Alte Leipziger Versicherung Aktiengesellschaft

Alte-Leipziger-Platz 1, 61440 Oberursel (Taunus), DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Bad Homburg HRB 1585
Eingetragen
23.7.2003
Branche
Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem VersicherungsgeschäftTätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Ist der unmittelbare Betrieb aller Zweige der Privatversicherung im In- und Ausland mit Ausnahme der Lebens-, Kranken- und Kreditversicherung; ferner der Betrieb der Rückversicherung in allen Zweigen. Die Gesellschaft kann sich an Sachversicherungs-Unternehmungen oder solchen Unternehmungen anderer Art, deren Gegenstand mit ihrem Zweck in wirtschaftlichem Zusammenhang steht, beteiligen. Die Gesellschaft ist berechtigt, den Bestand anderer Sachversicherungs-Unternehmen ganz oder teilweise zu übernehmen oder zu verwalten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Franziska Rittig
seit 20.2.2026
Prokura
Jochen Hattendorf
seit 11.7.2025
Prokura
Hans-Peter Weih
seit 19.2.2025
Prokura
Dirk Hergesell
seit 16.7.2024
Prokura
Markus Hahnel
seit 3.7.2023
Prokura
Nils König
seit 3.7.2023
Prokura
Marcus Tersi
seit 18.1.2023
Vorstandsmitglied
Thomas Görges
seit 14.12.2021
Prokura
Stefan Ehrenberg
seit 28.1.2021
Prokura
Oliver Thiel
seit 30.1.2019
Prokura
Rudolf Fabeck
seit 25.4.2018
Prokura
Heiko Moritz
seit 5.2.2014
Prokura
Prokura
Kai Waldmann
seit 19.10.2011
Vorstandsmitglied
Michael Neuhalfen
seit 16.10.2007
Prokura
Stefan Peitz
seit 24.1.2006
Prokura
Thomas Rode
seit 24.1.2006
Prokura
Gerald Matzack-Thoma
seit 26.9.2005
Prokura
Andreas Fischer
seit 23.7.2003
Prokura
Christoph Dietz
seit 23.7.2003
Prokura
Volker Leinweber
seit 23.7.2003
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Alte Leipziger Versicherung Aktiengesellschaft

Oberursel (Taunus)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung laufend überwacht und beratend begleitet.

Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2023 zu zwei Sitzungen zusammengetreten und hat sich sowohl in- als auch außerhalb der Sitzungen durch schriftliche und mündliche Berichte über den Gang und die Entwicklung der Geschäfte ausführlich unterrichten lassen.

Arbeit des Aufsichtsrats

In seinen Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Geschäftsentwicklung, der Geschäftsstrategie und der Unternehmensplanung befasst. Der Aufsichtsrat erörterte mit dem Vorstand auch in diesem Jahr eingehend die Entwicklung der wesentlichen Unternehmenskennzahlen und ließ sich zu den einzelnen Sparten berichten. Ein Schwerpunkt bildete dabei die Entwicklung der Combined-Ratio. Der Aufsichtsrat ließ sich zum vertrieblichen und versicherungstechnischen Ergebnis berichten, wobei unter anderem auf die Entwicklung des Maklergeschäftes tiefergehend eingegangen wurde. Die positiven Ergebnisse des Produktupdates zur Unfallversicherung sowie zur PHV/THV im Rahmen der Realisierung der ECO-Strategie waren ebenfalls Gegenstand der Berichterstattung. Der Aufsichtsrat ließ sich über die Einführung des Papierlos-Tarifs in der Sparte Kfz sowie weitere Maßnahmen zur Steigerung der Dunkelverarbeitungsquote im Änderungs- und Bestandsgeschäft unterrichten.

Weitere Schwerpunkte bildeten die Berichterstattung des Vorstands zur Entwicklung der Kapitalanlagen sowie das Risikomanagement, insbesondere der Risikostrategie.

Ebenfalls wurde die Personalplanung eingehend dargestellt und erörtert.

Zum Thema Nachhaltigkeit ließ sich der Aufsichtsrat die vom Vorstand in der Nachhaltigkeitsstrategie definierten Ziele vorstellen und erläutern. Im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie der ALH-Gruppe sind auch für die Alte Leipziger Versicherung Aktiengesellschaft die Berücksichtigung nachhaltiger Aspekte sowie klimaschonendes Handeln wesentliche unternehmerische Vorgaben. Für das Geschäftsjahr 2024 wurden -wie auch für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 - Nachhaltigkeitsziele in der Vorstandsvergütung verankert.

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsstrategie und die darauf aufbauende Mittelfristplanung der Gesellschaft sowie die Rahmenplanung des Vorstands zur Kapitalanlage für das Geschäftsjahr 2024 ausführlich beraten und verabschiedet. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat mit Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten befasst.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend sowie den gesetzlichen Vorgaben entsprechend über alle für das Unternehmen relevante Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements sowie über die Wahrung der Compliance informiert hat.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand mit dem Vorstand in ständiger enger Verbindung. Er ließ sich regelmäßig über bedeutsame Fragen und Maßnahmen der Geschäftspolitik informieren. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden über die Ergebnisse laufend unterrichtet.

Über die Arbeit der Ausschüsse (Personal-, Kapitalanlage-, Produkt- und Prüfungsausschuss) wurde dem Aufsichtsrat in seinen Sitzungen am 3. März, 23. November 2023 sowie 12. März 2024 berichtet.

Der Verantwortliche Aktuar hat die versicherungsmathematische Bestätigung unter der Bilanz erteilt und dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse seines Erläuterungsberichts in der Bilanzsitzung berichtet.

Jahresabschluss 2023

Der Abschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 sowie den Lagebericht des Vorstands unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft.

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Herr Martin Rohm, berichtete dem Aufsichtsrat in der Bilanzsitzung am 9. März 2023 sowie am 12. März 2024 über die vorbereitende Tätigkeit und Prüfungen hinsichtlich der Aufgaben des Aufsichtsrats nach § 107 Absatz 3 Satz 2 AktG. An der Sitzung vom 12. März 2024 nahm auch der Abschlussprüfer teil, der über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtete. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses durch den Abschlussprüfer angeschlossen und hat nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung Einwendungen nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss gebilligt, der damit gemäß § 172 AktG festgestellt ist. Dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns hat sich der Aufsichtsrat angeschlossen.

Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG sowie den hierzu vom Abschlussprüfer gemäß § 313 AktG erstatteten Prüfungsbericht vorgelegt. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers lautet wie folgt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Aufsichtsrat hat den Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft und schließt sich dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers an. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die engagierten Leistungen und die im Berichtsjahr erzielten Erfolge.

Personalentscheidungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Frau Wiltrud Pekarek sowie die Herren Christoph Bohn, Martin Rohm und Dr. Jürgen Bierbaum wurden jeweils wieder zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt. Der Aufsichtsrat wählte Herrn Christoph Bohn erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

 

Oberursel (Taunus), den 12. März 2024

Alte Leipziger
Versicherung Aktiengesellschaft

Der Aufsichtsrat

Bohn, Vorsitzender

Rohm, stv. Vorsitzender

Dr. Bierbaum

Pekarek

Vallet Muñoz

Wende

Compliance-Bericht

Der Erfolg des Unternehmens basiert in hohem Maße auf dem Vertrauen, das Kunden, Geschäftspartner und die Öffentlichkeit in die rechtskonforme Handlungsweise und in die Integrität der Gesellschaft setzen. Um die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen sicherzustellen, hat das Unternehmen ein Compliance-Management-System eingerichtet.

Veränderungen des rechtlichen Umfeldes werden systematisch beobachtet und bewertet. Compliance-Risiken werden regelmäßig überprüft; sie werden durch eine Vielzahl von Maßnahmen reduziert. Bei Bedarf werden die Maßnahmen angepasst.

Bericht des Vorstands - Lagebericht

Gesamtwirtschaftlicher Rahmen 1

Die deutsche Volkswirtschaft ist im Jahr 2023 aufgrund eines krisengeprägten Umfelds und den damit verbundenen Herausforderungen um 0,3 % preisbereinigt zurückgegangen.

Der private Konsum - als wichtigste Größe des Bruttoinlandsprodukts - ging real um 0,8 % zurück. Insbesondere bei langlebigen Konsumgütern war ein deutlicher Nachfragerückgang zu verzeichnen. Die staatlichen Konsumausgaben gingen mit dem Auslaufen vieler Coronahilfsmaßnahmen ebenfalls zum ersten Mal seit 20 Jahren real um 1,7 % zurück. Die Bauinvestitionen mussten aufgrund des höheren Zinsniveaus einen Rückgang um 2,1 % verkraften, insbesondere der Wohnungsmarkt bremste hier. Die Ausrüstungsinvestitionen stiegen dagegen real um 3,0 % an. Die Exportindustrie verzeichnete einen realen Rückgang von 1,8 %, während die Importe real um 3,0 % fielen, so dass trotz des insgesamt schwächeren Außenhandels eine positive Veränderung des Außenbeitrags erreicht worden ist.

Das deutsche Staatsdefizit ging nach vorläufigen Berechnungen durch das Auslaufen vieler staatlicher Hilfsmaßnahmen von 96,9 Mrd. € im Jahr 2022 auf 82,7 Mrd. € im Jahr 2023 zurück. Die Defizitquote lag bei 2,0 % und damit unter den Defizitkriterien der EU von 3,0 % des BIP. Die durchschnittliche Inflationsrate im Jahr 2023 lag bei 5,9 %, was insbesondere den relativ hohen Nahrungsmittelpreisen geschuldet war. 2

Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich im Berichtsjahr 2023 um 0,7 % auf 45,9 Millionen Beschäftigte und erreichte einen neuen Allzeit-Höchststand. Der Beschäftigungsaufbau fand nahezu ausschließlich im Dienstleistungsbereich statt.

Kapitalmärkte

Die Aktienmärkte entwickelten sich im Jahre 2023 trotz diverser Krisen und Kriege positiv. Der DAX-Performance Index stieg vom Jahresanfang mit 13.992 Punkten auf 16.752 Punkte am Jahresende. Der Dax verzeichnete ein prozentuales Plus von 19,7 %. 3 Auch der EuroStoxx 50 entwickelte sich positiv, er startete in das Jahr 2023 mit 3.803 Punkten und beendete das Jahr mit 4.522 Punkten. Dies stellte ein Plus von 18,9 % beim Euro Stoxx 50 dar. 4

Die durchschnittliche Umlaufsrendite von Anleihen der öffentlichen Hand fiel von 2,57 % zu Jahresbeginn auf 2,14 % zum Jahresende. Der Grund lag in der Erwartung der Rentenmärkte auf vermehrte Zinssenkungen der Notenbanken im Jahr 2024. Der Zinsrückgang innerhalb eines Jahres betrug knapp 43 Basispunkte. 5

Entwicklung der Branche in der Schaden- und Unfallversicherung 6

In der Schaden- und Unfallversicherungsbranche betrug das Beitragswachstum 2023 gemäß der Prognose des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 6,7 %, nach 4,4 % im Vorjahr. Getragen wird das Wachstum insbesondere durch die private Sachversicherung. Hier wird für 2023, auch aufgrund einer gestiegenen Nachfrage nach Elementardeckung, ein Beitragsanstieg von 13,5 % erwartet. Gleiches gilt für die nicht-privaten Sachversicherungen. Auch hier wird aufgrund der signifikant gestiegenen Inflationsindizes und daraus resultierend gestiegener Versicherungssummen ein Anstieg von 13,0 % prognostiziert. In der Allgemeinen Haftlichtversicherung rechnet man trotz gestiegener Lohn- und Umsatzsummen sowie Beitragsanpassungsmöglichkeiten mit einem unterdurchschnittlichen Beitragswachstum von 3,0 %. Für die Allgemeinen Unfallversicherung wird aufgrund einer zu erwartenden Fortsetzung des Bestandsabriebs von stagnierenden Beiträgen ausgegangen. Die Entwicklung in den Kraftfahrtsparten wirkt sich mit einem erwarteten Beitragsanstieg von 4,1 % ebenfalls dämpfend auf das Wachstum aus. In den Transport- und Luftfahrtversicherungen wird für 2023 gemäß Hochrechnung von einem deutlichen Beitragsplus von 8,0 % ausgegangen.

1 Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2024.
2 Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 003 vom 4. Januar 2024.
3 Börse Frankfurt: Kurshistorie DAX.
4 Börse Frankfurt: Kurshistorie EuroStoxx 50.
5 Deutsche Bundesbank: Kapitalmarktstatistik
[Tägliche Umlaufrenditen festverzinslicher Schuldverschreibungen inländischer Emittenten nach Wertpapieren].
6 GDV: Hochrechnung November 2023.

Bei den Schadenaufwendungen war in 2023 gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Zurückzuführen war dies insbesondere auf Schäden infolge von Naturgefahren, welche sich in den Sommermonaten ereigneten. So wird für die private Sachversicherung infolgedessen ein deutlicher Anstieg um 10 % erwartet. Für die Combined Ratio ist aufgrund der stärker ausgefallenen Beitragsanpassungen jedoch von einer deutlichen Verbesserung auf 93% auszugehen. Anders verhält es ich im Segment der nicht-privaten Sachversicherung. Hier wird großschadenbedingt mit einem moderaten Anstieg der Combined Ratio auf 100 % gerechnet. Die Schadenentwicklung in den Kraftfahrtversicherungen stand weiterhin unter dem Einfluss der Inflation und der damit einhergehenden dynamischen Entwicklung bei den Ersatzteilpreisen. Die Schadenaufwendungen des Geschäftsjahres steigen gemäß den Prognosen infolgedessen um rund 14 %. Die Combined Ratio wird bei 110 % erwartet. Der Geschäftsjahresschadenaufwand für alle Versicherungszweige wird in 2023 den Hochrechnungen zufolge um etwa 13 % steigen. Die Brutto-Combined-Ratio wird bei rund 98 % erwartet.

Unsere Geschäftsergebnisse im Überblick 7

Die gebuchten Bruttobeiträge des Gesamtgeschäftes nahmen um 64,2 Mio. € auf 481,5 Mio. € zu. Das entsprach einem Plus von 15,4 %. Unter Berücksichtigung der Veränderung der Bruttobeitragsüberträge ergaben sich verdiente Bruttobeiträge in Höhe von 473,5 Mio. € (412,1 Mio. €). Der Zuwachs betrug 14,9 %. Die verdienten Rückversicherungsbeiträge stiegen von 88,2 Mio. € auf 95,5 Mio. €. Daraus errechnete sich ein Plus von 8,3 %. In der eigenen Rechnung verblieben verdiente Beiträge von 378,1 Mio. € nach 323,9 Mio. €. Hier lag der Zuwachs bei 16,7 %.

In der Bruttobetrachtung belief sich der Gesamtschadenaufwand auf 331,0 Mio. € gegenüber 257,3 Mio. € im Vorjahr. Die entsprechende Quote betrug 69,9 % der verdienten Beiträge nach 62,4 % in 2022. Die Rückversicherung führte zu einer Entlastung von 81,4 Mio. € (47,4 Mio. €). Per Saldo verblieb in der Nettorechnung ein Gesamtschadenaufwand von 249,6 Mio. € gegenüber 209,9 Mio. € im Vorjahr. Die Relation zu den verdienten Beiträgen erhöhte sich von 64,8 % auf 66,0 %.

Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb nahmen von 132,5 Mio. € auf 153,6 Mio. € zu. Fast 70 % des Anstiegs entfielen auf erhöhte Provisionsaufwendungen infolge des Beitragswachstums. Das Verhältnis zu den verdienten Bruttobeiträgen betrug 32,4 % nach 32,1 % im Vorjahr. In der Nettorechnung verblieben Aufwendungen von 127,2 Mio. € (104,7 Mio. €). Die Kostenquote stieg von 32,3 % auf 33,7 % der verdienten Beiträge für eigene Rechnung. Die Combined Ratio für den Selbstbehalt erhöhte sich von 97,1 % auf 99,7 % im Geschäftsjahr.

Der übrige versicherungstechnische Nettofehlbetrag stellte sich auf 8,0 Mio. €, eine Zunahme um fast 5,0 Mio. €. Der Grund lag zum einen in steigenden übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen und zum anderen in erhöhten Aufwendungen für Feuerschutzsteuer in Zusammenhang mit dem Beitragswachstum.

Vor Veränderung der Schwankungs- und ähnlichen Rückstellungen ergab sich in der Nettobetrachtung ein Fehlbetrag von 6,8 Mio. €. Im Vorjahr war von einem Überschuss in Höhe von 6,2 Mio. € zu berichten. Nach einer Entnahme aus den Schwankungs- und ähnlichen Rückstellungen von 3,3 Mio. € (Vorjahr Zuführung 5,9 Mio. €) endete die versicherungstechnische Rechnung mit einem Defizit von 3,5 Mio. €. Im Vorjahr wurde ein Überschuss von 0,3 Mio. € ausgewiesen.

Die nichtversicherungstechnische Rechnung erzielte einen Überschuss von 8,2 Mio. € nach einem Verlust von 2,2 Mio. € im Vorjahr. Die Entwicklung ist auf steigende Erträge aus den Kapitalanlagen zurückzuführen. Außerdem mussten im Geschäftsjahr keine Abschreibungen auf Kapitalanlagen vorgenommen werden. Im Vorjahr fielen Abschreibungen in Höhe von 3,0 Mio. € an.

Die normale Geschäftstätigkeit endete mit einem Gewinn in Höhe von 5,0 Mio. €. Im Vorjahr wurde ein Fehlbetrag von 1,7 Mio. € ausgewiesen.

Der Steueraufwand nahm um 0,2 Mio. € auf 3,6 Mio. € zu.

7 Vorjahreswerte in Klammern.

Das Geschäftsjahr schloss mit einem Jahresüberschuss von 1,1 Mio. €, im Vorjahr war von einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 5,2 Mio. € zu berichten. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages von 12,6 Mio. € ergab sich ein Bilanzgewinn von 13,7 Mio. € (12,6 Mio. €).

Das Eigenkapital erhöhte sich um den Jahresüberschuss auf 125,5 Mio. €. Die Bilanzsumme wuchs um 43,8 Mio. € auf 856,3 Mio. €. Das Eigenkapital in Prozent der Bilanzsumme sank analog von 15,3 % auf 14,7 %. Das Verhältnis des Eigenkapitals zu den verdienten Nettobeiträgen fiel beitragsbedingt von 38,4% auf 33,2 %.

Einzelheiten zur Liquiditätslage entnehmen Sie bitte der Kapitalflussrechnung im Anhang.

Vergleicht man die Geschäftsjahresergebnisse mit den Prognosen aus dem letztjährigen Geschäftsbericht, so ergibt sich folgendes Bild:

Die Beitragsentwicklung lag mit einem Wachstum von 15,4 % oberhalb der Erwartung. Ausschlaggebend war die positive Entwicklung des Gewerbesegments sowie der Wohngebäudeversicherung. Die Bruttoschadenquote lag in Folge überplanmäßiger Großschäden im Bereich der Feuerversicherung mit 69,9 % deutlich oberhalb der prognostizierten Bandbreite. Die Bruttokostenquote belief sich mit 32,4 % leicht über dem geplanten Niveau. Die Kapitalanlagen erwirtschafteten mit 15,9 Mio. € ein Ergebnis, das moderat über der Planung lag. Der Jahresüberschuss unterschritt mit 1,2 Mio. € das prognostizierte Niveau.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das Bruttobeitragsaufkommen im Gesamtgeschäft wuchs -vor allem aufgrund steigender Produktionszahlen - um 15,4 % auf 481,5 Mio. €. Die Entwicklung ist vor allem auf die Sachzweige und hier insbesondere auf die Verbundene Gebäudeversicherung sowie die technische und die Transportversicherung zurückzuführen. Der größte Teil der gebuchten Beiträge, nämlich 481,2 Mio. € resultiert aus dem selbst abgeschlossen Geschäft. Wir zeichnen seit einigen Jahren nur noch im Inland Risiken, so dass keine ausländischen Beiträge anfielen. In geringem Umfang erzielen wir zwar ausländische Beiträge aus dem Dienstleistungsverkehr, diese werden aber in Deutschland vereinnahmt und im Jahresabschluss auch dem Inland zugeordnet. Im in Rückdeckung übernommenen Geschäft registrieren wir gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 0,3 Mio. € (0,7 Mio. €).

Die gebuchten Nettobeiträge erhöhten sich im Gesamtgeschäft von 329,2 Mio. € auf 385,9 Mio. €, ein Plus von 17,2 %. Die Selbstbehaltsquote von 79,8 % lag über dem Vorjahresniveau von 78,6 % (bezogen auf die verdienten Beiträge).

Die Bruttoaufwendungen zur Regulierung der Geschäftsjahresschäden beanspruchten im selbst abgeschlossenen Geschäft 331,7 Mio. gegenüber 257,2 Mio. € im Vorjahr. Die Entwicklung erklärt sich vor allem aus gestiegenen Reparaturkosten in der Kraftfahrtversicherung, diversen Großschäden, besonders in der Feuerversicherung, sowie Elementarschäden in Zusammenhang mit Unwettern. Die Geschäftsjahresschadenquote stieg infolgedessen von 78,3 % im Vorjahr auf 85,6 % im Berichtsjahr. Aus der Abwicklung der Vorjahresschadenreserve erzielten wir einen Überschuss von 73,6 Mio. €, ein Anstieg von 8,6 Mio. €. Die Gesamtschadenquote stellte sich auf 70,1 % (62,5 %) der verdienten Beiträge. In der eigenen Rechnung erhöhte sich die relative Schadenlast von 64,9 % auf 66,3 % der verdienten Nettobeiträge.

Das in Rückdeckung übernommene Geschäft registrierte im Selbstbehalt einen Überschuss aus der Regulierung der Versicherungsfälle in Höhe von 0,7 Mio. €. Im Vorjahr betrug der Schadenaufwand 0,1 Mio. €.

Im Gesamtgeschäft erreichte der Nettoschadenaufwand 249,6 Mio. € gegenüber 209,9 Mio. € im Vorjahr. Das Verhältnis zu den verdienten Beiträgen erhöhte sich von 64,8 % auf 66,0 %.

Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb stiegen um 21,2 Mio. € auf 153,6 Mio. €. Die Entwicklung ist auch auf die erhöhten Provisionsaufwendungen in Zusammenhang mit dem steigenden Beitragsaufkommen zurückzuführen. Als Bruttokostenquote errechneten sich 32,4 % nach 32,1 % im Vorjahr. Unter Berücksichtigung der Kostenerstattung der Rückversicherer von 26,4 Mio. € (27,8 Mio. €) verblieben in der Nettobetrachtung Aufwendungen von 127,2 Mio. € (104,7 Mio. €). Die Kostenquote betrug 33,7 % (32,3 %) der verdienten Nettobeiträge.

Im selbst abgeschlossenen Geschäft verzeichneten wir - vor Veränderung der Schwankungs- und ähnlichen Rückstellungen - einen Fehlbetrag für eigene Rechnung in Höhe von 7,6 Mio. €. Im Vorjahr wurde ein Überschuss von 5,7 Mio. € ausgewiesen. Das indirekte Geschäft erzielte einen Nettogewinn von 0,9 Mio. € (0,5 Mio. €). Nach einer Entnahme aus den Schwankungs- und ähnlichen Rückstellungen von 3,3 Mio. € (Zuführung 5,9 Mio. €) schloss die Gesamtrechnung mit einem Defizit von 3,5 Mio. €. Im Vorjahr wurde ein Gewinn von 0,3 Mio. € erreicht.

Das direkte ausländische Geschäft in einigen west- und osteuropäischen Ländern befindet sich seit Jahren in Abwicklung. Wir zeichnen hier keine Beiträge mehr. Die Regulierung der Versicherungsfälle führte im Eigenbehalt zu einem Aufwand von 7 Tsd. €. Im Vorjahr verbuchten wir einen Ertrag von 0,4 Mio. €. Diese Werte stellten gleichzeitig auch das versicherungstechnische Ergebnis dar.

Der Geschäftsbetrieb unserer Gesellschaft erstreckte sich im Geschäftsjahr 2023 auf die am Ende des Lageberichts genannten Versicherungszweige.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Selbst abgeschlossene Versicherungen

Allgemeine Unfallversicherung

Das Bruttoprämienvolumen stellte sich auf 13,2 Mio. €, ein Zuwachs von 0,4 %. Die Schadenlage verbesserte sich sowohl brutto- als auch nettoseitig. In der eigenen Rechnung wendeten wir 5,7 Mio. € (6,3 Mio. €) zur Regulierung der Versicherungsfälle auf. Als Verhältnis zu den verdienten Beiträgen ergaben sich 45,6 % nach 49,6 % im Vorjahr. Der Schwankungsrückstellung konnten 0,5 Mio. € ergebnisverbessernd entnommen werden (Zuführung von 0,5 Mio. €). Die Zweigrechnung schloss mit einem Überschuss von 2,3 Mio. (1,1 Mio. €).

Allgemeine Haftpflichtversicherung

Die gebuchten Bruttobeiträge nahmen um 6,3 % auf 68,6 Mio. € zu. Der Gesamtschadenaufwand konnte in der Nettosäule von 21,8 Mio. € auf 20,4 Mio. € zurückgeführt werden. Die entsprechende Schadenquote sank auf 34,6 % der verdienten Beiträge. Den Schwankungs- und ähnlichen Rückstellungen waren 0,1 Mio. € zuzuführen, im Vorjahr blieben sie de facto konstant. Insgesamt ergab sich ein Zweiggewinn von 10,4 Mio. € nach 8,1 Mio. € im Vorjahr.

Kraftfahrtversicherung

Die drei Sparten erzielten ein Prämienvolumen von 130,7 Mio. €, eine Steigerung von 2,1 Mio. € oder 1,7 %. Die Schadensituation wurde durch weiter stark gestiegene Kosten für Reparaturen und Ersatzteile geprägt. Die Entwicklung im Einzelnen:

Die Kraftfahrthaftpflichtversicherung verzeichnete in der Bruttobetrachtung einen Beitragsanstieg von 1,4 % auf 74,9 Mio. €. Im Eigenbehalt gingen die verdienten Beiträge um 6,1 % auf 33,9 Mio. € zurück. Die Schadenaufwendungen zeigten sowohl brutto- als auch nettoseitig eine steigende Tendenz. In der eigenen Rechnung wendeten wir 33,7 Mio. € (29,7 Mio. €) zur Regulierung der Schadensfälle auf. Das Verhältnis zu den verdienten Beiträgen nahm von 82,2 % auf 99,5 % zu. Unter Einschluss einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 5,1 Mio. € verblieb ein versicherungstechnisches Defizit von 1,7 Mio. € (-2,3 Mio. €).

In der Fahrzeugvollkaskoversicherung beliefen sich die gebuchten Bruttoprämien auf 50,3 Mio. € nach 49,1 Mio. €, ein Zuwachs von 2,6 %. Im Eigenbehalt erhöhten sich die verdienten Beiträge um 11,3 % auf 46,2 Mio. €. Die Gesamtschadenlast stieg in der eigenen Rechnung von 52,7 Mio. € in 2022 auf 54,9 Mio. € im Geschäftsjahr. Beitragsbedingt konnte die Nettoschadenquote von 127,2 % auf 118,9 % der verdienten Beiträge zurückgeführt werden. Im Vorjahr wurde die Schwankungsrückstellung in Höhe von 0,3 Mio. € komplett aufgelöst. Die Zweigrechnung endete mit einem Defizit von 12,2 Mio. € (-11,6 Mio. €).

Das Bruttoprämienvolumen in der Fahrzeugteilkaskoversicherung erreichte 5,5 Mio. €, ein Minus von 2,3 %. Die verdienten Beiträge für eigene Rechnung nahmen um 0,8 % auf 5,3 Mio. € zu. Die Aufwendungen zur Regulierung der Versicherungsfälle beanspruchten nettoseitig 4,8 Mio. €, eine Steigerung von fast einem Fünftel. Als Relation zu den verdienten Beiträgen errechneten sich 90,9 % (76,7 %). Der Schwankungsrückstellung konnten 1,3 Mio. € (0,7 Mio. €) gewinnerhöhend entnommen werden. Der versicherungstechnische Fehlbetrag belief sich auf 0,9 Mio. € (-0,8 Mio. €).

Feuerversicherung

Diese Zweiggruppe erzielte einen Beitragszuwachs von 23,6 % auf 24,7 Mio. €. In der Nettosäule stiegen die verdienten Beiträge um 43,3 % auf 21,4 Mio. €. Die Gesamtschadenlast für eigene Rechnung hatte sich mehr als verdoppelt und belief sich auf 12,5 Mio. €. Hier wirkten sich diverse Großschäden aus. Das Verhältnis zu den verdienten Beiträgen betrug 58,6 % gegenüber 38,9 % im Vorjahr. Die Schwankungsrückstellung war mit 2,8 Mio. € (3,7 Mio. €) zu dotieren. Die Zweigrechnung schloss mit einem Defizit von 4,4 Mio. € (1,2 Mio. €).

Einbruchdiebstahlversicherung

Die Bruttobeitragseinnahmen lagen mit 6,2 Mio. € 3,3 % über dem Vorjahresniveau. Der Gesamtschadenaufwand erhöhte sich in der Nettobetrachtung um 0,5 Mio. € auf 2,0 Mio. €. Die relative Schadenlast stieg von 24,9 % auf 32,5 %. Unter Berücksichtigung einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung von 0,4 Mio. € (0,1 Mio. €) ergab sich ein Zweigüberschuss in Höhe von 1,3 Mio. € (2,1 Mio. €).

Leitungswasserversicherung

Das Beitragsaufkommen registrierte ein Plus von 12,2 % auf 6,4 Mio. €. Die Schadenlage war sowohl brutto- als auch nettoseitig durch eine Verbesserung charakterisiert. Im Eigenbehalt belief sich der Gesamtschadenaufwand auf 4,4 Mio. € nach 4,8 Mio. € im Vorjahr. Die relative Schadenlast sank von 90,0 % im Vorjahr auf 70,4 % der verdienten Beiträge. Die Schwankungsrückstellung war um 2,3 Mio. € (0,9 Mio. €) zu erhöhen. Per Saldo ergab sich ein Zweigdefizit von 3,0 Mio. € (-2,6 Mio. €).

Glasversicherung

Der Zweig erreichte sowohl in der Brutto- als auch in der Nettosäule einen deutlichen Beitragszuwachs. Die gebuchten Bruttoprämien stiegen um 26,0 % auf 7,0 Mio. €. Die Regulierung der Versicherungsfälle beanspruchte in der Nettosäule 1,4 Mio. € (1,6 Mio. €). Die Schadenquote für eigene Rechnung ging - auch beitragsbedingt - auf 21,6 % (30,5 %) der verdienten Beiträge zurück. Der Schwankungsrückstellung konnten - wie im Vorjahr - 0,2 Mio. € ergebnisverbessernd entnommen werden. Die Zweigrechnung endete mit einem Überschuss in Höhe von 1,1 Mio. € (0,4 Mio. €).

Sturmversicherung

Die Bruttobeiträge beliefen sich auf 6,2 Mio. €. Dies entsprach einer Zunahme von 13,5 %. Die verdienten Beiträge für den Selbstbehalt wuchsen um 40,8 % auf 4,3 Mio. €. Die Schadensituation war sowohl brutto als auch in der eigenen Rechnung durch eine deutliche Entspannung gekennzeichnet. Der Nettogesamtschadenaufwand konnte um mehr als die Hälfte auf 1,8 Mio. € reduziert werden. Die Relation zu den verdienten Beiträgen sank - auch als Folge des Beitragswachstums - von 136,0 % auf 42,5 %. Die Schwankungsrückstellung war um 1,5 Mio. € zu erhöhen, im Vorjahr konnten 1,7 Mio. € gewinnerhöhend entnommen werden. Der versicherungstechnische Fehlbetrag konnte von 1,7 Mio. € auf 1,2 Mio. € zurückgeführt werden.

Verbundene Hausratversicherung

Das Prämienaufkommen erhöhte sich um 1,8 Mio. € auf 18,2 Mio. €. Die Aufwendungen zur Regulierung der Versicherungsfälle gingen in der eigenen Rechnung um 0,7 Mio. € auf 5,1 Mio. € zurück. Die relative Schadenlast sank von 36,9 % auf 30,0 % der verdienten Nettobeiträge. Die Voraussetzungen zur Bildung einer Schwankungsrückstellung sind entfallen, sie wurde im Vorjahr vollständig aufgelöst. Der versicherungstechnische Gewinn stieg von 2,5 Mio. € auf 3,2 Mio. €.

Verbundene Gebäudeversicherung

Dieser Versicherungszweig erreichte einen Beitragsanstieg in der Bruttobetrachtung von 46,2 % auf 114,7 Mio. €. Nettoseitig nahmen die verdienten Beiträge um 37,4 % auf 97,8 Mio. € zu. In der eigenen Rechnung belief sich der Gesamtschadenaufwand auf 71,7 Mio. € nach 45,7 Mio. € im Vorjahr. Die Schadenquote stieg von 64,2 % auf 73,4 %. Unter Berücksichtigung einer Erhöhung der Schwankungsrückstellung von 1,0 Mio. € (3,5 Mio. €) ergab sich ein versicherungstechnisches Defizit von 12,4 Mio. € (-3,8 Mio. €).

Technische Versicherungen

Diese Zweiggruppe war durch einen Beitragsanstieg von 7,2 % auf 25,9 Mio. € charakterisiert. Der Gesamtschadenaufwand im Selbstbehalt erhöhte sich um 2,0 Mio. € auf 6,9 Mio. €. Das Verhältnis zu den verdienten Beiträgen stieg analog auf 33,6 % (26,6 %). Eine Schwankungsrückstellung war, wie in den Vorjahren, nicht zu bilden. Per Saldo verblieb ein Zweiggewinn von 7,8 Mio. € (7,9 Mio. €).

Transportversicherung

Dieses Segment verzeichnete gebuchte Bruttobeiträge von 17,4 Mio. € (15,9 Mio. €). Der Aufwand zur Regulierung der Versicherungsfälle erhöhte sich in der eigenen Rechnung um 1,3 Mio. € auf 9,2 Mio. €. Beitragsbedingt sank die Nettoschadenquote von 66,8 % auf 65,0 %. Der Schwankungsrückstellung konnten - wie im Vorjahr - 0,4 Mio. € ergebniserhöhend entnommen werden. Die Zweigrechnung schloss mit einem Gewinn von 0,9 Mio. € (1,4 Mio. €).

Betriebsunterbrechungsversicherung

Diese beiden Versicherungszweige (Feuer- und technische Betriebsunterbrechung) erzielten ein Beitragsplus von etwa einem Viertel auf 8,7 Mio. €. In der eigenen Rechnung verblieben verdiente Beiträge in Höhe von 6,5 Mio. €, ein Zuwachs von 15,8 %. Auch dieses Segment wurde durch Großschäden beeinflusst. In der Bruttosäule erhöhte sich die Schadenlast auf 11,6 Mio. €, eine Steigerung um mehr als das Achtfache. Aus der Rückversicherung erhielten wir eine spürbare Entlastung. In der eigenen Rechnung verblieb ein Gesamtschadenaufwand von 5,3 Mio. € oder 82,1 % (66,9 %) der verdienten Beiträge. Eine Schwankungsrückstellung war - wie im Vorjahr - nicht zu bilden. Die Zweigrechnung endete mit einem versicherungstechnischen Fehlbetrag von 3,5 Mio. € nach einem Defizit von 0,6 Mio. € im Vorjahr.

Übrige Versicherungszweige

Die gebuchten Bruttoprämien stiegen um 28,9 % auf 33,3 Mio. €. Ihr Anteil am gesamten Beitragsportefeuille stieg von 6,2 % im Vorjahr auf 6,9 % im Berichtsjahr. Die Regulierung der Versicherungsfälle beanspruchte im Eigenbehalt 10,2 Mio. € (9,5 Mio. €). Da der Schadenaufwand im Vergleich zu den verdienten Nettobeiträgen unterproportional stieg, konnte die Schadenquote von 61,8 % auf 50,7 % reduziert werden.

Einen versicherungstechnischen Überschuss erzielten die Allgefahren-, EC (Extended Coverage), Maschinen-Garantie-, Verkehrs-Service-, Valoren-, Reisegepäck-, Kühlgüter-, Ausstellungs- und Reiserücktrittskostenversicherung.

Die Mietverlust-, Cyber-Eigenschaden- und Campingversicherung schlossen das Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag.

In Rückdeckung übernommene Versicherungen

Die gebuchten Beiträge gingen um mehr als die Hälfte auf 0,3 Mio. € zurück. Aus der Schadenabwicklung erzielten wir in der eigenen Rechnung einen Überschuss in Höhe von 0,7 Mio. €, im Vorjahr wandten wir 0,1 Mio. € zur Schadenabwicklung auf. Unter Berücksichtigung einer Entnahme aus den Schwankungs- und ähnlichen Rückstellungen ergab sich ein versicherungstechnischer Überschuss von 6,8 Mio. € (1,6 Mio. €). Aufgrund der untergeordneten Bedeutung des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäftes wird auf eine nach Sparten differenzierte Betrachtung verzichtet.

Kapitalanlagen

Die Kapitalanlagen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2023 um 42,6 Mio. € bzw. + 5,9 % auf 767,4 Mio. €. Für die Bruttoneuanlage standen 112,0 Mio. € zur Verfügung.

Der Anteil der Dividenden-Anlagen an den Kapitalanlagen sank von 3,7 % auf 3,6 %. Die Aktienposition innerhalb des Spezialfonds wurde während des Jahres reduziert. Der Anteil der im Direktbestand gehaltenen Zins-Anlagen am Gesamtportefeuille sank um 0,1 Prozentpunkte auf 77,0 %.

Der Bestand der Immobilien-Anlagen blieb unverändert, der Anteil an den Kapitalanlagen verringerte sich von 10,8 % auf 10,2 %.

Die Investitionen in alternative Anlagen erhöhten sich um 2,2 Mio. €, der Anteil verringerte sich von 7,7 % auf 7,6 %. Sie umfassen Eigen- und Fremdkapitalinvestitionen in Infrastrukturfonds.

Die restlichen Kapitalanlagen entfielen auf liquide Mittel bzw. kurz laufende Renten in Fonds und Depotforderungen.

Eine Darstellung der Bestandsbewegungen bei den Kapitalanlagen finden Sie im Anhang.

Kapitalanlageergebnis

Das Nettoergebnis der Kapitalanlagen erhöhte sich auf 15,9 Mio. € (5,9 Mio. €). Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen stieg von 0,82 % auf 2,13 %.

Die laufenden Kapitalerträge betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 14,8 Mio. € (9,2 Mio. €). Außerplanmäßige Erträge i. H. v. 1,3 Mio. € (0,0 Mio. €) entstanden durch Zuschreibungen auf Aktienfonds.

Die laufenden Aufwendungen für Kapitalanlagen verringerten sich auf 0,3 Mio. € (0,4 Mio. €).

Bewertungsreserven der Kapitalanlagen

Die Bewertungsreserven der gesamten Kapitalanlagen betrugen am Bilanzstichtag -43,5 Mio. € (-67,9 Mio. €).

Erklärung über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand erklärt, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die ihm in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem dieser Rechtsgeschäfte von den herrschenden Unternehmen oder den mit diesen verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der vorerwähnten Unternehmen, die die Gesellschaft benachteiligt haben, hat die Alte Leipziger Versicherung AG im Berichtsjahr nicht getroffen oder unterlassen.

Erklärung zur Unternehmensführung über die Teilhabe von Frauen an Führungspositionen

Mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst von 2015, abgelöst durch das Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (FüPoG II), soll der Anteil von Frauen in Führungspositionen signifikant gesteigert und letztlich eine Geschlechterparität erreicht werden.

Die Alte Leipziger Versicherung AG hat - als mitbestimmungspflichtiges, aber nicht börsennotiertes Unternehmen - den gesetzlichen Vorgaben entsprechend die nachstehend genannten verbindlichen Zielgrößen für die Erreichung des Frauenanteils festgelegt:

Aufsichtsrat: 33,3 %
Vorstand: 0 % *
Erste Führungsebene: 9,1 %
Zweite Führungsebene: 33,9 %

Als Termin für die Zielerreichung wurde der 30.06.2027 festgelegt.

* Der Aufsichtsrat hat für den Frauenanteil im Vorstand die Zielgröße 0 % festgelegt. Der Vorstand besteht aus zwei Personen. Die Mitglieder des Vorstands sowie die Gesellschaft sind jeweils an laufende Dienstverträge gebunden. Die Festlegung einer höheren Quote hätte bei dem zweiköpfigen Vorstandsgremium zwingend zur Folge, dass im Falle einer Vakanz stets eine Frau benannt werden müsste. Der Aufsichtsrat möchte jedoch jeweils unter Beachtung der fachlichen Eignung und persönlichen Integrität die oder den aus seiner Sicht am besten geeignete Kandidatin oder Kandidaten unabhängig von der Frage des Geschlechts bestellen. Dies wäre nicht mehr möglich, wenn der Aufsichtsrat bei einem Zwei-Personen-Vorstand eine Zielgröße von mehr als null Prozent festlegen würde. Darüber hinaus wird in analoger Anwendung der Regelungen des § 76 Absatz 3a AktG, wonach erst ab einem Drei-Personen-Gremium dem Vorstand mindestens eine Frau angehören muss, kein Handlungsbedarf gesehen.

Nachhaltigkeitsbericht

Die Alte Leipziger Lebensversicherung erstellt einen für das Mutterunternehmen und den Alte Leipziger Konzern zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht gemäß §§ 341a i. V. m. 289b und 341j i. V. m. 315b HGB unter Verwendung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex als Rahmenwerk. Der Bericht wird vom Aufsichtsrat der Alte Leipziger Lebensversicherung geprüft und im Auftrag des Aufsichtsrats der Alte Leipziger Lebensversicherung von der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in Übereinstimmung mit dem International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information" zum Zwecke der Erlangung einer begrenzten Prüfungssicherheit (Limited Assurance Engagement) bezüglich der gemäß §§ 341a Abs.1a i. V. m. 289b bis 289e und 341j Abs. 4 i. V. m. 315b, 315c HGB gesetzlich geforderten Angaben geprüft. Der Bericht wird auf der Unternehmensseite veröffentlicht unter www.alte-leipziger.de/nach-haltigkeitsbericht_al_leben_2023.pdf.

Risikoberichterstattung

Ziele des Risikomanagements

Unser Ziel ist es, mit dem eingerichteten Risikomanagementsystem risikorelevante Ursachen frühzeitig zu erkennen und durch entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen den Risikoeintritt zu verhindern oder die Risiken zu minimieren. Dadurch sollen einerseits existenzbedrohende Risiken ausgeschlossen und andererseits das Chancen-/Risikoprofil des Unternehmens verbessert werden. Dabei stehen die Erreichbarkeit der Unternehmensziele sowie die mittelfristige Unternehmensplanung im Mittelpunkt.

Risikomanagementsystem

Bei der Alte Leipziger Versicherung hat das Risikomanagement einen hohen Stellenwert. Den steigenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen entsprechen wir mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Optimierung des Risikomanagementsystems.

Das Risikomanagementsystem umfasst Strategien, Prozesse und interne Kommunikationsabläufe, die erforderlich sind, um Risiken, denen unser Unternehmen tatsächlich oder möglicherweise ausgesetzt ist, zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern, zu überwachen sowie aussagefähig über diese Risiken zu berichten. Das Risikomanagementsystem umfasst unter anderem die Risikostrategie, das Limitsystem, den Risikokontrollprozess sowie Risikoberichterstattung. Es deckt sämtliche für das Unternehmen relevante Risiken ab und sorgt auch für eine frühzeitige Erkennung von Risiken.

Die Elemente des Risikomanagementsystems werden regelmäßig von der internen Revision auf Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft. Die Ergebnisse der internen Prüfungen zeigen, dass gegenwärtig das Risikomanagementsystem und das Risikofrüherkennungssystem insgesamt angemessen ausgestaltet und wirksam ist. Zusätzlich zur internen Überprüfung wird das Risikofrüherkennungssystem im Rahmen der HGB-Abschlussprüfung regelmäßig einer Prüfung durch Wirtschaftsprüfer unterzogen.

Unsere Risikostrategie

Die Erfüllung langfristiger Leistungsversprechen gegenüber unseren Kunden, nachhaltige Finanzstärke zur Existenzsicherung sowie Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit sind die wesentlichen Eckpunkte unserer strategischen Ausrichtung.

Die daraus abgeleiteten risikostrategischen Ziele beinhalten unter anderem die Ziele zur Kapitalausstattung und die Grundsätze zum Umgang mit den aus unserer Geschäftstätigkeit abgeleiteten Risiken. Der Umfang der Risikoübernahme wird durch die vorhandene Risikotragfähigkeit und das daraus abgeleitete Limitsystem bestimmt. Dabei begrenzen wir das Ruinrisiko, so dass bei Risiko-Eintritt keine existenziellen Auswirkungen auf Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entstehen. Die Einhaltung der risikostrategischen Ziele sowie der Risikolimite wird vierteljährlich im Rahmen des Risikomanagement-Prozesses überprüft.

Risikomanagement-Organisation

Unser Risikomanagement basiert auf Grundsätzen und Verfahren, die einheitlich für alle Gesellschaften der ALH Gruppe gelten.

Die Aufbau- und Ablauforganisation des Unternehmens stellt eine Funktionstrennung zwischen Risikoverantwortung und Risikokontrolle sicher.

Für die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems sowie die Steuerung des Risikomanagement-Prozesses ist die Risikomanagementfunktion (RMF) zuständig. Ihr obliegt die Koordination der dezentralen Identifikation, Bewertung und Steuerung bestehender und potenzieller Risiken auf Einzelbasis. Sie überwacht das Risikoprofil des Unternehmens und berichtet darüber an den Vorstand. Des Weiteren übernimmt die Risikomanagementfunktion die Koordination des Asset Liability Management (ALM)- und des Own Risk and Solvency Assessment (ORSA)-Prozesses. Die Risikomanagementfunktion ist im zentralen Risikomanagement angesiedelt und wird durch die drei weiteren Schlüsselfunktionen Compliance, Revision und Versicherungsmathematische Funktion unterstützt.

Risikomanagement-Prozess

Das Risikomanagement der Alte Leipziger Versicherung berücksichtigt sowohl HGB-basierte als auch ökonomische Risiken. Die Betrachtung der Risiken in diesem Bericht erfolgt HGB-basiert und bezogen auf ein Jahr. Die im Rahmen des Risikomanagements berücksichtigte Risiken werden im Folgenden dargestellt. Bezüglich der ökonomischen Betrachtung der Risikosituation wird auf den Solvency and Financial Condition Reports (SFCR) verwiesen.

Die Risikoidentifikation erfolgt dezentral im Rahmen der vierteljährlichen Risikoerhebung. Darüber hinaus werden zur Risikoidentifikation weitere Instrumente wie Internes Kontrollsystem, Neue-Produkte-Prozess und Schadenfalldatenbank sowie zahlreiche dezentral implementierte Prozesse, zum Beispiel Compliance-Risikokontrollprozess oder Informationsrisikomanagementprozesse, herangezogen.

Die Risikoanalyse und -bewertung erfolgt aufgrund von Berechnungen bzw. Expertenschätzungen der Fachbereiche sowie durch die Anwendung ökonomischer Modelle oder Stressszenarien.

Zur Risikosteuerung werden durch die Fachbereiche Maßnahmen entwickelt, die geeignet sind, Risiken zu begrenzen bzw. zu vermeiden, um die Ziele unserer Risikostrategie zu erreichen.

Die Risikoüberwachung sowie die Überwachung der Risikobegrenzungsmaßnahmen erfolgt durch das zentrale Risikomanagement. Unter dessen Koordination wird im Risikokomitee die Bewertung der Risiken plausibilisiert und qualitätsgesichert.

Die interne Risikoberichterstattung gibt einen umfassenden Überblick über die Gesamtrisikosituation der Gesellschaft und die Auswirkungen der Einzelrisiken. Die Berichte werden vierteljährlich erstellt und sollen die Geschäftsleitung bei der Entscheidungsfindung unterstützen.

Zusätzlich zum internen Risikobericht werden im Rahmen der externen Risikoberichterstattung der SFCR für die Öffentlichkeit, der Regular Supervisory Report (RSR) sowie der ORSA-Bericht für die Aufsicht erstellt.

1. Risiken der Kapitalanlage

Das Management der Kapitalanlagen erfolgt im Spannungsfeld aus Sicherheit, Rentabilität und Liquidität. Für die Alte Leipziger Versicherung steht der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, da die Sicherheit der Kapitalanlagen die Qualität des Versicherungsschutzes bestimmt. Aus diesem Grund kommt dem Risikomanagement von Kapitalanlagen eine besondere Bedeutung zu. Unser Ziel ist es, mit hoher Sicherheit die kalkulierten Erträge zu erreichen.

Um die Chancen an den Kapitalmärkten unter Berücksichtigung der spezifischen Risiken nutzen zu können, orientiert sich die Gesellschaft in ihrer Kapitalanlagepolitik an folgenden Prinzipien:

Unsere Anforderungen an die Sicherheit der Kapitalanlagen spiegeln sich beispielsweise in der Bonität der jeweiligen Emittenten und Kontrahenten wider. Dazu gehört aber auch eine gezielte Diversifikation nach Anlagearten, Regionen und Unternehmen zur Vermeidung von Konzentrationsrisiken.

Wir tätigen nur Anlagen, die unseren Rentabilitätsanforderungen gerecht werden.

Wichtig ist uns zudem die Liquidität der Kapitalanlagen, um unsere Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschäft jederzeit erfüllen zu können.

Die Kapitalanlagestrategie unseres Unternehmens richtet sich am Asset-Liability-Management aus. Es werden sowohl die Vorgaben aus der Versicherungstechnik als auch die jeweiligen aufsichtsrechtlichen Vorschriften sowie bilanzielle und steuerliche Anforderungen berücksichtigt.

Das Asset-Management-Center der Alte Leipziger Lebensversicherung ist mit dem Kapitalanlagemanagement der gesamten ALH Gruppe nach einheitlichen Kriterien beauftragt. Das Mandat wird anhand verschiedener Ertrags- und Risikokennzahlen laufend überwacht. Damit soll das Erreichen der handelsrechtlichen Ertragsziele der einzelnen Gesellschaften sichergestellt und bei Abweichungen gegengesteuert werden.

Portfoliomanagement, Handelsabwicklung und Risikocontrolling sind dabei funktional klar voneinander getrennt.

1.1. Marktrisiko

Hierunter werden potenzielle Verluste aufgrund von nachteiligen Veränderungen der Marktpreise oder preisbeeinflussender Faktoren verstanden. Das Marktrisiko umfasst dabei insbesondere Zinsänderungsrisiken, Risiken aus Aktienkursveränderungen sowie sonstige Marktrisiken. Den sonstigen Marktrisiken werden Immobilienrisiken, Risiken aus Infrastrukturinvestitionen, Kreditspreadrisiken und Währungsrisiken zugerechnet.

Mit Stresstests sowie Sensitivitäts- und Durationsanalysen simulieren wir Marktschwankungen, um die Auswirkungen auf unser Kapitalanlageportfolio quantifizieren und gegebenenfalls reagieren zu können. Die im Folgenden aufgeführten Sensitivitätsanalysen für Marktpreisrisiken dienen dazu, potenzielle Wertveränderungen im Kapitalanlagebestand mithilfe hypothetischer Marktszenarien zu schätzen. Basis der Betrachtung sind die Bestände unseres Unternehmens zum 31. Dezember 2023.

Zinsänderungsrisiko

Für die festverzinslichen Kapitalanlagen ist vor allem das Zinsänderungsrisiko bedeutsam. Der Rückgang kann dazu führen, dass durch die Neuanlage zu niedrigeren Renditen (Wiederanlagerisiko) entsprechende Kapitalanlageerträge im Ergebnis fehlen und dadurch der Jahresüberschuss geringer ausfallen kann. Ein Zinsanstieg hat hingegen sinkende Zeitwerte und damit einhergehend einen Rückgang der Bewertungsreserven oder den Aufbau stiller Lasten zur Folge.

Zum 31. Dezember 2023 betrug der Zeitwert der direkt oder über Spezialfonds gehaltenen verzinslichen Wertpapiere 558,5 Mio. €. Die dargestellten Szenarien simulieren Parallelverschiebungen der Zinsstrukturkurve um ±1 Prozentpunkt bzw. ±2 Prozentpunkte. Die in der Tabelle aufgeführten Zeitwerte lassen sich lediglich als grober Hinweis für eventuelle Wertverluste in der Zukunft heranziehen, da gegensteuernde Maßnahmen hier nicht berücksichtigt wurden.

Zinsveränderung Zeitwerte zinssensitiver Kapitalanlagen *
Rückgang um 2 Prozentpunkte 630,1 Mio. €
Rückgang um 1 Prozentpunkt 592,5 Mio. €
IST zum 31.12.2023 558,5 Mio. €
Anstieg um 1 Prozentpunkt 527,7 Mio. €
Anstieg um 2 Prozentpunkte 499,7 Mio. €

* Inhaber- und Namensschuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen etc., Renten in Fonds

Darüber hinaus bestehen Zinsänderungsrisiken für indirekte Infrastrukturfinanzierungen.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Vorkäufe oder Vorverkäufe auf bzw. von Rentenpapieren.

Risiken aus Aktienkursveränderungen

Durch Investitionen in wertbesicherte und diversifizierte Investmentfonds in unseren Spezialfonds werden die Aktienrisiken wirksam reduziert. Zudem wird die Anlage auf verschiedene Branchen und Regionen verteilt. Neben der Struktur des Aktienportfolios wird auch der relative Anteil der Aktien am Gesamtportfolio regelmäßig überprüft.

Der Zeitwert der Aktienanlagen belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 2,0 Mio. €. . Durch den Einsatz von Wertsicherungen begrenzen wir die Risiken aus unseren Aktienpositionen und lassen Chancen, die uns die Aktienmärkte bieten, nicht ungenutzt. Das Aktienvolumen wird durch die Höhe eines Risikobudgets für Aktien begrenzt.

Bei Aktienkursveränderungen von ±10 % bzw. ±20 %, die in diesen Szenarien unterstellt werden, würden sich unter Berücksichtigung der vorhandenen Absicherung geänderte Zeitwerte in der aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlichen Höhe ergeben.

Aktienkursveränderung Zeitwerte aktienkurssensitiver Kapitalanlagen *
Anstieg um 20 % 2,4 Mio. €
Anstieg um 10 % 2,2 Mio. €
IST zum 31.12.2023 2 Mio. €
Rückgang um 10 % 1,8 Mio. €
Rückgang um 20 % 1,6 Mio. €

* Aktien in Fonds

Sonstige Marktrisiken

Risiken aus Immobilienfonds

Marktrisken für Immobilien bestehen durch Wertänderungen der in Immobilienspezialfonds gehaltenen Objekte oder über Leerstände in einer Unterschreitung der Sollmiete. Diesen Risiken begegnen wir durch Diversifikation über Regionen und Nutzungsarten wie Gewerbe-, Logistik- und Wohnimmobilien.

Risiken aus Infrastrukturinvestitionen resultieren bei Eigenkapitalinvestitionen aus Wertveränderungen der zugrunde liegenden Infrastrukturanlagen. Die Infrastrukturinvestitionen erfolgen über Spezialfonds, um das Risiko aus Einzelinvestitionen zu reduzieren. Hierbei werden eine geografische Diversifikation sowie eine Streuung der Investitionen über verschiedene Infrastruktursektoren angestrebt.

Die Risiken aus Investitionen in Infrastrukturfinanzierungen werden analog zu Eigenkapitalinvestitionen durch geografische Diversifikation sowie durch Diversifikation über Infrastruktursektoren gemindert. Konzentrationen von spezifischen Infrastrukturrisiken werden dadurch auf Portfolioebene reduziert.

Kreditspreadrisiken leiten sich aus veränderten Erwartungen gegenüber der Bonität von Emittenten festverzinslicher Kapitalanlagen ab. Entsprechend sinken die Preise von Rentenanlagen bei möglichen Bonitätsverschlechterungen und bei Ausweitung von Kreditspreads. Unsere Rentendirektanlage besteht vorwiegend aus Emittenten der höchsten Bonitätsstufen. Darüber hinaus bestehen über Spezialfonds indirekte Ausleihungen im Bereich Infrastruktur, um das Risiko aus Einzelinvestitionen zu reduzieren. Kreditspreadrisiken gegenüber einzelnen Emittenten werden durch Streuung der Adressen auf Portfolioebene begrenzt. Das Kreditspreadrisiko der Rentendirektanlage wird zusätzlich durch aktive Steuerung und regelmäßige Bonitätskontrolle eingeschränkt.

Währungsrisiken außerhalb von Aktienfonds gehen wir nicht ein, da wir den Grundsatz einer kongruenten Währungsbedeckung befolgen. Das Währungsrisiko innerhalb der Aktienfonds wird unter dem allgemeinen Marktpreisrisiko subsumiert. Es erfolgte keine Absicherung.

1.2. Konzentrationsrisiko

Das Konzentrationsrisiko bezeichnet das Risiko, das sich dadurch ergibt, dass das Unternehmen einzelne Risiken oder stark korrelierte Risiken eingeht, die ein bedeutendes Schaden- oder Ausfallpotenzial haben.

Unsere Kapitalanlagen sind nach Anlagearten (Aktien/Beteiligungen, Immobilien, alternative Anlagen sowie Zinsträger), Adressen und Belegenheit gestreut. Das Konzernlimitsystem für Bonitäts- und Konzentrationsrisiken, mit dem wir die Ausfallrisiken gegenüber einzelnen Emittenten begrenzen, berücksichtigt das individuelle Rating des Emittenten, seine Eigenkapitalausstattung als Haftungsgrundlage, die Qualität der Besicherung sowie unsere intern definierte Risikobereitschaft. Die fünf größten Emittenten (ohne Bund, Bundesländer und andere Staaten) in der Renten-Direktanlage haben einen Anteil von 17,1 % an der Rentenanlage. Das Rating der gehaltenen Titel dieser Emittenten liegt zwischen AAA und AA, wobei ausschließlich in gedeckte Schuldverschreibungen und Pfandbriefe investiert wurde. Daher sehen wir zum derzeitigen Zeitpunkt keine wesentlichen Konzentrationsrisiken in unseren Kapitalanlagen.

1.3. Liquiditätsrisiko

Bereits bei der Konzeption der Anlagestrategie wird das Liquiditätsrisiko dadurch berücksichtigt, dass eine Abstimmung von künftigen Zins- und Tilgungszahlungen mit den erwarteten versicherungstechnischen Cashflows aus Beitragseinnahmen und Versicherungsleistungen erfolgt.

Eine monatlich aktualisierte Liquiditätsplanung stellt sicher, dass wir in der Lage sind, die erforderlichen Auszahlungen jederzeit zu leisten. Sollten unerwartet hohe Liquiditätserfordernisse auftreten, können diese durch die Veräußerung von marktgängigen Wertpapieren aufgefangen werden. Aufgrund der Qualität unserer Rentenanlagen ist, entsprechend unserer quartalsweise aktualisierten Liquiditätseinschätzung, ein großer Teil jederzeit veräußerbar. Außerdem erhalten wir durch die Fälligkeitsstruktur einerseits einen kontinuierlichen Liquiditätszufluss, andererseits kann durch den Verkauf von Titeln mit kurzer Restlaufzeit auch bei einem erhöhten Zinsniveau kurzfristig zusätzliche Liquidität generiert werden, ohne deutliche zinsbedingte Kursabschläge hinnehmen zu müssen.

2. Versicherungstechnische Risiken

Im Rahmen des Risikomanagements nimmt die Identifikation, Bewertung und Steuerung von versicherungstechnischen Risiken eine wesentliche Stellung ein. Versicherungstechnische Risiken entstehen aufgrund der Abweichungen der tatsächlichen Versicherungsereignisse von den erwarteten. Eine Quantifizierung erfolgt auf Basis ausgewählter Szenario- und Sensitivitätsanalysen sowie Stresstests. Bei der Alte Leipziger Versicherung werden folgende versicherungstechnische Risiken unterschieden:

2.1. Prämienrisiko

Das Hauptrisiko in der Schaden- und Unfallversicherung ist das Prämienrisiko. Es besteht darin, dass die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vereinbarten Beiträge nicht zur Zahlung von in der Zukunft eintretenden Schäden ausreichen. Diese Risiken begrenzen wir durch eine selektive, ergebnisorientierte Zeichnungspolitik und eine risikogerechte Kalkulation auskömmlicher Beiträge sowie durch ein entsprechendes Bestandscontrolling. Nachlässe werden für jeden Neutarif konsequent eingepreist und deren konkrete Vergabehöhe überprüft.

Es wurden Rückversicherungsverträge abgeschlossen, die sowohl das Risiko von Groß- und Kumulschäden begrenzen als auch Schutz vor einer erhöhten Frequenz an Elementarschäden bieten. Dadurch konnte auch der 2021 durch das Sturmtief "Bernd" verursachte Schaden deutlich begrenzt werden. Die Ausgestaltung der Rückversicherungsverträge erwies sich somit als angemessen.

2.2. Reserverisiko

Als weiteres versicherungstechnisches Risiko ist das Reserverisiko zu nennen. Dieses besteht darin, dass die in Zukunft zu leistenden Schadenzahlungen höher sind als die zum Zeitpunkt der Reservestellung erwarteten. Diesem Risiko begegnen wir durch eine auskömmliche Bemessung von Einzel- und Pauschalreserven. Dabei werden zur Sicherstellung der Auskömmlichkeit auch aktuarielle Berechnungen vorgenommen, mit denen sich zu erwartende Schadenaufwände prognostizieren lassen.

Im selbst abgeschlossenen Geschäft haben sich die Bruttoschadenquoten, mit den darin enthaltenen Anteilen für Groß- und Elementarschäden, sowie die Schadenquoten für eigene Rechnung und das Abwicklungsergebnis in Relation zu den Eingangsschadenrückstellungen in den letzten zehn Jahren wie aus nachfolgender Tabelle ersichtlich entwickelt. Das indirekte Geschäft ist von untergeordneter Bedeutung.

Angaben in Prozent 1 Gesamtschadenquote brutto davon aus: Gesamtschadenquote netto 2 Abwicklungsergebnis netto 3
direktes Geschäft Großschäden Elementarschäden direktes Geschäft direktes Geschäft
2014 64,5 1,4 2,8 66,8 7,0
2015 65,9 2,5 3,9 69,6 6,8
2016 65,3 2,2 2,7 68,1 7,5
2017 65,5 1,9 4,2 65,7 7,6
2018 66,6 1,1 5,5 69,5 9,2
2019 65,2 1,4 4,1 69,5 9,4
2020 66,0 2,8 2,0 66,4 10,7
2021 79,3 3,1 21,4 64,4 13,6
2022 62,5 3,0 5,3 64,9 13,6
2023 70,9 1,6 5,6 66,3 14,3

1 Die Daten beinhalten ab dem Geschäftsjahr 2018 im Vergleich zu den Vorjahren keine Zahlen der Sparte Rechtsschutz, da diese mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2018 verkauft wurde.
2 Gesamtschadenaufwendungen für eigene Rechnung in Prozent der verdienten Beiträge für eigene Rechnung.
3 Abwicklungsergebnis für eigene Rechnung in Prozent der Eingangsschadenrückstellung.

3. Ausfallrisiken

3.1. Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft an Versicherungsnehmer und Vermittler mit Fälligkeitsterminen älter als drei Monate bestanden am Bilanzstichtag in Höhe von 7,4 Mio. €. Davon entfällt der weitaus größte Anteil auf Forderungen gegen Vermittler mit guter Bonität. Darüber hinaus sind Forderungen aus dem Vermittlerinkasso größtenteils durch eine Vertrauensschadenversicherung abgesichert.

Als Risikovorsorge wurden auf die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Geschäft Wertberichtigungen in Höhe von 1,3 Mio. € gebildet.

Die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre aus Forderungen an Vermittler beträgt bezogen auf die Gesamtforderungen an Vermittler 0,1 %.

Die Forderungen gegen Rückversicherer betrugen 16,1 Mio. €. Bei der Auswahl der jeweiligen Rückversicherungspartner verfolgen wir strenge Maßstäbe hinsichtlich der Sicherheits- und Bonitätseigenschaften. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit des Ausfalls von Rückversicherungsforderungen weitgehend reduziert. Von den per 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Forderungen entfallen 99,3 % auf Gesellschaften mit einem Rating von AAA bis A.

3.2. Bonitätsrisiko

Unter dem Bonitätsrisiko wird zum einen die Gefahr der Insolvenz und des Zahlungsverzugs verstanden, zum anderen aber auch die Gefahr von Bonitätsverschlechterungen eines Schuldners und damit einhergehenden höheren Risikoaufschlägen.

Der größte Teil der verzinslichen Wertpapiere des Direktbestands bestand zum 31. Dezember 2023 aus Emissionen von staatsnahen Emittenten und Unternehmen höchster Bonität.

Im Jahr 2023 befanden sich weder Genussscheine noch Nachrangdarlehen oder andere hybride Kapitalinstrumente im Bestand. Neuinvestitionen in diesem Bereich werden wir nicht vornehmen.

Die Verteilung der intern bzw. extern ermittelten Ratingklassen der Renten-Direktanlage stellte sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Ratingklasse Anteil
Investment Grade (AAA - AA) 90,3 %
Investment Grade (A - BBB) 9,7 %
Non-Investment Grade 0,0 %
Ohne Rating 0,0 %

Darüber hinaus bestehen über zwei Fonds indirekte Ausleihungen in dem Bereich Infrastruktur in Höhe von 5,5 % der Kapitalanlagen.

Durch das Asset-Management-Center erfolgt eine laufende Analyse des Kreditrisikos unserer Emittenten. Veränderungen in der Risikoeinschätzung des Marktes werden berichtet und bei der Bewertung verzinslicher Papiere berücksichtigt.

Das Bonitätsrisiko insgesamt wird durch ausgewogene Diversifikation, durch die im Mittel hohe Kreditqualität unserer Emittenten und durch regelmäßiges Controlling eingeschränkt.

4. Operationelle Risiken

Das operationelle Risiko bezeichnet das Verlustrisiko, das sich aus der Unzulänglichkeit oder dem Versagen von Menschen, internen Prozessen oder Systemen oder durch externe Ereignisse ergibt. Rechtsrisiken sind ebenso wie Betrugsrisiken eingeschlossen.

4.1. Prozessrisiken

Prozessrisiken können entstehen soweit Geschäftsabläufe nicht oder nicht ausreichend funktionieren, was unter Umständen Prozessfehler oder Prozessausfälle zur Folge haben kann. Als System zur Optimierung interner Prozesse und Strukturen und somit zur Sicherstellung des ordnungsgemäßen Geschäftsbetriebes ist in der ALH Gruppe ein Internes Kontrollsystem implementiert, das dazu dient, wesentliche Bearbeitungs- und Prozessrisiken zu überwachen und zu begrenzen. Für alle wesentlichen Prozesse ist eine Prozessdokumentation (sog. IKS-Dokumentationen) zu erstellen und diese jährlich auf Aktualität zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Auf Basis der dokumentierten Prozessabläufe erfolgt eine systematische Identifikation erheblicher Prozess- und Bearbeitungsrisiken. Den identifizierten Prozess- und Bearbeitungsrisiken ist durch die Einrichtung von Kontrollen zu begegnen, wobei Schlüsselkontrollen durch jährliche Kontrolltests in ihrer Angemessenheit und Wirksamkeit zu überprüfen sind.

Die wesentlichen Prozesse umfassen auch Rechnungslegungs- und Verwaltungsverfahren, z. B. Prozesse zu Abschlussarbeiten, Finanz- und Anlagenbuchhaltung, Unternehmenssteuern und viele weitere. Die Vorgaben zum Internen Kontrollsystem betreffen beispielsweise auch Prozesse zur Berichtserstattung.

Die Prüfung der Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems ist ein fester Bestandteil jeder Revisionsprüfung. Die Ergebnisse der aktuellen Prüfungen zeigen, dass gegenwärtig das Interne Kontrollsystem insgesamt angemessen ausgestaltet und wirksam ist.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Systeme, Produkte und Prozesse im Rahmen von komplexen Projekten erfordert beträchtliche Investitionen. Dem Risiko, geplante Ergebnisse sowie zu erreichende Zielvorgaben zu verfehlen, begegnen wir durch die Einrichtung eines Projektsteuerungs- und Controllinggremiums, dem die laufende Kontrolle der Investitionsrechnungen sowie die Überwachung der Realisierungszeitpunkte und der Amortisationsgrößen obliegt.

4.2. Informationsrisiken

Das Informationsrisiko umfasst die Gefahr von monetären Verlusten durch Beeinträchtigung der Schutzziele (Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit sowie Authentizität als Teil der Integrität) von Objekten der Informationssicherheit auf technischer, prozessualer, organisatorischer und personeller Ebene sowohl intern als auch extern, unabhängig von der Form der Information. Die Steuerung der Informationsrisiken wird durch den Informationssicherheitsbeauftragten verantwortet. Zur Erledigung der Aufgaben im Informationssicherheitsmanagement besteht aufbauorganisatorisch der Bereich Informationssicherheitsmanagement, welcher vom Informationssicherheitsbeauftragten geführt wird. Gruppenweit wird dabei ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS), welches nach dem internationalem Standard ISO/IEC 27001 ausgerichtet ist, betrieben.

Flankiert werden die technischen und organisatorischen Maßnahmen durch fortlaufende Sensibilisierungsmaßnahmen für alle Mitarbeiter der ALH Gruppe.

Die Bereitstellung der Informationstechnologie für das Unternehmen erfolgt durch unser Mutterunternehmen (Alte Leipziger Lebensversicherung a.G.), das auch die daraus resultierenden Informationsrisiken identifiziert und für deren Steuerung verantwortlich ist. Die für die Gesellschaft verbleibendenden Risiken aus der Dienstleistungsbeziehung, wie das Risiko eines Ausfalls oder einer Störung der IT-Dienstleistung werden seitens des Unternehmens im Rahmen der Dienstleistersteuerung fortlaufend überwacht.

Darüber hinaus, aus der Tätigkeit der Gesellschaft originär entstehende Informationsrisken werden nach den Vorgaben des gruppenweiten Informationsrisikomanagements gesteuert.

4.3. Compliance-Risiken

Compliance-Risiken umfassen unter anderem Verstöße gegen gesetzliche und aufsichtsrechtliche Vorschriften, sowie Betrugsrisiken. Verstöße gegen gesetzliche und aufsichtsrechtliche Vorschriften können beispielsweise Bußgelder Sanktionen zur Folge haben. Zur Vermeidung von Compliance-Risiken besteht im Unternehmen eine dezentral ausgerichtete Compliance-Organisation. Der Compliance-Officer ist für die Identifikation und Analyse von Compliance-Risiken, die Entwicklung von risikobegrenzenden Maßnahmen und die Durchführung von Kontrollverfahren verantwortlich. Seine Aufgaben umfassen auch die Information und Beratung des Vorstandes. Das Compliance-Komitee unterstützt und berät den Compliance-Officer bei seinen Aufgaben. Die Sicherstellung der Einhaltung von Recht und Gesetz sowie die Beachtung von Richtlinien und Grundsätzen in den Fachbereichen obliegen den Compliance-Verantwortlichen. Sie sind auch für die Wiederherstellung des regelkonformen Zustandes bei bereits eingetretenen Regelverstößen zuständig.

Durch zahlreiche präventiv wirkende Maßnahmen, wie Quartalsabfragen bei Compliance-Verantwortlichen oder Ad-hoc-Meldepflichten bei Compliance-Risiken, laufende Überprüfung der Risiken im Compliance-Komitee, verbindliche Vollmachtsrahmen mit Zeichnungslimiten für die Mitarbeiter sowie durch Funktionstrennungen und die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips, wird möglichen Compliance-Risiken vorgebeugt. Darüber hinaus sollen ein für alle Mitarbeiter verbindlicher "Kodex für integre Handlungsweisen", ein "Verhaltenskodex für Lieferanten" sowie ein "Verhaltenskodex für den Vertrieb von Versicherungsprodukten" sicherstellen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden und ein fairer, ehrlicher und verlässlicher Umgang sowohl miteinander als auch mit den Kunden und Geschäftspartnern erfolgt.

4.4. Personelle Risiken

Mögliche personelle Risiken können sich aus einer unzureichenden Personalausstattung wie insbesondere einem personellen Engpass oder unangemessenen Qualifizierung ergeben. Zur Sicherstellung einer angemessenen Ausübung der Aufgaben und Funktionen in den einzelnen Organisationseinheiten sowie zur Vermeidung des Risikos personeller Engpässe liefern unsere systematischen Personal- und Kapazitätsplanungen die Grundlage.

Möglichen Risiken aufgrund der demografischen Entwicklung und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt wird durch eine kontinuierliche Personalentwicklung, die Ausbildung von eigenen qualifizierten Nachwuchskräften, die Optimierung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und unsere innerbetrieblichen fachlichen Weiterbildungsangebote vorgebeugt. Dies soll zu einer starken Mitarbeiterbindung beitragen und das vorhandene Know-how sicherstellen.

4.5. Notfall- und Katastrophenrisiken

Durch den Eintritt von Notfall- und Krisensituationen (z.B. Ausfall von Personal, Gebäude, IT) kann es zu Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb kommen. Etwaige Auswirkungen können sich von Geschäftsunterbrechungen bis hin zum kompletten Ausfall kritischer Geschäftsprozesse erstrecken. Mögliche Auslöser können verschiedene Ereignisse wie Naturkatastrophen, Pandemien, Terror oder Cyberattacken sein. Zur Begrenzung dieser Risiken ist in der ALH Gruppe ein Business Continuity Management (BCM) implementiert. Die darin festgelegten organisatorischen Maßnahmen stellen sicher, dass nach Eintritt von schwerwiegenden Ereignissen oder Angriffen auf das Unternehmen das Leben und die Gesundheit der Mitarbeiter geschützt werden, die Sofortmaßnahmen zur Schadenbegrenzung eingeleitet werden, die kritischen Geschäftsprozesse soweit wie möglich aufrechterhalten bleiben und der Normalbetrieb so schnell wie möglich wiederhergestellt wird, so dass unserem Unternehmen kein nachhaltiger Schaden entsteht.

Weiterhin ist im Rahmen des Krisenmanagements eine umfassende Stör- und Notfallorganisation zur Sicherheit der Mitarbeiter, der Technik und der Gebäude im Fall von Brand, Explosion und sonstigen Unfällen eingerichtet.

4.6. Risiken aus Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen

Aufgrund veränderter politischer, rechtlicher sowie regulatorischer Rahmenbedingungen können sich Risiken im Hinblick auf unser Geschäftsmodell, die Geschäftsprozesse und die betrieblichen Systeme ergeben. Zur Begrenzung dieser Risiken erfolgt in den entsprechenden Fachbereichen, insbesondere für rechtliche, aktuarielle und bilanzielle Fragen, eine konsequente und fortlaufende Überwachung sowie Prüfung hinsichtlich der Auswirkungen derartiger Änderungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unseres Unternehmens.

4.7. Risiken im vertrieblichen Umfeld

Auf dem Vermittlermarkt sind verstärkt Konzentrationsbewegungen durch Aufkäufe und Zusammenschlüsse von Vermittlern und die Hinwendung zu Poolern zu beobachten. Auch die anhaltende Prozess-Digitalisierung fördert diese Tendenzen. Hieraus ergibt sich unter anderem die Gefahr wachsender Abhängigkeiten gegenüber einzelnen Vertriebsorganisationen. Durch die konsequente und auf die Besonderheiten der Vermittlerspezifika ausgerichtete Betreuungskonzepte werden Abhängigkeiten minimiert bzw. besser beherrschbar, insbesondere durch Förderung der mittelgroßen Vertriebspartner in der regionalen Unterstützung. Gleichzeitig begleiten wir unsere Key-Accounts durch eine zentrale Vertriebsunterstützung und persönliche Key-Account-Manager. Auch die Implementierung der wertorientierten Vertriebssteuerung unterstützt diese Maßnahmen. Darüber hinaus soll durch die Positionierung als anerkannter Serviceversicherer mit Betreuungsleistungen, wie z. B. der Unterstützung bei der Angebotserstellung, fachlichem und verkäuferischem Support der Abwanderung zu Pools entgegengewirkt werden. Durch zielgerichtete Produkt-, Prozess-, Schulungs- und Marketingmaßnahmen wird das Profil als "Versicherer der mittelständischen Unternehmen" geschärft. Für die kommenden Jahre können wesentliche Risiken im vertrieblichen Umfeld durch regulatorische Eingriffe nicht ausgeschlossen werden.

5. Reputationsrisiken

Reputationsrisiken betreffen einen möglichen Ruf- und Imageschaden unseres Unternehmens in der Öffentlichkeit, bei Kunden und Geschäftspartnern im laufenden Geschäftsjahr oder in den Folgejahren. Auslöser können z.B. Ereignisse aus den Bereichen Recht und Compliance, Datenschutz sowie Leistungsmanagement sein. Diese Risiken werden insbesondere durch die Sicherstellung hoher Servicequalität und Kundenorientierung sowie durch hohe Anforderungen an die Qualifikation und Kompetenz der Mitarbeiter begrenzt. Der Eintritt von Reputationsrisiken kann etwa zur abnehmenden Nachfrage von Versicherungsprodukten des Unternehmens führen.

Weiterhin wird diesem Risiko durch eine koordinierte und qualitätsgesicherte Darstellung unseres Unternehmens in der Presse und Öffentlichkeit, durch die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher, aufsichts- und datenschutzrechtlicher Vorgaben, durch die Einhaltung unseres verbindlichen "Kodex für integre Handlungsweisen" sowie durch unsere Compliance-Organisation begegnet.

6. Strategische Risiken

Strategische Risiken beinhalten alle Risiken, die aus strategischen Geschäftsentscheidungen des Managements resultieren und mittel- oder langfristig zur Verfehlung der strategischen Ziele führen und somit die nachhaltige Sicherung des Unternehmenserfolgs gefährden können. Potentielle Ursachen bestehen darin, dass strategische Geschäftsentscheidungen nicht oder nicht ausreichend an bestehenden und künftigen Kundenanforderungen, Marktgegebenheiten und -entwicklungen oder am ökonomischen, technologischen, ökologischen, politisch-rechtlichen und gesellschaftlichen Umfeld ausgerichtet werden. Des Weiteren können strategische Risiken entstehen, wenn strategische Geschäftsentscheidungen im Rahmen des Strategieentwicklungsprozesses getroffen werden und zugrunde gelegte Annahmen nicht wie geplant eintreten, in der Organisation im Rahmen der Strategieimplementierung unzureichend umgesetzt oder innerhalb des Strategiecontrollings nicht bedarfsorientiert angepasst werden.

Den strategischen Risiken wird durch eine regelmäßige, mindestens einmal jährlich stattfindende Überprüfung der Geschäftsstrategie 8 und geschäftspolitischen Grundsätze auf Basis von Markt-, Umwelt- und Unternehmensanalysen begegnet.

Auf Grundlage der aus dem Strategieprozess abgeleiteten Ergebnisse und der mittelfristigen Planung werden jährlich Unternehmensziele definiert, verabschiedet und kontrolliert. Ebenso wird jährlich die Konsistenz von Risiko- und Geschäftsstrategie überprüft.

7. Sonstige Risiken

7.1. Emerging Risks

Unter Emerging Risks werden langfristige Risiken bzw. Ursachen, Ereignisse oder Entwicklungen verstanden, die in Zukunft zu einem Risiko werden oder aus denen sich neue Risiken ergeben können. Sie können z.B. aufgrund sozialer, wirtschaftlicher, politischer, technologischer oder medizinischer Entwicklungen entstehen. Die Überprüfung bestehender sowie ggf. die Identifikation neuer Emerging Risks erfolgt jährlich im Rahmen des Risikomanagement-Prozesses anhand der Analyse externer Quellen und der regelmäßig durchgeführten Risikointerviews.

7.2. Nachhaltigkeitsrisiken

Das Nachhaltigkeitsrisikomanagement betrachtet grundsätzlich zwei Arten von Risiken. Nachhaltigkeitsrisiken beschreiben Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt (E), Soziales (S) und Unternehmensführung (G), deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der ALH Gruppe haben können. Dies schließt klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken (Risiko von Klimaereignissen) und transitorischen Risiken (Risiko durch Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft) ein. Nachhaltigkeitsrisiken bilden keine eigene Risikokategorie, sondern materialisieren sich in bereits bestehenden Risikokategorien, wie zum Beispiel den Markt- oder den versicherungstechnischen Risiken.

8 Die Geschäftsstrategie umfasst die Geschäftsfeldstrategie der Sparte und die Querschnittsstrategien.

Risiken bzw. nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren beschreiben Risiken, die sich aus den wesentlichen Geschäftsaktivitäten des Unternehmens auf mindestens einen der fünf nicht-finanziellen Aspekte Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung ergeben können. Die wesentlichen Geschäftsaktivitäten des Unternehmens ergeben sich aus der Strategie sowie Stakeholder-Befragungen und können sich im Zeitverlauf ändern.

Risiken aufgrund der aktuellen Inflationsentwicklung

Die im Jahr 2023 zu beobachtende Inflation ist für die Gesellschaft bzgl. ihrer Geschäftstätigkeit weiterhin von Relevanz. So sind insbesondere in der Sparte Kraftfahrt weiter deutlich gestiegenen Ersatzteilpreise zu beobachten gewesen. Daher wird auch in 2024 die Entwicklung der Schadenaufwendungen und deren Auswirkung auf unsere wesentlichen Kennzahlen im Rahmen der Risikosteuerung beobachtet. Um den Preissteigerungen frühzeitig zu begegnen, wurden bereits entsprechende Anpassungen bei der Produktkonzeption und der Tarifierung vorgenommen. Die Auswirkungen auf die Risikolandschaft wurden proaktiv bewertet, etwaige Anpassungsbedarfe unterliegen einer fortlaufenden Prüfung.

Chancendarstellung

Im Rahmen unseres Strategieprozesses und der jährlichen strategischen Reviews analysieren wir die aktuellen Rahmenbedingungen in der Versicherungsbranche und an den Kapitalmärkten. Zielsetzung ist, Trends frühzeitig zu erkennen und zu bewerten sowie Potenziale zu identifizieren. Daraus werden Chancen abgeleitet, die in die strategische Planung zur Ausrichtung unseres Produktportfolios und unserer Geschäftsbereiche einfließen.

Chancen am Kapitalmarkt

Die Aktienmärkte haben sich im letzten Jahr positiv entwickelt. Die Zinssätze waren an den Rentenmärkten in Europa und den USA rückläufig. Die Erwartung einer sinkenden Inflation und eine mögliche Senkung der Leitzinsen bieten Chancen für die Aktienkurse. Vor dem Hintergrund geopolitischer Risiken ist weiterhin mit Volatilität an den Märkten zu rechnen. Eine effiziente Asset Allokation ist in diesem Umfeld ebenso bedeutsam wie ein effizientes Risikomanagement.

Bereits in den vergangenen Jahren erfolgten im Rahmen unserer langfristigen Anlagestrategie Investitionen in Infrastruktur. Diese erhöhen die Diversifikation des Portfolios und bieten langfristig Chancen auf höhere Renditen. Investitionen in Sachwerte können die Risiken reduzieren, die aus einem inflationären Umfeld resultieren. Mit den Anlagen in Infrastruktur wird zudem verstärkt in zukunftsträchtige und potenziell nachhaltige Sektoren investiert. Die Chancen auf höhere Renditen gehen mit einem höheren Risiko im Vergleich zu klassischen Staatsanleihen einher.

Das Zinsniveau liegt trotz des Rückgangs im vergangenen Jahr nach wie vor höher als in den Jahren zuvor, sodass weiterhin Chancen auf höhere Neuanlagerenditen in der Rentenanlage bestehen.

Marktchancen Sachversicherung

Positive Neugeschäftsimpulse bei der Alte Leipziger Versicherung erwarten wir von unserer strategischen Ausrichtung zur Stärkung des Gewerbegeschäfts sowie unserer modularen Tarife im Privatkundengeschäft, sodass wir von einer Produktion auf weiterhin hohem Niveau ausgehen. In diesem Zusammenhang werden Produkte neu- bzw. weiterentwickelt, um auch zukünftig die Anforderungen und Bedürfnisse von Vermittlern und Kunden zu erfüllen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf profitablem Wachstum, welches wir durch eine wertorientierte Vertriebssteuerung sicherstellen.

Chancen aus dynamischen Kundenerwartungen

Einfachheit, Transparenz und Geschwindigkeit zum Beispiel in der Kommunikation oder in den Services werden auch in der Versicherungsbranche immer wichtiger. Um den steigenden Erwartungen gerecht zu werden, stellen wir den Kunden in den Fokus und berücksichtigen dessen Bedürfnisse konsequent in Produkt-, Prozess- und Serviceentwicklungen. So fließen Kundenideen aktiv in Produktneuerungen oder -anpassungen ein, indem wir unsere Kunden in Kreativworkshop einbinden und somit eine direkte Verbindung zu ihren Bedürfnissen schaffen. Durch die konsequente Kundenzentrierung entlang der Wertschöpfungskette ergeben sich für unser Unternehmen Chancen, die wir gezielt nutzen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Denn mit unseren Produkten, Prozessen und Services nah am Kunden zu sein, ermöglicht uns bestehende Kundenverbindungen weiter zu festigen und auszubauen sowie neue Kunden für uns zu gewinnen.

Chancen aus technologischen Entwicklungen

Durch die voranschreitende Digitalisierung und Nutzbarmachung von neuen Technologien können Prozesse optimiert und effizienter oder Kundeninteraktionen neu gestaltet werden. Mit der App fin4u, dem digitalen Finanz- und Versicherungsmanager, kann unser Kunde alle Informationen oder Änderungen seiner Versicherung unkompliziert nachverfolgen. Von technologischen Fortschritten profitieren Kunden und Partner, aber auch Mitarbeiter und unser Unternehmen selbst. Beispielsweise können durch zukünftige datengetriebene Geschäftsmodelle individualisierte Angebote erstellt werden oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz kann in vielfältigen Bereichen wie Automatisierung, Risikobewertung, Produktentwicklung oder Kundenservice unterstützen. Unser Fokus liegt deshalb darauf, die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzbar zu machen und dabei die Risiken verantwortungsvoll im Blick zu behalten.

Chancen durch Kooperationen und in Ökosystemen

Den veränderten Kundenerwartungen und technischem Fortschritt trägt die ALH Gruppe auch dadurch Rechnung, dass Innovation und Kooperation ein wichtiger Bestandteil der strategischen Ausrichtung sind. Unser Ziel ist es mit Partnern in ausgewählten Fokusfeldern neue innovative Geschäftsmodelle gemeinsam zu entwickeln, welche vertriebliches Potenzial heben, einen Mehrwert für den Kunden schaffen oder prozessuale Verbesserungen wie digitale Services oder Schnittstellenoptimierung darstellen. In diesem Kontext verfolgen wir einen Lebenswelten-Ansatz, auch als Ökosysteme bekannt, um den Kunden alles aus einer Hand anzubieten. Mit unserer Kunden-App fin4u versuchen wir Teil dieser Lebenswelten zu werden und Services zu bündeln. In Ökosystemen und Plattformen sehen wir Potenziale, um uns noch stärker zukunftsorientiert aufzustellen.

Chancen aus Nachhaltigkeit

Neue regulatorische Anforderungen, verändertes Nachhaltigkeitsbewusstsein von Geschäftspartnern und Kunden sowie sich verändernde externe Einflüsse erhöhen den Handlungsdruck für Versicherungsunternehmen und begründen gleichzeitig neue Handlungsfelder rund um das Thema Nachhaltigkeit. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, haben wir Nachhaltigkeit organisatorisch und strategisch klar verankert. Neben der Erfüllung regulatorischer Anforderungen wollen wir Geschäftschancen und Wachstumsmärkte im Kontext Nachhaltigkeit erkennen und entwickeln. Hierfür gehen wir ganzheitlich vor. Wir fördern die Transformation der ALH Gruppe, unserer Firmenkunden und Geschäftspartner sich nachhaltig zu entwickeln. Die Entwicklung innovativer Produkte für Kunden mit dem Fokus auf nachhaltige Wirkungen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Die Alte Leipziger Versicherung erfüllte im Geschäftsjahr 2023 durchgängig die Kapitalanforderungen unter Solvency II ohne Inanspruchnahme von Übergangsmaßnahmen oder Volatility Adjustment. Die Kapitaladäquanz nach Solvency II lag im abgelaufenen Jahr zu den Quartalsstichtagen deutlich oberhalb der aufsichtsrechtlichen Anforderung von 100%. 9 Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikolage im Wesentlichen unverändert. Die finale Berechnung zum Geschäftsjahresende ist noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse werden nach Fertigstellung im Rahmen des SFCR veröffentlicht und können auf der Homepage des Unternehmens eingesehen werden.

Insgesamt stellen wir fest, dass sich in Anbetracht der bekannten Risiken gegenwärtig keine Entwicklungen abzeichnen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unserer Gesellschaft wesentlich beeinträchtigen oder den Fortbestand der Alte Leipziger Versicherung gefährden könnten.

9 Solvency II Quote ist nicht Bestandteil der Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer

Insgesamt stellt sich die Risikolage im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert dar.

Personal- und Sozialbericht

Unsere Mitarbeiter 10

Unsere hoch qualifizierten Mitarbeiter agieren in der gesamten ALH Gruppe nach einheitlichen Servicestandards. Durch ihre systematische Aus- und Weiterbildung sind sie kompetente Ansprechpartner für unsere Vermittler und Kunden.

Unser digitales Lernmanagementsystem ALH Campus bietet ein breites Angebot an unterschiedlichen Qualifizierungsangeboten, über die sowohl die fachliche als auch die überfachliche Kompetenz unserer Mitarbeitenden systematisch weiterentwickelt wird. Im Rahmen der digitalen Lernstrategie haben nun auch Fachbereiche die Möglichkeit, fach- und zielgruppenspezifische E-Learnings selbst zu erstellen und den Mitarbeitenden im Bedarfsfall zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen unseres Gesamtprozesses zur Potenzialentwicklung stehen unterschiedliche Programme zur Förderung von Führungs- und Nachwuchskräften zur Verfügung, über die eine gezielte und systematische Nachfolgeplanung und die Weiterentwicklung von Potenzialträgern innerhalb des Unternehmens gesichert wird.

Wir bilden Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen und Fachinformatiker und Fachinformatikerinnen aus. Zugleich ist es in unserem Unternehmen möglich, einen praxisorientierten Bachelorstudiengang nach dem dualen Ausbildungsprinzip zu absolvieren.

Daneben sind familien- und lebensphasenbewusste Arbeitsbedingungen für unsere Beschäftigten ein gutes Umfeld, um persönliche Weiterentwicklung, Beruf und Familie miteinander zu verbinden. Wir bieten zum Beispiel neben flexiblen Arbeitszeiten und variablen Teilzeitmodellen - auch für Führungspositionen - in Zusammenarbeit mit einem bundesweit tätigen Dienstleister Unterstützung in allen Fragen der Kinderbetreuung sowie der Pflege und Versorgung hilfebedürftiger Angehöriger an. Seit 2012 werden wir regelmäßig in einem zukunftsorientierten verbindlichen Prozess im Rahmen des von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung initiierten audit berufundfamilie ® zertifiziert.

Im Geschäftsjahr 2023 waren bei der Alte Leipziger Versicherung im Innen- und Außendienst zusammen mit den Auszubildenden durchschnittlich 545 Mitarbeiter beschäftigt. Im Innendienst der Direktion waren im Jahresdurchschnitt 481 Mitarbeiter tätig, in den Geschäftsstellen 18. Im Außendienst betreuten 46 Angestellte unsere Geschäftspartner.

Dienstjubiläen

Wir sind stolz darauf, dass wir auch im Berichtsjahr zahlreiche Dienstjubiläen feiern konnten:

6 Angestellte waren 2023 seit 40 Jahren für unser Unternehmen tätig

14 Beschäftigte blickten auf eine 25-jährige Dienstzeit zurück

18 Mitarbeiter feierten ihr 10-jähriges Dienstjubiläum.

Gesetzliche und tarifvertragliche Leistungen

Die Alte Leipziger Versicherung hat im Berichtsjahr für gesetzliche Abgaben und durch Tarifvertrag vereinbarte Leistungen, wie Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, vermögenswirksame Leistungen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, 11,5 Mio. € (10,7 Mio. €) aufgewandt.

Für die tarifliche Altersteilzeit, den gleitenden Übergang in den Ruhestand, haben wir in Form von Aufstockungsbeträgen zum Gehalt und zusätzlichen Leistungen zur gesetzlichen Rentenversicherung insgesamt 0,5 Mio. € (0,4 Mio. €) aufgewandt. Unsere Zahlungen für die tariflich vereinbarte Vorruhestandsregelung beliefen sich auf 0,8 Mio. € nach 1,1 Mio. € im Vorjahr. Die Rückstellung für Vorruhestandsleistungen betrug zum Ende des Geschäftsjahres 0,3 Mio. € (1,1 Mio. €).

Zusätzliche Altersversorgung

Unsere ausschließlich vom Unternehmen finanzierten Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung umfassen im Durchführungsweg der Direktversicherung eine Kapitalzahlung als Alters- und Hinterbliebenenleistung sowie eine Invaliditätsrente. Im Durchführungsweg der unmittelbaren Aufgrund von Mehrfacharbeitsverhältnissen im Konzern erfolgen die Angaben in Mitarbeiterkapazitäten, um Mehrfachzählungen zu vermeiden. Die tatsächliche Anzahl der Mitarbeiter betrug im Berichtsjahr 544.

10 Der im Interesse einer besseren Lesbarkeit im Geschäftsbericht verwendete Begriff "Mitarbeiter" gilt für Personen aller Geschlechter gleichermaßen.

Versorgungszusage finanzieren wir neben einem lebenslangen "Ruhestandsgehalt" auch laufende Zahlungen bei Invalidität durch Berufs- und Erwerbsunfähigkeit sowie die Hinterbliebenenversorgung mit Renten für Verwitwete und Waisen. Ergänzend geben wir unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, eine zusätzliche Alterssicherung aufzubauen. Die Alte Leipziger Versicherung bietet ihren Beschäftigten zu diesem Zweck - jeweils im Wege der Entgeltumwandlung - folgende Durchführungswege an:

Pensionszusage

Direktversicherung

Pensionskasse

Unterstützungskasse.

Insgesamt haben wir im Berichtsjahr 4,4 Mio. € (4,4 Mio. €) für die betriebliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung der Mitarbeiter aufgewandt. Unsere Pensionsrückstellung betrug zum Ende des Geschäftsjahres 60,0 Mio. € (58,5 Mio. €).

Von diesem Betrag sind 1,2 Mio. € (1,3 Mio. €) mit dem Aktivwert der verpfändeten Rückdeckungsversicherung verrechnet. Die nach der Verrechnung verbleibende und auszuweisende Pensionsrückstellung belief sich daher auf 58,7 Mio. € (57,2 Mio. €) und beinhaltet beitragsorientierte Zusagen sowie Zusagen zur Aufstockung von Direktversicherungen.

Sonstige freiwillige Leistungen

Zusätzlich zu unseren Leistungen für die betriebliche Altersvorsorge haben wir 2,3 Mio. € (2,4 Mio. €) für weitere freiwillige Sozialleistungen u. a. im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements für eine betriebliche Krankenversicherung in Form von Vorsorgeschecks aufgewandt.

Zahlen und Fakten 2023 2022
Mitarbeiter (Kapazitäten im Jahresdurchschnitt) 545 523
davon: Innendienst 494 473
Außendienst 46 46
Auszubildende 5 4
Anteil Frauen % 44,6 45,3
Anteil Männer % 55,4 54,7
Anteil Vollzeitmitarbeiter im Innendienst % 78,5 78,8
Anteil Teilzeitmitarbeiter im Innendienst % 21,5 21,2
Altersdurchschnitt Jahre 46,8 46,7
Betriebszugehörigkeit Jahre 17,0 17,6

Dank

Unsere Mitarbeiter haben mit ihrem Engagement und ihrer Leistungsbereitschaft zur weiteren positiven Entwicklung unseres Unternehmens maßgeblich beigetragen. Hierfür danken wir ihnen recht herzlich.

Dem Betriebsrat sowie dem Sprecherausschuss der Leitenden Angestellten danken wir für die verantwortungsvolle und konstruktive Wahrnehmung ihrer Aufgaben.

Prognosebericht

Im Schaden- und Unfallversicherungsmarkt wird für 2024 ein Beitragswachstum in Höhe von 7,7 % prognostiziert. Die Alte Leipziger Versicherung rechnet für das Jahr 2024 auf Basis der Neugeschäftserwartung sowie inflationsbedingter Beitragsanpassungen mit einem Anstieg der verdienten Beiträge um 12,3 % und liegt damit über der Branchenerwartung. Der Anstieg erstreckt sich dabei sowohl auf das Privatschutz- als auch das Gewerbesegment.

In der Bruttoschadenquote spiegelt sich unsere auf Ertrag ausgerichtete Produktionspolitik wider. Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir eine Schadenquote in einer Bandbreite von 61 % bis 65 %. Die Prognose berücksichtigt dabei Annahmen zu Kumul- und Großschadenbelastungen, welche sich aus der Historie ableiten. Die Betriebskostenquote wird bei rund 32 % liegen. Die Quote steht dabei unter dem Einfluss des Bestandswachstums und dem damit einhergehenden Aufbau unserer Mitarbeiterkapazitäten. Für das Kapitalanlageergebnis gehen wir von einem moderaten Anstieg aus. Den Annahmen liegt eine über der Bestandsverzinsung liegende Neuanlagerendite zu Grunde.

Neben der fortlaufenden Optimierung des Produktangebotes sieht unser Projektportfolio weitere Investitionen in unsere digitale Infrastruktur vor. Darüber hinaus setzen wir den Fokus weiterhin auf das Wachstum unserer Gewerbesparten. Auf diese Weise stellen wir die mittelfristige Diversifizierung unseres Portfolios sicher. Unter Berücksichtigung der aus den Darstellungen zu erwarteten Erträgen und Aufwendungen gehen wir für unsere Gesellschaft von einem Ergebnis nach Steuern in einer Bandbreite von 0 Mio. € bis 2 Mio. € aus.

Unsere Qualitäts- und Servicestrategie werden wir fortführen. Hierbei setzen wir auf unsere wettbewerbsfähigen Produkte, unser hohes fachliches Know-how und Serviceniveau in der Verwaltung, in der Schadenbearbeitung sowie im Vertrieb.

Die dargestellten Erwartungen sind mit Ungewissheiten verbunden. Deshalb können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen von diesen abweichen.

Betriebene Versicherungszweige

Gegenstand des Unternehmens ist der unmittelbare Betrieb aller nachstehend aufgeführten Versicherungszweige im In- und Ausland sowie der Betrieb der Rückversicherung in allen Zweigen, wobei das ausländische Geschäft und die aktive Rückversicherung von untergeordneter Bedeutung sind.

Die Gesellschaft, deren Direktionssitz sich in Oberursel (Taunus) befindet, bietet ihre Produkte sowohl Privat- als auch Gewerbekunden an. Dabei werden - falls dies aus Kundensicht sinnvoll ist - verstärkt verschiedene Produktbausteine und jeweils damit zusammenhängende Leistungen miteinander verknüpft.

Die Alte Leipziger Versicherung hat 2023 folgende Versicherungszweige betrieben:

Allgemeine Unfallversicherung

Einzelunfall-, Gruppenunfall- und Probandenversicherung

Allgemeine Haftpflichtversicherung

Privathaftpflicht-, Betriebs- und Berufshaftpflicht-, Gewässerschadenhaftpflicht-, Vermögensschadenhaftpflicht-, Strahlen- und Atomanlagenhaftpflicht-, Cyber-Haftpflicht- und Feuerhaftungsversicherung

Kraftfahrtversicherung

Kraftfahrzeughaftpflicht-, Fahrzeugvollkasko-, Fahrzeugteilkasko- und Kraftfahrtunfallversicherung

Luftfahrtversicherung

Feuerversicherung

Feuer-Industrie- und sonstige Feuerversicherung

Einbruchdiebstahlversicherung

Leitungswasserversicherung

Glasversicherung

Sturmversicherung

Verbundene Hausratversicherung

Verbundene Gebäudeversicherung

Technische Versicherungen

Maschinen-, Elektronik-, Montage- und Bauleistungsversicherung

Allgefahrenversicherung

Transportversicherung

Extended-Coverage-(EC-)Versicherung

Betriebsunterbrechungsversicherung

Feuerbetriebsunterbrechungs- und technische Betriebsunterbrechungsversicherung, sonstige Betriebsunterbrechungsversicherung sowie Betriebsschließungsversicherung

Beistandsleistungsversicherung

Verkehrs-Service-Versicherung

Sonstige Schadenversicherung

Sonstige Sachschadenversicherungen:

Cyber-, Ausstellungs-, Kühlgüter-, Atomanlagen-Sach-, Reisegepäck-, Camping-, Valoren-Versicherung sowie Warenversicherung in Tiefkühlanlagen

Sonstige Vermögensschadenversicherungen:

Reiserücktrittskosten-, Maschinen-Garantie-, Schlüsselverlust-, Mietverlust- und Schutzbriefversicherung

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

Vorjahr
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 208.783 787.149
B. Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 128.382 128.382
128.382 128.382
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 164.184.435 160.630.837
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 196.771.326 139.628.552
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 183.033.734 201.902.795
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 211.225.396 217.427.191
394.259.130 419.329.986
4. Einlagen bei Kreditinstituten 12.000.000 5.000.000
767.214.891 724.589.375
III. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft 33.179 72.302
767.376.452 724.790.059
C. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 6.236.730 7.031.701
2. Versicherungsvermittler 15.121.176 11.048.160
21.357.905 18.079.860
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 16.103.312 21.526.728
III. Sonstige Forderungen
davon an verbundene Unternehmen 2.161.213 € (Vj: 1.040.697 €) 3.824.519 3.968.984
41.285.737 43.575.573
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 1.810.705 2.082.594
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 11.256.389 8.452.941
III. Andere Vermögensgegenstände 28.218.420 27.826.531
41.285.514 38.362.066
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 5.824.619 4.637.642
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 290.254 356.472
6.114.873 4.994.114
Summe der Aktiva 856.271.358 812.508.960

Passivseite

Vorjahr
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 32.240.000 32.240.000
II. Kapitalrücklage 79.501.939 79.501.939
III. Bilanzgewinn 13.721.538 12.580.573
davon Gewinnvortrag: 12.580.573 € (Vj: 17.815.935 €) 125.463.476 124.322.512
B. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 67.515.261 59.550.110
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 2.951.296 2.848.477
64.563.965 56.701.632
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 672.597.449 619.395.168
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 190.498.644 167.206.821
482.098.805 452.188.346
III. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen 64.432.328 67.715.396
IV. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 1.212.162 1.304.359
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -3.394.291 - 1.006.483
4.606.453 2.310.842
615.701.551 578.916.217
C. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 58.713.467 57.219.214
II. Steuerrückstellungen 271.647 3.160.787
III. Sonstige Rückstellungen 13.849.344 14.113.953
72.834.458 74.493.955
D. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 46.267 47.134
E. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber:
1. Versicherungsnehmern 20.847.085 16.587.402
2. Versicherungsvermittlern 12.456.499 9.250.379
33.303.584 25.837.781
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 292.830 392.488
III. Sonstige Verbindlichkeiten 8.625.474 8.496.224
davon: 42.221.888 34.726.493
gegenüber verbundenen Unternehmen 2.021.409 € (Vj: 2.873.183 €)
aus Steuern: 4.239.642 € (Vj: 4.009.124 €)
F. Rechnungsabgrenzungsposten 3.718 2.650
Summe der Passiva 856.271.358 812.508.960

Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter Posten B.II. der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung von § 341f und § 341g HGB sowie der aufgrund des § 88 Abs. 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung berechnet worden ist. Altbestand im Sinne von § 336 VAG ist nicht vorhanden.

 

Oberursel (Taunus), den 14. Februar 2024

Dr. Stefan W. Wetzel

Verantwortlicher Aktuar

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Vorjahr
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 481.489.251 417.289.964
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge 95.560.279 88.110.591
385.928.971 329.179.373
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -7.965.152 - 5.187.604
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen -102.819 68.417
-7.862.333 - 5.256.020
378.066.639 323.923.353
2. Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung 18.784 38.703
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 134.781 122.164
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 277.752.292 271.340.557
bb) Anteil der Rückversicherer 58.122.702 75.551.535
219.629.590 195.789.022
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 53.245.261 - 14.042.162
bb) Anteil der Rückversicherer 23.291.822 - 28.171.825
29.953.439 14.129.662
249.583.029 209.918.684
5. Veränderung der sonstigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen -2.295.611 1.244.494
6. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 153.639.885 132.458.600
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 26.419.250 27.759.665
127.220.635 104.698.935
7. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 5.877.497 4.508.663
8. Zwischensumme - 6.756.569 6.202.431
9. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen 3.283.068 - 5.882.048
10. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung - 3.473.500 320.383
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 14.824.967 9.185.450
b) Erträge aus Zuschreibungen 1.334.228 0
c) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 0 102.647
16.159.196 9.288.097
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen 284.142 441.811
b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen 0 2.992.043
284.142 3.433.854
3. Technischer Zinsertrag 20.198 40.074
4. Sonstige Erträge * 2.764.455 2.691.862
5. Sonstige Aufwendungen * 10.104.737 10.510.738
- 7.340.282 - 7.818.877
6. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 5.041.073 - 1.684.323
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.612.138 3.364.984
8. Sonstige Steuern 287.971 186.054
9. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 1.140.964 - 5.235.361
10. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 12.580.573 17.815.935
11. Bilanzgewinn 13.721.538 12.580.573

* darin enthalten:

Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von € 44.329 € (1.489 €)

Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 1.086.642 € (1.414.656)

Erträge aus der Währungskursumrechnung in Höhe von 41.840 € (-63.896 €)

Anhang zum Jahresabschluss

Angaben gemäß § 264 Abs. 1a HGB

Die Alte Leipziger Versicherung Aktiengesellschaft, Alte Leipziger-Platz 1, 61440 Oberursel (Taunus), ist beim Amtsgericht Bad Homburg v. d. Höhe (HRB Nr. 1585) registriert.

Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ermittlungsmethoden

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) aufgestellt. Die einzelnen Posten, Zwischen- und Endsummen werden jeweils kaufmännisch auf- bzw. abgerundet.

Die im amtlichen Formblatt vorgesehenen, aber nicht belegten Posten werden nicht aufgeführt.

Aktiva

Immaterielle Vermögensgegenstände

sind zu den Anschaffungskosten bewertet und beinhalten entgeltlich erworbene Software. Die linearen Abschreibungen erfolgen planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 10 Jahren.

Beteiligungen

bilanzieren wir mit den Anschaffungskosten. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung wird auf den beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Das Wertaufholungsgebot gemäß § 253 Abs. 5 HGB wird beachtet.

Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

werden - mit Ausnahme der Anteile an Investmentvermögen, die in Infrastructure Debt investieren (Infrastructure Debt Fonds) - nach dem strengen Niederstwertprinzip mit den Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Zeitwerten am Bilanzstichtag bewertet. Das Wertaufholungsgebot gemäß § 253 Abs. 5 HGB wird beachtet.

Anteile an Infrastructure Debt Fonds werden gemäß § 341b Abs. 2 i. V. m. § 253 Abs. 3 HGB dem Anlagevermögen zugeordnet und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag (Nettoinventarwert). Das Wertaufholungsgebot gemäß § 253 Abs. 5 HGB wird beachtet.

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

werden gemäß § 341b Abs. 2 i. V. m. § 253 Abs. 3 HGB dem Anlagevermögen zugeordnet und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag. Die fortgeführten Anschaffungskosten ermitteln sich hierbei aus den Anschaffungskosten zuzüglich oder abzüglich der kumulierten Amortisation einer Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem jeweiligen Rückzahlungsbetrag unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Das Wertaufholungsgebot gemäß § 253 Abs. 5 HGB wird beachtet.

Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen

werden gemäß § 341c Abs. 3 HGB i. V. m. § 253 HGB mit ihren Anschaffungskosten zuzüglich oder abzüglich der kumulierten Amortisation einer Differenz zwischen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung vorgenommen. Das Wertaufholungsgebot gemäß § 253 Abs. 5 HGB wird beachtet.

Einlagen bei Kreditinstituten

sind mit ihren Nominalwerten ausgewiesen.

Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft

sind mit den Nominalwerten unter Berücksichtigung der jeweiligen Währung und daraus resultierender Währungskursgewinne und -verluste bewertet.

Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

sind mit den Nominalwerten bewertet. Soweit Bonitätsrisiken vorliegen, werden Pauschal- und Einzelwertberichtigungen in Höhe der erwarteten Zahlungsausfälle gebildet.

Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft

werden mit den Nominalwerten bewertet. Soweit Bonitätsrisiken vorliegen, werden Einzelwertberichtigungen in Höhe der erwarteten Zahlungsausfälle gebildet.

Sonstige Forderungen

sind mit den Nominalwerten ausgewiesen. Erforderliche Wertberichtigungen werden vorgenommen. Sämtliche als uneinbringlich erkannten Forderungen werden abgeschrieben.

Sonstige Vermögensgegenstände

Unsere Betriebs- und Geschäftsausstattung wird mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen ausgewiesen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über eine gewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren.

Vorräte werden zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls zum niedrigeren Börsenkurs für Gold und Silber, bewertet.

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand sind mit dem Nominalwert angesetzt. Ansprüche aus der Rückdeckung von Pensionen sind mit dem Barwert ausgewiesen.

Andere Vermögensgegenstände werden zu Nominalwerten bewertet.

Rechnungsabgrenzungsposten

Noch nicht fällige Zinserträge sowie sonstige betriebliche Vorauszahlungen werden entsprechend den gesetzlichen Regelungen abgegrenzt und mit ihren Nominalbeträgen angesetzt.

Ermittlung der Zeitwerte von Kapitalanlagen

Nach § 54 bis § 56 RechVersV ist für Kapitalanlagen jeweils der Zeitwert anzugeben. Zum 31. Dezember 2023 betrug der Zeitwert der ausgewiesenen Kapitalanlagen 723,8 Mio. € (656,8 Mio. €). Die detaillierte Darstellung finden Sie in der Tabelle "Entwicklung der Aktivposten".

Die Ermittlung der Zeitwerte der Inhaberschuldverschreibungen bzw. Investmentanteile erfolgte mit den letzten zum Stichtag verfügbaren Börsenkursen bzw. Rücknahmepreisen oder - bei nicht notierten Anteilen an verbundenen Unternehmen - vorrangig mit dem Discounted Cashflow-Verfahren und teilweise mit dem Substanzwertverfahren. Der Zeitwert nicht notierter Zinsanlagen (Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen, Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine sowie übrige Ausleihungen) wird anhand der Zinskurve unter Berücksichtigung spezifischer Kreditspreads ermittelt. Eingebettete Kündigungsrechte werden nach anerkannter Methode bewertet. Bei Einlagen bei Kreditinstituten, Beteiligungen, einzelnen Anteilen an verbundenen Unternehmen und Darlehen/Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine entsprechen die Zeitwerte den Buchwerten.

Passiva

Beitragsüberträge

des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts sind grundsätzlich unter Beachtung aufsichtsbehördlicher Vorschriften sowie des Schreibens des Bundesministers der Finanzen vom 30. April 1974 aus den gebuchten Beiträgen nach dem 1/360-System unter Beachtung der Zahlungsweise errechnet. Für die Sparte Technische Versicherungen werden die Beitragsüberträge teilweise anhand manuell ermittelter pauschaler Beitragsübertragungssätze ermittelt. Die Anteile der Rückversicherer sind entsprechend ermittelt. Für die Bilanzierung der Beitragsüberträge des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts werden so weit wie möglich die Angaben der Vorversicherer zugrunde gelegt; bei fehlenden Angaben erfolgt die Ermittlung nach der Bruchteilsmethode aus den übertragspflichtigen Beiträgen. Der Kostenabzug wird entsprechend der steuerlichen Regelung vorgenommen. Die Anteile der Retrozessionäre sind nach den gleichen Grundsätzen errechnet.

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Für jeden einzelnen Schadensfall des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts ist der Rückstellungsbetrag individuell ermittelt. Für am Bilanzstichtag unbekannte und noch nicht gemeldete Schäden wird eine auf den Erfahrungen der Vergangenheit basierende Spätschadenrückstellung gebildet. Die in die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle einbezogene Rückstellung für Schadenregulierungskosten ist grundsätzlich nach dem Schreiben des Bundesministers der Finanzen vom 2. Februar 1973 berechnet. Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen (RPT) werden entsprechend § 26 Abs. 2 RechVersV von den Bruttoschadenrückstellungen abgezogen.

Die Rentendeckungsrückstellung für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wird gemäß aufsichtsrechtlichen Vorschriften berechnet. Dabei wurden die unveränderte Sterbetafel DAV 2006 HUR zugrunde gelegt. Der Rechnungszins wurde letztmalig zum 31. Dezember 2022 angepasst. Er wurde zu diesem Zeitpunkt auf 0,2 % gesenkt und gilt im Geschäftsjahr unverändert.

In der Transportversicherung werden die Schadenreserven für das Berichtsjahr nach einem festgelegten Schlüssel in Relation zu den Bruttobeiträgen ermittelt. Zusätzlich werden die bekannten und noch nicht abgewickelten Großschäden bewertet. Für ältere Zeichnungsjahre werden die Schadenreserven in erster Linie aufgrund von Erfahrungswerten noch nicht abgewickelter Großschäden berechnet.

Die Anteile der Rückversicherer an der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle des selbst abgeschlossenen Geschäfts sind den Rückversicherungsverträgen entsprechend ermittelt.

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts ist nach den Angaben der Vorversicherer, die zum Teil um Erfahrungswerte aufgestockt werden, passiviert. Bei fehlenden Angaben ist sie nach dem voraussichtlichen Bedarf geschätzt. Die Anteile der Retrozessionäre werden nach den vertraglichen Vereinbarungen aus den Bruttobeträgen ermittelt und abgesetzt.

Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen

wurden gemäß §§ 29 und 30 RechVersV in Verbindung mit der Anlage zu § 29 der RechVersV errechnet.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen

sind nach dem voraussichtlichen künftigen Bedarf gebildet bzw. basieren auf den Angaben der Vorversicherer; die Anteile der Rückversicherer bzw. Retrozessionäre sind nach den vertraglichen Vereinbarungen abgesetzt. Wegen möglicher technischer Risikoänderungen im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wird eine Stornorückstellung gebildet.

Andere Rückstellungen

Die Berechnung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Methode) in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB auf der Grundlage der Richttafeln 2018G der Heubeck-Richttafeln GmbH, Köln. Neben gegenwärtigen wurden auch künftige Entwicklungen, Trends und die Fluktuation berücksichtigt. Die Abzinsung erfolgte mit dem von der Deutschen Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2023 wurde auf Basis des Zinssatzes mit Stand Oktober 2023 eine Projektion des Zinssatzes zum 31. Dezember 2023 unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Zinsniveaus vorgenommen. Die ermittelten Werte werden anhand des tatsächlichen Zinssatzes zum 31. Dezember 2023 überprüft.

Im Falle der Existenz von Rückdeckungsversicherungen wurden die Pensionsrückstellungen unter Beachtung des Rechnungslegungshinweises IDW RH FAB 1.021 unter Ansatz des Aktivprimats ermittelt. Die Rückdeckungsversicherungen werden generell bei der Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. abgeschlossen.

Für die Erfüllung von Versorgungsverpflichtungen aus Mehrfacharbeitsverhältnissen im Gleichordnungskonzern Alte Leipziger - Hallesche besteht eine vertragliche Mithaftung.

Es wurden nachstehende versicherungsmathematische Parameter für die Ermittlung der Verpflichtungen verwendet:

Pensionsalter gesetzliche Regelaltersgrenze bzw. gesonderte einzelvertragliche Vereinbarung
Gehaltsdynamik 2,50 %
Rentendynamik 2,00 % bzw. 1,00 %
Zinssatz 1,83 % (Stand 31. Oktober 2023 mit Projektion zum 31. Dezember 2023).

Die Fluktuation der Mitarbeiter unseres Konzerns wurde anhand eines 10-jährigen Beobachtungszeitraums ermittelt und bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen berücksichtigt.

Die Pensionszusagen gegen Gehaltsverzicht sind gemäß einer gesonderten Vereinbarung durch den Abschluss von Rückdeckungsversicherungen insolvenzsicher ausfinanziert, wobei das Bezugsrecht an die Arbeitnehmer sowie deren versorgungsberechtigte Hinterbliebene unwiderruflich verpfändet wurde. Insoweit sind die auf Gehaltsverzichte entfallenden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB dem Zugriff aller Gläubiger entzogen und daher mit den korrespondierenden Pensionsrückstellungen zu verrechnen.

Der beizulegende Zeitwert der Rückdeckungsversicherungen für Pensionszusagen gegen Gehaltsverzicht entspricht hierbei dem vom Versicherer mitgeteilten Aktivwert.

Die Leistungen der Rückdeckungsversicherung entsprechen - gemessen an Zeitpunkt und Höhe - den Leistungen der Pensionszusage. Damit ist der Aktivwert auch als Wert der korrespondierenden Pensionsrückstellung anzusetzen. Insgesamt ergibt sich ein Nullsaldo und kein Ansatz von Rückdeckungsversicherungsansprüchen für Pensionszusagen gegen Gehaltsverzicht in der Bilanz.

Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde nach den Verlautbarungen des IDW RS HFA 3 in Verbindung mit § 253 Abs.

1 Satz 2 HGB ermittelt. Die Höhe des Erfüllungsrückstandes ergab sich aus den bis zum 31. Dezember 2023 ausstehenden Gehaltszahlungen, die in der Freistellungsphase fällig werden. Die Rückstellung für den zusätzlichen Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung und den Aufstockungsbetrag wurde unter Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostensteigerungen ermittelt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018G der Heubeck-Richttafeln GmbH, Köln, bei einer Gehaltsdynamik von 2,50 % zugrunde gelegt. Die Rückstellung wurde nach den individuellen Laufzeiten mit den entsprechenden durch die Deutsche Bundesbank veröffentlichten Zinssätzen nach der RückAbzinsV abgezinst. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2023 wurden die veröffentlichten Zinssätze mit Stand Oktober 2023 verwendet und auf den 31. Dezember 2023 fortentwickelt. Bei Laufzeiten von mehr als 12 bis zu 66 Monaten bewegten sich die Zinssätze zwischen 0,98 % und 1,19 %.

Die Rückstellung für den Vorruhestand wurde mit dem nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB notwendigen Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostensteigerungen ermittelt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018G der Heubeck-Richttafeln GmbH, Köln, bei einer Dynamik der Leistungen von 2,00 % zugrunde gelegt. Die Rückstellung wurde nach den individuellen Laufzeiten mit den entsprechenden durch die Deutsche Bundesbank veröffentlichten Zinssätzen nach der RückAbzinsV abgezinst. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2023 wurden die veröffentlichten Zinssätze mit Stand Oktober 2023 verwendet und auf den 31. Dezember 2023 fortentwickelt. Bei Laufzeiten von mehr als 12 bis zu 28 Monaten bewegten sich die Zinssätze zwischen 0,98 % und 1,04 %.

Die Bewertung der Rückstellung für Jubiläen erfolgte gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB analog zur Pensionsrückstellung mit dem Unterschied, dass die Abzinsung mit dem von der Deutschen Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsVO) veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB erfolgte. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2023 wurde auf Basis des Zinssatzes mit Stand Oktober 2023 eine Projektion des Zinssatzes zum 31. Dezember 2023 unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Zinsniveaus vorgenommen. Hierdurch wurde ein Zinssatz von 1,76 % ermittelt. Der ermittelte Wert wird anhand des tatsächlichen Zinssatzes zum 31. Dezember 2023 überprüft. Bezüglich der übrigen verwendeten versicherungsmathematischen Rechnungsgrundlagen verweisen wir auf unsere Ausführungen zu der Bewertung der Pensionsrückstellung.

Alle anderen Rückstellungen sind nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt und - soweit die Laufzeiten mehr als ein Jahr betragen - gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Aufwendungen und Erträge, die aus Änderungen des Diskontierungszinssatzes sowie Auf- und Abzinsungen resultieren, der der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen, Altersteilzeit, Vorruhestand und Jubiläen zugrunde liegt, werden in der nichtversicherungstechnischen Rechnung berücksichtigt. Gleiches gilt für alle anderen langfristigen Rückstellungen.

Aktiver/Passiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Ansprüche der Arbeitnehmer auf Wertguthaben aus abgeschlossenen Altersteilzeitvereinbarungen mittels erworbener Fondsanteile wurden insolvenzsicher angelegt. Hierbei handelt es sich um Deckungsvermögen gemäß § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB. Dieses ist gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten und mit den entsprechenden Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen zu verrechnen. Der Zeitwert der Fondsanteile entspricht dem Rücknahmepreis. Der diese Altersversorgungsverpflichtungen übersteigende Betrag des Deckungsvermögens ist nach § 246 Abs. 2 Satz 3 unter dem Posten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auszuweisen. Unterschreitet der Zeitwert der Fondsanteile die Altersversorgungsverpflichtungen wird der entsprechende Unterschiedsbetrag auf der Passivseite unter den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Soweit der Zeitwert der Fondsanteile über den Anschaffungskosten liegt, führt der übersteigende Betrag zu einer Ausschüttungssperre.

Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft

sind mit ihren Erfüllungsbeträgen ausgewiesen.

Andere Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, die Abrechnungsverbindlichkeiten und die sonstigen Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen ausgewiesen. Alle Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Rechnungsabgrenzungsposten

Im Voraus erhaltene Zinsen und Mieten sowie sonstige passive Rechnungsabgrenzungsposten werden mit ihren Nominalbeträgen angesetzt.

Passive latente Steuern

Soweit zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen Differenzen auftreten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden darauf Steuern mit den unternehmensindividuellen Sätzen ermittelt. Berücksichtigt werden hierbei auch solche Differenzen, deren Umkehrzeitpunkt noch nicht exakt feststeht oder von einer Disposition des Unternehmens abhängig ist oder erst zum Zeitpunkt der Liquidation eintreten würden. Steuerliche Verlustvorträge - soweit vorhanden - werden nur in dem Umfang berücksichtigt, als zu erwarten ist, dass sie innerhalb der nächsten fünf Jahre verrechnet werden, bzw. in dem ein Passivüberhang an latenten Steuern besteht. Ergibt sich aus der Ermittlung insgesamt eine künftige Steuerbelastung, so wird diese als passive latente Steuer zu Lasten des Steueraufwands angesetzt. Eine sich ergebende künftige Steuerentlastung wird hingegen aufgrund des von uns ausgeübten Wahlrechts nicht berücksichtigt.

Währungsumrechnungen

Für das in fremder Währung abgeschlossene und geführte Versicherungsgeschäft erfolgt die Umrechnung zum Referenzkurs des Zugangstages und wird erfolgswirksam saldiert unter den sonstigen Erträgen bzw. sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Zur Erstellung des Jahresabschlusses wurden diese Posten gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages in Euro umgerechnet. Ferner ergeben sich Ergebnisse aus der Erfassung und dem Ausgleich von Kreditorenrechnungen, die ebenfalls im sonstigen Ergebnis gezeigt werden.

Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

2023
Tsd.€
2022
Tsd. €
Periodenergebnis 1.141 - 5.235
Veränderung der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen 36.785 24.096
Veränderung der Depotforderungen und -Verbindlichkeiten sowie der Abrechnungsforderungen und -Verbindlichkeiten 5.362 - 15.882
Veränderung der sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten 4.456 - 3.480
Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen 0 - 103
Veränderung sonstiger Bilanzposten -122 4.029
Ertragssteueraufwand 3.612 3.365
Ertragssteuerzahlungen -6.656 - 2.822
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge sowie Berichtigungen des Periodenergebnisses 3.736 7.886
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 48.315 11.854
Einzahlungen aus dem Verkauf und der Endfälligkeit von übrigen Kapitalanlagen 66.825 78.400
Auszahlungen aus dem Erwerb von übrigen Kapitalanlagen -112.340 - 108.151
Sonstige Einzahlungen 1 36
Sonstige Auszahlungen 3 - 201
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -45.511 - 29.916
Dividendenzahlungen 0 - 2.500
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 0 - 2.500
Veränderung des Finanzmittelfonds 2.803 - 20.562
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 8.453 29.015
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 11.256 8.453

Die Kapitalflussrechnung wurde gemäß DRS 21 erstellt.

Der Finanzmittelfonds entspricht dem Bilanzposten "Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand".

Erläuterungen zur Bilanz

Angaben zu den Aktiva

Entwicklung der Aktivposten A., B. I. bis II. im Geschäftsjahr 2023 Zeitwerte Vorjahr
Bilanzwerte Vorjahr
Zugänge 1
Abgänge 2
Zuschreibungen
Abschreibungen
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 787.149 10.204 827 0 587.742
B. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 128.382 128.382 0 0 0 0
B. II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 173.539.046 160.630.837 4.044.697 1.825.327 1.334.228 0
2. Inhaberschuldverschreibungen u. a. festverzinsliche Wertpapiere 110.416.998 139.628.552 57.225.155 82.381 0 0
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 173.350.773 201.902.795 2.659.646 21.528.706 0 0
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 194.383.129 217.427.191 41.022.425 47.224.220 0 0
4. Einlagen bei Kreditinstituten 5.000.000 5.000.000 7.000.000 0 0 0
Summe B. II. 656.689.946 724.589.375 111.951.923 70.660.635 1.334.228 0
Summe B. I. - B. II. 656.818.328 724.717.757 111.951.923 70.660.635 1.334.228 0
Insgesamt 725.504.906 111.962.127 70.661.462 1.334.228 587.742
Entwicklung der Aktivposten A., B. I. bis II. im Geschäftsjahr 2023 Bilanzwerte Geschäftsjahr
Zeitwerte Geschäftsjahr
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 208.784
B. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 128.382 128.382
B. II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 164.184.435 175.198.177
2. Inhaberschuldverschreibungen u. a. festverzinsliche Wertpapiere 196.771.326 176.669.148
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 183.033.734 163.827.244
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 211.225.396 196.014.545
4. Einlagen bei Kreditinstituten 12.000.000 12.000.000
Summe B. II. 767.214.891 723.709.114
Summe B. I. - B. II. 767.343.273 723.837.496
Insgesamt 767.552.057

1 davon Zins-Amortisierungen 388.439 € bei Buchstabe B.II.
2 davon Zins-Amortisierungen 3.835.308 € bei Buchstabe B.II.

B. I. 1. Wir besitzen eine Beteiligung von 0,34 % an der GDV Dienstleistungs-GmbH, Hamburg. Zum 31. Dezember 2022 wurde das Eigenkapital mit 30.866.092 € ausgewiesen. Der Jahresüberschuss 2022 betrug 1.212.679 €.

Anteile an Investmentvermögen (Debt Fonds) im Buchwert von 26.306 Tsd. € werden über ihren Zeitwert von 23.415 Tsd. € ausgewiesen. Diese Anteile sind gemäß § 341b Abs. 2 Halbsatz 2 i.V.m. § 253 HGB zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Inhaberschuldverschreibungen im Buchwert von 196.771 Tsd. € werden über ihrem Zeitwert von 176.669 Tsd. € ausgewiesen. Diese Wertpapiere sind gemäß § 341b Abs. 2 Halbsatz 2 i. V. m. § 253 HGB zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Aufgrund der Bonität der Schuldner und unserer internen Einschätzung besteht kein Anlass für außerplanmäßige Abschreibungen.

Sonstige Ausleihungen im Buchwert von 355.696 Tsd. € werden über ihren Zeitwert von 319.984 Tsd. € ausgewiesen. Diese Forderungen sind gemäß § 341c Abs. 1 i. V. m. § 253 HGB bzw. § 341c Abs. 3 HGB zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Aufgrund der Bonität der Schuldner und unserer internen Einschätzung besteht kein Anlass für außerplanmäßige Abschreibungen.

B. II. 1. Investmentanteile

Angaben zu den Investmentvermögen nach § 285 Nr. 26 HGB. Die hier aufgeführten Fonds werden mit Ausnahme des Bridge Europe 2018 Senior - Investors Shares A3 (Infrastructure Debt Fonds) nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Der Infrastructure Debt Fonds wird gemäß § 341b Abs. 2 i. V. m. § 253 Abs. 3 HGB nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet.

Die Bewertungsreserven der Investmentvermögen am Bilanzstichtag sind der untenstehenden Tabelle zu entnehmen. Die aufgeführten Ausschüttungen wurden ertragswirksam vereinnahmt.

Art des Fonds/Anlageziel Buchwert 31.12.2023
Marktwert 31.12.2023
Bewertungsreserve Ausschüttung 2023
Mögliche Rückgabe
Gemischter Fonds
AL Trust SP4 Fonds 27.747.890 27.747.890 0 23.879 Börsentäglich
Immobilienfonds
ALSIMO 78.212.767 90.906.737 12.693.971 3.503.933 Rückgabefrist von 6 Monaten
Bridge Europe 2018 Senior - Investors Shares A3 25.306.141 23.414.571 -1.891.570 672.841 keine Rückgabe auf Verlangen der Anleger (geschlossener Fonds)
Insgesamt 131.266.797 142.069.198 10.802.401 4.200.653

D. III. Die anderen Vermögensgegenstände in Höhe von 28.171.595 € beinhalten insbesondere Rückdeckungsansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung in Höhe von 28.098.499 €.

Latente Steuern

Zum 31. Dezember 2023 errechnete sich eine künftige Steuerbelastung bei Aktien, Investmentanteilen und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie sonstigen Ausleihungen. Steuerentlastungen bestanden bei Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren, den Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern, dem Aktivwert aus der Rückdeckungsversicherung, den Schadenrückstellungen, den sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen, der Pensionsrückstellung und den sonstigen Rückstellungen. Insgesamt ergab sich zum Bilanzstichtag ein Aktivüberhang von 55,5 Mio. €.

Der Berechnung liegt ein Steuersatz von 30,33 % zugrunde.

Entwicklung latente Steuern 31.12.2022
Erhöhung/ Verminderung
31.12.2023
Aktive latente Steuern 53.179.987 3.511.688 56.691.675
Passive latente Steuern 21.416 1.165.381 1.186.797
Saldo nach Verrechnung 53.158.571 2.346.307 55.504.878

Aufgrund des ausgeübten Wahlrechts, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern zu verzichten, ist kein Bilanzposten aufzunehmen.

Globale Mindeststeuer

Die Alte Leipziger Versicherung AG, Oberursel (Taunus) erfüllt die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit des Mindeststeuergesetzes und bildet für Zwecke der globalen Mindestbesteuerung eine Unternehmensgruppe, mit allen im handelsrechtlichen Konzernabschluss konsolidierten Gesellschaften. Aufgrund einer untergeordneten internationalen Tätigkeit der Unternehmensgruppe gemäß § 83 Mindeststeuergesetz ergibt sich eine bis zu fünfjährige Befreiung von der Mindeststeuer. Insoweit wird für den Jahresabschluss der Gesellschaft zunächst keine Auswirkung aus der Anwendung des Mindeststeuergesetzes ab dem Geschäftsjahr 2024 erwartet.

Angaben zu den Passiva

B. Versicherungstechnische Bruttorückstellungen Insgesamt Rückstellungen Für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen
2023
2022
2023
2022
2023
2022
1. Allgemeine Unfallversicherung 32.842.441 34.268.458 25.894.803 29.146.756 1.888.496 2.360.620
2. Allgemeine Haftpflichtversicherung 194.001.959 198.493.830 179.197.716 184.210.934 1.057.485 930.553
3. Kraftfahrzeug Haftpflichtversicherung 187.078.360 182.907.284 168.437.025 167.504.386 8.978.612 14.102.946
4. Sonstige Kraftfahrtversicherungen 27.828.386 25.974.383 26.478.369 23.264.874 649.181 1.975.194
5. Feuer- und Sachversicherung 283.438.250 233.890.300 196.184.464 162.088.324 40.482.472 32.225.956
a) Feuerversicherung 42.643.049 29.310.992 32.825.111 22.528.725 6.673.810 3.845.217
b) Verbundene Hausratversicherung 14.068.308 14.737.576 8.997.411 10.320.191 0 0
c) Verbundene Gebäudeversicherung 128.193.979 99.756.344 81.245.823 59.195.245 23.363.009 22.378.429
d) Sonstige Sachversicherung 98.532.915 90.085.387 73.116.119 70.044.163 10.445.653 6.002.310
6. Transportversicherung 16.523.899 16.718.507 13.716.871 13.812.687 896.362 1.344.562
7. Sonstige Versicherungen 37.195.232 22.149.225 30.215.948 16.868.631 5.377.424 3.773.863
Selbst abgeschlossene Versicherungen 778.908.527 714.401.986 640.125.196 596.896.592 59.330.032 56.713.694
In Rückdeckung übernommene Versicherungen 26.848.679 33.563.047 21.730.903 22.498.575 5.102.296 11.001.702
Insgesamt 805.757.206 747.965.033 661.856.098 619.395.168 64.432.328 67.715.396

B. IV. Die sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen beinhalten eine Rückstellung für Wiederauffüllungsprämien in Höhe von 3.562.389 € (1.191.654 €).

C. Andere Rückstellungen

I. Die Rückstellungen für Pensionen summieren sich auf 58.713.467 €. Die Rückstellungen für den Gehaltsverzicht in Höhe von 1.237.284 € sind mit den Rückdeckungsversicherungsansprüchen in gleicher Höhe verrechnet worden.

III. In den sonstigen Rückstellungen sind Personalrückstellungen in Höhe von 8.113.179 € (7.824.867 €) enthalten.

Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB, d. h. die Differenz zwischen der Pensionsrückstellung, bewertet mit dem durchschnittlichen Marktzins der letzten sieben Jahre und der Pensionsrückstellung, bewertet mit dem durchschnittlichen Marktzins der letzten zehn Jahre, beträgt zum 31. Dezember 2023 336.703 € (1.676.084 €). Der Betrag unterliegt einer Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 S.2 HGB.

E. Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen nicht.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Gebuchte Bruttobeiträge Verdiente Bruttobeiträge Verdiente Nettobeiträge
2023
2022
2023
2022
2023
2022
1. Allgemeine Unfallversicherung 13.176.168 13.119.804 13.179.543 13.138.688 12.590.051 12.603.473
2. Allgemeine Haftpflichtversicherung 68.571.026 64.532.834 68.179.058 64.075.306 59.066.990 55.248.610
3. Kraftfahrzeug Haftpflichtversicherung 74.933.046 73.918.308 74.941.360 73.889.055 33.891.096 36.105.853
4. Sonstige Kraftfahrtversicherungen 55.780.821 54.650.229 55.796.368 54.681.175 51.439.940 46.696.522
5. Feuer- und Sachversicherung 229.124.605 174.999.683 221.954.786 170.636.432 196.678.126 150.947.449
a) Feuerversicherung 24.700.985 19.988.731 24.495.056 19.680.171 21.376.433 14.915.161
b) Verbundene Hausratversicherung 18.236.516 16.434.133 17.580.285 16.343.423 16.996.961 15.653.870
c) Verbundene Gebäudeversicherung 114.668.355 78.439.230 109.302.525 75.677.219 97.759.079 71.144.266
d) Sonstige Sachversicherung 71.518.748 60.137.590 70.576.920 58.935.620 60.545.652 49.234.152
6. Transportversicherung 17.403.879 15.877.810 17.051.451 15.523.691 14.181.263 11.890.111
7. Sonstige Versicherungen 22.181.418 19.472.795 22.084.090 19.427.027 9.881.730 9.700.349
Selbst abgeschlossene Versicherungen 481.170.963 416.571.463 473.186.657 411.371.375 377.729.197 323.192.367
In Rückdeckung übernommene Versicherungen 318.287 718.501 337.442 730.985 337.442 730.985
Insgesamt 481.489.251 417.289.964 473.524.099 412.102.360 378.066.639 323.923.353
Rückversicherungs-Saldo Versicherungstechnisches Ergebnis F. e. R. nach Veränderung der Schwankungsrückstellungen und ähnlicher Rückstellungen Stückzahl der mindestens einjährigen Verträge
2023
2022
2023
2022
2023 2022
1. Allgemeine Unfallversicherung 111.381 -1.128.271 2.339.677 1.099.356 62.070 59.972
2. Allgemeine Haftpflichtversicherung 2.260.675 -2.952.612 10.385.969 8.117.468 216.799 188.726
3. Kraftfahrzeug Haftpflichtversicherung -719.870 457.168 -1.724.917 -2.328.350 241.885 246.754
4. Sonstige Kraftfahrtversicherungen -881.068 13.884 -13.041.657 - 12.392.946 201.568 205.348
5. Feuer- und Sachversicherung - 2.437.729 8.626.403 -9.811.159 1.963.648 518.104 469.297
a) Feuerversicherung -6.414.078 2.772.914 -4.468.911 -1.153.603 47.375 48.020
b) Verbundene Hausratversicherung 381.733 487.815 3.195.065 2.466.680 112.715 97.424
c) Verbundene Gebäudeversicherung 2.002.024 -1.349.018 -12.418.804 -3.817.681 115.710 94.239
d) Sonstige Sachversicherung 1.592.592 6.714.692 3.881.491 4.468.251 242.304 229.614
6. Transportversicherung 460.051 1.197.734 893.984 1.383.396 0 0
7. Sonstige Versicherungen -11.169.753 6.814.663 706.537 853.320 84.331 83.481
Selbst abgeschlossene Versicherungen -12.376.313 13.028.968 -10.251.567 -1.304.108 1.324.757 1.253.578
In Rückdeckung übernommene Versicherungen 0 10.664 6.778.067 1.624.492 0 0
Insgesamt - 12.376.313 13.039.632 - 3.473.500 320.383 1.324.757 1.253.578
Bruttoaufwand für Versicherungsfälle Bruttoaufwand für den Versicherungsbetrieb
Abschluss Verwaltung
2023
2022
2023
2022
2023
2022
1. Allgemeine Unfallversicherung 6.194.316 7.887.710 360.844 268.357 4.656.861 4.540.700
2. Allgemeine Haftpflichtversicherung 23.487.909 29.107.272 3.792.551 2.618.666 28.160.136 27.182.935
3. Kraftfahrzeug Haftpflichtversicherung 66.059.054 58.831.627 4.601.285 5.113.732 11.914.392 11.757.063
4. Sonstige Kraftfahrtversicherungen 61.090.767 57.979.536 2.882.267 3.105.766 7.054.517 6.930.530
5. Feuer- und
Sachversicherung 138.600.904 89.096.374 15.761.282 7.238.867 63.458.267 53.852.455
a) Feuerversicherung 21.440.908 6.199.179 1.211.021 952.294 6.569.478 5.633.176
b) Verbundene Hausratversicherung 5.262.148 5.941.191 1.078.978 447.789 7.156.255 6.720.449
c) Verbundene Gebäudeversicherung 77.958.672 50.195.186 9.720.663 3.099.042 28.112.708 22.289.397
d) Sonstige Sachversicherung 33.939.176 26.760.819 3.750.620 2.739.742 21.619.826 19.209.432
6. Transportversicherung 11.049.630 8.842.671 322.255 369.193 4.756.075 4.208.414
7. Sonstige Versicherungen 25.197.571 5.499.042 746.379 613.858 5.003.261 4.522.035
Selbst abgeschlossene Versicherungen 331.680.151 257.244.232 28.466.862 19.328.439 125.003.509 112.994.132
In Rückdeckung übernommene Versicherungen - 682.598 54.163 0 0 169.514 136.028
Insgesamt 330.997.553 257.298.395 28.466.862 19.328.439 125.173.023 113.130.160

Das Abwicklungsergebnis resultiert dabei im Wesentlichen aus den Haftpflicht- und Unfallsparten. Diese Sparten weisen gegenüber den Sachsparten eine deutlich längere Abwicklungsdauer und ein damit einhergehendes höheres Verlustrisiko aus. Diesem Verlustrisiko begegnen wir mit einer dem Vorsichtsprinzip entsprechenden, auskömmlichen Reservierung. Ein weiterer Effekt, der sich positiv auf die Abwicklung auswirkte, war die Schließung von Großschäden im Gewerbebereich. Hier konnten Schäden auf Vergleichsbasis vorzeitig geschlossen werden. Darüber hinaus wurden infolge des BGH-Urteils zur Betriebsschließungsversicherung die Restreserven aus coronabedingten Meldungen aufgelöst.

Die Abwicklung der Brutto-Rückstellung für Vorjahresversicherungsfälle führte im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft zu einem Abwicklungsgewinn in Höhe von 73,6 Mio. € (65 Mio. €). Die Abwicklung der Rückversicherungsanteile ergab einen Abwicklungsgewinn für die Rückversicherer von 12 Mio. € (8,4 Mio. €). Im Eigenbehalt blieb ein Abwicklungsgewinn von 61,6 Mio. € (56,6 Mio. €) Im in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft ergab sich ein Netto-Abwicklungsgewinn von 683 Tsd. € (48 Tsd. €).

I.2. und II. 3. Der technische Zinsertrag ergibt sich aus der Verzinsung der Brutto-Rentendeckungsrückstellung. Gemäß § 38 RechVersV wurde der technische Zinsertrag aus der nichtversicherungstechnischen Rechnung in den versicherungstechnischen Teil der Gewinn- und Verlustrechnung übertragen.

Sonstige Angaben

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personalaufwendungen 2023
2022
Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 90.328.602 75.697.787
Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB 2.377.857 2.316.964
Löhne und Gehälter 47.016.833 42.390.814
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 7.963.433 7.380.097
Aufwendungen für Altersversorgung 3.759.369 3.817.118
Aufwendungen insgesamt 151.446.093 131.602.780

Im Geschäftsjahr 2023 waren bei der Alte Leipziger Versicherung im Innen- und Außendienst zusammen mit den Auszubildenden durchschnittlich 545 Mitarbeiter beschäftigt. Im Innendienst der Direktion waren im Jahresdurchschnitt 481 Mitarbeiter tätig, in den Geschäftsstellen 18. Im Außendienst betreuten 46 Angestellte unsere Geschäftspartner.

Organe unserer Gesellschaft

Die Mitglieder des Vorstands sind seit 1. Januar 2015 nicht mehr bei unserer Gesellschaft angestellt, sondern bei dem Mutterunternehmen Alte Leipziger Holding AG. Sie wurden von dort an die Alte Leipziger Versicherung AG entsandt. Die Vergütung erfolgte im Rahmen der Dienstleistungsverrechnung an die Alte Leipziger Holding AG. Auf die Angabe der Vergütung wird unter Verweis auf die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Frühere Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene erhielten 728.639 €. Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen bestehen in Höhe von 11.483.999 €.

An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden Vergütungen in Höhe von 32.444 € gezahlt.

Angaben gemäß § 285 Nr. 10 HGB

Aufsichtsrat

Christoph Bohn

Vorsitzender der Vorstände der Alte Leipziger Lebensversicherung/ Hallesche Krankenversicherung/ Alte Leipziger Holding Vorsitzender (Mitglied des Aufsichtsrats seit 01.01.2016)

Martin Rohm

Mitglied der Vorstände der Alte Leipziger Lebensversicherung/ Hallesche Krankenversicherung/ Alte Leipziger Holding stv. Vorsitzender (Mitglied des Aufsichtsrats seit 06.11.2013)

Dr. Jürgen Bierbaum

Aktuar (DAV)

stv. Vorsitzender der Vorstände der Alte Leipziger Lebensversicherung/ Hallesche Krankenversicherung/ Alte Leipziger Holding (Mitglied des Aufsichtsrats seit 15.03.2018)

Wiltrud Pekarek

Aktuarin (DAV)

Mitglied der Vorstände der Alte Leipziger Lebensversicherung/ Hallesche Krankenversicherung/ Alte Leipziger Holding (Mitglied des Aufsichtsrats seit 13.03.2014)

Marina Vallet Muñoz *

Versicherungsfachwirtin

(Mitglied des Aufsichtsrats seit 12.03.2020)

Jens-Peter Wende *

Versicherungskaufmann

(Mitglied des Aufsichtsrats seit 12.03.2020)

* Von den Arbeitnehmern gewählt.

Vorstand

Marcus Tersi

Prozesse / Systeme / Kundenservice und Schadenservice / Personal / Recht / Betriebsorganisation / IT / Finanzen / Planung / Controlling / Berichtswesen / Kapitalanlagemanagement / Revision / Risikomanagement / Compliance / Rückversicherung

Kai Waldmann

Geschäftsfeld Privat mit Sparten Kfz und HSU / Geschäftsfeld Gewerbe mit Sparten Haftpflicht / Sach und Transport / Technische Versicherung / Aktuariat mit Berichtswesen / Presse / Vertrieb / Marketing

Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers

Die Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers nach § 28 Nr. 17 HGB erfolgen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB im Konzernabschluss der Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit, in den das Unternehmen einbezogen ist.

Die Honorare für Abschlussprüfungsleistungen beinhalten die gesetzliche Jahresabschlussprüfung sowie die Prüfung der nach Solvency II zu erstellenden Solvabilitätsübersicht. Bei den sonstigen Leistungen handelt es sich um ein Honorar für die Tätigkeit als unabhängiger Treuhänder für die Kfz-Versicherung.

Angaben zu den Beteiligungsverhältnissen

Die Alte Leipziger Holding AG, Oberursel (Taunus), deren Alleineigentümerin die Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit, Oberursel (Taunus), ist, besitzt 100 % unseres Grundkapitals. Die entsprechenden Mitteilungen nach § 20 AktG liegen vor.

Das Grundkapital beträgt 32.240.000 € und ist eingeteilt in 12.400.000 vinkulierte Namensstückaktien.

Die Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit, Oberursel (Taunus), erstellt als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss, in den die Gesellschaft einbezogen wird (kleinster und größter Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss wird beim Unternehmensregister eingereicht und dort bekannt gemacht.

Wir besitzen keine eigenen Aktien, auch hat kein Dritter Aktien für unsere Rechnung übernommen oder als Pfand genommen.

Es bestehen keine Genussrechte, Rechte aus Besserungsscheinen oder ähnliche Rechte, ebenso keine wechselseitigen Beteiligungen.

Angaben zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen

Zu den nahestehenden Unternehmen zählen die in den Konzernabschluss der Alte Leipziger Lebensversicherung einbezogenen Gesellschaften sowie die Hallesche Krankenversicherung, mit der die Alte Leipziger Lebensversicherung einen Gleichordnungskonzern nach § 18 Abs. 2 AktG bildet.

Zu den nahestehenden Personen gehören die Mitglieder des Aufsichtsrats, des Vorstands und die Schlüsselfunktionsinhaber aus dem Kreis der leitenden Angestellten der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands sowie die nahen Familienangehörigen des vorgenannten Personenkreises sowohl des eigenen Unternehmens als auch der Alte Leipziger Holding und der Alte Leipziger Lebensversicherung.

Zwischen den nahestehenden Unternehmen bestehen diverse Dienstleistungs- und Funktionsausgliederungsverträge zur Hebung von Synergieeffekten, wobei ganz überwiegend die Alte Leipziger Lebensversicherung und die Alte Leipziger Holding Dienstleistungen für die Konzernunternehmen und die Hallesche Krankenversicherung erbringen. Die Alte Leipziger Lebensversicherung empfängt ihrerseits nur in geringem Umfang Dienstleistungen, während die Alte Leipziger Holding Dienstleistungen in größerem Maße von der Alte Leipziger Lebensversicherung bezieht. Die Dienstleistungen werden überwiegend zu Selbstkosten einschließlich entsprechender Gemeinkosten- und Verwaltungskostenzuschläge beziehungsweise zu marktgängigen Preisen oder im Wege der sachgerechten Kostenteilung abgerechnet.

Bei den Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen handelt es sich im Wesentlichen um Versicherungsverträge. Hierbei erhalten nahestehende Personen Mitarbeiterkonditionen, falls solche vereinbart sind. Ansonsten erfolgen die Vertragsabschlüsse zu den üblichen Bedingungen. Darüber hinaus bestehen vereinzelte Vertriebsvereinbarungen mit nahestehenden Personen zu marktüblichen Konditionen.

Zusammenfassend ergibt sich keine Berichterstattungspflicht im Sinne des § 285 Satz 1 Nr. 21 HGB über wesentliche Geschäfte zu marktunüblichen Bedingungen.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aufgrund unserer Mitgliedschaft im Verein Verkehrsopferhilfe e. V. sind wir verpflichtet, dem Verein die für die Durchführung des Vereinszwecks erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, und zwar entsprechend unserem Anteil an den Beitragseinnahmen, die die Mitgliedsunternehmen aus dem selbst abgeschlossenen Kraftfahrzeughaftpflichtversicherungsgeschäft jeweils im vorletzten Kalenderjahr erzielt haben.

Zum 31. Dezember 2022 sind wir als aktives Mitglied aus der Pharma-Rückversicherungsgesellschaft ausgeschieden. Die anteilige Bürgschaft, die wir für den Fall übernommen hatten, dass eines der Pool-Mitglieder zahlungsunfähig wird, bezieht sich daher nur noch auf die Zeichnungsjahre 2022 und älter. Ab dem Zeichnungsjahr 2023 ist sie entfallen.

Aus den Zeichnungen von Anteilen an zwei Infrastrukturfonds resultieren zum Bilanzstichtag Abnahmeverpflichtungen in Höhe von insgesamt 45,0 Mio. €, von denen bislang Valutierungen in Höhe von 32,9 Mio. € erfolgten.

Für bestehende Leasingverträge sind in den nächsten Jahren insgesamt 0,2 Mio. € zu leisten.

Insgesamt belaufen sich die sonstigen finanziellen Verpflichtungen auf 12,4 Mio. €.

Sonstige aus dem Jahresabschluss und dem Lagebericht nicht ersichtliche Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen nicht.

Gewinnverwendungsvorschlag

Das Geschäftsjahr 2023 schloss mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 1.140.964,39 €. Zusammen mit dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr von 12.580.573,44 € ergab sich ein Bilanzgewinn von 13.721.537,83 €. Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn 1.000.000,00 € auszuschütten und den Rest in Höhe von 12.721.537,83 € auf neue Rechnung vorzutragen.

Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung

Die Hauptversammlung hat am 12. März 2024 beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2023 in der vom Vorstand vorgeschlagenen Weise zu verwenden.

Nachtragsbericht

Im bisherigen Verlauf des Jahres 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

 

Oberursel (Taunus), den 26. Februar 2024

Der Vorstand

Waldmann

Tersi

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Alte Leipziger Versicherung Aktiengesellschaft, Oberursel (Taunus)

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Alte Leipziger Versicherung Aktiengesellschaft, Oberursel (Taunus), - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Alte Leipziger Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögensund Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

[1] Bewertung der sonstigen Kapitalanlagen

[2] Bewertung der Schadenrückstellungen

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

[1] Bewertung der sonstigen Kapitalanlagen

(1) Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden sonstige Kapitalanlagen in der Bilanz in Höhe von € 767.214.891(89,6 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die handelsrechtliche Bewertung der einzelnen Kapitalanlagen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert bzw. deren Zeitwert. Nach § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB können gewisse Kapitalanlagen von Versicherungsunternehmen, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften bewertet werden. In diesem Fall werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen (gemildertes Niederstwertprinzip) und nur vorübergehende Wertminderungen als stille Lasten in Folgejahre vorgetragen. Eine Bestimmung als dauernd dem Geschäftsbetrieb dienend setzt eine Dauerhalteabsicht und -fähigkeit für diese Kapitalanlagen voraus. Zur Ermittlung des beizulegenden Werts bzw. Zeitwerts wird - soweit vorhanden - der Marktpreis der jeweiligen Kapitalanlage herangezogen. Bei sonstigen Kapitalanlagen, deren Bewertung nicht auf Basis von Börsenpreisen oder sonstigen Marktpreisen erfolgt, insbesondere bei Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen, besteht aufgrund der Notwendigkeit der Verwendung von Modellberechnungen ein erhöhtes Bewertungsrisiko. In diesem Zusammenhang sind von den gesetzlichen Vertretern Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, auch im Hinblick auf mögliche Auswirkungen der Zinsentwicklung auf die Bewertung der sonstigen Kapitalanlagen zu treffen. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der sonstigen Kapitalanlagen haben.

Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung der sonstigen Kapitalanlagen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft, des Umfangs der in Folge des gemilderten Niederstwertprinzips vorgetragenen stillen Lasten sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der sonstigen Kapitalanlagen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der sonstigen Kapitalanlagen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Spezialisten für Kapitalanlagen die von der Gesellschaft verwendeten Modelle und die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unsere Bewertungsexpertise für Kapitalanlagen, unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Bewertung der sonstigen Kapitalanlagen und Erfassung des Ergebnisses aus dem Abgang von sonstigen Kapitalanlagen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der sonstigen Kapitalanlagen vorgenommen. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der Zinsentwicklung auf die Bewertung der sonstigen Kapitalanlagen gewürdigt. Wir haben unter anderem auch die zugrundeliegenden Wertansätze und deren Werthaltigkeit anhand der zur Verfügung gestellten Unterlagen nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzung überprüft. Hinsichtlich der Beurteilung vorhandener stiller Lasten haben wir gewürdigt, inwiefern die Voraussetzungen zur Dauerhalteabsicht und -fähigkeit vorlagen und vorhandene Wertminderungen nicht von Dauer sind. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der sonstigen Kapitalanlagen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den sonstigen Kapitalanlagen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ermittlungsmethoden" und "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.

[2] Bewertung der Schadenrückstellungen

(1) Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Brutto-Rückstellungen (sog. "Schadenrückstellungen") in Höhe von € 672.597.449 (78,5% der Bilanzsumme) ausgewiesen. Versicherungsunternehmen haben versicherungstechnische Rückstellungen insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen gestiegener Inflationsraten auf die Bildung der Schadenrückstellungen in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben.

Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten Methoden und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrunde liegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen überprüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich gestiegener Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Schadenrückstellungen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ermittlungsmethoden" und "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem alle übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 10. Mai 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 25. Oktober 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2023 als Abschlussprüfer der Alte Leipziger Versicherung Aktiengesellschaft, Oberursel (Taunus), tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Marcel Rehm.

 

Frankfurt am Main, den 1. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Marcel Rehm, Wirtschaftsprüfer

ppa. Maximilian Roestel, Wirtschaftsprüfer

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