Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt/Oder HRB 8015
Eingetragen
13.9.2005
Branche
Herstellung von Rohrform-, Rohrverschluss- und Rohrverbindungsstücken aus StahlTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehör
Gegenstand
Die Entwicklung, Herstellung, Bearbeitung und der Vertrieb von Rohrerzeugnissen für unterschiedliche Branchen, insbesondere für die Automobilindustrie; dazu gehören insbesondere auch der Handel mit und die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit für Rohrerzeugnisse.

Historie

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Management

NameRolle
Sascha Feies
seit 20.5.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.07% identifiziert99.93% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
T***** L*********
0.07%

Gesellschafter
Beta

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Hertzberg & Partner GmbH Unternehmensberatungs- und Beteiligungsgesellschaft
Germany
659.500 €
89.93%
CAREN Unternehmensberatungsgesellschaft mbH
Germany
73.300 €
10.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Finow Automotive GmbH

Eberswalde

Jahresabschluss zum 31.12.2019

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019

A. Grundlage des Unternehmens

1. Geschäftsmodell

Die Finow Automotive GmbH, Eberswalde, ist ein Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie. Kerngeschäft sind die Herstellung von lasergeschweißten Rohren und Profilen, die Bearbeitung von Rohren und Profilen zu Bauteilen und Baugruppen für die Automobilbranche sowie das 3-D-Laserschneiden. Haupteinsatzbereiche sind Fahrwerk und Struktur. Zum Einsatz kommen insbesondere flexible, hochmoderne Technologien in der Laser-, Biege- und IHU-Technik sowie das konventionelle und Laser-Schweißen. Parallel zur Produktplanung des Kunden erfolgt bereits die Planung der Produktionsmittel und Fertigung inkl. der Prozessabläufe (Simultaneous Engineering) zur Sicherung der Qualität und Effizienz.

2. Organisationsstruktur

Finow Automotive GmbH ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH. Firmensitz und Produktionsstätte befinden sich in Eberswalde, einem traditionellen Standort der stahlerzeugenden und -weiterverarbeitenden Industrie. Hier sind Produktion und Verwaltung an einem Standort zusammenhängend angesiedelt. Im Geschäftsjahr 2017 wurde eine kundenbezogene Produktionsstätte in Haynrode in Betrieb genommen, deren Verwaltung vom Firmensitz in Eberswalde aus erfolgt.

3. Personalbereich

Die Personalstruktur stellte sich 2019 wie folgt dar.

Anzahl Mitarbeiter Anzahl zum Stand 31.12.2019 Anzahl zum Stand 31.12.2018 Durchschnitt 2019 Durchschnitt 2018
Lohnempfänger 183 178 183 168
Gehaltsempfänger 45 38 46 35
Arbeitnehmer        
gesamt 228 216 229 203
Auszubildende 14 12 12 10
Geschäftsführer 1 1 1 1
Gesamt 243 229 242 214

Die Finow Automotive GmbH stützt sich im Wesentlichen auf ihre Stammbelegschaft.

In Folge der Umstellung des Kunden- und Produktspektrums von weniger Projekten mit großen Stückzahlen zu deutlich mehr Projekten bei geringeren Stückzahlen und dem Hochlauf von neuen Technologien und Aufträgen erhöhte sich temporär der Personalbedarf, so dass sich die durchschnittliche Arbeitnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr um 26 Mitarbeiter erhöhte.

Im Jahresdurchschnitt lag die Zahl der Leiharbeiter wie im Vorjahr bei 22.

4. Nachhaltigkeit

Eine langfristige, verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensstrategie und Unternehmensführung ist die Basis erfolgreichen Handelns. Dabei werden die Ziele "wirtschaftlicher Erfolg", "soziale Nachhaltigkeit", "Arbeitssicherheit" und "Schonung von Umwelt und Ressourcen" in Einklang gebracht.

Zu diesem Zwecke hat Finow Automotive GmbH die vorhandenen Managementsysteme zur ganzheitlichen und nachhaltigen Unternehmensführung auf das gesamte Unternehmen erfolgreich ausgeweitet, so dass Finow Automotive GmbH im März 2019 und erneut im Januar 2020 erfolgreich nach der ISO14001 und OHSAS18001 durch den TÜV Rheinland auditiert und zertifiziert wurde.

Die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung der Umwelt- und Arbeitssicherheits-Managementsysteme sowie eine nachhaltige Unternehmensethik sind für Finow Automotive GmbH von großer Bedeutung.

Finow Automotive GmbH verpflichtet sich als Gesellschaft zu rechtlichen und ethischen Standards und bemisst dem lokalen und sozialen Engagement große Bedeutung bei. Die Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen sowie die Erhöhung der Arbeitssicherheit und der Arbeitsbedingungen stehen im Vordergrund.

B. Wirtschaftsbericht

1. Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

Weltwirtschaft

Das Wachstum der Weltwirtschaft setzte sich nach über 3 Prozent im Jahr 2018 etwas reduziert mit knapp unter 3 Prozent auch im Jahr 2019 fort.

Neben generellen Sättigungseffekten, auch in der Automobilbranche, war die Weltwirtschaft von Handelskonflikten, insbesondere China - USA, geopolitischen Spannungen und zunehmender Unsicherheit geprägt. Nahezu weltweit reduzierte sich das Wachstum.

In Europa wurde ein Wachstum von ca. 1,2 Prozent verzeichnet. In Deutschland reduzierte sich das Wachstum auf ca. 0,5 Prozentpunkte. Auch in Frankreich (+1,3%), Italien (+0,2%) und Spanien (+2,0%) stieg die Wirtschaftsleistung an. Ebenso lag in Osteuropa die Wachstumsquote mit knapp über 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Aufgrund der Brexit-Unsicherheiten war der Konsum in Großbritannien mit plus 1,4 Prozent zum fünften Mal in Folge rückläufig.

Die US-amerikanische Wirtschaft entwickelt sich mit einem Wachstum von ca. 2,3 Prozent besser als in Europa, jedoch unter dem Vorjahresniveau. Ein starker Binnenkonsum konnte den reduzierten Außenhandel, insbesondere in Folge der Handelskonflikte mit der EU und China, nicht kompensieren. Auch in Kanada ging das Wachstum zurück, in Mexiko stagnierte die Wirtschaftsleitung.

Die internationalen Unsicherheiten wirkte sich auch auf die Schwellenländer aus. Rückläufige Energie- und Rohstoffpreise schwächten die Schwellenländer zusätzlich.in Russland sank das Wachstum auf ca. 1 Prozent

Die Wirtschaftsleistung in Argentinien sank erneut und in Brasilien reduzierte sich das Wachstum auf ca. 2 Prozent. In Indien dagegen wuchs die Leistung deutlich mit ca. 5%, lag jedoch ebenfalls unter dem Vorjahresniveau.

Mit einem Wirtschaftswachstum von 6,2 Prozent lag die chinesische Wirtschaft leicht unter dem Vorjahresniveau. Insbesondere der Handelsstreit zwischen den USA und China wirkte sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung aus.

Automobilbranche

Für die internationalen Automobilmärkte war das Jahr 2019 erneut herausforderungsvoll. Weltweit reduzierte sich das Absatzvolumen um nahezu 5 Prozent.

Während in Europa mit 15,8 Mio. Einheiten die Absatzzahlen zunahmen, ging die Nachfrage in Nordamerika, Südamerika und Asien zurück.

Allerdings entwickelten sich auch in Europa die Märkte sehr unterschiedlich: In Deutschland (plus 5 Prozent) und Frankreich (plus 2 Prozent) konnten die Mengen gesteigert werden. Die Verkaufszahlen in Italien stagnierten, Spanien war von starken Rückgängen (minus 4,6 Prozent) gekennzeichnet. Auch in Großbritannien war die Entwicklung mit minus 2 Prozent negativ.

In den USA sank das Absatzniveau mit minus 1 Prozent auf unter 17 Mio. Einheiten. Dabei hat sich auch im letzten Jahr der starke Trend von der klassischen PKW (minus 11 Prozent) zum SUVs und Light-Truck (plus 3 Prozent) fortgesetzt.

In China ging das Absatzvolumen zum zweiten Mal in Folge zurück. Mit minus 10 Prozent wurden ca. 21. Mio. Einheiten zugelassen.

Insgesamt ist festzustellen, dass die Themen "Dieselthematik", "Brexit" und "Handel-/Zollstreitigkeiten" zu Verunsicherungen bei den Verbrauchern und damit zu rückläufigen Absatzzahlen und Preisbelastungen führten.

2. Geschäftsverlauf

Nach dem Auslaufen von Großaufträgen konnte die Finow Automotive die Umsätze in den letzten Jahren durch neu gewonnene Aufträge sukzessive steigern. Diese Entwicklung führte jedoch nicht zu einer Steigerung der Ertragskraft der Finow Automotive. Im Gegenteil führten die überproportional angewachsenen operativen Kosten, insbesondere im Personalbereich, zu einem verschlechterten Ergebnis.

Somit wurden das Umsatz- und Ertragsziel des Jahres 2019 deutlich verfehlt.

Die Anpassungen und Umstrukturierungen an das neue, geänderte Produkt- und Leistungsspektrum wurden im Geschäftsjahr 2019 noch nicht abgeschlossen.

Mit Ausnahme von drei Bereichen erwirtschafteten die Profitcenter positive Ergebnisse. Diese Ergebnisse reichten jedoch nicht aus, um für das Gesamtunternehmen eine Kostendeckung erzielen zu können.

Der Aufbau einer neuen Fertigungstechnologie mitsamt des nahezu zeitgleichen Serienhochlaufs mehrerer Produkte belastete die Finow Automotive schwer - fast die Hälfte aller Verluste sind diesem neuen Fertigungsbereich zuzuschreiben. Die getroffenen Optimierungsmaßnahmen hinsichtlich Qualität und Quantität zeigten im zweiten Halbjahr bereits positive Effekte. Die eingeleiteten Maßnahmen sind jedoch noch nicht abgeschlossen und müssen nachhaltig fortgeführt werden.

Das Unternehmen musste 2019 im Rahmen seiner Restrukturierung erhebliche Rückschläge hinnehmen. Gleichwohl ist es mit Hilfe umfangreicher liquiditätssichernder Maßnahmen vonseiten der Finanzierungspartner und durch die teilweise Rückführung von Forderungen seitens der Gesellschafter gelungen, die Finanzierungsstruktur des Unternehmens zu stabilisieren.

Produktion

Die folgende Darstellung gibt einen Überblick sowohl über die Plan- / Ist-Abweichungen als auch über die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr:

Profitcenter Mengen-Entwicklung 2019 [Ist-Plan in %] Umsatz-Entwicklung 2019 [Ist-Plan in %] Mengen-Veränderung zum Vorjahr
[in %]
Kleinwagensegment II 123% 121% -2%
Laserschneiden 86% 95% -3%
Single Tubes 79% 79% -21%
Rohrprofilierung 89% 92% 100%
Hydroforming 95% 103% 18%
Schweißen 113% 121% -31%
Handel 107% 104% -46%

Zusätzlich zu dem neuen Geschäftsfeld Rohrprofilierung konnte im Jahr 2019 nur das Geschäftsfeld Hydroforming nennenswerte Zuwächse verzeichnen.

Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich die Nachfrage an Produkten aus dem Bereich Single Tubes rückläufig. Im Kleinwagensegment und im Bereich Laserschweißen sind die Mengen der bestehenden Aufträge gegenüber dem Plan gestiegen aber gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Beim Laserschneiden blieben die Abrufmengen hinter den geplanten Mengen zurück.

Während der Bereich Single Tubes in Folge der geringeren Kundenbedarfe die Planumsätze deutlich verfehlte, entwickelten sich alle anderen Geschäftsbereiche planmäßig oder gar besser als prognostiziert.

Beschaffung

Als wesentliches Rohmaterial bezieht die Gesellschaft Rohre von insgesamt neun Lieferanten, Bandmaterial von fünf Lieferanten und Zukaufteile von neun weiteren Lieferanten.

Durch langfristige Verträge mit jährlichen bzw. halbjährlichen Preisfestschreibungen konnte die Materialversorgung während des gesamten Geschäftsjahres und darüber hinaus für bestehende Kundenaufträge sichergestellt werden.

Die Materialpreise wurden auch im Jahr 2019 im Einklang mit den Einstandspreisentwicklungen und in Absprache mit den Endkunden angepasst.

3. Erläuterungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

a) Ertragslage

2019 Vorjahr
TEUR % TEUR %
Rohergebnis 16.215 100,0 16.031 100,0
Personalaufwendungen -8.965 -55,3 -7.669 -47,8
Abschreibungen auf Anlagevermögen -2.782 -17,2 -3.700 -23,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -6.305 -38,9 -5.622 -35,1
Betriebsaufwendungen -18.052 -111,3 -16.991 -106,0
Ergebnis operativer Geschäftstätigkeit (EBIT) -1.837 -11,3 -960 -6,0
Finanzergebnis -593 -3,7 -438 -2,7
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) -2.430 -15,0 -1.398 -8,7
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -190 -1,2 141 0,8
Sonstige Steuern -20 -0,1 -19 -0,1
Jahresergebnis -2.640 -16,3 -1.276 -8,0

Das Rohergebnis hat sich von TEUR 16.031 um TEUR 184 bzw. 1,2% auf TEUR 16.215 erhöht. Die gesamten Betriebsaufwendungen sind von TEUR 16.991 um TEUR 1.061 bzw. 6,2% auf TEUR 18.052 gestiegen. Dieser Anstieg ist maßgeblich produktionsbedingt und betrifft überwiegend die temporär zusätzlichen Personalkosten inklusive Leiharbeitnehmer aus dem Hochlauf neuer Technologien und Aufträge sowie Qualitäts- und daraus resultierende Transportkosten.

Das negative Finanzergebnis ist von TEUR 438 um TEUR 155 bzw. 35,4% auf TEUR 593 gestiegen. Dem tilgungsbedingten Abbau von Finanzverbindlichkeiten stehen dabei die zinspflichtigen Neuaufnahmen aus der fristenkongruenten Finanzierung der laufenden Investitionen (TEUR 1.464) sowie für Betriebsmittel zur Stärkung der Liquidität (TEUR 2.890) gegenüber.

In den Steuern vom Einkommen und Ertrag ist mit TEUR 180 der Aufwand aus der Auflösung der im Vorjahr gebildeten aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge enthalten. Im Zusammenhang mit der Anfang des Jahres 2020 aufgetretenen Corona-Pandemie ist die extern validierte Unternehmensplanung derart unsicher geworden, dass diese keine ausreichend sichere Grundlage für eine zuverlässige Steuerschätzung und damit eine Aktivierung von Verlustvorträgen bildet.

Das Ergebnis verschlechterte sich damit von einem Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 1.276 im Jahr 2018 auf einen Fehlbetrag in Höhe von TEUR 2.640 im Geschäftsjahr 2019.

b) Finanzlage

2019
TEUR
Vorjahr
TEUR
+/- Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 1.100 3.485
-/+ Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit -1.763 -2.264
+/- Mittelzufluss/-abfluss aus Finanzierungstätigkeit 2.004 -2.979
= Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes 1.341 -1.758
+ Finanzmittelbestand am Anfang der Periode -2.680 -922
= Finanzmittelbestand am Ende der Periode -1.339 -2.680

Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat nicht ausgereicht, um den Mittelbedarf für die Investitionstätigkeit zu decken. Um diesen Bedarf zu decken stand der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit zur Verfügung.

Insgesamt führte der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit dazu, dass der zu Jahresbeginn bestehende negative Finanzmittelbestand (TEUR -2.680) mit insgesamt TEUR 1.341 abgebaut wurde und zum Jahresende nunmehr TEUR -1.339 betrug.

Der Finanzmittelbestand setzt sich dabei aus dem Saldo von Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten (TEUR 135) abzüglich der laufenden Kontokorrentverbindlichkeiten bei Kreditinstituten (TEUR 1.474) zusammen.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit beträgt TEUR 1.763 und liegt damit um TEUR 501 unter dem Niveau des Vorjahres (TEUR 2.264).

Der Mittelabfluss betrifft maßgeblich die Fortführung von bereits in den Vorjahren begonnenen Investitionsmaßnahmen sowie die Investition in neue Anlagentechnik für Neuprojekte.

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit, bereinigt um Ein- und Auszahlungen aus Umfinanzierung, ergibt sich aus dem Saldo von planmäßigen Darlehenstilgungen (TEUR 2.734), Zinsaufwendungen (TEUR 666) und Mittelzuflüssen aus Darlehensaufnahmen von insgesamt TEUR 4.355.

Durch das planmäßige Auslaufen von Großaufträgen im Jahr 2016 wurde bereits in den Vorjahren mit der Ausweitung der Produktion sowohl in der Produktionsbreite als auch in der Produktionstiefe begonnen. Zusätzlich belasteten die Anlauf- und Vorlaufkosten sowie die Vorfinanzierungen von Werkzeugen und Vorrichtungen das Ergebnis und die Liquidität der Gesellschaft. Insgesamt konnte der Ergebnisrückgang jedoch nicht vollständig kompensiert werden.

Trotz der erheblichen Unterdeckung der ertragsbasierten Kapitaldienstfähigkeit konnte im Jahr 2019 die Finanzstruktur stabilisiert werden. Grund hierfür waren umfangreiche Hilfen vonseiten der Finanzierungspartner des Unternehmens sowie einer teilweisen Rückführung von Forderungen durch die Gesellschafter. Zudem konnten im Umlaufvermögen durch den Verkauf von Werkzeugen und der Straffung von Materialvorräten erhebliche Entlastungen geschaffen werden.

Der planerische vorübergehende Ergebnisrückgang und zusätzliche Finanzmittelbedarfe wurden durch diese Finanzierungsmaßnahmen gedeckt. Die Liquidität konnte im Geschäftsjahr gesichert werden und die Finanzierungsstruktur ist zum 31.12.2019 grundsätzlich stabil.

c) Vermögenslage

Vermögen (Aktiva) 31.12.2019 Vorjahr
TEUR % TEUR %
Langfristig angelegtes Vermögen        
Immaterielle Vermögensgegenstände 80 0,4 42 0,2
Sachanlagen 14.872 73,9 15.863 62,3
Finanzanlagen 12 0,1 12 0,0
  14.964 74,4 15.917 62,5
Kurzfristig angelegtes Vermögen        
Vorräte 1.898 9,4 2.745 10,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.867 9,3 3.365 13,2
Übrige Vermögensgegenstände inkl. Verbundbereich 1.238 6,2 3.098 12,2
Flüssige Mittel 135 0,7 146 0,6
Aktive latente Steuern 0 0,0 180 0,7
  5.138 25,6 9.534 37,5
  20.102 100,0 25.451 100,0

Das Gesamtvermögen ist von TEUR 25.451 im Vorjahr um TEUR 5.349 bzw. 21,0% auf TEUR 20.102 zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres gesunken.

Das Gesamtvermögen ist mit 73,9% (Vorjahr 62,3%) langfristig in Sachanlagen gebunden. Hierbei hat sich das langfristig angelegte Vermögen von TEUR 15.917 um TEUR 9.953 auf TEUR 14.964 verringert. Den laufenden Abschreibungen in Höhe von TEUR 2.782 standen dabei investitionsbedingte Zugänge in Höhe von TEUR 1.852 gegenüber.

Kapital (Passiva) 31.12.2019 Vorjahr
TEUR % TEUR %
Langfristiges Kapital        
Eigenkapital 3.985 19,8 6.625 26,0
Sonderposten 1.243 6,2 1.462 5,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.476 37,2 4.291 16,9
Sonstige Verbindlichkeiten 2.602 12,9 2.739 10,8
  15.306 76,1 15.117 59,4
Kurzfristiges Kapital        
Rückstellungen 443 2,2 514 2,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.038 10,1 4.209 16,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.753 8,8 4.795 18,9
Sonstige Verbindlichkeiten 562 2,8 816 3,2
  4.796 23,9 10.334 40,6
  20.102 100,0 25.451 100,0

Vom Gesamtkapital stehen zum Ende des Geschäftsjahres TEUR 15.306 bzw. 76,1% (Vorjahr 59,4%) langfristig zur Verfügung. Auf das Eigenkapital entfallen dabei TEUR 3.985 und damit TEUR 2.640 weniger als im Vorjahr (TEUR 6.625). Die Eigenkapitalquote ist von 26,0% im Vorjahr um 6,2%-Punkte auf nunmehr 19,8% gesunken.

Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten von insgesamt TEUR 10.078 (Vorjahr TEUR 7.030) entsprechen nunmehr 50,1% (Vorjahr 27,6%) des Gesamtkapitals. Die langfristigen Darlehen dienen neben einer fristenkongruenten Finanzierung des produktiven Sachanlagevermögens auch zu einer dauerhaften Stärkung der benötigten Liquidität zur operativen Betriebsführung.

In den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bilden sich die planmäßige vertragskonforme Abwicklung der bestehenden Finanzierungvereinbarungen sowie die erhöhte Inanspruchnahme des Kontokorrents ab.

Stichtagsbedingt haben sich sowohl die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als auch die sonstigen Verbindlichkeiten verringert.

4. Leistungsindikatoren

a) Finanzielle Leistungsindikatoren

Das Rohergebnis der Gesellschaft stieg von TEUR 16.031 im Jahr 2018 auf TEUR 16.215 im Jahr 2019 an. Die nachfolgende Übersicht stellt die wesentlichen Kennzahlen mit Vorjahresvergleich dar:

2019 2018 2017
Rohergebnis in TEUR 16.215 16.031 14.260
Jahresergebnis in TEUR -2.640 -1.276 -167
Rendite Rohergebnis in % -16,3 -8,0 -1,2
Investitionen in TEUR 1.852 2.351 4.331
Investitionsquote in % 11,4 14,7 30,4

Die im Geschäftsjahr 2019 getätigten Investitionen in Sachanlagen liegen bei insgesamt TEUR 1.783 und dienen der Erweiterung des künftigen Produkt- und Kundenspektrums.

In Folge der sich ändernden Markt- und Kundenanforderungen, insbesondere hinsichtlich modernster Leichtbauanwendungen zur Reduzierung von Umweltbelastungen, ändern sich auch das Design und die Anforderungen an die Fahrzeuge, Baugruppen und Komponenten. Mit den getätigten Neuinvestitionen trägt das Unternehmen der Anpassung der Fertigungstechnologien an die geänderten Anforderungen Rechnung, unter Berücksichtigung von Qualität und Kosten.

b) Wertschöpfung

Die erzielte Wertschöpfung setzt sich wie folgt zusammen:

Entstehungsrechnung 31.12.2019 Vorjahr
TEUR % TEUR %
Rohergebnis 16.215 225,2 16.031 235,9
Finanzerträge 73 1,0 87 1,3
Unternehmensleistung 16.288 226,2 16.118 237,2
sonstiger betrieblicher Aufwand -6.305 -87,6 -5.622 -82,7
Brutto Wertschöpfung 9.983 138,6 10.496 154,4
Abschreibung -2.782 -38,6 -3.700 -54,4
Netto Wertschöpfung 7.201 100,0 6.796 100,0

Die erzielte Wertschöpfung, auf die Komponenten ihrer Verteilung bezogen, stellt sich wie folgt dar:

Verteilungsrechnung 31.12.2019 Vorjahr
TEUR % TEUR %
Personalaufwand 8.965 124,5 7.669 112,8
Finanzaufwand 666 9,3 525 7,7
Steuern 210 2,9 -122 -1,8
Ergebnis nach Steuern / Anteilseigner -2.640 -36,7 -1.276 -18,8
Netto Wertschöpfung 7.201 100,0 6.796 100,0

5. Gesamtaussage

Trotz Umsatzsteigerung konnte 2019 das ursprünglich geplante Umsatzvolumen nicht erreicht werden. In mehreren Profit-Centern wurde das gesetzte Ziel verfehlt. Die Aufwendungen für Material und Personal lagen 2019 - trotz Leistungsunterschreitung - nahe an den Planwerten, so dass die Leistungsunterschreitung auf den Deckungsbeitrag II durchschlug. Die Sachkosten haben - trotz Reduzierung von Leasingraten - die Planung überschritten, so dass die Planunterschreitung des Betriebsergebnisses stärker ausfiel als die Umsatzunterschreitung.

Die hohen Verluste in dem neu aufgebauten Profitcenter resultierten vor allem aus erhöhten Personal-, Material- und Qualitätsaufwendungen während des Fertigungshochlaufs bis in die zweite Jahreshälfte 2019 hinein. Diese Aufwendungen konnten im Verlauf des Jahres reduziert werden, trotz dessen ist der Bereich noch nicht kostendeckend.

Die Wiedergewinnung der kostendeckenden Ertragskraft ist entsprechend der Gewinnschwellenberechnungen mit einer Ausweitung der Produktionsmenge bei gleichzeitiger Abstellung qualitativer Probleme und dem effizienteren Einsatz von Personal möglich und wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 erreicht.

Mit umfangreichen Hilfen seitens der Finanzierungspartner des Unternehmens sowie einer teilweisen Rückführung von Forderung durch die Gesellschafter konnte die Finanzstruktur, trotz der erheblichen Unterdeckung der ertragsbasierten Kapitaldienstfähigkeit, stabilisiert werden und führte somit zur Sicherung der Liquidität.

C. Risikobericht und Prognosebericht

1. Prognosebericht

Der Ausblick bezieht sich auf den Prognosezeitraum von einem Jahr.

In Folge der weltweiten COVID-19-Pandemie werden die ursprünglich positiven Prognosen für die konjunkturellen Entwicklungen nicht eintreten.

Die Folgen für globale wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2020 werden voraussichtlich deutlich größer und länger anhaltend sein, als bekannte Schäden in Folge von Naturkatastrophen oder Wirtschaftskrisen seitdem Zweiten Weltkrieges.

Mangels vergleichbarer Erfahrungen und der äußerst ungewissen weiteren Entwicklung sind belastbare Prognosen über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung derzeit nicht möglich.

Mit dem Ziel, der Verbreitung des COVID-19 Virus entgegen zu wirken und zu verlangsamen, so dass die Gesundheitssysteme nicht überlastet werden und so viele Menschenleben wie möglich gerettet werden können, kam es zu weltweit einmaligen drastischen Einschränkungen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Diese führte mehr oder minder zum völligen Stillstand des Gesellschaftlichen Lebens und der Wirtschaft. In Folge des "Lockdowns" brachen die Wirtschaftsleistungen in China im ersten Quartal 2020, in Europa ab Mitte März und in den USA ab April 2020 drastisch ein. Es besteht derzeit Unklarheit darüber, wie lange die Maßnahmen andauern werden und in welchem Maß Lockerungen getroffen werden und sich somit das soziale Leben und die Wirtschaft wieder normalisieren können. Auf jeden Fall werden die Folgen von länger anhaltender Dauer sein und sich negativ auf das Konsumverhalten auswirken. Bereits im ersten Quartal 2020 war festzustellen, dass die Absatzzahlen der Automobilindustrie weltweit eingebrochen waren.

Die Unklarheiten über die Rahmenbedingungen des beschlossenen Brexits werden gegenüber den Corona-Folgen in den Hintergrund treten und sich vorerst vergleichsweise geringer auswirken. Es ist davon auszugehen, dass die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA, Europa und China fortdauern werden.

Folglich ist mit weltweit negativen Entwicklungen und rückläufigen Wirtschaftsleistungen für das Jahr 2020 zu rechnen.

Entsprechend werden sich die Absatzahlen unserer Kunden und damit die der Finow Automotive reduzieren.

Da nicht absehbar ist, wie lange und in welchem Maß die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie andauern werden, planen wir mit deutlichen Absatzeinbußen nur im Jahr 2020.

Die Liquidität des Unternehmens war zum 31.12.2019 und im ersten Quartal 2020 durchgängig stabil gegeben. Mit einem zum 20.03.2020 erfolgreich umgesetzten Konzept zur Schaffung einer nachhaltig stabilen Finanzierungsstruktur wurden die Voraussetzungen für eine durchgängig stabile Liquidität geschaffen.

Nach einem stabilen positiven ersten Quartal 2020 zeigen sich seit der letzten März-Woche die Auswirkungen der Coronoa-Pandemie. Für die Monate April und Mai 2020 wird mit einem weitgehenden Produktionsstopp gerechnet. Ab Juni wird ein Wiederhochfahren der Produktion erwartet. Im zweiten Halbjahr 2020 wird mit reduzierten Absatzmengen im Vergleich zur Planung zu Jahresbeginn gerechnet.

Trotz des positiven ersten Quartals wird aufgrund des weitgehenden Produktionsstopps in den Monaten April und Mai insgesamt für das Geschäftsjahr 2020 mit einem signifikanten operativen Verlust (trotz beantragtem und planerisch berücksichtigtem Kurzarbeitergeld) gerechnet.

Die zusätzlichen Liquiditätsbedarfe in Folge der Corona-Pandemie werden derzeit im Rahmen der staatlich aufgesetzten Förderprogramme (Bund und Land Brandenburg) beantragt. Wir sehen im Ergebnis die Voraussetzungen für den Erhalt eines Förderdarlehens zur Überwindung der Corona-Krise als gegeben an. Kurzarbeit wurde per 30. März 2020 bis zum Jahresende beantragt und bewilligt.

Die ertragsbasierte Kapitaldienstfähigkeit wird nach vorliegender Planung 2021 noch nicht ganz erreicht werden können. Mit planmäßiger Entwicklung der Kapitaldienste und einem fortgeschriebenen operativen Ergebnis wird dies aber 2022 nachgeholt werden können. Nach unserer Einschätzung wird die Unternehmensliquidität ausreichend sein, um diesen Zeitraum zu überbrücken. Mit weiter sinkenden Kapitaldiensten ab 2023 wird sich die ertragsbasierte Kapitaldienstfähigkeit weiter stabilisieren können.

Die ertragsseitige Entwicklung des Unternehmens ist insgesamt positiv. Die Finanzstruktur ist - ohne Berücksichtigung des Sonderfaktors der Corona-Pandemie - stabil. Mit Umsetzung der Anforderungen an die Finanzierung (Liquiditätshilfe zur Überwindung der Folgen der Corona-Pandemie) besteht für das Unternehmen eine positive Fortbestehensprognose.

Der Umsatz wird sich insbesondere in Folge der Corona-Pandemie deutlich reduzieren.

Durch eine veränderte Kostenstruktur plant das Unternehmen das Betriebsergebnis deutlich zu verbessern, welches jedoch negativ ausfallen wird. Der Jahresfehlbetrag sollte sich entsprechend deutlich reduzieren.

2. Chancen- und Risikobericht

Die Geschäftstätigkeit bringt neben unternehmerischen Chancen auch Risiken mit sich. Diese Risiken frühzeitig zu erkennen, zu prüfen und zu begrenzen, ist die Aufgabe der Geschäftsleitung und aller Mitarbeiter. Damit wird das Risikomanagement zum Bestandteil aller Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen.

Die Geschäftsführung trägt die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement. Das operative Risikomanagement, wie Früherkennung, Steuerung und Kommunikation, ist Aufgabe der Abteilung Finanzen und Controlling. Die Zielerreichung (Soll-/Ist-Vergleich) wird im Rahmen periodisch regelmäßiger Besprechungen mit der Geschäftsleitung überprüft. Die hieraus resultierenden monatlichen Berichte (MIS-Report) werden sowohl von den Gesellschaftern als auch den Finanzpartnern als ein wirksames Instrument zur Beurteilung und Steuerung des Geschäftsablaufes genutzt.

Die wesentlichen Chancen und Risiken des Unternehmens stehen unmittelbar im Zusammenhang mit der Entwicklung der Automobilbranche, die direkt die Absatz- und Produktionsrisiken bestimmt.

a) Absatz-/ Kundenrisiken

Da die Finow Automotive GmbH vornehmlich mit Produkten in Fahrzeugen des Premiumsegments der Automobilbranche vertreten ist, beeinflusst deren Entwicklung maßgeblich auch die des Unternehmens.

Vor der COVID-19-Pandemie wurde mit positiven Absatzzahlen im Premium-Segment der Automobilindustrie, und somit unseren Hauptkunden, gerechnet.

In Folge der COVID-19-Pandemie ergeben sich schwer zu prognostizierenden Risken für die wirtschaftlichen Entwicklung in den Absatzmärkten, auch für die sonst sehr robusten Absatzmärkte der Premiumfahrzeuge.

Es ist interessant zu verfolgen, ob und welche Konsequenzen aus der COVID-19-Pandemie gezogen werden und ob die Lieferketten mehr die lokale Fertigung berücksichtigen. Die aktuelle Krise zeigt eindeutig die Empfindlichkeit der weltweiten Lieferketten.

Eine Bestandsgefährdung des Unternehmens als Folge der COVID-19-Pandemie durch den Lockdown kann nicht ausgeschlossen werden und steht unmittelbar in Abhängigkeit von Zeitdauer und Umfang der negativen Auswirkungen auf die Automobilbranche.

Für Finow Automotive könnten sich somit neben dem Risiko des Absatzrückgangs auch Chancen bei der Erhöhung der lokalen Fertigungstiefen ergeben.

Die Finow Automotive GmbH sieht darin aber auch Chancen, verstärkt als Tier-I-Lieferant bei den OEMs und als Lieferant für Nischenprodukte und Kleinserien aufzutreten. Dies gilt insbesondere für aktuelle und künftig geplante Werke in Deutschland und Brandenburg.

Mit dem derzeitigen Produktspektrum ist Finow Automotive auch für die Markt der Elektromobilität bestens vorbereitet.

Mit den neuen Fertigungstechnologien sollen künftig alternative Märkte neben der Automobilindustrie erschlossen werden.

b) Produktionsrisiken

Produktionsrisiken beinhalten die termin- und qualitätsgerechte Auftragsfertigung von Komponenten und Zusammenbauten. Zur Vermeidung der hiermit verbundenen Risiken erfolgen fortwährend Investitionen in entsprechend qualitativ hochwertige und effiziente Produktionsanlagen, laufende Qualitätssicherung der Produktionsprozesse sowie Schulung und Motivation der Belegschaft.

Den im Zusammenhang mit der Produktion bestehenden Beschaffungsrisiken von Roh- bzw. Vormaterialien wird durch ein Vertragsmanagement begegnet.

Zur Sicherstellung der Materialversorgung dienen neben dem Abschluss langfristiger Verträge im Rahmen der Produktionsplanung auch sog. Second Resources zur Kompensation von kurzfristigen Lieferantenausfällen.

c) Organisationsrisiken

Das sich ändernde Markt- und Kundenumfeld wirkt sich auf die Kunden- und Auftragsstruktur der Finow Automotive GmbH aus. Die Umstellung von einer vergleichsweise geringeren Kundenanzahl mit wenigen Projekten aber relativ großen Stückzahlen hin zu deutlich mehr Kunden, Aufträgen und Fertigungstechnologien stellt Herausforderungen an das Unternehmen.

Mit dem Ziel einer effizienteren und besseren Produktions- und Fertigungsplanung in Einklang mit dem Finanz-Management wurde zum Januar 2018 die Einführung eines voll integrierten ERP-Systems gestartet. Die Implementierung und Integration der Fertigungs- und Kapazitätsplanung in das ERP-System wird für das zweite Halbjahr 2020 erwartet.

d) Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken wird durch zeitnahe Planungen, laufendes Monitoring des Cashflows sowie gegebenenfalls erforderliche Vertragsverhandlungen mit den Finanzierungspartnern begegnet. Des Weiteren wird in einem Monitoring wöchentlich die laufende Liquidität überwacht, um auftretende Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegensteuern zu können.

In Zusammenarbeit mit einer externen Wirtschaftsberatungsgesellschaft wurde das interne und externe Reporting verbessert. Die externe Beratungsgesellschaft fungiert als zusätzliche Prüfinstanz im Rahmen monatlicher und vierteljährlicher Reportings.

Diese Reportings bilden die Grundlage für die laufenden Abstimmungen mit den Finanzierungspartner.

Die erhöhten Absatzrisiken in Folge der COVID-19-Pandemie stellen ein erhöhtes Risiko für die Unternehmensergebnisse und folglich die Liquidität des Unternehmens dar. Der Bestandsgefährdung aus diesen Risiken wird begegnet durch Inanspruchnahme von staatliche Sondermaßnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie (Corona-Schutzschilder für Deutschland).

e) Preisänderungsrisiken

Materialpreisänderungsrisiken spielen in dem Unternehmen eine eher untergeordnete Rolle, da bei den Vormaterialien Halbjahrespreise mit den Lieferanten vereinbart und bei den Verkaufspreisen ebenfalls Halbjahrespreise verhandelt werden.

Einschätzung

Insgesamt haben sich Umfang und Gefährdungspotential der Risiken nach Einschätzung der Geschäftsführung gegenüber dem Vorjahr in Folge der COVID-19-Pandemie deutlich erhöht.

Die ertragsseitige Entwicklung des Unternehmens ist, auch unter Berücksichtigung der COVID-19-Pandemie, insgesamt positiv. Die Finanzstruktur ist - ohne Berücksichtigung des Sonderfaktors der Corona-Krise - stabil. Unter Berücksichtig der Folgen der COVID-19-Pandemie sind jedoch weitere Finanzierungsmaßnahmen erforderlich. Mit Umsetzung der staatlichen Unterstützungsleistungen, z.B. Kurzarbeit und Förderprogramme zur Sicherung der Liquidität, ist die Fortbestehensprognose für das Unternehmen positiv.

 

Eberswalde, 2020-04-29

gez.

Hagen Hänelt, Geschäftsführer

Andreas Florenkowsky, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktivseite

31.12.2019
31.12.2019
Vorjahr
A. Anlagevermögen      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   80.152,44 41.315,00
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.358.657,97   6.587.106,36
2. technische Anlagen und Maschinen 5.989.513,41   7.935.319,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 510.816,05   553.253,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.012.726,39   786.939,48
    14.871.713,82 15.862.617,84
III. Finanzanlagen      
1. Anteile an verbundenen Unternehmen   11.581,04 11.581,04
    14.963.447,30 15.915.513,88
B. Umlaufvermögen      
I. Vorräte      
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 336.511,33   412.792,54
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 536.099,76   538.004,68
3. fertige Erzeugnisse und Waren 1.025.333,42   1.795.541,43
    1.897.944,51 2.746.338,65
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände      
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.867.306,62   3.365.242,70
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,00   270.000,00
3. sonstige Vermögensgegenstände 864.147,93   2.201.222,31
    2.731.454,55 5.836.465,01
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten   135.192,73 145.812,44
    4.764.591,79 8.728.616,10
C. Rechnungsabgrenzungsposten   374.328,08 626.907,09
D. Aktive latente Steuern   0,00 180.200,00
Bilanzsumme   20.102.367,17 25.451.237,07

Passivseite

     
31.12.2019
31.12.2019
Vorjahr
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital 733.300,00   733.300,00
II. Kapitalrücklage 1.526.700,00   1.526.700,00
III. Bilanzgewinn 1.725.150,86   4.365.049,17
    3.985.150,86 6.625.049,17
B. Sonderposten aus Investitionszuschüssen zum Anlagevermögen   1.242.527,35 1.461.862,46
C. Rückstellungen      
1. Steuerrückstellungen 0,00   40.000,00
2. sonstige Rückstellungen 442.812,48   474.269,45
    442.812,48 514.269,45
D. Verbindlichkeiten      
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.513.900,47   8.499.575,54
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.753.151,27   4.784.143,25
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.481,04   17.106,04
4. sonstige Verbindlichkeiten 2.883.162,20   3.549.231,16
- davon aus Steuern € 122.039,07 (Vj. € 70.490,71)      
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 9.994,46 (Vj. € 9.895,03)      
    14.161.694,98 16.850.055,99
E. Rechnungsabgrenzungsposten   270.181,50 0,00
Bilanzsumme   20.102.367,17 25.451.237,07

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2019

2019
2019
Vorjahr
1. Rohergebnis   16.214.516,27 16.031.879,57
2. Personalaufwand      
a) Löhne und Gehälter -7.446.012,96   -6.395.000,33
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.519.150,24   -1.273.859,97
davon für Altersversorgung € 2.067,19 (Vj.: € 0,00)      
    -8.965.163,20 -7.668.860,30
3. Abschreibungen      
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -2.782.301,45 -3.700.368,38
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen   -6.304.685,59 -5.622.071,25
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   73.020,08 87.418,36
- davon aus verbundene Unternehmen € 6.298,61 (Vj.: € 13.500,00)      
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   -665.784,05 -525.797,04
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -189.959,83 141.101,57
- davon Aufwand (-) / Ertrag (+) aus Veränderung aktiver latenter Steuern € -180.200,00 (Vj.: € +180.200,00)      
8. Ergebnis nach Steuern   -2.620.357,77 -1.256.697,47
9. Sonstige Steuern   -19.540,54 -18.926,16
10. Jahresfehlbetrag   -2.639.898,31 -1.275.623,63

Anhang für das Geschäftsjahr 2019

A. Allgemeine Angaben

Die Finow Automotive GmbH hat ihren Sitz in Eberswalde und ist in das Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt (Oder) unter HRB 8015 FF eingetragen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wird gemäß den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) unter Berücksichtigung der ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Gemäß § 267 Abs. 2 HGB weist die Gesellschaft die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft auf. Größenabhängige Erleichterungen werden soweit möglich in Anspruch genommen.

Vermerke, die nach den Gliederungsvorschriften bei Posten der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung oder wahlweise bei diesen Posten bzw. im Anhang anzubringen sind, werden teilweise direkt bei den Posten der Bilanz, ansonsten im Anhang angebracht.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss ist trotz der erheblichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft und das Unternehmen unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear pro rata temporis. Die Zugänge an Anlagegütern, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden zeitanteilig abgeschrieben. Bei den Anlagegütern wird auf die Zugänge ab dem Aktivierungsmonat die volle Abschreibung verrechnet. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten € 800,00 nicht übersteigen, werden aus Vereinfachung sofort abgeschrieben.

In die Herstellungskosten wurden neben den unmittelbar zurechenbaren Einzelkosten auch notwendige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen.

Das Finanzanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt.

Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips angesetzt.

Unfertige und fertige Erzeugnisse sind mit ihren Herstellungskosten angesetzt.

Diese beinhalten neben den direkt zurechenbaren Material- auch die Fertigungseinzelkosten inklusive der angemessenen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die Bestände werden unter Beachtung des Niederstwertprinzips retrograd vom Verkaufspreis ausgehend angesetzt.

Die Waren werden mit den entsprechenden Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt.

Erkennbare Risiken werden, soweit erforderlich, durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt.

Liquide Mittel sind zum Nennbetrag angesetzt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen sind mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich erscheint, um alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken. Die Bewertung der Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde unter Anwendung des § 253 Abs. 2 HGB durchgeführt. Die Abzinsung erfolgte mit den durch die Bundesbank veröffentlichten anzuwendenden Zinssätzen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsumrechnung

Forderungen, Verbindlichkeiten und flüssige Mittel in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

C. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Finanzanlagen

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital
%
Eigenkapital zum 31.12.2019
EUR
Jahresergebnis 2019
EUR
Verbundene Unternehmen      
Finow Automotive Polska 100% 11.581 0

Umlaufvermögen

Forderungen gegen verbundene Unternehmen (Vorjahr TEUR 270) betrafen Ausleihungen an Gesellschafter. Diese wurden im Geschäftsjahr 2019 vollumfänglich zurückgezahlt. Von den sonstigen Vermögensgegenständen entfallen TEUR 781 (Vorjahr TEUR 1.459) auf Gesellschafter.

Das Bilanzierungswahlrecht zum Ansatz aktiver latenter Steuern nach § 271 Abs.1 Satz 2 HGB auf temporäre Bewertungsunterschiede zwischen Handels- und Steuerrecht wird unverändert zum Vorjahr nicht ausgeübt. Die im Vorjahr gebildeten aktiven latenten Steuern (TEUR 180) auf die steuerrechtlich nutzbaren Verlustvorträge zur Körperschaftsteuer (inkl. Solidaritätszuschlag) und zur Gewerbesteuer wurden auf Grund der zunehmenden Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung in Folge der COVID-19-Pandemie aufwandswirksam aufgelöst. Vor Eintritt der COVID-19-Pandemie wären auf Grund der Anfang Februar 2020 extern validierten Unternehmensplanung die aktiven latenten Steuern um TEUR 150 auf TEUR 330 erhöht worden.

Diese Berechnung erfolgte mit dem Steuersatz für die Körperschaftsteuer in Höhe von 15,0% zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag und für die Gewerbesteuer in Höhe von 13,83% bei einem Hebesatz von 395%.

Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres hat sich wie folgt entwickelt:

EUR
Bilanzgewinn zum 31.12.2018 4.365.049,17
Jahresfehlbetrag 2019 -2.639.898,31
Bilanzgewinn zum 31.12.2019 1.725.150,86

Sonderposten aus Investitionszuschüssen zum Anlagevermögen

Der Sonderposten resultiert aus erhaltenen Zuschüssen für Investitionen in das Anlagevermögen und entfällt wie im Vorjahr auf die Wertberichtigungen korrespondierend zum Bruttoausweis des Anlagevermögens entsprechend der Grundsätze des IDW Fachgutachtens 1/1984. Ertragswirksam wurden TEUR 219 (Vorjahr TEUR 339) in den sonstigen betrieblichen Erträgen aufgelöst.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen Verpflichtungen für Personal (TEUR 191), absatzbezogene Verpflichtungen für Gewährleistungen & Reklamationen (TEUR 100), Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 22) sowie sonstige (TEUR 129).

Verbindlichkeiten

Gesamtbetrag 31.12.2019
EUR
Restlaufzeit bis zu 1 Jahr
EUR
Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahre
EUR
Restlaufzeit von über 5
Jahren EUR
Davon gesichert
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten * , ** 9.513.900,47 2.038.242,57 4.703.797,90 2.771.860,00 9.513.900,47
(Vorjahr) (8.499.575,54) (4.208.146,76) (3.663.158,78) (628.270,00) (8.499.575,54)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.753.151,27 1.753.151,27 0,00 0,00 0,00
(Vorjahr) (4.784.143,25) (4.784.143,25) (0,00) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.481,04 0,00 11.481,04 0,00 0,00
(Vorjahr) (17.106,04) (5.625,00) (11.481,04) (0,00) (0,00)
sonstige Verbindlichkeiten * , ** 2.883.162,20 292.538,16 1.942.934,04 647.690,00 2.698.138,69
(Vorjahr) (3.549.231,16) (822.062,97) (2.052.858,19) (674.310,00) (3.443.007,91)
  14.161.694,98 4.083.932,00 6.658.212,98 3.419.550,00 12.212.039,16
(Vorjahr) (16.850.055,99) (9.819.977,98) (5.727.498,01) (1.302.580,00) (11.942.583,45)

Art und Form der Besicherung:

* Verpfändung durch Sicherungsübereignung Sachanlagen

** Verpfändung von Geschäftsanteilen, Bestellung von Grundschulden

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, soweit sie auf Gesellschafter entfallen (Vorjahr EUR 5.625), wurden vollständig zurückgezahlt.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Leasing für Investitionsmaßnahmen, die bis zum Jahre 2023 insgesamt TEUR 3.024 betragen. Die Verpflichtungen verteilen sich wie folgt:

TEUR
2020 987
2021 969
2022 725
2023 343
gesamt 3.024

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 26 (Vorjahr TEUR 187) angefallen. Diese betrafen im Wesentlichen die Erstattung für Stromsteuer des Vorjahres.

E. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der im Geschäftsjahr 2019 beschäftigten Mitarbeiter betrug:

Geschäftsjahr Vorjahr
Gewerbliche Mitarbeiter 183 168
Angestellte 46 35
Summe (im Ø) 229 203

Im Geschäftsjahr 2019 stieg die durchschnittliche Zahl der Auszubildenden auf 12 (Vorjahr 10).

Organe der Gesellschaft

Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Hagen Hänelt, Berlin

Geschäftsführer: Andreas Florenkowsky, Zell a. Main; zum Geschäftsführer bestellt seit 16. März 2020, eingetragen im Handelsregister am 25. März 2020.

Für die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung gem. § 285 Nr. 9a HGB wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Ereignisse nach dem Ende des Geschäftsjahres

Mit einem zum 20.03.2020 erfolgreich umgesetzten Konzept zur Schaffung einer nachhaltig stabilen Finanzierungsstruktur wurden die Voraussetzungen für eine durchgängig stabile Liquidität geschaffen. Diesem Konzept liegt eine von Februar 2020 extern validierte Unternehmensplanung zu Grunde.

Nach einem stabilen positiven ersten Quartal 2020 zeigen sich seit der letzten März-Woche die Auswirkungen der Coronoa-Pandemie. Für die Monate April und Mai 2020 wird mit einem weitgehenden Produktionsstopp gerechnet. Ab Juni wird ein Wiederhochfahren der Produktion erwartet. Im zweiten Halbjahr 2020 wird mit reduzierten Absatzmengen im Vergleich zur Planung zu Jahresbeginn gerechnet.

Trotz des positiven ersten Quartals wird aufgrund des weitgehenden Produktionsstopps in den Monaten April und Mai insgesamt für das Geschäftsjahr 2020 mit einem signifikanten operativen Verlust (trotz beantragtem und planerisch berücksichtigtem Kurzarbeitergeld) gerechnet.

Die zusätzlichen Liquiditätsbedarfe in Folge der Corona-Pandemie werden derzeit im Rahmen der staatlich aufgesetzten Förderprogramme (Bund und Land Brandenburg) beantragt. Wir sehen im Ergebnis die Voraussetzungen für den Erhalt eines Förderdarlehens zur Überwindung der Corona-Krise als gegeben an. Kurzarbeit wurde per 30. März 2020 bis zum Jahresende beantragt und bewilligt.

Die ertragsseitige Entwicklung des Unternehmens ist insgesamt positiv. Die Finanzstruktur ist - ohne Berücksichtigung des Sonderfaktors der Corona-Pandemie - stabil. Mit Umsetzung der Anforderungen an die Finanzierung (Liquiditätshilfe zur Überwindung der Folgen der Corona-Pandemie) besteht für das Unternehmen eine positive Fortbestehensprognose.

 

Eberswalde, 2020-04-29

gez.

Hagen Hänelt, Geschäftsführer

Andreas Florenkowsky, Geschäftsführer

Anhang

Anlagenspiegel für das Geschäftsjahr 2019

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2019
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 356.260,63 68.419,10 0,00 0,00 424.679,73
  356.260,63 68.419,10 0,00 0,00 424.679,73
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.306.236,96 0,00 0,00 0,00 9.306.236,96
2. technische Anlagen und Maschinen 55.172.537,87 439.933,09 21.570,00 0,00 55.590.900,96
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.868.680,84 117.665,77 25.513,46 0,00 2.960.833,15
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 786.939,48 1.225.786,91 0,00 0,00 2.012.726,39
  68.134.395,15 1.783.385,77 47.083,46 0,00 69.870.697,46
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 11.581,04 0,00 0,00 0,00 11.581,04
  11.581,04 0,00 0,00 0,00 11.581,04
  68.502.236,82 1.851.804,87 47.083,46 0,00 70.306.958,23
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2019
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 314.945,63 29.581,66 0,00 0,00 344.527,29
  314.945,63 29.581,66 0,00 0,00 344.527,29
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.719.130,60 228.448,39 0,00 0,00 2.947.578,99
2. technische Anlagen und Maschinen 47.237.218,87 2.364.168,68 0,00 0,00 49.601.387,55
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.315.427,84 160.102,72 25.513,46 0,00 2.450.017,10
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  52.271.777,31 2.752.719,79 25.513,46 0,00 54.998.983,64
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  52.586.722,94 2.782.301,45 25.513,46 0,00 55.343.510,93
Buchwerte
31.12.2019
31.12.2018
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 80.152,44 41.315,00
  80.152,44 41.315,00
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.358.657,97 6.587.106,36
2. technische Anlagen und Maschinen 5.989.513,41 7.935.319,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 510.816,05 553.253,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.012.726,39 786.939,48
  14.871.713,82 15.862.617,84
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 11.581,04 11.581,04
  11.581,04 11.581,04
  14.963.447,30 15.915.513,88

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Finow Automotive GmbH, Eberswalde

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Finow Automotive GmbH, Eberswalde, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019, der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Finow Automotive GmbH, Eberswalde, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

· entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

· vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die im Anhang unter Kapitel E. "Sonstige Angaben" als "Ereignissen nach dem Ende des Geschäftsjahres" sowie im Lagebericht im Kapitel C.2. "Chancen- und Risikobericht" beschriebenen Risiken einer Bestandsgefährdung in Folge der Corona-Pandemie hin. Dort wird das Risiko einer Bestandsgefährdung unter "a) Absatz-/Kundenrisiken" wie folgt dargestellt:

"Eine Bestandsgefährdung des Unternehmens als Folge der COVID-19-Pandemie durch den Lockdown kann nicht ausgeschlossen werden und steht unmittelbar in Abhängigkeit von Zeitdauer und Umfang der negativen Auswirkungen auf die Automobilbranche."

Diesem Absatzrisiko nachfolgend wird dann unter "d) Liquiditätsrisiken" weiter zur Bestandsgefährdung ausgeführt:

"Die erhöhten Absatzrisiken in Folge der COVID-19-Pandemie stellen ein erhöhtes Risiko für die Unternehmensergebnisse und folglich die Liquidität des Unternehmens dar. Der Bestandsgefährdung aus diesen Risiken wird begegnet durch Inanspruchnahme von staatliche Sondermaßnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie (Corona-Schutzschilder für Deutschland)."

In ihrer Gesamteinschätzung zu diesen Risiken führt die Geschäftsführung dann folgendes aus:

"Insgesamt haben sich Umfang und Gefährdungspotential der Risiken nach Einschätzung der Geschäftsführung gegenüber dem Vorjahr in Folge der COVID-19-Pandemie deutlich erhöht.

Die ertragsseitige Entwicklung des Unternehmens ist, auch unter Berücksichtigung der COVID-19-Pandemie, insgesamt positiv. Die Finanzstruktur ist - ohne Berücksichtigung des Sonderfaktors der Corona-Krise - stabil. Unter Berücksichtig der Folgen der COVID-19-Pandemie sind jedoch weitere Finanzierungsmaßnahmen erforderlich. Mit Umsetzung der staatlichen Unterstützungsleistungen, z.B. Kurzarbeit und Förderprogramme zur Sicherung der Liquidität, ist die Fortbestehensprognose für das Unternehmen positiv."

Wie in diesen Angaben dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unser Prüfungsurteil ist bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts

Die Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2019 schwächer als ursprünglich geplant entwickelt. Sie hat trotz gestiegener Umsatzerlöse und verbessertem Rohergebnis mit einem stärkeren Ergebnisrückgang als erwartet bzw. einem höheren Jahresfehlbetrag abgeschlossen.

Ausgangspunkt dieser negativen Ergebnisentwicklung ist die planmäßig im Geschäftsjahr 2016 erfolgte Einstellung einer Fertigungslinie. Zur Beseitigung der daraus resultierenden Entwicklungsbeeinträchtigung durch Umsatz- und Ertragsrückgänge hat die Geschäftsführung bereits in den Vorjahren Maßnahmen ergriffen. Diese Maßnahmen führen zu einer Ausweitung der Betriebsgröße und betreffen die Erweiterung der Produktionsbreite und Produktionstiefe, um nachhaltig Neuaufträge von bestehenden Kunden als auch Neukunden akquirieren zu können. Insbesondere der Aufbau einer neuen Fertigungstechnologie führte zu einer deutlichen Ergebnisbelastung.

Die Maßnahmen zur Anpassung der Betriebsgröße haben jedoch neben dem direkt absatzabhängigen gestiegenen Materialaufwand auch zu einer erforderlichen Anpassung von absatzunabhängigen Aufwendungen geführt. Dies betrifft insbesondere den Personalbestand und die Produktionsanlagen. Hieraus resultierende zusätzliche Aufwendungen (Personalaufwand, Abschreibung, Instandhaltung/Wartung von Produktionsanlagen, Leasing und Finanzierung neuer Produktionsanlagen) sowie Aufwendungen zur Qualitätsverbesserung der neuen Fertigungstechnologie überstiegen im Geschäftsjahr 2019 den Anstieg des Rohergebnisses. Die Geschäftsführung erwartet aufgrund der von ihr ergriffenen Maßnahmen zur Optimierung von Qualität und Quantität eine deutliche Ergebnisverbesserung, die in Folge der Corona-Pandemie sich verzögert und ab dem Geschäftsjahr 2021 nachgeholt werden kann.

Von der Geschäftsführung wird dies im Lagebericht in Kapitel B.2. "Geschäftsverlauf" und Kapitel B.5. "Gesamtaussage" genannt.

Bezüglich der Liquiditätslage weist die Geschäftsführung auf die in Folge des planerisch vorübergehenden Ergebnisrückgangs zusätzlich benötigten Finanzmittel und deren Deckung durch die Finanzierungspartner und Gesellschafter im Geschäftsjahr 2019 hin, so dass die Liquidität im Geschäftsjahr 2019 gesichert war. Zusätzlich wird im Anhang in Kapitel E. unter den "Ereignissen nach dem Ende des Geschäftsjahres" sowie im Lagebericht in Kapitel C.1. "Prognosebericht" auf die Folgen der Corona-Pandemie bezüglich der Liquidität hingewiesen und dass die hieraus resultierenden zusätzlichen Liquiditätsbedarfe im Rahmen der staatlich aufgesetzten Förderprogramme (Bund und Land Brandenburg) beantragt sind.

Im Ausblick auf die Entwicklung des Geschäftsjahres 2020 weist die Geschäftsführung im Lagebericht in Kapitel C.1. "Prognosebericht" wie folgt auf die Entwicklungsbeeinträchtigung durch die Corona-Pandemie hin:

"Die ertragsseitige Entwicklung des Unternehmens ist insgesamt positiv. Die Finanzstruktur ist - ohne Berücksichtigung des Sonderfaktors der Corona-Pandemie - stabil. Der Umsatz wird sich insbesondere in Folge der Corona-Pandemie deutlich reduzieren. Durch eine veränderte Kostenstruktur plant das Unternehmen das Betriebsergebnis deutlich zu verbessern, welches jedoch negativ ausfallen wird. Der Jahresfehlbetrag sollte sich entsprechend deutlich reduzieren."

Die vorgenannte Entwicklungsbeeinträchtigung wird nach Einschätzung der Geschäftsführung im Laufe des Geschäftsjahr 2021 beendet sein und im Geschäftsjahr 2022 zu einer deutlichen Nachholung im operativen Ergebnis führen. Im Lagebericht führt die Geschäftsführung in Kapitel C.2 "Chancen- und Risikobericht" in dem Abschnitt "Einschätzung" hierzu aus:

"Insgesamt haben sich Umfang und Gefährdungspotential der Risiken nach Einschätzung der Geschäftsführung gegenüber dem Vorjahr in Folge der COVID-19-Pandemie deutlich erhöht.

Die ertragsseitige Entwicklung des Unternehmens ist, auch unter Berücksichtigung der COVID-19-Pandemie, insgesamt positiv. Die Finanzstruktur ist - ohne Berücksichtigung des Sonderfaktors der Corona-Krise - stabil. Unter Berücksichtig der Folgen der COVID-19-Pandemie sind jedoch weitere Finanzierungsmaßnahmen erforderlich. Mit Umsetzung der staatlichen Unterstützungsleistungen, z.B. Kurzarbeit und Förderprogramme zur Sicherung der Liquidität, ist die Fortbestehensprognose für das Unternehmen positiv."

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

· identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

· gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

· beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

· ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

· beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

· beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

· führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Eschborn, den 29. April 2020

uniTreu GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Harald Hoffmann, Wirtschaftsprüfer

Stefan Sauerbier, Wirtschaftsprüfer

Gesellschafterbeschluss zum Jahresabschluss 2019

In der Gesellschafterversammlung am 18. Mai 2020 wurde der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 festgestellt.

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