraine Krieges ansteigenden Rohstoff- und Energiepreise werden sich sicherlich mittelfristig kostenerhöhend in der Ergebnisrechnung der Gesellschaft weiter niederschlagen.

Des Weiteren rechnen wir mit Verzögerungen oder Unterbrechungen bei der Beschaffung von Rohstoffen und Energie. Da weder die Dauer noch die Intensität der wirtschaftlichen Folgen des andauernden Krieges ausreichend quantifiziert werden können, kann keine genaue Prognose der finanziellen Implikationen für die Gesellschaft gegeben werden.

Auch die weitere Entwicklung der konjunkturellen Folgen der weltweiten Corona-Pandemie, können nach wie vor nicht zuverlässig quantifiziert und bewertet werden.

Der Geschäftsverlauf bei Draftex und im Konzern wird jedoch aus diesem Grund fortlaufend beobachtet und analysiert unter dem Gesichtspunkt der zu treffenden Präventivmaßnahmen (Diversifizierung der Beschaffungsquellen, Schließung neuer Versorgungskontrakte, Nutzung der Synergieeffekte konzernintern).

Nach dem Bilanzstichtag sind keine weiteren wesentlichen Ereignisse eingetreten, die in diesem Jahresabschluss hätten berücksichtigt werden müssen.

 

Grefrath, 28. Juni 2024

Draftex Automotive GmbH

Die Geschäftsführung der Draftex Automotive GmbH

Gez. Martijn Merkx, Geschäftsführer, CEO

gez. Kim Vanbockrijck, Geschäftsführer, CCO

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- / Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 239.393,60 0,00 0,00 0,00 239.393,60
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.185.571,29 57.722,55 0,00 0,00 1.243.293,84
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.711.899,72 91.082,48 0,00 2.583,00 4.805.565,20
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 897.638,58 48.945,20 0,00 0,00 946.583,78
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.583,00 0,00 0,00 -2.583,00 0,00
6.797.692,59 197.750,23 0,00 0,00 6.995.442,82
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 1.020.506,43 0,00 0,00 0,00 1.020.506,43
1.020.506,43 0,00 0,00 0,00 1.020.506,43
8.057.592,62 197.750,23 0,00 0,00 8.255.342,85
Abschreibungen Bilanzwerte
01.01.2023 Zugänge 31.12.2023 31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 175.546,93 33.371,16 208.918,09 30.475,51 63.846,67
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 251.739,21 57.159,30 308.898,51 934.395,33 933.832,08
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.478.363,95 427.610,71 2.905.974,66 1.899.590,54 2.233.535,77
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 631.125,89 101.501,52 732.627,41 213.956,37 266.512,69
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 2.583,00
3.361.229,05 586.271,53 3.947.500,58 3.047.942,24 3.436.463,54
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 1.020.505,43 0,00 1.020.505,43 1,00 1,00
1.020.505,43 0,00 1.020.505,43 1,00 1,00
4.557.281,41 619.642,69 5.176.924,10 3.078.418,75 3.500.311,21

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 Unternehmen

Die Draftex Automotive GmbH (im Folgenden auch als "Gesellschaft" bezeichnet) ist ein Unternehmen der Automobilzulieferindustrie. Unternehmenszweck ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Karosserieabdichtungen aller Art (PKW, LKW) bundesweit, im EU-Raum und in den USA.

Die Draftex Automotive GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Sanok Rubber Company S.A ("SANOK RC"), einer Aktiengesellschaft nach dem polnischen Recht, mit Sitz in Sanok, Polen, Geschäftsanschrift: ul. Przemyska 24, 38-500 Sanok, Polen, eingetragen im Register unter der KRS-Nummer 0000099813 (Sad Rejonowy w Rzeszowie, XII Wydział Gospodarczy Krajowego Rejestru Sadowego).

Der aktuelle Sitz der Draftex Automotive GmbH und der Sitz der Geschäftsleitung ist Grefrath (Handelsregistermitteilung vom 16. Dezember 2014). Die Niederlassung in Saarbrücken wird unter der Bezeichnung Draftex Automotive GmbH weitergeführt und dient als unselbständige Zweigniederlassung für den EU-/bundesweiten Vertrieb der Ingenieurleistungen (u.a. Entwicklung und Prototyping).

1.2 Konjunktur und Marktsituation

2023 war ein durchwachsenes Jahr, geprägt von globalem Inflationsdruck, dem Krieg in der Ukraine und seinen Auswirkungen auf die Energiekosten in Europa sowie zahlreichen anderen geopolitischen Spannungen. Auch wenn unsere Kunden ihre Produktionspläne anpassten, stellten wir fest, dass die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Lieferketten weiterhin spürbar waren. Es gab keine kurzfristigen Stornierungen der Abrufe, und es wurde auch keine Kurzarbeit eingeführt. Allerdings wurden die ursprünglichen Vergabezahlen nicht erreicht.

Nach dem robusten Wachstum nach der Pandemie hat sich das Wachstum der EU-Wirtschaft im vergangenen Jahr verlangsamt. Das reale BIP stieg in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 kaum an und erreichte nur ein bescheidenes Wachstum von 0,5 %. Infolgedessen hat die Europäische Kommission ihre Wachstumsprognose für die EU für 2024 von 1,3 % auf 0,9 % gesenkt, während die Wirtschaftstätigkeit im Jahr 2025 voraussichtlich um 1,7 % wachsen wird. Die Inflation in der EU betrug im Jahr 2023 6,3 % und soll bis 2024 auf 3 % und bis 2025 auf 2,5 % sinken. Der Rückgang der Verbraucherpreise für Energie im 3. und 4. Quartal war einer der wichtigsten Markteffekte, der zur Verlangsamung der Inflation und zur Verringerung des Preisdrucks beitrug.

Trotz der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im Jahr 2023 bleibt der EU-Arbeitsmarkt robust. Angesichts des erwarteten weiteren Beschäftigungswachstums dürften die Arbeitslosenquoten stabil bleiben und sich im Jahr 2024 ihrem Rekordtief von 6 % nähern.

In den letzten zwei Jahren bestand die grundlegende und wesentliche Aufgabe von Draftex darin, die Verfügbarkeit von Materialien für die Herstellung von Teilen für unsere Kunden sicherzustellen und die regelmäßigen und kontinuierlichen Lieferungen für die Herstellung von Teilen für unsere Kunden aufrechtzuerhalten. Nach der COVID-Krise im Jahr 2021 begannen wir, Preiserhöhungen bei Materialien, Energie und Arbeitskosten zu beobachten. Was 2022 begonnen hatte, setzte sich bis Anfang 2023 fort. Eine der auffälligsten Tatsachen im Jahr 2023 waren extrem hohe und regelmäßige Erhöhungen der Rohstoffpreise (EPDM, Stahl, Lack, usw.) und Anstieg der Energiekosten, besonders in der 1. Jahreshälfte.

Nach langen und komplexen Verhandlungen ist es Draftex gelungen, die steigenden Preise für Material und Energieanpassungen (teilweise) an alle Kunden weiterzugeben.

Seit dem Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine am 24. Februar 2022 hat die EU massive und beispiellose Sanktionen gegen Russland verhängt. Die EU hat unter anderem beschlossen, die bereits am 01.04.2022 eingeführte Importbeschränkungen weiter zu verschärfen: ab Mitte 2024 darf kein Ruß mehr aus Russland und Weißrussland nach Europa eingeführt werden.

Ruß ist ein wichtiger Bestandteil unserer Produkte (bis zu 20 % werden als Material verwendet). Dies hat bisher zu Lieferengpässen und massiven Preissteigerungen auf dem Rohstoffmarkt geführt, mit denen wir auch im Jahr 2024 rechnen müssen. Als Gegenmaßnahme bezieht Draftex Ethylen-Propylen-Dien-(Monomer)-Kautschuk(EPDM) u.a. von unserer Schwesterfirma in Frankreich. Das hat den eindeutigen Vorteil, dass wir zum einen die Kontrolle über das Material behalten und zum anderen die Sicherheit, die sich aus dem Zugriff auf eigene Quelle ergibt. Dadurch konnten wir auch die negativen Kostenauswirkungen extremer Preisschwankungen auf Draftex teilweise reduzieren und rechnen weiterhin damit, dass im Verlauf des Jahres 2024 extreme Preisschwankungen vermieden werden.

Die Draftex Automobile GmbH lieferte im Berichtsjahr Bauteile, die international eingesetzt werden: in Europa, in den USA, in China und in Mexiko. Unser Hauptkunde BMW Group hat in 2023 über 2,5 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einer Erhöhung von 6,5 Prozent. Der BEV Absatz (der Anteil der E-Autos) lag bei 15 %.

Unabhängig von den technologischen Umwälzungen in der Automobilindustrie, wie der Ablösung des Diesels, Hybridantrieben, Elektrofahrzeugen, der Digitalisierung und der Weiterentwicklung der Brennstoffzelle, werden diese komplexen Dichtungssysteme jedoch weiterhin benötigt. Durch strukturelle Anpassungen und ständige Optimierung der Produktionsprozesse ist das Unternehmen jederzeit bereit, auf dem derzeit knappen Zulieferermarkt bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

1.3 Forschung und Entwicklung

Mit etwa 7 Jahrzehnten Erfahrung auf dem Gebiet der Karosserieabdichtung ist die Draftex Automotive GmbH inzwischen ein kompetenter und anerkannter Partner für die Automobilindustrie auf dem europäischen Markt geworden.

Draftex unterstützt damit seine Kunden von Beginn der Entwicklungsphase an, genauso wie in der späteren Serienfertigung. Dabei bietet Draftex Konstruktion, virtuelle Erprobung (FEM) sowie Laboruntersuchungen sowohl in unserem eigenen Labor als auch bei unseren Partnern. Durch extrem flexible und schnelle Herstellung von Anschauungs-, Erprobungsmustern und Prototypen bieten wir parallel dazu Teile für Versuche und Vorserien. Dies hat sich nicht nur zu einem eigenen Geschäftszweig entwickelt, sondern bietet auch einen Vorteil bei der Auftragsgewinnung im Seriengeschäft.

Die Draftex Automotive GmbH entwickelt Lösungen für Großserien genauso wie spezielle Lösungen für Kleinserien und innovative Nischenfahrzeuge (Sport, Elektro, Solar), die dann später in unserer eigens dafür eingerichteten Microserienfertigung produziert werden können.

Durch die frühe Einbindung in die Entwicklung hat das Unternehmen die Möglichkeit, zusammen mit den Kunden in der Entwicklung neben funktionalen und optischen Gesichtspunkten auch fertigungsrelevante Faktoren zu berücksichtigen und so Einfluss auf Stabilität und Kosten des Herstellungsprozesses zu nehmen. Draftex verfügt in diesem Bereich über ein erfahrenes Team von vier Ingenieuren in seiner Niederlassung in Saarbrücken. Die Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr ca. TEUR 500.

Durch unsere langjährige Erfahrung reagieren wir flexibel auf die neuesten OEM Trends und sind besonders gut auf Karosseriestrukturänderungen bei Elektrofahrzeugen vorbereitet.

1.4 Mitarbeiter

Im Berichtsjahr beschäftigte die Draftex Automotive GmbH durchschnittlich: 282 Mitarbeiter, darin enthalten 2,83 Auszubildende und 6,75 Aushilfen. Es wurden in den einzelnen Beschäftigungsgruppen 258,17 gewerbliche Mitarbeiter (inkl. der gewerblichen Auszubildenden und der Aushilfen) sowie 25,33 Angestellte (inkl. der Aushilfen) beschäftigt.

Zum 31. Dezember 2023 betrug die Mitarbeiterzahl 282 Mitarbeiter, darin enthalten sind 2 Auszubildende und 8 Aushilfen. Es wurden in den einzelnen Beschäftigungsgruppen 258 gewerbliche Mitarbeiter (inkl. der gewerblichen Auszubildenden und der Aushilfen) sowie 24 Angestellte beschäftigt.

Im Unternehmen arbeitet aktiv der Betriebsrat, der die Mitbestimmung nach den Regelungen des Betriebsverfassungsgesetzes durchführt. Die Entlohnung erfolgte im Geschäftsjahr 2023 nach einem Haustarif. Der bestehende Tarifvertrag wurde bereits mit einer unbefristeten Laufzeit verlängert. Im April 2024 wurde auf Grundlage dessen eine Anpassung des Lohns für TMA i.H.v. +5,9 % umgesetzt.

Das Jahr 2023 war durch eine außergewöhnlich niedrige Fluktuationsrate von 0,29 % gekennzeichnet, was u.a. auf Mietarbeiterzufriedenheit und stabile Lage des Unternehmens hindeutet.

1.5 Umweltmanagement und Arbeitssicherheit

Das Umweltmanagementsystem der Draftex Automotive GmbH ist nach ISO 14001 zertifiziert (aktuelles Zertifikat gültig bis 21.04.2027) und legt dementsprechend einen Schwerpunkt auf einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess als Mittel zur Erreichung der jeweils definierten Ziele in Bezug auf die Umweltleistung der Organisation. Die Zertifizierung bestätigt die Angemessenheit und Wirksamkeit des eingeführten Umweltmanagementsystems, sodass im Berichtsjahr keine internen und externen besonders hervorzuhebenden Risiken zu verzeichnen waren.

Als Organisationseinheit des Sanok-Konzerns meldet die Draftex Automotive GmbH auf Jahresbasis diverse Kennzahlen und Informationen, die für die Erstellung des nichtfinanziellen Berichts der Sanok Rubber Group (sog. CSR-Report) verwendet werden, die zur Erfüllung der rechtlichen Verpflichtung gemäß der Richtlinie 2014/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22.10.2014, dem Gesetz zur Änderung des Rechnungslegungsgesetzes vom 15.12.2016 und der Ergänzung zur Berichterstattung über klimabezogene Informationen 2019/C 209/01 vom 20.06.2019, erforderlich sind.

Die Arbeitssicherheit ist aufgrund der Spezifikationen des Produktionsprozesses ebenfalls eines der Hauptthemen der Unternehmenspolitik. Sie wird durch eine Reihe der Maßnahmen unterstützt, wie: Einsatz interner Fachkräfte für Arbeitssicherheit, regelmäßige Sicherheitsüberwachung/-begehungen der Produktionsprozesse, laufende Mitarbeiterschulungen und inhaltliche Hilfestellung durch die Berufsgenossenschaft Chemie. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit werden zusätzlich durch den Betriebsarzt unterstützt.

In der 1. Jahreshälfte 2024 begann Draftex mit den notwendigen Vorbereitungen für die Einführung von TISAX. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Bewertungs- und Austauschverfahren für die Automobilbranche. Es basiert auf dem vom VDA-Arbeitskreis Informationssicherheit entwickelten Fragebogen (ISA - Information Security Assessment), der wiederum auf wesentlichen Aspekten der internationalen Norm ISO/IEC 27001 basiert und um das Reifegradmodell erweitert wurde. Die vollständige Draftex Zertifizierung durch den TÜV Nord ist bis zum 31.12.2024 geplant.

Ebenfalls zum Thema Nachhaltigkeit, hat unser Unternehmen einen großen Sprung nach vorne gemacht: bereits ab dem 01.04.2022 erfolgte die Umstellung von einer thermischen Verwertung (verbreitet u.a. in der Zementindustrie) auf die wertstoffliche Verwertung unserer Gummi-Alu und Gummi-Stahl Abfälle (die sog. B-Fraktion), die im Laufe des Jahres 2023 eindeutig Betriebsstandard geworden ist.

Als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb hat sich unser Partnerunternehmen in Bayern darauf spezialisiert, technische Gummiabfälle - unter anderem mit Metallseelen - zu übernehmen und diese in seiner Aufbereitungsanlage einem technisch sehr aufwendigen Verbundaufschluss zu unterziehen. Durch den Einsatz der z.Zt. innovativsten Entsorgungsprozesse, die das Unternehmen eigenständig über mehrere Jahre entwickelt hat, werden dort u.a. durch Siebung, Sichtung, und Stoffstromseparierung die anfangs gemischten Draftex Gummiabfälle mit einer jeweiligen Reinheit von mehr als 99,9 % voneinander getrennt.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Vermögenslage

Zum 31. Dezember 2023 betrug die Bilanzsumme TEUR 18.909 nach TEUR 19.948 im Vorjahr. Hiervon entfielen TEUR 3.048 (Vorjahr: TEUR 3.436) auf Gegenstände des Sachanlagevermögens, insbesondere auf Grundstücke und Bauten (TEUR 934, Vorjahr: TEUR 934) und auf technische Anlagen und Maschinen (TEUR 1.900, Vorjahr: TEUR 2.234).

Der Wert des Umlaufvermögens lag zum 31. Dezember 2023 bei TEUR 8.566 (Vorjahr: TEUR 8.106). Auf die Vorräte entfielen davon TEUR 5.660 (Vorjahr: TEUR 5.191), Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit TEUR 1.993 (Vorjahr: TEUR 1.944) ausgewiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum Stichtag TEUR 1.274 (Vorjahr: TEUR 1.463). Der Bestand an liquiden Mitteln lag zum Stichtag bei TEUR 912 (Vorjahr: TEUR 971).

Die Höhe der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum 31. Dezember 2023 insgesamt TEUR 858 (Vorjahr: TEUR 1.262). Zum Stichtag werden aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.200 (Vorjahr TEUR 1.200) ausgewiesen.

Das Eigenkapital der Draftex Automotive GmbH liegt zum 31. Dezember 2023 - aufgrund des im Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresüberschusses in Höhe von TEUR 673 (Vorjahr: Überschuss TEUR 101) - bei TEUR 0. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag liegt bei TEUR 5.206. Im Vorjahr hat die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 5.880 ausgewiesen.

Zum 31. Dezember 2023 wird eine Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 34) ausgewiesen. Die sonstigen Rückstellungen betragen insgesamt TEUR 1.404 (Vorjahr: TEUR 1.298). Dieser Betrag beinhaltet vorwiegend sonstige Personalrückstellungen (TEUR 458). Zudem sind Rückstellungen für Energiekosten (TEUR 518) und Gewährleistung (TEUR 244) ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin haben sich zum Stichtag auf TEUR 14.643 verringert (Vorjahr: TEUR 16.307). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 68 (Vorjahr: TEUR 606). Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 426 TEUR beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 338 TEUR sowie übrige Verbindlichkeiten in Höhe von 88 TEUR. Die Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen betragen 1.582 TEUR. Die Höhe der passiven Rechnungsabgrenzung beträgt TEUR 754 (Vorjahr: TEUR 872).

2.2 Finanzlage

2023 2022
TEUR TEUR
Jahresüberschuss 673 101
Jahresergebnis vor außerordentlichen Posten 673 101
Abschreibungen auf Anlagevermögen 620 786
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen Anlagevermögen 0 13
Veränderung in Rückstellungen 103 163
Veränderung im Vorratsbestand -265 967
Veränderung in Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen -49 224
Veränderung aktiver Rechnungsabgrenzungsposten + latenter Steuern 199 519
Veränderung in Verbindlichkeiten 977 -2.084
Veränderung passiver Rechnungsabgrenzungsposten -119 -111
Cashflow aus operativer Tätigkeit 2.139 579
(Des-) Investitionen in immaterielles Vermögen 0 -2
(Des-) Investitionen in Sachanlagen -198 -561
Cashflow aus Investitionstätigkeit -198 -563
Free Cashflow 1.941 16
Aufnahme/Tilgung von Bankkrediten -2000 0
Cashflow aus Finanzierungsvorgängen -2.000 0
Veränderung liquider Mittel -59 16
Liquide Mittel Anfangsbestand 971 955
Liquide Mittel Endbestand 912 971

Aufgrund der größten Veränderungen im Bereich: Verbindlichkeiten, Vorräte und Forderungen beträgt der operative Cashflow nunmehr 2.139 TEUR (Vorjahr 579 TEUR).

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2023 TEUR 198. Investitionen in immaterielle Wirtschaftsgüter keine getätigt, auf Sachanlagen entfielen insgesamt TEUR 198. Die Investitionen konnten in 2023 aus dem Ergebnis der operativen Tätigkeit heraus finanziert werden.

Die Tilgung von Darlehnssummen in Höhe von TEUR 2.000 (Vorjahr TEUR 0) spiegeln sich im Cashflow aus Finanzierungsvorgängen.

Dementsprechend ergab sich aus den beschriebenen Zahlungsmittelbewegungen zum 31. Dezember 2023 ein Bestand an liquiden Mitteln von TEUR 912.

Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr ihre Zahlungsverpflichtungen fristgerecht beglichen.

2.3 Ertragslage

Für das Management stellen die Kennziffern Umsatzerlöse und Jahresergebnis die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren dar.

Im Geschäftsjahr 2023 betrugen die Umsatzerlöse TEUR 43.909 (Vorjahr: TEUR 45.723). Hiervon entfielen TEUR 33.406 (75,8 %) auf das Inland und TEUR 10.503 (24,2 %) auf das Ausland (davon 60,2 % Europa und 39,8 % Nord-, Mittel- und Südamerika, China, GB). Der Rückgang der Umsatzerlöse ist i. W. auf geringerer Abnahmemengen im Berichtsjahr zurückzuführen.

Die Bestandsveränderung von TEUR 542 resultiert insbesondere aus der Zunahme des Bestandes der Halbfertigfabrikate (TEUR 330) und des Bestandes der fertigen Erzeugnisse (TEUR 212).

Die Materialaufwendungen betrugen insgesamt TEUR 23.400 (Vorjahr: TEUR 24.843), dies entspricht 53,3 % der Umsatzerlöse (Vorjahr: 54,4 %). Für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden TEUR 18.728 (Vorjahr: TEUR 18.150) aufgewendet. Der Aufwand für bezogene Leistungen betrug in 2023 TEUR 4.672 (Vorjahr: TEUR 6.693). Die Einsparungen sind auf die im Berichtsjahr gefallenen Energiekosten zurückzuführen.

Der gesamte Personalaufwand im Jahr 2023 (incl. Tariferhöhung im April) betrug TEUR 15.988 (Vorjahr: TEUR 15.586) oder 36,4 % der Umsatzerlöse (Vorjahr: 34,1 %). Darin enthalten sind Sozialabgaben sowie Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 2.781 (Vorjahr: TEUR 2.682).

Die Steigerung der Materialaufwandsquote von 39,4 % in 2022 auf 42,0 % in 2023 ist im Wesentlichen auf die Preissteigerung seitens der Lieferanten zurückzuführen. Um die Effizienz sowie die Qualität zu verbessern, wurde im Geschäftsjahr 2023 die weitere Optimierung der Produktionsprozesse fortgesetzt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen insgesamt TEUR 2.939 gegenüber TEUR 3.274 im Vorjahr. Wesentliche Bestandteile hieraus sind Wartungskosten (TEUR 414), Mieten und Leasing für Einrichtung und Maschinen (TEUR 477), KFZ-Kosten (TEUR 425), Personalleasing (TEUR 189), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 103), Aufwendungen für Reparaturen (TEUR 232), Reisekosten und Bewirtung (TEUR 112), Entsorgungs- und Recyclingkosten (TEUR 198), Versicherungen (TEUR 129) sowie Ausgangsfrachten (TEUR 65).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen in Höhe von TEUR 620 (Vorjahr: TEUR 584) bezogen sich mit TEUR 33 auf immaterielle Vermögensgegenstände, mit TEUR 57 auf Gebäude, mit TEUR 428 auf technische Anlagen und Maschinen sowie mit TEUR 102 auf andere Anlagen und Betriebs-/Geschäftsausstattung.

Somit ergibt sich ein EBITDA von TEUR 1.903 (Vorjahr: TEUR 1.379). Unter Berücksichtigung der Abschreibungen, der Zinsen und der Steuern ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 673 (Vorjahr: Jahresüberschuss TEUR 101).

Ein Plan-Ist Vergleich der Finanzergebnisse aus der operativen Tätigkeit des Unternehmens in der Berichtsperiode setzt sich zusammen wie folgt:

2023 Plan 2023 Act Delta
A Net Sales and equivalents 49.421 44.246 -5.175
B Other Operating Income 0 60 60
C Financial Income 0 0 0
Sum Income 49.421 44.306 -5.115
D Cost of Operating Activities 47.764 43.023 -4.741
E of which: Amortization/Depreciation 668 620 -48
F Other Operating Cost 0 0 0
G Financial Cost 564 610 46
Sum Cost 48.328 43.633 -4.695
H Profit (Loss) on sales (A - D) 1.657 1.223 -434
I Profit (Loss) on Operating Activities (B - F + H) 1.657 1.283 -374
J Gross Profit (Loss) (C - G + I) 1.093 673 -420
K Corporate income tax 0 0 0
Net Profit (Loss) (J - K) 1.093 673 -420
EBITDA (E + G + K + (J - K)) 2.325 1.903 -422

Unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen (andauernde Risiken aus Ukraine Krieg, Preisentwicklung auf dem Energie- und Rohstoffmarkt sowie Abwärtstrend auf dem E-Automarkt) dürfen wir mit der Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Draftex im Geschäftsjahr 2023 zufrieden sein, obwohl der geplante Jahresüberschuss von 1.093 TEUR nicht erreicht wurde.

3 Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

Die Draftex Automotive GmbH ist aufgrund ihrer spezifischen Geschäftstätigkeit mit zahlreichen Risiken konfrontiert.

Risikofrüherkennung und -management sind integrale Bestandteile der wichtigsten Prozesse im Unternehmen. Dazu gehören insbesondere die revolvierenden Planungsprozesse, das risikoorientierte Controlling mit Anbindung an die Angebotskalkulation sowie die laufende Analyse und Bewertung der strategischen Ausrichtung und die unterjährige Überwachung der wichtigsten Ist-Parameter (operativ und finanziell), die sich im Prognoseprozess mit ggf. notwendigen Anpassungen niederschlagen.

Erkannte Risiken werden überwacht und, wo möglich, mit geeigneten Maßnahmen zur Risikovermeidung oder -minderung begegnet.

3.1 Risiken aus wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Die Produktionsprozesse der Draftex Automotive GmbH erfordern vor allem durch den Einsatz von hohen Energiemengen gekennzeichnet. Dementsprechend bestand auch im Berichtsjahr eine Risikoposition vor dem Hintergrund möglicher Energiepreissteigerungen.

Neben dem Faktor Energie ergibt sich für die Draftex Automotive GmbH ein Risiko aus der Entwicklung der Marktpreise für Rohstoffe und Halbfabrikate. Diese werden für wesentliche Materialien wie Gummimischungen und Metalleinleger durch die Marktentwicklung von Rohöl und Stahl signifikant beeinflusst. Eine detaillierte Betrachtung findet sich unter dem Abschnitt Risiken aus Beschaffung und Vertrieb.

Diese konnten früher (bis 2020) durch eine mittelfristige Vertragsbindung mit einem großen Energielieferanten umgangen werden. Ab dem Jahr 2021 war die Draftex Automotive GmbH gezwungen, Energie auf dem freien Markt einzukaufen, was zunächst als Chance zur Kostenoptimierung erschien, sich aber letztlich aufgrund unverhältnismäßiger Preissteigerungen als größter Risikofaktor - speziell im Jahre 2021 - erwies. Ab Mitte 2022 und im Verlauf des Jahres 2023 hat sich die Preissituation und das damit verbundene Risiko wesentlich reduziert. Es bleibt aber nach wie vor - neben den Einkaufspreisen für Produktionsrohstoffe - das Hauptrisiko, das zu einem ungeplanten Anstieg der Betriebskosten in der Zukunft führen kann.

Die Draftex ist bekanntlich ein Zulieferer für die Automobilindustrie. Demnach hängt der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens unmittelbar vom Absatz von Neufahrzeugen ab. Da Draftex auch für Elektrofahrzeuge Dichtungssysteme herstellt, ist der aktuelle Technologiewechsel in der Automobilindustrie weltweit für die Gesellschaft eher als Chance zu betrachten.

Die Rechnungsstellung erfolgt bei der Draftex Automotive GmbH sowohl auf Debitoren- als auch auf Kreditorenseite nahezu ausschließlich in Euro. Ein Wechselkursrisiko liegt somit nicht vor.

3.2 Risiken aus Branchenumfeld und Entwicklung

Die Umsetzung neuer Modelle und technologischer Trends auf den Automobilmärkten hat einen nahezu direkten Einfluss auf die wirtschaftliche Situation der Draftex Automotive GmbH, insbesondere wenn man den Standort EU/Deutschland gesondert betrachtet.

Nach Energie- und Halbleitern Krise aus dem Jahr 2022 konnten die großen Autohersteller ihre Absatzzahlen von Neuwagen weltweit in 2023 wieder steigern: Toyota um 7,2 % (+750 Tsd. Fahrzeuge), VW um 11,4 % (+940 Tsd. Fahrzeuge), BMW um 6,7 % (+160 Tsd. Fahrzeuge) und Mercedes Group um 22,1 % (+450 Tsd. Fahrzeuge). Innerhalb der deutschen Automobilindustrie wurde im Jahr 2023 ein Gesamtumsatz von rund 564 Milliarden Euro erzielt. Das waren etwa 58 Milliarden Euro mehr als noch im Jahr zuvor. Etwa 171,2 Milliarden Euro entfielen dabei auf den Inlandsumsatz, etwa 393,1 Milliarden Euro auf den Auslandsumsatz.

Als Konsequenz wurden in 2023 in Deutschland 2,9 Millionen Neuwagen verkauft, bzw. zugelassen (ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr). Volkswagen ist weiterhin klarer Marktführer bei den Personenkraftwagen in Deutschland. Insgesamt rund 519.100 Fahrzeuge der Stammmarke konnte der Wolfsburger Autobauer im Jahr 2023 in Deutschland absetzen. Darauf folgten, mit einigem Abstand, Mercedes, Audi und BMW. Die erfolgreichste ausländische Marke in Deutschland war Skoda. Gemessen am Absatz hat der Inlandsmarkt im Vergleich zu 2022 ein größeres Potential gezeigt und schaffte relativ gute Voraussetzungen für die Automobilzulieferindustrie in den nächsten 12 Monaten. Für Unternehmen wie Draftex entscheidend sind die "stabilen Abrufe", da die individuellen OEM-Strategien oft von den ursprünglichen Vergabezahlen abweichen.

Material- und Energiekosten haben sich im Verlauf des letzten Jahres teilweise stabilisiert. Nichts desto trotz konnte Draftex im dritten Jahr in Folge die Preise für viele Teile erhöhen und den größten Risikofaktor deutlich kompensieren. Periodische Preisreduktionen im Zusammenhang mit den Forderungen, die aus den abgesetzten OEM-Artikel resultieren, wurden bereits bei der Auftragsvergabe einkalkuliert und waren somit nicht als Risiko zu betrachten.

Der europäische Markt für Karosserieabdichtungen unterliegt einer hohen Wettbewerbsintensität. Alleinstellungspositionen erreichen die Marktteilnehmer dabei primär durch effizienzverbessernde Maßnahmen und den sich daraus ergebenden Preisspielräumen sowie Fortschritten aus den laufenden Entwicklungs-, Produkt- und Prozessverbesserungen, darunter Automatisierung der Produktionsabläufe.

3.3 Qualitätsrisiken

Das Qualitätsmanagementsystem der Draftex Automotive GmbH ist darauf ausgerichtet, den branchenüblichen Qualitätsrisiken entgegenzuwirken. Die neueste Ausgestaltung und optimale Wirksamkeit dieses Systems wird durch die Zertifizierung nach ISO (IATF) 16949 bestätigt (aktuelles Zertifikat gültig bis 08.06.2024). Diese spezielle Norm vereint existierende allgemeine Forderungen an Qualitätsmanagementsysteme der (meist nordamerikanischen und europäischen) Automobilindustrie und wird regelmäßig von externen Prüfungsgesellschaften im strengen, mehrdimensionalen Audit geprüft. Der Betrieb bereitet sich für die notwendige Re-Zertifizierung im laufenden Prozess vor.

Im April 2024 wurde bei Draftex Re-Zertifizierung Audit (nach IATF 16949:2016) erfolgreich durchgeführt. Ausgabe des verlängerten Zertifikates wird in Juli erwartet.

Für mögliche Ansprüche der Kunden gegenüber dem Lieferant Draftex werden allgemeine Gewährleistungsrückstellungen (für eventuell anfallende Sortierkosten und Sonderfahrten) als Teil der übrigen sonstigen Rückstellungen standardmäßig berücksichtigt. Zudem ist das Unternehmen gegen Rückrufkosten sowie Aus- und Einbaukosten sowohl über eine Konzern-Global-, als auch eine lokale Versicherungspolice optimal geschützt. Das Deckungsvolumen für potentielle Versicherungsfälle beträgt EUR 5 Mio. p.a.

3.4 Risiken aus Beschaffung und Vertrieb

Die Versorgung mit den Hauptkomponenten für die Draftex Automotive GmbH Produktion (Gummi und Stahl), was Menge, Qualität und Preis betrifft, verlief im 2023 insgesamt in stabilen Rahmen. Die Gummimischungen wurden ab 2023 überwiegend konzernintern beschafft (Verbesserung der Gewinnspanne auf Gruppenebene). Ein Teil des Rohmaterials wird nach wie vor von zwei großen, unabhängigen deutschen Herstellern gekauft (spezielle Mischungen).

Ebenso stellt die Rückgriffmöglichkeit auf die in Sanok vorhandenen Produktions-, Forschungs- und Entwicklungskapazitäten eine nachhaltige Minimierung der Risiken im Zusammenhang mit den steigenden Kosten für externes Branchen-Know-how (Fachexpertisen u. Prototypenentwicklung) dar. Jeder von den drei unserer Hauptlieferanten von Gummimischungen ist grundsätzlich in der Lage, beim Ausfall des einen Herstellers für den anderen Hersteller vollständig (und ohne Extrakosten) einzuspringen.

Der zweite kritische Aspekt bleibt die Beschaffung der Vulkanisationswerkzeuge. Das Ausfallrisiko wird hier minimiert durch den Einsatz von zwei marktführenden und unabhängigen Werkzeugbaubetrieben. Wiederum kann jeder einzelne das gesamte Spektrum des anderen vollständig abdecken, was eine recht komfortable Ausgangslage für neue Projekte bedeutet.

Weil die Draftex vorwiegend große deutsche OEM beliefert, welche das geringstmögliche Ausfallrisiko für Zahlungen tragen, ist der Forderungsbestand des Unternehmens relativ gut abgesichert. In Kooperation mit kleineren Betrieben und Startups, besteht die Draftex meist auf Vorkasse oder zumindest auf Übernahme der gesamten externen Kosten eines Projekts in Form einer Anzahlung.

Das Risiko für insolvenzbedingte Zahlungsausfälle besteht grundsätzlich auch mit Blick auf dieses Kundenportfolio, kann aus heutiger Perspektive als sehr gering eingestuft werden.

3.5 Ertrags- und Liquiditätsrisiken

Durch den neuen Kooperationsvertrag mit dem Hauptkunden der Draftex Automotive GmbH, der im zweiten Quartal 2021 unterzeichnet wurde, und die neuen Nominierungen aus dem ersten Quartal 2024 verfügt das Unternehmen mittelfristig über einen ausreichenden Auftragsbestand, um eine angemessene Gewinnmarge zu erzielen. In diesem Zusammenhang erwartet die Geschäftsführung für die kommenden Planjahre (bis 2026), dass aus der operativen Tätigkeit ausreichende, eigene Finanzmittel zur Sicherstellung der operativen Liquidität generiert werden können.

Die in der Automotive Branche hohen Entwicklungs- und Produktionskosten sowie deren Finanzierung, werden üblicherweise auf die Zulieferer abgewälzt, die stets gezwungen werden diese zu überwachen, ggf. entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Wichtige Rolle spielen dabei die mit den Lieferanten vereinbarten Zahlungskonditionen. Für die Geschäftsjahre 2023 - 2024 lagen, bzw. liegen diese auf einem durchschnittlichen und für Draftex sicherem Niveau (Zahlungsziel-Korridor zwischen 14 und 60 Tagen). Für den Hauptkunden galt (wie im Vorjahr) das verkürzte Zahlungsziel von 0 Tagen (effektiv 5 Arbeitstage). Die Kundenforderungen sind dagegen mit einem Ziel von 15 bis 30 Tagen beglichen worden. Dennoch wurden in der Berichtsperiode Maßnahmen eingeleitet, die vorhandene Liquidität verbesserten, u. a. die Nachverhandlung der Zahlungskonditionen für Werkzeuge (Vorkasse, zwei der Hauptkunden) und die Verlängerung des Zahlungsziels für Rohmateriallieferungen (Stahl). Bei vielen Kleinmaterialgruppen wurden Synergien aus dem Kauf in "Konzernmengen" effektiv genutzt.

Aufgrund des positiven operativen Cashflows im Geschäftsjahr, wurde keine Zusatzfinanzierung der Draftex Automotive GmbH durch externe Mittelzuführungen oder durch die Übernahme von Verbindlichkeiten seitens der Muttergesellschaft, notwendig. In Folge der vorgenommenen Neustrukturierung und der damit verbundenen Stärkung der Finanzkraft und des Eigenkapitals, das bestandsgefährdende Risiko als gering an.

Bezüglich der weiteren Ertrags- und Liquiditätsentwicklung der Gesellschaft hat die Geschäftsführung eine Unternehmens- und Liquiditätsplanung erstellt, die für die kommenden Geschäftsjahre positive Entwicklung des Unternehmens im Bereich Umsatz und Liquidität ausweist.

3.6 Risiken aus dem Ukraine Krieg

Der Einmarsch der russischen Streitkräfte in die souveräne Ukraine am 24. Februar 2022 hatte - neben der anhaltenden menschlichen Tragödie - auch deutlich negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft im Jahr 2023 und damit auf die operativen Prozesse und Finanzen vieler Unternehmen.

Im März 2023 haben wir unsere Kunden gesondert über das 10. EU-Sanktionspaket gegen Russland informiert. Seine wichtigsten Bestandteile aus unserer Sicht als Produzenten waren: synthetischer Kautschuk (KN-Code 4002) und Ruß (CN Code 2803):

für beide gilt ab dem 1. Juli 2024 ein vollständiges Einfuhrverbot in die EU

mengenmäßige Einfuhrbeschränkungen gelten bis zum 30. Juni 2024

synthetischer Kautschuk: insgesamt dürfen bis zum 30. Juni 2024 nur 562.973 Tonnen aus Russland in die EU eingeführt werden

Ruß: insgesamt dürfen in gleicher Zeitperiode nur 752.475 Tonnen aus Russland in die EU eingeführt werden

Alle Folgen dieser Sanktionen werden als höhere Gewalt betrachtet und entziehen sich der Kontrolle von Sanok RC und seinen Tochtergesellschaften.

Bis Dato beeinträchtigte der Ukraine-Krieg weiterhin den europäischen Automobilsektor und führte zu Engpässen u.a. bei der Lieferketten und Störungen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite. Künftige Auswirkungen können zu einer weiteren Verknappung von Rohstoffen auf dem Markt führen sowie zu anderen Problemen, die derzeit nur schwer vorhersehbar sind.

3.7 Chancen

Das Unternehmen genießt in seinem Marktsegment nach wie vor einen sehr guten Ruf, der auf hervorragender Kompetenz und allgemeiner Kundenzufriedenheit beruht. Dies wird "jährlich" durch neue Projekte und Produkte im Draftex-Portfolio bestätigt. Eigene Produktentwicklungen und die hohe Qualität der Draftex-Produkte werden sehr geschätzt.

Auch die weitere Entwicklung des Marktes für Elektroautos im Berichtszeitraum bietet eine weitere Chance, den Umsatz des Unternehmens nachhaltig zu steigern.

Ab 2023 profitiert Draftex von den bereits abgeschlossenen und umgesetzten IDW S6-Maßnahmen. Die im Jahr 2021 gestarteten Innovationsprojekte haben Früchte getragen und Draftex hat wieder eine führende Position in der Branche eingenommen.

Das Thema Nachhaltigkeit hat im Verlauf des Berichtsjahres für unsere bestehenden sowie potentiellen Kunden deutlich an Bedeutung gewonnen. Durch gezielte Handlungen, wie bereits im Absatz 1.5 beschrieben, versucht Draftex zunehmend den neuen Kundenanforderungen gerecht zu werden.

Draftex hat in der Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern Entwicklungen gestartet für Mischungen die leichter und somit billiger sind. Eine Standard Dichtung kann ein Gewicht haben von bis zu 800 Gramm. Mit den leichteren Mischungen gibt es die Möglichkeit das Gewicht zu reduzieren obwohl die technischen Anforderungen gleich bleiben. Diese Entwicklung sind hausintern vorangetrieben worden und sind bereits mehrfach getestet worden. Die Teile wurden den Kunden vorgestellt, und die Resonanz war sehr positiv.

In Q4/2023 wurde entscheiden, dass eine weitere (im 7-stelligen Bereich) Investition am Standort Grefrath getätigt wird, um die Kapazität und Qualität der Produktionsprozesse der Doppel-Extrusion zu verbessern. Diese Anlage extrudiert 2 Teile im gleichen Moment und wird weiter optimiert durch den Einsatz von 2 Roboter, die das Einstecken und die Entnahme der Bauteile übernehmen. Dadurch soll die Produktivität und die Qualität gesteigert werden und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf dem Markt erhöht werden.

Das Hauptziel dieser Investition bleibt jedoch eine höchst automatisierte und integrierte Anlage mit sehr geringer CO 2 Emission am Draftex Standort zu betreiben.

3.8 Prognose

In den Industriestaaten wird das reale Bruttoinlandsprodukt (Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die im betreffenden Jahr innerhalb der Landesgrenzen hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen) im laufenden Jahr 2024 laut der Prognose des IMF um rund 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen. Für das kommende Jahr 2025 wird ein Wirtschaftswachstum von rund 1,8 Prozent erwartet.

Das weltweite BIP-Wachstum wird für das vergangene Jahr 2023 auf rund 3,2 Prozent geschätzt. Im laufenden Jahr 2024 wird sich das globale Wachstum laut Prognosen nicht verändern und weiterhin geschätzt rund 3,2 Prozent betragen. Für das Jahr 2025 wird ein Wachstum von ebenfalls rund 3,2 Prozent prognostiziert. In Schwellen- und Entwicklungsländern ist das Wachstum stärker und beträgt im laufenden Jahr 2024 laut Prognosen rund 4,2 Prozent.

Die Prognosen zum weltweiten Wachstum sind seit dem Januar Update von 2024 leicht gestiegen. Jedoch liegt das weltweite Wachstum noch deutlich unter dem historischen Durchschnittswachstum von 3,8 Prozent (in den Jahren 2000 bis 2019). Der Krieg in der Ukraine sowie der immense Ausbruch von Covid-19 in China 2020 haben sich negativ auf das Wachstum ausgewirkt. Die Inflationsraten waren Ende 2022 auf einem Langzeithoch. Im Jahr 2023 sind die Inflationsraten jedoch deutlich gesunken und erreichen Anfang 2024 das Vorkrisenniveau.

Die deutsche Wirtschaft müht sich schrittweise aus der Flaute. Große Sprünge beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) sind aber auch nach dem überraschenden, leichten Wachstum zu Jahresbeginn nicht zu erwarten. Für 2024 rechnen die Konjunkturexperten der Industriestaatenorganisation nun nur noch mit einem Plus von 0,2 Prozent.

Die globalen Finanzierungsbedingungen haben sich in den letzten Monaten leicht entspannt. Die Aktienkurse haben sich erholt, die Volatilität ist zurückgegangen. Trotzdem belasten hohe Realzinsen weiterhin die Wirtschaftstätigkeit. Nach deutlichem Rückgang Ende 2023 nehmen die nominalen Renditen langfristiger Staatsanleihen seit Anfang 2024 in den meisten Volkswirtschaften zu, was auf gestiegene Erwartungen in Bezug auf die künftige Entwicklung der Leitzinsen in den wichtigsten fortgeschrittenen Volkswirtschaften zurückzuführen ist.

Das Wachstum in China, Korea und den Vereinigten Staaten verhalf dem Welthandel im vierten Quartal 2023 trotz der anhaltenden Schwäche in Europa zu einer Erholung. Diese scheint sich auch 2024 fortzusetzen, auch wenn sie nach wie vor fragil und stark von den Vereinigten Staaten und China abhängig ist. Seit Beginn der Angriffe auf Frachtschiffe im Roten Meer ist der Transit von Containerschiffen durch den Suezkanal stark zurückgegangen, die durchschnittliche tägliche Anzahl der Schiffe war zwischen Januar und Mitte April um etwa die Hälfte niedriger als im letzten Quartal 2023. Die Umleitung um das Kap der Guten Hoffnung beeinträchtigt knapp 10 % des weltweiten Seehandels und knapp ein Fünftel des Volumens der Langstreckenschiffe und verlängert die Fahrtzeiten für die betroffene Fracht zwischen Nordeuropa und Asien um etwa 30 %.

Die USA verzeichneten im Jahr 2023 ein starkes Wachstum, das sich im Jahresverlauf 2024 relativ robust fortsetzen dürfte. Das Haushaltsdefizit dürfte hoch bleiben, aber leicht zurückgehen. Die Kerninflation geht im Jahresvergleich weiter zurück, wenn auch in bescheidenem Tempo. Zu den Aufwärtsrisiken gehört die unerwartet starke Beschäftigungsentwicklung, die die Ausgaben der privaten Haushalte ankurbelt.

In Europa bewegt sich die Konjunktur seit über einem Jahr effektiv seitwärts. Jüngere Daten deuten allerdings auf einen milden Aufschwung hin. Im 1. Quartal 2024 wuchs das BIP in EU und Eurozone überraschend (+0,3 %, vorl.), auch in Deutschland wuchs es leicht (+0,2 %). Der Arbeitsmarkt bleibt robust, die Arbeitslosenquote betrug in der EU zuletzt 6 %, in der Eurozone 6,5 %, in Deutschland 3,2 %.

Im Jahr 2023 wurde Draftex von seinen Kunden darüber informiert, dass wichtige Lieferverträge, die wir zuvor abgeschlossen hatten für einen bestimmten Zeitraum, weiterlaufen werden. Der Lebenszyklus eines Projekts in der Industrie beträgt in der Regel 7 Jahre. Aufgrund der obligatorischen hohen Investitionen in die Fahrzeugelektrifizierung sind die OEMs in der Regel nicht bereit (nicht in der Lage), die gesamte Modellpalette in sehr kurzer Zeit komplett zu erneuern. Sie benötigen dafür deutlich mehr Zeit. Eine Verlängerung des bestehenden Liefervertrages ist derzeit die pragmatische Lösung, die für beide Seiten Vorteile bietet.

Insbesondere der Markt für Elektrofahrzeuge wird seit einigen Monaten verstärkt unter den Gesichtspunkten Wirtschaftlichkeit, Umwelt und Konjunkturprognosen analysiert. Die Medien und die Politik haben hier eine aktive Rolle eingenommen. Es darf nicht übersehen werden, dass der Absatz von E-Fahrzeugen - vor allem an Privathaushalte - in den letzten 18 Monaten zurückgegangen ist, unter anderem durch das Ende der Subventionen. Diese Unsicherheit hat dazu geführt, dass mehrere Draftex-Kunden beschlossen haben, ihre aktuellen Verbrennungsmodelle über die vereinbarte Laufzeit hinaus zu verlängern. Mehrere OEMs, darunter Draftex-Kunden wie Daimler und BMW, ziehen es derzeit vor, eine solche Strategie umzusetzen.

Wir haben noch keine offizielle Bestätigung erhalten, bis wann die aktuellen Modelle laufen werden, aber die Anzeichen (SOP des Nachfolgemodells verzögert sich um 1 Jahr = Vorgänger läuft länger) deuten auf 1 bis 2 Jahre hin.

In Q1/2024 ist Draftex als Lieferant für 3 wichtige Projekte nominiert worden. Es handelt sich um Dichtungen für mehrere BMW-Fahrzeuge und ein komplexes Türdichtungssystem für Rolls Royce.

Die Entwicklung hat begonnen und die neuen BMW-Modelle werden Ende 2026 und die RR-Modelle Anfang 2027 anlaufen. Der Gesamtumsatz über die Laufzeit der drei Projekte beläuft sich auf rund 45 Mio. EUR. Bei diesen Projekten werden die bereits erwähnten neuen und leichteren Mischungen verwendet, die 2023 entwickelt werden. Die ersten Prototypenteile werden im Juni 2024 an den Kunden ausgeliefert. Die Investition in die Doppelextrusion (wie in Abschnitt 3.8 erwähnt) wird sich auch bei der Produktion dieser Teile amortisieren.

Die hier abgegebene Prognose des Geschäftsverlaufes 2024-2025 für Draftex ist - durch die Ertragslage, Liquidität und Umsetzung in vergangenen 24 Monaten der streng definierten Restrukturierungsmaßnahmen - nach unserer Auffassung gut gesichert.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet die Gesellschaft Umsatzerlöse von rund TEUR 45.000 sowie ein Jahresergebnis in der Größenordnung von TEUR 900.

Der hier formulierte Prognosebericht basiert auf Erwartungen und Aussagen zu den in der Zukunft liegenden Sachverhalten. Derartige Aussagen unterliegen naturgemäß zahlreichen Risiken und Unsicherheiten. Sollten diese eintreten, können die tatsächlichen Ereignisse und Sachverhalte von den hier dargestellten Erwartungen abweichen.

 

Grefrath, 28. Juni 2024

Draftex Automotive GmbH

Martijn Merkx, Geschäftsführer, CEO

Kim Vanbockrijck, Geschäftsführer, CCO

Bei dem anliegenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Draftex Automotive GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Draftex Automotive GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Draftex Automotive GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben zu den allgemeinen Angaben (1.1) im Anhang sowie auf den Abschnitt "Ertrags- und Liquiditätsrisiken" (3.5) im Chancen- und Risikobericht im Lagebericht, in denen die gesetzlichen Vertreter ein bestandsgefährdendes Risiko darlegen, dieses jedoch aufgrund der umgesetzten Maßnahmenpunkte aus dem Kooperationsvertrag vom 27. März/7. April 2021 (Neustrukturierung der Gesellschaft) und der damit verbundenen Stärkung der Finanzkraft und des Eigenkapitals als gering einstufen. Wie im Anhang und im Lagebericht dargelegt, deutet dieses Ereignis und diese Gegebenheit auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestands-gefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Duisburg, den 28. Juni 2024

PKF Fasselt
Partnerschaft mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Rechtsanwälte

gez. Hegmanns, Wirtschaftsprüfer

gez. Küppers, Wirtschaftsprüfer

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